Einzelpreis 10 pfg*?adrnanq 2 NIontag, öen 17. Marz 107� Nnmmsr 12s* MettS-MSgavk » Gmoff« Po«l SS«y m a« n sckr�bt»n«: Nach Pressenotizen zu urterlon, scheint über di« Tätigkeit der vom BollzitiSrat eingcsrtzten Kommission zur KuskiSrung der Lichtenbcrger Be�mtenmoidaffäve noch relsoch Unkwrheü zu herrschen. Ich h.'!te e» de?s>alb für zweckmähig, nochmal» de« Verlauf der Sache zu schildern: Am Montag, den 10. d. M., gegen lO�Hdr, übeichracht« dem V.-R. der Direktor der Lchtenberger Gas-, Wasser-, Slektriziläis» wer'e e'n« Rekolu'ion der Arbeiter dieser Werke de«?lnhal'», daß die Arbeil nicht eher aufgenommen wird, bis d e Truppen zurück- gezogen sind da es weren der dauernden Art Neriebcschießung mit Lebensgefahr v-rbundm sei, zur Arbe'tsstcll« zu gehen. Gleichzeitig erkläre der Direktor die Ze tungSmeldungeu über den Beamten mord für unwahr, so daß der Pollzugsrat be'chlob, zur Regelung dieser Verhältnisse und zur fseststellun-- der Wahr» heit ssior« eine � Immission nach Lichtenberg zu senden. Diese bestand aus drr Mann. W e g m a n n(U. S P. D.i. B r o I o I (®. P Dj und Schmidt von den Soldatischen Mitgl. febenfasss S. P D.) W r erreichter gerade noch die versammelten Vertrauensleuir der Lichtenberge- Ga?-, Wasser- und TIeklrizi ä'Swci ke. die Zum größten Teil ml S. P D.-A"hängern beiteben. und konnten uns Über deren Errem'»-- noch'nsormieren. Sie mar kehr gross. Es gelang uns die Wusserwrrls-rrbeiter z» bewegen, soviel Wasser zu liekern, wie zur Zknstandh-iltunq der Gaswerke nötig sei. Dan« wurde eine Komm lsson aris den Reihen der Vertra-iensleute ge wählt, die mit dei ilollzugsralsmi gliedern zu Ro s ke gehen und die Zurückziehung der Truppen erwirken sollte. Was die inzwischen torgenommene Rachrorschung in der B c a m t e n m r r d ge'ch ch�e ergab,, weih ja bereits jedes Kind S'e stellte sich als eine Lüge heraus, deren Urheber und Zweck ja auch mittlerweile jedem tenkenden Menschen bekannt sind. Reichswel-rm-nister Roske nahm unsere Wünsche ziemlich kühl en geren Wir machten ihm den Borschlag de Trnppe» zvrückzuz'eben. und e'ner aus allen Por'eien ziisainmengestelltev Abeikerwehr den SA(j Lichtenbergs vor Plünderungen zu über- tragen. Wir wiesen darrni' h'n, dass für»n? die.Hauptsache sei Menschenleben zu schonen. Bei der guten Bmvafsnung der Aul ständischen würden käst nur unschuldig? und unbeteiligte Menschen durch, da? Art'ller e- und Minenwerfmeuer der Remerung? truppen getötet und verwundet, und io unnötig grosse Werte vernichtet. Erst jetzt erklärte Roske sich bereit, über diese Frage zu be raten, wenn wir massgebend? Per'onen a»S Lichtenberg für diese Sacke gewinnen könnten, und versprach, mit dem Führer der Truvoen sofort Fühlung zu nehmen. Als wir dem Lichienberger �berbürgermerster Ziethen die Sache vortrugen, erklärte sich d eser gern bereit, die Gründung einer Sicherheitswehr in die Hand zu nehmen Auf telephouischen Anruf de? Oberbürgermeisters erklärte Roske, dass die Webr nich' nur au? Arbeitern, sondern an? allen Schichten der Bevölkerung bestehen müsse. Auf die Frage RoSkeS. ob der Oberbürgermeister die Verantivcrtung dafür übernehmen könnte, dass sämtsiche Waffen abgegeben würden, erklärt« derselbe, dass das natürlich sehr schneer se-i. Inzwischen hotten wir die Führer der dortigen Känrpfer e» reicht sc? war weder Tichhorn noch B e e r f e l d e). und vc-n ihnen einen sofortigen Waffenftillstsnd erreicht. Ks dauerte nichl lange, und von den Lich enbevger Kämpfern sie. kein Schuh mehr, bis nach einiger Zeit von den RegierungStruppen die Artillerie um so toller lckoh. Da wir aber hier eine Möglichkeit sahen, Menschenleben und Güter zu sparen, setzten wir unsere ganze Kraft daran, diese Mög- lichkeit zur Wirklichkeit zu machen. Di? Führer der Lickienberger waren zu folgendem bereit: Sofortiger Waffenstillstand. 2. Gründung einer Sicherheitswehr, bestehend aus allen Bevölkern ngsklosscn. im Verein mit dem Soldatenrat. 3. Abgabe der Warfen w«< Gründung der Sicher- heitswehr an dieselbe. 4. Räch Bjldung der Sicherheitswehr die Kämpfer zurückz'iziehen. 5. S e verpfi-ichteten sich, dort, wo sie noch Waffen wussten. s»sort«in« Haussuchung vornehmen zu lassen, ö. Wünschte» sie, dass die nicht weiter verfolgt würden, und dass 7. die Gefangenen von beiden Partei?««n Laufe des nächsten Tage« ausgetauscht würden Die anwesenden ArbeiterratSmitglieder erklärten, dass unter diesen Bedingungen die Ackbeiter sasort die Arbeit wi>«d«r anfvebnwn Wir labe»» diesen Punkte«, emch tm* N» wfdt Sc angenommen worden wären, dt« Möglichkeit einer Verständt» g u n g, und wenn Oberbürgermeister Z i« I h e n. der sich bi» i« die Nach» redlich bemühte, e ne Verständigung zu erzielen, eine« Pressevertreter erklär«:»Die Spartakisten verlangten Aufnahme in die Sicherheiiswehr", so stelle ich fest, dass wir den Führern gcaenüber ouSdrücklich betonten, dass nur solche Leuie von der Arbeiterschaft in Frage kommen, die mindesten?«in Fahr e ner politischen Organisation angehöre«. Sie sahen da« ein, und waren damit»inverstanden. Wir versuchten telepbonisch, Roske zu erreichen, erHelten jedoch die Auskunfl, er hole seine Gattin ab. werde aber bald wieder hier sein. Trotz dreistündige» Warten« war er nicht mehr zu haben. Ein Ritlmeister im Rechsmarineaml, dem wir di« ganze Lage schilderten, war unzuständig ebenso der Adjutant RpSkes. Major v. Gilsa, den wir in seiner Priva Wohnung er- reichten Der Stab de? Korps L ü t I w i tz, mit dem sokort in Verbindung zu treten unS RoSke vnsprochen hall«, wiisste von u cht». Aus unsere Bit e, doch da» Ar.illeriefeuer aus Lichtenbevi tdas inzwischen miede» stark eingesetzt hattet einwstellen. er- hielten wir den Bescheid, da? könne doch nich' so schlimm sein, im übrigen müssen!U ous böiiereu Be'eht bandeln. Wir mutzten al'o die Roch:»»verrichteter Srche n-ch Haus» z ehen.— Am Dienstag früh wurden RoSke n? Ab machungen überm! telt, um IL Uhr sollleu wir Anstvor: haben. Fm Lauke de? vormi tags kamen noch zwei Abgesand'e des Lichte übe rger Ole-bürgermeisterS n:ir-m von diesem unterschriebenen und abgestempesten, an kke gerichteten Briek, un> oefäbr folgenden �uhstts:.Ich blt'e um Einstellung der Sch i eh e rei, um L chstenberg zu schonen. Bin bereit, im Berein mi' Vollzugsrat und Lich'enberger Soldatenrat Bildung der Sicherbei'Swebr sofort in die Hand zu nehmen." Und di« Antwort Noskes?.Nur bedingungslose U e be r g a b e l" Unsene Bemühungen waren al>o umsonst gewesen. Wie kann man auch so naiv''ein, zu glauben, dass ein Reichen hr- m nöster mit.Spartakisten"»erhci niest I Wo bliebe denn da da» ..Presti-�"! Lieber noch SOG To e tdenn soviel« sind»och nach diesen Schlich!nng»versuchcn ungefähr gefallen), und verschiedcne Häusel in Klump geschossen. Fetzt ist wenigsten».gründkiche" Arbeit geleistet und Ruhe für immer geschossen Jedenfalls ist.Herr Reichöwehrminister Roske dieser Ansicht. Wir allerdings nicht. Und wenn wir unter der heutigen.Standrecht"-Ati»o>phäre nicht wagen, den Ber- antwortlicken für dies«»»«nötigen Opfer zu nennen— die Be- schichte wird ihr Urteil sprechen! , Die Vefvgulsse der AuterfuchvngsleWMission. Zu unserer Sck>isber>msi eines Aiigenzmegen sibar die Erschießung der 24 Matrosen in her französischen Strasse schreibt die.Bertiner Volkszeitung": .Tu«. w.Ui oiefer«I�ruzeuge müreio«, gl so grauen- hast, dass es kaum möglich ssl. den Angaben zu trauen. So!- Nrten, die draussen waren, wissen, dass selbst mvb den erbittert- sten Kämpfen mit gefangenen Feinden noch menschlich umgegangen wurde. E» ist z» envarten, dass der von den.Unabhängtzvn'»n der preussischen Landedver- 'ammlung gestellt« Antrag auf Einsetzung einer Unter- s u ch ü n g S k o in m i s s i o n heute einstimmig»nge- nommen wir», und dass diese Kommission sofort an eine Klarstekkung der Vorgänge geht. Rar die ungeschminkt? Wahrheit kann hier die Oessenstichkeit beruhigen, denn in der Verurteilung von Unmensch: ichkeiten, wie sie in dem Be- richt des Augenzeugen ge Schildert sind, kann«» keine Parteien geben." Auch wir wünschen nur die feftstellunq der un- geschminkten Wahrheit. Um aber dieses Ziel zu erre!cn. muss die Kommission das Reckt haben, unabhänaio von anderen Behörden, eigene Feststeltungen zu machen. Ohne dieses Reckst wird die Feststellung der Wahr- heit nie erfolgen können. Bei den Behörden ist,«ste die erzwungen e Verbreitung der unwahren Nachricht über den Dickstenbergcr Bcamtenmorb zeigt, das Interesse an einer Feststellung der Wahrbeit nur änberst gering. Jeder, der sich nicht einer Vertuschung der Schuld und einer Verdunkelung der Wafirlwit scknrldig machen null, muss des- halb dafür eintreten, dass die Untersiichungskommiffion das Recht erhält, smvohl Zeugen eidlich zu vernehmen, als auch von allen Staats--upd Serichtsbehörden U«»kullit m vertanovn. Dsuischer Völkerbund? Die deutsche Liga für den Völkerbund veranstaltete a» gestrigen Sonntagnachmittag eine grosse öffentliche pro- grammatische Kundgebung»m GitzungSsaal de» Preussr- fchen HerrerchaufeS. Ts imisste bei dem ausserordentlich starken Andrang eine Parallelversanrmlung abgehalten werden, und zahlreiche Besucher fanden trohdem keinen Einlass. Das beweist, wie gross das Interesse für den Bölkerblmd m den« bürgerlichen Picklikum ist. Man er- ivartet vom Völkerbund die Rettung ans der jetzigen jchwie- rigen wirtichastlicht'n und palilischen Lage. Es ist daher notwendig, sich mit dem Tedanken de» von der Liga pro- pagierten wahren oder deutschen Völketbi»ndes kritisch zu befassen, um Methoden und Ziele dieser Liga poklilisch zu werten. Der Gessstöftsführer. Profcstor Jaeckh, erklärte ge- legentlich als die Hauptaufgabe der Liga.Völkerbunds- geflninmg" zu verbreiten. Das soll heissen, etne Kam- vrouilssidee, unter der die mancherlei Organisationen und poliliichen Richtungen, die der Liga angeboren, zu einigen sind. A»ck> die Versammlung trug diesen Charakter. Es sprachen der Zentrumsmann Erzbcrger, der Mehr- beitSsozialist und Geweiksch-tstsführer Karl Legien und an Stell« des leider oerhinderten Pazifisten Professor Ichücfing, der bekannte heworragende Physiologe und de- mokra tische Abgeordnete der Nationalversammlung, Pro- iessoi Abderhalden- Halle. Es ist schttior, zu den Ausführungen her drei Redner cinheitl ck Stellung zu nehmen. Sie brachten viele Ge- danken, denen man als Sozialist zustimmen»inss. aber— der Dan macht die Musik. Es kommt dar««f a». ivie man diele Tedanken gruppiert und politisch ausnutzt. Da tönt ein Dreiklang immer wieder: Kritik an der Gewalt- Politik der Entente, N e n- N a t i o n a I i s m u s. der an alte miliiärrsch-ppeiissische Traditionen anknüpft, wieder ron nat-onaler Ehre. Stolz»nd anderen Kriegsschlagworten tönend kpiicht und eixdljch N e l» e r sch Z tz n n g der Leistun- gen eines Völlorbundes, den imui von der Entente zu er- reichen sucht, nickst nur durch Apfrell an die Völker, sondern durch Mobilisierung des Sdneckgespenstes des Botfckicwis- miiS. Wenn»ick't der Völkerbund die Rettung bringt, dann kommt in Deutschland der Botschewismus. der auch vor den Grenzen der Ententetänder nickst haltmacht. Das ist der beliebte, von der Verfaimulung mit starkem Beifall unter- strichene Refrain. Erzbergers Rede war der Beweis, wie ungeeignet er für den Posten in der WassensliUstandskoliunifsion war. Die Art. wie er die Entente kritisiert, war rein vatiaualistifch, trotz seiner Wuson-Apologie. Die Kritik an der Gewalt- Politik französischer Chauvinisten wirkt im Munde des früheren Beaustragt?» der kaiserlichen Regierung recht eigenartig, und vor allem vergaß der Staatsniann des Zentrums völlig, dass die äussere Politik mit der inneren im engsten Zusaniineiihang steht. Wie kann man die Ge- waltpolilik eine? Clemcnccaus bekämpfen, wenn man in Berlin die schärfste Gcivaltpolilik betreibt, die Herr Erz- berger allerdings(bei einem Zwischnruf: Noske) nur als Abwehr der Gewalt bezeichnete. Wie kann man ver- langen, dass die Entente Deutschland als gleichberechtigtes Mitglied in den Völkerbund aufnehmen soll, wenn man durch die_eigene Politik es den sozialistischen»nd demokratischen Kräften der Westmächte erschwert, gegen jene Politik anzukämpfen, welche sich in dem Pariser VölkerbundLent- wurf dokmnentiert? Tie sachlich nüchtern? Kritik, die der Vorsitzende der Generalkpmmission, Karl Legien. an den sozialpolitischen Bestimmungen des Entwurfes der Entente-Staatsmäuner übte, kann man unterschreiben. Auch wir fordern einen internationalen Ausbau des Arbeiterrechts nach den Vor- schlägen der Konferenzen von Leods und Bern, auch wir appellieren an die Solidarität der Arbeiterschaft der Ententestaatm. die sich mit den allgemeinen Redewendun- gen des Pariser Entwurfs nicht abspeisen lassen soll. Legien war aber emer der Schöpfer des deutschen Htlfsdienstgesetzes und sein Verhalten zum Entwurf der Entente-Geiverk- schaftskonferrnz m Loeds während des Weltkriege» ist noch in frischer Erinnerung. Die Erkenntnis kouum also reichlich spät bei ihm. Der liberale Nedner, Professor Abderhalden, ent- hüllte arn klarsten, welche Jllusipnen sich an die Idee des Völkerbundes knüpfen lassen, wenn man diesen Gedanken nicht»u einem bestimmtm politischen und wirtschastlicheu Programm verknüpft. Der Redn«»rwartet du ßdiuna W Berliner-Organ ber Vnabffänaigen SojMöenwfratte ScutMianös AU»«,»(•Um«m«Ngue-». cl»>»n«»'sez-ae«»« Neu».pr»«»»'"••'•"K hm Wo*« Pf. IftM Wort» Pf. l-n--»»-»«»<<»><-«» 1W zamtfun-«nt•friowwilo-awmuig-n föüi ön Anschlag imt znfnau tö* da, aas» salzen»«, Co« afiüoi sp«»»"» M*» U>»»-chmissa«« d«»« ifpthiMv mUHtbru Mb «xpediiwa. Berlin NW«.«chtstt'— ervamm I». Fencsprechus lil>« Nsrvcu>7vA- »-»ntuaa Gern» NW» E>a,iffv«oer»amn>>» Ut, Ser»U>rech«r>«ou Norde» 18 US aa» Z89&. Sei Nrbeikr frage vom Döllerbund, emm fcmtretlen Flieden und viele andere schöne Dinge, allerdings nur, wenn es«in Bund der Völker und nicht nur ein Bündnis der Staaten ist. Er erklärt, daß Teutschland stolz den Beitritt ablehnen müsse, wenn der Pariser Völkerbund zustande käme, der Deutschland nicht alz gleichberechtigte Macht an- erkenne. Ein Friede, wke ihn die Entente-Staatsmänner planten, bedeute einen neuen furchtbaren Krieg in abich- barer Zeit. Deswegen müsse der wayre Völkerbund kommen und den dauernden Frieden sichern. Der Pölkerbund-Propaganda d»r Liga mit den Vertretern der drei Mehrheitsnarteien der Nationalversamm- lun<5 liegen, nach dieser V-cr ainmlung zu urteilen, vor allem polltische Motive zugrunde: Man will ablenken von der eigenen Gewaltpolitik und der sozialpolitischen Unfrucht- barkeit auf die Sünden der Ententestaaten und deren harte wirtschaftSpolitrstfye Maßnahmen. Man will einen Neu-Natio- nalismus erweckon, um die inneren Gegensätze zu ver- tuschen und dein Bürgcrrum und allen reaktionären Schich- ten entgegenzukommen. Man will endlich anSielle desJdeali de? Sozialismus, der. wie Abderhalden sagt, engelgleiche Menschen voraussetzt, das Ziel des Völkerbundes setzen, der gleich dem Stern von Bethlehem in unserer dunklen Nacht strahlt, wie Erzberger pathetisch versicherte. Die rechtliche Konstruktion und die wirtschaftlichen Befugnisse dieses Völkerbundes können ganz verschiedenartig gestaltet sein. und so hofft man. die verschiedensten Gruppen unter diesem Banner zu einigen, wobei die billige Kritik an der Entente mehr als Kitt wirkt als das positive Programm, von dem in den Reden wenig»u spüren War. Mr Sozialisten sind keine Gegner deS Völkerbundes. Wir erstreben den internatiönasen überstaat» lichen Zusammenschluß aller Staaten. Wir würdigen die Bedeutung deS Völkerbünde» als rechtlicher und politischer Maßregel, wir erkennen auch die Wirksam- ieit des VLlkerbundgcdankens an in seiner Gegenwirkung gegen Völkerhaß und Krjegspspchose, Wir wissen aber, daß Form und Jnbalt dieses Völkerbundes bestimmt wird durch die wirtschaftlich)? und politische Lag« der angeschlossenen Staaten, durch die Politik der herrschenden Schichten dieser Länder. Wir erwarten daher die Verwirklichung der Völker» bundSidee von den demokratischen und revolu- tionären Schichten aller heut« noch kapitalistischen Staaten, deren enge« Zusammenarbeiten wir erstreben. Wir erkennen auch, und nicht erst seit dem deutschen Zusammenbruch. die Bemühungen deS Präsidenten Wilson um die Anbahnung erträglicher zwischenstaatlicher Verhält- niste an. KautSky hat die wirtschaftlichen und politischen Ursachen der a-n'.nkanischen Friedenspolitik bereits dargelegt. als noch die Zensur und der Wilsonhaß in Deutsch- !and grassierten. Mr überschätzen diese Kräfte nicht, rechnen aber mit ihnen. Die erste politische Voraussetzung einer wirksamen Kritik aller Hemmungen und reaktionären Bestrebungen. die im Lager der Entente den Völkerbund zu einem Werk- «eug des Nationalismus und Imperialismus gestalten wollen, ist aber, daß man im Inneren keine Gewaltpolitik treibt, und daß man nicht eine«inseitige Kritik übt. wie es Erzberger in der Polen- und Elsoßfrage tat, wob«i er un- gewollt die früher? deutsche Politik in diesen Gebieten ver« urteilte. Man muß endlich Beweise erbringen, daß Deutsch- lond sich wirklich gründlich geändert hat, um daS tiefgewurzelte Mißtrauen zu verseuchen, daS auch die De- mokraten und Sozialisten und die indifferenten Masten der Westmächte nach den Kriegsergebnissen beseelt, jedes Mißtrauen. das durch nationalistische Staatsmänner reaktionär ausgenutzt werden kann. Die Weigerung, dem Völkerbund der Entente beizutreten, kann nur zu leicht so ausgelegt werden, daß man die Bedingung der weitgehenden Be- schränkung de« Heere« nicht annehmen und seinen eigenen Militarismus erhalten imd kräftigen will. Dieser Ver- dacht ist bei der Wiederbelebung de« militaristischen Geistes, bei den Vorgänge» und Schaustellungen, wie wir sie in Berlin alltäglich erleben, nur zu berechtigt. Die dmitscbe» Kritiker an der Entont« bedenken auch wicht, daß der Völkerbund ein« entwicklungsfähige Organisation und von innen heraus zu reformieren jfl, wenn sich die politischen Machtverhältnisse innerhalb der veteiligten Staaten ändern. Es ist zunächst notwendig, zu «nem erträglichen Zusammen schließ der Staaten der Welt Si kommen. Mit Hilf« der neutralen und der fortschrittlichen lernente der Entente sind aus dem Pariser Entwurf die reakiionärsten Bestimmungen zu entfernen. Eine solche Ne- sormaröeS wir» aber nicht gefardst burcki jene nationaK- stische Art der Kritik, wie sie besonders Erzaerger auszeich- nete, durch die Weigerung der Leistung von Schadenersatz für Kriegsschäden, die nach der deutschen Fnedensresolutwn entstanden sind, durch da, Betonen der Notwendigkeit der Volksabstimmung in Elsaß-Lothringen, wahrend lÄb,t die Meln'heitSsozialisten im Weltkriege daS Bestehen emer elsässischen Frage leugneten, Dieser„Deutsche BSkkerbnnd" erscheint als Produkt nachrevoltitionärer. Weimarer Blockpolitik. Er kann nur zu leicht z-ur bloßen Kulisse werden unter Mißbrauch wertvoller pazifistischer, ja selbst demokratisch-proletarischer Gedanken, Wir müssen diesem deutschen Völkerbund die alte-o d«« d e r sozialistischen International« ecktgogenstellen. AlS eine Etappe aus ihrem Wege fordern wir die zwl- schenstaalliche Organisation des Völkerbundes unter Adleh- nnng der Deutschen und auch der Ententeformulievung deS Völkerbundes.* Dieser Gedanke darf nicht rrnßbrcrncht werden al» poli- trscheS Ab lenbnngi mittel und zur Deckung der eigenen schmachvollen inneren Politik, die eine Kritik der AuSwärti- gen Politik unserer sricheren Kriegsgegner unmöglich macht und baS fchiverste Hindernis einer proletarifch-sozialistrschen Außenpolitik der deutfchen Republik bildet. Nur die Träger einer solchen aus Wahrheit und Zielkwrheit gegründeten Auswärtigen Politik können da» Banner deS sosialiistifchen Völkerbundes entfalten und zum Sieg« führen. Ein Belgien des Olfens. Von F. M ender. Deutsche grieeSserchte melden neuetdhifl» wieder große.Siegr" au? d»m Baltiwm. Aurland is» aufs neue der Schauplatz wütend» Kämpfe geworden, deren international« lyrdeutung weit über die Grenzen Lettland« hinauSrncht. Heber die eigenartig« Lage in d«fem Lan> selbst unterrichtet folgender Artikel eine» der Führ«: d» lettischen Eozialdemokratie. der da« tragisch« Schicksal de« lettischen Proletariats und die Schuld der deutschen Regierungspol tik grell beteuchiet. Wir geben den Artikel w«?en sein» wertvollen objektiven gest. stellungen wieder, ichne u»« mit allen Anschauungen de» Verfasser« zu solidarisiere». Der südliche, von Letten bewohnte Teil der Ostsee- Provinzen des ehemaligen russischen Reichs hatte sich beim Ausbruch der deutsckwn Revolution als unabhängige Demokratische Republik konstituiert. Auch die Sozialdemokraten Lettlands erachteten e» für notwendig, für das neue StaatSgebilde einzutreten. Sie nahmen am Vorparlament, dem sogenannten Volksrat. teil, der durch Vereinbarung der Parteien, die die Festiaung der domo kratisckzen Grundlage des Staates anstrebten, entstanden war. Durch den plötzlichen Zusammenbruch der deutschen Okkupationsmacht galt es, an Stelle der verschwundenen Staatsgewalt drr deutschen Eroberer Vorbedingungen zu schassen für die Verhinderung des weiteren wirtschaftlichen Zusammenbruche und für die Selbstbestimmung de? Volkes Lettlands. Ein sofortiger Anschluß an das Somjet-Rußland kam nicht in Frag«, wollten die Kräfte, die die Wege der Demokratie als die richtigen erkannt haben, sie auch befolgen. Das wirtschaftlich ruinirrte Land, das die Stürme der Kriegs- und Revolutionsfchlachten unmittelbar erlebt und erlitten hatte, brauchte zuerst die ruhige demokratische Entwicklung, die ihm, wenn man nur seine inneren Kräfte in Erwägung zog. auch gesichert werden konnte. Gewiß, ti bestand die Gefahr, daß da» kleine Ländchen»um Spielball der Entente in ihrer Intervention»- Politik gegenüber Rußland werden könnte. Aber gegen diese Gefahr war für die Demokratie Lettland« nur ein Kräutlein gewacksten: die innere Stärke, der Ausschluß der Methoden de» Bürgerkriegs, die schleunigste Einberufung der Konstituante, und die Vermehrung des proletarischen Einflusses auf die Gestaltung und die Politik der Demo- kratie. Dazu auch eine Verständigung mit dam gkoßen Nachbar, dem Sowjet-Skußland. Es ist leider nicht dazu gekommen. Da» kommunistische Rußland erachtete es. gestützt auf die lettischen Kommu- nisten, für wichtiger, die kommunistische Invasion zu proklamieren, seine Armee zur Eroberung Lettlands auszurüsten. Ein vorübergehender Erfolg ist nicht au»- SÄNev«. Skn araßer Dell Lettlands fl!|j Truppe" des Sowjet-RuickandS erobert, die ein« Ro*- regierung nach russischem Muster m,t allen im Laufe de» IahreS erlassenen Dekreten der Moskauer Regierung ern- gesetzt haben. Im Lande wütet der Bürgerkrieg, droht Sun- per und völliger«irtschastlich-r Zusammenbruch. Aber die Eroberung Lettland» ist für da» Gowiet-Ruß- land nur eine Etappe»ur deutschen Grenze aeweien. Das russische Vorflehen hat— ob au Recht dahingestellt bleiben— da« sozialistische Deutichland auf den Plan gerufen, da« mit dem revolutionären Nachbarre, ch kein« Verständigung finden konnte, und seine Truppen lebt unter der Führung de«„Finnland-BefrelerS von der Goltz nach Lettland sendet. Wir sind sorrnt infolge de» paradoxen Kriege» Meier revolutsonaren Großmächte zu einem„Belgien" govorden. auf besten Boden die Schiachten für ztoei Metboden de« proletarischen Kampfe» aeichlaaen werden. Aber das sozialistische Deutschland kommt mit sei- nen alten militärischen Führern. Natürlich ist die Politik, die fle in da»„östliche Belgien" mitbringen, keine Politik der Demokratie, sondern sie ähnelt der Politik des Herrn v, Moßler. der da« Land wahrend de« Krieges gründlich geknebelt bat..Durch die deritime Wehr- macht und leider auch durchs: m'L A. W i n n i g unterstützt, der in Lettland als Gax'ndter Deutschlands tätig ist. wurde die baltisch-bentsch? Lande«- w e b r geschafsen. die au« reaktionären Elementen de» baltischen Deutschtums besteht, und heute im Kampf» gegen da« kommunistische Heer einem jeden m blutigen Orgien den Hals abdreht, der sich Sozialdemo- krat nennt oder dem Baron aui dem Land« au» irgendwelchem Grunde mißliebig geworden ist., Mr sind ein Kriegsboden»wischen zwei Nevoku. t i o n s- Mächten. Wir haben eine w e> ß e G a r d e die vom sozialistischen T e u t s ch l a n d �u n t e r st ü tz t wird. Wir haben einen„Sozialdemokraten als bentichen Gesandten, der offen für da, Ständesystem m Lettland em- tritt, offen die plumpe Politik der weiland Ober-Ost-Herren befolgt und in seinem Kampfe gegen den Kommunismus Stützpunkte im baltifchenAdel sucht. Wir haben einen russischen Nachbar, der im Namen der Selbstbestimmung der Völker unier Land mit feiner Armee überflutet, die alle Freiheiten unterdrückt und den schärfsten Bürgerkrieg entfacht. Die bürgerliche Demokratie wird, wie von der Postti? seitens RußlandsTso noch mehr von der..Poiitik" des Herrn Winnig. in die Arme der Entente gestoßen, denn da» Deutsch- land das feine Politik offen mit den— im besten Falle— nationalliberalen Balten verbindet, wird verhaßt, als heimlicher' Feind angesehen, dessen Truppen man „braucht" um den Kommunismus zu bekämpfen, aber von dein nwn bei der ersten besten Gelegenbeil aus alle Zeiten loskommen will. Die zeitweilige Regierung Lettland« ze,at das auch offen in ihrer Politik. Die Sozialdemokratie Lettland«, die die Invasion der kommunistischen Truppen verurteilt, kann auch die deutsche Armee nicht willkommen heißen, denn sie ist kein demokratisches Bekämpfungsmittel.des jstpmmuni«- miiS. Sie züchtet die reaktionären Absichten des baltischen Adels, der im Osfizierkorps de» Herrn von der Goltz seine Stütze findet. Sie schürt den nationale» Haß»nd gibt dem Kampfe gegen den Kommunismus im Bewußtsein der VolkSmasse den Eharokter des nationalen Kampfes zwischen deutschen Eindringlingen und den Letten. Sie treibt ge- meinsam mit dem Sowjet-Rußland daS kleine Land in die Arme der Entrnte. Es mag hier unentschieden bleiben, ob da« revolutionäre Deutschland zum revolutionären Rußland den richtigen Weg eingeschlagen hat. Eendet man aber deutsche Truppen und deutsche Gesandte nach dem Osten, so ist die Auswahl die möglichst unglückliche, die Politik möglichst fehlerhaft. Au» der Unterstützung der demokratischen Entwicklung — die übrigens feiten« de« deutschen Oberkommando» ja nicht erwähnt wird, sondern durch Taten widerlegt— er- wächst eine Politik de» Zusommengehen» aller zur ve- känipfung de» Bolschewismus„nützlichen", leider nicht dem«- kratischer Elemente... To« kaiserliche Deutschland hat in seiner Ostpolitik groß« Fehler gemacht. Das revolutionäre, sozialistisch- republikanitöe. macht noch arößer« Fehler.. ttm. Von E, D e m b i tz« r. (Deutsch von Stefania Notdenring.) Ktrs« hat zu Eckerzen und Spähen keine g«t. denn trotzdem -t« erst fii-nfzetzn Jahr« alt ist.«uß«r alle Lasben und Mühen Leben» ganz allein tragen, vor einem halben Jahr« ist er »«ch der Großstadt gekommen und ernährt sich hier durch Dumpenhandel. Er hat«i,�n Kompagnon, der von dem Geschäft »ehr versteht, al» er. Er ist der eigentliche Kaufmann. Leiser muß aus diesem Grunde die Karre schieben und in den Höfen «u« rufen: „Lumpen, Knochen, alte» Eisen II' Oefsuot d-win irgendwo«in Dienstmädchen«in ftftchen- fenfier, so eilt sein Teilhaber hinauf, wöhtsad er die Karre de- t«ut und in diesen freien Augenblicken seinen Träumen nach- tziuflen darf.— Ta» Träumen ist nämlich seine schwache Seite. « weiß«» u»d ärgert sich, wenn er sich dabei ertapp,. Doch wie soll er die Wartezeit aii»fül!en?. Er könnte vielleicht den Kompagnon auf seinen Wegen begleiten und auf diese Weise das„stach" erlernen... Doch damit drang er nicht durch. Der andere zeigte nicht die geringste Lust, ihn mitzunehn�n.„Es hat noch Aviti" eaucherte er>»t>cs Mal, wer» Leiser ihn darum er- sacht«...«der Kompogium nutzte ihn eigentlich au», denn ge- ivechteoweis« müßten sie beide die Karre schieben, beide die Ware «mSrufen und«intaufen. wie ti sich für Kompagnon» schickt... Abcr Leiser muß sich fügen, weil der andere da»«Selb in« Ge- schüft gefleckt hat— zwanzig Markt... Wenn Leiser zwanzig Mark besähe, dann würde er schon wisien, wa« ex zu tun hätte...»der vielleicht auch nicht... Den».in einer fremden Stadt herumzulaufen, durch fremde Straßen, wo retch« Häuser streng und kalt ,vf ihn herabieba-uen, die Karre schieben— da» wäre nicht« für ihn. Denn jede» Mal, wenn et« einem reichen Viertel arbeite» muß, füUi er sich klein und niedergeorückt. Zuweilen bleibt er vor eine« schön«,£mi» nni dlumenzeschmlicktem Balkon stehen und starrt«1 an... Dana iastt er ptitztich den Kopf hängen und schi-ht die Karre beschämt in eine Seiten» straße, unbekümmert darum, daß der Kompagnon, der inzwischen Ware einpekauft hak, nicht wisse» wird, wo er ihn suchen soll. Einmal hätten sic sich beinahe entzweit. Es war an einem Frühli-ngSabend. Das reiche Villenviertel lag sftll und verlassen, vereinzelte Sonnenstrahlen huschten zum Abschied über die Häusergiebei. Hier und dort sah man ein Kinderfräulein mit einem Kind an der Hand vorübergehen und hinter einer HauS- Urr verschwinden. Irgendwo drang Klavierspiel durch ein offenes stenster. Wehmütige Melodien erklangen, wie die Klagen einer Greisin über di« entschwundene Jug?nd, voll Sehnsucht und Trauer... Immer weicher und schmerzvoller werden die Klänge, sie schmeicheln sich in SeiserZ Herz hinein. Er schließt di« Aug«, und lauscht und merkt nicht, daß er sich immer mehr von feiner Karre entfernt- Töne werden tu jh,,, wach. Töne, die ioine Seele singt, die sein Mund mitsummt. Es ist da» Wiegen» lied, da« seine Mutter ihm«nst gesungen hat... Eins jener Lieder, die dem Menschen aus seinem Wege begleite� die tief in seiner Seele ruhen, bis sie. von anderen Klängen geweckt, tn seiner Brust erNingrn und den Menschen über alle Dinge dieser Welt emporheben,»er Knabe vernimmt plötzlich dt« Stimme seiner Mutter: „Leiserle. Leise rle, daß ich das erleben mußte I Bertvahrlost, zerlumpt ziehst du durch fremd« Städte! Wie siehst du au», mein Ktn»... Smserle... Wer macht dir drin Bett zurecht? Wer besorgt dir da« Essen? Wer behütet dich vor einem Unglück?... Wer geht mit dir an warmen Sommertagen im Schatte» der Bäum« spazieren?... Wer wiegt oich in den Scklaf und er- zahlt dir Märchen, d« du so gern hörst.-. O Letserle, Leiserlei.. Immer wichet»rch«, We Töne, immer zärtlicher dt» Worte... Doch plötzlich ist alle» entschwunden. DI« grobe Stimm« dos Kompagiwns übertönt all«»:.Bist du verrückt ge» inerden? Seit«inet hatbrn Stunde renne ich umher un» such« dich! Und du stehst hier und singstl... Dir fohit«tn Vater. der dich zur V-ruuuft bringe« wükdel S» bist taz zur»rboit »tcht zu(rfcc�hwvr Leiser kommt zur vafinnung und folgt seinem Kompagnon bsschämt zu der Karr« zurück. De« andere hat r«chi. ES ist unvernünftig und dumm, di« Karre allein zu lassen. Er mußt« schweigen. Dennoch verdroß e» ihn. er hälie weinen msgen.... Denn er wußte, daß der Kompagnon thn«ruf gemeine Weffe ausnutzte. In der vorigen Woche hatte er ein paar Schuhe für fünfzig Pfennige gekauft. Bei der Abrechnung hatte« de» Kaufpreis von einer Mark angegeben, obgleich er sie für zwei Mark weilerverkaufte. Er hat ihn also um fünsundsiehzig Pfen» nige betrogen.... Solch ti« Spitzbube! Der verdient'» nicht besser,»l» daß man ihm davonläuft!... Er versteht nur zu schachern und zu betrügen! Lhnr sein« Hilft würde er keine Geschäft« machen.... Die Ware ausrufen— da» versteht Leiser besser alS er.... Er läßt sich dat nicht länger bieten! Mag er sehen, wie er allein fertig wird.... Dann aber, wenn Leiser da» blosse, abgehärmt« Gesicht mft dem sibwarztn Vart seine« Kompagnon? sieht, wenn»r in die mutlo« starrenden Äugen de» vierzigjährigen, vom Leben erschöpften Manne» blickt. wird er wieder schwankend.... Hat er ihm nicht erzähl«, daß er zu Hause eine Frau und stvei Kinder hatte, di« er ernähren »nchte?... L»unpenhSndl«r?... Ist da» ein Beruf? Aber für Frau und Kindor darf man ja stehien und rauben.... Er war auch zu keiner andern Arbeit fähig. Seine Hände»Oven 'chwAch, die ßüfee versagten den Dienst.... Leiser««cpfiu-det Mitleid mit dem Mann,«r bringt et nicht fertig, ihn zu»«v- lasse«, ja, er will kein Geld mehr von ihm nehmen, wenn«r ihm nur«ine dürftige Schlafstelle in der Küche«inräumt. Leiser war eines Tages nahe daran, ihm zu sagen: „Ich will nur für«in Stück«rot bei dir arbeiten, nicht al- Kvnwagnon.... Ich habe keinen Menschen.... Willst du mir ein B-ter fein? Ich will dir gehorchen und so gut zu dir s«!» wie dein eigener Sohn, noch viel, viel besser.. Aber �'-m nicht daz., In seiner»ruf, schrie«ine Stimme: aä J? hm ,}öcW* bat, dasselbe blasse Gvsich« wie dein Kva-pagnon---- Jetzt leuchten deine«eigen noch, aber wenn du n# vierzig bist, wirst du«ssthen wie en w«de» schwach stau. Mm Hchw« kra ftws. kÜM wm\ vns Skandrechl. Unter dieser Uebeischrift schreibt HanS LeuH in der �Delt am Montag": Ich habe vor einer Woche die Regierung angeklagt, weil sie diese Militärrevolte um die eS sich diesmal gehan- delt hat. ebenso hätte verhindern können, wie den General« streik, dem ihre eigenen Anhänger zugestimmt haben. Wer mir ernstlich etwas erwidern will, der muß mir klarmachen, daß meine Anklage falsch, daß die Regierung nicht gewarnt worden ist: daß sie die Militärrevolte nicht hätte hindern können, daß ste die nun zugestandenen, ihr abgezwungenen Arbeiterräte nicht wenige Tage vorher noch durchaus abgelehnt und dadurch auch ihre Parteinanhänger Verstimmt hat. Wenn dieS alle» ober ricktia ist— und «i ist gar nicht zu bestreiten I—, dann hat die Regierung einen Fehler gemacht, besten Folgen in weit über MOO Toten und verwundeten und einer Verwüstung ganzer Teile Berlins sichtbar stndl Eine Regierung, mit einer so schweren Verantwortung belastet, ist«ine Gesahr für� die Republik und für die Ordnung! DaS soll doch nur sa keiner meinen, daß diese Straßen- klimvie mit ihren allzu sichtbaren Opfern ein Fundament der Ordnung hergestellt hätten I Wer daS meinen sollt«. der hätte weder an» geichichtsichen Erfahrungen und Lehren einen Schimmer von Ruhen gezogen, noch von der Natur der Menschen und von unseren Zuständen und Aussichten eine Ahnung! Neu, Erbitterung ist erzeugt worden, ste wird um sjch greisen, und die Saat wird vielleicht gerade dann reit sein, wenn Berlin am Ver- hungern sein wird! Auch da» steht vielleicht bevor. Und dann? Die Verantwortung der Minister ist noch sehr erschwert worden durch da«. waS lehter Woche vorgegangen ist. von amtlicher Seite ist die Lügennachricht den Zei- tungen geradezu aufgrnötigt«ordea, daß in Lichtenberg 78 Polizisten und Postbeamte grauiain ennorderst worden seien. Der„Borwärt»" hat diese Greuel blutig und schreck- lich ausgemalt die..Mordlust. Rachsucht und Blutgier", und daran die Mitteilung geknüpft, daß die Regierung daraus.mit dem Standrecht geantwortet habe. Würden wir nicht, wenn d>« alte Regierung solch eine Verhängnis- volle Maßregel mit solch einer— unwahren— Mcl- bung begründet und die unwahre Nachricht der Preste aus- genötiat häte.— würden wir nicht in Wut geraten sein und der— alten— Regierung vorgeworfen haben, sie habe da» Standrecht gewollt und sich den„Grund" dafür »u» den Fingern gesogen? Di? Lichtenberger Lüg« und ihre Verwendung zur„Begründung" de» Standrecht« sind auch ohne die begründeten Anklagen meine» letzten Artikels eine so schwere volitilche Schuld, daß die Regierung unmöglich geworden ist, aus der sie lastet! Das Land bricht zusammen unter einer Last, die selbst die schwärzesten Schilderungen von ihr noch weit übertrifft. Republik und Freiheit— der einzige Trost im Elend«, au» diesem Elende geboren—, sie werden von ihr auch gedrückt und bedrohtl Mit Angst und Zorn sehen wir. daß ein unheimlicher Bund einander loust seind- lieber Kräfte da» unbeschreibliche Unglück de» Volke» und seine» Staate» ausbeutet, um un» um jenen idealen Trost tu betrügen I Unsere Vertrauensmänner in der Regierung. deren Amt e» wäre, den Ränken mit den Waffen zu begegnen. die ihr von den Ueberlieferungen und Machtmitteln der Demokratie und de» Sozialismus in die Hand gegeben wurden.— sie versäumen erst kostbare Wochen, schlagen die dringlichsten Warnungen in den Wind und tischen unS dann die verhaßtesten Gerichte au« der alten Po» lizei» un Militärküche auf! Müssen wir nicht unier höchste« politische» Tu» gegen sie schützen? St, mm« heiser und rauh. Wer weiß, ob du dann jemand finocst, der deine Karre schiebt... Diei« Brdanten ziehen durch Leiser» Kops, während«r mit seinem Kompagnon zu der Korr« geh», nächsten Augenblick ist er in einer HauStür verschwunden.»Lumpen I Knochen! Site Leitungen I" hon man ihn rufen. Dennoch lrennie sich Leiser eine» Tage»»oa seinem Koa� tzagnvn und suchte sich eine ander« Existenz. Wie«st da« gekommen? An einem warmen Tommernachmittag ging Leiser wie tzewdhniich mit seinem Kompagnon durch eine stille Elraßc und rief nach Lumpen. Da» Beschas« ging schlecht. Die Vewohner der reichen Häuser waren ausgeflogen, die Angestellten hallen kein« Lust, mit Lumpenhändlern zu oerhandeln.... Die beiden Händler schleppten sich müde, die Seien mit Ochweih bedeckt, weiter. Pldtzlich raffe sich Leiser auf und schlug seinem Kam» pagnon vor, ihn einmal allein gehen zu lassen.....Vielleicht habe ich Blück und kann«lwa» taufen!" sagte er. sich solbft Mut wachend. Der Kompagnon, der sonst mti diese« Porschlag nicht«inder- »-«den geioesen wäre, willigte di««m»I ein, in der Hofjnung. daß »er Knabe vielieichl ein«eschäst machen würde. ®j» nun geschah, wurde für Leiser zu«ine« Erlebni», da» so tief in sein Leben emgriss. daß er sein Handwert«in für all« Mal aufgab. Nachdem er oft vergeblich Trepp' auf, Trepp' ab gegangen war. befand er stch mit einem Mal in einem reich auSzestatteten L'wmer, dessen Wände mit prächtigen Bildern geschmückt waren. Deine Kühe standen auf einem kostbaren Teppich; frische Blumen füllten alle Vasen. Ihm schwindelte von all der Pracht. Doch inmitten aller Kostbarkeiten erschien ein Zaubenvesen. mit blnn« ben Zöpfen und grüßen, freundlich blickenden Augen. Sie trug «t» blendend weiße» Kleid, weiß« Strümpfe und weißt Schuh« Lst e» ein Wunder, daß Leiser wie gebannt stehen blieb? Er halt«»och nie mit einem Mädchen gesprochen. Und nun stand«in Vefchäpf voll jugendlicher Anmut, schlank un» du.tig, vor ihm. kr kam sich wie veriwubert vor. Und er hört« nicht, wie st« ihm freundlich zuredet« und ihn»um driUn Mal fragte: mn me Ojsfet» Hat Weißensee wird unj berichtet: Am©on-n abend nachmittag gegen 6 Uhr ging ich in der K a i s e r» W i l h e l m» Straß« spazieren, dort, wo die Rennbahn aufhörie. Plötzlich kam«fn toll besetzter Milrtarkraftwagen an, mit etwa 18—20 Soldaten und'"»i Offizieren b»taden. Außerdem befanden sich auf dem Auto!er Zivilisten, darunter ein Einarmiger. An Grenze der lennbahnstraße und Kaiser-Welhelm-Straße hielt daZ Auto. Dl« Zivilisten wurden abgeladen. Man verband ihnen die Auzen und stellte sie an die Wand. Dann wurden die Bewohner in die Häuser gejagt und dre Plimme«ine» Offizier» erklang: F e« e rl Wir mußten mit ansehen, wie die armen Menschen ihr Leben aushauchtem. Sie waren aber rncht bei der ersten Salve t»t. sondern es wurde längere Zeit geknallt. Nachdem dieser Mord vollzogen war, wurden Ve Seichen wieder«uf da» Auto verpackt und i« der Richtni ich Weißens»« abtransportiert. Nach' jge da» Offizier# hörte ich. vi« Erschossenen seien Anfühver ia den Lichtende rper Kämpfen gewesen. Will un» der Offizier für so dumm halten, daß wir glauben sollen, daß die Berurierlten au» Lichtenberg nach Weißensee transportiert worden sind, um dort e�schassrn zu werden? Wer an meinen Angaben zweifelt, der gehe nach Aeißensee zu der oben befchrie- denen Stelle und sehe sich die Blutfpritzer an der Wand und tue liegengebliebenen Teile der Gehirn- schalen a». diu Opstöndnis. In ver„Post" kommt G. v. Berg am Schluß einoS Artikels über die Entente und den Bolschewismus zu dem eigenartigen Ergebnis, daß England ein Interesse lxibe. den Bolschewismus lebensfähig zu erhalten, um durch die daraus entstehenden Bedrängnisse Frankreichs. Italiens. Belgiens sich seine Verbündeten willfAnig zu erhalten. In- teressanter als die recht phantastische Idee ist folgend«» Geständnis: »Außerdem Wied der Rot« Schrecken Deutschland ver- anlassen, den Rest feiner Arms« kompfkräftig im Osten zu erhalten, um da» Sckilimiuste adzinvehren. Sedon# ist H i n- d e n b u r z nach Osten übersiedelt und mit ihm zwei der besten Männer, die rot« Streifen an den Hofen tragen: Loßberg, d« Mann der skbwehrMacht in Flandern, und S e e k t, der bidber unter dem Halbmond war. Eine Elite»>m Osten— in England» sinteresse. Denn der BoSschewi»inchen Rgrs'mrg der Steiger-, Revier., Beirieb», und Bezirk». rät« alseitlge Aneekeinun» dieser Nöte gefordert wird. In der Schaffung von Bezirk»«, Lanve». und Reich» raten, der verstoatllichuug de» Kehle nsyndikot» und in ter Errichtung eine» Sachaerstairdigenbeirat» fstr die Kohle» Wirtschaft erblickt die E'n'ero'iz dan ersten Sckriti zur So- „Kommen Sie au» Galizien?"„Ist e» dort schön?" Jetzt erst«eckte ihn die liebliche Mädchenstimme au» seiner Bestürzung. Er aniwortete. .E« ist doch mein Vaterland...• „Möchien Tie wieder zuriick?" fragte sie weiter. „Ich weiß nicht." aniwortete Leiser verlegen. Plötzlich schien«S ihm. daß sie auf die zerrissenen Stellen feine» Rocke» blickte, er verdeckte da» größte Loch mit der Hand. »E« ist schade, daß Sie da» Shmnasium nicht besuchen können... Mein Bruder ist Tertianer, vierzehn Jahre alt.. Sie sagte noch allerlei, dann schellt, sie dem Dienstmädchen. da» nach«intr Weile da« Zimmer mit einem Haufen Sachen be- trat: Zwei fast neue K.iabcnanzüge, tlnierwäsch«»nd allerlei Kleidungsstücke, die gewiß von ihrem vierzehnjährigen Bruder herrührten, waren darunter. «!» da» Mädchen da« Zimmer wieder verlassen hatte, sagte ste zu Leiser:»Diese Sachen dürfen Sie für sich behalten... Sie dürfen«such noch einmal wiederloinmen, wenn Papa»u Hause ist... 45ch habe nicht so viel Geld bei mir.. versetzte Leiser. .Da»- ist ein Beschenk...- Wenn Tie älter werden und e« Ihnen gut geh», bann... übrigen» braucht v» ja niemand zu wissen.... Auch diese» Buch schenke ich Ihnen.... Vergessen Sie ja nicht wiederzukommen, wenn Papa zu Hause ist... Roch heute weiß Leiser nicht, wir er aus die Straße gekommen ist: Erst al« er neben der Karr« stand und da» strahlende Gesicht seine» Kompagnon» sah, der die fast neuen Kleider ausbreitete, begann e» in ihm zu kochen. Haß und Verachtung regten sich in seiner Brust gegen seinen Kompagnon, die Karre, sein ganze» Leben.>i» er die Kar« mit Wut vor sich stieß, schien e» ihm. al» höre er zwischen den knarrenden Rädern: .Gl« ist doch gut... Sie hat dir die Kleider ihre« Bruder» yeqeben. eine» Gymnasiasten, eine» seinen jungen Herrn.... Er(piekt fetzt wahrscheinlich Tenni» mit seinen Freunden«nd reichen Mädcken.... Wenn er dann abend» nach Hause kommt,> Ipicb(cnwL Ptyrrfirr Un{miyp*»fött fffTntrr ffvinfrfflfOTtiMfT tel yrnTTfrernwo de» 2500 auf ÖOOO Mar? ausgedehnt worden. Mese vom Rate der Boiksbcaustrapten verkündete Verordnung ist von de: deutschen Aerzteschaft schar?«ng- griffen worden. Sie nahm den Standpunkt ein, datz der Slat der Volköbeauftragten zu derartigen einschnridenben Matznahme«, die tief in die wirtsckaftlichen Ver. hältniffe des Aerztestandes eingreifen, nicht berechtigt war. Ans ein an ihn aus«erztekreisen ergangenes Ersuchen um Abgabe eine? Gutachtens in*ies« bedeutungsvollen Frag« hat sich der Senatspräsident Tbcrmeyer in einem der Auftaisung der Aerzte- fchaft entgegenstehenden Sinn? geäußert. Dr. Ebermehec besaht die Frage der RechtSgültigkeit der Berordnuna mit folgenden Gründen: Sine neue, im«ege gewaltsam« vmwä.'zung gn die Spitze des Staates tretend« Regierung schafft sich ihre Macht s e l b st, unt» diese«acht wird zum Reckt und mutz als zu Recht bestehend anerkannt werden, wenn eS der nerienjktegie rung gelingt, sich durchzusetzen und sich an der Spitze de« Staates zu behaupten. Hat doch auch Deutschland im deutsch-»iflU»rden, wenn sie ai«h nur»inigermatzen ihren Pflichten qereckst werden sollen. Sowoit die Gemeinden evqene Werke besitzen, brinaen sie keine Ueberscküss«. bedürfen vielmehr oft noch Zuschüsse. Bleiben ipir nqch die Zuschläge zur Einkommensteuer übrig. Selbst die Gasmerke arbeiten mit Zm'cküsten. Berlin kann sich nickt anders helfen, als eine abermaliae Erhöbuna des Gasvreises herbeizuführen. Es ist noch aar nickst lanae der, d«tz der Easpreis von 20 auf 30 Pfenniae pro Kubikmeter erhöht worden ist, und sck?on stehen die städtischen Finanz- minister vor der Frage einer erneuten GasvreiSerbohuna. Es wird geplant, den Preis pro Kickikmeter auf 37 Psen- niae zu erhöhen oder die Znsclstäae zur Einkommensteuer noch weiter binaulzuietzen. Die Finanzen und durch den Krieg derartig lchlrckt«euwr�en, datz wir in vielem Fahre mit einem Zulchlag von 200 Prozent zu reckmen haben werden. Di« Zeiten, uw noch lOO Prozent Zuschlag ängstlich eingehalten wurden, sind längst vockei. Dafür hat der elende Krieg gelorat. 200 Prozent sind aber eine aewaltiae Belastung: aber die Ctadtsäckelveitvalter leben keinen anderen Auftoeg, um die dringendsten Ansgaben zu decken. So weit bat uns allo die bisherige Wirtschaft aebr'ch.t. Würde der Gaspreis wie bisher bestehen bleiben, so miitzten die Gaswerke aus den Mitteln der Allgemeinheit Zistcküsse bekommen, und da» w,r«d ft'ir ungeroclst gehalten. Man kann den Leuten, die kein Gas verbckuchen. nickt zumuten, die Produktionskosten für Gas zu decken. Eine Besserung der städtischen Finangeber wird durch ein Grotz- Berlin mit einhoitlicker SteueNvernmltung heltzeigeiichri werden können,«vas auch eine Vereinfachung des grotzen. kostwieligen vernxsttuna»apvgrates brinaen wird. Nalür- iich sträuben sich dagegen die westlichen Vrorte. wahrend die östlichen iiftd nördltck'en Vororte in sehr säst innner Lage sick, bcfind»n. DeHbokh ftt die Eingemeindung aller Vororte zu emem Grotz-Berlin eine dringende. imabweiSbare Noftven�i gleit, die keinerlei Acchichnb verivägt. Sie mutz sofort in Angriff genommen werden. Weffenfvchen i« La«benk»k»nlen strst» nach einem Bericht de« „Vorwärts-, vom wan wohl in diesem Falle glauben kann in Lichtenberg vorgenommen worven. Auch aus anderen östlichen und nördlichen Vororten lammen glesthlmitend« Nachrichten Da» bei geben die R«fti«r,inpS>l>!d<»zen nicht m icher rücksichiStos atS in den Häusern vir. Ans sehr vielen Laiibcnparzrllen ist schon das Erdreich gewendet und Krübiaat»uSgefest worden. Tieft frisch »mzegrabenen S-ielle» genügen der S»!t>ateSka zu der Vor- nurtung, datz hier Waffen vergraben seien. Ts wird also im Boden gewühlt, all«» zertrampelt und ganz selten eine Waffe ge- künden. Bei der gewaltigen Ausdehnung de« Arotz-Berliner Laubenlande» find derartige Waffen suchen ganz probleniaii sch. Sie stiften bei den friedlichen L«nch«icknloi'isten. dft einer Waffe zum Schutz gegen La'chcndicbe sehr nötig dedürft», maßlose Ver- bitterung und tragen sicher nicht zur Besserung unserer elende» Ernährungswrhältnisie bei. Mt IliBgendcw«viel zogen wShrend der vergangenen Woche witdeccholt Trnopanadteilung?»,»nmittelb« nachdem sie ihre Btutnrbeit v»r-rich'«t batftn. durch die Straßen Berl'nS „nd der Vororte,«ehrfcud wurden.«»ändch»»- auf offener Straft« vor den Quartieren der Noske-Gcnde dargebracht. Man. chrn mag das ofte Beruibtzung in die Ohren geklungen habe». Viel« andere, auch Bürgerlich«, emfta-vden die Trwmphmusik nvch fovtell Vtatb und Zcann fffe» petnttch und groovz eren» In einem Falle wurde gespielt, während in der nächsten Reben» straße einige Gefangene mit auf dem Rücken ziliammenpebun- denen Händen zwischen Maschinengewehren aus die Tobeskugel warteten. Es fehlte nur noch, daß die Blechmusik jubelt«:„Freut euch des Loben»... Eiafluß der Zeugnisftssung auf die Erwcrbslosenunter- stüvunz. AuS einem nicht alltäglichen Grunde verlangte vor d» 2. Klammer des Berliner Kaunnannsgerichts die in einer Film- Gesellschaft tätig geweftne Stenotypistin Hedwig S. die Ab» änderung chreS Zeugnisses. In diesem Zeugnisse bescheinig'« ihr nämlich die verklagte Gesellschaft, daß sie die Stellung„auf eigne» Wunsch- verlassen habe.— Früher war ein derartiger Zusatz vo» feiten des Angestellten sehr gern gesehen. Ging doch daraus her- vor, daß der Prinzipal keinen Grund zur Lösung des Dienstver» hältnisfts hatte, daß vielmehr der Gehilfe freiwillig ausscheide. Trotz der Tatsache, daß die Fassung bei Stellenbewerbung von de» Arbeitgebern nicht ungünstig aufgefaßt werden kann, klagte di« Stenolypistin aus Streichung des Satzes, weil sie durch ihn— keine Erwerbslosenunterstützung erhalte, AIS sie die Unterstützung beantragt«, habe man das letzte Zeugnis verlangt und wegen de» Vermerks„auf eignen Wunsch" e'ne Unterstützung aba-lebnt. Das Karifmannscwricht gab der Klage auf Streichung des be- treffenden Satze« im Zeugnis statt. Nicht etwa Wege» seines Ein» flusses auf die Erwerbsloftnunterstsitzung, sondern weil der Grund des Ausscheiden» nicht inö Zeugnis gehöre. Der Zusatz mag viel- fach aus Wohlwollen gemacht werden, um dem Gehilfen die Stellei, bewerbung zu erleichtern; wenn dieser aber sich gegen de» Vermerk sträub«, so müsse er wegbleiben. Schützt die An tagen! Der Schaden, der den öffentliche» Garten- und Barkanlagen durch d,e alle Grenzen überschreitend« Unbändigkeit der Jugend und die Zerstörungslust der Halb- erwachsenen zugefügt wird, hat einen erschreckenden Umkang ange» nommen. Die Hoffnung aus Besserung der Verbältnissc nach Rückkehr der Väter und Erzftber aus dem stftlde war leider bisher recht trügerisch. Beim Herannahen des Frühling?, dessen Treibe» und Knospen bedauerhcherweii» die ZerstörungSlust unreiftr Jugend anreizt, ist e? daher Aufgabe der Eltern und Vormünder, Vt erwachsenen Geschwister, der Lehrer und Erzieber, die Jugend immer wieder auf die Schonung der öffentlich«, Gärten»nd An- logen bineuweisen, die doch in erster Reibe für die Erbolung und zur Freude der beranwachsenden Stadtkinder angelegt sind. Achtung! Arbvitrrräte der Kriogsgesellschaston! Dienstag, den t8. März, vorm 8 Uhr Versammlung m Herrenhaus«. Zimmer 20.■ Gürschke. Zienow. Aus den OrgMationey. Achtung Gastwirtsangestellte! Zahwor mittag am MiNwocht den 10. März 1910, 10% Uhr vormittags, in der Arb it-'v l- dungsschule, Sciicklerftratz« 5, Hoff II, z,, dem alle Genossen »nd GenoffintKM, auch die, die es werden wollen, eivce laden find. Um vollzähliges Erschein«, wtck pesteftn, Der Bezirkskeiter- Bei der Redst io» cingeisin�ye 7cytk?chr!sk?n. John Treumnnn. Michel. Kiwt Wölfs, Verlag, Leipzig und Wien. Sin? Brob. Da» große Wagnis. Kart Wolff, Verlag, Leipzig und Wien. B-raniworilich für di- R»daklion Alfr«d«l-l-yp. R-ubölln.-- P-rlogsg-nosscnschoft..Frrihetl-, e. G. m. b H,. Berlin.— Truck der Lindendruckerei und vcrlogogesellschos! m. d. H., Schiftbaue.damm 1»- Jolaacne Mares: Seine Beichte Der Roman eiues L;bemannes II. b i s I.w. Tausend Die ftanchqsten uick frivoken Lebensavschaunnsten eines modernen Kulturmenschen fasite Iolanthe Martzs in eine Romaichandlunq, die das Motto tragen könnte:„Und im Henusi verschmacht ich nach Begierde."— Wie das sprüht. schwÄt und aus- flammt von nnnier neuaufgepeitschten Süchten, äußersten Reizen! Detäudendes Gift, aussaugende Gier, trunkener Schönheitskilt,— und über dem allen die höhnisch thronende Kälte mastlos gestei- gerter Ichsucht.— Ein empörter Warnungsruf an jene verzerrte Well, der die Berfosierin mit virtuo- ser Kühnheit«n grelles Spiegelbild schuf. Preis 6,50 M.. elegant gebunden 8,50 M. Au beziehen durch: VoAler§t Co., Verlin V, Köthcncr Ztranc S7. Abtlfl. Zeitungsfrauen werden»och in nachstehend»» Speditionen eingestellt: 0 e 1 1 f n: Nreyfch, NebervraZ« M. * ir«X f Uuvemftr. 16. >M»v«r»v. Mtch-elUrckvle» 1 o e»» 1 r, V»itum»ta|t U. «uichmer»trat«». toirtma. 6i«t« i-tfUtaM a«. 8»«erle», S»«»»«tart attoZe vi. chtstdn»«»»»»« i». elende,«-p�tr-ie t. letit Batnbof- •irsve 8 bat Krause. btereuaaM Parteilakttr« Botenfrauen welche in der Nähe de» Magdeburger PI. wohnen, werden verlangt Maai#•orin�, Steiametzatrafie 23. tg-tchsnvftell-«rrlto,««»«tnlee l«'3. OMiti tu mV. de» I». M»«, av-Md»'A d» »«werUchaitedani-, an?»«ier 1ill»» teia-iiii,,«, K»I<«e». raaeiervaun,: 1.«erichi über 0«, im aewerae Srov-�erltai verckadarttaMie'«», oü«--i'. 2. i U(»((io«. tlSerst" ®etl»jj»««rt. Ütit Crtavt.rtaUuMt. 4a Spezitl-BtöanälftBf 4- von 6«sohIt«hts-, last- n. CarnleitUu le»er Art b«l Mänter» nad ll,«ee. veraltete(ehr«. N... ,Ch�h □cht- und Butziebe eiden u. Ausflfl«-«.»ervAse Sckwlche bische) Harnleiden u. Ansfi»«* bsv Ehrlich- riat«- Kuren. BlutuateraMChuna, -----—■"---".MattbB Finsen-Üehnndlune, Uucckollhar ___ �unnS-Kur. n. EieeoesK«r-B«»«» KAaltfir, 38. Salianstaia. Schönhauser Allee 183, Lattawitrale. Droaerie Ecke KmeimiÄ" «Dia Ffelbait" wird den Lesern vom 1. Mär/, ab durch Botenfrau zugestellt. Die Spedition befinde: sich Wattstr. 13 be! Nowottny. Achtung 1 1 IliM5i:>W«»M Die Spedition der «Freiheit- befindet sich SedanatraBe 57 bei SchafiraBlatc. nserate iär dea(UrautUlfeadea T»% müsse« sf äte»(en»bls 5 I hr. Seeaabvnds bis 2 I hr nachm. hei der bipechtfl«! 8«ü2flbaHer> 19 entere cebei MteL ».«aDHiniiger Sdz,»Idemu- Lratlsclier Waklv« eie Jür dca t». BeriUer Kcicii,4bt«. Be«. 7d9. Am frcitaf, den 14. Mir/ verstarb unser Oenets« der ;att'.er AHoms Oohman« WilhelmsbevenerstrikSe 38 vre Semem Andeakea. Die BeerdiKBne findet am Dionusi, des 18. d. M uacbmiiiaKS 2« Uht auf lern Sebastian-fnedkol Ib Reinickeadorl, Hamhoidt- straBe statt Um reze hetelllEuafi er. such, Oer V-rfland, Bandotiona txsler Aas. (ahiBiig, liaeo Stark, Wasser. tarstraBe3. Crster BaBdoiKm- bsuer ta Barlla. Reparatur. verkstatt, . T*■ b• n Tcrkaaft Saar Mcker SliaBe M Dre b.tckenfntler, kl. «ehr. Kaah. Paaewalker StniBe 4 Quereeh III, Naitelbeckpiatr La»ka aalt Pmchtiamd atn Bahitho! ReinickeaUott-Koscn- thal veikault killi«st Schmidt, Wolllaer Stralä A Utrfi»->>««-» WerklOhrer aad Ber»»� der H i?"!.11 Bu.ni•im Dien-ta«. iS <,cr L«'«neemeiBde am Neaea f«"1� b ranne r»e« statt. James poods.„«, Charlottenburg. WlodsebeldUtr- �entrair» hasd aar fttnOinufsgahl� »SS_..df-tfU Rrr"n- NorU.Ost.,„({ Die Marzfei sr HnsJet sta«1 .-tediSBÄfeÄIÄl««. «rte« Im OrtthOre aad hat dei P»«ktia«|r