Einzelpreis 10 pfg- Fahrgang 2 ** IhttrlWlH .»>»>»,»»«-•».•W».«o"»I»Ia, so•/, M «»w',.«..«H«II«i f«l>l"«l»»'— tag all Ii M» I Uta««»IN-«« tai tat Cnwlilum»taq-tata» w». CtkOillMt Ocriia«V IL«iIiiNdimerdiMN I», 8cmttK(4«» Amt KmMm»7»». Serttner-Organ ber UmbhänQigen Sojialöemofratie Ocutfcbtatibs ' H&ti&S'»• Vewaffnung der Gegenrevolution. Ae RevoluZio» in Galizie». Wien, 2g. März,(korrburcau.) Bon der russische.» Towjetregierung in MoS.'au ist folg'ndcr Funkspruch ringcglln�e«: G a l i z i e u befint et sich in v« l l« r revolutionärer B e- weguag. Ter Aufsland brcch zuerst im Petroleumgeb'-et von Drohobvcz auS, wo ei» Sowjet von den Arbeilcrdeputierten gebildet wurde. Ter Bewegung schlössen sich die Arbeiter der be- «achbarten ldrubcu vui lu.nfa an. Tie Nczierung verfilzte die Auflösung der Sowjets und die Berli�stunz der Ns-de'S- führer, doch schlössen sich die Truppen den Auf- si S u d i s ch e n au. An vielen Tlten organisierten' die linken Sozialisten Bcrsammlungen und forderen die ganze Macht für die Sowjets. Die Bewegung breitet sich anf die von Polnischen Truppen besetzten Gebiete auS. I» Lemberg proklamierte der im gc.,ciiue» geoildr!! Svivjet der Arbeiterdepiitierten den G c n e r a l st r e i k. Im Bezirk S t a- vi»lau erklür.en sich die vom jkabinelt Üolubowicz abgesandlen Truppen als Milkä.upscr der Aufstündischeu g:aen die National- »ada, sodann marschierlen sie mit den Aufstündischen auf Ctani?- kau und verhafteten Ko'ubowiez. Die Ausständischen richteten an die Gaiizicr» die sich unter den Direltrriumstruppen be'inden, ein Ultimatum n:it der Aufforderung, sofort nach Galizien heim- »ukehreu und den Kampf gegen die Sowsetmackit einzustellen. Sie viizvli'lkie 7erolul o». Die revolutionäre Eesehgebung. sDrahtbericht der.Freihei t".) Budapest, 26. März. Ein Dekret de» revolutionären RateS iAj«f.ft Adel, Rang- litsl und OrdenSverlerhungen ab. Für einzelne Verwaltung?- Pveige werden don den BoKslommissarcn dienstliche Bcnennun- gen festgestellt. Eine weitere Verordnung bestimmt die vollständige Gleich- stellung der aüsicrel.i.l!chcn Kinder m't den ehelichen und trifft Verfügungen über nachträgliche Eintragung des Vaters in die Matrikel. Matrikelau-züge und Gcpäck'chcine sind so auSzu- stellen, daß die nachträgliche Eintragung deS Vaters darin nicht Zum Ausdruck kommt. Eine andere Verordnung verfügt Er- leichter un g der Eheschliehungen. Kerner w-rd die Aufstellung von dteoolutionsgvichte« der- füat. Jede? Gerich' biitcht a S«i'em Vorsitzenden und z-rei � Mitgliedern. Ter Gericht!» und der i nTlagekommissar sowie der Prolokollsührer werden vcn der Räieregierung ernannt. Di« RedolutionSgelichte urte.len über zene Fälle, die die Räteregie- rung in eigenen Verordnungen ihnen zuweist. Das GerichtSver- �fahren erfolgt ohne formale Untersuchung, ohne Anllageschvift und vollzieht sich von Anfang biS zu Ende vor dem versammelten Redolution'gcricht, möglichst ohne Unterbrechung. Die An. geklagten sind nach der Verhaftung sofort vor das Revolutionsgericht zu stellen. Die E.'bringung von Beweisen, die Zuziehung von Zeugen und Sachverständigen ist Pflicht des Anklage- lommissarS. Do? N.volutionSgericht kann zu jeder Stunde und auch unter freiem Himmel vertändeln. Der Beschuidigte kann wen immer zum Verteidiger wählen, sonst kann das Amügericht einen Vcrtcid gcr bestellen. Der Besi'uld'gte und seine Vcr- teidiger haben das Recht, immer als letzte zu sprechen. Die Eni- kcheidung de? Gerichts erfolgt nach geschiofscner Beratung, die Entscheidung der Schuldfrage in geheimer Abstimmung. Die Todesstrafe kann' ur auf einstimmigen Beschlust des Borsitzenden und der Milgli der verhängt werden. Das Urteil ist inappellabel. Ein Gnadengesuch hat keine aufschiebende Kraft. Eine vom Revolution'gcricht verhängte Strafe ist sofort Zu vollstrcccken. Wer zur Störung der öffentlichen Ruhe geeignete G c- rächte vcrbre'tct, kann vor das Rcvolut'onZgericht gestellt wer- den. Wenn eine Tcka intgabe von Tatsachen objektiv ohne Be- absichtigung der Ruhestörung erfolgt, kann keine Strafe verhängt werden. Nur ein Mißverständnis? Ludapcsk, 2G. März. kKorresvontcnzburean.) Die der unaarisclxn Kcnferintfl zugeteilte Militäikoniminion dcr Alliierten lxit an die revolutionäre Rcgicrunn folgendes Schreiben gerichtet:. Der Präsident der Nevnblik ioat in leiner an das un- noriichc Volk gerichteten Proklamation solaendrs: Tie Mission der Entente l,gt erklärt, daß dir DeniarkatioNslinie hinfort als v o l i t i i ck e Grenze betrachtet wird,.»cu -. hV"•' muß formell erNaren. daß drei eine lrrrae AuS- tegung der gebrauchten Ausdrücke ist. Als der Präsident der Republik die im Waffenstillstandsvertrag festgestellten Grenzen zur Sprache brachte, erhielt er die Antwort, daß nicht mehr von der in dem erwähnten Vertrag festgesetzten Demarkationslinie die Rede sei. sondern von einer neueren Entscheidung dcr Entente, welck)« den Zweck verfolgt, die ungarischen Truppen durch eine streng begrenzte neutrale Zone von den rumänischen zu trennen und auf diese Weise jede Möglichkeit eines Zusammenstostes auszusckzalten. Dast es sich hier um eine politische Grenze handeln würde. wurde gar nicht erwähnt. Mit der Absicht der Gerechtigkeit und der Friedfertigkeit ev suche ich im Namen des komman- dierendcn General der alliierten Trupe» die gegenwärtige Negieruwg, dieser Mitteilung ohne Verzug die größte Publizität zu verleihen. Verhaftung eines Gegenrsvolutionärs. Privattelegramm der«Freiheit". Budapest. 2ö. März. G.af Georg Karvltzi wurde heute v-.rhaftot und nach Verhör inS Schub�auS üborführt. Graf Georg Karolpi ist eine der markantesten Gestalten unter deu gcgenrevolutioilären Magnaten. Keine Entwaffnung der Cntentebefatzung. Wien, 2d. März.(Korrbüro.) Vom Kommandanten der französischen BesatzungStruppen in Buda- p e st ist bei der hiesigen ilaiienischcn M�jion nachstehende Depesche eingelaufen: Ein nach Moskau an�Mliii gerichieicr Funkspruch meldet, dast die französischen Truppen, die vo» bolschewistischen Ideen durchsetzt s.icn, von Kommunisten cntwasfnet worden seien. In demselben Funkspruch wird toci'-cr bemerkt, dast bei einigen Regimentern französische Ofäziere getötet worden sei:», während andere gemeutert Härten. Ich dementiere in aller Form dies« Nachrichten, da sie vollkcimmen falsch sind. B.i deu meinem Befehl unterstellten Truppen hat sich lein Zwischenfall ereignet. Tefehung der tfchecho-flcwakifchen Eefaudtfchast. Prag, 2ö Mcjrz. Laut Meldung des Tfchcchisch-Slowalischen Prestbureaus lst die tschechlsch-slotvakische Gesandtschaft in Buda- Pest von Kommunisten besetzt worden. Drei Millionen tschcchi- scher StaatSgelder sind beschlagnahmt und alle Beamten vcr- haftet, ihrer amtlichen und privaten Gelder beraubt und abge- schoben worden; man erwart-t sie in Prestburg. Standrecht in der Slowalei. Pr»g, 25 März. Das Tscheck/sch�lowakische Prestburea» meldet auS Prestburg: Minister Srchor hat infolge der Ereig- niste in Ungarn das Standrecht über die ganze Slo- w a k e i verhängt. Ter englische Ml'karismus. London, 25. März.(Reuter) Im Nnierhaufe brackite die liberale Opposition mehrere LerbefferungSanträge zur Rili- tärdienstbill ein. Churchill sagte, diese bezweckten, die Bill zu Fall zu bringen. Ferner erklärte Churchill, angesichts der jetzigen Vorgänge in fast allen Ländern fei eine Armceftärke von 206 000 Mann nicht übertrieben Erst vor drei Tagen habe sich in Aegypten eine Lage entwickelt, die eine graste' Gefahr in sich schließe und e» nöiig mache, die M-Inner, die bereits zur Temobilmachung in den Häfen angesammelt seien, aufzufordern, zu ihren Truppenkörpern zurückzukehren, damit ibre Kameraden nicht ermordet würden. Ganz Aegypten bcfinde sich in einem.sin st and des Aufruhrs. Churchill erinnerte dann an die Vorgänge am Schwarzen Meer, in Ungarn und an der Grenze der tleinen Staaten, denen von Völkerbund Schutz zugesichert würde. A.elspruch vor dem Kriegsgerlchl. Privattelegramm der«Freiheit". Münster«Weslf.1, 25. Marz. In der hcutigrn verhand- lung vor dem KriegSgrucht wurde der vor kurzem widerrechtlich wegen Beamtennötigung verhaftete Gruosse Gerber , freigesprochen. Slavdrechk über Spanien. Sie Mobilisierung der Agrarier. Nachdem mit Hilfe der Regieruna durch die Garde- Kavallerie-Schützen-Division unter dem Deckmantet der „Einwohnerwehren" die Bewaffnung deS Bürgertums et- folgt ist. wird jetzt in gleicher Weise auch idie BKvafinung der Agtar'iet vorgenommen. Anf Veranlassung der Organisation der Agrarier, deS boandes deutscher Landwirtschaft, hat der preu- Madrid, 25. März.(Reuter.) wurde das Staadrrcht»erhängt. Ucber ganz Spanien kleinen Landstädten auffordert. Sie sollen die Ausgabe l?äben.«die großen Gefahren, die durch Verbreitung M- schewiftifcher und fpartaküstifcher Ideen auf dem platten Laude und in den kleinen Städten en.vachsen", zu ver- hindern. Dem Nundschre'chen des Ministers liegt ein voll! ständiger Organis atäonspian bei, der vom Schutzperband dent-sckzer Landwirt sehest, Berlin W9, Kökhener Straße L9 II, ausgearbeitet worden ist, und ber fölbstversländlich auch die Billigung des Kriegs- Ministers gefunden hat. Der Bevollmächtigte des Sckmtzveröandes ist ein Major Bronsart von S ch e t l e n d o r f. Den hochkonsrrvativen Landräten, dieser Stütze der feudalen Kaste, ist die Bildung ber Ein- wohnerwehren übertragen. Aber die Kosten sollen die Genieinden tragen. Es handelt sich bei diesem Man um eine groß- zügig angelegte Organisation der Geaen- r e v o l u t i o n. Tie Güter. Dörfer und Kreisstädte sollen dauernd miteinander in telcphonischcr Verbindung stehen. Sobald sich irgendeine„Gefahr" zeiat. soll neben dem Tele- Phon Alarm gemacht werden durch Henlsirenen, Dampf. Pfeifen und Glockengeläute. Um die Wehren dauernd in kriegsmäßigem Zustande zu erhalten, sind regelmäßige Uebungen vorgesehen. Diese rollen an den Sonntagen statt- finden. Den Kern der Wehr werden Kriegerverrinc, Schützcngilden und andere„zuverlässige" Organisationen bilden, in denen n n z» P e r l ä s s i g e Elemente, vor denen ausdrücklich gewarnt wird, ausgeschaltet sind. Die Bewaffnung soll durch dos Landrat's- g m t erfolgen, das den Wasfenbedarf bei den zuständigen Generalkommandos onzimwlden hat. Diese veranlassen das Weitere beim Kriegsministerinm. Da aber die Landräte zum Teil noch durch die A.» und S.-Räte kontrolliert werden, rechnet man mit der Möglichkeit, daß diese der Bewaffnung der bäuerlichen Elemente Schwierigkeiten machen. Für den Fall, daß sie zutage treten, soll der Schutzverband deutscher Landwirtschaft die Bewaffnung mit Hilfe des K r i eg s m i n i st c r i u m s selber in die Hand nehmen. Aus der Art und dem Umfang der Bewaff- rning geht die ungeheure Tragweite dieser ganzen konterrevalutionären Organisaston hervor. Es sind vor- gesehen für den Gemeinde- und Gutslandschutz: Gewehre, Karabiner, Mcbrladejvistolen mit ausreichender Munition. und zwar pro Gewohr und Pistole mindestens 5>k)l) Schuß. Für Kreisstädte, größere Gemeinden und große Güter sollen leichte und schwere Maschinengewehre bereitgestellt werden. Für iodcs Gewehr müssen 3 00 0 Schuß fertiggegurteter Munition dauernd bereit liegen. Lastautos, die 20 bis 30 Mann und 2 bis 3 Maschinengewehre aufnehmen können. sollen gleichfalls in mobilen Znstand gebracht werden. Die Handwaffen bleiben in dauerndem Besit-c des Wehrin a mies, die Masck'nongewehre sollen unter die Aufsicht des Leiters der Landschiitzabteilungcn gestellt werden. Für die abzuhaltenden Uebungen sind ebenfalls genaue Anweisungen gegeben. Gediente Unteroffiziere und Reserve- osfizirre werden mit der Leitung betraut. Es sollen tuöchcnt- lich große Schießübungen veranstaltet wecken, auch Schwarmübiingen'owie Angriffs- und Abwehrbewegungem, Dcr ganze Cbaraktcr dieser Organisation wird enthüllt durch folgende Anslaffilng: .WaZ dir Freiwilligcn-Korps für die größeren Städte sind, was dcr Grenzschutz für die Grenze für den äußere» Feind ist, d-S ist dcr Lendschutz für das gesamte platte Land. Schon allein, dast der Landfchutz im Aufstellen begriffen ist, d. h. dast sich das Land zum eigenen Schutz beivafsnct, was sich se.'s> verständlich sehr schnell im ganzen Noiche herumsprechen wird, \ « k w?rd schlin genügen, um die fe'gen Gesellen davon abzuhalten. sich plündernd, raubend, sengend und mordend über das platte Land zu ergieße», sobald die Nahrungsmittel in den groben Städten anfangen knapp zu werden. Wir müssen aber«uch mit dem Schlimmsten rechnen, und darum frisch an die Arbeit, «he es zu ipät ist und unser schönes Land nachher aussieht, wie Nuszurnd— ein rauchender Trüminerbau'en!" Tasz man das Land vor„Plündernden Banöen" schützen tvill, ist nur ein V o r w a n d.?enn biskier hat man nichts davon vernommen, daß räubernde und plündernde Banden auf dem Lande ihr Nnmeien aefriebi'n hätten„Sn-.rtakus" ist auch hier nur ein Gespenst für die Agrarier. Man will neben den Bürgel webren in den Städten eine bewasf- ncte Organisation auf dem Lande durchführen. Die ganze Aktion richtet sich eben gegen die revolutionäre Ar- beit�rsch-st. die den So'MiSmi's durchieben wifl. wil' gegen die Anordnung des Neichsernährnnqsamts, alle nicht ab- gelieferten Lebensmittel zwangsweise zu erfassen. Wie durch dr Bürgerw'hr in d"n S'ädten die �errichakt des ktavifals befestigt loerden soll, so soll durch den Laut schütz d i e T i k t a- t u r des Junkertums aufrechterhalten werde». Es ist bereits vorgesehen, daß selbstbewusiti. sottalistisch geschulte Arbeiter in diesen Landwehren keine Aufnahme finden werden. Landräte und Großgrundbe'itzcr haben es in der Sand, zu entscheiden, wer unzuverlässig ist oder nicht. Sic werdmi von vornherein revo'ulionär gesinnte Arbeiter vom Landschub ausschließen. Tie Kriege r- v e r c i n s st i m m u n g wird vorherrichen. Man will aus dem Laude einen n?u e n M i s i t a r i s m u s begi-iinden, „wieder Lusi und Liebe zum Soldatenberus drwccken. die Kinder auf dem Laude'ollen wieder lernen Soldat zu spielen". So heißt es wörtlich in dem Organisations- Plan. So tzollrndrt die Regier, in«, das Werk der Gegenrevolu- tieus In den Slrb'en herrschen die Freimilligenkorpö, unterstützt von den Einwohnerwehren. Trotz Bsiagernugs- zustand veranstalten die Ossi,zi?'-e m o n a r ch i st i s ch e D e. in o n st r a t i o n r n»nd werden dabei von Negicrungs» Mitgliedern mit Ansprachen beglückt. Trotzdem droht der „sozialistischen" Republik noch de,, Reden der Ebcrt und Scheideniann keine Grs, hr, beileibe nicht! llnserc Genossen in den Landgemeinden und Kreis- ftädlen«lögen avf der Hut kein und alle.Kräfte daran setzen, damit dieser Landsch''tz nicht anr Virkl'chkcit wird. Unsere Gemsindeverireter dür'cn für diese konterrevolutionäre Oganisation keinen Groschen bewilligen. Sie stellt eiste Maßnahme dar, die ssch auSschl'eßlich aegcn die klassen- dewußte Arbeiterschaft richtet. Dagegen gilt eS, Sturm zu laufen. » Im Wilmersdorfer Rathaus fand am LS. März «ine Sitzung tcS BürgcrrateS statt, in der der Vcrfitzmdc des Groh-Berliner BürgerrateS, Konsul Marx, über Dürgersireik spKich. Ter Biirgerstreit sei das letzte Mittel gegen den Terror von links, der auch dann anzuwenden sei. wenn«S der Regierung eüuallen sollt«, die Arbeikerräte in de- Trrfassung zu verankern. TiesrS habe er auch den Ministcrn Scheide mann „nd P r e u st miteetcilt. Zwischen Arbeitern und Bürgertum gebe es keine Brücke und keine Regierung würde mit einem sozialistischen Programm regieren, wenn sie allen Berussständen gerecht werden wolle./ Recht interessant war die Debatte über die Einwohnerwehren. So ergab sich, dast das Landessäzerkorvs etwa 20 Werbe- an reo u S einrichten will zu dem Zwecke. ArbeitswiNizr anzu- werben, die im ssalle eines Gcnerolst elks in die Uniform gesteckt werden und unter dem Schutze dieser Uniform arbeiten sollen. Der Plan geht von den Generälen aus. Es w»rde auch mitgeteilt, dast neben den Bürgerwchren bereit? bewaffnete S a u c r n m e h r e n auf dem Lande bestehen. Für die WilrnerS. k'vrfer Einwohnerwehr stehen bereits(50— 80 000 Mark zur Verfügung. Tic Gründung einer uniformierten Streik- brechergard? erschien den Wilmersdorfer Bürgern einstweilen noch «ttwnS zu schwierig. Sie lehnten deshalb die Einrichtung der ge' lauten 20 Werbebureaus vor der Hand ab, wählten aber zur weiteren Prüfung dieser Angelegenheit einen siebenlöpfigen Ausschuß... Verlin unier vem Lelagerungszustaud: 1848. il. Der Belagerungszustand war nicht die Folge des Konfliktes vom 9 November 1848, sondern dieser Konflikt selbst war nur dos Mittel zur Herbeiführung des Belagerungszustande». Wie sehr nötig man zur Verhängung und Rechtfertigng de» Belage- runSziistundc? irgend einen blutigen Konflikt hielt, geht a»S der Tatsache hervor, dast bereits vorher die Plakate gedruckt waren, 'wonach cS hieh! „Aus Veranlassung de» blutigen Konflikts beim Einrücken der Trupper leh-n wir uns veranlaßt, den Belagerungszustand über Berlin zu verhängen." ES kam darauf an. Stimmnnz zu machen. Um die Noi. Wciidigkcit der Pcrttgung der Nalionalversauunlung nach Brun- deuburg und der Verha.igung de? Belagerungszustandes über Berlin z» beweisen, mustte natürlich die Hauptstadt als der Herd der wüstesten Anarchie dargestellt werden; die» geschah in zahllosen von den Militär» und sogar von dem Ministerium tci.S direkt, teils indirekt ausgehenden Schrittstücken. sowie in ossiziösc» Arittelv, die allen reaktionären und gesinnungslosen Jeitunzcn zur Veröfsentl chung geschickt wurden. Es erregte damals ein Bericht peinliches Aufsehen, welche" der UnterstaatZsclretär Basscrmann in der vFranksurter der» fassuilggebesid'>.>be,samml'.mg über die in der preußischen Haup». sladt herrschende.! Zustände erstattete. Er wollte nur zerlumpte. nuhttmliche» Grünen einflöstcnde Kerle, welch« die Stadt beherrschen. gesehen haben Svgcnannlc»B � s se r m a n n" sche Gestalten", d. h. Gestalten, wie sie n»r in der Phantasie de» Herrn Basscrmann.»>chl aber m der Wirtlichkeit existierten. Es ist ein alter Grundsatz de! Kriminalrecht», daß. je gröster das Verbrechen ist, welches man jemandem zur Last legt, auch dir .Beweise desto schiagcnd.i und eklat.nt.r sein müssen. Da» Ministekiuin brachte»>in zu seiner Rcchtserligunz eine Berleidi» gnngsschrift. die' ein reiches Phaiitustegcbildc war, geziert mit roter Republik, mit Gist, Tolch. Mord und Brand, aber etwa« fehlte i» dielem Tablcau. nänuick die Beiveise. D'e Beweise fehlten der Regierung aii.tz bei ihrer Verteidigung gczenübcr den iliittus-e» der äußerste» Linke» in der Nalionalverjammlung. Ee- war der Ab-gcordiicle Hildenhagrn, der in der Sitzung vom tzv. April>84» unter anderem folgendes ausiührse: .ES sind drei Güter, weiche wir al« das große Eigentum _ Die Zrem'er. Die„Germania" läßt auf das. gewiß nickst allzu radi- kale Schulproaramm. das Herr Hirsch gestern entwickelt bat, bereits einen kalten Wasserstrahl niedergehen. Das klerikale Organ'chreibt: »Wir halten schon darauf hingewiesen, dast das Zentrum in bezug aus seine schul» und kirchenpoliti'chen Grundsätze beim Eintritt in die Regierung einige Vorbehalte zu macken hwoe, und deren Rotzoendigkeit ergibt sich ohne weiteres, we.in man von Herrn H i r' ch heute z. B. hört, dast da» Ziel der preußischen Schulpolitik die Einheitsschule''ein soll. Wenn der preußische Staat das öffentliche Schulwe'cn auch weiter für sich beansprucht, so tut er das zwar unter der Devise, dast die Schule„über den politischen Parteien und religiösen Bekennt- nissen stehen", allen Lehrern und Schüler der Grundsatz unbe- dingter polttrscher und religiöser Duldsamkeit gewährleistet wer- den solle. Dast aber damit die von uns verlangte christliche Jugenderziehung gewährleistet sei. kann man, so loyal da» alles klingen will, nicht lagen. Die endgültige Regelung die- ''er Dinge wird zudem nicht von heute aus morgen er- koigen können, und darum haben die Sozialdemokraten vorge sehen, dast den Gcm-inden eine gewiss? Freiheit in der Mnfsik- rung der Simultanichule gewährt werde, wobei aber der Reli- gionSunterricht für diejenigen sichergestellt werden muß, die nach ihm verlangen Allen oieken Forderungen gegenüber i't es ei.-e Selbstverständlichkeit, dast das Zentrum bei semcn bewahrten Grundsätzen verharren mutz und auch verharren wird, und das ist ihm Lei der Retterungsbildung auch von feilen der beben anderen Parteien ausdrücklich zugestan- den worden. Das Zentrum wird, wie sich bei der Er- örterung des Regierungsprogramms zeigen dürfte, von-einem grundsätzlichen Verlangen nach der fonfessioneUkn Schule, wie überhaupt von seinen Auffassungen aller Äultursraqr-.i nichts preisgeben." DoS beißt olso,.Herr Hirsch konn versprechen, oin Hosten wird ihn das Zenirum verhindern, das gerade zu diesem Zweck sich an der Reaieruna belciliat. Agrarische Wünsche. Die acirartsckle Presse möchte die Tatsache, daß die auS- läudischen Lebensmittel im Vr.ise höher sein werden, als die inländischen zu einer neuen Forperuna ans E r- böhuna der Preise benutzen. Obwohl die Gewinne der Landwirtschaft während des Krieges unermeßlich ge- stiegen sind und die L-andwirlirbast sich finanziell während deS Krieaes außerordenllich plinstia entwickelt hat. sind die Aararier immer noch nicht zufrieden aestellt.>n einem Artikel der„Deutsck'cn Tageszeit, ina" wird diese Vorder, ma ebenfalls nboben. Man sucht sie damit zu beariinden, daß durch eine Erhöhung der Prci'e Teutschland ven den aus- tändischen Zufuhren unabhängia werden könne. Diese Behauptuna ist durchaus unrichtia. Nicht von einer Preis- erhöhuna häuat die Steiaeruna der landwirt!chaft'ich'n Er- zeua nisse ab. sondern von der ReoraanHation der landwirt- schastlichen Erzeuauisse, insbesondere von der au-Zreick>cnd«!» Zufuhr von künstlichen Dünflemitleln. der Verwenduna zahlreicher landwirtschaftlicher Maschinen und vor allen Dingen von der Sozialijieruna aller laudwirtickast- lichcr Großbetriebe. Natürlich sind diese ssiordernntten den Aarariern sehr nnanaenehm. Aber es wird den Aarariern nicht aelinaen den Zusamnienhana zwiichen der Neuorganisation der Land- wirtickiaft und der Steigerung der Erzeugnisse z» vert»scheu. Tie Verbrauckler wissen, daß die Aararier Preise! höhunaen nur in ihrem eigenen Interesse wünschen, sie norden deshalb alle derartigen M«ipriick>e der Agrarier energisch zurückweisen und verlangD�daß auch in der Landwirticklast durch die S o z i a l i i i e r u n a die Erzeugnna gesteigert wird, und nicht durch P r e i s e r h ö h» n a e n. die nur die Gewinne der Agrarier steigern ohnd die Produktion zu heben. Ab�au der Zwangswirlschaft. Die Wünsche de» Handels nach Ausgabe der Zwangswirtschaf! sollen jetzt erfüllt werden. Zunächst hat das RcichsernährungSamt die zivangSweise Bewirtschastung der Eier vom l. April ab aufgehoben. So wenig wir in der jetzigen Zwangswirtschaft ein , unscrcs Vaterlande» bisher angesehen haben, sie heißen:.Frei- heit. Würde und Glück." Tie innere Freiheit des Volke?, die wesentlich in der Gelbst- beslimmung für daS Gesetz besteht, w-'rd mit dem Belagerung»- zustand vernichtet. Denn zunächst hebt derselbe, wie wir gesehen haben, alle Gesetze aus und kennt nur die äußere Gewalt. Es wirc aber auch die Würde des Volke» durch diesen Znstand mit Füßen getreten. Wir wollen in dccsem Augenblick nicht alle einzelnen Schichten d.» Volke? durchgehen, aber zweier- lei will ich hier hervorheben, davon diese Seite de» Hause» srecht») besonders zern hört, nud aus deren Ehre und Würde sie besonders viel hält, nämlich die Reg erung und das Heer, deren Würde unter diesen Umständen w.ihrlich nicht gewann.» haben. Meine Herren I De Regierung Preußen» hat es bereits im vorigen Jahrhundert ai-Sg. Krochen durch eines Königs Mund:.Ich bin müde, über Sl!aben zu herrschen." Unk darin gerad-. lag ihr-1 Würde. Tie Rezierung. die In diese n Augenblicke an der Spitze unseres Vaterlandes stcht, hat durch den BelagerungSsustund aa?drückl!ch erklärt: .I ch bin müde, über freie Männer zu herrsche»" Meine Herren, glauben Sie mir, die Frage kommt aus treuer und fester Uebcrzeugung: wie mag c» mit scr Würde einer Nation stehen, deren Regierung ihre Würde selbst vernichtet? Ich wende mich zum Heere. Ich kühre Ihnen ein Doppetzbilb »n'erc» preußischen HecrcS vor. in bezug auf die Truppen und in bezug auf die Führer. Gaben Sie dic'en Bildern selber Unter» schriitcn. wenn Ihnen die meinigen nicht gefallen Wir denken un» in daS vergangene Jahr zurück an die oäni'chen Schanzer.; wir seben da» Heer kampsluitig, es kann die Zeit nicht erwarten zum Kampsc, und als der Befehl ergangen, da erstürmte» sie die Sckanzen»i!t gefälltem Bajonett, die Kugel im Gewehr. Ich schreibe freudig unter diese» Bild:»Ter Ruhm de» prcutziickien Heeres." Nun nehme» Tie dieic Truppe», einziehend in Berlin, dazu gebraucht oder geinißbrancht. dast sie Hand anlegen gegen die Vertreter der Ration, daß sie den wackeren Bürgern Berlins die Gewehre e» kreisten. kGeiächtcr aui der Rechten. Darauf Ru? von der Linken: Ruhe! Große Auireguiig.«Piiii!") Meine Herren. Tic beziorndn e» vielleicht, aber glanbcii Sie c» Augenzeugen, eine» freie» Mannes Blick tonnte» jene Irup- pcn doinai» nicht ertragen. Da» Schamgefühl über die eniehrte B e st i m m n n g drückte ihre Augen zu Bo» den. Man konnte diesem Bilde eine andere Unterschrift geben, Ideal erblicken, so ist sie doch gegenwärtig da» Mittel, der minder» bemittelten Bevölkerung eine gewisse Mindestmenge von Nnhrungi» mittel« zu einigermaßen erträglichen Preisen zu verschaffen. Mit der Freigabe de? Eierhandels wird da; aufhören. Hatte bisher die städtische Bevölkerung durch die behördlich« Zuweisung jährlich etwa IS— 25 Eier erlal'en, zum Prei'e von durchschnittlich 50 Pf., so werden für die Folge Eier wohl kaum noch sür die arbeitende Berötk.'rung erschwinglich sein. Die Preise für Eier werden auf die Höhe der jetzigen Schleichhandelspreise steigen, so dost es sowohl Arbeitern als auch Angeüelltcn und manchem wohl kaum möglich sein wird, Eier zu kaufen. Aber, wie wir bereits früher betcnten. die Aushebung der Zwanaswi-t'chcttt für ein-elnc"-b-nSitttte! wird iknre �'.i�bet-'-na bei anderen ohne weiteres nach sich ziehen. So ist eS denn nicht weiter verinunderlich. dast die„Deutsche Tageszeitung" auch bereits aus Weimar zu berichten weist, dast im Ver-olg der bereit bekanntgegebenen Aufhebung der Zw-rnpScierwirtschoft die Reeierunp auch d'e ZwastgSmjrtschakt in'kuck-- ab» zubauen tecchsichtigt. ES sollen lodab n"r sieben Zwölftel de» ZuckerS unter Zivangswirtichast stehen, während die übrigen iüni Zwölftel sür den srcie« Kandel freigegeben werden sollen. Durch Festsetzung von„Richtpreisen" glaubt die Regierung Wucherpreise verhindern zu können. Auch bier- mit befindet sie sich im Irrtum. Die jebigen Schleich- Handelspreise, die eine scl amlosc Bewuch'erung darstellen, werden allgemein werden und genau so wenig wie Eier zu erträttichc« Vr-tt'en»u ha�en lei" w-'-den. so auch Z''ck-r Und daS, obwohl der öffenllich« Bcwirt'chaftung de? ZuckerS eine leichte Aufgabe ist und ihre DurchkühruNg bisher auch ver- bältnismästig erfolgreich war. Aber die Interessen der Konsiimenten scheinen gegenwärtig'm R«!ch?ernä�r»na?amt fange n'chj die Rolle zu spielen, wie die Interessen der Agrarier und des Handels. Selbflverhöhnu a. Der„Vorwärts" gibt folgende Wiener Nachricht wieder: Die Wiener Blätter geben einen Aufruf deS Wiener Organs der nationalsozialistischen Arbei:ervartei an alle Tcutschnationalen wieder, in dem lür den Fall eines N n t e, j o ck u n g S f r i e d c n S der A» s ch l» st an die russischen und ungarischen Kommuni st en empfohlen wird. �as ist genau die gleiche Taktik, die die Herren Stampser und Ternburg empfol>len haben. Der„Vor- wärts" aber bemeikt zu dieser Depesche:„Ter Kommunis» mus als Vorspann des Chauvinismus— o Ironie der Weltgeschichte!" Ter„Vorwärts" spottet seiner selbst und weiß nicht, wiel Sll.eidemann gib! eine Erllärunz ad. Die bürgerlick-e Presse meldet: Einen breiten Raum in der beutigen Sitzung de? Reich?- .abiKettS nahmen die Vorgänge ein. die sich am verlange- nen Sonntag im Anschluh an d'? Kundgebung de» Na- tionalverban.de» deuticher Offizier ein Berlin erei-neten. Ministerpräsident Tcheioemaun w'rd morgen zu Beginn der Plenarsitzung außerhalb der Tagesordnung na- mens der Regierung cine Erklärung abgeben, in dcr die Re- gierung zu den Vorgängen Stellung nimmt, Also Scheidemann wird eine„Erklärung" abgeben. Und Hann? Dann werden die Herren Ossiziere weiter bewaff- n e t werden und weiter in Amt und Würden bleiben und weiter tun, was ihnen beliebt. Mit„Erklärungen" besiegt man keine Gegen-revolntion. Die Ko'ltn für den MIxräD ulen. Die bürg.rlichc Presse berichtet: In einem Entwurf: des Gcsetzcs»lber die Feststellung t'.u.i vierten Rachlrax«? zum Har shalli-plane für da» Rechnungsjahr 1913 werden an fortlaufenden Ausgaben für Au'wandvgelder an den Reick.sprästdentcn monatlich 109 090 M., also vonr Tage der Wahl ab bis zum Ende des Rech.iungsjahres 101280 M. ge- fordert. Ter„Vorwärts" teilt dazu offiziös mit daß mit dieser Summe die gesamten sachlichen Kosten des Amtes den Gegensatz der vorigen; aber ich will'bloß darunter setzen: „D'.e schwerste Prüfungsstunde de» preustischen Heere»." Heben Sie alio den BelagerungSzuitand auf! denn c� nützt keiner Vartej. Er nützt weder der Gewalt noch der Freiheit. w-'dcr dem Minttierium noch dem Volte..Sie werden mit dem Belag'erung»zust and da» Rad der G e i ck i ck t e nicht aiNfhalten. Die nächste euroxäifcbe llr'ck ütleruna wirkt ja doch diese? ganze Karlenbaus über den Hauken, und ad Sie den Belagerungszustand bestehen lassen, er wird eine solche KrisiS nicht Verbindern, oder ob Sie ibn heute aufbeben, e» wird eine f solche Krist» nicht srüher herbeiführen. Meine Herren! Ertölen Sie den PulSschlag der Geschickte in den Herzen des Volke», machen Sie daSse'be-u fffinesen. dann wird cS Ihnen möglich sein, die Wiederkchr solcher Bewegungen zu ver.,i. d:rn, sonst werocn sie iinmer wie. er euipor.aucocn. 10- lcnge e« solche dem BolkSgeist widerstrebende Parteien aivt. wie deren leider in unierni Vaterland: vorbanden sind. Der Belag:rung»zustand ist nichts Weiler als eine Justiz-, »ine Rechtsverweigerung; erlauben Sie mir zu sage», dast an den Psert.'n zum Eingänge in den Militärslaat daS Wort ge- ichrieocn ist: Gewalt geht vor R:ch',»»d dast die PulSschlägr sei» ncS Lebens nichi» ande.:» sind, als forllauseiide Juftizverweigc» rungen. Die Planken unsere? Reckte? steke» im stckreckl chsteu Feuerbrand, tuen Sic die Augen auf. sehen Sic d'e Gefahr! Ich blicke schwarz in die Zukunst. Glauleu Sic. daß Ver- iraucu ul,d Lievc sich herstellen lassen durch Bajonette und»rano- nen? Wollen Sie dem pr.ustischen Volke do» MistlrauenSvotum aeven. dast es nicht ander» al« durch den Gäbe! regiert werden :aiin's Gewiß, meine Herren, wir leben unter dem Einslust von mancherlei— gar mancherlei Unruhen d?S ganzen Landes, nickt allein Preußens, sondern ganz Denkichland». Sind Ihne» diese Ilnr.'�en aber n i. b e a r: i kl i ck? Sie geben hervor ouS dem Kampfe der atten mit der neuen Zeil, der fortwährend noch da» ganze Land erjchüi>crr und den wir zu veendige» ver»je» jiud. Erfassen S.e diesen Geist, ich ermahne Siel Wen» Sie aber andrnr Mciiinng find»»d danach beschließen, dann allerdiiig? wird da» preustische Volk wie einst jencS Volt an dc» Wassern von Babylon seine Harfen an die Weiden hänge» niiisse» und de» Traiicrlöne» lanfckni über fein gefallene» Jerusalem. Aber wir wollen. Indem wir mit ibm trauern, mit unscrem getncchleten Volke, wir wollen auch unter Trauer und Unglück da» Bewußt- bestritten werden müssen. Ob das nanz zutreffend ist. können wir im Augenblick nicht feststellen. Wir cftaub'n aber, dast neben dieser Aufwandsentschädiquna auch noch. wie auch bei den Ministern, ein recht beträchtliches G e b a I t gezahlt wird. Nur für Aufwandsentschädigung, also ohne das Gehalt, soll allein das deutsche Volk monatlich 100 000 M. ausbringen. Die sssinanzen des Deutschen Reiches gestatten es aber keinesfalls, dast auf Kosten der Steuerzahler ein derartiger Airftvand getrieben wind. Will man schon auf einen Reichspräsidenten nicht verzichten. so sorge man wenigstens dafür, daß seine Kosten sich siMiohl der Finanzlage des Reiches als auch seinem r e p u- b l i k a n i s ch e n Charakter anpassen. Zlagren e Gesrtzwidriqkeite».' Genosse Dr. Siegfried Weinberg schreibt uns: Fordert schon der Mißbrauch, der gegenwärtig mit der Unler- juchungZhast und der Schutzhaft politischen Gcsangenen gegenüber getrieben wird, zu schärfstem Proiest heraus, so mutz dock noch viel schärfer eine Art der FrelheitSberanbung gebrand- markt werden, die zur Zeit in Berlin von den Behörden der»so- Kialistischen" Nepublit in ungezählten Füllen gehandkabt wird un� für die es an jeglicher gesetzlicher Grundlage fehlt. Tausende von Berliner Bürgern— allein die von den Berliner autzerordentlichen Kriegsgerichten gcsübrte Liste der Verhafteten. in der z. B. die Militärpersonen nicht ausgeführt sind, weist etwa 2000 Namen aus!— sind in den letzten Wochen aus Grund irgend- welcher Denunziationen in Untersuchungshaft genommen worden. Bei den meisten mutzte auch der Böswilligste nach einigen Tagen erkennen, datz ihnen irgend ein Verstotz gegen das Straf- gescd nicht zur Loä zu lege» ist. Das Nerfabren ilt deshalb bereits in Hunderien von Fällen eingestellt worden. Da auch Schutzhaft nicht verhängt ist, ist in solchen Fällen auch nickt der geringste gesetzliche Vorwand für die Fortdauer der Haft ge» geben. Dennoch wird ein grotzer Teil dieser Leute auf allgemeine Anordnung de» llieneralkommonbos Liiltwitz nach Einstellung dcS Verfahrens nach weiterhin in Haft gehalten, und die Akten werden dem Generalkommando übersandt, damit dieses sich schlüssig machen kann, ob es die Schutzhaft verhängen w'll oder nich:. Dieses Verfahren erfüllt zweifeliob der. Tatbestand der wibe. recht ichen Freiheitsberaubung, da mit der Einstellung des Verfahren? die Untersuchungshaft beendet und eine Schutzhaft nicht verhängt ist. Es kann den Betroffenen nur empfohlen werden, in derartigen Fällen Strafanzeige zu erstatten, die widerrechtlich« Freihei'.S- beraubung mutz alsdann nach Z 289 de» Strafgesetzbuchs mit Gefängnis bis zu 5 Jahren, und. wenn sie länger trlS eine Woche dauer'. mit Zuchthaus bis zu 10 Jahren bestraft werden. Die Folgen dieser gesetzwidrigen Handlungsweise zeigen sich übrigens auch darin, datz den Betroffenen weder eine Entschädi- gung wegen unschuldig erlittener Untersuchung» oder Straihest. noch eine solche wegen unschuldig erlittener Schutzhaft zustehe, da kein« dieser auch unter dem Belagerungszustand allein zulässigen Ar.«n der Hast vorliegt. Ein dreifacher Mord. Wir erhallen folgenden Brief: Am Monwg, den l0. März, nachmittag? gegen 8 Uhr, kamen z. meinem Sohn Kurt Friedrich zwei Freund«: HanS GaluSka und£Uo Werner auf Btfuch. Sie waren kaum ein« Weile beisammen, als acht Negierungssoldaten mit ihrem Führer ankamen und stürmisch Einlatz bzgehrlen. Sie durchsuchten sämtlich- Zimmer, ohne dotz ihnen auch nur«in belastende» Stück rn die Hände gefallen wäre. Taraus erklärien sie die drei jungen Leute für verhaftet und führten sie ab. Die letzten Wvrte, die mein Sohn zu m�r sagte, waren: .Mutter, mein« Papier« sind in Lrdnuirg, ich habe n>ich:s auf dem Gewissen." Ich war nun über das Schicksal der drei jungen Leute völlig i.m unklaren und dunkle Ahnungen beschäftigten mich so lange, bis ich am Mittwoch, den 12. März, von B-lannten die Nach- vicht erhielt. Hau» Galuska läge im Leichenschauhause. Ich begab mich sofort dordh n und fand die drei jungen Freunde als Tote wieder. Sie waren am kl. März als.unbekannt"«in- geliefert worden. Mein Sohn hatte zwei Schuhwunden: einen Kopf« und einen Hüstenschuh. E» fehlten ihm die neuen Stiefel. Hans Galuska hatte gle'chsalls zwei Schutzwunden; Papiere, Uhr und Stiefel fehlten. Otto Werner hatte drei Schutz- wunden und mehrere von Schlägen herrührende Wunden. ES sein nickt verlieren: Der Schmerz eine» Volt«» ist nur die Konzentrierung seiner Kraft zu neuen Hoffnungen und zu neuen Siegt n." I SV. .Mssenwahnflnu"? Akademikerbeschränklheit. igrosessor Johanne» D ü ck(Inntbruck) schreibt unter der Spitzmarke.GlelchheitI" in der.Umschau" folgenden Tief- sinn:.Vielleicht veranlassen folgend« Zeilen doch manchen zum Nachdenken: In Innsbruck(und wohl auch in allen anderen Universitätsitädtenls werden sämtliche UniversiiätSprofcssorcn. die al» Gesamtheit doch eine bemerkenswerte Sum:n« von Wissen. Können und Intelligenz darstellen, lelcht von den Insassen de» Greisenasy!» überstimmt, die Gesamtheit aller akademisch Gobi!» dcten aber ebenso leicht nur von den Dienstmädchen allein. Und nun der Höhepunktt Nimmt man den Stand der Analphabeten in Teutsch-Oestcrreich mit 9— 10 Prozent an. wai sicher nicht zu viel ist sAltösterreich bot 80 Prozent!), rechnet man die akademisch Gebildeten mit enva 3 Prozent, st» wird die Intelligenz dreimal nur von den Analphabeten allein niedergestimmtl In den Alpen- ländern mit ihren Nolschulen sind gar manch«, die angeblich nichi zu den Analphaveten(iür die Volt»zählung> zu rechnen siiid. in LZirklichleit aber gewitz nicht viel mehr al» ihren Namen schrei- den könne», jedenfalls nickt imstande sind, eine Zeitung Zu lesen. Sollte cS sich angesichl» dieser Totsachen nicht empfehlen zu rer- langen, datz jeder Wähler in der Zelle aus den an,!- lichen Bogen seine Kandidaten schreibe?! Tie mehr benötigten Zellen wurden gewitz durch ein vernünftigere» Ergebnis reichlich Heraulgeb rächt. Man hätte damit ja auch in Teutschland der eigentlichen Intelligenz(von.interlegere— unterscheiden"! l> zum Wohle der Gesamtheit einen grotzc» Dienst erwiesen. In 100 Jahren dürfte man sonst leicht unsere Zeit al» die eine» Masscnwahn- sinn» bezeichnen." Die.Umschau" nennt sich«Wochen- schrift über die Fortschritte in Wissenschaft und Technik", Herr Diick ist einer der bekanntesten Beruslberatungspsychologen und doch einigen sich beide aus diesen hinterwäldlerischen Original- bcitrag. der einen an beiden irre machen kann. Wa» ist das für ein Psychologe, der da» Stimmensckwergewicht eine» Asyl- iademieprofessor» gleichsetzt!? Sollte dieser Hochschullehrer so s.iiie Volkspfticht verabsäumt haben, datz seine Ansichten nicht f'hlten ihm: ein neuer Hut, Kragen, Krawatte. Ulster, Jackett, ein Paar neue Stiesel. Kurt Fried- wich und Hans G-lnsia waren 16 Jahre alt, Otto Werner stand im 18. Lebensjahre. Ich bemerke noch, datz mein Sohn sowie seine beiden Freunde sich nie für prlitische Dinge interessiert haben, auch d n Berl'ncr Kämpfen standen sie völlig gleichgültig gegenüber, wo- für ja schon der Umist. r-nd spricht, datz nichts Belastendes bei ihnen gefunden wurd-, was auch nur einen Verdocht hätte rechtfertigen können. Sie sind lediglich zu einem unschnldi- gen Vergnügen in meiner Wohnung zl!sammengekom.m«n und ich mutz die Verumtung aussprechen, datz nu.r le chtlinnl- gerKlaischundbösesGcrededieUrsachcwar.datz die drei jungen lebensfreudigen Menschen, fast noch Kinder, durch die Hand brutaler Menschen ihr Lekwn auShanch n muh en und noch im Tode durch das Standrecht geschändet wurden. Alle Leute, die die drei jungen Männer kannten. können ihnen das teste Zeugnis ausstellen. Ich rufe die Oesfenistchkrt an um Gerechtigkeit, dan-ft Klä- rung in dies« Angelegenheit gebracht wird. Ich bin Wi.we und in n' eineseinzigen Sobnes aus diese gra"same Weise beraubt worden. Er war mir in all den schweren Tagen die einzige Stütze. Ans schmerzerfülltem Herzen sende ich dieser Apuell au die Oessentkichkeit, von dem ich wünsche, datz er nicht umgehört verhalten möge. Frau Friedrich, Berlin Ö. 17, Am Schlesischen Bahnhof 3. Wer sind die Lepietungslrikppen? Die unter dem Schutze der Regierung gebildeten Freiwilligen. Verbände werden in der Presse als Muster für das kommende deutsche«Volksheer" hingestellt. Selbst der«Vorwärts" hat ihnen in schwungvolle? Loblied gesungen, weil sie sich so brav bei der .Rettung Berlin?" benommen haben. Wie es mit diesen Schützern der Ruhe und Ordnung in Wirklichleit bestellt ist, geht aus einer Reutzeruog des Geucrals M a e r ck e r hervor, die der Toldatenrat von Weimar protokollarisch festgelegt hat: „Sitzung am 15. Februar 1019 im Jl»Pavillon auf Einladung des Generals Morr-"er an den Saivotenrat Auwc'r'd ou'er dem Gen ral Maercker Oberst», v. Kliibcr und zirka zehn Onizierc, sowie tie drei VorsiandSmitg Uder des SoldatenralS Wci nar. Auf die vorgebrachten Beschwerden über die Ausführung der sogen. 0!egieri»ig3< nippen erwidert General Maeerler:„Fck, weih sehr wahs, daß von 100 Mann, die ich rnisielle, nur >0 Mann zu gebrauchen sind. T ie übrigen sind S p i v. bubrn und Verbrecher. Trotz' om erblick« ick, in der Organisation meines Korps die Grundlage für unser ziikünstiges BoikSheer. Slur die e ferne Disziplin, die Wieder' erstell, ing der kommandagewalt können zu dem gefleckten Sie*« füh-en." Ein niederschmetternde» Urteil au» dem Munde«ineS ManmeS. der selber B-sehlthabcr über eben diese Truppen von so tiefstehender nioralisckwr Beschasfenheit istl TaS Urteil ist natür- lich auch der Regierung bekannt. Trotzdem schickt sie diese Banden immer wieder zum Schutze der Ruhe und Ordnung in das Feld und bringt dadurch entsetzliches Unglück üler zahlreiche Familien. Die Untaten dieser Truppen in der Reichöhauptfladt reden eine lebendige Sprache über lhre moralische Deschasjenheit. Ane Ohlselge für den Jtomörls". Der Arbciterrat der Schwartzkopsf Werke bittet uns um die Ausnahme der folgenden Zuschrift: Der„Vorwärts" bringt di« nachfolgend: Notiz: Tie Zei'ungsverkäufer de?..VorwärlS" vor dein Schwach- kopffwerke(auch der bürgerlichen Bläiter) werden tätlich— und nicht in zarten Formen— bedooht. Geduldet werden nur die Verkäufer der„Freiheit" und der„Republik". UebrigenS soll eS vor einigen Arbeitsnachweisen genau so stehen. Tie Absicht über den Zweck dieser Mitteilung ist nur zu durch» sichtig. Uebrigens ist selbst das Bäckerdutzend Mehrheillcr, die noch in den Schwartzkopffschen Betrieben vorhanden sind, gamz erstaun, darüber, den» die Vehaupiung ist gla k ans den F ngern gesogen. Vielleicht aber weitz der.Vorwärts" Auskunft zu gebe» darüber, weshalb am 11. März- vormiitag», während einer Betriebsversammlung im Werk, plötzlich eine m i l i- tärische Besetzung crsolg'e. Trotz dietzir Bedrohung blieb die Disziplin der Arbeiterschaft unerschütterlich, auch angesichts von Flamin-cnwerf-rn, Handgranaien und Maschinengewehren. Di« Rokkerianer hacken keime Geleg-nhe't gefunden� die die«Bude zu nehmen", wie sie sich gegenüber einwand� re.en Zeugen ausgedrückt haben. Auch der Führer der Truppen fand bei Herrn Direktor N., dem Leiter des Betriebes, für sein Vorhaben nicht das geringste durch das Ansehen seiner Person allein und durch die Beredsamkeit seiner Gründe sür viele bestimmend werden? Oder sollte seine politisch« Feigheit. Passivität und Exklusivität am Ende gar die Schuld für die Grötz« de» Analphabetentums tragen und werden nicht am Ende die Nsylgreise, sdienstmädchen und Analphabeten nicht am Ende die Asylgreise, Dienstmädchen und Analphabe e» aussterben? Ob sie freilich erreichen werden, datz die pro'cssoralen Petresaften au» dem Leben in» Museum verschwinden,� da» erscheint nnS fraglich. Sicher ist nur. datz technisch-.wissenschast- liche" Findigkeit mit ungewöhnlicher politischer Beschränktheit Hand in Hand gehen kann. Rev lu iott und küuflle''. Diesem Thema galt der DienSwgabend im Blüchnersaal. Kurt Erich M e u r e r las einleitend seinen geistigen Aufruf zum Sozialismus, in dem er in den Tiefen der Scclc nach der Liebe und der neuen Menschheit schürft. Ge d Fr icke folgie ihm mit Vorträgen revolutionärer Dichter. Das Ausschreien und sensible Zittern, die Heisie Bosck-wörung der G d'chte von R. Becher, Ftranz Werkel» dnrchseelte Dichtungen, darnnier seinen klammenden RevolutionSaufrus, Walter Hasenclevers dramatische Gedichte und Paul Zechs mit Herzblut geschriebene Verse. Sllle» in allem- ES war zuviel der E'tslase sür einen Abend, trotz des einfüblenden Vortrags. Weniger wäre mehr gewesen. Die Anwesenden nahmen mit Wärme und berilickem Dunk die künstlerischen Tarbi.tui'.gen entgegen. B. Sch. vorkra's besidz für die berliner Mellerschait. Am Sv-intag, den 30. März, nachmittags VA Uhr, jindet in der Fcsthulle des Stadthause» der zweite der Vortrogtadende Alexander MoissiS statt. Die Eintrittskarien sind laut Inserat an den bekannte» Stellen zu haben. Der unabhängige sozialdemokratische BezirtsbildungsauZschutz hat durch die ent- gcgenkominende Bereitwilligkeit des Herrn Moisst in diesem Vor.ragStünstler nicht nur eine» der hervorragendsten Interpreten klassischer und moderner Dichtung geivonne», sondern auch eine» inbrünstigen Mittler zwischen Kunst uud Proletariat, den zu hören wahrhaft erfreulich ist. Verständnis. Ein Blutbad ist also vermieden worden durch die Bekonncnleit der Wer»Slci und der Arbri.erichast. Ilcbcr diese Provokation»e.r Arbeiterschaft weis; der„Vorwärts" inckts zu berichten, dafür spricht er von einer'.ätlrchcn Bedrohung seiner Zeitni.aSverkäuser. Dazu ist zu bemerken, datz die Schwach. k.pfkschen Arbeiter nu' Rowdys, die einem arm:» Teufel von Zci. tungsverkäufer se'nen kargen Erwerb unterbinden würden, nichts gemein dabei'. Eine Gemeinheit ist eS vielmehr, orgauisierten Ar- veitern etwas deror.igeS anzuhängen. Mii srW cher W Der Vertreter RoskeS, M a j o r G i l s a wusi!« di der gefirDn Sitzung d.r Nationalversammlung auf die tkrins.« Anfragen der Abgerndneten Haas« und Kunert keine Antworten zu geben. Tasür lteitzete er sein« Verlegenheit in herausfordernde und höhnische Phrasen. Sogar das«Berliner Tageblatt" ist unangenehm berührt da« von. Es schreibt: Als die Unabhängigen Kunert und Haas« dabei die Vorgänge in Halle, das Verbot der„Freiheit" und tie Verhängung dcS Standrechts in Berlin berührten, glaubte der Vertreter der Regierung. Major v. Gi l s a. in Zivil, die Anfragen mit«in paar nichtssagenden lapidaren Sätzen ab- tun zu löniien. Aus dringliche Ergänzungsfragen der boiüen Abgerrdneten hatte er lächelnd nur di? stereotype Formel: „Ich backe meiner Antwort nicht? hinzuzufü- gen." Im ersten Augenblick erregte das Austreten des Major» Heiterkeit im Hause. Nur die änsicrste Linke begehrt« aus. und der Abgeordnet« Haas« res:«Die Regierung scheint es als ihre Ausgabe anzusehen, die Nationalversammkunz zu der. höhnen l" ES wäre sicherlich ein Vorteil gewesen, wenn der anw. sende Rc icks-vehrmini ste r NoSk« durch ein« Erklärung von seiner Sei« die Situation gerettet hätte. Wir kazweifeln, datz Noske in der Lage gewesen wäre, eine besried'gende Anitvort zu erteilen. Aber die militärische, an» in a tz c u d c Art, in der sein Stellvertreter spricht, zeigt deutlich, was kür ein Geist im NeichSwehrministerium herrscht ES ist derselbe milftärische Geist, der uns in das Elend dcS WelUriege» geführt ha:. eine leere Dro'un?. Die bürgerliche Presse moldet auS Weimar: Im A u s s ch u tz für soziale Zl r b e i t e n, der in seiner euli en Sihura die ReckiSgiEtigkeit der Verordnung über die Wahlen der Vorsitzenden für die Krankenkassen zu prüfen hatte, erklärte der R.ichSrninister Bauer, datz er die Wiecker- Herstellung der alten Ordnung seinersei!» nicht zusagen könne. .Würde sie dennoch beschlossen, so würde es ihm unmiizlsch gemacht, die Geschäfte des gkeichkaroeit amtes wei.erzufähftm. Die Herren werden ssch Wohl schon bald wieder der« tragen. Dieser Vorsall aber zeigt, daß selbst sozial» politische Fortschrille auch heute den erbittertsten Widerstand der bürgerlichen Parteien finden, die selbst Gegner solcher kleinen Errungenschasten sind. Sie Unruhen ia Wilttn. In Witten a. d. Ruhr sind dir Arbeiter wrgen eine» Zu» s am in e n sto tz e S, der si'.b anlätzkich einer Demonstration vor der„Wittener Voskszeitung" mit der dorligcn Polizei ereignete, .in den Ausstand getreten. Seit gestern früh streiken außer den .Arbeitern tn Witten auch diejenigen de» Annener Gutz-Stahbivcr- ke» und des Kruppschen Stahlwerks in Annen. Die Zahl der Streikenden dürste sich ans rund IL 000 belaufen. Tie S'rei- kenden hielten gestern nachinittaz in Annen und Witten mehrere Versammlungen ab, in denen sie Forderungen sür die Wiederauf- »ahme der Arbeit gestellt haben. Tie Streikenden ve. laugen die Absetzung der Wittener Polizei und die Zurück- beruf ung der B o ch u m c r Sicher heitswehrcn, die zur Ausrechterhaltuug Per Ordnung nach dort cnlsaudt Wörde» iraren. (Bercraiffrcil in Varcelo�?. Madrid, 23. März.(Reuter.) In Bareelona hat ein General- streik den ganzen Sratzenbahiiticiist und die gesamte Industrie lahmgelegt, lieber Bareelona ist der Belagerungszustand der- hängt wordeil. Es ist möglich, datz der Belagerungszustand un» derzüzlich auch auf ganz Spanien ausgedehnt wird. kC-yi Hl■IIMgBWM—BI Sprengsiosfe gegen Kriegsschäden. Die Franzosen beschästigen sich begreiflichcrwei'e damit, ihre verwüsteten Nordprovinzen neu zu bepflanzen. Nack den„Comp- teS RenduS" wurde in einer Novembersttzung der Pariser Aka- dmic empfohlen, die Pflanzlöcher für Bäume usw. i»it Hilfe von Sprengstossexplosionen auszuhöhlen. Eine Patrone mit der Spren''ladung und verschiedenen dem Erdreich erwünschten Sal- zen(Phosphaten. Nitraten usw.) wird in die Erde gesenkt. Durch ihre Explosion wird die Ackerkrume rundckerum gedüngt, so datz die in die Sprenglöscher gepflanzte» Bäume sehr schnell auf- wach'en. In Nordamerika hat man eine Bcsihlenmzung des Wachstums aus? Doppelte erreicht. Wir wollen bosscn, datz das Pulver wieder z. T. gutmachen wird, was da» Pulver verübte! Dir Tanzoperette, Marke Gilbert, herrscht setzt in drei Berliner Theatern zugleich. Nach der„Keuschen Susanne" im Neuen Opcrettenhause sind setzt„Die wilde Hummel" ins Thaliotheeier und„D i e Schönste von allen" ins Zcntralthearcr eingezogen. Tie musikalische Er- findungSgaoe und der Sch'agerschmitz des Komponisten sicherten bei le'dlich lustigen Texten einen danerba'ten Pnbliki'mSerfolg, der im Thal'alhcalcr bc'oiidcrs von dem lang beinschlenkerndcn Herr» Westcrmcycr, im Zentrnl'heater von dem kurz lc ml scheu Herrn Basel» ertanzt und»rsungen wurde. Auch die übrigen Mitwirkenden nebst ArSstatinnz usw. leistete» Er- kleckliche» in dem Genre, das nun einmal«nicht tot- zukriegen" ist. Die„Frohen Abende" des GoclhebnndeS schließen am 31. März d. I. mit dem ILO. Abend ab. DaS von Sudermann eingeleitete Ilnternchmen wird vom Lonzertdirekior Eugen Stern im Monat April unter künstleri-chcr Leitung P'of. Waldemar MchrrS weitergeführt und. wenn der Versuch gd ng, als „V o l k S k u n st a b c n d e" dauernd beibehalten werden. Bei einer VoltSosterseirr,'-t« der VolkSkraft-Tund(Vorsitzender Dr. B uno Wille) Sonn.ag, dei, 6 April in Per ncr Opernhan'e ueraiistaltet, wirken Gen ral Musikdirektor Tr. Leo Blech, die Opcrnsängerin Emmi Leisner, soivic da- Orchester des Opernhauses mit. Im Wnlhalla-Thrater findet am 1. April die Trstanssühriing des VilfSstücfcS„Der Jäger ans Kurpsaiz" statt. Das Stück ist nach dem Roma» von Jnnnermann von Frrd. Bonn bearbeitet. Musik mit Beiilitzung dcutsck>er Volkslied-', von Victor Holländer. Rose.Thcatcr. Am t. April eröffnet Direktor Retz nach Solauf de« Gastspiels de« Friedrick-Withelmstädtlschen Theater» die Spiel- »cit mit einer Novität.Stärker als der Tod" von Carl M. Jakobs r; GswerffchaMchss. f- Tarifabschlub in der Putzbranche. .. Die n»>künsiiZcn wirtschaftlichen Verhältnisse haben nun auch 4te in der Putzbraizche Beschäftigten aufgerüttelt. Nachdem sich ein ZrZM: Teil dem Verband der Hutarbciter angeschlossen, wurdcnM'ort seitens der Verbandsleiiung Schvitte unternommen ZLr«iVerbesseru!.g der Lohn- und Ärbeäsbedingungen, die such von Erfolg gekrönt waren. Es wuirc zwischen dem Verband der Hut- und Filzwaren- arbciter und-arbeiterinnen, Ortsgruppe Berlin, und den Arbeit- gcberverbänden der Putzbronche der Ortsgruppe Berlin ein T a r: f v e r l r u z abgeschlossen. Tiefer sieht eine dreisährige Lehrzeit vor; die Entlohnung der Lehrlinge beträgt im ersten Halbjahr der Lehrzeit 80 Mark monatlich, im zweiten Halbjahr td Mark, im zweiten Lehrjahr 70 Mark, im dritten lOO Marl. AuSgelernte Zunrbeiterinnen erhalten monatlich mindesiens im vierten Jahre ihrer Tätigkeit im Berufe 738 Mar?, im fünften und sechsten Jahre ttW Mark, vom siebenten Jahre an 180 Marl. Garniercrinnen erhalten monatlich mindestens 200 Mark in der dritten, 22 j Mark in der zweiten und 275 Mark in der ersten lilassc. D'reltricen erhalten monatlich mindestens 800 Mark. Akkordarbeir rni Hause ist verboten, ebenso das Mitgeben von Arbeit an im Betrete tätige Arbeitnehmer. Die Arbeitszeit br trägt S stunden. Ein Aussetzen Wöhrend der stillen Zeit darf nicht statt'inden. Allen Arbeiinehmern must jährlich ein voll bezahlter Urlaub von mindesten? 8— 18 Tagen gewährt werden. Ein weiterer Bertrag, der vcreiucari wurde, schreibt außerdem die restlose Nachzablung der zu Beginn de? Krieges gekürzten Gehälter vor ferner d:e Zahlung einer einmaligen WirtschaftSbeihilfe von 100 bzw. 50 Mark an solche Arbeitnehmer, die seit 1. Februar 191' bzw. 1. August 1918 im Betriebe tat ig sind. Gegen die bisher üblichen Lohn- und Arbeitsbedingungen in der Putzbranche ist der Abschluß obiger Verträge als ein gewal- tmcr Fortschritt zu verzeichnen. An den in der Putzbranche be- schästigten Arbeiterinnen lügt es nun, die Augen offen zu hallen, daß Vertrag und Wirtschaftsabkommen korrekt innegehalten wer- dcn. Dazu gehört aber vor allen Tingen, daß sich alle restlos dem Verband der Hutarbeiter, Engelufer 15, anschließen. Dk Lage der Eewer�chastsangestellten. Von einem Gewsrkschcftscmgefkllten wird uu.S geschrieben: „Die Vorstände der Gewerkschaften Deutschlands bescbäftiglen sich unlängst, in einer von der Generaliommission einbrufencn. Konferenz in Berlin mit der Zahlung einer cinmaligen Teucrungs- zulage oder EntschuldungSfumme, wie sie auch genannt wird. Der Bor-itzeiidc Legien sprach dagegen. Damit war die Hoffnung gerade tzgr GewcrkschastSangeftcllien. die nicht in den Verbands- vorständen sitzen, vernichtet. Die Angestellten der Or'Sverwakttzn- gen, Gcschäfieltellen usw. stehen durchweg meist' nisdriaer im Ge- halt wie die Angehörigen der Verbandsvorstände. Dafür sind die ersteren aber auch die Arbeitepferde. Tie sind«S. die die un- geheure Kleinarbeit in Agitation, Abschlüsse von Tarifverträgen, Lohnverhandlung«,, mit dcn Nuternehmern machen müssen. Diese sind es. die auch für die Organisierten große Entschuldungssummen rauSschinden müssen und für die nicht der Achlstundentag gilt. Von den Vorständen der Or>>anisationcn werden die Angestellien niedrigen Grade? höchstens abgerüffelt. wenn in den Arbeiten, sei eö E atistikcn od�r deroteichcn. mal e was nickt klappt, oder die Vorstände sich in die Materie nicht hineinfinden können. Tic Vori.änderonfcrenz mit ihrem Vorsitzenden Legien scheint dieses all.s nicht zu wissen, oder handelt man nach dem Grundsatz:„Ter riinul der den Hafer verdient, darr ihn nicht fressen." Was nun dem ennn recht, muß dem andern billig fein. Gerade die un eren E�lverkschaf'Zangeftelllen sind es, die mi. Arbeiten überlaste sind und die am niedrigsten im Gehalt stehen und die iängste tägliche Arbeitszeit von 12 vis 1?» Slunden haben. An hr Wissen und .Können, an ihre Nerven und Gesundheit werden die größten An- sarderungen gestellt. Sie müssen anständig pclleidet sein. Durch ihre Tässgkeir sind sie gezwungen zu Ausgaben im Außendienst, die durch die schmalen Svelen nicht ausgeglichen werden. Wenn di« Verbandsvorstände nickt die Einsicht haben, sollten doch die Mitglieder in ihrem eigenen Interesse für ihre Angestellten ein- treiei!. um ihre Nrbcitssreudigkei' zu erhalten. Vielleicht tragen diese Zeilen dazu bei, daß in Mitgliederkreisen hierüber nach- gedacht wird." W.r wollen besonders das in den/letzten beiden Sätzen Gesagte auch emvfchlcn. Was der Einsender ausführt. trifft im großen ganze« zu. Die Gewerkschaftsmi'glieder können von ihren Angestellten verlangen, daß diese ihre Interessen gut vertrete«;- tun sie das nicht. Mnen sie von ihrem Posten wieder entfernt werden. Andererseits tollten die GewerkschastsangeslekTen aber auch nicht schlechter gestellt sein als die nock im Beruf Tätigen. Wo das noch der Fall ist, sollte eine Aufbesserung er- folgen. LersicheriMgSanqestellie! Am Donnerstag, den 27. d. M, nachm. Yt* Uhr, findet eine Vcriamin'ung der Obleute der An- gestellten-Aus'chüsse in dcn Sopheusälen statt. Jeder Betrieb mutz vertreten sein. Achtung! Arbeiterräte der Ll.S. P. D. Am Donnerstag, den 27. März, mittag» 1 Uhr. findet mr Vlenarsaat des HerrenhaiiieS. Leipziaer Straße, eine �roktionSsitzung der Arbeiterräte der U. I. P. D. statt. Aollzählicses Erscheinen ist bei der Wichtigkeit der Taacs- ortiuma unbedingt erforderlich. Der Frvktivnevorstand der 11. S. P. T.- Arbeitrrrätr. Sommerfeld. Gegen die Freiwilligen. Ae Arbeiterschaft der Artillerie'.nerkstatt Spairdau-Süd bat einstimmig folgende Resolution beschlossen: .Die am 24. 3. tagende Beuiebsversalninlung von etwa . 4000 Arbenern und Angestellten der Artilleriewerlsta-t-Tüd, Spandau, betrachtet Arbeiter, die sich für die Freiwilligen- Formationen anwerben losten, als V e r r ä t e r o n den eigenen si! l a s f e n g e» o s s c n. Sie tonnen keinerlei Grunde für deren Tun als Nechiferiigmig anerkennen und geloben d'efe Verräter am Proletociat, die sich z u r N i c d c r k n ü t t c l u n g ihrer eigenen Arbeitsorüder hergeben, zn boy- tolticrcn und auch später eiu Zusammenarbeiten mitihnen abzulehnen. Die Arbeiter schoft der Rrtilleriewerkstatt-Tüd fordert die gesamte revolutionäre Arbeiterschaft Deutsch- lauds auf, sich diesem Vorgehen anzuschließen llnd - zegebcueitfalls überall, wo sich ehemalige Freiwillige zur Ar- deit melden, ein Zilsaminenarl'eiten mit diesen abzitlohnen." Diejc Resolution wurde einstimmig angenommen. Moissi-Borlräge. Ter BezirkibildungSanSschuß der sozialdemokratischen Wahl- vereine>U. S. P. T.> veranstaltet auch am Sonn.ag. dcn 30. März. unclin. 3'/. Uhr. im«ladlhuuS. Ei»>mng Kloiterstraßc, Vor- t r a a c Alexander M o i s s i S für die Berliner Arbestersckvifr. Wir bitten luiscre Genossen, sich rechtzeitig mit IhnmliS- karten zu versehen. Die Wiederholung der Veranstaktung ist nur durch besonderes Entgegenkommen des Herrn Alexander Züoissi möglich. Eintrittskarlen zum Preise von 1 M, sind vom Donnerstag ab:n den Kreisbureauö in der Gerichtstr. 71, Konigsbener -tratz? 27, Lichtenberg. Neue Bahnhof str. 31, Neukölln, Neckar- straße 3. bci den Kassierern des 1.. 2., 3. und S. Kreises sowie im Sekretariat, Schicklerstr. 5, zu haben. Der Bildungsausschuß. An unsere Postabonnenten! Tamit im Bezüge der„Freiheit" keine«nllebsamr Unterbrechung eintritt, ersuchen wir nnsere Postabvnnen- te», das Nb"nneme,it auf die„Freiheit" sofort zu er- neuer», p Unsere Zeitung kostet durch die Post bezogen viertelfst�rl'ch 7, ZV M., für einen Monat S,ZO M. Da« Bestellgeld beträgt vierteljährlich 42 Pf., monatlich 14 Pf. Da in dieser Zeit das Lesen eines unabhängige» sozialistischen BlatteS für jeden Parteigenosse», für jeden Streiter für Freiheit und Volksrechte überaus not- wendig ist, sind wir davon überzeugt, dast alle unsere ktbonncnten nnsere Zeltung nicht nur wcitcrbrziehen, son- der» ihr auch neue Leser zuführen werden. Der einfachste und billigste Weg ist, bei dem Post- .r m t oder bei dem Briefträger des Wohnortes zn abonnieren. Auf besonderes Verlangen liefert daS Postamt die im lanscndeu Monat erschlenenen Nummern gegen eine Gebühr von Ist Pf.«ach. Bei etwaigem Ausbleibe» oder dem Fehlen irgend- einer Nummer reklamirre mau immer beim Postamt des Wohnortes(nicht bei unserer Expedition). Das Postamt gibt die Beschwerde weiter und läßt dieselbe amtlich erledigen. Werbt Abonnentett für die „Freiheit"! Eine öffentliche Anfrage. Wir werden um Veröffentlichung nachstehender öffenllicher Aufrage gebeien: Am Sonn'ag, 9. März, nachmittag?, als mein Sohn Fritz Böhme von einer Belriebsversammlung nach Hause kam. wurde er in ni einer Wohnung Alexanderstr. 9. auf eine falsche Denun- ziation hin von der-Ächutztruppe Lüttwitz, 51. Artillcric-Regimeirt, verhaftet. Er sollte geschossen haben. Wir suchen denselben jetzt 14 Tage. Auch der VollzugSrai kann ihn nicht finden. Ich nehme daher an. daß mein Sohn nach seiner Einliescrung aus Pclizeirevier 20, Magazinstraße, wo er auch aebuch! ist, von der Schlitztruppe rechtswidrig ermordet wprde. Von unserem ganzen Betrieb können wir Zeugen stellen darüber, wo er sich vor- und nachmittag? ausgestalten hat. Cepi- imalion. Geld und Uhr ist mit meinem Sohn verschwunden. Viel- leicht gibt die beGessende Schutztruppe Aufklärung. Nebenbei will ick, nock bemerken, daß in demseldw Hause ein Iröulein Lina Ullrich verhaftet wurde, die sich im GefänaniS be- findet, nur mein Sohn nicht. Sie sind zusammen Maga.zin'traße ein-xliefcr!, auch zusammen auS-'elicfert. Wo ist also mein Sohn gebirben? Adolf Böhme. Alexanderstr. 9 Wir nehmen an. daß dem bekümmerten Vater umgehend eine Aufklärung über den Derbleib seines CohnrS gegeben wird. Die Prozesse in Moabit. Am Sonnabend und Montag wurde bor drei Strafkammern des Landgerichts l. gegen Teilnehmer der„Vorwärts"- Besatzung während der Jairuarunruben wegen Ausruhr und Landsriedenkbruch verlande». Tie Derhand'un? am Sannabend vor der 9. Strafkammer zeicknet sich besonders durch das vom Staolianwalt kcantragte Ttralmaß vor den andern aus, da? in eine n Tall 1 Jahr 6. Monate, in anderen Fällen 1 Jahr bis 1 Jahr 3 Monale Ge'ängnis betrug. Das Gericht erkannte gegen Reiff. R ü tb und B i a l e z e r k i e w S k i auf je 9 Monate, gegen Moser. Petrick. Pratzsch und O l sch e w? k i aus je 8 Monate, gegen Gronau und Denk- me r auk je 7 Monate und gegen N i tz arm 6 Monat« GeifüngniS. Datum des 18. März betrechtigen zum Eintritt. Ein bezeichnendes Lickt auf unsere heutigen RechiSv-rhältinsse warf die Verhandlung am Montag vor der 8. Strafkammer, aus der sich ergab, daß der Ochmann eines AngestelltenauKschusses Börner auf Grand einer anonymen Anzeige von d:r Staats- anivaltschai verhaftet und 6 Wochen von seiner Familie getrennt in Untersuchungshaft gehalten worden ist. Nach der Denunziation sollte er zu den revolu.ionären Obleuten der Berliner Großbetriebe gehören. Die Beweisaufnahme ergab die Kalilosigkeit der ganzen Anklage. Börner sowie Buchow und P r o n z i n S k i mußten sreigesvrcchen werden. Der Lnae klagte M i e l e n z als angeb- liZer Gruppenführer der Vorwärtsbesatzung wurde zu 11 Monaten Gefängnis vtrurteilt, G ü l tz o w erhielt 10, K v l l m a n n 9, Prenzel S und Jwikautzki. Alt mann urd Lieb ig 'e 7 Monate GefängniSl In der Verhandlung vor der 10. Stra- kaminer wiedrrholte der Verteidiger Justizrat Dr. W e r t b a u e r d-n Nn'raa. die ehemaligen BoUSbeailf-ragton Ebert und Scheide- mann sowie Ostermann und andere Fübrer der revelulwnären Besatzungen zu st-den. um einerseits festzustellen, daß die den ..Vorwärts stürmenden Truvven nicht als eine bewaffnete Macht der Regierung im Sinne de« Gesetzes anzusehen, daß die sich damals belämpfenden Gruvpen als feindliche mit einander krieg. führende Mächte zu betrachten sind, andererseits, daß im„Vor- wärts" keine öffentlich zusammengerottete Menge, sondern ein« wohldisziplinierte, organisiere Besatzung vorhanden war. mit dw die sogenannten Regier,'ngStruppcn als glc-.ckbereck iigtcr kvieg- führender Macht über Waffen,'tillstand. straffreien Abzug usw. verhandelten.,,. Im Gegensatz zu den andern Kammern zog daS Gericht in der Urleilkbegriiiidung die damalige politische Erregung als stras- inilderud in Betracht und erkannte gegen die Sngeklagton Ullrich, Schien ßner, Schnell und M a i h ö f e r auf eine Strafe von je 8 Monaten, g'gon S ck e r b a r t h und Baume r.t eine folf c von ic 7 Mona en. geoen G r u h l S und gegen S i e k e 5 Monate Gefängnis! Der Angeklagte Fitzke wyrdc wegen Mangel? au Beweisen freigesprochen, das Verfahren gegen G ü I z n e r vertagt. In der gestrigen Verhandlung vor der 9. Ttratkammer de? Landgericht l handellc es sich um 12 Zleiknebmer der„Vonvärts"- Besatzung, die am Morgen des>l. Januar beim Sturm aus da? Gebäude in die Hände der Regieriingötriippen gefallen waren. Tie BeweiSaiifnahme ergab weivg Belastendes für die Ange- klagten, in dcn meisten Fällen waren sie nur im> eck in schon Betrieb der Druckerei tätia. Tis Gericht kam de-?halb zur Frei- svrechung der Angeklagten Lemhöser. Olrapenkin. Lang» er und Abbatc Ov.ne. Zur gesevlich niedrigsten Strafe von 0 Monaten murde» Pie»schalSki.« ck, e r i f. Paul S ck, in i d t. H n ck e r und P»Szet verurtelt. Sckarf ■ und Kai, ewSki e:hieltcu 7 Monale, Strauß 8 Monate Gefängnis! Tempelhsf. Wiederum beschäftigten sich die Semcindeveriretev mit einem Antrag auf Amtsniederlegung der unbe» isoldeten Schöffen. Nach einer erregten Debatte stimmten diesmal außer den Unabhängigen und Mehrheitssozialisien auch i die Demokraten für vorstehenden Antrag. Trotzdem nun ein �Mehrheitsbeschluß vorliegt, sind die Tempelbofer unbewldeten Schöffen so starrköpfig, daß sie bis heute noch nicht von ihrem Amt zurückgetreten sind. Für die Erweiterung des Ge- meindevorstandeS um fünf Schössen wollen die Demokraten erst dann stimmen, wenn der Arbeiterrat sein« Slemter niederlegt. Für die Mehrheitssozialisten hatte Herr Ewald bereits zugesagt. Gen. Jrrgang erklärte:»Ter Arbeiterrat sei auch weiterhin notwendig. Es ist ein undemolratisches Verlangen der Demo- lra en, die Führer zum Rücktritt zu bewegen. Darüber haben nur die Mandatgeber zu bestimmen."— Für den Haushaltsaus- schuß wurden zu den in der letzten Sitzung gewählten sechs büraer, fichen Vertretern 5 Mehrheitssogialisten und 8 Unabhängige sJrr» gang und Becker) gewählt. Derselbe Ausschuß soll die Neubildung von Kommissionen vorbereiten.— Ein« sehr erhitzte Diskussion brachte die Anfrage der U.S>. P. und P. B.„über die Bildung e�iner Einwohnerwehr". Der Bürgermeister und auch der Syndikus mußlen sich mancherlei sagen lassen wegen ihres Ver» Haltens in dieser Angelegenheit. Trotzdem, diese Herren Kenntnis hatten von der Bewaifiiung eines bell im inten Teils der Einwohner (meist konservaiive Offiziere) durch die Garde-Kav.-Schützen-Tivi- sion haben sie den Arbeiterral davon nickt in Kenntnis gesetzt. Erst als der Arbeiwrrat auf große Waffenlieferungen auf- merksam wurde und Halloh schlug, iah man sich genötigt, eine öffentliche Versammlung zwecks Gründung einer Einwohner- wehr einzuberufen. Ties« Versammlung wurde vom Bürger- meisier im Auftrage der Garde-Kgv.-Schützen-Divlsion einberufen und auch geleimt. Unsere Genossen Sckmidt, Jrrgang. Becker und Gutknecht kennzeichneten das reaktionäre und konterrevolutionäre Treiben in gebührender Weife. Zum Schluß erklärte her Bürger, meister, sich in dieser Angelegenheit mit dem Arbeiterrat in Der- bindung zu setzen.— Betreffs des Lohntarifs der Ge- m e i n d e a r b e ite r lag ein dringlicher Antrag beider sozial- demokratischen Frakäonen vor. Nach diesbezüglichen AuSiührungen der S. P. und U. S. P. sJrrgang) soll am nächsten DenncrStaz eine Gemeindevertretersitzung stattfinden, die sich mit diesen Fraaen zu beschäftigen hat und soll der erste Lohn nach dem neue» Tarif bereits am Freitag, den 28. d. M., gezahlt werden. Wittrnon. Am Freitags den 81. d M., fand sin Raibaui« die erste Sitzung der neuen Gemeindevertretung statt. Nach- dem die Einführung der neugewählten resv. wiedergewählten Gemeindevertreter durch den Bürger ned'ter vollzogen war. gaben unsere Genossen eine dahingehende Erklärung ab, daß sie e? als eine Sellbitverständlickikeit betrachten, daß der Gemeindevorlland resv. die Sckküsen von ihren Aemiern zurücktreten. Eine bin- derde. zu'agende Antwort wurde unS nicht gegeben, iedoch soll diese Llnrelegenheit in einer in den näch'ten T-'en stattfindenden FracktionSsitzuna unter Hinzuziehung der Sckörsen geregelt wer» den.— Nach Erledigung geschäftlicher Mitteilungen gelangte ei» Antrag untrer Genoffen aus gemeinds-ertige Ver'oroung der Einwohnerschaft mit Hausbrardrstalimperlall>ten zusammerarveilen könne. Zur Gewerkcha'tsfrape fordert Redner di« Genossen aus. nickt auszutreten, sondern sich rege zu betätigen und die kommenden Versammlungen zu einer Abrechnung mit den bisherigen Bor ständen und der Generalkommission zu gestalten. Die Vorstands» wähl befriedigt ihn nicht, denn was Haast: von Däumig trennt. trennt ihn auch von Erisspian, der auch sehr weit link» steht. Zuletz! fordert Redner aus, dafür Sorge zu tra-cn. daß überall im Sinne der programmalischcn Kundgebung gearbeitet und daß da- mit unter den Massen eine reac Propaganda cwtsab et wird. Auf diesem Boden kann sich nur die Einignna des Proletariats bell- ziehen. In der Diskussion, an der sich die Genossen App-lt. Eichen. Wolter. Siewer» und K l a u ß n e r beteiligten, wurde dcn ArSführun-en Künstlers im wescn'licken zugestimmt. Bemängelt wurde die Sckreibweiie de r„Freiheit" hier müsse Remedvr geschaffen werden. Von einzelnen Rednern wnrde der Ruck nach links bestri ten. L a ch m u n d lvics dieie Behailvtungen zurück und verwies hauptsächlich noch aus den Beschluß de? Parteitages betr. Mitgli.dschair in zwei Parteien. Er forlert die Kommunisten-aus. soviel R un'ichkeitK''cfühl zu besitzen.-m auszutreten und nickt ne>ch einer Partei Mittel zuzu- sübren. die sie nachher mit Sckmutz beivertcn. Künstler? Schlußwort klana a»? in den W'rten. die Diktatur de? Prolet-r'ats ist keine Gewaltherr schall, sondern in Wirk'ickkcit die Herrschaft der Mehrbri' Volkes. Sorgt für die Rcvolutionie'.ung der Köv'e. alles für di« Partei, alles für unsere Arbeitcrbrüder und �-schwcstern. Verantwortlich für die R-daklion Alfred Dielegp, Nculiölln.-- > Verlagsgenossenschost„Frcilieit".«. G. m. b H. Berlin. � Druck der Lindendruckerei und Berlaaegefellschasi m. b. H., Schillbaue.damm IS.