Änzelprels 10 pfg- Jahrgang 2 erscheint morgen» und nachmittag», an Zonn» und.gesttagrn nur morgen» Der Bezugspreis beträgt bei freier Zustellung in» Igau» für Gro�-Berlin oder bei dtrektene Postbezug ohne Bestellgebühr manatl. 2.50 CT, bei Zustellung unter Streifband»,50 CT. vi-.Freiheit« ist in den ersten Nachtrag der Postzeitungsliste für i?i» eingetragen. Redaltion: Berlin NW.«, Schiffbanerdamm 19 in. Fernlvrecher: Amt Norden**95«nd»89«. Lreitag, öen 11. �pril 1010 '" Nummer 175- Menö-Kusgäbö Znfeeat» kosten die achtgefpalt. Nonpareillezeil- Ger deren Baum SO Pf,„Kleine Anzeigen! str' ; da» fettgedruckte Wort«0 Pf, jede» weiter- wort 20 Pf. Teuerungszufchlag 50% Bei• Familien» und verfannnlungsanzeigen fällt der Zuschlag fort. Inserat» für den daraus- 4 folgenden lag müssei, spätesten» bi» z Uhr nachmittag» bei der Expedition aufgegeben fein.■ Expedition: Berlin NW. S, Schiffbauerdamm 19.. Serniprechy:: Amt. Norden 976$:\ ' v i"'' i Blutige Zusammeustöde im Ruhrgebiet Generalstreil im Lohrgebiet. n.r.-?�. amtliche Vstrichterstattuna nbc'r die Lape IM Rulir. ki?» � außerordentlich diirftta, ein deutlicher Beweis da- tri!' die Repierunz bemüht ist, einen Schleier über �''e unbequenren Vorgänge auszubreiten. d°~rr>. Hungen wissen nur über Zusammenstöße zwischen � RegierungZtrupPen und der Bevölkernna zu berichten. �2%.. bezeichnend für die Lage im Rnhrgcbict, wie sie sich urch die unverantwortliche und völlig holt- oje Stellung der Regierung herausgebildet hat. iftsiße die Regierungstruppen nicht im Sireilgebiet waren, �"lcht die. geringste Störung der öffentlichen Ruhe und .'cherhcit eingetreten. Das ist um so bemerkenswerter, als .er streik den denkbar gewaltigsten Umfang angenommen strl€§ selbst in ruhigen Zeiten nicht leicht war, Ruhe ... Ordnung in diesem Gebiet aufrecht zu erhalten. Daß i* Ie|t aber gelungen ist, spricht dafür, daß die Streikleitung «p"chlgenden Einfluß auf die Streikenden auszuüben der- standen hat., , Daß die Regierung eS gewagt hat, diese Streikleitung jeden Grund zu verhaften, mächt sie verantwortlich für Folgen dieser provokatorischen Haltung. T�tm wie aus dem Telegramm aus Essen hervorgeht, hat bis- �-Zugeständnis der Einführung der Vstllndigen Arbeits- Mi. keinen Einfluß auf den AbbruchdesStreiks aus- a uihen vermocht. Das dürfte im wesentlichen der Tatsache zuzuschreiben sein, daß die Bergarbeiterschaft kein Ver- ? u e n zu einer Regierung fassen kann, die zur Mchen Zeit, wo sie Versprechungen abgibt, die unerhörteste ,, m ton der Arbeitersck)ast verübt. Wenn es jetzt nicht «w Ruhe im Ruhrgcbiet kommt, wenn der Streik der Berg- uroeiter weiter geht und durch das Eingreifen der Regie- �'ugstruppen Menschenleben geopfert werden, so wird die 'aglerung die Schuld daran nicht von sich abweisen können. «lsen, 11.«peil. � T i e Lage hat sich bis heute wenig verändert. Ttroßenbah« hat ihren Betrieb nech nicht aufgenemmcn. Bergarbeiter verharren weiter im Streit. JCfietn wurde die Essener BvlkSwehr vom west- lisch, � Freikorps Lichtschlag wegen ihrer �"Zuverlässigkeit ausgelöst und entwaffnet. , fischen RezierungStruppen und Aufständischen kam rS im Laufe J8 Tages zu zahlreichen Ausammenstöffen. Immer 'edex wurden Pesten überfallen und Angriffe aus Regierung»- �''Upcn, wen» sich diese in Neinerer Anzahl auf der Straffe sehen Effert, verübt. Die R e g i e r u n g» t r u p p c n haben dabei erhebliche Anzahl v«n verwundeten zu beklagen. Auf " Gegenseite ist ein«»röfferc Anzahl Toter zu verzeichnen. Ruhe wurde wieder hergestellt, als die RgierungStruPpen «riiffere Sräfte einsehte». Die tage lu Bayern. Die Lage in Bayern ist noch ganz ungeklärt. Es liegen ur wenige amtlich Berichte vor, die vom W. T. B. verbreitet ucoen und mit Vorsicht aufzunehmen sind. Nürnberg, Ii. April. Aach Blätkemicldungen wurde in der gestrigen Sitzung de» und S..RatcS in Fürth die N ä t e r e p u b l i 5 mit Mehrheit Gelehnt und die Rater« gierung in Bamberg gestürzt. vN R egensburg wurde gestern mit 13 gegen 5 Stimmen der ulsthluß, ine Rätcrepwblik einzuführen, wieder aufgehoben. Stuttgart, 11. April. Tom Garnisonrat in Neu-Ulm fBahern) wird telegraphisch '"ug-teilt: Die Garnisonen Reu-Ulm, Dillingen und N e u b u r g sowie auch Nord, und Wcstschwabcn stehen hinter er RcgierAng Hoffmann. SWpalhiekkndgebuvg der vaukbeamke«. Privattelegram» der.Freiheit". A!' r-ipzig, 11. AprU. T>ie Leipziger vankveamten habe« beschloffe«, i« de« S h m- �thieftreik für die Berliner Bankbeamten einzutreten. V r-4''!.'■;■'» J Frankfurt», m., 11.«pril. � Daß Kartell Frankfurter Bankangestelltenvcrbände erläßt eine �ffmpathickundgebnng für die i« Ausstand stehend«« Berliner Genossen! Genossinnen! Der erste Mai ist vor dreißig Jahren auf dem inter- nationalen Sozialisten-Kongreß in Paris als Feier- tag des Weltproletariats bestimmt worden. Dreißig Jahre harten Ringens mit den Mächte« des Kapitalismus liegen hinter uns. Der Maigedanke hat immer tiefer in den Köpfen und Herzen des Proletariats Wurzel geschlagen. Stärker als je lebt in den Massen das Bewußtsein, daß die Stunde des Kapitalismus bald schlagen wird, daß der Sozialismus siegreich durch alle Länder schreitet. Der Achtstundentag, für den wir am ersten Mai Jahrzehnte hindurch demonstrierten, für den die Arbeiter und Arbeiterinnen opfcrvolle Kämpfe führte», ist unter der Wucht revolutionärer Bewegungen in ver- schiedenen Ländern bereits zur Wirklichkeit geworden. Die anderen Länder werden bald folgen. Schon ist die Forderung nach einer weiteren Ber- kürzm-g der Arbeitszeit für die in schwerer Fron, nament- lich unier Tag Arbeitenden, zur wirksamen Parole ge- worden, deren Berechtigung nmner mehr anerkannt wirb. Ihr gilt auch der Maientag. Vergeblich hat das internationale Proletariat von Jahr zu Jahr für den Bölkerfrieden demonstriert: es hat den Weltkrieg mit feiner grauenivllen Zerstörung menschlichen Lebens, merstcblicher Gesundheit, menstblichen Glückes, mit feiner Verwüstung der Länder, mit seiner Untergrabung der Kultur nickt zu verhindern vermocht. Kinder und Kindesktuder werden die Wirkungen dieser Barbarei noch spüren. Proletarier, die von denselben Idealen erfüllt waren, haben auf Besch! der dem Kapitalismus dienende» Machthaber die lotbringenden Waffe» gegeneinander er- hoben. Millionenfach find ihre Blutopfer. Das darf nicht wicher geschehen— das ist das G»° löbnis des ersten Mai in diesem Jahre. Und es wird nicht wieder geschehen, wenn das Proletariat in allen Ländern feine geschichtliche Ausgabe erkennt und zu erfüllen entschlossen ist. Wir stehen mitten in der Weltrevolution. Rur noch ein Hüben und ein Drüben gibt es: hier Kapitalismus, dort Sozialismus. Wer mtt der Bour- geoiste paktiert, verrät das Proletariat, vermehrt feine Qual, verlangsamt seinen Siegslauf. Den Sieg raube« kann ihm freilich keine Tücke, keine Gewalt. Sieges- gewißheit ist in ihm lchendig. Den Vorkämpfern in Rußland und Ungarn sendet das Proletariat Deutschlands feine heißen Grüße. Wir in Deutschland erheben mit aller Entfchichenheit die Forderung, daß sofort ein Freundschaftsverhältnis zur russischen Sowjetrepublik hergestellt, daß die rohe, niedrige Hetze gegen die russischen Brüder aufhört. Wir protestieren am 1. Mai auch gegen das blui- befleckte Gewaltregiment im Inner«, gegen die Wiederaufrichwng des Militarismus, gegen die ver- logene Hetze gegen unsere Partei, gegen die Verfolgung Andersdenkender durch die Regierung. zur Maifeier, Genojlsn und Genojsinnen! An diesem Tage ruht die Ardeik. Zu einer dem großen Ideal der MensckMtsbefreiung würdigen Art werdet Ihr alle um Euch sammeln, die eine, Sinnes mtt Euch sind, die der Erfüllung entgegen führe» wollen, was die Novembertage verheißen haben. Mit gesteigertem Mut, mit entschlossener Tatkraft, mit glühender Begeisterung— so wollen wir de« ersten Mai begehe«. das Zentra!komitee öer U. S. p. d. Arthur Erispie». Wilhelm Dittmau«. HugoHaase. GustavLaukant. Dr. Julius _ Mole». A»na Nemitz. Luis» Aietz. Zöses Gewisse«. Ver„Vorwärts" hat in der Sozialisier u n g Ki s« rr g e ein schlechtes Gewissen und sucht den VerHand« lungen des Rädekongvesses in einem Artikel vorzu-i bauen, m dm er sich neben Eduard Bernstein auch aufj Kautsky und Hilferding beruft, die stets vor einer über« stürzten Sozialisierung gewarnt haben., Das. ist vollkommen richtig. Rur vergißt der„Vor», warts" mit Absicht, hinzuzufügen, wann diese Warinmgew erfolgten und welches ihr Sinn gewesen ist. Gewiß! waren die genannten Genossen der lleberzeuguiig. daß sürj die Durchführung der Sozialisierung Zeit nötig ist, daß nicht von einem Tage auf den anderen die gesamte Wirtschaft schon in eine sozialistische umgewandelt sein kann. Aber daß ein halbes Jahr nach der Revolution auch n i ch t d a s geringste für die Sozialisierung getan sein werde, daß wir dann so weit als je auch nur von den ersten Schritten entfernt sein würden�, das hatten sich damals weder die Vertreter der Unabhängigen, noch, wie- wir»u ihrer Ehre annehmen, die wenigsten der Rechts-� sozialisten träumen lassen. Auf dem ersten Rätekongreß im Dezember, auf den» Hilfcrding das Referat hatte, wurde die von ihm beantragte Resolution einstimmig angenommen. Und diese Resolution forderte die sofortige Inangriffnahme der Sozialisie- nrng der dazu reifen Wirtschaftszweige, insbesondere des Bergbaus. Weiter! Etwas später beantragte die Sozinlisieruugs-. kommission einstimmig den Erlaß einer Verkündigung, der die Bodenschätze sofort als Eigentum der Nation erklärte und die Aufhebung der Bergwerksregaie ohne Entschädi- ung verlangte. Die Regkruna hatte damals abgelehnt. a» zu tun. Sie hat weiter nichts getan, bis den Berg- arbeitern die Geduld riß, sie die Neunerkommission einsebten und da? Kohlensyndikat unter ihre lkontrolle stellten. Die Regierung mußte damals die vollzogene Tatsache aner- kennen,- begann aber sofort ihre Minier- und Sabotage» arbeit gegen die Neunerkommission. Diese Tätigkeit setzte sie fort bis zum Generalstreik im März. Der zwang sie endlich zu„Sozialisierungs"maß- nahmen. Aber wie sahen diese aus? Zunächst eine allge». nieine Proklamation, die etwas ähnliches besagte, wie die! Verkündigung, zu der die Sozialisierungskommission Monate vorher geraten halte, und die sie nur als ersten Schritt aufgefaßt wissen wollte, dem sofort die weiteren folgen sollten. Dann das K o h l e n s o z ia l i s i er u n g Sg e s e tz. Ein elendes Pfusch werk, das von niemandem ernst genommen werden kann, das selbst von dein Blatt der Gc- neralkommission einer vernichtenden Kritik unterzogen worden ist. Es bedeutet nichts weniger als eine Sozialisicrnng, sondern nur das Versprechen, daß etwas ge» setjehen soll._ Was. weiß kein Mensch nur das weiß man, daß die Regierung erst ihre Pläne einein Beirat vorlegen wird, und daß dann die Nationalversammlung darüber be- - �.ist ein Gesetz, das nur dem Zweck dient, die wirkliche Sozialisierung zu verschleppen. Dabei lag damals bereits seit Wochen der Entwurf der Sozialisierungs- kommission vor, der einen ausgearbeiteten Plan zur Ver- gesellichaftung des Kohlenbergbaues enthält. Die Regie«' T-!*!-0' absichtlich diesen Entwurf der Oefjent« lichkeit vorenthalten, kümmert sich darum ebensowenig, wie "TLdie gründliche und erschöpfende Enquete, Die die Kom- nnsston veranstaltet hat, und verschleppt weiter. So oft ein Mitglied der Regierung jetzt den Mund auftut, geschieht es, um zu verkünden, daß die Sozialisierling angeblich unmög- uch fei. Und da erlaubt sich ber„Vorwärts" die Darstel- Jung, als ob die Mehrheitssozialisten die Sozialisierung ebenso entschieden forderten als die Unabhängigen! Es muß gesagt werben, daß das ein g r o b e ll T ä u s ch u n g s v e r s u ch ist, Damals wie heute wollten, wir keine überstürzte Sozialisierung. aber gerade um diq Ueberstürzuna hintanzuhalten, war es notwendig, mit alleii Energie sofort die Sozialisierung zu beginnen� Längsten» im Januar hätte der Kohlenbergbau in gesell- ickaftliches Eigentum überführt werden, hätten ander» WirtsckiaftSzweiae bereits für die Sozialisierung vor. bereitet werden können. Und an diese Anfänge hätten sich unmittelbar die Vergesellschaftung der übrigen Zweige dcff Bergbaues und die einer Reihe anderer Industrien an- schließen lassen. Die Regierung hat aber gor nicht daran ge- »«cht. Sie hat vielmehr selbst den Vorbereitungsarbeite» der Sojialisierungskommissiqs SckAoicrigkeitcn... bereits *rm)Tvi»o es ipn HJTHctit gcwcicn wcirc, Dura) SaiafMa eines S o z i a l i s i c r u n g s a in t c ö die Sache zu iörDern. Sic i bat nichts getan, weil sie nichts tun wollte, weil! ihre rechlsiozialislische» LL'.'itgli'Ver sich von de» Biirmii-' kraten in Den Aeiuteru und den Kollegen in der Negiauug haben einschüchtern lassen. ,< Genau so wie in der Finanzpolitik haben in der So- «laliiierungspolitik die« k a p i t a I i st i s ch e n Inte res- s e ii den vollen Sien b a v o» a e t r a a e n. und die Folgen lind genau so verderblich. Denn seht besteht in der Tat die Gefahr, die in den ersten Monaten der Lteoo.niion noch leicht zu bannen gewesen wäre, dag infolge der bis- herigen Unterlassung, wenn endlich eine wirkliche soziali- stische Ncgierung ans Nuder kommt, die enttäuschten und er- bittertcn Arbeiter schnellere Arbeit verlangen als vielleicht in jedem einzelnen Fall zu wünschen wäre. D i e G c s a h r der U c b e r st!! r z n n g i st d n r ch die U n t e r l a i- s u n g S s ii n d c n der Regierung erst so grob geworden. Auch hier hat sie nicht nur a»- Sozialismus, sondern an der ganzen deutschen Wirtschaft schwer gefreocit. Und man kann nur hoffen, dasj der zweite Nätekongreb Rechenschaft fordern wird, warum auch hier die Beichlüsse icS ersten schmählich mißachtet worden sind. Seine Entscheidung kann gar keine andere sein als die Äer» tl r t e i l n n g der R c g i e r u n g S p o l i t i k. Zeulsche Katlonaiversammsung. 34. Gibung, Donnerstag, den 10. April. (Tchluh auS der Morgenausgabe.) Abg. Schultz-Bremberg(Tculschnat.): Anlaß zur schärfsten Kritik ist geg-'ben. Denn ivaS haben die Männer der Revolution versprochen und waZ haben sie gcbaltcnl WaZ ist aus unserem Ba.erlande geworden, seitdem die Revolution herrscht? Mit Eni- rüstnng lehnen wir ein S ch u l d b c k e n n t n i» für den Krieg ab. das allen Tatsachen direkt widersprechen würde.(VeU soll rechts.) Möglich wäre es allerdings, daß die Regierung auS Haß gegen die alten Machthaber nachgibt und ihnen die Schuld beimißt. Ministerpräsident Schridcmann: Wenn ich recht verstanden hstbe. hat der Vorredner gesagt, er lasse es dahingestellt, ob etwa die sctzigc Regierung sich bei der Erörterung der Schuldsrag« von thtem Haß gegen i-hre Vorgänger leiten lasse. Ist das dem Sinne „ach richtig, Herr Abgeordneter?(Zuruf: Jawohl!) Tann kann ich darauf nur antworlen:.Ich kenne kein Wort, das Ihnen(nach reckis) nicht erneut Gelegenheit gäbe, sich über meine» Ton ans- Cuhalten, um das zu kennzeichnen, lache ich über eine derartige lnter'lcllung.(Bravo! b. d. So;.) Riesser(Deutsche Bolkspartei): Es ist vielfach die Frage auf- Aeworfen worden, ob die Revolution notwendig gewesen sei oder nicht. PoUIisch war sie weder für Deutschland noch für Preußen «in« No:wendigkeit. Wir wollen keinen Frieden schließen, der von den Wilsonschen vierzehn Bedingungen abweicht. Die Bcvölke- xung in Elsaß-Loihringen mag selbst abstimmen, obwohl wir be- »Weiseln, daß die Abstimmung die wahre Volksmeinung zum Aus» »ruck bringen wird. Von Teutschland darf nichts abgetrennt wer- den, auch nicht CchleSwig.Holftein. Ferner verlangen wir, daß im Augenblick des Friedensschlusses die Blockade«ifgehobcn und her SBirlschaslSkrieg beendet wird. Ein TchuldbekcnnlniS wollen Wir nicht abgelcgt wissen. | kkbz. Sccger(11. Sog.): Daß die deutsche Regierung kein «lelegramin der russischen Regierung wegen Anbahnung sdon Verhandlungen erhalten hat. ist nur formell richtig, ldenn d:« russische Regierung hat einen Funkspruch an alle erlassen, der auch in Nauen ausgenommen ist. Dieser Funkspruch 'wird dem deut'che» Volke vorcuthallen, obwohl da? Wolsssche vOu« '»cflu, geschwätzig wie eS ist. alle Nachrichten bringt, die allerdings dem Zweck diene», die Wahrheit zu verschleiern, alS das deutsche 'Kolk zu uutcrrichlcn. Die Nationalversammlung sollte dem Volke Hrirden, Freiheit und Brot bringen, sie hat das Volk getäuscht. (Sehr richtig! b. d. U. Soz.) Tic Nationalversammlung ist nur ein« verschlechterte Auflage des alten Reichs- tags. Das werkiäiige Volk(Ruf b. d. Deniokralcn: Werktätig?) hat keine Hoffnung mehr auf die Nationaiversammlung. Die foz'alistisch« Firma verhandelt kavilalijtische Ware. In Wahrheit regiert das Zentvum(Sehr richtig I b. d. 11. Soz.), das die Regisseure stellt. Die Firmenträgcr sind nichts anderes als Hand- langer für das Zentrum. Der Sinn aller Reden ist, eS müsse gearbeitet werden, damit die Gesellschaft nicht untergeht. Möge baS Bürgertum doch mit der Arbeit anfangen,(stachen.) Tie Revolution wird weitergehen, bis der«ozialikmuS verwirklichi ist. Vorher gibt es keine Ruhe. Die Regierung glaubt, mit Gewalt das Rad rückwärts bringen zu können. Es ist ein vergeh- iiches Beginnen. Aus allen Gebieten sehen wir die Versuche, den all«» Geist wieder auszuleben. Die So z i a l i s i e r u n g, d'.e jetzt durchgeführt ist. ist Sand in die Auge» des Volkes. Das Rälell'stem wird kommen, soweit eS wirtschasllich notwendig'st. Die Ncgierung regiert mit dem Belagerungs�usiand.(Zurufe: Miii'cheul) Eine Regierung, die sich»ur auf die Gewalt stützt.>' geliefert.(Zurufe: München I) Die Vertretung, die Deutschland »u de» Friedensverhandlungen'entsendet, ist so zusammengesetzt, daß sie das größte Mißtrauen bhi un'eren Feinden erwecken muß. Die Arbeiter lchaft ist überhäuft nicht darin vcriretcn, und aus der anderen Seite führt»ach wie vor Herr Erzberger das große Wert. Ist eZ wahr, daß Erzbergcr noch während de? Krieges «ine D-enkschrif! ausgearbeitet bat. in der die Annexion nicht nur und gehören bis auf e'nen dem früheren Senat an. Bei den sieben früheren Senatoren war für ihre Neuwahl nicht die Zu- gehörigkeil zur demokratischen Pacici, sondern in erster Linie ihre Sachkunde ausschlaggebend. Die Unabhängigen und K o m. m u n i n e n waren der Sitzung ferngeblieben. Tie unabhängige F r n k t i o n hat beschlossen, n i ch 1 eher wieder an der parlamentarischen Tätig- (eil teilzunehmen, bis der seit dem 4. Februar über verhängte Belagerungszustand a u f g e h o- Bremen den ist. und dran ist, den Militarismus auszubauen, ist nicht geeignet, die Friedensverhandlungen zu sördern. Dem Arbeitslosen hat man ja sogar die Einziehung der Arbeilsloien- Unterstützung angedroht für den Fall, daß sie sich nicht anwerben. Redner führt schließlich auS, daß in den Bekleidungsämtern und den MunilionSwcrlstälien während de» Krieges große Korru-lion 'geherrscht hafte, die durch Offiziere verschuldet werden sei. Wenn man glaubt, die Rcvoli'tionSbewegnng aushallen zu können, so täUlche man sich. Die Revelution marschiert und sie wird siegen. Damit schließt die Debatte. Der Etat wird an den HauptauSschuß überwiesen. Präsident Fehrenbach teilt mit. daß von den Abgg. Löwe. Gröber, von Pah er. Graf Posadowskr, und Dr. Heinzc ein Anirag über die an den Friedensschluß geknuvsten iSrivartilngcn eingebracht. Der Friede müsse dem Wilson- 's che» Programm entsprechen. Der Antrag wird gegen die Stimmen der unabhängigen Sozialdemokraten angenommen. (ES entsteht ein großer Lärm, den unabhängigen Sozial- demokraten werden stürmische Psuiruse und Rufe: Raus, raus! Pigerufen.) Hierauf wird auf einen weiteren Zlntraa der ge- nannten Parteien, einen Ausschuß für die Friedens- Verhandlungen einzusetzen und in denselben die Präsidenten und 28 Mitglieder zu Hernien, angenommen. Nächste Sitzung: Freitag 3 Uhr(Anfragen, kleinere Vorlagen). KoalillonsregierMz in Bremen. Bremen, 10. April. Die bremische Nationalversammlung wählte /heute die vorläufige N e g i e r u n g, die«u» einem IS Mit. glicder zählenden Senatskollegium besteht. Zehn der neuen?e. «atorcn gehören der m c l, r h e i t ös o z i a l i st i s ch e n Partei an. g cht Wurden von der d e m o k r a t i s ch e n Fraktion vorgeschlagen Die Slreits der Angestellken. , S3iS zur Revolution waren die Angestellten willfnhrine Diener ihrer knpitnlistise» Ausbeuter. Die Masse der An- aestellten dachte nicht daran, sich acwcrksclxiftlicher Kampfes- mittel zu bedienen, um eine Verbesserung ihrer Lohn- und Arbeitsbedintlunaen zu erreichen. Die Revolution hat aber auch dieser Schicht der Anacstellten Selbstbewußtsein ac- aeben und die Erkenntnis allgemein werden lassen, daß sich eine menschenwürdiae Existenz nur im Kampf a e a c n die Unternehmer, unter Umständen nur durch die Anwcndnna des Streiks durchsetzen lassen werde. So sehen wir, daß in der letzten Zeit überall die A n- a e st e l l t e n die entschiedensten Verfechter des Streik- aedankenS sind. Sie. die jahrzehntelana nur von den Bro- ianicn des KapitqliSmus lebten, deren Lebenslaae sich immer und immer mehr verschlechterte und im Kriege zu einer unerträalicken Dürftigkeit herabsank, sind nun entschlossen. sich ihren Anteil am Vroduktionsertraae zu erkämpfen. Das erregt die lebhafteste Entrüstuna aller Kapitalisten. Glauben sie dock, in dem Kampf gegen die Arbeiterschaft die Angestellten als Prellbock benutzen zu können. Da diese Hoffnupa schwindet, so entlädt sich auaenblicklich ihre aanze Erbitterung gegen die Angestellten. Alle Verleumdunacn. Verbreitung von unwahren Nachrichten, die die Arbeiter ans ihren aewerksckxiftlichcii Kämpfen zur Genüge kennen, werden jetzt awÖT' nenen die Streiks der Angestellten anae- wendet. Auch die Hilfe der Freiwilligen zum Schutze der Streikbrecher feblt nickt. Aber auch ein Teil der Presse steht in diesem Kampf auf feiten der Unternehmer. Zwar verhält sich die Mehrzahl der bürgerlichen Zeitungen noch etwas abwaRcnd. aber die reaktionären Blätter machen aus ihrer Abneiauna gegen die Streiks der Angestellten keinen Hehl. So schreibt die„Post": Die streikenden Angestellten„vergeben sich nickt nur fahrlässig am Allgemcinivohl, sondern vcrürinaen kühnen Herzens und bewußt ein unverantwortliches Ver- breche n". Selbstverständlich darf auch Herr Heilmann nicht fehlen, wenn eS sich um die Bekämpfuna der Streiks der Angestellten handelt. In seiner„Sozialistischen Korrc- spondenz" entrüstet er sich darüber, daß gestern ein Bank- bcamter in unserer Zeitung erklärt bat. daß die Bank- beamten es satt seien, sich nur von den Brosamen zu nähren. die von dem Tische der Kapitalisten und Direktoren abfallest. So sehen die Angestellten, daß ihr Kampf um wirt- schaftliche Besserstellung und um Mitbestimmungsrecht nur be: denen Unlerstiitzung findet, die unbekümmert um die Interessen des Kapitalismus für die Interessen aller Ar- heiter und Angestellten eintreten. An(die Z« n t r a l st r e t k l e i t u n g b:r Anzestelllen in der Berliner Metallindustrie ha: die Reichsrcgierung fol- gende Erklärung gerichtet: Die Stellung der Regierung zu der Forderung der Angestellten nach Mitwirkung bei der Einstellung und Entlafsung von Angestellten wird schon beantwortet durcki den vor einigen Tagen veröffen lichten§ 34 der Verfassung. Dieser Paragrnph, der die Verankerung der Rate in der Verfassimg zum Zweck hat, erkennt den Arbeitern und Angestellten die gleichberechtigte Mitwirkung frei der Regelung de» ArbeilSverhäilnisstS zu. Dar- unter mutz in erster Linie verstanden werden die Miwirkung be! der Regelung der Lohn» und EehaltSverhällniss«, be: der Ent- lassung und Einstellung. Das im ReichsarbeiiSministerium in Vorbereitung befindlich« Arbeitsrecht wird diese in dem Ver- fassungkparagraphen enthaltenen Gedanken ausführlich festlegen. ES wird bestimmen, daß Kündigungen und Ent- lassungen nur nach vorheriger Zustimmung des A n ge st c l l:c n a u Sf ch u f s e» oder bei Nichteinigung de? Sch l! cht u n gSa u s fchu sse» vorgenommen werden dürfen. Bei Neu. ein stell u ngen von Personal soll dem Ausschuß da» Recht d«S Einspruchs zustehen, über den, im Falle eine Verstand'- gung nicht zustande kommt, der SchlichlnngSauSschuß entscheidet. Danach wird in kürzester Zeit da? MitbeltininiungSrecht der Angestellten im Arbei»Verhältnis so geregelt werten, wie eS den berechtigten Forderungen der Angestellten und den Interessen der Allgeineinheit«nlspricht. DieRegt er ungi st entschlossen, sick für di« Durchführung dieser Grundsätze mit allen Mit- eeln einzusetzen. Di« NeichSregieri'mg richtet angesichts'Hees festen Willen», den V-rechdigten Wünschen der Angestellten Rechnung zu tragen, an die streikenden Angestellten den dringenden Avpell, sich nun- mehr ihrer Verantwortung gegenüber der Gesam:bcl: bewußt zu sein, die Arbeit ungesäumt wieder aufzunehmen und damit die drohenden Gefahren von unserem Wirdschaftsleben abzuwenden. ver Mau der Vorschule». DaS preußische KirltiiSinimflerium veröffentlicht folgen- den Erlaß über den Abbau der Vorschulen: Von mehreren Stadtverwaltungen ist der De'chluß gefaßt worden, die an den höhere» Lehranstalten ihres Patronats de- stehenden Vorschulen von Ostern 1910 ab(lassen- weise auszubauen. Di« Prodi n z ialschulkolle- gien werden ermächtigt, dahingehenden Anträgen stattzugeben. falls für die Weiierverwendung der dadurch freiwerdenden Lehr- kräste Sorge getragen ist. Heber die hiernach getroffenen Em- scheidungen ist bis zum 1. Mai 1019 zu berichten. Auch bei den mit den staatlichem höheren Lehranstalten für die männliche Jugend verbundenen Porichulen wird ernitl/ch zu prü- fen sein, ob für die nächste Zeit ein Abbau in Aussicht genommen werden kann. Mit Rücksicht aus die augenblickliche Finanzlage. und bei der Unmöglichkeit, alle Vorschullehrcr an den Haupranstal- ten ohne Schädigung der in großer Uebcrzahl vorhandenen auf Anstellung wartenden Lehramtsbewerber unterzubringen, ist die restlose Aufbebung solcher Vorschulen für da? Schuljahr 1919 noch nicht möglich. Das Pxpvinzialschulkollegiuni wird jedoch beauftragt, an den höheren Lehranstalten für die männliche Ju- gend ge» Amtsbereich» mit B e s ch I e u n i g u n g die Vorautsetzun- gen zu schaffen für den Fort'all der untersten Vorschulklassen von Ostern 1920 ab. Das Provinzialschulkollegimn wolle hierüber zum 1. Oktober 1910 berichten und dabei auch angeben, in weicher Weise die in Betracht kommenden VorschullR,.�» werden können._! ES ist auch weiterhin darauf zu achten, daß die Besufl*' z! f s c r n der Vorschulklassrn so niedrig bleiben, daß der tritt von Schülern, die ans Volksschulen oder ans Privatunicclch kommen, in die unterste Klasse der Hauptanstalt gesichert wird. Velrogene krlegsbeschSdizle. Uli» wird geschrieben:,. In der Morgenausgabe der.Freiheit" vom 10. April k|f,n9 der NeichSbnnd der KriegSbeschidigten eine Zuschrift, in der' J sich gegen den Hetzartikel des.Vorwärts" wendet dann sagt, daß er mit dem Internationalen Bund in VerbaiidbiH' ge» steht zwecks gemeinsainec Durchführung einer D«»ionstr>it>-' Zur selbe» Zeit bringt auch der.Vorwärts" eine Zuschrift � Rc-chSbundeS, die von dem.Gerücht" der gepla:ktcn Dcmonstrob-' spricht, sich aber dagegen verwahrt, etwa! damit zu tun zu hoM* Diese unwidersprochenen Zuschriften zeugen von der heillosen vf. wirrung und Verlegenheit, in die der.Vorwärts" seine von der BundeSleiiung des ReichSbundeS gebracht hat. ES duN darum jetzt an der Zeit sein, da? verräterische Treiben de» wärt»" und seine Freunde aufzudecken.,. Am 5. April wandte sich der International« Bund der Knt" beschädigten und Kriegshinterbliebenen an den NcichSbu« mit Der Anfrage, ab er geneigt sei. in nächster Zeit eine gcniei same Kundgebung zugunsten folgender Forderungen t veranstalten: Ausreichende Rentenvcrsorgung für KriegSb«� digte und Hinterbliebene. Verschaffung von Arbeit durch rw wirkfamen EinstcllungSzwang. Selbstverwaltung der arntlwjjf Fürsorge. Beseitigung des WohnungSclendS durch gerechte& I teit.'ng der vorhandenen Wohnungen..ji Wir fragen den.Vorwärts": Sind diese Forderungen- durch die ungeheuerliche Noilage der Kriegsbeschädigten und H terbliebencn veranlaßt sind, derartig, daß der„Vorwärts" � wegen Noske mit Minenwcrsern und M a sch>" f, gcwchrcn gegen die K. 33. und K. H. mobil machen wui I Aber auch vom Zteichsbnnd sind wir bisher ohne Aniwort x blieben. ES ist unwahr, daß et mit uns in Unterhandlung C D'e einzige Antwort, die uns bisher geworden ist, besteht in d- Hctzartilcl deS.Vorwärts" vom 8. April. Jeder, der die enß Beziehungen de» RcichsbundeSvorstand e S S � .Vorwärts" kennt, wird nicht im Zweifel gewesen sein, die„vertrauenswürdige Seite" ist. die dem„Vorwärts" u» Schreiben mitteilte, das er dann zu seinem Hetzariikcl gegen j' Kriegsbeschädigten ausschlachtete. In der DundeSleitung.j ReichSbundeS sind nämlich nicht„alle Parteien, vom Demokre: bis zum Kommunisten", vertreten, sondern er setzt sich scitig zusammen aus Parteigenossen der„VonvärtS"-Neda'' z Von den zehn BundeövorstandSmitgliedern, drei juristischen 8'�.� beratern und drei Sekretären sind fünfzehn Rechtssozialisten,- in dem„parteipoliti'ch neutralen ReichZbund" einen bestimmen Einfluß ausüben. Die Gründer des ReichSbundeS sind die iväriS"-Nedakteure Kuttner und Stampfer.„ Was die Kriegsbeschädigten und Kriegerhintesibliebenen. den.Vorwärt»".Lcuten zu erwarten haben, hat der.VonvM' durch seinen Artikel vom 8. April dokumentiert, indem er die � plante Kundgebung, die durch die furchtbare Notlage der K-J und K. H. und durch das völlige Ver'azen der Negierung'. anlaßt ist, als einen Be-'uch zur Entfesselung de» Generalstrk' denunzierte. Immer deutlicher erkennen die KriegSbcschädig � daß.sie von diesen Leuten nichts zu crwaricn haben; da» geiß'L am deutlichsten daran, daß sie dem Reichsbunde massenhaft'. Rücken kehren und alS geschlossene Ortsgruppen übertreten r 5 Internationalen Bund der Kriegsbeschädigten und KriegShi»�| bliebcnen._.„J Der Vorstand de» Internationalen Bundes der Kriegsheschädißf i und Kriegshinterbliebenen. presse reWt! Unser Stuttgarter Parteiblatt.Der Soziß� demokrat" versendet folgendes Flugblatt an seine Leser:. «Am Dienstag, den 1. April, wurde unsere Druckerei« der SichcrhcitS-Kompagnie besetzt und der Wcitermick Nummer 70 de?„Sozialdemrkraien" verhindert. Ferner den von unseren Druckmaschinen Teiles montiert und mitgenommen und so unser Betrieb u| ständig stillgelegt...4 Auf unsere wiederholte Beschwerde dagegen erhielten im*' TamSlag, den 5. 3lpril, von der württemhergifchen Regierung I( gendes Verbot:. Stnt'gart. 5. 4 1»', „Im Interesse der öffentlichen Sicherheil wird auf Gru, de#§ Ob de» Belagerungszustandes die Herausgabe». „Sozialdemokrat" bis auf weiteres verbot, Eine Zuwiderhandlung wird nach§ 9 des Gesetzes mit&| fä n g n i s bis zu einem Jahre bestraft.": Der MililärbefehlShabet. Herrmann, KricgSmuiistcr. Europas Wirlfchaflsr.ol. Paris, 10. Aprik.(Havaß-� v /% 4 1 1 n f««• Sxtt* QJ ifilb �. Der Oberste WirtschaftSrat unter dem Vorsitz Lord Robert Cecil nahm ein« Entschließung an, die die" merksamkeit der assoziierten Regierungen auf den ordentlichen Ernst der gegenwärtigen w- schaftlichen Lage Europa» lenkt. Er besprach die# Hebung der Blockade DeuischösterrcichS und de» tischen MeereS, die Wiederaufnahme der Handelsbeziehungen Estland, Livland und Litauen, die?lufhcbuiig der Beschränkno) de» Handel» mit Polen und die Wiedcrausnahin« deS Rheins, kchrS nach der Schweiz.— Er beschloß die Aufhebung�, alliierten Rate» für SectranSpor!«, dessen Befugnisse den obersten WirtschaftSrat übergehen sollen. Ferner wu� Entschließungen angenommen über die Liescrung rsv-� den MalcrialS für die rumänischen, pclnischcn und ischccho-si»� kischen Bahnen und über die No'.wendigkcii, die regeiinäß�I Post- und Telegraphenverbindungen mit den befreiten Lände � zu verbessern. Auch die Frage der Versorgung Jtalit' mit Kohle wurde geprüft. Unruhen in Mgy�len. London, 11 April- »Daily Mail" vom 0. April meld� neuerdings größere' j ruhen in Kairo, die zu Bluivergicßen führten. Der Präji"? der Aeghptischen StaatSbahn soll ermordet worden sein. Wahiresorm in Belgien.- _. BriifTcI, 10. April.(HavaS Reuters Dre Kammer hat den Geietzeutwurf über die 0 isform pinltimuiia onflcuomuioi Der Mesgngreß. Tic Zitzllng wird crst kurz vor 11 Uhr eröffnet. Der «m iihende verliest eine ErUariinti heS Herrn Breuer, worin er die mn Stfiluf? Per fleftrinen Siljiinrf gerügte AenKernng «wim liiflen ir>ir die Kerle einfach verhaften" entichiepen behieltet. Mehrere Sfebncr beider sozialdeinokralischen nraklionen wiederholen jedoch, das; sie die Aeiiherimg Breiiers besliiiinit gehört habe», es sei bereickniend. dan der Man» nicht den Mut habe, z» feinem Wort zu stehen. Genosse Geyer bemerkt hierzu, man miisse diesen Herrn, der während des Krieges die chauvinistische Hetze betrieb, in einem �alle sogar versucht habe, ei» Mitglied des allgemeinen deulfchen TchrislstellerverbanddeS für Spitzel» e n st e z» werben, unter die Lupe nehmen. Rur die Ne- yicrungSpolitik sei eS bezeichnend, das; sie derartige Elemente >n ihrem Pressedienst beschäftige. Genosse Müller»nd inosenfeld führen zur Kennzeichnung a»S dessen jüngster Ver- oangenheit noch einige charakteristische Züge an. Ter Berichterstatter der für den s�all B ran d e S eingeletzte,, Kommission teilt mit. das; sich das Berliner Land- gericht für unzuständig erklärt habe, da gegen Brandes der dringende Verdacht des versuchten Hochverrats vorliege, wo- Mr das Reichsgericht zuständig sei. In der Angelegenheit der Freilassung LedebonrS hHib berichtet, dafz der zuständige JenatSpräsident erklärt habq. rür die Freilassung fehle die gesetzliche Grundlage. Darauf tritt der Kongreb in die Erörterung der vor- ueg.'nden Anträge ein. Zu dem Antrag der unabhängigen Fraktion bezüglich der Aufhebung des VelagernngSzustandeS ergriff Genosse M?!enfeld daS Wort. Die Rede des Genossen Nofenfeld ist dei Nedaktionsschluf; noch nicht beendet. Ut rffl?i!oiißte Wind in der Schweiz. To» kleine Schrveizerland, das so viele Jahre hindurch von "'egsührenden Mächte» rins« umgeben war. ist ebensowenig wie tic anderen nculralcn Länder von den verheerenden Folgeerscheinungen der Wcl kalaslrophe verschont geblieben. Auf der einen Teile haben v.rantworlungSlose Spekulanten und Schma- roher aller Art. die schnell zu ungeahntem Reichtum gelangt sind, In stärkslcm Matze zur Vcrleucrung der»olwendigstcn LcbeuS- JM'iel beigetragen. Andererseits wissen zahlreiche Familien in Ilrr arbeitenden Bevölkerung der grützeren Städte nich'. wie sie sich weiter durchschlagen sollen. Demgegenüber zeig! sich die bürgerliche Regierung unfähig, durch die notwendigen Eingrisse in �ie geheiligten Eigentumsverhältnisse die Notlage wirksam zu untern. Wohl aber ist man emsig bemüh', die Schweiz, die sich ehc- «cm voller Stolz als ein Hort der Freiheit und Menschlichkeit betrachtete, zu einem engherzigen PhilisterlSndchen Wo b z u einem Polizei st aat im schlimmsten Sinne des Portes zu mache». Spione und Wucherer dürfen in Hotel» und Jprila'Iiönfcrn nach Belieben prassen, entthronte Majestäten wie °kr Exkaiser Karl finden die Tore weit geöffnet und werden von trn Obrigkeiten feierlich cmpsangcm Schutz, und Hilssbedürfrige bagegen, die den Boden der ehemals freien Schweiz noch immer >üc tin gastsreundlicheS Asyl ansehen, werden al» uner» wünscht ausländische Elemente über die Grenze s'lagt. Um da? arbeitende Volk vollends zu provozieren, fand die Ne> �'»iiiig den seltsamen Mut, die Kantone zu ermächtigen, wie in t>er Republik der Nokke, Schcidemann und Konsorten nach Belieben Belagerungszustand zu verhängen und die clemen- Arsten Kampsmittel der Arbeiterschaft(BersammIungZ. und �«tzfreihcit) auszuschalten. Bei dieser Dträmung von eben war *3 nicht verwunderlich, dasi die bereits seit langem vorhandene Erbitterung, die weit über die gewcrkschastlich und politisch cigA Visierten Kreise hinan# gcwal'ig ist. sich in cindruaSvollen K»nd> B'bungen und Stratzcndemonstrationen. bei denen cS hier und da ernsteren jjilsammenstötzen mit der bewaffneten Macht kam. «uft gemacht bat. Tchlictzlich bat'e auf da» Drängen der radi» loten Masten da, fogenanuec Otlcner Aktionskomitee. das seit Mona'en von den Arbeiterorganisationen eingesetzt ist und das vielfach als zu bedächtig angesehen wurde, sich veranlatzt «esehen. den allgemeinen LandcSstrcik zu proklamieren. Wenn der Gc-rerakstreik euch nach kurzer Feit einstweilen abgebrochen werde» mutzte, so war der Eindrnek bei den herrschenden Klassen nachdrücklich, so datz sie sich sogar zu allerhand Versprechungen bequemen mutzten. Jetzt soll Rache an denen genommen werden, die in kurzsichtiger Weise a!Z die Urheber der Slrcikbcivcg»»g angesehen Iverdc». lieber vier Wochen dmierl bereits der g r o tz c K r i c g ö» gcrichtSprozetz in Bern, in dem 21 Arbeiierfiihrer wie die Genossen P l a l r e», Grimm, Wob# und aiiocrc angeklagt sind. Die ganze Prozetzführung lätzl keinen Ziveisel darüber, datz die beschränkte schweizerische Bourgeoisie leine Ahmmg von de» tiefen gesellschaftlichen Ursachen hat, die der gewaltigen Bewegung deS ProlctariaiS aller Läii>der in diesen Tagen zugrunde liege». Ihr kommi c» allein daraus an, jene»Hetzer und Aufrührer, die nnlürlich in auSländisckcin Saide stehen"»nd die z. T. Mitglieder de? N a t i o» a l r a t c s in Bern sind, aus Jahre h i» a u# unschädlich zu machen. Alle Mittel sind für diesen grotzen Zweck heilig, und so haben auch die Schweizer Repil- blikaner eine» der elementarste» demokratjichen R.chte, die Immunität de« Parlamente» geknebelt. Selbst einige bürgerliche Zeitungen der Schweiz srnden, datz solche Gewaltstreich« in der jetzigen Zeit töricht sind und datz die Achtung vor jenem bürgerlichen Pa'.iamente im Volke noch einige Grade tiefer sinken wird. Wie in einigen Strafurteilen. die in den letzten Wochen von den Klassengeuchten gegen mutig« Arbeiter uird Soldaten vollzogen wurden, wird sich demnächst in dem großen SiaatZprozetz gegen mannhafte Führer de» Proletaria!» die blinde Wut der übermütigen Reaktion zeigen. Allein die herrschenden Kreise werde» sich auch in der Schweiz verrechnen. Märtyrerblut ist noch immer ein gefährlicher Saft gewesen, eS wird wie immer in der Gcsckichtc den Boden mit den Ideen der Freiheit und de» Sozialismus befruchten. Es ist unmöglich, daS Proletariat mit Maschinengewehren und anderen auf die Dauer unwirksamen Waffen niederzuhalten. Di« soziale Revolution schreitet uirauf- haltsam vorwär.S und wird allen Widerständen zum Trotz aller Ausbeutung und Entrechtung ein Ende ber.iten. E. F. * Bern, 10. Avril. Schweizerische Dep.-Asentur meldet: Im Generalsircik-Pro- zrij wurde licutc vormittag das Urteil gefällt. Sieben Angeklagte wurden freigesprochen. Redakteur N o b ö- Zürich erhielt vier Monate Gefängnis, Gemeinderar G r i m m- Bern, R.baklenr S ch n e id e r- Bafel und Naiionalrat Platten(zur Zeit in Rußland) je fech# Monate Gefängnis. »«.-W.W»»» Gewerkschaftliches. Das lnlernMuale Melksrecht. Amtlich wird mitgcteili: Der deutsche Entwurf von Bestimmungen für den Friedensvertrag über internationales Arbeiteuecht ist nunmehr entsprechend dem im Reich#arbclt#amt ausgearbeiteten Programm fertiggestellt worden, um von den deutschen Vertretern bei den Friedensverhandlungen vorgelegt zu werden. Inzwischen sind in Bern auf dein Sozialiste nkongretz und der Eewerkschaftkonferenz Beschlüsse für eine internationale Regelung des Arbeilerrcchtv angenommen Wörde, die im allg«. meinen mit dem deutschen Programm übreinstimmcn. Sollte bei den Friedensverhandlungen der Wunsch laut werden, die e Beschlüsse den Verhandlungen zugrunde zu legen, so würde von dcutsch.r Seite voraussichtlich nicht# dagegen eingewendet werden. Das WyMgsnlum der Fürsten. Der VollzugSrnt des VolkSftaateS Reutz hat einen Antrag Kahnt(U. S.) und Genosse» angenommen, welcher reichSgesetz. liche Matznahmen fordert, die die Einzelstaatcn ermächtigt. Ein- griffe in den Privatbesitz der Fürstenhäuser an Grund und Boden und dessen Ucbeiführung in den allgemeinen Besitz ohne Entschädigung vorzunehmen. Die Eiükahme Ddessas. Bern, 10. April. Im Gegensatz zn der HavaSmeldung, noch der die Ententelnippen Odessa geräumt hätten, meldet ein Funk- spruch des südslawischen Korrespon-denzbiireauS. das; die französische Besatzung von Odessa nach hartnäckiger Verteidigung kapitulier t hätie. Zum Angestelttenstrefk. Die Zentrasstreikleiliing der Angeslelllen der Me'aMndnftri« eilt imt: Tie Obi»ä>incrversalni»Iii»g l>it iwn dem Brief der Reg eruiig, welcher die Zusage über da# Mit'brsti.i».»»liigSrecht cnt- hält, zilr Kenn i>>S gr.nonimeu. Die£ibi»ä»»er erwarte» nunmehr. datz die Versa»Ii» lang der Berliurr Meialbindustrirlle» sich diese Stclltiiioiiahmc z» ctgc» macht. Die Oblenle sind ein- stin un ig der Meuiung, aus ihre Kollegerischast dahin zu wirken, datz eine Wiederaufnahme der Arbeit aiiSgcschlosscn erscheint, weiin die Forderung über daS Mitbestri>riiru>igSrccht nicht restlos erfüll, werde. » Am Sonnabend früh 0 Ilhr findet in den Haverlaiitd-Fest- sälen ein« Sitzung ter Zentralstreikleili'iig statt. Ferner haben die Obleute der Ilmer-ti rcikleitungen um 10 Uhr in demselben Lokal Vollrersammlui.g. Nrir gültige Ausweise gestat.ai den Zutritt., Unwillen im Gasiwlilkgewerbe. Die Nnternchmerorganisationen Im GastwirlSgewerbe machen alle Anstrengungen, um die alten Zustände im Gewerbe, besonder# da# Trinkgelduliivestn. wieder einzuführen. Ter Schiedsspruch vom D. Januar d. I., der da» Trinkscldfystem nur si r die Hälsie aller Berliner Betriebe beseitigte, bat sich als ein uUueret Fehl- ipruch erwiesen. Für die Bicrgesthäfie war die Abschasiung de# Trinkgeldsyslems erst mit dem 1. September d. I. vorgesehen, nun aber haben die Unternehmer da# Abkommen zum 1. Juli gekündigt und dadurch ist der alte Zustand wieder in Permanenz erklärt. Ausserdem haben sich die Unteriiehmerorganlstttionen Tarifbrück« insofern zu'chultxen kommen lasse», als sie den ArbciiSnaebwei# der GastwirtSiiinung beibehalten laben irnd ausserdem durch be- stimmte Abmachungen die tariflichen Bestimmungen aufhebe» wollen. Drei Versammlungen, die der Verband der Gastwirt#» gehilfen einberufen hatte, und die von iilSgeiaiiU 0 00 Personen besucht waren, nahmen zu diele» Angelegenheiten Stellung und verlangten sofortige restlose Beseitigung des Trinkgeldchstem» und Einführung jester Wochenlöhne für alle Angestellten sowie strikt« Durchführung de# Achtstundentages und de? wecheir"■ 3 iftün- digeu Ruhetag#» ferncr Benutzung de# städtischen,. i.tatifchs» Arbeit# nachweise#. Der Streik der Vanardeiler. Tie streikenden Bauarbeiter des Westhasen» beschlossen Int ihrer Sireikversammtung den Banarbciter-Verband zu beaustra» gen. in Verbindung mit den in Frage kommende» Bauanbriter« mit Stimmenmehrheit den Schiedsspruch de» Schli.htungSauS- schusseS abziuvarten. Sollte dieser Spruch nicht der Lohnforderun- gen von 9.50 M. für Handwerker und 8 90 M. für Arbeiter bei 48stu>idiger Arbeitszeit gerecht werden, lo erttären die Arbeiter,. ihre berechtigten Forderungen durch allgemeinen Streik zu er» kämpfen. Unter starkem Beifall wurde gegen den„Voitvä.IS" sowie gegen die NoSkegarde Stellung genommen und der Boykott der Freikorps«rklärr. Di: Schlosser xum Kollektivvertrag. Die Maschinen., Motor- und A u t o s ch l o s hielten gestern in den M u s i k e r. S ä l e n eine überfüllte B r a n ch e n v c r s a m m l u n g ab. Kollege U r> ch gab den Be- richt der Kommission, die mit den Unternehmern verhandelt hat. cinbart eine AklordbaiiS von 3,05 M., ein Stundenlohn von 2,00 Mark, wer vorübergehend im Lohn arbeitet 6 v. H. weniger als die Akkordbasis. Die Lohngruppe 2 soll erhaben im Aktord 2,80 Mark und im Lohn 2,70 M. pro S> und«. Ties? Löhne sollen Mindestlühne sein. Tie V c r t r a n e u S m ä n n v r k o n- fcrenz, die sich mit dem Ergebnis der V.rhandl unzen beschäf» tigte, lehnte den Vertrag ab. Allgemeine Entrüstung löste bei der Versommlung die Mitteilung des Koll.gen Urich aus, datz Adolf Cohen, entgegen dem B e s ch l u tz der G e n e- � ralversammliing, die den allgemeinen Kalle k-' tivv ertrag ablehnte, diesen selb ständig unter- zeichnet bat. ohne selbst die Kolleg.» davon zu benachrichti- gen. Jetzt berufen sich die Unternehmer auf diesen von Cohen wf £et Skar". Die Kammerspicle de#.Deutschen Theater»" aren ursprünglich Max Lleinhardts liebste literarische Bühne ' Kunst. Jetzt hat er sie zum Salon der Frau Leo- las- Konstantin für ihre funkelnden Künste worden ltn. Fast nur noch eine Attrakuen für Theaterbesucher, denen ''c Kit Jahren al» die mondän« Schauspielerin(mit Toilettcn- kwaich) ßiw. Also ein Star. Nur so erklärt cS sich, datz man � sie Hermann BahrS antiquierte Komödie.Ter Star" neu �studierte, wozu sonst wohl kein Bedürfnis in heuliger Zeit »or.az. Tiefes Stück aus der Kulissnwelt, ter Bahr in allen Wand- fKqen auch noch im wallenden Propheiei'bart treu blieb, ist in SSalsV Nebenfiguren origineller als in den Haavtirägorn der ke Am besten und biiN'cste» der erste Akt i.n Boudoir Künstlorblut und Sp'ctzbürgertum. e. Der„Star", der Bühneuftern. die Thoaterprinzessin Ist»n- « uck.jch Möchte, nachdem der Graf sich.standcSgemätz" ver- /'i'aiilc, nicht mehr„a fefchcS Verhältnis" sein, sondern sehnt ■ in och dem warmen Nest der Ehe. Aber auch der dumme kleine M bitat:„Ich Hab- den Krieg nicht gewollt." Frau OrSka hat ihn gewollt. Sie mutz vor den Gerichtshof l Aber Slrindbcrg hat die Schuld. Er hat die unheimlich# Harmlosigkeit, die schauerliche Sehlikdtosigk.'il dieser Frau zuweilen verlassen und ihr dämoni'che Züge„verlieben". Statt diese Züg« zu verwi'chen. hat Frau OrSka sie unterstrichen. Die übrigen Schauspieler waren n'ck't besser nnd nicht schlechter al» die zwei Hauptdarsteller. Tüchtige Kräfte. Aber kein Aegrjseur. H. S. „Hcrbslsturm", eine neue Oper von Franz N e u m a n n, ge- langte gestern am Deutschen Opernhaus in Charlotten- bürg zu? Uraufführung. Der Text der Oper ist von einem kr» tische» Verfasser. Ivo Vojuovic, der in krasser Form die späte- Nach« einer verführten Frau schildert. Die Handlung spielt in einem Küstenort Dalmaticui und gibt dem Komuoniiten wie dem Regisseur Gelegenheit zu sehr kräftigem Kolorit. Jen'eit» aller kritischen Bedenken fand da» Publikum Gefallen an dem dertv Volkstümlich gehaltenen Werke und der sorgfältigen Auffübrung, in der unter Kapellmeister Kiasseli» Leitung in erster Reihe Frau Leffler-Burckhardt und Frl. Stolzenberg sowie die Herren Gent- »er, Hansen und Scheidt ersolgieich beteiligt waren. Kttnstkalendcr. Im Kleinen Schauspielhaus wird heute Wedekintd# „Büchse der Pandora" zum 100. Male gegeben. Im Berliner Theater gelangt beute di- Operette „S terne, die wieder. leuchte n" zum 153. Maie zur Ausführung. Im Theotsr der F r i e d r i ch st g d t findet rnn 12. April die Eistairssiihrung folgender vier Einakter statt:„Ter Anschlog",„Die Dame ohne Berus",„Di« Gsschamsge" und �Hairpttresscr Nr. 33". Der einarmige Klcmieiijir'uofc Paschte, der im Kriege den rechten Arm verlor, ze gt im Rahmen eine» akrobatisch vielseitigen Programm» im Apollo-Theater, eine bemerke»#' werte Kunstfer igkeit und Geläufigkeit am Flügel. Wie wir dem Börsenblatt für de» Deutschen Viichhviidel errtnebmen, soll insvlge freier Enl'schlieszung des jetzigen dkn» Habers Kurt Wolfs der Gesamlverlafl am 1 Dflcoet nach München übersiedeln und in den Gemeinbesitz seiner Angestellten einschließlich der Lektoren und deS derzeitigen JntzalberS über gehen. oT5 Cerfrelcr des M e tallaiHe! t erverbcrnbc S abgeschlossenen Kol- '.ektivvertrag, der den einzelnen Branchen der Metallindustrie nur b Mut finden, ein solches schmachvolles A mit aller Entschiedenheit zurückzuweisen. DieZ gilt auch'ür Mieter in solchen Häusern, in denen die HauSpafchas in ter C kennzeichneten Art vorgehen. iL Die Vorgänge zeigen, wie die reaktionären Elemente wiw* Morgen lust wittern, dank der Regierung Ebert-Noske-Schv� � mann. Ausdehnung der Wiedereinstellung von Kriegsteilnehmer Die Wiedereinstellung von Kriegsteilnehmern und ltW deutschen Zivilinternierten ist vom Reichsministerium für schaftliche Demobilmachung ausgedehnt worden. Ein Wiedehf" veröffentlicht wird: 1. DaS Eigentumsrecht auf Frauen zwischen 17 und 32 Jahren wird aufgehoben. 2. Diesem Dekret zufolge sind all« Frauen Eigentum de» Volles. 3. Die bisherigen Eigentümer behalten außer der Reihe das Recht auf ihre Frauen. 4. Jeder Mann, der ein Exemplar des Volkseigentums benutzen will, beidarf einer Bescheinigung vom Arbeiter- konnte«. 5. Der Mann hat kein Recht, eine Frau öfter als dreimal wöchentlich und länger als drei Stunden für sich in Anspruch zu nehmen. 6. Jeder ist verpflichtet, die sich widersetzenden Frauen anzu- zeigen. _ T. Jeder nicht zur Arbeiterklasse gehörende Mann hat für da» Recht zur Benutzung dieses Volkseigentums monatlich 100 Rubel zu zahlen." Wenn die Verfasser des Flugblattes wirklich an den Unsinn glauben, so müßten sie schleunigst in einer Irren- ansialt interniert werden. Wir glauben aber nicht, daß wir eS hier mit Irrsinnigen zu tun haben, sondern mit ab- geseimten Lügnern und Verleumdern, die systematisch die öffentliche Meinung vergiften. Nicht umsonst domiziliert die 2fer?iniaung in den Bureaus der Vaterlands- Partei berüchtigten Angedenkens. ycvcc, vz\»cm]vz. iiuty uem a. uu�u-ji löitt ui»-«"ü'1 beschäftigt waren, wenn sie bei Ausbruch des Krieges sielluW" waren oder im Ausland tätig waren, und nicht bisher s�Jj der eingestellt werden können oder in Betrieben oder Bure>. tätig waren, die später, jedoch bevor der Anspruch der Angesteu.! auf Wiedereinstellung erloschen war, au-gelost worden sind' � selbständige Unternehmer waren und infolge des Krieges' Unternehmen mehr betreiben, ein solches auch nicht durch betreiben lassen. , Abfindungssummen bei Arbeiter- und Aneesiellteneiftl«�. gen. Der ReichScrwerbSlosen-Ausschuß ersucht un? um Auin folgender Notiz: ES ist bekannt geworden, daß die AbfindU s summen, die Arbeitgeber bei Entlassungen auS»irfifhaft' Gründen an Arbeiter und Angestellte zahlen, von den Komm � auf die Erwerbslosen-Unterstützung angerechnet werden. �. Empfänger die Abfindungssummen meist nicht als Unterst»?,-, für die kommende erwerbslose Zeit, sondern alz Gratisilanoa.� geleistete Dienste betrachten, und in der Mehrzahl der S» liegenden Fälle die Abfindungssumme für notwendige AsiM j,' � gen verausgabten, so führt die erwähnte Handhabung seilen" Kommunen zu schweren Unzuträglichkeiten. Wir raten den. beitern, denen Abfindungssummen angeboten werden, M �1 Arbeitgeber bescheinigen zu lassen, daß die AbfindungSsum» � Gratifikation oder Lohnzuschlag für verslossene geleistete»(,, gezahlt wurde, damit die Unterstützung keine Beeinirächttgung Der hereingefallene Burgermeister! Einen großen Neinfall erlebte der Bürgermeister von Ora- Nienburg, Herr Hein, vor dem außerordentlichen Kriegsgericht. Die Genossen SchofS, Lisowski, Zander und Splettstößer waren angeklagt worden, unter dem Belagerungszustand zwei öffentliche nicht angemeldete Versammlungen abgcbal ten zu haben. Die Angeklagten erklärten, zu der einen Versammlung erhielten nur Personen mit Ausweis Zutritt. Die angebliche zweite Versammlung war überhaupt keine Versammlung, sondern gelegentlich eines Tanzvergnügens, an dem auch die Angeklagten teilnahmen, sprachen sie, von vielen Seiten wegen des Ausganges des Streiks befragt, einige Worte darüber. Alle Zeugen sagten auk, daß die erste Versammlung eine nicht- öffentliche war und im zweiten Falle überbanpt keine Versammlung staitgetunden habe. Nur der Bürgermeister versuchte ver- geblich, die Angeklagten zu belasten, und alZ ihm dies mißlang. schimpfte er fürchterlich auf die U. S. P. D.. die er für diejenige Partei erklärte, die die Unruhe über die Oranienburger Bevölkc- rang gebracht habe. Als ihn der Verteidiger, Rechtsanwalt Dr. Frey, aufforderte, seine Behauptungen zu beweisen, mußte Herr Hein einen blamablen Rückzug antreten, so daß offenkundig war, daß er nur auS Parteihaß die Anklage provoziert hatte. Der Verteidiger, Rechtsanwalt Dr. Frey, zeigte, baß der Bürgermeister mit seinen Behauptungen nur politische Zwecke verfolge. Die Beweisaufnahme habe bewiesen, daß sich nicht» Belastende» für die Angeklagten ergeben habe. Er beantrage daher Freisprechung, Da» Gericht schloß sich dieser Ansicht voll und ganz an und sprach sämtliche Angeklagte frei. Hoffentlich wird Herr Bürgermeister Hein nun an dieser Bla- mage genug haben und in Zukugft den berechtigten Forderungen der organisierten Arbeiterschaft Oranienburgs etoaZ mehr Verständnis entgegenbringen und nicht durch Veranlassung von Straf. verfahren einen großen Teil der Bevölkerung provozieren. Sie sollen hierbleiben. Es werden vielfach Unterschriften gesammelt für da? Hier- bleiben der Noskegarde. DaS Bürgertum ist mit deren Wirken so zufrieden, daß sie die weiße Garde nicht missen wollen; es petitioniert noch darum, ihren Willen zu respektieren gegen den Willen der Arbeiter, welche die Zurückziehung der Freiwilligen- korpS und ihre Auflösung verlangen. Bei der Unterschriftensamm. lung werden alle Mittel der� Erpressung angewendet. Hausbesitzer und Hausverwalter helfen'bei den Mietern mit sanftem Druck nach. Von EngroSfirmen wird berichtet, daß sie sogar auf ihre Kunden stark einwirken. So erdreisteten sich einige solcher Ge- schäfte, ihren Kunden gegenüber zu erklären:»erst unterschreiben. dann gibt e? Wäre". Wer da weiß, wie schwer es für manchen kleinen Händler ist, heute Ware zu erhalten, am schlimmsten ist daß im Tabakgewcrbe der Fall, der wird ermessen können, wie ein solche» Borgehen disser Unterschriftensammler wirken muß. Wenn nun taufende von Unterschriften für weitere» Verbleiben der so „berühmlen Schützer der guten Ordnung" so gesammelt sind, wird die bürgerliche Presse bi» hinüber zum„Vorwärts" jubeln:„Seht die große Menge de» Volkes will geschützt sein vor einem Terror einer Minderheit." Letzteres festzustellen bemüht sich ja der .Vorwärt»" täglich im Schweiße seine? Angesicht». Die Klein- leidet..«({Ii Töpchin(Kreis Teltows. In der hiesigen Arbeiterschasi i;�,, jetzt auch gedämmert,. Eine kürzlich stattgefundene Mftg� Versammlung der S. P. D hat«instimmig ihren Uebertrm U. S, P, D. erklärt. Schon in einer vorangegangenen Versammlung machte sich eine starke Neigung hierzu beim Die junge Organisation berechtigt zu den besten Hoffnungc-" � Sicherheits-Kompagnie Teinpelkwf. Am Sonnabend, abends 7 Uhr, findet eine Vollversammlung im Bürgergo � Berliner Straße 166, statt. Alle Kameraden werden um Erscheinen gebeten.. � Eine Briestasche gefunden Arbeitsnachweis Wusterhaui � Straße. Verlierer kann diese abholen Verbandsbureau„.y Groß-Berlin, Berlin C, Schicklerstraße 6, Stfl. B- tägl, vorm. 9— 1 und nachm. 4— V.»J Vereinigung soziaNslifcher Lehrer und Lehrerinnen Nächst« Sitzung 25. April, 7 Uhr abends. Dersamnilungsort v'.>{ bekanntgegeben. Vorirüg«: 1. Die Politisierung der Schule du.1 Rechtipartelen. 2. Lehrerrat. Aus den Srpräfltftom Zehlenderf(Waunscebahn). Die künstlerische Verans!»� unter Mitwirkung von Frau Gertrud Ehsoldt und* Dr. Mar Hochdorf findet nunmehr am Sonnabend, den abends 8 Uhr, in der Aula deS Gymnasiums, Burggrafen» statt. Die Mitglieder müssen mit Angehörigen erscheinen. trittLkarten für Mitglieder und deren Angehörige» 50# jj, noch bis Sonnabend mittag bei Heching, Potsdamer&n' zu haben. Lichterfclde. Sonntag, den 13. April, nachmittags 2 Fleischer, Bäkestrotze 7, öffentlich« Frauenversammlung. nung: Der international« Frauentag. Grünau. Sonnabend, 12. April, pünktlich 7 Uhr, Versammlung de! Frank, Köpenicker Strotze 83. Referent: Lachmund, Neukölln. S" Spiel im* Spott. Märkische Splelvereinigung. Am kammenden Sonntag salgend» Spiele statt: Gruppe A: Luckenwalde I— Südast, w walde v.f.T Jahn, in Al!-GIienicke— Fehlend orf. in Alt-Glienicke, Rudowor 2� S:,j, - Adl»r»hof, in Friedrichshagen. Seestratz«: Oberspr�zi� Oberschöneweide, Göpenicker Strasse.— Gruppe B-- j>' 5 22.'-'— �Viktoria, in Luckenwalde: EchöneberA— Mariend�i? ...................._......... � Schöneberg, Pessem-r Strasse.— Gruppe D: sichte loitenburg, in Tegel, am Gefängnis: Fichte XVII— Fr'�'u-� Reinickendorf, Tkuner Strasse fSchäferfee): Spandau— Spandau, Falkenhagener Thauffee: Gruppe E: Allemannia— 3..(. tn Friedrichshagen, Gemeindefpartplatz: Ficht- XII— Fichte dem tkzerzierplatz, Gberswalder Strasse: Union- Ficht« H.,,» i Pankow, Pichelswerder Strasse: Stralau— Herta, in Alt-Strm Spielbeginn S% Uhr. Refultatmeldung an Tegel 320. e((t' «rbelter.Nadfahrerbund„Solidarität". Ortsgruppe B«rlin..>l» tag. den 13. April, fämtlich- Abteilungen nach„Uhlenhorst". »ei schlechtem Wetter per Bahn. Start» an den bekannten% Sammelftart 1 Uhr Schlefifche» Tor, Abt. Lichtenberg: Start strasse. Eck- Dossestratze. F. A.: Die Zentralsahrwortleitung. . Turnerschast Tempelhos-Rariendorf. Sonntag. lZ- » Uhr, nachmittags, findet ein öffentliche» Schauturnen in c>e f halle des Realgymnasiums. Tempelhof.«aiferin-Augufta-Str-wh.� Di« Parteigenossen werden auf diese Deransialiungen ganz hingewiesen und um rege Beteiligung ersucht. verantwortlich für di« Redaktion«lsr.d Azlelepp. verlagsgenassenschast„Freiheit", e. G. m. b H.. Berlin.- Lind-ndrucher-l und Verlagsgeselllchast m. b. S-. Schilsbouerd�� CMLWt««»«!........................ Die Wahrheit übsr Kie iner Straßenkämpfe (Jd.rCh.NoM,nbur�| 48 Seiten. Preis 35 Pf. Aufl. 100 000 Exempl. EineausHicheSchildening der letzten Berliner Ereignisse Die SfWitio War„freilieit** befindet sich bei Miierl ÜBdes-öfer 94 L}M«raa Mit«1Ia«ara «, traarif« Nachricht, da» anaar Lageihalter Johann Jacob I nm«.«- W.Taratorhaa iai. Dia Baerdirun« Nadel I.» Maalae.daa M. e K(f e L Utebcittftr. 18., fnctbnrtl», i'hüarllittfjplnS z- H e>i» t p, Ueuiunftrete 14..«z, «tertchner,»Uiduarr KtruS« !d s r> n g, Sirlumr' ftrahe 23. � Ist ei er i c n, silcnäöurcirt StiuM' V len f(e. üeppfirake L WchilsvanerSamnt 19 j« orateife r, kübcckt»IL Eharlottenburg: Bore»3.«elstz. 65. AieSerjchöneweiöe: «chossrnuttz Srdan|»mhr Steglitz: st»»«,»rtrrchtsir. wilmersüorf: »«»eck«,«lefclctflriift 23. Spandau: *oppe«. Bttlicjit. 64. Schöneberg: eufi,e.D;ailrtfit«lts