Einzelpreis 10 pfg- Jahrgang 2 Mittwoch, den 23. �pril 1919 WWZMW-ZW� Rrtinftion: Veittn NW.«, Tchiffbauerdam« IvlU- Arnliprech«: Arm Norde«»LSS und»8»«. Nummer 194- �benö-Nusgube Inserate kosten die achtgespalt. �nxareivezeile oder deren Raum 60 Pf*„Kleine Anzeigen dos fettgedruckte lvort 40 Pf* jedes weitere ITort 20 Pf. Teuernngszufchlag 50®/0. Bei Fennilien» und Versammlungsanzeigen fällt der Zuschlag fort. Inserate für den darauf-» folgenden Tag müsien spätesten» bis 2 Uhr nachmittag» bei der Erpedition aufgegeben sein. E�pedittou: Berlin NW. 6, Schiffbanerdamm 19. Fe rnip recher: Amt Norde« 97GS �erlmcr-Organ bar Unabbänßigm SojMömwfmtic S>mtjtf)tanö3 'VCv' V":>-y-, 1%;:-•;-■.''--./Äf LelagemUSMstm» in Hamburg. Gegen die Unruhen! ■SM %. rrs? ä«-- cn nach Groh-Hamb>ng ist unzutressrod. Gesängnisgreuel. . Am Z. April richteten wir an Herrn Sch o p fl rn, Gouverneur von Berlin, joleende Mitteilung._ °i-.nhardttrup»cn mit yausten und sogar mN emem 50 Pfd. \sTttn«»Wmmmcc auf die beiden unglückliche» Op.er«.«- «w�n auf«in Lastauto geladen und später zivet Grasten � dreiwilll�n/von dencn diese genannten Opfer erschossen Wurden.■ eine am Sa l z u fe r abgeworfen. von denen die der Unteroffizier ..... � b« � � «l-inmenwcrfer Albert• r n �ll nicht. Durch eine Mitteli"««'* A dl '«reiheit» Mitteilung vom S. 4. 19 hat mich die Redaktion MZWW'NZKH m##m �'�gung an einer Plünderung herrud �lizier' . t. t'net Plünderung herrührten. Der ein« der Abraham Melicho wisch und war russischer ihn,' h"®ci]t in....neat getragen und geraubt zu haben. Die Angelegen. . g e r i ch t zur U in Setragen und geraubt zu haben.'S. �»eren».m�r dem zuständigen Militär schwebt noch die Untersuchung. Das der Redaktion der„Freiheit' gegebene Versprechen, sie von dem Resultat der Untersuchung zu benachrichtigen, wird hiermit erfüllt. Th Zuschrift b e st ä t i g t die grauenhafte Tatsache. daß Gefangene in den Gefängnissen ohne richterliches Urteil getötet worden sind, nachdem sie vorher schwer miß- handelt worden waren. Herr S ch ö p s l i n hat Pflicht- gemäß sich um die Klarstellung bemüht. DaS Ergebnis ist leider ziemlich geringfügig geblieben. Wir müssen dabei nochmals darauf hinweisen, daß eine Untersuchung durch die zuständigen Militärbehörden uns unzureichend er- scheint und es dringend notwendig ist, daß überhaupt die M i l i t ä r j u st i z e n d l i cki ausgeschaltet wird. Der Fall der beiden Galizier ist nicht der einzige. Wir sind ja wegen der Aufdeckung der fürchterlichen Vorgänge. die in der Ermordung der 82 Matrosen ihren Höhepunkt hatten, von allen Seiten beschimpft worden und der«Vor» wärt?" namentlich konnte nicht genug über unsere Lügen und Verhetzungen jammern. Nun wird wohl nicht mehr geleugnet werden können, daß in den Gefängnissen sich furchtbare Tragödien abgespielt haben. Wir wollen warten, wann und ob sie endlich ihre Sühne finden. W Laste In Ungarn. sDrahtbericht der„F reihet t".) Budapest, 22. April. Die Rumänen sind im Laufe des gestrigen Tages auf der Linie Nagdkaroly— Ermihalyfalva— BoroSjenoe stehen geblieben, im oberen Theisttale sind sie bis NagyözorlloeS vorgedrungen. Im übrigen ist die Lage unverändert. Budapest, 22 April W« da? Ungarische Korrespondenz-Dureau meldet, Hai die Räieregi.rung zum Oberbefehlshaber der Armee jenseits der Theiß den VolkSbeaustragten Wilhelm Böhm ernannt, der sich heute zur Ueberuahmc de? Kommandos in fein Haupt- guartwr begibt. Zum Kommandanten der Kommissionen hinter der Front ernannt« sie den VolkSbeaustragten T i b o r Szamuely. der etwaige gegenrevolutionäre Bewegungen im KrregSgebiet niederschlagen sow�e bei dar Zivilbevölkerung und den Truppen hinter der Front Ordnung und Manneszucht sichern soll. Volksbeauftragter Böhm ernannte zum General st abS- chef der Armee jenseits der Theiß den Genossen Aurel S t ro m f e ld. DaS Volkskommissariat für Auswärtiges hat strengstens unter» sagt, daß bei fremden U n t e r t a n en, die ihre ausländische SlaatSbürgecschast nachweisen, Haussuchungen vorgenommen wer- den. Zuwiderhandelnd« werden vor das Standgericht gestellt. Englische E'Nflcht. �"°"Iassu7s Ergeben hi!et ivegen �des" ihnen zur' Last'gelcgtcn"vergehen-. SS muß an 0' worden. die Srfchießunz der beiden Ga> n. rv"1" Sur SW..................... g.�"h eerau&i!1�� � i�ncn f01™� Waffen wie die der- ("R��en inn-v" Wertsachen schon vor der kinliefcrung ab- dnH r Auf©rund drS SiandrechiS, das domo!« .'�ei, tuctjic ,'Cn die beiden, wenn iibcrlinupt, sofort er. "�""»r ohnp w.nnc"'»'cht aber erst nach der Einlicfcrüng und %e@t« also rein willkürlich. «eitrcn. m.r genannten erschossenen Manne» Amsterdam, 23. April. Dem„Algemeen HandrISblad" wird aus London gemeldet, daß der Satz in Lloyd Georges UntrrhauSrcde„alle versprechun- gen der Regierung sind in den Forderungen der Alliierten, die Deutschland vorgelegt werden, verkörpert' von den I i n g» b l ä t. lern zu der Forderung ausgebeutet werde, daß die deutschen Fricdensdelegiertea unterzeichnen oder nicht unterzeichnen müßten und daß man mit ihnen nicht verhandeln solle. Diese Blätter scheinen überzeugt zu sein, daß die Bedingungen, von ihrem Standpunkt aus gesehen, nicht? zu wünschen übrig lie- ßen und da» Verhandlungen diese Bedingungen nur weniger gün- stig für die Alliierten gestalten könnten. Die liberale„W e st nt i n st c r Gazette" schreibt im Gegen- sah dazu, daß eS sich k e i n e ö s a l l S darum handeln könne, d« st die eine Seite diktiert nnd die andere unterschreibt. Tie Forderung, daß die deutschen Bevollmächtigte entsenden, schließe in sich, daß diese das Recht haben werden, mit den Alliier- ten zu verhandeln. Ein di.ktierter Friede, der die Deutschen zu unterzeichnenden Auto. waten mache, würde eine gute Entschuldigung sein, um später die �Gültigkeit de» Beottage» abzuerkennen. Ein | günstiger Frieden werde, was Teutschland betreffe, davon ab. hängen, ob man in den Friedensbedingungcn die richtig« Linie ziehen werde. Tie Alliierten müßten iiberlegr,,, ! nicht, was sie augenblicklich einem Feinde, der geschlagen und | erschöpft Ist, auferlegen könnten, sondern, wa» sie in 20 aber 30 Jahren, wenn dir große«evölkctnng Teutschlands ihren Ein. fluß in der Wrlt wieder gewonnen habe, waS unvermeidlich s,j� ' erlangen könnten. Dasselbe müßlc» auch die Italiener nnv alle andern überlegen, die im Namen des«heiligen Egoismus"«««. suchten, aus dem Sie« den letzten Pfennig zu schlagen. Sie Laze unserer Finanzen. Von Prof. Dr. C. Ballod. Die Demokratische Partei hat beschloffen, anstelle deS abgehenden Schiffer Dernburg zum Reichsfinanzminister zu ernennen. So stand's schwarz auf weiß in den demokrati- schen Blätter, und erst nachträglich wurde dieser UkaS an die Regierung dahin erläutert, daß selbswerständlich die Regierung das Ernennungsrecht besitze, die Demokratische Partei Dernburg nur vorgeschlagen hätte. Das ist eine bloße Verschleierung der Tatsache, daß die Regierung bei der Besetzung des wichtigsten Fachniinisteriums„nix tau seggen" hat, daß die Demokratische Partei als Preis ihres Zusammengehens mit den Mehrheitssozialisten sich ansbe- düngen hat. daß in allen wichtigen Dingen nach d e m o- kra tisch er, und nicht nach sozialistischer Pfeife getanzt werden soll. So schreckliche Dinge, daß ein sozialistischer Wiffcnjchaftler zum Finanzminister ernannt wird(bekannt- [ich da? ehemalige Mitglied der von Herrn Wissest zu Tode drangsalierten Sozialisierungskommission, Prof. Schum- peter,). können nur im rückständigen Oesterreich passieren. Wird nun aber durch die Schilderhebung Dernburg? etwas an dem deutschen Finanzsthlainaffel gebessert werden? Die„Deutsche Tageszeitung" dürfte Wahl Recht behalten mit der Bemerkung,„selbstverständlich würde Dernburg als bürgerlicher Politiker gar nicht anders können, als in die Fußtapfen Schiffers treten". Nach dem, wie die Demo- kratische Pa rtei Schiffer betrauert, zum Bleiben ha: veran- lasten wollen, ist allerdings anzunehmen, daß D�mburg ' ichts tun wird, was den bisherigen Prinzipien der Demo- kratischen Partei, d. h._ dem Nichtstun und Verpatzen aller sozialvolitisch wichtigen Einnahmequellen(der K iegS- gewinnsteuer) widersprechen wird. Besitzt denn Dernburg überhaupt Kenntnisse in Finanz. siagcn? Aocr gewiß, er ist doch Bankdirektor gewesen! Was für eine Äpnung hat denn ein Bankdirektor von allen ver- wickelten Steo- ifragim? Keine! WaS ein Bankdirektor versteht, das ist dw Technik der Emission von Staats- und listigen Anleihen. Diese Kenntnis verwechselt man mit der Kenntnis der Finanzwirtschaft überhaupt. Aber— gewiß kann"in tüchtiger, gescheuter Mensch wenn er Zahlensinn bat, sich in kurzer Zeit, unter Umständen sclwn in einigen Monaten nch finanzwissenschaftliche Kenntnisse aneignen, vielleicht sogar eine gewisse Kenntnis der Finanzgeschichte, deren vollständige Beherrschung eigentlich die ■ociaussetzung für die Ernennung zum Finanzminister, namentlich m einer so schwierigen Lage, wie die heutige, sein r®. t-i~.enTlr.�'e deutschen Finanzen warten leider nicht, « sich thr Leiter die nötigen Kenntnisse angeeignet hat. Hm öchificr hatte dies in sechs Monaten noch nicht, sonst war« er nickst gegangen. Der Haiiptstumpfsinn der bürgerlichen Politiker besieht l""*1?: daß sie nicht begriffen haben und nicht begreifen ' daß man mit der alten Nontinc, mit'wm Emporschrauben bald dieser, bald jener indirekten Steuer«, wie dies in dem letzten Jahrzehnt vor dem Weltkriege vrak- iZiert wurde, heute nicht mehr auskonmit. Damals handelte rö sich bei den verschiedenen Heeres- und Mariner-orl.igen um verhältnismäßige Bagatellen, um 100, um 200, im höchsten Falle um 500 Millionen. Heute aber handelt es sich um das 20— GOsachc des höchsten Mehistenerfolls sier Vor- krwgszeit, das von einem verarmten, aller Hilfsmittel erst- bläßten Volke aufgebracht werden soll. Ist da wirklich noch teinom der Herren von der maß- Lebenden Fraktion der Demokratischen Partei in Weimar ein Talglickst darüber anfgegangen, daß es mit den bis- herigen Ttcueremporschranbiingsiiiethoden absolut nicht geht. daß jetzt wirklich, selbst vom bürgerlich-demolrati'chen Standpunkte ans ganz neue Wege eingeschlagen w.iden muffen? Ich furchte, soviel Einsicht gibt eS unter allen de- mokralischon Volksboten nicht. Sonst hätte man nickst mit dem frtsch-lrohlichsten Leichtsinn Herrn Schiffer bis jetzt gehalten. Auf welche Finanzmaßnahmen verstand sich denn Herr Schiffer? Nur ans die allerkleinlichsten. auf Maßnahmen, wie sie ein von Reichtum strotzende» Volt er- tragen kann. Herr Schiffer hat keine Ver--ögem--. keine erhöhte Einkomnicnssteiier eingebracht. Die Kiiegsgewinn- neuer hat er so lange sich hinausziehen lassen, bis es keine Kricgsgewinne mehr zu fassen gibt. Daiiir hat er auf in- direkte Steuern hingearbeitet. Monopole sind strengstens twi bönt denn sie erinnern ja an den dreimal vermalodeiteu Sozialismus.?lch ja, man hat ja bereits unter dem Grafen V' ädern das Srann'.tteinmanopol beschlossen..Äber alt- P.euöomonopol 5. h. als Grachhonde!?monopol— ao,|oo ein Monopol erst gewinnbringend wird, beim Klein- verschleih, soll das Recht des Staate» aujhören.... Aber wie das Loch im Finanzsystem stoplen? Die Rechnung war Herrn Schiffer zu unangenehm, ihm genügte?i. sich gegen die vermaledeite Sozialisierimg verwahrt?» haben. Nur das wußte er zu sagen, daß die Mehrausgaben fürs Reich gegenüber der Vorkriegszeit etwa rund 1 4 M i liarden Mark betragen wurde, dazu noch Mehrans- gaben der einzelnen Bnndessiaaten und Gemeinden in der Höhe von 5 Milliarden.... Wieviel ist von diesen Mehrausgaben durch die bisher beschlossenen Steuern oder Steuervorlagen gedeckt? Tie M'prozentige Kohlensteuer W April-Dozcmbe: 191 S 577 Millionen erbracht: für 1 Jahr wären alio rund 770 Mill. M. zu rechnen. Das Branntwein-„Monovol" soll 800 Mill M., allo netto, abzüglich der früheren Zlener, etwa 570 Mill. M. mehr bringen. Der KriegSansschlag der Zigarettensteuer hat April-Dezember 1018 346 Mill M. eingebracht: für 1 Jahr sind also 461 Mill. M. zu rechnen. Tie Abgabe aus Personen- und Güterverkebr für 9 Monate 211 Mill. M., für 1 Jahr 280 Mill. M. Macht zusammen 770 4 46 1+280=1511 Mill. M. an tatsächlichen Eingängen. Da-n ans dem hnvothetlichen Branntweinmonovol 570 Mill. Mark, aus der Mchrbesleuernng von Bier 380 Mill. M., ans der llmsahsteuer 900 Mill. M. Das sind alles in allem auch erst 151!+570+ 380+ 900=3361 Mill. M.(Die Er- höhung der Post- und Telcgraphengebühr durch die infolge Lohiisteigerungen erhöhten Ausgaben werden reichlich ans- geglichen.) Die lOprozentigc Besteuerung aller Konponpapiere, Hypotheken dürfte höchstens 1000 Mill. M. bringen. Woher also den Rest nehnicn? Es bleibt die Vemiögensstcuer, die Erhöhung der Einkommensteuer, weitere Erhöhungen der in- direkten Steuern. Werden sich die in der Nationalvcrsanim- hing vertretenen Mehrheitssozialistcn wirklich dazu her- geben, die indirekten Steuern noch weiter empor- zuschrauben? Wie steht eS denn nrit der Vermögenssteuer? Herr Schiffer hat sich darüber auSgeschwiegen. Die„Nord- deutsche Allgemeine' hat sich gegen mich, al? ich im Tc- zeinber in der.Freiheit" eine Vermögenssteuer vorschlug. die bei den Mark-Millionärcn 50 Prozent betragen sollte und bei 100 Millionen auf 80—90 Prozent steigen sollte, in wüsten Beschimpfungen ergangen. Also dürfen die Millio- näre nur ganz zart nngesaßt werden. Es gibt Seilte, die behaupten, das ReichSschahamt würde eine Vermögenssteuer vorschlagen, die höchstens bis 20 Prozent gehen würde und de-iicntsprerhend höchstens 35 Milliarden Gesamtertrag liefern würde(ich hatte eine GesamtverinögenSsteuer von 100 Milliarden vorgescl lagen). TaS würde also auf die Ab- bürdung einer jährlichen ZinSverpslichtung von höchstens 1500 Mill. M. herauskommen. Alsdann kommt noch eine Erhöhung der E i n k o m- m c n st euer in Frage. Zu beichten ist. daß die Gemein- den ihre Zuschläge inzwischen verdoppelt bis verdreisacht haben. Man könnte als Maximum einen Erlös von IV» Milliarden aus der Einkommensteuer ansetzen. Aber man k�nimt ja bei der Einkommensteuer mit den Finanz- Politikern der Bundesstaaten in Widerstreit: cS ist über- Haupt fraglich, ob diese eine Einkommensteiiergiiotk für da» Reich werden zugestehen wollen. So ist denn in der Tat nicht abzusehen, wie da? von Herrn Schiffer für das koin- mende Steuerjahr berechnete Dcfifzit von 7 Milliarden M. gedeckt werden soll. Die Hüter der Heiligkeit des Privateigentums vergraben ihren Kopf hartnäckig in den Sand und steuern mit Siebenmeilenstiefeln auf den vollen Staatsbankcrott z»— eine wirklich durchgreifende Vermögenssteuer, die .fluscht", wollen sie eben nicht, die Kriegsgewinnler haben sie schon ans dem Netz gelassen. Ebensowenig will man etwas von Monopolen wissen.# Die Todseind'chast gegen die Monopole ist psychologisch. vom privalwirtschaftlich-kleinlich egoistischen Standpunkte ans verständlich. Das Tabaks--. Branntwein-, Bier- und . andere Monopole wsirden die Anzahl der„Brotflellen" für ! den Mittelsfand verringern. Lieber soll also da? Reich zum 1 Teufel gelten! Ach gewiß: die L-erren bürgerlichen Jndi- vidualpolitiker beweisen unS tagtäglich, daß der SoziahS- m»S. der ja auch mit einer Monopolisierung verknüpft wäre, das minderwertige Wirtschaftssystem sei. Nur das ,.An- lreiben" des Unternehmers und seiner.Helfershelfer bringe hohe Leistungen zuwege. Studium der Finanzwisfenickiaft und Finanzgcschichte ist verpönt: denn daraus könnte man ja lernen, daß die Verschleißunkosten beim Tabaks- und Branntwein-Vollmonopol nur etwa 10 Prozent betragen gegen 75— 100 Prozent beim individualistischen Kleinver- schleiß. Beim Brot-. Fleisch-. TcchakSmonopvl kommt al>er noch die fundamentale Talioelre in Betracht, daß hierdurch die Einführiing deS staatlichen Groschetriebrs—% der beute vorhandenen ArbeitStätiaen gespart werden können. Tut nichts, von Monopolen sollen wir die Hände lassen I ES ist wirflick höchste Zeit, daß gegen die? Stümper- tum der„demokratischen" Machthaber der deutschen Finan- zen. Fraktur geredet wird: Entweder heraus mit Eurer i Plänen, wie Ihr die Finanzen des Deutschen Reiches zu retten gedenkt, oder fort mit Euch m die Versenkung! ün SchwMeinmnßve?. Die Vlamagc, die sich dir deutsche Regierung durch ihre Auslegung der Note General NudaniS vom 18. d. M. geholt hat, hat bei dem.Berliner Tageblatt", das mit der andcrcn Presse zu dieser Blamage beigetragen hat, da? überraschende Ergebnis gezeitigt, daß es eine wütend« Rhade gegen uns reitet, weil wir es geivagt haben, der Katze die Schelle umzuhängen und auf das törichte Treiben in der ftriedcnSfragc hinzuweisen- Man könnte über diese Haltung zur Tagesordnung über- gehen, wenn dak Blatt sich nicht die kühne Behauptung erlaubte, wir hätten da?„Verlangen nach einem Wilsonfricdcn" als .Unfug" bezeichnet. Tiefe Behauptung ist eine Fälschung. Wir schrieben, indem mir die entsprechende Erklärung Eberte zurüdwiesen. wörtlich: »ES wird m't jcdem T-.ge immer mehr offenbar, daß unter dem T e ck m a t e l des Wilsonfriedenß ein neuer frecher Schwindel eine»eilt. Kampirgne zur Entfachnng der »alionalistischcr. Leidenschaften Deutschland» in Szene gcsetz' wird". und wir wiesen weiter auf da» verwerflich« Treiben jener Leute hin, die»nker Berufung aus den Wilsonfrirden mit dem Gedanken der Nichlunlerzcichi»rliig de» Frieden» spielen. Ticsem Spiel hat Ebert mit seiner Erklärung, keinc deutsche Regierung würde einen Frieden unterz-'ichneu können. der den 14 Punkten WOson» widerspricht— ebenso wie da» .Berliner Tageb.att" mit seiner ähnlichen Ttcllungnahme in der Zonntag»nummer— Vorschub geleistet, und deshalb waren wir durchaus berechtigt, eine solche Kurzsichligkeit als Unfug zn l»oz»ichmen. Wenn jetzt vom„Berliner Tageblatt' wie vom.Vorwärts' »ersucht wird, unserer Kritik den Ei»» zu unterschieben, dag wir gegen einen Geivaltfricden nichts einzuwenden höhen, so; richtet sich diese llnlerstellnng von selbst. Welche Haltung niiserc Partei seil jeher in dicscr Frage einnimmt, braucht wohl! mit keinem Worte näher erörtert zu werden. Die 11.'«. P.! kämpfte mit allen ihr zugänglichen Mitteln gegen den Gewalt- i frieden, alz die meisten heutigen Anbeter Wilsons im Slrome i der deutschen Gcwaltpvlitck schwammen. Unser Ttandpiinkt hat i sich nach der Niederlage Tealschland» nicht im geringsten geändert. Wie wir früher den Wewaltfricden Ludendocfs» be» kämpflcn, so sagen wir auch heute den Vertretern des Gewalt- frieden» in de,. Ententoländern schärfsten ZI a m p f an. Die entscheidende F'.age ckt nur, wie dieser Kampf zu führen ist. Dir Bankerotteure des allen Negimes und mit ihnen manche Phrascure de» Pazifismus glauben die Entente bluffen zu können. Diesen Standpunkt halle» wir au» real- politischen wie au» prinzip+llen Gründen für verfehlt, für schäd» lieh, ja verhängniSroll, sowohl für die äuhere wie für die innere Polilik Deutschland». Deshalb bekämpfen wir jeden Schritt, jede Maßnahme der Rrgicrung, die diese Bluffpolitik, die letzten Ende» den alldeutschen Gegenrcvolutionären zugute kommen wird, zu fördern geeignet ist Unser e-genrr Standpunkt in dieser Frage ist folgender: i Wir lehne» die Beioaltpolitik und d-n Annexioili»inil» der Entente nichr minder entschieden ab, wie die Geivaltpolitik j Ludendorfs», die nnZ zum Zusammenbruch geführt hat. Wir geben nn# aber nicht der Täuschung hin, daß wir durch 0'* Proteste und Bluffs rtwa» erreichen könnten. Wir appellstr!» I biefmchc an die Sol:darität und die revolutionoO Einsicht d t Arbeiter in den Sntentelündern, wir rulf� s i e zur Hilfe auf gegen die Gewaltpolitik ihrer Scharsmalhe� und wir unsererseits sind bestrebt, ihren Kampfcsmut. ihre Gnl' schloffcnheit zu steigern, ind. m wir auf unserm inneren seid« für den Sieg der revolutionären sozialistischen 3� eintreten- Wer HM bU 5rew!!l aen-Kgrps sas? lieber da? Wesen der Freiwilligen-Verbände"f�% Ursprung rhrer unerschöpflichen Geidinitlcl schafft dec gendc Brief Klarheit, der von dem Leiter der HaupO»� stelle des Freiwilligen LandeSjägerkorps in Stegt-tz � schrieben ist und den die Leipziger„Rote Fahne" V öfsentticht. Geheim. An den Stab de» Freiwilftgen Landes-Fäger-Korv», W c. m-(- Von seilen einet Leretiiizung der Jndnstrirllen Dc-ifAh" ine«irofec Lammliing veronstcl'rt worden zu dem„p ist eine große Äammliing Kti-mmunz in zuschüsse zu hebe». bände selbst beschaffen. ES werden auSgcsetzt: den Freiwilligenverbänden �durch LebeuSna Diese 2 eben»mittel sollen die einzelnen vg VI"1 ' Siää? pro Kopf und Woche rtwa Es sind umgehend b:» Freitag hier einlrrfferrd genaue su-". na chivei jungen einzureiben, die von uns dann dem Korps Lü'w' übermi teil werben. Tie erste Rate von 100 000 Mark ist"Z bereits übergeben worden, und bit:e ich um Anweisung, au Bank und auf welche» Konlo ich den Betrag überweisen lall.. Ben dieser Spende solle» außer dcm Herrn Enitrol/ X" erste» Generalstal-soffizirr, dem Jiitcndanteil u»d mir liiem«" etwas wissen da e» wünschenswert erscheint, daß dir Heil»™ dieser Mittel nicht falschen Vermutungen � und Tote öffnet. Tie Auszahlung der nächsten Rate � biy jeder weiteren wird jeweils am Sonnabend staltsiiide». Ich möetste ncch einmal wiederholen, deß dieses Geld- kich fv----..--'------ finde vc ton st< "WML.-..«» lich für Essen, Trinken und Rauchen Berive»�' � finden soll, ivobei daian gedacht werde» soll, daß Bieraf** veranstaltet werden bei denen auch die Angehörige» teilm'd� Es wird gewünscht, daß die Stimmung der Trupps durch Propagandamachen gehoben werde»)' i. Propaganda- und Werbe-L-ssiziere sollen sich a u ch c n V e t iv c» vu' J -— ra wi »t Werden s°.s Die Werbe-L ssiziere sollen sich(.. regelmäßig am Sonnabend ans dem Generalkommando�w�» einfinden, um i> gemeinsai. e» Besprechungen die des Gewün'.'en vorzubereiten.... Sollte die Versetzung de» Oberleutnant» R e ck» a g r I hier dortsrits nicht so sehr wie durch mich selbst gemünscht �e' � so würde ich vorschlagen, den mir besreundeten Direktor��� ......... W S p e m a i, n- Verlage», Herrn Gf eii.au n, als Leiter dieser hier zu verpslichlen. Ich hali« den Herr» hierfür für(V>-- � sonder- geeignet. Herr Spemann war währrich res Kriege», ÄriegSgesangeuensürforge lätig, und ist als BeanUeniiclfverlo� einberusen geiveseli Wen» ich Hercn Spemann verpflfchfrn v � so würde ich bitten, ihm neben der dienstlichen Dezahl>ii>g noch Extra zulagevon SSV Markmonatlich zu bewillioc'»� ES wird gewünscht, dnh Vtr'rznenSIeute nnsgrstelll welche dazu dienen, die schlechten Elemen e auS den Fori z» entfrrnrn, und die Kominandrure in der Feststellii'ig der «(» »fi; iid ten Elemenlc unierftühen. Tiefe BertrauenSkeutr solle» � mit den anderen lausen. E< svll in der Wahl dieser Beriro j, leii+ sehr vorsich ig vordre gongen werden und diesen Leute» tucll eine Prämie zugesichert werden. Seilen» des mandoS wird die bisherige Zeilung„Die Trommel" als«on��' zeitung künftig erscheinen und in derselben ernste und Dinge beh.rndclt werden. jttt' Es svll dafür Fürsorge ge rossen werden, daß Mannssv' � und Ossizieren Z e i t u n g e n zur Verfügung stehen, d i e>.h' � Denken und Empfinden e» I s p r e ch e n und die w t, in die Hände der Soldaten gelangen, daß sie noch neuen Ta� sind....$ Es ist des weiteren in Beratung beim Gencralkomma»�)�,, den Werbeoffizieren eine Prämie ausgezahlt„ soll. Ich möckhe daher an dieser Stelle meinen mündlich Vorschlag wiederholen, daß a-iS dcm Propagandafvnds an 0-p stellende Agenten eine Prliuiie von 102 Mark von jede:»" � wordenen und durch«nS angenommene» Mann bezohlt*»)-*' t,, würde dann mein Werbchzebict in!ewa sechs M acht Abi'chnOlc teilen, für jeden Abschnitt einen Werbeoffizier verpflichte"' wiederum in allen größere» Orlen einen Agenten anfznstrff�'h.�, Diese Agenten sollen entweder prnflonirrte Offiziere,»10 darincriewachtmeister, Krirservcrcinsvorstände und derg>k Leute sein. iit< Da dies« Leute über dir lokalen Verhältnisse und so ou« � Eine voUsilWmsmvg veranstaltet vom ArbcitSrat für Kunst.") Von Bruno Tant. Auf meinen Vocschtag in der.Freiheit' sind die Besucher der Ausstellung unbekai.nlcn Architekten gebeten worden, dort ihr Urteil auf einem Zettel abzugeben. Wi: hier schon ausgesprochen, war nur das Wichtigste das Urteil des einfachen Mannes und der einfachen Frau. Ganz allgemein finden wir hier neben einer Ablehnung, eine ganze Anzahl freudige: und erfreuender Zustimmungen zu der Lcranstaitung im ganzen: von einem Me» tallarbeiter z. B.-grosi« Hochachiung vor dcm Fleiß und Gedankenreichtum", dann auch:»endlich etwa» Reuck, endlich etwas Originelle»— das Alte sinkt und neue» Leben blüht aus den Ruinen". Und ein Schlosser fügt an sein sehr gesunde» Urteil die Worte an:„übrigen» schätze ich alles, was Kunst ist". ES ist erstaunlich, wie im Proletariat jede Richtung ihre» Boden findet. Es wird alle» mehr al» in einer anderen Schicht direkt und ohne Vorurteil genommmen. Offenbar glaubte wohl der einfache Mann auf einer Architclluraussicllung in Verkennung de» Zwecks Vorbilder für kleine Häuschen zu finden, wie er sie sich auf seinem Gartengrundstück erbaut wünschte, und so klam- nicrle er sich in der Stimmenmehrzahl an die hübschen Garten- stadlhänschen von Biel. Da die Frage des Kleinhause» heute aber als im Wesentlichen gelöst betrachtet werden kam, und jeder praktische Architekt in seinem Bureau eine ganze Musterkollektion dafür zufammengoarbeitet hat, so mußte dieser au sich verständliche Wunsch schtscht erfüllt bleiben. Wir wollten doch die neuen Möglichkeiten für die Baukunst der Zu- tun st suche» und tonnten deshalb nicht nach Programm und Bedürfnis gehen, sondern aiahmen da» Talentvolle, wo und in welcher Form eS sich bot. So ist e» un» ein bcfonderes Erlebni». daß die Proletarier mit nur geringem Unttzeschied gegen Biel sich in ziveiter Stell« für die starke architektonische Ärstal. hing de» leider verstorbenen Künstler» Kaldenbach«tilge. sprochen haben, der, wohl zweisello« der stärkste Architekt dieser Ausstellung, sein« Arbeit in Grundriß und Ausriß streng ent- wickelt, ohne in der Zeichen monier und der gangen Darbietung ») Di«-»stellung am Kurfürstendamm 232 ist bi» Ende es« Woche geöffnet und soll donn« andere« Städten: Hau- wer. Weimar*«• aezeigt tutete«. int geringsten dem Auge de» Beschauer» zu schmeicheln. Hier ist wahres architektonische» Gefühl. Helft uns, so zu bauen! Da- neben fand jeder Künstler seinen Liebhaber, am meisten Luck» Hardt, Lüdeke und— F i n st e r l i n. Gerade diesen haben wohl die Arbeiter am b-sten derstanben. Einer schreibt, seine Arbeiten„gehörten auf die Kalk- und Mufchelkelsen einsamster Landschaften", u nd ein anderer Arbeiter schreibt mit Humor: „Bei meinem nächsten Lotteriegewinn soll uns der Architekt Finsterlin ein Schloß in seiner Art bauen— das Grundstück befindet sich auf dem Monde' Die» ist die richtige Haltung, daß: nicht wild werden, wie d e meisten Architekten, sondern den Bau. spieltricb hinnehmen, wie er sich gibll Ein Schüler lehnt die braven üblichen Architekturen ab und schreibt zu den phantasti- schen:„Etwas ganz Neues, Kindliche», Jugendliches! Man soll!« so etwa» auch einmal in unftren Schulen zeigen!" Es ist außerordentlich beachtenswert, daß die Arbeiterurteile sich mit den Molkenkratzer- und Großstadtlöjungen fast gar nicht abgeben. Der gesunde Sinn flieht diese Zus- mmenballiingcn und freut sich eh« an dem Aufgelösten, dem Aufgelösten in der Materie und im Geist. Die Stimmen der gabiidetvn Saien sind„ästhetischer' gerichtet. Die herbe Architektonik von Kald:ndach wird fast ganz über- gangen, hier bezaubert Arnold Topp mit»einen entzückenden Zeichnungen die Phantasie, und dun den Aiirklichkeitsarchitckten Lu ck h a r d t und Biel. Mir F-Insicriin beschäftigt man sich mehr theoretisch,»ft in Aneckennnnz, daß e; au» dem Grotesken der Naturbildung'v das Neue schöpft. Hier findet mich Herzog» Modell fein Recht. Aber hier wird auch die Aulstellung al» Ganze» in Grund und Boden verdammt, während andere Stimmen schreiben:-Mir gekällt am b'sten: die Freiheit, m:t der jeder zu Worte kommt I' fEs trifft den Sinn der Veranstaltung) — oder: e» ist eine helle Freude" oder mit Bezug auf Goltz. scheff:.E»>ebe die Revolution von Ewigkeit zu Ewig- keiti Amen' et dem Vorübergehenden lägiich entg'gen. Unsere arbeitet; reiheuweiie stehen sie da, die neuen Geschäft»fc»f f Unternehmer und suchen V rd>enst. Ihren Laden tragen sie den Arm geklemmt, ein Geschäft ohne Transpoctkostc» j Spesen— und ohne Risiko. Ein« überschreit den andere»-( macht einer der Passanten Miene, idre Kraft in Ansp"»'�� nehmen, dann weiß er oft vor Angst nicht, w-m er es zuko»" lassen soll; dann geht e» um ihn wie um ein Ende Wurst- Ich muß an die calea vtetorlei Bukarests in Run»'"� denken, wo dce St efelputzer zu Haus« find. An den Eck«»-«, Plätzen, in Houlsluren fitzen die Vertreter diese».Hg»� � mit ihren großen Bürsten auf den Kasten trommelnd, mit Spiegeln und Me'rlkbeschlag prächtig ausgestattet W-(t mänen, Armenier. Türken, Gr echsn neben zerlumpten br« � Ligeunerbenpeis, eine Zigarette in den Mundwinkel$t}1' � ein internationale», bunte» Gemisch. Und sie verstehen ,, schäft, da» muß ihnen der Neid lassen. Fest liebko-'cn-d h' � sie mit Bürsten und Lappen über da»'hnen anvertraute � werk, um einen Hochglanz zu entwickeln, in dem-man sich kann.®;c si- die großen Burft-n mit beiden Händen haben— man ist baff über eine derartige Geschwindigkeit Geschicklichkeit„Stieselputz Herr, Siieselpiitz, ein Zigarett"'■ so ein Zigeunerbcngel die Feldgrauen an und zeigt lockeiui � � lachend seine weißen Zähne..Stiefelputz. Herr Kamerad, Zigarert", sooft i Deutsch hatten sie schon gelernt. � Wa? mir dort für unsere Verhältnisse unmöglich sch'�!�, doch Tatsache geworden. Biellcicht erzählte Vater einem Jungen � seine Erlebnisse in Rumänien und sprach auch von dem Stiefelputzer, und sein Jung« hatte den hier ein Gebiet zu finden, mit dem Geld zu verdienen>väre- siehe da, das Geschäft ging, und die Konkurrenz, un-d kein«"c stellte sich auch rasch ein. SttefelKUtzer. Von Walter Eschbach. -H>« werden die Stiefel geputzt— bkitzrblankk'—„Ra, Meesier, kommen Se reu und lassen Sie sich die Sticflctten blar.kwienernk'—-Ich vutz die Stiefrl blank und schcen, damit k&uum L ba.a» tot die Braut hiugahc»!'— So«nd ähnlich tönt Das Lachen im ßino. Ein Filmkomik« über seine Erfahrungen. „Wenn ich Menschen treffe, die von mir rrkkört habc» � wie ich et ansirll«, die Leute zum Lochen zu bringen. mir immer übel, und ch versuche, mich davon zu mache»- erzählt der amerikanische Filinkeiniker Charlie Chaplin, ci»än> Interesse die Ausrecbtcrboltung der s�reiwilligenver- 2% l'egt. Die Vereinigung der Industriellen Deut ich- die dem Landesjägerkerps 100 000 Mark ledig.,» erste & m% II» � verwendet tverden können, weist. � jj-; wcht umsonst verausgabt, sondern' n im, m S P i d e t i--- iuched verlangten fchliestlich die Aushebung de» Werbe» b u r e a u S. Do die gut ShtlTc befindlichen©ichecheitsmannfehnf« ten gegen die Menge nicht« ausrichten konnten und man Aufam» menftoge vermeiden wollte, wurde dem Verlangen der Demonstranten Folge geleistet. Der(teralffc?!? in Breden. Bremen, SS. April BöZmannZ Bureau meldet: Die©treillage in Bremen damit; hat sich im allgemeintn nicht verände:t. Z'f Arbeiter vcrsammel. lRork, ten sich an verschiedenen Stell n der Stadt, wurden aber durch die sie_ diese Mittel| Maß normen der Regierung? schuht ruppen und der Siad-twehr den sicheren � da-an verbindet. Tononstraiionen irgendwelcher Art au'.gu- t er e)J c N j führen. Sie hielten nachmittags auf preußischem Gebiet e'ne Versammlung ab und wurd.m bei ihrer R":i?k«chr nach der ©ladt auf Waffen untersucht. Eine Zsivilpetscn wurde bu ch einen Schuß eine» Arbeiter« verwundet. Plünderungen oder Aasschrei- tunzen fanden nicht statt. Tde Truppen waren im Alarmzustand. Enthksktt. ihrer V o r n e s e tz t e n. die sie benutzen, um kkä%om)lcrc%RcN« lAMoiIluicut flippen entlohnt werden. Genau wie bei>. ## e ,}"-53 o r tu Ö r t 8" monatelang m.sgenoinmen. mS d.r � di �'"ilsiluriu der eigenen Anhauger rgn Zwang, auf Einuohme zu uerä&ten���MM Brannschweiz, 22. April. Die früheren vclkSbcaufiragten Detter und sind auf Anordnung des Reichöwehrministers aus der Haft entlassen worden. Da» Verfahren gegen sie wird dadurch nicht berührt. Weise provozieren zu lassen und Dsnionstrationen und AnsanrAw' lu.igen auf Plötzen und Straßen zu vermeiden. Erwerbslose erscheint in Massen! *• Arbeiteloso OSroh, Berlin«! Am Donnerstag, den 24. April, nachm. 1 Uhr. Große Arbeitslosen-Versammlungen in folgenden Lokalen: �Stadtthcater Moabit", Alt- Moabit 47-48,„Bötzow-Vrauerei", Prcnzlaucr Berg,„Gcwerk- schastShauS", Enael-ilfer 15.„Habels Brauerei", Vorgmann- sirnße 5-7,„Köiiiosbank", Große Frankfurter Straße; für 2 ich entern, FriedrichSielde: Scllevuestr. 3, mittags 2 Uhr; für Siciiiitfcnbor::„Hart manne Brauerei", Rciuickeudorf-West, ©ch.irnwebrrpr 114, um 12 litr mit agS; für Ebarlotteuburg: VolkslauZ", Ro'inenstr. 4. Großer tkoal, um i Uhr mittags. Eriche int in Maicu! Eintritt gegen A rl«itSnach«eiS karte I. Arbeiterrat der Arbeitslosen Berlins. krolesivekftWmlWsi der ffrwsrd-lssen. UnZ wird geschrieben: Auf dem NeichZ-ErwcrbS- l o s c»- K o n g r e ß ist beschlossen worden, im ganzen Reiche Protesiversammluiigen einzuberufen, fall» die Regierung die dringenden Mint-esiforderungen der Erwerbslosen iuiierhaib einer btsiinimten Frist nicht verwirklicht. Tie Hosfiiuiigeii müssen nunmehr als gescheitert betrachtet werden. Die Prolest- Versammlungen find daher nicht mehr aiifzin'chieben. Sic finden überall im Reiche am DonnerStaz, den Lt. April, statt. Der Groß-Jerliner Erwerbslosenrat schlägt folgende Resolution für die Versammlungen bor: SK'wig! Arlilleriewerkstatt Süd, Spandau! öämUiche Arbeiter und Augestrlli« versamnieli! sich am An S'.. Apr I 1013, mittags 12 Uhr, in der Kantine ahlung. Jeder Dicnstitcllenporstehcr und Meister Lohnzahlung zugegen jein und ist für die recht- verantwortlich. Die AnS- Generaistrei! in Awsbmq. Augsburg, 22. April. D?r im©ladtteri Oberhaulrn verbliebene Slcft der bewaff- il,(5.'"-'fett, ebenso beträchtliche Mengen von Wasien. Um o Uhr � v?8 bor>.> W» 1)"''-wci-UH/ biiiii,°r t,Cr Wertachbrücke mußte durch G c w a l l a II w e II- &tti b'"'llen. Dabei wurde ein Arbeiter getötet und Jtcriier,!/ 10 u 11 � e t. Heule vormittag fand auf dem großen n, de, � � Cine Massenversammlung der Arbeiterschaft statt, in "stiieni,. aeneta'st teil für die Dauer der Anwesenheit der Danners aa, teil 24. Apr l 1013, mittag? 12 Uhr, in der Kantine G. d t u t i-•w— �rv t.. Ti n» Tf——..n*{2 � �\ Ol} �* r?. /%# ' muß bei der So mäßige Einpfangnähme des GeidrS zahlu nr wird vcm den bisher dafür bestimmten Lohnzahlbeamien ausgeführt. Tiefe balw'n ch eni DonnerSlag, den 24. April» bis spätestens 11 Uhr in der Krasse zu melden. Spandau, 23. April 1310. Arbe't-rrat: gezeichnet Leo. Achtung! Artillrr ewrrkstatt Tiid, Tpanbau. Information«« für Arbeiter und Angeftclltc jeden Morgen in dor„Neuen Welt", Spandau. Ter Arbeiterrai. Achtung! Staatsbetriebe Spanbau. Sämtliche Verlrauen»- leu'e, Arle::r und Angeiiellienaus'chüsfe sowie die Arbeiter rate der Siaa sfeirlcbc Spandau treffen sich am Donnerstag, de» 24. April, nachmittags 3',- Uhr. in der„Neuen Welt". Spandau, zur komb nic: en©ihm g. Zahlreiches und pünktliches Er» icheine ii unbc üngt erforderlich. Ter Zentralarbeiterrat: gep. Wolldorf, Wernicke. Die Tir'ncntanpestellten zum Streikabbruch. Die am 22. Apri« s©icmensionzernS vom 10. 4. 10 im über da« Mitbeftim- e volle Eriiillung lvochientiich Millionen und aber Millionen und die besten Leben?-! jbrer Forderungen anerkennen, aber doch als eine wichtige mittest in reichlicher Menge übrig 1�1, die for'gefebt Hiindecle j Etap pe auf dem Wege zum Milbeit-immuugSrecht. ES muß von Millionen im Reiche aufwendet, um das wieder aufzu- tzlufgabe der AugeftelltenauS'ch üife lein, auf dieser Grundlage daS bauen, was durch die angeblichen Hüter der Ordnung, die ton, MiklnstimmungSrecht der«u-estel'ten■ wei erauszubauen. Von unverantwortlichen( ehern de> Bourgeoisie bis zum sinnlosen der Gesetznebmig erwac'cn dir Siem-euSange stellten, daß diese Wüten der ailigcpcitschtcii Noskegarden zerstört wurde.— die Vereinbarung von ific n cht einlach übernommen, sondern daß sie aber den Millionen der Erwerbslosen die kargen Notgrofchen vielmehr te:n weitergebenden tz edürsnis der Angestellten gerecht der Untcrstütziina immer nach weiter kürzt, ihnen den Brolkorb wird. Die Änge stellte n de?©iemeuZkonzern» danken den Kol» von Monat zu Mo'iat höher häng!— und bat angesichts der legen der anderen Geschäftszweige sowie ganz besonders der täglich steigende».Kosten der gesamten LcbriiShaltnug. Tie: A r b e i l e r s ch a f t herzlichst für die glänzenden Beweise von Versaminkiing der Erwerbslosen fordert von der Regierung: Solidarität, während fix all denen ihre Verachtung au»- 1. Sofortige Sincrlciinunn dar von den Erwerbslosen ge- sprechen, de durch Wort, Schrift und Tat die Kollegenschaft in wählten Ausschüsse und Arbeiterräte a!Z ihre berufenen Ver-' i rem ebrliüen Kampfe behinderten. Die KampfcSweise d«v trete: durch Sieich. Gliedstaaten und Gemeinden. bürgerlichen Presse wurde scharf verurteilt. 2. Sofortige Erhöhung der Unterstützung aus den vor|-■ rungsw | i,-------------------------- I Y» �wmnndanl Edelmann von seinem Posten zurück- �rsunini, 3eine Stelle soll der Abgeordnete für die National- ""i'g Simon treten. e,,10n}(tanon gegen die ArkwMg-nwerwng in Z-ücuherg. ' T. U. Nürnberz, 23. April. . lc �nwerkmng für das Schuhenkorps veranstalteten �f«uiinC'>!'''00 �b-rtaluLIciile eine Demonstration. Kurz nach !?-Kro'�u�. �rbeburcau» für da« bayerische©ckfützeukorpS . Ker � fanden sich gegen 0 Uhr vor dem Lolal etiva 50 An- sich ,, �bartakiisbilndes ein, verhinderten di«. Freiwilligen, � �intriH in SyyS«vt�TS/ta» Q?« striib nwS jrllt in da« Korps melden wollte�, am Zutritt und dem 1. März geltenden©ah mit rückwirkender Kraft, sowie Anwenduii« der Bestimmungen vom 1 April nur für d e Orte, in denen damit eine Erhöhung der Unterstützung verbmidcu ist, ferner Nachzahlung der Differenz zwischen alten und neuen Unterstützungssätzen.„ 3.©ofotlige Schaffung eine? ReichZgesetzcS über die St-........... M________________ W| I.. werbslosensürsorge nach dem vom RcichS-Erwerbölo'cu-AuS-■ �nnebeiiden Ausführungen der Genossen Dr. Zadcck, U. S. P schliß aufgestellten Entwurf, unter Ausschaltung der von der Amtiert? N D sowie käst aller DikkiifstonSredner. Se Regierung geplanten Negeluiig der Erwerbsloseiifürsorge au dem Wege eines ArbeitSlosen-VersicheriingSgesetzeS. 4. Zahlung der Erwerbslosen Unterstützung mit rück- wirkender Kraft auch für die Sonnlage. 5. Gleiche Höbe der Unterstützung für männliche und weibliche Erwerbslose. Falls die Regierung diese Forderungen bis zum 3. Mai nicht bewilligt, werden die ErwerbZIo'en an die arbeitenden Brüder im ganzen Reich appellieren, sich mit den Forderungen der Erwerbslosen solidarisch zu ei klären und für deren Er- füllung mit allen wirtschaftlichen Machtmitteln einzutreten." Da von den Freitvilligciwcrbänden die Proteswersanimliin- gen der Erwerbslosen als willkoin.meii« Gelegenheit zu de- wafsnetem Einschreiten genutzt werden könnten, wer- den die Erwerbslosen nachdrücklich mit ig.(fordert, sich in keiner VerlsmmltMM. Zur FrciA: der prolekarlschen Einhettssront. Zwcn in der Schulau In Wiesenstraße, überaus stark besuchte ! Bersai»inluugen der Genosien beider Richtungen, beschloß nach ' ihruligcn der Genossen Dr. Zadcck, U. S. P. und Dr. Halpert S. P. D., sotvic fast aller Diskussionsredner, ' der„Freiheit" und dem„Vorwärts" folgende Resolution zur > Vcröfscutli.chung zu unterbreiten: Die von der Zentralste., e für Einigung, von allen sozio» listischen Parteien stark besuchten beiden Versammlungen deS Bezirks Norden, sehen in der Einianng des gesamten Proletariats da? einzige Mittel, der Arbeiterschaft die wirtsehaftliche und poliiische Macht zu sichern. Die Versammelten vcrpstichten sich, für die Biidnnq einer geichlofseneu Einheitspartei mit allen Kräften zu wirken und veilangeu als ersten Schritt hier- zu. die Abhaltung gemeinschafilichef Zahlabende. Ferner wurde noch iolgendr Znfatzantrag angenommen: „Di« Versammelten vernflichten sich, mit aller Energie dafür zu wirken, daß keinem Genossen wegen seiner Parteizugehörigkeit aus dem Besuch dieser gemciiischasttich.n Zahlabende die Gefahr einer Verhaftung erwächst." ein, ��pl-n' h Erfolgen auf der weihen Leinwand", I ganz anderes zu tun, ist ein h, die, j,'nt cr3!;n stch keine Geheimnisse. Die Sache ist einem meiner FilmZ, im„A i,' ünx.„'tz �"ntge Ta: fachen au? der menschlichen Naiur wie ich mich weit über die st Kniff, der mir viel©paß macht. Zn : winch«ich«an' H J'i'k.""v tiuiBt �.u pilyen au? oer mcn;cyiilyen viaiur wir icy irnry weil uorr vi« mrcuug eines«azisseo oeugc. wlan hiut" � klein steckt ja die Kenntnis der menschlichen j sieht nur meinen Rücken, der krampfhaft zuckt. Es ficht aus, ,"'»der V*"klen Erfolgen. Ein in der menschlichen Naiur' als ob ich seekrank wäre. Wenn da» der Fall wäre, so wäre eS >), lauf den ich übrigens mehr als auf jeden anderen. ein Mißgriff. eS auf einem Film zu zeigen. Was ich beabsich- ; �igen c8* k!Z. überaus komisch, jemanden in einer' tigtc, war aber, die Zuschauer irre zu führen. Denn als ich mich Oh.,.. uni> w»»-.-'itn Situation»« ausrichtet«, zog ich an einem langen Strick einen Fisch nach, und ersten Filmkomödien die Zuschauer sahen, daß ich. weit davon entfernt, seekrank zu fn«.. liun IfMl., j. oClof«. vui:iim rurr.j �,«.•?. finw clicn s»»- k5K'p? geZ?n die Wrffe. Diesem Thema galt der gestrige Vortragsabend im Kkind. worth-Schar.enka Saal von Alfred Bcierle und Rudokf Leonhard. Bcierle. kein bloßer Deklamator, sondern ein eniflainmler Agitator, rüttelte mit Dichtungen von Herwegh, Karl Kraus»»d anderen die Gewissen wach, so schonungslos, oaß einige von den viel zu wenigen Besuchern dieses anti- mililaripischen Abends wie Aufgepeitschte fluchtartig den Saal — im Vortrag etwa» schüchtern— Dchter der„Vorhölle" und andere Gedanken vor über das Zerbrechen aller ni» der Menjchcnnatur ist die Grundlage des Ersolgcl" Ö-' Mtzü nvp*----- wvy»t luy»i/iii tuvu» sm/v» das zu erkennen, sondern der versucht, seine (u!>''b Daher sind alle meine Film» auf dem „wfcl bin u sU � irgend welchen Widerwärtigkcilen aus- L. siekckies verzweifelt an strenge, so zu tun. als ob gar tfj' uiich i„,en'''• DcSk>alb halte ich, in welcher verzweifelten »!« fc(.ln,CC'.m'' unerschütterlichem Ernst meinen Spazier» olles• nle'_ncn Hut zurccht und ordne meine Krawatte, 0;,.%enn �ö'istcr Ordnung wäre. teo 1'»icd t• einer meiner FilmS dem Publikum vor- di Uiij, v* eichte ich stets eine» meiner Augen auf die Lein- per Er P»,..■ ander« QUj jjaj ViiMilnm. Ich passe auf, worüber stocken worüber nicht. Ich beobachte meine FilmS um alles ivie ein Kaufmann zusieht, waS seine Kunden gung der HeüSgeiste überall gepredigt worden, lieber mutig gegen den Krieg, alz feige i m Kriege zu sterben. Ten eindrucksvollen Ab- schluß bildete BeierleS freier und mit künstlerischer Einfühlung gestufter Vortrag von StrindbergS meisterhafter„Friedens- n o v e! l e". die mit psychologischen und politischen llnlcrinalungen in einer interiiationalen Verherrlichung des Genfer Roter Kreuzes und der Schweiz gipfelt, E. B. Die AevslMn In der Erdkugel. WKWWWZ'WMMT�Z� S. e/uf die Ari tr! Af 0"nb li-twandter i andergkso�ten Eport�n der Erdgeschichte halx,, iwch dem Grad �.�0, betone noch meine Hilflosigkeit, indem ich die! selb,'verständlich Nicht xhne Srschü lerungen der Erdkruste von ellbarer Kraft geschche» „..„.it nuui inline v'T-ri'M-"»-"•»| d Aber 4;cl)c' den Mund bS Ilgen lasse und erschrocken au».|' p atw—* � i-elltenbewegiiiig ni» einzig r i ch t i g an und empfahl ihre Durch- jähruirg an allen Theaier». Ei>-.e VersnchStziit'iie für Autoren der jüngstzen dramatischen Literatur ist vom Münchener Nationaltheater mit Hilfe eine» dazu gnvählten Aktionsausschusses geplant. Ter Tcnlsche Bühnenvcrein, der am 7. Mai im Eharlotten- burzer©chiltertheater zu seiner 53. Hauptversammlung zu- samuxu tritt, wird beschließen über einen Zuschlag von 5 Pf. aus jede verkaufte Eintrittskarte, zweck» Durchführung sozialer Auf» gaben. Der Zuschla.ll. der de» Name».©ozialabgabe fü? die deutschen Buhne»" erhalle» soll, wird hossentilch iiiihi iUielli *QC*Y wo» da» Publikum erwartet, um dann etot) denen die Kräfte im Erdtzimerv verhältnismäßig meirg i i,� Mx,b?dr f-iu. die kapitalisli'chen Bühneuletter zur Ee. ße Revolution ist rm, lande it,rct sozialen Pflichten zu bringen. Die.Abgabe' Evdoberf'äche auSzudilgen.' oon den Direklore» einfach auf das zahlend« Publlkuitz j| j a b g e w ä I z t— der eigene Widerwille muß erst durch die 4 i a l i s> e r u n g bcJ Theater» gebrechen werden Wenn jemand eine Reise tut. Tie Verkehrkderhältnissc sind trostlo?. Da? l?ntt mau erst recht kennen, wenn mein sich selber in die Gefahr begibt, einen Jug benutzen zu wollen. Zunächst sind die Schwierig- keiten der Beschaffung eines FahrtbercchtigungsauSweiseS;u überwinden. Wer nach auswärts fahren rnusi, miist den Nachweis der Dringlichkeit der Reise beibringen. Wie er das macht, ist seine Sache. Mit diesem Nachweis begibt man sich nach dem Reiscbureau auf dem Potsdamer Bahnhof, um einen Fahrtbcrcchtignngsschcin zu erhalten. Vor den Feiertagen standen hier die Menschen bis weit auf die Straße hinaus. Stunden vergehen, ehe man abgefertigt wird. Hat man glücklich den ominösen Schein, so kann man noch lange nickt fahren. Tann beginnt erst der Kampf uni die Fahrkarte, die am Schalter gelöst werden muß. Für weitere Strecken sind auch Fahrkarten im Neisebureau er- hältlich. aber nur bei Strecken über 300 Kilometer. Vor den Fahrkartenschaltern stellen sich die Reisenden 8— 10 Stunden lang an. um beim Teffncn der Schalter bald an die Reihe zu kommen. Viele mußten erleben, nach stundenlangem Stehen die Mitteilung zu hören, daß die Karten ausverkauft seien. Und nun warten sie bis zur neuen Ausgabe. Ter glückliche Besitzer einer Fahrkarte geht nun nach dem Bahnsteig, um den Kampf um einen Platz aufzunehmen. Mehr als die Hälfte aller Fahrkarteninhaber müssen zurück- bleiben. Am 1. Feiertag ging vom Anhalter Bahnhof nur ein Zug nach Dresden. Alle anderen Züge fielen aus. Am 2. Feiertag fuhr nur ein Zug nach Frankfurt a. Main. Tiefer Zug, der um 1.13 fahren sollte, war bereits um 10 Uhr so überfüllt, daß die Sperre geschlossen wurde. Schon um 8 Uhr früh waren die Leute in den bereitstehenden Zug eingestiegen. Gerügt werden muß. daß dem Publikum keine offizielle Mitteilung hiervon gemacht wurde. Und so kam es, daß Hunderte vergeblich biS zum Ab- gange des ZugcS standen und warteten. Etwas mehr Rück- ficht kann das Publikum schon verlangen. Die Gültigkeit der. Fahrkarten wird zwar verlängert, aber das Geld für unbe- nutzte Fahrkarten nicht zurückgegeben. Dem Publikum kann das nicht viel nutzen, wenn an den anderen Tagen derselbe Zustand noch vorhanden ist. Mit der Auskunftserteilung durch das Bahnhofs- personal steht es sehr schlecht. Klare Auskunft über den Zugverkehr ist nicht zu erhalten, weil die Anordnungen wechseln. Offiziell wird als Begründung diese? Verkehrs- elendes die Kohlenknappheit angegeben. Wie sich die Dinge in den nächsten Tagen gestalten, weiß niemand. Wohl dem, der keine Reise antreten muß! Erpresser in Uniform. Einen neuen Trick benutzen gewisse Elemente in Uniform, nm sich auf bequeme Weise Geld zu derschaffen. Aei einein Arbeiter in der Neuen Hochstraße erschien am Donnerstag abend ein Soldat in der Wohnung und bot ihm eine Militärhose zum Kauf an Der Arbeiter, der ein solches Kleidungsstück brauchte, kaufte die Hofe für 40 Mark. Am andern Tag(Karfreitig) erschien nun ein anderer Soldat im Ordonnanzanzug bei dem Arbeiter und vertaugle die Hoie zurück; er drohte damit, daß sich der Arbeiter strafbar gemacht habe, da er unrechtmäßig er- ivorbencs HecreZgut angekauft habe. Um Unannehmlichkeiten aus»ein rsege zu gehen, gas ser Arveiter die Hofe heraus, ohne| daß ihm nun glich sein Geld wiedergegeben wurde. Später kam] er aber auf den Gedanken» sich doch einmal danach zu erkundigen,| ob die Sache ihre Richtigkeit habe. Er ging nach der Kaserne der Garde-Iüsilicre in der Chausseestraßc. von wo die„Ordon- nanz" angeblich geschickt worden sein wollte, und erfuhr dort, daß alles Schwindel war. ES sei also davor gewarnt, sich in solche zweifelhaften Geschäfte einzulassen. Tic nächste Delegierten-Versammlung sämtlicher Svl- datcnrätc III. A.-K. findet am Donnerstag, vormittag 10 Uhr, im Saal 6 dcS ehemaligen Herrenhauses in Berlin, Leipziger Straße, statt. Kremmen. Das Freikorps Hülsen macht ricsenhaste An- strengungcn, um im Kreise Osthavciland Bürgerwehrcn zu errichten- Auch Kremmen sollte damit beglückt werden. Ein Hauptmann sprach dieserhalb beim Bürg.rmeister und beim Arbeiterrat vor. Genosse Wessel stellte dabei die Frage, ob die Einwohnerwehren lediglich zum Schutze des Eigen- tum? da seien. Der Hauptmann cnviderte ihm wörtlich:.Die Bürgcrwehren sind nicht zum Schutze dc§ Eigentums da, sondern wenn in Berlin ein Aufruhr entsteht und die Sparta- kisten in die Vororte zurückgedrängt werden, dann haben die Bür- gerwchren einzugreifen und gegen eie Aufrührcr ein Kessel- treiben zu veranstalten." Ein« vom Wahlverein der U. S. P. D. einberufene Protestvcrsammlung beschästigie sich mit die- ser Frage. ES wurde eine Resolunon angenommen, die sich gegen die Bildung einer Bürgerwehr erklärte, weil man in Kremmen nicht die Absicht hat, gegen politisch anders denkende Staatsbürger mit Waffengewalt vorzugehen. Was zum Sckmtze der Stadt nötig ist soll ohne Mitwirkung von reaktionären Offizieren geschehen. Magistrat und Arbeiterrat werden aufgefordert, auch ihrerseits Protest zu erheben. Unsere Genossen sind der Ansicht, daß in den hinter uns liegenden Jahren genug unschuldiges Blut vergossen worden ist. Die Orte Vehlefanz und Sommerfeld haben die Bildung von Bürgerwehren bereit» abgelehnt. Wa> bei einer Untersuchnng herauskommt, das zeigt sich an eiuegt Vorfall, der un» aus Tegel gemeldet wird. Dort wurde am 8 März bei einem Streit zwischen RegierungSw.'datcn und Zivilisten der LOjährige Max Koch erschossen. Die Schießerei hatte sich in dem Lokal von Hamuseck zugetragen, da» die Regierung»- truppcn stürmen wollten, aber davon zurückgehalten wurden. Dabei wurde der Sohn des Genossen Adolf Koch erschossen. Eine Untersuchung wurde eingeleitet, die aber nichts zutage förderte. Das war vorauszusehen. Alle dentsch-österreichische Kriegsinvaliden, Kriegsteilnehmer und Kriegerwitwen, weleb« Versorgungsgebühren zu fordern haben, sowie jene Invaliden, welche Prothesen beanspruchen, «erden ersucht, ihre Ansprüche womöglichst persönlich ab 24. Rvril beim deutsch-österreichischen Hilfs- und WirtschaftSbund, Berlin C 2, Burgstraße 17, in der Zeit von OLO bis 1 Uhr vormittag» oder 3,30 bis 5,30 nachminagS ehestens bekanntzugeben. Dort werden auch alle gewünschten Auskünfte erteilt. Zeugen gesucht. Diejenigen Personen, die meinen Unfall am 19. August 1918, um 7 Uhr morgens, vor dem Hause Orajiknstraße 28, an der Haltestelle Ecke Adalbertstraße, durch einen Straßenbahnwagen der Linie 12 beobachtet haben, werden gebeten, sich gegen Belohnung sofort Neanderstraße 37, vorn II. bei Schmidt zu melden. Intern. Bund der Krlegsbcsch-ld?gt;n und Krlegehinierbliebenen. Ortsgruppe Wilm-rsderf. Donnerstag, abends 7% Uhr, bei Schilling, Lauenburger Strotze, Mitgliederversammlung. ' n Crsrniljcßorn Fünft« Krrt».„.0: b 7..cht LogenfSle, Auguststratze 4., 5. und u nl>:e>Iu»g rtxlruzcqlabend. Lichtcrseld«. ISensralu«.>> nnnlung Donnei�tag, abend» 7>S bei Fleischer, Bäliestratze 9. Tunesordnung: Maifeier, Weichas>s>' Kassendericht, Reuwahlen, Be�rrUseinIeilung. Mügliedsduch lo«>ll|n Tcmpeihas. Maifeier! Am Donnerstag, 1. Mai. in. wälachen, Mantsuffelst atze. Eliitriltskarten find bei den sichrer."! sowie in den Veriiaussstellen der jtansumzenvssenscheil,. siratze 19 und Fricdrich-Wilhelm-Stiatze 13, wie auch in der ,1) Hei>z"-Sped!lion, Wcrder-Stratze 31, zu haben. � Bezirk Rcinickendors-Ost. Donnerst»... abends? Uhr, in W 7; de» Realgymnasiums, Be.nerstratze, Generaloersaininlung.''y der gesamlen Bezirksleitung. Ohne Miigliedsbuch kein Zutruu � Pank»«. Die Gene sloersammlung am Donn.ersing abend Mk findet nicht im„Kurfürsten", sondern in der �chn'.aula. stratze 133, statt. Bericht dex Bezirksleitung. Anträge. RcuwaV gesamten Funktionäre.— Ohne Mitgliedsbuch kein Zutritt. � Freie Jugend Tüd-Ost. Am Tonnerstag, den 24. April, st""1* Iäckel, Glogausr Stratze ö, unsere Versammlung statt. � Freie Augend, Lichtenberg. Donnerstag, den 24. April,',l 7% Freie Jugend, Lichtenberg. Donnerstag, den 24. April,' � Uhr. Vortrag:„Der junge Marx" im Jugendheim, Do!!e!>u Spiel und Sport. Freier Turnverein Lichtenberg. Turnhalle Parkaus. Montag und Donnerstag. Schul« und Schülerinnen von abends. Männer und Frauen, Lehrlinge und Mädchen von Uhr abends. Vereinsheim bei Runzler, Lichtenberg. Kronp stratze 2. Turnfiendige Genossen und Denofstneien«illkomw«»" Lrieftasten. � R. Jt. und SB. Zl. Wenden Sie sich beschwerdeführend v" Kriegsminlsterium......... S"' g. P. Fragen Sie erst nochmals beim Dardekorps an. � man Sie weiter hinziehen will, richten auch Sie Beschwerde Kriegsministerium. Lebensmikteltalender. SchSn«k«rs. Die 2. Ausgabe ron amerikanischem Weizenmehl sindet vom 24. bis 20. April auf den Doppelabschnitt Nr. 15 der Srotz- Berliner Lebensmittelkarte ohne Voranmeldung statt. Staaken. Am Donnerstag weiden auf Abschnitt 8 der Kohlenkarte Kohlen an die Einwohner südlich der Delbrückstratze, ausschiietz- lich dieser, abgegeben. Die Kohlen werden Stratzenweise durch den Händler Malinski von vormittags 8 Uhr ab zugerollt. Die Strotzen- weise Delieferung der übrigen Stratzenziige wird fortgesetzt. Bne RmbiblwW gratis".Freibeil" Alle Leser der„Freiheit* erhalten gegen Einsendung des ncbrnst.henden Gutscheines ein Grati.-Probeheft der rühmlichst bekannten illu- strierten Zeitschrift „Welt und Wissen". Dieselbe bringt von ersten Schriftstellern gemeinverständliche Abhandlungen anSallen Wissen- sckaften. JedeS Heft enthält etwa 20 Artikel auS allen Wissenschaften. Die vielseutgtctt kennzeichne« ewige Beispiele! DI«<>cIchwinMflk«It der Cebanlc*. Der Wille und dessen SyinimM. Die sternphrnograplie. D», Leben der Tiefseeflsche. Warum ist die Senne heih? Sind vedanlen gdcrtrazbar? Pt»>«gra?tt« ohne Licht. Da» Leben unier Wasser. Wie entsteht eine Zelhrna? Lelensreieln füv da, A'let Hygiene der(BefiteserbeiL von de» Wundern der Natur. In drn WSidrrn Sumatra». ! Sine gahrt im Unterserbo»!. { Wie lanze!o!I man ichiasen? | Actstalb(rieten wir?«!w. Außerdem Prämie eine g feste Ulufirlcric und zwar zu jedem Jahrgang drei Werke, zum Beispiel: Beranlworilich für die Redaktion Alfred Dielepp. WWW« ÄÄAÄ:. 1%: «♦!♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦•«♦♦♦♦♦♦♦*♦ | Arn Donnerstag, den 1. Mai 1919 ♦ ♦ erscheint erstmalig in unserem Verlags1* I Die freie Welt| Dlluftricctc Wochenschrift der Auabhänglgen Soji'aldemoEratic Deutschlands Preis der Einzel- nrj Abonnement nummer 20 Pfg.— viertel], 2,50 M- Das erste Heft erscheint als? Maifest-Rummer j � Bestellungen durch den Buchhandel, dis j ♦ Organisationen oder direkt an die ♦ | Verlagsgenossenschaft„�reihett'� ♦ * e.©. m. b. H., Berlin, Schiffbauerdamm 19| ' Gutschein An den Verlag„W-'lt «rrlln-S«�' Ich bestelle hierin««» erhält jeder Abonnent als Gratis- Hausbibüöihel gratis Anen: Land und Seilte. I Iltiiirr. Iterlunde •Jüt�er fu5 dem Leben der?ss.>nje. | Jlluftr. Luch dcr llheiuic. Illubr. Luch der Teituil. JUustr. r'immc i'un e. Nfti'o: Land und Leite. Im Weiche dcr P! ysil usw. für die Leser der Name: B. 0. P.% LriszriW SjaniKiii. Tonncrßtaa, den 2-4. d. M., abends 7 Nlir in der Aula des ObcrlyzmmS, As.'anicrring miimiuiiii. Wichtige TageSorduun''.— Erscbeinen unb.dinat notwendig.-- MitsliedSbu,' oder Karte le itimirrt. ___ Ter Vorstand. I. A.: I. Wagner. •|a Spezial-Behandhtng»fa von öeschiechtsloldcn bei Atanncrn und l-rauen gründlich nnd möglirhst ohne Berufsstöruni; n WCilRcrt Ber'l«. I«va!i(lca*tr. H7, l. ntg,. tcke Bergstraße. U. ilöiUwl� Spr.10-l2ii.4-7. SonntlO-12. Mittwochs geschlossen Viele Jahre in KrankenhÄnsern und Kliniken tätig gewesen. Uniersnchtinc kostenlos. Händler! Hausierer! KoalurrrnilvS Ii: nieine wiche schäumende Bohrpasta in VA JJjb.-Bölbfen. lOJö.-u.ZO JJ b.-Eimer in lniteiii Wasser, In»er Hand fmrt schäumend. Jeliet Ms". Scritleb ihm. Mdulte S. Skia Neulör n. Ocrmannftr. 257, OloUfruo, 2 Treppen. 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