kkzelpreis 10 pfg« lahrgang t ÄMB» Wtboülon: Berlin NW. 6, Schiffbauerdamm l»::* »rrajprecher: Amt Norden 3*95 und 8896. Zrettag, üen ö.)uttL 1919 Nummer 271> Morgen-Ausgabe Inserate kosten di« achtgespalt. Nonpareillezeile oder dereii Raum 1,20 Nlk., tvorianzeigen das fettgedruckte Wort 50 pf� jedes weitere wort 25 pf. Teuerungszuschlag 50 pro;. Familien- und versammlungsanzeiaen fällt der Zuschlag fort. Inserate sür den darauf- folgenden Tag muffen spätestens bis 3 Uhr nachmittags bei der Lipedition aufgegeben fein. Expedition: Berlin NW. 6, Schiffbauerdmnm 10 Fernsprecher. Amt Norden«768 Berltim'-Organ M* Vmbdängiffen SwMöemofmtie S>eiit]tf)[ani>s Tas Todesurteil an Levins vollstre Eugen Levins. Entsetzliche ist Tatsache geworden! Die iefjgu fl«offmann. die in ihrer Mehrheit aus Sozialisten �tioi � Todesurteil gegen Eugen Levinck be- i>Ngt yjl noch ehe die Nachricht darüber zu uns ge> Hosf�'fnor das Urteil bereits vollstreckt. Die Regierung n frögt deshalb die volle Verantworwng sür dieses '''die» rt»11 tAe t>as einen Revolutionär aus Pol l- Dns n t"?�en öum Tode verurteilt hat. ist geschehen, an dessen Verwirklichimg o; 3®pvcrn§ wohl kaum ein Sozialist geglaubt hat. Mlg � seltenen Einmütigkeit haben die Sozialiste» S i Achtungen Einspruch gegen das Urteil erhoben und ichcn Regierung verlangt, daß sie ihm die Be- versage. Sowohl der„Vorwärts", das Zentral- �chtssozialistischen Partei, wie auch die„Mim- 0,t". hatten das Urteil als einen offenbaren S(, T" ch gekennzeichnet und deshalb von der bayer- �'�rung verlangt, daß sie ihm unter allen Uni- .„ � �stätigung versage. h hahr�Tn�r! die Reichsre gieru ng hatte i'sftrprf' Regierung auf das Dringendste ersucht, die l§ Urteils aufzuschieben. Trotz' alledenl ist kieg. � h�siätigt und unmittelbar darauf vollstreckt - �6; j'f unsere Mitteilungen in der gestrigen Abendaus- °tr ��kennen ließen, war diese Eile der Ausdruck �(1% i ÖOr. gewaltig anschwellenden Sturm der Em- bü ßCr � sofort nach Bekanntwerden des Urteils weit j�Z Ut(„;,re''"c der sozialistischen Arbeiterschaft hinaus gegen ' erhoben hatte. Man wollte die Oeffcntlichkcit iir jst. ollendete Tatsache stellen, ein weiterer Beweis da- jos die uns aus München nritgeteilte Tatsache, daß hiNn" 3 �er unabhängigen Sozialdemokradie, die„Neue �verboten worden ist, obwohl es nur einen sehr .%"•krtifel über das Urteil veröffentlich� hat. � tyha/ dieser. eine Artikel hatte die Oeffentlichkeit in �geri,> A rmiert und auch diejenigen zur Besinnung zu- k""iiiirTrl' anfänglich aus der Erbitterung über die pstih,.'stenherrschaft heraus eine strenge Bestrafung for- der Protesisturm gegen das Urteil auch » Xw stündlich im Wachsen war.» I'..:. r nff;j;0rr„ Sa„«Rpfrfzf �—........ « Ministerium in seiner Mehrheit aus So- ,%t,R y.c�' süßt ebenso sicher darauf schließen, daß der J'3 der«i! l 93! 1 1' 0"" ö der Sozialisten, jeden- /'jliiAp-Ucehrheit von ihnm, gefaßt worden ist, wie die Ii � Dr m � stüh verleugnen ließen, als ihnen der Gc- �i[* 1'osinfeld das Ungeheuerliche der Bestätigung des * So,. �ugen führen wollte. �lii>bi-°f'at der Beschluß, daß sowohl die sozialistischen .'''fcCje,,' ll>ie die Beschlüsse internationaler wie der 6erf �Oä�Iiftenfongrcffe für diese SiDalisten mich! i/, sseber alles haben sie sich hiniMggesetzt, weil 0iunll der Bestätigung sie im Gegensatz zu den- ra$t hätte, die ihre besten Stützen sind und deren tn* erfch«'".dee Verhandlung gegen Levinö bereits beut- li,"'cht r" sie sich einem anderen Beschlüsse ein- Ii/ die m fi-T würden. Daran kann auch die Begründung Iii ei des Urteils nichts ändern. Ohne daß r etirr, uiiszusprcchcn wagt, fußt sie auf der Annahme &«esinnung. is a'�oit'n� war angeklagt des Hochverrats, den der ksil faf, und mit ihm die Begründung des Urteils «i»st>Na\ � er in der Nacht vom 13. zum 14. April die . er Regierung der Räterepublik übernahm. Mit �hsicht ist das Urteil an der Tatsache vorbei- triü' �nn man überhauvt Hockiverrat annehmen �wicn wurde, in der Nacht voin 6. zum 7. April, als die Räterepublik im Gegensatz zur Regierung Hoffmann ausgerufen wurde. Aber offenbar um den Hauptmitwir kcndsn hierbei, den jetzigen Kriegsminister Schneppen. Horst, zu schonen, hat das Gericht eine verschiedene Ve Wertung der Ausrufung der Räterepublik in der Nacht vom ß. zum 7, April und ihre Fortsetzung vom 13. und 14. April konstruiert. Ist schon hieraus die juristische UnHaltbarkeit des Urteils ersichtlich, so wird sie noch deutlicher durch die weitere Begründung sowie durch die auffällige Tatsache, daß Uns ist von verschiedenen Seiten einwandfrei mit- geteilt worden, daß an einigen einflußreichen Stellen darauf spekuliert wird, daß die Arbeitermassen sich in- folge der sich häufenden Herausforderungen zu Abwehr- aktionen verleiten lassen, die einen willkommenen Anlaß zur völligen Niederwerfung der revolutionären Be- wegung bieten würden. Wir machen die Arbeiterschast darauf aufmerksam; wir erwarten, daß sie das Spiel durchschaut und vereiteln wird. »»GlPIWiijlj das Gericht einen Antrag der Verteidigung, den Kriegs- minister Schneppenhorst zu laden, abgelehnt hat. Das Gericht hat nach dem Grundsatz des Staatsanwalts geurteilt, der in seiner Anklagerede erklärte, doßMachtvorRecht gehe, da derjenige,„der tatsächlich die Staatsgewalt in der Hand habe, auch das Recht in der Hand habe". Aber nicht das Recht, auch nicht das jetzt geltende Recht des kapitalistischen Staates hat das Gericht zur Anwendung gebracht, sondern es hat sich leiten lassen von politischen Erwägungen. Alle Verteidiger, insbesondore auch die bürgerlichen Verteidiger, die sowohl die Räterepublik an sich als auch Levinös Mittvirkung dabei verurteilten, haben in eingehenden juvistischen Darlegungen den unwiderlcgten Nachweis gebracht, daß juristische Gründe kein/: Verurtei- lung wegen Hochvetrat hätten herbeiführen können. Insbesondere aber keine Verurteilung, die auf der A n- nähme einer ehrlosen Gesinnung beruht. Einer der bürgerlichen Verteidiger der Mitangeklagten war es, der aussprach, was allgem einer Eindruck im Gerichtssaal war:„Die Verhandlung hat von der Tätig k. eit, dem Charakter und den Motiven Levinös ein ganz anderes Bild ergeben als wir es hatten,,diedleVor- g ä n g e m i t e r l e b t.h a b e n." Freimütig und offen wie ein Kamp f e r, der aus edlen Motiven gehandelt hat, ist Eugen Levinö vor seine Richter getreten. Wohl mehr als ein Dutzendmal hat er erklärt, daß er nicht ihre Gnade wolle und sich nur verteidige, weil diese für ihn, wie für seine Partei die einzige Möglich- keit sei, den Lügen und Verleumdungen entgegenzutreten und ein wahrheitsgemäßes Bild der Motive und Absichten zu zeichnen. Er hat ausdrücklich die volle politische und rechtliche Verantwortung seine Taten wie fr die Taten der Rätercgicrung übernommen. Mit einem Mut und mit der ruhigen Sicherheit, die nur derjenige aufzubringen vor- mag. den edle und uneigennützige Motive bewegt haben, und der auf alle Zuhörer starken Eindruck machte, hat er seine Verteidigung geführt. Nichts ist von den Verleumdungen hängen geblieben, als wenn er als ein feiger Drahtzieher im Hintergrund gewirkt habe und sich nun der strafrechtlichen Verantwortung entziehen wolle. Gerade das Gegenteil hat er in der Verhandlung getan. Nichts ist auch erwiesen worden von de» Behauptungen, daß er um die E r m o r d u n g d er G e i se In gewußt oder sie gar veranlaßt habe. Ebenso sind alle anderen Behaust- tungen, die seine ehrliche uneigennützige Gesinnung mÄ Handlungsweise in Zweifel zogen, in der Derhandlimg zu- sammongebrochen. Wenn das Gericht trotzdem von der An- nahm» einer ehrlosen Gesinnung ausgegangen ist, so war dies nur möglich, weil es in einer politischen Tat, der kem Erfolg beschieden war und nach den obwaltenden Verhält» nissen' beschieden sein konnte, eine ehrlose Handlung scheu wollte. Von. dieser Annahme hing das Strafmaß ab. Da? Gericht konnte nur erkennen, entweder auf Festungshaft oder auf Todesstrafe. Es wählte die letztere und mußte nun die Annahme der ehrlosem Gesinnung zu konstruieren suchen, da alle tatsächlichen Voraussetzungen schmählich zusammengeörochen waren. In allen seinen Reden hat Levins mit größter Offen- heit, aber auch mit wissenschaftlicher geschulter Klarheit und mit großer Leidenschaft die Motive seiner Handlimgen dar- gelegt, ohne dabei auch nur im geringsten auf die Gefiihk der bürgerlichen Richter und der bei der Rechtsprechung mit- wirkenden hohen Offiziere irgendwelche Rücksicht zunehmen. Er stand für seine Taten ein, er fühlte sich, ob- wohl er bereits nach dem Antrag des Staatsanwalts wußte und es aussprach, daß er nur noch ein„T o t e r a u f Urlaub" sei, weniger als Angeklagter vor bürgerlichem Richtern, denn als Sprecher des erwachenden und zum Bewußtsein seiner Macht gekom- mencn P r ole t'a ri a t s, das an die Verivirklicknmg des Sozialismus'herangehen will. Nach ausgezeichneten Reden seiner Verteidiger ergriff Levin6 in der Nachmittagssitzung am Dienstag zu einer Schlußrede das Wort. Die Rede offenbarte auch denjenigen Zuhörern, die bisher in ihm nur den Hetzer und Schürer gesehen hatten, einen Menschen von reiner Gesinnung, der mit hohen Geistesgaben ausgestattet, chein Leben völlig uneigennützig in den Dienst des Proletariats gestellt hat. Von der Argumentation das Staatsanwalts blieb nach Levins: Rede nichts mehr übrig. Dieser„fremde Eindringling", wie ihn der Staatsanwalt und auch das Gericht in seinem Ur- teilsspruch nannte, zeigte, daß er an Größe der Auffassung und Ueberlegenhcit des Geistes weit über den Staatsanwalt hinausragte. Er bezeichnete es als die Tragödie des Münch euer Proletariats, daß es glaubte, die Einigkeit des Proletariats sei geschaffen, wenn die Enn- gung einzelner Führer erfolge,' trotzdem keine Ueberein- stimmung in der Grundanschauung erzielt sei. Levinös Tra gö die bestand darin, die klare nüchterne Erkenntnis im entscheidenden Augenblick außer acht gelassen zu haben. Als er sich'Anfang April der Ausrufung der Räterepublik widersetzte, weil sie nicht von oben, sondern von unten er- stlgen müsse, und weil sie nicht in einem so unselbständigen Wlrtjchaftsgebiet wie Bayern allein erfolgen könne, da hewt- beltc er entsprechend der Erkenntnis, die er späterhin nach dem Soldatenputsch verließ. Nur unvollkommen hat er diesen schritt in der Verhandlung zu begründen gewußt. Es war die schwache Stelle, die seinen sonst so glänzenden Dar- legungen den Charakter des Unvollkommenen gab. Aber obwohl von ihm sicherlich ein starker Einfluß auf die Münchener Arbeiterinassen ausgegangen ist, so heißt es doch vollkommen an der Oberfläche hängen bleiben, wenn man, wie Staatsanwalt und Gericht es taten, in ihm den eigentlichen Urheber der Räterepublik und des Kampfes gegen die Negierung Hoffmaiin sehen will. Es bestand vielmehr in der Masse der Münchencr Bevölkerung eine tiefe Unzufriedenheit mit den Errungenschaften der Revolution, die sie aufsässig machte gegen die Regierung Hofs- mann und den L-yidtag. In der Räterepublik sahen nicht nur die Arbeiter allein, sondern auch weite Kreise der Angestellten und der staatlichen und kommunalen Beamten das einzige Mittel, die fstevolution im proletarischen Sinne vor- wärtszutreiben. Dieser Tatsache verdankte Levins seinen großen Einfluß, und erst als der Glaube an die Räterepublik in den Massen zusammengebrochen war, da brach auch seine Führerschaft zusammen"--Wb allein verantwortlich. xu machen für die Munchencr VorMnge lind noch dazu ihn der chrloscii Gesinnung W berichtigen, ist eine Ungeheuerlich- feit, aber gleichzeitig auch eine Engstirnigkeit der Auffassung, die marxistisch geschulte Sozialisten stets weit von sich ge- wiesen haben. Aber gegenwärtig herrscht in Bayern eine nur noch notdürftig verhüllte Diktatur des Militarismus. Ihm hat die Regierung Koffmann den Kämpfer Levins zum Opfer gebracht. Aber nicht nur den 5täinPfer�Lcvin6, sondern mit ihm> die Sache des Sozialismus. Um sich zu retten, hat diese Regierung den Sozialismus geopfert. Das Bürgertum und die Weißen Garden triumphieren darüber. Sic triumphieren zu früh, denn die Gewalt- Methoden der großen und kleinen Roskcs werden der ge- jchichtlichen Bewegung des Proletariats ebenso wenig Herr werden, wie ihre Vorgänger und Lehrmeister aus der Zeit des unverhüllten Wsolutisnuis. Die Schande der Regierung Me offizielle Begründung für die Bestätigung des Todesurteils. München, V. Juni. Die Korrespondenz Hoffmanir meldet amtlich: Das Gesamt- Ministerium hatkeinenAnlaßgefunden,die gegen Eugen Lcvine vom standrechtlichen Gericht in München wegen Hochver- ratS erkannte Todesstrafe im Wege der Gnade zu mildern. Es kam zu seiner Entschließung nach eingehender und gewissen- hafter Prüfung aller für und gegen eine Begnadigung sprechenden Umstände. Bei der Würdigung de? Falles war vor allem die Ge- famtverantwortlichkeit LevinäS in Betracht zu ziehen, der die Hauptschuld daran trägt, daß es in München zum Bürgerkrieg gekommen ist, obwohl er nach seiner eigenen Erklä- rung in der mündlichen Verhandlung sich vollständig darüber klar war, daß ein Obsiegen seiner Partei in dem bevorstehenden Kampfe gegen die Regierungstruppen ausgeschlossen sei. Lcvine hat nach- weisbar die Anhänger seiner Idee in den Tod getrieben, sich selbst aber rechtzeitig vor dem Endkampfe in Sicherheit gebracht. Durch ihn sind viele Familien nicht nur infolge der schweren Wirtschaft- Achen Schädigungen, sondern auch durch den Verlust der Er- Führer in unsagbares Elend gekommen,* Die Erschießung Levin�s amtlich bestätigt. Wie die Ttadtkommandantur München amtlich mitteilt, ist Vugcn LevinS» heute nachmittag 1 Uhr 45 Min durch ein militärisches Kammando erschossen worden, Vorzensur über die„Neue Zeitung". Aach einer Meldung der„T. IL" ist über das Organ der Ilnab- chängigcn Sozialdemokratischen Partei Münchens, die»Nene Zeitung", im Einvernehmen mit dem Ministerrat von der Stadtkommandantur und dem Staatskommissar Dr. Evinger jdie Vorzensur verhängt worden. Nach einer Privatmsidung aus München ist das Er- scheinen der„Neuen Zeitung" verboten worden. Welche Darstellung nun auch richtig ist, Vorzensur oder Verbot sollen gleichermaßen dem Zweck dienen, die Empörung zu verhüllen, die durch die Vollstreckung des Urteils geschaffen worden ist. Die„Münchener Post" gegen die Regierung. Die«München er Post" fordert heute nachdrücklich die kAufhebung des Standrechts in München, weil es keine .Sicherheit gegen kommunistische Putsche bringe. Das Blatt v e r- urteilt dann das Vorgehen im Prozeß Levine und fragt zugleich an, ob es richtig sei, daß der vorgestern verhaftete Ernst Toller in seiner von mehreren Soldaten bewachten Zelle an Händen und Füßen gefesselt sei. Zu der amilichen Mitteilung über die Verweigerung der Begnadigung Levincs be- Merkt daS Blatt: Wir halten es für unsere Pflicht, zu dieser Nach. incht, die uns erst kurz vor Redaktionsschluß zuging, noch eingehend Stellung zu nehmen. I Die Nachricht, daß Toller an Häniden und Rüssen tzefessolt ist, ist vollkommen zutreffend. Als sein Vertei- diger ihn besuchte, fand er ihn in dieser Weise vor.— Vogel und M a r l o h wird die Möglichkeit zur Mucht verschafft, aber Revolnftonare werden wie gemeine Ver- brecher behandelt. Vrolestkundgebungen gegen das ToSesurleil. Das schändliche T-deSnrteil gegen Nissen-LeviuS hat in der Arbeiterschaft begreiflicherweise eine gewaltige Empörung hervor- gerufen. Bereits im gestrigen Abendblatt tonnten wir Protest- knndgobnngcn der Arbeiterschaft mehrerer Riesenbetriebe ver- öf, entlichen. Im Laufe des gestrigen Tages sind uns weitere Pro- teste von den Arbeitern folgender Firmen zugegangen: C Lo- renz A.°ö)., Berlin- Tempelhof, Schwarvkopff,' Dannebcrg tt. QulNidt. der Geldschrankfabriken Panzer İG.., S. I. Arn- heim und C. Cade, Echütte-Lanz, Deutsche Waffen- und Muni- tionsfabr-ken Wttlenau und der Arcbiler der Eisenbahn- Werkstatt und des Betriebrs von Berlin III. Die Arbeiter der Firmen Danneberg und Quandt, Schwarh- ?°pf sowie sämtliche Hand- und Kopfarbeiter der Geldschrank- betriebe Panzer A.-G., S. I. Arnheim und E. Cade sind in einen eintägigen P rötest st reik eingetreten. Auch die Sozialistische Arbeitsgemeinschaft an der Handels- Hochschule schließt sich dem Protest an. Jetzt, nachdem der Justizmord an Lcvine zur erschütternden Tatsache geworden ist, wird mächtige Empörung die gesamte klrbcitcrschast ergreife» und in einem gewaltigen Sturm wird sir sich Luft zu machen suchen. Protest der Sozialistischen Studentenpartei. Nach einem Verfahren vor einem militärischen Standgericht, das selbst bürgerlichen Nechtsbegrifsen Hohn spricht, erklären wir »ie Erschießung Dr. Levinä'S für einen glatten Mors, der sich würdig anreiht dem Schreckensregimrnt der Weißen Garde in München und der brutalen Gewaltherrschaft einer Militär- kamarisla, die zum SHein vor der OeffriNlichkcit Gerichts- komödien gegen Mörder aus ihren eigenen Reihen spielt. Wäre die Erhebung vom 9. November mißglückt, s» hätte»ach gleichem Recht die frühere Regierung die Nulinießer dieser Revolution, Ebrrt, Echeidemam» und Noske nn die Wand stellen können. Wir Gagen die Regierung Hoffmann, die dieses Urteil trotz zahlreicher Warnungen bestätigte und übereilt vollstrecken ließ, dcZ Verrats am SoziailSmuS an, und machen sie verantwortlich für alle Folgen, die sich aus dem vo» ihr gedeckten Gewaltregiment und dieser Militärjustiz ergeben. Wir fordern nachdrücklich die Verhandlung des Falles Toller vor einem ordentlichen Geschworenengericht, das sich a»S Angehörigen aller Klassen der Bevölkerung zusammen- setzt. Toller hat den Mörder Kurt Eisners, Graf Are», vor der Lynchjustiz gerettet. Toller hat bis zum letzten Augenblick die Erschießung der Geisel» zu verhindern gesucht. Toller hat als Führer der Noten Garde alles daran gesetzet, Blutvergießen in München zu vermeiden und der Negierung Hoffminann wieder- holt Verhandlungen angeboten. Die Regierung Hofsmann hat diese Verhandlungen schroff abgelehnt. Die Regierung Hoffmann trägt damit die Schuld an allem Blut, das in den Straßen Mfin- chens geflossen ist. Die- Regierung Hoffmann hat ans den Kotzf dieses Manne? einen Preis gesetzt»nd eine Hetze gegen ihn hervorgerufen, die befürchten läßt, daß Toller das Schicksal SJevines oder Karl Liebknechts und Rosa Luxemburgs teilen wird. Die Sozialistische Studentenpartei Berlin. Sitzung des IMzogsrals. In der Sitzung des VollzugSrntes vom 6. Juni wurde durch eine von den Loeb werken, Charlottenburg, gewählte Kom- Mission dem Vollzugsrat folgend? Resolution zur Kenntnis unter- breitet: „DaS Berliner Proletariat erhebt schärfsten Protest gegen die Verschleppung der Leiche. Rosa Luxem b«rgs ans Befehl Rostes. Durch diese Tat drückt die Regierung sich selbst daS Brandmahl des Schuldbewußtseins ans die Stirn. Die Versammelten verlangen die Auslieferung der L e i ch r an die kommunistische Partei, damit sie mit revolutionären Ehren bestattet werde. Das Proletariat Verlins brandmarkt das Todesurteil gegen Levine, das erfolgt, nachdem schon hunderte Genossen de» Miinchener RegierungStruppen zum Opfer gefallen sind, als ein Akt Politischer Rachsucht und Bestialität. Falls die Regierung das Urteil bestätigt, steht sie als politischer Mörder am Pranger der Geschichte. DaS Proletariat Berlin? gelobt, nicht zu rasten und zu ruhen, bis daS Regiment des weißen Schreckens, der Meuchelmorde, der politischen Morde, der Gerichtskomödien und des Leichenraubes zu Boden geworfen ist." In einer anderen, von derselben Kommission vorgelegten Resolution wird der schärfste Protest gegen den Ent- Wurf des Gesetzes zur Sicherung des Wirt- schaftslebens erhoben, durch welches den Arbeitern jedeS Streikrecht genommen und die Führer mit Gefängnis bestraft werden sollen. Der VollzugSrat wird sich in seiner nächsten Sitzung mit dieser Resolution nochmals beschäftigen. Außerdem erschien eine Kommission der Obleute der An ge stel �en a us sch ü sse der Groß-Berlincr Metallindustrie, mit dem Ersuchen, zu den Beratungen über das Gesetz über die Betriebsräte hinzugezogen zu werden. Die Angestellten wurden ersucht, die von der Kommission vorzutragenden Wünsche zu diesem Gesetze schriftlich zu formu- lieren uud dem VollzugSrat als Material zu überweise«. Der Entwurf üb'er die Betriebsräte, mit dem sich die am Freitag stattfindende Bollverfammlnng ausschließlich be- schästigen wird, wird einstimmig alS u n d i S k u t a b e l abgelehnt. Folgender Antrag wurde bei Stnnmcnthaltung der Mitglieder der S. P. D. angenommen: „Ter Vollzugsrat erblickt in dem Entwurf deS Gesetzes über die Betriebsräte eine Verhöhnung der Rcvolutio-n und einem bewußten böswilligen Versuch, das Räteshstem zu ver- fälschen." In Erlediginkg deS in der Vollversammlung gefaßten Be- schlusseS, einen Wahl- und Propagandafonds zu er- richten, wurden die unten folgenden AusführungSbestiinnrungen zum Beschluß erhoben. Zum Schluß wurde der Bericht über die Verhandlungen mit der Preußischen Regierung über die Finanzierung des Vollzugsrats und der Arbciterräte entgegengenommen. Die Fraktion der U. S. P. D. des VollzugSrates der Arbeiter- und Soldaienräte Groß�Berlins bringt hiermit folgenden Aus- ruf zur Kenntnis: An das werftätige Volk Berlins! Hand- und Kopfarbeiter! Die Vollversammlung der Groß-Berliner Arbeiter-, Kom- miinal- und Soldaienräte hat beschlossen, einen Wahl- und Propagandnfonds zu schaffen. Dieser Beschluß wurde gefaßt, weil die Regierung seit langem mit allen möglichen Mitteln versucht, die Arbeiter- und Kommunalrätc abzuwürgen. An dem zähen Widerstand der revolutionären Arbeiter und An- gestellten sind alle bisher angewandten Versuche der herrschenden Klasse, deren Sachwalter die Regierung ist, zunichte geworden. Jetzt verweigert die Regier u hg die bescheidenen Mittel zur Reuwahl und zum Aufba« der Rätcorganlsation, die das Rückgrat der werktätigen Bevölkerung und die Grundlage für die Befreiung des Proletariat? von dem kapitalistischen Joch und des sozialen Elends bilden soll. Tieselbe. Regierung hat für die Freiwilligcnver- bände, die im Interesse des Kapitals und der Reaktion jede revolutionäre Regung und Förtcntwickelung� niederhalten, in wenigen Monaten 9 Milliarden Mark aus den Mitteln der Allgemeinheit verschleudert. Hand- und Kopfarbeiter! Es steht alles auf dem Spiel. Wir müssen die dunklen Pläne der Reaktion und der Bourgeoisie zuschanden machen, au? eigener Kraft die Riitcorgani- sation aufbauen»nd selbst die Mittel dafür aufbringen. Die Arbeiter-, Betriebs- und Angcstelltcnräte werden im Auftrage des Groh-Berliner BollzugsrateS Marken zur Schaffung des Wahl- und Propagandafonds umsetzen. Der VollzugSrat erläßt hierzu folgende AuSführungS« bestimmungen: Hand- und Kopfarbeiter! Da der Vollzugsrat auf einen großen Umsatz der Marlen rechnet, wird in folgenden AuSführungSbestimmungen näher fest- gesetzt, wie der Vertrieb der Marken vor sich gehen soll: Ausführungsbestimmungen: „Der Beitrag von 1 Mark oder 50 Pf. ist als Monats- l e i st u n g zu betrachten. ES ist Pflicht aller Arbeiter, Ar- beiterinnen und Angestellten, mindestens eine Marke im Monat zu kleben. Zum Einkleben der Marlen wird der VollzugSrat eine Karte mit Feldern herausgeben, auf deren Vorderseite der Name des Inhabers aufgezeichnet wird. Jeder, der- von seinem Funktionär entnimmt, muß eine derartige Kam :m Betriebsrat oder seiner Vertrauensperson ver'"""� In einem Wahlkörper, wo mehrere Arbeiterräte Atfl* sind färben Marke»vertrieb alle Arbeiterräte pDDD Kassierer seiner Fraktion fordern, oder die der gleichen„ angehörenden Arbeiterräte müssen einen Bevollmächtigen) itno pur öcn»carrenverlrieo aue acotutn.»'-« j(j Jeder der genannten Arbeiterräte muß die Marken «BWen kr Mark« Auftragen. gehört, die Marken an die Betriebsräte, oder wenn in dort beschäftigten Arbeiter und Arbeiterinnen abgeben. �- trieb ein solcher nicht vorhanden, an die Vertrauensper� Slt- in dem Wahlkörper niemand weiter außer dem treibe»- bei t errat Marken an die genannten Funktionäre Der Arbeiterrat hat jedenfalls die Marken von seinem Sta kassicrer zu verlangen." �.jf Es wird in der„Freiheit",„Republik" und im„-oerv» bekanntgegeben, wann die Marken abzuholen sind. Eroze Erregung auch bei de» . llechlssozluliflen. �raftionssitzung der Arbeiter- und Betriebsrat der S. P. D. frn Sitzungssaal des Herrenhauses traten am gestrigen Arbcuss' ncrstag nachmittag die rechtssozialistischen Betriebs-,— � uud kommunalen Arbeiterräte zu einer Sitzung zusainine«-. zu dem Gesetzentwurf über die Regelung der Betriebsräte lung nehmen- sollte. Zunächst gab es aber eine lebhasm gemeinpolitische Debatte. B knm Das Vollzugsrai lrolat berichtete über die mit dem Finanzminister im wegen der Finanzierung des Vollzugsr a � Südsi s � o t t z u»»-- gj» habte Besprechung. Tie Frage soll in weiteren Verhan. es Reichsfinanzm« des preußischen Finanzministers und deS Reichsfi mit einer Kommission des Vollzugsrats geregelt werden. sozaldemokratische Fraktion des Vollzugsrats' unterbreUde�' Versammlung dann folgende Anträge, von denen der erste b nachträglich airf die Tagesordnung der heutigen Vollveriü i 'img der A.» und S.-Räte gesetzt werden sollte: � 1. Die s oz saldo mvk vastbsche Frattisn de,r Betei-ebs- ilbnd munalen Arbeiterräte ist davon überzeugt, daß sehr zahltt� ilebergriffr von Angehörigen der Freikorps vorkommen, b'f. '•_____ fc„6 die duft aufs schärfste verurteilt. Sie ist aber der Meinung, daß � � den Boykott beschlossene Aechtung bestimmter�' 13, kreise undurchführbar ist und vom sozialdenK!�, —--——->«-. 2 CJ- n�l** tandpunkte nicht gutgeheißen werden kann. Sie ist fassung, daß vielmehr alle zulässigen agitatorischen telunzuwend Orn sind, min Ifte Freiwilligen im soziad!� Geiste zu beeinflussen; sie beantragt deshalb Aufhebung kottbeschlusses. � iC 2. Die VesiscrmmkiMg ist empört üÄer die uinvollko'« bvo«* f /-f U � d| >iii! fening iwrttit keicj Kdc Niid 9%» sei. Hechte hl ben ! 5| • tjj „ T l»il!> Nu . tt 'ich I D k pteito pieti «gm II; s s # i „■«ue s k lung verurteilt ferner den geradezu wideesinnigrn Tran» ach Zossen, wodurch angeblich e � Leiche Rosa Luxemburgs nach bolitischen Demonstrationen vorgebeugt werden sollte. p'J sammlung ist der Auffassung, daß die Regierung die P'l''.t) die für diese Dinge perantwortliche» Personen unverzüg»« NN» Rücktritt zu veranlassen. In der über diese Anträge sich entspinnenden Debatte daS jetzige militärische System und das Verhalten der N�itz gen-Truppcn aufs schärfste angegriffen und u. a. als M' i »ins in übelster Fori» bezeichnet. � Dr. Joelsohn übte heftige Kritik an der Regierung� � und auch an der Außen- und Innenpolitik der rechtssazidn � Partei. Er brachte einen Antrag ein, wonach die Regierung � gefordert wird, sofort die nötigen Schritte einzuleiten,'Nch Vollstreckung des Todesurteils gegen Levinä z» andernfalls schärfste Maßnahmen seitens der Gr»ß-� Arbeiterschaft bevorstehen. Ein weitexer Antrag verlangt die sofortig« Beseitigung ,. Militärgerichtsbarkeit und fordert den Erlaß einer Regi��i --vrt Verfügung, daß der Gardc-Kavallerie-Schützen-Division Transporte von Gefangenen mehr übertragen werden. j!ih In große Erregung, wurde die Versammlung durch.�i teilung versetzt, daß das Urteil gegen ben Münchcncr Somw> � siihrer Lcvine bereits vollstreckt ist. Tie Nachricht>nur giftßter Entrüstung und Pfuirufen aufgenommen. In der nun folgenden Abstimmung wurde der Antrag heutige Vollversammlung auf Aufhebung des Eichfoi� K' gegen die Feeiwilligentruppen abgelehnt, der zweite An� � sich mit den Fäll-'N VagW., Marlolh umö Luxe-in�wrq baschäf ztvei Stimmenthaltungen angenommen. Annahme G» jist gegen irenige Stimmen der Antrag auf Richtvollstreckn' � Urteils gegen Levine und der Antrag auf sofortige Aufh��ü Militärgerichtsbarkeit. Schließlich wurde noch ein Antrag an den,. Meimrß. die Partoimitgliledfe? zum Austritt ftrs dftr Borsichtsmkßnahme», die von feiten der Militärbehörden sc» smd, durch welche einzelnen Verbrechern, insbesondere m und Marloh, möglich geworden ist, während der Haft oder kurZ.ÄJijj! per Verhaftung die Flucht zu ergreifen. Trotz Vorstellungen.ff id.... den maßgebenden Persönlichkeiten seitens der Mitglieder de? zugsratcs in Sachen der Erschießung der 32 Matrosen ist«�','1 Leutnant Marloh möglich geworden, zu entfliehen. Die Versa»» ! I s. '"ü aufzufordern, mit großer Mehrheit angenommen. Nunmehr trat die Versammlung in die Erledigung des»„p Iichen Gegenstandes der Tagesordnung die Erörterung des.„p entwurfes über die Betriebsräte. Hierzu referierte Gewerl'.�9 führer Cobeu fcnm Metallarbeiterve vband. Er wioS dn � vor allem dar" �----&.— rz.~i.— s-t>!aUA auf hin, daß eS sich bei dem Entwurf ledig die Regelung der Betriebsräte handle, die Rätesrage 0» vre. c/n-yv-ruiiy ret* i. 1 1 u v iu i c* u/w-, vsv t/M4zv|«M�v—• die Vorlage nicht geregelt werde. Der Gntwurf sei nicht p gültiger Regicrungsentwurf zu betrachten, sondern es e» zunächst nur um die Vorschläge des z u st a N-�.s! -Dezermenten. Es sei hier ,ledfgNch ein andere Wog, üblich eingeschlagen worden, der Entwurf sei zuerst dcn � essenten zur Prüfung und Stellungnahme vorgelegt worden: � er bei den gesetzgebenden Körperschaften eingebracht wir�- Kommission hat sich bereits sehr eingehend mit dem Gesetz» � beschäftigt und wesentliche Acnderungen als notwendig* Der Rednl« erläu'tevte dann die Einzelnen'J Entwurfes umd die motwenhigen Verbesseriungsn. In der Aussprache wurde vom VollzugsratsmitgliedeV an der Regierungsvorlage l e b h a f t e K r i t i k geübt. Antrag stimmte die Versammlung nachstehender T Mi bett v i > «Ol h m 8eii h schließung zu: „Tie Fraktion der S. P. D.-Arbeiterräte erblickt rn setzesvorkage über die Betriebsräte müj deren Iflrt» � "ß"1,. itij sÄ luftäni'®' Mit tt» gtt!tW ien i"1 « Zr-Zt iie S" , er km 9' rso» A ES dm' in � .rtttibe»' raktias� ov tvirf äte 2#' Arbeite�' (Ctt HC«/ ite vt m te all zmitßl� .r.äW ctaf ndlunge« -»-Ä d-- en. tcte iste dar» ,-hlr-i» ,, die S'S ;re kurz lngen *(' deS st'S i «ilit-ri» Mannschaften, alles unterlassen, lvas ver«c- ��.Anerkennung crsHveren muß. Immer wieder (ig;� Ausschreitungen vor, welche die Truppen in ihrem Wfc? Unb im Interesse der Gesamtheit durch Selbst- k unterdrücken müssen. Die deutschen Freiwilligen ''ge»»n a fremden Söldner, sondern Lcmdeskmder iM il-hkn? Ä"!'.— A,n schwersten zu verurteilen ist die fest- Tatsache, daß bei zwei Kapitalverbrechen, m den el und Mar loh, es Angehörige der �rei- ihv� Äuude gewesen sein müssen, die den zwei mit iiidx/>Schnld belasteten die Flucht ermöglicht Wen. I" �öbn. c"" haben Kamer.rdcn der beiden Mitgeholfen, die ili-chj- für Verbrechen zu vereiteln, deren Ahndiing das des ganzon Volfes Waiigi.-% 9W' dir.Q.„ll wird im Einvernehmen mit der niihtansck>en �uh- Qusbiekn, m„ bicfcn bunricn k ein? lU tun und die Schuldigen zu bestrafen So wenig %.. rest- auf ihrer Seite zu sehen. .o. Juni. � Reichswehrminister Noske. '# :% tu cung um J ..... W ßi< jn V* die Sf' tt> iefA'"1 % IS" S>' I '4 « knol st1 3" länglichen Versuch, den berechtigten Aar- ütoliimi Arbeiterschaft gerecht zu werden. Die Reless- �riiszt es, daß künftighin in den Betrieben nur eine K ber gesamten Arbeitnchmerschaft existieren �iiiden m baß auch den Beamten der kommunalen und ib /betriebe und Verwaltungen ebenfalls das Recht ge- In r'>' �eftietsrät« zu bilden und in denselben vertreten �le'n bor Vorlage den Betriebsräten zugebilligten iKrbm, J1 für die S. P. D.-Fraktion völlig unannehmbar. Es k dx.. b>e Rechte, die U>ie Revolution den Arbeitnehmern 'hotrieben gebracht hat, aufS schwerste geschädigt." llie Seisetzung Rosa Luxemburgs. 13,*1*?onossin Rosa Luxemburg wird Freitag, den lild nt' �f bcm städtischen Friedhof in Friedrichs- S'br fchftn Rufjc gebracht werden. Die Leiche wird Üi)tt>h! �urlLiebkuecht beigesetzt, inmitten der toten %l?o0-m Sanimr. ar der Kommunistischen Partei will sich mit >tnh- �uf an das Proletariat Deutsch- kein,. dox ganzen Welt wenden, diesen Tag ? Zu machen. Wi h,et- Arrangement der Beisetzung vherden �ttcre Mitteilungen gemacht werden. tuslerschSllerung. % j n ch S w? h r m i n i i't e r erlöst folgende De. �aIj-_ 1 � Q(ff if ti S;« �vot+rviTTmötiHPrFlnn'h*»* fciferaÜ! Q ch u n g an die Freiwilligenvorbände: Die Freikisn��""g Hai vor wenigen Tagen diifch mich den lern»"'lleuverbanden ihren'Tank aussprechen und ehre der�i-rmforstützung zusagen lassen. Keine Hetze wird sie Iii»».,1.�' h>e Verdienste der Freiwilligen um innere Orb- ch LiJb Reichsbestand zu vergessen. Sie erwartet aber tisfch» f �fltönbliche Gegenleistung, daß die Freiwilligen, chchn* zW Mannschaften, alles unterlassen, was der Re- ivww. Anerkennung erschweren muß. Jnrmer wlede Also doch„moMeWdar"? MMZN Äft; Bed ing'u ngen Stinmuing zu ist absolut unwahr, daß Reichs ÄN äu"machen'fucfrf.1' Der'Re'ichsminister W bei ?k»N!> Mwigen Beschluß des Kabinetts mitgetvirft, auf hoen"cfJen öcr Mini st erPräsident diesen Bodin- dich,' gegenüber in der Nationalversammlung die chtt, Regieruna festgelegt hat. Da ZK ab i- seine Stellungnahme rn dieser llenheit nie geändert. Noch zwei Todesurteile! �. B o ch u m, 3. Juni. ber r-?' meldet: Der H a n dgra n a te n a n gri f f wäh. S � �'-eikunruhen int Februar auf der Zeche Engelsburg. S �Menschenleben zum Opfer fiel, fand letzt seine Sühne. n,"bricht verurteilte nach mehrtägiger Verhandlung lck Zum wegen Vergehen? gegen daS Sprcngstoss' % tondarbeiferslrelk in Westpreußen. "Deutsche Allgemeine Zeitung" meldet aus Thorn: e Landarbeiter ..Ix /'i-P-«uyvmpmc jvi.u..u——.' ken l Landarbeiter des Steife# Danziger Hohe *»Aeii nkbcrgekgt. Der deutsche Limbod�" und bic polnische BeruftSrreimgung gehen geschlosten 11 Arbeitgeber vor. Da#««neraNmmniando%# II v.�." JJ/ c., *** Arbeitgeber"»»� DaS«enerattommando dc# i�ftweekorps entsandte in die streikei�cn Ortschaften mil i- Hilfe. Als das Militär die darmedcrliegenden aufnahm, kam es zu ernsten Zusammen !< s�und Feuergefechten. Dabei wurde ein L-md- 1t verwundet. Der Vollzugsausschuß für Westpreußen r Bs-..' eiwn.neuen Lohntarif durchzuführen. \ Lage der Landachciicr in$ � last. ln höchstem Maße jämmerlich und menschemumwurAirz. .iiNku»� gesamte Landwirtschaft Westprcußens in Händen von �ftitzctn ruht,(die auf ihren Latifundien wie Könige b.-fmden sich die Lantmrteüer in der Lage rechtloser <5- Es Und ist bemerkenswert, daß der deutsche Landarbeiter di,'"" die polnische Berui-weccinigung Siüte an-weite N>i��°Wgrar!er marschieren..Hieraus ergeht man. baß c# Stngen�'1�1'�ig"ch um wirtschaftliche und mcht um poli- 'k.%� die Industriellen Arbeiter zu spüren bekommen 'l W Hrrn Jctdtru iigtn nach Verbesserung der Lebenshaft Wied, ersäbrl cS jew auch das" mdproletariat. oau � �"ng fik jie nut Maschi»enge.«h?- und Handgranaten Gewerkschaftliches. t Zum Holzarbeiterjtreik. In eiltet Aichuütg vom 3. Jm,i hat dsr SchlichtungZauSschuß durch Schiedsspruch dii,e zentrale Vervinba-rimig über«eime Teue- uMtgszuilage für beide Parteien als bindend erklärt, auch für Berlin. Eine Vertrauensmännerversammilunig sämtlicher'de- streiften Betriebe nahm am Miitovoch, den 4. Funi dazu Stellung. Beschlossen wurde, daß die streikenden Kollegen sn ihren Be- triebsve rsammiumgen idaritber abstimmen sollen, ob der Schieds- sprüch amgenommem und au den übrigen Forderungen festgehalten werden soll. Letztere beschäftigten Außerdem noch die am 11. Juni begiinnendsn zenträlem Vsrhäindlungen. Auch über die Aufhebung des StroBs wollen die Streiksndou entscheide». In dem Augenblick, wo diese Zefton geschrieben werden, steht noch von elW ganzen Anzcnhl Betrieben das Wstiinmuings- ergebnis aus. Aus diesem Grunde, und weil die Aroeitgeber am Freitag, den 6. Ju,nu zu dem Schiedsspruch Stellung nehmen, das Re- sultat abgewartet wenden muß, kaum heute noch keine Weisung an die Kollegen ergehen.» Es»miß aber nochnu.Is besonders darauf hingewiesen werden, daß die Kollegen laut Beschluß der Ver t rauens man n e r- vsrsanmilung unter reinen Umiständen die Arbeft dort aiusn«hmen könuen, wo der Schiedsspruch nicht anerkaunt und bezüglich der übrigen Forderm,nigen kgtne Verständigung erzielt ist.' Die Streihleiliuirg. I. A.: R. Siegpe. Die Branch e nv cäsa m mluui, der Eiscnk.nstäafteure beschäs- tilgte sich am Dienstag in dem Mustbevsälen mit ix'm Taris- vertrag. I u'tz gab Bericht Wer die Verhandlungen.mit-deit Nntevnehmern. Die ZugsstäiNrisse der Unternehmer lösten die Smipönu-nig der Borsammalten aus. Es wurde bean tragt, dar- über zur Tagesordnung Merzugehen und die Kommisstom zu beauftragen, noch eimna' zu verhandeln, tun alle Möglichkeiten zu erschöpfen,«iuen friedlichen Ausgleich herbeizuführen. �Folgende Resolution wurde cmgeinamutem:„Dg die Lebensmittel- und sonstige Wi rtichafts gegenstände im Pbeise ftumier höher steigen, lehnt die Branchenversaimm'liung das Angebot der Ar- beitgebar ab. Die Arbeiter sind«gewillt mit allen ihnen zu Ge» We stehenden Kräften zu. ardeiten, um Idas Aufbauen zu er- möglichen, müssen alber verlangen, haß dazu auch ein aus- reichender Lohn gewährt wird, mir sich.und ihre FamUile er- nälhven zu können,©iie legem die vom ihnen gemachte Forderung«n die.Hände- der Kommiffion und verlamgen. daß nach ihrem Wunsch verhandelt wird. Die Versammlung protestiert inSvortarbciter-Berb«nd, Ortsverwaltung Bcr- lin. Die Verbandsbilrcaus: Engeluser 14-15, Charlottenburg, Rosinenstr. 3, und Köpenick, Schöncrlindcr Straße, sind am Sonn- abend, den 7. Juni, mittags von 1 Uhr ab, und an den drei Psingstfelertageu geschlossen. Die Vezirksvcrwaltung. Etadtverordnetenversammlttng. Die austerordeutlichc Notlage der Familien unserer Kriegsgefangenen hatte unsere Genossen veranlaßt, die Erhöhung der Uliterstützungen um 100 Prozent zu beantragen. Die zur Beratung dieses Antrags eingesetzte Kommission hat jedoch diesem Antrag nicht zugestimmt, sondern beschlossen, den Fonds für Sonderunterstützungen aufzufüllen Xpnd daraus in monat- liehen Beträgen in allen Bedarfsfällen besondere Zuwendungen an die Familien der Gefangenen auszuschütten. Die Versamm- lung hat in diesem Sinne beschlossen. In einem weiteren Antrage, der vom Gen. Wehl begründet wurde, forderte unsere Fraktion, mit dem Abbau sowohl der B o r sch u l k l a s s e n, als auch dex untersten Klassen der Lyzeen im Oktober zu beginnen. Das wurde beschlossen. Eine Magistralsvorlage beantragte Zustimmung zur Bereit- stellung von 520 000 Mark für einen vierwöchigen Erholungs- aufenthalt von 20 000 Gemeindeschulkindern auf den städtischen Außenspielplätze». Unsere Fraktion beantrafl+c hierzu, den Aufsichtspersonen außer Verpflegung auS der Goulaschkanone eine Vergütung von täglich 15 Mark zu gewähren und aufterdem die Zahl der Kinder nicht auf 20 000 und nicht nur auf Gemeindeschulftndcr zu beschränken. Genosse Zeuner be- gründete diese Erweitern ngsanitäge und schlug noch einige weitere Verbesserungen vor. Unsere Anträge fanden einmütige Annahme. Für Halbtagsaufschläge sind 60 000 Mark bctvilligt worden. Eine'B c i h i l fe von je 20 0 0 0 Mark an den eingetragenen Verein„N ü ck w a n d e r c r h i l f e" und an daS„Deut» sche Hilfswerk für die Kriegs« und Zivil- gefangenen" sollte nach dem Antrage des Magistrats bewilligt werden. Gen. Z u b e i l wandte sich gegen die Vorlage. Er führte begründend aus: Die Fürsorge für die Zurückkehrenden ist Pflicht der Reichsregierung. Wenn innerhalb drei Monaten für militärische Zwecke überflüsfigcrweise achteinhalb Milliarden aus- gegeben werden konnten, müssen für den oben genannten Zweck erst recht Mittel vorhanden sein. Es kommt ferner hinzu, daß die städtischen Körperschaften kein MitbestimmungS- und Kontrollrecht haben. Mittel werden künftig von unserer Fraktion aber nicht be- willigt werden, wenn über die Verwendung keine Mitbestimmung und Kontrolle gewährleistet ist. Da die RcchtSsozialisten derartige Bedenken nicht hatten, wurde die Vorlage dennoch angenommen. Die Vorlagen betreffend die Vergütungssätze der Bureauhilfskräfle, Erhöhung der laufenden Bei- Hilfen an Supernumerare»nd Zahlung einer Eni- i ch u l d u n g S s u m m e an Beamte. Festangestellte und Lehrer riefen eine längere Debatte hervor. Brückner von den Rechtssozialisten wies zunächst darauf hin, daß sich die Höhe der Forderungen der Beamten und Angestellten daraus erkläre, daß die frühere bürgerliche Mehrheit eine ausreichende Bezahlung verhindert hat. Er wünsche jedoch die Finanzlage der Stadt berücksichtigt zu sehen und ferner, daß die Kosten der höheren Bezahlung zum wesentlichen Teil von jenen Steuerzahlern ausgebracht werde» müsse», die in ihrem Einkommen crbeblich schlechter gestellt sind. Stadtv. M o m! e n ging aufs schärfste gegen den Magistrat vor. weil er sich dem Schiedsspruch des SchlichNiiigSauSichnsseS der Hilfskräfte gefügt bat. Wenn eine kleine Anzahl Personen, die von städtischen Dingen keine Ahnung hat. über 10 Millionen städtischer Mittel verfüge, sei kies B'-r�ebnns bcr Seibitverwoltunci. Gen. Hinbe trat dieser Auffassung mit aller Energie entgegen. Das Mitbestimniungs« recht der Beamten, Arbeiter und Angestellten müsse unter allen Umständen beachtet werden. Die Angestellten sollten sich aber auch vor Uebertreibungcn hüten, da sie sonst nur ihrer Sache schaden. Die stark besetzte Tribüne nahm wiederholt Gelegen- heit, stürmisch ihren Beifall' oder ihr Mißfallen mit den Ausführungen zum Ausdruck zu bringen. Herr Kleina» warf sämtlichen Fraktionen Mangel an Beamtenfreundlich- keit vor. Herr Meitzer von der bürgerlichen Vereinigung übertrumpfte ihn darin noch beträchtlich.. Hoffentlich nimmt kein Mensch an, daß er damit Wählerfang treiben wollte. Immerhin: die Tribüne jubelt ihm zu, obwohl er sich einige grobe Verdrehungen gegenüber den Motiven unserer Genossen zuschul» den kommen lieh. Brückner dagegen konnte sich kaum gegen- über den Zwischenrufen der Tribünenbesucher Gehör verschaffen, als er die Beamten darauf hinwies, daß sie einen kleinen Teil der Energie hätten damals aufbringen sollen, als die Sozialdemokratie vergeblich ihren Kampf für Besserung der Beamtcngehälter gegen die damalige bürgerliche Mehrheit führten Pastor Koch, ein Erzreaktionär reinsten Wassers, produzierte sich als lauterster Beamtenfreund und lockte auf so bequeme Weise den stürmischen Beifall der Zuhörer heraus, die ihn offenbar gar nicht näher ken- ncn, sonst wären sie zweifellos nicht auf den Demagogentrick hineingefallen. Beschlossen wurde, und zwar auf Antrag des Pastors Koch in namentlicher Abstimmung, die drei Vorlagen einem Ausschuß zu überweisen, der sofort ernannt wurde und am heutigen Tage schon in Tätigkeit treten soll. Vollversammlung der Arbeiterräte»-. Die Vollversammlung der Groß-Berliner Arbeiterräte der kommunallen Artbeiterräte sowie der Delegierten der Soldatenräte findet heute, Freitag, denk. Juni, vormittags 1k Uhr, in den Germania-Säle-n, Cha>usseestraße 110, statt. T a g e s o r d n u n«: Stellungnahme zu dem Gesetzentwurf- über dir Betriebsräte. Rief). Müller. Fritz Brolat. Demonstration der Berliner Lazarettinsassen. Die Grotz-Bcrliner Lazarettiiisassen versammelten sich aw Donnerstag nachmittag im Lokal Brunnengarten in der Brunnen- straße, um den Bericht über die Verhandlungen mit der Reichs» regierung entgegenzunehmen. Kamerad Sumpf als Bericht- erstatter gab im wesentlicheii das bekannt, was bereits in unserer Mittwoch-Morgenausgabe veröffentlicht wurde. Lebhafte Eni» rüstung herrschte bei den Anwesenden über die ablehnende Haltung der Regierung, und es wurde allgemein, gewünscht» daß man sofort im Demonsirarionszug nach der Wilhelmstraße ziehen und die Siegierung erneut zu Verhandlungen auffordern solle. DicS wurde denn auch einstimmig beschlossen, nachdem folgend! Resolution angenommen wurde: „Die heute am 5. 6. 19 im Brunnengarten stattfindend« Veriaminlung der Lazarcftinfassen ganz Berlins erhebt ganz energisch Protest gegen eine derartige Behandlung der von den Lazarettinsassen ganz Deutschlands ausgestellten nur zu gerechten Forderungen und verlangt die sofortige Ausnahme der Verhand- lungen. Bei den Abschlüssen muß die Reichskommisfion hinzu- gezogen tverden." Darauf bildete sich ein etwa 1000 Mann starker Zug, der durch die Brunne»-, Invaliden-, Jriedrichstraße. Unter den Linden nach der Wilhelmstraße zog. Voran die Blinden, dann die Verstümmelten an Beinen und Armen— ein erschütterndes Bild. Unterwegs schloß sich ein Krüppel mit einer Orgcl an und marschierte an der Spitze, so den Dank des Vaterlandes bitter darstellend. Eine dreiköpfige Abordnung begab sich ins Reichskanzlerpalais. Nach dreiviertelstünbigem Warten konnte die Abordnung mitteilen: Wir haben der Regierung die ab- lehnende Anüvort, die sie uns zugestellt hat, zurückgegeben und erklärt, daß wir damit nicht zufrieden sind. Die Regierung wird bis spätestens Freitag früh antworten, ob sie nochmals ver» handeln will. Die Demonstranten nahmen diese Mitteilung mit lebhaftem Beifall aus und gingen ruhig auseinander. Rcichsbund der Kriezsbefchädigten, Bezirk Norden. Fr«ita> Abend 1 Uhr Bezirksversaminlung in Büttners Fesisälen, Schwedter- Straße 28/24. Internat. Bund der Kriegsbeschädigten und Hinterbliebenen, Ortsgruppe Karlshorst- Friedrichsfelde. Versammlung Freitag, abends 8 Uhr, bei Wuttke, Karlshorst, Treskow-ANec 75. Internationaler Bund der Kriegsbeschädigten, Ortsgruppe Spandau. Freitag Abend 6.30 Uhr Mitgliederversammlung in der Neuen Welt. Zentralstelle fllr Einigung der Sozialdemokratie. Die für heut« Abend W Uhr in der Aula der Margareten-Schule 0., Ifflanbst� 10, anberaumte Mitgliederversammlung gilt für die Mitglieder Aiötz-Ber- lins und wird der Wichtigkeit der Tagesordnung wegen auf.Mirsiches Erscheinen gerechnet. . cebensmitteWender. Spandau. Als Ersatz für die gekürzte Kartosfelration gegen Ab» schnitte 13 bis 16 der Kartofselkarte 750 Tramm Brot, amerikanisches Weizenmehl Y, Pfund gegen Abschnitt 22 der Einfuhrzusatzkarte. Ab Freitag 70 Tramm Butter, Pankow. Vom Sonnabend ab aus Abschnitt 24 600 Tramm Kunsthonig. Noivawe». Am heutigen Freitag findet von 8—1 Uhr vormittag, und 3—7 Uhr nachmittags in den Berkoufsstcllen der Gemeinde aus folgenden Nummern des Answeifes der Verhaus von Räucherwaren statt: Winkel Nr. 2351—2400 und 3001-4150, Müller Nr. 1062 bis 2851, Rudow«t. 4558—5800 und 6001-6052, Fron, inert Nr. 5906-6500 und l—o02. Zi-gen-r Nr. 2851-6050. � Freitag 70 Gramm Dutter auf Abschnitt 3 der Fett- .«I:>!-'/' kVi Uhr und 8 Uhr. punkt für Nachzügler. Rhoin-berg, mittagstour Slaii Restaurant Böcker. ■| nach.Müggelschlötzchsn". Fontanepromenade, Ecke Blücherstratze.,, 3. Abt.: Tagestour durch Mecklenburg bis Ruppin. dann über Wiilstock-Röb-l�» Wahren— Neu-Brandenburg— Sirelitz—"'f« Kremmen— Velten. Berlin Start am?. 3""'' abends, Lausitzer Platz 10. Struck. Diel-nigen die mitmachen, mögen bis. Freitag Abend das an Kandel einzahlen. 1. Feiertag: Fruhto�r 41; an Sankel einzahlen. 1. Feiertag: ü-ruv'":' n.«, Werlsee, Hiller. Start 6 und 12 Uhr.-/Li Frühlour nach dem KrosstnFee. Start 6 um, 3. Feiertag nach Aren-felde, Schneider. G'"' Lausitzer Platz 10.. Jk 4. Abt.: Zweitagestour. Streifzuze dl Rauenfchen Berge. 1. Feiertag:«ackmillfl3;" Schoneiche. Mann. Start: 12 X Uhr. 2. l tour nach Senzig. Start: C Uhr. Nachmillag-' J Müggelheim. Start: 12 Uhr. 3. Feiertag:# 0......~• iese. Eck- Ä' ;Kii ikil' i bei» Hausen. Start: 1% Uhr Weberwiese, Allee. 8. Abt.: 1. Feiertag: Frühtour nach Start: 5 Uhr. Nachmittagstour nach d Start: 1 Uhr. 2. Friertag: Familientour Horst bei Cöpenick. Start: 12 Uhr. 3. ?lr-nsf-lde, Schneider. Start: 2 Uhr. Abend« tiegcl. Sämtliche Starts: Virchowstr --- zei. Tümllickft Starts: Virchowstr. v. 6. Abt.: Zweitagestour noch Lindow'■ h Uhu 1. Feiertag: Stühtanr nack J ## früh o/i uj)l. X. oeienuy.. Hosmeister. Start: 7 Uhr. Nachmittagsl»�.« i penberge. Start: 1 Uhr. 2. Feiertag:%' L-»n dem Gorinsee. Start: 7 und 1 Uhr Falkpl»�,|V° vx, 7. Abt.: Zweitagestour nach Lindow.- r Frühtour nach Finkenkrug. Start: 7 Uhr-? tour nach Popenberge. Start: 1 Uhr. 2. 3st,e.. ftjjislij, dem Goiinsee. Start: 7 und 1 Uhr 8. Abt.: Dreitagestour durch die Md»Au Schweiz: Boitzenburg— Earwitz—Feldberg��..|.M'»i stenberg. Statt; 7. Juni, 2 Uhr.«'SC 1. Feiertag: Nachmittagstour nach Si'ud)wÜ1siiiH Start: 12 Uhr Erasmusstr. 2. 3. Feiertag: j tour zum Allen Freund. Start 2 Uhr Auskunft über Touren erteilt: Oito 0»?%' J fahrwar!, Neukölln, Lichtenraderstr. 31-. 1 wen der Tourenanzeigen im„Arbeiter-Sg-- bis jeden Freitag abend in meinen Händen>- „Freiheit" bis Mittwoch abend für folgend- und bitte dieses den umliegenden Orlsg' Kenntnis. ti Ortsgruppe Tegel: 2. Feiertag NachmiH»»' Mühlcnbeck, Start 1 Uhr. 3. Feiertag Nachmittagstour noch Start 1 Uhr. Ortsgruppe Reinickendorf. 8. Juni tour nach Saatwinkel, Start 1 Uhr.„ IX Uhr bei Olm. s. Juni: S'reifzüge durch wald. Start 12 Uhr. Sammelstart 13# Ujst.« Müllerstraßs. Radfahrer als GSste willkon: � Ortsgruppe Lickstenberg. 8. Juni Nach nach Schöneiche(Manntz Start 12 Uhr. 8' y,;l mittagstour nach Eichwalde bei Witte. Etol>. H' fl m ii SJitt'91 Vb Verschiedenes Redner. Wer�Jj ,Ta%u:'o%g d. Bl. unter l- TffUSChe zum 15. Juni 1 Zimmer- Wohnung gegen meine 2 Zimmer. Verkaufe deshalb gu(erhaltenen Kleiderschrank, Vertikow. Sofatisch, Rohrstühle, 1 Bett und altes Sofa. Nachmittags bis 8 Uhr. 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Potsdeoer• MM Sinti Jl«; AM«».«' rü ES Wenn Sie mit Ihren beiden Augen nicht mehr genug sehen tönnen.wennIhnen dieArbeit sauer wird oder das Lesen bei Licht zur Anstrengung, w.'ckn Sie dt« Schilder der Straße oder der Bahn nick t schon von fern zu erkennen vermögen, so kommen Sie zu uns und Urnen Sie mit vierAugen sehen Falls Sie chon Glaser benützen, so geben Sie uns Gelegenheit, Ihnen zu zeigen, ob wir nicht doch mit unfern Punktorik- GIchern Ihr Sehen verbessern können. Wir haben Glaser zur Ansgleichung eines jeden optischen Feh» iers. soweit dies überhaupt möglich ist. Mit gut passenden Punktolik» Gläsern wird eine Arbeit Vergnügen bereiten, die Ihnen vorher zur Last wurde, oder Sie werden Schilder an der Straßenbahn erkennen, sielleicht schon in einer Entfernung, in der Sie früh er kaum dl« Bah» bemerkt hätten. Kostenlos prüfen wir Augen und Sehkraft mit Sorgfalt und garantieren für passende Gläser sowie für Haltbarkeit aller Fassungen von 8.60 M. an. 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MB««Bsrnchuu Jnnberl InachlmStbaler Slrastc%, am Bad» dm fio» JKtebriditer. ISO. «de JoroldtcnRiake Neukölln i Vergltt!»ste 4 geaenibn R-chardsti. �pandaui Steile Strafte 18 Neul SW Aelle»«llliance- St», 4, an QatcMtn Ist N SAenbauFer Affe« Sl, Hochdada-etaiti» Raibrtnz Beilage zur..Freiheil". Freilag. 6. Zuni 191? Bat-IBB »W-'" teulue vor dem Mnchener Staad . Elster Verhandlungswg Dtjmd-gecicht in München begann«nn Montag j HQ llr,. o~•'—?»»»»— o---------- und�-��wepcn Hochverraiö gegen Dr.Levt n s m m e r. freier Ife dazu gegen den Professor Salz, dee, Lw_£ ch m ib i und den Architekten Willy Z cd von . AngeNagten ), m l'l bon den NechtSanwälten Dr. Sauter(Müm l!% bie-ä3a'München) und Dr. Rosen feld(Berlm) "U Und Dr D i" von Rechtsanwalt K u b ku �kvInS-Nissen gibt an, den Namen in und ff, ureJ® de? Aufenthalts in München gebraucht zu kl tabiirf,ren- v"10 8U heißem S?on Beruf fei er Redakteur. 0,1 v C �iaatSangchöriger, n cht vorbestraft. ktt, dosl a.ufnohine der Personalien von Zimmer wird fest- �kch 1917 ir-gen versuchten Landesverrats, began- m.iJ. 11"fl von Kingblättern zugunsten des Friedens, gcc.cyt angellagt war, aber freigesprochen wurde. � Tic Anklage. �tS-mwatt erhob hierauf folgende Anklage: ü.�sser a» LevsnS eine??erbrcch»is des Hochvcrrail nach k Cet PeichsstrafgcsehbucheS an. LevinS hat sich an d!s in?vi�ll>erung gestellt, die n der Nackt vom 18. auf tzz Bj[ �""chen ausgerufen wurde. Diese hatte den Zweck UÜtz,»' rechtmäßige Regierung des Freistaates Bayern :'i Di, z<. d dessen Verfassung mit Gewalt zu ändern. Ich 0'3, Botho Schmidt und Willy Zimmer A Beihilfe nach§ 81 Ziffer 2 und 49 R.-St.- -_ Pa HTtirrta r.« r:« ixiffn 9ptiin6 iüilT'Cnt« I (vy_ j. liCD f;p,a:-tj;''W»|lU|Ut„-- ,�rch i;., TJ, 0e sie» daß sie d�n Angeklagten LedinS wissent> kbem:rt• unterstützt habe», indem sie ihm Beihilfe"" K'l. Ihk'.!'?.Hochverräterisches linternehmen fort f™'dt. v- daß sie ihn Anfangs Mai in der Wohnung crgten und seine Verhaftung zu verhindern suchten. des Dir Vcrnehmnna üevim'S. on h'" in Petersburg geboren. Von meinem 7'1 ßelkprf.>ch ständig in Teutschland und Hab« das Gymna- k,' �imer>, sü besucht Während meines ersten Semesters an der lmui5mus fing ich an, mich mit den Kragen des ■.."'in MpU �Üen und kam zur Iicdcrzeii>,ung, daß ich m�ch %(!,!�ip u... I ,1? vdeen w dmen müsse. Von da an war ich öffent- Vorträge. Als 1905 die Revolution in . Tch ch' hivlt ich es für meine Pflicht, dahin zu ?>t ltWu? m'ch nach Rußland, und meine Tätigkeit wech- Ba6eH in9cn ab. Diese Jahre, die ich in Rußlano ver- ?'den,«..ivtt vor allen Dingen die lleberzeugung, daß die Iii ch.vnying, richtig waren, und dienten mir als Finger- qs ViPlTifl"U»»zw.. ivw.v.....— .Nation ii'a eren Aufgaben. Sie klärten mich darüber auf fonSa"'chl bedeutet, die Dtassen zur Aktion auf- ? füs,?. l'ar auszuiprecken, Nms die Massen . und nicht selbst zum Ausdruck drin- ä\ Darin bestand meine Studium der HU _, Hl------ Tätigkeit in mief, S t u d i u NI der Naitonalokonomie !"i>ne svcht in meinen Anschauungen und nötigte sischa!,,--"n-n.sse weiter zu verwerten. Ich habe in de» Arft i„ ksvarbeitet und war in der Partei, in der Ge . Suddeuischland propagandist�ch tätig. Dann no-A' ry, ot inj a/mriö � kenn-n ���deutschsmid, um dort die Partei und Gewerk- ykinv.i! 6u lernen. 1 hie döbifcöc Staats- \ Nn ,'A%chp* baß"ick" Sozialist sei. insolgedc 1 bn»>„ �olmctichervostenS entyoben. Meine Mi meinen Anschauungen gestärkt. I dann wurde dem infolgedessen ' i l i- 1910 AgkeO"" ltc"«n. Ich lmtte inzwischen die badische Staats- Ig,5. �vvben. Zu Beginn des Krieges ging ich»ach wurde ick eingezogen'*— ldo mitgeteil''" Üt lt. Dolmetsr % ich wich erst in................. �n lg�, Krankheit vom Militär entlassen. % fi;,"1:"1'ch in der P r eis p rüpi n gsftelle im d in der Reich?- '. 6l6«'? Ur'b CM tätig. Tann arbeitete ich in der i) bi«<». u ,,m. November geschlossen wurde. Als im No- iÜgUn» Ä!?" ausbrach, stellte ich Mick meiner Partei 1 der'~ hatte vor dem Kriege und während des ll ff.,�A!aldemokratiscken Partei angehört, nach der l. x,:. ich zur U. 3. P. über und gehörte dem linken ~' M im Auftrage des Wn bpmMU,a?»ur u. S. rm .«■Partafusbunb, an. Ich reiste �,e" zu bekleiden. * Die Vernehmung der übrigen Angeklagten. wmrnm# WMZWKKE WWMSWWG mmmrn WSWW �|«h| bercilS am 27./2b. April entsetzt. � Jihl.3- bazu fern« Tätiigkeit in Mümcken: Al» i»� S nach München ka>m, nxrr mein« Absicht zunächst � wi« meinen ParSeifreunden als Redak- f IT � ntilfi ' TönyWPttnm war. uno------,. Izh ,.,.vnd x0 Ii, l" der Redaktion meinen Neigungen ent- >dw"US unv,"'vS wobl zu Tausenden zuströmi!«n; m»i J* b>ulld.»!?s? Erfühlen heirams, wnb wenn sie fühl tan, kin ihÜl � wollte die ArbeH«, die schon tkommli- b|, vertiefen. Ich war immer der Slrisicht. •l»>) vllllwtor irgend etwas bewirken könnt«, son- �, Unter ,, l'e dlrrchdoungen fein müßte. Deshalb hielt i- u tferm Bevt'rauensleuten und Obleuten unle- '' In der Nacht vckn 4. zum 5. April wurde 3ch vom einem ijrcfunlbe abgeholt zu einer.. Sitzumg im KriegSminpsterlnm» wo mtan die Ausrufung der Rätcrepubliik plante. Mir war das nn bog reiflich,, nach meiner Auffassung könnte.» nur die Ar- beiter«iH Räterspi-blik prakla>ui>eren und nicht ein- zelne Personen. ES waren in dieser Sitzung Anarchisten, ilnabhängi-� und NechtlsoAinlist>en, wie Niekisch, Schnep- Pen Horst, Dü rr usw.- Ich legte meinen Standpunkt in der Sitz-u,ng klar, den auch meine Paytei teblte, und protestierte ciiengisch gegen dresek Treiben. Ich erklärte den Zeit- puult für äußerst v n g ü n st 1 y und f ü r viel zu früh. Bayern ist dein gcschlassoneL Wirlschastsgebiet, eS könn« sich eine Räterepublik nur dann hakten, wenn ck'ne deutsche Räteocpubiik entstcht. Schneppenhorst und Dürr dürste» die e'�stun sein, die später übertaufen würden, um Touvoen herzu- holen, wie es auch im Rheinland geschchen sei. Wir schickten eine DeileMitnon in den Zeudralrat, an der ich mit Leven beA- nahm unck protestierten illm Namesi der Partei gegen fcad aiben- teue'rfiche Unternehmen. Die Scheinräterepublik wunde trotz- dem proklamiert und wir haben dagegen gekämpft, so lange wir kämpfen tonn ton. Wir forderte'» nun die Massen auf, die Entscheidung zu fällem, und die Schoin räterdpichlik in eine wirkliche Räterepublik zu verwandeln. In der Nacht vom 15. April standen wir in eincir äußerst schwierigen Situation. Wir waren uns vollko»'- inen klar, daß die Regierung Hoff mann, die Tckeinräterepublik nicht hei Wh an lasse, olb sich die AtbSiterschaft wehrt oder nicht. Wid wußten, daß f» Gegenden, wo die Arbeiters hast sich nicht gewehrt hat, man trotzdem Ltämpfe hervorgerufen hat. Wir stundon vor einer Situation, die geschaffen war von nnderc», ute unsere Warnung nicht hörten. S.haappeichorst und awdeoe, die bei der Schernräterepublik mitgewirkt haÄön, waren»ach Bamberg übeigelaufen, um Tnuppen zu holen. Nicht die Schein- repnMik, der wir keine Träne wachwerue», sondern das Pro- lein 13.»lpvil komcswegs ein Gefühl der Kvaude oder des MachtvaUschos gehabt, sondern das Gefühl, daß ich«ine Bürde auf mich genommen habe, um dem Proletariat in feinen schweren Stunden betzuMhem. Meine letzte Hoffnung war, daß, wenn es uns gelänge, die Säcke warchp Wochen zu halten, sie vielleicht doch nicht verloren sei, und von Bayern aus«ganz TlutfchiIa«nd überspringe, wiie von Rußland nach Un- garn wind von Ungarn noch Bahern. Mein Plan wvr, sie so lange zu h�Atem,&W ums von Mße,» dhe Stütze zuteis wuicde. In der Versammlung der Betriebsräte !oar die Stimmung: Wir geben nicht nach! Ich erinnere mich, gesagt zu haben:„Ich fürchte, ihr seid verlöte», so oder so, jetzt heißt eS toenigstenS in Ehren untergeben. Wenn ihr besckließt, wir kämpfen, dann werden wir als Kommunisten euch nicht im stiche lassen." Wir hielten es als Pflicht der Arbeiterführer, zum Proletariat zu stehen, wir haben gewarnt, haben unS be- schimpfen lassen, aber in dem Augenblick, wo diese Scheinräte- republit und damit das Proletariat selbst bedroht war, hatten «vir die Pflicht, die Arbeiterschaft nicht in» Stiche zu lassen. Wir wären Verräter gewesen, hätten wir eS getan. Ich habe daraufhin vorgeschlagen, daß die Arbeilerschast die ganze Macht Wer- nimmt und einen fünfzehngiiedrlgen Aktionsausschuß wähle. In diesem AltionSauSschuß wurde ich als Vorsitzende tl, gewählt. Der Attions-aiisschuß wählte dann einen engeren AuS- schuß, den Vollzugsiat, zu dessen Vorsitzciiden ich ebenfalls ge- «vählt wurde. Als ich mich am 13. April mit dein Aktionsausschuß zurückzog, hatte ich keineswegs das Gefühl einer Freude oder eines Machtrausches, ich sah vielmehr den außerordentlich schwierigen Weg vor mir. die Bürde, die ich ans mich genommen halte, dem Proletariat in der schwersien Stunde beizustehen. Vorsitzender: Sie gestehen also zu, in der Nacht vom 19. auf 14. April das Heft in die Hand genommen zu haben,>»» der Räterepublik zum Siege zu verhelfen gegen die von der Regie- rung Hoffmann drohende Gegenbewegung?— Angeklagter: Ich habe am 18. April beschlossen, mich der Arbeiterschaft zur Ver- sügung zu stellen, um die Scheinräterepublik in eine ivirktiche umzuioandeln und sie auf diese Weise möglichst lebensfähig zu gestalten.— Vorsitzender: Sie haben auch am 18. April im QosbräuhauS eine Red« gehalten. Dort soll die Bemerkung ge- fallen sein, daß die Kommunisten zur Wahrung der Räterepublik nicht radikal genug vorgehen können und wenn es Blut kosten würde.— Angeklagter: Das entspricht eigentlich keineswegs meinem Sprachschatz. Ich würde aber den Sinn in keiner Weise ableugnen. Ich war selbstverständlich damiteinver standen, daß, wenn die Regievungstrupj>en einmarschieren, die Rote Armee bewaffneten Widerstand entgegensetzt. Auf Befragen des Vorsitzenden gibt der Angeklagte dann eine nähere Schilderung der Konferenzen und Sitzungen de« Pollzugsrates und der einzelnen Kommissionen. Der Vollzugs- rat halte die Initiative und gleichzeitig die Kontrolle und letzten Endes auch die Exekutive bei den Maßnahmen, die von ihm selbst beschlossen wurden. Vorsitzender: Sie sollen in einer BetriebSrätever- sammiung kurz vor dem 1. Mai gesagt haben, daß Sie die Öle. wehre nicht zum Spatzenschiehen hergegeben haben, sondern um ans die„Bourgeoisie" und auf di«„Reaktionäre" zu schießen.— Angeklagter: In dieser Form habe ich das selbstvetständ. (Ich nicht gesagt. Ich halte für möglich, daß Ich gesagt habe, gl« gedroht wurde, die Weiße Garde könnte einmarschieren: Die Rote Armee bat ihre Gewehre auch nicht bekommen, um auf Spatzen zu schießen.— Vorsitzender: In der gleichen Sitzung haben Sie verlangt, daß alle Betriebsräte itbgeseht werden und eine Neuwahl stattfinden soll.— Angeklagter: Diese Forderung habe ich aufgestellt, weil die Betriebsräte in einer Form gewählt waren, daß die kleinen Betriebe ein un- acheurcs Uebergewicht über die großen hallen und weck eint Reihe von Elementen, wie Schutzleute und bürgerliche Redak- teure, dort vertreten waren, die ich nicht zur Arbeiterschaft rech«wir � � N��mtg, so erklärt Levine weiter, enl- rprach dem Programm der kommunistischen Partei, d. h. eS galt ein Staatswesen zu schaffen, In dem eS nur Leute gibt, die arbeiten und die ihren Lebensunterhalt aus ihrer Arbeit be- Aiclicit, also keine Aktionäre mehr oder Beule, die sonst über ein arbeiisiuseS Einlommeu verfügen. Der Weg zur Erreichung dieses Ziele, schien uns die Diktatur des Proletariat« il i«1*'. inCxi�iM:rn Vecl'ruatu-.�-.-ÄBH ÖtöWh.ri®"4" nch ncksr die Gaumdlage des Sozialismus �»stvUY, fauch. standlich nicht zu teilen. Alles sollte der Gesamtheit der Arbeite?. der Kopf- and Handarbeiter, zu füllen, die Arbeiterschaft abez nur die Verwalterin sein. Lebin6 erklärt dann weiter, daß von den zwei Massen Kapitalismus und Proleiwiat stets eine die Diktatur ausüben werde. Der heutige Staat sei durchdrungen von der Gewalt der Bourgeoisie. Das Ideal sei aber die Demokratie, d. h. ein Volk, in dem alle gleiche Rechte und Pflichten haben. Die Räterepublik habe sich die Ueberleitung der gesamten rechtlichen und. Wirt- schaftlichen Verhältnisse in das kommunistische Staatswesen zur Aufgabe gemacht. Vorsitzender: Ist e» vichtig, daß Sie die Beseitigung des Landtages und de» Ministeriums wollten?— Angeklagter: Wenn der Landtag und dal Ministerium damals noch gewesen waten, so hätte ich, wenn ich die Zeiten für geeignet zum Losschlagen gehalten hätte, mich nicht durch diese juristischen formalen Bedenken abhalten lassen und hätte gegen Landtag und Ministerium gekämpft. Ich übernehme voll und ganz di« Verantwortung für die Beschlüsse der Körperschaften, denen ich angehört habe, deZ VollzugStatcS und de? AktionSauZschusseS, dagegen nicht die Verantwortung für Hand- lungen einzelner Personen und Komnitssiowen, die nicht vom Voll- zugSrat bestätigt waren. Ich übernehme die Verantwortung für die Gründung deS NevolutionStribunalS, ich übernehme sie für die Gründung der Kommlssion zur Bekämpfung der Geaenrevo- iution, nicht aber für die einzelnen Handlungen dieser Kommis» sion, die mir auch alle gar nicht bekannt geworden sind.— Vorsitzender: Sind Sie nicht noch nach dem 27. April politisch tätig gewesen?— An geklagte?: Politisch insofern, daß ich mich mit meinen politischen Freunden getroffen habe, um zu über- legen, was zu tun sei. Wir haben bann den Beschluß gefaßt, daß ivir verantwortliche Nlcglerungsstellen nicht mehr annehmen. können, haben aber jedem Genossen anheimgestcllt, nach bestem Wissen aus seinem Posten auszuharren oder ihn zu verlassen. Fü« mich persönlich war die Sache erledigt, nachdem ich aus der Ne- gierung ausgeschieden war. Wir besaßen. keine verantworilich« Posten mehr, ich und die anderen Mitglieder de» MtionSausschusseS waren ausgeschaltet und wir halten eigentlich nur zu verschtvinden. Vorsitzender: Am 80. April wurden bekann MS die Geiseln ermordet. ES wird von einem Zeugen behauptet, Sie seien noch im Luilpold- gyinnasium gewesen, kurz bevor die Opsen ermordet wurden.— Angeklagter: Ich war am 29. April im Luitpoldgymnasium. Ich wußte, daß meine politische Tätigteil in München vorderhand unterbrochen sei. Gleichzeitig war ich mir klar, daß der Einmarsch der T nippe«t der Regierung Hosfmann erfolgen werd«. Ich hatte da» Recht, mich in Sicherhett zu bringen, da ich keinen Posten mehr inne hatte. Ich habe mich am 29. April im Auto nach Haid- hauscn begeben und bin in der Nacht in die Wohnung des Mit- angeklagten Schmidt gegonge w. Vorsitzender: Es wird ein Zeuge atiftreten, der be- hanptet, es haben unter Ihrer Leitung Geheimsitzungen statt- gefunden, nach deren Schluß der Befehl herauskam, wer fest- genommen werden soll. Sind solche Beschlüsse gefaßt worden? — Angeklagter: Niemals. CS ist auch niemals berichtet worden, daß Geiseln festgenommen worden sind, und es wurde niemals ein Beschluß gefaßt, Geiseln festztinehmen.— Vorsitzender: Hatten Sie eine Ahnung, daß Geiseln ersckosscr werden sollien?— Angeklagter: Nein, niemals I— V o r> sitzender: Auch im Innern sind Erscheinungen der unerfreulichsten?lrt In die Erscheinung getreten. Anerkennen Sie, daß von dein Augenblick an, als die Räterepublik ausgerufen worden war, die persönliche Sicherheit von Jedermann, auck der Unschuldigen, in hohem Grade gefährdet war?— Angeklagter: Nein!— Vorsitzender: Daß geraubt und geplündert.wurde von An- gehörigen der Noten Armee unter dem Vorgeben, nian sei berech. tigt, in die Häuser einzudringen?— Angeklagter: Ich gebe zu. daß Fälle von Plünderungen vorgekommen sind. Aber ich erkläre mir da? so, wie in jedem Kriege: es hat eben auch Fledderer der Nevolntion gegeben. Ich kann aber unmöglich die Revoliiimn und die Rote Armee dafür verantwortlich machen.— Vorsitzender: Sie werden doch nickt bestreiten, daß in den letzten Aprilwochen hier eine allgemeine Stockung des öffentlichen L-benS festzustellen war?— Auge- k l a g t e r: Ich erklare mir das nicht als eine Folge der Rät«. repnblik. sondern als eine außerordentlich willkürliche und un- geheuerliche Maßnahme der Regierung Hoffmann. die das Prinzip der englischen Hungerblockade verfolgte. Ueber die Tätigkeit der Mitangeklagten verweigert der An- geklagte Leviitö bi« Auskunft. Eine Frage des CtaatSanwalis, ob der Angeklagte in Berlin besonders agitatorisch tätig geworden be« der Gründung des R o t e n S o l d a t e n b u n d e s, ver- nctnt der Angeklagt«. Dagegen bejaht er mehrere andere Frag.», Die der©taatsauitalt an ihn richtet, insbesondere daß er mit den Urteilen des Revolulionstribunals nicht einverstanden war. Der Atige klagte Z i m m e r begimnt sein« Ausführungen mit lV>i der ztoiickcn Mehrheils. lozialifchti, Unabhängiges und Kommuniftes ich» Hit Auimtuta. tisr Räterepublik debattiert wurde. Devine bade sich dagegen cuSgesprochcn mit der Motivierung, daß eine Rüterepnblik nicht vom grünen Tisch aus proklamiert werden könne, daß sie vielmehr von den Massen ausgerufen werden müsse. Eine Frage des Verteidigers Dr. Sauter, ob Medrheitssozinlisten nnd tlnabhängige stürmisch nach der Räterepublik verlangt hätten, wird wn dem Zeugen bejaht, auch die. Frage, daß Levine wegen seiner ib lehnenden Haltung, insbefondere von S ch n e p p e n h o r st, aus >as schwerste beschimpft worden sei. Der Zeuge Johann Grell zekundet ebenfalls, daß sich Levine wiederholt gegen die Aus- Ulsung der Rätevcpublit gestellt habe, auch der Zeuge Ludw. st e i u h a r d, der noch behauptet, daß Schneppcnhorst mit dem tuftrag, die Räterepublik in Nürnberg auszurufen, abgeschickt wor- den sei. Professor L e derer- Heidelberg sagt vom Angeklagten TtjUr?*'"' rJi eÄn vornehmer Charailcor; einer scinchr wesent- nchsten Charakterzirge sei seine Menschengiite, eine uiehren- W« Gesinnung könne ihm nicht zugemutet werden. Di'e missen- ichofffftchcn Probleme hatten ihn fiwmer sehr amgeregt. Als letzte Zeugin wurde die Mutter Le.ines, die Grogimufniannswitwe Rosali e Levine aus Heidelberg, vernom- wen.'Sie bestätrgbe die Frage der Verteidigung, daß ihr Sohn sich jchon in jungen Jahren.aus reönem Idealismus der sozta- ttstychen Bewegung anschloß, ferner, das? ihr Sohn auf llntc». stutzung aus dem Elternhause vorrichtete, dv. er nur von serner eigenen Sab cht leben wollt«. In Rußland hat nach Aussage der Zeugin LÄr.ne maßlose Leiden und Mißhandlun- »en ertragen müssen. Hierauf wird«ine Reihe von Briefen verlesen, die W, ver,ch,eden,ten Perjonlichkriten. dste Levine m früheren � � �nC1TY" 62:11 an Veoterdigung«gorichbet»u/nbc-n, s-fftuntei-cin« langete Auslag ung. Maxi milian HardenS. Wasssr�Irnid � ward Lcvüne als Idealist von reinstem als wahrhaft selbstloser Kampfer MM'ZÄÄ SS. JäSWÄ »«i»„s™ y% tSmiSüH Ii* � toarne'n/ ks wisse selber, was es zu tun Ä. w- l«8 Wort. der Staatsanwalt VLMs schleuderte die ARttage mit erhobener Stimme in den im Halb- hunkel liegenden«aal. Wen ttifst die Schuld, Hub er nn en dem miinenIo)en Elend, das nach den Schrecknissen des Krieges Wer Deutichland. über Bayern hereingebrochen ist? Landfremde Elemente, die niemand, dem das Wohl Bayerns am Herzen ae- legen, gerufen hat, eine Clique, eine Handvoll Leute, von kziz* torern, die die Leidenschaften aufpeitschen in nie dagewesener Der Staatsanwalt fährt dann forte -lec Angeklagte mag juristisch nicht die Veraniwartunq tragen für jeden Akt jener Regierung, ihm- mag bis zur Stunde vielleicht auch keine Schuld am Geiselmord nachzuweisen sein moralisch aber ist er verantwortlich für alles, was sich unter seiner Regierung abgespielt hat. Und wenn sich jene Herren jetzt zurückziehen wollen und sagen, da waren wir nickü dabei, so sage ich: ich klage ihn nicht an wegen Mittäterschaft des Mordes an den Geiseln, aber er ist moralisch dafür verantwort- lich, daß auch die Brutalität sich unter seiner Regierung zu- getragen hat. Und den Bruderkrieg haben sie entfacht. Aber wo waren die Manner, wo die Führer, als es galt, für eine Idee einzutreten mit Leib und Leben? Wo war Eugen Levine in den Tagen, in denen die Massen, die von ihm verführt waren, deren Leidenschaft er aufgepeitscht hatte, sich den Regierungs- tr Uppen entgegenstellten und mit der Waffe in der Hand für ihre Idee sollten, wo waren die Führer in diesen letzten Tagen. Ver» krochen hat er sich, versteckt, nicht hinausgegangen war er, um für seine Idee zu kämpfen. Und das meine Herren, daß sich der Angeklagte nicht dazu «rufgerasst hat, für seine Idee auch sein Leben einzusetzen, daß er sich nicht gescheut hat, die Massen in den Bruderkrieg hinaus- zusagen, ohne; sie selbst zu stützen, das ist ei» Moment, das allein mir die ehrlose Gesinnung eines Eugen Levlnä beweist. Wenn ich die Tätigkeit Eugen Levines während der Räte- republik zusammenfasse, so kann kein Zweifel sein, daß sie sich als Hochverrat im Sinne des§ 81 Abs. XX qualifiziert. Und wenn ich das Unglück überschaue, das diese Leute ohne jedes Ver- antwortlichloitSgesühl über München und Bayern gebracht haben. in wirtschaftlicher, kultureller und rechtlicher, aber auch in rem menschlicher Beziehung, so muß ich sagen: hier gibt es keine Milderung. Der Antrag deS Staatsanwalts lautete schließlich, Ledine schuldig zu sprechen eines Verbrechens des Hochverrates ?md ihn unter Ausschluss mildernder Umstände Hierwegen zur gesetzlichen Strafe, zur Todesstrafe zu verurteilen und ihm die gesetzlichen Strafe, � o»— . i rzerlichen Ehrenrechte auf Lebensdauer abzuerkennen. Gegen die Mitangeklagten Dr. Salz und Schmidt hielt der Staatsanwalt die Anklage auf«in Verbrechen der Beihilfe zum Verbrechen deS Hochverrats auf Grund de? Beweisergeb« nisses nicht aufrecht. Bezüglich dieser beiden Angeklagten bean- fragte er die Uebertveisung an das ordentliche Ge- rieht. Was den Angeklagten Zimtnjir anbelangt, so hielt der Anklagevertreter den Beweis der Schuld der ihm zur Last gelegten Slraftat für erbracht. Gegen ihn beantragte er eine Zuckithausstrofe von fünf Jahren und Aberkennung der bürgcr- liehen Ehrenrechte auf zehn Jahre und Stellung unter Polizei- aussicht.'. Rechtsanwalt Dr. Rosen seid beantragte hierauf, den Kriegsminister Schneppenhorst als Zeugen zu laden. Er soll über seine Mitwirkung bei der Ausrufung der Rütergzicrung Aussagen machen. Das Gericht lehnte den Antrag ab. Hierauf wird die Sitzung auf Dienstag vertagt. Zweiter Verhandlungstag. Als erster erhielt am zweiten Verhandlungstag Gras Pesta- lozza, als Verteidiger Levines, das Wort. Er führte u. a. aus: Warum wollen Sic das Leben dem nehmen, der die Ideen von Tausenden vertritt?" Wenn Sie es tun, dann sprechen Sie nicht bloß das Urteil über diesen einzelnen, dann verurteilen Sie zahlreiche ihrer Volksgenossen, und die Erbitterung wirdttvach bleiben darüber, daß man hier mit der Gewalt einer Kugel Veberzeuizun- gen töten wollte. Der Verteidiger beleuchtete dann im einzelnen, daß die Feststellung der ehrlosen Gesinnung in diesem Falle ge- radezu unmöglich iei. Er schloß: Jess bitte Sie im Namen der Gerechtigkeit und Menschlichieit, im Namen unseres Volkes, ver- urteilen Sie den Mann nicht zum Tode und würden Sie es tun, et wäre nicht tot, er würde zu leben beginnen und das Leben dieses Mannes würde sich an- die Fersen der ganzen Bürgerschaft hängen, und seine Ideen würden fürchterliche Rachesaat bringen. Als letzter der Verteidiger Levines weist Rechtsanwalt Dr. Rösenfeld darauf hin, dass Hochverrat zweifellos auch Männer wie Ebert und Haast begangen haben, als sie am 9. November die alte Regierung stürzten. Und doch habe sich kein Staatsanwalt gefunden, der die Anklage gegen sie erhoben hat, ebensowenig wie in Bayern gegen Eisner und Schneppenhorst, der mit zu denen gehörte, die Anfang April in München die Räterepublik aus- gerufen haben. Der Verteidiger faßte seine Ausführungen in dem Satze zusammen: Das einzige Urteil gegen Levine, das Be- stand hat vor der Geschichte, kann nur der Freispruch sein. Auch der Angeklagte Zimmer ist freizusprechen. LevinsS Schlußwort. Nach einer einstündigen Mittagspause erhielt zunächst der Angeklagte Levine das letzte Wort. Da mir, betonte«r, ein an« derer Weg, mich bei meinen früheren Kämpfern zu rechtfertigen, nicht bleibt, habe ich den der Verteidigung in diesem Saale ge- wählt. Der größte Gegensatz zwischen mir und der Staatsanwalt- sthast besteht darin, daß wir alle politischen und sozialen Vor- gänge, in Deutschland sowohl wie in der ganzen Welt, von voll- kommen entgegengesetzten Gesichtspunkten aus auffassen. In längeren Darlegungen behandelt dann Ledine die Ausgabe des Führers der Massen: Nur das auszusprechen, was die Massen selbst instinktiv ersehnen und wünschen; zu handeln haben die Massen allein. Hieraus entspringt die Stellungnahme der Kommunistischen Partei zu der viel umstrittenen Frage de? Terrors und des gewaltsamen Kampfes. Wir mutzten die Ar- beiterschaft bewaffnen, um Angriffe der enteigneten frühere» Herren abzuwehren. Ich empfinde die Vorgänge in München keineswegs als einen bewaffneten Angriff des Proletariats gcgcn die Bourgeoisie, sondern die Bewaffnung geschah ausschließlich dazu, uin die Bourgeoisie abzuhalten von bewaffneten Gegen- angriffen. Ich sage das nicht, um die strafrechtliche Verantwor- tung abzuwälzen, sondern aus meiner tiefsten kommunistischen kleberzeugung heraus. Der Angeklagte trat sodann dem Vorwurf der Staatsanwalt- schaft entgegen, daß lanbsremde Elemente sich der Herr- schaft bemächtigt hätten, erfahre eine andere Beleuchtung, wenn man sich hineinversetze in die Gedankenwelt der Arbeiterschaft, die nicht die willkürlichen politischen Grenzen dyr Vergangenheit anerkenne. Er glaubte sich auf Grund seiner Erfahrungen aus der russischen Revolution, seiner volkswirtschaftlichen und geWerk- schaftlichen Kenntnisse für berechtigt und verpflichtet, den Posten '.inzunehmcn, solange sich kein geeigneter Mann fand. An der Erschießung der Geiseln, so fuhr Levine fort, bin ich __ auch moralisch— nicht schuldig. Schuld daran sind diejenigen, die im August 1914 erstmals Geiseln aufgebracht haben, ohne daß die deutsche Staatsanwaltschaft gegen sie die Todesstrafe beantragt hätte, sind die, die sich feige nach Bamberg verkrochen— um den Ausdruck des Herrn Staatsanwalts zu gebrauchen— und irregeleitete Proletarier zusammen mit OsfizierSkompag- nienund Negern gegen München schickten.(Große Erregung im Saal.) Ter Vorsitzende macht den Angeklagten darauf �auf- merksam chaß er diese Art der Verteidigung nicht zulassen könne. Ledin« fährt fort: Meine Herren, ich bin vom Herrn Staats- anwalt durch den Vorwurf der Feigheit gereizt worden/ wie nie zuvor in meinem politischen Leben. Inhaltlich muß ich meine Be. hanptung aufrechterhalten. Ich habe selbst mit Entsetzen in den „M. N. N." gelesen, daß sich unter den einmarschierenden Truppen Neger befanden. Wenn Ihr Spruch den Intentionen de? Herrn Staatsanwalts entspricht, dann bitte ich ihn, dabei zu sein, wenn er vollzogen wird. Ich weiß sei! langem, wir Kommunisten sind nur Tote auf Urlaub, Bei Ihnen, meine Herren, liegt es, ob mein Urlaubsschein noch einmcik verlängert wird oder ob ich einrücke» muß zu Karl Liebknecht und Rosa Luxemburg. Mögen Sie mich töten, meine Ideen werden weiterleben. Und über kurz oder lang werden in diesem Saal« Richter sitzen, vor denen sich wegen Hochverrats jene zu verantworten haben, die etwas gegen die Diktatur des Proletariats unternommen haben werden. Um X4 Uhr zog sich das Gericht zur Beratung zurück, um 7 Uhr verkündete es folgende» Urteil: Im Namen des Freistaates Bayern erkennt da sammelte standrechtliche Gericht einstimmig was telg'-. � st# 1. Dr. Eugen Levine wird wegen eines Verorc�» j, He>chverratcs zum Tode verurteilt.(Dr. Leb !wn Saal:„Es lebe die Wcltrevolution!") 2. Dr. Artur (Inj alz und Botha Schmidt wer�n� freigesprochen. Die gegen sie erlassenen Hassvei Gericht« i"1 den sofort ausgehoben. 3. Zimmer Wilhelm wird dem ordentl:chen förmlichen Untersuchung übergeben. In der Begründung wird ausgeführt:, Der Kriegszustand i st über Bayern b und besieht noch zu Recht. Das Standrecht ist rechisso... � kündet, das standrechtliche Gericht ist in diesem Falle sachlich zuständig. Das Ministerium Hoffmann-r W$ Iqq hip fftpmpmrm ühprir.naen. Vom 4.___----- ru______'•____«Bomoritna f.iiü der Münchener Garnison der rechtmäßigen Regierung Sieg zu verhelfen. In diesem Zeitpunkt begcmn v Räterep; ii# Tätigkeit Levines. Er führte die Ausrufung der herbei, auf feinen Antrag bildete sich ein Vollzugsrat ausschuß, er verankaßte den Generalstreik, das Broleta � bewaffnet und die Rote Armee organisiert. Levine L.« holt zum stärksten Widerstand auf, eine Gerichtskommill bestellt, deren Ausgabe es war, die Gegenrevolution� kämpfen. Dem gle-chen Zwecke diente das Revolution � zahlreiche Un-ernehmungen der Roten Armee fanden st- t- kommunistische Herrschasi»durch Waffengewalt auszu&ev- � f diese Maßnahmen hatten den Endzweck der Ueberlettu 0 samten rechtlichen und wirtschaftlichen Verhältnisse mu n istischen Staat. Levine hat dafür die volle, e) ausdrücklich übernommen. Die Handlungsweise. Verbrechen des Hochverrates. Devin« war Zst* Eindringling in Bayern, dessen staatsttM. j � Hältnisse ihn nicht im geringsten bekümmerten. b«1 folgte er ohne jede Rücksicht auf das Gesamtbevölkerung, obwohl er wußte, daß dem innere Friede dringend notwendig war. Bei seinen noste � f gaben überblickte er die Tragwette in vollstem Mech, � y# solcher Wesse mit dem Schicksal eines Volkes verfahr steht fest, daß seine Handlung aus einer e? G e s i n n u n g e t s p r u n g e n ist. Aus diesem'' i__■____<.. Tsas Vä*1-''«(i dem Angeklagten mildernde Umstände versagt, achtet vieimehr strenge Sühne als dringe bot der Gerechtigkeit. Gemäß Artikel 3 oee standsgesetzes erkennt das Gericht au? diesen Todesstrafe. Gründen jgllj� oC\�eitämpfe in 7>ati6 und �öiföer ber beut/0en tevof.* Öeiter/djaft&teu mjem t bei IDitfeimftmße/»»»»,»»»»»»»»»»»»»niiiiisi»»»»»»»»»»»«»»»»"»»»»»»»»"»»«»"»»"'""' ffWl*' fju hüben In allen OSucfjfjanbtungen, � fieäen, Jiwsten, Obahnfyotebudhhanblungen,' � Vertag, 15 er(in OYW 6. �iffßaueiba�� c Kleine Anzeigen ) ! Ver KAu fe Pianos vorFigliche neue°u»«utem jKaicrlul. gute qebrauchte, iveuig — WB&mWm"" I— ceuieltt Pmnv» in grußer Aug ttail verlaust nur aegen Dar, ganiung, daher müßige Preise. Libau. UeuköUn. Münchener Str.S8 Reizende Scblafzimnier. Speisezimmer mit Rindledersofa, Küche, An- hleideschrank, Versch. einz. Umbausola. Chaiselongue, Bettstelle, eichenes Büfett. Schreibtisch. Waschtoilette, Trumeau. Terpiche, Federbetten verkauft Teltz. Köpe- aiekerStr. 154.4. Etg. Verkauf an Privatleute. Händler verb. Möbrltredtt tnlÄtmonn. KlciniteAn-,ahlnng deguemstrAdzahlimg, grüßte Rück- ftuir. 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