kJ Scrlüm'-Organ ber Vmbbä'ngigen SyialömofmHe S)eiitrcf)lanbs v'* pkt*};-•••..)■; HWAHj- Kyz�iÄkH■ IMsche Soldatea die baltische« Varove. Nummer 312> Morgen-?lusgab< I«serale kostend!« achtzespalt. Nonparcill-zeil« oder deren Raum 1,20 Mk., wortauzeize» das fettgedruckte wort S0 Pf, jedes weitere wort 2S pf. Teuerungzzufchtag so pro> Familien» und v-rsamnilungsanzeig-n fällt der Zuschlag fort. Inserat- für den daraus- solzenden Tag muffen spätesten» bis 3 Uhr nachmittag» bei der Erpedition aufgegeben sein Expedition: Berlin NW.«, Tchiffbnnerdcimm IS Fernsprecher: Amt Norde»»7S» Eknzesprefs 15 pfg.- 2. Jahrgang Die, Freiheit» erscheint niorzens und nachmittags, an 5onn- und Festtagen nur morgens. De, Bezugspreis beträgt bei freier Zustellung in» Hau, für Grofc-Leiim oder bei dire..ui Postbezug ohne Lestellgebägr monatl. 3,— M, bei Anstellung unter Streifband S.— M. vi«»Freiheit« ist in den ersten pachtrag der postzeitunz-list« für MS eingetr cn Redaktion: Berlin NW.«. Schissbauerdamm IS»i. Fernsprecher: Amt Norden»SSS und 28U«. §rettag> öen 4.?utt 141Y Sie Söbeidülatur in Riga. Wir erhalten vom Zentralkomitee der so- zialdem akratischen Arbeiterpartei Lettlands folgendes Telegramm ans L i b a u: In Riga hat General von der Goltz eine blutige Dil» tatnr aufgerichtet. Nach dem Sturz seines Strohmannes Nccdra funktioniert dort keine lcttländische Behörde. Die scndalc dcntschchnltische Lnndcswchr ist vom demokratischen lettisch-cstnischen Heer geschlagen. Nur noch deutsche Soldaten verteidigen die baltischen Barone. Tic sozialdemokratische Partei und die gesamte Demo- kratie Lettlands fordern die unverzügliche Räumung Rigas vom deutschen Heer, das in verbrecherischer Weise gegen d''c Demokratie für den sendalcn Adel kämpft. I. A.: Dr. F. M c n d e r. Vechstlidlui'gzn im Verlchrsslrel! Das Neichsarbcitsamt auf Anregung des Vollzugsrals zur Vermittlung bereit. Ter Vollzugsrai hielt am 3. tFuli er. eine Sihiing ab, in der bom Vorsitzenden mitgeleilt wurde, datz die vom VollzugSrat gewählte Kommission, die mit dem RcichSwehrminister wegen der Verhaftungen und der Herstellung der Prcbfreiheit verhandeln sollte, nun am Freitag vormittag eine Bcsprechungmitdem N e i ch S w e h r m c n i st e r haben wird. Ter V e r kc h r s st r e i k, der in der gestrigen Sitzung deS Vollzugörates bereits Geaenstaiid der Verhandlung war, wurde erncut besprochen. Die von feiten des Vollzugsrates mit dem Neichsarbeitsamt stattgcsundeilcn Verhanolungen haben dazu gc- führt, datz, falls beide in Frag: kommenden Kontrahenten auf Anregung des Vollzugsrates zu einer Verhandlung bereit sind, «uch das Reichsarbeitsamt eine Vertretung zu dieser Verhandlung entsenden wird. Der VollzugSrat hat beschlossen, die Organisation der lltzirkehrsunternehnningen unter Hinzuziehung deS Ober- bürg-rmeisterS W e r m ut h sowie einer Vertretung des Personals der in Betrait kommenden Unternehmungen zu einer auf Freitag nachmittag 2 Uhr festgesetzten Sitzung einzuladen, um, wenn irgend möglich, eine Einigung herbeizuführen. DeS weiteren wurde beschlossen, zum Sonnabend, den b. Juli IlUg, vormittags 10 Uhr, eine Vollversammlung der Arbeiter- r ä t c einzuberufen. Freitag VcrbKndsungen im Vollzugsrat. Ferner wird vom W. T. B. mitgeteilt: Ter Gross-Bcrlincr Vollzugsrat hat für Freitag nach- mittag 2 Uhr Jr den Zelten eme Versa nmlung anberaumt und dazu Einladungen an die Behörden, die Verkehrs- gesellschaften, den Oberbürgermeister und die Vertreter der streik.nden Angestellten ergehen lassen, um in Gemeirschaft mit l esen Organisationen die Lage zu besprechen und möglichst da§ augenblickliche VerkehrSelend zu beseitigen. Ob die Eingeladenen dem Rufe des VollzugsratS folgen werden, ist sehr zweifelhost. Ferner haben die Bureau- angestellten der Grossen Berliner heute nachmittag im Ge- werlschaftShause nach einem Vortrag des Syndikus der Gefell- fchaft Dr. Moser der ihnen den Kontraktbruch nachwies, be- schlössen, den Streik abzubrechen und morgen die Arbeit wieder auszunehmen. MO sllr die verllier bestöllerung? Sladlbahnvcrkehr erst in 5 Tagen. Berlin, 3. Juli. Trotz«iifliörms be» Eisenbahnerstreiks kann die Berliner Stadt- und Ringbahn nicht in Betrieb genommen werden. Die Betriebsleitung hat einen derartigen Mangel an Lokomot ven aufzuweisen, daß sie schon in der lebten Zeit immer nur von der Hand in den Mund gelebt hat. Bon den vorhandenen gan, geringen Beständen an Maschinen war immer nur ein Teil im Betrieb, der andere Teil in Reparatur. Wenn eine Maschine einige Wochen, höchstens ein gc Monate im Betriebe war, so mußte sie. infolge dcS schlechten Materials, mit dem jetzt gcarbe tet wird, in den Werkstätten einer genauen Durchsicht unterzogen werden, s&ir Strriktage haben nun so ungünstig gewirkt, das nur el»e geringe Zahl intakter Maschinen zur Verfügung steht. ES ist unmöglich, mit diesen rine regelmäßige Zugfolge zu gctvährlcisten. Die Eiscnbahndirektion Berlin steht sich daher veranlaßt, das Publi- kum auf einige Tage zn vertrösten. Sie wird ihr Möglichstes daran setzen, den Betrieb in 4— S Tagen wieder aufzunehmen. Es ist eine unerhörte Maßnahme, daß die Herren Bureaukraten die so notwendige Wiederaufnahme des Stadt- bahnverkehrs aus den n i ch t i g st e n Gründen volle fünf Tage verzögern wollen. In der Begründung dieser Maß- nähme wird man vergeblich nach sachlichen Gründen suchen. Tie Behauptung, daß die„S t r e i k t a g e" so ungünstig ge- wirkt haben, daß nur eine geringe Zahl intakter Maschinen zur Verfügung steht, wird genau so wenig als eine stick,- haltige Begründung angesehen werden können als im März der angebliche Kohlenmangel. Will die Eisenbahnbehörde, daß ihre Anordnung nicht als eine Strafe gegen die Berliner Bevölkerung an- gesehen werden soll zu dem Zweck, ihr die Sympathie für die streikenden Eisenbahner auszutreiben, so muß sie für schleunigste Aufnahme des Stadt- und Ringbahn- Verkehrs sorgen, he'le und Heuchelei. Bewaffnetes Einschreiten gegen die Frankfurter . Eisenbahner. :r*vw'lB Berlin, 3. Juli. Der in Berlin vorläufig beigelegte E'scnbahnerstreil ist von den F ü h r c- n nach Frankfurt a. Main und Umgegend verlegt worden. Kein Wunder, daß dre politischen Wühlereien gerade dort Erfolg gehabt habe:.. Franksart ist der Sitz des Zentral- rates, der die bekannten kommunistischen Flugblätter verbreitet. und seit Monaten der Herd der radikalen Verhetzung unter den Eisenbahnern. Die Inszenierung des Streils in Frankfurt gerade im jetzigen Zeitpunkte beweist wiederum, wie volksfeindlich und selbstsüchtig die politischen Drahtzieher vor- gehen. Sofort nach der gestern für Anfang nächster Woche ange- kündigten Ratifikation de? Friedens durch Deutschland soll der von allen Deutschen so heiß ersehnte Rücktransport unserer armen Kriegsgefangenen beginnen. Mittelpunkt für diese riesi- gen Transporte wird naturgemäß Frankfurt a. M. sein müssen. Selbst wenn aber bis �ahin der Streik beendet sein sgllle. sind die Schäden, die er im Betriebe und unter dem Maschinenpark der Eisenbahn anrichtet, so bedeutend, daß der Transport der Gefangenen dadurch empfindlich leiden muß. Schuld daran sind dieselben Leute, die mit der Vcrbilligung der Lebensmittel nicht zufrieden sind, weil sie nicht nur den Eisenbahnern, sond-rn dem ganzen Volte zugute kommt! Es ist die Pflicht der Regierung, in Frankfurt den Hetzern ebenso energisch zu Leibe zu gehen, wie das in Berlin geschehen ist. Anfang imtz Ende dieser Klmdgebung sind besonders bezeichnend für die Stimmungsmache, die gegenwärtig be- trieben wird. Tie Kundgebung wird vom Wolffschen Bureau verbreitet und stammt von der Negierung, die sich damit selbst a u f s o r d e r t. energisch zu sein. Aber auf diese Weise wird kwute gearbeitet, ebenso wie die Kund- gebnng auch diesen Streik als von den Führern ge- macht ansieht. Widerlich aber ist es, zu lesen, daß die Leute, die durch die Ablehnung der Friedensbedingungen das Schicksal der Kriegsgefangenen auf Monate oder Jahre hinaus völlig ungewiß machen wollten, jetzt anderen den völlig unbegründeten Vorwurf machen, durch ihr Verhalten werde der Rücktransports der Kriegs- gefangenen gefährdet. Das geschieht in viel größcrem Umfange durch das Verhalten der Regierung, die durch das Eingreifen der beuwssneten Macht die Erregung ständig aufs neue steigert. Amerikanische Kred.ke für Seulschland. Amsterdam. 3. Juli. Der Parlamentskorrespondent der„Daily N e w S" i berichtet, es verlaute gerüchtweise, daß die Vereinigten> Staaten bereit seien, Teutschland große Kredite für! Waren einkaufe zu gewähren, sobald die Blockade, aufgehoben ist. 1 Ter Roykollbeschluß gegen die Freiwilligen-Verbände. Von Gustav Stahlberg. Vorsitzender der U. S. P.-Arbeiterräte. � In der letzten Vollversammlung der Groß-Derlmer Arbciterräte stand der Boykott der Freiwilligenverbände all! vierter Punkt auf der Tagesordnung. In einem von der Fraktion der S. P. D. dazu eu»- gebrachten Antrag heißt es unter anderem: »Die Fraktion bezeichnet es als unsittlich, daß die polt« tische Ucberzeugung Andersdenkender mit Stockschlägen auj den Magen bestraft wird." Das ist nun— gelissdc gesagt— eine grobe Entstellung der Tatsachen: denn jeder halbwegs klardenkende Mensch weiß, daß die Freiwilligen in ihrer übergroßen Masse von der Politik keine Ahnung haben und es nicht die Absicht des Boykottbeschlusscs war. die politische Ansckzauung de:: Freiwilligen zu ächten. Tie Fraktion der U. S. P. D. ließ durch ihren Fra!» tionsvorsiand nach fast sechsstündiger Tagung und nachdem ein gutes Drittel von den vorher Anwesenden bereits den Sl.al verlassen hatte und andere sich anschickten, dasselbe zu tun, einen Antrag auf Vertagung dieses Punktes stellen» welcher auch angenommen wurde. Wir revolutionären Arbeiterräte sind die Vollstrecker des Willens der arbeitenden Masse. Wenn unsere Wähler der Meinung sind, daß sich die Verhältnisse geändert haben» und daß ihre Stellungnahme zum Boykott zur Zeit eine andere sein kann wie früher, so werden sie sie ändern- Sie können das um so eher, als der Voykottbeschluß die beab» sichtigte Wirkung ausgeübt hat und ein merk» l i ch e r Stimmungsumschwung bei den Angehört» gen der Freiwilligenvcrbände eingetreten ist. Sie sind zur Einsicht gekommen, daß sie in arger Verkennung der Dinge sich auf einen falschen Weg begeben haben, auf dem sie um- kehren müssen, um den Weg zu suchen, der sie wieder zu ihren, sckjwer um ihr Leben und ihre Existenz ringenden Menschen- und Arbeitsbrüdern führt. Der Weg zn uns, zur friedlichen Arbeit zurück ist denen, die sich offen zu ihrem Irrtum bekennen, nicht für immer verraiilinelt. Die Arbeiter sind keine Tyrannen. Sie wissen sehr wobt, daß ein erheblicher Teil der Freiwilligen aus Sorgen um das tägliche Brot und durch Vorspiegelungen falscher Tatsachen sich ködern ließ. Zur Klärung dieser Dinge sind wir deshalb bereit. Wir weichen den Dingen nicht feig? aus. aber wir sind Männer, die ein Prinzip haben, und die nicht gewillt sind, einen so ernsten Beschluß, der auS der arbeitenden Masse heraus zum Ausdruck gekommen ist. aus den Druck von außen hin umzustoßen. Der Boykott hat sein Gutes gehabt. Er hat die Ein- sichtigen bei den Freiwilligentnippen. inSbciondere alle die- jenigen, die sich noch ein menschliches Denken und Fühlen bewabrt haben, zur Erkenntnis gebracht. Die jungen Leute, die erst in das rauhe Land des Lebens hineingehen und den Kampf mit dem Dasein auf- nehmen müssen, haben zum Teil erkannt, daß das Hand- werk, das sie zur Zeit treiben, das denkbar ungeeignetste ist, den zerrütteten Planeten, auf dein wir lzausen und weiterleben müssen, wieder erhaltungssäliig zu gestalten. Nur wenn sich das Proletariat zusammenschließt, können wir siegen gegen Kapitalismus und Imperialismus. Je schneller das geschieht, desto früher können wir zur fried- lichen, fruchtbringenden Arbeit schreiten, die uns allen zum Leben so bitter nottut. Ter Kapitalismus muß überwunden werden. Er ist das Unglück der Menschheit. Er schwört Katastroplie auf Katastrophe über uns herauf, und zieht dann lächelnden Antlitzes seine Prosite aus der Menschheit Unglück und Verderben. Wir schreien weder nach Blut noch nach Rache. Jedes Mcnsck>cnlebcn ist uns heilig und teuer, und durch den Geist versuchen wir dix bösen Triebe, die in manchen Menschen wuchern. auZziirotten. Störe man uns nicht da- bei.' Die Revolution lassen wir uns nicht erwürgep. Wir sind gewillt, ihr mit geistigen W a s s e n zum Siege zu verhelfen.„Waffen habe ich viele," sagt Genosse Ernst ©Sumte,»aber sie liegen mib stehen alle auf meinem Bücherregal."— Merke sich jeder diesen Ausspruch. Wie so viele Beschlüsse, so hat auch der Boykottbeschluß sehr aufklärend gewirkt. Deshalb kann die Berliner Ar- beiterschast erneut zu ihm Stellung nehmen und durch die von ihr gewählten Arbeiterräte ihre Meinung darüber kundgeben. Der Boykottbeschluß war ein Mittel zum Nach- denken für alle diejenigen, die davon betroffen wurden. Dieser Zweck ist erreicht worden, deshalb kann jetzt erneut geprüft werden, welckre Stellung die Arbeiterschaft zu den Angehörigen der Freiwilligenverbände einnehmen muß. Die Arbeiterschaft, die durch eine ernste Schule ge- gangen ist, und die weiß, was sie will und wie sie zu kämpfen hat, wird sich nicht beirren noch provozieren lassen. Aber sie wird sich auch durch Drohungen keine Waffe aus der Hand winden lassen, die sie anzuwenden für nötig hält im Kampfe um ihre heiligsten Güter. Wir erwarten nicht, daß der Ministerpräsident oder gar, Ueberschätzung individueller Propaganda von außen leidet. der Minister des Innern, Herr Heine, die Ernennung � Wenn die deutsche Nevolution so�viele Nückschläge erlerden rückgängig machen werden, denn dieser Lübbring paßt zu � mußte, so trägt einen Teil der Schuld daran d i c kommu- ihnen wie ein schlechtes Ei zum andern. Sie werden es nistUchs Taktik, die eine verzweifelte Aehnlichkeit mit der un- ""'' T*!-f- f*__ fV> V..AA V..... 1-• Jf« im.. m mm mm i- /\ V*« mm � �«4 OfT� T f% eher auf das schlimmste ankommen lassen, als daß sie dem Massenwillen der Arbeiter Rechnung tragen Las llrleil Im Prozeß Klüber. Halle(Saole), 3. Juli. In dem Prozeß wegen Ermordung des Ober- lentnants von Klüber, der am 2. Miirz in Halle nach dem Einrücken der RegicruiigStruppen während der spartalisti- fchcn Unruhen von einer Menschenmenge zur Saale geschleppt, in den Fluh gestoßen wurde und durch Schüsse schwer verletzt unterging, wurde heute nach zehntägiger Perhandlung vor den, hiesigen Schwurgericht das Urteil gefällt. Von den elf Angeklagten wurde der Militärinvalide Otto Pauer wegen Mordes zum Tode verurteilt. Wegen Beihilfe zum Morde erhielten der Schauspieler Heinrich Gicrhold dreizehn Jahre sechs Monate, der Handlungsgehilfe Rudolf Richter zwSlf Jahre, der Geschirrführcr Kurt Kyritz zehn Jahre Zuchthaus, wegen Totschlags der Mechaniker Erich Fiedler neu» Jahre Zuchthaus. Gegen die übrigen Angeklagten Monteur Max Rädel, Soldat Stephan Thalrr, Schlosser Max Jungmann «nd Arbeiter Oskar Suhle wurde wegen schweren oder einfachen LandfriedenSbrucheS auf Zuchthaus und Gefängnisstrafen erkannt. Der Manrcr Max Kelz erhielt wegen gefährlicher Kürperver- letzung sechs Monate Gefängnis. Der Arbeiter Musculus wurde freigesprochen. Ein objektives Urteil über den Verlauf des Prozcsies und über die Vorgänge, die zu jener unseligen Tat geführt haben, wird kaum möglich sein, da der einzige Bericht, der über den Prozeß zur Verfügung steht, von einer bürger- lichen Korrespondenz ausgeht und daher wohl kaum eine unbedingt objektive, über der Parteien Haß und Neid stehende Darstellung gibt. Aber auch aus diesem Bericht ergibt sich, daß es nur die durch die Provokationen und Ge w a l t t ä t i g k e i t« n der tags zuvor in Halle eingerückten Nosketr Uppen zur Siedehitze gesteigerte V o l k s w u t gewesen ist. welche die Massen in eine Art Gesamthypnose getrieben und so jene furchtbare, auch von uns mit aller Entschiedenheit verurteilte Tat veranlaßt hat. Wie erregt die Geister auch der unbeteiligten Zu- schauer bei jenen Ereignissen gewesen sind, das ergibt sich schon daraus, daß nicht einer der Zeugen imstande gewesen ist, mit B e st i in m t h e i t den Verlauf der Ereignisse zu beschreiben und die Täter zu bezeichnen. Nach dem einen soll es ein Zivilist, nach dem anderen ein Soldat gewesen sein, der auf den ins Wasser geworfenen Oberstleutnant v. LUiibcr den tödlichen Schuß abgefeuert hat. Ein Teil der Zeugen bezeichnete mit Bestimmtheit in einem oder mehreren der Angeklagten den oder die Täter, während andere, ebenso glaubwürdige Zeugen mit voller Bestimmt- heit unter ihrem Eide bekundeten, daß die Betreffenden als Täter nicht in Betracht kämen. So bot der Prozeß ein recht verworrenes Bild, und ein wahrer Schuldbeweis der einzelnen Angeklagten an der Ermordung selber dürste kaum geführt sein. Aber auch, wenn diejenigen der Angeklagten, die nach dem Urteilsspruche des Mordes und der Beihilfe zum Morde für schuldig befunden sind, tatsächlich die wahren Täter sind, so haben sie die Tat, wie die Beweisaufnahme ergeben hat, nicht aus Mordlust oder verbrecherischer. Ge- sinnung begangen, sondern einzig und allein unter' dem Zwange der politischen Leidenschaft. Ein strenges Mteil hat sie getroffen. Wir rütteln an ihm nicht. Denn Strafe muß eben die Folge jedes Ver- brechens sein. Doch ein eigentümliches Gefühl überkommt einen, wenn man das Urteil dieses Mordprozesses mit dem in jenem anderen gegen die Mörder Liebknechts und Rosa Luxemburgs vergleicht� Hier ungebildete Arbeiter, aus augenblicklicher Leidenschaft heraus handelnd und kaum noch Herren ihrer Sinne, wie es im Prozesse festgestellt wurde, dort feingebildete Offiziere, mit voller Ruhe ihren langdurchdachten Mordplan aus- führend: hier Todesurteil, dort Fr e i s p r n ch: hier das strenge Recht, dort offene Parteilichkeit. Eine ßeraussorderung der Mlgsberger Arbeiter. Zum Polizeipräsidenten von Königsberg i. Pr. ist der Rechtssozialist Lübbring, ein ehemaliger Beamter deS Bauarbeitcrvcrbandes, von der preußischen Regierung ernannt worden. Ist cS schon ein Hohn auf die angeblichen revolutionären Errungenschaften, daß die Bevölkerung nicht selbst bestimmen soll, wer einen solchen Posten bekleiden darf, sondern daß genau wie früher über ihr« Köpfe hinweg die Ernennungen erfolgen, so bedeutet es geradezu eine Heraus- forderung der Königsberger Arbeiterschaft, daß man ihnen diesen Lübbring vorsetzt. Der Mann hat während des Krieges in der niederträchtigsten Weis« die Opposition in der Partei bekämpft, er war es an erster Stelle, der den Königsbcrgcr Arbeitern ihre„Volkszeitung" geraubt hat. er beschimpft noch heute in der maßlosesten Art die Unab- hängige Sozialdemokratie. Zudem ist er als die rechte Hand Winnigs dafür verantwortlich, daß die Arbeiterschaft von Königsberg durch die Aufrichtung eines militärischen Gewalt- regimcnts aufs äußerste gereizt worden ist. Die Unab» hängige Sozialdeknokratie hat denn auch sofort in einem Telegramm an den Ministerpräsidenten gegen die Er- nennuug Lübbrings protestiert. Es heißt darin: .Wir erblicken in der Ernennung eine Herausforderung, der hiesigen Arbeiterschaft und lehnen jede Verantwortung dafür ab. wenn als Folgeerscheinung Generalstreiks oder noch Schlimmeres eintreten sollte." Der Emonlsbries. In einigen bürgerlichen Blättern wird jetzt der Brief veröffentlicht, der die Veranlassung zur Verhaftung des Bankbeamtenführers Emonts gegeben hat. Er hat. unter Fortlassung der darin angegebenen Namen, folgenden Wortlaut: Berlin, den 18. April 1319. »Liebe Genossin! Durch die Generalstrelkprollamation im Bankgewcrbe bin ich naturgemäß sehr sturl in meiner bisherigen Tätigkeit behindert gewesen. Ich konnte Ihnen infolgedessen auch n-icht den gswünsch- ton Bericht über meine bisherige Agitation unter der britischen und amerikanischen BesatzungS» truppe liefern. Ich hole dies hiermit nach. In Verbindung mit Genossin Rosi Wolfstein habe ich bei Ausbruch der Nevolution die Propaganda unter der BosatzungS- truppe angeoegt und als Seiler der Nachrichtenstelle des Arbeiter» rates Köln die mir unterstehende Telefunkenstalion der Kölner Garnison dazu benutzt, mehrere Funksprüche an die fran» zöfi�chx und britische Armee gelangen zu lassen. Als diese Funksprüche dem der mehrheitssozialistischen Partei angehö- renden Redakteur Solmann von der Rheinischen Zeitung bekannt wunden und außerdem verschieden- Tolephongespräch-, die ich mit der Rosta-Zentrale in Berlin führt-, wurde Rodakteur Solmann vorn Arbeitervale Köln die Leitung der Nachrichtenabtei- lung überlraaen, woZ mich veoanlaßde, mein Amt'M Arbeiter- rate Köln niederzulegen. Ich bin daraufhin in meine jetzige Stel- lung zurückgekehrt und habe mit Genossin Wolfs lein gemeinsam gelegentlich de 5 ersten Kommunisten-Kongresses im Dezember v. I. eine Verhandlung mit Genossen LeoJogisches gehabt. Auf Grund dieser Verhandlung wurde mir die Agitation unter der britischen und amerikanischen Armee übertragen. Ich begab mich am 6. Januar nach Düsseldorf, verhandelte dort in dieser Angelegenheit mit der„Düsseldocfer Volkszeitung" und begab mich alsdann in das befehle Gebiet, um die Vor» ausfetzungen für eine regelrechte Agitation zu schaffen. In Köln habe ich alsdann bei der Genossin B. eine AgitationSzcntrale geschassen, durch die Kölner Genossen, die auf dem Standpunkt der Diktatur de? Proletariats stehen, zeder- zeit erreichbar sind. Gleichzeitig wurde, da sich einstweilen innerhalb des besetzten Gebiete? keine Druckerei bereitfand, die Flugblätter zu drucken, deren Text ich von Berlin emvsing, durch den Genossen S.. Düsseldorf, eine rechtsrheinische Zentrale geschaffen, die den Druck von Pässen, Flugblättern usw. zu vermitteln hatte. Die rechtsrheinische Druckzentrale wurde durch die Genossin M., Barmen, mit Aufträgen versehen. Ebenso wurden bei dieser Genossin die sertiggestellten Flug- bläiter durch Kölner Genossen und Genossinnen abgeholt, um alsdann der Kölner Zentrale übermittelt zu werden. Die Kölner Zentrale ihrerseits steht und stand in Ver- binduny mit britischen und amerikanischen Truppen, die ihrerseits bereits eigene Texte für Flugblätter entwerfen. Ein Schreiben, in dem ich die Berliner Zentrale der Kommunistischen Partei aufforderte, weitere Mittel zum Drucke von Flugblättern und weitere Texte an die Düsseldorfer Adresse zu übermitteln, ist dem Genossen F. durch die Genossin T. über- geben wordey. Das Schreiben hat jedoch den Genossen JogifcheZ npht mehr erreicht, da inzwischen die Märzreaktion aus- gebrochen war. Infolge der zahlreichen Verhaftungen ist nunmehr einmal die Zentralisation der Flugblattpropaganda zerstört. Ich bin nicht mehr darüber informiert, ob und in welchem Umfange die Flugblattpropaganda noch wirksam betrieben wird. Auf der anderen Seite wird mir von der Kölner Zentrale mitgeteilt, daß die amerikanischen Genossen dringend meine Anwesenheit zu Ostern wünschen. Ich würde nunmehr auch für den Fall, daß der Generalstreik der Bankangestellten meine Abwesenheit irgendwie ermöglicht, zu Ostern in das besetzte Gc- biet fahren und mich darüber orientieren, wieweit einmal die Propaganda und Organisation fortgeschritten ist. Darüber hinaus würde ich die weiteren organisatorischen Arbeiten übernehmen, wenn mir die entsprechenden Mittel zur Verfügung gestellt wer- den. Die Genossin B. ist ebenfalls durch die Genossin W. über mich informiert. Außerdem besteht die Möglichkeit, sick durch Ge- Nossen Theodor Liebknecht jederzeit bei der Genossin W. über die Nichtigkeit meiner hier gemachten Angaben zu informieren. Ich muß aber dringend darum bitten, oatz mir endlich die Mittel zu der entsprechenden großzügig ange- legten Propaganda zur Verfügung gestellt werden und ich gleichzeitig nochmal autorisiert werde, die Pro- paganda in dieser Weise zu leiten. Ich bitte daher die Z e n- trale der Kommunistischen Partei, diese hochwichtige- und für die Ausbreitung der Idee direkt ausschlaggebende An- gelegcnheit so schnell als möglich in dem einen oder anderen Sinn zu regeln und mir Nachricht zukommen zu lassen. Ich vermisse auch seitens der Kommunistischen Partei feg» lichc Unterstützung gelegentlich meiner Proklamation der Generalstreiks der Dankange st eilten. Gerade bei diesem Streik müßte und muß meine? ErachtenS unbedingt die Möglichkeit vorhanden sein, die Arbeiter zu einer Aktion gegen die R?'., ierung z u veranlassen. Die einschneidenden Wirkungen, die durch da? stillgelegte Bankgewerbe herbeigeführt werden, brauche ich wohl nicht im einzelnen zu schildern, um so nötiger wäre eS, daß jetzt die Arbeiter- fchaft Berlin» aufgerufen wird, um nicht wieder di« im ganzen Reich« sich vollziehenden Aktionen zu verzetteln. Ich habe heute veranlaßt, daß alle größeren Bankplätzc in den Generalstreik einbezogen werden sollen. Ich bitte dringend darum, daß nun endlich auch in Berlin irgendwie ein« Aktion seitens der Arbeiterschaft in die Wege geleitet wird. In der Elektrizitätsindustrie dürften die Verhältnisse mehr als reif fein." Zunächst wird man die Frage stellen dürfen, auS welchen Quellen die Blätter, die den Brief veröffentlickzen, gespeist worden sind. Bisher war eS nicht üblich, daß die Anklagcbehördc ihr Material veröffentlichte, um Stimmung gegen den von ihr Beschuldigten zu machen- Diese Per- öffentlichung ist, das muß gesagt werden, aus p o l i t i s ch e n Gründen erfolgt, sie bedeutet eine Verletzung der Interessen des Verhafteten und zugleich einen Verstoß gegen die Grundlage einer wirklichen Rechtspflege, die objektiv die Schuldbeweise ermitteln soll. Daß Emonts die Interessen der Bankangestellten durch diesen Brief verletzt hätte, kann selbst der böseste Wille nicht behaupten, und der findigste Staatsanwalt wird kein Hoch- Verratsdelikt in ihm finden können. Es wäre ober tnanches in p o l i t i s ch c r Hinsicht zu den: Briefe zu bemerken. wenn es uns nicht widerstrebte, einen Mann anzugreifen, der sich augenblicklich nicht wehren kann. Ganz allgemein kann bei dieser Gelegenheit aber gesogt! werden, daß sich wiederum erweist, wie. die Taktik der Kom- munisten sich nicht auf der Erkenntnis der wirtschaftlichen und politischen Grundlagen aufbaut, sondern sich von illusio- nären Wünschen und Hoffnungen bewegen läßt und an der glückseligen Politik der deutschen Emigranten in der Mitte des vorigen Jahres hat. an der schon Marx und Engels eine scharfe Kritik geübt haben. Die Bankbeamten zur Verhaftung von Emonts. Die am 2. Juli im Plenarsitzungssaal deS Herrenhauses zn Berlin tagende LertrauenSmSnncrverfammlung des Allgemeinen Verbandes der deutschen Bankbeamten stellt zur Verhaftung des Kollegen EmontS folgendes fest: 1. Die politische Tätigkeit von Karl EmontS hat mit der gewerkschaftlichen OrganifationSar» beit deS Verbandes nichts zu tun. Die BerbandSmit- glicdcr werde» nach wie vor ihre Arbeitnehmcrintcressen mit allem Nachdruck zur Geltung bringen, ohne auf politische Brunnenvergiftung Rücksicht zu nehmen, in der Erkenntnis, daß für die BerbandSpolitik einzig«nd allein die rein wirt- schaftlichen Interessen der Mitglieder maß- gebend sind, und daß über die anzuwendenden Mittel einzig und allein die Stimmen der Mitglieder entscheiden müssen. 2. Der Generalstreik im April und seine AuSbrei- tung auf das Reich ist nicht durch EmontS veraa- laßt worden. Vielmehr haben die Berliner Bankangestellte«, nachdem die Großbanken die Leistung von Streikarbcit zugunsten der Tarmstädter Bank verlangten, einmütig den Streik be- schlössen, dessen technische Leitung und Durchführung vollständig in den Händen der auS Angestellte» aller Institute zusammen- gesetzten Streikleitung gelegen hat. 3. Die BertraurnSleMe lehnen e» ab, in ein schwe. bendeSVerfahrencinzugreife». Für fie gibt eS keinen »Fall Emonts". Di« Bcrtraucnsmänncrversammluiig gibt ihrer Ncbcrzcugiing tahin Ausdruck, daß EmontS hoch über dem Ber» dacht erhaben ist, irgendeine ehrenrührige Handlung begangen zu haben. In der Anerkennung der großen Dienste, die EmontS der Bankbcamtenbcwcgunq als Führer von außergewöhnlicher Be- fähigung und nie versagender Arbeitskraft geleistet hat, ist stch die Versammlung einig. 4. Bis zur gerichtlichen Entscheidung und Klarstellung der Angelegenheit ergeht daher der Ruf an die gesamte gcwerkschaft» lich denkende Kollcgenschaft, ruhigen Sinn zu bewahren, den gelben HauSvcrcinlern mit aller Energie ihr schmutziges Handwerk zu legen und jetzt erst recht allen politischen Unken- rufen zum Trotz fest zusammenzustehen für krafwolle Wahrneh- mung der reinen Bankbcamteninteressen. Die Versammlung drück» ihre Verwunderung darüber an», baß die AnklagebehSri e ganz im Gegensatz zu der sonstige» Gepflogenheit, die sie zur Zurückhaltung während der geheimen Vornnterfuchnng verpflichtet, einen Vorstoß gegen den Be< schuldigten durch teilweise VerSffentlichuut seine« Bi-reseS unternommen hat und glaubt, dieses ganz außergewöhnliche Verhalten aus Bestrebungen von inter. csfierter Seite zurückführen zu sollen. Vmier, Rosse und hindenburg. DerMinisterpräsidentBauerhatan Hinben» bürg folgendes Telegramm gerichtet: .Im Namen der ReichSxLgierung sage ich Ihnen. Herr Gcncralfeldmarschall. noch einmal unseren unabänderlichen Dank für alle Dienste zum Besten des Vaterlandes. In Tagen der Not wurden Sie gerufen, in Tagen noch schlimmerer Nöte schließe» Sie Ihre Aufgaben ab. Wir. die wir im Zwange der Pflicht auf unseren Posten bleiben müssen, werden immer ein große» Vorbild in der Art sehen, wie Sie die Pflicht gegenüber dem Vaterland höher gestellt haben als persönliche Gefühle und An« schauungcn." Der Neichswehrminister NoSke hat folgendes telegraphiert: .An dem Tage, an dem Sie den Oberbefehl niederlegen, ist e» mir ein Bedürfnis, Ihnen. Herr Feldmarschall, im Namen per neuen deutschen Wehrmacht den herzlichsten und unauS!üsch> lichen Dank deS Vaterlande» für Ihre treu geleisteten Dienste auszusprechen. Wie Sie als ruhmgekrönter Feldherr unsere Heere in Feindesland geführt haben, wird unver- geßlich in der Geschichte fortleben. Besonders aber muß Deutsch. länd Ihnen dankbar sein für die Mühe und Sorgfalt, mit der Sie in der letzten schweren Zeit die militärischen Geschicke unse- re» Vaterlandes gelenkt haben. Sie haben damit d e n G r u n d- stein gelegt, auf dem unser Volk in hoffentlich nicht allzu ferner Zukunft sein neues Haus bauen wird, in dem dann unsere Kinder und Enkel wieder mit Stolz und Freude als Deutsche leben können. In dieser sicheren Zukunftshoffnung möge Ihnen. Herr Feldmarichall, noch ein langer, von der dank- baren Verehrung de» deutschen volles getragener Lebensabend befchiedcn fein." So also sprechen zwei Leute, die sich noch immer al� Sozialisten bezeichnen lasten. Der eine feiert einen Mann als Vorbild, mit dessen Wirken die millionenfache Tötung und Verkrüppclung von Menschen, die Verwüstung ganzer Länder, kurzum der unermeßliche Greuel des Weltkrieges eng verbunden ist. Ter andere spricht trotz des Friedens- schlusteZ noch immer vom„Feindesland" und er hofft am eine Zukunft, in der wiederum der Militarismus die Grundlage für das deutsche Staatswesen bilden soll. Die Bourgeoisie hätte ihrem Hindenburg nicht besser oankev können I Verlrauen zu Ztosle. Der»Deutschen Tageszeitung' wird.«u» SieichSwchrkrciscn' geschrieben: Im Laufe der Zeit hat man sich daran gewöhnt, die Frei- Willigentruppen einfach als„RegierungSIruppen" zu bezeichnen. Mir gab eS jedesmal einen Stich durch» Herz, wenn man diese» Wort nannte. Ich habe von jeher Wert darauf gelegt, daß ich mich nur zur Wiederheistelliing von Ruhe und Ordnung, nicht zum Schutze der Regierung gemeldet habe. Daß wie ich ein großer Teil der Freiwilligen denkt und fühlt, beweisen die Massen von EntlassungSgesuchcn. die eingeroicht wurden, seitdem die neu« Regierung sich bereit erklärt hat, da» Schanddokunieut von Versailles zu untcrüfcreibcn. Wir sind nicht Leibgarde der Regierung, wndern wir schützen den Staat als solchen und helfen der Regierung, die Willen und Fähigkeit hat. den Staat zu erhalten und in Ordnung zu halten. Da diese Regierung allerdings ig der Person »koSkeS di« Gewähr zu bieten scheint, als ob sre tveiiiiislens im Innern den Versuch dazu machen wollte, so stehen wie zwar ihr als Vertreterin des Staates zur Verfügung, so lange w'r dazu verpflichtet sind, wollen aber sonst nichts mit ihr gemein- sam Häven, auch nicht in Äeuherlichkeiten! Darum nennt uns nicht„RegisruugSiruppen", sondern ..Reichswehr- oder„OrdnungStruppen". ., Ausführungen bestätigen das, was wir stets be- ronl yaDen: daß die Führer der Regierungstruppen nicht uoroe i�utlos der Koalitionsregierung Folge leisten wollen, wnoern nur so lange, wie sie ihre eigenen Interessen'dabei wahren zu können glauben. Aber vorläufig hat die Regie- rung noch ihren Roske, und zu diesem Manne hat die Reichs- wehr volles Vertrauen. Es war wieder mchls. Zu der Mitteilung des KnegSministermmS über den eltung�" die alldeutsche„Deutsche .Wir können ein Gefühl der Bitterkeit nicht unter- Ducken, wenn wir uns vergegenwärtigen, daß die.Erklärung Hossmann", d.e alle national gesonnenen Männer einen Augen- -. kr«» d i g aufhorchen machte, wieder einmal nichts als Bluff gewesen ist." . kiest ans diesen Worten die Enttäuschung jener Putich.usternen Kreide heraus, die unmittelbar nach der Gehorsamsverweigerung General Hoffmanns in Flug- blättern verkündeten: i~'k* rin Mann erstanden, der dem Kleinmut und der Selbsterniedrigung Halt gebietet.... Der Osten wird wach und kein Erzberger und kein Groener wird ihn wieder einschläfern. Ex Oriente I u x!" . Hoffnung auf den neuen Mann, der an die Spiste der Milltarrebellion treten könnte, hat indessen getrogen. General Holtmann und die Regierung sind nach seiner an- sanglichem Maßregelung einander gerührt in die Arme ge- sauen, �.och die Sammlung der konterrevolutionären Ele- mente geht weiter. So leicht geben die um ihre Machtstellung besorgten Offizierskreise den Kampf nicht auf. t.* Stne gute Illustration zu den konterrevolutionären Vorbe- «eitungen der Offiziere bietet ein Vorfall in der Leipziger Univer- sitat, übrr den die.Leipz'gcr Volkszeitung" folgende» berichtet: .In eine: am i. Juli in der Wand.lhallc der Unwcrsitüt tagenden allgemeinen Studentenversammlung hat«in NoSke- r>lfizier«us der Schule geplaudert und nicht allein erklärt, daß die Studenten unter den Noskeoffizieren der Regierung Bauer, in der ein Herr Erzberger sitze, keine Gefolgschaft mehr leisten würden, sondern auch d e Versammlung mit erhobener Stimme darauf aufmerksam gemacht, daß die Offiziere in 1s Tagen zu entscheidenden Handlungen schreiten würden. Er forderte die Studentenschaft auf, sie in diesem Augenblick nicht im Stiche zu lassen, sondern sie wirksam zu unterstützen. Die überwiegende Mehrzahl der Anwesenden erklärte durch Tram- u j. peln ihre Zustimmung zu den Plänen dcS Offiziers." Dieser Vorfall beweist ertKut. wie notwendig eS für. die Ar- �„„fcUerklafsc ist, durch erhöht« Wachsamkeit und Abwehr- Bereitschaft die Pläne der konterrevouliionären Offiziere zu Schanden zu machen. Er will nichts gesagt haben. Zu der Affäre Hoffmann wird den.P. P. N." von .zuständiger" Seite mitgeteilt: Das NcichZwehrminiftcrium hat »ngefragt, ob die intrigierten Aeußerungen de? Generals Hoff- mann tatsächlich gefallen sind. Tarauf wurde geantwortet, daß er nichts derartiges gesagt habe, sondern nur erklärt habe, er werde seinen Abschied nehmen, fall» der Abschnitt, den er für die Verteidigung hergerichtet hat, den Polen übergeben werde. Daher werde seine Verabschiedung erst im Augenblick: der Räu- mung diese» Abschnite» erfolgen. m Kesse.freiheil". Auf Anordnung de» Oberbefehlshabers NoSke ist da» Er- scheinen der.Weltrevolution" wegen angeblicher.aushetzender Propaganda zur Diktatur des Proletariats und zur Wcltrcvolu- tion" zum vierten Male verboten worden. Die»hetzerische Pro- paganda" wurde in einer Illustration erblickt. Die Be- schlagnahme durch die Polizeiorgane erfolgle, ohne daß der Her- auSgeher vorher von dem Befehl NoSkeS benachrichtigt wurde. Sie Vildung der E nwohrenvehr In tetzzik abzelehnt. Eigene Draht Meldung der„Freiheit". L e i p, i 1, 3. Juli. Gestern h«e dir Stndtvero.bnetensitzung die Gründung einer Einwohnerwehr abgelehnt. Die Rechts- sog! allsten haben e» nicht gewagt, dafür zu stimme», obgleich sie eigentlich Ke Urheber t er Vorlage sind. Tie haben seinerzeit die Werbetrommel tesüc gerüh t, haben sich an den vorarbeiten beteiligt, haben die Rotwend.gkrit der Wehren zum Schutz dcS Eigentum» der Einwohnerschaft lebhaft betont, woran der RrgierungSbrau-tragte Herr Mylau als Fahncuträg-r br- teiligt war. Jetzt aber find sie umgefallen, weil sie die Stimmung der Arbriterschaft furchten. Die bürgerlichen Parteien beteuerten, oaß nie Einwohner- wehren nichts Politische» an sich haben. Genosie Li cd mann konnte iduen inde» den G-gonbenn IS führen an der Hand einer Rede deS GrneralS M a e r ck e r, der ,n riner Leipziger Ttu. dentcuvrrfammlung die Einwohnenvcyr direkt als Kampf» »rganlfation de» Bürgertum» gegen die«rbeiterfchalt kennzeichnete. UebrigenS scheint die Leipziger Militärbehörde von starke» Vefürchtungen zu Nmsturzaitionrn erfüllt zu sein. Grsteru sind vcrfchiedrue Eingänge deS HaupibahnhofS, sowie das Hotel Kaiscrhof, wo der Stab der RegicrungStrnppen liegt, mit Stacheldrahtverhau vcrfchcn worden. Ob Zpitzelmärchen dir Herren nervös gemacht hoben? In einer Studentenversanimlung am 1. Juli, die in der Wandelhalle der Universität swttkand, hat ein Offizier erklärt, »ie Studenten unter ven Offizieren würden der S!cgicr»»g Bauer, in der ein Erzberger sitzt, nicht mehr Gefolgschaft leisten. Sie würden in H Tagen zu entscheidenden Handlungen schrei. ten und bäten die Studenten, dann zu ihnen zu stet>cn. Gestern Ind HauSiuckunaen bei Kommunisten vorgenommen worde», so auch im Laden der UuS-Gcnossenschaft, die sich mit dem?er» trieb sozialistischer Zeitschriften und Literatur befaßt. ES sind mehrere Verhaftungen vorgenommen worden, weil kommunistische Zeitungen gefunden wurden, deren Verbreitung verboten ist. Das ist die moderne Preßfreiheit! verschär ler velagerungsziistand in Sorlmund. Dortmund, 3. Juli. Die Telegrapheu-Nnion berichtet: Gege» 11 Uhr mußte« RegicrungStrnppen an verschiedene» Stellen der Stadt, besonders am Bahnhof und in den nördlichen Stadtteile» Schreckschüsse gegen die Menge abgeben, die teilwe'se eine drohende Hal. tung annahm. Am Bahnhof find Maschinengewehre auf. gestellt. Weitere Verstärkungen der NegierungStruppen sind unterwegs. Von Lünen und Salm ist Infanterie mit der Straßenbahn auf dem Wege hierher. Artillerie. Minen. Werfer und Bagage erreichen Dortmund im Fußmarsch, so daß das ganze Freikorps Düsseldorf heute nachmittag sich voll- ständig in Dortmund befinden wird. Laut Verfügung des Kom- mandierenden Generals drS VII. Armeekorps sind für Dortmund sämtliche Erleichterungen des Belagerungszustandes aufgehoben worden. Die Zahl der Verletzte» ist, wie sich jetzt herausstellt, sehr groß. Im städtischen Krankenhaus befinden sich 15 Personen, von denen sich mehrere in Lebensgefahr befinden. 2 find bis jetzt gestorben. Im Johannishospiz liegen 8 Verletzte, darunter 2 Sichcrhcitsmänncr, von denen einer einen leben»- gefährlichen B.ustschuß hat. Die Zahl der Ambulanzvcrwundrten brt.ägt in allen Krankenhäusern über 10». In einer Vertrau enSmännerversammlung der Arbeiter- und Angestelltenschast wurde bc- schloffen, die Adschaffnng der SicherheitSwrhr zu verlangen. Dem Stadtrat wurde nahegelegt, die Polizei durch Einstellung einwandfreier Männer zu verstärken. Las Arbeilsmimsterinm gegen die VerlehrsaWesleliteu. Zu dem ablehnenden Beschluß deS ArbcitSministerium» sieht sich die Z e n t r a l st r e i k l e i t u n g zu folgenden Ausführungen gezwungen, um daZ ArbeitSmimsterium darüber zu belehren, wohin die Unternehmer steuern: Bei der Bewegung im Januar 131» legten die Arbeitgeber Gewicht darauf, die Arbeiter als Vorspann zur Durchdrückung dcS 17�-Pf.-Tarifs zu benutzen. Jetzt tritt dasselbe wiederum in Erscheinung. Herr Baurat Otto erklärte ganz offen: Wir würden die 70» M. zahlen, wenn der Fahrpreis auf 2» Pf. er» höht würde. Er ersuchte die VerhandlungSkommission, in diesem Sinne zu wirken. Ter Arbcitgeberverband trat Ende Mai an den Zwcckverband heran, um die Erhöhung des Fahrpreises durchzuführen. Der Zweckverband hat nunmehr xbe- schloffen, den Betrieb der Groß-Berliner Straßenbahn zu kom- munaiisieren, und er dachte, falls eine Einigung nicht erziel: würde, den Fahrtarif auf den früheren Stand zurückzusetzen. Ohne Rückhalt erklärte daraufhin Herr Otto, daß dieses Bor- gehen des Zwcckverbandes gegen die guten Sitten ver» stoße. Ihm könnte keine Schuld beigemessen werden, wenn erne Zusage über die Entschuldungssumme von 70» M. nicht gemacht werden könnte. Wir überlassen es nunmehr der Ocffentlichkcit, zu beurteilen, wo die Schuld an dem angeblichen Tarifbruch liegt. Wir erklären, daß wir das Versteckspielen des Arbeitgeberverbandcs endlich satt haben. Wenn die Herren vom Arbeitgebcrverband noch nähere Aufklärung in bczug auf die Tarifangelegenheit wünschen, so stehen wir jederzeit zur Verfügung. EincS aber wollen wir zum Schluß noch bemerken: die VerkchrSarbeiter lassen sich nicht wie die Eisenbahner durch die Hungerpeitfche in die Betriebe jagen.- Wir appellieren im Anschluß an diese Ausführungen an das RechtSgefühl unserer Berufskollegen, die un» imdurch in den Rücken fallen, daß sie im Auftrage ihrer Arbeitgeber mit allen möglichen Fuhrwerken Personen befördern. Kollegen! Wir be» trachten dies als Streikbruch. Jeder organisierte Berufskollege muß diese Arbeit verweigern.- Die Zentral st reikleitung. Enlschlossene Stimmung bei den Mlehrsangkskeulen. Gestern nachmittag fand im Untergrundbahnhof Jnselbrücke eine nach vielen Taufenoen zählende Versamm- lnng der streikenden VerrchrSangestellten statt. Die Versammcllcn zeigten eine entschlossene Stimmung, c» war eine Einmütigkeit sift- zustellen, wie sie wohl selten unter den Verkehriangestellten zutage trat. All« Redner wandten sich gegen die verlogene Dar- stellung in der Presse über die Ursachen dcS VcrkehrS- streit». Großes Gelächter rief et hervor, als die Mitteilung der „B. Z." verlesen wurde, daß da» Fahrpcrsonal angesich»» der Un- zufriedenheit der Bcvöllcrung sich bereit» mit dem Gedanken trage, den Streik bedi» gung»l„S abzubrechen. E« wurde be- tont, dag sich die Unternehmer keiner Täuschung hingedrn sollen. Die Streikenden seien sich bis zum letzten Mrnne bewußt, r uS tür sie auf dem Spiele stehe. Ein Unterliege» würde seine Rückwlr. »ng auch aui die übrige Arbeiterschaft ausüben und sie in ihrem Kample auf lange Zeit zurückwerfen. Tie'treikurder. BerkehrSan. gestellten könnten dcShalb mit guten Gründen auf die Sympathie der denkenden Arbeiter rechnen. Aus der Versammlung heran» wurde folgende Resolution vorgeschlagen und einstimmig an» genommen: .Mögen alle Teilnehmer de» verkehrSstreik» in diesem schweren Kampf einmütig und geschlossen zusammenstehen, bi» ihnen der Sieg gewiß ist. Führt diesen Kampf, wie e» gesitteten Arbeitern zukommt und laßt euch von keiner Seite zu Provo« katione» hinreißen denn damit würden wir einer gewissen Clique einen großen Gefallen tun. Wir wollen der bürgerlichen Press«, dem„Vorwärts" und der Bezirks Organisation Groß-Berlin der S. P. D für ihr schamloses Schreiben die richtige A»t- wort gebe», indem w'r endlich mal mit diesen Zeitungen und dieser Partei abrechne». Schamlos ist es, trenn diese Partei vurch Flugblätter den ArbeitSb rädern in d«« Rücken fällt. Zeigt der Oeffent.'ichkeit, daß wir eine» rein wirtschaftlichen Kampf führen und daß wir uns nicht als Vorspann zu einem politififien Putsch bcrutzer lassen. Durch Kampf zum Siczl" * Am Sonnabend, den 5. Juli, nachm. 3 Uhr. findet im Gewerk- schaktShau» eine V e r s a m in l u» g der Vurcaii- und technischen Angestellten der Groß-Berliner Straßenbahn statt mit der TageS- ordnniig: Erneute Stellungnahme zum VerkehrÄtreü. Mgel für Areltende. Die„Deutsche Tageszeitnug" tritt in ihrer gestriger» Abendausgabe dafür ein, die streikenden Verkehrs- angestellten durch Prügel zur Arbeit zu zwingen. Si« gibt aus ihren Leserkreisen einem„Vorschlag zur Selbsthilfe des Publikums" wieder, der also lautet: „Falls die Verkehrsangesiellten den von ihnen inszenierte» Streik nicht baldigst beenden, schlage ich vor, da? Mittel anzuwenden, welches stch bei Streiks in Bukarest auf da» Beste. bewährte, und zwar hat jeder Passant sich mit einem Hand- festen Stock zu bewaffnen und jeden streikenden Verkehr»- angestellten, dessen er habhaft werden kann, mit Hilfe der andere» Passanten weidlich durchzuprügeln. Nach den Er» fahrungen, die damit in Bukarest gemacht sind, glaube ich auch darauf schließen zu dürfen, daß dieses Mittel auch bei un» den gewünschten Erfolg haben wird, und die VerkehrSaNge- stellten baldigst dafür Sorge tragen werden, den Streik zu de- enden, so daß wieder geordnete Verkehrsverhältnisse eintreten." Tie Aufforderung zum Pogrom gegen Streikende ent- spricht durchaus der Gesinnung der„Deutschen TageS- zeitung". Leider tragen auch die Veröffentlichungen der Regierung viel zu der in dem Vorschlag des konservativen Organs niedergelegten gemeinen Stimmung gegen Strei- kende bei. Die von allen Seiten veranstaltete Hetze richtet sich natürlich letzten Endes nicht gegen eine bestimmte Be- rnssgruppe, sondern gegen das Bestreben der Arbeiterklasse, ihre Lage zu verbessern und aus dem Elend der KrisgS- folgen herauszukommen, überhaupt. Man will den Arbeitern die Kampfkraft nehmen und die Machtposition der Kapita- listenklasfe von neuem befestigen. Das ist der Zweck der ganzen Hetze. Sie Seulschen In Polen. Ein Aufruf des Obersten Polnischen Volksrats. Vertreter der polnischen und deutschen VolkSräte hatten mit dem Obersten Potukfchen Volksrat und der polnischen Regierung in Posen und Warschau Verhandlungen über die künftige Lage dcr� Deutschen in ten an Polen fallenden Gebieten des Deutschen- Reichs geführt. Als deren Ergebnis wird jetzt ein Aufruf>w die Deurfchen veröffentlicht, worin e» heißt: .Jim Einklang mit den freiheitlichen Traditionen wird de» Bürgern deutscher Nationalität volle Gleichberechti» gnng, völlige Glauben», und Gewissensfreiheit, Zutritt zu den SlaatSämtern, Freiheit in der Pflege der Muttersprache und nationalen Eigenart, voller Schutz de» Eigentum» gewährt. Für die Stellung im Staatsleben und da» Ausmaß bürgerlicher Rechte ist in der Republik Polen weder GlaubenSbetenntinS noch Muttersprache entscheidend, sonder« le- diglich die persönliche Tüchtigkeit. Deshalb werden alle Zivil- behörden und Beamten aufgefordert, auf ihren Posten zu ver- harren und nach Möglichkeit in den polnischen Staatsdienst über- nommen. Allen Deutschen, welche die deutsche Staat». angehörigkeit wählen, wird freier Abzug, Mitnahme von Hab und Gut, Liquidation ihrer Vermögensangelegenheiten zugesichert. Ansiedler dürfen auf ihrem Eigentum verbleiben bzw. auf ihre Grundstücke zurückkehren. Alle wohlerworbenen Rechte der Bürger, wie Rechte au» Arbeiterversiche. run ge n, Gesetzen über Versorgung kriegSbeschädigter Soldaten, Witwen und Waisen von Kriegern, werden gewährleistet. Es wird versprochen, daß kein Bürger wegen seiner bisherigen poli- tischen Betätigung verfolgt und bestraft wird, mit Ausnahme von Personen, die gemeiner Verbrechen schuldig sind. Wir erwarten, daß die deutsche Regierung in derselben Weise die Polen be- handeln wird. Di« Geiseln werden in Freiheit gesetzt, wegen Verbrechen gegen den Staat Abgeurteilte sofort begnadigt und die Freiheit wiedererhalten. Die aus militärischen Gründen festgesetzten Personen sollen die Freiheit nach Abschluß der Kampfhandlungen erlangen. Wir erwarten, daß die deutsche Regierung auch in dieser Hinsicht Polen ebenso behandelt." * Vor einigen Tagen wurde zwischen den Alliierten und Polen al» Bestätigung der Anerkennung Polen» al» unab« hängiger Staat unter Zuteilung von Gebieten de» ehe- maligen Deutschten Reiche» ein Vertrag unierz-ichnet, daß Pole« dies« Gebiete zugesprochen werden. Im ersten Abschnitt diese» Vertrage» verpflichtet sich Polen, allen Bewohnern Polen» Schutz von Leben und Freiheit zu ge» währen. Alle Bewohner Polens werden da» Recht haben, jede» Bekenntnis auszuüben, da» mfi der öffentlichen Ordnung und mit den guten Sitten nicht im Widerspruch steht. Polen erkennt al» polnisch« Staatangchörige die bisherigen deutschen und österreichisch-ungarischen TtaatArngebörigen in Polen an. unter dem Vorbehalt der Bestimmung de» FricdenZvcrtrogc», mit Deutschland und Oesterreich über die Staatsangehörigen, die nach einem bestimmten Tage auf dem in Frage lammenden Gebiete ihren Wohnsitz genommen haben. Diese Bestimmungen werden unter die Bürgschaft de? Völkerbunde« gestellt. Der ständige SchiedZgerichtShos wird über MeinungSver'ch'edenheiten ent- scheiden. Der zweite Abschnitt bezieht sich aus die politische Vertretung und die Zolltarife. Polen wird den 5 lliicrten Transitfrciheit und Meistbegünstigung gewähren, es wird einer gewissen Anzahl internationaler Konventionen be- treffend Telegraph. Eisenbahnen, SanitätZwcscn usw. beitreten. Polen wird den dem Völkcrbund angehörenden Staaten gleiche Rechte und Privilegien gewähren. E« übernimmt die Perant- Wartung für die russische öffenil'che Schuld und für alle anderen finanziellen Verpflichtungen de» russischer Staate». ErklSrung des Senoffeu tedebour. Au» Anlaß meiner Freisprechung sind mir an» ganz Teutschland i-nd dem Auslände von Arboiterorganisrcionen und von einzelnen Genossen so viele telcgraphische und schriftliche Glückwünsche zugegangen, daß es niir nicht möglich ist, allen Einsendern besonders zu danken. Ich bitte meine Freunde dcS- halb auf diesem Wege meinen herzlichen Dank sür ihre er» inutigende Anteilnahme a» meinem Kampfe für unsere gemein- same Sache enigcgenzunehmen. Gleichzeitig muß ich leider auch die zahlreichen Anfforderun- gen zur Abhaltung von Vorträgen über meinen Prozeß und über die politische Lage abschlägig bescheiden, da der GesirndheitSzustand meiner Frnu und mein eigener un» ein« Er, holungSkur dringend aufnötigen. Im Hinblick doruuf, daß ich mich bald wieder niit erneuten Kräften in Reih und Glied betätigen kann, rufe ich jedoch allen Freunden und Genossenr zu: Auf WrÄtersehen-I Geora Ledebour. 1 MÜCtltOpf n. breiter 95«. Rosenkante, Porzellan.. 1 Vorratstonns 9 5 pf. 8 Eieröeclisr»eis... 95 pt, 1 Salatschüssel 1 AerRielpläfttrett............ 95 pt, 1 Kinderiasse mit Unterlasse und Bild, er Porzellan.. JüPt Belie-miiance-striisse Gr. 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W 1 i 1 Bierseidel 1/4 Liter. 95 Pf. 1 Tasse lasse»ndQK »«»»«»» ,« wv/ll. mit Untertasse ond Rand £=5 2 Honlgilässr 95 p. 6 lKönIgskuchenforni95pi 3 Wassergläser 9 5pt Porzellan. f\ f- bübsche Muster ijOPf. I DloH«0*''. sortierle Grüßen. f\ooooooooooooooooooocooooocoooo IfOlKSllllline. mnow",".™ iV Uhr: her heilig, rio lau. rirektlon & Kelnhat d— P.. Eernaner. Theater 1* d. KönlggrOtzsr Straße 18 Uhr: Uer liäitptling. KGnsüdleniiaus an der MarschallbrÜcke. lucts Hctijcb II. Ud«. Bartsu I Uhr: Llse'ott von der Pfalz i Berliner Theater �8 Uhr: Däo lollo KomteO. 1 Deutsches Theater Allabendlich 8 Uhr Max Patienberg in jAuch Ich war ein Jüngling..** (Schwank) Kamnierspiele Allabendifch 8 Uhr: Leopotdlne Konstantin in | Das Weib ' und der Hampo!maun. Theater des Westens Allabendlich 7� Uhr: IlaWcrberu.riaiisWanraannin Die Geisha. lessiog-Theater Sommerspielzeit Leitung; Hans Sternberg. iBSts�'lo) Guido Thielscher. S Uhr; Ciiarleys Tante. JeulcChes Könstler-Theat Allaiicndlich 8 Uhr: ■ax Adaihcrln.Kiirt Götz in: Die Hutschbahn. R-sIßsnz- Theater. Jntergrundb. Klosterstraße, Ausgang Siralaucr Straue. 8 Uhr; Zum 173. Male* re 8ch*.i*olel von Sudermann. kegle: Alfred Rotter. Walhalla-Theater ii Uhr: tii lim w DiJUgtU. Wintergarten <5-llch 7i Uhr Vcrietevorstellnng Rauchen gestattet, Theater a. Kotibuser Tor Allabendlich 7� Uhr: Elite-Sänger ehem. Mitgl. der S'PttinerSänver Seidel, Ruselli, Horst. Schubert, Rathke etc. Humor. Spielpl. Soraraerprelse! Blü thsen- Konzert Berliner Preter Kastai 12 Varl Kastaulen-Allee 7-9. TäerHch In der Tanzdiele Anfans: v,5 Lhr. .Atlraktionea Bail. Kennst du das Land, wo dicke Eichen stehen? Hast du den kleinen Spree- Wald schon gesehen? Der schönste Ausflugs- ort im Reiche Ist MannS Ltaldschlosf in Slhönciche. Tel.: FricdrichShaien SS. Jeden Sonntag Tani. MHpjjsFSis aller Art Pbotogr. 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Biesenerlolges noch einmal: Moral nnd Sinnliclikeit. Die Hauptdarstellerln � n rsann Erika Glässner■nsa jlst heute penönllcb anaiesend. f ZIGARREN pro Mille von M. C50 an gibt in großen und kleineren Posten ab ll-UWiCÜ u Neukölln, Schstikestr. 4 5. aiiiiiiiiiiiiiiiiiiii'iniii!iniiiiiinimhni||ii"iiiiiiiiinii|in!iiii!iiiiiiiiiniiiiiiiiiiniiiiiiiiii!ii!' Da uns Genosse Herbst, Pankow, Florastr. 25, verschiedene Touren nicht herausgibt, ersuchen wir unsere Abonnenten umgehend ihre Aaresse bei Sp-ckermaan, BrekmestraOe 46, mitzuteilen, damit jeder beliefert werden kann. Die Zeitonfirskommiss'on der II. S. P. D, Pankow. hü üiMtiKliiuliii; lililiiiiiililliliiiiiitiiSliiiiiiiillliHliiiHiiillliiiiiiiiiliir ililFfn Fl»vA für Maut-, Harn- und Frauen- £e Leiden, Salvarsan-Kurcn, Uriu- und Blutunlersuchungen, elektr. und med. Bäder, Licht- und Röntgen-BchanJlung. Damen- und Herren-Abteilung. Erste u. älteste Dir.; Löser senior. Äi;«?* Feie linitashsCi 2-1.4-9. 85. r. 10-1. 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Mlag. i. 3uli im Der Vrozeß gegen die Vorwnrlsbesatzung. Vor t>er 7. Strafkammer de? DandgerichtS I fand gestern der Prozeß gegen die am 11. Januar im„Vorwärts" verhaftete revo- uitionctre Besatzung statt. E-Z sind im ganzen tZ Personen au- gekla-gt. Die Angeklagten Neutsch und Shut-o d�e sich oaf freiem ,s'.iß befanden, sind nicht erschiZ'.en. Die Anklage laut-, t auf unbefugte Teilnahme an einem bewa'snct-'u Haufen, Zu- sammenrottung und Widerstand gegen die Staatsgewalt. •oer Angeklagte Schlemm, der sich vor'einer Teilnahme an der.,Vorwäris"-Besatzung nie politisch betätigt hat, gibt an, daß er wegen Geisteskrankheit nicht Soldat geworden tsi. Er ist durch einen Zufall in da? Gebäude gekommen. Seine Tätig- reut hat in der Ueberwachung der AutoZ bestaniden. Bei der ?e'e�ü,n® et kurch Soldaien vor der Dragonerkaserne mit dem Kopf an eine Kante gestoßen worden, so daß noch heute eine große Narbe zu sehen sei. Der Angeklagte Schult, der kopfleidend ist, ist am 6. Januar zum„Vorwärts' gekcmmcn, um dort Zeitungen abzuholen, hat sich aber dann an der Der- teidigung beteiligt. Der Angeklagte Stamms. Student der Ncchts- und StaatSwisienschaft, hat sich nach seiner Ennassung aus dem Heere viel mit Politik beschäftigt und ist der U. S. P. beigetreten, für deren Ideen er ohne Bezahlung als Straßen. rcdner»nd Flngblattvcrtciler tätig war. Als' Mitglied des Noten Soldatenbundes ist er im„Vorwärts" mit den Leitern der Bewegung zusammengekommen, ohne ihre Namen zu kennen. Schult, den«t einmal gesehen, habe verlangt, daß Po'ten au?- gestellt würden, , um Plünderungen zu perhüten. Sein Vorschlag, die Straße abzusperren, damit ksie Anwohner Rnhe hätten, sei ausgeführt worden; eine Waffe Ha0e er wohl besessen, aber nie getragen. Er erwähnt auch, daß er auf feiten der Negierungstruppen Plünderungen beobachtet habe. Der Angeklagte Look erklärte, daß nur organisierte Gs-- ♦toftcn in den„Vorwärts" hineingelassen werden sollten. Er (elbst habe in OstcrmannS Bureau gearbeitet und Passierscheine ür den.Vorwärts" ausgeschrieben. Waffenscheine seien dort nicht unterschrieben worden. Al? er am Sonnabend früh den ».Vorwärts" verlassen hatte, hätte die Beschießung begonnen. Er kedaucrte, daß er zu jener Stunde nicht bei seinen Genossen hätte sein können. Auch er hätte gern sein Leben mit für die Sache eingesccht. Die Angeklagte Frau Steinbring gibt an, daß sie wie sede denkende Arbeiterfrau poliiisch organisiert sei und an Ver- sammlungen, nicht aber an Demonstrationen teilgenommen habe. In den„Vorwärts" sei sie gekommen, um dort von Neu- köllner Genossen Nachricht über die Vorgänge zu holen. Sie sei gobelen worden, für die Leute Kaffee zu koche,, und dann gleich dort geblieben. Sie stehe auf dem Standpunkt, daß der„Vor- wärt?" den Berliner Arbeitern gestohlen sei und diese dasselbe Recht darauf hätten wie die Rechtssozialisten. Am Freitag habe sie das Gebäude nicht mehr verlassen können, da die Truppen bereits in Anmarsch waren. Sie babe sich für den verhafteten Leutnant von Elkenb recher verwendet, ihm Essen und Zigarelten gebracht und schließlich dafür gesorgt, daß er ftci- gelassen wurde.— Vorsitzender: Sie sollen auch mit einer Pistole bewaffnet gewesen sein?»»- Angeklagte: Ich muß da- verneinen, ich bin ' Gegner dieser kalten Mordwerkzeuge Und könnte nicht mit einer Pistole umgehen. Ich habe ir.e Ver. Mundeten verbunden.— Vorsitzender: Haben Sie ein Ma» schinengetvehr bedient?— Angeklagte: Nein. Einer der Soldaten, der ein Maschinengewehr auseinandergenommen habe, hat mich am Aerincl beschmutzt dadurch bat der Leutnant wel- leicht omgenomlnen, ich hätte mich dabei veiätigr.— Vorsitzen. der: Ist es richtig, daß Ihnen bei Ihrer Durchsuchung zwei Revolver abgenommen worden sind?— Angeklagte: Nein, aber mir ist mein Mantel und eine Geldtasche mit 2!W M. kortgciivmiucn worden, davon hat noch niemand gesprochen.~ Vor sitzender: Nach einer Zeugenaussage''oller. Sie � sich 'gr rühmt haben, daß 1? Personen von Ihnen getötet worden sind'? Li: geklagte: Pfui! Der Vorsitzende ri'm» dielen v(u5:.;i. Der Angeklagte L i e b ich ist nur aus Neuzier zum„Vor- märts" gegangen und dann am Freitag nochmals hingekommen, Er hat schriftliche Arbeilen übernommen. Am Kampf habe er sich nicht beteiligt. Er sei be- der Besetzung mit berhaftet und am 1. April gezen hohe Kaulion entlassen worden.— Der Angeklagte K n i t t e l habe im Bureau des Kaufhauses Ascher Lebensmittel verteilt und sich am Kampfe nie beteiligt.— Ter Angeklagte Junge ist vom Mar stall aap mit anderen zur Verstärkung nach dem„Vorwärts" geschi-kt worden. Gegen das Treiben der einge- schlichenen unlauteren Elemente ist er energisch aufzetretcn und hat zivei Plünderer verhaftet. Er habe für tampilose Uebergabe des„Vorwärts" gesprochen, da ein Kampf zu viel Opfer kosten Würde. Er sei dann verhaftet und am letzten Mai vorläufig ent- lassen worden.—. Ter Angeklagte Schwann, hat als Mitglied der Ncpubliknnischen Soldaienwehr>n der Waifenkammer des Polizeipräsidiums die Bücher geführt. Erst am 9. Januar ist er zum„VortvärtZ" gekomwcn, dort wurde er zum Kompagnieführcr gewählt und er habe als solcher die Versorgung mit LcbcnSmitieln geleitet. Bei der Einnahme iei er als einer der letzten auS dem „Vorwärts" gekommen und gleich mit Gewehrkolben mißhandelt worden. I Der Zlngekl. P r e u ß ist vor der Revolution bereits als Tefer. teur bestraft. Er war auch im„Vorwärts", hat diesen aber bald wieder verlassen und ist dann Unier den Linden verhaftet worden. Später hatte er einen Brief an den Untersuchungsrichter geschrieben, in dem er sein Bedauern ausdrückt, daß er sich an der ganzen Sache be teil'igt habe. Der Angeklagte NowoczuiSki ist auf Grund eines Briefes, in dem er seine Erlebnisse im„Vorwärts" schilderte und der in die„rechten Hände" kam, festgenommen worden. Wegen versuchten Landesverräte- ist er schon früher bestraft. Im „Vorwärts" hat er Botendienste und Besorgungen gemacht, ist aber nach einer Kopfverletzung, die er sich durch Fallen zuzog, wieder nach Hause gegangen und so bei der Uebergaoe nicht mehr im G'bäude gewesen.— Der Angeklagte Koch ist, als er arbeitS- los war, ausgefordert wordcn, als Schlosser im„Vorwärts" zu arbeiten. Dort hat er zusammen mit Schlemm Automobile rc- pariert. Bei der Zeugenvernehmung wird durch Jakobs bekundet, daß der Angeklagte Junge im Wein» haus Brandt Plünderer festgenommen hat.— Frau S! e i n» bring erwähnt noch iiachträglick,, daß sie bei der Festnahme furchtbar mißhandelt wnrve. durch Kolbcnschläge und Fußtritte, alles in der Äui'.ahnw. daß sie Noia Luxemburg sei. Der Zeuge D r e w S hat den Sturm aus den„Vorwärts" mitgemacht, er behauptet, daß Frau Sieinbring erst oben und dann im 1. Stock ein Maschinengewehr bedient hat. Später sei sie als ersic aus dem„Vorwärts" gekommen und babe mit einem Revolver in der Hand erklärt, der Weg in den„Vor- wärts" gebe nur über ihre Leiche. Er selbst hat aus der anderen Sei:« der Straße gestanden. Er erklärt, trotz Vorhalt deS Vorsitzenden, daß doch damals großer Lärm gewesen sei. die Worte deutlich gehört zu babcn. Hier ereignet sich ein trauriger Zwischenfall: Di« Mutter der Frau Steinbring, die im Zengenraum anwesend war, wird ohn» .w ä ch t i a hinausgetragen, Nach Wiederaufnahme der Verhandlung erklärt der Zeuge noch, daß Frau Steinbring zwei Revolver abgenommen worden feien, die Soldaten hätten'sie für Rosa Luxemburg gehalren und gerufen, man solle sie nicht lebend in den Hof lassen. Als die „Vorwärts"besatzung herausgeführt wurde, sei mit Hunde, und Kutscherpcitschc» auf sie eingeschlagen worden. Der Zeu e wird nach derschlsdenen Zwischenfragen durch Rechtsanwalt Liebknecht so verwirrt, daß er erklärt, er sei kurz von GedächtmS, nervemeidend und durch die Fragen so nervös geworden, daß er keinen Eid leisten könne. Ter Zeug« Leutnant Ecken bre che r ist vor der Einnahme de?„Vorwärts" als Verhafteter der Revolutionäre dort einge- liefert worden. Frau Steinbrina hat ihn mit Essen versorgt und sich öfter- mit ihm unterhalten."Ebenso hat sie dafür gesorgt, daß er frei kam. Sie babe ihm erklärt, sie nehme an einem Mafchi« nengewehrkursus teil und habe, um ein Maschinengewehr zu lernen, ein solche? auseinander genommen, daher rührten die Flecke an ihrem Aermcl. Frau Sieinbring habe immer einen Re° volver bei sich getragen. Frau Steinoring behauptete, daß ihr von einem Durchgehenden ein Revolver zur Aufbewahrung übergeben sei, den sie sofort eingeschlossen habe. ES sei möglich, dag der Zeuge diesen gesehen habe. Wegen der vorgeschrittenen Zeit wich die Verhandlung auf Sonnabend vormit'.agZ 11 Uhr vertagt. Deutscher Eewerkschasiskvngreß. 4. VerhandlungStag. Nürnberg, 8. Julk. Das Korrefevat zu der Frage der künftigen Wirksamkeit der Gewerkschaften und zu den Richtlinien der GcwerkschaftSvorstände über die Betriebsräte hält Richard Müller-Berlin: LeipartS Rede ließ jeden revolutionären Geist vermissen.(Gelächter der Mehr- heit.— Zust. links.) Er hat uns nicht den Weg gezeigt, wie daS Proletariat aus den Irrungen her Zeit zum Sozialismus emporgcführt werden kann.(Zuruf der Mehrheit: Wir müssen arbeiten, wenn wir bessere Tage sehen wollen.) Bei der heutigen StaatSreform und privatkapitalistischen Produktionsweise ist die Arbeitslust nicht zu wecken. Dazu brauchen wir da? Räte» system. Das Proletariat begnügt sich nicht mit der formalen Demokratie. Auch bor den verknöcherten Statuten der Gewerk- fchaften wird die Revolution nicht halt machen. Sie müssen sich dem alles umfassendcu Rätesystem einfügen. Die Errungen- fchaften der Revolution sind heute bis auf«inen kümmerlichen Rest beseitigt. Was von der Generalrommission propagiert wird, ist nur ein Versuch zur Rettung de? Grundstockes des KapitaliS- mus. Die bürgerliche Demokratie kann niemals die politifdtze Macht für die Arbeiter erkämpfen. Der Parlamentarismus hat vollkommen versagt. Die Unternehmer haben gegenüber der Revoluiion mit vem deutschen Wirtschaftsleben Sabotage getrieben. Eine völlige Umgestaltung unsere! Wirtschaftslebens ist allerdings heute noch nicht durchzu'ühren.(Lebhaft Aha-Rufe). Was uns hier gebeten wird, ist nur die organische Fortentwicklung der Grundzüge des HilssdienstgefetzeZ, ist«in Skandal innerhalb der Revolution. lZust. der Opposition), ein Schutzgesetz für di« Unternehmer. (Widerspruch bei der Mehrheit). Diesen Richtlinien entspricht der Gesetzentwurf über die Betriebsräte, der die Hoffnungen der Ar- bciter zerstört hat. Zu diesem Gesetz soll noch ein weitere? Gesetz über den ArbeitSfrirdcn kommen, der den Arbeitern das Streik- recht nehmen will. Redner wehrt sich dann gegen die Arbeits- gcmeinschafien und nennt sie einen Verrat an den Arbeiterinter- essen. Von großen Erfolgen der Gewerkschaften gegenüber den Unternehmern kann keine Rede sein. Wo ist das Wirtschasts. Programm der Generalkommission, heraus mit der Sprache, damit der Kongreß Stellung nehmen kann. Die Wirtschaftspolitik der Gcncralkommission stimmt übercin mit der Wissel! scheu AZ i r t s ch a f t S Politik. Warum sucht man sich um die Frage herumzudrücken. Wenn der Kongreß einen Teil de? Wissellschen Programm? gutheißt, muß er auch dem anderen Teil zustimmen, und dieser andere Teil besteht in dem Gesetz über den Arbeits- frieden. Wenn dann davon gesprochen wird, daß den Arbeitern das Sireilrechi gewahrt bleiben müsse, dann ist das nur Schein- und Elendwerk. Weil man mit Schutzleuten und NoSke-Gardisten in das fein gegliederte Betriebsleben nicht eingreifen kann, der- sucht man e? mit den Betriebsräten. Die Zukunft, die uns durch eine solche Politik der Generalrommission beschert wird, kann nur eine trostlose sein. Sozialismus und Kapitalismus sind ein innerer Widerspruch und lassen sich nicht miteinander verkoppeln. ES wäre beschämend, wenn der deutsche GewerkstflaftZiongreß keine)' anderen Weg finden würde, um die ArbciiSfähigkcit und Produktion zu steigern.(Zuruf: Zeig uns doch deinen Weg!) Führt der Weg zum Sozialismus. bann werben die deutschen Arveiter auch arbeiten. Wir fordern restlose Beseitigung der liberalen Demokratie und jeden kapitalistischen Einflusses auf das Wirt- fchaftslebcn. Hand- und Kopfarbeiter werden mit ihm allein fertig. Allerdings können wir nicht von heute auf morgen den kapitalistischen Staat umstoßen.(Ahal-Rufe.). Da- WirtschaftZrätcsvstcm mutz sofort durchgeführt werde». Wir haben dazu eigene Richtlinien aufgestellt. Auch bei meinen Freunden herrscht nicht volle Klaiheit über sie.(Aha!-Nufe.) Ich konnte d esen Kongreß nichtz früher unterbreiten, weil NoSke durch seine Leute mein Material beschlagnahmt hatte, und eS mir erst gestern zugestellt werden konnte.(Lärmende Zurufe bei der Minderheit.) Wir werden die Hindernisse, die der Weiter- führuug der wirischastlnben Revolution in den Weg gelegt wer- den, hinwegfegen.(Lebhafter Beifall.) lieber die Arbeitsgemeinschaft der industriellen Arbeitgeber und Arbeitnehmer sprich: A. Eohrn-Bcrlin(Mctallarbeitervcr. band). Die Vertragsbedingungen sind eine konsequente Durch- führung unserer alten gewerkichastlichen Forderungen und bcdeu- ten für die Arbeiterschaft einen großen Fortschritt. Schon»bei dem ersten Tarifvertrage der Buchdrucker im Jahre 18gö wurde» »ns die gleichen Vorwürfe wie heute gemacht, daß wir den Klassenkampf verleugnet Hütten. Sie mögen nvch so viele Reso- lutionen einbringen, wenn Sie sich nicht auf den Boden der Leöebour l. Auflage vergriffen. Die E. Auflage erjcheint am Sonnabenö. preis 75 Pfennig � Tatsachen stellen, werden sie wirkungslos sein, sobald es gilt, dii Lage der Arbeiter zu verbessern.(Sehr richtig!) Wir müssei alle Kräfte aufbieten, um innerhalb der Arbeiterschaft gleich N»en-'ge Sachverständige mit denen der Unternehmer beranzv bilden. Den Betriebsräten polltische Funktionen zu geben, ist ei< höchst unglückseliges Experiment. Die Flage des RätesystemS ist keine prinzipielle, sondern eini ZweckmäßigkcltSsrage.(Lebhafte Zustimmung.) Rcdner empfiehlt folgenden Antrag: Der Kongreß erklärt, daß die Arbeitsgemeinschasten die kon- sequcnte Durchführung der Tarifvertragspolitik der GeWerk- fchaften darstellen, die die Anerkennung der Gleichberechtigung der Arbeiter mit den Unternehmern und die kollektive Regelung des Arbeiterrechts zum Ziele hat. Die AbeitSgemeinschaften dienen diesem Zweck überall dort, wo die private Wirtschaft nicht durch die sozialistische Wirtschaftsweise ersetzt ist.— Unter der Voraus- sitzung, daß den Arbeitnehmern in allen Institutionen, Arbeit?» gemeinschaften sowie bei allen Verhandlungen und allen Körper- schalten, die dem Aufbau und der Förderung unseres Wirtschafls- lebens dienen, vollste Parität mit den Unternebmern gewährleistet wird, empfiehlt der Kongreß allen Gewerk, chasten die Beteiligung an der Betätigung der Arbeitsgemeinschaften. Korreferent Richard Müller-Berlin: Wer haben jetzt keine Veranlassung zum politischen Streik. Die revolutionäre Be- wegung muß sich ausreifen. Wir wollen die Regierung jetzt gar nicht stürzen, sie soll erst abwirtschaften. Mit den Gewalt- maßregeln N-Skes(Zuruf: Bluthund!) treibt die Regierung aller. Vings selbst zu ihrem Sturze, denn über kurz oder lang muß dieses System zusammenbrechen. Wenn die Stunde gekommen ist, werden wir dem deutschen Volke schon den Weg zeigen, den es zu beschreiten hat. Redner legt dann in längeren Ausführungen die Gliederung seines Räteshstems dar, wobei zwar die Unterncbmcr, nickt aber die Intellektuellen auszuschalten sind, die vielmehr in das Rätcsystem eingefügt werden müssen. Den Luxus des Unter- nehmerprofttes können wir uns jetzt nicht mehr gestatten. Mrt dem Unternehmer können wir unser zerrüttetes Wirtschaftsleben nicht wieder aufbauen.(Lebh. Beif. b. d. Opposition.) In der Besprechung lehnt der Kommunist Paul Lange da? Gesetz über die Betriebsräte ab und fordert das volle Rätesystem- Er verlangt weiter, daß der Kongreß der Generalkommission sein« Mißbilligung darüber ausspricht, daß sie sich nicht auf den Biüen deS Rätewstems gestellt habe. Hetzschold-Berlin: Wenn man dem letzten Hofkehrer soviel dankt wie dem Ersten Betriebsleiter,(Zuruf: Politischer Blödsinn)' dann wird man kaum die Intellektuellen zu praktilschcr Mitarbeit gewinnen.(Zustiimiiung).-•>» Da» AbstimmungSergeliniS iiöctj daS V«r< t,au«nSvotum für die Generalkommission ist daS folgende: Di- an der Abstimmung beteiligten Delegierten vertreten zirka 4 800 000 Mitglieder. Davon haben mit„Ja ge- stimmt 3,3 Millionen Mitglieder, mit„Nein" zirka Ick Mil- lionen Mitglieder. In de? NackmltkagSsitznng wird die Beiprechung fort- gesetzt. Tost-Derlin(Metallarbeiter) begründet einen Antrag Lang, und Gen., der die Arbeitsgemeinschaften ablehnt Uni die Ausschaltung deS Unternehmertums im Produktionsprozeß durch daS Räteshsiem fordert: Durch die Zustimmung zu den Arbeitsgemeinschaften kommen wir nicht einen Schritt weiter auf dem Wege zum SozialtSm"«. Die bürgerliche Presse hetzt maßlos gegen die Räte. Dorhölzer-Dtuttgart(Metallarbeiter): Was Müller will, sind nichts als behördlich konzessionierte gelbe Organisationen.(Oho- Rufe der Opposition— Zustimmung bei der Mehrheit.) Die Ge- werkschaftSck-amten Wik! man maßregeln, aber die Betriebsräte. sollen nach Müller unangetastet bleiben, auch wenn sie gegen die Interessen der Arbeiter handeln. In Mannheim haben die aus Unabhängigen zusammengesetzten Ausschüsse bei Benz beschlossen, die Arbeiter, di« zur S. P. D. stehen, als Gelbe zu betrachten. (Pfui-Rufe.) Da? ist Eure Demokratie. Müller trägt die Haupt- schuld daran, daß die Regierung zum Teil reaktionäre Mitglieder aufweist.(Psilirufe und lärmend« Zwischenrufe der Opposition.) Seimann-Düsseldorf(Metallarbeiter): Obwohl ich zur Oppo- sition gehöre, verurteile ich nicht alles, was die Mehrheit will. Wir müssen uns verstehen lernen. Arbeiterräte und Gewerk- fchaften müssen Hand in Hand arbeiten. Ich verurteile nur die Zusammensetzung der Arbeitsgemeinschaften. Nur durch die Weltrevolution können wir uns retten. Schlientz-Derlin begründet einige Wänderungen des An- träges Cohen. Cohen selbst beantragt, den Eingang zu seiner Entschließung wie folgt zu fassen:„De: 10. Gcwerkschaftskongreß erblickt in den Arbeitsgemeinschaften di« konsequente Durchführung der Tarifpolitik der Gewerkschaften. Die Arbeitsgemeinschaften be- deuten die Anerkennung der Gleichberechtigung der Arbeiter und sind geeignet. daS Mitbestimmungsrecht der Arbeiter zu ver- wirklichen." Janssen vom Korrespondenzblatt der Gcneralkommission tritt der Behauptung entgegen, daß die Generalkommission an Bestrebungen auf Besckräntung deS StreikrechtS beteiligt sei. Sie werde diesen Bestrebungen vielmehr schärfsten Widerspruch ent- gegensetzen.(Hört! Hört! und Beifall.) Nusch-Berlin(Metallarbeiter): Tie Scharfmacher sind wie- der obenauf. Die Unternehmer drohen schon Wietze r mit allgemeinen Aussperrungen. Giebcl-Berlin(Bureanangestellter): Wir kommen in dieser Zeit nicht ohne die Mitarbeit der Unternehmer mit ihren Er- sahrungen für den Wiederaufbau aus. Nur gestützt auf starke Gewerkschaften können die?lrbeiter ihre wirtschaftliche Befrei- ung erkämvfen.(Stürmischer Beifall b. d. Mehrheit, Lärm b. d. Opposition.) Höllcin-Jena sMetallarbeiter): Die Politik der Generalkgm- Mission ist durchaus reaktionär. Sie wird dem am Baden liegenden Kapitalismus neues Leben einflößen. In unserer Universitätsstadt lGelächtcr) find eine ganze Anzahl Dozenten bereit, uns die nötigen Kräfte heranzubilden. Ein Schlußantrag findet Annahme. Richard Müller wendet sick im Schlußwort erneut gegen daZ Wisselische Gesetz über den Arbeitsfrieden. Vielleicht seien einige Mitglieder der Generalkommission dagegen(Legicn ruft: alletz Aber der Entwurf bestehe.»Im übrigen habe Wissest die bürget- liche Demokratie und die Unfähigkeit der Negleriiiig aufs schärfste verurteilt. Mit dem Unternchmertum wird man nur fertig, wenn man jeder. zeit zuschlagen kann. Dazu brauchen wir Kampfkraft und nickt ArbertSgemeinschafien. lStürm. Beifall.) Die Scharfmacher sind wieder obenauf, und wodurch?(Rufe: Durch euch!), nein durch das Verjagen der Mehrheitssozialisten und Gcwerksckafiler: lLärmender Beifall und stürm. Widerspruch.) Einen Fehler hat der VollzugSrat gemacht, als er die Macht in Händen halte: daß er den Gewerkschaften wieder wirtschaftliche Ansgabcn überwiesen hat.(Stürm. Beifall b. d. Opposition.— Lebh. Widerspruch b. d> Mehrheit.) Fort mit den?lrbeitsgemeinschaften!(Stürm. Beifall i. d. Opposition und auf der Galerie.) Eohen-Berlin erörtert in seinem Schlusjwort erneut di« Frage« welche intellektuellen Kräfte die Arbeiterklasse habe, um die Be- triebe zu leiten. Die Weiterverhairdlungen werden auf Freitag früh vertagt., Deutsche Nationalversammlung. 4 5. Sitzung vom 3. Juli, 2 Uhr Die zweite Beratung des Versa ssungSent Wurfes wird fortgesetzt. Eine Anzahl Artikel werde» dcbalte- los erledigt, darunter auch Art.(3, der dem Reich u. a. die aus- ichlietzlidje Gesetzgebung für Auslieferung überträgt. Weiter ist darin die Einheitlichkeit de» Post- und TclegraPhcuwcscnS enthalten. Ju Art. 7 beantragte Abg. Dr. Ablast(Dem.) die Streichung dieses Artikels, der den, Reiche die auS'-filietzliche Gesetzgebung über Abgaben zuweisen will. In einem neuen Ariike! 8 a des Antragstellers ist das Wort„ausschlicjziich' nicht enthalten. Nachdem die Adgg, Dr. Graf zu Dohna(D. Nai.) und Koch- Cassel(Dom.) diesen Antrag empfohlen haben, erklärt Abg. Dr. Heim(Z.): Den extremen Föderalismus lehne ich ebenso entschieden ab wie den extremen UmtariSmuS. Art. 7 gibt dem Zentralstaat zu viel Gewalt. Wir sürchte» nicht die Einheit, sondern nur die Einheit unter Berliner Herr'�aft. Reichskommi�sar Dr. Preust: Auf die Wünsche der Einzel- staaten ist in weitestgehendem Maße Rücksicht genommen worden. der Entwurf ist weder extrem föderalistisch noch extrem zcn- tralistisch. Nur wenn wir uns als Einheit betrachten, werden wir aus denn Elend dieser Zeit herauskommen. Von einer Vor- Herrschaft Berlins wird künftig weniger die Rede sein als früher. Nach Annahme des Antrage» Ablaß wird die Abstimmung über die Reichssarben vorgenommen. Der Antrag der Nnabhängige«, alS ReichSfarbe rot fcstzusctzcn, wird gegen die Stimmen der Antragstcllrr abgelehnt. Der Antrag der beiden Rechtspartei n, die alten Farben schwarz-weiß-->it beizubehalten, wurde in namentlicher Abstimmung mit 190 gegen 110 Stimmen bei fünf Stimmenenthaltungen abgelehnt. Gegen den Antrag stimmten die beiden sozialdemokratischen Parteien,«in Teil de; Zentrum» und die Minderheit der Demokraten. Da? Ergebnis der Abstim« mutig wurde mit Zischen von der Rechten aufgenommen.— Der Kompromißantrag Q u a r ck(Soz.)— Groeber(Z.)„Reichs- Larven sind fchwarz-rot-gold. Die Handelsflagge ist schwarzweiß-rot mit einer Gösch in schwarz-rot»go'd in oer oberen innc- ren Ecke, wird in namentlicher Abstimmung mit 211 gegen 89 Stimmen bei einer Stimmenthaltung angenommen.(Lebhafter Beifall linfS, Zischen rechts, erneuter starker Beifall links). Eine längere Debatte entstand über die Art. 3— 10, die dir sogenannte konkurrierend« und normative Gesekaebnno des Abz. Oberfohren(Dnat.) begründet zum Art. SS über die Legislaturperiode den Antrag Arnstadt auf eine fünfjährige statt her im Entwurf vorgesehenen dreijährigen Periode. Abg. Wurm sA. Soz.): Was wir bis jetzt an Gründen für die fünfjährige Legi-iaturperii�e gehört haben, war im Grunde genommen weiter nichts als ein« Variation deS Wortes„Ruhe est dir erste Bürgerpflicht". Hossentlich kommt die Nationalver saminlung nicht auf den Gedanken, ihre Lebensdauer künstlich vertängern zu wollen. Wir sind für die dreijährrge Periode würden aber bereit sein, auch iür eine kürzere einzutreten. Damit schließt die Besprechung. Die Abstimmung, die aus Antrag deS Abg. Ouarck eine namentliche sein wird, wird aus morgen verschoben. Freitag 2 Uhr Fortsetzung. iivwimiiuc Gesetzgebung oee Reiche» regeln. Die Artikel blieben im wesentlichen unverändert. Auf Antrag de? Abg. Hermatm(Dem.) wurde in Art. 10 da» wissenschaftliche Bibliothekswesen hinzugefügt. Au Art. 12 wurde«in Antrag der Unabhängigen, bezüglich de» GesetzgebungSvechtH des Rsiche», abgelehnt, wonach hinzugefügt weüdem sollte, daß über einen Ginspruch nach näherer Vooschriist etimefl Reichsgesetze« ein iDberftcr Gerichtshof de» Meiches entscheiden soll«.— Die Art. 13—16 Mielben unverändert. Nach Art. 17 muß jede? Land«ine freie staatliche Ver- ßassima haben. Die VoklSvertretung muß in allgemviner, gleicher, unmitieil barer und gehetsmier Wahl von ollen reichSdsutschen Männern und Frauen nach den Gruntdisätzen der Verhältniswahl gewählt werden. Die Landesregierung bedarf des Vertrauens der Volksvertretung. Die Grundsätze für die Wahlen zur Volks- Vertretung gelten auch für die Gamet ndewahls». Antrage der RcchtSvarteien wollen die Bestimmung über die Gemeiudswahlen streichen. Abg. Dr. Kahl(D. Vp.): Mit dem Aufkommen monarchi scher Bestrebungen muß auch die Reichsverfassung rech m'?'* e&oa die Räterepublik Gotha«in« sreistaatliche Ber- fassuvg? Arbeiter- und Dauernräie sind kein« VolkSvertretunz im Sinne der Verfassung. Die Festsetzung de» allgemeinen Wahl- «cht» für die Gemeinden ist unerträglich und unverständlich. Preußischer Minister de» Innern Heine bekämpft den An- trag der Unabhängigen, da«S nicht möglich sei, alle Sekbswer- waltungZkörper in der gleichen Weif« zu behandeln. Abg. Dr. Haa»(Dem.): Ein Zustand, daß Preußen eine Monarchie und da? Reich etwa«in« Republik wäre, ist ganz un- möglich. Di« Räterepublik verträgt sich nicht mit den in der Lerfassunz festgelegten Grundsätzen. Abg. Dr. Ouarck(Soz.): Da? freie Wahlrecht behindert die Tätigkeit der Gemeinden keineswegs. Hinter den Anträgen der Rechten steht unausgesprochen die Absicht, wieder ein abgestufte» Befitzwohlrecht einzuführen. Da» lehnen wir ab. Abg. Dr. Kahl(D. Bp): Warum sollen denn nicht die Ge- memden kraft ihrer Autonomie ihr Wahlrecht selbst bestimmen können? Die Räterepublik Gotha steht ganz gewiß im Wider- spruch zu den sozialdemokratischen Grundsätzen. Abg. Dr. Cohnern zu tun haben. Und diejenigen, die mir der Waffe ausgerüstet wer- den, müssen auf ihr VerantwortlichkcitSgcfühl hin gründlich ge- prüft werde». Zur Aufrechterhaltung der öffentlichen Sicher- heit dürfen nur ältere, ruhige und besonnene Wachleute heran- gezogen werden. Leichtfertige Bursche», denen ein Menschenleben nichts bedeutet, dürfen nicht in die Gelegenheit kommen, 'nit der Waffe Unheit anrichten zu können. Nur zu lange bat der Schießprügel die Straßen Borlins bc- herrscht und zahlreiche Opfer gefordert. Es wird endlich Zeit, daß dem abgeholfen wird und die Achtung vor dem Menschen- 'eben wieder zur Geltung kommt. Unterdrückung der Redefreiheit. Nun soll den Berliner Bürgern sogar da? Sprechen mit Passanien auf der S! raste verboten werden. Die„B. Z. am Mittag" brachte-resiern die Meldung, daß gegen Straßenpassan- den auf dem Alexandcrplatz die bewaffnete Macht aufgeboten würde, weil sie— geplündert hü. en, denkt sicheriich der Leser Aber nein! Die völlig wehr- und harmlosen Passanten hatten da» in der-„freien" Republik unerhörte Verbrechen begangen, mit Negieruiügsiruppen ein Gespräch anzuknüpfen. Keiner der Passanten hatte den leisesten Versuch gemacht, die Regie- rungfssoidaien irgendwie zu stören oder gar zu bedrohen. Di? bloße Untcrhaltum, das schlichte Wort, bot den Führern der Regierungstruppen Veranlassung genug, um ein Panzerauto mii Soldaten auffahren und Schüsse abfeuern zu lassen. Ja, ja, das Wort, das aufklärende Wort, da? dürfen die RegieruiigSi-cute nicht dulden. Es ist ihnen gefährlicher ai? Handgranaten und Maschinengewehre. Es kann nicht tot» geschossen werden. Immer wieder wird eS triumphieren, trotz aller Gewaltmiitel, die man zu seiner Unterdrückung aufbietet. Die RegierurrZtruppen dagegen, von denen jetzt Berlin überflutet ist, machen von iboer Bewegungsfreiheit einen über die einem Gast gezogen« Grenze weit hinausgehenden Ge- brauch. Sie fühlen sich ganz als Herren Berlins. Zu drilt und zu vieren flankieren sie auf den Bürgersteigen belebter Straßen auf und ab, besonders den jungen Mädchen den Wog ver- sperrend. Ein Berliner Bürger, der«inen Sertzeanicn nur von der Seite ansah, weil dieser ihn anschaute, wurde auf der Stelle verhaftet und von einem Posten mit enlsichertem Gewehr zur Wache«gebracht. Hier wurde er mit Fäusten und Gewchrkolben bearbeitet und mit Ohrfeigen traktiert. Danach, nachdem er der- maßen verprügelt worden war, durfte er wieder gehen. So behandeln einige der Regierungstruppen ihre Gastgeber Streik der Fortbildungsschüler. Di« Freie sozialistische Jugend hat in mehreren Versamm- lungen den Schulstreik für die Fach- und Fortbildungsschulen bc- schlössen. Sie sollen zu diesem Zwecke nicht nur dem Abendunter- richt, sondern auch dem TagcSuntcrricht fernbleiben. Ihr« For- derungen sind folgend«: 1. Beseitigung dcS Abendunterrichts an allen Fach- und Fort- bildungSschulen. Verlegung dcS Unterrichts in die Arbeitszeit. 2. Abschaffung der Prügel- und Arreststrafen. 3. Anerkennung der Schülerrät« und Schülerversammlungen als mitbestimmende Vertretung der Jugend bei allen Schulfragen. Tie Forderungen sind vollkommen berechtigt. Wir� haben schon dargelegt, daß von unfern Vertretern im Raihause die For- derung de? DageSunterrichtS wiederholt erhoben worden ist. Auch die Beseitigung der Strafbestimmungen ist gerechtfertigt. Arrest und Prügelstrafen haben zu verschwinden. Daß Schüicrräte eingerichtet werden, ist gleichfall» gutzuheißen. Auch die indifferenten Massen der Jugend sind von einer großen Erregung ergriffen. ES wurde berichtet, w'j in einer iAhule ein Schüler wegen„spartakistischer Umtriebe" ausge- schlössen worden sein soll, weit er für die Wahl eines Schüler- rats agitierte. Die Streikposten wurden zum Teil von d«r Polizei verhaftet. Andere Schüler wurden festgestellt und sollen Anklage erhalten wegen Aufhetzung zum Streik. In einer Schule griffen die Lehrer zum Mittel der Freiheitsberaubung� indem sie die Schultür abschlössen. Die rechtssozialistische„Ar- beiter-Jugerid" beteiligt sich nicht cm Streik. Der„Vorwärts" glaubte Räubergeschichten über die Behandlung seiner Anhänger durch die Freie sozialistische Jugend erzählen zu sollen. In einer Resolution wurden die Forderungen aufgestellt. Es wird darin gesagt: „Tie Versammelien sind sich darüber klar, daß die w«it«rc wichtigste Forderung: Die Neuordnung des �gesamten Schul- Wesen? auf sozialistischer Grundlage, die Einführung der Ein- heitS- und Arbeitsschule, ibre Verwirklichung erst in der künftigen kommunisttslhcn Gesellschaft finden wird, nicht aber heute� unter der Herrschaft der sogenannten sozialistischen Regierung, di« nur im Interesse unserer Meister und Fabrikherren, unserer Kapita- listen die revolutionäre Jugend und Arbeiterschast bekämpft. Unser Schulstreik soll deshalb gleichzeitig dazu dienen, den großen Massen der Jugend die Augen zu öffnen, über da? Weien der heutigen Zicgierung. die disber kür die Jugend nichts getan hat und jetzt nichts tun wird, weil der Profit unserer Ausbeuter dabei leiben würde. Darum gilt unser Kamps auch der heutigeck kapitalistischen Regierung." Ferner werden wir in dieser Resolution getadelt. Scharnier Protest wird geaen uns erhoben, weil wir das Fernbleiben vom Unterricht als nicht im Jntcresse der Jugend liegend bezeichnet haben, gerade weil wir in der Sache au>f der Seite unserer Jugend stehen..- � c. Heber die Wirkung des Schüler, ireiks w.rd berichtet, daß mehrere Schulen, darunter die 3. in der Wrangersiraße, die von ■1Ö00 Schülern besucht wird, die 6. in der Georgcnlirchsiraße 2. die von mehreren Tauseird Schlossern usw. frequeuliert wird, die 1. und 7., 8. und 10. geschlossen werden mußten. Luftverkehr. Die Hamburg-Amcrika-Lini« hat eine regelmäßige Flugzeugverbiiidung von Berlin über Hamburg nach Westerlanb- Syl:, ferner von Berlin nach Swinemündc mit � Kraftwagenanschluß nach Ahlbeck, Hcringsdorf und Bansin, sowie von Berlin nach Warnemünde-Heiligendamm eingerichtet. Die Flngdauer be- trägt von Sierlin auch den genannten Ostseebädern ungefähr IV- Smnde, von Berlin nach Hamburg 2, und von Harnburg nach Westerland ebenfalls 2 Stunden. Ter Luftverkehr wird am Sonnabend, den 5. Juli eröffnet. Alles Nähere, sowie Annahme von Fluggästen und Paketen durch die Hamburg-Amerila Linie und deren Agenturen. Für Deutsche in Kriegsgefangenschaft! Anträge aulf Bcwilli. gung von Gehalts- und Löhnungstcilen für die in Kriagsge- fangen'chaft geratenen oder vermißten deutschen HeereSangehörizen sind nicht dem KricgSministerium vorzulegen, sondern den betref- senden Truppenteilen. Sind diese nicht bekannt, so yaacn die Un« trägste ller ihre Gesuche an die zuständigen General lommando? zu senden, die sie an die-n Frage kommenden Truppenteile unvcr- züglich weiterleiten oder für ihre unmittelbare Erledigung selbst Sorge tragen werden. Lebeusmikielkalender. Verlin. In der Woche vom Montag, den 7., bis Sonntag, den 13. Juli, findet«ine Fett Verteilung auf Vre Einfuhr-hufatzlimt« gegen beide Abschnitte H. d n der Einsuhr-Zufatzkart« unter gleichzeitrger Vorlegung der Speifefettllcrrte in den zum Epeisefetlbezuge bestimm« ten Klemhandelsgeschäften statt. Käfeoerteilung: Bis Sonn- dag in dem Bezirk« der Brotkommission, bis Montag, den 7. Juli, in den Bezirken der St., Igt. und 213.»rotkommifsion und bis Dienstag, den 8. Juli, in den Bezirken der 37., 133., 131., 133., 134., 233., 231. und 213. Bro! Kommission. 12S Gramm Käs«. Aus di« beiden Abschnitte 28 a der Kartoffel karte vom Freitag ab ein Pfund Frühkartosstln. Preis 23 Pfg. Da die«rst allmählich in den Gang kommenden Zusuh-on an Frühkartoffeln zunächst nur eine schwach« Beiieferung der Kleinhändler ermöglichen, wird der Endtermin, zu dem dos eine Pfund Frühkartoffeln abgenommen werden mutz, noch später vechizeitig bekanntgegeben. Für dve seh- lenken 4 Pfund Karlossein wird Ersatz ausgegeben werden; hierüber ergeht noch ein« besondere Bekanntmachung. Reinickendorf. 12S Gramm Reis<48). Wittenau. Don Freitag ab 233 Gramm Nudeln(3g u. 87), 100 Gramm Grieß(38), 500 Gramm Auslandsmehl, Wandel>2 Oeffentliche Bersammlung Freitag 7Z4 Uhr bei Becker, Residenz» straße 130. Zentralverband drr Fleischer, Bezirk Lichtenberg-Friedrichsfeld«, Versammlung Freitag TA Uhr bei Maas, Frankfurter Alle« 135. Obleute de: Fachgruppe XII(Eifenkonstruktion, Geldschrank- fabriken, Grotzschlossercien us«. Sonnabend, den 5. Juli, abends TA Uhr, Weihenstephan, Frtedrichstr. 175. Kaufmännische urid technische Angestellt« in den Berlin«! Schlossereien und Geldsthrankfabriken. Freitag 7 Uhr im Schuliheitz, Neu« Iakobstr. 24/25 Versammlung. Bericht über den Toris. vertrauensl. d. Aiig.-Ausschüsse d. Hilftkr. d. Magistr. Berlin. Sonnabend, 5. Juli, 2 Uhr nachm., Margavethen-Lyzeunl, Iffland« stvatze, Bersamimlung. Deutscher Werkmcisier-Berband. Berlin 7. Dirnstag, den! 8. Juli, abends 7 Uhr, außerordentliche Generalversammlung Patzen» hoftr, Turmstratze, Ecke Siromstratze. F. L. Spandan. Freitag, den 4. Juni, Verlrouansmänner-Sitzung bei Mecklenburg, Raoenestr. 6, vormittag» 11 Uhr. Achtung! Spandauer Heeresbetrlebel I n fornwt ro nsloka le: Norden: Zicwenestr. 6 bei Mecklenburg. Osten: Stroh, nannftr. 27 pej Rott. Weiter« folgen. 1 Seldenmänfel besonders ficclßnci für die Reise 150... 175.- 19CU225.- ussr. Waschkleider bell und dunkel gewintert 09.50 125_ 149.- 165— onr. Königsiraßs 33 «m Lahnhos«UiacderptaS- tfiföteföftl 0 �ttTetmftfloitsIoSflle: Spasibau«'H«tr«sbstr!ebr. �eulninr. Ali« Vchönhauser Straße 23/Z-t bei Schräder. Maadit: Pu.iitzftr. lv bei — ug�r. Cchöneberg: Aeiiri'gstrcch« bei Berg, Eiscnberg.Pasfage. Charlottenburg: Rojinenstraße(Doikshaus). Jniormationolobale Spandauer Heeresbetrieb«. Neukölln: Weichselstr. 8sblind der Kriegsbesch., Dez. Norden. Freitag, 4. Juli, abends 7 Uhr, K.icgsbcsch.-Vers. Büttners Fcstsäle. Schwedler Straß« 23/24. — 7. Juli, abends 7 Uhr, Hinterbliebenen-Dersammtung. Ter Reichsbund der Kriegsbesch., ehem. Kriegsteilnehmer und Kriegshinterbliebene, Bezirk Tsmpelhof. Sannabend. 5. Juli, abencs 7/4 Uhr, Restaurant Töpfer, Tempechof, Berliner Straße 100, Mit- gliederversammlung. Arbeiter-Samariter-Dund, Kolonne Groh-Derlin. Lehr stunde haben nächste Woche: Montag, den 7. Juli, Bezirk Osten, Abt. 4, Lichtenberg. Scharrnweberstr. 60, Restaurant Pickenhagen. Bezirk Tcmpelhas, Berliner Straß« 92, Restaurant Marien, Tonners- tag, den 10. Juli. Bezirk Weste». Abt. 3, Schöneberg, Vorberg- straße 11, Restaurant Haendel. Abt. 6, Ehariotteuburg, Kaiser- Friedrich-Straße 41 b, Restaurant Thelen, Freitag, den 11. Juli. Bezirk Norden, Abt. 2, Uscdomstr. 33, Restaurant Abiter. Bezirk Süden, Abt. 3, Neukölln, Weichselstr. 3 sIdeal-Passage). Diese Lehr- stuuden finden abends pünkllicy 7)� Uhr, statt, wozu Gäste einmaligen freien Zutritt haben. Freie Turncrfchast Eharlottenburg. Sonntag.«!. Juli, Sportfest. Städtischer Spielplatz, Westend, Spandauer Chaussee. Abt. Schmargendorf. Freie Turne rschofl lutbk Turnhalle%sa6' Gymnasium Cranzerstratze iHohenzollerndamm). Freie Turnerschaft Neukölln-Britz. Montag, den 7. Juli, erösß» neu wir in der Turnhalle Mariendo fer Weg unsere 6. Schülerabtei» lung. Turnzeit von 6 bis 3 Uhr abends. Arbeiter-Wanderbund„Naturfreunde", Ortsgruppe Ber. i in. Freitag abend 7/4 Uhr Generalversammlung im Sophie n-Gym» nasium(nicht Lyzeum), Weinmeisterstr. 15. Wandecaenossinnen und Genossen in Spandau, die In:eresse lprben an"der Bildung einer Ortsgruppe des Arbeiter- Wander- bundes„Naturfreunde", werden gebeten, ihre Adresse dem Genossen Erwin Schesster, Berlin S. 42, Prinzenstr, 24, mitzuleilen. Freier Wanderbund. 1. Nachtlour: Abfahrt Sonnabend 6.17 Uhr nachm. Stettiner Fernbahnhas. 2. Abfahrt: Anhalter Dahnhos 5.53 Uhr(Sonntag früh). Arbeiter-Wasser fporioerband Kreis 7. Am 8. Juli Schwimm« wartsübungsstunde im Seebad Weißensee, abends 7/4 ühr, Rettungs» Übungen und Vortrag des Gen. Monsch-l. Schiiftlichs Mi.teilunge» an Fritz Buschmann, Neukölln, Wipperstr. 17. Verantwortlich für die Redoktion Emil Rabold, Berlin. Verlogsgenossensckast»Freiheit", e. G. m. b H. Berlin.— Tcutti der Lindendruckerei und Berlazsgelellschast m. b. H. Schiifdoue.domm 19. Zunächst muß er gerade sitzen, denn ein schiefes Augenglas wirkt immer häßlich. Dann muß er angenehm sitzen, ohne zu drücken, ohne zu rutschen, denn jede Belästigung macht nervös. Ferner muß er in der Größe zu Ihrem Gesicht passen, denn ein Mißver- höltnis zeugt nie für guten Geschmack. Runde Glöscr sind Mode, doch kleiden sie nicht jeden, auch sind sie nicht immer notwendig zum richtigen Sehen, aber stets stn� sie schwerer als ovale. Wohl jeder legt Wert hr Kneifer? darauf, durch passende Kleidung einen guten Eindruck zu machen; auch Herren tun das. Jedoch wird das Augenglas kaum dabei bcrücksich igt, obgleich es am meisten den Gesichtsausdruck beherrscht.— Damen benutzen für die Straße am besten Ruhnkes moderne Lorgnetten. Wenn aber eine Dame einen Kneifer dauernd tragen muß, so nur einen Ruhnke-Kneifer ohne Randeinfassung. Die Augenuntersuchung ist lostcnlos. Wir garantieren für passende Gläser. Il£.er R*it\n W Leipziger Str. 113. «eile Maueiftraße. Linkstr. 1, Sck« Potsdamer Str.. Srtedrübltr. IM»,«kiteLrlpzIzri Ettaue. griedri-hftr. Iva. iUt Zitzelsuaßc ZO Geschäfte: N Cbausfeeftr. 78 Juvaltdenftr. 1C4,«, Arunnenlk. NW Friedrlchstr. 150, l und den Verordnungen der Fetlstetle Groß-Berlm vom 20. Dezember 1916 übrr Abgabe und Entnahme von Speilesetten und über dle Anmeldung des SpeiseuUbejuges lbnrd lür den Bezill der Jctlstelle Groß-Bertin beslimmt: ' 1. Aus Abschnitt X ö der Einsuhr-gusatzlart« enliallen 50 gr- Margarine. 2. Der Kleinhandelspreis für 50 gr Margarine beträgt 28 Pfennige. 3. Die Margarine ist in dm zum Speisefettverlauf Im Bezirke ber Feltslelle Groß-Berli» zugelassenen Klein- Handelsgeschästen gegen Abgabe der beiden Ab- schütte X 8 der Emfuhr-Zusatzkarte unter gleich- zeitiger Vorlegung der Speiseselllarte in der Woche vom Montag, den 7. Juli, vis Sonntag, den 13. Juli ISli» IN Empsang zu nehmen. Di« Margarine ist in dem KleinhanbelsgelchSste in Empfang zu nehmen, in welchem der Verbraucher zum Spelle, ettbezug« eingelragm ist. f(lauber und Schiffer erhalten die Margarine ebenfalls 4. Die»lewhänolcr haben bte von ihnen für die Marga- rme angenommenen Abichnilte getrennt gebündelt, zu- fammen mit den Speiiejettkartenabschnstten am Montag, den 14. Juli 1919, an chren zusländigm Großhändler abzulresern. C. Zuwiderhandlungen gegen diese Vorschriften werden ge- maß Z 35 de: Bekanntmachung vom 20. Juli 1913 (R. G. Bl.«. 755), soiern nicht»ach anderen Vor- jchrtsten schwerere Straten vcrwirlt sind, destraft. Berlm, den 30. Juni 1919. Fettstelle Groft-Verlin(Butter). Mermuth. ssg». Kr. K8ffl Fbu.____ IltiMer Wctllllarbtlter-Nttbli»d. Verwaltungsstelle Berlin N. 54, Linienstraß« 83/85. Ärschästszeit von 9—4 Uhr. Telephon: Amt Norden 185. 1239, 1987, 9714. Sonntag, den 6, Juli 1910, vorm. 10 Uhr Branchen Versammlung her TLickler» Wicklerinnen und Isolierer Verlins und Umgegend In der Aula der Schule Grüuthaler Straße 5. Tagesordnung: 1. Wie regeln wir unsere Lohnverhälinisse ohne blollcktlvvertrag? 2. Branchenangele/lenheitcn und Verschiedenes. In 2lnbetracht der wichtigen Tagesordnung ist das pünktliche Erscheinen aller Kollegen und Kolle innen drinpeud notwendig. Mitgliedsbuch legitimiert. Sonntag, den S. Juli 1919, vorn,. 19 Uhr Vraltchen.Bersamnilung der Schmiede(Krost-Verlins in Bökers Fcstsölen, Wevcrstraße 17. Tagesordnung: 1. Wie stellt sich die Branche zu dem Kanipf der Lotomotivschmiede? 2. Diskussion. 8. Brancheuanoelegenheiten. 4. Ver,ch.ede>ies. Zahlreiches Erscheinen ist unbedingt notwendig. �'tunn! Aohrlegeru. Helfer Achtung: Moiilgg, den 7. Juli 1919, abends 9 Uhr Wnhl-Versamlttjung im Gewcrkschnftshaus, Engclufer 16(Saal 4). Tagesordnung: I. Tie Ardelterräte und deren Aufgaben. 2. Ersatzwahl für den Arbeiterrat unseres Berufes. 3. Verschiedenes. Kollegen! Agitiert für diese wichtige Ver- smnmlung und jorgt für zahlreiches Erscheinen. Tie Ortsverwaltung. In den nachstehenden Speditionen werden sofort Botenfrauen eingestellt: Serlin Girschnar, Sltschiner Straße Y2, Döring, Stemmeystr. 25, Hachebarth, Michaelllrchpl. 2. Potsdam Dotzaucr, Nalfer-Wilhelm-Straß« ZS. Charlottenburg Lorenz, Wallftraße SS. Wllmersöorf Dcneche, Kugustastraße 60. Tempelhof Bartsch, Merdeestraße Zt. Motor' nnd Fahrradschlosserei umständehalber billig zu verk. Zu erfraeen Liebisstr.47. Keller. � Kleine Anzeigen j Verkaufe Reizende SchTafzimmer. Speisezimmer mit Rindlcdersofa, Küche, Ankleideschrank. Versch. cinz., Umbausofa, Chaiselonzue, Bettstelle, eichenes Büfett, Schrerbtisch, Waschtoilette, Trumeau, Teppiche. Federbetten verkauft Teltr, Köpe- nickerStr. 154,4. Etg. Verkauf an Privatleote. Händler verb. Verliehen sreweseue und neue Möbel verkauft billigst Seelig. Lothringer Straße 23 (Schönhauser Tor). Kleiderschränke. Vertikos 65.00,b5.00, 123.00. neue zusammen 300 00. Bettsteilea m. Matratzen 65.00, 85.00. Muschel-, engl. Bettstellen, Sofa. 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Parten des Schlichtung saut schusses Groß-Berll zur Kenntnis, daß Vei handlungen des Schlichtunga ausschusses Groß- Berlin ifl folge des Verkehrsstreiks W auf weiteres nicht stattfindet Die Rechtsauskuniisstell des Schlichtungsausschussd Uroß-Beriin Kann\velterli| in der Zeit von 10 bis 1 Uhi Sonnabends von 10 tus 1' Uh unentgeltlich in Strctigke tei die das Arbei sverhöltivs be treffen, in Ansprncti■'�enonj men werlen.• SchfichfunersausschnO� Croü-: erlin, Berlin N 4. Schlegelstraße J Hclis Belolinung. demlenigen, der unseien an 3. d, Mts, nachmittags 3 Uhr vor dem Haute kitterstr. 7S gestohlenen Fuchs, we'citei an e nem Ocschäilst» ag n gor spannt war. wiederbringt, od ei zur Wiedererlangung veritilft Per Qeschäftswagen ist in det ZeughofstiaOe stehen gelas-ei worden, i eschreibung: Fuchs. Stute, mittelgroB, 6-7iithriE weißen Stern, langen Schwell kurzgeschnittene Mähne, linket Vorderhuf Prandnummer t7S Kltinow& Sühn. Telephon: Lichterfelde 90., ÜPFlnfDTi brnun. Hund. 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Die trauernden Eltern und Brüder Ernst Laatx Elise LaÜtz Erwin La atz Legehühner, Tauben, Enten, Gänse, Kaninchen verkauft Steins Klein ierhandlung, Wiener Stmße 29. Abessmier verkauft oder tauscht gegen Hühner oder Kaninchen. Walther. Lichtenberg, Röderstraße 6a Elektrische Leitungsdrähte, Litzen. Kabel Kauft Schumann, Andreasstraße 78. vorn II, am Schlesischen Bahnhof. Leinölfirnis Standöl. Lacke, Bleiweiß, Schellack usw. kaufen jeden Posten Gebrüder Borowski, Gneisenaustr.5.(Hallesch. Tor) Nollendorf?.170_ Kiavüer oder Flügel, eventuell Harmonium. kauft bchacht- Schneider BudtowerStuiII Spiralbohrer. Schmiergel- leinen kauft laufend Becker, Wilmersdorf, Wcxstr. 25(am Bhf. Wilmersdorf-Friedenau) Pfalab. 7222. Spiralbohrer kauft alle Di/nensionea Zenner, H0I2- markistr. 13, Seitenflügel links, Oesciiäftsr.pit von 2—6(jlir. Spiralbohrer neue, kauft Subr. Bcusaelatr 68. Spiralbohrer, Werkzeuge. nur neue. Motore, Schreibmc- schinen, neue und gebrauchte, kauft laufend Richard Berlin. 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