19!' i Einzelpreis 15 pfg.- S. Jahrgang erscheint morgens und Nachmittage, NN Sonn- und Lesttagen nur morgen». Der Derugspuis beträgt bei freier Zustellung ins �aus für GraßeBerlin oder bei dlrc. em Postbezug ohne Bestellöebübr monntl. z,— IN, bei Zustellung unter Streilbnnd«. Die„-tcibeil" ist in den ersten Ilnchtrng der Postzeitungslist, für M»«ingetr�.»» Rednktion: Berlin NW.«. Schiffbauerdanim»V«A. Aenisprecher: Amt Norden»«SS und»Sva. 5rettag> öen 11.?uli 191* Nummer 326> Menö- Ausgabe )nse?«» b a t h i e deS Kongresses ausgesprochen und der VerbandSauSschuß beauftragt wird, die Modalitäten zu studieren, unter denen der Verband sich der von der confederation generale du trarail für den 21. Juni veranstalteten Kundgebung anschließen kann. Wanifefk gegen die Zlockade. Amsterdam, 10. Juli. Den englischen Blättern vom 8. Juli zusolg« wurde ein Manifest gegen die Blockade veröffentlicht, daS unter anderen die stnterschriftzr von Ph'tipp Snowden, Dr. Marion KhUip«, Dr. Waljh utip Se�ant trägt, In diejem Manifest wird ersilärk: Die Fortse�ung der Blockade durch sieben Monate des Waffenstillstandes hat in der ganzen neutralen Wdlt Verwunderung und Entsetzen erregt, und die fortdauernde Verwendung einer so grausamen Waffe bildet eine unauslöschliche Schande für England, das sich daran beteiligt. Wir appellieren an unsere LandSlcute und an alle diejenigen, denen die Ehre Englands teuer ist, daß die zivilisierte und christliche Welt sich vor allem in dem Bestreben vereinigen möge, die Aushungerung? vafse abzuschaffen. ZriedeUSfmze«. Piiindcntttgen der deutschen Truppen im Weichselgebiet. Pari», 10. Juli. Bei einer Kons««nz am heutigen Nachmittag ersuchte Llemenceau Freiherrn v. LcrSner, die Aufmerksam- keit seiner Regierung auf die Tatsache zu lenkrn, daß die deui- scheu Truppen bei der vertragsmäßigen Räumung des westlichen Weichselus-rS gleichzeitig' Vieh, Hai« und Mobiliar mitnähmen. Die Besetzung des Rheingebiets. London, 10 Juli.(Reuker.) Der Text des Abkommen» zwischen den vereinigten Staaten, Belgien, dem britischen Reich, Frankreich und Deutsch- land über die militärische Besetzung des Rhein g«- biete S ist heute als Weißbuch veröffentlicht worden. Das me ffchechische kaMett. Prag, 10. Juli. DaS neuernannte Kabinett setzt sich folgendermaßen zu- sainmen: Ministerpräsident Tusar, Minister de» In- nern Soehle, Minister de» Aeußern Benes, Finanzminister Horacck, Handelswinister Heidler(Nationalsozialist), Minister der öffentlichen Arbeiten Hamp(Sozialdemokrat). Ernährung»- minister Homdck(Slowake), Eisenbahnminister Stribray(Natts- nalsozialist), Ackerbauministcr Prasek(Agrarier), Minister für Gesundheitspflege und für die Slowakei Srobar, Minister für soziale Fürsorge Winter(Sozialdemokrat). Justizminister Wesely (Nationalsozialist), Unterrichtsminister Habermann(Sozialdemo- krat), Minister für nationale Verteidigung Klofac(National- sozialist), Minister für Post und Telegraphen Stanek(Agrarier). # MruWen. Der„Vorwärts" als Sittenrichter. Der„Voittvhts" morfj! lvieoer. einmal in sittlicher friit- rüstung. In ferner heutigen Morgenaudgal� gibt er fol- gendes Zleiegramin au» VuSapest wieder: Bon dem Standarrievl wurden von We M-Xfe.,» da« gegen» revolutionären Pvliiücs vom t«?. Inn- Angcsiagten 1 1 zum Tode durcb Ecidueße». einer zu de«! Jahren schweren Kerker verurieili. flu Zwangsarbeit wurden verurteilt' 0 l c b e n'S l ä n g l i ck. 8 zu 15 Jahren, 10 zu 10 Jahren. 0 zu 5 Jahren, 5 zu 3 Jahren, 0 zu 2 Jahren, einer zu anderthalb Jahren. Wenn diese Nachricht zutreffend ist, und keine der siciusigen Schcuiernochrichtcn darstellt, verdient sie sclbslver- ständlich V e r ii r t e i l ii n ss. Wir haben nie ein Hehl daraus gemacht, daß wir jeder Art Terror— möge er von rechts oder links ausgehen— entschieden verurteilen. Auch in dem vorliegenden Falle, wo es sich um die Ab- urteilung der Führer eineZ gegenrevolutionärcn Putsches handelt, verurteilen wir die Tat'ache der Anwendung der Todesstrafe durch eine revolutionäre, sozialistische Regierung. � Der„Vorwärts" jedoch übt. elende Heiickelei, wenn er über die Standgericht?„np Hinrichtungen m Ungarn zetert, denn er und sein? Partei sind W stärkst? Bollwerk der Blntjusti; und des Terrorb-n d-r röctusi- schen Nepublik. In seiner heutigen Auslastuna stb-eibt«r „Ailßergeu'öln, liehe Umstände zwinne» rbrn mitunter zv außergewöhnlichen, auch unersreulichen Masinahinen." Z>,» bedeutet in dem angegebenen Znsammenhange, daß der Vorwärts" selbst das Bestehen einer B l u t j u st i», die er schamhaft als„unerfreuliche Mahnahme" bezeichnet, zugibt. Er plädiert aber, unter Hinweis auf Ungarn, auf mildernde Umstände für feinen NoSke. Diese mildern- den Umstände wird ihm die deutsch« NUch.-sterklasse niemals zubilligen, Ter Wiederausba«. Die deutschen Arbeiter in Nordfrankveich und Belgiens Uns wird gsschriebenl Große Gebiete Frankreichs und Belgiens find durch kriegerische Maßnahmen verwüstet worden. Die Verheerung beginnt bei den Feldern, die bis in die Tiefe aufgewühlt sind und die wieder neu kultiviert werden müssen. Die Ver» nichtung des Bodenwertes sowie die Vernichtung von Boderr, Produkten wird von Frankreich auf 5 Milliarden 839 Mik lionen Frank veranschlagt. Gewaltig ist auch die Zer» störung der W a l d u n g e n: sie wird in Frankreich auf etwa 1660 Millionen Frank geschätzt. Am umfangreichsten ist jedoch der Schaden, der durch Zerstörung der Häuser und durch Vernichtung der Industrie hervorgerufen worden ist. Die Zahl der zerstörten und schwer beschädigten Gebäude soll in Frankreich etwa 410 000 betragen und in Belgien etwa 100 000. Fast alle Fabriken und Bergwerke wurden durch die Wegräumung aller brauchbaren Teile durch die deutsche Heeresverwaltung lahmgelegt. Die Gesamt» kosten des Wiederaufbaues dürften über 100 Milliarderi Mark ausmachen.- Zum Wiederaufbau der zerstörten Gebiete haben Frani� reich und Belgien schon umfassende organisatorische Maß» nahmen getroffen. Die den beiden Ländern zur Verfügung stehenden Arbeitskräfte würden jedoch zu einem Wieder». aufbau— nach eigenen Erklärungen— über 20 Jahr« brauchen. Zur Beschleunigung des Wiederaufbaues werden» Frankreich und Belgien daher unbedingt fremde Arbeits» kräfte in Anspruch nehmen müssen. Da Deutschland sich zur Wiederherstellung oder zur Ersatzleistung aller Schäden ver» Pflichtet hat und kaum in der Lage sein dürfte, die Schäden bar zu bezahlen, hat sich die deutsche Regierung bereit er>z klärt, deutsche Arbeiter für den Wiederaufbau zu stellen. ES kämen voraussichtlich mehrere hunderttausend deutsche Ar» beiter in Betracht, die zu diesem Zwecke nach Belgien uttkü Franreich reisen müßten- Da eS in den Kapitalisteilkreisen bekannt ist, um welch« ungeheure Beträge es sich bei dem Wiederaufbau handelt, drängen sich die deutschen Kapitalisten schon wie die Haifische um den fetten Milliardenbraten, um für sich möglichst große Bissen wegzuschnappen. Wenn die Wünsche bei Kapital? in Erfüllung gehen sollten, so würde die AiiS» beutung der Arbeiterklasse nur noch vermehrt werden. AuS diesem Empfinden heraus wurde aus dem Nürnberger Gewerk schaftskongresi beschlossen, grundsätzlich da- gegen Stellung zu nehmen: Tost(Berlin) begründete den Antra«, wonach das beutiche Volk eine Beteiligung der Kavitalisten am Wiederaufbau unbedingt ablehnen müsse. Rui unter der Voraussetzung, daß der Wiederaufbau auf sozialisti'ri-er Grundlage erfolge, würden sich die deutschen Arbeiter bcrciifinden nach Nordfrankreich und Belgien zu geben. Dieser Antrag wurde einstimmig angenommen. Auf der durch diesen Veichluß geschaifenen Grundlage für die Beteiligung der deutschen Arbeirerickiast beim Wiederaufbau ailr es weiierznbauen: denn nur unter einer solchen Vor«»ssetziina ist die deutsche Arbeiterschaft davon über» zeugt. ch>h sie angrmestrne Garantien für ein menschen- würdige« Dasein in volitischer, materieller, kultureller und hygienischer Hinsicht erhält. Natürlich wird daS weitgehendste Kontrolk- und Mitbestimmungsrecht der Arbeiterschaft bei den sozialvolitischen Einrichtungen zugunsten der Arbeiter sowie auch bei der Verwaltung des deutschen Wiederaufbaues ev, forderlich sein. .In sozialpolitischer Hinsicht ist als Forderung m er stet Linie zu erheben,.daß die Arbeiter sich ausschließlich der deutschen Regierung durch freie Arbeitsverträge untep dauernder Mitwirkung ihrer Vertretungen verpflichten, Dw«ubeter-nüss-n ferver aller Rechte teilhaftig bleiben� dt« jeder Bürger hex* witschen Republik genießt, in?« dfionLcic X4 KvalilianS-, Versammlungs- und Streik- Die«rtzeirerichittzhestimmun�en und die sozialen (tz«s?»e der deiischen Rrf-ablit. insbeiondere auch die deute sefien Versicherung tzge-etze. mützlen in dem Wiederausbau- gebiet Geltung haben. Die Anwerbung und der Transport der Arbeiter mühte durch eine staatliche Vermittlung«, zentrale erfolgen, die sich der kommunalen Arbeitsnachweis« zu bedienen hätte. Die Leitung der Anwerbung sowie deS Transportes der Arbeiter nach Frankreich und Belgien hätte durch aus der MiU« dep Arbeiterschaft! sechst M K?YMwe wewreret p Weisen, ffioKei iynen teWMe Ts- Hufen zuzuordnen wären. Ul? Maxi malarbeitstag wäre allgemein der Achtstundentag zu fordern. Schwieriger ist die Frage, was als Mindestforderung für den normalen Stunden- ko b n der Arbeiter, sowie für die besondere Vergütung bei Äebcrstunden, Nacht- und Sonntagsarbeit angesehen werden muß und welche Lohnzahlung sich empfiehlt, ob insbeson- dere den Arbeitern außer dem bar zu zahlenden Lohn freie Wohnung, freie Arbeitskleidung und die Verpflegung ge- währt werden soll. Sodann muß auch eine Verständigung über den Anspruch auf Heimatsurlaub erzielt werden; iie Arbeuter, insbesondere die Verheirateten unter ihnen. müssen mehrmals im Jahre Gelegenheit haben, nach Deutschland zuriickzilkehren. Besondere Beachtung verdient so- »ann die Mindestforderung über die auf die Arbeiter anzu- »endende Gerichtsbarkeit. Für alle Zivilstreitigkeiten wird man die fremde Gerichtsbarkeit ausschließen können. Die Entscheidung für Streitigkeiten der Arbeiter untereinander sowie für Streitigkeiten aus dem Arbeitsverhältnis dürfte einer Schlichtungsstelle zu übertragen sein, deren Beisitzer aus der Mitte der Arbeiter gewählt werden. Gegen die Ent- scheidung der Schlichtungsstelle könnte ein Rekurs an ein deutsches Gericht vielleicht erwägenswert sein- Bei der Strafgerichtsbarkeit wären bei geringeren Delikten mit Frankreich und Belgien Vereinbarungen zu treffen. Zur Erhaltung der Disziplin dürften Straflcgder, Ver- Warnung mit Ausschluß von der Fortsetzung der Arbeit in Frankreich und der Ausschluß von der Arbeit als geeignete Mittel erscheinen. Die Kontrolle der Strafen und die letzte Entscheidung darüber müßte aber der Arbeiterschaft selbst vorbehalten bleiben. Selbstverständlich ist, daß den Arbeitern günstige Schlaf- und Wohnräume sowie Einrichtungen, die für eine behag- stehe und gesunde Lebensführung erforderlich sind, zur Ver- fugnng gestellt werden. Auch wird den Arbeitern freie ärztliche Hilfe zu gewähren fein, wobei durch Kontrolleinrich- tungen der Arbeitsvertretung eine Behandlung, wie sie früher in militärischen Krankenhäusern oder Lazaretten an der Tagesordnung war, unbedingt vermieden werden muß. Ebenso selbstverständlich ist, daß den geistigen Ansprüchen der Arbeiter durch Mittel, die sie mit der Heimat in dauern- der Verbindung halten, Rechnung getragen werden muß. Nur wenn Mindestforderungen der Arbeiterschaft, diese aber restlos erfüllt werden, wird die deutsche Regie- rung imstande sein, die erforderliche Anzahl von Arbeitern zu bekommen. Durch den Wiederaufbau könnte dann auch ein Werk geschaffen werden, das geeignet wäre, zur Ver- söhmmg der Völker beizutragen. RechlsWaliftischer Vri!>ztz!e«Nermk. Lerewiglmg der Militärjustiz.— Preisgabe der Wahl der Richter durch das Volk. Der gestrige Beschluß der Nationalversammlung in der Frage der Militärgerichtsbarkeit, durch welchen bestimmt wurde, daß die Militärgerichtsbarkeit außer für KriegSzeiten und für die Verhältnisse an Bord aufzuheben seien, daß ' aber die näheren Maßregeln erst durch ein zukünftiges Neichsgesetz zu treffen seien, bedeutet in Wirklichkeit eine "Verewigung dieser Blutjustiz und eine Ver- schiebung ihrer Abschaffung auf den Nimmerleinstag. „Mutig" stellten zuerst die Rechtssozialisten den einzig mög- stchen Antrag, die Militärgerichtsbarkeit kurzerhand für aufgehoben zu erklären. Die Erklärungen N o? k e S, mit denen er diesen Antrag bekämpfte, stellen ein Gemisch bon UnWahrhaftigkeit und antisozialistischer Gesinnung dar, wie sie alles Maß übertrifft. Seit Monaten wird ununterbrochen die Aufhebung der Militärjustiz gefordert. Seit Monaten war vorauZzu- sehen, daß dieser Antrag in der Nationalversammlung bei der Beratung der Verfassungsfragen gestellt werden würde. Und mm hat NoSke die S t i r n, zu behaupten, eS fei eine glatte Unmöglichkeit, die Militärgerichtsbarkeit innerhalb acht Tagen aufzuheben und die schwebenden Fälle an die ZivilgerWke zu überweisen. Es ist ein« un erhörte Pflicht- Vergessenheit des Reichswehrministers, daß er die erforder- lichen Vorarbeiten nicht schon längst getroffen hat. Aber abgesehen davon, ist es unwahr und entspricht ganz dem Stile der Erklärungen der ehemaligen kaiserlichen Regie- rungsvertreter, wenn erklärt wird, eine sofortige Aufhebung )ci unmöglich. Wo ein Wille ist. da ist auch ein Weg. Dieser Wille aber fehlt Noske. Er beugt sich gehorsam der Diktatur des Militarismus, der er wieder zum Leben ver- Holsen hat. Genau so gehorsam aber sind auch seine Partei- freunde, die auf seine Rede hin sofort ihren Antrag zurück- zogen. Die Militärjustiz ist mit dem gestrigen Beschlüsse der Nationalversammlung für die Zeit der Herrschast der jetzigen Regierung verewigt worden. Auf derselben Tiefe der Gesinnungslosigkeit bewegte sich die rechtssozialistische Partei bei der Besprechung der R i ch- terfragen. Der Vertreter dieser Partei, Abgeordneter Katzen st ein, sprach sich im Namen seiner Fraktion gegen den Antrag der unabhängigen So- zialdemokratie auf Wahl der Richter durch das Volk an- Dementsprechend st i m m te auch die Partei den Antrags glatt nieder. Die rechtssozialistische Partei hat damit das Erfurter Programm, das ausdrücklich die Wahl der Richter durch das Volk verlangt, verraten. Noch ein Schritt weiter ans der Bahn der Preisgabe und des Verrats der Grundsätze und Forderungen der Sozial- demokratie. liechlssoziLlisten und Cenkrum im Reich und in Rechen. Die NechtSsozialisten in Weimar unterscheiden sich in ihrem Verhältnis zum Zentrum von ihren Parteifreunden in der preußischen Landesversammlung, allerdings nicht zu ihrem Vor- teil. Während in Weimar Herr Heinrich Schulz dem in Sachen von Religionsfragen verschnupften Zentrum alles Entgegenkommen bot und alles erfüllte, was diese reaktionäre Ge- sellschast forderte, weisen die Rechtssozialisten in der preußischen Landesversammlung einen derartigen Kuhhandel denn doch ab, obwohl ZentrumSvertrecer aus Preußen nach Weimar gefahren waren, um dort den Vertretern der preußischen Regierung gehörig einzuheizen. Am Mittwoch machten die Zentrumsredner in der preußischen LandcSversammlung in recht unverschämter Weise einen kräftigen Vorstoß gegen alle diejenigen, die bereit waren, die Geistlichen als geborene Vertreter in den Schulkommissionen nicht mehr anzuerkennen, und sie drohten mit dem Hinweis auf die rheinische Republik. Der Gesetzentwurf ging an den ver- stärkten UnterrichtsauSschuß. Am Mittwoch abend trat dieser Ausschuß zusammon zur Beratung deS Gesetzentwurfs über du» Aufhebung der geistlichen OrtSschulaufficht. Auch gegen diese Regierungsvorlage wendete sich das Zentrum, das schon durch seine Vertreter in Weimar die Zurückziehung gefordert hatte. Mittwoch abend machte die Mehrheit des Ausschusses dem fortgesetzten Verschs-eppungsmanölver der ZentrumSmitglwder«n Ende. Sämtliche JentrumSanträge wurden glatt abgelehnt, die Regierungsvorlage wurde angenommen Die Rechtssozialisten in der preußischen LanideSversanrmlung scheinen sich gegen das Zentrum weniger entgegenkommend zu zeigen als ihre Partei- fw-unde in Weimar. -SchsuSs. Zu der Entscheidung des NeichSmibtärgerichjs über die Be- schwerd« von Dr. Ernst Metze r ßegen den Schutzhaftbesehl nrird uns noch geschrieben? Ernst Meyer führte in längeren Darlegungen bor dem Reichsmilitärgericht ans. daß seine Partei immer wieder vor be- waffruten Demonstrationen Putschen u'w gewarnt habe. Auf dem Gründungsparteitage Ende Dezember v. I. habe Rosa Luxemburg bei der Le< u' l e t a r i a t S" ein politisches System der Herrschaft der Melitf' bedeute und keineswegs die Gewaltherrschaft c-ny Mehrheit.'Tas wesenllichste Merkmal der Diktatur letariats sei die Vereinigung der zesetzgebendeu und voll-i Gewalt durch den Ausbau de? Räte'ystemS. Das ReichZmilitärgericht faßte die bereits in der-5- wiedergegebene, unerhörte Entscheidung. Daß die Ford.-"'st1 der K. P. D-»n u r" mit Gewalt zu verwirklichen seien,«sstj der Inhalt dieser Forderungen, und zum Beweise dafür i'-M1 das Gericht u. a. aus den nächsten wirtschaftlichen Forderung des Programms folgenden Abschnitt III, Punkt 5,„ft o n s' 3 1 e' tion aller Vermögen von einer bestimmten Höhe an, � durch den Zeniralrat festzusetzen ist". Di ei« Begrund-zna risiert besser als jeder Kommentar die reaktionäre Aussassunz � ReichSmiliiärgerichtS. Dr. Meyer ist wegen seines Lungenleidens Mitte Huni � haftunfähig erklärt worden, nachdem der Gefängni?aczt � reits Anfang Mai die Ueberführung in ein Sanatorium Mg wartet hatte. Dem Antrage des Arztes ist bis heute nrä- c» stattgegeben worden. Das Oberkommando macht vielmehr% Versuch, durch Hinzuziehung von Militärärzten dak Kms des Gefängnisarztes von neuem zu„prüfen". Da Meyer#' Person ist und er au? eigener Erfahrung im Januar und 3� die Bedrohungen und Mißhandlungen in militärisch„beausiial" ten" Anstalten kennt, hat er auch die Unterbrnigung in rischen Krankenhäusern abgelehnt. Der Gefängnisarzt hwte- reits Anfang Mai die Unterbringung MeyerS in einem torium befürwortet; inzwischen ist die vom Arzt vorausgcD. Verschlimmerung deS Gesundheitszustandes und Hemunfäh# eingetreten. W Will das Oberkommando etwa auf einem andern W'gs dsj Erfolg erreichen, der den B- avoS deS Herrn Anton Fischer" Januar dank dem Widerstände der Soldaten versagt bkreb�» Die Vorgange w Hanvooer. Zu den Vorrängen in Hannover erfahren wt«eck der kommandierende General bereits am Vormittag des 7-«JJ den Pressevertretern gegenüber di« Drohung zum AuSdru-t� bracht hat, bei dem geringsten Anlaß die bereitstehenden TruFj in die Stadt einziehen zu lassen. Tatsächlich ist aber geringste vorgekommen, der in Ruhe verlaufene Eisenbah"' streik war beim Einmarsch der Truppen bereits beendet.„i Als am Abend des 7. Juli friedlich debattierende und Bürger vor dem Hauptbahnhof standen, besetzt« eine s�J angekommene Abteilung der Reichswehrtruppen den Platz ,, dem Gebäude. Ohne vorherige Warnung oder Ä", forderung zum Auseinandergehen tvurd Schüsse in die Menschenmassen hinein.«öS geben. Eine größere Anzahl Personen w"* verletzt. Soweit bis jetzt festgestellt wurde, blieben i"L Mä n n e r und eine Frau tot auf lzem Platz. Da? sj achtjährige Kind der erschossenen Frau wurde?, einen K o l b e n sch l a g in den Rücken schwer verv». d e t. Ein IZj ähriges Mädchen erlitt ebensoll? Kolbenschläge schwere Kopfverletzungen. Erst' diesem Vorgehen der Truppen drang die erbitterte Menge,'*£ Oer Warnung deS Genossen Bartels, in die Gefängnisse 1, um die politischen Gefangenen zu befreien. Auch bei dieser legenheit wurde von den Truppen auf das unbewaffnete$*5 kum geschossen. Die Zahl der Verletzten ist noch nicht fcWjt Die Schießerei der Reichswehrtruppen dauerte die ganze?!< Mittwoch de?& � Passanten wurden wahllos verhaftet. Am wurde das unabhängige„Volksrecht" verboten. Der New» Ba r t e l s wurde aufgefordert, in das Polizeipräsidium � kommen, angeblick um dort Einsicht in das schriftliche"j xu nehmen. Er wuvde dort gleich in Schutzhaft behalt Keine EntschuldungSstlMinen für die Beamten. W'-< � W. T. B. von zuständiger Stelle ersöhrt, ist die Nachricht, da» � Beamten im Sevtember eine neue E n t s ch u l d u n g Z s u gezahlt werden soll, unzutreffend. Die Regierung vielmehr, daß sie die Notlage durch wirksame Maßnahmen Verbilligung der Lebensmittel bchcTien ?lus der SchuWfl des Kommunisten. Unser Jckstum ist ein WillenSo.cker, Ist ein tiefes„sich in alles fügen". Ungemach muß harte Schollen pflügen, Wahrheit schafft als froher Furchenhacker. Trag in dir ein köstliches Genügen Auch im Leid! Wirf in den Schaufelbagger Wirrer Not die Schwäche', tatenwacker Schöpfe du und trink aus vollen Krügen? Wenn nicht Wolken wettern. Winde wüten, Blitz und Donner schrecken, Regen rinnt,- Wie magst du der Seele Wachstum hüten? Freudig dulden erntet Glück und steinnt Still de? Friedens wunderblaue Blüte. Und die Sonn« sagt zu dir: Mein Kind! Hanns Bruno Herfurth. Consucius. Amt zu derselben Zeit, da in dem Versailler Trubel fast un- bemerkt, die Vertreter Chinas sich weigerten, einen Frieden?- vertrag zu unterschreiben, der ihrem Lande die Schantungh-alb- insel. und damit da? Geburtsland ihre? Weisen Khung-the »der laleinisiert. wie wir ihn nennen. ConfuciuS. raubt, da sprach Karl August W i t t f o g e l in der Reihe seiner ch i n e s i. f ch e n Abende in der Berliner Sezession über die Ideen- weit dieses asiatischen Kulturträgers. Mit feinem melodischen Organ gab Witt-ogel in der Rezitierung der Lehrgespräch, zwi- fchen Confueius und seinen Schülern dle ergreifende Plastik einer MOO Jahre allen grundciütigen M cu schon myftik. In einer Zeit, da in Germaniemi Gauen nur Schlachtenklang und Bardensang «ttvas galt, da predigte in China der„Weise von Lu" einer bh- geisterten Jüngerschar die reine Menschengüte und Menschenliebe. --- Ein Mensch ohne Menschenliebe, was Hilst ihm die Form, em Mensch ohne Menschenliebe, was HM ihm die Musik l. so Urach der Meister. Wittfogel ocllas'te die unreife Erkenntnis so vieler China- k e n n e r, wie sie sich selber nennen, China forscher, wie sie höchstens genannt werden dürften, die den großen Kbung«ine Mittelmäßigkeit nennen. Der Mann, der noch heute den einzigen entscheidenden Einfluß auf das ganze chinesische Volk ausübt, er war allerdings nicht das, was jene Europäer groß nennen möcien, er war kein Staatsmann, er war anch kein ReligionZstifter und kein Philirsw r der au? eigenem schuf. Aber er bracht« feinem Land das Edle, cr brachte ihm die Liebe und die G ü t e. Er lehrte di» 3 reue gegen sich selbst und die Gü. iglest gegen dir anderen. Gut sein zu den' Guten und ebenso gut sein zu den Nichiauben, daS war seine Lehre. E:n vollbesetzter Saal, in dem viel junze deutsche Kunst zu seh-« war. dankte dem Vortragenden mit starkem B- stall. „Dcc Hias". Kinder, das alte Deutschland lebt noch. War'S n cht glaubt, zahlt einen Taler und geht ins Friedrich-Wilhelmftädtische Theater, allwo der„Sias" noch immer fein feldgraues Spiel treibt. Dieser„HiaS" paßt in den Frieden, wie der NoShe in die Revolution. Fehlt nur noch„Vadding in Frankreich". Oder der unsterbliche Michel. Gost segne ihn.(Himmel, hast du keine Flinte....) * ES ist alles noch da. Statt der im Kriege zwangsweise hin- geführten Soltzaten und Lazarettkranken(die so zum Durchhalten gestärkt werden sollten) blicken jetzt Freiwillige der ReuhSw-hr und Garde-Schützen-Division auf dieses verblichene Theaterspiel. Oder auch Kriegsbeschädigte, sofern sie nicht an den Straßenecken bis in die Nacht mit Streichhölzern, Zigaretten und anderen Kost- barketten handeln oder den Leierkasten drehen, um ihr erbar- mnngSloS verkrüppeltes Leben zu fristen. Auf der Bühno— erinnert euch— da sieht man im„HiaS" die Z iten wieder, wo da»„unbesiegliche" Teutschland noch anderen Lohn versprach. Wo man sich mit den Herren Leutnant? in französischen Schlössern mausig machte(und sich noch nichts von den Versaille-r Aus- lieferungSbestimmungen träumen ließ). * Nun ist alles dahin. Mit dem KriegSraufch verflog der Glanz und die Glorie. Na, die Spielleitung hat alle Hände voll zu tun, die überpatriotischeN Speckknödel auszuräumen, Falschheit, Feig- heit und Tücke aus sranzösucher Se te und die baimvarische 0",. stimmung der anderen nach Möglichkeit zu dämpfen. Aus geburtslag wird mir nichts dir nichts ein Krmpagniefest- if; Filmeinlagen, Tiroler Schuhplattlertänzen, Hundedv.ssur M komischen Boxkämpfen wird das Publikum zwischendurch anuch, Wem die Eirrtopfgericktte in Äase-no und Volksküche den gestärkt haben, der verdaut viel, selbst dieses Gemengsel der"*3 nalen SieaeSstimmung, Kirmes und— internationalen nungSgelübde(nach der Niederlage), womit das Spiel in notwendiger Umwandlung heute auZklingt. Noch versöhne"� aber wäre eS, wenn der betriebsame Herr Gilardone sein K gutgemeintes Theat erunternehm en von allen feldgrauen resten endlich ganz befreit« und in den Dienst der Aufkl�. oder Kunst stellt.((An Kräften scheint tS ihm nicht zu W' F.. i> Die einzige SLjährige 7% des großen russischen Dichter? Fedor Dostojewski, Ljuba � DistojewSklS Tochter in Not. iU jewski. lebt s-it Beginn de? Krieges in einem Schweizer-lbotcl� ist in Not geraten. Sie arbeitet an einer umfangreichen BiogrwJ ihres Vaters, und wurde bisher von Landeleuten utxterPJ Ljuba Dostojewski hat sich an den tschechischen Schriftsteller� � in Prag gewandt, mit dem Ersuchen um Unterstützung, Verein„May" leitet für die Tochter des Dichters der Karamasor' eine öffentliche Sammlung ein. Aufruf an erwerbslose Künstler! Die Arbeiter-lss'.-tW stellung der„Genossenschaft sozialistischer l e r" in der Baugewerlschule, Berlin, Kurfü.sienstr. 141, sck� am 12. Juli in diesen Räumen, um von dort ix einen Bezirk Groß-BerlinS weitergeführt zu werden. gramm, auf dem Wege der Selbsthilfe den Künstlern vor� gehen, richtet die G. f. K. an all« erwerbslosen Künstler dir* � forderung, sich an den Wanderausstellungen der Genossenschlss beteiligen. ES soll damit bezweckt werden, daß den erwerbs� Künstlern in ihrem derzeitig-n wurzellosen Dasein neben dei � diensimöglichheit auch die Freude an ihrer Arbeit erhalten Die Beteiligung geschieht lostenloS. Ein selbstgewählter Au?? � der erwerbslosen Künstler soll in Gemeinschaft mit den Cb�J der G. s. K. über die Qualität der auszustellenden Werk« J scheiden. Gute und brauchbare Kunstblätter sollen im durch die ß. st K. aufgelegt werden. Erwerbslose Künßlex lp" ZSKWZ'KMN. Das wahre Gesicht des„Berliner Tageblatts". Vom Genossen Benno Marx wird uns geschrieben: In der Freitag-Aöend-Nummer des„Berliner Tageblatt?" ist ein Artikel„Tie Sdazieränger" erschienen, der sich mit der Fluch: meines Freundes Emonts und mit meiner Person in' e:ntr mehr alz merkwürdigen Weise befasst. Das„B. T.", daS sich sonst in der Hüterrolle anständiger journalistischer Ge- pslogcnheiten gesällt, bringt eS fertig� aus der Rolle des demo- Jcalifchcn Biedermannes herauszufallen, unü mich der Staats- «nwaltschast wegen Begünstigung der Flucht von Emonts zu denunzieren. Wenn dabei der Mann, dessen Feder diese de» zeichnende Blüte journalistischen AnstandcS entstammt, von tzmrfen, dasi nach dem Friedensschluß ferne nmien Konstlkts. stoffe gescha,fen werden dürften. Hier sieht das„B. T." mit wahrhaft demokratischer Absicht an der Tatsache vorbei, das; Emonts Agitation, die im November 1918 begann, bereits monatelang zurückliegt, also mit dem Friedensschluß gar nichts zu tun hat. Mit persönlichen Ausfällen gegen Emonts schließt endlich der Artikel. ES fällt nicht schwer, die Triebfeder dieses scheinbar sonder- baren Verhaltens des„B. T." aufzuzeigen. TaS Kapitalisten- blatt, das sonst seine arbeitnehmerfeindlichen Tendenzen geschickt zu maskieren versteht, hat jedenfalls auf einen Wink von inter- essierter Seite seine Karten doch etwas zu weit aufgedeckt. Mit welchem Recht wird Emonts verfolgt, dem man nichts weiter vorhalten kann, alS die revolutionäre Propaganda unter den fremden Truppen? Seit wann ist es üblich, daß ein Staat Emonts sagt,, er sei nach seiner Rede im LehrervereinShause 11 J™. wieder in das Tuntel verschwunden,„das für Emonts Persönlich iüt sich eignet", so ist das einem Manne gegenüber, dem nichts anderes nachgesagt weiden kann, als daß er unter Einsetzung seines lllebcns revolutionäre Propaganda unter den fremdlän- tischen Besatzungstruppen getrieben hat, eine unglaubliche Schmutzerei. Der betreffende Zeitungsschmock gehört unzweifel- Haft zu denjenigen Elementen, die für das Wohl Des Landes stets nur mit dem Munde eingetreten sind, deren Vaterlands- liebe aber sich im Augenblicke persönlichen Einstehens, des Handelns und der Tat, in feuchte Hosenböden verwandelt. Aber vom sicheren Port aus lieblich« Denunziatiönvhen an den Mann zu bringen und den politischen Gegner in jeder geeignet erscheinenden Weise zu beschmutzen, dieses Handwerk liegt solcher Menschengattung ausgezeichnet. Mir persönlich war von dem Auftreten von EmontS in jener Versammlung nichts bekannt. Ich war vielmehr von dessen Plötz- lichem Erscheinen— das ich übrigens für durchaus unklug halte — genau so überrascht wie die übrigen Versammlungsteilnehmer. Ich weiß weder, wie Emonts in die Versammlung hinein-, noch wie er hinausgekommen ist und habe deshalb auch gar nicht an- genommen, daß meine Verhafiung wegen geleisteter Beihilfe zur Flucht erfolgt sein könnte. In dieser Annahme habe ich mich auch nicht getäuscht; denn wie sich nachher bei meiner Vernehmung in Moabit herausstellte, halten es die Beauftragten des Garde- Kavallerie-Schiitzen-Korps lediglich auf meine Aktenmappe abge- sehen, in der sie das von mir der Versammlung bekanntgegebene Telegramm, daß Emonts Braut, die bis dahin von den Eng- ländern verhastet und im Siegburger Zuchthaus saß, nach zwölf- tägiger Verhandlung freigesprochen worden sei und sonstiges auf Emonts bezügllches Material vermuteten. Jedoch ohne Erfolg. Und nun kommt daS„Berliner Tageblatt" und macht die Staatsanwaltschaft scharf. Zunächst beginnt es mit der dollständig aus den Fingern gesogenen Behauptung, daß während der Rede Emonts der Saal gesperrt worden sei. Dann, fährt das demokratische Biedermannsblatt fort, fei es durchaus begreiflich, wenn die Behörden keine Neigung hätten, sich an- dauernd hinters Licht führen zu lassen. Schließlich beginnt daS .B. T" zu zeigen, oaß es nicht nur scharfzumachen und zu lügen, sondern auch mit außerordentlicher Virtuosität zu fälschen versteht. ES fälscht nämlich meine in den gestrigen Morgen- blättern veröffentlichte Erllärung, in der ich gegen die Be- hauptung der Staatsanwaltschaft, der vor dem SU. Juni gegen mich angeblich ergangene Haftbefehl sei nicht„auf meine sozialen Bestrebungen, sondern auf eine private Angelegenheit! zurückzuführen", mit aller Entschiedenheit protestierte, in ihr' Gegenteil um, so daß also der uneingeweihte Leser annehmen muß, ich selber habe erklärt, der Haftbefehl sei auf eine «private Angelegenheit"(vieüeicht Stehlen silberner Löffel usw.) zurückzuführen Dann meint das„B T." mit einem Schein von Sachlichkeit, hinter der aber der Pferdefuß der Hinterhältig- keit allzu deutlich hervortritt:„Die öffentlichen Angelegenheiten des Herrn Marx. seine Agitation, halten wir für sehr schädlich, seine privaten Angelegenheiten kennen. wir nicht und sie interessiec-n uns einstweilen auch nicht", um dann mit der Bemerkung:„Tatsache bleibt, daß EmontS nun, mit oder ohne Hilfe des Herrn Marx, aber doch jdenfalls dank dem Bei stände, den die Leiter der Bankbeamien- Versammlung ihm geleistet haben, weitere spazieren geht", sein schärjstes Denunziantengift zu ver� spriken. Dann wird die U. S. P. D. als Zeugin dafür am gegenüber des Hochverrats schuldig gemacht haben, im Inter esse und zum Nutzen des eigenen Landes, angeklagt und verfolgt? Dieser Verhaftungsgrund war also nur Staffage, denn die StaatSanlvaltschaft war und ist nicht in der Lage, weiteres Material gegen Emonts zu veröffentlichen. Der wahre Grund seiner Verhaftung und der mir zngedach- ten Fürsorge schält sich jetzt für jeden, der die verschiedenen Presse- Meldungen der Staatsanwaltschaft kennt, mit Klarheit heraus: Man wollte den zum 1. Juli erwarteten Generalstreik im Bank- i gewerbe verhindern, indem man die gewerkschaftliche Organisation ! zweier ihrer Führer beraubte. I Und nachdem jetzt die Bankbeamtenschaft, der zunächst der Schreck in die Glieder gefahren war, zu der Erkenntnis kommt, in ein wahres Lügengewebe hineingeraten zu sein, als dessen I Urheber im letzten Grunde die dickschädligen, unsozialen Bank- direkioren verantwortlich zeichnen, bekommt e» diese ganze kapita- listische Gesellschaft, deren Prasserei und Völlerei auf Kosten der 1 darbenden Angestellten wahre Orgien feiert, mit der Angst zu tun vor der Saat, die sie in den Tagen seit dem 30. Juni gesät hat: dshakb müssen die letzten Reserven in den Kampf geworfen, des- halb muß sogar die scheinheilige demokratische MaSke des„B. T." als letzter Trumpf im Spiel zurückgestreift werden. EmontS und Marx müssen unschädlich gemacht werden, ganz gleich auf welche Art, dann schaffen wir es, wir Zyniker im Dank- gewerbe! So glauben sie. Aber sie werden sich täuschen. Mag man der vorwärtsstrebenden Bankbeamtenschaft die Führer neh- men: es wird nichts nutzen I Neue Kämpfer treten vor, die Masse marschiert! Und sie wird zum Ziel gelangen, allen Machen- schasten zum Trotz! Die nächsten Monate werden es zeigen. tandecvetsmmlW?. AnttLge zum Etat des Innern. Die Sitzung am Donnerstag wurde fast völlig von den Be- Gründungen der zum Etat des Innern gestellten Anträge aus- gefüllt. Ausgerechnet die Deutschnationale Volkspartei, die Nutz- nießer der Lankratspresse, der Kreisblätter usw., diejenigen Leute, die zur Unlcrstützung des Kriegs die ungeheure Verschwcn- dung von Geld und Papier zu Propagandazwecken gebilligt haben, wandten sich in einem Antrag gegen die Verwendung von Staats- gcldern zu Parteipropaganda. Die Antragsteller erregten oft un. getrübte Heiterkeit, gefördert durch den glücklichen Sarkasmus des Genossen Ad. Hoffmann. Genosse Mehrhof begründete unseren wiederholt ge- stellten Antrag aus Aufhebung des Belagerungszustandes. Die Verhängung des Belagerungszustandes habe überall erst Be- unruhigung herbolgerufen. Man solle die Ursachen der Erbitte- rung beseitigen, indem man den Lebensmittelfälschern und Schleichhändlern mit ebensolcher Energie auf die Finger klopfe, die man der von äußerster Not erregten Bevölkerung entgegen- setze. Ucber das provozierende Vorgehen von RegicrungStruppen führte der Redner als typisches Beispiel die Erfurter Vorgänge an, Die Genossin John begründete unseren Antrag, durch den «ine Besserung in derLagederKrankenschwe st ern und die Durchführung des Achtstundentages für sie gefordert wird. Neben diesen Anträgen lag noch eine große Anzahl weiterer über die verschiedensten Materien vor, aus die bei der endgültigen Er- ledigung zurückzukommen sein wird. ; See Zroze'g gegen Erich M Montag den 14. Juli, vormittag» 11 Uhr, im Ausstellungsraum der G. s.K., Berlin, Kurfürstenstr. 141, ihre Arbeiten persönlich dort abgehen. Der Arbeiterschaft wird durch Entgegenkommen der Kunstausstellung Der Sturm, Berlin W. 9, Gelegenheit ge- boten, e x p r e f s i on i sti f ch e K u n st kennen zu lernen. In den Gesamträumen der..Freien Jugend", Petersburger Straße 39 I, und Genosse«. München,:0. Juli. Im Laufe der Weiheren BeweiSmifnohine wird von Zeugen bekundet, daß sich in des Bewegung der Räterepublik eine Reihe von Leuten bemerkbar machte, die man nur als„politische Parvenüs" beze'chnen kann. Es seien Leute, die bis zum wird am 13 Juli eine Ausstellung expressionistischer Gemälde November der sozialistischen Bewegung ferngestanden hotten. vnd Vlmtiken eröffnet in der alle bedeutenden Künstler des In- Verschiedentlich machte sich, auch ein«„Posienjäger-i" glltcnd. M-WMWZ'iSSöW« siellung an Wochentagen von 12 bis 3 Uhr lostenlos geotfnet. Qjä UnterftichungZgefang ne untergebracht worden wa«n. dar- Für andere AuSstcllungsbesucher ist der Eintritt auf so Pf. ein- unter auch die jetzigen Angeklagten. Die Zeugen bekunden, daß schließlich Katalog und Einführung festgesetzt. Be- gm 30. Mai� zwei der Gefangenen kreige'assen werdm sollten. sondere Führung nach Vereinbarung. Im Graphischen Kabinett I. B. Neumann.K»r. fürstendamm 232. bringt die Jul'- August-.lu S st e ll un g Bilder von Bolz. Heckel, Jaeckel. Meidner, Pechstem, Röhls«. Schmidt-Rottluff und anderen Künft.ern m hervorragender Auswahl._. Professor Dr phil HugoRiemann.der berühmte Leip- giger Musikgelehrte und ordentliche Professor der Musik an der Universitär Sechzig, tsi nach längerer Krankheit kurz vor ftmem 70. Geburtslage in Leipzig gestorben. R.emann gilt als Bahn- brecher auf dem Gebiet, der Mustkivissenschaft. Im Rosetheater fand ein Volksstück mit Gesang Decker und Götze„O schöne Zeil, o selige gett" t>m alten dez„Handwerk hat goldenen Beden") lebhaften.ei.all,«er- fonbcrS auch Tom Grigo umb Kanisch m ben vaur rollen natt. Ein Jubiläum de» Phosphor». Seit der Entdeckung des von -tile j Die Zeugen konnten beobachten, daß sich alsbald unter den Ge fangenen eine groß- Bewegung geltend machte. Es fand von Zelle zu Zelle eine Verständigung statt und sie hörten, daß dem e neu der zu Entlassenden gesagt wurde:„Wenn du morgen nach München kommst, gehe überall hin". Der Betreffende ant- wo.tete:„Ist schon recht, w rds alle? besorgen". Dann rief einer l der beiden:„Hock? lebe die Rätevepublik. Nieder mit der Regie- rung Hoffmann, hoch Ledetour!" Zehn bi! fünfzehn Gefangene in den Zellen stimmten in den Ruf ein. Bei der Entlassung r cf der eine von ihnen:„Jetzt machen wsi in München dt-»weite Revolution und bauen eine Dampsguillotine. damit eS schneller I geht". Zeuge.Kunstmaler S? Y f n e r t i tz war Kommandant der republikanischen Soldatemvehr. Er gibt an. daß er am 10. April eine Versammlung der Vorsitzenden der München« Garnisonräte einberufen hatte. In dieser Versammlung wurde der Antrag des Zeugen einstimmig angenommen auf Absetzung des Zentral'.alS j und Verhaftung der Führer der Räterepublik und Einsetzung einer Militärdiktatur, Phosphors ist jetzt, wie die„Chemisch-Techniiche Wochenschrift big die Verbindung mit der Regierung Hoffmann hergestellt sei. in Erinnerung bringt, ein Vierteljahrtausend vergangen. ES Nachdem der Zeuge a»S der�Vesammlung weggegangen war, ist es war im Jahre 1669, also vor 250 Jahren, alß der Alchimist Brand ftdoch auf Betreiben KillerS uno der Kommunisten gelungen, diese NSAWi-WS« swbstan, entdeckle. Seine hauptsächliche Anwendung tlndet ver ni. daß auf der ersten Ministerliste der Räterepublik auch Mühsam als Minister vorgesehen war. Die Mitglieder des VollzugSratS de? Sandessoldatenrats wurden unter Drohungen der Verhaftung ge- zwungen,«ine Erklärung zu unterzeichnen, daß sie auf dem Boden der konimunisttsch-soz:nlistischen Räterepublik stehen und die Regierung Hoffmann nicht mehr anerkennen Vom Vorsitzenden wird angeregt, auf die Vernehmung des MilitärministerS Schneppenhorsi zu verzichten. Die Verteidigung ist damit einverstanden. Der Staatsanwalt behält sich seine Er- klärnng noch vor. Einen bresi-n Rahmen in der weiteren Beweisaufnahme nimmt die Stellung des Angeklagten Dr. Wadler iit feer Frage der'&- ZwanzSdePorkakion belgischer Arbeite« K ein. die der Vorsitzende bei Beginn des Prozesses als schwer be- lastend für den Angeklagten bezeichnet hatte. Der Angeklagte hat darauf eine Reibe Zeugen laden lassen und kat erneut dar, daß seine ersten Berichte nickt der Ausfluß seiner eigenen innc- ren Neberzeugung gewesen, sondern daß sie rein berichtend die Informationen wiedergegeben hätten, aus die er als Neuling in der Sache in Brüssel angewiesen war und die er von de mdorti- gen industriellen Bureau bekommen habe. DaS industrielle Bureau sei die alldeutscheste Stelle gewesen, die man sich denken könne, da sie das Organ de? Kartells der Eisen- und Stablinduslriellen von Rheinland und Wetzfalen war. Er sei gezwungen gewesen, feiner dinest liehen Pflicht nachzukommen und mußte auf die Wünsche eingehen, um die Interessen Bayerns zu wahren.— Vorsitzender: Zwingen konnte Sie doch uiewand, derartige Berichte, die Ihr« inneren lleber- zengung widersprachen, zu schreiben.— Verteidiger Dr. G ä n ß- l e r: Herr Kollege Wadler. Sie können wohl zugeben, daß Sie sich von den Großindustriellen haben einseifen lassen?— Angeklagter Dr. W a d l e r: Ich gebe das zu. Ich habe zuerst nicht bemerkt, daß ich Werkzeug war. Nachdem ich aber Er- fahrungen hatte, habe ich einen ganz anderen Siandvunkt«in- genommen. Auch in der Anwerbung italienischer Arbeiter habe ich mich auf den Standpunkt des freien Arbeitsvertrages gestellt. — Vorsitzender: Bei den italienischen Arbeitern war von Zwangsanwerbung auch keine Rede. Uebrigens habe ich nzcht gefunden, daß die Herren rm Jndusirieburcau in Brüssel jjir Wiederaufnahm der Zwangsdeportation waren._ Ich habe-ja auch mit ihnen zu tun gehabt. Ich jedenfalls hätte, wenn mir solche Zumutungen gemacht worden wären, gesagt: Was fällt Ihnen ein.— Verteidiger Dr. Gänßler:E!N junger Leut- nant konnte aber einen solchen Standpunkt nicht einnehmen.— Vorsitzender: Ich war auch nur Hauptmann. Hätte mir daS aber nie bieten lallen. Sehr großes Aufseben errgot die Aussage de! folgenden Zeugen Rechtsanwalts D i n k e I S b ü h l e r, de- als Hauptmann im Rcchlsburean de? bayerischen Kriegminist... um tätig war. Dr. Wadler bal. eine S'ellung eingenommen, die mir damals schon anfgefallen ist. E? bestand ein»?l nowdnung, daß auf Grund deS Kr egSzustandSgesetzes feindliche Ausländer die ihnen vertraglich obliegenden Pflich'en nicht verweigern dürften, andern-- falls sie zu bestrafen seien. ES war also das Sireikvecht bei den ausländischen Arbeltern mi?,>e schlössen. Dr. Madler vertrat die Meinung, daß es im krieg Swirä'chaftticken Interesse Bayerns lege, wenn die Leute bestraft würden, nach Maßgabe dieser Be» siimmnngen. Ich habe mich daher gewundert, als ich las, daß Dr. Wadler im Frühjahr 1919 so oiftig für die Diktawr de? Pro- lelariais eingetreten ist. Es ist mir schwer, zu der Annahme zu! kommen, daß man in einem halben Jahre so vollständig auS innerer Ilebttzeugung sein« Gesinnnnq wechseln kann. Ich habe idas Eintreten Wadler» früher, von dessen Ehrlichkeit ich über-- zeugt war, und sein jetzg'-z Auftreten als innern Widerspruch empfunden, der mir unerklärlich war. Die erste Revolution im November erschien mir verständlich, auch die zweite nach der Ermordung DiSnerS fand ich begreistlich. Dies« dritte Revolution erschien mir aber wabnsinn'g und verbrecherisch und in ihr hat er eine führende Rolle eingenommen. Da» habe ich kür e'woi Ilnerbortes gebalten. Da erschien eS mir notwendig, diesen Widerspruch in die Oeffentllichkeft zu bringen, damit man ersah«, welche Anschniung Dr. Wadler b Shir gehabt bat. Nach Rück- sprach: bin ich dann zur„Münchner Post" gegangen und habe«beten, einen Nräkel zu vetöffenttichen. in dem rein objektiv diese Tatsachen festgestellt wurden. Ich sagte, daß ich daS Ver- trauen zu den Arbeitern babe, daß sie dadurch zur Besinnring kommen könnten. Ich erhielt die Antwort, daß die Massen nicht mehr zu halten seien; die Sache sei Ihnen an» den Händen gegliften. Ich hatte damals noch den Glauben gehabt, daß die politische Er- ziebung durch die sozialistische und gewerkschaftliche Bete: ignng auch auf d': Arbeit:r nachwirken würde. ES hat sich aber her- auSgest llt, daß die Führer allein waren.— Auf die Frage des Verteidig«? Tr. G ä n ß l« r, ob er bestimmte Fäll« im Auge hafte, erklärt der Zeuge, daß verschiedene Beschwerden vorgelegen hätten. To hätten sich in LudwigShasen die Arbeiter g. weigert, zur Arbeit zu g ben und seien nach Mannheim hinübergelaufen. Das Kriegsministerinm berichtet« nach vrüsi.l. daß es die Atb- sicht habe, die Arbeitor in die Heimat abzuschicbcn. Di raus er- klärte Dr. Wodler. daß man da- nicht tun soll«. Dese belgischen Arbeiter hätten kein Ttreikrecht. M in solle sie nach dem Kriegs- zustandSgesetz bestrafen, sonst würden sich solche Fälle häufen. Angeklagter Dr. W a d l e r: Ich habe nickst aus eigenem An- triebe gehanoeft, sondern aus Drängen der Abteilung für Handel und Gewerbe in Brüssel, die diese Regelung verlangte. Man drohte mir, wenn e? nicht so gsschähc. würde'Bayern keine Ar- better mehr zugeteilt erhalte». Angttlaglcr Mühsam: Schon Ansang dieses JahrcS war'» Gaüchie dieser Art im Umlauf. Dr. Madlcr gab uns gegenüber offen zu, daß er bei Kriegsau». brnch sich habe von der Kriegsbegelsterung milveißen lassen. Er sei entt allmählich zu seiner l-tzlgen»-uffassung gekommen. Ich war mit meinem F«und« Landauer de. Ansicht, daß wir ibm entschieden Generalamnestie zu geben hätten. 1914 haben wir gesehen, wie d-e radriutti-n Sozialisten g.ühend« Patrioten luurs L ten unb im Novcinbcr wurden die natwnaNflilchlteu-znivc lak Sozinliskir. Vorsitzender: Wuren diese Einzelheüen Ahnen Mwr Mannt?— AngeNngier Mühsam: Nein, aber da: ändert nichts an der Das fälli untor die Kriegs- psnchose, die heivorgcrujcn wurde durch die Lissauerschcn Hag- vcsänge. ytach einigen unwesentlichen werteren Zeugenvernehmungen wurde die B e w e i S a u f n a l? m e geschlossen. Die Sitzung Hürde auf Freitag. 8% Uhr. vertagt. ES de- ginnt dann der Staatsanwalt. ........................................—.................. 1■' Groß-öerlin.| ernch» s MS oie Ms der Mruk Erfolge unserer Partei. In Egeln bei Magdeburg hatten bei den Wahlen zur Nationnlbcrsammlunz die Nechtssozialiskn fast zweitausend Stimmen erhalten, während es unsere Partei damals nur auf sechs Wähler gebracht hatte. Inzwischen haben sich dort die Ver» häitnisse derart gewandelt, dag bei den jetzigen Arbeiterrats- wähle» die Unabhängigen Sozialdemokraten weit über 1 0 U 0 Stimmen und bedeutend mehr a>s die einstmals dort allmächiigen NechtSsozialisten ausbrachten. * In G l a n b i tz bei Riesa in Sachsen waren bisher die Organisationen ver NechtSsozialisten und der Unabhängigen eiwa gleich stark. Bei einer Mitgliederversamuilitng der NechtSsozialisten, die dieser Tage stattfand, wurde nach reiflicher Aus- spräche mit alle» gegen nur drei Stimmen beschlossen, i n S g e- samt zur U.S. P.D. überzutreten. Auch aus den übrigen Orten des Bezirkes sind, wie gemeldet wird, solche<üe- samtübertritte zu unserer Partei zu erwarten. Die neuen Gemeindesteuern. Die neue Staffelung der Geineindesteuer läßt j unteren Einkommen teils frei, teils werden sie geringer ' herangezogen, während alle Einkommen über 6500 M. aufwärts in steigendem Maße für die Konimunaldcstcuerung herangezogen werden. Dazu kommt, daß der Zuschlag nicht niehr 260 Prozent, ioudern auf 300 Prozent hat erhöhl werden niüssen. Diese Erhöhung ist, wie wir mitgeteilt haben, notwendig geworden infolge der erhöhten AuS- gaben für Gehälter an Beamte, Lehrer und Hilfskräfte. Dick Ausgaben belaufen sich auf 26 Millionen, die als eine Abschlagszahlung auf die kommende GehaltSregelung er- folgen. Jetzt soll die Deckung erfolgen. Da andere Ein- nahmequellen der Stadt nicht zur Verfügung stehen, bleibt kein anderer Weg, als die Erhöhung des Kommunalste ner- Zuschlages übrig. Was auf der einen Seite ausgegeben wird, muß auf der andern Seite das Publikum bezahlen. Nach den Vorschlägen des Magistrats würden die Ver- ändernngen der Gemeindesteuer für die Einkommen bis zu 8000 M. nach einer Berechnung in der„Vofsischcn Zeitung" sich' folgendermaßen gestalten: Tarifverhandlungen mit den städtischen Arbeitern im \ Berliner Rathauje. Am Mittwoch, vormittags 9 Uhr, traten im Berliner Rat- Kaufe die Vertreter der Gemeinden Groß-Berlins mit den Ver- itretern der städtischen Arbeiter zusammen, um über die Anträge der Arbeiter über Erhöhung der Löhne und Verlängerung des TarifverlrageS zu beraten. Zur Zeit bestehen für die städtischen Arbeiter drei Lohngruppen, deren jede wiederum in 7 bis 12 Lohuklassen gegliedert ist. Der Antrag der Arbeiter, in Zukunft (nur noch eine Lohngruppe, die aus etwa 10 bis 12 Lohnklassen sbestehcn soll, zu führen, wurde nach längerer Beratung ange- mommen. Es werden demnach in allen Betrieben, also auch in den Kranken- und Pflegeanstaiten, die gleichen Lohnsätze gewährt, allerdings worden dann die in diesen Betrieben für Kost, Klei- düng, Wohnung usw. m Anrechnung kommenden Beträge eine Eichohung erfahren. Keine Einigung wurde erzielt über die all- gemeine Erhöhung der Lohnsätze. Herr Stadtrat Dr. S e ck t Gib vielmehr im Namen der Gemeindeverwaltungen die Erklärung ab, daß die Gemeinden sich außerstande sähen, die gestellten Forderungen zu bewilligen, die allein für die Gaswerke der Stadt Berlin eine neue Belastung von 18 Millionen Mark und demnach für sämtliche städtischen Arbeiter Berlins nahezu den dreifachen Betrag erfordern müßte. Die Gemeinden stehen auf dem Slaiidpunkt, daß jetzt mit weiteren Lohnerhöhungen halt gemacht worden müsse; sie erklärten sich bereit, die jetzigen Lohn- Katze noch bis zum 1. Oktober tveiter gewähren zu wollen, obwohl (eine Senkimg der Warenpreise jetzt ernstlich herbeigeführt werde. Der Vorsitzende deS Gemeinds-Arbeiter-VerbandeS Fritz M ü n t n e r, richtete an die Gemcindevortreter die Frage, Ob das ihr letztes Wort in dieser Angelegenheit sei! Werde diese Frage bejaht, dann haben weitere VerhanMungen an dieser Stelle keinen Zweck, da der Abstand zu groß sei, um zu einer Ver- ställdiguiig zu gelangen. Müntner beantragte zugleich im Namen der Arbeiter die Angelegenheft sofort dem Zentral» Ausschuß zu (unterbreiten, der in kürzester Zeit zusammenzutreten und zu entscheiden haben wc-rde. Die Gerneindcvertrcter erklärten nun- »mehr auch ihrerseits den Zentval-AuSschuß behufs Schlichtung anzurufen. Wi« uns mitgeteilt wird, ist die Anrufung dieser Instanz sofort erfolgt und dürften die Verhandlungen dortselbst baldigst beginnen. Einige Anträge, die nicht von den Organisationsinstanzen, jsondern nur von einigen Atbeitergruppen oder Versammlungen gestellt wurden, kamen nicht zur Verhandlung, weil die Vertreter der Gemeinden erklärten, nur über Anträge und Forderungen zu verhandeln, die von der Gesamtheit der Organisation gestellt und gedeckt werden. Wir hoffen, daß durch beiderseitiges Entgegenkommen eine Verständigung erzielt wird. Gin Bürokrat, der auf Berfügnngen deS Ministers pfeift, tst der Lei! er der Re.chiSbckleiduiigsstelle, Herr Haaselau. Wir konnten kürzlich mitteilen, daß der Obmann der Neichsbellei- dungSstelle, Herr Dr. Kaplan, auf Verfügung de S Reichs- virtschafiSmimsterS wieder in die ReichSbefteidungSstelle eingestellt werden sollte. Jetzt weigert sich der Leiter der Reichs- bekleidungSstelle. Herr OMrenierungSrat Haaselau, die Gill- tigkeit d eser Verfügung des ReichswirtschafiSmimsters anzuer- kennen. Dieser Bürokrat erdreistet sich also, auf die Verfügungen der Ministerien zu pfeifen. Die Reichsregierung wird diesen Herrn schleunigst zur Raison zu bringen haben, besser noch werden es die von ihm drangsalierten Angestellten tun können. Deutscher Vauarbeitcrvcrband(Verein Berlin). Die in allen BczirkSversammlungen Sonntag, den 15. Juni d. I., vorge« nommenen Wahlen der VereinSlcitung und der in einigen Ab- leilunficn notivendig gewordenen Stichwahl am 2. Juli zeitigten folgendes Ergebnis: Vorsitzender: Emil ThönS, Stellvertreter: Paul Kaiser, Kassirer: Aug. Wartenberg, Stellvertreter: Gustav Busse, Schriftführer: Karl Schiele, Stellvertreter: Karl Tornow, Angestellter: Robert Heidtke, Revisoren: Karl Berge r, Hermann Ballen thj» und Franz Schulz. Als Seklionslcitcr der Gips- und Zementwerke wurde Max Schubert gewählt. Die Beamten, Lehrer u. o. wollten durchaus sogenannte EntschuldungSsuinmen haben, nicht aber Vorschüsse unter späterer Anrechnung auf ihr Gehalt, wie das die städtische Behörde beschlossen habe. Die Stadtverordneten- Versammlung steht auf dem Standpunkt, daß Entschuldungs. summen in Zukunft grundsätzlich nicht mehr gezahlt werden sollen, weil das keine gesunde Nnvnzpolitik ist. Nichtiger ist, daß alle Beamten und Angestellten und Arbeiter eine angemessene Entlohnung erhalten müssen. Weder Ent- schuldungssummen, die schon wiederholt gezahlt wurden, noch andere besondere Zulagen oder Gratifikationen sind ein Maßstab für die Bezahlung der Tätigkeit der Beamten, Angestellten und Arbeiter. In dieser Richtung soll sich auch die in Arbeit befindliche Besoldungsreform bewegen. rtner Studenten vevwectpen zu werden, tttr beten Ante gen sie keine Veranlworliichkeit übernehmen kann. Die Aufhebung oder Abänderung der Verordnunü Sammclbeizungs- und WarinwasterversorguiigSanlage»>n räumen vom 22. Juni 1019 verlangen der Zeniralral>>> kommunale Ausschuß des VollzugSrateS von Groß-Bernu � aber die Schiedsstellen bereits durch Anträge der VerMkie« Anspruch genommen werden und eine große B e u n c( � g u n g der Mieter eingetreten ist, so wird es notwendig. Schiedsstellen derartige Anträge vorläufig n i ch t 6« t � Handlung bringen, sondern zunächst die Entscheidung; Regierung abwarte».....-«.Jm Der Zentralrat und der kommunale AuSichuß des rate: von Groß-Berlin stellen sich auf den(Standpunkt, lz,« Berträae, die vor dem 2. November 1917 abgefchlosten>- find, fiit eine Steigerung überhaupt in Frage kommen w Auch bei solchen Verträgen sollte die Mehrvergütung ch gesteigerten Heizstoffpreise gesondert von dem MietzinS ua- hören deS MicterratcS festgestellt werden.~ ie( Ti.jijt steigerung darf in keinem Falle auf die Mieter allem a&tz, u9| werden; sie müßte airer nach Auffassung deS Zilttralrsr des kommunalen AuSschusiez des Vollzugsrats von Erotz- �� wieder zur Aufhebung gelangen, wenn der Sto' unter 5 Mk. pro Zentner GaSkoks sinkt. Eine Steigerung � ausgeschlossen sein bei Mieträumen, deren Jahresinietzmff � dem 2. November 1917 in Groß-Berlin weniger als Rt in Stäb den von 20—50 000 Einwohnern weniger als W M in Städten unter 20 000 Einwohnern weniger als M betrug.. m Ehemalige Angehörige der Nevubliknnischen S-lvat-n?�: die infolge Auflösung dieser Formation im Mai d. I. de» sind und noch glauben, NückstandSsorderungeit an Unterstützung zu haben, können am Mittwoch, den ihnen noch zustehenden Beträge unier Vorlegung'vre� i lassungsscheine(von der 9t.®. W. und vom Feldheer)' j ständigen Unterstützungskassen in Empfang nehmen.'.iK Zeit im März infolge der Unruhen aus der 9t. S. W. auS?;.MH denen und bis zum 17. März gelohnten Mann;chasten erl M in Kürze ihren AuSzahlungstermin. � J Ein altcS Lied. Ein junger Genosse, der bei der Firma u. Co. eingestellt werden sollte, wurde abgewiesen, als der��M horte, daß er in der„Freien Jugend" tätig sei. Die sei iÖ.«ji abhängig! Einen Mehrheitssozialisten würde er. Z falls noch als Arbeiter annehmen. Aber einen UnaohaNSM — nein, das wäre ja schändlich... Der Mann will sich hier als den Brotherrn(einer Mv ä mifsp'elen. Dabei sind cS doch die Arbeiter, denen e r I* y Existenz verdankt. Man sieht, die Herren Unternehmer i noch immer die alten. Aus Öcm Geme!nde?ehen. Unser Ortsparlament war bis zur Revolvi? -indewahl gelang es g von zwölf Sitzen vier zu erobern. Natürlich wird es un>� HelnerSdorf. sozialistenrein. Bei Der Verkehrsstreeik. Durch den wieder aufgenommenen Stadtbahnbetrieb ist die VerkehrSnot natürlich noch nicht behoben. Die Fahrt auf der Stadtbahn ist nicht ohne Gefahren verknüpft. Die von der bürgerlichen Presse täglich verbreiteten Mel- düngen von einem Abslauen der KampfeSstimmung der Stre> (enden werden durch die Tatsachen Lügen gestraft. Die ausständigen Straßenbahner verharren mit ungebrochener Zähigkeit im Streike. Eine stark besuchte Versammlung deS Bureau, und Meister- Personals der Hochbahngesellschaft faßte gestern mit großer Majo- rität folgende Entschließung: Das heute versammelte Bureau- und Meisterpersonal der Hochbahngesellschaft erklärt, die bisher ircu geübte Solidarität weiter aufrecht zu erhalten. Sie protestiert gleichzeitig mit aller Schärfe gegen die durch ein Telegramm des W. T. 93. verbreitete Absicht der Regierung, den Verkehrsunternehmungen durch die Aufsichtsbehörden das Recht zu geben, die Streikenden zur Ar- beiisaufnahme zu zwingen. Nur auf dem Wege der Verhandlung wird die Verkehrs- kalamilät, unter der die Berliner 9Zevölkerung nun fast zwer Wochen zu leiden hat, beseitigt werden können. Alle verant- wortlichen Stellen müssen ihre ganze Kraft einsetzen, daß end- [ich dieser einzige Ausweg aus dem Dilemma beschritten wird. Protest gegen den Streikbeuch. Uns wird geschrieben: Die„Neue Zeitung" meldet, daß die Arbeitsstelle der Groß. Berliner Sludenten'chast mit der Verwaltung der Straßenbahn m Verhandlungen eingetreten sei. um den Verkehr mit Hilfe von technisch vorgebildeten Studenten wieder aufzunch- men. Eine Arbeitsstelle der Groß-Berliner Studentenschrft existiert nicht. Die Arbeitsstelle Berliner Studenten ist ein prr- vaies Unlernehinen und nicht befugt, im Namen der Berliner Studentenschaft zu sprechen. Die Berliner Studenienschast ist nicht um ihre Dienste gebeten worden und lehnt eS ab. ohne®e. nehmigung der zuständigen Behörden die Rolle als Streikbrecher zu spielen. D'e aus allgemeinen Wahlen hervorgegangene Stu- denienvcrtretung legt Wert darauf, nicht mit der Arbeitsstelle 93er- Genossen nicht leicht gemacht, selbst bescheidene Reformen zusetzen. Ein von unfern Genossen angeregter Beschluß, c Schülern die Lehrmittel frei zu liefern, gelangte nicht zur F. führung. weil eine kaufmännische Kraft dazu erfordcrlm) L Dabei handelt es sich nur um 120 Schulkinder, für die � Lehrer und eine Lehrerin angestellt sind. Aber auf anderem � biete entwickelt der Lehrer Schröder mehr Eifer. 3" u letzten Gemeindevertretersitzung trat et energisch dafür ein,. der Arbeiterrat sofort beseitigt werde. Sämtliche bürgerliche � treter stimmten dem Anfrage zu. Und mit diesen BürgerlM hnhen ürb tu, OtrAfSini'/ififien bei der Gemeindewahl VerlnM j haben sich die Rcchtssozialislen bei der Gemeindewahl verbuN, sschaft nahm in einer öffentlichen Versammlung< der Abwürgung des Arbeitcrrats Stellung. Den Herren D( Die Einwohnerschaft der Abwürgung des toren wurde manche Liebenswürdigkeit gesagt. Mit großer aj"J' rität wurde beschlossen, gegen die Absetzung des Arbeiierrsv r, protestieren, ihm Vertrauen auszusprechen und weitere Svlg rn dieser Angelegenheit vorzubereiten. M Mahlsdorf. Bei der Schössen wubl wurden gewählt: Oer', (U. S. P.), Schmidt(S. P. D.), Henkel(Tculschnatl.).*, mit haben die sozialistischen Parteien in der Gemeindevertra". mit 10 Stimmen die Mehrheit gegenüber den Rechtsparteien � langt, die nur über acht Stimmen verfügen. Trotzdem gelanl den Bürgerlichen bei der Gemeindcborsteherwahl ihren Kandis durchzubringen, da die 9lechtssozialisten Schumann und Lew durch Abwesenheit glänzten. Sie haben dadurch die 9Aahl'! eigenen Kandidaten verhindert. Durch eine unbegreifliche rw lässigkeit'deS bisherigen kommissarischen Gemeindevorstehers die Gemeinde um 20 000 M geschädigt worden, die einen neu�. zugezogenen Lebensmittelhändler einen Kredit in dieser gewährte. J. Hohen-Neuendorf. Die bürgerlichen Gemeindever!reterZ»( schließlich der beiden nach dem Kiasseirwahlrecht gewählten&1L fen stellten in der Gemeinidevertretersitzung am 24. Juni den kg, trag, den Arbeiterrat alrzuwürgen. Die Arbeiterschaft war gewillt, dies Unterfangen ohne Protest hinzunehmen. Trotz � eindrucksvollen Kundgebung einer öffentlichen Versammlung L die Weiterexistenz des ArbeiterratS gaben die Herren Burg, lichcn ihren Standpunkt nicht auf. Die herausfordernde Art„ Gemeindevertreters Weiß, der den Antrag begründete, eirenß den stärksten Unwillen der zahlreich versanimeiten Arbeiterfw®, Die Erregung steigerte sich dermaßen, daß die Sitzung abgcbrw" werden mußte. Deronlivortlich für die Redaktion Emil Rabold, Berlin.- Bcrlagegenossenlchast„Frerheil",«. T. m. b$>., Berlin.— im# leflebour 1 Das 21. bis 30. Caufcnfl j ist locbcn erfchiencrU � preis 75 Pfennig � Oerlagsgenoffenffhaft„frkivcit'',e.S.m.v.N., vcrNn flbteilitno vuchtzanllet Lchissdaucrllawr»�, 6. Wahlkreis j 8. Abtellunn Bezirk 809.| ! Arn Dienstae. den 8. Juli, verstarb unser Oe-] nosse. der Sebankwir! i Paul Paelzelt, Qrünthalcr Str. 30. Küre seinem Andenken. 1 . Die Einäscherung findet i am Sonnabend, den!<£.| | Juli, nachmittags 3 Uhr im Krematorium. Qe- 1 richtstr. 36 33 statt. Um reife Bcteiliüuns | ersucht Der Verstand. yerküuf e Lötz nn erOB. Posten bül. Anfr. Morlli- Piatr KJO. Vnrm 10-13 Uhr. B.oa«». tcschtnackvoll, unter Fabrikpreis, noch solange Vorrat, verkauft auch ein-ein Biusen-Pabrik, C 2, Heil'itegeiststr. 20. Olp.oiiiatcn-Schreibtisch Kielte, tu verkaufen. Hennan- kus, Arndtsir. 28._ Pisse und Flüge' Harmonlom"NM neue, gebrauchte, sehr preiswert. 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