CinZelpreis 15 pfg.- 2« Jahrgang Donnerstag, 0ea AI. Juli 1�1 y Kummer 360> Morgen'-Iusgab� Die erfAemt morgen» und nachmittags, an Sonn» und Festtagen nur morgen»» Der Bezugspreis beträgt bei freier Zustellung ins Haus für Groß-Bedin oder bei Wtc cm. Postbezug ohne Bestellgebühr monatl. 3�— bei Zustellung u?rter Streifband S,»» Die.Freiheit� ist in den ersten Bachtrag der Postzeitungsliste für Wft owgew�e» Redaktion: Verlw NW. 6, Schiffbanerdamm 19IH. yerujprecher: Amt Nord« 2895 und 289«. Znfoeate toston die achtgefpatt. Nonpareillozeile oder deren Renrm l£D DI f., tvortanzeigo» das fettgedruckte D?ort SV pf� jede» weitere tvort Zv pf. �euerungszuscblag 50 protz Familien- und Versammlungsanzeigen fällt der Zuschlag fort. Inserate für den darauto folgende» Cag müsse» spätestens bi» S Uhr nachmittag, bei der Lzpedition aufgegeben sei» Expeditiim: Berlin RW.«, Schiifdnnerdn»« I» Cfyywf* fflmt Wwdtii 2jt«« Serfftw-Organ bcr Vnabdängfaen Sojialömiofnttfp ScutJWtanöa ■r:-'-'•f-riye-A-; i�vty. iHW'W-ÜfcSi/to» Me-.-WH pmleigeaossen und Vatteigenossinne«! Die Arbetterklasie Deulschlands wird Ta« für. Tag zu, daß proletarischen Kämpfern fiir ein neues Regime von der Regierung gepeinigt und bis aufs Blut gereizt, die ehrenhafte Gesinnung abgesprochen und ihnen Im Zuchchaus zu W e r l haben die durch Noske vor! ch i m p f l i ch e Zuchthausstrafen auferlegt länger als drei Monaten in Hast gesetzten westfälischen Arbeiter, die noch weitere Monate in Gefangenschaft ge� halten werden sollen, obwohl ihnen nicht die geringste Straftat zur Last gelegt werden kann, zu dem der- BvoiMen Mittel des Hungerstreits gegriffen. Sie wollen lieber zugrunde gehen, als sich von einem Roste und seinen Helfershelfern weiter tyrannisieren zu laste«. Wenn die Folterknechte des Zarismus die revolutw» nären rnfsifchen Arbeiter so behandelten, das; sie zum Die Empörung in den Masten steigt. Sie haben geglaubt, daß die Revolution ihnen die Freiheit bringen werde. In Wahrheit ist selbst in der wilhelminischen Periode niemals so mit den Arbeitern verfahr«« worden wie jetzt. Niemals hat ei» Minister es damals gewagt, so brutal und anmaßend, so verständnislos von den Arbeitern zu spreche» wie es die jetzigen Machthaber wn. Als der Friedensvertrag in Versailles unterschriebe« Hungerstreik getrieben wurden, dann hat die ganze zwlli- wurde, hofften viele deutsche Arbeiter und ArbeAerinnen, sterte Welt gegen ein solches Schandregiment lauten Protest erhoben und den Opfern der brutalen Gewalt ihre volle Sympathie bekundet. In Deutschland wagt es ein Minister, der die eiserne Stirn hat, sich«och Sozialist zu nennen, die Opfer seines Wütens obendrein zu beschimpfen. Der Antrag der Unabhängigen Sozial- bemOitocie tu 0!?r v«.«[»'V'' im Hungerstreik befindlichen Gefangenen unverzüglich aus der Schutzhast zu entlassen, wurde nach der gefilhls- rohe» und arbeiterfeindlichen Rede eines Noske von der Mehrheil der Nationalversammlung kaltblütig abgelehnt. Dieses Denkmal der Schande reiht sich an nnzäblige ähnlicher Art. Tausende Arbeiter wurden m die Gefängnisse geworfen, ohne daß daß die Regierung jetzt wenigstens eine Politik der Vor söhuu'.ig auch im Innern anbauen und daß sie von selbst eine Amnestie erlasse« wurde, um wenigstens allen politisch Verfolgten die Tore zur Freiheit zu öffnen. Die Regierung aber schreitet zu neuen Gewaltmatz- regeln, sie hat so sehr das Vertrauen des Volkes ein- tjvvesft»,»'wß frv vw..«gr»---»■ i.�T-" �---- und nur noch mtt dem Belagerungszustand regieren kann. Die reaktionären Gewalten der Ber- gaygenheit in Deutschland haben nimals so lange autzerordeitl�che Kriegsgerichte wüten lasten, wie die gegenwärtige Regierung. Klastetvmtelle unerhörter Art werde» gefällt, wie in den schwärzesten en der Kaiserregienmg. ... I �__________., ihnen etwas anderes nachgesagt werden konnte, als daß j Jahrzehntelang hab«i bk Arbeiter km VerM mit sie ihrer revolutionären Lleberzeuanng und chrm sozialisti- allen frewn Gestt«m D«°tschla«ds für elne freie scheu Idealen treu geblieben sind. Noske wagt es aller- Schule gegen.pfafsische«erdummungspotttil gekämpft. dings, nacl'dem er jachrzehntelang selbst von der Bour- Die Grundsätze des Erfurter Program�, Trenmmg von aeoisie und d-m Iunkerlun, als Hetzer und Wühler be- K.rcke und Staat und Trennung von Kwche und Schule, zeichnet worden ist, die Verhaftung damit zu rechtfertig«,, Salt de« Arbeitern, die sich aus den �eln lnwtzchcr .......---■'— Unfreiheit befreien wollten, als das Kennzeichen daß gegen Hetzer rücksichtslos vorgegangen werden müste. Da nach den Strafgesetzen, die in dem kaiserlichen Deutschland ertasten wurden, kein? Handhabe m den Verhaftungen geboten ist, so verhängt ordenBelagerungs- zustand uberall da, wo die Arbeiterklasse nicht nach den Wünschen der Bourgeoisie und seiuen kontervevolutw- nären Absichten handelt. - Die demokratischen FrMeiten sind vernichtet, die Willkür triumphiert, die Militärdiktatur herrscht. Von dem brutalen Geist ihres Chefs angesteckt, erdreisten sich Noslelruppen mit Handgranaten Versammlungen zu sprengen, Stadtverordnete aus dem Beratungssaal zu holen und nüt Gewalt zum Widerruf chrer Meinungs- äußerungen zu zwingen, friedliche Personen mit Fcmst- schlagen und Peitschenhieben roh zu behandeln. Die Mörder der so unschuldig erjchvstenen Matrosen laufen frei herum, die Mordtaten an Rosa Luxemburg, Karl Liebknecht haben keine Sühne gefunden, der Leutnant Bogel, der schließlich wegen der Beteiligung am Morde Rosa Luxemburgs nicht freigesprochen werden konnte, ist mit Hilfe von Kameraden entflohen. In München ist wegen angeblichen Hochverrate Levins zum Tode verurteilt und erschosten worden. Viele andere Revolutionäre sind zu harten Zuchthaus- und Festungsstrafen verurteilt worden, obwohl sie nichts anderes getan haben, als was wenige Monate vorher biefenigen taten, die das alte Negnne stürzten. Oft genug hat Bebel ausgeführt, daß der Hochverräter nicht ehr- los handle, und die David, Scheidemann und Genosten baben ihm dieses nachgesprochen. Jetzt aber laste» sie es ewes aufgeklärten Proletariats. Jetzt bat es die Regierung, unterstützt von der rechtssozialistischen Partei, über sich gebracht, die Schule vollsläudig der Kirche auszuliefern und der Jugend die Wege zu freiem Menjchtum zo ver- sperren. Sc such die Masten um die Hoffnungen, die sie beim Ausbruch der Revolution hegten, detrogen worden. P«irteige,wsten! Wir verstehen es, wenn Zorn und Ingrupm Euch packen. Wir sind überzeugt, daß Ihr Euch nicht zu Ausbrüche« der Verzweiflung Verlesten laste»'»tfchet, daß Ihr Euch aber«ich nicht willenlos ducken werdet. AJir fordern Euch auf, überall Vrolestkundgebungen zu varanstalken gegen den Belagerungs- zustc-nd und die Schutzhaftschaude, gegen die lsiktatur der Soldateska, gegen das ganze schmachvolle Gewaltregiment du Innern ß> gilt einen dauernden, planmäßige», uuett inüdlichev und entschlossenen Kampf zu filftien gegen die fortgesetzte Preisgabe aller politischen und U lwrellen Grundsätze des Sozialismus und gegen die il nterrevolutionäre Politik der rechtssozialistischen Führun und de« mit ihnen verbündeten»attionärc« Mikstg tisten und Kapitalisten. Sie Varteilellvligen der llKLbhöugigeu Soz!a!demo!?aMeu Vaelei Zeulschlands. Elve uichlgehalleue Rede. Der R«ich»minist»r d«» Aeuhern, Herr H«v- '< mairn M ü l l e r, hat in de-r vorigen Woche vor der Ziolionoioersammlung in Weimar sein Programm «ntioickelt. S» war das Programm des VertrelSr» «ine» bürgerlichen Etaatswesen». Wir wolle» «achfolgend versuchen, zu zeigen, wie ein So» »iaiist bei dieser Geiegeichett hätte spreche« können. A.?. Meine Damen und Herren I Sie werden von mir nicht erwarten, daß sich meine Ausfuhrungen in den- selben Formen, bewegen, die Ihnen vom alten Reichstag her noch in Erinnerung sind. Ich stehe als Sozialist vor filmen und habe die Aufgabe, die Probleme der auswärtigen Politik des Deutschen Reiches von meiner Weltauffassung aus z« betrachten, die grundverschieden ist von der Weltauffassung! der Herren, die vor mir die auswärtigen Angelegenheiten deS Deutschen Reiches behandelten. Welches ist der Unterschied von heute gegen ehedem? Bisher behaupteten die Vertreter der Regierung, im Namen deS gesamten deutschen Volk«« zu sprechen s das war aber eine Unwahrheit, denn sie vertraten nur die Interessen einer kleinen Schicht der Bevölkerimg, der Schicht, die im Besitze deS Kapitals ist. und die nur eine kleine Minderheit darstellt im Vergleich zu den gewaltigen Massen der besitzlosen oder minderbemittelten Teile des Volkes. Ich spreche heute noch nicht für das gesamte deutsche Volk, aber ich spreche im Namen d«S Proletariats, der gewaltigen Mehrheit des Doike�upd. ich.hghz.die.Zuversicht, daß die Auffassungen, Gemeingut deS gesamten deutschen Volkes geworden sein werden.. Sie wollen von mir wissen wie öet S os�iallsmus die Problem« der auswärtigen Politik lösen wird. Darauf muß ich Ihnen zuerst antworten, daß mein« Arbeit ganz verschieden sein wird von der Tätigkeit, die bisher die Ver- treter der auswärtigen Politik Deutschlands geleistet haben. Die bisherige auswärtige Politik hat den Bankerott des Deutschen ReuheS herbeigeführt, sie hat daS wirtschaftliche, das politische und das geistige Leben DeutWandZ zu einem Trümmerfeld gemacht. Sie hat das deutsche Volk in der ganzen Welt isoliert. Sie hat Deutschland zum Gespött und zur Verachtung der anderen Völker gemacht. Sie könnten vielleicht sagen, daß diese Politik in Deutschland wohl zum Sö�ffbruch geführt, dagegen das Glück der anderen Völker, die in diesem Kriege siegreich gewesen sind, neu gegründet habe. DaS ist ofcer nur«in Schein. Auch die siegreiche« Länder sind von dem wirtschaftlichen und politischen Zw sammenbruch bedroht, sie können ihn nur deshalb hinaus- schieben, weil sie vorläufig noch alle Vorteile des Erfolges für sich haben. Auch für dies« Länder wird die Stunde des �ziolismuS schlagen.' Diese Stunde ist fidr uns aber bereits gekommen. Ein neues Teutschland kann nicht mehr ein Deutschland des Kapitalismus fein, fondevn eS xrarß ein Deutschland deS Sozialismus werden.'Gin topitaiMscheS Deutschland würde in der Reihe der Völker der Welt sortan mir'ein Schatten- dasein führen. Die pästiesche ArtiSdehmrug de# Reiches ist künftighin ein Unding.. Wirtschaftliche Eroberungen Zu machen, erscheint gseidisallS als«ine UnMögtichkeitt. Uns «echt Mo nur übrig, Deutschland zu einer unangrclsbaren Stätte deS Sozialismus Mi machen und damit den Völkern der ganzem Welt ein gutes Betispisl zu geben. So nur können wir'hoffen, bald wieder als gleichgeachteteZ Glied in die LöSkengemeinschast aufgeno-mmen zu werden und mit- bauen zu helfen an dem wahren VMkerbund, der ein Völkerbund des Sozialismus sein wird. So komme ich zur Grundlage der künftigen aus- wältigen Pchiiik Deutfchlanlds. Sie muß bestimmt werden von istiziasistischen Gedanken, sie muß getragen fein von einem sozialistischen Gemeiwvcsen. Daran«rfcniien Sie mich, wie unlösbar verbunden die innere und auswin iige Potitik ist..Solange wir im Innern auch mir noch lieber- teste der alten kapitalistischen Regimmgs.fovmen dulden, solange wir nicht das militärische System, die Bureaukratie, die btnitole Unterdrückung der Meinungsfreiheit JkS aus die WurUrtn ausgerottet haben, solange können wir nicht hoffen, mora�sche Eroberrmgen in der Walt zu machen. Die aiiS- »värtige Politik darf nicht getrieben werden als eine schein- bar gesonderte Angelegenheit, die mit den VevlxÄtnisscn im Innern nichts»u tun habe, und die deshalb in den Kabinetten der GÄieimdiplomatie erledigt werden kann, sondern sie muß al» AuSstrcchSimg des wilAichen Geistes de» deutschen VplkeS vor aller Welt offen liegen. ■Ich verhehle mir nicht, und will auch Sie ebensowenig wie da» ganze deutsche Volk darüber im imklaren lassen, daß diese auswärtige Politik«n Ansimge mit ungeheuren Schwieri�eiten zu rechinn«haben wird. Sie sieht Äs Gegner vor sich nickst nur die kapitalistisch ingrossierten Kreise d?» eigenen Vollkes, sondern sie nruß auch mit der Abnevaumg der kapi-tatiffisch onentiertan Regierungen der MchrzaU der(inneren Völker rechnen. wöre viel leichter Br mich, wenn ich wie ein twitferrtt>goivordener K«l»fmrnm mit meinen MänKigern nnö meinen Konkurrenten einen Verssieich rchschlösse, und mit deren ssinidiger Hilfe in aller Bescheidenheit daS Gefchlift wieder ei�nrichten trachtete. Wir wollen aber nicht nur einen.Konkurs liquidieren, son- dorn wir wollen an nnfsrem Teile die Welt neu ausbauen Wolfen. DaPl gehört Mut, da�u gehört Uebertvindunss. da, zu «ehören alle Eigenschaften, die die Trä-ger einer neuen, einer die Weit erobernden Auffasfung besitzen müssen. Wir sind arm gsvoirden vom Standpunkte der kapita» lkfkischen Wirtschaft aus betrachtet; aber wir können ein reiches Volk werden, so reich wie nur irgendein anderes Volk der Erde, wenn wir es wagen, die in uns wohnenden Kräfte fich regen zu lassen. Denn worin besteht der wirkliche Reich- tum einer Nation? Nicht in den papiernen Werten, die in den Geldschränken einer kleinen Minderheit aufgehäuft sind, und für deren Verzinsung die übergroße Mehrheit der Be- völkerrmg zu sorgen hat. Auch nicht bloß in ben Fabriken, in den Eisenbahnen, im städtischen und ländlichen Grund- besitz, solange diese sich im Privateigentum einer Verhältnis- mäßig kleinen Zahl von Menschen oder in der Hand des kapr- talistisch verwalteten Staates befinden. Der Reichtum eines Volkes ist die Arbeitskraft des Proletariats; der Reich. tum eines Volkes ist der Wille, die Produktionsmittel des SandeS gemeinsam zu verwalten, die Produktion auf den Bedarf d«S Volkes und nicht auf dem ProfitbedürfniS einer kleinen Minderheit aufzubauen. Führen wir also die Sozialisierung Deutschlands so rasch und so energisch wir nur irgend möglich durch, dann können wir erwarten, daß uns die ungeheuren Kriegslasten, die das alte Regime dem deutsche Volke als fluchwürdiges Erbe hinterlassen hat, nicht zu Boden drücken werden. Wir wollen bei dieser Gelegenheit den anderen Völkern sagen und zu- gleich unseren eigenen Volksgenossen die Wahrheit nicht der- hehlen: Wir sind gewillt, gutzumachen, was das deutsche Volk bisher gesündigt hat; gesündigt dadurch, daß es eine Regierung geduldet hat, die Deutschland und die ganze Welt in den Jammer deS Krieges gestürzt hat. Wir find mit schuld an deren Sünden, weil wir sie nicht verhindert haben. Wir müssen deshalb die Folgen tragen, wir wollen uns dir Welt gegenüber dieser Verpflichtung nicht entziehen. Wenn wir das an dieser Stelle erklären, so können wir er- warten, daß auch d i e Völker, die noch nicht die Einsicht haben, ber kapitalistischen, Wirtschaftsweise bei sich ein Ende zu machen, uns an dem Aufbau eines sozialistischen Gemein- wesenS nicht hindern werden. Dem Kapitalismus der En- tente muß es gleichgültig sein, ob er seine Geschäfte mit einem kapitalistisch oder mit einem sozialistisch verwalteten Deutschland machen kann, ihm kommt es mir. darauf an, überhaupt noch Geschäfte zu machen. Und ein sozialistisches Deutschland wird seinen Bedarf an Rohstoffen, die es von auswärts beziehen mutz, ganz gewaltig steigern, es wird im Weltverkehr beim Austausch der Güter der Völker unter- einander als ein achtunggebietender und gern gesehener Faktor austreten. DaS ein« wollen wir auch vor aller Welt bekunden, daß iiNS nichts ferner liegt, als unsere Ideen mit Feuer und ffie eine sozialr��e' fem �mü�7 a n der e n oftei5 i it- Kvingen, die noch an der kapitalistischen Regierungsweise festhalten wollen. Aber wir vertrauen ans die sieghafte Kraft des sozialistischen Gedankens, der nicht nur die Sache eines Volke? ist; wir sehen die gewaltig« wirtschaftliche Ent- Wicklung in der ganzen Welt vor uns. die die Grundlage für die Ausbreitung des Sozialismus ist. Ich brauche im einzelnen nicht einzugehen darauf, wie ich mir die künstigen Beziehungen zu den Völkern vorstelle, die uns fünf Jahre lang als Feinde gegenüberstanden, oder zu den Völkern, die in diesem Kriege neutral geblieben, ober auch z,: den anderen Völkern, die wie wir unter der Last dieses Krieges zusammengebrochen sind. Wir haben nur den einen Wunsch, mit allen Völkern in Frieden und Freundschaft zu leben, mit ihnen gemeinsam daran zu arbeiten, eine Wiederholung des Unsäglichen, das wir fünf Jahre lang «riebt haben, unmöglich zu machen. Wenn wir in diesem Sinne unsere Beziehungen zu den anderen Völkern pflegen, dann wird es tutt geringe Mühe machen, die nationalen, wirtschaftlichen und politischen Differenzen zu beseitigen, die vom Kriege her noch übrig geblieben sind, oder die künftig neu auftauchen könnten.? Und so will ich denn mit dem Bekenntnis schließen, das für jeden Sozialisten eine Selbstverständlichkeit sein muß: Ich vertrau« auf die internationale Solidarität deS Prolsta- riats, ich gehe an meine Arbeit in der Erwartung, daß der Sozialismus die Völker der ganzen Welt zu gemeinsamer glückverheißender Tätigkeit dereinigen wird. Deutschland muß zugrunde gehen, wenn es nicht sofort den sozialistischen Aufbau beginnt: aber auch die ganze Welt wird nur dann zur Höhe der menschlichen Kultur emporgeführt werden können, wenn sie fortan lozialistische Ziele zu erreichen tzrachtet! Gemülsmensche». Wir wiesen in unserer gestrigen Abendausgabe darauf in, daß der„Vorwärts" kein Wort für die Beseitigung des hmählidsen Zustandes fand, daß eine in ihrer Mehrheit sozialistische Regierung Sozialisten in den Gefängnissen der- hungern läßt. Gestern abend äußerte sich der„Vorwärts" endlich über »en Hungerstreik der Schutzhästlinge in Werl. Unter der {emütvollen Ueberschrift„Der unabhängige »üngerstreikrummel" brachte er folgende Notiz: Zu der gestern von der Fraktion der U. 3. P in der National- Versammlung hervorgerufenen Debatte über den Hunger- streik von 42 SchutzhZftlingen in Werl erfahren die „P. P. N.", daß die auch heute in der„Freiheit" wiederholten Angaben nicht den Tatsachen entsprechen. Während noch 2 Gefangene weiter noch jede Nahrung verweigern, haben SS bereit« den Streik aufgegeben. Der Zustand ber noch im Hungerstreik Befindlichen ist als nicht gefährlich zu be- trachten. Damit entpuppt sich dies« von den Unabhängigen so gewaltig cmfgcbaUschte Angelegenheit als eine jener bekannten Hetzereien, auf die sie schon au! agitatorischen Gründen uicht verzichten können. Wir wissen nicht, ob die vom„Vorwärts" gebrachte Mit- teilung den Tatsachen entspricht. Aber selbst wenn eS zu- i/sxtten sollte, daß 38 Schutzbäftlinge. nachdem üe sieben Tage gehimgeit Iwben, den Streik ausgaben, würde das in- direkt nur beweisen, daß unsere Angaben den Tatsachen entsprachen! Welche seelische Roheit gehört dazu, aus der durch völlige physische Erschäpfimg der Gefangenen er- folgten Beilegung des Hungerstreiks die tröstliche Neber- zeugung Zu schöpfen, daß die ganze Angelegenheit aus eine „jener bekannten Hetzereielt" der Unabhängigen hinaus- lief, auf die sie„schon aus agitatorischen Gründen" nicht der- zichten könnten. Nicht minder charakteristisch ist die Dersiche- rnng des„Vonvärts". daß der Zustand der noch im Hungerstreik befindlichen 2 Gefangenen„als nicht gefähr- lich" zu betrachten sei. Damit scheint für das Reptil Noskes die Angelegenheit erledigt. Wozu die Aufregimg? Der größte Teil der hungernden Schutzhäftlinge ist zu Kreuze gekrochen. Der Zustand der übrigen, die heute bereits den neunten Tag hungern, ist„nicht gefährlich". Die ganze Angelegenheit ist„stark aufgebauscht". Die Demonstrationen der Ar- bester sind nur eine Folge der unabhängigen„Hetzereien". Wozu also die Sckmtzhästlinge freilassen? Wozu die Schutz- Hastschande aufheben, wenn auch die Mehrheit der rechts- sozialistischen Fraktion in der Nationalversammlung dafür gestimmt hat? Wozu überhaupt den Forderungen der Ar- beiter Rechnung tragen? Das gibt es nicht. Viel bequemer und sicherer ist die Methode Noskes, die Methode der brutalen Gewalt und der Verhöhnung der elementarsten Rechte des Volkes. Herr heZssench. Wir nagelten in unserer Dienstag-Abendausgabe die Tatsache fest, daß Herr Hclfterich aus dem russischen Geheimbericht, der die angbeliche Abgeneigtheit Eng. landS nachweise, die.KriegRziele Teutschlands auch nur zu diskutieren, die wichtigsten Stellen weggelassen und damit das Dokument in sein Gegenteil umgefälscht habe. Zu die- fem Fälscherstreich bemerkt die„Berliner Volkszcitung" rocht treffend, Herr Helfferich sei zwar in der letzten Zeit politisch ziemlich weit heruntergekommen, aber das hätte man kaum für möglich gehalten, daß er zu dm gröbsten Unterlassungs- lünstm greifen würde, um sein furchtbar erschüttertes Prestige zu erhalten." Wir erwarteten, daß Herr Helfferich sich unverzüglich zn der gegm ihn erhobenen Anklage der Fälschung eines amtlichen Dokuments äußern würde. Das hat er bisher nicht getan. Er stellt sich gegen unsere Anklage taub und bringt eL fertig, in der gestrigen Abendausgabe der„Kreuz- zeitung" erneut einen zweispaltigen Artikel loszulassen, ohne auch imr mit einem Wort auf die gegen ihn erhobene An- schuldigung einzugehen. Die„Berliner Börsenzeitung", die von Herrn Helfferich erwartet, daß er„zu der politisch wichtigen Veröffentlichung der„Freiheit" Stellung nehmen und lein U.ttU gegebenenfalls rektifizieren" werde, ssibt der Vermutung Ausdruck, daß ihm nur„jener verstümmelte imd den wahren Sinn verzerrende Wortlaut" vorgelegen habe. Wenn diese Vermutung zutrifft, ist Herr Helfferich schon im Interesse seiner persönlichen Rehabilitierung verpflichtet, die Quelle anzugeben, aus der der von ihm veröffmtlichte Wortlaut des •"T" T' � l»»»------. La die Person des abgewkrtschasttzten StaatSministerS Helfferich herzlich gleichgültig. Sie hat aber ein eminentes Interesse daran, zu erfahren, wo die Fälscher amtlicher Do- kumente sitzen. Sem Volke muß d'e Religion erhollen bleiben, Aus Weimar wird gemeldet, daß sich Zentrum, Rechts- sozialisten und Demokraten in der Schulfrage auf ein neues Kompromiß geeinigt haben. Der Absatz 2 des Artikels 1'43 der Verfassung soll wi« folgt lauten: .Innerhalb der Gemeinden sind indeS auf Antrag von Er» ziehuiigSbevcchtigten, B olkS s chu l en ihr-er Bekennt- nisse oder ihrer AZeltanschauung nur zu errichten, soweit hier- durch«„ geordneter Schulbetrieb auch im Sinne des Absätze» 1 nicht beeinträchtigt wird. Der Wille der Erziehungsberechtigten ist möglichst zu berücksichtigen; das Nähere bestimmt die Landes- Gesetzgebung nach dem Grundsatze eines ReichSgcfctzeZ." Dieses neue Kompromiß wird wahrscheinlich von seinen Vätern als ein gewaltiger Erfoljj ihrer Verständigung K> Politik ausposaunt werden und insbesondere die Rechts- sozialisten werden behaupten, daß nunmehr alle Befürchtun. gen vor der Klerikalisierung der Schule beseitigt seien. In Wirklicksteit'besteht für die Kirche auch künftig die- Möglich- keit, weitreichenden Einfluß auf das Schulwesen auszuüben. Denn die Simultanschule soll nicht grundsätzlich durch- geführt, sondern der konfessionellen Schule ein weiter Spiel- räum gelassen) werden. Geradez r- skandalös aber ist es, daß sich die Klerikali- sierung des Schulwesens noch auf die Volksschule erstrecken soll- Für die höheren Schalen wird das Prinzip der simultanen Erziehung anerkannt, die Volksschule da- gegen soll auch künftig von der Kirche dort beherrscht werden. wo sie die Macht dazu hat. In den Einzelstaaten, in denen das Zentrum eine entscheidend« oder mitbestimmende Molle spielt, ist es ihm möglich, das Volksschulwesen so zu beein- flussen, wie es den Interessen der Kirche entspricht. Die Nechtssozialisjen, von den Demokraten und vom Zentrum ganz zu schrieigen, haben also die berüchtigte Losung der' alten Machthaber in die Verfassung eingeschmuggelt, daß dem Volk e die Religion erhalten bleiben müsse. Unberührt von diesem neuen Kompromiß bleiben aber alle anderen Bestimmungen der Verfassung Uber das Schul- Wesen. Dost Prinzip der Einheitsschule ist weiter preis- gegeben, die höher? Schule bleibt auch kiiiiftig den besitzen- den Kreisen vorbehalten, höchstens die Stipendien für unbe- mittelte SchAler, die nicht viel mehr als Almosen sind, wird man vermelucn. Es bleibt dabei, daß die RechtSsozialtsten in der Schill frage eine schmähliche Rolle spielen und die Kulturideal» des Sozialismus preisgegeben Habel». Ioryetzung der Versasiungsberalvug. Eigene Drahtnachrichten der.Freiheit"! Weimar, Sil. Juki. In der NachmiitsgSsitzung der Nationalversammlung wurde der VerfassmlKSeiitwurt weiter beraten bi» zum Artikel �ISI. Größere Debatten Entstanden nicht mehr. Bemerkenswert ist, daß beschlossen wussre, die Militärgerkchtvbarkeit auf. zu he ben. Lun kann mgn wohl die Frage stellen, wann vi« llteuieruliD mit dieser Bestimmung Ernst machen untk'der Militär- justiiz ttnrklich ein Ende bereiten will. Vorläusrz sieht e? noch nicht io au», als ob diese Ahsicht bestünde. Eine Aussprache gab cS dann noch in der Frage der Gl e i ch it e!! u n g der u» c l? c- lichcn mit den ehelichen Kindern. Di? bürgetlichon Parteien wollten davon ni.his wissen..: si.u.nlrti dr Anträge der Nechtssozialisten ebenso'.De die.. jm Cozialde» inokrvten nieder. Sie Abflimmuug Wer das Vteckaueuevolllw. Die Debatte über das Programm der Regierung, die zu- gleich die Enthüllungen des Herrn ErzbergerS brachte, endete mit der Abstimmung über ein Mißtrauensvotum, das di« Deutsch- nationalen, und ein Vertrauensvotum, das die Mehrheits. Parteien eingebracht hatten. Der Antrag der D-c ut chuat i ot.o Ich enthielt nationalistische Phrasen, zugleich aber versuchte er die Revolution für den Zusammenbruch Deutschlands und für den uns aufgezwungenen Geroaltfrieden verantwortlich zu machen. Es war deshalb selbstverständlich, daß unsere Genossen für dieser Antrag nicht stimmen konnten, wodurch sie aber ebenso selbst- verständlich nicht etwa zum Ausdruck bringen wollten, daß sie dieser Regierung Vertrauen entgegenbringen könnten. Des- wegen mußten ine auch später gegen den Auaag auf Ausstellung eines Vertrauensvotums stimmen. Diese klar« Sachlage ist dem.Vorwärt»", wie nicht ander« vorauszusehen war, uicht verständlich, denn er versucht einen Gegensatz zu konstruieren in der Haltung unserer Genossen z» diesen beiden Voten. Wer sich den Sinn für polilische Sauber- keit bewahrt ha!, der wird an dieser Abstimmung durchaus nicht.. auszusetzen heben. Qder glaubt das Blatt etwa, daß wir einer Rigierung, die«inest NoSle unter sich hat, Vertraue» entgegen- briruzen kramten? VtZs ssll noch der Grenzschuß? Wie di«.Deutsche Tageszeitung" aus Mescritz von zu> ständiger Stelle erfahren haben will, sei keineswegs beabsichtigt die Grenzschutztruppen aus ihren jetzigen Stellungen an der Demarkationslinie in den Kreisen Bomst, Meseritz und Birnbaum vor der endgültigen Grenzregulierung zurückzuziehen, Gegenteil ist mit weiterem Einsah von RrichSwehrtruppen zw Verstärkung deS Grenzschutzes zu rechnen. Von der Regierung ist zu verlangen, daß sie sich sofort unt ganz unzweideutig zu dieser Meldung äußert. Ist etwa beab- sichtigt. die Ausführung des Friedensvertrages damit zu be- ginnen, daß das stehende Heer im Gegensatz zu den Bedingungen noch weiter vermehrt wird? Vielleicht erfahren wir auch naherei darüber, aus welchem Grunde gerade jetzt, wo sich«ine Ver- ständigung mit den Polen anzubahnen scheint, der Grenzschutz in Posen verstärkt werden soll. m rechlssoziaUflische kuMebtiag. Der Bezirk Awrstand der rechtssozialisten Partei Groß Berim hat für heute abend sieben Proxstversaanmlungen einberufen.»>' sich gegen die.Entweihung des 21. gegen.Terrorlkmui und Gewalttätigkeit im Parteikampf", gegen den Fweben vor Versailles wenden sollen. Das von niederträchtigen Beschl-mpftm< nen'der Nna-bhöngigen SaziaDewskraiie strotzend« FlngiMatrde« ft» chasur piVscherr Dezirtv�ufl-nN-c», t-M zur Scitmlhric an diesen K-uudgebungen auffordert, schließt mit einem sti-mmungS- vollen Appell an die.Solidarität des iir!ernati«nas«n Prole- tariatS". Selten ist uns in der an verleuntderische.n' Erzeugnissen reichen AgitätionL-literalur der Nechtssozialisten ein so widerliche» Machwerck zu Gesicht gekommen, wie dieses Flugblatt des rechts- soziailistischen Bezirksvorstandes. Da werden alle Lügen de» �vorwärts", die wir schon mehrfach widerlegt, alle Beschiimpfu-n- gen der Demonftvanten vom 21. Juli, die wir gebührend ge- kennzeichnet und zurückgewiesen haben, noch eiirmal wiedevholr, um bei der Anhänger schuft der S. P. D. den Eindruck zu er- wecken, als habe eS sich bei dem Generalstreik vom 21. Juki u-m eine überflüssige, frivol vom Zaun gebrochen« Aktion der Un- abhängigen E-azialdomokrati« gehandelt, die die Volkswirtschaft schwer geschädigt und ihre Anhänger zum wüsten Terror gegen die S. P. D. aufgerufen habe. Selbstverständlich wird in dem Flugblatt sorgfältig verschwi«- gen, daß erst das Verbotder unabhängigen Massen» Versammlungen am 21. Juli die Massen veranlaßte, du cechtssoz i a l i stischen Versammlungen zu besuchen- und daß«S vi», allem diesem Verbot zuzuschreiben war, daß sich di« Empörun» der Arbeiter in den Versammlungen spontan äußerte. Wir be- dauern es, daß die Besucher der Versam-mlungen nicht mehr Zu- rückHaltung übten und eS nicht den Diskussionsrednern über- ließen, das Strafgericht an den rechtssozialistischen Gegncm zu vollziehen. Wir können es aber verstehen, daß das vielfach pro- dozierende Auftreten der rechtssozialistischen Redner tumultuari- sche Störungen hervorrief, wobei wir die Frage unerörtert lassen. auf welcher Seite die Hauptschuld an den bedauerlichen Zu- sammenstößen in den Versammlungen liegt. E» wäre scfilechterdinj» absolut nicht zu verstehen, daß diese Vorgänge Anlaß zu einer neuen.Protestaktion" der S. P. D geben könnten, wenn nicht klar zutage treten würde, daß eS den Wechtssoz-ialisten nur um einen neuen Vorwand zur Hetze gegen die Unabhängige Sozialdemokratie zu tun ist. Diese-Ib« Partei, die im Gegensatz zu einigen großen Provinzortzauisotio- nen der S. P. D. durch ihre ablehnende Stellung vi« gewaltige. Protestkundgebung in Berlin gestört hat, wagt es nun, gegen die .Eutweihunz" dieses Tages durch unsere Partei zu protestieren. Sie, die den Terror und die Gewaltherrschaft ihre? NoSke deckt, hat den Mut/ uns TerwriSmus und Gewalttätigkeit vorzuwerfen. Sie, die-immer nur Hobn und Spott für die internationale Soli» , darität hatte, bat die Stirn, jetzt diese Parole auszugeben und heuchlerisch zu klagen, daß wir diese Solidarität gestört hätten. Neben dieser vevgiftenden Parteihetze sollen die houtigen Per. sammlungen noch einem andern Zweike dienen. Sie sollen de» rechtSsoziaNstischen Führern Gelegenheit geben, gegen den Frieden von Versailles zu chattern, die Unabhängige Sozialdemokratie als die- Urheberin dieses Friedens anzuklagen und die Haltung de> rechtssozialistischen Führer in den Kri.gsjahren zu rechtscrtigen Die Leute, die immer.wahr machen, waS sie früher gesagt". werden auch jetzt mit gewohnter Zungenfertigkeit ihre Sünden verhüllen und den'Bankerott ihrer Politik durch nationalistische Hetzreden und Beschimpfungen ihrer parteipolitischen Gegner vor- gössen zu machen suchen. Da aber derartige Veranstaltungen kaum den Reiz der Neuheit besitzen, werden sie diesm.ll eingehüllt Iii Phrasen über eine Aktion für die international« Solidarität. Fm Auftrag« de? Verbandes sozmldamskratischer Wahlvereiae slt.®. P. D.) Grich-Verlrn» und Nmg'zrnd werdön die Partei- genossen ersucht, de» heute stattfindenden Bersammlungen de» P. k e rn Vu bleib tu, / Dofument der Kriegsschuld. die Seisischrisl des Generals Ludendorff. Weimar, 30. Jirli. Die in der Denüschnft des Ministerpräsidenten kurz zitierte Denkschrift des Generals Ludcndorff hat folgenden Wortlaut: Erster General-Ouyrtiermeister. Grosses Hauptquartier, den 14. September 1317. Bei den Verhandlungen in Berlin ist unsere und die Lage amerer Felde besprochen. Ich halte mich verpflichtet/ hieraus nochmals zurückzukmirmen und den Gedankengang schriftlich wie- herzugeben, in dem ich mich bewegte. Ich habe ihn hier in bezug auf Lonewy Brich, auf Landwirtschaft und Nebersechandel erwei- rert. Unsere im Innern ist nach Angabe der Nessortvcrtreter fchwicrig in bezug auf Futter und Kohlen. In bczihr, auf Kohlen leider nickt unpertchnldet durch Verhältnisse früherer Monate. Unsere Finanzwirtschaft ist austcrordrntlich angespannt. Durch die ReichZtagSmehrhett ist unser? Lage im Innern zw einer wenig erfreulichen gemacht. Die Arbeiter- und dann auch die Ersah- frage hat sich verschärft. Ick meine aber, diese inneren Schwierig- leiten müssen durch die feste Leitung der jehigen Regierung über- wunden werden; möglich ist eZ, Oesterreich' Ungarn ist, wie ich eS hier nicht näher erläutern will, für die nächsten Monate durchaus an uns gefesselt. Auch Bulgarien wird entgegenkommender, nachdem westlich deS Lchridisces die Franzosen lokale Vorteile er- rangen haben. Der Türken sind wir vorläusig sicher. Dasz unsere militärische Lage gefestigt ist und der U-Boot-Krieg wirkt, brauche ich nicht weiter auszuführen. Dem gegenüber ist die Rage der Entente erheblich schwieriger. Nutzland treibt der inne- ren Auflösung Entgegen. Damit scheidet es als vollwertiger Geg. ner gänzlich anS. Die' inneren istuständs müssen eine Verpsl«- gungs- und Heizmittelkrise im Winter mit Sicherheit hervor- rufen. Diese Zustände werden auf Rumänien zurückwirken. Die Verhältnisse im Osten haben für uns eine sehr günstige Ge- stalt angenommen. Dse übrigen Ententemächte haben mit Nutz» land und Rumänien nicht mehr im vollen Umfange rechnen kön- nen. Aehuliche Erscheinungen weist unser Bündnis nicht auf. Italien rechnet anscheinend auf einen Erfolg in der zwölf- t«n Jfonzo-Schlacht, der wird ihm verstrit bleiben. Die inneren Verhältnisse treiben damit zur Krise. Die Kohlcnnvt mutz sehr grotz»verden. Datz das neu« Ministerium in Frankreich für die Dauer kriezerischer fein wird als da? bisherige, ist nicht anzunehmen Das Gcgeniteil ist zu erwarten. Auch Frankreich steht vor einer •flahlennot. Alle neuen Nachrichten aus Frankreich stimmen darin überein, datz der U-Bootkrieg wirkt, datz die ErnährungS frage schwierig ist. und datz die englische Rcg«run,g mit starken sozialen Schwierigkeiten zu kämpfen hat. Der Drang nach Frieden in Enzland wird stärker. Ich brauch« mich hierüber nicht näher auszulassen. Sollt« England ernsthafte Schritt« imtev nehmen, so wäre das«in Zeichen, datz«s nicht mehr glaubt, den Krieg zu gewinnen. Von hier bis zur Ueberzeuguns, datz«S nur noch verlieren kann, ist kein weiter Schritt. Die Hoffnung der Entente fest Rutzland» Niederlage ist Amerika. E» darf, wenn auch nicht unterschätzt, aber auch nicht ÜhxrüUht werden, � � jvZut Zeit scheint England zu befürchten, datz die Führung der Enieute an Amerika überzeht. Wie das Verhältnis Italiens und seiner Bundesgenossen ist, mag dahingestellt bleiben. Jedenfalls sind starke Reibungen unter den Mitgliedern der Entonte enistanden. Grotze kriegerische Erfolg« hat da? Jahr 1317 der Entente bisher nicht gebracht. Nur Mesopotamien ist von England ve> Wonnen. Die zrotzen Waffenrrfolge zu Lande und zu Wasser stehen auf unserer Seite sU-Boote). Ich ziehe den Schlutz: Unsere militärische Lage kst günstiger akS die der Entente. Unser Bündnis ist fester. Die Schwierigkeiten im Innern sind bei uns geringer als bei der Entente. Trotzdem bin ich auch der Ansicht, datz ein Frieden für unS vor Beginn de» Winters erstrebenswert ist, wenn er un» daS nö.iziiie bringt,' was wir zur Sicherstcllung unserer späteren wirtschaftlichen EntWickelung bedürfen und unS in«ine mili tarische und wirtschaftliche Lage versetzt, die uns einem neuen Verteidigungskrieg mit Ruhe in? Auge sehen lätzt. Die Kraftquellen unseres militärischen und unseres Wirt- schaftlichen Widerstandes liezcn— außer in der Arme« und Flotte— in der Landwirtschast, den Bodenschätzen und unserer stark entwickelten Industrie. Ohne Rumänien und die anderen besetzten Gebiete wären w'r in eine hoch bedenkliche Verpflegungslage gekommen. Auch mit Rumänien ist sie-ernst genug geblieben. Sie würde sich noch verschärfen, wenn wir. wie wir später hoffen müssen, Beb gien zu verpflegen haben. Die» können wir zur Zeit nicht. Wir müssen bßbej einen Zuwachs an Land erhalten. Diesen finden wir nur in Kurland unv Litauen, die gut« landwirtschaftliche . Möglichkeiten bieten. Bei der Haltung Polens müssen wir au» Militärischen Rücksichten die Grenzen Litauens über Grodno nach Süden schieben und Ost- und Westpreutzen etwa? verbreitern. Erst dann löemen wir Preutzen schützen. Auch an einige» Stellen der Provinz Posen läuft die Grenze milllärisch zu un- günstiq. Ob wir mit Kurland auf die anderen Ostsecprovinzen anziehend wirken, mutz der weiteren politischen Entwicklung überlassen blecken.' �, Wie künftig ein besserer Lebensmittelbestand unser Verhältnis zu den neutralen Staaten beelntkussen würde, fall bwr nur ge- streift NXrden. Korn und Kartoffeln sind Macht wie Kohle und Eisen. Unstre Bodenschätze»nd unsere Industrie liegen an den Grenzen des Reicks fo ungünstig wie möglich. Regierung und Reichstag hatten die schwierige Lage des oberschlesifchen Becken» schon bor dem Kriege erkannt und Standorte dort vermehrt und verstärkt. Die» allein genügt nicht, wir müssen Oberschlcsien auch durch Laad gewinn schüven. Eine Liquidation der dort liegenden. im feindlichen Besitz befindlichen Werke mit Uebergang in deutsche Hand würde dies erleichtern. Im Westen haben wir die beiden grohen Zentren, das lothringisch-lnxemburgifche Erzbrckrn mit dem Saarrcvier und da» niederländifch-westfälische Industriegebiet, das sich nach der begi- scheu und holla ndiien Grenze zu immer mehr ausbauen wird. Die Gefährdung dieser Gebiet« ist in Diesem Kriege nicht in Er- sckeinung getreten, weil wir im Aufmarsch der Entente zuvorge- kommen sind. Außerdem war die Bedeutung der Industriegebiete anfangs überharivt nicht voll erkannt. Hieran besteht jetzt kein Zweifel, und es mutz damit gerechnet werden, datz unsere Feinde alles versuchen werden, un» im diesen Geknetcu zu treffen. Würde nur die» gelinaen, so wären wir nicht in der Loge, einen Her> teidigungSkrieg zu führen. Wir wären auch v»rtschastsdh erledigt. Di« inneren poiitstchen Folgen brauche ich nicht zu erörtern. Der sichere Schutz dieser beieen Gebiete ist für un» eine Lebensfrage. Wir müssen hier das erreichen, was wir irgend er- reichen können und wozu unsere Lage berechtiech Erreichen wir uichiS, so kann an� unsere Lag- nur mit schwerer Sorg« gedach! werden, und e» wäre dann vorzuziehen, weiter zu kämpfen und noch nicht an Frieden zu denken. Wir müssen uns klar darüber st in, datz� das, was wir nicht erreichen, im Frieden durch hohen militärischen Auswand(Flugabwehr, Unterhaltung von Flieger- streitkräften, starke Grenzbesatzung) ausgeglichen werden mutz. soweit die» überhaupt möglich ist. Das lothringische Erzbccken verlangt einen Gelänbczuwach-? nach Westen. Je gröber er ist, desto leichter wird die Sicherung. Der Deickebalt der Grenze wie vor dem Kriege würde eS mit sich bringen, datz jede politische Beunruhigung auf die Werke mit ihrer starken Arbelterschaft zurückwirken würde. Bei Beginn von Feind- digkeiten wäre der Betrieb lahmgelegt und Zerstörungen aus- gesetzt. Auch in dem zu erwerbenden Gebietsstreisen liegen Gr.u- ben. Zunächst würde dieser Zuwachs gestalten, im Frieden spar- smner mit unseren Erzen umz'.�nken. Da die deutschen Erzvor- kommen keider sehr beschränkt find, ist dieser Punkt nicht un- wesentlich. Vor allem aber würde der zu erwerbende Gebiets- streifen eine Gewähr zeben, datz die jetzt in deutschem Besitz be- sin blichen Gruben auch im Kriege arbeiten, wenn sie dann un- mittelbar militärischen Schutz haben. Selbstverständlich bleibt das Gebiet durch Arlillerie und Flieger immer sehr gefährdet und wird stärke Sicherheitsmaßnahmen nötig machen, da wir unsere Grenzen dort nicht bi» zur Maas vorschieben können. Um so dringender ist die unversehrte Erhaltung de» nickoer- rheinisch-westfälischen Gebiets. Was die flandrische Küste für Lustangriffe auf England für dieses Land ist. da» ist die Maas- linie bei Lüttich in noch erhöhtem Matze für(zaS Industriegebiet. Wir müssen da» Gebiet ,« beiden Seiten der MaaS und südwärts bis Saint Vith fest in der Hand brhaltrn. Bisher sehe ich nur i» der Einverleibung durch da» Drutsche Reich die Mittel. bieS z» erreichen. Ob es ein anderes Mittel gibt, mutz ich dahingestellt sein lassen. Vorläufig scheint es mir noch nicht gefunden. Der Besitz der MaaSlinie allein genügt nicht, um dem In- dustriegebiet die erforderliche Sicherheit zu geben. Wir müssen ein englisch-belgisch-französisches Heer noch weiter zurückschieben. Dies kann nur dadurch geschehen, datz Belgien wirtschaftlich so eng an nn» angeschlossen wird, daß es auch seinen politischen An» schlich an unS sucht. Der wirtschaftliche Anschluß wird ohne star- ken militärischen Druck— längere OKupation— und ohne Besitz- ergreifung von Lüttich nicht inS Wert zu setzen sein. Die Neu- tralität Belgiens ist ein Phantom, mit dem praktisch nicht gerech- »et werden barf. Ganz sicher wären wir erst, namentlich da der Tunnelbau Dover— Calais Wirklichkeit wird, wenn wir ganz Bel- gien militärisch besetzen und an der flandrischen Küste stünden. Trotz aller Schwierigkeiten Englands können wir dies zur Zeit nicht erreichen. Es fragt sich, ob wir um diese» Ziel den Krieg fortsetzen müssen. Da» ist meine» Erachten? der Fall,«denn die Engländer einen Gebietsstreifen in Frankreich(Calais) behalten. Tun sie das nicht, so wäre der Besitz der flandrischen Küste für unS kein Grund zur Fortsetzung befi Krieges über den Winter hinaus. Wir müssen dann die von ber flandrischen Küste«r- strebte Einwirkung auf England auf Umweien erreichen können. Ich halt« dieS für möglich, wenn Belgien wirtschaftlich.mit dem Deutschen Reich eng verbunden in Wassonien und Flamlanj, ge teilt, mit der Zeit den Schutz gegen Frankreich und Englanb selbst übernimmt und nach Beendigung der Okkupation sich«in Heer und eine Äkarine hält. Der Auschlutz Belgien» an Deutschland wird zur Folg« haben, datz bei einer klar ihr Ziel verfolgenden Politik Holland an uns gezogen wird, zumal wenn sein Kolonialbesitz durch ein mit unS verbündetes Japan garantiert wird. Damit kommen wir wieder an die England gegenüberliegende Festlandsküste und verwirk- lichen das Ziel, das die Marine schon jetzt tn richtiger Erkennt- nis seiner Bedeutung anstrebt. Wir erhalten eine Stellung Eng- land gegenüber, die eS uns ermöglicht, unseren Handel im nächsten Kriege aufrechtzuerhalten. Dies ist daS dritte grotze Ziel, das wir nicht aus den Augen verlieren dürfen. HierM gehören außer Rußland überseeisch« Absatzgebiete in Südamerika, ein Kolonialreich in Afrika und feste Stützpunkte in und ausserhalb des Kolonialreiches. Namentlich weun wir jetzt ans die flandrische Küst« verzichten, hat die Marine ein Recht, Stützpunkte als Kompensation, wie das auch der Herr Reichs- kanzler ausgesprochen hat, zu fordern, die eS ihr ermöglichen, im nächsten Kriege Deutschland den Weg auf dem Weltmeer und damit seine Zufuhr von auswärt» zu erhalten. Je mehr wir von diesem Ziel zurückbleiben, desto größer werden die Mittel, die wir zinslos an Rohstoffen in Deutschland Niederlegen müssen. Datz ein durch günstige � Handelsverträge eng mit uns ver- bundenes Dänemark unsere maritime Haltung und unsere Hau- delSfrciheit stark erhöhen würde, sei nur gestreift. Diese Denkschrift beweist aufs neue die Schuld der Militärkamarilla»nd der sie unterstützenden politischen preise an der matzlosen� Verlängerung des Krieges. Die wahnsinnigen Annexionsforderungen, die hierin nicberge- legt sind, waren schuld, daß jede Verständigung verhindert wurde, sie baben schließlich den vollständigen Zusammen- brück Deutschlands verursacht. Noch zu einer Zeit, wo Deutschland innerpolitisch schon vollkommen erschöpft n>ar, >vo die militärische Lage äußerlich zwar günstig aussah, durch den Hinzutritt Amerikas sich aber von Tag zu Tag verschlechterte, wo für jeden Politiker, der nicht ganz in all- deutschen Vorstellungen sich verstrickt hatte, nur noch die eine Frage zu lösen war. wie auf schnellste Weise der Friede herbeigeführt werden könne, hat Ludendorff die Annexion?- fordeningen der Schwerindustrie und der Großagrarier wiederholt. Diese Denkschrift ist ein neuer und klarer Be- weis für das ungeheure Verbrechen, da» am deutschen Volke begangen worden ist! Ser Wiederanfban von Nordfrankreich. Berlin. Sy. Juli.(W.D.B.) Heute abend fährt eine Kommission von deutschen Unternehmein und Arbeitern nach Versailles, um mit der frauzö- fifcken Unterkommission die Einzelheiten wegen der Gestellung freier Zivilarbeiter für dkn Wiederaufbau NordfrankreichS zu vereinbare». Zukernakionnler Gewerkschaflskongr�. A m st r r da m, 30. Juli. Auf dem hier tagenden Internationalen GcwcrkschaftSkongret si«d folgende Länder vertrten: Amerika mit 3 Dele- gierten in Bertrctung von 3 000 000 Mitgliedern, Belgien 4 Dele, gi-wte 430 M, Mitglieder, Böhmen 2 Delegierte 230 000 Mitglieder, Dlnmark 6 Delegierte 255 000 Mitglieder, Deutschland, berf scher GcwerkschaftSbund 10 Delegierte 5 400 000 Mitglieder, die sptdikalistischen deutschen�OrganIsationen 1 Delegierter(Mitglie dcrzahl ist nicht angegebkn). England 8 Delegierte 4 750 000 MW gls!edcr, Frankreich 14 Delegierte 1500 000 Mitglieder, Holland, niederländischer Gcwerkschaftsbund, 10 Delegierte 220 000 Mitglie, der, Holländische» nationales Arbeitcrsekrrtariat 10 Delegierte 41' 000 Mitglieder, Oesterreich 8 Delegierte 600 000 Mitglieder, Luxemburg 3 Delegierte 21 000 Mitglieder, Norwegen 3 Delegierte 112 000 Mitglieder, Spanien 2 Delegierte 150 000 Mitglieder, Schweden 5 Tclegicrtc 235 000 Miiglieder, Schweiz 3 Delegierte 200000 Mitglieder. Auf dem Kongress haben Amerika 4, Deutschland 0, Eng- lfnd 5, Frankreich 2 und die übrigen Delegationen, desgleichen die dmitschen Syndikalisten und das holländische Arbeitersekretariat je Stimme. Die ungarische Krise. Budapest, 30. Juki. Gegenübe: Wiener Zeitun�Säutzeningen darüber, datz in lkn�arn ein politischer Umsturz nahe bevorstehe und datz die skäicrogierunq abzutreten beabsichtige, ist daS Ungarische Tele- sraphen-Korrespondenz-Bureau zu der Feststellung ermächligt, datz sties« Betrachtungen jeglicher Grundlage entbehrten; die Räte- negierung behaupte ihre Stellung, die Arbeiterschas!'stehe einheit» üch hinter bei Rälerqzierung. Budapest, 30. Juli.(Ungar. Kovr.-B»rea«t, MS Antwort ans die Erklärung der Entente, mit der nnga' rischen Räieregierung nicht zu verhandeln, hat die Rätercgierung an alle Proletarier der Welt«inen Aufruf ge- richtet in welchem eS heitzt: Die Bourzetjisregienmgon der Ententemächte wollen nn? da» Joch des KapüeiliSmirS neuerdings miftwirage». Man will un» in der Flut deS MuteS und der Verleumdung ertränken, denn unser bloßer Bestand bedeutet eine Gefahr für sie, die in Teilung der Beut« auch die letzten Roste ihrer nüchternen UrteilSfähigbett ver- loven haben. Die Entenlere.pncruiigen wollen mit dem Räte» Ungarn nicht verhandeln können, da die Macht dei Proletarier- staate» nicht auf dem VolkSunllen ruhe. DaS sagen die, die ihre Vollmacht von den vor 8 bis 10 Jahren goivählten BonrzeotZpar- lamenten erhalten haben, jene, die entgegen dem Volkswillen einen Krieg eingeleitet und Jahr« hindurch geschürt haben, die Bcmdenhäuptlinge aus exotischen Ländern zu ihren Verbündcdea gemacht haben und Kolonien unterjocht hakten. In Budapest allein, haben 500 000 Arbeitende bei den ersten Arckeiicrratöwahlen abgestimmt in enner Stadt, die kaum«in« Million Seelen zählt. Doch da? bedeutet in ihren Klugen.nicht die Osfenhanrnz dcS VolkSwillcns, denn in ihren Augen bedeutet bloß der Wille der BourgcoiSklasse den Voikswillen. Wir fordern Euch Arbeitende (rikr Länder, die Proleiarierorganisalionen der ganzen Welt auf, schickt Eure Abgesandten her und besichtigt durch sie unsere Ar- beit, die den Kapitalismus zertrümmert.und de» Sozialismus aufbaug. Schickt Eure Abgesandten, um die Wirkunz der Blockade Eurer humanen Regierunzen zu seben. Prag, 30. Juli.(TschechcxSlowakischeS Pretz-Bureau.) In der Antwort auf die Friedensversicherungen in der Note Bela Kun S verlangt der Ministerpräsident Tusar die Herabsehung der ungarischen Truppen auf die durch di« Friedenskonferenz festgesetzte Zahl, dann werde die Tschccho-Slowakei folgen. Er verlangt weiter eine Erklärung, datz dt« ungarische Regierung mit der in der Slowakei eingesetzten Gegcnregierung keine Verbindung unterhalte und jede Feindseligkeit gegen die Tschccho-Slowakei unterlasse« werde. Ausnahme des Telegrammverkehrs mit England. Berlin, 80. Juli. Der Privattelegrammvcrkchr mit Großbritannien ist wieder aufgenommen. Die Gebühr für da» Wort beträgt bei gewöhn» lichen Telegraminen 66 Pf. Die Erhöhung gegenüber den VorlriegStarifen ist hauptsächlich darin begründet, datz die Telegraphenabrechnung mit den fremden Verwaltungen nach Goldfranken aufzustellen ist, während die Gebühren nach dem jetzigen niedrigen Markkur» erhoben werden. Mit der Besse- rung des Kurse» werden auch die Gebühren entsprechend herunter- gehen. Zugelassen sind Telegramme tn offener, in verab» redeter und in chiffrierter Sprache. Wegen Zulassimg des Telegrammverkehrs mit weiteren Ländern über Groß- britannien hinaus sind noch Verhandlungen im Gange. Thealernachrlchken. Im Kleinen Schauspielhause geht am heuligen Tage zum 200. Male«Die Büchs« der Pandvra" van Frank Wedekind in Szene. Lulu: Gertrud Eysoldt, Gesckwitzi Hanna Ralph, Rodrigo: Emil JanningS, Schigolch', Werner Krautz. Im Thealer i. d. Kön'iggrätzcr Straße gelangt heute(Do-nner»ta,z) die Komödie von Pauil Apel.Der Häuptling' in der bekannten Besetzung zum 60. Male zur Aufführung. Im Berliner Theater finoet am Sonnabend, den 2. August, abend» 7 Uhr, die erste Aufführung de» Vaudeville» „Die Dame im Frack" von PördeS-Milo statt, in d:m Rickard Tenius, der langjährige Komiker de» Theaters am Nollendorfplatz, ein« der Hauptrollen spielen wird. vi« Freie Welt .illustrierte Wochenschrift der U. S. F. D. * Heft 11 ist soeben ereth.enen * 20 Pfennig. Vierteljähtlich 2,50 Mk "TTITS? MtnI.d.MiNMnStr. Heute V.S Ahr- ?um Male; Der HSuptling Komödie in Z Akten von Paul Apel. föeiiier mil verzMirnzeii. VvIIiÄijdne. ä Uhr: v«r tciliES Fiarian. freitas, den 1. August, zum t. Male: „Der Kulire;sren". Oper von Villi. Kienzl. DlrehUon C. Meinhard— K. Bcrnaner, Theater l ll ÜönlggMerMiZs 'O Uhr i Der tlsuoilins. KomijÄöZlüW »n 6er, (Z»8t5plei LeifiCiv MöfHch. S Uhr: LIscfott von der Pfalz. ' Berliner Tfienter �8 Uhr: Diotollo Komteß. Deiitsciies Tlienter Allabendlich 8 Uhr Max Pallenberg in .Aach Ich war ein Jünglln«. (Schwank) Kommersniele Allabendlich 8 Uhr: Leopoldine Konstantia in Das Weib und der Bampetmann. Theater des Westens Allabendlich Uhr: �tlaWerberu.HansWaBroannin Die CieSsl�. Lessing-Theater Sommerspielzeit� Leitung: Hans Stcrnhcrg. Oastsplel Onido Thielschtr. 8 Uhr Charleys Tante, Deutsches Kiinstler-TiM AUabejidljcli 8 Uhr; Max Adalbert In: Die Rutschbahn. Heues OüCi'eiienlirtus AUabsodlich 7 Uhr t* Min. Die Dame vom Circus. Residenz-Theßter. Unterer und d. KlostcrstraQe. AusgAng Stralauer Straße. 8 Uhr: Zum 194 Male: Schauspiel von Sudermaim. Regie; Alfred Rotter. Trinnon-Tiienter. Bhl. Frlidiiohstraäe. Ztr. 4321 2391. 8 Uhr; Zum 319, Male: Ger tute Ruf von Hermann Sudermanu. Sonntag 4 Uhr: Johamtisfeuer. Waihnila-Theater ?>! Uhr: Cla Fra» da EaKlstien. KWllnV Präiei Knstanton-MIcc 7-0. Nep'iüfi's Bumineifsh,! BroSa Djiretlw-Po!': la 3 iktst. I« der Tanz- ES m Q 2 dieSe läelicb fii B B n Varietö Anfanar 4'. Ulir. feroüf'pogspark jsliiüihiifdusreiSchönsheFg Hanptstr. 123—123. 3 große EntsdieidungsKWe Als erster kommt zur Entscheidung namhuta gegen Tom Jackson (Anerita)(8«r antndiSEie ti.jtr-BiesfJ Zweiter Gntsch e idun sskam t. f Winter gegen Plctro Scholz (Wien) iSraidnkni) „ � Dritter Gntscheidungskanipt Plnctzkl gegen Barlkuwiak lZcdAnsdin)(Pcltio Konzert. Speziaiitaten üroßer Ball Soeben erscbleaen; Für ein imcralcn- Monopol von E. E. Herrn. Sdunidl hk. gegen Nadmahme durdi den Verlag „DER WERBERAT" BERLIN«SO Karl Schröder Strohe 1 Neu! Neu! Rösc-i heater Vorletzte Aufführunc! 7� Uhr: O schone Zelt, o selige Zeit. Cartenbühne;* 5 Uhr: Konzert, Spezialitäten. Uhr; Das sieht sich Jeder au. liiiiiMüHiieaSer 8 Uhr Süimhoiier lae�flo's! 8 Uhr |f famllie luRneinuun Wintergarten täglich 7b Uhr Vur�liyorstiiiung Rauchen gestattet. Kennst du das Land, wo dicke Eichen stehen? Hast du den kleinen Spree- Wald schon gesehen? Der schönste Ausflugsort im Reiche m' MannS Ltaldschlosi in Echöneichc. Sei.; FricdrichSha'.en 65. Jeden Sonntag Tan-. I beator s. Koilhuser Tor Allabendlich Uhr: Elite- Sänger ehem. Mitgl. der S�ftioerSanger Seidel, Ruselli, Horst. Schubert, Rathke elc. Humor. Spiclpl. Sommcrpfeise! Blüthgon- Konzert• Baiischmieders Weissenseer Variete-Garten| Soninier- Theater j Badslrasse 16- 1 Ffenzisuer FfOltisna'Jö 6-9.| Dir.: Gerh. Dammann_. i Irlich 12 Mse-Uumm; Grosses Thealer- Orchester j Eröffnung der Garten: Wochentags Uhr Sonntags M Beginn des Konzerts: Wochentags 6 Uhr Sonntags 5„ Beginn des Varletds: Wochentags 7 Uhr Sonntags 6„ Über Vermietung der Garten an Verein« wende 1 mau sich an die Direktion. Fortnna-Lichtspiek ittiiilerstr. 12 a Am Donnerstag, 31, 7, Heute unwiderruflich letzter Tac. Aiiders als die Andern. Aus dem Lehen der Homosexuellen. — Täglich 5 und 8 Uhr.— Säle frei für Vereine. VersatBminne.n, Gesoilichtifien Kellers Konzert- u. Festsäle Koppenstr. 29. 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Die Vertrauensleute werden eisucht, soigmde Ausstellung zu mache!:: Name der glrrna und des VertrnuensmnnncS, Wieviel tieHäftidt: iniinn lirhe. wetbliche, jugendliche. Wieviel organiflert. Wieviel voliderechiigt. Dies« Aujftsllllug ideullich ge chvi bcu) muß am Sanleinyang st- gegeben werden.— Jeder Beirieb muß vertreten icin.— Jeder Kollege »Nr Kollegin muß mtt den SeÖTüatit euj dem Lailiciiben sein. Sa« Erscheinen aller Kollegen ist drinpend erforderlich. Ohne Miigiie. sbuch lein Zulrta. V» Freitag, den t. Augntt ISIS, nachm. S Uhr im Ldldi von Schirm, Tbarleücnstr. 8 versaNNlung aller in der Schreibntaschiuen-Prauche bc- schäftigtcn Koliegümeu und Kolirizen. Saneao.dttnNg: 1. Bericht über die Ctellitito.ttalimc der Unternehmer z» unserer Lohnfordcrnua. S. DtSliiisioa. Die OrtsvSl lvaltung. Zntkril. ZuO d.Mg5dkWkdig!es v.-Mkd!leb. Bezirk Norden S. Am Freitag, den 1. August IS g ftildet eine Austerordcntsiche Bezirksversammlung In ler Dchni-Anla, Schöuflictzer Sitrafie 7. Emt_ Znl. Zuud der M!e sbeschädlFteu SN-Lsi. tim Frcilag. den ZI. Juli, abends 7 Uhr, Mitgliederversammlung im Neichenberger Hof, fReUhetttoger Str. 147. Einlaß nur mit. ZÖttHiedskarte. ZmiMkÄHÄ dn MMmMhiW Bezirk Groh- Berlin. Donnerstag, de» St. Juli, akends 7 Uhr in dev MusikeriNe?. kalser-MlheiM-Stk. 31 Seffeulliche VersMMiung aller itn Leder-, Ledertvaren und Tchustgrost- Handel und der Fabrikation beschäftigten kaufmännischen Angestellten. Tagesordn ung: 1. iSeri Pt über die Tachvethaudtunzen: F. Licht. 2. Disluffw». 8. B-rschicdcnet. Lolleaei: und Kallegtunee! E» e.ilt wichtige Cutschließungeu zu saiscn, roe allen Tiegen müssen sich die Kollegin dariider schlüssig weiden, ob sie auf das Mitbesi nninungörecht. welches in schweren Kämpfen errungen wurde, Äers cyl lkiAet: wallen. Sektion der Leder- u.Lcdcr>varen-�»ugestellte« ' I. A.i L itf) t. EtösaRtnaier Sir. 6S-70, Deutjeber Bolzarbeiter-Üerband Verwaltung Berlin. Rungestr. so. Telephon»lmt Mpl. 10623 u. 357«. ?reitsg, den 1. Jlugtijt 1919, nachm. 6 übr, bei Äoeker, Weberftr. 17: Krlllllhkll-Ntrsmmlmg dcr Kiste»- n»i! Kosttniüühtt! Tagesordnung: 1. Bericht vom Verbandstag und General- Versammlung. , 2. Verbands- und Branchenangclegenheiten. Die Ortsverwaltung. GOCOOOOOOOOOCOOOOQOCOOOOOOOOOOO iFREIHEIT-LESERlI � Dia Abonnenten in den StraBenzügan <> zwischen Greifswa�er- und Landsberger O Straße, rechte Seite und zwischen Frieden- � straße 1—29, sowie in dem Viereck bis 0 an den Aiexanderplatz werden vom 1. August an von der s Spedition Werner\ <> Greifswalder Straße 29 bedient.< � Dorthin sind alle Meldungen zu richten. 5 OOOOQOOOOCO0OOO$OOOO<>< I Uschi in 6-8 Wochen| sondern in 3--STa£:on werden alle Militär-i und j Zivilgarderoben, Stoffe, Leinen, uaken, Seide etc. j in Jeder Farbe licht- und farbecht gefärbt• Trauersaciten blnoen 24 Stunden. ! Schnelifämersf, ehem. Reinigung, Kunslstopierei (Tel.; Amt) NOfCi-WeSt.(Hansa 1075) 1 iL»tu& Sieg) iaupigeictmt Go'zkowsiystr. 13 Annahmestellen werden noch vergeben. 30- 50 Mark tägl. werden jed„ der meinen 15-Pfeanlg-Schlaeor:. Was war der Soldat verk. Must.-Son.nurgeg.Eins. V. M. 2.—. Vertr. ges... Vers. Rob. Bischoff. Stuttgart, Möhringer Str. 110. IM- Ei iiilfZI Dr. Bned. Haockö, Frleöridisif.OSs�Äoi Spr.10— 1 n. 5— 8, Sonnt. 11—1 Enolgrelche Bebandlung. Zig&relten Consiantln, Salscharl. Laurent usw. ohne Muadst.. Mille 300,—, Personne& Kolbe» Friedrichstraße 2! 5. Ii ämopphuiffen 20000 Erfolge mil BQKASAL%Pf8M SÄMARfTER APOTHEKE SSRLt� 36.6W6S DeutscUer MetallBrteüer-WaiHl _ Verwaltungsstelle Berlin. üaehrufi Den Kollegen zur Nachricht, daß unsere Kollegen. der Mechaniker Kurt Wctxieribai'g OeibelstraBe I, am 24. d. M, der Revolver-Dreher Bernharsi Se�wes�er am 27. Juni gestorben sind. » Ehre ihrem AndSDlten! Die Oplswerwaltanc!. Todesanzeige. ! Am Dienstag, den 29. d. M. verstarb die Frau unseres Koramissions- mitgliedes Max Jnrthe, Maiia Joitl'e. Die Beerdigung findet■•< am Freitag, den 1. 8.. y j nachm. 2 Ubr in Alirens- felde statt Ehre ihrem Angedenken! üranGöfiikonuaiiEioa •J Mf•■■■!-Afliiisr. OEüfscii. UDiiifS-Wanil. Zahlstelle Berlin. m 'fflSää&Wg •Ige eines sich im Felde zugezogeren Lun- j genleidens verschied am! 9. Juli d. J. unser lieber| ! guter Sohn und Bruder, ! der Unteroffizier 11!! KilzeafiDrf,! I Ritter des E. K. I. u. II Kl. im vollendeten 24. Lc-[ bensjahre. 4'J Um stijles Beileid blt'en| Rob. Kitzea- orf u. Frau � Piiulinc. geb. Günthc � Wwe. V/ally j geh. Kitzcadotf i als Schwester. � Die Bestattung finde J am Freitag, I. August,"? naclim- 4'? Uhr von der d Halle des St.-Qo;gaiha- Ö Kirchhofes, Bariußstr., r ans statt. UWWWWÄWW» g t DanksagUD-i. Für die rege TeÜnahtns bei der Beerdigung 1 unseres Helen Vaters 1 sagen wir allen Ver-' wandten, Freunden, Oe-| iiossen.KoIlcgeauni.Mit- j 1 bewohnern des Hauses| unsern finnigsten Dank.; Gebrüsier Plunükä, i Neukölln. Lolirienäer Neteoveidisiisi evtl. Vollextstenz bietet sich für Jedermann, auch Frauen, durch Verlcaui eines von Jedem Mann und jeder Frau begehrten, leicht verkäuflichen Artikels. Für in Großbetrieben tätige Personen niemals wiederkehrende Ge- iegenheit- Augebote an W. Eber�ardf, Kerflsi SW 3», Balls-Ailiancc-�traBc 25. ♦ t � raiBjininiiiiiiiiniiiiiüiHiiJüiiiiir_ t oon ♦ IHlocf 3:0-1800• ♦ lackiert, laffert. pitcbpfne. ♦ ♦ ♦ ♦ Auerrefcyte Auswahl ♦ «» Vi INg fte preise Z ♦ Direkt ad Fabrik ♦ iSOiaiÄl'l iWrik- Lsiger- ; Nur- 5 Gr.Frllnkfurterstr.4 1 : Ecke Lenchtsirage Z Sal IHIIlPeps.sasskSä, zu Versammlungen, Vereins' Vergnügungen e;c.„Oarde. Kasino", Sophienstr. 34.' 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Dezember »SIS. ja ISIS, wurde und wird als ein großer Fortschritt ange» jehen, weil es die Voraussetzungen für die Schutzhaft und Auf- crrtha! tsbe schränk uug durch die vollziehende Gcwalt geregelt und den Erlaß derartiger Maßiurhmen und ihre Gesetzmäßigkeit unter die richterliche Nachprüfung des Ncichömilitärgerichts gestellt hat. Fragt man mit Recht, warum Ende ISIS bloß, wenn auch noch unzureichende, Bestimm ungen zum Schutze der persönlichen Frei- heit eines Deutschen, nicht aber aber eines Ausländers, getroffen und solche zum Schutze freier Meinungsäußerung und der Preß- froiheit nicht erlassen worden sind, so ist es gang unbegreiflich und höchst bedauerlich, daß die schrankenlose Hrrrschaftsausübung einer Regierung nach dem S. November 1018 auf diesem Gebiet« noch möglich ist. Sicher werden alle Vertreter der jetzigen Regierung unter Berufung auf bekannte Vorgänge und Geltendmachung vermeint- kicher Gefahren für die öffentliche Sicherheit, Ruhe und Ordnung di« weitere Fortdauer des Belagerungszustandes und das Der- bot und die Beschlagnahme bestimmter �aufhetzerischer" Zeit um gen für eine öffentliche Notwendigkeit erklären. Ich will dar- über mit ihnen nicht rechten, weil es sich hierbei um AuffassiingS» derschiedenheiten handelt, über die zur Zeit eine Verständigung nicht möglich ist. Ich unterstelle also die grimdsätzliche Notwendig. bett derartiger Zeitungsverbote, Damit ist aber nicht das ge- ringste für die Erforderlichkeit und die Dauer des Verbots einer gestimmten einzelnen Zeitung gewonnen. Hier beginm jder Streit aufs neue, hier kann man doch im besonderen Fall«. �ait Recht ganz anderer Meinung sein, als die verbietende Stelle. i Für die Entscheidung dieser MeinnngSver. fchi ed e n he i te n muß in Ergänzung des oben er- wähnten Gesetzes vom 4. Dezember ISIS eine un. parteiische richterliche Stelle schleunigst ge- schaffen werden. ; Wird denn den maßgebenden Herren vor ihrer eigenen Macht- pftll« nicht bange? Wie ist eS möglich, daß sie wachen- una stronati-laiig in absolutistischer Machtvollkommenheit ihreS Zen- sorenamteS walten, ohne selbst RechtSgaranHen gegen ihre Amts- püsübung und zu ihrer Rechtfertigung in der Oeffent- lichkeit zu schaffen? Scheu Sie denn nicht ein, daß die Möglichke» pesteht, sie köimten, in einer durch die gewohnte Vefchäfüguwg Erzeugten einseitigen Beirachtungsweise l>efangen, ihre eigenen gesrtziich vielleicht anzuerkennenden Grundsätze auf den einzelnen Fall falsch anwenden? Ist es nicht geradezu ihre demokralifche glicht, sich die Selbstbeschränkung einer RechtSkonirolle aufzuerlegen? Und ist die fortdauernde Verletzung dieser in heutiger Zeit einfach selbstverständlichen Pflicht nicht eine Preisgabe, um eicht zu sageu Verrat, der eigenen, in aller Oeffentlichseit der- tretenen Grundsätze und poliiische» Ideale? Legt eine solch.. Pflichtvergessenheit nicht Zeugnis ad von der obrigkeitlichen EtaatSanffassung deS allen Regimes? Erscheint deshalb die Er- rvgung der breiten O«ftentlichreit gegen die Zeitungsverbote nicht gang berech. Igt? Müssen sie nicht so lange als reine Willkürakte der alten Zeit empfunden werden, als eS keinerlei Rechtsbehelfe dagegen gibt? stellten sich diese in den direkten Gegensatz zu den Beschlüssen des Kopenhagener Internationalen Sozialisten-sdongrcsseS so- wie der Baseler Friedenskonferenz. Das Zustandekommen des arbeirerfeindlichen Hilfsdienst- gesetzeS gegen die Interessen des Proletariats war ihr Werk, dem der Beitritt zu dem annexionistischen Völkerbund für Frei» heit und Baterland folgte. Diese fortgesetzte arbeilerschädigende Politik wurde gekrönt kurz iwch der Revolution, nachdem der Kampf zwischen Kapiial und Arbeit in w rtichastlicler und politischer Beziehung ausge- brachen und die Arbeiter siegreich waren, durch die Gründung der Arbeitsgemeinschaft der gesamlen Unternehmerverbände mit den Geiverkschaktsfültrern. Das war der Abschluß der von den GewerkschaftSsührern lange angestrebten„Arbetlsgemeinschaften der Klassen", der Aussöhnung zwis« zugleich auch internationaler Srkreii'lr ist, ohne Legitimation seiner Mandatgebcr in chauvinistischer Weise für die Politik der erobcrnnZssüchtigcn alldeutschen Vankcrottcure eingetreten und hat somit der internationalen Solidarität einen schweren Schlag versetzt. Der Berbandstaz v e r n r t e i l t auf das schärfste dir Haltung dieser Instanzen während und nach dem Kriege, sowie die des Kollege» Kloth im besonderen und spricht ihnen jedeS Bcr trauen ab. Der Verbandst«« erbliikt in dem Verhalten jener Körper- schoflen einen Mißbrauch bcS ihnen geschenkten Vertrauens, eine» Verrat an den heiiigsten Interessen der Arbeiterklosse und an den Grundsätzen des Sozialismus. In der Diskussion versuchten K ü st e r- Hamburg und Brückner- Berlin die Gewerkschaftstaktik zu verteidigen. Bergmann- Leipzig erklärte, daß der VerVandSauSschust im ständigen Kampf mit Kloth lag. Es sei ein krankbaster Zustand, daß Kloth in seiner Eigenschaft als Vorbandvorsitzender und Redakteur nur seine Meinung gellen lassen will. Ez icke-Berlin wies daraus bin, daß die Berliner Kollegen sich während deS Krieges gegen die Politik KlothS gewandt haben, aber alle Ein- stauche von diesen in selbstherrlicher und diktatorischer Weise zurück- gewiesen wurden. Darauf wurde die Fortsetzung der Debatte auf Dienstag vertagt. Gewerkschaftliches. 13. verbandslag der Vuchbiuder. Würzburg, 28. Juli. Der Deutsche Vuchbinderveichand hält gegenwärtig seinen 18, VevbandStag in Würzburg ab. Erschienen sind 104 Delogierte die über SS(XX) Mitglieder vertreten. Schon die Vorbesprechnnz brachte heftige Auseinandersetzungen, da ein Teil der unenlweg- den Gewerkschaftler ein Korrefera'. zum Gcschästsbericht und zum Rätesystem nicht hören mochte. Doch mit 52 gegen 49 Stimmen hat sich die Opposition durchgesetzt.— Der Begrüßungsfeier blieb die Opposition fern, sie lehnte es ab, sich von der Reichsirehrkapelle Mimbim vormachen zu lassen. Eröffnet wurde die Tagung vom Verbandsvorsitzenden Emst Aloth, der in seiner Begrüßungsrede der im Knege Gcfal- lenen gedachte, worauf ein Delegierter Leipzigs an die traurige Pflicht erinnert«, auch derer ehrend zu gedenken, die während der Revolution ernchrdet oder h:nler Kerkcrmauern schmachten. Neben Brückner- Berlin wurde I u n c m a n n- Berliu als Vertreter der Opposition stüt Stimmenmehrheit der Vorsitz übertragen.— Grünfekd-Wjen überbrachte die Gruße der deut'chösierreichi- schen Kollezenschäft. Den gedruckt vorliegenden Gcschäftsbcrich' mgänzte der Berbandövorsitzende Kloth durch eine Verteidig engSred« der Gewerkschaftspolitik. Der Zwiespalt in der Politik de auch die Wogen in den G«werkschaftsorganisatione.n hoch- gehen lassen. Die Gewerkschaftsführer seien nicht allem für die KriegSpolilik verantworilich. Hät'c man den Generalstreik empioblen, so wären die Gelverkschaften aufgelöst worden. Wollle der Verbands- � »orstand den Burgfrieden durchbrechen, so hätte er sich lächerlich � gemacht, denn die Mitzliever hätten die Gefolgschaft vcr'azt. Der! Burgsriede mußte geschlossen werden, um uns wehrfähig zu machen und zu erhalten, sonst wäre der Feind ins Land gezogen usw. Auch jetzt müßte er die Politik �vom Staadpunkt als Ge- werkschaftler betrachten und die Gewerffchasten nicht ins Schlepp- ktu der Parteien genommen werden, sondern umgekehrt iniißie die Politik de Gewerkschaften vorschreiben. Die Politik sei viel zu sehr auf Illusionen aufgebaut. Diesen AuSnihcnngeu trat Kollege G ä b e l- Berlin in einer fast zweistündigen Rede entgegen. In chronologisdher Reihenfolge gab er einen lieberblick über die Tätigkeit der Gewerkschaftsführer vor, wäljrend und nach dem Kriege. Wiederholt von Zustimmun- gen unterbrochen, geißelte er das Verhalten der Sieiverkichasts- flihrer im allgemeinen und die Haltung des VerbandSvorsitzenden »m besonderen Waren doch selbst dem.Vorwärts" die Klothschen Artikel zu chauvinistisch. Nur in der..Täglichen Rund- schau" fanden sie Aufnahme. Die Rede Gäbels machte«inen starken Eindruck auf die Provinzdelegierten. Gäbel beantragte folgend« Resolution. Da« deutsche Wirtschaftsleben ist zusammengebrochen; eine Folge der unhestvollen KriegSpolilik der führenden Machthaber. Eine solche verhängnisvolle Kriegspolitik war dadurch mög- lkch. daß die o-pporiunisliichen Führer der Gewerkschaften und die sozialdemokratische Partei den Boden des Klassenkampfes verlasse», mU dem Bürgerl um den Burgfrieden geschlossen und die Arveiter durch die umvahre Behituplung, Dentschiand führe «inen Verteidigung» krieg, zum TurchhaUen vcrpslichiet hatten In. Wirk! chkeii wnrven vi« Arbeilcr die Inieressenvertceter de» Imperialismus, der auf seinen Raub- und Benieziigen un- Der Siemensstreik beendet» Gestern mittag wurden im Anschluß an die Versamm lnng der Streikenden, über die wir im gestrigen Abenst blatt berichtet haben, geheime Abstimmungen über Annahme ober Ablehnung des Schiedsspruchs vorgenommen. Wie zu erwarten war, und wir bereits im gestrigen Morgenblatt zum Ausdruck gebracht haben, entschied sich die überwäl tigende Mehrheit öer Srrerkenden für All nähme des Schiedsspruchs. Es stinimten für Auf nähme der Arbeit Ii 132 und für Fortsetzung des Streiks 4444 Ausständige, 197 Stimmen waren ungültig. Die Zentralleitung gibt bekannt, daß heute, Don nerstag früh, in allen Werken zur normalen Zeit d i e Arbeit wieder aufgenommen wird. Tarifverhandlungen der Angestellten in der Metall- industne. Heute vormittag 10 Uhr beginnen unter dem Vorsitz dcS Reichsarbeitsamies die Besprechungen über die strittigen Punkte, an denen die bisherigen Verhandlungen des Tarifvertrages der Berliner Metallindustrie scheiterten. Dazu wird uns geschrieben: Tie Angestellten müssen unter allen Umständen verlangen, daß das Mitbestimmungsrecht, um im Regierungsdeutsch zu reden, in dem Tarisverirag verankert wird, da die Nationalversammlung wahrscheinlich mit den Reichsfinanzen so viel zu tun haben wird, daß sie sich mit dem famosen Entwurf der Beiriebsräte in ab- sehbarer Zelt nicht befassen kann. Der vormalige ReichsarbeiiS- minister Bauer hat ja diesen Gesetzentwurf in den Verhandlungen der Charfreitagsnacht schon als.in naher Aussicht stehend" be- zeichnet. Es sind seit dem 8. April wieder 4 Monate ins Land ge- gangen und da» Gesetzcheu ist noch immer nicht fertig. Die Angestellten unterstreichen nochmals, daß sie bei den zerrütteten wirtschafttichen Verhältnissen der Republik ein«» Kampf vermeiden wollen, möchten aber nicht versäumen, gleich- falls auf die neunmonatlichen ergebnislosen Ver- Handlungen hinzuweisen. Von einer versprochenen Sen- kung der Preise für die allgemeinen Lebensbedürfnisse ist leider lehr wenig zu spüren. Protest der Angestellten der Allgemeinen Orts- krankenkafse. Die Angestellten der Allgemeinen OrtS- lrantcnkass« der Stadt Berlin hielten am Mittwoch nach- mittag im Klubhaus in der Ohmstraße eine Versammlung ab, um gegen die Entziehung des Lohnes für den Slreiktag am LI. Juli zu proicsiieren. Genosse K u b i k bezeichnete in seinen Ausführungen den 2l. Juli den Tag, an dem das Kasscnpersonal zun, ersten Mal« gegen den Willen der Geschäfts- leitung und des Kassenvorstandes in den Streik trat. dM Be- schlusse des Vollzugsrats folgend. Die Kasseuverwaliung'lehnte die Zustimmung ab und verbreitete Anschläge: Sic haben zur Arbeit z u erscheinen. Trotzdem war die Beteili- gung eine verhältnismäßig gute und wenn man bcrücksich-jgtt daß etwa lütt Kollegen trank oder in Urtaub waren, so bal sich etwa die Hälfte der Angestellten bete ligt. Die Antwort des Kassenvorstandcs war, daß den Streikenden am Monatsende der ArveikSoerdieiist;ur den 21.. Juli abgezogen werden soll. Dieses ist tatsächlich schon bei einer Rene Kollegen geschehen. Genosse Kubik uniersuchte, inwieweit der Kasscnvorstand das Recht habe, Lohnabzüge zu machen. Aber nicht über den Abzug am sich, sondern über die Verwendung dieses Geldes wollten die Ange- stellten Rechenschaft ha en. Die Kollegen'wollten gerne auf die Bezahlung des Stre'ktages verzichten, wie es die Kollegen in der Industrie ebenfalls getan haben, verlangen aber, daß das Geld für diesen Arbeitstag den politisch In- haftierten zugewendet wird. Diese Mitteilung wurde mit lebhaftem Bravo von der Vcrsanimluiig aufgenommen. Der Redner verlas eine Resolution, welche dicse Forderung ent- hält und den Betriebsrat beauftragt, in drefem Sinne beim Kassenvorstand wirksam zu sein. Von einer Schädigung des Betriebe? könne keine Rede sein, da oie liegengebliebme Arbeit der Kassenvorstand zu«wem großen Teile aus Gewerkschaftssekretären zusammensetzt, daß wefter di« GewerkschaftSkommission die Beteiligung an der Demonstratio« beschlossen hatte, so gewinnt das Vorgehen des KassenvorstandeS erst seine schmähliche Bedeutung. In der Diskussion wurde hervorgehoben, das; ma« gern und freudig das Opfer bringe und auf diesen Tages- verdienst verzichte. Lebhaft wurde das Gebaren der Gewerk- schaftsstrategen kritisiert, die heute vollständig iu kapitalistisch« Bahnen wandelten. Aber über da? Geld wolle man verfügen. Dem Vorstand wurde das Recht abgesprochen, Abzüge zu machen. Das Geld solle an den Betriebsrat gezahlt und dem Beschluß der Angestellten entsprechend verwendet werden. Die Resolution wurde gegen eine Stimme angenommen. Es wurde noch aufgefordert, durch Entnahme von Wahl- und Propagandamarken den roten Vollzugsrat nach Kräften zu unterstützen.■ Beamkenaushelfer»md-aushelferinmu im Post- und Telegrapheudionstk Die von den verschiedene» Aemtern gemaßregelten Kollegen werden gebeten,� sich umgehend wegen Gemaßregelieuunter- stützung im Verbandsbureau, Kai ser>iW ilhetm-Straße 20 II, Zimmer 1, zu melden. Ouittung 121,75 M. vom Personal der Firma W. Greve, Ritterstraße 50, für Zusammenschluß des graphischen Gewerbe« erhalten. F. Poschmamr. i Hroß-Serlia. «heuer« Ops«r an Gut und Blut gesorbert hat. Di-rch die Zu., fast restlos durch die Slreikenden selbst, bzw. von«nxren An- ftimmuna der proletarische» VeMrever i» twa Kriegslvedilenj ge stellten nttterlediat wordaa rL Wenn«a» bedenkt, daß lich Was wird ml! her Zeöung des Kleiderbedarfes. Größer denn je klafft gegenwärtig der Gegensatz zwischen den Bedürfnissen der kleidungsbedürftigen Bevölkerung und der Lag« der Textilindustrie. Der deutsche Markt ist von Waren entblößt. Die Ententekapitalisten wollen ihn für guten Profit versorgen, In Deutschland aber gibt«S viele Textilfabriken, die sich seibstver- ständlich das Geschäft auch nicht gern entgehen lassen wollen. Si« wollen Rohstoffe vom Ausland, die Ententekapitalisten jedoch sind darauf verpicht, Fertigfabrikat« zu liefern. Die Regierung hat bisher in sträflicher Unterlassung die noch beträchtlichen Bestände an Textilien zurückgehalten. Ein nicht unbeträchtlicher Teil, für viele Millionen, ist allerdings zjegen den Willen der Regierung durch Diebstahl dem Verbrauch zugeführt worden, jedoch nicht, ohne zuvor in den Schlcichhändlerkanälen unerhörten Preistreibereien zu unterliegen. Dem hätte vorgebeugt werden können durch recht- zeitige Freigabe. Diebe und Schieber wären um einige hundert Millionen weniger reich und das Volk weniger arm. Offenbar aber hat die Regierung sich von den Interessen der Papierstoff- industrie leiten lassen. Ihre Vorräte zu lßhten, ihren ProfitauS- fall herabzumindern, erschien offenbar wichtiger, als das Volk durch Herausgabe der Heeresbestände davor zu schützen, für di« Fragwürdigkeiten der Papierstoffindustrie skandalös hohe Sum- inen wegwerfen zu müssen. Jetzt sollen, wie Ministerpräsident" Bauer angekündigt hat, di« Reichsbestände der Bedarfsdeckung Ow-'�*�1 geführt werden. In den Kreisen der Textitindustriellen ist nunr-" in heilloser Angst, die Fertigfabrikat« der Ententekapitalisten könnten den deutschen Markt überschwemmen und ein gut Test der neu aufkeimenden Pronthoffnuugen der deutschen Kapitalistei» ersäufen. Sicher ist: Wären die Bestände zur richtigen Zeit an den Mann gebracht worden, der Hunger nach Bekleidungsstücken hätte nicht diesen geradezu katastrophalen Charakter annehmen können. Wie sich in der nächsten Zeit die Lage auf dem Kleider» markte gestalten wird, läßt sich noch nicht erkennen. Wohl aber darf gehofft werden, daß gegenüber den jetzigen skandalös hohen Preisen für Schund gewaltig« Ermäßigungen für gute Waren eintreten werden. Der notleiötnde NtttergutsbeslHer. In der Vorhalle»er Universität von Berlin ist folgend« An» zeige angeschlagen: „Zur Einbringung der Ernte und anderen Arbeite« suche ich noch 6 gebildet« junge Herren bei freier Station und täglichem Barenjgelt von je nach Leistungen bis zu 3 fdreij Mark. Das Mitbrincen von Bettwäsche, Kopfkissen und Decke ist erwünscht. Leibensmittelabmeldung erforderlich. Bassin bei Grimmen(Vorpommern), den 22. Juli 1919. d. Tigerjtröm, Rittergutsbesitzer. Schätzt der Mann aber Oie Berliner Studenten tief em. Der Preissturz und die Schleichhändler. Für die Zunft der Schleichhändler bedeutet die IMerzeich- nung deS FriedensoertrageZ da» längst verdiente Todesurteil. Interessant ist, zu beobachten, wie jetzt in dem immer noch Mühenden Schleichhandel die Preise für alle Lebensmittel ständig sinken. In Verl i n könnt« man gestern gute Kernseife für M. 8 und größer« Posten sogar noch villiger kaufen. Kaffee, und zwar rohen, kann man xu M 3 bis M. 6 pro Pfund kaufen, je nach Herkunft. SantoS, Rio und Brasil, Guaiemala waren erhältlich, ferner Jgvolaffee». Kakao wurde zu M. 8 bis M. 11 angrbolcn, Tee zu M. 19 bis M. 13, Zucker zu M. ö bis M. 8, Heringe, Käse, Mehl sind in solchen Mengen zu haben, daß die Schleichhändler täglich mit neuen Angeboten herauskommen. Herinae in guter Ounlität wären am Mittwoch mit 79 Pfg. da? Stück erhältlich. Harzkäse sind engros um 59 Prozent gefallen. Kartoffeln bietet der Schleichhandel mit M. 15 bis MB 39 pro Zentner an, natürlich ab Er. zeug'.lngsort. Mit anderen Wären ist es genau so. In den besetzten Gebieten ist i.ufolge des holländischen Ausfuhrverbots und zum Teil auch infolge des stärkeren UebergangS der Waren nach de» unbesetzten Gcbi-ten neuerdings ein leichtes Anziehen der Preise zu bemerken. Holländische Butter wird im Schleichbandel bis zu M. 13 für das Pfund bezahlt gegenüber dem niedrigsten Preise von M. 12, der schon erreicht war. Für. amerikanisches Schweineschmalz wird M. 9,59 für das Pfund bezahlt gegen M. ö früher. Aus Kassel wird bcrichiet. daß der Preissturz für Schokolade sich von Tag zu Tag fortsetzt. Die Halbpfundtafeln amerikanischer Schokolade, die noch vor 8 Tagen M. 14 kosteten und dann auf M 3, 8 und 7 sanken, liegen jetzt schon für M. 9,59 in allen Schaufenstern aus. Die ländlichen Kreise klagen über den vollkommen stocken- den Schleichhandel in Butter. Die Schleichhändler bemühen sich nach Kräften die Preise künstlich zu halten. Insbesondere versuchen sie die Ware, die im Preise in nächster Zeil noch ganz bedeuiend sinken muß, wie Schokolade, Kakao und Kolonialwaren, den Gemeinden in größeren Ouantiläten auf den Haie zu laden. Pi« Gemeinden sollten in dem Ank->"k von Lebensmittel» jetzt belouderH vo« sichti« jei». ( ( Vas schlechte Brot. Vom MagrfKoct- Wteilung für StoibtrfotgiMtg,«halten wir ! olgende Zuschrift 7 Zu den in einigen Zeitungen wiedeigegeSenen klagen Über schlechte Beschaffenheit des Brotmehlz BemcrJen wir, dah nach einer jedem Fachmann bekannten Erfahrung da» Mehl in der UebergangSKeit zur neuen Ernte zu GärungScrscheinnngcn neigt und leicht hart wird. Die Kriegszeit hat für das überaus stark auZgemahlcne Mehl diefan Mißstand noch ganz wesentlich er. höht, und gerade das diesjährige Mehl hat sich infolge der Feuchtig» keit des lehtjährigen EetreideZ trotz aller Sorgfalt bei der Lage- � �59 olZ besonders anfällig erwiesen. Grundfalsch aber ist es, dieses Mehl als verdorben zu bezeichnen. Es kann durch erneute! Ummahlung und Vermischung mit gutem Mehl in einen durchaus genußfähigen und derbackbaren Zustand gebracht werden» Auch rn der FrredenSzeit ist dies bereits in starrem Umfang geschehen. Wir lassen auch wiederholt aus dem umgemahlenen Mehl, das übrigens immer nur einen verhältnismäßig geringen Prozentsatz d»s Gesamtmehls ausmacht, Bre.prrben herstellen, die ergeben, daß, W«nn nur das Mehl sorgfäliig und mit richtiger Technik verbacken Wird, es ein tadelkreieS Brot ergibt. Erheben die Bäcker gegen das Mehl berechtigte Beanstandungen, so Wird«S ihnen umgetauscht. Aber natürlich bedarf es hierzu einer Prüfung des! beanstandeten Mehls, Während«ine einzelne gelegentlich vrä- j sentierte Probe ohne Prüfung der Herkunst zweifelsfreie Schlüsse| nickt zuläßt. Ein großer Teil aller Klagen wird sicherlich der»! schwinden, wenn im künftigen Erntejahr, wie der ReichsernährungS-' minister:n Aussicht gestellt hat, die Ausmahlung zu einem ge-- rinyeren Grad erfolgt. Zur Zeit verlangt die Beschaffenheit des � Roggenmchl» noch immer den Zusatz von Weizenmehl zur Her-' stellung eines brauchbaren Brotes. Darüber hinaus wird uns i leider Weizenmehl zur Herstellung der herbeigesehnten Schrippe— die Zeitungsäußerungen geben dieser Sehnsucht berechtigten Aus- druck— nicht geliefert, während andererseits zahlreiche Versuche gezeigt haben, daß die von anderen Städten beliebte Herstellung von Schrippen auS Brotmehl ein recht fragwürdiges Gebäck«gibt. Der LebenSmittelderband Groß-Berlin wird. Wenn die Her» stellung von Schrippen ohne Beeinträchiigung des Schwarzbrotes• möglich ist, mit ihrer Wiedereinführung keinen Augenblick zurück-! halten.' Die Opfer des Frieörkchsbergsr Bankkrachs. Zu dem Artikel in Nr. S51 sendet uns die FriedrichSberger j . Sank folgende.Berichtigung-: Es ist unwahr, vaß die Frie.-' brich sberg« Bank im Fahre 1014 zum zweiten Male zu- sginmen»«brechen ist. eS ist auch un wahr, daß Gläubi- * ger bestimmt worden sind, dem Vergleiche zuzustimmen, weil sie sonst nur 2 bis Z Prozent oder gar nichts bekommen würden es ist ferner unwahr, daß während der Geschäfts. oufsicht die Verluste in dem behaupteten Umfange sich vermehrt haben. ES ist weiter unwahr, daß die Bücher liederlich ge« führt, unlautere und SpeiulationSgescbäfte gemacht worden sind, daß Direktoren und AufsichtSrät« sich bereichert haben urt) sich jetzt mit ihren Millionen(?) zurückziehen wollen, während die Gtäubiger mit einem Almosen abgefertigt werden sollen.>— Wahr ist dagegen, daß während der Dauer der GeschäftSauf. ficht die bei deren Einleitung erwartete Verbesserung der Ler. hältnisse dgr Dank eingetreten ist und daß Finanzminister und Handelsminister, im Jahre 131! den Konkurs für unvermeidlich angesehen haben(wenn keine Einigung mit den Gläubigern er» zielt würde.)— Die Bedingungen de» angestrebten Vergleichs sind von der Bankisitullg und dem GläuvigerauSschuß in Ler- tretung der Gescmtheit der Gläubiger vereinbart worden, unter' der auch noch jetzt zutreffenden Voraussetzung der Erfüllbarkeit.! Nach dem Vergleiche sollen die Gläubiger die Kapitalforderungen' �PoX-I erhalten. Die vom Gericht ernannten drei einwaniofreien: «Lachverständigen haben fick übereinstimmend zugunsten de? Vergleichs erklärt und nur wenige Gläubiger unter f juhrung des früheren Genossen Wichmann agitieren zum Nack teil der Gläubigerschaft unter Verkennung der wirtschaftlichen Lage in selbstsüchtiger Weise gegen das Zustandekommen des Vergleichs und führen aussichtslose" Prozesse gegen die Genosienschast. Wir haben nicht den Eindrtlck. daß Herr Wichmann auS .selbstsüchtigem' Interesse gegen den Vergleich v»poniert, was schließlich sein gutes Recht als Genosse ist. Vielmehr find wir der Meinuna. daß Herr W'ckmann aus Mtaefübl für die Gläubiger, die er durch die Bank für benachteiligt hält, seine Kam. pagne führt. Ob« dabei faktisch und formell im biecht ist, können wir nickt entscheiden. DaS ist Aufgabe der Gerichte. Aber für verpflichtet hielten wir uns, ihm Gelegenheit zu geben. an die zahlreichen Gläubiaer und die Oeffentlichleit sich wenden zu könnet' Von dieser Gelegenheit hat nun ja auch die Bank auSgiebigen Gebrauch gemacht. Erhöhung W Fettration. Vom 1 August diese JahreS ab, wird, wie aus dem ReichSernährungSministerium mitget« ilt wird, eine Aufbesserung oo'' Fetiration bis auf!en Nor- malsatz von 100 Gramm je Kopf der Bevölkerung michentlich eintreten. Außerdem wird auf den Kopf der Bevölkerung einschließlich der Selbstversorger eine Speisefettmsn ge von 50 Gramm(vorwiegend:ir Margarine) wöchentlich auS- gegeben, die an Stelle der bisher nur den BersorgungZbei echtigten gewährten Sonverzuteiluna tritt. Das Btund Margarine wird den Ver�a-uchern etwa 3,,llL Mark bis Zchö Mark kosten. Raubmord in Schöneiche. Gestern vormittag wurde Ouf ihrer Besitzung in Dcköneiche. bei Friedrichshagen die 00 Juhre alte Obstzückterin Johanna Rabus ermordet aufgefunden All: Vebält- nisse waren erbrochen und durchwühlt. Von den Tätern fehlt noch jede Spur. tebev-MUMlerder. Berlin. Die Dienststunden für dl« Brotboinmisflonen stnd vom 1. August d. I. bis zum 30. September, auf die Zeit von 8 bis 3 Uhr festgejetzt morden. Der Sonntagsdienst von g bis 10 Uhr bleibt de- stehen. Die Zuckerversorgungsstells des Magistrats Barlin macht wiederholt darauf aufmerksam, daß die Kleinhändler Zucker an solche Kunden. welch» nicht zur Kundenliste ihres Belchäftes ongsmeldst sind, nicht ab- aen dürfen, und daß auf einzelne, vom Stamm bereits getrennte kerkarten-Zlbfchnitt« Zucker nicht verabfolgt werden darf. Zuwider« blungen haben dt« sofortige Unlersagunz des Kleinhandel» mit Zucker zur Folge. Auf den Abschnitt I? der Berliner Bezugskarte werden nach vor» heriger Anmeldung vom 31, Fuli bis zum 2. August ISIS 10 Suppen» tafeln ausgegeben. Spandau. Bon Donnerstag ab H Pfd. Kunsthonig(233). Ab Freitag 50 Gramm Suastspeisefett(48). Sonnabend 100 Tramm Mo- garin«(1). PaukoM. Vom Donnerstag ob 200 Tromm Grieß(561 Segel. Donnerstag abend T}f Uhr Iw»srvanvschloß", rjf**** lich« Dolksverfammlung. Treptow-Laumschulenweg. Donnerstag abend 8 Uhr im Zlathauft Neue Krug-Alle«, Gemeindevsrtretersttzung. Mit auf der Taaesott-nung steht dos Abwürgen des Arbsiterrats und Bericht über die Leoensmittebi Versorgung. Nowames. Donnerstag abend 7 Uhr bei Ebel, Dolksgarte«. Begis» des Rätekursus. Freie sozialistische Fugend. Achtung, Ortsgruppe»! Heute Dann«» tag. abends �7 Uhr: Ausgabe de: Mitteilungsblätter. B«» stimmt abholen wegen Massenausflug am S. August. Freie sozialistische Jugend. Freitag in der Aula, Deinmeisterstr. 15, Fortsetzung der Eeneralversommlung. Beginn 7Zck Uhr. Mit« gliedskarte legitimiert.— Sonntag, den Z. August: Massenau». flug der Eroß-Berliner Jugend nach dem Tegeler See. Treffpunkt« steh« Ritt.-Bl. Zusammentreffen aller Truppen 12— 1 Uhr Tegelort. verewslalender. Lngesteilien-Susschüss« de» g, M'.ttogs 1 Uhr,:m Mar» Aus den OrgmMoneti. Kreis Nleder-Barnlm. Rednerkursu, de» Genosse»». John, Don- «»rstag abend 7 Uhr, Lokal Silh. Scholz, Kronprinzenstr. 47. Bezirk 4. Potsdam, Nieder-Barnim usw. Sonntag Flugbloiwev- s breitung. Die Vertrauensleute möge» die Vorbereitungen dazu treffen. Das Flugblatt ist abzuholen im Bureau, Bahnhofstr- 31, Lichtenberg. Chorlottenburg. Freitag abend» 8 Uhr Froktionssttzung. Um 7 Uhr Bollversammlung der kommunal«» Arbeiterräte im Sitzungszimmer 1, Rathaus. Neukölln, 20. Bezirk. Treffpunkt zur Besichtigung dar Kunstau»- stellung heut« abend 6 Uhr vor dem neuen Rathaus. Wilmersdorf. Jeden Sonnabend 8 Uhr abends Dlskutieradend im Lokal van Urban, Berliner Straß» 48/40. Obmänner und Vertrauensleute der HilfzkrSste de» Magistrats Berlin. Freitag, garethen-Lpteum, Jfflandsirotzs. Versammlung. Achtung! Tlesbau. Sämtliche Arbeiter und Arbetter-Ausschußmit, glieder der Tiefbau-Detriebe versammeln sich Freitag, 1. August,»ach» mittags 2 Uhr. Brunnsnsäl», Brunnenstr. 15. Aw. Süd-Spandau. Geiverke-Fräseret l. u. N. treffen sich Frettag vorm. 11 Uhr in Aw. Süd. Tor 1. Nachzahlung. Neumonn. Au». Süd, Spandau. Dertrauen-leute. Donnerstag, 31. Juli, vor» mittags 11 Uhr. Ravenöstr. 6 bei Mecklenburg. Deutscher Transportarbeiter-Vcrband Grotz-Berlin. Obleute der Ar» bsiter-Aosfchüsse aus den Kauf-, Warenhäusern und Spezialgeschäfl«» Grotz-Berlins. Freitag, 1. August, nachm. 4 Uhr, im Kanigstadt-Sasin«, Hslzmorktstratze Sitzung. Technisches Persoual der Großen Berliner Straßenbahn. Frevag, nachmittags 5% Uhr, im Eewerkschaftshaufe, Saal 4, Dollversammlung. Die Lahnzahwng für die Arbeiter und Arbeiterinnen de, Werke» Siemens u. Halske, Schönt berge: Straße 4, erfolgt am Donnerstag, deM 31. Juli, morgens 8 Uhr, im Lohnbureau. Gleichzeitig wird dort üb« die Strsiklage berichtet. Maschinisten und Heiz« de» Siemens'Koitzems. Donnerstag aberck 7 Uhr Vertrauensmännsrkonferenz bei Stzink«, Berlin. Lluitzowstr. 106. Post-«. Telegraphie. Versammlung der Telezravhenarbeiter usM. von Troß-Berlin am Freitag, den 1. August, um 7 Uhr, Köllntsches Gymnasium. Jnfelstr. So(Eingang Rungestrotze). R-ichsbuud der Krieg-beschSdigten, ehern,«riegstell», n. Krieg» hinterbl., Bezirk T-mpelhof. Sonnabend Mitglied erversammlung bei Töpfer, Berliner Straße 100. abends 7Z� Uhr. Internat. Bund der KriegsbeschSd. u. Kriegerhint«bll, Bezi». Hasense«. Am Donnerstag, den 31. Juli, abend« TU Uhr, im Lok« Glöckner, Joachüu-Jriedrichstr. 30, Dründungsveisammlung. Gäste will» kommen. Int. Bund der Krlegsbesch. u. H. B,. Moabtt. LußerardenN. B»Z� Beriammluna 31. Juli. 7 Uhr...Artusbosi', verleberger Straße. 26. Rätegenoss-nschast für wirtschaftlichen«ufbon. Donnermag �ei» 7 Uhr Teael. Stiandschloß. öffentliche Dersammlung. Genosse Nur» icher da, Rätesystem in der sozialistischen Wirtschaftsordnung. Arbeiter-Wanderverew„Berlin". Sonntag, den 3. Jul!. Wanderung Finksnkrug— Fschs. Zies-nbrug. Velten. Abf. 8LS Lehrter Bahnhof (Fernbahn steig). Gäsie willkommen. Arbeiter-Wonderbund.Naturfreunde". Gruppe G e sun d dr u n« »en u. Rosenthaler Vorstadt.� Am 1. August konstituierend« Versammlung bei Fritz Schutt, Swinemünber Straße 32. Arbeiter-Radfahrerbund Solidarität. Heute abend 7 Uhr im Aomgl» sicbt-Kasino, Holzmarktsttaß«. Generalversammlung. GeschiiMches. gitngkämvfp. In der Gchloßbrauerei find«» heute abend dsck große Entscheid ungS�stinzkämPfe von bekannte» Stng!a«P«� fern statt.',''.>7 verantwortlich für die Redaktion Alfred Wielepp. Neukölln- Veil-gsgenollenschaft.Freiheit", e. S. m. d. H, Berlw.— Druck der Lindendruckerei und Berlagsgesellschast m. b. H, Der Gsüetiüaz eiiies We!lekabWewe«ls. EiueS der größten. Koffee-Tta&Eissements Berlins, das Kaffee Z i e l! a- das un riichShauptstädtischen Leben als größte? Villard- Kaffee einen ganz besonderen Nang einnimnit. siebt mit dem heutige» A. Juli auf ein zehnjähriges Be- ft e h e n zurück. Die Entwicklung de? Kaffee Zielka zu dem gegenwärtigen großen, so um- fangr eichen Stande, zu der Stellung unter den größten Etablissements Berlins und-iu den.außerordentlichen Darbietungen, die tag- lich ein sehr großes Publikum anziehen, ist interessant und charakteristisch zugleich. Am 81. Juli 1LW mietete Herr Robert Zielka einen Teil der Lokalitäten der ersten Etage des E a u i t a b l e p a I a st e s in der Fried- richstraße SS/M, Ecke Leipziger Straße, und richtete sein AugeiMerk, da er selber ein be- deutender Billarduinstler ist, zunächst neben einer guten, echt modernen Bewirtschaftung als Kaffeehaus, auf eine Ausgestaltung deS Institutes als musterhaftes Billard-Kaffee. Diez zog sehr rasch viele Freunde deS Billard. spieleS und besonders Billard-Amateure an, und der Besuch wurde so rege, daß Herr Zielka schon nach einem Jahre zu einer Per- größerung feines Kaffees zu schreiten begann. Er mietete nun auch die weiteren Lokali- taten des ersten Stockwerkes hinzu, und dann, als sich dieser Schritt bewährte, wagte er eS eine Zeit später, auch einen großen Teil der zweiten Etage dazu zu nehmen, sie als große Säle auszubauen, und das nunmehr riesige Etablissement mit der außerordent- lichen Zahl von 50 Billards zu besetzen. so daß es zum größten Billard- KaffeederWelt gestaltet wurde. Gleich- zeitig aber ließ Herr Zielka den großen ge- raumigen Hauptsaal des ersten Stockwerkes durch Umbau noch bedeutend vergrößern, zu einem großen, poachtvollen Konzertsaal, für den er eines der größten Konzert-Orchester engagierte. Genau am Tage des fünfsährigen De- ftehenS war eS, am 81. Juli 1914, als der Krieg ausbrach, daß eine neue Wendung für dieses HauS— wie ja auch für das ganze deutsche Volk— eintrat. Eine schwere Zeit kam für alle Kaffeehäuser Berlins und auch für daS Kasse Zielka. Um so schwerer war diese Zeit für daS Kaffee Zielka, als dessen Inhaber, Herr Zielka, zur Fahne einberufen wurde und seine Pflicht als Soldat erfüllen mußte. ES war ein harter Daseinskampf, den Herr Zielka jetzt auskämpfen mußte. Trotzdem verlor er abhr nicht den Mut. Da er in den letzten Jahren in einem Vorort Berlins garnisoniert war. besaß er die Wil- lenskraft, in den Urlaubsstunden oft die Nächte hindurch, für das Etablissement tätig zu sein, es zu leiten, große Billardturniere in seinem Kaffee zu veranstalten und vor allem auch war er bemüht, trotz der schweren Zeit und bei aller Ueberbürdung mit Militärdienst und Ge'chäftsangelegenßciten. sein Kabarett durch Engagement hervorragendster, hochbezahlter Kabarettkünstler auf eine Hoq< zu bringen, die dem Etablisiement.einsa ganz besonderen Nnf einbrachte und auch eine besondere Anziehungskraft auf daS Po- blikum ausübte. Alz größtes Billardkaffeq als vornehmstes und unterhaltendstes Kaba, rett steht nunmehr daS Kaffee Zielka nach zehnjähriger unermüdlicher Arbett an de» Spitze der Berliner Kaffeehäuser. ES ist i« vollen Sinne deS Wortes ein W elteta« blissement geworden." Dm heutige 3L Juli ist aber für ihn ei* großer Gedenktag; ein Gedenken an den für ihn so erfolgreichen Tag vor zehn Jahren. ein Gedenken an die Arbeit und die viele« schwer belastenden Sorgen, die mit dem Wag- nis verbunden waren, dem großen Wagnis. mitten im Herzen Berlins ein Etablisiement zu begrüpdeu, mit der bewußten vollen Ab» ficht, eS zu einem Weltetablissement auszugs- stalten. Und dies ist Herrn Zielka gelunge» — in und trotz der so schweren Zeit. fSratl. jAelalUb&lle, Queclt- «llber, rUun, Gold, SlJb«r- brueb. Zahns�bisse kante zu Fabrikpreisen .Mettll schmolzs Cohn Brunnenstr. 11 Hol und Neuköl in. Kais.-Friedr.-Str« 229 (nahe Hermannplatz). m siwi zu Original- Sc;TncIzpreia»n kauft Metallsciinteiz» Cohn, Brunnenstr. II Hof nnfl Nci;- kfiMn. Knisor-Friedrioh-Slr 329 (nahe McrmcnnpJata). Kapier! SümsU. Melal'- ubiatfc! Platin! Silber! Oneoasilber. 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