Linzelpreis 15 pfg. ♦ 2. Jahrgang 2H» erscheint mor«« uxfc«attmnttag». an Sann» and �e�tagen nur mar�en�. D«r S«;U9»?r»i» betragt bei freier �astelluna in» Kau»'vr Morgen-Ausgabt �nlenU» k»lw> di,«ibtjrtpalt N»n?-r»ill-z«il» oOer deren Raum 1�0 DIL, Ivartanzeizm da» fettgedrurfte war! SO Pf, jede, weiter' töort 28 pf. IfuerungfiufAlag»0 PtoJ. Bei Familien, u. Pnfammlunonanseiqm fällt der Zuschlag fort Inserate>ür den daraus« folgend«» Tag müssen spätesten» h, 3 Uhr nachmittags bei der Trpeditian ausgegeben sein. Juseraleu-Abiellung: Berlw NW. 6, Schlffbauerdam«!• Fernsprecher: Aull Norde» 97«» Berliner-Organ ber Unabhängigen Sorialöemofratie S>eut]tblanb8 Erzbergers SSHneopser. SStunor, 13. Tugust. In!>«r heutigen Sitzung der Nationalversammlung leitete Srzberger die Beratung der Finanzgesetze mit folgender Rede ein: Ftnanzminister Erzberger: ZauS und das deMsche� Volk haben ein Recht, di« Fragen beanlwortet zu hören, wie unserem Finanzelend aögeholsen- werden soll. Wir müssen Abschied neh« men von manihem allen Liebgewonnenen, ein durchdachtes Steuer. shstem aufstellen, einheitliche Erfassung aller Steuerquellen, Ost« recht izkeit auf der emen Seite, Gewissenhaftigkeit auf der an- dern, das sind die Voraussetzungen zur Besserung. D:r Minister gibt hierauf einen Uebcrblicl über die Finanzlage, wie sie sich von 1313 bis 1S13 entwickelt hat D-e Vci'.tailung der Fahlen ruft mehrfach Bewegung auf � allen Seiren des Hauses hervor. Wir müssen, io fährt der Minister fort, nn! a%:r Beschleunigung an die Beschaffung einer deutschen Handelsflotte herangehen, in engster Z-usammenardeit mu den hier bisher bahnbrechend ge- weien--n Personen und G«'cllsch».stsn. Hier ootzugehen in freier Selbsiv'rwaltung unrer genügender Aonirolle des StaaieS, ist dringendes Gebot für die deut'che Volks» wirtfcha't. Außerdem müsslfi wir mit größter Befchleunigunz U'tfzrer' N uslabts�eütsjen M!' ReickStzalLchüllen ,u.Hilfe rommen. Schon die nächste Woa,st mied eitle Bör»sge an die Äniionälversammlung bringen. sBeifall.), End.ich muß unser Beamtenstand erleichtert werden. Wie grauenvoll bel einem TtaalSbankerott die Zustände in Deutschland werden würden, ist gar nicht au»- •umalen. Darum wird d-e Reform kommen, weil sie kommen ___ h* w v.. A'-ri ± wmlTfrirrtrw.'srrd[♦linrt auf eigene Steuerverwaltung gebracht. Das Opfer wird sich für beide Teile lohnen. Auf die selbständige Existenz der Einzel- staaten wird ebenso wie auf die der Kommunen die weitest- geheiDe Rücksicht genommen werden und die Befürchtungen sind unbegründet, daß ihnen die freie Bewegung unmöglich gemacht wird. Um die Steuergesetze zu den in Aussicht genommenen Ter- Minen in Kraft treten zu lassen, ist es notwendig, die gesamte Steuerreform mit der Organisation und dem Steuerrecht noch im Laufe dieses Jahres zu verabschie''en und damit ein Gesetz zu schaffen, daß an Bedeutung hinter der ReichSverfassung nich zurücksteht, aber auch dem deutschen Volke zum Segen gereichen wird. Steuern sind zwar kein« Wohltat für ein Volk, aber die Steuern, die hier beschafft werben sollen, sollen und werden für das deutsche Volk eine Wohltat sein, denn nur mit ihnen können wir daS fchaffen, was wir alle wollen, ein neues, starkes deutfckez Reich, aufgebaut auf Gerechtigkeit und Denwkratie.(Lebh. Beif.) EivschrLnlvvg des Zugverkehrs iu Sachsen. Die Generaldirektion der sächsische Dresden, 12. August. Gtaatteifenbahnen teilt guxnai�r. aoatL-rn w»«- t/tv, vtAii T",----- muß. und d»zu gehört auch eine vollkommen« Umgestaltung der' Steuerveranlagung im Sinne höchster G'rechtigkeit. «mioC» K»ä'V�ütnS« l?l fS fiPTAfvAAltlLIt.« dert werden.... die ErbsckastSsteüer--------.....-------------— I— von 2 Milliönchen. Ich werde nicht ruhen und rasten, um an, 1. Okiober einen geordneten Etat vorzulegen. Aber ohne Anleihe wird da? nicht möglich fein. Ter Wg der Zwangiauleihe muß unter allen Umständen vermieden werden. Ob wir den Weg der freien Anleih« beschieiten oder zur Prämienanleih« übergehen. wird sich bof'entlich noch vor unserm Auseinandergehen ent- scheiden Tie Notenpresie in Gang zu setzen ist kein Weg zur Vermindern rvg ber schwebenden Schuld(Zustimmung.) Der Kapitalflucht in« Ausland werden wir mit den schärfsten Mitteln entgegentreten. Au» Zürich ist wir e n Inserat zugeschickt worden rti__ c..»i4iT/»rtS a+ hpr&'fim# i a•in |u.ji,ii:iiu>cil vtiiut». �-----------.—<"• Utch., sondern geben allen diesen Düigen noch. Der Mann, der da« Inserat erlassen hat, ist ein Edelmann und Hochstapler und ich warne jeden Deutschen. Unsere Maßnahmen, durch die übri.'«nS unsere deutschen Bankno en im Auslände kemcrlei Wcrivermlnderung erfahren, werden sehr hart sein. Ein Gesetz- ci'.twurf über die B e it e u e r u n g der M i n e r a l o l e ist in Vorbereitung. Die? hängt allerdings davon ab, ob die Satze der Rcichseinkommcnsteuer und der Umsatzsteuer im wesentlichen»>». verändert angenommen werden. Ich kann mich dam.t e>nver- standen erklären, baß die Umsatzsteuer erst dann verab,chiedet wird. wenn die parlamenfarische Sicherheit beuehn daß die Reich« eiukommen'leuer eine allseitig befriedigende Loiung rinden n\xv las ReickSnotoPfer ist ein Mittel zur Hebung des Ro.chskcodits. Wenn die breiten Massen sehen, daß die flnanzkrailigen Kreise bis an d:e Grenze ihrer LeistunctSsähipkeit belattet nzerdsn dann wird auch moralisch der Weg kre: zu innrek en steuern. Zu den Breiten von 1314 werden wir lange Zeit nicht wieder einkaufen könive». denn die Preise sind nieder ganzen Welt erheRich ge- stiegen. Wenn die E:,.üiite i?dc sicuer. oie w.r e.wa beichlicßcn, mil Belchlag belegen wollte, sc wäre oa« nich: nur gegen ihre Äuaestä'idnisie im Friedensvertrag«, lonrern auch gegen ihr chgen-S wirtschaftliches J»-er«sse. Auch würde d-mn d-e Regie- rnno°m 30 September vor die Nation-lverlammlung iretcn. um die Er..,Ach muiig ,u erbilicn� da, NeickSnolopter nicht auSzu. führen Ttelez Ne-chknotopfer ha. aber auch-me eminen e soziale DÄtumng und muh-in- ethische Wirkung anSuben. Jedermann »!-- i-m->-«>-» m-ch-u. Das ReickSnotoPfer ist aber auch als Sithnopfer für den mammouistischen Geist anzusehen der weite Kreise des Volkes erfaßt Hot. Da- Bc. �i! e.n waltender Gcrech-igtcit wir!» allen BolkSgenossen die Mtarbeit am Wicderausbau deö heihgeliebt-n Vaterlands Redner.'.cht dann au? vie Umsatzsteuer»»d�dic leicht mache« �\tc Sähe der Ums chstcucr munen ReickSabga.cn»» j�ci Abstrickt muß antoma'i'cki»e»e Tlciicr» aiininoiiicii wcnc.l� jchj.�g«»is.,tio»>er Stcuervcrivnltiing zur ivolgc Hab".... enif4 cinbeillicken Sic Kohlennok. er tachn'chen bezirken AnSständ» der Aroeiter«irigatreten sind, wird die ohi.ei m außerordentlich ungünstige Versorgung der sächsischen Staats- eisenbahnen mit Kohlen so verschlechtert, daß bereits für die nach. sten Tage mit einer weitgehenden Einschränkung des ZugderkehrS. wsbefondere der Personenzug« ge- rechnet werden muß. Der EisevbahnmWffer und die Leom!»nstreiks. Durch Wolfs» Telegraphen-Bureau wird mitgeteilt: J« Slsenbohnministevium fand Dienstag abend die Sitzung der Vertveter sämtlich«! Beamtenkachverbände stait, die der Minister au» Anlaß der letzten Erfurter Vorgang« zu- sammengernsen ha««. Minister Oefer führte den Erschienenen den ungeheuren Ernst der Lage de» deutschen Wirtschaftsleben» und der sich daraus ergebenden fäwcren Aufgaben für die Eisen- bah.. Verwaltung und ihre Beamteiischaft vor Augen; unter voller Anerkennung der Tatsache, daß der weiauS überwiegende Teil der Beamt.n bisher seine Pil-icht trsu erfüllt habe, wie» er auf da» Unverantworiliche� der Machenschaften hin, die doii einer kleinen Zahl Won Männern fc't<6en werde. Er bewnte, daß er stet» für eine D e m o! r a t is i e r u n g zu haben sei. die, Parin bestehe, daß Männern, di« durch Leistu.ngen und Können� «-»�zeichnet seien, der Weg ßu allen Stellen geöffnet werde;; durch b'« Errichtung von Fachschukn wolle er jedem Beamen die Möglichkeit geben, sich die dazu'.rsorderlicken Kenntnisse anzu-, eignen. Zu�oich aber w eS er ei unter lebha'testem Verfall der gesamten Ver'-ammlung weit von sich, agitatorisch: Betätigung zu! umerstützen oder durch Bcsördcringen zu belohnen. AuS der Versammlung heraus wurden dü Erfurter Vorgänge scharf verurteilt und einsimerig zum Ausdruck gebracht,! daß die Fachoerbände und- ihre Mitglieder jede Gemeinschaf! mit ''erarbitOion Beftrcbungeu ablehnte« yambvrzer lanfbe mke�streit. Intervention des RetssczrdeitsmÄlistcitlnms. Wie der Allgemeire Verbandder deutschen Bankbeamten mit- ;citt, wird tlsolgc der slitenz d«! Zcntralstreikleitung angeregten Vermittelungstätigkeit vcS ReichörbeitSministeriumS auf Vcran- lassung de» Herrr UnterstaatsseietärS Geib Herr Dr. Busses als Kommissar sich nach Hamburg begeben, um Einigungsverhand.- lungen einzul'tcn. Es steh" zu!rwa:ten, daß die Bankleitungen sich zu weueren Konzcsnoi.en vesiehcn werden, damit ein Heber- greifen der Bewcguna auf Berln und andere Plätze vermieden wird. WleüerausvaKe des rMrs ml dem besstz'ei Wea. D. 17 Breslau, 12. August. Nach amtlicher MiHelsunp der Eiscnbahndircktion Breslau ist der Personen, und Gcpäckrrkehr mit den besetzten Teilen der Provinz Po'en über de Geuzstal-ion Kempen— Ben t scheu— Kreuz und Hohonsalza wieder lusgcnomineu worden. Die krie svel!u'le ier belyischen Alm PersailleS, 12. Au iu,i. Nach einer offi>Icllen Nnchicht aus Vriisscl bat die belgisch. Armee wälfrend de« jiriegcS anTotcn verlöre» it82 L s f l z i e r e und LS p,>>0 Mann. Im Gazen hatte Belgreu mobilisiert 365000 Mann und 14 000 CfftUrc. Dem Wirtschaftsleben aller Staaten droht kn kien kante wenden Wochen durch eine Kohlennot eine schwere Erschüt» terung. Nicht nur in Deutschland, das durch den Friedens- vertrag zur Abgabe eines erheblichen Teiles seiner Kohlttte. erzeugung gezwungen ist, sondern auch in den übrigen Län« dern ist diese Kohlennot eine Gefahr für daS WirtschastS» leben. England, dessen Kohlenerzeugung besonders in der ersten Hälfte dieses Jahres wesentlich zurückgegangen ist- ist nicht imstande, die von den ihm verbündeten Ländern go- wünschten und bisher gelieferten Kohlenmengen weiter SN liefern. Verschärft wird diese Kohlennot in den alliiertews Ländern durch den Mangel an Schiffsraum, dieser verhäng. nisvollen Folge des deutschen U-Booikrieges. So ist nur eine geringe Wahrscheinlichkeit gegeben, daß die alliierten Länder, die Not Deutschlands einsehend, seine Verpflichtung zur Lieferung von Kohle vermindern werden. Ihr eigener Mangel an Kohle wird den Mangel in Deutschland vep- iteyrsin".& 0 i w ffA., Weist-riiiiS dü-l; Era-Uguna«p* di»•»w» hin, da» der Krieg sind seine Urhebe deinen ßen Teil dex Schuld an den schweren Erschütterungen tragen, denen Deutschland in den nächsten Wochen und Monaten ausgesetzt sein wird, so sind doch unsere bürgerlichen Kreise weit davon entfernt, diese ihre Schuld anzuerkennen. Im Gegenteil, i Im ganzen bürgerlichen Blätterwald sucht man die Revo» lution und die Arbeiterschaft für die Kohlennot verantwort- lich zu machen. Vereinzelte, auf die wahren Ursachen und Zusammenhänge hinweisende Darlegungen werden totge» schwiegen, und so wird in den kommenden Wochen und Mo- naten der Mangel an Kohle, seine unangenehmen Folgen für die Wirtschaft des einzelnen und der Gesamthsit als weiteres Mittel dienen, die Revolution und den sozialen Kampf der Arbeiter aufs heftigste anzugreifen. Diese Tatsache macht es notwendig, die wirklichen Ursachen der Kohlennot darzulegen. Sie sind ntck): in der Revolution zu suchen, sondern weisen auf den Krieg als stärkste Ursache hin. In allen Ländern ist während des Krieges Raubbau an den FörderungSstätlen und an den Betriebsmitteln gerrieben worden, dessen verhängnisvolle Folgen sich fetzt mit aller Schärfe bemerkbar machen und'n dem Rückgang der Erzeugung ihren sichtbaren Ausdruck finden. In einem Ai tikel über Englands Kohlennot hat kürzlich Otto Hu6 vie Klagen englischer Bcrgqrbeuer wiedergegeben, daß die garze Bernebswaschmede der Bergwerke technisch in Rückstand geraten sei. Dasselbe ist in Deutschland der Fall, wahr« scheinlich sogar noch viel schärfer. Denn das während des Krieges völlig abgeschnittene und aui seine eigene Erze rgung angewiesene Deutschland hat durch den Mangel an allen technischen Hilssmitteln uno durch den Mangel an Menichen mit Produktionsnutteln und Menschen viel stärkeren Raub- bau betrieben als irgendein anderes Land. Mehr nockz aber hat die jahrelange Un:er- c r n ä h r u n g der Bergarbeiterschaft, deren Folgen noch in keiner Weise beseitigt sind, auf den Rückgang der Er< zeugung eingewirkt. Sie ist neben dem Rückgang des Real. lohnes die stärkste Ursache aasür, daß dauernd, aber unauf- haltsam, und immer schneller die Leistungsfähigkeit der Ar- beitcrchasl des Beigdriucs gesunken ist. Weder durch cus- reichende Belieferung mit billigen Lebensmitteln, noch durch die bevorzugte Versorgung der Bergarbeiter mit Bekleidung und Schuhzeug ist das Nötige geian worden, um diesen ün- aufhaliiamen Rückgang der Arbeitsleistung aufzuhatten. Aber ebensowenig ist geschehen, um die Arbeits- freude der Bergarbeiter zu heben. Seit dem Ausbeuch der Revolution ist in keiner Schicht der Arbeiter das Drängen mich der Ausschaltung des Unternchiiiergewinns durch die S o z i 0 l i s i e r u n g so stark, wie bei den Berg- arbeitern. Immer und immer wieder ist in gewaltigen Erschütterungen dej3 Wirtschaftslebens ihr ungestümes Ver- engen nach der Sozialisierung der Bergwerke zum Ausdruck ekdmnien. Das Gesetz über die Kobleiiwirtichaft. das diest ozialisierung nicht brachte, hat die Enttäiischung bei den Bergarbeitern nur noch vermehrt. Auch ihre sonstigen Wünsche haben nicht die gebührende Öeriicksichtigung ge- stinden. Entsprechend der allgemeinen volkwirtschaftlichen Erkenntnis, die seit Adam Smith Gemeiiiglrt der National- ökonomre ist. und die ürsdesondece früher von allen Sozia» stkl'ä als richtig oftcrfa�nt wmd?, daß eme Berkurzrmg de? .Ubcitszeit eine Steigerung und keinen Rückgang der Leistungsfähigkeit zeitigt, haben die Bergarbeiter ein- Ver- kürzung der Arbeitszeit auf sechs Stunden verlangt. Tns Treischichtcnchstcin hätte also durch einen vierfachen Schicht- Wechsel erseht und die Produktion gesteigert werden können. Statt dessen ist die Siebenstundcnschicht eingeführt worden, die eine vollkommene Ausnutzung der Betriebsanlagen und -mittel von vornherein„ninöglich macht. Eine Beruhigung der Bergarbeiter ist dadurch nicht eingetreten. Ihr Ver- langen nach Sozialisicrung nicht gestillt worden. Und so sehen wir denn, was der Eisenbahnminister Oes er in einer vor wenigen Tagen gehaltenen Rede der Oeffentlich- 'ei! mitgeteilt hat, daß im Ruhrgebiet die von uns bereits nor Monaten vorausgesagte Abwanderung der Bergarbeiter <]t erheblichem Umfang eingetreten ist. Eine Erscheinung, die noch größeren Umfang anuehnien wird, wenn man, statt vie Wünsche der Bergarbeiter zu befriedigen, mit den alten Mitteln von Zwang und Gewalt ans sie einzuwirken sucht, oder aber eine Verlängerung der Arbeitszeit, selbst unter Bezwlung von Ueberstimdengeld. einfübrt. Diejenigen, die de» Mangel an Arbeitsfreude bei den Bergarbeitern auis schärfste verurteilen, finden es aber voll- kommen begreiflich, daß die Unternehmer, weil sie die Sozialisierung der Bergwerke inmier noch fürchten, alles Unterlassen, um die Unternebmnngen wieder auf den alten Stand technischer Vollkommenheit zu bringen. Und so viele Ankündigungen offizieller und offiziöser Stellen bisher be- reits lautgeworden sind, die Zwangsmaßnahmen gegen die Arbeiter ankündigen, die nicht alles tun, nm die Erzeugung zu steigern, so wenig ist bisher darüber in die Seffentlichkeit gedrungen, was denn die Regierung gegen die Unternehmer zu tun gedenkt, die ihre Herrschaft über den Besitz dieses für die Gesellschaft allerwichtigstcn Produktionsmittels benutzen, uin seine volle Ausnutzung im Interesse der Gesamtheit zu hindern. Wenn in irgendeiner Erscheinung, so zeigt sich in dieser der unverminderte Klassen- charakter des heutigen Staates, weshalb man ftch nicht darüber zu wundern braucht, daß der Appell an das Ge- meinschaftsgefühl der Arbeiter nicht mehr Echo findet als ein gleicher bei den Unternehmern. Will man die Koblennot wirksam bekämpfen, so bleibt nichts anderes übrig, als die Arbeitsfreude der Bergarbeiter durch geeignete Maßnahmen zu heben. Selbst in bürger- lichen Kreisen scheint sich jetzt vereinzelt die Einsicht zu regen, daß nur em Eingehen auf die Wünsche der Bergarbeiter nnS vor der drohenden Kohlennot und den Gefahren, die durch sie dem ganzen Wirtschaftsleben drohen, retten kann. .In einem Artikel„Arbeitsleistung und Arbeitszeit" in Nr. 380 der„Deutschen Allgemeinen Ztg." schreibt Dr. Jöhlinger, gestützt auf die Untersuchungen des Münchs- ner Nationalökonomen Lujo Brentano, über das Verhältnis von Arbeitszeit und Arbeitsleistung: „Wenn jetzt die Bergarbeiter erklimm, daß ihre Arbeitszeit zu lang ist, dann bedarf es einer sorgfältigen Prüfung dieser Ängrtbe«ruf ihre Berechtigung! denn daß bei den Arbeiten im Bergbau die sogenannten„II n l nstge s ü h le" viel st ä r! e r I sind alS bei der Tätigkeit in hellen, gesunden und lustigen Fabrik- ! räum, braucht nicht besonders betont zu werden. Die Hauptaus- , gäbe, die jetzt zu leisten ist, wird sein, festzustellen, ob im Bergbau -eine Steigerung der A r i.ts fö h i />? e i r dur«b -»--Äe r ri-n ge r- e> � de r Slrve its ze i t inö-zlich«[* Das find idie BorauSsetzI-Mz,, von'»cnen man ausgehen muß, und erst in ' zweiter Linie kommen die anderen Mistel, vor allem die ver- «besserte BetriebStechnük und die Verbesserung sder Arbeitsmethoden." DaS allein aber wird kerne ausreichende BeruhigUM ,der Bergarbeiter schassen. Der im Bergbau übermächtige �Kapitalismus, das ein Drohnendasein führende Unter- nehmertum, hat seine Daseinsberechtigung verloren. Der Kohlenbergbau ist nach»er ül>ereinstimmenden Meinimg der SoziallfierungSkommisfion reif für die sofortig? Soziali- fierung. Sie muß erfolgen, wenn die Bergarbeiter beruhigt ■mtd das Wirtschaftsleben vor den schwersten Schädigungen -bewahrt werden soll. Geschieht das nicht, so werden die Ar- -beiter wissen, wo sie die Verantwortlichen dafür zu suchen halie«, Die fionietteaoioiion in Ungarn. Die Verhandlungen mit den Sozialisken. U.U. Budapest, 12. August. Die Besprechungen mit den Sozialisten dauern fort. Der /Sozialistenführer Bernat Kondor erklärte dem Erzherzog Joses, daß sich der frühere Handelsminister in dem Kabinett des Grafen Karolyi Ernst Garant nur zu einem Eintritt in das umgebildete Kabinest bercitfinden würde, wenn die Residenz der Regierung in eine»ichtbesetzte Stadt verlegt werden würde. Rückwärts! Rückwärts! Budapest, 12. August.(Ung. Korr-Büro.) Das Ministerium für Kultus und Unterricht verfügte, daß die von der gewesenen Räteregierung als öffentliches Eigentum «klärten kirchlichen und konfessionellen Stif- tnngS werte ihren Besitzern oder Verwaltern sofort zurück- erstattet werden.' Eine Verordnung des Unterrichtsministeriums setzt die Ver» ordnung der Räteregierung über die Uebernahme eines Teiles shec Kunstgegenstände Privater in Staatsbesitz sauber Kraft und verfügt die Rückgabe dieser Gegenstände an ihre Eigentümer. Budapest, 12. August.(Ung. Korr.-Büro.) •• AriegSminister Schnetzer erläßt einen Aufruf zur Organisie- -rung eines Nationalheeres, das von einem gesunden s Geiste durchdrungen sein müsse. Aus diesem Grunde wird den -Soldaten das Politisieren untersagt und das vor J»tt Oktoberrevolution gültige Dien st regle. «ent wieder in Kraft gesetzt. Die Versorgimg mit Nahrungsmitteln. Budapest, 12. August. Eine Deputation, bestehend aus fünf Unternehmern und fünf Mrbeitern, sprach beim englischen General Gordon vor und er- suchte ihn, darauf hmzuwirken, daß das notleidende ungarische Jtolk baldigst die notwendigsten Lebensmittel erhalte, und daß die Bolschewistenberfolgungen«ingestellt wer- den. Nur wirklich verdächtige Personen sollen vor ein Gericht gestellt und verhört werden. General Gordon erklärte in seiner Antwort, daß auf der unteren Donau vier Schiffe mtt Lebens- ttrstkckn beladest lieg«, die jedoch nicht Weiterfahren können, da die Donau noch voll« Minen ist. Sache der ungarischen Regie- ruiig müsse es sein, durch das Wegräumen dieser Minen den Fahrweg freizumachen. Ein lschechoilowakisch« Protest. Paris, 12. August. I»'. dlploinatischen Lagebericht heißt es; Der Oberste Rat der Alliierten trat am Montag nachmittag zusammen. Der Rat pruste die durch die Ereignisse in Ungarn geschaffen« Lage. Die rumänische Regierung hat noch keine Antwort auf die Note der Entente gegeben, in der sie aufgefordert wird, rn Ungarn jede persönliche Initiative beiseite zu lassen und ihre Entschlie- Hungen der nach Budapest entsandten interalliierten Militärmis- sion onzupassen. Die tschechoslowakischen Delegier- ten ueßen der Konferenz eine Note zukommen, die gegen den Einmarsch der rumänischen Truppen in Budapests gegen die beträchtlichen Requisitionen, die sie in Ungarn vorgenommen haben, und auf die die Tschecho.SIowaken als Wiedergutmachung Anspruch zu haben glauben, Ver- Wahrung einlegt. Anttmonarchistische Kundgebung in Wien. Wien, 12.'AuguN. Wie die Blätter melden, wird am Mittwoch die gesamte bewaffnete Macht WienS eine Kundgebung gegen die monarchistischen Bestrebungen und für die Republik in Form einer Demonstrationsparade vor dem Parlament ver- anstalten. In den Landeshauptstädten seien ähnliche Kund- gcbungen vor den Landesregierungen geplant. Karl tlsbknechl zum Gedenken. Ein Tag wehmütiger und zugleich zorniger Erinnerung für die deutsche Arbeiterklasse wie das Proletariat der ganzen Welt ist der heutige 13. August. An diesem Tage hätte Karl Lieb- knecht seinen 48. Geburtstag feiern können, wenn eS ihm in dieser Zeit um solches Feiern überhaupt gewesen wäre. Der erste Geburtstag in der neudeutschen Freiheit wäre es für ihn ge- worden, denn in den vorhergegangenen Jahren hatten ihn die ZuchthauSmauern an diesem Tage von der Welt abgeschlossen. Ter Arbeiterschaft geziemt es� dieses Tages zu gedenken; nicht, um ihn zu feiern, sondern aufs neue zu geloben, den Zielen nach- zucifern, für die Karl Liebknecht, Rosa Luxemburg und die un- zählbaren anderen Revolutionäre ihr Leben hingegeben haben. Denn im Ziele waren wir mit Karl Liebknecht einig, wenn wir auch seine Methoden nicht rückhaltlos gebilligt haben. Der Befreiung der Arbeiterschaft aus den Fesseln des Kapitals, auS dem Joche geistiger Und politischer Sklaverei war sein Leben ge- widmet. Sein Feuergeist wollte nichts von Bedenken wissen, er stürmt« über alle Hindernisse hinweg und riß die Schwankenden mit sich fort. Und gerade darum fiel er zuerst den Schergen der Reaktion zum Opfer. Schon während des Krieges, als er die Sturmfahne der Revolution erhob, als er den Kampf gegen den Militarismus nicht mit Worten allein, sondern auch mit Taten führen wollte, suchten ihn die herrschenden Gewalten unschädlich zu machen. Sie verscharrten ihn hinter Kerkermauern, aber sie konnten nicht hindern, daß seine Gedanken sich in der deutschen Arbeiterschaft imme weiter verbreiteten und den Zusammenbruch de� alten ResiTn«»»-onbere'�en bakken... Wus vte militärischen Machthaber wäbrend deS Krieges nicht gJvagt hatten, das unternahmen nach der Revolution die Helfers- heiser der Scheidemann-Noske-Ebert. Sie mordeten Karl Lieb- knecht, wie sie Rosa Luxemburg.und dje anderen Revolutionäre gemeuchelt haben. Und die Mörder Karl Liebknechts, laufen noch immer frei herum. Zur Schande der scheinsozialistischen Regie- rung muß auch bei dieser Gelegenheit festgestellt werden, daß der Mord an Karl Liebknecht noch nicht seine Sühne gefunden hat, daß die Vorgänge, die zu dieser ruchlosen Tat geführt haben, noch nicht klargestellt worden, sind. Em Tag der Wehnmt und deS Zornes zugleich ist der 13. August. Er soll uns daran erinnern, daß wir weiter denn, je von den Zielen entfernt sind, für die Karl Liebknecht sein Leben gelassen hat. Er soll uns auss neue daran erinnern, daß die Blutschuld an dem Morde Karl Liebknechts nicht allein ein Vogel zu tragen hat, sondern daß auch die schemsozialistische Regierung damit belastet ist. Mederum wollen wir geloben, den Kampf für die Befreiung der Arbeiterklasse weiter zu führen und nicht eher zu ruhen, bis wir unser Ziel irreicht haben: Die Umgestaltung Deutschlands aus einem kapitalistischen Staate zu einem sozia- listischcn Gemeinwesen. So hrnbeln wir im Geiste Karl Liebknecht?. Die Mälignng des llrleiis im tieblnechl- Prozeß. Der Gipfel der Komödie. Der.Berliner Lokalanzeigec" teilt, mit, daß die Frage, ob der Reichspräsident oder das prerßische Staats m inister i um für die Bestätigung des Urteils gegen de Mörder Liebknechts und Rosa Luxemburgs zuständig ist, nunnrhr vor; Ebert dahin entschieden sei, daß de-r Reichspräsident bis Recht der Bestätigung nicht habe. Dieses stehe vielmehr, ebei-so wie auch das Begnadigungs- recht, den Kontingentsher-en, d.h. den an deren. Stelle getretenen landeörechtlichen Ordnen, in Preußen also dem Staatsmiuisterium, zu. Sollte die Nachricht des„Beliner LokalanzeigerS" den Tat- sächen entsprechen, so würde dise Entscheidung tatsächlich den Gipfel deS Moabiter Prozesses bedeuten. Sowohl vor als nach dem Liebknechtprozeß sind ungezählte feldkriegsgerichtliche Urteile gegen He�resangehörige geällt worden. Nicht«in einziges Mal war hier bei den zuständigen Stellen auch nur der geringste Zweifel entstanden, wer zur Bestckigunq dieser Urteile zuständig soi. Nur bei den Mördern Liebknechts braucht der Herr Reichs- Präsident drei Monate, un zu seiner Entscheidung zu kommen. Auch juristisch ist die Entschidung vollkommen unhaltbar. Nach§- 422 der Militärftrafgerichlordnung bestimmte der Kaiser, wem das Bestätigungsvecht feldgeichtbicher Urteil« zusteht. Die Verordnung vom 1. Februar 191g,die den Uebergang der Befug- nisse de? ehemaligen deutschen KaerS und Königs von Preußen nach der MilitärstrafgerichtSorbnuni auf die Organe der deutschen Republik regelt, führt den Fall ds§ 422 überhaupt nicht cm. Es kann daher nach allgemeinen Grundsätzen, die in diesem Paragraphen ausgesprochene BefugliS nur auf die Stelle über- tragen werden, auf die im großen anzen die Machtbefugnisse des früheren deutschen Kaisers übergzangen sind. DaS ist aber allein der Reichspräsident. Wie witig aber der Reichspräsident und feine offiziellen juristischen Beater die Gesetze der deutsche« Kepubki? iZmnev, ergibt sich daraus, daß nach ihrer Auffassung auch das Begnadigungsrecht der durch ein Jeidkricgs- gericht verurteilten Militärpersoncn den landrSrochilichcn Organe» zustehe» soll: Dabei sagt die Verordnung vom 1. Februar 1813 unter Nr. II ausdrücklich, daß das Recht des Straferlasses dem Präsidenten des Reichs m ilit ä. r- gerichts übertragen ist. Der„Lokal-Anzeiger" knüpft an seine Mitteilung den Wunsch, es sei Zeit, daß die Verurteilten endlich über ihr Schiel- sal ausgeklärt und von der Untersuchungshaft befreit wiirdeiz, Auch w i r hegen den aufrichtigen Wunsch, daß die Mörder end- lich aus einer Untersuchungshaft befreit werden, die sür den einen das in Milch und Honig fließende Holland und für den andern ein kaum minder mit Lebensmitteln versorgter Aufeuthnll in einer Nervenklinik ist. Rädel aus der Rn'ersuchungshafl e�llasseu,- In Schutzhast genommen. Das Versahren gegen Rädel gestaltet sich immer skandalöser. Sic monatelange Untersuchung hat nicht das geringste gegen Radek ergeben. Er wird in diesen Tagen außer Verfolgung gesetzt und der Haftbefehl des Untersuchungsrichters mutz deshalb aufgehoben werden. Da greift Nos ke ein: Er hat einen Schutzhastbefehl erlassen und Radek, dessen Freilassung unbedingt erfolgt wäre, wenn er behandelt würde, wie andere UntersuchungSgefangcne, wird nunmehr in die Schutzhaft überführt. Das Ungeheuerliche dieses Verfahren? liegt darin, daß Radek seit Jamiar in Untersuchungshaft ist, also nicht dos geringste getan haben kann, was die Sicherheit des Reiches zu gefährden geeignet wäre, trotzdem jetzt in Schutzhaft genommen wird. Daher ist die Verhängung der Schutzhaft völlig ungesetzlich, denn sie ist nur zulässig, wenn der Betroffene durch sein Verhalten die Sicherheit des Reiches gefährdet haben soll, keinesfalls aber, wenn mit einer solchen Möglichkeit für die Zukunft gerechnet wird. Selbstverständlich ist durch den Verteidiger Radkes, Genossen Dr. Kurt Rosen selb, sofortige Aushebung des Schutzhaft- befehls beantragt worden. Es muß verlangt werden, daß diesem Antrage sofort entsprochen wird. Wer nlchk parlerk. der fliegt. Wie der Republikanische Führerbund mitteilt, iß das Mitglied der Bundesleitung, Major Lange, der seither das erste Bataillon des Reichswehrregiments 48 in Z e r b st befehligte, nach Dessau versetzt worden. Die Versetzung wurde unmittel- j bar danach ausgesprochen, nachdem bekannt geworden war, daß Major Lange in die B u n d e s l e i t u n g des Republikanische« Führerbundes gewählt worden ist. Der Major war vier Jahre, lang im Felde und hat sich sofort nach seiner Rückkehr der Re-, gierung zur Verfügung gestellt. Jetzt wird er wegen seiner republikanischen Gesinnung strafversetzt. Wir sehen also wieder einmal, daß die monarchistischen Offi» ziere in der neuen Armee das Heft völlig in den Händen haben und jeden in Acht und Bann werfen, der sich nicht für Wieder» Herstellung der am 8. November zertrümmerten Throne bv- geistert. Der Republikanische Führcrbund protestiert heftig gegen diese Strafversetzung. Aber dieser Protest wird ihm nichts nützen, da der R e i ch s w e h r m i n i st e r, als Gefangener der mon. archistischen Offiziere, weder die Kraft noch den Willen hat, bei ver Steicyswehr geordnete Zustände zu schaffen. Immer wieder muß bei dieser Gelegenheit darauf hin- gewiesen werden, daß in der Reichswehr nur diejenigen Führ« und Mannschaften verfolgt werden, die sich zu der eben abgeschlos« senen Verfassung bekennen. Wer Gegner der Verfassung ist und für Wiedereinführung des monarchistischen Systems ein- tritt, der genießt weiteste Agitationsfreiheit. Daß die Dinge so kom- men würden, haben wir schon vor Monaten vorausgesagt..Da» malS wurden wir als Hetzer bezeichnet. Heute sehen selbst die» jenigen Leute, die damals in ihrer politischen Verblendung die Augen vor der Wirklichkeit verschlossen, die ungeheure Gefahr herannahen. Aber es fehlt ihnen auch jetzt noch an dem Mut, die einzig richtigen Konsequenzen auS den bestehenden Miß- ständen zu ziehen. Die Slrelklage in vberfchleflen. TU. Kattowitz, 12. August. Wie mitgeteilt wird, ist die Streilbew'sung i» Lberschlesie« noch dauernd im Zunehmen begriffen. Zu den bereits streikenden Gruben sind noch eine Anzahl weiterer getreten,«. a.„Gräfin Laura", die„Richterschächte" von den Vereinigten König und Laurahüttcn,„Karsten" und„Zentrum" sowie„Brandenburg" und„Heinitz". Auch auf der„Deutschland", und.Schlesien"» Grube wird gefeiert. Die Notstandsarbeiten führen Steig« und Beamte notdürftig aus. Aus den übrigen Gruben verrichten diese Arbeiten Arbeiter über Tage. Die Streikenden fordern die- Wiedereinstellung sowohl der gekündigten wie der bereits ent» lassenen Arbeit«. Außerdem wird die Entlassung der po» litischen Gefangenen und die Aufhebung der Grenzsperre und des B e l a g e r un gz u stand es ge» fordert. Abbmch des Generalstreiks der Kaliarbeiler. Halle, 11. August. Die am 11. August in Halle tagende dritte Reichskonferenz de» Kaliarbeiter Deutschlands beschloß mtt geringer Majorität de» s»» fortigen Abbruch des Streikes. Walmedy von den velglern besetzk. M a l m e d y, 12. August.(HavaS-Reute«.)' Die belgischen Truppen haben heute mittag Malmedy besetzt. Sperre über Lasel. Basel, 12. August.(Schweizerische Depeschem-Agent«.! Der Vorstand des sozialdemokratischen Arbefterbunde» gibt bekannt, daß üb« Basel die allgemeine Sperre sür alle Beruf verhängt wird; sie soll solange dauern, bi« alle Maßregelungen durch die Unternehm« zurückgezogen find. Schwere Belästigung eines englischen Offiziers in Bromberg.' Der englischen Hauptmann Mitchell wurde in Bromberg am� Abend des 22. Juli aus der Straße von deutschen Soldaten aufs schwerste belästigt. Die Soldaten stießen Beleidigungen gegen ihn aus, spien ihn an, versetzten ihm Stöße und dergl. Der' Zwischenfall hat zu einem Notenwechsel geführt. Die erste Post a«S Amerika ist in Hambuqg eingetroffen. Este. umfaßt etwa 140 Bliefbeut««,—— Der schwirrigsie TeU der Bauarbeiten an der Nord-Tüdbahn ist nunmehr ebenfalls in Angriff Mnommen warben. Es handelt fich um die strecke, die burck die untere ffriedrrchstwge zwischen Kschstvahe umd der Markthalle II führt. In dieser Strecke muß eine Bodenschicht überbrückt werden, die zum Teil aus Infusorien- erde besteht, die einen ausgedehnten Pfahlrost erforderlich machen, auf den dann die Tunnelfohle sicher ruht. Einige Versuchsrammun- gen sind bereits vorgenommen wurden. Pon einem falsche« Kriminalbeamten heimgesucht wurde der �igarrenhändlc» Henze au? der Weichselstraße 11 zu Neukölln. Der Beamte erschien bei ihm im Laden, wies sich durch eine Marie cus, erklärte ihn kurzerhand wegen Schleichhandels mit Heeres- gut für verhaftet und forderte chn auf, zur Kommandantur mitzukommen. Henze folgte willig. In der Berliner Straße ließ der„Kriminalbeamte" feinen Häftling allein einen Straßenkahn- wagen besteigen und gab ihm die Weisung, sich selbst auf der Kommandantur im Zimmer 10 bei Herrn Kammer zu melden. Während Henze auf der Kommandantur nach Herrn Kammer der- geblich suchte und im Zimmer Nr 10 erfuhr, daß man von seinem angeblichen Sckleichhandel nichts wiffe. ging der„Beamte" in sein tgerchäft zurück, durchsuch.: in Gegenwarr seiner Frau auck die Wohnung,„beschlagnahmte" 4500 Mk. bares Geld und zwei Ringe im Werte von 1S00 Ml., einen Brillantring und einen Trauring mit dem Zeichen A. D uV.d verschwand damit, bevor der„Per- kasteie" zurückkehren konnte. Der Schwindler ist etwa 30 bis N5 Jahre alt. klein und schlank und trug einen gelben Anzug und einen schwarzen Hut. Beim Spielen tödlich verunglückt ist gestern das vier Jahre alte Söhnehen Heinz des Lehrers Paelke aus der Hermannitraße 108 ;u Reukölln. Der Kleine lief vor der elterlichen Wohnung unter einen Straßenbahnwagen der Linie 21, wurde überfahren und so schwer verletzt, daß er gleich starb. Erschossen aufgesunden wurde am Sonntag aui der Schön- wolder Chaussee Bei Spandau ein Mann, der nach dem Befund von fremder Hand erschossen und beraubt worden ist. Der Tote ist aller Wahrscheinlichkeit nach der 4L Jahre alt« Schlosser- meisteer Dünke aus der TreSckowstraße 13 zu Niederschönhausen. Dünke, dessen Frau verreist ist, fuhr vor einigen Tagen mit seinem Rad nach Brandenburg an der Hovel um Einkäufe zu machen. Er nahm dazu ungefähr 4000 Marl mit. Ob er zu diesen Einkäufen gekommen und überhaupt in Brandenburg gewesen ist. weiß man noch nicht. Jedenfalls wich er vermißt. Die Beschreibung des Ermordeten paßt ganz auf seine Person. Als mutmaßlicher Täter kommt nach der Bekundung eines Spandauer RatfahrerZ, der den Toten auffand, ein Mann in Militäruniform in Betracht. Daser sie! dem Spant auer Radler durch'«in an- sicheres Fahren auf. Wahrscheinlich ist er ein ungeübter Rckoler, der das dem Ermordeten geraubte Rad zur Flucht benutzte. Einen empfindliche« Berlnst erlitt am Sonntag nachmittag eine Arbeiterssrau bei dem Besuch des Zoologischen Gartens. Beim Ausruhen hing sie ihren blangrün sei denen Pompadour über eine Stuhllehne und vergaß ihn dann beim Weitergehen. Eine andere Frau ist beobachtet word'n, wie sie den Pompadour von dem Stuhl fortnahm. Der Pompadour enthielt neben zwei schwarzen Halbhandschrthen und einer KohlenauSweiSlarte ein braunes Lederportemonnate mit 160 Mark Geld, da? gesamte Vermögen der Verliererin. Die Finderin wird daher �beien. den Fund gegen Belohnung abzuliefern bei Schmidt Tr ptow. Eträtzstraße 24, Hof, parterre. und bis Freitag, den 1ö. August 101S, der in den Bezirken der 11Z. , IIS., 120., 126., 131. und 22k. Brotkommifston gelegenen Geschäfts(Filialen, Verkaufsstellen� eingetragen sind, pro Kopf 250 Gramm Käse verteilt. Vach Bestimmung des Relchs-Ernährungs- Mnisreüums sind den heimkehrenden Kriegsgefangenen sowie den aus der Zwilgefangenschast Zurückkehrenden als Tonderzuweisuag von der Gemeinde, von der sie zum ersten Male in die ordentliche Lebensmittelversorgung aufgenommen werden, wöchentlich für die ersten 6 Wochen zu gewähren: je 1 Pfund Brot, 50 Gramm Fett, 125 Gramm Auslandsfpeck oder Konfervenfleifch und 250 Gramm Hülfen- fruchte und zwar zu den festgesetzten verbilligten Preisen. Wird den Brolkommifsionen der Nachweis erbracht, daß es sich tat- sächlich um einen Kriegs- oder Zivilgefangenen handelt, fr erhalten die Berechtigten außer Reösobrotmarken über 500 Gramm wöchentlich eine besondere Zusatzkarte, die zum Bezüge der Zusatzlebensmittel berechtigt. Die Geschäfte, in denen die Lebensmittel erhältlich sind, werden besonders bekannt gemacht. Pankow. Vom Mittwoch, den 13. August 1919, ab gelangen in den bekannten Geschäften gegen Abtrennung der Bezugs- und Quittungs- abschnitte 46 und 57 von der allgemeinen Lebensmittelkart« 1000 Gramm Graupen zum Preise von 0,88 Mark zum Verkauf.— Heute gelangen 250 Gramm amerikanisch« Speckwaren zur Ausgabe. A 9 der Einfuhr-Zusatzkarte und Borzeigung der abgestempelten Fleischkarte. Buchholz. Die G ernei ndeverkau fsstelle ist am nächsten Mittwoch nur in der Zeit von 8— 12 Uhr vormittags geöffnet. Dom Donnerstag ob kann bei den Kaufleuten pro Kopf 1 Pfund Einmochezucker gegen den Sonderabfchmtt 5 der Zuckerkarte entnommen werden. Aus Nr. 15 der Fischkart« kann bei den Kaufleuten, bei denen die Kundschaft in der Zuckerkundenliste eingetragen ist, j« ein Hering zum Preise von 35 Pfg. entnommen werden. Die Ausgabe erfolgt erst vom Donnerstag ab. Reinickendorf. Auf Abschnitte 68 und 71 der Groß-Borliner Lebensmittelkarte entfallen je 250 Gramm, zusammen 50V Gramm, Marmelod« zum noch festzusetzenden Preise, da es sich um Holländer- war« handelt. Die betreffenden zusammenhängenden Abschnitte sind bis Freitag, den 22. August abends, bei ben Händlern und in den amtlichen Verkaufsstellen abzugeben. Weißense«. Abschnitt 63 allgemeine Sebonmittelkarte 250 Gramm Kunsthonig. K 12 Einstchrzusatzkarte 250 Gramm ausl. Weizenmehl. Buch. Donnerstag, den 14. August, abends 8 Uhr, Zahlabend tri Lokal von Rostock, Buch. Tchmanebeck. Sonnabend, den 16. August, abends 8 Uhr, Zahl« abend im bekannten Lokal. cebensmMelkalender. Serlin. Tie Abschnitt« 38 a— e der Berliner Kaitofselka.t« vor- lieren mit Freitag, den IS. August 1919, ihre Gültigkeit. Bis Freitag. den 15. August 1319 einschließlich hat also jeder.Karteninhaber zur Bermeidung des Beriustes feine Kortosfel« für die Woche vom 11. bis 17. August 1919 veiin Kleinbänvler zu entnehmen. BW Mittwoch. den IS. August 1910 wird an diejenigen Kunden, die in den Speise- settkuichenlrsten der In dem Bezirk« der 113.(Teilbez.) Brotkowwissian Aus den Organisationen. Zweitsr Kreis. Weste». 1. und 2. Abt. Gemeinschaftlicher Zahl- abend bei Zühlk«, Dennewitzstraße 13(E-oßer Saal). vierter Kreis. 29. Abt. Heute abend 7 Uhr: Abteilung s-Ver- stimm tun g bei Bolzmann, Lichtenberger Sttaße 21. Bortrag Gen. Riedel: Sozia Ildein. Parlamentarismus.— Sozial revolutionäres Rätesystem. Charlottenburg. Der Zahlabend der 6. Gruppe findet für die Kanal- bis Schillerstraße Kaserne Wallsttaße 96, und für Schiller� bis Kamtstraße bei Golus, Goechestraße 56, statt. Wilmersdorf. Mittwoch, den 13. d. Mi,., abend, 7)4 Uhr: Abteilungsoersammlungen bei Schilling. La-uenburger Str. 20. Piche, Seesener Str. 54, Mauer, Durlacher Str. 8, Eröschke, Nachodstr. 13, Schramm, Hohenzollern-Damm 2. Neukölln. 1. Viertel. Funktionärsitzung Donnerstag, 7K Uhr, Fdealkafino, Weichselstraße 8. Wichtige Besprechung notwendig.— 3. Vieriel. Funklionärsitzung Donnerstag, 7)H Uhr, Nogalsttaste Eck« Bodestraße.— 23. Bezirk A, B, E bei Bogel, Mainzerstraße 15/16. C D. F bei Benthin, Reuterstroße 93, Bezirkszusammenkunft. U. S. P. Neukölln. Für alle Schichtarbeiter und Genossen, welche den Zahlabsnd nicht besuchen können, findet am Tonnerstag, den 14. August, bei Kassuhn, Erkstraße 8, vormittags 9ZH Uhr, ein Zahl- morgen statt. Britz. Heute abend Zahlabend r» allen Bezirken um 8 Uhr. Wichtige Tagesordnung. Waldmannslust. Heut« Zahlabend, pünktlich 3 Uhr, Schweizer- haus. Bottrag des Gen. Wasack, Berlin. Wittenau. Mittwoch, den 13. August, bei-Frredttch Schulze, Oranienburger Straße 89, abends 754 Uhr, kombinierter Zahlabend für alle Bezirke. Vottrl» über das Rätesystem. Zeutben-Miccsdors. Heute Zahlabend 8 Uhr bei Genossen Paul Enzert, Zeuthen, Dorfstraße 8. ...Marienletde. Mi:lnwch.. atiend 8 Uhr WigUederversammlung bei Getickt e. Röntgonthal, Zepernick. Mittwoch, den IS. August, abends 8 Uhr, Zahlabend im Lokal von Adomeit, Röntgenthal, Kaiser Fttedrichstr. 1. vereinskaiender. Deutscher Werkmelster-Berband. Versammlung aller in der Ehirurglschon Branche beschäftigten Werkmeister, heute nachmittag 5 Uhr, im Rosentha-Ier Hof, Rofenihalei Str. 11/12. Aw.-Siid-Tpandau Gtwerk Dr. Schilderbau trifft sich betr. Nach« Zahlung Donnerstag, den 14. August, abends 6 Uhr, bei Mecklenburg, RaoenSstraße 6. Seidel. Munitionsfabrik Spandau. Kriegsbeschädigt« Schlosser wolle« sofort ihre Adresse im Intern. Bund, Gratinstr. 3, abgeben. Betrifft Lohnabzug vom 10. Juli d. Is. Mohr. Jugendliche Betriebs-Vertrauensleute und Schülerrät« der Fach« und Fortbildungsschulen. Mittwoch, den 13. August, abends 8 Uhri Vollversammlung im Fugendsekretariat. Zentrale Zusammenkunft um 6 Uhr. Pünktliches Erscheinen ist dringend notwendig. Internationaler Bund der Kriegsbeschädigten und Kriegshlnter» � bliebene». Ottsgruppe Charlottenburg. Donnerstag, den 14. August,' abends 6)4 Uhr, im Dolkshaus, Rosinenstraße 4, Ortsgruppen-Ver» sammlung.(Mitgliedskarten sind mitzubringen.) Von 5 Uhr a» Erweitert« Lorstandssitzung. Arbeiter-Samariter-Bund. Kolonne Groß-Berlin. Bezirk Süd» Abt. 5, Neukölln. Freitag, abends 7% Uhr, Weichselstraße 8: Vortrag des Herrn Dr. Wedekind.— Bezirk Nord. Abt. 2: Sonnabend, abends 7stL Uhr: Bortrag des Herrn Dr. ArensberS Gäste haben einmaligen Zutritt. Schwimmverein„Welle". Sonntag, den 17. August: 18. Stiftungsfest, verbunden mit Schmimmfest. im Restaurant„Seeblick" in Berg- lucht am Werlfee. Treffpunkt: Schlesischer Bahnhof(Untergrundbahn) morgens 4,45 und 5�B Uhr; Abfahrt 5,03 und 6,03 Uhr bis Erkner, dann Wanderung an der Löcknitz«rtiang bis Berglucht. Gäste herz- lich willkommen. Verantwortlich für die Redaktion Alfred Wielepp, Neukölln. Verlagsgenojsenschaft„Freiheit", e.©. m. d H. Berlin.— Druck der Lindendruckerei und Berlagsgesellschott m. d. H„ Schissbouerdamm 19. ßeute Oleul Die freie"Welt fitft n "71116 dem Inljaft: �oßpftenftieit In(Engfanö "Zmn/eft öeel H.ßeitei�uineröunöed Cfjm fottenßui gtt IPalöfipufe Hud/teffung fopaliftiftfjei Aünßfer 'Sit fipwaigt JTutfdje, cnavent IStZ tlfte JROIÖ,-Jüiinrlerte■Ziergef0id)te (Ein inbifepes ikäidjen unt anbete* (Einzelnummer 20?)/. Uierteljäßrnd) 2,f0 JIt, ■Ju tjaben /fl allen IbudifianbCuncten."Zeitungdoertauf** i Heden, Jiloalen. TbaßnijafäSucl)!) anbiungen, fatale im HJedag, Setfin OTTO 6,(5$iff6aucibamm /rtiiz!auer AHee 17L__ Hypotheken gebe auf aadwirtächattilcben Betriea. Maschinen usw. Lagerkarte w. 3er Mn 37,_____ MLino �'i5©i vol le;_ � � �senertö� Unverbindliche Vopfu�pun� bei dep äi-jkil'MA-A.G. fctpEleK/pomechanik�'c ia- Tel, gonfr 5142 AUeiniJ,e Fabnk�nfetj Kiedemallsfr, 18-20 J Platin,«olt», Silber, MetallabftUle n. Altnaewslll kaufen s Petem, Prenzlauer Blrafle Ä4. Peter«, Reinickentl orter Miraße 12, Wöbirn, Wal«islrnßn 9, Eebe Tnr«» strafte, Ermel, Gubener Straße 50, an der Tranb fnrter Allee, Dexener, Schttnebcrff, BiUinntraße 46. i V Ii B« 4 a .i r Soeben neue Nummer erschienen! oziaiist. (früher Sozialistische Kuslamispolitik). Unabhängige jozialäemokrartjche Wochenschrift. Herausgegeben von Dr. Ruä. Breitscheiä. Anter ftanäiger 2Nttwir?ung von: H. Block, H. Haas«, K. Kautefy, R. Stein, H. Stcöbel u. a. ftbour.emcatÄ vfertclfShrUch 6.— 21if. Sin, einummer 60 Pr. Bestellungen find aufzugeben bei der nächsten Poftanftalt, bei den Spediteuren der Freiheit oder in der Derlaga- genossenscha e«Ire hetr� e. S. m. b. Berlin ÄW ty, Abteilung Buchhandel, Schiffbauerdamm ig. go» 'M gähne mit c Dia Spedition in Oranienburg, Bahnhofetr.S ist verlegt nach Oranienburg, FischerstrasseS, bei Max Krause. Htlv Dinger It alles, erteilt jede U" Hervorragende lauer�jtraOed. u raa" Hafnbttrir '«'ckenttb.� adle Provision nstallatlünsarbeilen NW. 52, PtnlnraBc!0. 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Der Zentralrat sprach ficb für das vorläufige Weiterbestehen der kmnmunalcn Arbeiterräte'aus, die mahgebcnden Führer in der iNrhrheitSparicl möchten sie natürlich zum Teufel haben Die preußische Staatsregicrung hat es in 8as Belieben der Stadtverwaltungen gestellt, die kommunalen Arbeiterräte zu dulden oder nicht. Dah die Stadtverwaltungen diesen Win? mit dem Da»»Pfahl verstanden, ist natürlich. Wollen wir die kam- inunale» Arbeiterräte halten, dann müssen wir ihnen eine andere Grundlage geben. ES muh sich darum Händeln, die kommunalen Arbeiterräte geaau wie die Betriebsräte in eine neue Form zu gießen, das heiht, das ganze deutsche Räteshstem neu aufzubauen. Tun wir das mcbt, so wird in zwei bis drei Monaten die Revolution, die mit der Annahme der Verfassung ibrcn formalen AHchwh gefunden bat. endgültig liquidiert sein. Damit ist natürlich nicht gesagt, dah die stetig weitergehende soziale Revolution ihren Abschluß gefunden hat. Wie sehr sich diese formal- demokratisch- rcpubli- kanlsche VerfnssungSmehrhcit auf kapitalistische Grundlage� stützt. beweist die Steuerpolitik. Die Riesenlast der Staatsschulden läßt sich mit der alten Steuertechnik nicht beseitigen: die arlxilende Klasse wird am stärksten geschröpft wer- den. Es handelt sich darum, die soziale Redolution in sozialisti- schein Sinne weiterzuführen. Die Trägheit und Denkfaulheit eines großen Teils der deutschen Arbeiterschaft läßt sie in den Frieden hineintorkeln, wie sie vor fünf Fahren in den Krieg hineingelorkelt ist. Ausklärung und AufrüHehing ist nötig. Gelingt es der Regierung, alles in ihrem Sinne zum Abschluß zu bringen, dann fängt die alte Misere wieder von vorn cm. Das würde einen kulturellen Nie- dergang der deutschen Arbeiterschaft bedeuten, gegen den sich auch da5 Menschliche in uns wenden muß. Genosse D ä u m i g schildert dann noch einmal ausführlich die r-pli-iuc und von uns ausnihrlich wicderaegebenr Neuornanisation der Räteoraanisgiion, die Gliederung nach Berufs- u>'„d Andustrie- gruppen. Bezirkswirtschaftsräte, mündend in den ReichSwirtschafts- rat. Der Redner meinte, daß in dieser revolutionären£rgcmi- säjion für den unseligen Parteihader und Partciegoismus kein Raum mehr sein kömie. Dann würden auch die kommunalen Arbeiterräte da? sein, was sie sein müssen, die unterste Stufe iür ein neues Gemeinwesen. Die kommunalen Arbuterräte müssen im engsten Anschluß mit der Bevölkerung stehen, ibre Bc'chwerden entgegennehmen und der Bevölkerung den Neuaufbau der Per- waltung verständlich machen. Wir müssen in der Lage� sein, sowrt nach der Eroberung der volitischrn Macht durch den ökono- misthen Kampf die Stadtverwaltungen zu suspendieren. Däumig rief zur Mitarbeit und zum tatkrZftiaen Eintreten auf, damit in Kulünft die kommunalen Arbeiterräte nicht mehr eine Aschen- brödelroll' spielen müßten. fLebligster Beifall.) Genosse Sommerfeld lll. S. B. D.) sprach dann über de., bekannte Ersuchen des Landespolizeiamtes an den VollzugSrat um Uebcrlassung von Hilfskiäften bei 20 Mark Tagegeld. Sommerfeld fllbrte auS. daß beim Land�Spoliiciamt keine Mög- lickilfit bestehe, Iräfbig a» d-'r Bekämpfung des SchleichbandelS N.ftzuarheiten. Das beweise ganz besonders der Erlaß deS ReichScrnäbrungSininister« Schmidt, daß Staatsbetriebe keine Auskunft über gcschlcickhandelte Waren zu geben brauche» AuS allen diesen Gründen lebne der Boll- � ig-rat dir Beteiligung ab und bitte die Versammlung um einen ent'prcchenden B-schluh. Ju der kurzen Diskussion stellten sich Hesselbarth lll. S P. D.) und M a t u sch t e(K P. D.) ebenfalls auf einen ablehneudcn Standpunkt, so daß der Vorsitzende feststellen konnte, dah von se>te» der kommunalen Arbeiterräte keine B'tciligung an der Arbeit d s Landespolizeiamtes in Betracht käme. E» wurde dann noch angeregt und auch beschlossen, die Vollversammlungen künsiia nachmittags um b Uhr beginnen zu lassen, da viele Gcnossen bei dem frühen Anfang materielle Verlust? haben. Die Angestellten der Kriegsorgamsatfonen und der Kollektivvertrag. Eine stark besuchte Versammlung der Angestellten der KricgSorgauisatiouen fand am Dienstag nachmittag im überfüllten Saal der„Philharmonie" statt. Zu Beginn der Versammlung wurde die Leitung den Ein- berufer». den gewerkschaftlichen Zentralverbändcn, entzogen, und aus»er Versammlung ein Bureau gewählt. Tann wurdä-.riss Antrag angenommen, anstatt der vorgesehenen Tagesordnung als ersten Punkt zu nehmen- Kollektivvertrag und M i t b e st i m in u ir g S r c ch tl Hierzu referierte Lindig von der Arbeitsgemeinschaft der Fachausschüsic. Er schilderte die Luge der KricgSorganisationSangestellten während des Krieges und führte aus, dah die Revolution an diesen Verhältnissen nicht» ge- ändert habe. Die hervorragenden Gehälter, die man-mmer den Angestellten der KriegSorganisationen vorgehalten hat. bestanden nur bei den hohen und höchsten Stellen Der Kollektivvertrag se: von den Direktoren ausS wärmste den Rcichsämtern empfohlen worden. Aber bei den ReichSäintcrn. besonders dem Rei-tSschatz- amt, herrschten allzuviel Bedenken. Für den tft. d. M. sei eine Besprechung angesctzt, in der die endgültige Stellungnahme der Reichsbehörde zu dem Kollektivvertrag festgestellt wird. Fn der Hauptfrage, dem Mitbestimmungsrecht, bemerkte der Redner, daß der SchlichtungsauSschuh Groh-Berlin den Auge» stellten der Kriegöorganisutionen ein MtbeftimmungSrecht zugc- fprochen hat, das nach Aussage der drei An-ge stellten be>irtzer da» best« und weitgehend st? ist, was bis jetzt in Deutschland errungen wurde. Auch hier haben die RcichSämter die Entscheidung. Wollen wir unsere Forderungen durchsetzen, dann muh daS all Semein« Interesse der Angestellten an ihrer Sache noch mehr er. arken. Di« Angestellten müssen sagen, wir wollen den Kollektiv- oertrag, wir wollen da» Mitbestimmungsrecht. Zum Schluh pole misierte der Redner gegen die Gewerkschaften, welch« die Versamm lung einberufen hätten, ohne den FeichauSschuh davon zu benachrichtigen. Der Redner sprach auch noch gegen den Abbau der Kriegsorganisationen, gegen die Jnteressentcnwirtschaft, die auch noch nach der Revolution lustig weiter' blühe. Der Redner erntete stürmische» Beifall. Die Versammlung verlief äußerst unruhig. Besonder? war die Stimmung den Gewerkschaften gegenüber sehr gereizt. Wen bland vom Zentralverband der Handlungsgehilfen konnte nur unter fortwährenden Unterbrechungen feine Kritik des Kollektivvertrages und feine Auffassung über die tatsächliche Stellung der Angestellten der KriegSorganisationen vornehme» ES scheint, dah die deutschnationale VerhctzungSarbeit gute Frücht« trägt. In der weiteren Diskussion sprach nocb Meyer vom Fachausschuß unter dem wiederholten stürmischen Beifall der Versammlung. Er führte auS, dah weder der Zentralverband noch die Harmonieverbände sich um die Augestellten der Kriegs organisationen gekümmert hätten. Der Redner wandt« sich gegen den Zentralverband und stellte fest, daß allein der Fachausschuß praktische Arbeit geleistet habe. Eine Resolution, welche '»erlangt, daß die Gewerkschaften dem Arbeitsausschuß der Fach- gruppe künftig nickt mehr binderlich sind und ferner verlangt, daß die Gcioertschaften sich hinter den Kollektivvertrag de» Arbeits- auSschusse» stellen, wurde fast einstimmig angenommen Eine Resolution-des Zentralverbandes der Handlungsgehilfen war damit erledigt., Im Lichthofe der Philharmonie fand eine Parnllelversamm- lung statt. Lohnbewegung in der chemischen Industrie. Fn der am Montag abend stattgefunden«» Versammlung von Angestellten der chemischen Industrie entspann sich eine äußerst lebhafte Debatte. Ein Vertreter des Gewerkschaftsbundes kaufmännischcr Angestelltenverbände betonte, es sei unbedingt not- wendig, über einen Ausstand in den Betrieben geheim abzu- stim-men. Ein weiterer Redner trat für die Ausübung des Mit- bestimmungSrechteS auch in bezug auf die Zusammensetzung der in den Handel gebrachten chemischen Produkte ein. Die chemische Industrie babe llnsummen verdient, indem sie der Bevölkerung Tchlemmkrcide alS Hauptbestandteil ihrer RahrungSmittel-Ersatz Produkte geliefert habe. Die Angestellten müßten sämtlicke Ein- gänge auf ihre Herkunft prüfen. Besondere Beachtung verdienten diejenigen Rohstoffsendungen, welche nicht direkt vom LiefcrungS- werk, sondern durch den Spediteur mit unbekanntem Absender eingeben. B u b l i tz vom Zentralvcrband der Handlungsgehilfen sprach sich gegen die geheimen Abstimmungen in den Betrieben auS. Es sei die Pflicht sämtlicher Angestellter, zu einer Versammlung, wie i>cr stattfindenden, zu kommen. ES wurde sodann folgende Eni- schließung angenommen:„Die am lt. August in den Sophien- sälen tagende« Versammlung aller Angestellten der chemischen Industrie erklärt die Angebote der Arbeitgeber in bezug auf Eni- lohnung der Angestellten für unannehmbar. Besonders vennissen die Angestellten die Bewilligung der WirtschafiSbeihilfen. AIS unerläßliche Bestimmung deS Tarifvertrage» betrachten sie da» MilbestiminuiigSrecbt der Angestellten. Di? versammelten Angestellten beauftragen die Arbeitsgemeinschaft freier Angestellten- Verbände, schleunigst den SchlichtungSaukschuß unter Mitwirkung deS ReichS-ArbeitSminisieriumS anzurufen. Sie letzen eine Frist bis zum 18. August, in der eine Entscheidung über den Tarif- vertrag getroffen werden muß, andernfalls sie in den Ausstand treten." Streil der Arbeiterinnen in der Glühstrumpfistbustriv. In einer anßerorden-tlicö gut besuchten Bersammluna der Berliner Me'allarbeiterinnen im Gewerkstbaftshairs, hielt gestern Abend die Genossin K l a d i f ch einen beifällig aufgenommenen Vortrag über den Geiverkschaftskongreß. In der Diskussion machte eine Rednerin Mitteuung. daß in der Glühsiruinpfindustrie gestern Abend der Streik mit IGtl gegen 128 Stimmen von den Arbeiterinnen beschlossen wurde, da die llnlernebmer nicht gewillt ind, ibre Hungerlöbne von 80 bis 50 Pfg. pro Stunde wesentlich z» erböhen. Bezeichnend ist das Verhalten der Unternehmer, die mit allerhand privaten Versprechungen die Arbeiterinnen In letzter Stunde von der Versammlung fernzuhalten versuchten. Nach wei» terer lelihakter Diskussion, in der die Arbeiterinnen zu größerem Interesse für die Politik misgefordet wurden, vertaeite sich die Versammlung. Acht, mg? StuNateure! In der am 11. d. M. slattgesundenen Sitzung der SektionS- lcitung mit den Baudeputierten haben sich diese mit den unleid- lichcn Verhältnissen im Beruf belreffS der Arbeitszeit befchäfligt. ES wurde angeführt, daß die Rabitzpntzer uind Spanner, die die- selben Arbeiten ausführen wie die Stukkateure, nickt dazu zu bewegen waren, die gleiche Arbeitszeit einzuhalten wie die Stukkateure. e Wenngleich beiderseits der Tarif die achtstündige Arbeitzeit vorschreibt, so haben die Stukkateure im Interesse der arbcits- losen Kollegen, die auch bei den Rabitzputzcrn vorhanden sind, die iir den Winter bestehende siebenstündige Arbeitszeit beibehalten Es wurde der Beschluß� gefaßt, da eine Einigung mit den Rabitzcrn nicht zustandegekommen ist. den Stukkateuren zu emp- fehlen, daß vom Mittwoch, den 13. d. M.. die achtstündige Ar- beitszeit innegehalten werden kann. Die ScktionSleituug. Deutscher TranSportarbriterveriand, Sektion Lebensmittel- brauche. Di« Arbeiter und Arbeiterinnen der Firma Pinner, Nährmittelfabrik, Hufelandstraße Ii, find in den Ausstand ge- treten. Es bandelt sich h-er um Nicktanerkennung eines Tarif- Vertrages. Ilm die Einigkeit der Arbeiter und Arbeiterinnen auf die Probe zu stellen, wurde der Obmann de« AuSsckusseS ohne Grund sofort entlassen. Der Leiter des Unternehmens, Herr Iakobsohn, hat sich sehr oeirrl. Die gesamte Kollegenschaft steht hinter dem Vertrauensmann und hält fest zur Organisation. Mittwoch soll in Verhandluitgen eingetreten werden- Vor Streik- bruch wird gelvarntl untersagt wird, wenn die betr. Arbeiter nicht durch den zuständi- gen Arbeitsnachweis überwiesen werden.� Die Arbeiter und Be- triebsräte werden ersucht, darauf zu dringen, saß alle freiwer- denden Stellen sofort dem Arbeitsnachweise gemeldet und dis»be- nötigten Arbeitskräfte von dort angefordert»ottden. Nur so ist e» möglich, die seit sieben Monaten arbeitslosen Kollegen in Arbeit zu bringen." Die arbeitslosen Kraftfahrer hielten kürzlich eine Versammlung ab. Sw beschäftigten sich mit Beschwerden, die die Arbeit»- losen gegenüber den hiesigen Fahrbereilschasten und dem Ver- lehrSamt erhoben. ES sollen dort durch die Beiriebsrätc Kraft- fahrer ohne Benutzung seS ArbeitsnachlveiseS eingestellt worden sein. Der auf Verlangen der ArbeilSlosen anwesende Arbeiterrat Iaeobsen vom Vcrkebrswmt beitritt, daß Einstellungen ohne den Arbeitsnachweis vorgenommen würden, versprach aber die vorge- brachten Fälle untersuchen zu wollen. Nach erfolgter Aussprach« wurde folgende Resolution«instiinmio angenommen:„Die heute, am 8. August tgtv, im Gcwerkschaftshauie versammelten, teil- weif« seit Dezember lvl8, arbeitslosen Kraslivagenf,'ihrer pro- testier«,, energisch gegen die hiirtenhcram Einstellung von Kraftfahrern in den Betrieben der Fabrbereitschaitrn für Reicks- und Staatsbetrieb« durch'die dort beschäftigten Betriebsräte. Die Versammelten ersuchen da« DemobilmachungSomt sofort eine' Ver- fügung zu erlassen, wonach jede La, Stellung von Arbeitskräften Achtung! Arbeitslose und Arbeiterräte der Arbeiter Groh-Berlins. Freie Arbeitsstellen, welche durch die Zentrale für Heimatdienst, durch die Arbeitsgemeinschaft für staate- bürgerliche und wirtschaftliche Bildung, Markischen Verband und ähnliche Institute vermittelt werden, bitten wir, nicht zu besetzen, da die Arbeitslosen Gefahr laufen, in Arbeits- stellen vermittelt zu werden, die von uns als nickst ordnungsgemäß betrachtet werden. Besonders trifft dies zu bei Stellen für Landarbeit. Wir machen nochmals darauf aufmerksam, daß sämtliche Z teilen nur durch den städtischen Arbeits- Nachweis der Stadt Berlin vermittelt werden dürfen, und nur von dort aus Gewähr geboten ist. in men- schenwürdige Stellen zu kommen, da die zu besetzenden Stel- len erst vorher durch die dazu bestimmten Vertreter der Arbeitslosen und des Nachweises untersucht werden. D i e Arbeiterräte in den Betrieben haben drin- gend darauf zu achten, daß der Arbeitsnach- weis der Fre iw i lli g en- T r u p p en in der Bendler st raste nicht Leute in die Betriebe vermittelt, die nicht an der Reihe sind, sondern erst kürzlich aus dem Heeresdienst entlassen sind. Die Arbeits- losen ober können monatelang auf Arbeit warten und werden dadurch noch länger dem Hunger preisgegeben, lleberhaupt hat dieser Arbeitsnachweis keine Berechtigung. Arbeitsstel- len zu vermitteln. Vorsicht ist geboten! Arbeiterrat der Arbeitslosen Grosi-Berll«. Kommunale Arbeiterräte des Krekses N!Ä>erbarnnn. Am Donnerstag, den 1«. August, mittag» 12 Uhr, findet im KreiStagSfaal de» LandratSamteS. Friedrich. Karl-Ufer S eine«er. sammlung der Obleute der örtlichen Arbeiterröte des Kreise? Riederbarnim statt. Zu dieser Sitzung ist ei« Vertreter jeder Partei ,n entsenden. Zentralstelle der Arbeiter- und Soldatearöte dr» Kreise? Riedcrbarnim. Rischke. Pfeiffer. Konferenz sämtlicher Arbeiterräte Groh-Berlin». Freitag, den' IL. August, abends 6 Uhr, findet eine Konftteckz' sämtlicher Arbeiterräte sowie der kommunalen Arbeiterrät« Grost-Berlins im Lehrervereir.'öhouS, Alexair- derplatz, statt. Tagesordnung: Erfassung der werktätigen Bevölkerung zum Aufbau des Groß-Berliner ArbeiterratS. Nich. Müller.. Fritz Rasch. Schärfere Kontrolle der Krankenhäuser. Wir haben wiederholt darauf hingewiesen, daß die un» fort- gesetzt zugehenden Klagen über mangelhaste Verpflegung in den Krankenbäusern darauf schließen lassen, daß die gerügten Miß. stände allgemeiner Naiur sind. Es ist deshalb, auch im In- trrcsse des Ansehens der Kraukenhäuser selbst, zu fordern, daß eine schärfere Kontrolle dieser Einrichtungen erfolgt. Nur dadurch kann festgestellt werden, inwieweit die Beschwerden der Insassen berechtigt sind, und nur durch eine ständige zuverlässige Kontrolle der Krankenhaus-Verwaltungen ließen sich Uebergriffe der Ver- waltungen nach Möglichkeit vermeiden. Unsere Parteigenossen in den maßgebenden städtischen unö gemeindlichen� Körperschi.ften sollten sich verpflichtet fühlen, die Schaffung zuverlässiger Kontroll» oraane für die Krankenhäuser in die Wege zu leiten. Die Kon- trolleure müßten regelmäßig unaufgefordert diese Einrichtungen recherchieren und hierbei inibesondere von den Kranken selbst sich Auskünfte holen. Da die schwachen Wesen in den Krankenhäusern nicht die Kraft besitzen, sich selbst gegen Ungerechtigkeiten zu wenden, muß unbedingt geholfen werden. Umleitung von Straßcnbahn-Linien. Untergruirldbahnbauarbeiten in Neukölln in der Berliner-, an der Eck!« der Erkstraße, machen es notwendig, in den Nächten zum 14., 15. und 16. d. M. zwischen 7 80 Ubr abend» und 5.80 Uhr morzenS die diese Straßenkreuzung berührenden Linien»mzu- lenken. Es werden verkehren: Linien 7, 15. 47, 48. P und I zwischen Herinaniiplatz und Ringbahnhof Neukölln in beiden Richtungen über Kaiser-Friedrich- Straße, Hertzbergstraße. Richardplatz, vlicknrdslraße, Thüringer Straße. Linien 22 und 40 in beiden Richtungen zwischen Wiener Straße und Richardplatz über Reichenberger Straße. Glogauer ' traße. Pamilcrst'.aße, Kaiser-Fricdrich-Straße, Hertzbergstraße. Linie 27 fährt vom Hermannplatz über Kaiser-Friedrich- Straße. Hertzbergstraße. bis Thüringei Straße, legt dort um und fährt auf demselben Wege zurück. Linie 53 verkehrt vom Herinannplatz über Wißinannstrosfe, Hermannstraße» Steinmetzstraße. Bergstraße. Ziclheiistvaße. Her- mannstraße. Linie 04 in beiden Richtungen über Kaiser-Friedcich-Straße, Hermannplatz, sWißmannstraßef, Hermannstraße Linie lg verkehrt nur bi« zur Erkstraße. Etnen Ansriff gegen de» Eharlittrnburner Magistrat erhob in einer so» den kommunalen Arbeiterräten einberufenen Ver- sammlung da» Arbeiterrat«mitg!ied Pfeiffer. Ei warf dem Magistrat vor. währe ich de« Krieges umfangreich« Lebensmittel- schiebunge» und große Unterschlagunzen verübt zu haben. Der SchietchlMiidel und der Wucke» seien in jeder Weise begünstigt worden. Wie wir hören, wird der Magistrat in keiner nächsten Sitzuim zu diesen schweren Vorwürfen Stellung nehmen. Falirplanäuderung auf der Strecke Berlin— Verna». Zur Au« aleichung der Zngabstäude unter besonderer Ätz'rücksichtigung de* Schulschlusses in Bernau wird vom>8. d. Mts ab aus der Strecke Slettiner Bahnhos— Bernau eine Fahrplanänderiing durchgeführt. Der Vorortzug 240, der bisher um 10.0t von Bern-u abfubr, verkehrt erst um ll.Ol Uhr vorm. ebenso fährt der Zug 24 4 eine Stunde später, und �war ab Bernau statt um>2,01, erst um 1,01 Uhr nackm. Die Zuge treffe» in Berlin um 11,48 bzw 1,48 in Berlin ein. Heck, Much cks IM:%Sfilklll iilif- Silllllilllinililliilllllllliflllllli B iM'#| 4 If Wll v 411 VJF 4 ♦ jiliiuilliliu.llillilluil.li l!!!ul>l!l!i!ili!!li!l!ii!!iiii!l!lillil!li!,!!,>!!! i! iiliilillllililiill s internationale Sozialistentouierenz. Wir fahren heut« mit der Veröffentlichung des aus- f ii h r l i ch e n Berichts über die Verhandlungen der Konferenz fort. fSiehs auch Nr. 381 der„Freiheit�.) Die Namen der Delegierten. 1 Großb-itannien: Henderfon, R. Mac Donald. 2. Frankreich: Longuet, Renaudel, Cachin, Mistral, Renault, Poisson, Grumbach, Froffard, Sedrac. 3. Holland: Troelstra. Vliegen. 4. Dänemark: Borgbjerg. 5". Ukraine: Matiuchenko, Didouchoc, Hruchevski, yssaitivitch. 6. Tschecho-Slovakien: Nemec, Smäral. 7. Georgien: Tseretclli, Tschenkclli. 8. Rußland: Axelrod, Soukhomline, Roussanov, Sensinov, Ctchoupak, Gavronski. S. Palästina: Kaplanski, Ghasanovitch. 10. Deutschland: Criespien lUnabh. So�.f, H i l- f e r d i n g fUnabh. Soz.), Wells(RechtSsoz.f, Molkenbuhr sRechtsso�.f, Bernstein(Rechtssoz.f. 11. Armenion: Varandian. 12. Belgien: Bandervelde, de Brouckürc. lit. Italien: Canepa, Vercelloni. 14 Litauen: Galdanowski, Pajaujis. .. Schweden: Engberg.' : Lettland: Seja, Kalnin. l 7 E st h n i e n: Marina. : Bulgarien: Marcoff. 10. Deutschö st erreich: Adler. 2v� Polen: Moraszcdski, Liebcrmann. 21. Azerbaidjan sKaukasien): Chikhjamano'ss. Cheihuis- tlamoff. , Die Statuten der Internationale iteurfcen, wie wir berichtet haben, in der Sitzung vom 8. August angenommen. Wir lassen sie hier im Wortlaut mit den Abänderun- gen folgen. In der y Einleitung .wird gesagt:„Zur Erreichung ihrer Ziele dienen der Arbeiterklasse drei Formen des Kampfes, deren jede auf einer anderen Entwicklungsstufe steht und ihre besondere Aufgabe erfüllt. Diese verschiedenen Organisationen müssen als auronome Körperschaften weiter trachten, ihren Einfluß in den verschiedenen Ländern immer anehr zur Geltung zu bringen und die internationale Geschlossen- iheit zu festigen. Da diese Organisationen denselben Zielen zu- streben und jede eine Erscheinung der einen gr-'tzen Bewegung darstellt, darf kein« Gelegenheit verabsäumt werden, sich zu der- ständigen und gemeinschaftlich zu handeln m internationalistischem und revolutionärem Geist für die Sicherung des Weltfriedens." Hierauf folgen die Dctailbestimmungen: ,1. Di« Internationale ist eine Föderation von jnationalen Sektioneu, die sämtliche Arbeiter- und so- «ialistischen Organisationen eine? Staates oder einer Nationalität umfasse», deren Recht auf ihre Autonomie oder Unabhängigkeit .Von den internationalen Kongresse?! anerkannt wurde. 2. Die Internationale besitzt als permanente Organe: v) den Kongreß, d) den Internationalen Rat, e) dos Exekutiv-Komitee, f ä) das Sekretariat. Vertretung der nationalen Sektionen. f 8. Die nationalen Sektionen regeln selbst, im Rahmen der Bestimmungen, ihre Vertretung für die verschiedenen Organe der Internationale. Sie sind jedoch verpflichtet, die Rechte der Minderheiten zu respektieren. Die Parteien oder Organisationen, di« angeschlossenen sowohl, wie die nicht angeschlossenen, haben das Recht, gegen die.Entschei- düngen der nationalen Sektionen an die Internationale selbst zu berufen, denen Entscheidungen souverän stich. Der Kongreß. (J. a) Der Kougreß ist die oberste Instanz der Internationale. Er setzt die Prinzipien fest, nach denen das Exekutiv-Komitee, der Internationale Rat, die Parteien und die angeschlossenen Organisationen ihre Aktion zu fuhren haben. b) Er' setzt sich aus den Delegierten der nationalen Sek- itionen zusammen. Jede national« Sektion ist berechtigt so viel« «Delegierte auf den Kongvcß zu entsenden, als der doppelten Zahl der ihr vom Internationalen Rat für die gewöhnliche Ausübung zugesprochenen Stimmen entspricht. Die nationalen Sektion«» können sich auf dem Kongreß nicht durch Mitglieder anderer Sek- tionen vertreten lassen. c) Der Kongreß tritt regelmäßig alle zwei Jahre zu- sammen, und wird vom Exekutiv-Komitee im Einverständnis mit dem Internationalen Rat einberufen. Das Exekutiv-Komitee ist berechtigt auch außerkalb dieser Frist einen außerordent- lichen Kongreß einzuberufen. Der nächste reguläre Kon- greß findet im August 1921 statt.. d) Die Einladungen für den iwngreß werden vom inter- nationalen Sekretär den Sekretären der nationalen Sektionen zugeschickt, die die Weiterbeförderung für ihr Land übernehmen. Die Namen der Delegierten für den regulären Kongreß und der Betrag ihrer Diäten, müssen mindestens einen Monat vor Abhaltung des Kongresses im Besitz des internationalen Sekretärs sein. Ihre Mandate werden vom internationalen Rat uberprüft, der sich zu diesem Zweck am Vorabend des Kongresses versammelt und darüber Bericht erstattet. �. v e) Die nationalen Sektionen oder Parteien, oie eine an me internationale an geschlossene nationale Sektion bilden, haben für ben alle zwei Jahre stattfindenden Kongreß einen Bericht über ihre Tätigkeit seit dem letzten Kongreß auszuarbeiten und ihn vor dem 1. Juni des Kongreßjahves dem Sekretär zuzu- senden. Diese Berichte werden von der International« m fran- -östscher deutscher und englischer Sprache veröffentlicht und den Delegierten auf dem Kongreß übergeben. Der Kongrckbericht wird in französischer, deutscher und englischer Sprache herausgc- Der Text, de: für'oen regulären Kongreß bestimmten Re- folutionen und dm Vorschläge für die Erenennung des Prailden- ten. des Kassierers und Sekretärs, sowie für die Funktionen des Mitaliedes des Exekuttv-KomiteeS müssen bis spätestens 15, Februar(des Kongreßjahres) im Besitz des Sekretärs sem. bV Die Tagesordnung für den Kongreg wird vom litter- nationalen Rat nach den Vorschlägen der Sekttonen festgesetzt und allioaleich dcu nationalen Sektionen übermittelt. Neue Fragen Vn�n nur im Einvernehmen mit dem Internationalen Rat oder durch eine Entsckeidnm, des Kongresses selbst auf die Tagesord- «ung gesetzt werden Der Internationale Rat'st bezugt, ffde Arcge die auf der Tagesordmmig des Kongresses steht, emer Spezial-Kommi ssien zur Prüfung zu überweisen, deren Bericht noch rechtzeitig vor dem Kongreß den nationalen Sek- tionen übermittelt wird. Die Anzahl oec vom Kongreß zu ernennenden Kommissionen bleibt auf höchstens sechs beschränkt. h) Jede angeschlossene nationale Sektion, die mit ihren Bei- trägen für die dem Kongreß vorangehenden Jahre im Rückstand ist, wird nicht zum Kongreß zugelassen. Der Internationale Rat. 5. a) Der Internationale R: t setzt sich zusammen aus je zwei Delegierten einer nationalen Sektion, die von der nationale.: Sektion selbV ernannt werden und aus den Mttglie- dern des Exekutiv-Komitees. b) Der Internationale Rat versammelt sich in der Zeit zwischen zwei Kongressen mindestens zweimal, und zwar das erstemal im April, das ist acht Monate nach dem Parteigenossen�! NWle Tkl» Saß Sie Freiheit" öle gelesenste vl/v? Zeitung veutschlanös wird, üaß ße alle anSeren Zeitungen an Vorzügen öer technischen Ausstattung wie auch öes In- Halts übertrifft! Dann müßt Ihr werüen, Anteilscheine in größterZahl zeichnen und üafür sorgen, üaß stch kein partelgenoffe üiefer Ehrenpflicht entzieht! Deshalb zeichnet und werbt! �eute ist Aahlabenö in Grost�Derlin. Nützt die Gelegenheit! Kongreß und das zweitemal vier Monate vor Abhaltung des neuen Kongresses. In der Uebergangöpcriode bis zum August- Kongreß von 1921 wird der Internationale Rat im August 1920 und im April 1921 zusammentreten. c) Die Sitzungen des Internationalen Rates werden vom Sekretär iimEinveruehmen, mit dem Exekutiv-Komitee einberufen. ck) Der Text der für den Internationalen Rat bestimmten Vorschläge muß spärestens sechs Wochen vor dem Zeitpunkt, zu dem der Internationale Rat einberufen wurde, in den Händen des Sekretärs sein. Andere Fragen können nur im Einvernehmen mit dem Exekutiv-Komitee oder durch eine Entscheidung des Internationalen RateS selbst auf die Tagesoronung gesetzt werden. ») Der Text der Tagesordnung wird vom Sekretär vier Wochen bor der Sitzung des Internationalen Rates den Se- kretären der nationalen Sektionen zugesandt. k) Die Spesen der Mitglieder, die an den Sitzungen des Internationalen Rates teilnehmen, werden aus einem gemein- famen Fonds gedeckt, dessen Reglement vom Internationalen Rat festgesetzt wird. TasExecutiv-Komitee. 6. a) Das Executiv-Komitee ist das administrattve Organ der Internationale und untersteht der Kontrolle und der Aufficht des Internationalen Rates und der Kongresse. b) Das Executiv-Komitee setzt sich zusammen aus dem Präsi- deuten, dem Kassierer und dem Sekretär der Jnternattonale und sechs anderen Mitgliedern. c) Es versammelt sich mindestens einmal vierteljährlich und hat an den Internationalen Rat und an den Kongreß Bericht zu erstatten. d) Die Spesen für die im Austrag der Internationale unter- nommenen Reisen der Mitglieder des Execntiv-KomiteeS werden vom Fonds der Internationale nach einem vom Internationalen Rat festzusetzenden Reglement gedeckt. e) Der Sekretär ist der Hauptfunktionär der Jnter- nattonale. Er ist dauernd angestellt und seine Bezüge werden vom Jitternaiionalen Rat festgesetzt. Er ernennt sein Personal. In außergewöhnlichen Fällen ist er befugt, an Stelle des Execu- ttv-Komitees die- Resolutionen von Kongressen durchzuführen. Auch kaNn er im Einvernehmen mit dem Executtv-Komitee eine Geschäftsfitzung mit einzelnen oder allen Sekretären einberufen. f) Dem Kassierer obliegt als Funtttonär die finanzielle Gebarung der International«. Er hat jedem Kongreß eine Bilanz der Ausgaben und Einnahmen vorzulegen. «1 Der Präsident führt den Vorsitz ,n den Sitzungen deS Executiv-Komitees und des Internationalen Rates sowie in den Eröffnungssitzungen der Kongresse. h) Der Präsident, der Kassierer und der Sekretär sowie die übrigen sechs Mitglieder, des Execntiv-Komitees werden vom Internationalen Rat ernannt und zwar in einer Sitzung, die während der Kongreßdauer abgehalten wird. Sämtliche Mit- glieder können aus allen nationalen Sektionen gewählt werden. Die Abstimmung. 7. Die Abstimmung rn den Sitzungen des Internationalen Rates und auf den Kongressen ist persönlich, kann jedoch, falls drei Sektionen es verlangen, nach einer Stimmenstala erfolgen, die zwischen eins und dreißig variiert. Diese Skala wird vom Internationalen Rat festgesetzt und von ihm von eil zu Zeit revidiert. Es wird dabei berücksichtigt werden: a) die Anzahl der zahlenden Mitglieder im Verhältnis zur Einwohnerzahl; b) die Bedeutung der Nation; c) die Siärke der gewerkschaftlichen, genossenschaftlichen und politischen Organisationen; d) der parlamentarische Einfluß der einzelnen oder aller sozialistischen und Arbeiterparteien. Die Verteilung der Sliuimen innerhalb jeder Sektton wird von der Sektion.selbst geregelt. Wird keine Einigung erzielt, so entscheidet endgültig der Jnter- nationale Rat. Parlamentarische Sitzungen. 8. Das Exekutiv-Komitee ist befugt, Sitzungen mit einzelnen oder allen parlamentarischen Gruppen einzuberufen. Der Sekre- tär versieht hierbei das Amt des interparlamentarischen Sekretärs. .(Fortsetzung folgt.), Deutsche Nationalversammlung. Auf der Tagesordnung stehen Zunächst klein« Anfraß ge n. Auf Anfrage Mu m m(D.-Natl.), betr, Verbreitung sozialistischer Literatur auf Staatskosten erwidert Geheimrat Webe r, daß die Feststellungen über die betreffenden Vorgänge noch nicht zum Abschluß gelangt seien.— Abg. von Gräfe sD.-Natl.) fragt an, welche Borbereitungen zu einer raschen Rückkehr der Kriegsgefangenen getroffen seien, namentliche weitere diploma- tische Schrittc, um der«eiteren Zurückhaltung der Gefangenen ein Ende zu machen.\ Minister des Aeußern Müller- erinnert zunächst aai Aeußerungen der Presse, wonach u. a. die englischen Behörden Malta den Gefangenen erklärt haben sollen, die Schuld an der! Hinausschiebung ihrer Heimkehr liege ausschließlich beiß der deutschen Regierung, die in pflichtwidriger Weiset keine Schiffe zur Abholung schicke. Die deutsche Regierung kan* es vorerst nicht glauben, daß sich derartige offenkundige Ent° stellungen der Tatsachen in offiziellen Befehlen und Bekannt» machungen der englischen Lagcrbehörde befinden. Sie hat daher! unverzüglich Schritte unternommen, um den Sachverhalt zu kläre» und Abhilfe zu schaffen. Wir haben uns unabläßlich um die Heimkehr unserer Kriegsgesangeiien bemüht. Nach Artikel 214 des Friedensvertrages ttitt der Vertrag aber erst in Kraft, wen» er von drtt der gegnerischen Hauptmächte ratifiziert ist.. Das ist bisher nicht der Fall, und darauf können die Alliiertew und assoziierten Mächte formal ihre Weigerung stützen. Gleichwohl war die deutsche Regierung unabläßlich hemüht, das LoSc der Gefangenen zu lindern und ihre frübcre Heimschaffung zw ermöglichen. Gege i das Verlangen, die Kriegsgefangenen zutrti Wiederaufbau zurückzubehalten, hat bereits Graf Rantzau in der, Rede protestiert, die er am 10. Mai bei der Ueberreichung deSf Entwurfes des Friedensvertrages in Versailles hielt. Der Minister geht sodann ausführlich auf die einzelnen! diplomatischen Schritte ein, die die den tichc Regierung, leideil bisher ohne Erfolg, bei den alliierten und assoziierten Regierungen! unternommen ha!, um eine beschleunigte Rückkehr der deutschen Kriegs- und Zivilgefangenen zu ermöglichen. Die Einsetzung einer Kommission zur Prüfung der den Gefangenen zu gewäh- renden Erleichterungen ist leider ttn der Weigerung unserer Gegner gescheitert. Sie sollte u. a. den. Postverkehr der Gefan- genen mit ihren Familien erleichtern. Taisächlich erhalten die deutschen Gefangenen in Europa die Post mit einer Verspätung von mindestens 4 bis 6 Wochen, abgesehen von zahlreichen Fat- len, wo die Post beraubt eintrifft oder überhaupt verloren geht. Unzählige Fälle sind nächzuweisen, in denen deutsche-em-v gene seit Abschluß des Waffenstillstandes ohne jede Verbindung mit der Heimat sind.(Hört, hört!) Die deutsche Abordnung zu der in Artikel. 215 vorgesehenen Hauptkommission weilt bereits seit Beginn der Frie- densverhandlungen in Versailles. Es ist also nicht wahr, daß di« deutsche Regierung ihre Vertreter zu dieser Kommission noch nicht entsandt hä.ce. Wahr ist im Gegenteil, daß unsere Gegner ihre Vertreter noch nicht ernannt haben, und darum ist der RbttanSport der Kriegsgefangenen noch nicht möglich. Von Kreisen, die die Leiden unser« Kriegsgefangenen politisch auszuschlachten bestrebt sstid, und die daraus AgitationSstoff gegen die rung formen, wird immer wieder behauptet, die Regierung lgssa.z, es an dem nötigen Nachdruck fehlen, obwohl diesen Kreisen ganz genau bekannt sein muß, daß die Regierung keinerlei Mittel an der Hand hat, um unsere Gegner zur beschleunigten Herausgäbe! der Kriegsgefangenen zu zwingen. Mit dSb Angehörigen' der Kriegsgefangenen, mit dem ganzen deutschen Volke, weiß sich die deutsche Regierung einig in der schärfsten Verurteilung der Zu- rückHaltung der Gefangenen, aber die Regierung verfügt nicht über Macht und Mittel, um die Leidenszeit der Gefangenen ab- kürzen zu können. Noch weniger wäre dazu natürlich eine private Vereinigung imstande, der überhaupt jede Möglichkeit fehlt, mit den Gefangenen in Verbindung zu kommen. Am 1. August hat der deutsche Vertreter Freiherr von Lersuer neuerlich darum_ beten, endlich auf die Kriegsgefangenenfrage«inzugehen. Mini« ster Louchiuer hat versprochen, Clemenceau sofort Vortrag hier- über zu halten. Die Regierung, wird nach wie vor aufs äußerste bestrebt sein, den Hunderttausenden unglücklich« Familien ihre Väter, Männer. Söhne so schnell wie möglich wiederzugeben. Sie hofft auf die Einsicht unserer kriegsgefangcnen LandSIeüte, daß sie sich nicht von den Irreführungen der Hetzpresse in den Ländern. ihrer Gefangenschaft verführen lassen, solche Ungeheuerlichkeiten zu glauben, als läge der Regierung nichts an ihrer Heimkehr, ja als wünsche sie diese nicht. In dieser Frage des Blutes gibt es keinen Partei- und keinen Finanzstandpunkt. Abg. v. Gräfe will in Ergänzung sein« Anfrage gegen Minister Müller polemisieren, wird aber daran vom Präsidenten Fehrenbach unter Hinweis auf die Bestimmungen der Geschäfts- ordnnng verbindet. Er richtet hieraus an Minister Müller die Anfrage, wen er damit gemeint habe, wenn er von Leuten sprach. die diese Frage parteipolil-sch ausnutzen wollten.(Lachen und Zurufe bei den Soz.: Sie!) Minister Müller:. Ich meine damit so schamlose Blätter wie die„Deutsche Zeitung", die in ihrer Ausgabe vom 8. August mit d« fetten Ueb«schrifi „Eine schwere Anklage gegen die Reichsregierung' und mit der zweiten Ueberschrist„Ihre Regierung will sie ja-gar nicht' solche Behauptungen bringt, und diejenigen Kreise, die sich mit diesen schamlosen Verleumdungen identifizieren.(Lebhafter Beifall links, Unruhe rechts.) Es folgt die zweite Beratung des Zündwarensteuer-. g e s e tz e s. Die Kommission hat beschlossen, daß spätesten? bis zum 31. März 1921 ein Reichsmonopol eingeführt wenden soll. Ein Antrag K e m p k e s(D. Vp.) will die Worte„spätestens bis 31. März 1921' streichen. Ferner liegt vor ein Antrag d« Deuffchnationalen, der sich gegen das Monopol richtet und zu 8 3 einen Antrag Kempkes sowie ein Antrag N u s ch! e(Dem.� wonach die Kontingentieruna wieder hergestellt werden soll. Abg. Thönc(Soz.) wenoet sich gegen den Antrag KempkeZ» der die Verneinung des Monopols bedeute. Wir wollen aber ei« Monopol für die Zündwaren und dabei kommt die Vernichtung von Existenzen nicht in Frage. Die Ab gg. Dr. Becker-Hessen(D. Vp.) und Nuschke(Dem.)s! treten für Wiederherstellung der Kontingentierung ein. Abg. Behrens(D. Natt.) erklärt sich gegen das Monopol, füg dessen Hinausschiebung Abg. Andre tItr.) eintritt. Abg. Lautänt M. Soz.) ist zwar fiir sofortige Monopolisierung, aber seine Partei werde, da daS Gesetz eine Verbrauchs-, .steuer enthalte, dagegenstimnien. Unter Ablehnung aller Anträge wird das Gesetz mit gering- fügigen Aenderungen in der Ausschußfassung angenommen. DaS� Gesetz über Spielkarten st empel wird dvbatteloS in zweiter Beratung angenommen. Es folgt die Rede Erzbergers üb« die Fluangt gesetze, die wir auf der 1. Seite wiedergeben. Hierauf wird die Wetterberatiuria auf Mittwoch 2 llbr vertagt� VolHsMlme. T', Uhr „Der Kuhreigen." Oper von Wilh. Kienrl. Direktloa & SEelnhard— H. Btrnaasr Theiier I. d RfinlggrStzer Straße �8 Uhr: Der HHuptllngr. Sonnehend and Sonntag: 8 Uhr: Musik. KomöMimis «n der MarscballbrUcIce. t Uhr; Ltsdett von der Pfalz Berliner Theater 7*/. Uhr. Die Dem« ImFreck Bildunssaussc�uB U. S. P. Neukölln Sonntag:, den 17. Augmst la sämtlichen Rlurasn der Berliner Kindl-Hraucrel« HermannstraDe Sommerfsst Konzert— Gesang— T urnerische Auffün runsen— Kinderreigen Mitu'irkcnde* Das Be�i a6r Symp'io Ic-0 ch s er(Leitune: Herr Maxlntillan Fl scher\ die Nv k61 rer L edo i«!�!(niriaent: Herr van den Dries), die Freie Turnerschaft Neulcöllt-B I'*. Anfansr 3 Unr Elntrtt 75 Pf. Kintntt�ka. ten sind fra B n r e a n, KecVaTstiaß* 3. sow e hei allen Bezirkskassierern und In den mit Plakaten belegten Qcschäftcn zu haben, Wintergarten «rllch 7V Uhr yariettvcrsteüung Panche«?e«ta<»et. Lesslog-Theater Sommersplelzeit Leftnng: Han< Storniere. Gastspiel finido Thlelscher. S Uhr Ciarlcys I ante. 1 Residenz-Theater. Untergrundb. KlosterstraBe Anseang Stralauer Straße. _8 Uh:. Zum 207. Malet rt Schauspiel von Sndermann. Regie: Alfred Rotter. [ Trianon-Theater. Ibf. Frlkridiilnlft. Ztr. 4927, 23flL fi Uhr: Zum 332 Male: DersuteRuf von Hermann Sndermann. Wallialla-1 heater Tfigl'ch; 7i Uhr: O schSne Zoll, o seKre Zelt! Qartenbnhne: Theater, SpeiiaiitätenvaTt1eII(. Rose-Tlieater 7» Uhr DleFrand. Debütanten. Cartenbühne: 5 Uhr: Konzert, Spcrla'ltlten. Ti Uhr: Do« alehl alch jeder an. Mlcnal-Thenter SUfar lltiwhctiir tMerl.ai 8 Uhr H Familie annemiinn l»; Coslno-Hicntcr k' Srdtfannj.ionnibd, lü.iafnn Größstadt-Pilanzen '. VolksstOek In 3 Akten. Vorher.Scbwarzwaldhüb«*. Oporetienakt mit Victor Li Uek von der Komisehen Oper. tut 2 u er s klasilge Spcr: aiiUtan. Berliner Prnter Kastanien* Allee 7-9 v.8 Nep!un's6uin!re!f�.l Erstklassiges Variete. la der Taas-|Q 9 I f diele tä K-'tch O Q I 1■ Anfang 4� Uhr. Theater a.Kottbna.Tor Allaben Jlich 7>,, Uhr SUte-Sänger 9 enem. MitvT der Stettiner Sänper Humor. 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TrseSdte aveier nnglücklictaer M3n er; Anders als die Andern 1 173 § Die bildliche Abhmd- long über die verbotene Liebe Sleic.Bi�iI�ä>ti&ur. JuR«nf Uclie anter IS Jahren haben kf-' Zugunsten«Res � Inl�nftiertenfonds � findet am Freitag, den 13. Aug. A abends ö Uhr, in den Andreas- � Fesisälcn, Andreasstr. 21. ein A KUNST»| ABEND| statt. Mitwirkende; Ernst Friedrich(RezilationJ, Hans y Fonfara(Gesang) Walter? Schütze(Konzcri) � Eintrittskarlen ä 1.— M. sind in der Freiheit- � Budihdlg. zu haben, sowie a. d. Abendkasse. A lOK 0 Buc «O* :% grof/'s von efer Mira, Berlin 5.42 Alexandnne n»tr. 9? verband der Schneider. Schneiderinnen und WSjchearbeiler Seutichlands Filiale Berlin, Sebasfianstraße S7/S8. Am Zreila?, den IS. Augufl ISIS,«bends 7 Uhr in den „Germania-Sälen", Chausseestr. 110 mm aller in der Herrenmaß- und Anisormmaßschneiderei beschäftigten Kollegen und Kolleginnen. Tagesordnung: EerM'i ilber den Siafiö uaserer toW?'???«'«. Kollegen und Kolleginnen! Oerilich wie zentral sind die Verlsandlungen mit dem Arbeit' geberverband im Gange. Es muß daher jeden Kollegen und jede Kollegin intflwGeWo�wie sich der Arbeitgeberverband zu den einzelnen Fragen geber suche! die mit d ngen stellt. Bis jetzt sind uns die Arbeid ntgegengekommen; im Gegenteil, sie ver- 'ei den Heimarbeitern Stimmung gegen führung des Zeitlohnes zu machen. mmlung und zeigt, daß Ihr es ernst meint der Organisation gestellten Forderungen. eine Mglieder-Versammlung. __ �öÄleginnen, die sich aufnehmen lassen wollen, können die Aufnahme vor der Versammlung im Vorraum des Lokales erledigen. Der Einberufer. Wilhelm Schumacher. veriaiid der Ulaier. tacklerer. Aaslrslchzr elr. Vitreim: HfcIdjlntfltaSc 28. patL rs;," Y. rirbett»nachwei»:»nnaannrit. 13. Öttuipttcher: Sluii»lor fplat, i"87 llllllt JCrt tllll gttripttdj.i. Siuti Soth.n. 8/01— 97. Donnerstag, den 14 August 1919, abends 7 llhr, Im.Sewerkschaftshaus�, Engelufer 15, Großer Saal: Tagesordnung: 1. Fortsetzung üer Diskussion über öe« Oerickt vom verbanüstag. 2. öericht vom Gewerkscheitk'Kongreß. 3. vlskusfloa. 4. verschiedenes. Mitgliedsbuch legitimiert! Grtsverwaltung. Iwliiitr Eiuirbeitir-lertui Verein Betlin.. Den Mitgliedern zur Nschritht daB d. Kollege He niann(iiese (Bezirk NoukBIIn) am 9. Aujust verstorben ist Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Mittwoch, den 13. Augus'. nachmittags I1/, Uhr. von der Halle des tiemeind friedhofes in Neukfilln, Mar endorfer Weg, aus s att Der Verstand. Am Sonntag, d. 10. An» gashs-ers-arb nach langer Krankheit in Bad | Nauheim unser Kollege Arthur Rosin Einen letzten QrnBvon den Kollegen n, Kelle- g nnen der Berl.Prlvat- Te clor,-Oes Usch m.n.H. Danksaguna:. FPr die i ebvolie Teilnahme bei der Beerdigung meines unvergeßlichen Mannes, herzensguten Vaters uhi l eben Bruders sagen wir hiermit allen Freunden und Bekarnlen.in'besondere für die herrliche Kranzspende. den Genossen u. Genossinnen d. Bezirks, der U S P. D. sow e für die trosirechen Weite it. Gene-seh u. Freundes Fritz Lnekow unsere tle'gelohlten herzlichen Dank. Emma Teubler I echter Hllachen Bornholmer Straße 20. Herrn Georg Thiele aus der Reichsdruckerelf wohnhaft Wränge straPe 14 sage ich für die Crrettunj deines Sohnes vom Ertrinkeiw unter ei«ercr Lcbenseefahi» meinan herzlichen Dank. Witwe Gertr d Hlldebraodt __ Naunvnütraße 45 L Oer gMck faehlehrbucht Ranges M.36.71 oder 19.35 Fachrelehncn il> Tischler ld.S5.«0 zsehieiten. -beizen,-po'ieren 9 30. Eint- med. Mflbel 10.75. Bürg tnud. Möbel I2L0. Kleg. Seit aiztm«. mer lilO. F.leg. Sptisezimmet 12.10. Eieg. Emp angsräum« 12 10. Küchenmöbel 12.10 dd. 25.4a Landtischlfrahei'*" ia75.HüIiberecnner 7.15. Buch» (ührung 5/5. Richtig l>e�s*' 5. 5- Fran'Ssisch 5 73: twi- Itjch 5.7Z. Pair'sch. Räch Schreibung(Duden/ 71* Krcmdwörtcrbuch5.73 Hechts* (O'inala buch 5 75. Recune« 5 75. Privat- u-tieschältsbriel- s Etiler 550. 6000 Rezept» t» Hande'sariikeln 15.— Rechen» heller<70. Lohnrechner 2—■ Guter Ton n. le ne Sitte o-�z Tanzlehtbuch 3.35. De Bah® der gewandten Unterhaltung 3/0. PreisgEkrÖntesLehrb.ea d.LandwlrisciiaiilßtcS. Q»/.ee Nachnahme. L. bchwarz A Co., Verlaesbachbaiidiun� Berlin EUE, Anncnstr. M Zevirtil-Veibfiiiii der AspHolimre md Vappdfichdecker VerwaltiiN'S'ielle'-verlin Sonnabend, den iL. Lngnst, ab-ndZ 7 Uhr Mitglieder- Versammlung im grotzea i.a.ile des Geloerls' fiSl.auseS. Tagesordnung: 1. Kassenbericht. 2. Verbandst ngeleLenheite iL S. Bersti.iedene SaS.-r b'birch ist initzn! ri gen. Tie O isbe w/>!tu»n J. Ä.: Ängusi Uul.iS Solider-An-ebsU in grosser Äus- wahl zu billi- �--..-n, ZIMütLkillMM ti isscnsi'tiiifuic. aiH'Mt'ii.iics SprzialTerfalireu lür Anäs.Siesi» (eigene'.:ei HTz�eidenden. fervö�n und s hr Seusib en bewflhrte Bc üubu gj Befesügung loser Zähne— Zähne ohne Platte— Fein-Goldkronen etc. Ausbitdau� in der i£abu(i'ehuik (auc'.i Damen). 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