Demokratie Cinzelpreis 15 Pfennig 2. Jahrgang • Die Freiheit erscheint morgens und nachmittags, an Sonn- und festtagen nur morgens Der Bezugspreis beträgt bei freier Zustellung ins Haus für Groß- Berlin oder bei direttem Poftbezug ohne Bestellgebühr monatl. 3,-., bei Zustellung unter Streifband 5,- M Die Freiheit ist in den ersten Nachtrag der Postzeitungslifte für 1919 eingetragent Redaktion und Expedition: Berlin NW. 6, Schiffbauerdamm 19 III. Bernsprecher: Amt Norden 2895 und 2896. Montag, den 8. September 1919 DOPPIO Nr. 432/ A 236 Morgen- Ausgabe Jnferate fosten die achtgespalt. Nonpareillezeile oder deren Raum 1,20 M., Wortanzeigen das feitgedruckte Wort 50 Pf, jedes weitere Wort 25 Pf. Teuerungszuschlag 70 Pros. Bei familien- u. Derfanimlungsanzeigen fällt der Zuschlag fort. Inferate für den daranf folgenden Cag müssen spätestens bis 3 Uhr nachmittags bei der Expedition aufgegeben fein. Inseraten- Abteilung: Berlin NW. 6, Schiffbauerdamm 19 Fernsprecher: Amt Norden 9768 greibei Berliner Organ Archiv der Sozialen Bonn Bibliothek der Unabhängigen Sozialdemokratie Deutschlands Beratungen aber die Gefangenenridfehr. Beginn der Beratungen in Köln. Rotterdam Berlin, 7. September. geben wird. Die Aulierten verlangen son Rumänien, daß es Ungarn räumt, die Requifitionen einstellt und die bereits beschlagnahmten und weggeführten Gegenstände zur Verfügung der Alliierten stellt, damit eine gleiche Verteilung stattfinden tann. Die Note verlangt weiter Rumäniens Mit wirkung zur Wiederherstellung der Ordnung in Ungarn. Zwischenfälle im befeßten Gebiet. · Amsterdam, 7. September. Die Reichszentralftelle für Kriegs- und Zivilgefangene teilt att: Die bereits angezeigte Konferens mit den 2er tretern der englischen Regierung wurde gestern, am 6. September 10 Uhr vormittags, im Kölner Hof zu Köln eröffnet. Sie wurde englischerseits von General Hutchis fon, deutscherseits von Oberst Bauer geführt. Als bis. heriges Ergebnis wird mitgeteilt, daß die euglische Regierung Der Telegraaf veröffentlicht eine Londoner Meldung, dermit eigenem Material voraussichtlich bis anf weiteres jufolge am 5. September in Guskirchen im befekten Gebiet 3000 Gefangene täglich in Köln übergeben wird, einige englische Soldaten überfallen wurden. Ein englischer und wöchentlich mit eigenen Schiffen 3000 Mann nach Soldat wurde schwer verwundet. Der Stadt wurde eine Gelddes Einver. buße von 100 000 Mart auferlegt. Der Hauptschuldige, ein unter Boraussetzung Arbeiter namens Kupfer, wurde zum Tode verurteilt; das Urteil ständnisses der holländischen Regierung führen mill. ift bisher nicht vollstreckt worden. Die meitere Steigerung ber Heimschaffung hängt ba. bon ab, in welchem Umfange die deutsche Regierung in der Lage ift, rollendes Eisenbahnmaterial und Schiffsraum zu stellen. Das Ergebnis der hierzu noch notwendigen Gebebungen wird so schnell als möglich der englischen Wako, Köln, übermittelt. Der Gang Bus Brüffel wird gemeldet: Der Oberste Gerichtshof hat ber Verhandlungen zeigte, daß die englische Regierung Norms, ben Telegierten des Mates von Flandern für natio. bereit ist, die Heimschaffung der deutschen Kriegsgefangenen nale Verteidigung während der deutschen Oftupation, zum Tode nach Möglichkeit zu fördern. Bis einschließlich 6. Sep- berurteilt. tember sind bisher in Köln 6000 deutsche Kriegsgefangene übernommen. Mit der Heimkehr der in französischer Hand befindlichen deutschen Kriegsgefangenen kann vor der Nati. filation durch Frankreich nicht gerechnet werden. Kein Verfahren gegen den Erfaiser. Ein Zodesurteil in Flandern. H. N. Saag, 7. September. Der Kampf gegen Sowjet- Rußland. H. N. Sang, den 7. September. Aus London wird gemeldet: Die Times" erfährt aus Omit: Seit dem 28. Auguft dauert der Kampf auf der ganzen Front der drei russischen Heere mit großer eftigteit an. Die roten Truppen leisten fräftigen Widerstand, find felbst aber bisher auch nicht weitergekommen. Schiffsverlufte der Engländer. Die Wirren in Ungarn. Amsterdam, 7. September. Nach einer Meldung des Pressebüro Radio aus Annapolis erflärte Staatssekretär Lansing in einer Rede über bie Berhandlungen der Friedensfonferenz, bezüglich des bor. Selsingfors, 7. September. gefchlagenen gerichtlichen Verfahrens gegen den früheren Deut schen Kaiser: G3 sei vom ersten Augenblid an ersichtlich gewesen, Nach einer Hier eingetroffenen Meldung haben die Engländer baß die Mitglieder der Stommission entschluffen waren, vor allen außer dem Berstörer Bictoria, der, wie gemeldet, am onderen den Staiser/ bor einen internationalen Ge- 80. August torpediert wurde, bie 8erstörer G. 19 und. 96 richtshof zu ziehen. Drei Anlagen tönnten gegen verloren. ihn erhoben werben, nämlich, daß er für den Krieg und für die Berlegung der belgisch- luxemburgischen Reutralität, sowie für die flagranten Verlegungen der Ariegsgebräuche durch deutsche Streitkräfte verantwortlich sei. Die Kommission habe mit der Rein Kabinett Heinrich. Untersuchung der strafrechtlichen Berantwortlichkeit begonnen, fei aber schließlich einstimmig au dem Ergebnis gelangt, daß Budapest, 7. September. es nicht möglich sein würde, den Raiser für den Handelsminister Franz Heinrich teilte nach einer Meldung Ausbruch des Krieges oder für den Ginmarsch in Belgien und Luremburg strafrechtlich zu verfolgen, des Ungar. Tel- Rorr.- Bureaus in dem gestrigen Ministerrat mit, Die Kommission habe zwar anerkannt, daß der Kaiser ein daß er sich mit der Neubildung des Kabinetts nicht moralisches Verbrechen gegen die Menschheit weiter befaffen werde. Er verständigte hiervon die Buda begangen habe, habe sich aber gleichzeitig genötigt gefehen zu pester interalliierte Mission in einer Note, in der er erklärt, daß erklären, daß es tein pofitives Gefeß gebe, durch das das Ver- die öffentliche Meinung des Landes immer stärker und einheit halten des Kaisers zu einem strafbaren Verbrechen gestempelt licher zugunsten der gegenwärtigen Regierung Stellung gewürde. Die Schulb des Kaisers sei nicht derart, daß nommen habe, so daß er einen Erfolg seines Unternehmens für fie von einem Gerichtshofe festgestellt und ausgeschlossen halte. bestraft werden könnte. Wenn das Verfahren gegen Wilhelm auch aus formellen Gründen abgelehnt worden ist, so bedeutet das doch nicht, daß der Erfaiser schuldlos an dem Ausbruch und hem Verlauf des Weltkriegs wäre. Ein Strafantrag gegen Helferich. Vor einigen Tagen hat Herr Dr. Helfferich beim Bräft benten Gbert angefragt, ob das von ihn gewünschte Plagever fahren gegen ihn endlich eingeleitet worden sei. Darauf antwortet nun Herr Ebert, daß das Reichskabinett beschlossen habe, auf Veranlassung Erzbergers Strafantrag beim preußischen Juftiaminister gegen Helfferich zu stellen. Antikommunistische Schreckensherrschaft. Budapest, 7. September. 23. 2. P. melbet: Nach einer Meldung des Ungar. Tel.- Storr. Bureaus gelangt in der Strafsache gegen die Terro riften zuerst die Anflage gegen die Kommandanten der berüchtigten terroristischen Truppen Kohn- Kerekes, Kovacs und Czerny zur Hauptberhandlung. Sämtlichen Angeklagten werden mehrfacher Mard und andere schwere Berbrechen zur Last gelegt. Um Auslieferung des in Deutschöfterreich inter nierten Bela un und Genossen wurde die deutschösterreichische Regierung bereits ordnungsgemäß ersucht. In Budapest und Umgebung sind über 3500 Beschuldigte in Haft. Ein Eisenbahngefez in Amerita. Der Kenegal. Ats der tetige Oberpräsident von Ostpreußen August Binnig, vor kurzem sein Bekenntnis ber öffentlichte, daß er und feine Bartei die Revolution nicht nur nicht gewollt, sondern sogar vier Jahre lang in Work und Schrift befämpft haben, schrieb ein rechtssozialistisches Organ, das„ Bremer Boltsblatt", über Winnig: „ Uns wäre offen gefagt, ein verständiger Bürgerlicher au dem gejdhiheten Oftposten lieber als dieser Renegat, der mi innerpolis.fchen Mäschen seine Deutschland und der inter nationalen Prkiterklasse schädliche Politik zu decken ucht." Dieses vernichtende Urteil eines Parteiorgans über August Winnig, dessen Befenntnisse auch der übrigen rechts sozialistischen Bresse tagelang erhebliche Magenbeschwerder verursachten, berhindrte es nicht, daß das Zentralorgan de Partei, der Vorwärts", den von seinem Bosten abberufe nen deutschen Gesandten im Baltikum in seiner Sonnabend Morgenausgabe als Anfläger gegen die lettische Republik auftreten ließ, der, gestützt auf seine recht fragwürdige Mutorität sein Scherflein für die allgemeine Bete gegen Lettland beizusteuern faichte. Es wäre beffer gewesen, Herr Winnig hätte gefchwiegen und die Deffentlichkeit nicht auf seine verhängnisvolle Wirksamkeit im Baltikum aufmerksam gemacht. So aber 3ivingt uns fein Auftreten, uns etwas eingehender mit der Tätigkeit diefes Mannes zu befassen, der auf wichtigen diplomatischem Posten die Interessen der deutschen Republi in Grund und Boden gewirtschaftet und die deutsche Auslandspolitik auf das schwerste fompromittiert hat. Herr Winnig ging als Generalbevollmächtigter der deutschen Republif im November vorigen Jahres nach dem Baltikum. Er hatte nicht nur für die Räumung Estlands Livlands und Kurlands von den deutschen Offupations. truppen zu forgen, seine Aufgabe war es auch, freundschaftliche Beziehungen zwischen den Republiken„ Eesti",„ Latwija" und der deutschen Republik herzustellen. Diese Ausgabe war angesichts der durch die deutschen Difupations behörden geschaffenen Erbitterung unter der Bevölkerung mit einigen Schwierigkeiten verbunden. Sie bot aber für einen Bolitifer, der bereit war, fich auf den Boden der Demokratie und des Sozialismus zu stellen, ein äußers ergiebiges Betätigungsfeld. Das estnische und das lettische Bolf, das unter der Snube des deutschen Imperialismus gestöhnt hatte, begrüßte begeistert die deutsche Rez lution, die ihm mit der Befreiung auch die Aussicht auf ein brüderliches Busammenleben mit dem befreiten deutschen Volke brachte. Herr Winnig verstand es aber ausgezeichnet, die Sharpathien der Esten und Retten für die deutsche Rebolu tion gründlich zu verniaten. Er fab seine Aufgabe nicht darin, die Entwicklung der Demokratie und des Sozialis. mius im Baltikum zu fördern. fondern hauptsächlich darin, die herrschnde deutsche Minderheit, vor allem den deutschen feudalen Grundbesit vor der sozialen Bewegung der unterdrückten estnisch- lettischen Bolfamaffen au sichern. Befangen in denselben nationalistischen Gedankengängen, die den früheren Antimilitaristen August Winnig während der Kriegszeit zum Serold der deutschen Kriegspolitik ge macht hatten, trieb August innig als deutscher Gesandter im Baltikum nicht die Bolitif eines Demokraten und Sozia listen, sondern die eines engitirnigen deutschen Nationa listen, der in dem Knäuel der nationalen und jozialen Gegenfäße im Baltenlande nur das„ Dentichtum" iah, das unter allen Umständen vor den Wogen der sozialen Revo lütion geschützt werden mußte. Da das Deutschtum in den baltischen Provinzen( das insgesamt nicht mehr als 5-6 Prozent der Bevölkerung aus. macht) repräsentiert und geführt wird von der kleinen Schicht der baltischen Junker, die die wirtschaftliche und po litische Macht in Händen haben, so verwandelte sich Winnigs Verteidigung des Deutschtums" in die Verteidigung der Intereffen des deutschen Großgrundbesites. Wie Winnig feine Aufgabe auffaßte, gebt beispielsweise daraus hervor, daß er vor der Räumung Estlands durch die deutschen Truppen an die Regierung der estnischen Republik Im Senat wurde ein Gefeßenttourf eingebracht, wonach die die Forderung richtete, fie solle dem Deutschtum im estnischen Hollandsch Nieuwsbüro" meldet aus Bondon: Sir George Eisenbahnen den früheren Bejikern aurüdgegeben Barlament dieselbe Bertretung einräumen, wie Elart, ter als Sondergesandter nach Rumänien gebt, hat eine werden sollen. Die Arbeiter erhalten Stimmen in der Ber der gesamten übrigen Bevölkerung. Demnach sollten etwa Note Balfours mitgenommen, in der erklärt wird, daß die eng waltung und Anteile am Reingewinn. Die Binien werden von 26.000 Deutsche ebenso viel Mandate erhalten, wie etwa ische Regierung hofft, das Rumänien nicht auf ben gemischten Ausschüssen aus Befibern und Arbeitern berwaltet. 1 680 000 Eften! Die Deutschen sollten also 65 mal mehr werden berboten. Außerdem sollen Rechte genießen als die estnische Bevölkerung. Außerdem Bruch mit den Alliierten hinarbeiten und daß Ausstände sollte die estnische Regieruna den deutsch- baltischen Baronen. jie über die Ursachen des entstandenen Sonfliktes Aufklärung billigere Tarife geschaffen merder Cine englische Note an Rumänien. M. H. Saag, 7. September. New York, 6. September. * Ebert- S Sie wahrend der Okkupationszeit offenen Landesverrat zu- Gunsten Deutschlands betrieben hatten, vollste Straffreiheit zusichern. Daß diese Leistungen dem„Sozialdemokraten" Winnig den begeisterten Dank der deutsch-baltischen Junker sicherte, versteht sich von selbst. Dr. H. v o n N o s e n drückt sich über die Verdienste WinnigS folgendermaßen aus: »Winnig ist schon im November in dankenswerter Weise für »ie Rechte der deutschen Minderheit im Lande mit Nachdruck ein» zetreten; jetzt hat er dort, wo mittlerweile im Einverständnis nit den Re�evungen in Riga und Reval die»Eiserne Division" zum Kampfe gegen die Bolschewisten formiert wird, die geeignete Grundlage, um für" die politische Parität der Deutschbalten, deutschen Kolonisten usw. mit Erfolg tätig zu sein."(»Die Ost. see", Berlin, 1919, Heft 19.) Herr Winnig bat diese Hoffnungen der deutschbaUi- schen Junker mit aller Kraft zu rechtfertigen gesucht. Bei der Werbung deutscher Freiwilligentrnppen für das Baltikum war nicht— wie er- jetzt im„Vorwärts" vorgibt— der Schutz der lettischen Republik vor der Bolschcwistengefahr für ihn ausschlaggebend, vielmehr betrachtete er diese Aktion hauptsächlich unter dem Gesichtspunkt der Anfrechterhaltung der deutsch-baltischen Jnnkermacht im Baltikum. Es wäre sonst auch rätselhaft,'wie der„Sozialdemokrat" Winnig es hat dulden können, daß die deutsch-baltische Landcswehc mit Unterstützung des Oberbefehlshabers Grafen Goltz am 16. Ahril die Regierung Ulmanis stürzt? und die reaktionäre Regierung Needra, hinter der in Wirklichkeit die baltisch)? Junkerpartei stand, einsetzte. Es wäre rätselhaft, wie der „Sozialdemokrat" Winnig den dann einsetzenden Terror der Junker, die Vergewaltigung der lettischen Bevölkerung, die Brutalitäten und Ausschreitungen der„Eisernen Division", die konterrevolutionären Rüstungen im Lande, den Vorstoß gegen Riga, den Kampf der deutschen Truppen gegen die Letten und Esten und sonstiges mehr zuließ, wenn er diese Aktionen nicht als im Interesse des baltischen Deutschtums stehend erachtet hätte. Herr Winnig sucht sich jetzt von der Mitschuld an dieser verhängnisvollen Wendung der deutschen Politik im Baltikum dadurch zu entlasten, daß er im„Vorwärts" erklärt. er habe seit Ende Januar die Entwicklung der Dinge im Baltenlande„nur noch anS ziemliche? Entfernung verfolgen können". Diese Ent'�mldignng ist nicht stichhaltig. Herr Winnig war bis zu seiner vor kurzem erfolgten Ab- berufung der offiziell« Vertreter der deutlck�en Politrk im Baltikum als solcher verantwortliä' für den KurS, der dort gesteuert wurde. Er hat nickus getan. um die SSbelpolitik des Grafen Goltz zu inhibieren: er hat den deutsch-baltischen Junkerkliguen freie Hand gegen die Letten gelassen: er hat es geduldet, daß die-'che Oeffentlichkert andauernd durch den Pressebeirat der beut- schen Gesandtschaft Erich Köhrer irregeführt wurde: er har nWS dagegen unternommen, daß in seinem Namen zatz- reiche Werbestellen in Deutschland unter Versprechung von SiedlungSland usw. deutsche Landsknechte für die baltischen Barone anwarben. Man begreift diese Haltung deS Herrn Mnnig, wenn man sich de» Aufrufs erinnert, den er in der kritischsten , Periode der Friedensverhandlungen in der ostpreußischen Presse veröffentlichte. In diesem Aufrufe erklarte er, selbst wenn die Regierung den Frieden unterzeichnen werde, werde sich die Bevölkerung im Osten einer solchen Entscheidung nicht fügen, sondern werde die Waffen ergreifen, um Wider- stand zu leisten und die Ostprovinzen und die nationale Ehre zu retten. Herr Winnig verfolgte also im Bunde mit den auffässigen Generälen des Grenzschutzes eine Politik. die auf eine Wiederaufnahme deS Kriege» gegen die Entente hinauslief. Deshalb duldete er eS, daß Kurland in ein militärisches Bollwerk der alldeutsch- militaristtschen Rebellen verwandelt'wurde. Deshalb scherte er sich den Teufel darum, ob in Lettland die Demo- kratie vernichtet, der Bürgerkrieg entfesselt und die Jnter» essen der deutschen Polittk zugrunde gerichtet wurden. Daß die deutsche Politik in Lettland alle ihre Chancen vernichtet und«inen völligen Zusammenbruch erlebt hat, ist das Verdienst WinnigS und des Grafen Goltz. Daß er dies nicht eingestehen will, ist menschlich begreiflich. Daß er aber nun fein Fiasko durch lügnerische, hetzerische An- griffe gegen die lettländische Regierung zu verdecken sucht, ist eine politisch« Schamlosigkeit, die wir selbst einem Winnig nicht zugetraut haben. Daß eS so gekommen ist, kann freiffch niemand wundernehmen. Der Renegat Winnig, der als Vertreter der deutschen sozialistischen Republik nicht"nur seine sozialistische Vergangenheit, sondern auch die elementarste de ni akratische Gesinnung verleit-Mete, konnte keine andere Politik als die der Nationalisten, Militaristen und Junker treiben.� insofern ist Winnig ein? typische Er- scheinung in der rechtssozialistischen Führerschaft. Nachdem sie ihre Grundsätze zum alten Eilen geworfen u-nd sich in Gegensatz zu der klassenbewußten Arbeiterschaft ge- stellt hat. kann sie keine andere Polittk machen, als die, die die besitzenden Klassen, die Militaristen und die Nationa- listen ihr aufzwingen.� Daz tritt nicht nur in der inneren, sondern auch in der äußeren Politik deutlich zutage. Das Die Höchsten Ausgaben der Partei. Generalversammlung des Lezirksverbaudes Lerliu-Lrandenburg U.S.V.I. Fiasko des Renegaten Winnig ist deshalb das Fiasko der gesamten sozialistischen Politik, die'das Renegatentum zu ihrem leitenden Prinzip erhoben hat. verhövgung des Kriegsrechks über Schanlung. H. N. Haag, 7. September. Au, London wird gemeldet: Die»Timei»" erfährt au? Peking, daß die Studenden den Kampf gegen die Politik Japan» wieder aufgenommen haben, viele Hunderte nahmen an einer Kundgebung teil. Auf Befehl der Regierung hat der Gouverneur von Echantung da» Kriegsrecht proklamiert. Mehrere Personen wurden vor Gericht gestellt und mehrere Studenten ver- haftet, wa» allgemein« Unzufriedenheit veranlaßt«. Der Boy. Ja tt der japanischen Ware» dauert fort. I» Schanghai und Tientfin hat die Einfuhr japanischer Waren im Juli nur 30 Prozent der Einfuhr de» Vorjahre» betragen. Die Regelung sämtlicher innerer Angelegenheiten wurde aufgeschoben, da sich das Kabinett gegenwärtig nur arit der Schantungfrage beschästigen kann. Im Norden ist di« Militärpartei sehr stark, aber noch nicht imstande, ein Kabinett au» eigene» Männern zu bilden. Die Aussichten auf einen Ausgleich zwischen Nord, und Südchina find gleich Null. Am gestrigen Sonntag fand in den GermamasAen in der Chausseestratze die Generalversammlung des Bezirksverbandes Berlin-Brandenburg statt. Der Vorsitzende Genosse Brühl widmete dem Jnter- nationalen Jugendtag einige herzliche Worte und besprach dann in kurzen Worten die nächsten Aufgaben der Partei. Er wandte sich insbesondere sehr scharf gegen die Rechtssozialisten und lehnte jede Einigung, jede Ge- meinschaft mit ihnen ab. Dies müsse von uns auch fest- gestellt werden im Hinblick auf die Rückkehr der Kriegsgefangenen, die in den Sammellagern politisch bearbeitet werden. Jedes Mitglied müsse sich bewußt unserem offenen Bekenntnis zum Räte- system und der Diktatur der Ardeiterklasse anschließen. Wir wollen kein« Mitglieder unter falschen Voraussetzungen. Besonders zwei Aufgaben seien wichtig: die Schulung unserer Mitglieder und di« Er- fassun g der Frauen. Unsere Parole müsse sein: altes für den Sozialismus, alles durch den Sozialismus. Es entspann sich nun eine Geschäftsordnimgsdebatte über die Festsetzung der Tagesordnung. Genosse N e u m a n n beantragte zu dem Referat des Genossen Haas? über Parlamentarisnnis den Genossen D ä u m i g als Korreferenten zuzulassen Genosse Haas? erklärte sich bei der Bedeutung dieser Frage mit dem Korreferenten einver- standen, meinte aber, daß man dann in einer neuen Ver- sammlung über Parlamentarismus ausführlich reden könne, um heute dos Verbandsstatut fett igz» bringen. Brühl sprach sich ebenfalls für die Erledigung des Organisationsstatuts aus. Die Versammlung beschloß an erster Stelle die Vorträge entgegenzunehmen und dann erst die Statuten- berat ung zu erledigen. Hierairf erhielt das Wott Genosse Haafe Uber„Parlamentarismus". «l« bie Partei stn März dieses Jahre» ihr Revolution». Programm beschlossen hatte, war laum anzunehmen, daß so schnell ne-ue tiefgreifende Meinungsverschiedenheiten entsteben könnten. DaS Revolutionsprogramm hat zur Klärung der Massen beigetragen und eine außerordentliche Werbekrast entwickelt. Die programmatische Erklärung der Part« sprach klar auS, daß da» Räteshstem und die Diktatur de» Proletariats notwendig seien, ebenso aber auch alle anderen Kampfmittel einschließlich des Parlamentarismus. Der Parteitag sprach sich damit � deutlich gegen jed« proudhanistischene und blanaut strichen Strömungen auS. E« wird in unseren Reihen viel darüber gesprochen, ob wir dem ParlamenlariSmuS nicht Valet zu sagen hätten. Da» ist kein funkelnagelneuer Gedanke. Di« Geschichte der Arbeiter- bewegnng hat sich nach allen Richtungen mit dieser Frage be- schäftvgt. Durch die Geschichte ist oi« Entscheidung längst gefällt worden. Ich mache niemandem einen Vorwurf daraus, wenn er heute wenig licht und studiert, daran sind Krieg und Revo- lution schuld. Ein« Anschauung geht dahin, daß wir mit dem Parla- mentari«,nu» überhaupt nichtSzu tun hätten, die andere Anschauung geht nicht so weit,«sie meint, daß man an den Wahlen sich beteiligen müsse, aber die Erwählten dürsten nicht in die Parlamente gehen. Die dritte Anschauung will, daß die Gewählten auch ihr« Plätze in, den Parlamenten in Besitz nehmen und die ParlameutStridün« als Propaganda und für die Partei benutzen, alber e« ablehnen, an der Gesetzesarbeit mit' zuwirken. Die vierte Anschauung geht dahin, daß da» Proletariat ein« doppelte Aufgabe habe, durch Ueberwindung der Bour« geoifie zum Sozialismus zu kommen. Deshalb fei es Aufgabe der Ettvählten, im Parlament mitzuarbeiten, um e» zu stählen für diesen Kampf. Auch das fordert«in harte? Ringen mit der bürgerlichen Gesellschaft. Einigkeit besteht darin, daß keine Koalition eingegangen werde« dürfe. ES ist kein Awerfsl, daß di« Abgeordneten sofort da» Parlament derliassen muffen, wenn fie da» Vertrauen ihrer Wähler nicht mehr genießen. Da» mit ja jetzt erleichtert durch va» Pro- portionalwahlrecht. Wir alle haben nie einen Zweifel darüber gelassen, daß wir nicht im Parlament die einzige Tätigkeit für da» Proletariat sehen. Wir haben verlangt, baß die Abgeordneten sich nicht loS- lösen von der Masse. Wir haben den parlamentarischen Kretin iimu» verachtet«, und ich»«rächt« ihn auch noch ietzt. Deshalb war«» für uns auch«ine rein« Lächerlichheit, als Ebett und Scheidemann da? Parlament nach Weimar beriefen, vm«S dem Einfluß der Mass« zu entziehen. je häufiger, je besser. Die Reaktion habe die LegiSlaturperidd doch nicht auk Liebe zur Arbeiterschaft auf fünf Jahre verlängert Haben wir gewählt, dann müssen wir auch ins Parlament gehen. Auch dl« dritte Internationale spricht sich nicht grundsätzlich gegen den Parka« mentarismus aus. Als die Botschcwiki zur Regierung kamen, dachten sie auch nicht so, wie heute. Nur weil die kon- stituierend« Versammlung ihnen nicht paßt«, jagten die Bolsche- wiki fie auseinander. Di« Engen in Bulgarien sahen sich jetzt praktisch vor diese Aufgabe gestellt. Diese Partei hat einen großen Erfolg davongetragen, von 10 Sitzen ist �si« auf 45 gestiegen und hat die Reformsoz'alisten aus dem Sattel gehoben. Ebenso die jungscbwedische, norwegisch« ui-o schweizerische Partei haben trotz des Anschlusses an die dritte Internationale nicht daran gedacht, sich von den parlamentarischen Einrichtungen ziltückzuziehcn. Unsere Doktrinäre bilden sich ein, die wahren Realpolitiker zu sein und die Revolution in Erbpacht genommen haben. Genosse Haase zitiert« Stellen aus einem Artikel .Leipziger Volkszeitung" von Kurt Geyer: »Die Frage, ob die Partei sich überhaupt an parlamen- tarischen Wablen beteiligen und Vertreter in die Parlamente entsenden soll, ist«ine taktische. In einem Zeitpunkt. in dem offer revolutionäre Kämpfe geführt werden, habe« Vertreter der Revolu.ionSpartei in den bürgerlichen Paria» menten nichts zu suchen. Ganz abgesehen davon, daß man fie beim offenen Kampfausbruch sofort unschädlich machen würde. In einer vorrevolutionären Situation muß die Parlaments» tribüne benutzt werden, um die Massen durch Fanfarenftöße zu sammeln und anzuspornen. Parlamentarische Kleinarbeit m solcher Situation würde nur Kraftvergeudung bedeuten." Also Unterscheidung zwischen revolutionärer Situation, vor- revolutionärer Situation und vorvorrevolutionärer Situation. Geyer sagt weiter: »Aehnliches gilt für di« Beteiftgung an Wahle m In einer Situation, in der der offene Ausbruch revolutionärer Kämpfe 10 nah« bevorsteht, daß nur Monat«, ja Wochen noch von dem lusbruch trennen, würde die Beteiligung an Wahlen nur eine Schwächung der revolutionären Stoßkraft bedeuten. Und dl« Situation in Teutschland ist vor» revolutionär." Ich selbst gehöre zu den sehr ungeduldigen Revolu- tionären. Aber ist wirklich jemand hier, der mb Kurt Geyer von der prophetischen Gabe erfüllt ist daß nach Wochen oder nach Monaten der groß, Entscheidungskampf da fein wird? Glauben Sie, daß Marz Engels jo vermessen gewesen wären, die Revolution fü> und Ist dem» das Parlament überhaupt nStig? Marz und Engels haben den Parlamentarismus nicht prin- zipiell abgelehnt. Auf dem Gründung? kongveß der Kommunifti- schen Partei Deutschland» hatte Ro sa Luxemburg eben- fall» die Beteiligung an den Wahlen gefordert. Da» verlangte fie im Dezember, wo die revolutionäre Welle noch hoch ging und eine Ablehnung des Parlamentarismus verstand- licher gewesen wäre. Den Avbeitern auf dem Kongreß sagte fie, wa» ich den Arbeitern nie sagen würde:»Ihr seid nur denkfaul, wenn rbr verlangt, daß man fich an den Wahlen nicht beteiligen solle." Derselben Auffassung war Karl Liebknecht. And auch Genossin Zetkin, die der Kommunistischen Part« angehört, ist in der«evolutionären Zeit Mitglied de» Württemberg ischen Landtags geworden und übt ihr Mandat auch cm». Freilich hat sie von den Kommunisten schon ihre Quittung bekommen: Sie möge nur weiter durch ihre Tätigkeit den Sozialismus komprv- mittieren. Man legt gar keinen Wert mehr ans sie und hat ihr sogar die Forderung gestellt, entweder aus dem Parlament auS- zutreten oder auS der Kommunistischen Partei. Dabei wiegt Genossin Zetkin doch weit schwerer al» manche in der Komm». nist ischen Partei Herumstrend« Personen.(Sehr gut!) Genossin Zetkin hat fich aber geweigert, ihr Mandat niederzulegen, da fie fich bei ihrem Einblick in die Geschichte und da» Wesen de» sozia- listischen Kampfe» solche vorfchttsten nicht gefallen lassen könne. (Sehr richtig!) Ich könnt« e» nicht besser ausdrücken, als Ge» nosfin Zetkin getan hat. Ja, man muß schon einige Einblicke in geschichtlich« Zusammenhänge haben. Genosse Haas« schilderte dann die Diskussion über den farlamentariSmu? auf dem Internationalen ongreß in Zürich 1893. Man kam einstimmig zur Auf- ' fassung, daß da, wo die Partei stark dastehe, st der Kompromiß mit den Bürgerlichen einen Verrat darstelle. Die Deutschen er- klärten durch Wilhelm Liebknecht: In Deutschland ist jeder Kompromiß mst den Bürgerlichen unmöglich. Wir müssen un» emanzipieren von der Phrase. Es gibt keine revolutionär« und keine konterrevolutionäre Taktik, sondern eS gibt nur eine Taktik zu revolutionären oder konterrevolutionären Zwecken. Ebensowenig ist auch die StaaiSmaschine an fich reaktionär oder revolutionär. Wenn mich jemand mit einer Waffe angreift, ver- acht« ich sie nicht, sondern ich entwinde sie ihm.(Sehr richtig!) Auch auf dem Londoner Kongreß von 1809 erklärte Bebel. daß die deuffchen Arbeiter kein Verständnis hätten für die Wcchkenthaltuug.(Hehr guty. Ihr« Parole fett mehr wähle», Wochen oder Monat« vorauszusehen? Ein« shlche Politik versteh, ich nicht. Ich verstehe auch die Arbeiter nicht, die auf ein« solch, »Hoffnung" alle» setzen. Man muß sich auf alle Situationen«in. richten. E» kann auch ander» kommen,«» kann auch länge, dauern. Was würden die Folgen der Wahlenthaltuuz sein? Beurteilen Sie da» selbst nach Ihrem eigenen Erfahrungen. Würden fich die Massen der Wahl enthalten? Sie würden zur Wahl geben, wir würden die Massen von un? fortstoßen untz ps Rechtssozialisten würden den größten Triumph erleben. Für dies« Politik danke ich. fLebbaiter Beiiall.) Dies« Politik können nur Leute vertrete-n, die fich an irgendeinem Motte berauschen, lHändeklatschen.) Mir, die wir auf dem Boden de» RätesystemS stehen, können diesem Svsteme keinen schlecht«. ren Dienst erweisen, als wenn wir e» als Fetisch bestachten. Ist denn da» Rätesystem unser Ziel? Nein, eS ist auch nur«st, Mistel.(Lebhafter Beifall.) Wir wollen doch die fozialistjfchx Gesellschaft, nicht da» Rätesystem.(Sehr gut!) Wst klammern un» an Formalitäten und vergessen darüber die so, zialistische Entwicklung. Begehen wir dock nicht di« Fehle, der Bolschewisten, lernen wir dock aus diesen Fehlern. Ich halt««» für verkehtt, die Frage zu stellen: Rätesystem oder parlamen» tarisch« Wahl. Jawohl. In dem Augenblick, in dem wst zur Alleinherrschaft kommen, spielt diese Fraae eine Nolle.� Wa» hat aver bis zu dies«« Augenblick zu geschehen? Bi» dahin benutzen wir da» Rätefvftem. und jede andere Waffe, auch den Parlamentarismus.(Sehr gut!) Die Köpfe unter den Kommunisten, die lange im Proletariat gekämpft haben, find ebenfall» zu dieser Ueberzegung gekommen. Eine Reichskonferenz der Kommunistischen Pattei hat fich mii der Frage beschäftigt, ob«» nicht zweckmäßig sei, den Kampf innerbalb der restaurierten Parlamente aufzunehmen. Will man den Kampf, dann muß man auch in di« Parlamente hinein- gehen. Das soll Verrat fern? Nein, Verrat ist, wenn man auch nur ein Tüpfelchen von seinen Grundsätzen aufgibt. Noch«in« Frag« an bie Genossen, die jetzt mit all diesen Gedanken so spie» len. Parlamentarismus ist doch auch der kommunale Parlamentarismus. Wollen denn die Genossen auch au» den kommunalen Vertretungen! herausgehen und eS den bürgerlichen Patteien und den Rockts-ozialisten überlassen, über das Wohl trrtb Wehe der Gemeindemitgliedet zu befinden? Es ist so absurd, daß darüber nicht viel Worte zu verlieren find. Jaure» sagte 1898: Der Sozia/iSmuS kann nicht ein Stück der Macht sein. Deswegen halten wir e» auch für den größten Verrat der Rechtssozialisten, daß sie mit den Bürger- lichen paktieren. Aber bi» die Vollbmsckaft kommt, haben wst alle Mistel anzuwenden, Gewerkschaften, Genossenschaften, Räte, auch da» Parlament. Wir schwächen un» nicht, wir starken uns nur dadurch.(Langanhaltender Beifall und Handeklastcken.) Das Wott erhält hierauf Genosse Däumig als Korreferent. Genosse Haas« hat in den einleitenden Sätzen feiner Rede ein flammende« Anathema gegen die radikale geschleu- dett. Da» soll mich nicht hindern, meinen grund>atzuchen Stand- Sankt hier darzutun. Haase hat seinen Schmerz darüber zum «»druck gebracht, daß trotz d«S RedolutionSprogrammS auch heut« noch Meinung»versckiedeuheistn herrschen. Da» Programm war ein Kompromiß mit allen Schattenseiten deS Kompromisse». Wir gehen an die Beurteilung der Frage d«S Parlcnnenta- tt»mu» von anderen Voraussetzungen auS, al« Ge- nosse Haafe. Da», wa» ich vertrete, fit ein PccSu.t der Revo- lution,«rlfo verhältnismäßig jungen Datums In der gegen. wattigen Situation müssen wir dieser Einrichtung mit ganz anderen kritischen Augen gegenübertveten, als bi» jetzt. diesem Stadium der Revolution hat der Parlamentarismus keine Begründung mehr. Er ist geboren au» der. Gebundenheit bet Feudalzeit, um dem dritten Stand Ellbogens reihest zu verschaffen. Diese Ellbogen freihest ist durch die bürgerlichen Revolutionen ge- schaffen worden. Heute liegen die Dinge so, daß der Kaps» tatiSmu» durch die Katastrophe des Krieges.'�inen Grundfesten erschüttert ist. Wir müssen stoßen, was fällt. In dieser gegenwärtigen historischen Epoche dient«« nicht der revolutionären Entwicklung, wenn wir die parlamentarische Ideologie weiter aufrechterhalten. Den geschichtl'äen Argumenten kann man fich wohl nicht verschließen. Aver der Kongreß van 3893 sah vor sich eine ökonomische Lage, die wie Tag und Nacht unter» schieden war von der gegennwrttgen Situation- Damals bestand deq Rapitalismus in seiner Jugend Matenblütte. Die Arbeiterschaft war benig geschult. Dazu in Deutschland ein reaktionäres Staatswefen. Es ist gar fein Zweifel, daß damals der Parlamentarismus berechtigt war. Aber diese objektive Notwendigkeit hatte auch ihre Gefahr in sich. Wir halten es für unsere Pflicht, den parlamentarischen Institutionen rüdsichtslos entgegenzutreten. Wenn man auf dem Standpunkt steht, daß man jest mit dem praktischen Sozialismus Ernst machen muß, dann ist der Barlamentarismus das ungeeignetste Mittel, die foziale Revolution zu Ende zu führen. Wenn wir unsere Gegnerschaft zum Barlamentarismus ausbrüden, so meinen wir damit nicht, daß die Arbeiter während der Wahl die Haube über den Kopf ziehen sollen. Der internationale Jugendtag. Maschinengewehre gegen Jugendliche. Groß- Berlin. Die Gefichter der onatgeorangten Jugendhafen peterlich bellend bebe. Man verbrannte die den Fortbildungsschülern für ihren Streit zugestellten Strafmandate. Mit einem Hoch auf die bölterbefreiende Internationale trennte man fich. Dieser Tag bat auf alle Beteiligten einen bleibenden Eindruck hinterlassen, Die klassenbewußten jungen Arbeiter und Arbeite- Wait Bubrficht und Siegeshoffnung fieht die Jugend der Zukunftrinnen Berlins gaben fich gestern in dem bekannten Aus- ihrer Zukunft!- entgegen, denn sie töten den Geist nicht, Ihr flug nach Bichelsberge ein Stelldichein, daß der Idee Brüder!" der internationalen Solidarität gewidmet war. Es han delte fich also um eine friedliche festliche Busammenkunft junger Arbeiter und Arbeiterinnen im Wlter von 14 bis zu 18 Jahren. Nostetruppen blieb es vorbehalten, dieser Jugendfeier einen besonderen Stempel aufzudrücken. Als die Teilnehmer sich auf den Rückmarsch begaben, schossen Wir wollen eine Waffe mit Aussicht auf Erfolg, und diese Waffe ohne jeden Anlaß und ohne jede Warnung Gewehre und ist der Parlamentarismus nicht. Wenn wi: uns jebt gegen den Maschinengewehre auf den Rua der Jugendlichen Parlamentarismus wenden, so deshalb, weil wir die Hoffnung und Kinder. Fünf Jugendliche wurden berHegen, daß die 1. S. P. durch die Tat beweist, daß fie eine ebo- lett. Der die Truppen befebligende Offizier erklärte lutionäre Partei ist. Die logische Schlußfolgerung auf die Aus- ausdrücklich, den Befehl zum sofortigen Scharfschießen er führungen des Genossen Haase ist eine große Resignation, Ich bin halten zu haben. Für jeden Menschen mit gefunden Sinnen Bein Prophet und erhebe auch Beinen Anspruch darauf, einer zu wird es unerfindlich sein, daß ein Befehl gegeben werden fein. Gines steht für mich fest: Wenn wir uns jett, nachdem die konnte, auf Jugendliche und Kinder, die in der Natur ihren Revolution liquidiert ist, durch die Verfassung, die die kapitalistische Sonntag friedlich feiern, zu schießen. Glaubt Noste, der Wirtschaft wieder fest beranfert, wenn wir uns da einreden, daß selbst einmal den Arbeitern die Pflicht der internationalen wir uns nicht mehr auf revolutionäre Rämpfe einzulassen hätten, bann wird es auf lange Zeit nicht mehr möglich sein, gegen den Solidarität nepredigt bat, in der arbeitenden ugend auf Rapitalismus anzuvennen. Wir wollen die direkte Aktion. Haase hat Luxemburg, Liebknecht und Bettin als rongeugen für fich angerufen. Ich bin überzeugt, daß die ersten beiden den Dingen heute ganz anders gegenüberstehen würden. Wenn wir uns schon mit dem Parlamentarismus einverstanden erklären, dann müssen wir auch in den Barlamenten arbeiten. Das bedingt wieder die Agitation für den Wahlkampf. Ich halte das für eine ungeheure Gefahr, jebt, wo es ums Ganze geht. In der Sibung der Vertrauenslerite am 23. Oftober 1918 murbe uns auch entgegengehalten: Ihr seid ja verrückt, ihr stiert ja nur auf die Revolution, und in vierzehn Tagen war sie da. Wenn es uns nicht gelingt, die Revolution vorwärtszutreiben, dann gehen wir einer langen Realtion entgegen. Wir sind der Auffassung, daß durch ben Weltkrieg der Zusammenbruch der kapitalistischen Wirtschaft eingetreten ist und daß die historische Epoche negeben ist, den Sozialismus einzuführen. Dafütz, für diese Zwischenzeit, gilt das Wort von Marg von der Dittatur des Proletariats. Du stärkst stärkst den Kapitalismus wenn du deine Ersparnisse weiterhin den Banken und Sparkassen überweist. Zusammenschluß der Berliner Junglehrer und Kriegsseminaristen. Rürglich haben bie Berliner Junglehrer und riegssemina riften über einen organisatorischen Zusammenschluß der bisher getrennt arbeitenden jungen Vereinigung beraten. Bitterste materielle und geistige Not gab den Ausführungen aller Redner erschütternden Klang. Aus der Fülle des borgetragenen Materials nur einige Beispiele: An Bezahlung wird den jungen Lehrkräften heutigen Tags 1,80 M. für die erteilte Lehrstunde geboten. Ferien und schuifreie Tage werden nicht bezahlt. Unberücksichtigt bleibt, daß nach den offiziellen Unterrichtsstunden die Tätigkeit des Lehrers nicht beendet ist. Ist es da ein Wunder, wenn sich unsere fünftigen Jugenderzieher noch einen Nebenerwerb suchen müssen, der häufig genug mit ihrem Beruf und ihrer Vorbildung in feiner Weise harmoniert! Aber noch entsetzlicher ist dae Elend derer, die leine Anstellung finden Lonnten. Da ihnen bisher von feiner Geite Hilfe wurde, haben fie dazu greifen müssen, auf den Straßen und Blähen mit Biga retten und Seife zu handeln; andere sind Kellner in Badeorben getvorden und einzelne haben sich in ihrer grenzenlosen Rot zum Einfargen von Beichen anbieten müssen. Was aber bei allebent Du dienst dienst dem Sozialismus geradezu ungeheuerlich iſt, it die Tatsache, daß in verschiebenen wenn du dein Geld einem sozialistischen Unternehmen zuweist. Drum werde Mitglied der Schulen Berlins Lehrerstellen, die von den jungen Kräften befebt werden könnten, Personen augeschanzt werden, die es durch meg nicht nötig haben und zum Teil nicht einmal dazu quali fiziert finb. So unterrichtet, wie in der Versammlung mit geteilt wurde, in ber 300. Gemeindeschule die Frau eines Prüfung abgelegt hat. In der Schule Schöningstraße ist sogar bie Frau des Rektors und in der Ofener Straße die Tochter bes Rettors mit angestellt. Die jungen Behrfräfte aber bleiben stellungslos. Diese Fälle stehen jedoch keineswegs vereinzelt ba; ein anderer Redner fonnte von weiteren 39 Fällen berichten, Für mich steht die heilige Gewißheit feft, daß wir mit dem Berlagsgenossenschaft.Freiheit". Lehrers, die vor 16 Jahren das Seminar besucht, aber feine Aufbau des Ratesystems bas Richtige getroffen haben. Senn fun mirden nicht der ganze Kapitalismus, die Regierung und die Rechtssozialisten gegen und stehen.( Lebhafter Beifall.) Wir wollen mit Hilfe des organisierten Rätesnitems hie politische Macht erobern. Ein Rätesystem, wie es in der Verfassung verantert ist, ist allerdings das selbstverständliche Genenstüd zur diese Weise das Solidaritätsgefühl töten zu können? Im Barlamentsarbeit. Das darf dem Kapitalismus nicht webe fun. Gegenteil! Sein Borgehen gegen die Jugend wird in den ( Gehr richtig!). So föinen wit lange warten, bis durch das Bar Berzen nur neuen Widerwillen gegen ihn und die aur Beit Bar- Herzen lament Sozialismus Wirklichkeit wird. Wir wollen das revolutionäre Proletariat sammeln herrschenden Gewalten erzeugen. Ueber den Verlauf des Jugendtages gebt uns folgender Bericht au: gegen deren Beseitigung alle Schritte bisher fruchtlos geblieben sind. schreitet die geistige Not. Ohne rennenswerte Unterſtübung Hand in Hand mit der grausamen, materiellen Not sind die jungen Menschen zur Fortführung ihres Studiums, schreitet die geistige felbst wenn fie aushilfswelfe angestellt find, auf Nebenverdienst oft recht demütigender Art angewiesen. Der Finanzminister hat fein Geld für unsere fünftigen Voltserzieher. Aber für die Mosfetruppen, wurde mit Recht in bitterer Ironie, avischen gerufen. Und Freie Bahn bem tüchtig Begrittelten fei bas Motto; wenn man jetzt an die Zulassung zum Universitätsstudium dente, führte ein Redner mit Recht aus. Der Tod des Inspektors Blau. auf dem Boden des revolutionären Rätesystems. Die wuchtigste Waffe des Proletariats, die Arbeitskraft, foll in Die sozialistische Jugend Groß- Berlins hatte fich auf ihren ber stärksten Form zusammengefaßt werden, um der tapitalistischen Feiertag gefreut und für ihn gerüstet. Sie wollte ihn gemeinsam Gesellschaft den Stoß zu versezen. Ich glaube weder an den mit den Jugend- Genossen ver ganzen Internationale am 7. Sep Fetisch der Räte noch an den Fetisch des Parlaments. Man wir tember begehen. Schon im Laufe des Vormittags strömten die als Monomane hingestellt, der nur auf diese 3dee binitiert. Ich Scharen der sozialistischen Jugend aus Berlin und Umgegend auf Hur Beseitigung dieser himmelschreienden Uebelstände haben fann mir nichts anderes benten, als daß das Rätesystem das dem Sammelplag, beim Alten Freund" in Bichelswerber aufam fich nun die Junglehrer mit den Kriegsfeminaristen zusammen Mittel ist, das zerriffene Broletariat zu einigen. Die 3 rebomen. Mit Scherz und frohem Spiel wurde der Vormittag ver- gefchloffen, weil von den alten bestehenden Lehrervereinen nichts lutionäre Rätefyftem ist uns nicht nur Mittel, bracht. Um zwei Uhr sammelten sich die weithin gelagerten vielen getan werde. Wenn auch zuteilen das Bestreben herborirat, sondern auch Biel Es soll in alle Boren des Produktions- fleinen Gruppen, um eine einzige große zu bilden. Es war ein Boliti? aus bem Spiele zu laffen, so traf boch gweifellos ber prozeffes bringen. Es wird Jahre daftern, ehe der Sozialismus prächtiges Bild, bie jungen Menschenfinder mit ihren leuchtenden Reiner den Nagel auf den Kopf, der da ausführle: Ber über in der Produktion durchgeführt ist. Das Mätesystem soll auch Augen um ihre zahlreiden tote Banner gefchart zu sehen. Durhui- und Gestehungsfragen fprit, lama 1 politisce funttionen haben. Bejezgebung und Verwal- ein Streichfonzert, an das sich Gefang und Stegitationen schlossen, ber großen Boliti! ridt borübergeben. Das war tungen müssen in einer Körperschaft deinigt werden. wurde das einfache Programm eingeleitet. Dann legte ein auch den Versammelten mehr oder weniger bewußt und ein Wir sind nicht prinzipielle Gegner der Demo- Jugendgenoffe in furzen, aber treffenden Worten die Bedeutung großer Teil hat auch schon erkannt, welche politische Richtung Iratie. Unser Grundsay ist: Durch prattifen Gosia bes Tages bar. Heute gelte es, auf der ganzen Welt ben Stamp nach dem schmählichen Schulfompromiß zur Berwirklichung freie lismus zur Demokratie. Die Politik der Rechtssozialisten au führen, aber nicht mehr zwischen Deutschen, Russen, Franzosen und uneingestandenermaßen auch der Freunde um Saafe ist und Engländern, sondern zwischen den beiden allein noch be beitlicher Ziele nur noch in Frage kommit. burch Demokratie zum Sozialismus.( Lebh. Widerspruch.) Das, stehenden Gegnern: der Bourgeoisie unb Proletariat. Die Anwas Haase von den Rechtssozialisten trennt, ist nicht allzuviel. Sprache schloß mit einem begeistert aufgenommenen Hoch auf die Es mußt nichts, bloß auf Ebert oder Noste zu schimpfen, die Weltrevolution und die 8. Internationale. Aus Mannheim, Scheidelinie liegt tiefer: auf der einen Seite Reformsozialismus, der Schweiz und aus Rußland wurden Grüße der proletaauf der anderen Seite revolutionärer Sozialismus. Und gerade rischen Jugend übermittelt. Es folgte der Vortrag bes herrlichen weil wir von Rußland ungeheuer lernen fönnen, wie wir es Gedichtes Lever duad üs Slaw". Weithin schallte dann der Genicht machen sollen, bauen wir unser Rätesystem nicht slavisch fang der Jugend: Bir find die junge Garbe, bes Proletariats" nach russischem Muster aus. und die Internationale". Es sollte ein Gruß sein an die einge Wir schalten aus die Herrschaft einer Partei. Das ferferten Genossen in allen Ländern, die mit Sehnsucht den Tag At die große Trennungsscheibe zwischen uns und ben Kommu- ihrer Befreiung der Befreiung ber Proletarier aller Bänder Versammlung aufgefallen sei, daß Blou strei Finger der rechten nisten. Ich habe mich gegen jeden Bartergeist gewandt. Wir erwarten. haben auch gelernt aus Ungarn und München, wo das System Um 4 Uhr formierten fich die Jugendlichen zu einem impobiel zu schmal aufgebaut war. Das militärische Macht- fanten Bug. Sie beabsichtigten, durch Spandau nach Berlin zu mittel scheidet bon bornherein aus. Deshalb bann es für uns feine Geltung haben, daß es Leute gäbe, für die die Gewalt das einzig rebolutionäre Stampfmittel fei. Bir mollen, bas, was Geter ausführt, auch meine Meinung ist. matischen Buntte treffen muß. Ich erkläre ohne weiteres, daß das was Geher ausführt, auch meine Meinung ist. Mag der Barteitag entscheiden, wie die Flagge fein foll- ob Barlamenta rismus oder Rätesystem.( Bebhafter Beifall.) Darüber berichtet eine Botalforrespondeng: Der Leben arbeiter Mar Leuschner wurde gestern dem Untersuchungsrichter vorgeführt. Er wird der Anstiftung zur Ermordung Blaus be schuldigt. Leuschner erklärte, daß er von der Tat nichts wiffe und auch über die Täter nichts fagen könne, doch hat die Untersuchung ergeben, daß er als Versammlungsleiter den Befehl erteilt hat, Blau umzubringen. Gr gibt an, daß ihm an dem Abend in der Hand fehlten. Als er mun in der Zeitung gelesen habe, daß im Bandwehrbanal die zusammengeschnürte Beiche eines zunächst unbekannten Mannes gelandet worden sei, dem die beiden Finger marschieren. Als die Spise des Buges die Heerstraße erreichte, gefehlten, habe er sich gleich gefagt, daß es sich um Blau handeln wahrte sie zu beiden Seiten dieser Straße und seitlich im Walde müsse. Nun pacte ihn die Angit. Wie er selbst sagt, fab er sich echs Maschinengewehre, auf den Bug gerichtet. Wozu fchon in Untersuchungshaft und traf sofort Vorbereitungen zur bie Bedrohung des Buges von drei Seiten? Ein Offizier winkte Flucht. Mag der Er fuhr nach Königsberg, um tort auf Papiere au ein altesignal sein? Drei Arbeiterfamariter traten aus dem ihm ermöglichen sollten, über die Grenze nach Rußland zu fliehen. von weitem dem Zuge mit einer Bandkarte entgegen. Sollte es warten, die ihm die kommunistische Zentrale zusenden und die Zuge hervor, um von dem Offizier Aufklärung zu verlangen. Der Die hiesige Kriminalpolizei hatte jedoch seine Spur verfolgt, Bug folgte. Da, als er bie Brüde fura vor Spandau passiert hatte, feinen Aufenthalt in Rönigsberg ermittelt und die dortige Kri frachten ohne jede Warnung drei Gewehrfalven, denen Maschinen gewehrfeuer folgte. Eine ungeheure Auf- minalpolizei aufmerksam gemacht, die ihn dann festnahm, bevor regung und Empörung entstand. Im ersten Wirrwarr der Flücher noch seinen Plan verwirklicht hatte. Der Plan, berichte tenden und Stürzenden war nichts zu bemerken. Man mahnte weiter die Korrespondenz, Blau umzubringen, ist, wie die zur Ruhe. Feststellungen der Kriminalpolizei ergeben haben, in München gefaßt worden. Buerst wollten die Spartakisten den ihnen läftigen Spibel nach Wien loden und ihn dort beiseite schaffen. Schließlich entschied man sich aber für Berlin. Der 27 Jahre Blau von München nach Berlin und führte ihn in die Versamme alte, aus Gütersleben gebürtige Möbelzeichner Franz Serm loďte Der Vorsitzende, Genosse Brühl, brachte darauf folgende von dem Genossen Saaje eingebrachte Resolution zur Verlesung: ,, Die Verbandsgeneralversammlung Berlin- Brandenburg stellt sich auf den Boden des Revolutionsprogramms der 1.6. B. D. Sie bedient sich zur Erreichung ihres Bieles aller politischen und wirtschaftlichen Kampf mittel einschließlich der Barlamente." Gin Geschäftsordnungsantrag des Genossen Leid, die Debatte über die Vorträge in einer späteren Verjammlung weiterzuführen, wurde mit großer Mehrheit angenommen. wundet. Fünf verwundete Jugendliche waren das blutige Ergebnis der finnlosen Schießerei. Zwei einen Kopfschuß über dem linken Auge erhalten, der ihm wahrJugendliche waren mit Streifschüssen davongekommen. Giner hatte scheinlich das Augenlicht rauben wird. Er wurde ins Krankenhaus gebracht. Ein anderer Jugendlicher trug Berlegun- hung, in der sein Tob beschlossen wurde. In dem dringenden Ver. gen am Knie davon und ein weiterer wurde an der Hand ver- dacht, das Todesurteil vollstreckt zu haben, steht der 22 Jahre alte aus Arnswalde gebürtige Schlächtergeselle Hermann Dahms, der In größter Entrüstung umbrängten die Jugendlichen die zuletzt in Berlin wohnhaft war und ebenso wie Herm flüchtig ist. Maschinengewehrschüßen. Ihr Führer, Leutnant Jakobi von Auf beide wird jetzt eifrig gefahndet, doch gelang es bisher noch Es folgte dann die Statutenberatung. Genoffe der 1. Maschinengewehrtompagnie der Reichswehrbrigade 91, nicht, ihren Aufenthalt zu ermitteln. Weise empfahl den Entwurf der Neorganisationstommis- prach sein Bedauern aus, er habe jedoch strengsten Befehl vom fion und wandte fich gegen den Gegenvorschlag von Teltow- Reichswehrkommando erhalten, Beeskow. Genoffe Löwenstein begründete ausführlich auf die Demonstrierenben zu schießen. den Gegenentwurf von Teltow- Beeskow. Nachdem Weise ausdrücklich betonte er, daß er fofort scharf schießen sollte. Die fich noch einmal gegen Teltow- Beeskow gewandt, wurde be- Soldaten am Maschinengewehr auch Jugendliche schienen schloffen, den Gegenentwurf von Teltow- Beesfow als Grund. fich ihrer Heldentaten noch zu freuen, ein eben AnTage zu nehmen. Darauf erklärte Genosse Rüter, es tommender meldete die Bereitschaft von 50 Mann Verstärkung. bleibe nichts übrig, als die Generalversammlung zu vertagen nur einer am Maschinen gewebe zitterte am ganzen Körper! und den Entwurf an die einzelnen Bezirke zu verweisen. Es hilfsbereite Mitglieder des Arbeiter- Samariter- Bundes leisteten wurde demgemäß beschlossen. Damit hatte die Bersammlung den Verwundeten die erste Hilfe. ihr Ende erreicht. Dieser tendengiöse Bericht ist mit Vorsicht aufzunehmen. Kehrt er doch seine Absicht nur zu deutlich hervor. Lichtbildern, den Herr Studienassessor Albrecht am Mittwoch, abends 7% Uhr, in der Treptowo- Sternworte halten wird, Im Reiche der Wolfen lautet das Thema des Vortrages mit Lebensmitteltalender. Treptow. 5 Pfund Kartoffeln, 300 Gramm Saferflocken, 3 Pakete Die Arbeiterstadt Spandau war also den Jugendlichen ver- Milchlüßspeise, 250 Gramm Maismehl, 125 Gramm Schokoladenpulver. sperrt. Sie zogen auf Charlottenburg und passierten die Straßen Für Kinder im 1. Lebensjahre 750 Gramm Haferflocken; für Kinder im der Kriegsgewinnler und Boltsausbeuter, die vielleicht eine Keine 2. Lebensjahre 500 Gramm Haferflocken. 250 Gromm Auslandsmehl. Steglit. 7 Pfund Kartoffeln, 40 Gramm Butter, 150 Gramm Max Ahnung davon bekommen haben, was begeisterte Jugend in garine. Boranmeldung vom 8. bis 10. September. 250 Gramm Mais Bom Republikanischen Führerbund wird uns geschrieben:" Bu tommenden Kämpfen einmal vermag. Eifrig wurde die bon mehl. Berkauf vom 11. bis 18. September; 250 Gramm aust. Hülfen Ihrer Notiz,„ Es bleibt bei der Maßregelung", möchten wir uns Roste verbotene Junge Garde" und die Jugend- Internationale" früchte, 250 Gramm Haferflocken, 250 Gramm Grouper, 250 Gromm den Hinweis gestatten, daß entgegen Ihrer Auffassung der Repu- verkauft. amerikanisches Maismehl. blikanische Führerbund feineswegs auf den Kampf den Kaiserdamm, Sarbenberg, Tauenbien-, Meift, Bülow- und Ohne Widerstand und Zwischenfall betwegte fich der Bug barrch Reinickendorf. 8 Pakete Milchfübfpeife. Niederschönewelbe. 10 Pfund Kartoffeln, 125 Gramm Nels, 250 gegen die Maßregelung seines Vorstandsmit Potsdamer Straße. Am Bahnhof des Potsdamer Plages hielt ein gliedes, Major Lange, verzichtet. Der Kampf um Jugendgenoffe nochmals eine furze Ansprache, die Ereignisse und woch: 250 Gramm aust. Warmelabe. Donnerstag: 150 Gramm Armee Friedrichsfelbe. Dienstag: 250 Gramm aust. Sülsenfrüchte. Mitt die prinzipielle Entscheidung des Falles wird von uns ganz un- die Bebeutung des Tages würdigend. Die Jugendlichen gelob- Gemüsesuppen, 3 Bäckchen Milchfüßspeisen, 4 Schachteln Streichhölzer, abhängig von der anderweitigen Rerwendung des Major Range ten, treu au benen au halben, deren Blut heute für die dee der Freitag: 100 Ocome Rubeln. Gimmachetabletten gegen Borzeigung dec mit aller Energie fortgeführt. Whenichbeitsbefreiung geflossen war, in Feuer flamute auf, das Saushaltsharto Gramm raisgrieß, 500 Gramm Suppen. Aung am Bahnhof. Boynsdorf. Pfund Marmelade, 1 Pfund Haferflochen,% Pfund| Braueret, och, Edie Babstraße Beşith arden L. benda 7 Ihr, Treptow% 8 Uhr und für die Genoffen in Baumschulenweg um 8 crys Busl. Mais fabrikate. Für Jugendliche Pfund Nubeln. ½ Pfund Bezirksverfammlung bei Strauß. Pappelallee 25. merik. Auszugsmehl. Anmeldungen bis Mittwoch. Bereinskalender. Aus den Organisationen. Teltow- Beeskow. Heute abend 7 Uhr findet in Neukölln, Rathaus, Stadtverordnetenfizungssoal, der nächste Vortragsabend im Räte. kurfus ftatt. Neukölln. Alle Teilnehmer des Rednerkursus Rufat wollen sich an Donnerstag abend 7% Uhr bei Kassun, Erkstr. 8, einfinden. Friedrichsfelde. Montag, 8. September, 3ufammenkunft der BilDeutscher Werkmeister- Berband. Die Fabrik- Bertrauenstaute ver. jammeln sich am Dienstag abend 6 Uhr im Schultheiß, Neue Jakob- bungsgemeinschaft bei Dorn, Prinzen- Allee 35, abends 7% Uhr, VorStraße 24/25, zur Entgegennahme von Mitteilungen über die Tarif- frog des Genossen Ponsong. Treptow- Baumschulenweg. Am Sonntag, 14. September, gemein- Verantwortlich für die Redaktion Alfred Wielepp, Neukölln perhandlungen. Intern. Bund der Kriegsbeschädigten und Hinterbliebenen. Bezirk famer Familienausflug des U. S. P.- Wahlvereins Treptow- Baumschulen Verlagsgenossenschaft Freiheit", e. G. m. b. 5., Berlin. Norden 3. Bezirksversammlung Dienstag abend 7 Uhr in der Löwen weg nach Restaurant Rübezahl" am Müggelsee. Treffpunkt: Bahnhof Lindendruckeret und Verlagsgesellschaft m. b. S., Schiffbauerdamm 19. 1 Senftopf schweres 95 PL 1 Froschglas 95PL Pressmust. 6 Eierbecher Porzellan......... 95P. IANDORF Belle- Alliance- Strasse Gr. Frankfurter Strusse Brunnen Strasse Rotibuser Damm Wilmersdorfer Strasse Glas 2 Likörkelche..... 95PL 1 Kuchenteller Pressmuster... 95 PL schönes 3 Wasser- Wirtschafts- Artikel gläser 95PL Porzellan 1 Obertasse reich verziert..... 95 PL 3 Eierbecher mit Rand....... 95 PL 1 Kaffeebecher reich dekoriert 95PL 1 Milchtopf hübsche Muster.. 95 PL 1 Tasse dekoriert........... 95PL verschied. 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Klosterstraße, Täglich 8 Uhr: Das höhere Leben Nachm. 4 Uhr zu kleinen Preisen Mittwoch: Rotkäppchen Sonnabend: Hänsel u. Gretel, Rose- Theater 7 Uhr: Sommernacht. Walhalla- Theater Täglich 7 Uhr: Das Gesetz. Casino- Theater Lothringer Str. 37. Tagl/ 8 Uhr: Großstadt- Pflanzen Volksstück in 3 Akten. Vorher: Schwarzwaldbible". Operettenakt mit Viktor Litzek von der Komischen Oper. Dazu erstklassige Spezialitäten. Sonntag 14 Uhr: Mädchenekre. Wintergarten täglich 7 Uhr Varietévorstellung Rauchen gestattet. Berliner Prater Kastanien- Allee 7-9. Täglich 5 Uhr: 12 Varieté- Attraktionen I. Ranges In der Tanz- Diele täglich ab 6 Uhr: Ball. Theater a. Kottbuser Tor Tel.: Moritzpl. 14814. AllabendNck 7 Uhr: Elite- Sänger 9 ehem. Mitgl. der Stettiner Sänger Nenes Programm Großer Lacheriolg Jeden Sonntag Nashm- Varsteig. zu ermäß. Preisen Machm. 4 Uhr, kleine Preise: Jed. Erwachsene 1 Kind Irel Mittwook: Sohneewittckon Sonnabend: Aschenbrödel. 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Der deutsche Herkules Beginn des Konzerts 4 Uhr, der Vorstellung 6 Uhr. der Ringkämpfe 8 Uhr, Vorher: Spezialitäten- Programm Dienstag, Donnerstag und Sonntag 〃 Berwaltungsstelle Berlin N. 54, Linienstraße 85/85. Geschäftszeit von vorm. 9 bis nachm. 4 Uhr. Telephon: Amt Norden 185, 1239, 1987, 9714. Mittwoch, den 10. September 1919, abends 7 uhr Versammlung aller Lehrlinge der Maschinenbaubetriebe Groß- Berlins in der Aula der Sophienschale, Weinmeisterstraße 16/17. Tagesordnung: 1. Bortrag: Die Ausbildung, der Debevertrag und die EntLohnung der Lehringe des A. Melsuer. Maschinenbaues." 2. Disfuffion und Berschiedenes. Referent: Aus jeder Werkstatt sollten die Lehrlinge zu dieser wichtigen Bersammlung Bertretung entfenden. Die Ortsverwaltung. Achtung! Zimmerer. Achtung! Am Montag, den 8. Sept., abends 7 Uhr im Mufiter Bereinshaus, Kaiser Wilhelmstr. 81 Deffentliche Zimmererversammlung. Tagesordnung: 1. Das lehte vom Berbandsvorstand der Bahlstelle Beriin des Sentral verbandes herausgegebene Flugblatt und unserebechertigung hierzu, 2. Freie Aussprache. Der Berbandevorstand der Zahlstelle Berlin ist zu blejer Bere jammung schriftlich gelabek. tassen... Hierdurch die traurige Nachricht, daß meine Hebe Frau, unsere liebe herzensgute Mutter. Schwiegermutter Großmutter, Schwester, und Schwägerin und Tante Frau Marie Brack geb. Adler plötzlich und unerwartet heute früh 12 Uhr an Gehirnschlag verstorben ist. Dies zeigt in tiefer Trauer an Berlin, den 6. 9. 1919. Karl Brack nebst Kindera und Enkelkindern. Die Einäscherung findet am Mittwoch, den 9. September, nachmittags 4 Uhr, vom Trauerhause, Stettiner Straße 15, im Krematorium Gerichtstr. statt. .............. 95 PL. Kupfer- Messing- Quecksilber Platin, Gold, Silber, Metallabfälle u. 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