Krisenzustand England. Erschiillerle Stellung des engllschen ckadinelts. H. N.$ a a g, 15. September. SuS SoitiDtt wirb gemeldet:«Central New«" berichten, daß mau in politischen Kreisen allinahlich zu der Ansicht neige, daß die Generälwahlen nicht mehr lange ausbleiben iverden. AuS ausschlaggebender Quelle verlautet, daß Lloyd George sofort nach seiner Rückkehr aus Frankreich einen KabinettSrat einberufen wird, um die politische Lage zu besprechen. Lloyd Georges Be- rater dringen auf eine völlige Rekonstruktion beS Kabinetts und auf die Generalwahlen. Man wünscht aber, daß Chamberlain und Walter Long ihre Ministerposten be- halten sollen, andererseits will man wissen, daß Bonar Law aus eigener Initiative zurücktrete» wird, llcberall erwartet man eine Auflösung des Parlaments, und ferner ist man der Ansicht, daß Lloyd George bei den kommenden Wahlen nicht mehr wie bei den Novemberwahlcn mit den Unionisten zusammengcheu wird. Heu)e!sons Wahlfisg. n.bl. Haag, 15. September. AuS London wird gemeldet:«Manchester Gnardian" bemerkt zur Wiederwähl HendersonS zum ParlamentSmitzlied, dafj Heu- derscm mit aller Autorität des ehemaligen Kab'.netimit-gliedes über alle Angelegenheiten reden werde, aber besonders werde er die dringenden Tagesfragen, w'e z. B. das russische Problem, energisch behandelir Der englische Gewerkschaskskongreß Ziir irischen Frage. H N. Haag, 15. Zeptember. Au» London wird gemeldet: Der Kongreß der Arbeiterver. kpinde in Glasgow hat vor Schluß seiner Beratungen noch die irische Frage behandelt und noch Reden von Thomas und Smillie mit allen Stimmen einen dringenden Antrag an- genommen, der besagt, daß der Kongreß mit Unruhe die Lage in Irland betrachte, da jeder Wunsch peS irischen Bolkes, seine Freiheit zu erringen, mit militärischer Gewalt unterdrückt wird. Der Kongreß wiederholt seine Uebcrzeugung, daß nur die Selbst- bestimmung die richtige Lösung bringen könne und verlangt von der Regierung, daß sie die militärische Herrschaft durch daS Sclbst- b;stimm»ngsrccht ersehe» solle. Vo» der Land:svkrsgi«mlU!ig der süchfischeu RechtsssziMen. Eigener Drahtbericht der.Freiheit". Dresden, 15. September. Zwei Anträge geben der heutigen Debatte das Gepräge. Der erste, von Kahmann, Fräßdorf und anderen, besagt, die Fraktion der unabhängigen Sozialdemokratie und deren Landesversammlung haben in unehrlicher Absicht«nd aus rein agitatorischen Gründen Bedingungen für den Eintritt in die Regierung gestellt, die eine Aufgabe demokratischer Grundsätze bedeuten und die von unserer Partei abgelehnt werden müssen. Die Verantwortung für das Scheitern der Bethandlungen und eine gemeinsame Regierungsbildung mit der unabhängigen Sozialdemokratie hat deshalb die unabhängige Sozialdcmo- kratie zu tragen. In Rücksicht darauf, daß die Regierung sich auf eine Mehrheit von Abgeordneten stützen muß, und daß die großen politischen, wirtschaftlichen und kulturellen Aufgaben er. ledigt werden müssen, ermächtigt daher du Landesvcrsammlung die sozialistische LandtagSfraktion, in Gemeinschaft mit de» Landesinstanzen, d«e Regierung neu zu bilden und M i t g l i e- der der demokratischen Partei in die Regie- rung aufzunehmen, wenn die Demokraten bereit sind, auf Grund deS RegierungSprogrammS vom 20. März zu arbeiten. (Dieses RcgiernngSprogramm betont die sozialistischen Grund- sähe bzw. die allmähliche Sozialisicrung.) Der zweite Antrag K a st a n und Genossen lautete: Die LaadcSversammlung rrllärt, daß die Bildung der Landesregierung »ach parlamentarisch demokratischen Grundsätzen zu erfolgen hat. Die Frattion wird beaustragt, nochmals zu diesem Zwecke mit den Parteien Fühlung zu nehmen. Lehnen es die ttnabhängigen nach wie vor ab, auf dem Boden de? demokratischen S-zialiSmi-S mit «nS zu arbeiten, so ist eine Regierungsbildung mit dieser Part-i pnn'Sglich. Ist eine Regierungsbildung mit den bürgerlichen De- Mi. MM � n r» 4 /uj( f mokraten nur möglich unter Preisgabe unserer demokratisch-sozia- listischcn und wirtschaftlichen Grundsätze, s» ist a» die Entscheid»»« des Landes zu appelliere». Der Antrag Kahmann wurde mit 52 gegen 43 Stimme» abge- lehnt, der Antrag Kastau mit 59 gegen 43 Stimmen angenommeu. Das geschah, obgleich sich die Minister«nd Otto WelS(Berlin), als Bcrtreter des PartcivorstanbeS, sowie der Referent Sindermaun lrbbaft für den Antrag Kahmann eingesetzt hatten. Die Delegier- ten aus dem Lande waren dagegen meist sehr abgeneigt für daS Zusammenarbeiten mit den Demokraten, mit Ausnahme der De- legierten von Leipzig und Dresden. Es kommt also die Entschei- dung auf eine Brrschiebnng hinaus, die aber schließlich doch wohl zu der Regierungsteilnng mit den Demokra- ten führe« wird, da auch die Befürworter des Antrages Kastau nicht an die Erfüllung der Bedingungen der»»abhängigen Sozial- dcmokratea denken, vielmehr das Wichtigste abzuhandeln versuchen werden. Der russische ThronprZlmdenk. Paris, 15. September.(HavaS.) Die„Humanite" erfährt, daß Großfürst Michael Ro- mauow, der Bruder de« verstorbenen Zaren, aus Perm, wo er gefangen gehalten wnrde, geflüchtet, ist. Er befindet sich gegen- wärtig im Hauptquartier Koltfchals und schickt sich an, die Rolle eines Thronprätendenten zn spielen. Leginu des ftanzZflscheuGewettschaslskougreffes. Bersaillcö, 15. September. Heute dsrmittag wird in Lyon der 14. nationale Kongreß deS allgemeinere Arbeiterevrbande« C. G. T. eröffnet. A« öle resoluiisniire Meilerfchaft Lenlschlmds! Tie Rcaienmi, und alle bürgerlichen Parteien, einschließlich der RechtSsazialisten arbeiten mit allen Kräften, um Verwirrung in die Reihen der revolutionären Arbeiter- schaft zu tragen. Sie stellen der Forderung der Arbeiter nach revolutionären Arbeitcrrätcn Scheinarbeiterräte entgegen. Sie schränken die Befugnisse der noch übrig gebliebenen Ar- beitcrräte ein, und suchen sie mitverantwortlich zu machen für die jetzigen Zustände. Sie suchen der Arbeiterschaft ein Räte- shstem aufzuzwingen, das den Zwecke» der Gegenrevolutivu dienen soll. Die Wahlordnung des Zentralrates ist von dieser Absicht getragen. Die Zentralstelle der Betriebs- rate Teutschlands warnt daher die gesamte Arbeiterschaft Deutschlands vor der Wahlordnung des Zrntralrates nnd vor dem Zerrbild eines Rätesystems, das Rrgicrnng«nd Parla» ment der Arbeiterschaft aufzwingen wollen. Sic fordert die Arbeiterschaft auf, sich an den von dem Zcntralrat ausge» schriebcnen Wahle« nicht zu beteiligen. Dir politischen Ardciterräte können unter der Herr- schaft des Bürgertums eutschridenden Einfluß nicht erringen. Die Erkämpfung des entscheidenden Einflusses für sie be- denket den Sieg der Revolution. In der vorrevolutionären Situation führt das Bestehen machtloser Arbcitcrrüte nur zur Unklarheit über dir politische Situation und zu Illusionen der Arbeiterschaft. Die jetzt noch bestehenden Ar. beitcrräte sind keine Machtinstrumente, sondern Macht- illusioncn. Tie revolutionären Arbeiter und Arbeiterratsfunktio- nare müssen deshalb Stellung nehmen zur Frage ihres ferneren Berblcibens in diesen Schcinarbeitcrräten. Die Ausgabe des revolutionäre« Proletariats ist cS, mit aller Entschiedenheit den Kampf um die Betriebsräte anszn- nehmen, überall Betriebsräte zn schassen und zusammenzn- schließen, nach den von der Zentralstelle angenommenen Grundlinien, nnd mit der größte» Dchärsc den Kampf gegen das Bctriebsrätrgesrtz zu führe«. Arbeiter! Durchkreuzt die Brrwirningsversnchc des Zrntralrates und der Regirning, indem Ihr den Gedanken wirklich rcvoliltionllrcr politischer Arbritcrräte propagiert. Nur in der Räterepublik können souveräne politische Ar- beitcrräte verwirklicht werden. Berlin, den 11. September 1NIL. Zentralstelle der Betriebsräte Deutschlands. Die Vewegung in der Melall- industrie. Der gegenwärtige Konflikt in ber Bsrlinets Metallindustrie hat eine tiefere prinzipielle Bedeutung als die Mehrzahl der Lohnkämpfe der letzte« Monate. Obwohl er das Interesse der breiten Oeffentlich- kcit nicht in dem Maße erregt, wie etwa die jungen Be- wegungcn im Berkehrsgewerbe, weil ihm das sensatio-, n e 1 1 c Moment fehlt, das diesen Kämpfen«igen war, wird seine Entwicklung doch von den näher interessierten und tiefer blickenden Kreisen auf beiden Seiten, bei den Unternehmern wie bei den Arbeitern, mit Spannung der- folgt. Die Bedeutung des Konflikts reicht über das lokale Interesse weit hinaus und seine Wirkungen werden nicht auf die Gegenwart des Kampfes und den Kreis der Kämpfen-. den beschränkt bleiben. ■ üier stampf-n per Ne»alliz»d«tjtrle ist in feinem, gege», wärtigen Stadium der erste planmäßige Vorstoß des Unternehmertums gegen die durch die Teuerung der Lebenshaltung bedingte« hohen Löhne. Die Konkurrenzfähigkeit der Industrie soll wiederhergestellt werden auf Kosten der Arbeiter durch den Versuch, die Produktionskosten zu mindern durch den Abbau der Löhne. Dieses Bestreben des Unternehmertums trat in den letzten Monaten bei alle« Auseinandersetzungen mit den Gewerkschaften, bei allen Tarifberatungen zutage. Erst jüngst haben die Buchdruckereibesitzer zu den Verhandlungen über den neuen Buchdruckertarif eine Vorlage einge- bracht, die eine Verminderung der Teuerungszulage um 1t> und 20 Mark pro Woche vorsah. Wenn der Versuch der Unternehmer in diesem Falle miß- lang und es den Gehilfen sogar noch möglich war E r. höhungen der Teuerungszulagen zu erlangen, so luan es zum Teil darauf zurückzuführen fein, daß die Rcgeiung der Lohnstreitigkeite., durch tarifliche Vereinbarung auf friedlichem Wege im Buchdruckgewerbe auch für die Unternehmer schon in hohme Maße Tradition geworden ist. Die Buchdruckereibcsitzer ziehen diese Methode seit vielen J«hrcn der Anwendung offenen Widerstandes vor. Und sie hatten wohl gerade jetzt wenig Neigung den bewährten Boden zu verlassen und Experimente zu machen, da dem Gewerbe eine relativ günstigere Konjunktur bevorstehen dürfte. Anders liegen die Dinge in der Berliner Metallindustrie. Hier herrscht ein Unternehmertum, das den H e r r e n st a n d- Punkt stets brutal vertreten und das H e r r e n r e ch t mit den skrupellosesten Mitteln gewahrt hat. Die Metallindustriellen sind dergegebcne Stoßtrupp des Unternehmertums, der in den Wall des Widerstandes der Arbeiter gegen de« Abbau der Löhne die erste Bresche legen soll. Ihnen gegenüber steht eine Elite des Prole- t a r i a t s, eine alte G g r d e von gewerkschaftlichen Kämpfern, nicht eine jener nach dem November schnell zusammengerafften Scharen, die heute in vielen Gewerkschaften einen großen Teil der Mitglieder ausmachen. Daraus er- klärt es sich, daß sich die Bewegung in der Metallindustrie nicht als schnell aufbrausendes Strohfeuer darstellt, sondern als ein überlegen geführtes Ringen, das alle Stadien friedlicher Schlichtungsmöglichkeiten systematisch durchläuft und denStreikalslctztesPrcssions- m i t t e l in Reserve hält. Aber die Berliner Metallarbeiter sind nicht nur eine ge.schulte Kampftruppe. Sie stehen zugleich in der vorder st en Reihe der Opposition gegen die Zaudertaktik der oberen Gewer k» s ch a f t s i n st a n z e n. Als es einig? Tage nach dem 0. November den organisierten Unternehmern, den schlimmsten Scharfmachern von ehedem, gelungen war. sich mit der oberen Gewerkschaftsbureaiikratie zu den„Arbeitsgemeinschaften" zu verbinden, da konnten sie eine Zeitlang hossen, in aller Ruh? und ungestört auch das von der„höheren Einsicht" der eingesessenen Biircankraten gebändigte Proletariat an der ..Wiedccherstellung des deutschen Wirtschaftslebens" in ihrem Sinne arbeiten zu können. Daß es anders kam, daß die Massen der organisierten Arbeiter die Taktik der Vorstände kJ berliner-Organ ber VmbMmlgen Sorialömwfratie S>eat/Wbmb3 V-} dwbm, � , Nr. 447/ A 244' Morgen-/wsgabt Ttwferert» koste« W« achtqespalt. NonpareillezeN» oder deren Raum J,20 M?., kvortanzeige« das fettgedruckte wort 50 Pf-, jedes weitere wort 25 Pf. Teuerungszuschlag 70 Proz» Bei Kanutten» u. Versammlungsanzeigen fällt der Zuschlag fort. Inserate für den darauf» folgenden Tag müssen spätestens bis 3 Uhr nachmittags bei der Expedition aufgegeben fei«» Jnseracen-AblcUung: Berlin RW. S, Schiffbanerdamm Ii» Zernsprecher: A«t Siordcn S7«s Einzelpreis 15 Pfennig- 2. Jahrgang Dienstag, öen 16. September 1W Die �Freiheit" erscheint morgens und nachmittags» an 5omt» und Festtagen nur morgens Der Bezugspreis beträgt bei freier Zustellung ins Haus für Groß-Bcriin oder bei direktem Postbezug ohne Bestellgebühr monatl. 3,— bei Zustellung unter Streifband 5.— Dt. DU Freiheit* ist in den ersten Nachtrag der Postzeitungsliste für 1Y19 eingetragen Redaktion und Expedition: Berlin NW. s, Schiffbmteldam« MMM. Aernjprecher: Amt Norden 2895 und 289a f>?rtrarfcn und sich durch die kichhandelnden„Arbeiisgemein- scl)nftcn" nicht gc�unden fühlten, war eine böse Enttäuschung für sie. Und danim brennen sie vor Begierde, den Berliner Metallarbeitern, diesen treuen Kämpfern für die Arbeiter- Interessen Und erfolgreichsten Gegnern der Vorständetaktik. eine Niederlage zu bereiten. Diese Niederlage, so kalkulieren sie, wäre ein Schlag gegen die g d s a m t e O p p o s i t i o n in den Gewerkschaften, eine Niederlage des tat- kräftigen gewerkschaftlichen Kampfes überhaupt, der den Unternehmern heute unbequenicr ist als je. Damit gewinnen wir den zweiten prinzipiellen Gesichtspunkt, unter dem die Berliner Bewegung zu werten ist. Der Kampfboden ist trefflich vorbereitet. Die künstlich geschaffene Kohlennot hat den Beschäftigungsgrad in der Berliner Metallindustrie für die Arbeiterschaft sehr ungünstig gestaltet und— Herr S ch l i ck e, der die gewerkschaftliche Opposition im allgemeinen und die Berliner Metallarbeiter im besonderen ni cht weniger haßt als die Scharf- macher— wenn auch aus anderen Motiven— regiert im Reichsarbeitsministeriunl und ist berufen, über Recht und Unrecht in dem vorliegenden Streitfalle zu Gericht zu sitzen. Der„Vorwärts" hat jüngst seinem Erstaunen Aus. druck gegeben, daß es Schlicke fertig bringen könne, so offen gegen die Interessen der Arbeiter zu verstoßen. Wir halten Herrn Schliecke weder für einen überragenden Kopf, noch für einen von kleineren Vorurteilen freien Menschen, und es würde tins darum gar nicht wundern, wenn er bei einer Niederlage der Berliner Metallarbeiter die gleiche Genugtuung empfinden würde, wie die Industriellen. Der Berbandstag der Metallarbeiter steht vor der Tür. Es ist mit Sicherheit zu erwarten, daß die Opposition dort eine Mehrheit gegen den alten Vorstand haben wird. Die Berliner Metallaibeiter haben V4 oppositionelle Delegierte für den Verbandstag gewählt. Und der gegenwärtige Konflikt ist die erste umfassende Bewegung unter derLeitung der neuen, aus derOppo- fition hervor gegangenenOrtsverwaltung. Wäre es nicht ein unbezablbyrer Triumph für die Vorstands. anhänger, wenn die Berliner auf dem Verbandstage alS die Geschlagenen erscheinen würden? So ist dieser Kampf in doppelter Beziehung ein bedeut- samer Bestandteil der Bemühungen aller kapitalistischen Kreise um die„Wiederherstellung deS deutschen Wirtschafts. , lebejis." Es gilt einmal, den ersten entscheidenden Schritt zum gewaltsamen Abbau derLöhnezu tun. und ps gilt ferner, dem energischsten Teil des gewerkschaftlich organisierten Proletariats und seiner taktischen Auffassung einenempfindltchenSchlagzu versetzen. Der Ge. samworgang ist bezeichnend für die R i ch t u n g. in der sich da« von der Negier, mg geförderte Streben der Unternehmer nach„Wiederherstellung des deutschen Wirtschaftslebens" bewegt. Auf fastallen gewerkschaftlichen Tagungen der letzten Monate ist zum Ausdruck gekommen, daß die Verbillignng der Lebenshaltung Voraussetzung sei für den Abbau der Löhne und daß leder gewaltsameDruck auf die Lohnsätze unbedingt abzuwehren ist. Die Berliner Metallarbeiter stehen also für dje Arbeiterklasse auf bei, Schanzen. Sie könne» darum der Aus merk- samkeit und Förderung der gesamten Ar- beiterbew egung in ihrem Kampfe gewiß sein. der Zell Reinhard. Die Negierung hat schnell gearbeitet, der Fall Nein- haffen haben und i das die Noskeregierung nicht mehr anzutasten wagt. Sie Lrheber des SS0'Mllione«schwl»bels. Der„Vorwärts" beschäftigt sich in seiner gestrigen Morgenausgabe mit den Ko'sten, die die A.- u.nd S.-Räte während ihrer Tätigkeit in der Revolution?- Periode verursacht haben. Er stützte sich dabei auf die vom Finanzministerium herausgegebene Denkschrift, die die Gesamtkosicn auf etwa l)4 Millionen Mark be- ziffert, und schreibt darüber u. a.: Die Summe von zirka 94 Millionen Mark be» trägt wenig mehr alS zehn Prozent der seiner- zeit von unverantwortlicher Seit» auSge» streuten und»« n der ganze» nichts, zialdem», kratischen Press» aufgenommene» Schauer» nachricht von den S00 Millionen, welch» die„betrügerischen" A.» und S.»Räte in ihre Taschen ge» st eckt hätten. Die Meldung, die, wen» wir nicht irren, im März d- I. zum ersten Male auftauchte, trug den Stempel der Unwahrhe.lt an der Stirn. Damals war der Kassen» betrieb in den einzelnen Regimentern, Abteilungen, Zahl» meistereien usw. noch in einem so völligen Zustande der Per» wirrung, daß an eine den Tatsachen entsprechende Berechnung der wirklich gemachten Ausgaben für die L.» und T.-Näte gar nicht gedacht werden konnte. Der„Vorwärts" kommt mit seiner Rechtfertigung der A.» und S..Näte reichlich spät. Zudem erweckt«r in seinem Artikel den Anschein, als ob er und seine Gesinnungsgenossen an der Verbreitung der„Schauernotiz", daß die Räte Sgl) Millionen Mark verschlungen hätten, völlig unschuldig seien. Wir wollen deshalb sein Gedächtnis etwas auffrischen und daran erinnern, daß der Schwindel über die Geldver» sckstvendung der A.» und S.-Räte ein rechtssozialistisches Produkt ist, das nicht erst im März 1919 zum Gaudium der gesamten Reaktion in die Welt gesetzt wurde, sondern schon am 2. Dezember 191S, also kaum 14 Tage nach der Revolution, und zwar durch die„Politiich-Parla- inenwrischen Nachrichten" des Herrn Anton Hofrichter, der im Gebäude der ,.Vorwärts"druckerei seine Nieder- lassung hat und von dort aus mit noch anderen Zunft- genossen die Verseuchung der Presse mit offtziösen Nach- richten betreibt, die zumesst mehr erlogen als richtig sind. Tie betreffende Notiz lautete: Der Finanzbedarf der A.» niid S.-Räte. Der Finanzbedarf der A,- und S.-Räte in den ersten 14 Tagen ihre» Bestehen» hat, wie die P. P. N. von vertrauen«. würdiger Seite erfahren, 899 Millionen Mark betragen. Also nlcht in der Zeit bis zum Mörz 1919, sondern in den ersten 14 Tagen ihres Bestehens sollten die A.» und S.-Räte diese Riesensumme verschwendet haben! Es stimmt ober auch nicht, wenn der„Vorwärts" schreibt, diese Schauernachricht sei von der„gesamten nicht sozial- demokratischen Presse" verbreitet worden. Vielmehr fand sie auch Aufnahme in einem Teil der rech ts s o z i a l i st i- s ch e n Presse, während der„Vorwärts", der jetzt aus einmal zu der Einsicht gekommen ist, daß sie den„Stempel der Unwahrhettander Stirn" trug, seinerzeit den Schwindel in die Welt gehen ließ, ohne daß er nur mit einem Wort gegen die unerhörte Berdächtigung der A.» und S.-Räte protestiert hätte. Wir aber deckten an dieier Stelle den Schwindel gehörig auf und schrieben am 4. Dezember 1918 am Schlüsse des betreffenden Artikels: Bringt man Beweis« für eine unangebrachte Vergenbung, so wird keiner zögert., auch von den Machthaber» van heut« Rechenschaft zu verlangen und ihr« Beseitigung zu fordern. Aber zunächst fehlen noch die Beweise. Zu» nächst handelt et sich nur um allgemeine, zum Teil ganz offen- kundig falsche Behauptungen. Gegen sie gilt e» scharfen Protest zu erheben; denn sie sollen nur dazu dienen, die Einigkeit des Prvlttariats zu»erwirren»nd da» Wert dar Revolution zu hindern. Damit Kotten wir die Tendenz dieses Schwindel- Manövers endgültig bloßgestellt. Diese Tendenz war aber damals dem Be�relmn des„Vorwärts" und seiner Ge- stnnungSgenosien hock willkommen. Sie waren die Tod- feinde der Rätn und scheuten, um deren Ansehen zu er- schüttern. selbst vor böswilligen Verleumdungen nicht zurück. Wenn also der„Vorwärts" heute der Reaktion den Ver- , lcumdungsfeldzug gegen die A.» und S.-Räte zuschiebt, so schlägt er sich damit selbst in» Gesicht, denn dieser Feldzug war in Wirklichkeit sein und seiner Gesinnungsgenossen ur- eigenstes Werk. Neue verschleSWze« nach Kurland. Die Verschiebungen von Heeresgut für die in 11 u/r- lan d befindliche konterrevolutionäre Armee nehmen dank her Nachsicht und der Machtlosigkeit der Regierung den monarchistischen Offizieren gegenüber ihren weiteren Fort« gang. Am Sonnabend, den 13. September, ist auf dem Bahn. Hof I e s e r i tz bei S t o l p in Pommern die. Batterie Krabbe(Führer Leutnant Krabbe) mit dem Bestimmungs- ort M i t a u verladen worden. Die Batterie besteht aus vier 19,5 cm Geschützen und ungefähr 39 Bedienungs. Mannschaften. Den Mannschaften ist vor der Abfahrt doppelte Löhnung versprochen worden: außerdem wurden ihnen am 12. September 899 MarkLLHnung im voraus bezahlt. Sie sollen in Kurland gegen die„Bolschewisten" kämpefn. Nachdem die Regierung vor dem General von der , Goltz zur Kreuze und N o 5 f e sein Verhalten i noch extra beschönigt bat, können die Herrschosten, die von Kurland aus die Wiederherstellung der Monarchie be- treiben, sich wieder mit Feuereifer an ihre Aiifrilstiings- arbeiten machen. Es stört sie niemand dabei. In Kurland wird indessen die Räumung von Tast zu Tag verzögert, und die undisziplinierte, moralisch völlig verkommene Truppe pflegt mittlerweile das Ansehen Deutschlands dergestalt, daß sie sich an dem Hab und Gut der einheimischen Bevölkerung bereichert. Darüber gibt das nachstehende Telegramm näheren Aufschluß. Kepenhagrn, 12. September. Laut Blättermeldungen aus M i! a u sollen die Keller- tr up Pen sich sträuben, Westletlland zu verlassen. Das deutsche Militär erwartet in Z> v i l k l e i d U n g die EiMvicklunz der Ereignisse. TaS deutsche Militär beraubt die Passanten ans den Landstrasien. Die Soldaten dreschen den Gutsroggen aus und führen ihn eiligst fort. Den Rest verwenden sie als Pferdefutter oder vernichten ihn. Weiter verhindern sie die RcyierungSbeamten die Produltensammlung für Landes- zwecke auszuführen.» Serdeschktz des srguzSsischesJallebages. Gegen die Kredllbewllligung und den Friedensvertrag.— Aufrechlerhaltung der Parteieinheit. Versailles, 14. September. Der ResolutionSausschuß des außerordentlichen nationalen sozialistischen Kongresses hat gestern nacht bis 3 Uhr beraten und heute vormittag um 8 Uhr seine Verhandlungen fortgesetzt, d'e um ll Ubr beendet waren. Mareel C a ch i n eröffnete die Plrnarsihung und teilte mit, daß die Kommission zu einem Einverständnis gelangt sei. Sie schlage dem Kongreß folgende Tagesordnung vor: Der nationale Kongreß, dem von verschiedenen Föderationen Beschwerden über die Haltung von 11 sozialistischen Deputierten, die zweimal dir von der bürgerlichen Ncgicrung verlangten Kredite bewilligt haben, erhalten hat, erinnert daran, daß die Ber- Weigerung der Kredite einen grundlegenden Bestandteil der gemeinsamen Erklärung der sozialistischen Organisationen vom 13. Januar 1915 ausmacht und deshalb» auch die Grundlage der sozialistikchen Einheit bilden muß. Der Kongreß erneuert delhalb die klaren Besch'Üsse, denen unter Ausschluß jeder besonderen und persönlichen Stellungnahme alle Genosse» in voller Gewissensfreiheit zugestimmt haben, die stch damit vorpflichtctcn, der Partei ihre loyale Unterstützung zu leihen. Die Erwählten der Partei im Parlament bilden eine einheitliche Gruvpe graenüber alle» politschen bürgerlichen Parteien. Die sozialistische Gruppe im Parlament muß der Regierung alle Mittel ver« weigern, dir dir bürgerliche Herrschaft und ihre Erhaltung iu dcr Macht sicherstellen. Sie muß infolgedessen die militärischen Kredite, die Kredite für koloniale Eroberungen sowie das gesamte Budget ablehnen. Wenn während deS Krieges aus Gründen der nationalen Verteidigung die Anwendung dieser Grundsätze auf- gehoben worden ist, so ist deren Gültigkeit sofort«ach Abschluss de» WasfenstlllstandeS durch den Kongreß vom Februar 1919 wieder- hergestellt worden. Die 11 Deputierten dcr Partei, die trotz dieser Bestimmung Kredite bewiNigt haben, haben sich dcShalb in schwerster Weise gegen die Parteidisziplin vergange» und der Kongreß tadelt sie deshalb. Er macht sich die Entschließung der früheren Kongresse zu eigen, indem er er- klärt, daß jeder sozialistische Erwählte, der die Kre- dite bewilligt, sich von selb st außerhalb der Partei stellt. Jede Zuwiderhpndlung wird als ein Bcrgehen gegen die Disziplin betrachtet und vor den ver- waltungsrat gebracht, der das Recht hat, die durch den in Frage kommenden Kongreß bestimmten Ausschlußmaßnahmen zu er. greifen, die alsdann der betreffenden Föderation und der pqrla- nientarischen Gruppe mitgeteilt werde» unter der Zusicherung, daß jeder davon Betroffene da» Recht hat. dagegen zu appellieren, wie eS die Statuten der Partei vorschreiben. Der Kongreß erklärt, baß dieser Beschlutz sich auch auf dl» Zustimmung zum Friedensvertrag, der durch die sozialistischen Erwählten nicht ratifiziert werden dürfe, bezieht. Die 8iesolutivn erinnert alsdann an die Notwendigkeit einer straffen Disziplin, damit di, sozialistische Aktion stark und ge- eint bleibe, und erwartet, daß die einzelne» Föderationen bei der Auswahl der Kandidaten für die gesetzgebenden Wahlen es als ihr« Pflicht betrachten werden, die traditienellen sozialistische» Grundsätze sicherzustellen, jedoch im Geiste der Toleranz und im In- teresse der sozialistischen Einheit handeln werden. In Anbetracht dieser gebotenen doppelten Vorsicht rechnet der Kongreß aus die Föderationen, damit sie in voller Freiheit über das ihnen durch die Statuten zustehende Recht verfügen und in diesem Sinne die Kandidaten auswählen. Im Falle von Schwierigkeiten, die sich ergeben könnten, gibt der Kongreß dem Verwaltungsrat Bollmacht zu vermitteln, um die Interessen der sozialistische» Ein- heit sicherzustellen. Der Kongreß gibt außerdem dem Ber- waltungsrat den Auftrag, ein Manifest an die Arbeiter Frankreichs auszuarbeiten, damit die notwendige Einigkeit erzielt werde, und damit alle sich im Geiste de? Parteiprogramms unter Berücksichti- gnng der nationalen und internationalen Ereignisse der Stunde einigen. Die Resolution wird mit 1427 Stimmen angenommen. 499 Stimmen werden für eine Tagesordnung abgsgeben, die den Ausschluß der Abgeordneten, die di« letzten Kriegskredite bewilligt. haben, verlangt. Der Kvngveß stimmt alsdann im Grundsatz der Kam» Mission zu, die ein kommunales Programm au». zuarbeiten hat. Der Kongreß beschäftigt sich auch mit einem Antrag der unabhängigen deutschen Sozial» demokraten. die em- Zulamm«nkunft verlangen, um Erhebungen über die Ereigwiss« in Rußland anzustellen. (ES handelt sich um eine Einladung unserer Parteileitung an die französische Partei zu einer Besprechung über da» Problem der Internationale. Anm. der Red.) Auf Antrag von R e n a u d e l wird diese« Verlangen dem Ver» waltungsausschuß zur Prüfung überwiesen. Damit waren die Arbeiten des Kongresses beendet und er wurde gv- schlösse!- Die Debatte. Versailles, 14. Geptemb«.(W. T. B.) Der außerordentliche nationale sozialistische Kongreß trat erst gestern nachm-ittag nach 4 Uhr in di« Plenarverhandlungen ein. Inzwischen Wae bekannt geworden, daß die ResolutionS» kommisstou nicht imstande war, den Text einer Tagesordnung festzustellen, auf die sich die Mitglieder einigen konnten. Sic hat deshalb eine Unterkommt, ssion eingesetzt, die jedoch auch zur feit« tzefetztm Zeit ihre Arbeiten noch nicht beendigt hatte. Man trat deshalb mit zweistünÄiysr Verspätung in die öffentliche Diskussion ein. Der Generalsekretär Frossard teilte nach dem„Petit Parisien" den Delegierten mit. welche Schwierigkeiten ent- standen seien, und das} Daniel Renault im Auftrage der neuen Mehrheit sich geweigert habe, neue Konzessionen zu machen. Frossard sagte: Die Lage ist ernst. In der Tat hat weder die eine wie die andere Seite gewagt, vor der Vollversamm- lung auszusprechen, was wir dem km. Die Krise ist schmerzlich und es erhebt sich die Frage, ob die Einheit zerstört werden müsse.(Man ruft: Neil*, nein.) Müssen wir, weil wir während des Krieges unsere Pflicht verschieden aufgefaßt haben, jetzt zum Bruch kommen? Wir haben doch alle die Absicht ge- habt, das Beste für die Interessen des Landes und für die Internationale zu tun. Renaudel, mit Tränern in den Augen, stimmt dem zu. F r o f s a r o fleht deshalb seine Freunde an, zur Einigung zu kommen. Wenn es zur Trennung käme, dann fei der französische Sozialismus morgen nur noch ein Konglomerat von Partei- grüppchen. Im Abgehen wird Frossard von M a j e r a s aufgefordert, zu erklären, daß Albert Thomas es gewesen sei, der am Vor- mittag die Einigung verhindert habe. Man ruft im Saal nach Thomas und er betritt sofort die Rednertribüne. Thomas sagt: Ich habe wohl erklärt, daß ich für den Frie- densvertrag stimmen werd«, aber es ist ja darüber noch gar nicht abgestimmt. Was mich heute vormittag erregt hat, war der Ekel an den Wahlkcmbinationen. Die Kienthaler rufen: KriegSsozialist. Thomas erklärt: Ja, Kriegssozialist, wenn Ihr wollt, aber wir wollen wissen, wie die, die Ihr so nennt, mor- gen m euren Föderationen behandelt werden- Vor allen Dingen. ob man sie wie gleiche Kameraden ansehe.'Eine Disziplin müsse sein. Sie könne aber nur nützen, wenn sie brüderlich sei. Die Zu- kunft Frankreichs mache ihm Sorgen. Aber er könne unmöglich sei- nen Namen unter ein Manifest setzen,«das in bezug auf die nationale Verteidigung Dinge sage, die er nicht akzeptieren könne. Er sei bereit, in bezug auf die Aktion hon D e n i k i n und K o l t sch a k Zugeständnisse zu machen. L o n g u e t erklärt, daß ihm damit nicht gedient sei. Er müsse sich näher aussprechen. Thomas erklärt alsdann, daß er Angebote de? russischen Sozialisten Burzew zur Zusammen- arbeit mit ihm abgelehnt habe. Er wolle die wahren ruffischen Sozialisten nicht verleugnen. Als man ihm dazwischen ruft: Kerenski, sagt ThomaS: Er werde sein Freund bleiben, aber mit den Bolschewisten gehe er niemals. Auch der Kienthaler Alexander Blanc greift in die Debatte ein und verlangt, daß der Kongreß nichts mehr über die Ausschließungen sagen solle. DaS käme einer Freisprechung derer gleich, die die letzten Kriegskredite bewilligt hätten. Aber eS scheine ihm doch, daß Thomas und Rappaport nicht zusammen auf einer Wahlliste stehen könnten. Wenn man den Bolschewisten Terror borwerfe, so müsse man bedenken, daß die französische Revolution Sehnliches gezeitigt hätte 1 Generalferetär Frossard schläft vor, die ResolutionSkom- Mission nochmals zusammentreten zu fassen. Auch MajeraS ist der Ansicht, daß man noch zu keiner Einigung kommen könne. Daniel Renault will gern nochmal» in der Kommission arbei- ten, aber eS handle sich darum, welche Konzessionen die ehemali« gen Mehrheitlex zu machen gedächten. Denn die jetzige Mehrheit könne nicht allein die Lasten tragen. Renaudel ist damit einverstanden, daß man einen geweinsamen Text suche. Von anderer Seite wird erklärt, es handle sich eigentlich nur um Personenfragen. Man wolle die Föderationen zwingen, die ehemaligone Abgeordneten wieder aufzustellen. Dieser Redner ist bereit, von der Seineföderatwn zu verlangen, die in Frage kom- menden 4 Deputierten wieder auf die Wahllist« zu stellen. Aber der Kongreß dflrfle das nicht erzwingen wollen. Man beschließt schließlich die Sitzung auf Sonntag vormittag g Uhr zu drrtagen. Protest gegen die Zustände im Clsast. Versailles, 15. September. Zum gestern beendeten außerordentlichen sozialistischen Kongreß ist nachzutragen, daß nach„Humamtö" vom Kongreß eine Tagesordnung Grumbach-Lafont ange- nommen wurde, in der protestiert wird gegen die Verletzung des Streikrecht» der elsaß-loth- r i n g i s ch e n Arbeiter in Miillwusen und beim letzten Eisenbahnerstreik in Lothringen. Die Entschließung ver- langt auch die sofortige Herstellung gesetz. li ch e r Garantien, damit die Wahlen in Elsaß-Loth- ringen in voller Freiheit vorgenommen werden könnten. Äsche EnlMiiMN. Kopenhage», 15. September Di« hiesigen Zeitungen bringen ausführliche Auszüge au? de» amtlichen Aktenstücken über die Gespräche zwischen dem Ver- trauenSmann d«S früheren Ministerprästdenten Christensen, Hauptmann L ü t k e n, und dem deutschen GeneralstabSchef von M o l t k e in den Jahren 1806 und 1907. Die Mten enthalten auch ein längeres Schreiben Christensens an die Mikitärkommifsion de» RetckStage? vom 18. August d. I., in dein � Christensen zu setner Verteidigung u. a.«rklärt: Die Instruktion au Lütken lief namentlich darauf hinaus, Moltke davon zu über- zeugen, daß Dänemark»ine wirkliche Neutralität mit den daraus sich ergebenden Folgen wünschte, und daß Dänemark Wert darauf legen würde, daß Deutschland öffentlich erlläre- diese Neutralitül respektieren zu wollen. Ein Abkommen weitergehenden Inhalts, zum Beispiel eine Mtkitärkonvention, würde man au» den. beiden in der Instruktion angeführten Gründen bedenklich finden. Diese Gespräche und der Briefwechsel mit Moltk« hatten für die dänische Regier»«? keinen bindenden Charakter, waren aber für unser Land sicherlich von großem Nutzen, da sie Deutschland davon stber- zeugten, daß e? bei einem kommenden Krieg von uns nichts zu fürchten hatte, vor 1901 hatte man in Deutschland eine entgegen- gesetzte Auffassung. Ich zweifle daran, ob jemand ernstlich wiin- scheu kann, daß diese Gespräch« nichr stattgefunden hätten. ES ent. spricht meiner Urberzeugung, daß st« mehr al» irgend etwa» anderes dazu beigetragen haben, daß unser Land nicht in den Krieg hineingezogen wurde. Hätte man in Deutschland 1914 die gleiche Auffassung gehabt wi« vor 1901, so wären wir sicher einem furchtbaren Schicksal nicht entgangen. ES ist selbstverständlich. daß man auch dt« Stimmung auf englischer Seite untersuchte, so» weit e» möglich war. Hierüber ist aber, soweit mir bekannt, nicht» niedergeschrieben worden. Jedoch erhielten wir die bestimmt« Auffassung, daß England sich ebenso wenig wie Deutschland denken IRrnte, daß Dänemark seine Neuixatität durch«inen Vertrag an- erkannt erhalten könnte. Trotz � dieses Beschwichtigungsversuches hat sich der össentlickÄl Meinung in Dänemark unaebeure Stt&mna bemächtigt. Die Kopenhagen er Presse behandelt das Thema in langen Artikeln,„Politiken" erhebt heftige Vorwürfe gegen den ehemaliges Minister und„Sozialdemokraten" hält damn fest, daß Christensen direkte militärische Hilfe für Deutschland angeboten hat. Das Blatt erinnert an den Versuch Christensens, zu Beginn des Krieges an die Spitze des Ministeriums zu gelangen, und schreibt: „Die große Enthüllung hat allen die Augen geöffnet, welche Gefahr für unser Land gewesen wäre, wenn es Christensen ge- glückt Wäre, die Macht zu erobern. Denn Herr I. C. Christensen am Ruder des Staatsschiffes während des Krieges hätte bedeutet, daß die sichere vertrauensvolle Neutralitätszrundlage durch ein Gewebe abgrundtiefer Falschheit, zweideutiger Redeweise und un- ehrlichem Handeln ersetzt worden wäre." Zur SalWerMg des Arietensiierttases. Versailles, 15. September. Marcel Hutin sagt in seiner letzten Uebersicht über die Parka- mentarischen Verhandlungen, daß man nunmehr glaub«, daß die Ratifizierung des Friedensvertrages in der Kammer Ende der Woche erfolge. Der Senat werde dann am 27. September ab- stimmen, so daß Deutschland und Frankreich in der ersten Oktoberwoche aus sprechen werde. Versailles, 15. September. Der Sonderberichterstatter des„Echo de Paris" in Washington sagt, Bullitts Enthüllungen hätten dem Friedensvertrag in Amerika den stärksten Stoß versetzt und der Senat wünsche nun vertraulich über die Verhandlungen der Friedenskonferenz in Pari» unterrichtet zu werden. Bullitts habe in Moskau mit den Volschewisten verhandelt, deren Friedensvorschläge nach Paris übelbracht und diese den amerikanischen Sachverständigen unter- breitet, Lloyd George habe davon Kenntnis genommen und den Wunsch gehabt, mit Rußland auf der vorgeschlagenen Grund lag« zu verhandeln. Wilson aber habe sich auf keine D i s- k u s s i o n eingelassen und erklärt, er beschäftige sich mit Deutschland und wolle sich nicht zugleich mit den russischen Angelegenheiten belasten. Lloyd George habe später, als Koltschak einige Vorteile erzielte und die Northcliffepresse ihn wegen seiner Friedensabsichten angriff, seinen Plan auch wieder aufgegeben. Eldl. Haag, 15. September. Au» Kapstadt wird gemeldet: Anläßlich der Debatte über da» Friedensabkommen im südafrikanischen Parlament erklärte S m u t», daß er von der Volksvertretung nicht die Genehcntzung sondern lchuglich die Ratifizierung deS Abkommens verlange. Ed sei den Deutschen auch bereit? mitgeteilt worden, daß, falls ge- wisse Bedingungen des Vertrages sich als unerfüllbar erweisen sollten, der Völkerbund da» Mittel sein würde, Erleichterungen dieser Bedingungen zu schaffen. Lindqvist, dem Jtforjitzen'Oen ver scywemicyen LanoesorgainianoM daß die Arbeiter der skandinavischen Länder suis unter diesen Umständen nicht an der genannten Konserenz be- teiligen würden. Lian, der Vertreter der norwegischen Landes- organisation, nahm seine Wahl nur unter der Bedingung an, daß auch die deutschen und österreichischen Arbeiter an der Konferens in Washington teilnehmen dürfen. Auch die dänischen Arbeitei haben beschlossen, nicht nach Washington zu gehen, weil der Aus, schluß der deutschen und der österreichischen Arbeiter im Wider» spruch mit den auf der sozialistischen Konferenz in Amsterdam ge faßten Beschlüssen stehe. Die Gründung des Zenkraloerbandes der Angestellken. Am 8. September waren in Weimar die Beiräte des Zert� die Beendigung deS Kriegszustandes zwischen tralverbandes der Handlungsgehilfen, des Ver« Der Skcafznkrag im Geiselmordprozest. München, 15. September. In der heutigen Sitzung beantragte nach fast vierstündiger Rede des Staatsanwalt Hpffmann gegen die Angeklagten im Geiselmordprozeß folgende Strafen: Dir Todesstrafe gegen die Angeklagten Friv Seidl, Johann Widl, Schicklhofrr, Josef Seidl, Hesselmann, Lemer, Pürzel, Fehmer, Hanne« und Rtcthmeier; 15 Jahre Zucht- Haus gegen den Angeklagten Gfell; 10 Jahre Zuchthaus gegen die Angeklagten Kick, Bitlkl, Huber und Schmiftele und Freisprach für den Angeklagten Petermaier. Auslieferung Axelrods und Rädels. Der Rechtsvertreter A x e l r o d s erhielt vom Aus- wärtigen Amt die Mitteilung, daß der A u s t a u s ch A x e l- r o d s mit dem gleichfalls geplanten Austausch Rädels zu verbinden und an der litauischen Front durchzuführen-sei. Als Gegenleistung sollen die wegen Axelrods Ver- nrteilung festgenommenen deutschen Geiseln ausge- tauscht werden. Es finden z. �Z. noch mit der litauischen Regierung Verhandlungen statt wegen der Durchreise- Genehmigung für Radek und Axelrod. Diese Verhandlungen sind noch nicht zum Abschluß gekommen. bandes der Bureauang est«Ilten und des Ver- bandes der Deutschen V e r sich e ru n g s b e a m ten beisammen, um über die Verschmelzung der Organisationen zu einer Gesamtorganisation der Angestellten zu beraten. Die Ver- einigung der Verbände wurde beschlossen und damit ist die Her« stellung der geschlossenen Front der freigewerk»! schaftlich organisierten Ange st«Ilten zur Tatsache geworden. Ein«rfeulicher Fortschritt, an dem die Ar- beiterklasse ungetrübt« Freude haben könnt«, wenn die versammel- ten Beiräte nicht einen Beschluß ausgebrütet hätten, der der neuen Organisation ein« deutliche Tendenz gegen die Be» triebSräte zu geben geeignet ist. Wir konnten diese Ent- scheidung schon in der Morgenausgabe vom 12. September ver- öffentlichen und knüpften daran die Frage, welche früheren! Beschlüsse den Beiräten das Recht geben, die Mit-, glieder„nachdrücklichst" zur Bekämpfung von Bestrebungen zu ver» pflichten,„die darauf hinauslaufen, den gewerkschaftlichen Kämpfen! und Aufgaben im Gegensatz zu den freien Gewerlschaften andere Formen und ander« Träger zu geben.. Undj wir stellten die weitere Frage, ob diese Wendung der Entschließung sich etwa gegen die Rätebewegung richten solle. Die„Sozialistische Korrespondenz" de? Herrn! H e i l m a n n glaubt sich berufen, die Antwort auf unsere Fragen zu geben.„Der Rätegedanke wird durch diesen Beschluß insoweit, nicht getroffen, als er sich mit den gewerkschaftlichen! Grundsätzen verträgt," schreibt die„S. K.". Wer di«! Dinge kennt, der weiß, daß sich die würdigen Instanzen im Voll- besitz der Mehrheit über die gewerkschaftlichen Grundsätze glauben, während die Massen der organisierten Arbeiter und Angestellten: über gewerkschaftliche Grundsätze und Pflichten ganz anderer Auf- fassung sind, als die Borstände. Sie allein haben aber die Befugnis, zu bestimmen, inwieweit Räte» gedanke und gewerkschaftliche Grundsätze sich „vertrage n", was Herr Heilmann zugibt, indem er sagt, das� der Beschluß„selbstverständlich" noch der Zustimmung der Mitglieder bedarf. In der Hand rätescheuer Gewer?- schaftsburenutratrn bedeutet so ein Beschluß eine Schlinge für jedes Einzelmitglied und«inen gefährlichen Kon- fliktsherh im Organisationsleben. Es ist bedauerlich, daß man ein„EinigungSwerk" mit einer solchen Entschließung beginnt, und wir möchten die Angestellten„nachdrücklichst"} bor der Zustimmung zu der Entschließung warnen, denn die Be» hauptung des Herrn Heilmann, daß die Einigung mit dem Be» schluß steht und fällt, soll doch nur als B l u f f dienen. Die Maschinisten Mb Heizer lehnen den Schiedsspruch ab« Russisches Zrledensan ebol an telkland. Kopenhagen, 13. September. „Latopreß" meldet am Sonnabend, daß am 11. September im Außcnministerium eine Radioanfrage des Rcgierunzskommisi sars der Sowjetregierimg Tfchitfcherin, die Kriegsaktion gegen die Bolschewiken einzustellen und Waffenstillstandsverhand- lungen«inzuleiten, eintraf. Die Beziehungen der deutschen und russischen Soldaten in Mitcru verschlechtern sich tagtäglich. Schwere Ausschreilungen in Vuldeuburg. SB. Z. SS. Waldenburg, 15. September. Sonnabend vormittag ist e» in Waldenburg(Schlesten) zu Vlkindorungen verschiedeyer Geschäfte, besonders der Schuh waren- und Konfektionsbranche, gekommen, die nachmittags fort gefetzt wurden. Hierbei wurde auf Polizcibeamte geschossen und eine Handgranate gegen d a z Rathaus geworfen, wo bei die Fenster der Polizeiwache zertrümmert wurden. ES wurde ein Sturm auf die Wache ausgeführt. Bei einem Ausfall der Sicherheitsmannschaften wurden nach einigen Schreckschüssen scharfe Schüsse abgegeben, eine Person wurde getötet, vier wurden schwer verletzt, Die Meldung muß mit äußerster Vorsicht mifgenommen werden, da kaum anzunehmen ist, daß die„Menge" ohne jeden Grund auf Polizeibeamte geschossen hat und das Rat- haus erstürmte. Man weiß doch, wer heute die Waffen in der Hand hat. Rülkkrilk des serbischen kab'nelks. Belgrad, 15. September.(QabjS.) Der Rücktritt des Kabinetts wird bestätigt. In einem-»mt- liehen Schreiben, das vom 12. September datiert ist, w'rd aus- geführt, daß der Rücktritt begründet liege in den diplomal'.schen Schwierigleiten, die dazu führten, daß Südslawien sich weigerte, den Friedensvertrag mit Oesterreich zu unterzeichnen. Zur washinglouer Arbeikerkonserenz. Stockholm, 14. September. Im Anschluß an die Nachricht, baß Deutschland und Deutsch- Oesterreich nicht offiziell zur Beteiligung an der Arbeiter- konferenz in Washington eingeladen werden sollen, er- fährt„Stockholms� DaMad" vom ReichstagSal'scordneten Hermann In ejner gut besuchten Versammlung nahmen am Montag abend die Maschinisten und Heizer Stellung zum Schiedsspruch in der Metallindustrie. Fröhlke berichtete über den Teilschiedsspruch, wonach gehören sollen zu Gruppe l: Maschinisten und Heizer und Berufsgenossen in Kraftzcntralen, Schaltbrcttwärter, Ober- Maschinisten und Oberheizer in Großkraftzentralen. Gruppe II: Maschinisten und Heizer, die ihre Anlage selbständig instand halten. Gruppe III: Batterie-, Pumpen- und Dynamowärter« Gruppe IV: Hilfsmaschinisten. Putzer und Arbeiter für HilfS- Maschinen. Hilfsheizer, Kesselreiniger, Schlackenzieher, Kohlen» fahrer und Generatorenheizer. Die Diskussion zeitigte naturgemäß große Entrüstung über diese Einteilung. Die Äiaschinisten und Heizer, die alles quali- fizierte Arbeiter sind, müssen unbedingt zu Gruppe l gerechnet werden. Schlichting übte berechtigte Kritik über die Zusammen- setzung de» Schlicht ungsausschusses. Der Schiedsspruch in der vorliegenden Form wurde einstimmig abgelehnt. DaS Verfahren in den Grenzstreitigkeiten mit dem Staats- und Gemeindearbeiter- verband und dem Verband der Brauerei, und Mühlenarbeiter wurde von der Versammlung einstimmig gutgeheißen. Tarifkündigung der Bauanschläger. Eine Branchenvcrsamm- lung befaßte sich am Sonntag mit dieser Frage. Kollege Matthe» beschäftigte sich eingehend mit dem Verhalten der Unternehmer in der Metallindustrie. Der Tarif bestehe seit 1912 und könne keinen Anspruch darauf erheben, für die jetzigen Verhältnisse zu gelten. Am 22. August d. I. seien mit den Unternehmern 130 Prozent Zuschlag zum Akkord und für Lohnarbeiter pro Stunde 8 M. fest- gesetzt worocn, da die Arbeiter das gesamte Handwerkszeug selbst stellen müssen und keine feste Arbeitsstelle hätten, so reiche dieser Lohn nicht mehr aus. ES ist ein schwerer Kampf zu erwarten und festes Zusammenhalten der Kollege» notwendig,©in Antreag. den Tarif zum 1. Oktober zu kündigen, fand Annahme. Eine Kom- Mission soll den Entwurf zu einem neuen Tarif ausarbeiten und! Bericht erstatten. Nachdem noch in der Debatte verschiedene Branchenaugelcgenheiteu besprochen, wurde mit einem Appell zu» regen Orgauisationsarbeit die Versammlung geschlossen. .................... Skrailenhinciler tMen nnchniltf as ielnntf FREIE WELT■ HEFT 18 Expedition: Schiffbauerdamm 19 ............. Lütgen- Schmerzen 0 TstTfd* die Giih' iJ™' Rihnk*/ e»Pl»j> L«idcn Sie daran? Wenn Sie schon viel» dagegen vergeblich versuch', aber mit grogsn Aus- gaben nur kleine oder vorübergehende Erfolge erkauft haben, Iv lesen Sie noch heute die Schritt: .Ratsü'ziäge einen Fachmannes". Vielistr tt merden auch Sie, wie das so häufig ist, mit Erstaunen e-kennen, daß Ihr Leiden vrn Ihren Augen an?- geht. Sin!'s die Augen, so tönnrn Sie ve sichert sein, dosz wir Ihnen leicht und sicher helfen können. i�hre Beichmerden werden vesciüot durch genaue Ausgleichung der Fehler Ihesr Augen. 5ko?eiiid« prüfen mir Avg-n»nd Sebtraft mit Sorgfalt und guranueren litr paffe: de Sia,er sowie für rechien Sch und sLr �.'tdarkeit alier 'KT Fassungen von 8.S0 M. an. Dafür erhalten Sie z.B. schon einen guten Doublb-Kneifer(ohne Cläs«) bei uns und dazu noch zwei Jahre Oiarami«, d. h.: rto langt alle Reparaturen umsonst", selbst rvenn die Fasjung durch Ihre Schuld zerkochen wurde. Weder Aerger noch jlosten sollen Ihnen da« Tragen unserer Gläser verleiden. Da» ist die Auhnte-Daranrie Sie garantiert Znsriedenheitl Nur für Reparatur« an.i)crnieilen, Schildpatt usw. oder für zerbrochen« Gläser haben Sie noch zu zahlen. Wenn Sie uns nicht schon heute oder morgen besuchen können, so schreiben Sie sofort«ine Postkarte noch den» Büchlein, tä ist umjoisstl W.'SÄ.» N. l51itf-5tr. t, feljefeHaefWr 21 Gcsdiä*ie Mnm 3'-«brich- Air. 163 a, Lki,,i»«r utiL Fr? 'brlchftr. IC«, Ii* älfgel'it». «khemsset ttr. 72, ZnvaNden-Str. t?ch Eck« Lrunllin-Str. i SchänheufecAllfcSI �vchd.-Stackr.i> StorStln j C\Y/ S-"e«llUmce-Sk. i, O W»»» H�ll.lchen T«. KKYr Ariedrich-S». ,»0. 1, ifj» Eck« S«;*!$MB'£ch Schöueberg! HSUpt-Sk? Zt.».»ai!-r.W:»«?m.N. 5?ied?«au: Xhein-Str. k«,«ck.-«irch-s». »»,«»»»,« d« a»ii»r.aich» Wilmersdorf: Verstner Str. 132-33, «. E lld«»»d-St>. >!ilii!dt lvAKlWllttll. »UUUHK. Kmownia"™ 7'. Uhr: /Vlass fllr Mass. Opernhaus ttU: Hoffmanns Erzählungen. Sciiau�pisiLius 7 Uhr; Kinno von BaruLelm DßuiscIiesTYeater Direktion: Max Reinhardt t Uhr:(iamlet. . Rommßrspiele I Uhr: FrttUtags Erwach—. Theater!• d. RänMzßr Straße 18 Uhr: Kameraden. Mittwoch- Z«m ersten Male: Kabale und Liebe. (Alfred Abel, Ernst Dern- burg. Ludwig Hanau. Ellen Herz. Qustaf Hildebrant, Maria Orsfca. Prieda Richard. Johannes Rietnann. Reinbold Schänzel). 'lonnerstag: Kameraden. reitag: Kabale tu Liebe. RoinätüeRtiaus •n der Marschallbrücke. S Uhr- Llselott von der Pfalz TrlannR-Ttiente?. BM. Irietricialrate. Zlr 4527. LH. 8 uhr: wer gnSe Sa! Nachm. 4 Uhr, kleine Preise Mittwoch: Schneev/Ittchcn Sonnabend; Aschenbrödel. Walhtilla- 1 heater Täglich"ik Uhr; Das Gesetz._ Rose-T heater 7� Uhr Kleine Sklavin. Berliner Tlieoter s Uhr: PI« Dame-laFraclt Wintergarten täglich 7h Uhr ynrle�vorsteiiung Rauchen gestaltet Lessing-Theater icktion: Viktor Barnowsky. Uhr: Peer(iynt. vlittwoch 7«: Liebe. Jonn. 7k:: Der SctiSpfer. (Albert Bassermann.) Putsch. Künstler-Theater 4 Uhr: Bio letzten Ritter Kittwoch7i>: Dia letrten Bitter Tonn. 7V: Schloß am Waaase« Casino-Tbeater ■etkrincer Su-.JT.'lägL'/.S Uhr. Großstadt-Pflanzen Yolksstück in 3 Akten. /orlicr: HSchwarzwaldbüble'1. Dperettcnakt mit Viktor Litzek von der Koniischen Oper. )axc erstklassige SpeztAlititas. Sonntag V4 Uhr: Mddcbeneh re. Ibsater am Kottbuser Tor. Tel.: MoritzpU 14014. Uhr o. Sonntag nachm. 3 Uhr: Elite- Sänger Seiiii, KutilU. Horst. ScMitjrUSclMdjrete. * Nonn Pragram m Großer Laeheiielg Sonntag nachm. «rmdhigle Preise. 1 Kind frei, j Iflthgen-Konzert. Beginn 7 Uhr Residenz-Theater. Untereruadb. Kiosterstraße. Lifr-. Das höhere Lehen. V�chra. 4 Uhr, kleine Preise. Mittwoch: Rntkäpochen. Sonnabend: Hansel u. Ciratat ü-- Unwiderruflich letzte 2 Tage [Arme Thea! mit LOTTE NEUMANN Ernst Hsfmann | Aaßerdem das Lustspiel: Knoitpchcn In Schutaeliaft. 6». 8". CISffi B« Tägl. 7h Stg. 3� n.7iU. Das auserL tu rcickh, Eröirnangs-Prasrainni Vergnögungs-Palast Groß- Berlin Haseaheide 13/15 Heute Dienstasr. 16. Sept., ringen: Stotzenwald gegen Wn«n Dtotichlail ßiditar Ii? i«Mi Htrtatoi Kcmstz Reltmitir gegen kululiclilut Der groBe Reranctte- Entscheidungskampf Süniier Bordelais FnotMiijioilr gegen Romanoff luts. Weltniistir Dieser Kampf Qndet auf Verlangen des Publtkuras statt, well eine große Mehrheit vom Publikum behauptete, Romanofi hätte seinen Gegner Bordelals nicht elnwandsfrei besiegt. Beginn des Konzerts 4 Uhr. der Vorstellung 6 Uhr, der Ringkämpfe äfc Uhr. Vorher: Spezialitäten- Programm Dienstag. Donnerstag und Sonntag Großer Ball. ' llila-LichtspieEe> 130 Schönhauser Allee 130 Blondes Osft Nach dem Roman von Paul Langenscheldt Ein Drama menschlicher Leidenschaften. Dazu den Ubermfitigen Lustspielschlager: Emil hat Zahnschmerzen. k Vorstellung b,30 und 8.15 Uhr. d {BL1I Iii Brunnen- Lichtspiele -- Brunnenaimfle 135.== Ab heute nur 3 Tagel Geez beispielloses Programiu.— 3 er. Schlaarer. I. Friedrich ZelBnick Der beste Dramen-Schanspieier der Gegenwart in dem hervorragenden Drama: B Die Madonna mii den Lilien. II. HSaay Portisn In dem Pilmapiel: Dame, Teufel und Ppobcermamaeir. III. Der allerneueste spannende Detektlvkilm: „Eine ßcicht in der Stuhlkammer". Aalanjg pünktlich Uhr> Des großen Programines wegen zeitiges Erscheinen zu empfohlen._ | früher Buggenhac/en:: Dir.: Schwarzer Kater\ 1 Persönliches Auftreten von Ernst Lubitsth Gstl Gswalöa. Ferner das i Niesen-variete-programm. Sier-Neftaurant. z----- SämNIcke Plätze zum Einkritsvreis von Ä Mark. : Uni.-.ng 8 Uhr. L � F6BTDM- Iiiclttspicle Mällerstrasse 12 e !!! ErstaaffOhrnngen des Weddings II! Der größte und sensationellste ilOKkampf-Film der Welt JeHries-Johnson rerner: Ple Seemannibraufi Eine Saee vom See in 4 Akten. TStclicta 5 und 8 Uhr Sekanntmachuny. Genuih§ 5 der Lerordmtng de» Wagijtrat» Berlin über Ledensmlltelkcrlen vom 13. Oktober 1913 nnrd für den Gememdebczirk der Stad-t Berlin beslim-mt: L Auf den Adfchmtt W 1ö der Eins-uhrMsahkarte der Ctodt Berlin enlfallen Y, Pfund amerikanisches Weizenmehl«der yi Pfund inländisches Weizenmehl nach Wahl des Bszussderechtizicn. 2. Der Kleinhandeisoerkanfsvrei» betrögt flu das auf den Abschnitt W 1k ausztegedende ausländisch« Weigenmshl 6,42 M. je V, Pfund, für iitlänbifches Weisaomehl sSchirozentigesj 0,16 M. j« Pfund. 8. Unter Ausschluß nachträglicher Annahm« sind dl« Voron-melbeolbschnitte in der Zeit vom Dienstag, den 16.. bis Freila» den IS. September ISlg der den Kleitchöntklern obztiy-ebetL Die Kleinhändler haben die Abschnitt« am Sonnabend, den 20. Seplcmber ISIS bei den Großhändlern obzu-liefern. Mi dem 'iferk-aüs des ausländischen Mehls wird einige Tage spater begonnen werden. Nicht abgeholte Aar« ver- füllt-mit dem 10. Oktober ISIS. 4. Da» inländische Weizenmehl kann gegen Abgabe des ganzen Abschnittes W 16 der Einführzusatzk-rte ohne Voranmeldung sofort in den durch entsprechenb« Plakat« kenntlich gemachten Kleinhandelsgeschästen entnommen werden. Nach dem 10. Oktober ISIS wirb inländische» Weizenmehl auf den Abschnitt D 16 nicht mehr ausgegeben. S. Di« mit dem Verkauf des Znlonbsmehls neben dem Alislandsmechl beauftragten Kleinhändler sind verpflichtet, die für das inländisch« Mehl entgegen-- gen-ainmenen Abschnitt« W 16 der TinsuhrKU satzkarte tm Beisein des Pwirlik-ums mit Blaustift zu durchstreichen. Di« für da« inländisch« Mehl entgegen- genommenen Adschniit« W 16 der Einsuhrzusatzkart« sind getrennt von den M-HIabschnitten der Brotkarte am Freitag, den 10. Oktober ISIS, an die Brot- komm-lsiionen aibgwsühren. Hinsichillch d« Abgabe der Mehiadschnilte der Brotkart« verbleibt e» bei den bisherigen Bestimmamgen. 6. Die ordn-u ngomäßige Ausgabe des Mehls in den Kleinha-ndelsgeschasten wird kontrolliert. Hinsichtlich der Ausgabe de» Mehls oerbWni es bei unserer Bekam ni-machtmg vom 16. Mai ISIS. Die Kleinhändler, dl« das reine ausländische Mehl etwa zurülkbehalten, vennischen oder vertauschen oder aber Restbcstänb« unbefugt verwenden, haben umtachsichtlich Schließung des Ee-schasts zu gewärtigen. Im übrigen finden, sofern nicht ander« Dorschris- ren schwerer« Strafen aussprechen, die Strasbeflim- mar. gen de» J 10 der Berarbnun-g des Moglstrats Berlins vom 18. Oktober 1916 Anwendung. Berlin, den 13. September 1919. Magistrat. Abteilung fllr Nährmittel. Dgb. Nr. 623« Na. AeutöUn: Charlvitendurg: Bergstraße 4. gagendh««Uchardstn Xaurahien-Sfr. 15, Hmat eck, et««pa�au:»reife Straße 18 Lerlia: Frankfurter Aller 11. Was will der Bund d, Kunstgewerbe?? Künstler, Kunstgewerbler verlangt nähere Auskunft von Oscar Hflttel. Neukölln. IlsestraÖe 24. Speziolnrzt für Geschlechts-, Haut-. Harn- FraucnfcfUen, spez vcralt. hartnackige Harnleiden, Ausschlag. _ Künstl. Höhensonne, Blutuntersuch. Eigenes Kurbad für elektr., med. Bilder. Damen separat Or. med. Lommer, ÄlTss. Sprechzeit 9-1 u. 4-8. Sonnt 9-12.(Nähe Rofentbaler Platz.) alle Gebisse, Gold, Silber, fittozen. Floilno, alte Gebisse bis 758 OK. auch zerbrochene und andere Teile, für einzelne Platinzähne per Stück von 2 bis 28 Mk. Platsna per Gramm 36 Mk. kauft Frau Knuth. Zionsklrchstr. 54, v. IITr.(Anklamer und BrunnenstraBe,) Von 8 bia 8 Uhr. Sonntat, von 12 bl« 2 Uhr. Meine gMe» Möbel-Lager mit«peisezlnimern.©erretitimnicrt,. Sckilnf, 4 immer«, Leber- u d a!obrlln.«nr»tt»rrii, Plüsch. tofa«. I UMI. US, nchiänki n. Bcrtito». Io>i:pteiien Nucheucinrichtunaen»sv. steten jur flcfdlUccn jironn« Ip-f-.t Seslijtlguna in der'örtiuueufic. Sir. 7, 0». 180, »ad«»ostnilMl« Platz, d«> Möbei-Lechner Seöffi,« son 8—6. Ein tragische, Geschick setzte am 12. September I d. lt., abends 3 Uhr, dem jugendlichen Leben unserer | treuen frenudin Fräulein Anna Bock 1 ein jähes Ende. In mehrjähriger gemeinsamer Arbeit war un» die so früh Verstorbene trotz ihrer Inzend stets ein Vorbild regster und Irenester Ptlichterltillung j und ist an« allen durch Ihr liebes, heiteres und echt kameradschaftliches Wesen eine herzliche sympathische 1 Freundin gewesen. Wir werden das Andenken an die tenre Lntschlaiene stets in Ehren halten. Ruhe sanft! Das Personal der Tonndorf-Betrlebe. Ed. Arno Tonndort. Am 12. September, abends 8 Uhr. wurde durch ein tragisches Geschick die mehrjährig. Angestellte meines Hauses Fräulein Anna Bock | jlh aus dem Leben gerfssen. Mit regem Verständnis, stets treuer Hingabe und 1 Pfllciitcrföllung bekleidete die Verstorbene seit einer i Reihe voh Jahren dasveraniwortliche Amt einer Magazin- I Verwalterin me ner Betriebe und war mir eine treu erprobte verläßliche Stßtze— ihren Mitangestellten | Freundin und Vorbild. leb werde Ihrer stets gern gedenken. Ed. Arno Tonndorf I. Fa. Tonndorf-Beirlebe, Vaiband der Maler. Lackieier, Anstreiciier e:c Filiale Berlin. Den Kollegen xnr Nachricht, daß unser langjähriges MiUlied, der Maier Johann Knszinsky am 12. September verstorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Einäscherung findet am Mittwoch, den 17. d. Mts., nacbmlttagR 3 Uhr. im Krematorium in Treptow statt Um rege Beteiligung ersucht Die Ortsverwaltani?. Voraussichtlich nur noch bis Sonnabend, 20. Septbr. nnde« mein Ankauf»r«ite Gebisse Im Botel„Gruner Baum", Rrausenstr. 56-58. Zimmer parterre rechts, statt Wie bekannt, bin Ich in der Lage, Ihnen die höchsten Preise zu zahlen. wm_ �■_>_ für den gewöhnl. 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Sept. entschlief j nach kurzem schweren i Leiden mela lieber Mann und Vater, der Schank-| wirt Paul Witte im Alter von 64 Jahren.| Dies zeigen tieibe- tröbt an Frau Luise Witte geb. Schwarz m. Kindern. Die Beerdigung findet am Donnersiag. den IS. Sept 1919, nachm. 2 Uhr, von der Leichen- 1 halle de« Zentral-Fried- f hotes, friedrichafeldc,| aus statt Berichtigung. In der am Sonnta;; veidffentlichen Todes- j anzeige Boteniran Wally Vollmann, geb. Cordes, mol es heiBcn: Die Beerdigung findet j am Dienstag, nachm' 3 Uhr, von derLelchen- halle des Emmaus- j klrchhoies aus stau anstatt Emmanuel-| kirchhof. Genossen beectlet t* mscreclod1 'areinipng der Reohtsfreiinde Berlin N 24, Friedrichstraße 127, nahe KartstraBe dl» Rochtianeknnftel d gro tgn PubHknm»! 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