(lnzelprels 15 pss�nig ♦ 2. Jahrgang Dienstag, öen 16 „.�nibeit- erscheint morgens und nacbmittazs, an 5onn» und Festtagen nur morgens �tr Bezugspreis beträgt bei freier Anstellung ins& �lonxareillezeil- oder deren Raum 1,20 Md., UZorrr.nzeige» »<» ffttjedraiftc tücrt 50 Pf. jede, rxeilcre Wort 25 pf. TeuerrlNzz-»IchI->z 20 pr»j, Sei �--neilien- n. verfammlunzzanzeigen-all« der Zuschlag fort, �nseeate sir den daeaus» folgend«, Tag mststrn fpsttesten, di, z Uhr nachmittags bei HA Erpedition anfzegeben fet». JuserMen-AbttiUmg: Berlin NW. V, Tchlffbanrrdamm X* Fernsprecher: U»t Norden»?«» GenerÄslrei! in Marseille. i. öie.Humanite' am 12. September berichtet, kämpften ���rstarbeiter von Marseille bereits seit langen Wochen einen f�Wten Kampf gegen die Unternehmer, um den Acht st un- '"tag, eine tägliche Bezahlung von 20 Franken Beseitigung aller Ueberstunden zu erringen. �folg; izxx Hartnäckigkeit der Unternehmer, die alle Forderungen k Arbeiter ablehnten, beschlossen die Werftarbeiter am 10. Sep- '"oet den Streik und forderten die gesamte Arbeiterschaft zum J1* dathiestreik auf. Diesem Rufe folgte die arbeitende �»Uerung ohne Ausnahme. Gas» und ElektrizitätS- die Straßenbohnen, sämtliche Fabriken, ebenso wie der .wmte Hafen mußten jeden Betrieb einstellen. Die � 8tn machten sich in der großen Hafenstadt besonders bemerk- k" am Quai und auf den Schiften tausende Zentner von �ren aller Art lagern, die nicht abtransportiert wurden. jj nunmehr ein Telegramm aus Amsterdam meldet, sollen �'ttretcr der streikci�dcn Arbeiter die Vorschläge der Unter- .filier, die sie bisher zuruckaewirsen hatten, jetzt angenommen Vb Nähere Nachrichten, insbesondere darüber, welches die , Jt'hägc der Unternehmer sind, und ob der Streik inzwischen ■ibet ist. stehen noch aus. Sie VlSdoyers der VetteMM im I iinchner Geiselmorwrozeß. München,». September. �t-o.." � NachmittagSsihnng folgten ans da? Plädoyer dcö «'°anwalteS die Plädoyers der Verteidiger de? angeklagten Fritz Seidl. Rechtsanwalt Loewenfeld ,,ii�ai>te am Schluß seiner Ausführungen Freisprechung IlSet Anklage wegen Mordes. Rechtsanwalt Liebknecht er- jj' in seiner Vcrtridig'ing, daß rr rine Verurteilung wegen Ihr nicht für möglich lhalte und beantragte ebenfalls Frei- ft.. �»" fl. da sich die Tat SeidlS höchstens als H- ch v e r r- t ""hnen laste. �Lttfehr der flW.l'gen und verschlepplen Odeeschleßer. Breslau, IG. September. tzch.�i« Pressestelle des Reichs- und Staatskommissar« für J�nen und Westposen teilt mit: Nachdem die interalliierte i,)''"'wifficn jede Gewähr dafür übernommen hat, daß wirk- Maßnahmen zur Ermittlung und zur Zurückrührung der � eppien unverzüglich aufgenommen werden, und nachdem �-etai Tupont in dieser Angelegenheit bereits einen besonderen nach Polen abgeordnet hat, wird der Reichskom- ». � a r der Rückkehr der während de? Aufstandes W a*" i t n Geflüchteten nichts in den Weg legen. Diese :�u-gung der Rückkehr schließt keineswegs die straf- iiy-.�iche Verfolgung derjenigen Personen aus. die sich („gemeinen Verbrechens oder Vergehens schuldig gemacht oder z,°nnet'im Kampfe gegen die Deutschen teilgenommen haben. geschlossen von der Rückkehr ist eine beschränkte Anzahl von %. Es bleibt weiterer Prüfung vorbehalten, welche von g;, der Liste ausgeführten Personen noch zur Rückkehr zu- werden. Für alle Zurückkehrenden ist durch Vereinbarung I.lchen Arbeitgeber- und Arbeitncbmerorganisationcn Ge- "he it zur Wiederaufnahme der Arbeit ge- �n. Die Rückkehr erfolgt vom 17. September ab. üssfes Kollffechker. Ter Hejlmann� einst NoSkcs würdiger NedoktionS- und ungefähr von dem gleichen geistigen und suchen Kaliber, ist über die Angriffe auf fernen Freund ßz.. �gehalten, und konimt ihm. in seiner..�ozialntilchen kb�Hwndenz" zu Hilfe. Er ist von Noske entzuckt und .«» se auf Scheide mann, und noch mehr auf den °rwärts". Er schreibt:. � %"%:* Scheidemann Ministerpräsident war und die Un- d.�'gen über die Allmacht des EdenhotclS schrien, hat ,hn daS tj,.' 8 angefochten. Scheidemonn hätte nach seinem uus- t aus pxx Regierung die Pflicht, seinen N a ch s o l g e r n dt« K.,"* zu halten, die wir ihm oft in den schwersten«stunden tz, wh hoben. Sein rednerischer Erfolg war ungeheuer, aber livj,.�'tische Erfolg für die Partei ist weniger groß. Endlich mutz Genossen in der Regierung und denen im Land- baio »ir die r a s ch e u n d s i ch e r e F ü h l u n g hergestellt werden, -k,.,°wirkl. datz wir miteinander und nicht gegeneinander ar- k; 1 Der.Vorwärts" ist Zentralorgan der Partei und mch. de.g�ipubli konischen F ü h r e r b u n d e S. T-e sozial- Z'%' SS' ss 5q["Organa und Wiedererstarkung. mutz fest zusammen- Den Luxus, daß unsere führenden Genossen sich gegen- ° �runterreisten. können wir uns oeaenwärUa nickt leisten. Das hat aufzuhören— im höheren Interesse der Partei und des Proletariats." Jetzt wissen's die Rechtssozialisten. Sie haben einzu- schwenken wie die Unteroffiziere, wenn Noske und die Re- gierung pfeift. Kritik hat aufzuhören, die-Mamelucken haben zu gehorchen. So befiehlt's der Oberoffiziosus des Noske. Führer und Gefährt« sind einander würdig! Sie Gesetzlosizkeit des Lelagemngs- zllstandes. Wir haben beroitS am Sonntag ausführlich dargetan, daß die Fortdauer des Belagerungszustandes in schroffe in Wider- spruch zu der neuen Reichsverfassung steht. Die.Deutsche Allgomeine Zeitung", deren gegenteilige Auffassung wir be- kämpft haben, hatte wenigstens versucht, ihre Ansicht juristisch zu begründen. Der.Vorwärts" dagegen, für den die Fortdauer des Belagerungszustandes eine Selb st Verständlichkeit ist, macht sich in seiner Gedankenarmut die Geschichte sehr leicht. Er erklärt einfach, di«.Freiheit" habe unrecht, und die»Deutsche Allgemeine Zeitung" habe juristisch recht. Da der Reichspräsident den Belagerungszustand noch nicht aufgehoben habe, bestehe er eben noch.— Ein eeinfache Beweisführung I Irgendeine fach- 1% che Widerlegung versucht da» Blatt natürlich gar nicht. Von den großen juristischen Kenntnissen des.Vorwärts" zeugt besonders die Behauptung, der �Reichspräsident habe noch nicht die Aushobung des Belagerungszustandes verfügt, deshalb bestehe er noch.' In Wirklichkeit hat der Reichspräsident mit dem alten Belagerungszustand überhaupt nichts mehr zu tun. Die neue RdchSwrsasslUlg gibt ihm allerdings das Recht, unter gewissen Voraussetzungen bestimmte Freiheitsrechte aufzuheben. Einen eigenilichen Belagerungszustand jedoch kennt die Reichs- Verfassung überhaupt nicht mehr. Mit dem Inkrafttreten der neuen Verfassung ist der Belagerungszustand also— wenn man der Meinung ist, daß er überhaupt jemals zu Recht be- standen habe— von selber gegenstandslos geworden. Der llleichsprcijident kann ihn weder beibehalten, noch hat er das Recht, den Zeitpunkt seiner Aufhebung zu bestimmen, denn die Reichsverfassung selber-hat ihn ja bereits aufgehoben. Der Regierung dagegen obliegt eS. aus diesem tatsächlichen Zustand« die Konsequenzen zu ziehen. Der.Vorwärts' aber plappert an Stelle irgendwelcher sachlicher Argumente der„Deutschen Allgemeinen Zeitung" die alte Leier von der Schuld der Unabhängigen und der Kommunisten an der Aufeechterhaltung des DelogerungS- zustandeS nach. Die unheilvollsten Folgen der von den Behörden und Gerichten vertretenen völlig gesetzlosen Ansicht des Weiterbestehens des Be- lagerungSzustandeS zeigt vor allem das Kapitel der Schutz- Haft. Denn die Schutzhaft ist gesetzlich nur zulässig, solange der Belagerungszustand besteht. Da nun da» Reichsmilitärgericht iik seiner gestrigen Sitzung den Belagerwirgszustand für fortbestehend erklärte, hat es damit auch alle Schutzhaftbefehl« verewigt. In zwei zur Entscheidung stehenden Fällen, die die Genossen Schröder und Täumela.ig betrafen, kam das Reichsmilitärgericht, freilich aus anderen Gründen, zur Aufhebung der Haftbefehle, da nicht der geringste Grund für dieselben vorlag. Bei Schröder genügte eine Verwechslung mit dem Mitgliede der Zentrale der Kommunistischen Partei Dr. Schröder, um den- selben etwa drei Monate lang in Hast zu behalten.(I) Erst in der heuligen Verhandlung konnte der Irrtum aufgeklärt werden. In den beiden anderen Fällen, von denen der eine den Ueber. scher KautSkyS in« Englische, Genoffen Neumann, betras.»am da« Gericht zu einer Vertagung zwecks Erhebung weiterer Be- weise, trotzdem in der Verhandlung nicht das Geringste zur Begründung des Fortbestehens der Haft festgestellt wurde. ES muß erneut auf das entschiede uste dagegen protestiert werden, daß de» NeichSmilitärgericht bei Mansftl von Beweisen, statt die Haft ohne weiteres aufzuheben, die Suche zwecks Herbeischaffung neuer Beweise zu vertagen pflegt. Ein derartiges Verfahren kommt in sc wer Wirkung auf eine Ablehnung der Beschwerde hinaus, ohne daß Gründe für eine derartig« Ab- lehnung vorhanden sind. Die Militärbehörde hatte in den drei Monaten, die neuerdings zwischen der Erhebung der Haftbeschwcrde und der Verhandlung vor dem ReichSuu-Iitärgencht bleiben, offenbar nicht genügend Zeit, um die erforderlichen Be- weise heranzuschaffent Ms der ameri ani'chen ArbMrh tve-Mg. Chicago, 14. September(Reuter.) Die Verbände der Stahlarbei ter haben den Streik endgültig aus den 22. September festgesetzt. Amsterdam, 16. September. Nicuwe Rotterdamsche Courant meldet aus New Dork, daß G o in pe r s einen neuen Vorschlag gemacht hat, damit die Polizisten in Boston ihren Streik einstellen. Der ©ewerkscbaftSverband der Polizisten hat sich mit GomperS einvcr- staiidcii erklärt. Mnrntig. Der Fall Reinhard hat sich m einem unßlauÄ» lichen Skandal auLgesvachsen, der endlich einmal vor der ganzen Welt die Methoden, mit denen diese Negiernng und ihr charakteristischer Vertreter, der Noske, arbeiten, vor aller Wett enthüllt, um diese Regierung, diesen Noske der Verachtung aller a»»ständigen Menschen in der Welt, im In- und Auslande preiszugeben. Wir haben gestern schon gesagt, daß es einen Fall Ne uendors nicht gibt, sondern nur das kvnterrevo- lutionärc Problem. Werkzeug der Konterrevolution ist Noske, der nie etwas anderes gewesen ist, als ein unbedeutender Schivächling, dessen innere Haltlosigkeit untr kleinliche Eitelkeit ihn zu dem brauchbaren Instrument dev monarchistischen Offizierskamarilla gemacht'hat. Jetzt aber gibt es in der Tat einen Fall Neuen- dors und wir denken, daß es bald einen Fall NoSke' geben wird- Es ist der immer wiederholte Trick der regierenden Subjekte, auf politische Angriffe mit persönlichen Verun- glimpfungen zu antworten. Diese schäbige Methode haben sie auch im Fall Neuendorf angewandt. Zuerst verleumdete Noske aus dem sächsischen Parteitag den Anckläger Rein-. hards. Dann machte sich die Regierung diese Anklage zu eigen und verbreitete amtlich ein langes Vorstrafenregffter. Es ist dabei charakteristisch, daß die ersten Verleumdungen von der reaktionären„Post" ausgingen, was nebenbei die engen Beziehungen deutlich beleuchtet, die die von Noske verteidigte Ofjizierskamarilla mit der nationalistischen Presse unterhält. Diesmal ober hat die Lüge kurze Beine gehabt. All die Behauptungen über Neuendorf sind offenbar infame Verlcumbungem Der„Vorwärts" ver- öffentlicht folgenden Brief: Ich überreiche Ihnen hiermit meine gesamten Papiere und teile Ihnen mit, daß ich gegen die.Post" die Klage einge- reicht habe. Ist mir in den nächsten Tagen nicht die Möglich- kett gegeben, den Herrn R-eichswehrminister wegen dieser Angelegenheit persönlich zu sprechen, dann muß ich gegen den- selben ebenfalls die Klage einreichen. Aus meinen Papieren ersehen Sie, daß ich 64 Jahre alt bin. mich am Kriege als Freiwilliger beteiligt habe und bei meinem Eintritt 1914 zum V i z e f e l d w e bel befördert wurde, weil ich eine Dienstzeit von 9 Jahren hatte. Am 6. Mai J016 wurde ich durch Parolebefchl des Ersatzbataillons Rescrve-Jnfan- terie» Regiment? 93 zum Offizier-Stellvertreter er- nanni und ging viermal freiwillig ins Feld. Ich wurde verschüttet und verlor meine beiden einzigen Söhne in Polen. Am 20. April 1918 wurde ich wegen KriegSunbrauchbarkeit au? dem Heere entlassen und trat bei AuSbruch'der Unruhen in Berlin im Januar 1919 bei meinem Stammregiment, dem 4 �Nardc-Re- giment, wieder ein. Sechs Monate lang habe ich mein- Schuldig- teit zur Zufriedenheit meiner sämtlichen Vorgesetzten getan. Führungszeugnis am 16. 8. 19: sehr gut! Ich versichere an Eidesstatt, daß ich nicht vorbestraft bin und werde Jlinrn mein polizeiliches Führungszeugnis eben- falls sofort einreichen. ES war mir bis zur Stunde noch nicht möglich, dasselbe zn besorgen. Hinzufügen möchte ich, daß ich für alle», was ich be- hauptet habe, einwandfreie Zeuzen besitze. Da; ganze ReichSwchrrcgiment 29 wird auch noch eine weitere Aeußcrung des Herrn Oberst Reinhard bezeugen können: Schcideman« fei ein Betrüger, der sein SchLfchcn im Trockenen habe. Ich stelle eS Ihnen frei, diesen Brief wörtlich zu vecöfsent- lichen..Georg Neuendorf, Offizierstellvertreter. Ter„Vorwärts" fügt hinzu: Der Entlassungsschein der ReichSwehrbrigade 16 liegt vor uns Er ist vom 16. August 1919 ausgestellt und hat oen Vermerk: Führung sehr gut. _ Der M i l i t ä r p a ß des Herrn Neuendorf ist ebenfalls in unseren Händen. Nirgend- sind Strafen vermerkt. Ueberakl lautet die Führung sehr gut. Von einer Degradation und einer militärischen Unterschlagung ist nichts zu finden. Danach Icheint nur ein-Z möglich: die militärischen Stellen, auf deren Auskunft auch Genosse NoSke sein Urteil stützt, haben sich eine Verwechselung zuschulden kommen lassen. Der Neuendorf, den sie der Oesfentlichkeit im Bilde seiner Vorstrasen vorführen, ist nicht der Nciiendorf, der im„Vorwärts" die An- klagen gegen Reinhard erhoben hat. UebrigenS werden uneinige Zeugen genannt, die bereit sind zu beeiden, daß Obe�Reinhard die vom Wölfischen Bureau bestrittenen Beschimpfungen der Negierung und einzelner Minister getan hat... Im übrigen ist feitzuhalten. daß eS sich nicht um einen Fall Neuendorf, sondern um einen Fall Reinhard handelt. ES ist festzustellen, ob Reinhard die angegebenen Aeußerungeu getan hat oder nicht. Er selbst»hat in seinem hochfahrenden Briete an uns die B e s ch i m p f u n g e n nicht bestritten. ES werden unS Zeuaen acmeldet— die Liste, itebt zur Verrüauna—, die feetbnt wollen, baß er ste yetan W- Auf dlese MMellung ollein kommt«S an. Di« Abieugnung de» Wolffiche« BurravS hat kein Gewicht. Die Re-gierung hat also in leichtsinni- »er und fahrlässiger Weise die Ehre eines ManneS besudelt, um sich aus einer poiiti- J ch e n Verlegenheit z u helfen. ES gibt keine Entschuldigung für diese Fahrlässigkeit, sondern nur die Möglichkeit einer Reinigung. Dieter N o s k e, der absolut imfähig ist, auch nur im geringsten den reaktionären Umtrieben in der Reichswehr zu begegnen, der mit den Monarchisten— ein betrogener Betrüger— de» Konrpf Segen alle republikanisch Gesinnten in der Reichswehr führt, icssr Mann, der nicht etioa von einem sozialistischen Standpunkt. sondern vom bÄrgerlich-repulblixanisä�en seine abso- tute geistige»ab moralische Unfähigkeit eaviefen hat. der muß endlich w e g I Nun wissen wir wohl, daß diese Regierung neben ande- ren wilheliininischen Traditionen auch.die übernonnnen hat. einen Minister, der angegriffen wird, erst reckt im Amte zu behalten und wir schätzen wohl den Herrn E b e r t rieb- rig ein, wenn wir vermuten, daß er seinen Freund Nos-ke, mit dem er eben so säwnr Reisen getan bat. möglichst zu halten suchen wirb. Wir selbst lwben auch gar kein Jnter- esse, den Noske verschwinden zu sehen, dessen Politik uns täglich tausende neuer Anhänger zufuhrt. Aber es ist ein geradezu unwiderstehliches Reiniichkeitsbedürf. vis, daß dieser Mensch endlich aus dem öffcntlicl>en Leben verschwinbct. Wir wissen, daß damit noch nidrt viel gewonnen ist, baß auch, wenn Noske gebt, die Noskepartei bleiben wirb und der Kampf weilergenihrt werden muß- Aber wenn man von dem Noske befreit sein wird, so wird man wenigstens das Gefühl der tiefen Be- schä m u n g los, m einem Lande Politik machen zu müssen, trv so ein unwürdiges Subjekt eine so' k Vorragende politische Rolle spielen kann l Versammlung des reMdl kknlscheü 2 öWeibaud s. Der Republik an ische Fuhrerbnnd veranstaltete gestern abend lm Herrenhaus eine stark besucht« Kundgebung. Nach der Eröffnung durch den ehemaligen Stadtkommandanten Fischer, erklärte Mülter-Brandenburg, daß der Be- stand der Republik von links und von rechte gefährdet sei. Vor ollem die Leute auf der Rechten arbeiteten mit allen Kräften an der Wiederherstellung der ÜKonarchie und ihr« ZersehungS- arbeit im der Reichswehr mach« gtosz« Fortschritt«. SKetn dürfe stch nicht darüber täuschen, daß die Organisierung der Gegenrevolution immer weiter v o r a n s ch r e i t e. Daß zeige der Fall Reinhard und vor allem die Unterdrückung der mit W-isien und Willen des ReichStochrmmisrerS Noske er. scheinenden Soldatenzeitung.Reichswehr' durch ein« große An. zahl von Militärbehörden. An deren Stelle werdem unter Miß- brauch der amtlichen Mittet Blätter wie die.Deutsche Leitung' vertrieben, die ganz offen an monurchisti« scheu Fahrwasser schwilnmen. Wer fich heute in der Reichswehr zur Republik bekenne, werde mit allen Mitteln derfchgt. Brief«, d« Dem R.?. B. an Mtlitärperfonen ge. richtet' wurden, seien gegen alle» Recht geöffnet worden. ES sei bereits so weit, daß mehr und mehr alle Führer, die (Ich nicht offen zur Monarchie bekennen, ausgemerzt würden. Dar R. F. D. wolle demgegenüber nicht de Ausstoßung der Offi- ziere, die im Herzen Monarchisten seien, aber er verlang«, daß alle die beschworene verfasiung treu innehielten. Wer sich offen an den monarchistischen Treibereien beteilige, müsse entfernt soerden. Seit Willhelm IL nach seiner Flucht da« Heer vom Eid«nt- fcmden habe und der neue Eid auf die Republik geleistet sei, gebe es genug Männer im Voll, die mit ihrem Mut« die schwarz- jtot-golden« Fahne verteidigen würden.(Siürmischek Verfall.) Da-irn sprach der demokratische Abgeordnete Nuschke. Die republikanische Verfassung habe au» den Soldaten gleichberechtigte StaalS männer gemacht. Allerdings feien dafür auch alle Sonder- «echte wie Standes- und Ehrengerichte und da? Militär-Strafrechl aufgehoben worden. Die Verfassung habe die wirklich« Demo» lkratie zur Tat werden lassen und damit jedes Recht auf Revolution peiit, mmen. Andererseits sei«»«in« Beleidigung der politisch Deiichendan, wen» jetzt von den besseren Zeiten unter der Mon-I archke gesprochen veive. Da» Elend de« jetzige» Zeit seien Aas- strahlungen de» monarchistische» Zusammenbruchs. In einer persönlichen Bemerkung erk.ärte bcr Ofriziecslrllder- trcter Neuen dort, daß die amtliche Meldungen, er sei»ichr- fach vorbestraft und wegen Unzilverläjstgkxit aitS der Reichswehr entlassen worden, völlig unwahr find. Nach seinem Mtliiär- paß ist er vielmehr mit der Führung-sehr gut' entlassen worden. Hauptmann Meyer vom Bund Neue? Vaterland erklärte unter starkem Beifall, daß die Verfassung sehr unzu- länglich sei und geißelte, daß immer noch Staatsbürger wegen lbrer politischen Gesinnung in Haft gehalten würden. Et» Leutnant wies auf das reaktionär« Treiben im Potsdamer Offizierskorps bim. Da» Tifchgespiäcki sei meist die.Erledigung' Erzbergec». Ein Hauptmann habe auszeforbert, Erzbergec zu erschießen; er werbe den Mörder sicher über die Grenze bringen. Ein anderer Offizier kenne die Person, durch deren Vermittlung Vogel nach Holland entkommen sei. Ein Kampagnicführrr gab einem Gefreiten den dienstlichen Beseht, für die Deutschnationale BolkSpartei zu werben. Gegenüber diesen unerhörten Vorgängen nnd den dunklen Ab. sichten der Reaktionäre, die auch in per Versammlung durch die Rede eine» Oberleulnanl» und einiger Zwischenrufer zum Au»- druck gebracht wurden, nahm die Versammlung eine Resolution an, sich treu aus den Boden der Verfassuag zu stellen und st« nötige n- sallS mit ihrem Blut zu vertcidtge». vsske nrö die Reichswehc, Von einem vcpublikantjchcn Offizier wtw uns ge- fchritbeu: SkoSkc hat in Dresden den EinigungSunwillen der Regie- rung mil �em Gespenst des.Spartakus' begründet, da! immer hinter den llnabbangjgcn käme. Er bal weiter gcsa�. baß er, wenn es gelte, das Leben von ein.paar tausend Tollköpfen" aus? Spiel zu setzen, um 100 000 ruhigen Bürgern da» Leben zu reiten, er genau so verfahren würde, wie seineczeit in Berlin. Hamburg und München. Wenn er mit den.paar!nuser> Toll köpfen' sein« Kinder garben mevnte, so wäve di« Bezeichnung zutreffend, doch müßten sogar diesen Garden endlich Be- denken über ihr« Verwendung erstehen. ES ist jedoch zu be- 'ürckten, daß die Gegenüberstellung von ein»paar tausend Toll- köpfen' mit.hundcrtiausend ruhigen Bürgern' da» Bild kenn- zeichnet, da» im Hirn« de».sozialistischen' NeichSivchnntnisterS vom Kamps« der betrogenen Arbeiter gegen den Kapitalismus besteht. Herrn NcSke über die F ü h r e r w a h l zu belehren, dazu ist et zu spät. Daß ein ehrlicher, anständiger, tüchtiger Konservativer mehr ivert ist, a!» ein unehrlicher, unanständiger, tinküchti-ntr Sozialdemokrat, könnte Herrn NoSk« zugestanden werden. Das# aber in der Reichswehr ein ehrlicher, aniiändiqer. tüchtiger So zialdemakrat stets scblechier gualifiziert sein wird als ein ü h e I. beleumdeter Kons-ervativer,der von seinen politischen Freunden in ihre nächst« Nähe gezogen wird, scheint Herrn NoSkc entgangen zu sein. ES steht kaum in Frag«, daß die Regierun« dem Obersten Reinhard allerlei �u danken hat. Daß jedoch an einer, mit Hilft de» Obersten Reinhard kommenden Gegenrevolution d!« Arbeiterschaft schtfld wäre und nicht die oft genug ge- warnte Regierung, da» ist ein« Logik, die nur dem Hirn eine» NoSke entsprungen sein kann. TchukrEumen aufhängen. Man naiß shnen Per immerht» g*W Witz nachrühmen. * Der Kultusminister Hänisch hat mittlerweile in einem nriitl Erlaß sein« Ausfassung, welche Bilder zu enisernen s>� formuliert. Es heißt darin:.Zu entfernen sind nur nisse de« letzten Deutschen Kaiser» und Kronprinzen, nicht auch solche von Persönlichkeiten, dttti Wert und Bedeutung unabhängig von ihrer Beziehung*» � jeweiligen Staaisantoritm geschichtlich feststeht.' E« gibt unserer Auffassung nach noch eine ganze nationaler Größen, die weder den deutschen Geist»och � deutsche Volk insgesamt repräsentieren, sondern ftbißli� � militärisch« Gewalt. Diese Helden Hindenburg. Ludcndcrss Weddigrn usw. müssen ebenfalls entfernt werden. Die wl1' Jugend soll möglichst radikal von allen militaristtschen Vorbilds ftrngebalten werden. Der Kultusminister hätte um erzieherischen Wirkung willen seinen Erlaß auf alle Blut-� Gewaltmeufchen des militaristtschen P.eußenS ausdehnen Bild de« (ZhariiSer. vildersliim. Die Pom Kultusminister Hänisch«rngeordneft Eni- fernung der Kaiserbilder auS den Schulräumen hat besonder» die feudalen Sprößlinge der pommerschen Junker in flammende Entrüstung versetzt. Die Schüler der oberen fflöm« nastumklossen zu KöSlin verbreiten ein Flugblatt, in dem außer der Treue zum angestammten Herrscherhause noch die spezielle .Potnmcmfceiie' betont wird. Di« jungen Herren wollen durch engen Zusamenschluß durch vereinte» Vorgeben die Erfüllung ihrer Wünsche, nämlich die Rückkehr ihrer geliebten Hohenzollcrn. konterfei», erreichen. Man sieht, der Drang rMch Organisation, nach Zusammen- schluß ersaßt nachgerade alle lKreise. Auch die Junkersöhn« ver- schließen sich nicht dem Zug« der Zeit. Sie schreiten sogar schon zur Selbsthilfe, indem sie da» Badcbild Ebert-NoSke in den lln« wird geschrieben: Die Mitteilungen der Zentralwahlkommission über die � der erfaßten Betriebe und Besctästiglen ist den regte rung» listn'chen Saboteuren des reinen Rätegedankeus m die Giwdcr t* fahren. Nachdem der.Vorwärts' da» ErfassungScrgfbni»'j. Zritlnng tolgrichiviegen hatte, findet er jetzt die Spruche � y! und gibt den Zuschriften einiger paNeisrvmmer Gesitinuuö I freunde Raum. Er sucht das ErfassungSergebnid dadurch zu j* kwinern, daß et sein« Gewährsleute die Behauptung aufsnu� läßt, die erfaßten Attwilnehmer seien überhaupt n>cht worden. Die unabhängigen und kommunistischen Ardeiter- Betriebsräte, Fuitktrouöve usw. bätien auf eigene Faust die düng auSg führt. In einer Zuschrift de».VonvärtS' diese Funitionäve als.Verräter au der Demokratie' Temvgegenüber fei ftfigestrllt. daß die«cbtiter-»nl � triebSräte u sw., di« die Meldung«» erstattet haben, die iraglen d-r in den Beirieben beschäftigten Arlwitnehm� e und di« Meldung im Austrage und mit Zustimmung ihrer voogenomm«» haben. Außertunn ist in zahlreichen»ctrieW�. samnrlungen. dann aber auch in Ge�oerkschasliveriamnriuN'P1� J" die Meldungen hingewiesen worden, wi, auch der gesamte de» wirlschaitltcken RälefysteinS Hunderttaitscuden von Arbcw Skerbeu. «Kon Ladislaus Sa». EimzlO&ftechttgte veibertrogreng au» dem UiNyarifchM Vau Stefan I. Kt« in. (Nachdruck verboten.) Lch mAcht«, daß du dftfe Zellen bekommst. Möchte dich sehen. Möchte dich bei der Hand fassen und dich an da» llftr de» See» führen, wo wir daS letzte Mai zusammen gestanden. Di« Sonn« ykitt vom Berg, wie da» Streicheln einer warmen, tosenden, Müden Hand. An diesem Abend— denn eS ist abends— möchte ich mein« ganze Vergangenheit tn mir verdichten, möchte sie zu einem einzigen mächtigen Bild verschmelzen� mit all ihren trotzigen Forden, müden Melodien, gestraucheltem Willen, unerfüllten Sehnsüchten. Vermöchte ich«» doch jetzt zu erfassen, zwischen di« Sehnen der Finger zu pressen, in den Strahl meiner Augen pinzu fangen— wie iigendoin körperliche» Wesen,— da» Leben I Du lächelst jetzt. Ich sehe da» fern« Beden deiner blassen Lippen, das hervorblickende Weiß deiner Zähne. Du sagst wieder, ich lobe mft geschlossenen Augen. Sagst wieder, meine Gefühle weinen, wie ein« schlecht gestimmte Oleige, Tön« der Qualen. Daß ich mich in Visionen auslebe und wchi in Diten..Daß ich die Wort« nicht ihre» inneren Gehalte» wegen sage, sondern wegen ihrem Rhythmus, wegen ihrer Musik, und durch diese Musik q-u«llen ans mir die überschüssigen Energien. Durch nicht» vermochte ich, dich zu überzeugen. Jetzt aber strenge ich mich nicht mehr on. AIS ich von dir Abschied nahm, ol» ich sagte, ich sehe dich zum letzten Mal, da haßiest du mich dielleicht catch, denn du glaubtest, ich tauche nicht unter da» tief- yanze Geheimnis dieser Worte. Und doch zuckle ich, mit dem jstrsticken ringend, im Tränenmeer dieses meine» Glaubens. Von Kämpfen schrieb ich dir Wang, von Kämpfen, die nicht dn Innern wogen, rauschen, toben, sondern wirkliche Kämpf« stnd, an den«, jede' Muskel, jede Sehne, jeder Nerv teilnehmen. in denen jeder Teil und jeder Atom de» Körper», die Lunge >ybenso wie die Haut, das Kreuz ebenso wi« die Gelenle mit bi» xm@ Zerreißen gespannter Kraft ringen. Ich sprach dir nicht von Gefahren, da ein raschere» Herzklopfen, eine müde Gebärde olle» verraten, alle« preisgeben, alle� zertrümmern kann. Ich kroch dir nicht von Entsetzen, die einem hier, im Dtck'cht der Ruinen, cniflmie.cn: zwischen zertrümmerten Rotationsmaschinen, M kohlten Mühelstücken und zesrissenen Menschen/s« tzen. staber all die» berichtete ich dir wicht. Vielleicht an* Furcht, daß in den Worten di« wahr« Farbe der Wirklichke-it verloren gehen körnet«. Oder vielleicht, weil, einem geheimnisvollen Be- fehl de» Schicksals zufolge, unsere falsch erkannten Eigenschaften sich unbemerkt während unsere» Widerstreben» im Kampf gegen das Erblicken, gegen unseren Willen, aber mit tödlicher Sicherheit, umwandeln, sich während de» Formen» für da« Auge de» Be- trach.er» für sein« wahrnehmenden Nerven verändern. Ich schrieb dir nicht, dorm da ich wollte, daß du mich wirklich sahen mögest, so, wie ich bin, beobachtet« ich mit grauenvoller Nüchternheit, daß ich mich trotz aller Anstrengung, trotz meine» Willen» schier mit magnetischer Kraft zu einem Fremden verwandelte, zu einem frenrdon Menschen, einem Menschen, wi« du mich gesehen hast. Diese» Bewußtsem lähmt« mich, machte mich schwach, feig. Dmn ich'.bt« dich Sei mir nicht böse. E» sind die» einige Stunden de» Au»- gleiche», di« düstere Stille, in der ich den schwermütigen Herbst- abend bwß ahne. Tieft etlichen Stunden umschsftßen für mich di« Unendlichkeit, den Aufbruch, die Ankunft, di« gAhnende, bobcn- lose Schlucht: da» Lebe«. Mein Leben. Den Kranz der Tage, au» denen Jahr« wunden, Frühlinge und Sammer, Wollen und verzagen, Worte und Taten. An dieser Ruin« stehe ich jetzt. Stet» wollt« ich handeln. Taten vollbringen. Du glaubst«» nicht, Tanja. Di« Wort« waren bloß Köter, di« den Willen begleiteten. Oder Zugvieh, da» die Tat in ihr Joch spannte. Du wolltest von mir bloß glauben, ich sei einfach Walther Schick, Doktor der Philosophie,«in vlerund zwanzigjährige« erwachsen-:» Kind. Ich trennt« Theorie von Wirklichkeit.— doch sahst du di«» nicht. Ich bikdet« mir die Begriff« meine« Loben«,— doch glaubtest du die» nicht Glaubtest m« nicht einmal, als ich zagt«: .Die Revolution ruft mich!' Glaubtest nicht, daß dft» ein. bewußter Entschluß zur Tat sei, oder vielleicht noch mehr als die«:«in TcDe«sprang in den Sprudel der Ereignisse. Du dachtest damals nicht an da», woran ich dacht«: kämpfen und fallen. Ich bin heut« etwa» verworren. Mein« Gedanken fliehen heute nach allen Richtunoen, wft Blut au« einer Wund«. E» steht heute nicht in meiner Macht, sft zu erfassen, in da, Joch meine» Willen» zu zwingen. Warum? Ist doch so einfach, schier handgreifliche in» Auge fallend, wa» ich dir sagen möchte. Ich liebe dich. Gar viel sann ich schon darüber nach, von welcher Zusammen- fttzung di?'«» Geftihl sein nwtx— woraus ei gebildet, wovon e« erweckt, wovon eS angefacht wird?— da» in mir so zu strahlen vermag, wie ei» Regen Vogen am Himmel. Was für et» uumerk- und Angestellten dmgetragen worden ist. ES wäre ja auw~ � sinn, eine umfassende Organisation de» Proletarial» vocz:M<� ohne di« Arbeitnehmer darüber zu orientieren. Wenn die BertrauenSleu!« des.Vorwärts' von � der Demokratie' reden, so mögen sie gefälligst vor der Türe kehren. Wo sind denn z. B. die Mitglieder der schaften gefragt worden, al» die V-rbandSleikung über bir j der Mitglieder hinweg Gewerkschaftsgelder in K*' � an leihen festlegten, oder wo ivar da» demokrarsche � als di« Generalkommifsiop der Gewerkschaften ftinerzeit pa/® � de Mufti die 9 Millionen Gewerkschaftsiii i tglieder dem fa Bund für Freiheit und Vaterland auslieferte! � Nein, durch da« Rätesystem muß gerade dem Ende gemacht werden, daß die Arbeiteimassen wie«in« H3' � Herde der GeweckjchafiSbur-aukratie gedaufttitoS nachlauft�.f� mit wird aber auch die Herrlichkeit den regierungSsotP�i Parte ilakaien ein Ende haben. Mangelnde Laglk. � In Hamburg Ist gestern die 11 Generalversa�� l u n g de» Bunde« deutscher Frauenv«re>� zp öffnet worden, der alle Bestrebungen politischer und � beii in der Frauenwelt umschließen will. Nach der durch Frl. D r. Bäumer sprach Frau Elisabeth mann-Gotthei ner. Sie sieht einen Widerspruch daß der deutsche Staat, dessen erste Tat nach der Revolul'® � Verleihung der völligen politischen Gleichberechligung an wor. oie Frauen mit rückstchlSloftster Härte jetzt vom Ardc> verdrängen will. E» werde den Familienvätern bald 0�1 unmöglich sein, bei den ungeheuren Steuern, die un» � werden, fortan die Kosten der Lebenshaltung der Fanu � � zu tragen. Der Ueberschuh an Frauen ist stark vergroßck- die im Krieg« gefallen«» zwei Million« ZA liche» Wogen die» ist, das von irgendeinem geheimen Pal Leben» aufbricht— au» einer närrische» Gehirnwuchung � und z» dir gelangl �, Ich dackue dariiber schon viel noch, in dftft« in« schwarzen Zeilen- darüber ich«: pein. sind da? ausströmend« Blut der Adern- � Große» und Erhabene» mächt« sch für dich niederschrea'e � Gedanken, der lebt, dessen Bewegungen du sehen kan"ch erbeben macht wie ein scharftr, bezaubernder lPlick, der pfl Leben besitzt wie dos Kind, das au» dem Schoß tibhstlli pjA kommt in den ich mich au» dftftr versallenen gchl- rette in die Ewigkeit, der nicht untergeht nicht zugr- vernichtet werden kann. Hier schlage ich, auf diese» Papier, die Petsckxrsi � Hier atme ich mein« Seele, In dieft tote Plotcr'< � alle», wa» ich bin und war. Diese» Briefe» Materie � sacn'' ich bab« alle» au« mir in ihn hin übergebracht; nu* Fa�. hi» den Hau» unter» sichere Dach. Di« Schrift kann jchr'' ,« lftren, da» Papier kann fahl werden, aber dennoch in ihm enthalten, selbst wenn er verloren geht« 1 �hjclt Asch« verkohlte. Dft Materie wird nicht zunichte-- ji dft Form, Wenn du in deiner zitternden Hand diesen stehe vor dirl Vrftk I WW üliaiifti fti« i"ii)i illMKT iif«iliiOTJff7 1 enorm« Zahl der ttr««g,b« schädigten, "« nitmnle in der Logo sein werden, an» eigener fiwji eine &ilie zu erhalten. Auf 1000 Viänner Knien heute 1155 Frauen. Zungen im ehemündigen Aller Die Ltednerin fatzte ihre Forde- folgeiidermatzen zusammen: A. E« sollen gleich- selige, gleichlange und gleichgradliche Beruf»- •ordilbung für SKännet und Frauen eingerichtet werden. ' Die Erfüllung der Forderung: Gleicher Lohn für gleich« Leistungen. C. Du» bcwuh!« Hinarbeilen auf ein« Organische Arbeiidleilung zwischen den Geschlechtern. ndoch ohne die Beschränk u-ng der Frau auf die formten spezifischen Frauenberufe. Otft u pr'JUen„ langen. '»n a I sage- D. Die Erziehung der zur Berufsorganisation. EL Mitarbeit der bei allen beruflichen Jnteressenvertre- F, Die genügende Beteiligung von Frauen I e n Stellen, zie mit sozialpolitischen M a ß- "® h m c n, betreffend Frauenarbeit, zu tun haben, in»« besondere die Berufung von Frauen in die Arbeit». Ministerien und Erhaltung der Frauenreferate. AI» zweite Rednerin sprach Frau Gertrud Israel. Sie der» i in ihren Ausführungen im besonderen die Interessen der leiblichen kaufmännischen Angestellten. Sie �eist mit dem Bemerken, daß der Fentralverband der Oonblungage Hilfen in terroristischer Weise sich freste Anhängerschaft in den weiblick»en, berufstätigen Krei- Kt\ pffchaiseji habe.' darauf bin, hast in allen gemi lebten BernfS- btereffenvertretnngen die Franenangelegenheiten benachteiligt Metden. weil der männliche Einfluh überwiege. Die Rednenn Modert die Krauen zu einer festen Organisation auf he. l i ch e r Grundlage ans, die durch ein Kariell sämtlicher Leiblicher BerusSverbände erweiten werden mühte. Für die g�anen im freien Arbeitsverhältnis verlangte die Rednerin dnS Mitbestimmungsrecht beim Arbeitsvertrag und im �irttchaftsprozest, beim Abfchluh von Tarifverträgen, weiter die jOcldten von Fronen in die Scül xbt u n gS a> i S schil sse, die Wabl für _' Betriebsräte, Beteiligung bei den Arbeiter, und Angestellten- "�•iebiilfen. namentlich von Frauen in allen entsprechenden Mertre+ungen. 60 bedeutungsvoll und richtig die Darlegungen der rZ'" Rrdnerin waren, so wen ig logisch schli-stt sich die Auf- �ssviig der ziveiten Rednevrn bem an. Wenn die weiblichen liste stellten einen enerzisch'n Kampf zur Erlangung der von vrc"i Altmann-Llottbeiner umschriebenen Forderungen führen 0(K st» ist d'e erste BorauSietznng dafür, dah sie sich nicht als -lchwächere«" Geschlecht neben der Männenoelt, sondern al» ligehz�j�e einer Klasse fühlen, und doh sie aus Grund i!er Erkenntnis den Kampf gemeinsam mit den Arbeitern und M�nlichrr, Angestellten in geschlossenen Organisationen führen. � von Freu F< ra e l geforderte LoSlösung der Arbeilerinnen Klö weiblichen Angestellten und der Arbeiterinnen von den go insatnen Organisationen, könnte nur nachteilige Folgen ?°ben. Sie würde die bereit» bestehenden Orstantsationen «er. und damit einen grasten Teil»er bisherigen Errungen- �ren unp Damit ein'n Wrftfn zunichte machen.!o dast manche« von dem, wo» Frau � l 0 e I forde«, wieder verloren gehen würde. So trefflich die 5°lnen ihr« Ziele zu formulieren verstehen, so ungeschickt ™ sie in der Wohl ihrer Mittel. E'v politischer Mord. iin au*® f f< n gemeldet wird, ist an einer etnkamen Stell« �clbe bei Remscheid der Kommunistenführer Hammer �.�istefundeu worden. E« wird vermutet, dast er von seinen �'tischen Gegnern ermordet ES wird vermutet, ,-' 1 cq« n is r g n e r n ermordet woi orn>n. �'ine der stärksten Ststhen der kommunistischen Bewegung ) T � r, P, f__«'. a /*>. CT*__ �..X. A V..£.—_ m u r; rS** M 1 1 V. ,1 worden ist. Hammer I»»---' v—-yr——------,, itn f,.•-mengebiet Der Verdacht, dast er ein ähnliche» Ende ge- st- hat. wie die Besten der kommunistischen Bewegung, liegt dol, gebort fa zur Denkweise der kapitakisti scheu Re- »„-��iggegner, daß Kommunisten vi« Hunde erschlagen werden �lleeme'ner KohlenMetterflre'k lu Amerlka? . T. ll. Haag, 15. September. »Uf I, � Delegraph" meldet au» Ohio: Am Dienstag wurde Riem*®0n�renä der vereinigten Bergarbeiter vom Prä- 'kn Lewi» ein allgemeiner Kohlenarbeiter- st f■ncroi» ein allgemeiner«= �5le o'" gestellt, wenn kein Abkommen hinsichtlich er- und verbesserter Arbeitsbedingungen erfüllt würde. P f|orl>er' den sechsstündigen Arbeitstag, erhöhte Löhnung und ___ 0"tlidhung der BergwerkSgruben. fÜY � W. ich bin ein Gefangener. Wie soll ich dich über den Weg hj,,/"' durch die schwindelerrezende Naserei, deren letzt« Station ditj nicht an di« KerkeibZhlen schlechter Roman«. E» ist erträgliche»©rübchen, erfüllt von etwa» abge- �ipc � �peis'ngeruch, dem aiiSstvömeiiden Dunst de» dabe einen bequemen Sessel,«inen Tisch, Tinte, teste''»Liaretten, ein« Flasche Wein, auf dem Teller Speisen» "V. eintx �'nndt babe ich gegessen. ItgjjjL vor einer Stunde habe ich gegessen. Di« Zäbne zer- T«;" t�gel inästig, zerkauten wonnevoll, zerstücklen die Speise. «pf. �tnmtengcsichvumpfte Magen h gierig da« Eiwei«, da» Fett ".e auf, oerzehrte, verbrannt« sie und zab sie. mit. db»» v.. zufrieden, den Lqmphgefästen weiter, dem Blut«. 'm-■>.~-.r----«m, r.nS •ti»« V zufrieden, den».'ymppgemzen weiier, it». itiistt s- biaucht, den Kot den Därmen. Die Organe sind �iit, �ni, mental, sind lebend« kleine Maschinen, die ihre Arbeit �diuej,°»errichteten wie sonst. Keinerlei Ausnahme, keinerlei "•"'—«Tvi, Shmoe saunt die Luft '�veiäV"l<'. ,'Crr'®tcron,.......... jj-"•'einerlei Gefühlsduselei. Die Lunge saugt die Lust i�ich. da» notwendige Opigen au», übergibt e« dem Blut, jhit;.. m Herzen, da« ebenso pocht wie sonst. Und dies« Lintn;»■ �"fchinerie nimmt da» mistet« Leben nicht zur u»!,,!.'st e» gleichgültig, ob die Sonn« scheint, ob ich �''•Tio 7i'"" 1,1" knexvguiiig, av------ P. jgfi jr, vb ich glücklich b,n. ob ich etwa» erwarte— alle», beix.!, ll'eichgültig Si« nimmt nickt» zur Kenntni», auch "de. iingebeure Ereignis diese» Tage» nicht, auch .% t"d nicht, an dem ich hier fiebernd sitze, nickts, nickt»... der Sonn« kann versiegen, Enttäuschung. k* in A, den Men'chen befallen, aber der Magen meldet Begebenen Minute dennock mit seiner profanen PeMr�'- �<,rt'0W. ich habe meinen Magen heute abend ebenso ,«Of � lvnst- �ftt„,v�' Dogen wurde ich in diesen Raum gesperrt. Die» '"'-■— cm.c.nttirfien mzy-...... M � dq» � daran, dast ich bin. wie ja an dem Wesentl'cken r/iti ändert«, wenn diese chemilck« Zusammensetzung: fgAtiifr und Änderte, wenn öifle aKmua* n tn �"ich! mehr wäre. Ich bin auf diesem Papier und . tsi fr �eRirnfanimtr, im erwachenden Bewusttsein, im In. *r— rtfi dm,". �dirnkommer. im ertoomeniTr,.............. Mebi�, wttfcnb und aber taniend Mei:''cken entHallen. Mein o�'titd da» Denken und daS Leben v-rn tankend und aber ' t.r.x.,.,-in*#mitne Biene, die den "Usi.A"«»«)entfn uno w»...................—- defru�l.«TT:« • HR v V,,»v:/Tn PTfrua/iri« det ül" Leben» von Kelch zu Kelch trägt. M ch kann man nickt »ttt, denn ich lebe in tausend und aber tauiend trotzigen �»sinnigen Menichengebirneu.. tSckluk'olat.) Sie Erschiestnug der Nliucheues KeW vor Gerichl. Die Anträge der Slaalsanwaltschast. In der Heutigen Berhundlung begannen vi« Plaidoyer» mit folgender, soft vierstündigen. Rede de» SiaatSaiuval! Hoff» man»: Wenn dereinst unser große» Zeitzzeschehe» mit seinem Gäre», Brausen und Toben Geschichte lein wird, dann werden die Enkelkinder unsere» jetzigen Geschlechte« de» Rühmen» und StivunenS gewiß voll fem von jenen Helden teilen und jener titouenkasten Kraft, mit welcher die Deutschen über vier Krieg»- jahie gegen die erdrückende Uebermacht. gegen ein« Well von Feinden gcjtonben haben. Die Schlucht ist vorüber,»et Krieg verloren. Aber der scheecküchst« oller Kriege, der Bruder» krieg tobi fort in unserem BatetUrnd. Er unterwühlt da» ganze Reich, von dessen Grenzen wir die Schrecken de» Kriege» ferngehalten Hatten. Wir sind besiegt. Aber da wird uirser Vaterland auch noch zum Schauplatz der schrecklichen Talen, jencS fiA-.x.x.t. V......» t• r.-, r.»/-.'" w firiogSgosaLgc», das aus feigem Versteif Heran«, von überall und nirgends her un».''''-- bekriegt, jener Wesen, für die wir im Tier rech selbst keinen Vergleich finden sondern für daS wir zu ihrer richtigen Bezeichnung ein ausländisches Wort heranziehen müssen: Hyänen de» Schwchlselde». Eine Tat diese« Gepräge», der elendesten Leichenstedtderei, von(wchem Gelichter umersleht Ihrer Aburlrilnng, der Geiselmord vom 80. Ap t il im Luitpold-® bin- nasium. De Zuständigkeit und Rechtmäß gkeit de» VolkSgerichi» begründet sich von Wchl. Von seinen neuen politischen Faktoren bestellt, ist diele» VoltSgericht geschaffen und bringt den Willen de» Volke» mwerkür« zum AuSdknck. Die Mehrzahl seiner R ich'.er siird Laien. Zwei Juristen stehen drei Laien gege.mbber und zur Verurteilung der Angeklagten sind vier Stimme» nötig, Die zur Aburteilung stehenden Taten sind Mord und Beihilfe dazu. Kein Kampf fand dort statt, wo diese Tat geschah Im hund»gemelner Weis« wurden wehrlose Menschen hi ngcfthlachtel and kein Schein von Rechi uinn'bt die Tal, die verübt wurde von Mördern Meuterern nitd Plünderern; nicht einmal der Versuch wurde gemocht, die Erschießung der Geiseln aus eine RechlSgriuidlag« zu bringen. Kein richtige» Verhör, keine Feststellung irgendwelcher Schuld fand statt. Man wiro Ihnen, meine Herren Richter, vielleicht viel zu erzählen versuchen von der fücvijieriichen Gefährlichkeit der Thule�Äesellsägst. Aber selbst Herr Dr. Liebknecht hat am Schlug der Bewei* aufnähme nicht ohne eine gewisse Feierlichkeit festgestellt, daß irgend ein Verschulden der der Thule-Gesell'ckast angehörenden Geiseln in keinem Punkt erwiesen sei. Wer hält» den Mut, von einer Schuld de« greisen Professor« Berger oder de» Frerhmn v. Tenkert, der Gräliii Böestarp, de! Prinzen Thurn ivio Tari». Di« sind in größerem Maße allesamt i htel Atel« Opfer geworden. Ein Diamant ist ein Prinz in iwserer Hanh— erklärte einer der Haupts ülwer und so ist auch der Prinz nicht al» Thuleinann, sondern als Prinz eischossen worden. Feige hinter den Feldküchen ist gemordet worden, nicht an der offenen Front. Geiseln werden erschossen, hiest e«. Ob e» Plünderer oder Unschuldige waren, danach wurde gar nicht gefragt. So wenig wie danach, ob sie jung oder alt, ob sie Masin oder Frau, ob sie Aiitiserniten, wie die Thule-Leu tc, oder, ioif_ der Professor Berger, seldji dem jüdiscs>en Glauben mi- gehörten. Dos alle« war gleichgültig für die Mörder. Der Oberkommandant Eglhofer kam dircki au» der Marine al»enispru n gener Sträfling nach München. Der beutige Haupiangetlapie Seidl war überhaupt nicht Soldat, son- dern dieser Kerl, der sich wegen kaouller Nerven von seiner Dienst- stelle halt« beurlauben lassen, nachdem er dor! Lohnlisten gefälscht halte, eine hier landfremde Kraft, wurde uns au» Sachsen über dem Ilmweg Triesi hierher geführt. Als Seidl ins UnterfuchungS- gefüngni» eingeliefert wurde, war er natürlich sofort wieder krank. Der Selbstmörder Hauhmann, der zwei!« Kommandant, war ein verbuinmelter Stratzenbahnangeftelllcr. der dritte Kam- Mandant Pfister ein Bdrnsch, der bei der ersten Erschießung be- reite einen Nervenchoc erlitt. Der Angeklagte Schicklhofer leidet a» Syphili» und Alkoholismus. Er ist geistig minderwertig. Der Angeklagte Feümer war Zuhälter, Hehler und Betrüger. Der Oberschreiber Hesselmann mit seinem abgetakelten OffizierSrock und dem Monokel ein„großer ffilmtchaiifpicler", der in Wirklichkeit von HeiraiSschwindelcien und Diebstählen lebte. Der Herr Kantinenwirt Josef Seidl war wegen LaudstreichenS, Diebstahl iind Fahnenflucht vorbestraft. Ein Landstreicher ist auch der An- geflogit Huber. Volk! ist wiederholt wegen Diebstahls vorbestraft. Pürzer«in Psychopath, und sogar den Türsteher de» Herrn Kom- inandanten Seidl halle man frisch von der Feld-Grablompagnie bczogen. Wirklich, eine feine Gesellschaft für die Ausübung der höchsten Komniaiidogewalt in München. Und dann noch ein kleiner Beitrag zur Krimiualogie de« Falle». Sieben der Angeklagten sind unehelich gebore», zwei leben in zerrütteter Ehe. Denen kann man den Angeklagten Fehmer als drillen zurechnen, dessen Geliebte inzwischen einen anderen geheiratet Hai und ihm noch immer LebenSinittelpakeie schickt. Drei weiter« Angeklagte sind minderwertige Psyckwpathen. Eglhofer war zuletz! gkößenmahn- sinnig. Und o!S der große Wellkrieg ausbrach, sind überhaupt erst Pier der eingeklagten bereits volljährig gewesen. Zwölf von ihnen waren damals noch sehr minderwertig. Was Wunder, daß diese Spitzen der Behörden im Gymnasium alle» drunter und drüber gehen ließen. Da wundert un» nur noch eines, daß närnlich da» Überlebens- große Bild des früheren bayerischen Regenten völlig unversehrt und in dem großen Goldrahmcn hängen geblieben ist, welches die Aula de» Gymnasium» ziert und in bezug aus>doZ ein Re sich en von Ehrsuräst vor der großen Vergangenheit sich in da» Gymnasium eingeschmuggelt zu haben scheint. Ein Sonnen- blick s!> aber dann gleich wieder dunkler Schalten. Ein Blick ans die Bebandliing der Geiseln. Wir erinnern un» noch einmal aller der Brutalitäten bei ihrer Festnahme, Vorführung und Hinrn> lng. Gestoßen, gepiügell, von Todesdrohungen umgeben, mit allen Roheiten gehaßt, sind sie zur Richi statte gegangen. Man zerrte sie zur Nichlstätle, die Husaren unter der Beschimpfung NoSke-Hunde, den greisen Berger al»„alten Lumpen" und die Gräfin Westarp al»„alle Hure und Sollermensch." Die arme Grafin, die im Leben nicht Ruhe und Frieden fand, wurde auch im Tode nicht von diesen Besuea geschonl. Und der Herr Seidl, der von den Gefängniswärtern nicht anders, als von Folterknechten und vom Tyrannenblul der Bourgeoisie so viel zu erzählen weiß, spricht nicht ander«, al» von der„Hnre»nid dem Sollermensch" Selbst die Tote wird von den Rohlingen noch an dew Beinen in die Höhe gehoben, ein F.-sstriU-wird ihr in den Schoß verfetzt und man speit in ihr Antlitz. Noch einmal möckcke ich betonen, daß auch keinem einzigen der Erschossenen irgend ein bürgerliche» Vorgeben nachgewieien worden war. WeShalbalsogeschah d- r Mord? Au» der blut- dssritigen Stimmung der Verhetzten bernu». Gewistl Aber wir wissen auch, dast geheimnisvolle Agitatoren umhergingen, hetzten und sckiaten, dast sie Blut und Tod predigten. Bei der Ein- liefemng der Thiile-Leute war noch leine Rede von Erschießen. AIS ich die Vorunteriiichiutg in dieser Sache unternahm� war angeblich kein Ueberlebender der Slei'elerschiestnngen mehr da. Seidl sollte tot sein. Levicn war verscknonndQn. Leoine-Rissen fest- genommen.— Der Staatsanwalt schildert dann anSsühcHch die Gründe für die Festnahme aller 16 Angeklagten und stellt fest. daß in einem Nackwerfabren eine große Anzahl weiterer Ange.- Magier in Erscheinung treten werden. Da» zeige, wie vorsichtig er vorgegangen sei. Mit ieiner H-nrichning habe Vevin�-Nissen leine Schuld«neb an diesen Mordtaten gesühnt. Levien befindet ficki gn scheinend in Sicherheit. Der StaatSanwolt versucht dann nachzuweisen, daß der Haiiptangeflagte Seidl unbedingt al» Ktnn- in an den r de» Gymnasium« anzusehen sei. Er babe nicht nur olle Allüren de» RöuberhoiiptmonnZ an den Tag gelegt, sondern sei auch von sämtlichen Angeklaglen und Zeugen übereinstimmend al» Fsthrer bezeschnek worden. Wucht et fek esn Tkrtoftemer, rari Leoien, Leduie und Axelrod. Er habe di« Bayern zu belehre» gesucht, wie sie ihre Freiheit erkämpfen müssen und habe mit allq Kraft die Blutpeitsch« nach französischem RevolutionSmuste,r gg schivungen, während Levien die asiatische Methode angetvandt Hab»! Kein einziger Bayer babe sich unter den Hetzern befunden. und er, der Staatsanwalt sei gespannt, wa« Herr Dr. Liebknecht au« P r e u ß i s ch. B e r 1 i n zu den Leistungen seine» Mandanten sagen werde. Rechtsanwalt Liebknecht ruft etwa» daztivischeru Vorsitzender: Ich dulde keine Zwischenrufe der Verteidigerl Da Liebknecht: Ich wiederhole: Da» ist ein schmutziger Anwurfs SlaatSanwalt fortfahrend: In seinem Kassiber beschuldigt Seid» seine bayerischen Genossen der Untätigkeit, weil sie ihn nicht b«- freien. Und ich habe ein de- und wehmütige» Bittgesuch an de» Herrn Ministerpräsidenien Hoffmann vor mir liegen, von dem ix einst behauptete, der hetzte mit NoSke, zusammen die preuß'schest Bluthsinde auf Bayern, während derselbe Herr Seidl jetzt in eineiq Gewiiilcl all«'Schuld von sich weist und sich al» den Verführt«!! unh Mitläufer geriert. Er wagt eS sogar, um Verzeihung und Freilassung zu bitten. Da» ist in Wahrheit der Diklalor Sem al» überzeiugler Kommunist! 1 Der Staatsanwalt beantragt schließlich di» In uasawif Mo-rgenauSgabe wiedeogegebemen Urteil«. An die VerZmer UeMarbeiler. Dom MetallärHeiterverbastd wird im 8 mitgeteiiltl Dos Berliner MetalArirtell l)c( be-schlosseii. die in ßtzk Gencraiversammlung der Berliner Metallarbeiter eingesetzt« Ninfzehner-Kominission mn je einen Vertrifter der Orga» nisation zu verstärken. Diese KcmimWon ist mit der LÄ» tung der Metallarbeiierbcwegung beauislragt. Alle in de« Metallindustrie beschäftigten Arbeiter und Avheiterinn«»» sind verpflichtet, sich nach den Anweisungen dieser Kam- Mission zu richten. Alle ans die Bctvognng bezügsliclscn Maßnahmen in den Detrioben sind vorher mit dieser Ko-m» Mission zu besprechen. Auskunst und Besprechung mit der Kommission bis auf weiteres täglich in der Zeit von 10— 12 Nhr, Linienstraße 83— 85, II. Stock. Warreziminer, nur an Ob- leute bzdo. VertranenSperßonen, die sich als solch« i e g i I un i e r e n. Am Di 0 n t a g. bzw. Dienstag, finden in den vo« der Kommission destinnnten Betrieben Versammlung gen statt, die sich mit den Lohnforderungen beschäftigen« Am Mittwoch finden, falls die Forderungen der Slrtbeiterschcrst nicht bewilligt werden, in den den von dar Kom-nifsion bestimmten Abteilungen der Betriebs die nach den Statuten notwendige Abstimmung über ArideltKnleiderleg'ung sw tt. Gtumffchaftiiches. En Mg-Men-Tack>» d« beriiiin NelMoliuilrle. Die am lt. d. Mt». stattgehabt« außermchenlliche Hauptve«» sammlung de» Verein« Berliner Metallindustrieller hat den vov der Angeftellten-Kommission mit den Vertretern de» Angestellte» verbände» abge schlösse mm Tarifvertrag mich eingeheuida Aussprache, wobei sich di« Mem ungern schroff gegenüberstand«� gegen ein« sehr erhebliche M iad«rh»it ühre-W« aeht»a gung erteil». Dke Werkzeugmacher, Lehrenbauer und Werkzeugschleif« lehnen den Schiedsspruch ab. , I» einer überfüllten Versammlung nahmen die Werkzeug» macher usw. zum Schiedsspruch in der Metallindustrie Stellung. Knopf gab den Bericht: Die Gruppeneinleiluna hat den sonst sü» { unsere Branche noch annehmbaren Schiedsspruch zu Fall gebracht. Da» Streben der Unternehmer ging auf eine, Zersplitterung deb Arbeiter hinaus, wir wurden in«ine hohe Lohnklasse gesetzt, um die Werkzeiigschleifer oder andere Gruppen im Lohn herunter» drücken zu können. Wir verlangen Nachzahlung vom 27. August von der Gegenseite wird der b. September zugegeben. Der von den Arbeitgebern behauptete Wunsch der Arbeiter nach Akkord- arbeil wird von den Vertretern der verichiedemsien Betrieb« zurückgewiesen. E» sollen BetrieMversanimInngen stattfindem» welche sich mit den notwendigen Schritten zu beschäftig«« haben. Unter allen Umständen müssen wir Werkzeugmacher Solidarität ' üben und un# nicht al» Lohndrücker um eine» kleinen persönlichen ' Vorteil# willen gebrauchen lassen. An der Debatte wurde bat { Verhalten der Unternehmer scharf kritisiert, gegen da» Kollektiv» abkommen aufgetreten, und endlich mal statt Worte Taten vev« langt. Folgende Resolution wurde angenommen: Di« am 15. September tagende Versammlung der Werkzeua. ! macher protestiert energisch gegen die Behauptung, daß die Arbeiter im Akkord arbeiten wollen. Si« stellt fest, daß kein Betrieb die Zustimmung gegeben, verlangt weiter Lohnavbait» Die Anwensenden verpflichten sich, mit allen Milieln gegen di« Kollegen vorzugehen, welche sich trotzdem zur Akkordarbeit bereit erklären. Nachdem noch zur kräftigen Milnrbeil in der Organ I» sali an ermahnt, erfolgt« Schluß der bon Kampfedmut erfüllt«» Versammlung. Eine vranckenvrrsammlnng der Schmlcb» nahm den Bericht Ihre» Branchentester» über den Schiedsspruch für die Gruppe de« Schwede entgegen. Der Redner schilderte eingebend dem schleppenden Gang der Verhandlungen mit den Metallindnstriellem deren Ahsicki sei, die Löhne zu senken. Im der DiSbussion zeigte sich großer Unwille gegen die Herabsetzung der Schirrmoistor in landwirischasUichen Fabriken sawi« der Schirrmeisier an Fall- hämmern, Pressen, Schmiedcmaschinen usw. in die zweite Klass«, ebenso gegen in« Rangierimg der Helfet der kleinen Fettet in dl« zmoile Klasse. Die Leitung wird beauftragt, für Abschaffung dieser Mängel zu sargen. Zum Verbands lag nahm d!« Versamm- Inng ebenfall» Stellung; sie hofft von der zu erwar! Witzen Mehr» heil der tpposilion, daß da? Stadut grundlegend der heutigen Zeit entsprechend, umgearbeitet und an»a» Ratestssicm angelehnt 1 werde, z. B. dt« sosoriige Abberufung der Angestellten usw. De»- : gleichen erhofft Me Versammlnn� die Ablehnung der Arbeii» Lesen sie öle DD FREIE, weilt SS b&eute neul Xfcfl 18 Keule neu! _ _ Berliner Laubenkolsnisien! Am 31. Juli 1919 ist t>aS Gesetz Kleingarten« und Klein- »achtlundordnung sGeietzbl. Nr. 150, Seite 1371) in Kraft ge- treien. Auf Grund dieses Gesetzes ist das sogenannte gewcrbs- mäkige Gencvalpächtertum, der bekannte Berliner General- Pächter, abgeschafft. Pachtungen und Weiterverpachtungen können nur durch Anstalten oder Körperschaften des öffentlichen NechlS oder als gemeinnützig anerkannte Unternehmun- gen zur Förderung des KleingartenwesenS er- folgen. Die Berliner Landpacht-Genosscnschaft des Verbände» der Laubenkolonijien Berlins und Umgegend ist ein derartige? ge- meinnütziges Unternehmen. Sie arbeitet sert dem Jahre 1911 unter Ausschaltung eines Verdienstes bei der Verpachtung von Laubenländereiep und übernimmt auf Verlangen den Abschluß eines Pachtvertrages einer Laubenkolonie bereitwilligst. Meidungen betreffs Ländereien sowie Auskunft über dies Gesetz durch die Gescyäftsstelle des Verbandes der Laubenkolo- nisten, Berlin O. 27, Krautstr. 18/19(Königstadt 2155). Btlw Bade« ertrunken. Am Sonnabend, den 13. b. M., nachmittags zwischen 4 und 6 Itfir ertrank in der Badeanstalt in der Gemeinde Weißenfee der LOjährige Arbeiter Max Döbler. Dieser war des SchwimmenS nicht kundig. Die Tatfache, daß er in der Badeanstalt ertrunken ist, scheint auf ungenügende Aufsicht de» Aufsichtspersonals schließen zu lassen. Abends gegen 8 Uhr wurde das Fehlen des Döbler bemerkt. Erst am andern Tage gelang es, dl« Leiche aufzufinden. Jugendweihe i» Neukölln. Die nächste VorbereitungSstunde findet am Mittwoch, den 17. d. SR., nachm. 4 Uhr, in der Kindt- Brauerei, Hermaunstraße 214—218, statt. Erscheinen aller not- wendig, da Ausgabe der Karten. hen SrgMslMjmei!- Blirter Kreis. Am Donnerschag, den 13. September, ofcev.b» 7 Uhr, findet bei Docker, Wsberstr. 17, die konstitmerende Cr-eneralsersamm- hwig des R. Distrikts statt. Es gehören dazu die Abteilungen 14 bis 20 und vom fünften Kreis die Stadtbezirks 105 bis 291.— Für den 8. Distriki findet die DersOTivmlung in der Niehhofsbörf«, Eldenaer Straße, statt. Dazu gehören ine Abteilungen 30 bis 39. 4. Kreis, Kvpeni-ker viertel. 7. u. 8. Ableitung. Di« Genossin- nen, die an der Beerdigung der Genossin Bernhard teilnehmen wollen, treffen sich Mittwoch mittag um 12 Uhr Mariannen-Ptatz. 8. Krei», 12. Distrikt. 4. u. 5. Abt. und Teile der 3. u. 7. Abt. Donnerstag, den 18. September, 7 Uhr, Echulauw. Dleimstraß« 48/49: Distrikt«- Versammlung, Dr. Htlferding: Ueder Parlcrmenterisnrus. Chart ottenknrg, 8. Gruppe. Domnerstog, 78. September, adeiid« 7 Uhr, Bersammlung in der Aula Wiabestraße. Vortrag des K»»- Dr. Hertz über Arbeiterrät«, Partei und Parlamenäarisanis.■" 4. Gruppe. Aus Aniatz der Funktionärsitzung fällt der Eltrazah» abend am heutigen Dienstag aus. Niederfchönhaufen. Eine Märchendorlefung im Freien, der- anftaltet vom Brldungsausfchuß, findet aberinal? am Donnerstag» den 18. Sepiember, uachmittags 3% Uhr, im Garten Lindenstr. 1?, statt. Eintrittskarton ä 20 Pfg. sind zu haben bei den Partei» funktionären und bei Wäsche-Günther, Lindenstr. 35 a, Schultz Cbarlottenitr. 65, Konsumgenossenschaft, Kaiser-Wilhelm-Str. Ju, Medccke, Uhlrnkdstr. 8, KitowSki, Uhlandftr. 41. Die Parieigenossi» werden um rege Propaganda ersucht. Bei vnzünstizer WiUerunß im Saale des Restaurant.Schloß Schönhause». Vereins?s?enber. Deutscher Musiker-Lerband, Ortsverwaltung Berlin. Msttnwch vorm. 10 Uhr Mrdgliederverf ammlung. Dk äußerst wichtig« Tage» »rdnung erfordert dringend die Anwesenheit sämtlicher Mitglied«!. Perzeuanarbeiter und Schtkdcrmacher. Am Mittwoch abend, de» 17. Eepwmber, 7 Uhr, Versammlung in der Aula Dresdener Str. l». Buchbinder-Verband. Mittwoch, den 17. September, nachmittags 5 Uhr, im Deutschen Hof, Lurkauer Straße 13, Generalversamri» lungi Wahlenbericht vom BerbandStag und Verschiedenes. Di« Ort-» verroaltung. verantwortlich für dk Ziedaklion Alfred W I e l e p p, Neukölln- Berlogsgenosienfchaft»Zleiheil". e. E. m. d H, Berlt». Druck s? LtndendruÄerei und Berlagsgeteltschafl m. d�H.. Schillbauerbamm 1* Alten Freunden nnd Bc- «nnien, den Kollegen und Kolleginnen der A. E. Q. Abt. IWr Zesch für die Glück- Umsehe Linsern herrlichsten Dank. B&rteleit u. Frau. R Q lalle kauft nnd verkaoft A. Popper. Berlin SW.4S, Wilhelmatr. 39, Amt LOtzov 7003. FREIE WELT-INSERATE Dr. merl. Hawetach WednÄeOsÄ�oi >pr.IO— 1 n. 5—8, Sonnt. II—] Enoljrrelche Bchaodianf;. 6. Wahlkreis, j 12. Distrikt. Pak. 346, Nachruf. Am Sonnabend, den I 6. September, verstarb dnreh Unglücksfall unser Genosse, der Schlosser| Oskar Borgmann, Lychener Straße 132. Ehre seinem Andenken! i Die Beerdigung hat j bereits stattseiunden. Der Vorstand. II. S. F. Cbarlotetmfj Am 13. Sept.«erstarb! der Bezirksiahrcrder V.| Qrnppo. Genosse Amert Tuctillnskl Wümersdorfcrstraße 13.| Ehre seinem Andenken.{ Die Beerdigung findet Mittwoch, d. 17., nachm.] 3 Uhr auf dem Friedhof 1 in Staaken statt. Tieffpunktd.Oenossen um S 1 Uhr, Bahnhof| lungfcrnhcidc, Kege Beteilig, erwartet| Der Vorstand. 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