�lnzelprew 15 p�nnfg- 2. �ayrgang Vonmrstag, ßtn 1$. Septsmber 1919 Nr. 452/ O 206< /lbZnö-?lusgabk VW rrd�Bt mwjtn«»>i> n Satta» raiC Frstla«-» v« Iwjnjirr»» benräirt M Ttin jWPißun* m« h-»» f»i«tot-»«««"*"* p-stb»;»-, Ohrt Ptftng.W�t mono«, z.— OT, hti A»ftt!lu>>,-m--r Strttfh«*» 5.— ZU. VW �jtrihe.t-«1« t» n�nt n.jrttiow»liÄ» k MM tirgthos«« «Ufcaftion imd Srpedttion: Berlin«W.«. Schtsst-meriwum»»0»». »«»»recher: Amt S!»rde» und*»»«. Jafcmtt Mka Mo adjtgo�golt Norporoilloztil»»Ott dorm Baum WO Wf.,«ortomzoizo» Mb ttttpcOtBtfte Wort 10 pi, ioio» mtiltrr Wort 28 pf. trutmngljnfdjlog To proj, vrt JorntRoi»» m. DniommSiingotwjngfit tiBl der Z-schlog fort. Zosttow NW M« Oaronw folgtnOtn tag mtUom tpStostrn» dw 5 Ul|t»ochmittogo brt Oot tjprtltio« onfgrgtVoa sota. Jnsernirn-Ableilnug: Beriw SZ«.«, Schlssdtmervam« I» Fernsprecher! Amt N#A$» 9799 Serfinpf-Organ bar VnabbStißlgea soßalömoFratfe SeutTcbtaxibs 'mm -ZU* SüfTCs EülhUmxeii. Haag, 18. Sq�emver. - aus London wird gemeldet: Sämtliche Blätter beschäftigen C»««ßc�eid» mit der Bullitt-Angel�euheit und dem Dementi «£Hd Garges. / Die.Times' bringt hente zu der ganzen Frage einen Girr» n ßeilm-chfel und veröffentlicht dazu Einzelheiten'§' den«» sich 18»75, e» e»»»d MW ftir de» Eintritt " Weihe» h.ben. Ausgang der Urabstmmmng in ifi'�oiiofrotie bedeutet eine Ablehmrng deS Belchlusies ssZo�or einigen Bochen stuttgefundenen au&erorbentlichcR •doFi r in Bösel, auf dem bekanntlich mit stimmen- ichla«'t der Anschluß an die MoÄauer �Blernatiorwlc be- 'teo wurde. Da sich jetzt die Mechrheit der Absttmmun- ich!,.Iegen den Anschlug erklärt hat. sst der Bm-ler Be- �> bnisällig geworden. Die sc�veizcrische soz«ald»no- Sctt t devmach zwar aus der zweiten Internationale aus- lickg' schliktzt sich aber im Moskauer Juternatumale ' t an. Q;. Ausgang der Sehweizer Urabstiminung dürft« für die mit Soller Belttmultheit mit de« A»' »«rech» et hoben, eine peinliche UrtonwfchjtM.ff iuü p• auf unserer türzlicki ftattgefundorren Äelchs». wurde die Ansicht ausgesprochen, eo sei mit alt/r wwu-wut mit da IN Anjchllch dar Schwei» an die ivios-l fTotfet ljnferrtnflottetft zn rechn-tt. Diese Änficht hat flch aV «in Fehlschluß erwiesen, geboren aus der völligen Ler- kennung der Verhältnisse in den ausländischen Bruder- Parteien. Wer die schweizerische Parteipresse, wenn auch nur in den letzten Wochen, aufmerksam verfolgt Hot. konnte un- sckstver erkennen, daß dem stilrmischen Verlangen einer Gruppe in der Partei, den Anschluß an die Moskauer Jnter- nationale zu vollziehen, eine immer wachsende Opposition in den Rechen der Partei entgegentrat. Mit Ernst und Sachlichkeit wurden in der schtveizorischen Parteipresse alle Gründe für und gegen den Anschluß erörtert, alle Rickchun- gen in der Partei konnten ihren Standpunkt zur Geltung bringen und die Folge war die. daß die Mehrheit der Partei, unbeschadet ihrer Sympathien für die russische Revolution, den Anschluß an die bolschewistische Internationale verwarf, weil sie darin weder eine Förderung des Wiederaufbaues der Internationale, noch eine Beschleunigung des innerpolitischxm Kampfes der schwer- er i schien Sozialdemo kvatie zu erblicken vermochte. Sie befürchtete vielmehr�— :md mit Recht— eine Schwächuna ihrer innerpolitischen Stellung und eine Vertiefung der taktischen(Gegensätze inner- halb der Partei, die die Gefahr einer Spaltung in gefähr- liche Nähe rückte. Ter_ Ausgang der Schweizer Urabstimmung be- deutet keineswegs, daß die schweizerische Sozialdemokratie sich nun als Faktor bei dem Aufbau der Internationale selbst ausgeschaltet hat. Im Gegenteil. Durch ihre Abstimmung hat sie erwiesen, daß sie nur den ihr vorgeschlagenen Weg der Schaffung einer aktionsfähigen Internationale abge- lehnt hat. Bei allen künftigen Versuchen, sine solch? Jnter- nationale zu schaffen, kommt die schweizerische Sozialdemokratie nach wie vor als wichtiger Faktor mit in Betracht. Veivlenke WtcUfe. H. N. Haag, 18. Teptember. An» Pari» wirb gemeldet: ES bestätigt sich, daß der Oberste Alliier»« Rat bezüglich der Frag« der baltischen Provinzen Marschall Foch beauftragte, io kräftig wie inSglich gegen die deutsche Nezirrnng einzuschreiten. Der Oberste Rat beabsichtigt ein neue» Ultimatum an Deutschland z« senden, in dem v. d. G o l tz anfgefordert wird, die daltrsche« Ge. biet« sofort zu räume». Lchr lkeNZherrschgft VvdMfl. Wien, 18. September. W« die Wiener Korrespondenz TrprrH meldet, hat der ttaltenische sozialisttsche Abgeordnete' M» r g a r i an die sozia- listischen Kam nerfr-ttionen Italiens, Frankreich«, England» und Belgien» ein Telegramm gerichtet, in dem e» heißt: In Ungarn herrscht ein SchreckenSregiment. 50 000 nngarrschr Brüder seien verhaftet, vielfach würden sie in den GejÄngnissen g e- l h» ch t. Hunderte würde« täglich erschossen»der anfgeliängt» ans der Donau täglich Leichen Ermordeter geborgen. E» sei dringend notwendig, daß die Negierung Friedrich ebenso gestürzt würde, wie die Negiervng de» Erzherzogs Josephs gestürzt worden ist. Da« ungarische Proletariat verlang« nach der drüder» lichen Hilfe de» Proletariat« in den Entente. länder». Sie Vmttn i« ßZslk«. Ueber die Lebensmittelunrnhen i» Äöllin verbreitet W. T. B. weitere Meldungen, aus denen hervorgeht, datz «ine Menfchenmensxe vor die Dienstwohnung de» Landrat» zog. Sie konnte aber nicht in da? Gebäude eindringen, da e» durch ein starke» Gendarmerieaufigebot bewacht wurde. Die Kösliner Bevölkerung ist wegen der schlechten Leben»mittel. Versorgung sehr erregt. Die sozialistischen Parteien, die zum Montag Kundgebungen gegen die Lebew»- mittelteuerung angesetzt hatttn, stehen diesem Treibe« dnrchau» fern. Die neueste Meldung de« W T. B. besagt: K ä» l i«, 18. Eopteinber. I« Laufe d»r Rächt ka«*» J« weitoren Pliiudrrn». gen. Gegk» 11 Uhr stürmt« die M-nge am Markt ,r rgenen Horeenartikri- und Konfcktionsgeschäft« von Eduard Baruch nnd Gebrüder Hirschfrld. Gin Tcil der Eimvoh« erwehr, die»inz»- schratten verfnchte, wurde entwaffnet. Bei den Plünderungen gab da» MlUtär Feuer. Fünf Personen wuedeu verwundet,, darunter zwei iRitxlieGr Einmohneru-ehr. In den frühen! Mo rge« stunden trakr« Trudvennerstärkn««» ob». i «Sakastrepheuhauffe.- Di« Berliner Spielklubs sind in großer Sorge. Sie befürchten, daß die Einschränkungen im Lichtverbrauch ihren Berrieb lahmlegen könnten. Nur die Spielbank an der Burgstrahe,»Börse' genamrt, braucht sich solchen Befürchtungen nicht hinzugeben, da sie ja nur während der Mittags» stunden geöffnet ist. Di« vorstellende Gegenüberstellung mag unter den Börsen leirten vielleicht Widerspruch hervorrufen. Zu ihrer Beruhigung sei zugegeben, daß niemand die Bedeutung der Börse als ein notwendiges Instrument der Volkswirtschaft unter der kapitolistischen Ordnung leugnen kann. Aber auch die Herren Börseninteressenten werden nicht bestreiten, hxil übrigens im vertrauten Kreise von ihnen selbst ausgesprochen wird, daß der Börfen betrieb schon seit geraumer Zeit eine Enlwickelung zeigt, die seine Kennzeichnung als Spielklub Wohl rechtfertigt. Man kann sogar die Objektivität soweit treiben, und die bcMuerliche Zunahme des Spiel- und Weit- triebs auch in memchen Arbeiterkreisen letzten Endes auf di« gleichen Gründe zurückführen, die die jetzigen Vörsenvor. gänge hervorrufen. Freilich besteht ein wesentlicher Unterschied zwischen beiden Erscheinungen. Der Arbeiter, der sich mit seinem sauer verdienten Lohn an den Spieltisch setzt, schädigt nur sich selbst. Aber an der Börse wird jetzt um die Zukunft des deutschen Volkes„gejeut'— und darübel muß einiges Grundsätzliches gesagt werden. Zunächst«in paar Tatsachen: Während sich Deutschlanj unter dem furchtbaren Paragraphen des Versailler Frieden? windet, herrscht an den deutschen Börsen eine Hochkonjunktur die alles unter der kapitalistischen Ordnung bisher Tage Wesen« in den Schatten stellt. Die berüchtigte Gründer- uuj Schwindelpenode von 1873 verhält sich, wenn man ledig- lich an das Ausmaß denkt, zu den heuten Verhältnissen aus diesem Gebiet, wie ettva der Krieg von 1870/71 zum Weltkrieg. Heut« rollen Milliarden, w»«s früher um Hunderttausende ging.-Auch die Kursbewegung läßt jeden früheren Maßstab hinter sich. Kurssteigerungen von 50 v. H. innerhalb weniger Minuten bilden eine alltägliche Erscheinung. Ein Papier, die Anteile der Pomona-Diamantengesellschaft, einem deutschen Kolonialunternehmen, ist in wenigen Tage« um 8000 v. H. gestiegen. An einer Aktie im Nennwerte von 800 Mark bat also der glücklich« Spekulant in dieser kurzen Zeit 9000 Mark Gewinn einstreichen können. Die Leichtigkeit, mit der an der Börse jetzt täglich Vermöge» verdient werden, ist natürlich ein ungeheurer Ansporn für immer weitere Kreise geworden, sich daran zu beteiligen. Die„Banklsalter' können sich der Zahl der Aufträge kaum noel) erwehren und sie verdienen im Schweiße ihres Angesicht« täglich Riesensummen allein am„.Kartengeld", d. h. an den Gebühren, di« sie für die Dermittelung von Börsenaufträge» vereinnahmen. Im Mittelpunkt des Börsentreibens stehen di« sog«- nannten Auslandswerte. Die Vorliebe für diese Papiere erklärt sich ans der furchtbaren Entwertung, die die Reichs- mark im Ausland erfahren hat. Je mehr der Preis der Mark zurückgeht, umso wertvoller werden die englischen Pfunde, die französischen Franken, die Dollars usw., damjf zugleich die Papiere, die in diesen Währungen ausgestellt sind ES ist also in Wirklichkeit daS Unglück Teutschland», auf dem sich diese gewinnbringenden Spekulationen ausbauen. J, niedriger der Morkkurs, umso reicher die Ernte. Nun könnt« � man freilich sage», die Börse sei nicht für diese Entwertung' der Mark'verantwortlich, sondern sie mache nur von ihrem Recht Gebrauch, die daraus sich ergebenden Vorteile atztszu» nutzen, so wie z. B. die Roßschlöchter gute.Tag« laben, wenn, die Pferde aus Mangel an Nahrung geschlachtet werde» müssen. Dem ist beizupflichten. ES handelt sich hier auch nicht nm die Moral der Börsenbesucher, sondern um die ver. brecherische Unfähigkeit unserer Regierung. welche e» zuließ, daß diese Milliardengewinne von der Vve- senspokulation eingeheimst werden, statt sie den Einfuhr- bedürfnissen der Gesamtheit nutzbar zu machen. Jeder Mensch von normalem Verstand weiß heute, daß Deutschland zugrunde geben muß. wenn ez nicht im stand« ist, das Manko an Lebensmitteln, das durch di« unzuretchend» inländische Erzeugung entsteht, im Ausland zu deck«: uiS wenn es ferner nicht gelingt, sich in den Besitz gewisser a ländischer R»kßoffe zu setzen, die unsere Industrie unbedß gebraucht. Nun ist allmiihlich die Mark im Ausland' «um» Tiefstand aelunlen. der die Einfuhr dieser drio 6«n5flgten Waren in unerträglicher Weise verteuert.?n Foliant» wurde gestern die Mark nur noch mit 8,7S Cents bÄvertet, was einem Preis von ungefähr 15 Pfennigen oder km siebenten Teil des früheren Wertes entspricht. Unter diesen Umständen rückt die Zeit in bedrohlick)e Nähe, wo wir einfach nicht inehr imstande sind, die Mittel für die Ein- fuhren aufzubringen. Dieser EntWickelung gegenüber hat es die Regierung an der allergewöhnlichstcn Voraussicht fehlen lassen. Sie wiederholt bis zum Ucberdrusz, daß es Schuld der Arbeiter sei, daß nicht eine genügende Menge von Ausfuhrgütern hergestellt wird, die die Bezahlung der Ein- fuhrgirter erlauben würde. Niemals hat es einen dreisteren Versuch gegeben, die Aufmerksamkeit von der eigenen Schuld abzulenken. Tatsächlich haben wir noch ein Zahlrnittcl, das uns gestatten würde, die Einfuhren zu erträglichen Preisen zu erhalten. Es besteht in ausländischen Wertpapieren, von denen sich, wie die Umsätze an den deutschen Börsen beweisen, noch Heists, trotz Kapitalflucht, Riesenboträge im Inland befinden müssen. Sie zu beschlagnahmen, wäre schon vor vielen Monaten ein Gebot der Selbsterhaltung für das deutsche Volk gewesen. Wir konnten dies mit vollem Recht tun. wie sich auch die Allgemeinheit das Rechi zuspricht, dem Landwirt die freie Verwertung seiner Erzeugnisse abzu- sprechen. Statt dessen hat man es für zweckmäßiger gehalten, diese ausländisthen Papiere der Börsenspekulation zu belassen. die davon den ihr angemesienen Gebrauch macht, d. b- sie in die Höhe zu treiben, in demselben Verhältnis, wie das deutsche Geld an Ansahen und Kaufkraft im Auslände ve'-sim Der simple Verstand wird nun fragen, wie ist-i, möglich, daß eine Regierung derartig von allen guten Geistern verlosten sein fann? Wenn sie selbst so unfähig ist. sie Erfordern! sie des Tages nicht zu erkennen, so hätte sie sich doch von Sa verständigen unterrichten lassen können. Demgegenüber muß leider festgestellt werden: Gerade, weil die Regierung diesen Fragen so verständnislos gegenübersteht, ist sie umso mehr den Einflüssen der sachverständigen Jnter. esienten, das find in erster Reihe die Vertreter der Groß- danken, ausgesetzt. Deren Macht ist in der Tat jetzt größer, stl* jemals unter der früheren r«n bürgerlichen Regierung. Di« ganze Verständnislostgkeit der Regierung hat sich jeden erst in einer wahrhaft drastischen Weise enthüllt. Dieser Tage wurde amtlich erklärt,«ine Beschlagnahme der aus- landischen Wertpapiere sei nicht in Aussicht genommen, da die Regierung bisher nicht einmal die Möglichkeit gehabt hätte, die schon vor Jahresfrist beschlagnahmten Beträge im Ausland zu verwerten. Dabei wird in den Berichten der Handelszeitungen als Grund der Aufwärtsbewegung der letzten Zeit täglich angegeben, daß das Ausland wieder große Kaufaufträge für diese Papiere erteilt habe. Nun kann man vielleicht der Meinung fein, daß die Negierung nicht ver- pflichtet sei, diese Börsenberichte zu lesen, aber aus einer »veiteren Bekanntmachung der letzten Tage geht hervor, daß ihr die ausländische Verwertungsmöglichkeit dieser Papiere wohl bekannt ist. Sie hat nämlich soeben eine während des Krieges ergangene Verordnung, wonach die Anteile Deut- scher Kolonialgesellschaften nicht an einen Ausländer verkauft werden dürfen, aufgehoben. Diese Maßnahme wäre voll- kommen unverständlich, wenn man nicht eben die Verwertung dieser Papiere im Ausland für möglich hielte. Die Börse hat diese Freigabe mit einer neuen, ades bisherige hinter sich lastende Kurstreiberei beantwortet. Denn nunmehr ist ja jede Beschränkung für die Ausfuhr dieser Papiere und damit die Ausnutzung der hohen ausländischen Valutenkurse ge- fallen. Neu* Mi lliardengewi nne sind der Börsenspekulation in den Schoß gefallen und in dem gleichen Verhältnis müsien sich die Kosten der Einfuhren erhöhen, die mit dem Gegen- Wert dieser ins Ausland geschafften Papiere bezahlt werden. Und die Bewegung geht anscheinend noch immer weiter. SH« Börse hat ein unerschütterliches Vertrauen zur?!e- gierung, daß man sie auch weiterhin gewähren läßt. Aller- dings hat st« in einer bemerkenswerten Anwandlung von Selbsterkenntnis die derzeitige Bewegung eine„K ata. sirophenhausse� genannt. Sie fühlt also, daß ein Fortschreiten auf dieser Bahn notwendigerweise zu einem allgemeinen Zusammenbruch führen muß. Wasabertut die Regierung? Während das Haus schon in hellen Flammen steht, beruft sie einen Sachverständigenrat ein, der siber daS beste System von Feuerspritzen beraten soll. Grslesk nnö oerlopn! Die Affäre Reinhard— N o»k e wächst sich nach- gerade zu einer Groteske auS. Oder ist es nicht grotesk, wenn m der„vollendeten Demokratie" der Republik Deutschland die Offiziere republikanische Gl- sinnung als genügenden Grund betrachten, um den mit diesem Makel Behafteten für unwürdig zu er- klären, ihrer edlen Gemeinschaft anzugehören? Der— mit Respekt zu sagen— republikanische Neichswehrminister N o s k e aber begeifert jeoen, der gegen diese Zustände Protest erhebt, als Feind bei Ordnung und schützt.seine" Offiziere mit noch viel größerem Eifer und mit sehr viel mehr Geifer, als je ein preußischer, als Kriogsminister ab- kommandierter General. Es ist daher kein Wunder, wenn die Herren Offiziere sich noch wie vor keinen Zwang auferlegen. Nachdem gestern der Leutnant in Potsdam gründlich verprügelt worden ist, wird er hrne von der zuständigen Stelle als eine Art repu- blikamscher Lvckspitzel geschildert und damit offenbar das Vorgehen dec Offiziere gerechtfertigt. Damit ist offenbar diese Affäre, die den �vorwärts" gestern so aufgeregt hat. erledigt, ebenso wie der Fall Reinhard für diese Regierung damit erledigt zu sein scheint, baß einer setner Ankläger — der.Vorwärts" behauptet, noch 50 ander« Zeugen für seine Anklagen gegen Reinhard zu haben— angeblich nicht ! stubenrein sein soll. Sehen wir zunächst ab von der Hauptfrage, der Forde- rung der monarchistischen und gegenrevolutionären Gewalt durch Noske, so fällt einem nachgerade die schmierige dema- gogische Verlogenheit auf die Nerven, die immer mehr die Politik dieser Regierung charakterisiert. Jeder denkende Mensch weiß, daß die persönliche Ve» I ichafsenheit der Herren Neuendorf und deS verprügelten Leutnants keinen Mensch intecessiert. Die Negierung aber redet von nichts anderem als von diesen ganz gleichgülti- gen Personen. Sie rechnet darauf, daß das politische Unverständnis in Deutschland groß genug ist, um aus diesen blöden Schwindel hereinzufallen. Wir vermuten stark, daß sie damit durchkommen wird. Die ganze reaktionäre Presie steht natürlich einmütig hinter dieser famosen rechtssozialistischen Regierung, die liberale Presie wünscht keine inneren Krisen und schweigt mit Aus- nehme der„Berliner Volkszeitung", und der armselige „Vorwärts" darf natürlich erst rocht das wirkliche Problem, die Haltung NoskeS, nicht erörtern, sondern ist krampfhast bemüht, einen Fall NoSke zu leugnen und einen Fall Rein- Harb zu konstruieren, den es beileibe nicht auf dem politi- scheu Kampffeld, sondern im Gerichtssaal in Form der EHrenbeloidigungsklage austragen möchte! Unter diesen Umständen siegen die monarchistischen Offiziere über ihre feigen. rechnungSträgerischen rechts- sozialistischen Gegner wie sie wollen. Der Ausgang der Affäre Reinhard endet genau so wie seinerzeit die Z ab e r n- Affäre mit dem Triumpf des Militarismus. Die Attacke Scheidemanns wächst sich zu einer lächerlichen Blamage aus und der gerissene Demagoge hüllt sich in Schweigen, verträgt sich, genau wie wir es vorausgesagt haben, schon wieder mit Noske und denkt unterdes über den nächsten Trick nach, der daS Wahlgeschäft, das nun einmal nicht gerade sehr günstig steht, noch verbesiern soll. Während die Rechtssozialisten aber schwindeln, dema- gogeln und die Einseifung der Wähler betreiben, orgagi- sieren, gefördert und gestützt von Noske, die Monarchisten in der Reichswehr der deutschen Republik die reale Macht, die fie zu gegebener Stunde in den Dienst er Gogcnrevo- lution stellen können. Ein Lehrerprotest Der sozialistische Lehrerverein für Thüringen hat in seiner Mbung vom 14. September in Sachen d er Freien Sozialistischen Jugend folgend« Res» lution einstimmig und ohne Debatte angenommen:.Der Verein sozialistischer Lehrer und Lehrerinnen Thüringen? brandmarkt die Untat, di« sich am 7. September in Berlin abgespielt hat. wo auf jugendlich« Proletarier Berlin?, die in einem friedlichen Demon- strationszug marschierten und vollständig unbewaffnet waren, mit Maschinengewehren geschossen worden ist. Er gibt die Verbrecher solcher Gewalttat der allgemeinen Verachtung aller Menschen Slaalscheaier oder vollskhealer. l Fm Kultusministerium fand gestern ein« Sitzung deS Aktion?- 1 Ausschüsse» für künstlerische Veranstaltungen der Berliner Arboiterschast mst den beiden Direktoren der Staatstheater in Gegenwart de» Kultusministers statt. Daß di« SiaatStheater «ms ihrer eng umgrenzter Stellung, die st« zu einem Privilegium der besttzenden Klassen machen, herausgehoben werden müssen. wird in breiten Kreise« längst als ein all gemeine? Bedürfnis empfunden. Dieser demokratisclen Entwicklung zu dienen, sind denn auch di« maßgebenden Instanzen bereit. Der neue Inten- j dant des Opernhauses. Herr v. Schillings, erklärte, daß er die finanztechnisch vorläufig unumgängliche PreiS�rchöbung für den Eintritt am Leisten bedaure und die SanntagSnnchmittagS« Borstellungen kleinen Stil? für eine ganz unzureichende Ab» schlazSzahlung an daS Voll halte. Es soll aber bald ein Versuch gemacht werden, mit Matineen an den Sonntagvormilta, gen und mit Volksvorstellungen im Opernhause am Montag oder Freitag jeder Woche zu«' nem Einheitspreis von 3 Mark; vor allem aber erstrebt auch Herr t. Schillinge die Schaffung eine? neuen Hause?, einer VolkSoper, hie zwar noch Zukunftsmusik sei, aber mit Ausschaltung von '»apitalistisehen llnternehmerintciessen die einz gbefriedigende Lösung de» Problems wäre. Alle» übrige sind dürstige und provisorisch« HiliSmittel. Auch Her? Intendant Jeßner bält das Schauspiel- hau» am Gendarmenmarkt als krineSwegS ausreichend für! volkstümliche Zwecke und erwartet zupi mindesten den völligen Umbau der alten Kroll-Bühne zu einem großen Theaier. j Kommen wir nicht baldigst dazu,?o müßt« das Schauspielhaus; ei» kümmerlicher Ersatz in den Sälen an der Peripherie Berlin», besonders im Norden und Osten, mit den Kräfte« de? Etaatscheaters spielen. Doch bilde auch hier die Kohlen- frage eine Haupisorge. Geplant sind außerdem unentgeltliche RachmittagS- und Jugendvorstellungen für die 505 Gemeinde- fchnlen Berlin». 20 000—30 000 VolkSschüler sollen zunächst eine klassische Borstellung in erster Besetzung möglichst unentgeltlich kennen lernen. Luch der Minister erklärte, er möchte die StaatStbeater in Volkstheater umgewandelt wissen, billigt die Vorschläge her beiden Intendanten, fürchtet aber unsere? Erachten» allzu khr die finanziellen Schwierigleiten, die sich doch aus anderem Gebiete, di« mit Kultur nicht» zu tu» haben» so großsparrig um- stehen iassen. Außer Spielplanfragrn, BillettpreiSstaffelung und anderen Erörterunzen über Volkskunst wurde dann noch erwähnt, daß die Mehrausgaben für die StaatStheaier sich durch Lohn- erhöh-ungen usw. auf 4% Millionen Mark belaufen; neben dem Zuschuß von einer Million beträgt der Zuschußbetrag zur Zeit be- reit? über 9 Millionen Mark und dürft« bis Schluß d. J». die dritte Million erreichen. Vom Bertreier der volksbiihne wurde hierzu zwecks Erfüllung weitgehender künstlerischer Forderungen der Bgn und die Einrichtung neuer Häuser verlangt, waS«rnch etatsmäßig eine besser« Rentabilität gewähricist«. Die Konferenz nnwrstützte auch einmütig die Forderung, daß da» gesamte Tbeaterwesen nunmehr endgültig dem Ministerium fiir Wissenschaft, Kunst und volkSbil»! dung zuzeteilt werde, damit e« dem Ministerium de» Innern, dem e» di?her unterstellt war. entzoaen wird Gerade von dort au? wurde da» Theater nicht so sehr al» eine Bildung?- frage und VolkSkiiltnranstalt betrachlei, stach" rn melmehr a!S ein VergnügungSelablisiement. und zwar in erster Linst- der be» sitzende« Kreise. Die Perümensrage. wer nun gerade Polizei» minister oder Kultusminister ist, kann dabei grundsätzlich natiir» sich keine Rolle stst-lni; denn e» handelt sich dabei nicht um vor- übergebende Ersche'nurgen, hst Hnenifch, bi« Heine, sondern um di« zukünftige'reie En'w cklung der Theaterkunst überhaupt, der Swat ivd Gemeinde im Vvllsinteress« mit allen Mitteln zu tz enen'■ Preis, die sich ein Herz für die Jugend und die Heiligsest de? Menschenleben? bewahrt haben und spricht den Opfer» de» Zuge? feine wärmst« Teilnahm« aus." Sie LrsoKsn der Geiselerfchießma. In dem Prozeß wogen der Erschießung der Verhafteten im L u itpo fö-Gy rmm st u m in München wird heute nnchrnittag dos Urteil gefällt werden. Di« Art der Prozeßführung, die den Eindruck einer beabsichtigten Beeinflnsiung der Oeffenb lichkert und der Zeugen hervorgerufen hat, wird jetzt auch von der Münchener Presie besprochen. Von besonderer W'.ch' tigkeit aber ist die Tatsache, die auch von uns neulich bereits gekennzeichn< worden ist, daß das Gericht die Vernehmung Wickstiger Zeugen, die über die Ursachen der Erschießung der Geiseln Aussagen machen wollten, abgelehnt hat. Einer dieser abgelehnten Zeugen, Dr. med. Rudolf Schollen- b r u ch, ehemaliger Chefarzt der Roten Armee, verösfent- licht deshalb j« unserem Münchener Parteiblatt.Der Komps" ein« Zuschrift, in der er zunächst feststellt, er sei der festen Uebcrzengung, daß Eglhofer an der Erschießung im Luitpold-Gymnasium Verhafteten unschuldig sei. erklärt dann weiter über die Ursachen der Tat: »Lnf Grund dessen, was Ich selbst miterlebt habe, waS ich Ausbrüchen von Z» r» und Empörung selbst gehört und toa? mir von Augenzeugen mitgeteilt wurde, erkläre ich, � ich der festen tceberzeuguag bin, daß die ErschirSnu» der Ler« haftete« im Luitpold-Gvmnasium nicht eefvigt wär«, wen« b>e Mitglieder der Roten Armee nicht so grenzenlos dvr» die widerrechtliche Ermordung von Genosi?* durch die RegierungStrappea und durch d«**" Drohuugeu gereizt worden wären." Schollenbruch zählt dann ein? ganz? ReiTje von auf, in denen nickst nur Soldaten der Roten Anu�. sondern auch Sanitäter, Rusien. Mitglieder des Arbeitet- rates, widerrechtlich erschossen worden seien. Dte Er" schießungen im Lmtpold-Gymnasium wären niemals moun, wenn diese Taten vorangegangen wären. Zum Schiuv bemerkt Schollenbruch noch: »Ich habe bis zum späten Abend de? 30. Aprkl bei alle» spräche« über die Verhaftungen nicht ein einzige So»* gehört, daß die verhafteten im Luitpold-Etumnasinm alS G« i s' bezeichnet wurde». Ich Hab« nur gehört, daß man st« Stempel, und Nnterfchriftenfälscher und ZutreiW» für die RrgierungStruppen bezeichnet«,«18 gefährlichste Grs' revolutionäre. Hätten fie. nicht als solche gegolten wäre» fie nur al» Geiseln betrachtet werde«, so wäre» ff*««? nicht erschossen worden." m Von großem Interesse ist mich«in? Zuschrift dos chener Rechtsanwalts Dr. H i r s ch b e r g, die dos r e ch' sozialistisch«„Bremer VolkSblatf veröffentlicht. � wendet sich gegen die tendenziöse Ausschlachtung des d. zesses durch reaktionär« Blätter und wirst dann, genau wir daS bereits getan haben, die Frage auf:„ .Ob im April und Mai in München nicht noch»8°� furchtbare Dinge geschehen sind, Aiisschreitungea v rohter RegierungStrUppen, widerrechtliche Erschießung und» Handlungen von Proletarier«, für deren Grauenhaftig» auch jede» Wort ,« schwach ist. Niemand wird verft"** die Greuel de» Lultpoldgvmnasium» abzuschwächen. Wenn» die rrchtSstcbende Presse Seite um Seite daz« verwendet, diese verbrechen wieder nnd wieder bi» in» kleinste ou?znm<>u wshrend fie für die anderen v». fülle kaum eine Zeile=' gehalck hat und das meiste geflissentlich totsäiwie' so liegt darin eine bewußte und wohlüberl?? Heuchelei. Für die Reaktionäre und alles zum Anlaß, � politisch unfähigen Teil de? Bürgertums vor jedem FoellckU' Angst ,« machen und dieser Prozeß bietet ihnen daz» M'" � günstige Handhaben. Der Sozialismus hat Grund, über diese« Prozeßberichte» d t«' Bestreben nicht,« übersehen und e» » u brantmarkr». Denn der Kapitalismus ist Hauptursache der Verelendung der untersten Klassen nnd b? der Hauptschuldige auch des Geiselmord S." Hoffentlich Wierzigen die Gesinnungsfreund« � Herrn Rechtsanwalts in Berlin seine Worte. B>»v haben sie von dieser Erkenntnis noch nicht? gezeigt. von.Kabale und Liebe" aufwartete, packte die Sache von u'* anderen Seite an. Es �nodernisierte' Schiller. Da? hat Ott versucht. Abtzr schon Otto Brahm hatte darin im Deuts� Tbeater keine glückliche Hand gehabt. Die brennenden Far-'� .ollen nicht gedämpft. Haß und Schmerz. Wut und Empöku"« mckit zum Flüstern fteb rocht wrrden, so dost man stbon in 12. P�rsettreilhe kaum noch die k�fcrnnten Wort? nnierschcioe kann. Falsche Vorsicht, falsche Scham vor dem Paiho?. ocJ. m voll-m Lichte diesen höfisckvn Despotismus, diese blntsa"�-� am Mark de? Volkes zehrende Sippsckwfr diese �!an!>c?vätcr' ii«»bre LaiHeSkinder verraten dnd verkaufen. Die Bcftick�r fchKne« gestern Skiller unendlich lern, der Bubne mit ihren dort sebr gefeierten Schauiviclern d-ss naher. lim ibretnallen schien man gekommen zu sein,»m tvillen tchim man Schiller einstudiert zu haben. Ta'xn war tiefer Ausführung aircfi nicht eine Rolle so gut besetzt, wi «« aus früheren Berliner Vorstellungen und anderwärts kan� K d�le und clede im Thetlter in der Königgrätzer Straße. Schiller?.lstäuber": Fanfaren gegen die Tyrannen. Jugend, di« den Himmel stürmt..Kabale unft Liebe": da« politische Kampfdrama. Die sich nach oben schwindelten, zertreten die Unteren. Manche» hat sich in deu staatlich-geiellschafllichen Formen umgeschichtet, aber loa» hilft«»: die.Kanaille".muß noch immer bluten. Ihr Empörerschrei soll nicht erstickt, soll gehört werden. Was schiert un» da tüftelnde Psychologie im einzelnen isie ist ohnedies in ScbillerS Drama nickt vorhanden). Zusammenballung ver Gefühl«, Suffcbrei der geguälten Kreawr. eine Skala der menschlichen Leidenschaftim. das wollen wir in einer heutigen Aufführung diese» über seine Zeit hinau» langen- den Stücke» sehen und hören. Da».Theater in der Königgrätzer Straße", da» aeüeta überraschenderweise mit eurer Einstudieruna� dieser Ausführung auch nicht eine Rolle so gut besetzt, u sie au» früheren Berliner Vorstellungen und anderwä' Daß Fräulein OrSka den Ebrgeiz haben würd, nwh �zii und Strindberg auch mal die Ladv Mtilford zu ipirt««'' ickwn lange kommen. Aber trotz ibrem bis in die p-c reichenden und doch kalt zenafortem Ge'übi. mit Rolle�nbrünst-g»mworb, bl'eb man bei dieser kleinen 3 � die kein« große Hetäre mit starte r Scelenwandlirng Aiich di« übrige Darstellung biell sich durchweg in k*" Format. E? keblte j-de höhere Schnuniiing nnd r,sskii. für die die R-'gie Rudolf Bernoner? hätte sorg Johanne« R i e m.a n n hatte ai» Ferdinand weder des Liebhaber» nörb den wagenden Heroismus der � Er blieb in allen Situationen stumpf und leer. Herr �zne» bürg war ein unglaublich tbeatraliicher Präsident"l' Gesten eine».Staatsmannes", aber obne sein« Erschoß Cba rockte rzüge, Herr Sch ü n z«l machte ans seinem H'* jofssfC£ von Kalo einen Dameni'mitatvr..Künstlerisch auf toe' � jr Stuf« stafto der Wurm de» Herrn Abel, der. �zhe» dem Bestreben zu»veit ging, den Schurken un? mensob! �,pe» zu bringen. Er machte an» ihm ein pfiffig'«-chae� O Tt O.. S. � i• V» � Lümpchen. Ludwig Hart au und Frieda waren da» kkeinhürgersiche Eltern paar; aber Herr H� aTS aller Müller nur wenig die Fesseln einer di-mp» Vaterseele,«ich Frl. Ellen Herz ließ als � de'� Luise*« lehr den Hcnich der llnbewußtheit verm �cn- rat've Rahmen der AuffühnrnH Hab die izemjche ß. 0" in geringem Maße, SfiiflL SS VrsAem m ZoziMsiermg. bet atatlu bei V jt* Sozialpolitik wurde baS Proble« der' Ii? M � V,. f%-\ a«»»«_... ereiu» Sozia- ;-- wuux oa»«ptooj«»»«t v I>«- •' f i 1 1 u n g erörtert. D« LerhandUuige» lagen zwei »« lachte» von Fraaz Eulenburg«nd Leopold *** Wiese pugnwibe. auf bi« noch zurückzutonrm» fein w»(j»*#*# g»»«—~" T' ----,. zugrunde, auf bi« noch tunui�temmm fein *irb. ÄI9 erster Berichterstatter ftchrt« Professor Leberer. �'btifeete«niS: In der Bewegung zur Sozialifimmg. "•che sei, dem Zusammenbruch um Kriegs ende in ganz Suropa � B�sj kam, können wir deutlich zwei Strömungen wterscheidgn, j« nachdem, ob die Sozialisierung vorwiegend als 'n« politische, oder als ein Problem der inneren ge- i sch a st l iche n und organisatorischen Entwicklung «lachte: wird. Die russische Revolution hat in der «jchewistischea Strömung eine Theorie und eine Praxis«nt- "'It wonach bei einer entsprechenden revolutionären Situation, «>Ächä,igig von der Entwicklungshöhe de» Kapitalismus, jeder- � sich die Arbeiterschaft w den Besitz der Macht setzen und mit ," Mitteln der Gewalt die Soziailsterung durchführen «#». Das Ziel der Revolutionär« ist daher die Schaffung tdolutionärer Situationen, seine Taktik: die derselben, sein Mittel: die Gewalt., Daher ist der -��.sung oencioen, fem OKiriw: vir wcwwt. uv, »ton �D'ämu5 nicht wählerisch in den Mitteln und versagt in den �nisatorischen Aufgaben. Die vom Bolschewismus befolgte kai�rs1 � aber noch kein Beweis dafür, daß Voll- j? i�sung der kapitalistischen Gesellschaft unmöglich os, W aber zur Voraussetzung die De- sch administrativer und orgauisatori- Probleme, von deren Gewicht offenbar die bvlschewi, N* Praxi» nicht die richtige Porstellung hatte. Wir sehen A'** wird— soweit von einer Praxis der Sozialisierung die kann,«in anderer Weg eingeschlagen. Man such: !on-;il � Arbeitsprogramm der deutschen Sozial ifierungS- dkr�I?� und da» Vorgehen tn Deutsch-Oesterreich) da» Prinzip s���atkapitalistischeu Wirtschast im allgemeinen a b z u- tri 0�er öu durchbrechen. DaS geschieht durch Be- tint mit deren prinzipieller Bedeutung sich der Refe- �ftiKrhend auseinandersetzte. Auch die Vermögensabgabe vn»dhabeu für spätere Matznahmen. Betriebsräte und Ve» preisen die kapitalistische Welt in ihrem Funda- ijr">�>och n i ch lon, erst die Durch sozialisierung von Richtigen Wirtschaftszweigen bedeutet den tu"Miellen Schr t t t. Di« Auswahl der zur Sozialisie» "ach x Wirtschaftszweige erfolgt zweckmätzigerweise nich: 1%,; rf.ent �sichtepunkt der technischen Organisation, sondern "ale k'- R>'< � �"Zklne Wirtschaftszweig in die nati» feti a!' internationale Markt, und Kreditorganisation verfluch» ist■'' Organisation der durchsozialisicrten Wirtschaftszweige zj,"?�rch Forschung und wissenschaftliche Diskussion bereits .''ch weit geklärte» Problem. Betriebsräte W*'." bleiben«in« sozialpolitische Matznahme, isolierte Durch- ; e n Ie.run{jtn machen die Betrieb« zu Produktion«- :>», 0.� I" nschaften, wenn nicht der Gedanke der Sozialist«- d,„n, ber und für die ganz« Produktion geweckt wird. Ist aber kC vorgehen überhaupt sozialistisch? Welchen Zweck fon,', isoNerten Matznahmen? Zielen sie auf einen Ge- b>>rtschaftSplan, der doch jeder Sozialisierung vor- «nutz? Die Frage kann bejaht werden, wenn nur teutt.en datz auch die kapitalistische Wirtschaft der Gegen- t,"Cn Produktionsplan, wenngleich automatisch realisiert, in eben die Sozialisierung, schrittweis« Veräicherungen der- ' die schlietzlich die ganze Struktur ändern. " gegenwärtig« Zeitpunkt derart, ' r m o ch v o n Sozi alisierung sprechen sollen? L:.!n Sozialisten kann das eine Frage sein; auch für den k,. Etiler ist sie zu bejahen. Noch immer steht die Situation '%* � Sozialisierimg die Möglichkeit grotzer innerwirtsck>ast- doljjjs politischer Erfolge in sich trägt. Sollte die Zeit der "u" Umwälzung vorübergehen, ohne datz sich Struktur, unserer Wirtschaft etwas r 1'- bedeutet das die Belastung des neuen Deutsch- sozialen und auch politischen Schwierig- 4„h' bon deren Schwere man sich augenscheinlich noch nicht Sic. �"�skn die richtige Vorstellung macht. ---—■_ r r*_ l_ "rii ,.. Zweiter Berichterstatter sprach Dr. Vogelstein- .'":»ein Land sei für Eozialisierungsfragen so wenig �Uet gewesen wie Deutschland. Für den wissenschaftlichen �lökouomen wie für den Marxisten sei e» feststehend, datz i? da? verlorene Afrika werden Kaptiiän Lt. Hang ber Suahel n«ger M'dachi bin Sclxiviftl nn **<*,'?t> öveitag, 19. Sep'emver. abends K8 Uhr, einen , Lichtbildern h«en. Hau» Paasch« war Führer der oftofriBonrifchen Ncye«»r?tv«ch 1905. ''trp. 8 Karges niutzte er wegen feiner pazifstischen Ge» 4 sj.,».'gelang in Schutzhaft»bringen, Karten zum Vor- " I ZV,. Mtglieder ber Gewer kschas an mit. E.enätzicTting � der Gr scläfltis teste des Bundes Neues Vater iaib, An, � boten. d,.. oi!n}a0, den 81. September 1019, abends 7 Ubr. In der s% jt; Soplien-Scbul«. Weinmeister'ttatze lü. Vortrag von • f � �. f' f n Über.Die Jugend und das s o z i a l i st i- ?bcr Sep- von Kam» '«m CFrftmrffüÄmng von 1.jut c u i y.. von Calais" am Den Suswche de Sornt-Pierve spielt Ernst Volksbühne findet die ÜJ f rfl e n K ü n st l e r- T h e a t e r geht in Ab- � a v �plelplaneS diesen Sonnabend urrd Sonntag � B r 5 � � i d t s..S ch l o st a m W a n n s e e- in S�ene.— - wurde vom Direktor Victor Baruowsky dem L e s s> n g- ec �«7 ,1 ,> N -0« ——.-.JtCttOT«iciot-oac»»>v».v«y--" tT beipflichtet. Sie wird zuerst in der bcvorstchendcn wao sucL,,----- ""m" bon Rolf LancknerS Drama.Christo die n, einer Hauptrolle auftreten. "•x!ei 4 b i n e r Domchar unter Leituintt Professor Oesbern abend ferne di>e»tnaige Kunst reise noch; �ft � 1™"� Landein durch ein Koasert int grotzen Aon- %r, c"ofojchagen unter grossem Beifall ein. bl n g«r wird am 19. September in der P h i l- •«r e.mst dem Pbilharmoniscben Orcbesler da» Lied r»e vou Gustav Möhler zur Ausführung bringen. MbaMümiWi an Pro?ü?Nov?mMefn«nss st-kr Mketti?ssmet> f-K« MffMM m mmmtm. Zir tütigleit ans der einen Seite, Vergesellschaftung der Produftions.| der ui�ureichenden Wochenlohu« von 180 bzw. 115 M. wurde tm( Programm � ;'' f i f ch. D e u t f dh e r Abend findet am Sst � m f. Hochschule für Musik statt. Rezitationen "" an. Werse I und Nadel. 'it„„7'- Pdilipp Rüfer, der bekannte Berliner '''u'ren �tuawr der Akademie der Künste, ist im Aller von *0,1 o®e,t0r6en-, ft 3iur;.t» �" d r e j c w. dessen Tod gc'meldet. aber der Bei. vn' n,c uoch nicht, bestätigt wurde, sind bereits im « der Direktion Meinhard und Bernauer zwei Werkel A„ f".'.'fd rn'. und zwar.I e k a t e r i n a I w a» o w n a" mittel und zemralisiert« Wirtschaft auf der andere» Seit« keine Kategorien darstellten» die ohne Rücksicht auf die Konstellation als Axiome natürlicher Evolution oder als Postulat« der Wirt srhaftspalitik ein für allemal gelten können. Di« unentwegten Sozialisten glaubten, die Produktivität sei stet» beim Sozialismus zu finden. Auch in der Monopolfroge nehmen st« einen ähnlichen Standpunkt ein. Wenig beachtete» ste die Eigenartigkeit der M a r k tv« r h ä l t n i fs«, die Vor schiedenheit zwischen Konsum» und Produktivgütern und die Frage de»«utzenhandels. Bei Regelung de» Konsum? könne auch der PrivatkapitaliSmus leicht seine Produktion dem anpassen. WeseuSich sei die psychologische Frage, da der Geist da» eigentliche ReagenS der Wirtschaft darstelle. Alle Sa zialisierung bedeute die Gefahr der Verminderung an Wagemut und VerantworwngSfreudigkeit, selbst wenn mau ihr die beste Form gebe. DaS stärkste Argument der Sozialisten sei die R ü ck ständigkeit eines Teil» der kapitalistischen Wirtschaft. Sie sei keiueSwegS zu bestreiten, beruhe aber auf ungenügendem, nicht auf zu starkem Kapitalismus. Sie finde ihr Heilmittel meist am besten ohne Eingriff der Allgemeinheit. Die Hauptsorgc sei die Form der Sozialifierung. Relatw unge lf ä h r i i ch sei ein« Scyialisrevung von Teilen des Gewinnes, vor allem der Reutengewinne, wie im Bergbau. Gänzlich verkehrt fei unsere Steuerpolitik. Sehr scharf wandte fich Vogelstein am Schlüsse s«i>neS prinzipiell«! Teiles gegen da» Räteshstem in seinen über die Befugnisse de» Arbeiterausschusse» hinausgehenden Wirkungen. Wer nicht Syndikalist sei, müsse auch jeden Einfluß der Arbeiter und An gestellte» auf die gross«! Fragen de» Betriebes und der Leitung ablehnen, wie die» auch die scgialistrsch« Majorität der sozialen Kommission getan habe. Nach diesen prinzipiellen Ausführungen waudtie sich der Redner den politische» Proble in en der letzten Monat« und de» Augenblicks zu und stell!« sich sehr scharf gegen die Pok-itik der Volk»- beauftragten und de» Reichswirtschaftsamts unter August Müller und dann unter Wisseli. Di« Volksbeauf'ragten hätten nicht nur negativ versagt, sonldern auch die Sozialisierungskommission gehindert, die trotz aller Mängel der Zusammensetzung und aller Kleinlichkeiten der Regierung und Intrigen einzelner Männer des ReichswirtstbaftSamt» etwa? hätte leisten können. Au» kleinlicher Eifersucht der hinderte mau jeden Schritt zur Sozialisierung, al» noch«rue Beruhigung de« Arbeiter davon zu erwarten war. Inzwischen s« mm die Wirtschast immer mehr verfallen, der psychologische Wert einer Sozialisierubgs- mahnahm« immer hringer geworden. die Wirt» schastiiche Moral bei Unternehmern«nd Arbeitern iintecgraben, selbst da« Solidarttatsgefüh der Arbeiter fast völlig geschwunden. In diesem Augen blick völliger wirtschaftlicher und moralischer Auflösung, dem geringsten Matz« innerer EinHeft, kommt Möllendorf mit seiner Denkschrift» die den Gemeinsinn de» deutschen Bolkc» zur Grundlage machen will. Was an moralischen Forderungen darin enthalten ist. haben in erreichbarem Grade die Gründer des Vereins für Sozialpokitik schon vor 47 Jahren gesagt. An Posi. tivem, an wirklichen Plan«! der Wirtschaft enthält der angebliche Plan nicht». Demgegenüber heitzt tS heute, all« individuellen Kräfte freizumachen um wieder in die Höhe zu kommen. Hin- dert man heute die freie Unternehmertätigkeit mehr al» unbedingt nötig, so wird aus dem Zusammenbruch, der dann unauS- bleiblich ist, selbst ein« Gefährdung der sozialpolitischen Errungen- schaften der Revolution resultieren und der Berein für Sozial- Politik sein« Aufgabe fast von neuem zu beginnen habe». Die Diskussion scheint ohne Bedeutung gewesen zu sein. Bemerkenswert ist nur, datz der Rechtssozialist Adolf Braun mit Hilfe wenig sachlicher Angriffe gegen Lederer die Regierung zu verteidigen suchte. Scwsrkfchaftliches. UJ Ws t*- Die Lohnbewegung der Transportarbeiter in de« Kaufhäusern. In einer äusserst überfüllten Versammlung in der UnionS- brauerei nahmen am Dienstag abend die im Transportarbeiter- verband organisierten Arbeiter und Arbeiterinnen der Kauf,«nd Warenhäuser Stellung zu dem Ergebnis der Verhandlungen über die Lohnforderungen. Werner legte dar, datz die bestehenden Lohnsätze von 67,70— 93.50 M. pro Woche in Anbetracht der immer noch anhaltenden Teuerung völlig ungenügend sind." Da der alte Tarisvcrlrag am 1. Ok ober abläuft, hatten die Arbeiter schon am 12. August folgende Forderungen gestellt: Für Jugendliche von 14-16 Jahren 45 M.. 16-18 Jahren 60 M.. 18— 20 Jahren 80 M., für männlich« Erwachsene über 20 Jahre: Anfangswochen- lofin 100 M., nach X Jahr 120 M.. für weibliche 20 Prozent weniger. Trotzdem von Arbeitgeberseite festgestellt wurde, datz eine vierkäpfige Familie mindestens 00 M. pro Woche zu den äusserst notwendigen Lebensbedürfnissen braucht, zeiflten sich die lluteriiebmer sehr widerspenstifl. Nach zwei Vcrlmndlungcn machten sie einen letzten Vorschlaez AnfanaSlobn 80 M., nach einem halben Jahr 85 M,, nach einem Jahr 05 M. Die Kommission der Arbeitnehmer aing mit ihrer Forderung bis 95 M., nach einem halben Jahr 105 M., nach einem Jabr 1l5 M, zurück. Sämtliche Diskussionsredner brachten den geschlossenen Willen zum Ausdruck, die Forderungen mit allen Mitteln zu vertreten. Es bestand zuerst nur verschiedene Ansicht darüber, ob auf den Forderungen vom 12. August oder auf denen der Lohnkommission stehengeblieben werden soll. Schliesslich wurde eine Resolution angenommen die das Angebet der Unternehmer zurückwies und auf den Forderungen der Lohiikommissioi! bestehen bleibt. Lohubewcgung a5or in den Gcldschranlbetrieben Beschäftigten. Am Dienstag wnbmen die Arbeiter der Geldschrankindustris in überfüllt«! Versammlung den Bericht der Verhandlunas- kvmmission entgegen. In lebhafter Diskussion rügten die Ver- sammelten das geringe Entgegenkommen der Arbeitgeber, ganz besonders im Falle der Transportarbeiter. Gleichzeitig wandte man sich gegen eine Dauer der Abmachung, die unter keinen Umständen bis zum 31. März 1920 dauern darf. Folgende Resolution wurde gegen wenige Stimmen angenommen: Die Versammelten erkläret, nur unter den Umständen den Abmachungen zuzustimmen, wenn einige Punkte" noch abgeändert werden und die Dauer nur bis zum 31. Dezember 1010 währt. Sie fv cdern die Arbeitgeber auf, bis zum Freitag, den 19. September d. I., ihre Zustimmung dazu zu erklären. Beginnende Lohnbewegung der Vrauereiarbeiter. In einer gut besuchten Versammlung der im Transport- arbeiterverband Organisierten Brauereiarbeiter gab am Miliwoch „jw-h int Gewerkt chajtödauO Genosse Milch«ine» Rückblick über allen Stimmen ein Antrag angenommen, der die Orzanisatisnik leituug mit der Forderung einer einmaligen TeuerungSzulaa von 300 M. und einer laufenden von 80 M. pro Woche beatrt tragt. Falls sich der Brauerei» und Mühlenarbe iterverbaud-Wl lehnend Verhalten sollt«, wurde beschlossen, im Einvernehmen mit den übrigen Organisationen selbständig vorzugehen. In der DiS- kussion kam«ine grosse Erbitterung gegen den Brauerei- und Muhlenarbeiterverband zutage, besonder» gegen den Perrat dq» Vorstandes Hodapp, mit dem die Arbeitgeber direkt rechnen können. Wie Kolleg« Schiemann ausführt«, haben die Nntev» nehmer offen erklärt, datz sie ja deswegen nicht» zu bewilligen brauchten, da ja Hodapp nicht mitmach«. Hodapp selbst versuche alles, um Schiemann aus dem Betrieb zu entfernen. Auch eint Mitglied de» Brauerei, und MühlenarbeiterverbandeS selbst berichtet von dem arbeiterfeindliche» Verhalten diese» Verband«?, wie di« Vertrauensmänner Versammlung im Juli, die Forderung «wer Teuerungszulage ablehnre, mit der merkwürdigen Begrün� duna, die Zeit sei nicht geeignet, und wie sich Hodapp trotz seine» Versprechens beharrlich weigert, die Teuerungszulage auf di« Tagesordnung zu setzen. Die Versammlung war der Ansicht, datz fich di« Mitglieder des Brauerei- und MühlenarbeiterverbandeS bei einem Streik solidarisch erklären werden, trotz ihre» Vor» standes. In die VerhandlungSkommission wurden_ General, Schaber und Schiemann gewählt. DaS Referat: Sogialisierung im Handels-, Transport- und VerkehrSgewerbe wurde vertagt. Misch teilte im Schlutzwort noch mit, datz das Protokoll über deu, Verbands tag für LS Pf. zu kaufe» ist. Verstäub lgung mit dem Deutschen Transportarbekter- Verband. Mit dieser Tagesordnung beschäftigte fich ein« aiisserordenk« ltche Generalversammlung der Berliner Gcschäst&diener» und Packervereinigwng. Fehling gab den Bericht. Eine Kommissio» von fünf Kollegen hat die Verhandlungen geführt. Diele ginge» daiv«! cruZ, datz«S angesichts der igrvsse-n Umternehmewerbände not- wendig sei. geschlossene Arbeitervcrbände in den Kampf führen zu können. BiS zum Zusammenschlutz sind Vereinbarungen getroffene welche bei der Agitation den gegenseitigen Besitzstand an Mitgki«» dern wahren soll. Betriebsbesprechungen sollen geweinsam für leide Verbände stattsinden. Unter den Unorganisierten soll die Aufklärungsarbeit von beiden Seiten loyal betrieben werden. Neue Tarifgemeinschaften sollen geschlossen und bei Aenderunge» können Vertreter der GeschäftSdienervereinlgung zugezogen wer- den.— Betderseitige Vertreter sollen die Anichluzbedmgunge» ausarbeiten. J-n der Debatte wurde der Zusammenschlutz in kürzester Zeit gefordert und hervorgehoben, datz man nur dabei gewinnen tonnte. Die Versammelten stimmte« den Vereinbarungen zu.-Es wurde ein Antrag angenommen» welch« die Kvuurussio» zu wettere» Verhcmdiunge» ermächtigt. Dir NrbetterratSwahlen tut Glilhlomventverk Siemen?< HalSke, die durch den Rückdvitt der biSheragstt«Lbeik-roatS- rniii'glfi oder notwendig wurden, zeitigten folge rideS Refulllat: U.S. P.D. 1407, Kl P.D. 496, Sc P. D. 379 Stimmt»». Uaster diesen Zitzfern sind btie Angestelltvit foljrwrtbmjtefjen vertretend 81 stimmttvn für die U. S.P. D.. 10 für die St P. D.. 143 für die S. P. Dc GawäW wurden 2 Kandidaten der U. S P. D.. 1 itaw didvi der K.P.D.-. die S. P.D. brachte nicht einen einzigen dm ich. Die Wahl zeigt aufs neue, datz fast Wie gesamte Aobeiterfchast und«in gootzer Toil der Lngeftellte» sich von der S. P.D. ob- gewembet hctbem BettiebSeinstellung. Tie Waffeufabrik Mauser stellt vom 15. Oktober ad den Winter über den Betrieb ein. In einer außerordentlich stark besuch en Versammlung der Branche der Hobler, Bohrer, Stoßer, Fräser gab Tirpitz den Bericht über den Schicvsspruch betr. Tarifabkommen. Er wie» besonder» darauf hin, datz eS daS Bestreben der Wranchenkommis- sion gewesen sei, mögUchji einheitliche Lohnverhältniss« sür diese Berussgrupp« zu schaffen. Die Kommission habe deshalb den Wer- Hältnissen Rechnung tragend, die Einreihung dieser Branche in Gruppe 2 und 3 gefordert. Die Gegenvorschläge der Unternehmer sehen dope gen die Einrangierung in fünf Klassen vor. Alsdann verlaS Tirpitz den vom SchlichtvmgSauSschutz für diese Branche gefällten Cchwdsspruch, der die Einrangierung in Gruppe 2, 8 und 4 Vorsicht. Anschliessend daran gab er bekannt, datz die er- wetterte Ortsverwaltung unter.Hinzuziehung der Ärbeiterräte der Metall-cFildustrie beschlossen habe, sich an den weiteren Ver» hairdlungen dcS SchlichtungSauSschusseS nicht mehr zu beteiligen. Die bisher gefällten Teilschiedssprüche lietzen klar erkennen, datz diese? Schiedsgericht niemals ein Urteil fällen wird, welches auch nur den bibi. sten Forderungen der Kollegen Rechnung trägt. Die Fünfzehner Kommission verstärkt durch da? Metallkartell sei nun beauftragt, geeignete Schritte zu unternehmen um die Fovderun- gen bei den Unternehmern durchzudrücken. ES werde nun von den Kollegen erwartet, daß sie den aufge- zloungenen Kampf geschlossen und wohldiszi- pliniert führen werden nach den Weisungen die die Fünfzchner-Konuuission ausgibt. Starker Beifall lohnte den Redner. Sodann gab Knauf einen kurzen Bericht von den Ver- bandlungen in der GeldschrnnftJndustrie, welche ebenfalls gescheitert seien. Holz alK Mitglied des HauptauSschusseS er- gänzte in wirkungsvoller Weise den Bericht be» Kall. Tirpitz über die gepflogenen Verhandlungen. Der vom ReichZarbeitSminister eingesetzte Vorfitzende des SchlichtungSauSschusseS verfügt nicht über die nötigen praktischen Erfahrungen und zestte sich infolge- dessen der Situation nicht gewachsen. Die Durchführung der bis- her gefällten Teistchiedifprüche würtde eine erhebliche Verschlech- terung der bisherigen Verdienste ergeben. Auch er ermahnte die Kollegen, im Kampfe Disziplin zu halten und nur Schnitte zu unternehmen, die von der Streikleitung angeordnet würden.— In der nun einsetzenden Diskussion machte sich eine starke KampfeSstimmung peltenst, die besonder» zum Ausdruck kam, al? Kitt l e r den Erlaß des efrimaligen VerbandSvorsissenden, jetzigen Ministers Schlicke vom 3. Septembör unter die Lupe nahm, der die Schntzbestimmungen, welche der büvgerliche Demobil- mochnngSkomutissar Koeth im Interesse der Arbeiterschaft erlas- sen hatte, restlos wieder beseitigte. Wenn es notwendig sei. tvertze man auch den Kamvf nach dieser Richtung zu führen wissen. In Anbetrocht der Gesamisttuation wnvde von einer Beichlutzfassung über den Te'llchmdSsoruch Abstand aenommen. Die Branchenkom- niilsion wurde durch Idie Hinitiwah, der Kollagen H-cunPel, Neu- mann und Löffler(sämtlich U,<5. P.) verstärkt. nf: ft. yV vt. A Ssasclika Schegulow Revolutionsroman von L. UstcSref�W erscheint in der „Freien VIeli" jedes Heft 20 Pfennig, Verlag Berlin NW 6. Schiffbauerdamm 19 Vom Kampf gegen die SLrafcenhZndler. Zu der Razzia am Montag vormittag auf dem Potsdamer Kl-ch und m dar Fried richstrafye wird uns noch folgender sdanda- lüser Einzelfall mitgeteilt: Am Montag, vormittags'Ali Uhr, wurde am Bahnhof Friedrichftrahe ein« Straßenhändlerin von der neuen Sicherheitspolizei festgenommen und im Lastauto nach dem Polizeigewahrsam Älexanderplah gebracht. Hier wurde fi«, trotzdem sie im Besitze eine» rechtmäßigen Ge- w e rb e s che i ne S war, in einer Zelle mit mchrereu Händlerin» Ttcn bis abends 6 Uhr festgehalten. Di« Ware wurde, trotzdem sie rechtmäßig verzollt und versteuert war, ihr abgenommen nnd Noch nicht wieder zurückerstattet. Während der ganze« Zeit ihrer Freiheitsberaubung belam fi««tu« Tasse Kaffee und ein Stück trocken Brot. Die sogeuarmte Sicherheitspolizei kümmert sich also den ZEejifel um Recht und Gesetze das fie zu schützen berufe« ist. •projini innat rrrginy urmgesetzt wkrb, geht aas folgendem Inserat hervor, das uns vorliegt und das lautet: Wir haben im Westen BerltuS etn» der bekanntesten und vornehmsten Settlokale mit Tan, zum Preise von 400 000.— bei möglichster Auszahlung zu verkaufen. Tageskasse ca. 12 000.—, nur Nachtbetrieb. Ernsthafte Reflektanten erfahren Näheres durch Ernst 5l e m p e l. Nürnberger Str. W, Steinplatz 16 273. Danach beträgt die Tageskasse 12 000 M. Bezeichnend ist der Hinweis: nur Nachibetricb. Daß das verkäufliche Lokal nicht im Norden, sondern im vornehmen Westen Berlin» liegt, ist selbst» verständlich. Die Kriegsgewinnler find natürlich dw Stammgäste .m der Nacht, wenn die Liebe erwacht". Die arbeitslosen Steinsetzer. Die städtische Tiesbaudeputation beschäftigte sich gestern mit her Arbenslofigkeit im Steinsctzerberuf. Aroeitslose Steinsetzer ersuchten um Beschäftigung. Der Antrag wurde von unseren Genossen lebhaft unterstützt. Arbeit sei reichlich vorhanden. Die Strasjenbaupoiizei müsse endlich die Hausbesitzer zur Herstellung ordentlicher Curgersteipe anhalten. Die Stadt müsse die mclen Reparaturen und Umpflasterungen, die während des Krieges hin. «rusgc schoben wurden, endlich ausführen lassen Es wurde be> schlössen, beim Magistrat die Summe von 400 000 M. zu bean» tragen, um für die beschäftigungslosen Steinsetzer Arbeit zu schassen. So schlecht auch die städtischen Finanzen find, so ist doch zu hoffen, daß dem Antrage schleunigst stattgegeben wird. Im Zusammenhang damit wurde auch ein Antrag auf Einführung der eigenen Siegte im Steinsetzerqewerbe beraten. Von einer Seite wurde behauptet, die eigene Regie würde teurer werden und ei wurde«ine recht willkürlich« Rechnung aufgemacht, während von unseren Genossen dargelegt wurde, daß nirgend» die eigene Regie so leicht sei, wie im Steinsetzerberuf, die in einer ganzen Reihe von Städten durchgeführt sei. Früher hätten in Berlin die Stein- fetzer selber der Durchführung der Regie im Wege gestanden, heute sei das anders. Unsere Genossen beantragten, sofort nach Be» willigung der Wttel die Tiefbauämter mit den Arbehen direkt zu betrauen unter Ausschaltung der Unternehmer. Dem wurde ent. gegnet, daß zunächst noch Verträge mit den Unternehmern be» ständen über die Reparawrarbeiten. nnd eS wurde vorgeschlagen, zunächst im Tiefbauamt 4 einige Kolonnen zu beschädigen. Unter Ablehnung des Antrages unserer Genossen wurde so beschlossen. Sekllokale mit Tanz. Nn Berlin kann man leben, wenn man Geld hat, und auch die nätige Unterhaltung ist da für den Lebemann. In den Sektlokalen fliegen die braunen und blauen Lappen nur so. Wa» in einem Zu der Räumung beS Garnisonlazoseitt«..rniiuts mW) uuS' vvn dem VcrtaauenSmiaiin der kiofer» uns Mz�iSverketzden Kameraden, die ien Lazarett uuievgcstracht werden lolle«, mit» geteiöt, daß«S nicht mögüsch igewefen war. andere Räume zu beschaffen, die völlige A-iiSbxMrng aber noch eine drei» bis wer» jährig« BchaiSlung erforde«. Die PersönilichZest de» Arztes spiele bei Austvahl deS Lazaretts keine Roll«. Das Detricbkrätezrfeb war das Thema von 30 Versammlungen, die die RcchtSsozialisten am gestrigen Mittwoch einberufen hatten. In verschiedenen Versammlungen fanden die Referenten Gegner ihrer regierungsfreundlichen Auffassung. In der Ver- sammlung In Stralau wurde die von ihnen vorgelesene Resolution mit großer Stimmenmehrheit abgelehnt. Dagegen wurde eine Resolution, die von der Unabhängigen Partei verlesen wurde und die sich auf den Boden de? vom Vollzugs rat ausgearbeiteten Be» triebsrätegefetzes stellt, angenommen. Nur keine Nnabbängigen! Den konfervativen Herrschaften der alten Schule schwillt wieder mächtig der Kamm. Am 3. No- dember waren sie lammfromm den Aroeitern gegenüber. Heute, da sie wieder obenauf sind, dürfen fie sich die alten Frechheiten gegen die revolutionären Arveiter erlauben. Ein Richard G a r b r« ch t, Inhaber einer Maschinen- und Pilugfabrik in GoßlarShausen sWpr.j, etdrkistet sich, an einen Schlosser, der sich um eine Stellung bei ihm bewarb, zu schreiben: er könne.nur gute, herrentreue, nationalgesinnt« Leute ge- brauchen. Und in der.Berliner Morgenpost" sucht ein unbelebr- barer Konservativer«nie Frau oder ein kinderlose» Ehepaar zur Instandhaltung der Wolmung und für häusliche Dienste,«lln- Ä'bängige Sozialdemokraten nnd noch weiter Linksstehende au». geschlossen." Diese bornierten Herrschaften bilden sich offenbar ein, die Arbeiterschaft braucht sie. In Wirklichkeit fft es natür. lich gerade umgekehrt. Und hoffentlich sorgt die Arbeiterschaft dafür, daß die Herren Ausbeuter bald nicht mehr in der Lag« find, eine Auswahl unter den Arbeitern»ach politischen Gesichts- punkten vornehmen zu können. Freie Hochschnlüemetnde für Proletarier. Vom Donnerstag, den 13. September bis eirrfchl. Montag, den 22. September fallen infolge her R« ichsschulkon frrenz sämtliche Kurse der Genossen Seinig, Winckclmanu und Dr. Stähler au«. Der Kursus über mn Mübntag, Hm 22. September .,6 Uhr in der Kochstraße 13, Zimmer 137; der Kursus Esperanto, Dienstag, deu 24. September nm 7 Uhr in der W stieße 13, Zimmer 140; der Kursus Rechnen am Monmg, d» 29. September um X3 Uhr in der Kochstraße 18, Zimmer ls» Die KursuSgebühr beträgt M. 8.—; sie wird am ersten Lnte» richtSabend erhoben. Mutter Kind in de« Tod gegangen. Der in unsere« Morgenausgabe vom Dienstag gemeldete Leichenfund einer Fr-rt und eine» Kinde» in der Spree bei Treptow ist aufgeklärt warte» E» handelt sich nm eine Frau Margaret« Schmidt, ßW" Ried Hardt, die mit ihrem fünfjährigen einzigen Sok>!i den To! BJ den Fluten gesucht hat. Eine unglückliche Ehe soll das Motiv fl der jurchcharen Tat gewesen sei«. M? dem Eemeiodelebelt. Staakr«. Am Sonntag fand die Schöfferrwahl statt. 0"� der Herren Demokraten schrieb statt den Namen de» Kandidatt» die Rummer einer Liste auf den Stimmzettel. Der Sttmmzenv wurde für ungültig erklärt, wodurch die Demokraten, denen Schöffe zustand keinen erhielte». E» erhielten die ll. S.$ �, und die S. P. D. einen �Höffen.— Das sind die.intellektuelle« Herren Demokraten, die den Arbeitern politische llnfähigkel� vorwerfen, während fie nicht einmal die während der Wahl eu" führlich verlesenen Wahlbestimmungen in ihr Gedächtnis zunehme« vermögen. Aus deu örgauifaliMeu. aympmHwmi, Sitzung ver Referenten nnd Helfer d«e ll- �? det der Lando�ttotio» am Zeettag«de ad 7 Uhr Im voikehwl» Verewslalevder. «ngast««, dee Stoch- und Schirmbrnnchet Versammlung tag, den 12. b. 33., abend« 7 Uhr, im Rosenchaler Hof, AoseNw»» 1. Stand der Lohnb-wegavK. straße IS tli. Tageeordnung: ±. �»u>w«»t-j- Bmhdlnder-Verbanv— Rortonfcrorah«. Am Freitag.° IB. September, nachmittag» AH Uhr,«i A. voecker» Zestfälen. stiatz, 17, Branche nveifwiirmluirg aller Äoitoirorbeitet und® � Rieniand darf fehlen- � rinnen. A«atzer st wichtige Tagesordnung. Branchenleitung, lmti Priem«. Verantwortlich für dt» Redaktion Alfred«lelepp', ReukS«» Verlirgsgenolleiischast.Frechelt".«. 6J. in. d H. Berlin.— Dru» Lindend ruckerei nnd Lerl-ii>sciel«UW,c.tt m. d. 6. Sr!>ifldau«rdamm�> D;# Freiheit- und die Haupt-Expedition, Schiffbauerdamm 19, nehnJ®" kleine Anzeigen für die.Freiheit" enlgcjsen. Be* nutzt euer Parteiorgan als Ankündigungsmittel so oft ihr Gelegenheitdazu habt. 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