MMprels IS Mnnlg- 2. Jahrgang NHttwsch, den 24. September 1414 Nr. 462/11 252< Morgen-Musgabe Sie ibfit* rr'ctrnt nwraens nnd noetmitt-rns,«m S»nn. Festtag«? nur morsen». Z>n SezuzH?»!, titrfjt de, fr-Irr gnlhBum« irä�nas füt®roSJ3»rlin«6«rbti Mnfttm poHitjug«In» B-st-llg-l>Lbr jaonatL 5,— m, b-i Z-st-llunz unter Streifband s.— Ol. DI».Jltibeit* ist In trn tlftti Nachtrag der pasizeitunz-list- Ist»»IS-inzetr-z-n Slcbaftim nnb«xvrditwn: verlin NW.«. Schiffbauerdamm 191". ?frn!preA�«m» Norden S895 und 2898. Inferate kosten die achtzrfga». Nanxureillezeile oder d�en Raum LZO in.'., Udorianzeigen das fettgedruckte IDort ßOpf, jedes weitere ivort� 25 pf. T-uerunzszufchlaz 70 pro;. Bei jamilien» u. Nerfammiungsanzeigen fäll» der Zufchlaz fort. Inserate für den daraus« iolgenden Tag müssen spötesiens Ms 3 Uhr nachmittags bei der Trpedition aufgegeben sei». Juseraten-Abieillmg: Berlin NW.«, Schiffbanerdamm 19 Fernsprecher: Amt Norden 9768 Berliner-Organ ber VnnbftänQlgen Soriotöenwfratie&eatfWlanbs ■* Krise Einberufung der üulienischeu Kammer . verfchobe«. Lugano, 23. September. Nach einem Stefani-Bericht auS Rom wird durch Dekret »am 22. Septombrr die Einberufung der Kammer auf den September verschoben. Einberufung des Kronrales. Bern, 23. September. Die unerwartete Vertagung deritalienifchenKam- me» mch die Einberufuiitz des Kronrates haben Bestürzung und Zahlreiche Gerüchte hervorgerufen, die einerseits die Fiumancr Srage und die Antwort Wilsons betreffen, andererseits mit Mei» aungsverschiebenheiten zwischen Nitti und Tittoni und Gerüchten »i»rr Kabinettskrise zusammenhängen.„E P o r a" erNärt, öir Einberufung de» Kronratr» habe ihren Grund darin, daß sich �>e Regierung des Heeres und der Flotte nicht mehr sicher fühle. n�eeolo" hält diese Bersion für unglaubwürdig. Bern, 28. September. Die gesamte italienische Presse steht unter dem Oindruck der Einberufung des Kronrates und der Vertagung der Cammer bis zum 27. September. Ms Beweis für die Schwierig- ieit der Lage wird daran erinnert, daß selbst bei der Kriegs- Erklärung an Oesterreich-Ungarn die damalige Regierung von »inex so außerordentlichen verfassungswidrigen Maßnahme ab- Ziehen hat. Die Gegner Nittis betonen, daß die Einberufung �3 KronrateS einen Versuch des Mnisteriums bedeutet, sich der Verantwortlichkeit angesichts der unerträglichen inneren und Äußeren Lage des Landes zu entziehen. Eingeladen sind Suzzatti, Giolitti, Sonnino und Orlando, die Heeresleitung und lEmtliche FraktionSführcr, darunter Turati, dessen Teilnahne �ber von der Zustimmung der Parteileitung der offiziellen So. Misten abhängt. Tittoni wird eine Darstellung der Lage geben u,tb Unterstützung für die jetzt eingeschlagene Politik fordern. -Avant i" sieht in der Einberufung des KronrateS einen Atzten Versuch der Regierung, einen Ausgleich zwischen den An- idrüchen der Militaristen und. dem Ruhebedürfnis deZ die Re- Wiiriion fürchtenden Bürgertums zu finden. Der Hasesarheilerftreif. Bremen, 23. September. sW. T. B.) Wie uns aus Bremerhaven mitgeteilt wird, erstreckt 'ch der Streik der Bremer Hafenarbeiter in dem �nterwDserhafen bislang nur auf die Fischdampferbesatzungen. Transportarbeiterverband teilt mit, daß die Hafenarbeiter in ihrer Versammlung beschlossen haben, sich nicht Streik z u beteiligen, und daß diesem Beschlüsse zu- fo'ge weitergearbeitet wird. K Wie die«P. P. N." melden, brqchte das„Hamburger �ch o" Dienstag einen scharfen Artikel gegen den streik des Deenlonnsbundes. � Darin wurde den Ar- eitern angeraten, der Parole des Transport- �beiter Verbandes, der den Streik verurteilt, �lge zu leisten. Der Streik ist ohne Bedeutung. Tem steht die neueste Meldung gegenüber: Stettin, 23. September. Die hiesig,-» Seeleute sind aus Sympathie für die �nturger und Bremer Seeleute in �en Streik getreten. 8er amerikanische Mkallarbeilerslrei'. New Aork, 22. September. tReuter.) . Heute mittag gab der Sekretär des Nationalkonritees für �ganisrrrung des Streiks der Eisen- und Stahlarbeiter, ?°ster, eine Zusammenstellung heraus, daß 284 000 Arbeiter Nkn; davon 60 000 in Chicago und 80 000 in Cleve. ''«d. Ein weiterer Zusammenstoß zwischen der Poli- ?»> und den Streikenden ereignete sich in Clairton- ° r o u g h fPiftsburg). Es fand eine Anzahl von Verhaftungen Bertuste sind nicht eingetreten. Amsterdam, 36. September. , �en englische» Blättern zufolge erklären die Führer der �ttknisthe» Streikorganisationen, daß der Streik der '.'�iallarbeiter der größte sein werde, den t''criEo je erlebt habe. Im Gegensatz dazu meldet die„Time 6" �Aewvork, daßim Bezirke von PittSburg schätzungsweise nur 25 Prozent der Arbeiter streiken. Wie die„TimeS" weiter- hin meldet, besteht guter Grund zur Annahme, daß die Führer nicht die groß« Masse der englischsprechenden Arbeiter hinter sich haben. .Telegraaf' meldet auS London, daß zugleich mit den amerikanischen Metallarbeitern auch die englischen Eisen- gießet in den Ausstand getreten sind. Es haben ber-'ts 50 000 Arbeiter die Arbeit niedergelegt, nnd cS wird befürchtet, daß der Streik m wenigen Tagen auch auf die Maschinen- und Schiffbanindustrie in den Hauptmittelpunkten übergreifen wird. Sämtliche Arbeiter in der Eisengießerei des Arsenals von Wol- wich haben die Arbeit niedergelegt. London, 22. September.(Reuter.) Die Vertreter der zum Arbeiterbunbe gehörenden 3 600 0 Angestellten de- Be hle Hemer Stahlgesell- schaft haben beschlossen, sich vorläufiz nicht am Streik zu beteiligen und zuerst das Ergebnis der am Donnerstag statt. findenden Beratung mit den Leitern der Gesellschaft abzuwarten Ausruf zur lulernailouale» SolidaMt. Folgender Aufruf drückt wurde, wird im aus Paris, der dort unter- .Avanti" veröffentlicht: An alle manuellen und geistigen Arbeiter! Arbeiter, die Ihr gleichzeitig daS nützliche Element und die Kraft versinnbildlicht, der Tag ist gekommen, an dem Ihr Euer Ideal vom Standpunkte der Vernunft und Eure .Handlungen vom Standpunkt Eures Ideals beurteilen müßt. Die Sache der Gerechtigkeit, die Sache der Gleichheit fordert die Zerstörung der alten, barbarischen Gesellschafts- ordnung, die all das Elend, all den Ruin, all die Massakers hervorgebracht hat. Seit dem Altertum sind die Arbeiter Sklaven geblieben, die Vorrechte haben nur ihren Namen geändert. Durch sechs Jahrtausende Geschichte sieht man die Massm der Lebenden — die die Kraft selbst sind— den Launen einiger Weniger ausgeliefert, sie leben und sterben für den Vorteil dieser Führer, für ihre Bereicherung, für ihren Sieg. Die gegen- wärtige Gesellschaftsordnung beruht ans diesem ungeheuren Widersinn. Erkennet die Semeinheiten, die Haßausbrüche derjenigen. die keine Aenderung haben wollen und mit Gewalt oder mit Schlauheit die Zukunft auf dieser von der Vergangen- hcit übernommenen Ungeheuerlichkeit aufbauen wollen. Reißt die Masken den„Neuen Demokraten" und den andern versteckten Formen der Reaktion herunter. Arbeiter. Ihr habt recht, eine neue Staatssorm zu schaffen, in der jeder, der zu hoch steht, erniedrigt, und jeder, der zu tief steht, erhöht wird, in der die Arbeit eine Pflicht und das Wohlleben ein Recht, eine Staatsform, die wirklich die Ordnung und den Frieden verkörpern wird. Heute bedenket und verkündet die blutige und heuchle- rische Koalition der internationalen Reaktion und der Groß- finanz gegen Sowjetrußland. Zwischen den Völkern der Erde war niemals und wird niemals der kleinste Interessengegensatz sein. Nur weil sie die Eroberung der Macht durch das Prole- t a r i a t und die intermationale Solidarität der Armen heiligte, nur weil sie wirklich und unverfälscht sozialistisch ist. aus keinem anderen Grunde ist die russische Republik so vielen Verleumdungen und so vieler Wut seitens der Macht- haber des Kapitals und dessen Schergen ausgesetzt. Um Sowjetrußland zu zerschmettern, wurden bereits Milliarden ausgegeben, die Ihr zu zahlen habt. Hat Euch das Unheil- volle Schauspiel der Intervention in Ungarn nicht die Augen geöffnet? Ihr seid Mitschuldige, wenn Ihr teil- nahmslos bleibt. Ladet nicht die Schande aufEuch.dieErmordnngderheiligenFrei.i heit zugelassen zu haben, der Freiheit, die, allen Menschen g e ni e infam i st. Volk der Erde, sei einig! Mau trennt Dich, nur um Dich zu beherrsche»! Das Manifest trägt die Unterschriften von Anatole France, Henri Barbusse, Viktor C n r i l, Georges Duhamel, Henri I a c g u e s, Laurent T a i l h a d e, Raymond L e f e b r e, Madelaine Marx, S 6 v e r i n e, 2 t e i n l e i n, V a i l l a n t- C o n t u r i e r. Mills EnWllANgen. Der Kampf, den Bullftt, der frühere Unterhändler der Entente in Rußland, gegen LloydGeorge und Wilson aufgenommen hat, hält die Presse der Ententeländer an- dauernd im Atem. Es ist daher von großem Interesse, sich der Vorgeschichte dieses Falles zu erinnern. In ber „HumanitS" vom 18. September schreibt darüber Genosse M. Delepine folgendes: „Im letzten Februar schien es, als ob sich die russische Politik der Alliierten ändern wollte. Sie hatten vorgeschlagen, ein» diplomatische Konferenz nach Prinkipo zusammenzurufen. Lenin nahm das an. Später teilt: die„Humanite" mit, daß von Sowjet- Rußland Friedensangebote gemacht worden feien. Heute bestätigt Herr B u l l i t t, der amerikanisch« Kommissar bei der Friedenskonferenz, in seiner Aussage vor dem Komitee des amerikanischen Senats für die auswärtigen Angelegenheiten die„Indiskretionen" der sozialistischen Zeitungen. Er stellt unbekannte Details fest, die ein helles Licht auf die Rolle unserer Staatsmänner werfen. Herr Clemenceau ist unerreicht in seiner Glorie. Nichts verhüllt seine Feindseligkeit gegen das Sowjet-Rußland. Aber Herr Lloyd George erscheint nicht besser, es sei denn, daß die Lüge eine wirksame Waffe des Staatsmannes wäre, und daß es einem Minister verboten wäre, aufrichtig zu sein. Am Sonnabend begann Herr Bulkitt vor dem Senatskomiiee seine Enthüllungen. Er erinnerte daran, daß England und die Bereinigten Staaten die Konferenz von Prinkipo vorgeschlagen hatten. Herr Clemenceau schloß sich nach kurzem Protest dem Projekt an, aber unter dem Vorbehalt, daß Frankreich Dernkin und Konsorten nntorstützen werde, wenn sie den Vorschlag nich! annähmen. Lloyd George und der Oberst House hatten für den 24. Februar eine Zusammenkunft organisiert. Am 19. wurde jedoch Clemenceau verwundet und Lloyd Georg« verzichtet« darauf, unserm Premier zu opponieren. Er gab jedoch nicht die Absicht auf, Verhandlungen mit Sowjet-Rußland anzuknüpfen. Iu Nebereinstimmung mit dem Präsidenten Pilson und ohne das Wissen Frankreichs beschloß er, nach Rußland einen Diplomaten zu entsenden, der die Friedensbedingungen Lenins überbringen sollte. Herr Bullitt wurde dazu auSersehen. Aber Lloyd George tat mehr. So groß war sein Wunsch nach Frieden, daß er Herrn Bullitt ein Dokument übergab, das jeden offiziellen Charakters entkleidet und eigenhändig von seinem Privarsekvetär Philipp Kerr geschrieben war und das einige Friedcnsvorschläge enthielt. Unter folgenden Bedingungen wollte Lloyd George mit Lenin verhandeln: Sofortige Einstellung der Feindseligkeiten; die Regierung behält die Kontrolle über die Gebiete, die sie besetzt hat. Die Eisenbahnen und die Häfen werden geöffnet und dir Staatsangehörigen der Alliierten haben ungehinderte Passage durch Ruhland. Allgemeine politische Amnestie auf beiden Seiten. Wiederherstellung der Handelsbeziehungen zwischen Ruhland und der übrigen Welt. Zurückbernfung der alliierten Truppen mit dem Beginn der Demobilisation der russischen Armee." Das war die persönliche Auffassung von Lloyd George über die mit Rußland zu vereinbarenden Friedensbedin- gungen. Wie wir aber aus einer späteren Nummer de, „Humanitö" entnehmen, hat Bullitt von Kerr, dem Privat- sekretär Lloyd Georges, erfahren, daß auch B a l f o u r gc» naue Kenntnis von der Note gehabt habe. In dem Artikel des Genossen Delepine heißt es dann weiter: „So versehen, reift Bullitt nach Rußland. Er kommt im März zurück und Überreichst sofort Lloyd George ein Exemplar seine! Berichts und der Friedensangebote Lenins. Lenin setzte elf hauptsächlich« Friedensbedingun- gen fest: 1. Die auf dem Gebiet des ehemaligen Russischen Reiches gebildeten Regieriinge» behalte» ihre Macht in den vo» ihne» besetzten Gebieten, bis die Bewohner selbst über die von ihnen gewünschte Rcgicrungsform entschieden haben. 2. Keine dieser Regierungen soll eine andere mit(stcwolt zu stürze» versuchen. 3. Aufhebung der Blockade Ruhlands. 4. Wiederaufnnbmc der Handclsbcziebunaen. O. OTe In TJlntiimo voryanvenen mtt ttnaj«nzianb efngt« llUrfen Produkte sollen allen BevolkerungSklassen ohne Unterschied zugänglich gemacht werden. K. vollständige und gezenseitige politische Amnestie mit Ein- schlug der Soldaten. 7. Die Truppen der Verbündeten werden zurückgezogen. 8. Gleichzeitige DemobUisation der Sowjet-Armeen wie der »atibolschcwistischen Heere. 9. Alle russischen Regierungen erkennen die finanziellen Ber- pflichtungcn des ehemaligen Russischen Reich? an. 10 Freiheit dcö Wohnsitzes und de» Verkehrs für alle Russe« i« Rußland. 11. Die Kriegsgefangenen werde» in ihre Heimat entlassen. Als Slo'jb George diese Bedingungen erfuhr, erklärte er sich zufriedengestellt. Ebenso wie der Oberst House, Orlando und Ccneral S m u t S Wey: er der Ansicht, daß Bullitt sie veröffent- lichen sollte. Aber Präsident Wilson widerseh!« sich dem. Er simb schnell in seinem Gegner von gestern eignen Verbündeten. Plohlich wechselte Lloyd George seine Meinung. Bei einem Frühstück, an dem Bullitt,' General SmutS, Lord Robert Cecil iwii Herr Kcr: teilnahmen, erklärte der Premier, daß er über einen Artikel der«Taily Mail' erregt sei. Er hatte gehört, daß Lord Northelifse und Winston Churchill ein reaktionäres Komplott gegen sein Ministerium vorbereiteten, und zwar »erade aus Anlaß deS russischen Friedens. Eine Woche später erklärte er Sffenllich im UntevhauS, daß er von den angeblichen russischen Friedensangeboten nichts w i s s e. Der Streich war geglückt. Bis auf Bullitt. der nach- her sagte, daß er hier das ungeheuerste Beispiel eme« TäuschungS- Manövers erblicke. Später versicherte er»m Senatslomitoe, daß man nicht das mindest« Vertrauen in die öffentlichen Erklärungen Lloyd Georges setzen dürfe. Di« Enthüllungen BullittZ haben, wie e> scheint,»m ameri- Dänischen Senat Aufsehen erregt; die republikanische Opposition fühlt sich gestärkt in demselben Maße, wie das Ansehen Wilson? gemindert erscheint. Bullitt hatte sein« Entlassung als Mit- glied der amerikanischen Kommission gegeben. Gr schrieb in diesem Augenblick«inen offenen Brief an Wilson, in dem er ihm vorwarf, daß er das von den Demokraten ihm«ntgogengebrachte Vertrauen verrate. Vor dem Komitee präzisierte Bullitt seine Anklagen; er be- ftätigte, daß Lansing, der General Bliß, White und selbst Oberst House ihre Unzufriedenheit ausgesprochen hätten. Lansing denkt, daß die von den Großmächten und in ihrem Interesse geschaffen« Liga der Nationen ohne jeden Nutzen sein wird. Aus d?n Erklärungen Bullitts ersehen wir vor allem, daß KriedenSvorbesprechur. gen mit Rußland von England und den LereinigtenStaatenfür nötig erachtet wurden, daß die russischen Bedingungen den Staatsmännern, die sie kannten, annehmbar erschienen, und daß nur die Furcht vor der jingoistischen Opposition Lloyd George gurückhielt. Heute verstärkt sich die Opposition von link». Da» beweist die Wahl Henderson». Die englischen Zeitungen kündigen uns eine neue Regierungspolitik an.' | Soweit Genosse Delepine über den ssall Bullitt. ES erweist sich ulso, daß di« Fri«d«nSverhandlungen mit Rußland, die im Frühjahr auf bestem Wege waren, durch i n n e r p o I i t i s che Treibereien in England vereitelt wur. den. vor denen Lloyd George kapitulierte, um sich an der Macht zu erhalten. Solange man sich in England noch der Hoffnung hingab, di« militärische Intervention erfolgreich zu Ende zu führen, hätten Bullitts Enthüllungen kaum beson- deren Anklang gefunden. Jetzt jedoch, wo sich die Erfolg- losigkeit der Entente-Jntervention in Rußland immer deutlicher zeigt und die Arbeitermassen stürmisch die Einstellung des russischen Abenteuers und die Abberufung der Truppen flilS Rußland verlangen, gewinnen Bullitts Enthüllungen den Charakter eines erstklassigen politischen Ereignisses, das die gesamte innere und äußere Politik Englands in starkem Maße beeinslussen dürfte. Entwirrungsversuche. Amsterdam, 23. Sepiember. Laut.Telegraaf* meldet die.Times' aus Newhork. daß der Pariser Korrespondent der.New York Time»' m einem langen Telegramm auseinandersetzt, wie das Gerücht entstanden ist, daß der Oberste Rat der Friedenskonferenz beschlossen habe, die Poli- tik. die England gegenüber Rußland befolgt, zu unterstützen. Lloyd George, Churchill und andere britisch« Minister hatten mitein- ander in Pari» über j)ie russisch« Frage beraten. Da» Commu- niquä über das Ergebnis dieser Beratungen wurde später irr- tümlicher Weise als eine Mitteilung über die Besprechungen de» Obersten Rate» angesehen. Rückkehr der tschechischen Gruppen aus Sibirien. Amsterdam, 23. September. Au« Pari» wird gemeldet: Der Oberste Rat beschloß die Hei mb fördrrung der tschechischen Truppew au» Sibirien, insgesamt 50 000 Mann. England, die Bereinigten Staaten und Frankreich werden die dazu nötigen Schisse stellen. Eine Kundgebung der Sowsetregierung. H. N. Haag, 33. September. Hollands� NieuwSbureau meldet aus London: In der Lon- boner Presse wird eine Kundgebung ver Sowsetregierung ver» öfsentlicht, in der gesagt wird, daß die Bolschewistcn Denikin nicht mehr zu furchten hätten. Weiber wird erklärt, daS russische Volk wisse sehr wohl, wie Koltschak gegen die Sowjetreglerung operiere. daß er aber zurückgeworfen wurOe und die Sowjettruppen ihn bis nach Sibirien verfolgen. Die Schwäche der Sowjetreglerung gegen Denikin habe darin bestanden, daß man nicht schnell genug mit den Banden GregoriewS abgerechnet habe. Diese Regimenter hätten die Nachhut der Sowjcttruppen geschlagen und dadurch die Front erschüttert. Außerdem habe die Führung der Sowjet- truppen nicht genügend mit den Gefahren an der Südwestfront gerechnet. In«der Kundgebung heißt eS dann: Wer schläft, ergibt sich freiwillig in die Hände seiner Feinde. Die Fabriken sollen wieder in Betrieb gesetzt werden. Eine geregelte Arbeit wird die Niederlage DenikinS zur Folge haben. Die MWsche KörderlW in SlocMw. Au» Stockholm wird un» geschrieben: Die in dieser Woche in Stockholm abgehaltene zweite Gerichtsverhandlung mit der zaristischen Märderliga hat im wesentlichen, außer einigen sensa. tionellen Neuheiten, über die bereis berichtet worden ist, nichts Neues zu Tage gefördert. Der Polizeirapport der Vorunter- suchung ist bereits auf über 500 Seiten angeschwollen und ist noch immer nicht abgeschlossen. Zur weiteren Beweisaufnahme tit das Bolsahrea auf einige Wochen vertagt worden. Recht eigen- artig muten im Rapport die Stellen an, wo über die Beziehungen mit einzelnen Personen der hiesigen Ententegesandtschasten die Rede ist. Vcn diesen Siellen ist aber bereits jegliche Gemein. schaft mit der Sekt«»Militärische Organisation zur Wieder» errichtung des russischen Kaisertum»' in Abrede gestellt worden. Man kann sich des Eindruckes trotzdem nicht«rwehren, daß in diesem Punkte die Affäre noch in N«bel gehüllt ist. Sie erschwindelle SrezserMunz. Wir haben bereits ausführlich dargestellt, wie das größte Verbrechen der Geschichte, die Entfesselung deS Welt« krieges, in Wien und Berlin angezettelt worden ist. Die Wiener Schurken wollten von Anfang an den Krieg; machen konnten sie ihn nur, weil ihnen Wilhelm von Anfang an in seiner frivolen Gewissenlosigkeit freie Hand gab, weil er mit der Entfesselung des europäischen Krieges einverstanden war! Nachdem die österreichischen Verbrecher diese Zustimmung hatten, hoben sie dann mit schurkischem Raffinement di« Sache ju Ende geführt. Wie sie dabei zu Werke gegangen sind, zeigt die Art, wie der Graf Berchtold, der Minister des Auswärtigen, dem Kaiser Franz Josef die Kriegserklärung abgeschwindelt hat. Am 28. Juli legte Berchtold dem Kaiser einen„Imme- diatbericht" vor. in dem er den Vorschlag macht, sofort an Serbien den Krieg zu erklären. Begründet wurde dies in folgender Weise:„Ich halte«3 nicht für ausgeschlossen, daß die Tripleententemächte noch einen Versuch machen könnten, eine friedlich« Beilegung des Konflikts zu erreichen, wenn nicht durch die Kriegs- erklär ung ein« klar« Situation geschaffen wird.' Berchtold drängte also den Kaiser, sofort den Krieg zu erklären, damit eS der Entente nicht gelinge, den Frieden zu retten! Und dem Volke hat man eingeredet, daß der Krieg uns durch die Entente aufgezwungen worden seil Um nun den Kaiser leichter dazu zu bringen, die KriegS- erklärung zu unterschreiben, hat Berchtold den Kaiser ein- fach betrogen. Er berichtet« dem Kaiser nämlich folgendes: Einer Meldung des 4. Korpskommandos zufolge haben ser- bische Truppen von Donaudampfern bei TemeS. Kubin gestern unsere Truppen beschossen und eS entwickelte sich auf di« Erwiderung de» Feuer» hin ein gröhe- res Geplänkel. Di« Feindselig«iten sind hiermit tatsächlich eröffnet worden und«S erscheint daher um so mehr geboten� der Armee in völkerrechtlicher Hinsicht jene Bewegungsfreiheit zu sichern, welche sie nur bei Eintritt des Kriegszustände» besitzt. Dementsprechend ließ Berchtold den Kaiser die KriegS- erklärung unterschreiben, in der eS ausdrücklich hieß: Di« k. u. k. Regierung sieht sich gezwungen, selbst ihre Recht« und Interessen zu wahren und zu diesem Zwecke zur Waffen- gewalt Zuflucht zu nehmen, und die» um so mehr, als serbische Truppen schon bei TemrS�ubin eine Abteilung der k. u. k. Ar- mee angegriffen haben. Nachdem der Kaiser die Kriegserklärung in dieser Fas- sung unterschrieben hatte, strich Berchtold den Hin- weis auf das Gefecht bei Temes-Kubin aus dem Akten st ück heraus, schickte die Kriegserklärung in der auf dies« Weise abgeänderten Fassung ab und mel- dete diese nachträgliche Aenderung dem Kaiser in folgender Weise: Allergnädigst« Herrl Nachdem die Nachrichten von einem Gefecht bei TemeS-Kubin kein« Bestätigung erfahren haben, hingegen bloß eine Einzetmeldung über ein geringfügiges Geplänkel bei Gradijte vorlag, die wohl nicht geeignet erschien, zur Begründung«ine» ge- wichtigen Staatsakte? herangezogen zu werden, habe ich es in An Hoffnung der nachträglichen allerhöchsten Genehmigung Eurer Majestät auf mich genommen, au? der an Serbien gerichteten Kriegserklärung den Satz über den Angriff serbischer Truppen bei XemeSvar- Kubin zu eliminieren. In tiefster Ehrfurcht Berchtold. Wien, am 29. Juli 1914. Der Vorgang ist klar: Das Gefecht bei TemeS. Kubin hat nie stattgefunden. Berchtold hat eS einfach erfunden, um den Kaiser leichter dazu zu bringen, daß er die KriegScrklä. r n n g u n t e r s ch r e i b e. Die„Wiener Arbeiterzeitung' sagt zu diesem Ver- fahren: Der Erzschurke hat nicht nur das Volk, er hat auch den Kaiser betrogen! Und das Schicksal der Welt hing davon ab. ob sich der vierundachtzigjährige Mann be- trügen ließ! Dafür, für diesen bewußten Betrug. muß Berchtold unbedingt ins Zuchthaus oder eigentlich an den Galgen! Wir möchten aber fragen, ob nicht auch das deut sche Volk die Pflicht hätte, seine Verbrecher endlich zur Verantwortung zu ziehen. Der£an Reinhard. Die Beschwindeluug der Oefjenllichkeit. Zu dem„einstimmigen Vertrauensvotum' für den Obersten Reinhard teilt der„Vorwärts" noch folgende Ein- zelheiten mit: »Bon zehn in» Reichswehrministerium berufenen Vertrauen?- leuten haben vier, deren Namen uns bekannt sind, in der Vorbesprechung Herrn Major von Gilsa gegenüber crlärt, daß die Angaben Neuendorfs im..Vorwärts' der Wahr- heit entsprechen. Insbesondere haben sie bestätigt, daß Oberst Reinhard vor versammelter Mannschaft die Negierung als „Gesindel", Erzberger als eine»„Lumpen" bezeichnet hat. In der Unterredung mit NoSke hat einer von den vieren diese Aussagen wiederholt, die andern drei hatten keine Gelegen. heit dazu. Ein fünfter Vertrauensmann ha! erklärt, daß er sich des Vorgangs nicht mehr erinnern lönn«, die fünf übrigen, daß sie bei den betreffenden Anlässen nicht zugegen gewesen find. Weit entfernt also, mit einem Vertrauensvotum für Oberst Reinhard geendet zu haben, hat die Unterredung im Reichswehr- Ministerium vielmehr den vollen Beweis der Wahrheit für die im.Vorwärt»" erhobenen Anschuld i- gungen erbracht.' So weit, so gut. v.nb daß der„Vorwärts" selbst die Verlogenheit, di? das rechtssozialistische Regierungs- system auszeichnet, aufdecken muß. ist ganz nett. Aber wie ist's denn mit der Klage, zu der der„Vorwärts' den Herrn Obersten zwingen wollte, warum sagt er denn daza nichts mehr? Hat er sich endgültig damit ab g e l u U' den, daß der Oberst seinem Noske, und Noske de» monarchistischen Offizieren erhalten bleibt? KasseWechasiMge» von ssrnrnrnilRa« in Hasse. Halle, 22 September.(Eig. Heu!« vormittag wurden auf Grund richterlichen Hastbefebll der Vorsitzend« und mehrere Mitglieder der hiesig!« Ortsgruppe der Kommuni st ischen Partei verhaftet, weil sie beschuldigt sind, zwei vor kurzem hier festgenommene Münchener Kommunisten zur Begehung eines Verbrechenz aufze- fordert bzw. durch Rat und Tat wissentlich dazu Hilfe geleistet zu haben. Nach der Behauptung der Kriminalpolizei waren die beiden Münchencr Kommunisten beauftragt, den berüchtigten Polizei' spitze! Hartun g zu beseitigen. Der Plan kam nicht zur Ausführung, weil Härtung inzwischen wegen Betrügereien und schwerer Urkundenfälschung festgenommen wurde,'.'mser Partei- organ� das.Hallesche VolkSblatt', bemerkt zu dem vorläufig nur in den Köpfen der Polizei spukenden Mordplan, daß eS sich ganz sicher um solch«.Kommunisten" handle, wie sie in München beim Geiselmordprozetz festgestellt worden sind. DaS geht schon darau» herbor, daß einer der beiden.Kommunisten' neulich nachts einen Raubüberfall auf einen Arbeiter unternommen hat. Diese kurze amtliche Meldung gibt der.Halleschen Zeitung'- einem antisemitischen Hetzorgan allerübelster Sorte, willkommene Veranlassung, von einem kommunistischen Hexenkessel in Halle zu faseln und mit riesengroßen Lettern die kühne Be- hauptung aufzustellen, die Meuchelmörder seien aus München b e- stellt, um nicht nur hpn Spitzel Härtung, sondern auch ein! Reche führender Persönlichleiten der bürgerlichen Parteien mi' Gewalt au» dem Wege zu räumen, d. h. zu ermor� den. Die Erledigung habe dem.RedolutionStribunal in Halle ein« nach russifckem Muster geschaffen« Einrichtung der hiesigen K. P., an der auch— ein« freche Lügel— bekannte Mitglieder der hiesigen' U. S. P. interessiert sind, obgelegen- Nach der in der sensationellsten Form aufgemachten Meldun» hat ei sich anscheinend um ein«.Mordaktion größer«? Umfang«»" gehandelt; denn aus einem Briese, den man bc« den beiden.Kommunisten' gefunden haben will, soll hervorgehen/ daß man größer« Quanten von Morphium und Chloroform von München-noch hier.angefordert' habe.(Diese Mären gehen je# bereit» durch die ganze bürgerlich« Presse) Verhaftet wurden im Laufe deS heutigen Tage» der Vor� sitzende der K. P., Steinbrecher, der Kassierer Schmidt/ ferner die Mitglieder Engel, Schnur, Göhr«, Kaisen? T i« t s ch, Frau G« r m« y und Emmy Hoffmann. Daß bej den Genannten große Mengen von Flugblättern.gefunden� wurden, ist wohl selbstverständlich. Da».Revolutionstribunal besteht, wie da» Junterblatt weiter.hört', bereit» seit geraumes Zeit in Halle, und e» ist �weifello»', daß ei sich um den P�' weitläufig organisierter politischer Verbrechen handelt«, die Zusammenhang mit Putschaktianen in nächster Ze't zur AuS' sührung kommen sollten. Der Eingeweihte erkennt sofort, daß eS sich hier um einest wohlvorbereiteten Plan bandelt, allerding» aber um einen sodhest der Gegenrevolution. Das ganze ist das Werk von Lock' spitzeln, womit die Schandtaten der bürgerlichen Meuchel' mörder vertuscht und die Arbeit der monarchistischen Gegenrevo- lution veÄeckt werden soll. Nach einem wohlvorbereiteten Plant ist— wie erinnerlich— vor einigen Monaten in Halle der 2%*' trose Karl M e s r b e r g von einem feudalen Offizier und g!' dungene» Mordgesellen unter dem.Schutze' des Belagerung?' zustandeS nachts au» der Wohnung geschleppt, ermordet und sein« Leiche in die Saale geworfen worden. Er war nach Meinung der Meuchelmörder.Spartakist' und stand als erster auf ein«! Lfite von führenden Mitgliedern der Unabhängigen und Kommv' nistischen Partei, die gewaltsam beseitigt werden sollten. Mörder, dessen genaue Personalien dem zuständigen Gericht wsi" geteilt worden sind, hat Gelegenheit gefunden, nach dem Beispi» Vogels nach Holland, und von da nach Amerika zu ent� fliehen. Eine ganze Reih- von Personen, die zu den„besten und.höchsten' Kreisen Halle» zählen, wurden dem Gericht nebst einer genauen Darstellung der Vorgänge bei der feigtn Mordtat— mitgeteilt als Helfers-hslfsr und Begünstig«. Eist halbes Jahr ist seit der Mordtot an einem.Spartakisten" ver« flössen, nichts ist bisher bekannt geworden, wa» darauf schließen ließe, als geschehe etwas zur Bestrafung der vornehmen Mörder. Das„Hallesche Volksblatt' hat jetzt angekündigt, daß eS d«" Schleier de? Geheimnisse» lüften werde, deshalb:— der komwU' nistische Hexenkessel, die bestellten Meuchelmörder von Münchs usw. Mit Verhaftungen ist man nur schnell zur Hand, wenn« sich um Kommunisten und Unabhängige handelt. pgüksche Rachtichle». Wie aus Wien zemeldet wird, ist in der Kohlenverforzui� ir.nt': noch keine Besserung einge:r«t:.l. ßl wird mu dti tf'l'L ,, fchen Regierung über Kohlenliesornngen verhandelt. Bis Verhandlungen abgeschlossen sind, ist w.lt«in« weiteren v', schlin-meruiig der Situation zu cechnen.'die auch auf den E'ft. vahnverkehr überzugreifen droht. Für Mit:e Oktober, spätesten. Anfang November sollen von amerikanischer Seite 200 L, Tonnen amerikanischer Kohle für Wien geliefert werden, ts.. infolge der Kvhlenknappheit eingetreten« Notlage läßt, wie j „Arbeiterzeitung" vom Siaatsamt für Oefsentliche Arbeiien'. fährt, das Schlimmste befürchten. Zehn Lcbensmittclzüge, die a der Südbahn nach Wien gehen sollten, konnten ihren Best:'"' mungkort nicht erreichen.. Die schwierige ökonemifchc Lage im«enen Polen wird beleuchtet durch die Meldung von großen Arbeit»!« 1« demonstrationen in Lodz, dem polnischen Jvdui>! zentrum. Die Demonstrationen verliefen sehr stürmisch. Delegierter de» Ministeriums für öfsentttche Arbeiten wurde"b fallen. Beim Zusammenstoß mit der Polizei kam es zu bluttgk Zwischenfällen, die mehrere Toie und Verwundete forderten. Im Erzbecken d-S fraujDsifchen Moselgrbiet» ist ein Stre' ausgebrochen, insbesondere in St«. Mari-aux-CH-neS, Roncv und Pierre-Lterre. Es sind EinigungSverhaudiungen:m Gans� Volksabstimmung für Teschen. AuS Paris wird gemeld«' Der Oberste R a t hat den Bericht der Sonderkommission l j Teschen genehmigt. Di« VolkSaosttmmung soll in»r Monaten stattfinden.. Die„Times" meldet au» Lima, daß d« gesamte verkehe der zentralen Bahn in Peru stilliegt. Auch im$|, von Callao ruht alle Arbeit. Ebenso find die Warenh'�jw angestellten in Lima in den Ausstand getreten. Es'steigt ausgeschlossen, daß demnächst der Generalstreik veriuNe� wird I» Stettin sind die Arbeiter der Hauptgasaastalt Dier-Si®* mittag wegen Lohnitreiligkeiten in den Ausstand getretso- Sie xemMg iä Set«MMMs ÄÄ® i*#' smm fi»« MWsi°«M STuS dem Bureau dez Metallarbciterverbandes wird uns Veranlassung, meint Anschauung je nach den Bedürfnissen A � m* Y t«* Al# Vrvrrfi i ß T w f riti S.e* v** K«/« O � l-% I■-- � u**■—, mitgeteilt Die Generalversammlung der Metallarbeiter hat be- Mossen, dem Streik eine breitere Grundlage zu geben. Die- lenigen Kollegen, die bei den Firmen deZ Verbandes Ber- liner Metallindustrieller beschäftigt sind, und sich am Lohn- «mps beteiligen wollen, werden aufgefordert, sich täglich in der Zeit von 10—12 Uhr im Bureau, Linienstr. 83—85, Sitzungssaal, zu melden. Auf den vorstehenden Beschluß der Generalversammlung mn haben sich bereits am Dienstag, den 23. d. M., früh lo Uhr, Kollegen von zirka 30 Betrieben zur Teil» nähme am Kampf gemeldet. Bei den schon im Streik befindlichen Firmen hat die Zahl der Streikenden und Ausgesperrten sich erhöht. Wir fordern die streikenden, bzw. ausgesperrten Ko. l?gen und Kolleginnen auf, sich binnen 7 Tagen bei den Krankenkassen als Selbstzohler zu melden, damit diese Kol legen im Krankheitsfälle in den Genuß der vollen Leistun flen der Krankenkassen kommen. Wie festgestellt wurde, sperren die Unternehmer unter mißerachtlassung der gesetzlichen Bestimmungen auch die über 50 Prozent Kriegsbeschädigten aus; w bei der Firma A. E. G. und Osram. Die Firmen sind nch der Ungesetzlichkeit ihrer Handlungsweise be- wüßt. Wir fordern die ausgesperrten Kriegsbeschädigten auf, ihre Rechte durch Beschwerde beim Schlichtungsausschuß «roß-Berlin zu wahren. �vehrt und den wahren Sachverhalt mitteilt, dann t.'r Bas van der.Vov!värtS"-Redaktion unterschlagen, wie«S letz» " bei dem Angriff Reinknechts gegen mich der Fall war. Cb ge, von der Redaktion dcS.Vorwärts' angehängte Be- sl/ � beweist aufs neue, wie recht ich mit meiner Charakter!- '»ng de;„VorwärtS'-Redaktion im Februar gehabt habe. Der �BrwzrtS"-Rcdokkion muß bekannt sein, daß ein Streik der Ber- >er Metallarbeiter(von einem Generalstreik habe ich gar nicht „'�Bchen) genau nach den Bestimmungen des Statuts des Metall- .��fer-verbandes geführt werden muß, wknn er vom Vorst ind .;"'6f und finanziert werden soll. Dazu gehört die im Statut gJMeheue Urabstimmung in den Betrieben. Würde die „ �'Nec OrganisaäonSleitung auch nur den kleinsten Verstoß --- si. zu wechseln, sondern die Leute im„Vorwärts" benutzen jede Ge- legenheit, ihr« Bedürfnisse nach Verleumdung polnischer Gegner zu befriedigen und dem revolutionären Proletariat Hindernisse in den Weg zu legen. Rich. Müller. S!e tSgver strafen sich tilgen. Wolff-Bureau meldet auS Braunschweig: Nach auswärtigen Pressestimmen soll in Braunschweig«lne völlig spartakistische Herrschaft bestehen. ES ist leider nicht festzustellcn, wer derartige Alarmnachrichten, die nur den Zweck verfolgen können, den Freistaat Braunschweig in Mist- kredit zu bringen oder die spartakistischen Vestrebungcn in andern Staaten zu fördern, in Umlauf seht. So soll es bereits zu größeren Straßenkämpfen, Plünderungen und fortwährenden Straßendemonstrationen gekommen sein. ür den Sozialismus! Das Monatsende naht. Cs gilt, neue Leser, neue Abonnenten der „Freiheit" zu gewinnen.«Ze größer die Verbreitung unseres Blattes, je stärker und nachhal- tiger wirtt unsere sozialistische Ausllärungs- und Kampfesarbeit! Werbt neue Monneuteu! Noch stehen Hundertausende von'' Proletariern abseits von unserer Partei, weil sie unsere Ziele nicht kennen und von unserer Agitatton ferngehalten werden. Diese Prole- tatier gilt es, für unsere Partei zu gewinnen, es gilt, sie einzureiben in die große Armee der um ihre Befreiung kämpfenden Hand- und Kopfarbeiter, es gilt, sie zu gewinnen für den revolutionären Klassenkampf, der von unserer Partei geführt wird.. Diese Tätigkeit für unsere Partei kann am besten gefördert werden- durch die Werbung neuer Leser � Prag, 23. September I Nach dem in Paris beschlossenen Mnderheitsschlchgesetz werden die deutschen Minderheiten in der Tsckechoslowakei volle Aut« nomie auf den Gebieten des Schulwesens, der kulturellen Am gelcgtnheiten und der sozialen Fürsorge erhalten. Die Schulz autonomie gilt sowohl für Volks-, Mittel-, als auch für Hoch» schulen. Vor Gericht ist die deutsche Sprache der tschechischen vollkommen gleichberechtigt. Den Minderheiien wird ein Beschwerde-,' recht an einen internationalen Gerichtshof eingereicht, dem zu- gleich die Exekutive seiner Beschlüsse zusieht. Das diesbezüglich«- Gesetz wird demnächst der Nationalversammlung vorgelegt werden� Meberaasu'ghme der Hsindelsheziehungen. Amsterdam, 23. September.\ Aus Athen wird berichtet, daß der Ministerrat beschlossen hat, eine Gesetzvorlage zur Wiederaufnahme der Handelsbeziehungen mit Deutschland und Oesterreich der königlichen Sanktion zu unterbreiten. Vor. dem Kriege gemachte Bestellungen, die nicht zur Ausführung ge»; langten, werden dadurch nicht berührt. Die Beschlagnahme deS Besitzes feindlicher Untertanen bleibt aufrecht. Di« Handels- Beziehungen, die Post- und Telegraphenverbindung mit Deutschland und Oesterreich werden nach Veröffentlichung der Gesetzes- Vorlage sofort wieder in Wirksamkeit treten. /' Wassermangel in Obersch esien. Wie uns aus K a t t o w i tz Kmeldct wird, herrscht im glmzett. oberschlesischen Industriegebiet«in geradezu katastrophales Wassermangel, der durch'die anhaltende trockene Witte-� rung und durch die teilweise fehlerhast angelegten Wasserleitungen! verursacht ist. Dadurch droht die bereits im Kreise Hindenburz und anderwärts herrschende Ruhr-Epldemie weiteren Um-� sang anzunehmen. Die Krankenhäuser sind überfüllt, Straßensprengung findet nicht mehr statt, teilweise funktioniert auch diq Kanalisation nicht mehr. Die Stau b» Md Ungeziefer« Plag« ist geradezu entsetzlich. Eisenbehner-Avszelchnnngen. Das preußische Slaatömimsterlum hat sich mit de« Weife«! Verleihung der Rettungsmedaille am Bande unds der Erinnerungsmedaille für Rettung aus Gefahr, so-! fn 12» Sr»* CC-w-eew.*»-««»*— O Bf A< 4 0 j ä h r i g s ndeq wie de» ErinnerungSzeickxnS für 25- und Dienstzeit an die Eisenbahnbediensteten einversta erklärt. Anträge sind in der bisherigen Weif« zur Vorlag zu bringen. Die Vorschlagslisten für da» Erinnerungszeichen l und 40 jurd wie früher zum 1. Mai und 1, fstoveucher einzureiche für die„Freiheit"! Aus ihr können die Arbeiter unterrichtet werden über alle großen Fragen unserer Zeit, aus ihr können sie die leitenden Gedanken schöpfen, die erforderlich sind zur Austragung der gewaltigen wirtschaftlichen und politischen Kämpfe, die unserer harren. yeraus mit öen bürgerlichen Zeitungen. heraus mit Sem scheinsoZialistijchsn „vorwärts� aus euren Haushalte«! Lest unS abonniert die»Zreiheit'l XXXXXXXXMXXXXXXXXXXX fc'i~! unmugl.cy nu Ii- uuffc n.—......... �-'"nrbeitern empfehle, alle Bestimmungen deS Statuts genau p�kcachten, so mag das wohl der„VorwärtS'-Redaktion unan- �"om sti,, jie Arbeiterschaft wird aber meine Haltung voll zu "�Oen wissen. bei einer politischen Massenaktion, d-e itj,,:onen von Menschen erfaßt, eine Urabstimmung in den Be- 'tei'r �visch überhaupt möglich ist, oder ob hie« zum Ver- �bstem gegriffen werden muß— das übrigen» gar nicht den di.£ der Demokratie widerspricht—, war früher innerhalb irg.�Bösaldemokrati« keine Streitfrage. Auch hie RechtSsszialisten März d. I. ansang» der politischen Massenaktion Erst während des Streikes wurde von den Draht- iw tn der Rechtesozialisten diese Frage zu einer Streitfrage ge» »VjJ'' �diglich, um die politische Massenaktion unmöglich zu Solang« die Volloersammlung der Arbeiterräte den »!, j?*" der RechtSsozialisten nachkam, galt sie auch für diese Instanz der Berliner werktätigen Bevölkerung zur d«; über evontl. Akrionen. Als sich jedoch dt« Mehrheit Sammlung nach link» verschob, sprachen die Recht»- 1 "'•rtcn jfec diefe Kompetenz oP. Ferner wird die Nachricht verbreitet, sämtliche staatlichen Gebäude se,en militärisch besetzt. Alle diese Dinge treffen' nicht zu. Außer einer Zusammenrottung vor dem Haupt- bahnhof, die durch eine kleine Abteilung Militär ohne Blut- ergießen zerstreut wurde und außer einem Angriff auf nen Posten' ist nicht» vorgekommen. Nur da» Gebäude de» Volksfreund" wird militärisch beschützt, da seine recht»- mäßigen Besitzer e» wieder in Besitz genommen haben. Da» Gebäude ist am 9. November 1018 durch gewaltsame Weg- nähme in unabhängig-kommun tische Hände geraten. Im übrigen herrscht vollständige Ruh«. Eisenbahn und Straßenbahn verkehren wie sonst, haben auch ihren Betrieb bisher nicht eingestellt. Alle i f""r z'"".—"- uuu-ucucicumn Läden sind offen. Das Handel,- und Verkehrsleben wickelt sich i 5,, v � � Kranke genießen. Dir Einwen- mi» ft-innNnt ab. Dir Remeruna bai krriMirft» j. 0 c segen dl« �ozialisierung der Apotheken erhoben wer- oen, rönnen wir nicht anerkennen. orge; hier ist ausgehungert preilßlsche Laudessersamml«»«. Am RegierungStisch: Hänifch, Stegerwalb.\ Präs. Leinert eröffnet die Sitzung um 12 Uhr 20 Minuten« Das Hau» erledigt zunächst eine Reihe kleiner Anfragen; dl« zum Teil schon bis Mitte Juli zurückliege« und durch inzwischen erfolgte Anordnungen überholt sind. Abg. Dr. Rosenfeld(N. Soz.) wendet sich in tiner Nebt«* Anfrage gegen die beabsichtigte militärische Organisakiou derl Berliner Polizei ohne Vesragung der Landesversammlung. Ein N«gierung»v«rtreter führt dazu auS: da» zu-, nehmende Verbrechertum macht einen besonderen Sicherheit»-, dienst notwendig. Jederzeit müssen Mannschaften in genügende« Zahl verfügbar sein. Dazu eignen sich nur jüngere Mannschaften, die im Wafsengebrauch genügend geübt sind. Ihre Unterbrin-I gung muß so geschehen, daß sie vor Angriffen geschützt sind, ist man doch selbst bor Angriffen von Schutzleuten in ihrer Privatwohnung nicht zurückgescheut. Die Neueinrichtung wird zunächst nur in Berlin versuchsweise eingeführt; der endgültige Plan wird der Lande �Versammlung rechtzeitig zur Genehmigung von»., gelegt werden. ES folgt die Fortsetzung der zweiten Beratung deS Haushaltsplans für da» Bolkswohlsahrtslninisterium. Abg. Dr. Moldenhauer sDnat Vp.): In der Wohlfahrtspflege müssen Staat und Kirche zusammenarbeiten. Wegen poli-i tischer oder konfessioneller Bedenken sollte man niemand zurück», stoßen, der mithelfen will. Den Antrag auf Sozialisierung de» Gesundheitswesen« lehnen wir ab. Der Zwangseimnietung stehen große Schwierigkeiten entgegen. Ein Vertreter der Medizinalabteilung: Ohne Rücksicht tmk rechts und links wird die Medizinalabteilung die VolkSwohlfahrr fördern. Die Vergesellschaftung deS HeilwesenZ und in Verbindung damit die. Verleihung der Beamtensäaft an die Aerzte ist keine Parteifrage. Unter den Aerzten selbst ist der Kamps darüber entbrannt. Die ganze Sache ist noch nicht so weit geklärt, daß man mit gesetzlichen Maßnahmen vorgehen könnte. Abg. Zimmer(Sog.): Die Gesundhaltung des Volkes ist die höchste Aufgabe des Arztes. Durch Leibesübungen muß die Jugend schon frühzeitig gestählt werden. Unvergängliches Verdienst könnte sich da» WohlsahrtSminifterium verdienen, wenn cS der Zer» spitterung des KranlenkassenwesenS' Einhalt gebieten und es auS» oaucn wurde. Freie ärztliche Behandlung und freie Belieferung —«w--'-—'Hl f*....:-f.—«;eii Dir.: Gch»chrz«g Kafcc I «tltllltSIlilllllll 1 Bl 1 1 BBT III t IUI llltillflllllBVSSI Itlf älfli IIIMBM W91DBS«« llf im | Per s«aliche» Auftretea Bon €rn/t LubitstH unk OM Gswalöa. Ferner da» ; i Riefen-'varietö-prosramm. Sier-Nestau»a»t. = SantikU%lä#»»nt Gi«h eitel isrei» ttoa 2 Mark. Kmr.ug i Uhr. !,g>llirit((l3<«IJIIllllll(llMÜIIUU<|gUMSI IBUM»IMIHtl«*St«7 mmi y Am Friedrichshain 29-32, am Königstor S Spielplan vom 26. 9. bis 2. 10.; flSiOIKieS Qill; mit Medda Vcrnan• g S ü.j Trudes Geheimnis F p. V/oci.entags 6— 10 Sonn- n. Feiertags 3—10 V' Im grünen T«Ii Tfall mit erskl. Krätteu. Mnya Louisen. B w, S:;al ab R.JD>' IUI|;mu Loreaz. Erich Tanlal. äs V u'S Oustav Pieck. Irmgard V. Biberstein SdB.iiorei f. Csft Hoiansioufen Kottbuser Damm 7ä, Ink. Ott« Pollmann, Läli sick de« Genossen bestens espiohlen. | älscakadctnlc. Menfag, d.n J». Sept. 1419, aheada 7\ Uhr. VOLKS- KONZERT Das äch« chen-Qunrtett. | Werke v. Haydn. Baethovaa, Menäalseoua. Tschaeikawaky• tartea M Im»«!*) 1 1.— I Mi lerlkata, i. JMirt'entr. I a hcafrtvz, 5 JifftiH(3 Jteis) HWeW Ks Sßfertin�fttel, fä&tlMk Heute rtbeitb?'/, Uhr: SMilomOe ßtaManWAlW m»er Tcknlnnla Dresdener Ttr. LUt. mr Ohne Mitgliedsbuch keinen Zutritt. TJS| I. A.: Schweikardt. Achtung! Achtung! Mm) kt FitnkiM» WdlwM. Am Mittwoch, den 23.«eptember,«bendS 5 Uhr. findet im Laal 4 des Gewerkschafts« hauits» En-elufer IS. eine Versammlung aller in der Eiettk«- mh MMim Tätigen u. im Fabrikarbeiterverband Organisierten statt. (Kabel'.Gttmm�.Jlolations-.AktnmnTatoren-, Kohlenftift«, Mikanit- und Hilfsarbeiter und-Arbeiterinnen.) Tagesordnung: Sie KlNaKen In der Nelall- und ElestrsiüiAZrie. Niemand darf fehlen. Di« OrtSderwaltun«. Dknljihtt fiaixsrbeiter-Dkrlianti - SsrnjelhtaAsflctfe Berlin. Bureau: Berlw 60 16, blumgaßr. 30. Fernsprecher: Amt Moritzplatz Nr. 106 28 und 8578, Mchkige Stauchen VeesaMWlWgeu! VoÄZSleger usd Lohser. DsuuerStag, den 22. September 19 t#, abends 6\ Uhr, Arbcllsleseasaal, Stuoylc. 30. Sajesetbnung: Tarlffrage. Theaker- n. Jiimörakche. Eonntag, den SG. September 19:9, senn. 10 Uhr. ha„Betbimhehoun'-, Jtunjeitr. 39(SCitetislelenjael). Xcttssiksang: 1. Bericht übet Me obsektlefieuen Tarife ftlr Ceukweihi. 2.«e.-ch:»o* der fe- ammiunj. S, Serkenheanselreenkeilea. Me im Theater- und F:hnfnch belchiftazte!: Tsl'erbeiter Mützen >mn>«!«nd jein l Auch unergnatllcile, iorie tm Secnstvertorbettei. Serbe nd orjtmfHttte Kehegen Haien Antritt.— Die Bettrauena- itrüe DeMicher Sehiede r.fl»hme zur LoKubeweaung. Ohne Mitglied»duch kein Zutritt. aus •mtsnaj, dtr Hdftrn Vfirtm btS/gstm* Anista tur AwraAt/mB ,-oeht thu NithfpffaUcit mf WasscS ftpe» Menahrv&i Vsr.'ancsn Sit i a&rt W i{.'u*k fbsäJ/sf* ätsr A• S fKM>, umssss* vsndar A«. pser», *'» C'iarbewdunSlauTS 1 TO I FO TO- VER CR ÖSSER UN GEN 1 Streng reell.' ü J Beste Aus/ührang! Mäßige Preise! 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Arendsee übernahm in einer sehr kritischen Zeil! und trotz seines damals schon vorgerückten Alte"! in opferwilliger Weise die Leitung unseres Berk»5! und war bis zum letzten Moment der tieaestt| Kämpfer unserer Sache Ein alter, echt proletarischer Penergelsf, empl," er den tie tüten HaB gegen die Verräter der Rero l Intioa, war er ein unermüdlicher Verfechter kon-l sequenten sozialistischen Denkens und Handel« j S«ls Geist und nein Vorbild werden ans. tammer da ohrendes Aodeataea b.eihenl Dm die Beisetzung schon stattgefunden h)' bitten wir alle Genossen and Freunde, sich zu de l Traucrioier einzufinden, weiche am Sonntag, dKl 28. September, nachmittags 3 Uhr, auf dem FrledhJ1] Oberschöneweide, Rnlheuanstr., stattümlet. Tra"'( punkt 2 Uhr Bhf. Niederichönewelde. Di« BezirkeleHoag, DnseaDnte Erweriis-H�ilciikM bietet die aabe Zukunft. Chi« tiefgreifende Uwstellunf»aseres jtasamto« Wirtschaftslebens wird sich vollrithen und im Handel u. Industrie werden zum Wiederaufbau mehr denn j# Wuik Krfifie iandit sein. Angehörige techn. Berufe ______ und Handwerker sollten nicht versäumen, ihre Ketintotsse und rertigkeftem der kommenden Zeit anzupassen, um teilzunehmen an deis wirtschaftlichen Umschwung, der naturgemäß das Ergebnis der neuen Zeit sein muß. Das beste Mittel, rasch trmd gründlich, ohne Lehrer, durch einfachen Selbstunterrieht ein« gründliche Ausbildung in techn. Wissenschaften zu erwerben, sind die techn. Selbstunterrichtswerke„System Karnark- Hachfeid*. Ausführliche 80 Selten starke Broschüre kostenlos. Bonness& Nachfeld, Potedam, Porflach 179. Achtung I Platin Gramm*2 00 Markt GoM. Silber, alte ZahnKebi.ase. Brillanten, sowie«emodern gewordenen Schmuck verkautt man am besten zu den höchsten Kurs- und Tagespreisen W Kokoski, Berlin N54, RAUCHTABAK rein Übersee. 50- und lOO-Gramm-Pakcte, ebenso lose. Pfund 21.50 Mark. Jac. Wldoißf. HermannstroOß 32, HcokSün ITabakeroBhanJiung Telefon Nr. 1344 _ Tfclitige Vertreter gesucht. Danksagung. Für die so Bberaas zahlreichen Beweise herzlir- Teilnahme aus Aalall des Heiragange« nnserer te. | Verstoifeeoen Marge Osburg j sprechen wir auf diesem Wege allem Insbesondere J Herrn Abieiluerslelter. den wisseosehaftiiehen arbeitern, den Kolleginnen und Kollegen der K 0 4 (Abt Statistik), sowie den Qeuossen Dr. P. Kriselte' | Stlmmiog für ihre trostreichen Worte unseren innlT I Dank ans.._... Lichterfelde, Otto Osburg nnd Tocnv Danksagung. Für die rege nnd wobt»( tunndo Teilnahme und rir die Kranzspenden bei der EinSachernng I meiner Hoben Tochter.| Schwester und Pflege- sebwester, unserer her- I zensgnten Tante nnd{ Schwägerin iFr. Hartha RQäßl geb. Lodewtg | sagen wir hiermit altem I Freunden n. Bekannten, I sowie der Direktion der| Chem. Fabrik, dem ge- i samten Personal, Arbeitern n. Arbeiterinnen i der Firma Schering nnd| den teilnehmenden Vereinen, im besonderen den I Herren Rednern für Ihre trostreichen Worte am Sarge unserer Heben teuren Entschlafenen tu-{ | nigsten Dank. Bb(raonilH HiilirUMsnM. äiheai sjgxzi« EeeÄ# fchnelL B�dttScezaGrundmAim. Berlin. ÄW BresdenarSiraPe 5455. Luifenliof «i.k.r« Mpl- 73»« Spezial-Abteiiung Uniformönfärben, In-Zrv�-Ümarbwten Ib gaitwarz, k!au. Braun, irün und Cavar-Cwt-Farbe|n D Tagen sowi« Wenden, Umarbeiten, Neuarbeiten v. Herren- u. Damen- Garderobe in 3 Tagen Original echtengi.Stoffauswahl Jeder Artikel wird auBordem gefärbt jp@ Tagen Trauersaehen in<�>3 Std. BÄSCH& BUCZKOWSKI Oontnim 7119. Friedrichstraße 68 1. Centmm 7t19. Heule E%©yä Frei® Walt Nr. 19 I�Qrlsgs MVif E, SehlKisauerdainin 19 Alien Verwa : PreondeTi und ßek» |%nr Nachricht, daß u* 1 liebe Mutter, Schwj*]. j mtttter und OroBm" 1 . Anna Haö», geb. Schüler, Maxtfj nach kurzem Leiden v sterben Ist Die Beerdigung'''] Dono ors tag nachejJB 4h Uhr von der des Dankes- Kirct"' aus statt. Iii ttetlmuts*' t2uchersjf ermAgl. In wenit| das Rauchen t« Amtlich beC',. verblüBcnd*.4 täglich Dankst'• Auskunft um sog* Institut Engl9f% .München R.2l,K*ro ««MfrStr Epeichrrcieit im S®?, bände,©täniifl; btthüüttjc tu Ktttft'% brauch!:« JSofjnunp rtchtungk«, von de» sitchpe» diS z« de» n'Hmstcn-... Herren', undGchlafzim�: beionbetS preiS:>iH- Rüchen von 5Di. gptjiBlit«*-- Mtiserfchra'-� fvertiksö, Uetts-eüc«' sinuncnb billig LerfaufSjeit von 9--' Ter weiteste macht sich bumstp 7 flcyrende' PEL% wie nlll5li'!ijh» preiswerte elcs*' "SZS'f 11 tiwWbdr w feüü PaOta&PP ünScaüf Photo- Stecke 1% W. 9, Potsdam*'; Ta. Vc' P*. Einen Poste" .sm 7 solange Vo"»'*�J m Nr. 403. Veilkße zur..ArZzheii". Mtttvoch, 24. Sexlembsr 1019 Tie Aussichten Des Selriebsrüle- ! gesetzes. Das LoZ des Negierungsentwurfs für das B e t r i e b S- kät«gef«tz schlummert noch unbestimmt im Schostc der Zeiten. Unbestinimt und doch n i ch t g a n z u n b e st i m m- dar. Alle beteiligten Kreise nehmen das lebhafteste Jntcr- esse an dem Gesetz, und eine bewegte Diskussion ist seit � Wochen im Gange, die jedoch in der breiteren Oeffentlichkeit nicht so sehr in die Erscheinung tritt, weil sie vorwiegend in den Organen der wirtschaftlichen Interessenvertretungen geführt wird. Denkschriften, Resolutionen und Telegranimc in die entscheidenden Regierungsstellen begleiten den Chor der Zeitungsartikel. Aus dieser sunoftst recht unharmonisch anmutenden Musik heben sich allmählich bestimmtere Töne und Zusammenklänge heraus, die die aufmerksamste Beachtung der Arbeiterschaft verdienen. Während bald nach der Veröffentlichung deS Gesetzes offiziöse Meldungen verkündeten, die„Arbeitgeber- schaft" stehe„auf dem Boden des Gesetzentwurfes" und sei zur Positiven Mitarbeit bereit, zeigt es sich jetzt wie dies«„positive Mitarbeit" beschaffen, ist. Fast überall wo in den letzten Wochen Unternehmer zu irgendwelchen Be mtunge» beisammen waren, ertönten schrille Proteste fe gegen die Betriebsräte oder gedämpfte Mahnungen an die Regierung. Typisch für die schärfere, Tonart ist ein« Kundgebung des„Verbandes Rheinisch- Westsälischer Baumwollspinner, linksrheinische Gruppe", die der„Te r t i la r b e i t e r" wiedergibt. Das Gesetz öffne der„Zeitvergeudung durch nutzloses Debat tieren von unverantwortlichen Betriebsräten sowie der Agi, tatiou von gewissenlosen Hetzern Tür und Tor". Die Baum- Wollspinner vom linken Rhcinufer wagen sogar die Behaup. tung, die Arbeiter lehnten„in ihrer überwältigenden Mehr- heit die Betriebsräte ab". Und darum legen sie„gegen den Entwurf schärfste Verwahrung ein". Die Erklärung schließt mit folgenden Worten: «Das Gesetz bedeutet den Ruin der Baumlvollindustrie Kein Unternehmer kann und wird dazu die Hand bieten. Au» vorstehenden Grünoen mutz er den ganzen Gesetzentwurf glatt ablehnen. Sollte der Entwurf dennoch Gesetz werden, so behalten sich die Spinner weitere Matznahmen vor. Für olle Folgen, die daraus entstehen, lehnen sie die Verantwortung ab." DaS ist die offene Drohung mit der bisher nur oerschwiegen betriebenen Wirt. ichaftssabotage. Aus anderen Bezirken und Pro- dnktionszweigen sind ähnliche Kampfrufe vernehmbar, wäh- rend wieder andere Unternehmergruppcn ihre Rätefeind- lichkcit auf eine verstecktere Art zum Ausdruck bringen. So die organisierten Holzindustriellen, die den Rcichstarif ablehnen, weil er mit seinen Bestimmun- gen über die Betriebsräte der gesetzlichen Regelung der Materie vorgreife. Um die zaghafte, nervös erregbare Regierung ein- zuschüchteru, operieren die Unternehmer mit der Behaup- tung, daß die gesetzliche Einführung von Betriebsräten die Industrie in eine erschütternde Krisis werfen werde, während ihnen in Wirklichkeit die im bevorstehenden Winter drohende Krisis keineswegs ungelegen kommt. Sie kann ihnen nach den maßlosen Wucher- gewinnen der letzten Jahre nicht viel schaden, wird aber die Aktionskraft der Arbeiterorgani- s a t i o n e n, deren bedrohliches Wachstum und revolutionäres Wollen ihnen fürchterlich zu werden beginnt, er- heblich schwächen. Gelingt es nun, die Fertig- stellung dcS Gesetzes bis in diese Zeit hinein zu verzögern dann können sie hoffen, daß die schwache Regierung dem Drängen der Unternehmer willig nachgibt. Während diele Regierung ihren ersten Entwurf vor der vernichten- den Kritik de� Arbeiterschaft zurückziehen mußte, wird daS Proletariat dann z u schwach sein, die Regierung im entscheidenden Augenblick in der Betricbsrätefrage energisch donnärtS zu treiben. Und sollte gar die bittere Rot des Winters zu spontanen M a s s e n be w e g u n- gen führen, dann wäre die Stimmung vielleicht sogar dem Versuch günstig, aus dem Gesetz eine Bindung für die Arbeiterschaft zu machen durch Bestimmungen, die daS Strcikrecht schmälern. Wenn die Unternehmer mit ihrem Kampfe gegen die Betriebsräte nicht so weitgehende Zwecke verbinden würden, dann hatten sie nicht nötig, gegen die für die Unternehmer äußerst milde Fassung des Ent- lnurfs so schweres Geschütz aufzufahren. Die Zeit, in der das Unternehmertum soziale Gesetze mit Hilfe des parla- wentarischen Schocher? in antisoziale zu verwandeln sucht, ist nicht vorbei.. Im Gegenteil. Das sogenannte„soziale Per- sicindnis" der Kapitalisten ist gegenwärtig ans ein Min- de st m a ß gesunken und die freie Anwendung des Koalitionsrechts mit seinen schärfsten Konsequenzen ist ihne» Mr Zeit sogar unbequemer als je, worauf immer wieder hingewiesen werden muß. , Nun wird die Rechnung der Unternehmer zwar nicht stimmen. Die Arbeiterschaft, deren Ansprüchen der Regie- lungsentwurf in keiner Hinsicht genügen kann, wird r e ch t- Zeitig ihre Forderungen positiv formulieren»nd ihnen durch energische Aktionen Nachdruck verleihen. Aber wenn üe ihre Scharen nicht geschlossen in den Kampf sendet, entstehen im Zusammenhang mit der Beratung des G". fetzes größere Gefahren als die, daß das Gesetz rn der gegenwärtigen unzulänglichen Fassung angenommen ktrb. Außerhalb wie innerhalb des Parlaments muß daS Proletariat der Frage die größte Beachtung schenken. ,. Von größter Bedeutung für die Behandlung der skiebSrätefrage während ihres Leidensganges durch parlamentarische Mühle ist die Haltung deS �kntrumS._ _ Die parlamentarischen Füchs« der klerikalen Par.ei ,ad eingeklemmt zwischen Arbeiterschaft un� Unternehmertum. ES ist ihre Aufgabe, es beiden %% zu machen, die sie bisher in ähnlichen Fallen stets /asten, illdem sie in den ersten Stadien der Beratungen !5,a r f e Reden hielten, so daß die katholischen heiter den Eindruck hatten, ihre Sache ruhe in den festen Händen. Im ent scheid enden Augen- "Iick pflegten sie dann mit großer Ge- wandtheit zugunsten der Unternehnrer um- zufallen. Und diese Partei ist heute Regierungs- Partei. Aber auch die Zentrumsarbeiter sind seit der Noveinberrevolulion hellhöriger gcivorden. Ihre gewerkschaftliche Schulung und die Erfahrungen, die sie bei ihrer Tätigkeit in den A r b e i t e r r ä t e n gemacht haben, haben der Lehre von der Harmonie zwischen Kapital und Arbeit uus dem Boden des Glaubens und der Weltanschauung, die den christlichen Gewcrkschasten cr» Richtlinie gilt, ernsthasten Abbruch getan. Die christlichen Gewerkschafter gehen jenen logischen Entwicklungsgang, der unvermeidlich ist, wenn Arbeiter sich zu großen Koalitionen zwecks gemeinsamer Vertretung ibrer Interessen verbinden. Aus gemeinsamem Handeln erwächst daS Bewußtsein unveräußerlicher Solidarität der Arbeitenden, aus den sich notwendig ergebenden Kämpfen die Erkenntnis des Gegen- satzes zwischen Kapital und Arbeit. Diese Entwicklung hat auch im christlichen Gewerkschaftslager durch die Revolution einen mächtigen Anstoß erhalten. Schon haben die Bischöfe ihren jahrzehntelangen Widerstand gegen die Vereinigung aller katholischen Arbeiter zu geschlossenen gewcrk- schaftlichen Organisationen aufgeben müssen, und im Kreise der christlichen Gewerkschaften werden Stimmen laut, die von der aufkommenden Erkenntnis der Klassen- stand gegen solche Machenschaften dürfte von ihnen noch nicht zu erwarten sein. Das revolutionäre sozialistische Protetariat muß mit einer energischen Aktion für die Verbesserung des Gesetzentwurfs unverzüglich be« ginnen, um die Betriebsräte zu einer entscheidenden Machtposition der Arbeiterschaft iin Wirt- 'wastslcben zu machen. Unseren Genossen in der National- Versammlung wird allein die Aufgabe zufallen, vor dcw „hohen Hause" die Lebensforderung des Prole- : a r i a t s— anklagend und Erfüllung heischend— zu der» no.wn. zumal die and e re Regierungspartei, die das Rot ini republikanischen Wimpel markiert, in der Rätasrage nicht viel zuverlässiger ist als die schwarze Mannschaft. Z. Verliandslag der Sa iiec irnft Porle'e» lic?. r-r- Mbeiterräte, öetriebsfunktionare! die Vollversammlung finSet heute nachmittag 2 Uhr in den berliner verems- unö Konze tfälen Kommanüantenstr. 68 59 llrüher flrmmhaUenj statt. Nicht in üen Sophiensälen. Der vollzugsrat * öer Nrdeiterräte Sroß-Serlins txich. Müller. 3. hcinen. Be- die gegensätze beredtes Zeugnis geben. Deutlich mach sich bei ihnen teils instinktive Zuneigung, teils offene Sympathie für die Bctriebsräteidce bemerk bar. Weit entfernt, diese neuen Neigungen in leidenschaft liche revolutionäre Kampfrufe zu kleiden, lassen wichtige Teile der organisierten christlichen Arbeiter doch erkennen taß sie nicht geneigt sind, ans die Betriebs -rate als Bestandteil, vielleicht als f e st e st e s F u n d a m e n t einer neuen, höher entwickelten sozialen Gesetz gebnng zu verzichten. Diese Situation zwingt das Zentrum, der Frage Be achtiing zu schenken. Das Interesse der klerikalen Partei für das Gesetz konimt zum Ausdruck in einigen Artikeln, die ein„Mitglied der Nationaiversaminlung" letzthin in der„Germania" ericheinen ließ. Und diese Artikel spiegeln auch schon die zwiespältige Haltung des Zentrums in allen Fragen der Sozialpolitik wider. Ter Artikelschreiber stellt sich zunächst so, als sei er der Idee freiindschjftlichst zugetan. Auch er labt die Unternehmer, weil sie bereit sind,„an dem Gesetz mitzuarbeiten". Und da auch die christlichen Arbeiter„kein Gesetz zur Vernichtung der Industrie schaffen" wallen, so sei die Möglichkeit gege- ben,„friedlidser Verständigung den Weg zu ebnen." Hier klingt zunächst die Behauptung durch, daß andere Anhänger des Gedankens der Betriebsräte auf die„Vernichtung der Jnbiistvie" hinzielen. Der Mann tröstet aber seine Leser damit, daß das Cisesetz keineswegs«russische Zustände" in Deutschland einführen soll. Man möge sich also von der Angst vor dem Wort„Räte" befreien und sich ruhig vor- stellen, daß die neuen Betriebsräte nichts anderes sind als die alten Arbeiterausschllsse,— an die man sich doch längst gewöhnt habe, wie der Rätefachmann der „Germania" augenzwinkernd zu verstehen gibt. Und nun kommt es in den folgenden Darlegungen der Artikel nur noch darauf an, die Betriebsräte ganz immerk- lich auf das Niveau der alten ArbeiterauSschüsse oder gar unter dieses herabzud rücken, soweit das nicht ohnehin durch den Regierungsentwurf geschieht. Man könne dach nicht alle möglichen Aufgaben auf einmal verwirk- lichen, sondern müsse den Grundsatz der Ent w ick- l ii n g gelten lassen. Vor allem dürfe daS„ p ä d a g o g i sche Problem" des Verhältnisses zwischen Unterneh »icrn und Arbeitern— in dem die Arbeiter als die der Zucht bedürftigen Unmündigen erscheinen— nicht allzu grob angepackt werden. Darum behandelt dieser Soziab Politiker alle die Bestimmungen des Gesetzes mit besonde rem Mißtrauen, die den Betriebsräten den blassen Schein eines Mitbestimmungsrechtes geben. »nd verlangt, daß in allen Streitfragen, die sich aus ihnen ergeben sollten, der Unternehmer die letzte E n t s ch e i d ii n g z u treffen habe. Das soll im Ge. setz ausdrücklich festgelegt werden. Und das nennt der Mann den Weg zum friedlichen Ausgleich- ebnen. AIS wichtigste Pflicht der Betriebsräte erscheint ihm die Per- Hinderung von Streiks, und seine Betrachtungen über diesen Punkt lassen erkennen, daß der das Streikrecht ohnehin gefährdete Passus des Gesetzes, der diese Frage berührt, nach der Ansicht deS Zentrumsmanns der Arbeiter- schaist noch viel zu viel Beweg llngsfreiheit läßt. Soweit die Bekenntnisse einer schönen Zentriimsseele. Ein Spielzeug in der Hand deS Arbeiters. diePeitscheinderHanddesUnternchisters! — Das ist die Lösung des„pädagogischen Problems" des Verhältnisses zwischen Unternehmern und Arbeitern, ent- deckt durch ein klerikales Mitglied der Nationalversammlung und der Welt verkündet als Ziel der Sozialpolitik des Zen- trums als Regierungspartei in der deutschen scheinsozialisti- >chen Republik. Wie sich die katholischen Arbeiter dazu stellen werden, soll einstweilen nicht unsere Sorge sein. Tatkräftiger Wider- Am Donnerstag beschäftigte sich der Vcrbandstag zunächst mit der Ve r sch m e l z u n g» s r a ge. Von Berlin und mehreren anderen Zahlstellen tag ein Autrag vor, der einen Zusammen- schluß mit den Schuhmachern, Gerbern und Lederarbeitern zu einem großen Jndujtneverband erstrebt. VerbandSvorsitzender Blum cmpsahl den Zusammenschluß mit dem Tapeziererverband. S p l i e d t, der Vorsitzende des TapezicrerverbandeS, sprach sich in gleichem Sinne aus. Die Delegierten seines Verbandstages hätten zwar mit geringer Mehrheit die Verschmetzung abgelehnt, aber die demnächst siattsindende Urabstimmung der Mitglieder werde sicherlich eine Mehrheit für die Verschmelzung mit den Sattlern ergeben, zumal die Entwicklung im Auto, und Flugzeug- bau beide Berufe in immer engere Verbindung gebracht habe. Klarer- Wien und I ö n s o n- Kopenhagen empfahlen gleich- falls den Zusammenschluß der Sattler und Tapezierer, der in ihren Ländern schon vollzogen sei. In der weiteren Debatte er- kannten auch d>e Berliner und die übrigen Anhänger von In- dustrieverbänden an. daß in erster Linie die Verschmelzung mit dem Tapeziererverband anzustreben sei. Ein in diesem Sinne gehaltener Antrag E l s n e r» Dresden wurde einstimmig angenommen. Entscheiden sich die Tapezierer in ihrer Ur- absttmmung dafür, so werden sogleich die Vcrschmclzungsbedin- gungen vereinbart werden. Es wurde festgestellt, daß der so geschaffene Verband der Sattler und Tapezierer auf über 40000 Mitglieder rechnen könne. Tann wurde zur Beratung der Satzungsänderungen geschritten. Von Blum wurde unier allgemeiner Zustimmung erklärt, daß eine zeitgemäße Erhöhung der Beiträge und der Un- terstützungssätze bei Streik und Arbeitslosigkeit unaufschiebbar sei. Statt des bisherigen Einheitsbeitrages von 70 Pf. empfahl der Vorstand Staffelbeiträge nach den den der Zahlstelle Berlin be- antragten Sätzen: 1 Klasse 1L5 M.. L. Klaffe 1 M.. 3. Klasse 05 Pf.. 4. Klasse 40 Pf. Dieser Antrag wurde nach längerer Debatte mit großer Mehrheit angenommen. Männliche Mit- glieder über 17 Jahre sollen in der Regel nur die ersten beiden Dcitragsklassen zahlen. In einheitlichen Lohngebieten bestimmen die örtlichen Generalversammlungen die Beitragsklasse. Das Eintrittsgeld wird in der Höhe eines Wochenbeitrages erhoben. .Im der Freiwpsitzung wurde die Statutenberatung zum Abschluß gebracht. Die Slre:kunterstützung wurde wesentltch erhöht. Sie soll nach einem zur Annahme gelang. en Berliner Antrag in der ersten BeitvagSklass« betragen nach 13 Wochtn 2,10 M.. 26 Wochen 2,60 M.. nach 52—150 Wochen 3.25 M., nach 150— 260 Wochen 3,75 M. und nach 260 Wochen 4,25 M. Dazu kommen noch Zuschläge. Die Arbeitslosenunterstützung wurde er. höhl auf Sätze von 1,20— 2,40 M. nach der MitgliodSdauer in der ersten BcitragSslasse. Za einer längeren Debatte führte ein Berliner Antrag, der Mugliedern, die wegen ihrer politischen Gesinnung in Haft genommen werden, die MaßregelungSunterstützung zu- billigen will. Von den Befürwortern der Antrages wurde aus- geführt, daß jetzt sehr häufig politische Gründe zur Ver- Haftung von Leuten vorgespiegelt würde», die man in Wirklichkeit nur wegen ihrer den Unternehmern uwbcquemen ge- werkschaftlichen Tätigkeit beseitigen wolle. Demgegenüber wurde von den Gegnern deS Antrages be ont, daß die Unterstützung der Spfer der politischen Gesinnung, Sack)« der politischen Organisa- tionen bleiben müsse. Wo die gewerkschaftliche Tätigkeit der eigentliche Grund sei. da könnton die Zahlstellen helfend ein- greifen. Wenn sich aber die Gewerkschaft auf diesen Weg be> gebe, könne sie schließlich auch von reaktionär gesinnten Mit- gliedern für solche Zwecke in Anspruch genommen werde». Der Antrag wurde mit 24 gegen 21 Stimmen abgelehnt. Die er» höhlen Beiträge sollen am 1. Januar 1920 in Kraft treten. Im Februar wird voraussichtlich der gemeinsame Verbandstag in Halle stattfinden, der die Verschmelzung mit den Tape. zicrern vollziehen soll. Zu diesem Verbandstag soll nur auf 1000 M tglicder 1 Delegierter ewlsondt norden. H ö f berichtet über die Frankfurter Verhandlungen, die zum Abschluß de» Reichstarifs kür die Portefeuille- unt Reiseartikelbranche geführt hivben. Der Tarif befriedige zwar nicht alte. Wünsche und bleibe in den Lohnsätzen vielfach hinter dem in den Großstädten schon Erreichten zurück, er habe aber endlich einen Ausgleich für die bisher zurückgebliebenen Ge- biete goschaffen und z. B. in Schlesien eine Lohnsteigerung um 100 Proz. Herbeigeführt. Bedauerlich sei, daß die Heimarbeiter- frage offen geblieben und dem Reichsarbeitsministerium zur Schlichtung übertragen worden sei. Angesickits der für die All- gemeinhcit erreichten Fortschritte sei aber die Annahme des Reichs- tarifs zu empfehlen. Die Vertreter von Berlin, Leipzig, Ham- bürg und Offewbach erklärten für die Annahme des Reichstarif» stimmen zu wollen, lieber die Arbeitsgemeinschaften war man geteilter Meinung. In der Sonnabendsitzung ging der Kollege Höf In seinem Schlußwort über den RoichStar f auf die einzelnen DiSbrissionS- vodner ein und empfahl die Annahme, welche mit großer Mehr» heit beschlassen wurde. Im Anschl-uß daran standen verschiedene. nicht erledigte Anträge zur Debatte. Ein Antrag Berlin, kvi Kündigungen von Tarifverträgen nicht mehr geheim abzustninren, wurde angenommen. Ei» Antrag Danzst: Der Verbandstag wird ersuch1, Stellung zu nehmen gegen die Ucb er flu tung unseres Be. cupes durch Kriegsinvalide» sowie gegen die übertrieben« Lehr- lingSzüchterei wurde dem Borit-md überwiesen. Ein Protest gegen die Verbannung de» Belagerung« zu st an» des und der Schutzbast sowie der Knebelung der Pressesreihvit i-wd einstimmig Annahme."' Ofjewbach bracht« einen Antrag ein. den Sitz de» Au». schuf s«S von Berlin nach Offen dach zu verlegen. Noch heftiger Debatte wurde derselbe mit geringer Majortät ange- 'eine* Entschließung Schulze- Derliin hatte folgenden Wortlaut: .Nachdem der VerSandStag feine Stellungnahme zu den wäh- rend und nach der KriegSzeit ausgeworfenem S.reitsragen präzi. siert hat und damit freie Bahn für ein gemeinsames Zusammen- arbe ten'aller Richtungen innerhalb des Verbandes zum Besten der Berufsangehörigen geschaffen ist, so erwartet der Verband». dag, daß in Zukunft die unliebsame Erschsinung, Fuukliomäre nur auf ein« bestimmte politische Partei und deren Programm zu verpflichten, sich nicht mebr wiederholen w rd. Einzig und allein die'gewerkschaftliche Befähigung und Tätigkeit darf maß» gebend sein. Dieser Grundsatz ist umbediiW M)>->« m-....—«j— der Bmsiher zum Acttwrrdorsttmb wA Ausschuß*it Anwentmn« KU fi ringen. Wird gegen diesen Gvunds-ch von de» in Frage kommenden Lerwal<>miigSstcllcn verstoßen» so kann der Der- l andStag eäne derartige Wahl nicht als zu Recht bestehend anerkennen und müßte die meliere Geschäftsführung den bisherigen Funktionären solange über. tragen, bis Nemvahten im Eiam« dieser Entschließung statt» ge furchen haben." Hievüiber setzt« eine errrg'e Debatte ein. Go t t schal k und G r o n w a l d- Beitin baten» die Entschließmg zurückzuziehen, da durch ihre Annahm« die Spaltung urtserer Ovganisatton gegeben tväre. Im übrigen bedarf eS ja gar nicht einer Ertlönung und verpsliichtum aus eiue politische Partei, Neil ja letzten Ende» die Mitglieder durch Abgabe ihrer Stimme ihre Ueberzeugung zum NnSdouck bringen können. Hierauf wurde die Entschließung von Schulze. Berlin zurückgezogen. Nachdem die TayeSordrmngKpunlkle erschöpft waren» wurde zu den Wahlen ge- schri.tan. Gottschalk» Berlin gab zuvor sollende Erklärung der Opposition �ib, -Die auf dem BerbandStag vertretene Opposition hat nach Anhörung der Geschäftsberichte und der daran anschließenden DiSbustsion vom Vorstand erwartet, eine Erklärung entgegen neh. men au können» worin die Einsicht zum Ausdruck gekommen wäre, daß de singeschliepcne Politik während der KriegSsechre ein« ver. tebtt« gewesen ist. Wir weigern uns nicht, dem Vorstand für seine Kö'igkeit vor dem 5lriege unsere vollste Anerkennung zu zollen, sind aber nicht in der Lage, bei den Neuwahlen unseren alten Lentralbeamten unsere Stimme zu geben." Als klentralvorsihender wurde wieder Blum mit LK gegen 18 Stimmen, welche auf St« i n er» Leipzig fielen, ge» wäblt. Riedel als Kassierer wurde mit 84 argen 19 Stimmen, die auf Daseck«. Leipzig fielen, gewählt. AsS * Vorsitzender wurde Schulze»Berlin mit 24 gegen Gottschalk mit 21 Stimmen gewählt. Der Posten des Redakteurs» wurde bis zum BerschmclzungSverbandStag unbesetzt gelassen. Die GehaltSfrage wurde wie folgt geregelt: Zentralvorsihondcr: An» fangSgehalt 725 M.. Endgehalt 775 M. Redakteur. Kassierer. Ber» liner Ortsvorsitzender und Kassierer 675 M. AnfangSgcbalt. 725 Mark Endgehalt. Weitere Berliner Angestellte 625 M. bzw. 675 M. Gauleiter und OrtSbeam'e in der Provinz erhalten 10 bis 20 Prozent weniger wie die Berliner Ortsbeamten. Das An» fangSgehalt steigert sich jährlich um 25 M. pro Monat. Die Dienst» jähr« sind in Anrechnung zu bringen. Die Gehaltssätze gelten ad 1. Juli 1919. Für sämtliche Angestellt« ist für die während der KriegSzcit zu gering« Entlohnung eine Nachzahlung von 2000 M. zu leisten. Als nächster Ort zum VcrbandStag wurde Leipzig bestimmt. Nach einem kräftigen Schlußwort des Zentralvorsitzenden Blum, welches in ein dreifaches Hoch auf den Verband auSllang, wurde d:: BerbandStag geschlossen. Wle man sie verscharrt. Der Mohr hat sein« Schuldigkeit getan, er kann gehen. DaS ist die Moral derer, die einst vom Dank des Vaterlandes faselten, «!» sie die Kämpfte draußen zum Durchhalten aufforderten. Nicht einmal ein anitändigeS Begräbnis gewährt man denen, die fhre Gesundheit im F.ldc eingebüßt haben und nun nach monatelangem S echtum in irgendeinem Lazarett sterben. Wiederholt gehen uns Klagen darüber zu, so jetzt wieder ein« au» dem Reserv.lazarctt in der Meiert Bolle in Alt-Moabit. Ein verstorbener Koiegi» beschädigter, der von dort aus auf dem Earnisonsriedhof be/rdigt werden sollte, fand kaum d e Träger, die seine Leiche zu Grabe trugen; man hatte einfach keine bestellt, und wenn sich nicht die Leichenträg.r von der vorhergehenden Beerdigung bereit gebunden hä-trn. dann irarvn d'e an der Leichenfeier teilnehmenden Kriegs» beschädigten schließlich gezwungen gewe'en, den schweren Sarg zu transportieren. Perständl'ch ist daber die Erbitterung dieser Leute, die dann s hen müssen, wie Angehörige der Reichswehr noch mit allem militärischen Pomp, mit Musik und Ehrensalven, zu Grabe getragen werden. Auf Musik und Ehrensalven würde man wohl gern verzichten, abrr ein wenig anständiger Rnnten auch die �azarettinsassen unter die Erde gebracht werden. Bezugsscheine für Kartoffeln. Der Berliner Magistrat veröffentlicht eine Bekanntmachung «n den Anschlagsäulen, in der die grundlegenden Bestimmungen für diejenizen Personen enthalten sind, die Kartoffeln von au«» war'» au» Erzeugerkreisen beziehen wollen. Anträge find im Burea» der Kartoffelversorgung vom 25. September b'S 15. November 1919 werktäglich von 8 Uhr vormittoz» 61» 8 Uhr nachmitigg» zu stellen. Zur Vermeidung von Ansammlungen sollen Antragsteller mit dem LnfangSbuchzlaben A— G am Man» t«g und Dienstag, diejenigen mit H— P am Mittwoch und Don» uerStag und diejenigen mit Q— Z am Freitag und Sonnabend einer jeden Woche d e Anträge stellen. Bei dem Antrage sind vorzulegen: Bescheinigung der Brotkommission über Name, Wohnort und Kopfzahl der Familie, die Kartoffelkart?, der au»» gefüllte Frachtbrief, ein mit der genauen Adresse de» Verlader» und mit Fretmark«(15 Pfg.,«5 1. Oktober 20 Pfg.)' versehene? Briefumschlag. Der Antragsteller muß den genauen Namen und die Wohnung de» Erzeugers, von dem er die Kartoffeln zu be- ziehen wünscht, und den Landkreis, in dem der Ort gelegen ist, angeben. Es sind gleichzeitig zu entrichten: 25 Pfg. Bezugsschein» gebühr, zur Deckung der entstehenden Portoauslagen und Un» kosten 85 Pfg., endlich für jeden beantragten Zentner 20 Pfg., die vom Magistrat an die Liesrrtreise abgeführt werden. Don der Berliner Wohnungsnot. Die Hoffnung, in Berlin über die Wohnungskrise am 1. Oktober hinwegzukommen, ist nur begründet, wenn der Zu» ström der Flüchtling« und ortsfremden Personen nicht in der- ftlben Weise wie bisher anhält. Da ein Abflauen diese? Zu» stromS noch immer nicht zu verspüren ist, wird nochmals dringend gewarnt, nach Berlin zu ziehen. Die lokalen Behörden würden tonst nicht mehr in der Lage sein, die Wohnungssuchenden unter» zubringen. Wahrscheinlich werden in den nächsten Tagen Sie Groß-Berliner Gemeinden ermächtigt, alle freiwerdenden MieiS» räume der Vermietung durch die Wohnungsämter zu unterstellen. Es soll in jedem einzelnen Falle streng nachgeprüft werden, ob ein wirkliches Bedürfnis zur Inanspruchnahme einer neuen Wohnung vorliegt. Räume, die bis zum 1. Oktober 1918 zu Wohnzwecken bestimmt waren, dürfen ohne vorherig« Zustimmung dcS WohnungS. amts nicht zu anderen Zwecken, insbesondere nicht alS Fabrik-, Lager», Werkstätten», Dienst, oder GeschästSräuirie verwendet werden. Frde Zuwiderhandlung ist strafbar. Ein dieser Bc» stimmung widersprechender Zustand kann«rsorderlichensallS im Wege des Zwanges beseitigt werden. Siedlungsanlagen in Berlin. Der Magistrat Berlin hat beschlossen, zwei SiedhmgSanla» gen,«ine aus dem Gelände de» eingemeindeten Teile» der Iungfernheide, zwischen der Afrikanischen Straße dem an der scestraße gelegenen Friedhöfen, der Straße am sogenannten Dauerwald und der verlängerten Transvaal Straße und eine zweile in Buch, sofort zu schaffen. In Buch sollen 56 Wohn» hguser teils als Doppel», teils als Reihenhäuier netast Stallungen für Kleinvieh und Nutzgärten, errichtet werden, die von der Zentrale Buch verwaltet werden sollen. Schieber und Fälscher. Seit Mitte Juni etwa wurden einem badischen Zollamt EinfuhrbcwilligungSscheine vorgelegt, die auf je 20 000 Kilogramm Nährmittel au» Zürich für den Grenzschutz Ost lauteten und die Unterschrift dcS Leiters der SanitätSabtei» lung im Kriegsministerium. Generaioberarzt Dr. Schulzen neben dem Stempel der Abteilung II trugen. Da» Zollamt wurde um Auskunft ersucht, ob auf einen solchen Schein hin aus der Schweiz Lebensmittel, insbesonoere Schokolade, nach Deuischland aus» geführt werden dürften. ES verneinte die Frage, weil die Scheine nicht d!« vorgeschriebene Unterschrift des Reichstommissars für Ein- und Ausfuhr trugen. Ein solcher Schein wurde dem Kriegs» wucheramt in Karlsruhe zur Prüfung vorgelegt, und«» bestärkte sich bald der sofort aufgetauchte Verdacht, daß der Schein gefälscht sei. Das LandeSpolizeiamt wurde nun mit der Aufklärung be- traut und ermittelte, daß der Urheber der mehrfachen Fälschung im Kriegsministerium selbst sei. ES mar ein Angestellter de» Sanitä'S-DcpartcmentS namens Willi Reschke, der schon früher dort als Unteroffizier und Beamtenstellvertrcier tätig gewesen war. Er hatte ungemein geschickt die Einfuhrscheinc, den Stempel und die Unterschriften gefälscht und dann die Scheine für je 2000 Mark verkauft. Auch in der Schweiz ist mit solchen von Reschke pesälsch'en Schiinen ein schwunghafter Handel betrieben worden. Der Fälscher sitzt bereits hinter Schloß und Riegel. Die Personen und Firmen, die sich der von Reschke gefälschten Scheine bedient haben, sind dem Landespolizeiaml ebenfalls bekannt, auch weitere Verhaftungen sind bereits erfolgt. Das Gerücht von einem Morde war gestern vormittag im Südosten der Stadt verbreitet. In der Sorauer Straß« 3 wurde eine 46 Jahre alte, aus Lauenburg gebürtige Hermine Febrow gestern vormittag auf ihrem Bette liegend tot aufgeiunden. Flecke am Half«, die Würgemale zu sein schienen, und Der- letznngen am Kopf legten den Verdächt eine» KapitalverbrecherS rabe. Auf Benachrichtigung durch da» 78. Revier erschienen deshalb der Tbef der Kriminalpolizei, OberregierungSrat Hoppe, mit den Kommissaren Tegtmeyer und Bocse von der Mordkömmission und der GerichtSarzt Prof. Dr. Strauch, um den Befund aufzu» nehmen und sofort alle etwa ertorderlichen Maßnahmen zu treffen. E» ergab sich jedoch, daß kein Verbrechen vorliegt. Die vermeint» lichen Würgemal« erwiesen sich als Totenflecke. die Verletzung am Kopf« rührt von einem Fall her. Die Fcbrow machte am vergangenen Sonnabend eine ausgedehnte Kneipreis« mit einem Manne. Eine Zeugin sah sie erst am Sonntag nachmittag um 1 Uhr schwer betrunken heimkehren. Di« Kopfverletzung hatte sie sich auf dieser.Kneiptour" zueezogen. Ohne Zweifel ist sie in der Trunkenheit einem Herzschlag erlegen. Wegen Totschlag« an ihrem Manne verhaftet wurde gestern die Kellnerfrau Anna Trautmann geb. Degen aus der Drepse» straße 6. Die Frau erschien auf der Wache de» zuständigen Re» vier» und zeigte an, daß ihr 44 Jahre alter Mann gestorben sei. Ein Artest, da» all Todesursache Herzschlag angab, fiel in seiner ganzen Art so auf, daß«S Verdacht erregt«. Es erwie» sich denn auch als gefälscht. Bei einer Besichtigung der Leiche ergab sich, daß der Tote«in« klaffende Kopfwund« hatte. In» Gebet ge» nommen, gab die Frau zu, daß sie ihren Mann im Streit mit einer Feile erschlagen habe. Sie behauptet, in der Notwehr ge- handelt zu haben. Sie wurde festgenommen unL im Bnirte suchungSrichter vorgeführt. cebensmiffeffalender. Berlin. Ummeldung be» Zuckerbezuge, beim Kleinhändler. De, vom 1. Oktober 1919 ab(einen Zucker von einem anderen Kleinhändler als bisher beziehen will, mutz die Ummelbung In der Zeil von, LS. September bis 5. Oktober b. 3- emschlietzlich bewirken. Die Kleinhändler sind verpflichtel, die KontrollabschniNe derjenigen Zuckerkarten, mit welchen-in Wechsel des Kleinhändlers vorgenommen werben soll, �en Bezugsberechtigten heriniszugsben. Diese Kontrollat schnitt« sind denjenigen Kleinhändlern, welche vom L Oktober d. I. ab Zucker liefern sollen, zu übergeben, und von diesen mit dem Vermerk„Um- melbung" und ihrer Firma versehen der Zuckerrersorgungsslelle, Kom» mandontenstratze 80/81, bis zum 10. Oktober b. I. einzureichen. Tna Zuckerversorgungsstelle stellt die K-nirol! abschnitte nach Kennlmsnahm« den Kleinhändlern zur Einordnung in die Kundenlisten wieder zu. Käseverleilung: Bis Sonnabend in den Bezirken der 138., 139., 140., 143., 144., 145.. 149., 150., 151. und 224. BrotkommifstoNi, pro Kopf 125 Gramm Käse..... ,,, Der erhebliche Rückgang U' der M ag e r m i l ch b e l t e f»- tu na bedingt es. von DonnewVg aus weileres nur Serie 1. da» heitzl, die Kinder im Aller vo»»-0 Fahren mit je% Liter Magermilch pro Woche zu beliefern. Auf Abschnitt 47 der Sützstoffkarte H entfallen Im September 1919 zwei Päckchen Sützstoft H.Packung zum Preise von je 50 Psg. Die Abschnitte 1— 44 dürsen im September 1918 nicht mehr eingelöst werben. Spandau. Freitag Dutter auf Abschnitt 1 50 Gramm. Sonn' abend Margarine auf Abschnitt 1 50 Gramm. Die stadtischen Spezial- oerkaussilellen sind mit frisch eingetroffenem Weitzkvhl beliefert worden. Pankow. Am Mittwoch 250 Gramm amerikanische Speckwaren. «lt-Elienlcke. 500 Gramm Nudeln, 125 Gramm Karlofselstärks- mehi, 250 Gramm Maisfabrikate. 250 Gramm Saubohnen, 250 Gramm Marmelade, 30 Gramm Butler, 70 Gramm Margarine, 125 Gramm Faustkäfe, amerikanischer Speck aus Fleischkarle, 15 Pfund Karwfftln, srif»es Gemüse, soweit der Dorrat reicht. Beste Vollheringe(nicht tranig) 63 P?g. da» Stück freihändig. Mirabellen- und Pflaumen- Konserven in Weihblechdosen. Für Kriegsbeschädigte 1 Pfd. Graupen, für Kranke Haferflocken. Dm Mlitivoch von 8— 12 nn.d 2— 6 Uljt Verkauf von Saaskarwfseln für die Einwohner de» Ortsteils Falken- btxQ au) dem Gut Fslkenderg. Am Donnerstag von 8—12 und S bis 6 Uhr für die Einwohner Alt-Glienickes. in der Müdchenfchulo Nudower Strafe. Aus den Organisationen. . Sechster«re!». 13. Distrikt. 6., 7. u. 8. Abteilung. Heut, Mitte woch abend 7 Uhr MitHliederoersammluna in der Schulaula, Gleim- stratz» 49. Tagesordnung: 1. Wahl der Distriklsleliung. 2. Boriratz über„Die Jugend''. 3. Diskussion. Milgliedsbuch legilimierl. 10. Distrikt. 1. Abietlung. Mittwoch, abends 7 Uhr, Müglie-dewer» sammlung bei Büttner, Schwedier Slratze 23/24. TogeeordnungJ 1. Port rag, Neureform des Grotz-Äerliner Arbeiterrat». 2. Diskusssom Stegllt,. Mittwoch abend» T4 Uhr Mitgliederversammlung in bei Aula der Realschule am Studenrauch-Platz. LIchterfolde. Drmner»:ag abend» 7)4 Uhr Mltgliederveftammwich bei Litlschwager(früher Erpel). Barstand»mitglied«r um 7 Uhr. Friedrichsield». Heule, Mittwoch, Zahlabend in den Gruppen. Lichtenberg, 3. Viertel. Viertelversammlung bei Tempel, BellevU� Beginn TA Uhr mit Neserat. Reinickenborf-West. Der Leseabend findet heute nicht statt. Hermedors-Waldmannslust-Gllenicke. Mittwoch 8 Uhr abend» Irl Lokal von Ceffler, Hermsdorf, öffenllicher Vortrag. Dr. Auslände» über die sozialistische Schule. rereinska'ender. Bozfotistlsch» Sttibentenjiottel. Heute abend 8 Uhr im Salon Eafst» rer, Biktoriastr. SS. Vortrag über Kommunismu» und Terrorismu» ül Nutzland. Vollversammlung der Arbeitslosenräte verlln» und der Pororte am Donnersiag, nachmittags 2 Uhr, im Dresdener Garten, Dresdener Slratze 45. Wegin der Wichtigkeit der Togesoronung ist das Erschei« nen aller notwendig. Fugendliche Bctriebsaertrauensleute, Schülerräte der Fach» und Fortbildungsschulen. Heule abend von 0— 9 Uhr Im Fugend-Sekreta» riot Abrechnung de» Kampssond». Legiiimailon noiwendig. Donner»« tag, abend»%8 Uhr, im Fugend-Sekrelarial Vollversammlung. Jugendliche Vertrauensleute Llchtendergsl Heute Mfiiwoch, abend» 7)j Uhr. Pollrersammlung Im Jugendheim, Dostestratze 22. Verband der vureauangestellten, Fugendsekilon. Am Mittwoch abends 8 Uhr Känigstadi-Kastrio, Alexanderstr. 21, Versammlung der jugendlichen Angestellten aller Branchen. Allgem. human. Kulturbund. Donnerstag abend, 7); Uhr, Ehar» lottenistratze 7: Red. Ullrich über:„Fdealismus und Materialismus".— Frei« Aussprache. Eintritt frei! Arbeitsgemeinschaft der ArbelterrSt» und Obleute der Reich«- und Stuatsbetriebe. Tonnerstag, nachmittag« 8)4 Uhr, Im Eisenbahndirek» tlonsgrbäude Schbnebetget Ufer 1/4(Großer Saal) Sitzung. Vertrauensleut» der Lazarette. Am Donnerstag, vormiitag» 10 Uhr, Vollversammlung siim'licher Vertrauensleute der Grotz-Berliner Lazarette tm Lokal von Linsemeyer, Kesselstr. 18. Lazarettkommissio» Grok-Berlin, Hunderlmark, Schwanebeck. Internationaler Bund der Kriegsbeschädigten und HlnterbstebeneU' Bezirk Norden I. Nicht Mittwoch, fondern M anlag Sellerstr. 38 (Kristallpalast) vezirksverfarnmlung. Arbclter-Wanderbund„Naturfreunde", Agitatiansbezirk Teltow- Am Tonner»!ag 7)4 Uhr In Neukölln, Boddlnstr. 67, Ecke Isarstrotz»- bei Preha-ka, Vortragsabend. Thema:„Dos Volkslied in sozialer und ethischer Beziehung". Nsferent: Gen. Leo Kestenderg. Berliner Arbeiter-Schachklub. Mittwoch 7 Uhr in den.Bubi-Sälen» Neue König-, Ecke Wadzeckstratze. wichtige Versammlung. verantwortlich für die Redokllon Alfred WIelepp, Neukölln- Virlagsgenolieniitiast.Freiheit", e®. m. b H. Berlin.— Druck ve« Lindendruckerei und verlagsgelelischafi m. b. H. Tchillbauervamm Ber%alil- Abend ist die beste Gelegenheit, aufklärend in den Kreisen der Genossen zu wirken. Unermüdlich muß für die Verbreitung der„Freiheit" geworben, unermüdlich auch darauf hingewiesen werden, daß die „kleinen Anzeigen" nicht in dia bürgerliche Presse, sondern in das Partei- Organ der U. S. P. gehören. Stützt kraftvoll euer Blatt. „Criminalsa" Detektivinstitut> BERLIN W32, Luther etrasss 9 . Direktion: H. Röhl"—— Telephob: LBUOw 61. Crlmlmlürahl. Dlskreleste Erleäl<'>ng besonderer Anf- trlee durch absolut luveilässiut bcamie. Dem Instiiul