rmMpreis 15 Pfennig--2. Jahrgang Zreitag, öen 3. Oktober im Wi �frtöjrtt* morjtns iin> Mctmittaj«, im«emi« mit) JitHngm«m motgam. Per Bcmfumnä Miift k, fwi« JaMms in» Bau»«t«i.-s.?r,n. Dl., M •tim«! popkjaj m«»atU«AS m. M JF-iiMiunj aatn Sikifb»,» ffc via�I-nd W» DL, ffcs Ktu Uni IAO Ol, ptt JJtltf ,iA« DI. »rtaWo« und»rpedMun: Berit»»m.«. EchiKduueuda«« 1»"*. Fccusprecher. A», Marten Smm itnä 9S0*. Nr. 47�/Ä 261< Morgenausgabe toi™>»»chi,iix»lt. noi»>amSt|if«olt fit kn iataaf. fotjraim Tag m»(fcii fpttrstrt» bis.1 Uhi aaifjmltincts bei bei«fpebition aafgrgebea fetn. S�er«« Betltflfl. Paris, 2. Oktober. Dir Kammer hat!>!c??.itiflkiZt!on deS FnrdrnSverira- es von VersaiKeS m i t ö72 gegen 53 Stimmen angenommen. Nach Niehrtvöchigoii Beratungen hat crffo enÄZch die »anzösische Kammer den Friedens'oertrag ratifiziert. In er vorstehenden Meldung wind nicht angegeben, weicher ii artei die 53 ablehnenden Deputierten angehören, es ist kber anzunehmen, daß die Soziali st en gegen den '"ertrag gestiunnt halben. Nicht eftoo aus dem Grunde, mittelverteilung in den legten 24 Stunden befriedigend don» itatte« gnngen ist. Amsterdam, 2. Oktober. Reutet meldet aus London: Die Tran Sportarbeiter haben beschlossen, den Beschlutz über einen etwaigen Streit bis morgen, aufzuschieben. d'Mnvnzio im ßriegszyfland. H, W. Haag, 2. Oktober. AuS London wird gemeldet: d'Äumirizio hat den telc- graphisthon Verkehr zwischen Amme und Agram unteribrochan und ver franzöisisthcu Mission mitgeteilt, datz er sich n»it I u g o- sl awien ien Kriegszustand befinde. AaS Washington wird gemeldet: Die„Washington Post" tUeWat -O nctf ß�k>%ernRUT drstiod-enSvertraa von Vermllles n..7.'»"»____ i e 1_:»n.■ shaib, Werl sie dem Ge�xilt'sriadensvcrtrcdg von Versailles re Einstimmung nicht geben fonirien. Wenn die Ratifizierung des FriadenÄ'eriwges durch e franzhsischze Kammer nicht sofort ihre Wirkungen aus- _ W, wenn insbesondere die Heimbefördernng der 'b*t d c u t s ch e n Gefangenen ans Fra'wl reich nicht bald er- st) kann sich dafür das dentscoe Volk bei der deutschen Kegieoung bedmtken. Durch die Unter stü tz u ng des ,8C;sBF a l t i sch e n Abenteuers hat We deutsciw Negierung Mnckitha�crn Frankreichs einen neuen Voravand ge- eben, die Aitsfüihvung des Friedensaertrages hinauSzn- ''eben. Es muß nunmehr verlangt werden, daß die -tsche Regierung alle Maßnahmen trifft, damit der ridw: ertrag endlich in Geltung treten fann, Auch Italien will ratifi�'eren. Bern, 3. Oktober. M» r t a r a hat mit efnczcn Formel«ifzestebt, die erwäg. m ■t �° .1,-iOft Der italienische Justh! minister liisttea anderer Licssorts rite \ lchen wird, daß der Friedensvertrag durch käniglicheS "iyt e k r c t unter Borbchalt der spätere« Znsttiiimuiiz deS neue« i.�e r.«- ZvbincttS ratifiziert wert!, sobald entweder daS französtsche /'.-..is�sabinett oder der amerilauijchc Kongreß die Ratifikation voll- »�'V-Mgen bat. Die ZkvMZsmi�ghi eu der GkWe. t«5«) pche Häfen gehende Lebens mitt e u n d N o h st o f s- kt A Pilo* intjm WvffjMs dazu nochWWWWWWWW �WWW MSntz des Rates der Alliierten, mit den Jivaugsmaß. bmen gegen Deutschland am 20. Oktober zu begtune«, «im bis dahin das BaltLkum nicht geräumt ist, hier ncchis staunt sei. ES sei oder anzunehmen, daß die deutsche In t on ort auf die Note der Entente über die Räumung Baltikums schon in allernächster Zeit gegeben wende. Im Interesse des deutschen Volkes muß verlangt wer- , daß die Regierung sich mit dieser Autroort beeilt. Es f.aber nicht, wie bisher, mit Einhaltungen und Vor- ichungen sein Vsrendcn haben, sondern die Negnerimg .Wir zu sorgen, daß sivdstch dem konterrevolutionären ken im Baltilu.m ein Ende gemacht wird. iTBnU� . iiolt De eyZlifche Uenbchnsrftceik. Wirktmgca auf Amerika. Haag, 2. Oktober. ist.10 Jork wird gemeldet: Der britische Eisenbahner- f.übi eme große R ü ck w« r k u n g aui die amerika-. che Industrie, den Handel und daS Geschäfts- en aus. Man schcht die durch die Stillegung der Ausfuhr stände nen Verluste des«meritanischen Handels auf weiugstenS Millionen Dollar täglich. Di« amerüa Bisch« P reffe selbst verhält, sich den: __ Tischen Stueik gegenüber im allgemeinen durchaus«ch lehnend, feindselig Ei» gest.' rn früh in London mikgegebencr Bericht besagt: vugdie.nst ist eine weiierc Veiierung eingetreten. find mehr Eisenbahner zur Arbeit zu rü«ige kehrt. Für d:e äer bellenden sollen Ersatzmänner vom Londoner OmnihuSdienst werte».—®>wjut wird prilweteät, Wi dt« LebenS- irkt laiKhchf »tr. VVÄ SH*. n «msterdem, 9. Oktober. Intervention des aan e r i k a n i s'ch'e n Admirats im Adriatiischen Meer verlangt haben. Weiter soll b'Annunzio die Absicht Hachen, die Aepublil Venedig auszurufen, wenn ihn die italienische Regierung weiter HeZarDuiere i Die ttalic-mi-fchen �Kolo ni ow-ün Nordamerika »nd Brasilien»ntrrftützsn d�Annungo. Erstere sollen zu seinen Gunsten 500 000 Dollars, die von Brasilien 100 000 Dollars gesandt haben. Hand!s- Md I�nspotWeKcT�gM in sie!. Kiel, 2 OkUcker. ©in allgemeiner KuS stand der Handels- und Transportarbeiter ist gestern ausgebrochen. Der ge- samt« R erkehr wird aufs schärfste betroffen Auch die Arbeit in der Lebe n S m i t telb r a n che ruht. Die Post sah sich ge- z wuirgen, ch« Pak« Lbeftellu ngen einzustellen. W8%gmn8 des deutsch" schwedischen HasZeisverlrageZ. Stocklwlw, 1. Oktober. .Svenöka Tcvgbladet" erfährt vom schwedischen Finanz- minister Tharsson, daß die schwedische Negievung beschlossen hat, Verhandlungen mit der deutschen Regierung über die Ver- länger ung des dentsch-schwedische« Handelsvertrages anzuknüpfen. Atl hie Mesterschaft Grotz-Verl-ns! Ucber 100 000 Arbeiter der Metallindustrie stehe» im schwersten wirtschafchichcu Kampf um die Sicherung ihrer Existenz. Gelingt es dcu Unternehmer» ihre Ziele durch- zusetzen, so hat die gesamte Arbeiterschaft die Folgen zn tragen. Wehren die Metallarbeiter das Vorgehen der Unternehmer ab, so ist das eiu Erfolg der gesamten Ar- bcitcrschaft. Das Nnternehmerinm arbeitet geeint. Ja vollster Solidarität müssen die Arbeiter zusammenstehe», um dcu Abbau der Löhne abzuwehren- Der Ausschuß der Berliner WewcrkschaftSkommissio» b«t beschtossrn, zunächst die im Streik befindlichen Metallarbeiter durch Sammlungen zu unterstütze«. Zu diesem Zweck werden außer den Sammlungen der Fünszchncr-Komniission Marken im Betrage von 1 Marl von uns herausgegeben. Die Abrechnung hat mit der Grwerk- schaftSkvmmisüon zu erfolgen. Gelder sind an A. Körsten, Berlin SO IC, Engel-Uscr 15, zu senden. Der Ausschuß der G ei o e rks cha s tsko m m i sstou Berlins und Umgegend. * ISir machen erneut darauf aufmerksam, daß daz Metok- kartell und die Fiinfzchnerkommisstvn beschlossen haben, S-vunel- marke« v»a ö und 10 M. aa die Mitziieder der streileude» Verbände nb,ugebcn. Camvielmarken werden ausgegeben von»en Ort»- Verwaltungen der dem Metegkartell angeschlossenen Dr-ianifotionen sowie beim deutscher. Metaliarbxiterserband, Ltnicnstrag- W/«b, in der Hanpttasse. «rbeil« na»«■«�♦srtsaen, int eure Pslichtl Die Nkchtzrobe. Die Wirtschaftskämpfe der Gegenwart verschärfen sich zusehends. Jede? Versuch der Arbeiterklasse, die drückende« Folgen der täglsth steigenden Teuerung zu mildern und die Löhne in ein Gleichgewicht zn den gestiegenen Kosten der Lebenshaltung zu bringen, findet den erbitterten Wider» stand des gesamten Unternehmertums. Aber während früher die Staatsgewalt wenigstens den Anschein zu erwecken suchte, als wenn sie diesen Wirtschastskämpfen zwischen Arbeitern und Unternehmern neutral gegenüber» stände, ergreift sie jetzt offen Partei für das Unter- nehmertum. Unter dem Deckmantel des angeblickum Schutzes der Interessen der Gesamtheit unterstützt sie gegen- wärt ig den Widerstand des Unternehmertums gegen die sozialen Bestrebungen der Arbeiterklasse. Von allen Vorgängen dieser Art, die sich in letzter Zeit ereignet haben, sind die anläßlich des jetzigen Streiks der Berliner Metallarbeiter die lehrreichsten. Staatsgewalt, Unternehmertum und Presse stehen einmütig zusammen, diesen StteE herabzuwürdigen, ihm den gewaltsamen Umsturz der jetzigen Regierung anzudichten und daraus die Rechtfertigung für Unterdrückungsmaßnahmen ahziileiten., Dereits die Ankündigung der gestrigen Versammlungen hatte derartige Absichten offen hervortreten lassen. Sie wurden immer deutlicher, je näher der Termin der Ver» sammlungen heranrückte. So konnte es denn nicht wunder- nehmen, daß das durch nichts gerechtfertigte Verbot der Versammlungen diese Absichten offen aufzeigte. Wenn der Polizeipräsident Eugen Ernst diese Versammlungen wegen ihrer Nichtanmeldung verboten hat, so wandelt er damit getreulich in den Spuren der ölten Machthaber die auch ständig versucht haben, die Tätigkeit der Gewcrksclmstcn als politische Tätigkeit zu erklären, um sie den einengenden Be» stimmnngcn eines veralteten Versammlungsrechtes_ zu unterstellen. Nichts aber berechtigt gegenwärtig zu einer solchen Handlungsweise. Die Versammlungen sollten dem Zwecke dienen, den Berliner Arbeitern die Bedeutung des Wirtsch-aftskanipsos in der Metallindustrie klar zu machen. Derartige Versammlungen sind selbst unter den Bestimmungen des verfassungswidrigen Belagerungszustandes nicht anmeldepflichtig, denn auch setzt wird nur die An- Meldung wm öffentlichen politischen Versammt ringen verlangt. Ilm politische Versammlungen bandelte es sich aber durchaus nicht. Auch nicht um die Zivsicht, einen General- streik mit gewaltsamem Umsturz von Verfassung und Regie- rnng einzuleiten, wie jetzt zur Rechtfertigung des Versammlungsverbots behauptet wird. Selbst der„Vorwärts" schrieb in seiner gestrigen Morgenausgabe:„Es bestehe gar kein Grund, anzunehmen, daß die organisierte Arbeiterschaft Groß-Berlins sich von irgendeiner Seite davon abbringen lassen könnte, die Erfüllung ihrer Forderungen auf anderem als friedlichem Wege anzustreben." An diesem zutreffenden Urteil ändert auch die Tatsaclie nichts, daß der „Vorwärts" in seiner gestrigen Abendausgabe, seiner Aufgabe als Verteidiger aller Gewaltmaßnahmen cnt. st? rechend, die völlig unbewiesene Behauptung anfst llt, überall habe sich das fieberhafte Bestreben gezeigt, die Ar- bciterschast aus den Betrieben heraus aus die Straße zu bringen. -Auch der RüchZarbeUsmi nister Schlicke hat sich nach den Darlegungen der Streikleitung der Metallarbeiter davon überzeugen lassen müssen, daß das Verbot der Versamm- lungen zu unrecht erfolgt sei. Er hat deshalb zugesagt, Wegen der Zurücknahme des Verbotes die notwendigen Schritte einzuleiten. Daß Schlicke jetzt den Mut hat, das abzustreiten, ist bezeichnend für die zweideutige H a l- t u n g. die er von Ansang an in diesem Kampf den Ar- beitern gegenüber eingenommen hat..Da, wie die„Voisnche Zeitung" mitteilt, auch die Reichskanzlei amtlich be- stätigt, daß Schlicke dort versucht habe, die Genehmigung der Versammlungen zu erreichen, daß aber die verantwort- lichen Stellen bei ihrer Weigerung Versammlungen zuzu- lassen, geblieben seien, so ist wohl einwandfrei bewiesen, daß die amtlichen Stellen unter allen Umständen die Machtprobe zu m A u s t r a g bringen wollte n. Sie können deSlxÄb die Vemutwortnug nir die bebanier- lichc» Vorgänge, die sich im Anschluß an die Persammluin- aen ereignet baden nickt von sich weiten. Sedbit die düvaer» Vrtlk mutz öncrrcnncn, daß die De r srim n i! u n gs ieis- tehmer der ausgegebenen Weisung, Disziplin und Ordnung M v« ordnen. gefÄgt sind. Wenn es trotzdem im Anschluß ***« Berkomniluug in den Phnrnssülen zu Bluwergießen enrmen rst, so toind fautn irgenid jemand die Schuld da- w dom Verhalten der Versaimillungsteiinichmer finden rnen._ Die Tatsache, daß es in dieser Vermmmlung ge- zen ist, ein Mitglied der S:bl)enheitsn>edr als Lock- 'itzel m entladen, beleuchtet bRtzhell die Tniebkräfte, auch jetzt bei dieser Bavegung wieder ain Werke sind. Es soll anscheinend mit allen Mitteln verhindert wer- kn, daß die von unparteiischer Seite eingeleiteten Ver- »» i t t l�u n g s ve r s u ch e ein Ergebnis haben. Wenn der �Vorwärts" in seiner gestrigen Abendausgabe sich neuerdings He Velmuptung leistet, daß diese Lohnbewegung zu einem cholitlschen Parteikamps" gestaltet werden solle, so ist hier- bei der Wunsch der Vater des Gedankens. Tie Arbeiter der verschiedensten Parteirichtnngen haben erkannt, daß der Kiesenkampf in der Berliner Metallindustrie, ein Ka-mps gegen die Verelendirngstendenzen ist, die die Arbeiterschaft' gegenwärtig stärker bedrohen, als je. Sie erkennen die Ge- fahren, die ihnen daraus entstehen und sie sind deshalb ein- mutig tn_ ihrer Abwehr. Das aber ist denjenigen, die, um der oppositionellen Richtung der Gewerkschastsbewegung das Rückgrat zu brechen, im Verein mit den Unternehmern jede soziale Aufwärtsbewegnng der Arbeiterklasse gewaltsam ver. bindern wollen, ein Dorn im Auge. Sie greifen deshalb zu den verzweifeisten Mitteln, zu Mitteln, die der ganzen sozialen Bewegung der Arbeiterklasse zum Verhängnis ge- reichen müssen. Diese Absicht aber erkennen die Arbeiter, und es dürste vergebliche Mühe sein, ihre politischen Mei- vun-gsverschiedenheiten als Mittel zu benutzen, um ihren Kampf äcflen die Unternehmer zu schwächen. damit einverstanden extlän, daß vie ditheriU«» Regierung voll r» VUcht- Geltung Sie haben sich ! i n i e n der bleiben. Nachdem die sächsischen RechlSsvzmilisieu rt abgelehnt habeu, soziaiistische Politik zu treiben, und dadurch den llaabhängigsu soziaidemolralen die Möglichkeil genommen haben, an der Negiening teilzunehmen, ist ihnen nicht# andere# irbcig geblieben, ni# ihr scheinsozialiskische# Mänteichen abzuwerfen und sich mit den Demokraten zu verbinden. Kennzeichiicnd für da# Wesen der rechtssozialistischen Politik ist ei, daß die Demokraten sich oof kommen mit ihr einverstanden erklären können. Dabei sind ixe sächsischen Demokraten ei» besonder# Me# Gewächs; e# sind früher« NationalMrerale, zumeist vom rechten Flügel der ehe- inaligen Fraktion Drehsche�ibe, die an der Politik der Recht#- soziaifsten nicht da# mindeste auszusetzen haben. Um io schneller werden die sächsischen Arbester erkennen, daß sie bei dieser Par- tei nichts mehr zu suchen haben. Tee na: ich der Löhne sind ausreichende Garantien geg daß die zur steil bestehe:. den Löhn«, die weil üb« die vere barieii s.itze hinausgehen, besteh«: bleib eu. Die Tarifverhanblungu der Gemeinbeardekter Ervb-Beeuns gescheitert. «m Mil'woch begannen kn Berliner Racha-ise die Berhand lungeu über die Ermeuorung de# Lohntarife# der Gmneii»» arbeitet Graß�Brrlins. Der Verband der Gemeinboarb-N« beantragte Ansang Seprember mit W rkung ab 1, L-ktov# Pt Die ivellilche Sch'ile! Auf den Spuren der KNdttzeülrale. LtVMULWytS,*4 1 � �----------—.»__ Stundenlöhne von 2�0 bi# 3 M. für erwachivne und van ILO 2 M. für jugeiidiiche männliche Arbeiter, sowie 1,25 bis 2chO£■ für w r-blicke Anbei iskcäfte. A« Anlräge der Vcvbände de für wciblicke Sobeitskräfte. Di« Anträge Transxortarbester. Metallarbeiter. Maschinisten und Heize: Eis«rbahner. Fleier, Gärtner, Böttcl-er und HauSangestelltt! waren im Durchschnitt um 50 Pf. für die Stund« höher. De Gemeinden machten de.msXgenüber Angebote, die etwa 80 Pf. pro Stunde geringer sind. Da die Geminden je* weitere Eutgegenkommen ablehnten und ans Grund dessen d> ltiertreter der Arbeiter aus ihren Anträgen bestanden, wurdtf die Verhandlungen nach mehrstündigen Verhandlungen ergebiN» loS abgebrochen. Die Arbeiter haben den Zentral-Ausschuß angerufen. D Situation ist äußerst ernst. Der Untersuchungsausschuß der Preu bischen L a n d e s v e r s o m m t u n g hat sich bisher be» niüht, über die Ursackien der Januarunruhen ein möglichst einseitiges Bild zusammenzutragen. Diese Tendenz hat unsere Genossen veranlaßt, aus dem Ausschuß zurückzutreten, weil sie ihre Rainen nicht dazu hergeben wollen, ein Unter- ,uchu�-«-°n„ wm. m'Ä&rÄg verschleiert, als daß es sie ausdeckt. heraus haben wir auch davon Abstand genommen, die B e richte des Ausschusses, die von der gleickien ein- seitigen Tendenz getragen sind, zu veröffentlichen. In seiner letzten Sitzung scheint der Ausschuß aber einmal zufällig eine glückliche Stunde gehabt zu haben. Es wurde nämlich der Gefreite(Bürgen vernommen, der seinerzeit den Genossen Ledebour und den Kommunisten Dr. � � � � Ernst Meher verhastet hat. Gürgen hat auch späterhin ist eine�rcrunge und beschämende Tatsache, daß zahl- noch bei anderen Verhaftungen seine Hand mit im Spiele gehabt, und zwar ist er dabei zumeist als O b e r l e u t- MctaKarbeiterstrerk in Thüringen. skn Suhl in Thüringen befinden sich seit Dienstag � Mi'll arbeite r aller Branchen im Streik. Unter Hinzu rech au# der BLch'en macher, die sich sofort den Meiallarbeitern gegeniii« sol'darisch erklärten, betrögt die Zahl der Streikenden rund 5#* Die Unternehmer, die sich nicht im geringsten zu einem Entgeh Kamvf gezwungen, Der Toris, der am 30. September zum öt lauf kam, bedurste einer Erneuevung mit einer dem entspreche» den Lohnerhöhung. reiche unserer Genossen, die es an Energie und Bestmnut heit in ihren«kigenen An-geiegenheiten nicht fehlen lassen, verßiaon, n» es sich um die I n t e r e s s e n ihrer Kindel handelt. Es ist wahr, die Zustände, wie sie sind, entsprechen auf dem Gebiet des Schirl- und BLidlimgÄvesens elhen-saiveni� unseren Wünschen, wie sie es aus Wirtschaft- sichern Gcibiiet tun. Das entbindet uns«der nicht von der V'ücht, jede« Mittd zur Anwendung zu bringen,'das uns dtitn Sckwitt vorwärts bringen kann, dem'Ziele zu,'das wir erstreben. Wir Haiden freilich erwartet, daß eine über-! erhalten...__, wiogend sozialistische Regierung wenigstens auf dem Sckstrl- ten Fisch- r angenommen, daß�.eser d.r Festnahme der yeHiet eiinst machen würde mit ihren eigenen FO�dernngen.&er Umsturzbewegung gutheißen würde. Von einer � Sie hat hier vor dem Zentrum genau so kapi- tu i i e r t, wie sie a-uf wirtschastlicheim Gebiet der Reocktion gegenüber versagt hat, ja sie Hai aus dem Gebiet des Er- ziehnngSwesens noch viel schlimmer versagt; denn die Beschlüsse der Nationalversammlung auf Grund des Schuilsompromisses hat nicht einmal der rechtssozialistische Kultusminister in Preußen billigen können, ja er Hot sie für technisch undurchführbar und für de» Schul srioden ver- «erÄlich erklären müssen. Obwohl das Schulkompromiß den Wünschen des Zen- kvurnS sehr weit entgegenkommt, hat es doch zweiLücken tn den Bestimmungen zulassen müssen, durch die es seine zwar i|t er n an t Gürgen aufgetreten, lieber seine Vernehmung berichtet jetzt eine parlamentarische Korrespondenz das sol- gende: Der nächste Znige, Gefreiter G ü r g e n, hat in der Nacht vom 10. zum 11. Januar Ledebour und Dr. Eriist Meher verhaftet. Er hat dazu keinen Auftrag von der Kommandantur gehabt, und hat für die Verhaftung keinerlei Belohnung Er hat nur nach Gespräckie« mit dem Stadtkommandan- Führer Stünz ! Ledebour# und Meyer» sei nie die Rede getvcsen, auhcr daß ' T y s z k a dem Zeuge« eine« solche« Borschlag gemacht hatte. Der Zeuge glaubt, daß da» r u s s i f ch e R o t e K r r u z, Uhlandstr. 155, und die Werbe stellen der Kolischak- Armee, siarlS- bad S nnd Karlkbad 29, dir Vereinigung zur V e k ä m p- Die Lohnbewegung der Angestellte« im ZeitungSgeiweltj In unserer gestvigen Moigennummer ist in dem Bericht über# SJiifatumlung Per Angestellten ein sin neiil stellen der Fehler e� halten. Es muß bor heißen, daß die Verhanblnngen a't 3. Oktober beendet sein, nicht begonnen sein müssen. Hr»' abend 7% Uhr versammeln sich die Zeitungsangestellten wieder� im Stfulibeiß, Hasenheide, um den Bericht der Tariflommisli* über hie Verhandlungen beim NeichSarbeitsminrsteriun! entgeg«# zunehmen. Lechichle Zneüihrmz. Durch Säulenanschlag versuchen die Berliner Met� I: dustriellen die Arbeiterschaft Berlins irrezuführen.*0 säulenanschlag besagt erstens:„Bestehende höhere Löh> und Akkorde werden nicht verschlechtert." Wir errlock dazu: Die Teilschiedssprüche setzen die Verdienste* Arbeiter herah. Beispiel: Metallformer: Jetzig Verdienst 3,50 bis 4 M. pro Stunde: noch dem Teilschi«� spriich Nr. 5 2,40 bis 3,20 M. Zweitens sagt der SciuM statt »W»>>W an schlag:„Ein Ab lau der Spitzenlöhn« findet nickt.■ f u n z de» votschewi« mu» und die Firma Borger u ud Wir stellen fest: Mitgliedsfirmen des Verbandes der I Attenburg, Doroiheenstr. 34, dem Feldwebel von Tyszka eine dustriellen nehmen den Abbau jetzt sckon vor. Zu 3.«' Belohnung von 24000 M. für die Ermordung Ledebour»»der Lirbknrcht» vrrsprochcn h S t t r». Diese Darstellung des Zeugen ist geeignet, in der Oeffentlichkeit das größte Aufsehen hervorzurufen. Herr Gürgen hat mit seinen Angaben uns zwar nichts Macht über die Schule neuz Herrichten_ gedenkt und diese| Neues gesagt, da es in den Kreisen der revolutionären Ar- Lücken müssen unter allen Umständen, mit voller Kraft aus- genutzt wedden. Eineneits ist die Möglichkeit geschaffen worden, weltliche Schulen fd. h. solche Scksulen, aitfl„„. u t t denen keinerlÄ Religionsunterricht erteilt wirld) überall da von Männern, die in der Revolution besonders i•»- 8'" solcher weltlichen Schulen müssen wir an allen Orten ein- dreien. KoeitenS ist vorgeseiien, daß in Zukunft kein Schüler mehr am Religionsunterricht der Schufte, die er besucht, teilzunehmen braucht. Alter beiterschaft längst bekannt ist, daß hinter den Verfolgungen, Verhaftungen und Ermordungen von Arbeiterführern Privatvereinigungen stehen, die sich die Beseitigung hervorge- Wert der Aussage Gllrgens liegt also lediglich darin, daß die Angaben ! über das Bestehen einer Mörderzentrale zum ersten Male i vor einer Instanz mit richterlichen Befug. nissen gemacht worden sind. Die Art der Zusammen- ftne(diesbezügliche Erklärung zu Anfang des Halbjahres ichgegeben wird.(Abmeldungsformulare iverden »n den Verfammlu'ngen verteilt, die Freitag aberod statt- Ftnden.) Für unsere Genossen muß es eine Solbswerständ- lchkeit sein, von dieser Möglichkeit Gebrauch zu machen. Damit wird keineswegs der Grundsatz„Religion ist Privat- fache" durchbrochen, sondern erst angewandt. Solange die Schule aus Staatskosten Unterricht m evangelischer, katho- Richer oder jüdischer Religion erteilt, ist Religio» noch Verhandlungssührung läßt leider nicht den Schluß zu. daß von dieser Stelle aus nun rücksichtslos den Spuren der Mör- derzentral« nachgegangen wird, um all die Verbrechen und Mordtaten aufzudecken, die bisher von der Gegen- revolution begangen worden sind und die noch heute der Sühn? harren. Man wird vielmehr den Schleier des Ge- heimnisses wieder dichter über die Organisation des Menchel. moides ziehen, weil mit der lückenlosen Bloßstellung der Ver- brechen, denen Karl Liebknecht und Rosa L u r e m Dtaatssache imd was für eine Staatssache! Wir wissen doch! b u r g, Leo Jogisches und D o r c n b a ch und noch viele, vier Alle, worauf in neun von zehn Fällen dieser Religions-: andere zum Opfer gefallen sind. Männer und Institutionen stnterricht bitzanNläuft:„Dem Volke muß die Religion er- komproinitii-crt werden könnten, aus die der Staat heute Mten bleiben"-u-nü natürlich die Religion, die da lehrt:„och nicht Verzicht leisten kann. JEin jeder sei.Untertan der Obrigkeit, die Gemalt über ihn »at, denn es ist keine Obrigkeit ohne von Gott, wo aber Obrigkeit ist, die ist von Gott verordnet." Das ist für den Staat und seinen Religionsunterricht der wichtigste Inhalt religiöser Lehren. Auch der Religionsunterricht war und ist nn Kampfmittel des K 1 a s s e n st a a t e s nnd eines der allergesährlichsten. Ein jeder Sozialist, der diesen Zu- ESWM-Ip'P BdWSSRSasaäfS bor Uberlasten konwe, den Kampf mit dem Religionslehrer sie am i. Jap 1019 in einem Beir rb beschäfrigr sins. erhalten auszusechten. Unsere Genossen' müssen endlich den Lehrern,' in diesen Betrieben drei Tage Ferien, für dir' der der- Die Ferien im Berliner Holzgewerbe geregelt! ja selbst den gestrengen Herren Rektoren gegenüber den Mut der e i g e n e n M e i n u n g aufbringen. Auch dieser Kleinkampf ist ein Teil des großen Kampses, den wir führen, in dem mein nnd versagen darf. Es darf nicht wieder� vorkommen, daß in ganzen Schulen mir zwei oder drei Kinder dem Religionsunterricht fem bleiben. Ausführlich werden diese Fragen heule abend in den lungslokale sind im Inseratenteil der Morgen-Ausgabe der Versammlungen zur Sprache kommen(die Versa mm- „Freihast" vom Donnerstag veröffentlicht), die die Vereint- gung sozialistischer. Lehrer und Lehrerinnen Groh-Berlins eiicherufen haben und in denen soiialistisch? Lehrer und Lehrerinnen aller drei Richtungen sprechen werden. Alle sozialistischen Eltern müssen erscheinen und die Veranstaltungen zu einer eindrucksvollen Kund- gebung für die weltliche Schule machen. Der sschfische M. daß Aus Dresden wiib mitgeteilt, soziatisten mit den Demokraten geschlossen hätten, wonach zwe. Mitglieder Partei in die sächsische Regierung eintreten staten übernehmen da» Üuirus. und da» die Rechts. «n Abkommen ab- der Demokratischen sollen. Die Demo- L?: nanzminist« ri um. einbarie Lohn für 28 Stunden zu gahten ist. Die Ferien werden gewährt von Donner# mg bis Sonnabend. Diese Ver- einbarung gilt nur für dieses Jahr Außerdem wurden, die am 25. August zentral oereinbarien Mindest- und Durchschnittslöhne anerkannt, und st ü gelegt, daß dort, w o bereits höhere .Lökve gezahlt werden, diese bestehen bleiben. Be de verrragsckließende Parteien dürfen vor dein 15. Fcbruar 1920 kein« Aenderungen an den Löhnen vornehmen. Für Montagearbe ion wird vo n I. Ok a.-r 1919 ab innerhalb des Vorortverkehrs ein Zuschlag von 30 Pf. pro Stunde be. zahlt; iiver den Vorortverkelw bniaus mit Ueoernaehten werden pro Tag 10 M. Zuschlag gezahlt, einschließlich des Sonntags Die Arbeitszeit bleib: so bestehen, wie sie an, 25. August ebenfalls zentral vereinbart wurde, und zwar Sonnabend 6 Stu„. den, an den andern Werktage«« Stunden, also dl« Woche 40 Stunden. Diese getroffenen Abmachungen gelten als Zusatzverein- , barungen zu dem Arbeitsverträge für die Beuliner rwlzwduitrie : r; SÄÄÄ- «Ä% standen, um zu einer Einigung zu kommen. andaru auf ihr« Vorteil« per»ichhm. 4. behauptet der Säulenanschlag:„Die bestehende Lo� lwhe kann nicht durch Wechsel der Belegschaft oder 9# einstellung herabgesetzt werden.— Wo z. B. höhere Lö� als die des Schiedsspruchs gezahlt werden, erhalten angestellte Akkordarbeiter die gleichen höheren AkkordiA und neuangestellte Lohnarbeiter nach sechs Tagen für ci$f Leistungen die gleichen Löhne, die den bisher im Betr� Besckläs! igten gezahlt werden, auch wenn sie höher sind Jj die Sätze des Scheidsspruchs." Wir bemerken dazu, n täglich in unserer Beschnwrdestell« Klagen einlaufen, H Firmen durch Entlassung von Arbeitern und Neuei' st e l i li n g anderer Arbeiter die Löhne her G e w e r k s ch a f t s v e r s a m m l» n g e n ist seitens � Funfzebner-Kommisfion und der Berliner Gewerkickiai» konimission entschieden Protest eingeiei" worden. . Ten ebne jeden gesetzlichen Grund Verbaftei'' ist leitens der Fünf.zebner-Kommission ein Rechst. anmalt gestellt worden. Es werden alle Schritte f. geici.et, die zur Freilgssung der Verhafteten führen niü!� Tcui scher Mciollarbritrr-Verband Ortsvcrwaltuug Berlin. Das Metall-siartrll der Gewerkschaften Groß Bcrüu- j Di« pünfzchn er Kommission. Der Hauptvorstand des Metallarbeiter.«� � 3" D e 8■ a"f. d'« Versammlungsverbote und die Verhinderst der Gerne rfnba, rsammlungen achmerlsam gemacht, mit ralornh.-™ Telegramm: folgendem 1�* der Achtung! Kollegen Streikunter der Firma Autogen. Die « äij»*-ÄS? A"»zobl'A H MMvM SUHUirjleu der in der Zeit von' 10�« uhr'i'm D»" _ Ae Versammlungen der Melallarbeiler. Jas erSroffeile versmmliinzsrscht. 1%.%- ®it lüt a'Betn»rniitto» imbetmmten Setjamm- WtoSK lunflcn>md nun Wirklich, iure wir bereits im gestrigen iani) Uln ytU Ui?t wurden beide Versr-mmlungeii von einer be- Abendblatt berichten konnten, mit Wasfengewatt verhindert wasfneten Polisertriippe ausgelöst, die Genossen Prochnow, Wanden. Lediglich in einigen Vororten konnten die Ver-� Krause und Nörpel verha is« und Nörpel verhaftet. Auf die aus dem Ver- nirmlnn-• i fol strömende lienfle umrbe an der Luxemburg» und Müllerstvahe scharf geschossen. 12 Personen wur« den derwundei, darunter mehrere schwer. In den Germania-Säten war der grosse Saal dicht de- fehl. Tausende von Arbeitein füllten den Hof und die Um- gebung de? Lokals in der Ehaussoestraße. Bei Eröffnung der Versammlung erschienen ein Leutnemt und 10 Mann und forderten die Versammlung auf, den Saal zu räumen. Es l>e- märitigte sich eine ungeheure Erregung der Versanrnilungs-; im bejucher beim Anmarsch der Truppen. Di« VersaininlungSleitung protestierte gegen die Ungesetzlichleit der Massnahmen, Unter dem Druck der Truppen verliessen die empörten Arbeiter den Saal. Die Musiker-Säle Ivaren schon vor Beginn der Ver- sammlunz mit Sicherheitsmannschaften besehe Während der' Polizciofsizier noch einmal Naetsrage beim Polizeipräsidenten . hielt, schildert der Referent in einsunodiger Rede die Lage der| Berliner Metallarbeiter vor ca. 1000 Personen, Als die Rrsolu- i lion angenommen war, kam der die Versammlung auflösende j Offizier und erklärte, das Lokal räumen zu müssen. Die Ver- sammelten gingen in völliger Ruhe auseinander. Da die Löwenbrauerei vollständig überfüllt war, i machte sich eine Parallelversaminlung notwendig. Beide Ver- | sammlungen von ca. 4000 Personen besucht, nahmen die an-! ; drängenden Menschenmengen nicht mehr auf und die Draußen-; gebliebenen erwarteten auf der Strasse den Slluss der Versamm- lung. Kurz nach Eröffnung der Bersammlunz nn Saal er- schienen die Truppen des Polizeipräsidenten und lösten die Ver-( sammlung auf. Der Versammlungsleiter und der Referent wur>- ! den verhastet und der Saab abgesperrt, Trotzdem fand die Ver- I sammlung noch Zeit, die Resolution für die Metallarbeiter noch sammlungen stattfinden, und es ist, trotzdem sich viele tau sende Arbeiter und Arbeiterinnen daran beteiligten, dort «n keinerlei Ruhestörungen gekommen. Auch in Berlin selbst ist im oll gemeinen die Ruhe ausrcchterhalten worden, trotz- dem das masjenlxiste Anilreten der mit Flammenwerfern mrd Maschinengewehren anrückenden«Sichsrheits"wehr, die als reaktionäres Mittel für die Erdrosselung des Ver- saimnlungsrechts in Aktton trat, äusserst provozierend wirkte. Durch daS Verschulden eines Ofsiziers kam es aber Norden Berlins, in der Luxemburger Strasse, doch noch zu einem Blutvergiesscn. wobei mehrere Personen mehr oder weniger schwere Verletzungen davontrugen. Die Beteiligung an der Demonstration war ziemlich stark, hrotzdem die Rechtssozialisten ihre Leute scharf gemacht und vor dem Besuch der Versammlungen gewarnt hatten. Auch am Streik nicht beteiligte Arbeiter und Arbeiterinnen nahmen in nennenswerter Zahl an der Demonstration teil. Der Strassenbaynverkehr wurde nicht gehinden, wte einzelne Blätter vorher ibren Lesern und der Bezirksvorstand der E. P. D. seinen Mitgliedern vorgeschovatzt harten, denn es hatten nur das' technische Personal die Arveitsruhe be- schlössen und aitch durchgeführt. In Lichtenberg hatten die Hilfskräfte und kgtismännisclfen Angestellten des Magistrats ebenfalls den Beschluss gefaßt, aus Sympathie siir die sttei- f enden und ausgesperrten Metallarbeiter, die Arbeit ruhen s*«• Wir lassen nun einige E'.nzelberirkfte folgen, dw das In' H-" n ig s dor f fanden für die Arbeiter der A. E, G,! Bild noch etwas vervollständigen. rmd der Deutschen Waffenfabrik sowie für die Arbciwr aller Die in den ComeniuSsälen tagend« Versammlung war j stbrigen Werke mevrcre von vielen tausriioen Arbeitern und An- BersainnAungSrechtS durch den Pok'zeiprÄfidenten fanden die vor» 'geleglen Sumnathierasostistonen einstimmige Annahme. Ar.n Abc-nlb vorher sprach ein« Versammlung der b« r«a«» technischen und Aufsichtsbeamten sämtkich«< Gross-Berliner Strassenbck'hnen, der Hoch-»nh Untergrundbahn den im wirtschaftlichen Kamps stehende» Metallarbeitern ihre vollst« Sympathie aus. Die beutig« Versammlung im Ca sä Be l l ev u« i« Lichtenberg war von 7000 Personen besucht, dieselbe konnte bis zum Scbluss tagen. Alsdann sckmtt jedoch die Sicher» heitkTvehr ein und verhaftete den Kollegen Pfaffen- schläger. Hierauf wurde das gesamt« E,atbk>ssemi«nt mit ntiffi» tärischem Sckmeid geräumt. Eine weitere Zwe.igver'ammlung war von 3000 Beamte» und Ange st eilten der Stadt Lichtenberg besucht, diese konnte bis zum Ende tagen. Dann begaben sich die Per- iammelten in geschlossenem Zuge zu ihren Arbeitsstätten. Di« vom Spandauer Gewerkschaftskartetl ein» berufene Persammlung aller gewerkschaftlich organisierten Ad» bester fand unter lollossalem Andrang der Betsikigte» in den Bismarcksälen in Spandau statt. In langen Zügen erschienen die Arbeiter der Firma Orenstrin u Koppel, Deutsches Post-'und Verkehrswesen in Staaken, die Arbeiter der Firma Fränkel und Runge, Scheinwerfer-Depot, sowie all« Notstands- arbeiter der Stadt Spandau. Der größte Saal Spandaus war z» klein, um bie Massen der Erschienenen aufzunehmen. Die Vev- sammlung konnte nicht stattfinden, da der hiesige Stadtkomm«»» dant auf sein Verbot bestand. Ein Abgeordneter aus der Ver- sammlung erhalt von dem Stadtkommandanten die lakonische A n twort:.Ist mir ganz egal, ob dass eine Ge« werksstastsversammlung ish oder nicht. Das Verbot bleibt be» stehen". Im Saal hatte die©pandauer Polizei ein starkes Auf- gebot entsand, und vor dem Saal, in der Feldstraße stand ein« Kompagnie stahllvhelmter NoSle jünger, ausgerüstet mit Ma» fchinengewehreu, Handgranaten und sonstigen Mordinstrumenten. Der Versammlungsleiter Ostrowski teilte den Versammelten da» aufrechterhaltce Verbot des Kommandanten mit, das mit Psm» rufen beantwortet wurde. Die Versammelten verließen in aller Ruhe den Riesensaal, sowie die anschliessenden Straßen. Ein Vertreter der freien Angestellte n-Verbänd« überreichte dem Versammlungsleiier eine Sympathie» Kundgebung für die streikenden Metallarbeiter. von ca. 1000 Personen besucht. Es wurde Resolution angenommen: .Di« von ca. 1000 Personen besuchte Gewerkschaftsvcrsamm- funa aller Industriearbeiter Grost-Berlins in ven ComeninSsälen fprichi den streikenden und ausgesperrten Hunderttausend Arbei» Sern cer D.etall-J.ndustrie ihre Ivärmile Sympathie aus und for- der! si« aus, unbeirrt durch die Beschimpfungen der bürgerlichen Presse im gerecbien Lohistatnipf auszuharren. Alle Versammel- ten verpstichtcn sich, moralisch und finanziell die Streikenden bis zum endgültigen Erfolg zu unterstützen. Sie protestieren euer- gisch gegen die Verhetzung durch die bürgerlichen Tageszeitungen, die im Haushalt eines ktasseubewussien Arbeiters nicht mehr an- getroffen werden dürfen. Sie sprachen den Behörden, die daS i.■ ge ri• a-rv'ai■»'>•■'. er ßit'.m;; iu afien mit Füßen treten und sich mit dem Verbot der Versammlungen zu tdnechten der Kapitalisten machten, ihre tiefst« Verachtung aus." Ein Vertreter der der A f a angeschlossenen sreigewerkschift- kiche» A n g« st« lk t e n- O r ga n i sa t i o n legte sotgond« Re. soiution v»a: -Die der Afa angeschlossenen Verbände der freigeiverkschaft- kichcn Angestellten-Organi'ationen, Zentralverband der Ange- stellten, Deutscher Werkmeister-Verband, Bund der technischen An- gestellten und Beamten erklären den in schwerem Kampfe mit den *['" i•'« ni du- civii-« eben n Haiio:.,, rn.rrn ihre vollste Sympathie. Dt« Berbän-de stehen in engster Füh- rung mit der Streikleitung der Handarbeiter. Da der Kamps der An' T m.'iei.i" f mit d'w stnterelsen cor«ngesti-llten aus» en-Et« verknüpft ist. sind die Verlmnds'leitttngen und Ver- ttauenst-ute der Angestellten davon überzeugt, dass es die unbe- dingte Vfückst aller Kopfarbeiter sit, die.Haudarboiiter mit allen ihnen zu Gebot« stehenden Mitwin zu unierslützen und jegliche ihnen fttne angebotene Streikarbeit strikte zu verweigern. Die Anaesiellteii wünschen bei, Kolle-gen Handarbeitern einen vollen Erwlg in ihrem schweren Kampfe und erwarten von ihnen, daß ':.ier iiuchlüjjcn, a.i bis derselbe mit einem vollen Smge beendet ist. Bei Schluß der Versammlung erschienen zwei Auws mit ms an die Zähne bewaffneten Nosketrnpven und sotderten die Verscmnnetten auf, den Saal zu räumen. Falls dem Befehl nicht 'wert Folge geleistet würde, würde man von der Wasfe Gebrauch machen. IS: wurde noch der Befehl gegeben, di« Ver'ammInngS- leifung und den Referenten zu verhaften. Der Kollege Zer- u i? o w warde von den Rosketruppen mitgenommen, ?lm Volksbaus Charlottenburg, Rosinenstraße, war de: Saal schon vor Beginn der Versammlung von den Noske. I: Uppen desetzi. Die Menge zog nmb»em Vergnügung»- Park Jungs er i! beide, und dort hielt der Referent auch j lein Neserat. Die Resolution wllrde e i n st i m m i g a n g e n o m- m e», NoSkeirupiten statteten den Anwesenden auch in der Fnngfernheid« einen Beinch ab. Das Referat wurde nxibrend- dessen unterbrochen, und dann ohne Störung zu Ende geführt. Die Teilnehmer der Versammlung im Rosen thaler Hot waren sä on zwei Stunden vor B ginn derselben dort. Die Noskegardstien beschränkten sich darauf, die Saaleingänge zu be- ützen und niemanden mehr bercin zu lassen. Um%12 Uhr ött- langten sie kategorisch die Räumung des Saales; jedoch setzte es dir Vermmmlungsleiinng durch, dass die Genossen Rauprich und Blumentbal bis sfi2 Uhr sprechen konnten. Die Versammlung wurde ordnungsgemäss mit einrm beaeisterien Hoch auf die Jnter- nal oua!« Tvzinidrmo'ratie um 12 Uhr ge schlössen. Die ir die Aula im S o p h, e n g y m n a s i u m. Wein- meisterstrafe angesetzte Versammlung kam nick't zustande, da die NoSkrgardisten die Schule seit dem frühesten Morgen besetzt hielten._ Die Versammlung in den S ü d o st- S ä! e n. Waldemar. straste. war von ca. l'-oo Personen besucht und wurde nach eine,: kurzen Eina ni,g Genosse» Ltto S ck u m a n n aufgelöst. Der Genosse? ch u m a» n w'ri e v e r b a' t e t. Tie Besucher der Bersaniinlung im Gewerkschaft*. haus zogen nad dem Mariannenpark. da das Getverkichaftshau» »»ch brzejis du ich N.-öl'-rupben besetzt wur. Dort wurde ein kurzer Nebel blick über unsere Bewegung gegeben und die N«,v- Uuion einstimmig angenommen. . In den Borussia-Sälen. Ackerstraß«,«wschtenen um *11 Uhr gegen 100 Soldaten in zwei Autos und räumten den »an ca. 400 Personen besetzten Saal, versuche, auf dem Koppen- platz eine N�ben ver sammlung einzuberufen, f&crcrlcn. Di« Hohen st aufcn-Täle traten schon vor Ali Uhr **» Noske�upven, ausgerüstet mit Maschinengewehren und Flamme-iwet ecn besetzt. Die Menge strömte der Hasenheide zu. Fn der Nähe des' jH'rmaanpIatzeS wurde ern« kurze Ansprach� ge- halten und die Resolution angenommen. Tue von 800 Person-n besuchte Verfammking. Kolberger Straße 23, wurde um%l2 Ubr aufgelöst. Der Seiter der Ver- sammlung' Kar, Müller, der Schriftführer Georg Jahn lud der Resevent Franz Iabnkc wurden verhaftet und mit den» Auto»nch dem' Polizei»"vier 62 gebracht. itliemS Saal in der Ho' en Heide>oar von Truppen der«icher. bchiswebr besetzt In der Räbe t«-« HerntaititvlatzeS wurde eine Ansprache gelegen, d>< mst Begetstcrung ausgenowinen wuche. viil einem Appell an alle Proletarier, die streikenden Arbe-ls- eiiustimmig folgende j gestellten besuchte Versammlungen statt. Die Versammelten pro- testierten eneraisch gegen die gemeine Verhetzung durck bie bürgor- liehe Press« und wiesen den Versuch, Spallung in die Arbeiter- schaft zu nagen, energisch zurück. Einstimmig sprachen alle ver- sammlungSteilnehmer den Streikenben Solidarttät au». In Oberschöneweide waren 1 5 000 Arbeiter und Arbeiterinnen dem Ruf de» Metallkartells gefolgt. Das Lokal Ky ffbäuse r faßte mit Garten und Saal die. An- strömenden nicht. Vier Referenten gaben Bericht über den Lohn- kämpf der Metallarbeiter. Einstimmig wurden die Resolutionen sür die streikenden und ausgesperrten Metallarbeiter angenommen. Da Störungen durch die Polizeitruppen nicht stattsanden, nahmen die Versammlungen einen durchaus ruhigen Verlauf. In W e i h e n s e e sassten die Borussiasäl« kaum den vierten Teil der Erschienenen. Auf dem Schlossplatz musste ein« Parallel. Versammlung stattfinden. Sicherheitstruppen erschienen in den Borussiasälen und verhafteten den Referenten und Versammlungsleiter. In stürmischer Erregung protestierten dir Ver- sammelten gegen diesen ungesetzlichen Akt. zogen zum Schloßvlatz, wo der Referent mit scharfen Worten das Vorgehen der Behörden geißelt«. Unter Protest und unter Annahme der Resolutionen wurde die Versammlung geschlossen. Jetzt erschienen mit Flammen- wersern und Handgranaten'bewaffnete Truppen; Arbeit für die- selben gab eS nich: mehr. In dem sonst so stillen Köpenick bewegten sich Scharen von Arbeitern dem Versammlungslokal zu. Unter größter Aufmerl- samkelt der Erschienenen schilderte der Referent die Verhältnisse in der Metallindustrie. Einstimmig wurden die Resolutionen an- genommen. Auch diese Versammlung verlief in völliger Ruhe, da Polizeiausgebot nicht erschienen war. Die Versammlung in Treptow wurde durch Truppen« aufgebot verhindert. Der leitende Offizier forderte den Reierrnten auf, aus die draußen harrende, nach Tausenden zählende Menge einzuwirken und zur Ruhe zu mahnen. Der Reserent leitete die Versammelten durch den mit Militär stark besetzten Treptower Park zur kleinen Spielwiese im Plänterwald. Mit kurzen kernigen Worten wurde die Entwicklung des Lebnkampf«» der Metall- arbeiter geschildert. Einstimmig stellten sich die Versammelten hinter.ihre streikenden Brüder. Wie die Versammlung stürmisch rief;.Trotz Noske!" Ein hewegtc» Bild boten die Straßen Moabits. Tausende von Arbeitern und Arbeiterinnen zogen nach der von den Truppen schon besetzten Pa tze nhos« r-V ran« rei. Niemand fand Einlast; altes strömte dein kleinen Tiengarton zu, wo von einem Sandkasten bcrab der Redner in kurzen Worten ein Bild der Bewegung gab. Unter lebhafter Zustimmung und protestierenden Rufen gegen die jetzigen Tlustänbc wurde die Ausplünderung der Massen gegeisteit. Die Resolution fand«instinumtge Annahm«. Mehr wie 6000 Personen gingen dann in aller Ruhe mi»; einanber. In B ü.t t n c r» F« st s ä I« n fanden die zur Versarmn- lnng Eilenden keim: Ausnahme. Parallel-Per sammlungen machten sich notwendig. Scharf wurde die Verschleppungstaktik, die zum ErinüdungStainpf der Medal&artbeiter führen sollt«, gegeißelt. üernig wandten sich die Redner gegen die Stellung dcS Reichs- arbeitsininistsrs Schlicke, Ungebence Entrüstung erregte das Versammluiigsverbot de» Polizeipräsidenten und das Heran- ziehen der Sicherheilstruppen, die den R?feren5en zwangen, abzubrechen. Die Resolutionen wurden trotzdem Verl essen, ein. stimmig angoiiommeu und mit einem Hoch aus die Solidarität wurde» die Versammlungen geschlossen. Mit Flammenwerfern erschien die Sichercheitswebr in der Brauerei Kön'gstadt, Dem sväter erUreffeudeii Referenten wurde erst nach Verhandlungen mit dem F übe et der Truppe der Zutritt zum Saal gestailei. Mit der Aufforderung, die Ver- sammlteu mögen ihren ArHritsbrüdern m.iHeihjn, wie widerrechtlich man gegen sie vorgeht, �orderte der Referent auf, sich der Wassel iH'wall zu fügen Alle n�ch 11 Ubr anströmenden Ver- sam ni lu n g?be s» che: wurden von den Truppen' auseinandergejagt. In Martendorf wurden aus der geplanten Versamm- litng deren drei. Das Eingreisen des ArbciterratS tbcariendorf machte die Abbaltung dur Versammlung möglich. Während der i Führer der erschien« i rn SicherbeitStruppen auf»dem Gemeinde- amt verhandelt«, schilverle der Referent den Stand der Be- wequng. Erst nach der einstimmigen Annahme der Nessolntioneil erschienen die@i tf' 1 6" i t°tnt vve n mit Maschinengewehren. In den Pracht ssälen des Ostens stauben di« Andrän- genden Versammlungsb-esucher keine Aufnahm« mehr. Es iand eine zweit« Versammlung in der gegenüberliegenden Brauerei Gerinania statt. In beiden Versammlungen wurden d e Rese- reuten während drS Vortrages verhaltet. Stürmische Entrüstung begleitete den ungesetzlichen Akt. Die AndreaS-Festkäle tean webt. Andreasplatz ur-b-straße waren schwarz von Men- scheu.' Auch hier verhinderten die Waffen die Besprechung rein j w i rt:chrt itlsssier A nge I eg e nbeiten. Fn der Sch'oßbranerei Schöneberg wnrde die Verammlung II? verhindert. Die anströmenden Massen, gingen, co. 10(K'O Men''che n z-äblend, in de» Sarbsendamm. Drei! Re-'e.- nten hielten kurze An-prachen. Protest erbebend gegeii die I Dehiiib.'rtun-g der Versammkutgsifreiheit. Utuer schärfstem Protest ' und größte: Enlrüsituug gegen di� willkürliche Auslegung des Der Wachtmeister der Sicherheitspolizei Wilhelm Kvrnei als Lockspitzel entlarvt.' In der Metallarbeiter-Versammlung in den P ha rn 5- ' ä l e n machte sich in der ruhigen Zuhörermenge«in Zivilist durch fortwährende aufhetzend« Rufe gegen die Polizei bemerkbar. Bot näherem Beobachten entdeckte rnflii eine B r o w n i n g p i st o l e in seiner Tasche. Ferner trug er folgenden A u s w e i s bei sich: Gruppe I Berlin, den 22. September 1816. Sicherheilspolizei des 2003. Gruppe I Berliner Polizeipräsidiums. lStempel) Vorläufiger Ausweis. Der Wachtmeister Wilhelm Körn«: ist seit dem 22. 9. 19 bei der Sicherheitspolizei de» Berliner Polizeipräsidiums«ingestellt und berechtigt, Waffen zu tragen. Sämtliche Posten habe» iha passieren zu lassen. Gültig bis 22. Oktober 1919. A. 18.: Busch, Leutnant und Paß-Offizier. Sicherheitspolizei de» Berliner Polizeipräsidiums Gruppe I fSternpelP Nlfo: nicht gen»a damit, daß die Dersammlimge« verboten werden, dass Truppen aufgeboten werden, man schickt auch noch Lockspitzel in die Versammlungen. Blutiger Zusammenstoß in der Müllersttatze. Das MA.tämufgeboi hat nun doch noch Opfer si«- fordert- Nachdem die Versammlung in den PharuS» Sälen aufgelöst war, strömten die VersamnrlungSbesucher tzr die Müllerstraße, Sie wurden von den Soldaten auseinander» getriebein. Da die fieui« nicht schnell genug ausciiianvergingem» feuert« ein Soldat ohn« Befehl auf eigene Fautsi und traf einen Arbeiter in den Fuß. Darauf garieten die Leute in groß« Erregung und rotteten sieg wieder zusammen. Mittler- weile waren die drei Genossen Kraus«, Prochnow und Nörpel von den Sicherheitssoldaten vorhaftet worden. Di« Arbeiter, durch den vorherigem Schuß schon aufgebracht, gab«» in lauten Zurufen ihrer Empörung Ausdruck, Sie fo'gten dem Zug mit den Verhafteten und sperrten am den Genier Straße» Ecke Luxemburger Straße, den Straßendamm. AI» die Ver» hafteten in das Polizeirevier gebracht wurden, erneute die Menge ihre Zurufe. Darauf wurde von den Soldaten scharf geschossen. Der Arbeiter Hermann Mark au» der Schirlstrass« 44 wurde getötet, zehn andere L«»t« zum T«il schwer verletzt. Die Darstellungen der bürgerliche» Blätter sind, wie man da» ja gewöhnt ist, tendenziös gefärbt. Ein« direkte Be» drohung der Soldaten hat nicht stattgefunde», ein Anlaß zum Scharfschießen Hai also nicht be» standen. Also erst treibt man die Arbeiterschaft durch Unter» drückungsmaßuabmen in Erregung, dann gibt man ihr blau» Bohnen. Diese Taktik wird sich rächen, Di« Verhastungen der FuMonäre. Wie ityiS unseren Berichten über die Versammlungen her« vorgeht» ist eine große Zohl von Funktionären in«ich nach den Bersainmlnngr» vcrliastei worden. Es bedairf tetzier besondere» Vegriindniig, dalj diese Berhfftnugen vollkommen nngesetz» lich sind. Ter Vorstand drs Ale.tallarbeiterverbaipcs hat de»« halb beim MinifterprSsidrnten Bauer und beim Polizeiprüst- deuten Ernst telrgraphisch Protest gegen diese» Borgehen erhoben. Auch die Berlin« GowerkschastSkommission hat sich zu einem enlschirdenen Protest veriutlaht gesehen. Die Bertlr'e« Gewerlf.hnftrn werden sich aber auch weiterhin mit diesem Angriff amfFie BrrsnnimlungSfreihciit und die persönlich» Freiheit ihrer Funkkkonäre zu beschäftigen haben. Wie wir ferner erfahren, hat der mit der Erledigung W Anklagesache betraute Staatsanwalt erklärt, da» Anklage» Material sei de» Kriegsgerichten zugestellt, x Sollte dies» Angabe richtig fein, so wäre da? ein unerhörter Streich. Nach dem kost(«it die Erschienenen bei wei» Verlans der Bersammlnngen kann, wenn man überhaupt ein Ber- gehen annehmen will, nur die Nichtanmeldimg der Brisammlunsi als strafbare Handlung i» Betracht kommen. Die Verweisung a» ein Kriegsgericht aber würde bedeute», daß eine Strafverfolgung i-Kgrn Aufruhr, Landfrirdenöbruch oder eines ähnliche', DelKlf» erfolgen f"!le. Ist das beabsichtigt? Der Genosse Paul Brühl, Mitglied der Nationalversamm- lnng, der iroy seiner Jmmuiiität als Abgeordneter, verhaltet wor» den ist, ist gestern abend um 0 Übt aus ins* A-u*— �*». I t kcu Bor von l'r.: SU: tnU: diiv .• Rcichoüeiich!'.�-.»» enmogimen word?»: ans -ojs S i ivi;lei(ii)3 onfenitu, Preis ,9 SIL; ciij; mgwmMo'm«. Spl>">sn. In d<> Dschs vom 2V. Seplemtcr bis 5. Obiober bürsc» vi«: Karren ein: jiuct Karten ein« U.Vfe zum P.eife von 4,50 M. oder eine 1-Pfd»»D»ie Wurst- zum Preis« roa 4,30 R. Au Pferdefleisch gelcrageu zur Aue« rU Ield S und 10 der Bolikarte 4.0 Gr. mit Knochen zum P.else ü i j 2!., 100 Er. Pfendebrühivurst, Pserdedlut-»der-leberiourst. ei» siir 1 Pfd. B.uhwurst beltofil 2,8ö NU, Lederwelrjl 2,15 M., . i st.2,1-3«PI Pai.uriu. Von Freitag ob auf-Abschnitt 63 der Pankower Lebens» - 1?.< Er. Tilsit«: Käs«. In Weser Woche 260®t. cruslän» ... U esrierjchtveinesleisch. Wdlershes. Heule abend 7% Uhr irr, Tobet von WZTsiern Per» l forsnunng- Tag.-eordnung: Eltern, sckzafft die weltliche Echule. Nefe» ent: Tr. Löivunflein. Es sprechen noch andere Mitglieder der Aer» Einigung sozialistischer Tehrer und Tehoe, innen Dcog-Berlins. Marlindors. Tonnadend pimlitUch 7 Uhr abends erweiterte Vor- '.chitlung. Ms Bf« üt|öi?if8fio«en. V rttl». Wildungzausschuz. Der letzte Vortragsabend für #01:u;e findet am Sonnabend, den 4. Oktober, in der Schulaula, «an:. Strohe 81, stait. Anfang pünktlich 7 Uhr abends. Sechster Kreis. 17. Distrikt. Ergebnis der Urwahl de» vor- Pen% Vo> sitzende: Reit, hold Foat, Paul®:am»; EchriMhrer! Paul San Ire, ülsinhold Busch; Kassierer: Vlaschzik, Paul Kroll, grauen- tu in; Gertrud Utpolch.— 13. Distrikt. Vorsitzende: Otto Gichis, Ouftao Cttchmann; Cchris-sührer: Erich Mo» esse. Otto Sicher: Kaisteier: Ernst Hiibner, Duslov Steiik: Revisor««: Albert Lorenz, Maz Krause, Paul Rechllng, Siobb«; Arou-noeelreierin: F an Liidtk«. Schbiir-berg. Freitag abend 7% Uhr bei Berg. Jeruigstrotze lg, Frou rnll-'eobeiid. Neokiilln. Morgen, Freitag, abend« 7 Uhr. Sitzung des«ritxUer- ten o, stände» in der Jdealpossege, Weichfeist. atz«. S tdui'.gsone'chutz JleuMUn. Am tötittwoch, den tS. und tonners- tag den 23. OK, ober, Vorstellungen im»osecheater:»Das Gesetz.' Ein. ii-.ek arten» 2 M. sind im Bureau, Zteckarslr. 8, zu hosen. MeiuMeyder. EoziaUstitche-r Aerzte-Veriin. Sitzung am 6. Oktober, abends 7% Uhr, im'Deutschen Zohnärztehaus,«Mowftr. 10t.«ichterzimmer. lieber die Schuir: rztestrage NU» die Organisation der össenlllchen Vefundheitopflsge. Terrtsche?..lmze«erksch»ft. Bersaminlung der Fabtrantions-, Atelier, und Phorog.aph«ir0>upp« Montag abend 7 Uhr im �Aosen- chalct Hof', Ros«n.hol,r Strotze 11/12. Teurrmgszulage»lid Zu- jammenschlutz sämtlicher Handarbeiter. Obleute der vng-stellien-Ru»?chiisse. Fachg-uppen 12, 15, 1! und 15. Milteiiung-blalt beim Drucker, RunHesk. 15, abholen. Beomts tele. phonisch anmelden! Vollzugs-Uusschutz. Freie sozialistische Fugend. Ortsgruppe Barlin-W-itzenfee. Am Sonnabend, den 4. Oktober, findet im Bereinshauf«, Potz. EharWen- burger Stresse 160, ein Bunter Abend statt. Einlach 1 R. Beginn 8 Uhr.. Im Anschlutz Tans. Echlutz??! Billetts sind an der Kasse zu hoben. Iniernaüoual-r Bund der Kcl.zsbeschäbigten und Hinterblisbenrn, Bezirk Norden 8, am Freitag, den S. Oklober, abend, 7 Uhr Mit- glisderversommlung in der Schukml«, Wiesinslr. 66. Inlernallvnaler Bund der Kriegsbeschädl»««» und HinteröNebenrn, Bezirk Norden 5. am Freitag abend 7 Uhr Zahlabeird im beirannden Lokal.— Ortsgruppe Karlshorst-Friedrich-selde. Frei- tag 8 Uhr MrtHliederversaininluug Im Restaurant Wut Iii«. TaesÄms- ollee 75. Schivrmmvereln„Vorwärts',»eriin Mtff. Eoimabend, abends rSwsss»«% II. Finkenkrug. Brieselang. Abf. SL« Uhr Lehrer«hs-l Hl. Strausberg. Blumentcrl, Abf. 6,10 Uhr Schief. Bhf..„ Aliersturne« Gretz-Beclil»». Sonnabend obend 7X Uhr Fu-sauunt-N- turnen in der städtischen Turnhalt«, Siemensstr. 20. Nach dem Turnen "�Lichlenrnd!?' Die Turnsbsnde der n-us-gründeten„Freien Turner- schaff sinden jeden Maerrng und Donnerstag in der Pente statt. Geschäftliche Mittellunge«. Zirkus Busch. Das gegenevärtig« Programm, mit s?:f raschendeu schönen Panlomim»„Aphrodite' itbi e.nen dc �en Reiz aus die Erotz-Berllner Bevölkerung»us, drch der Rechst..g: nach bestimmten Plötzen kaum jemals restlos«nrsptsch-n we-den kann. Die Direktion hat sich dormn entschlietzen mrissen. den Bo.ve.kattf drei Tage voraus zu legen, um dem settherigen, sich(tu' den Spieltag zusammend.ängenden An staun noch Ginlotz'orttn ein breiteres Bett zu bereiten. Dienstag und Freitag jeder Woche fallen die zu- lensischen Rür.ltc eue. An diesen beiden Wochentagen flnden'«ms- schlietzlich Boxkämpfe statt.____________ Verantwortlich für die Redaktion«Ifr-d Wielepp, JUultölln. Veklogsgenofjenfchaft.Frelhett'.». m. b H. Berlin.- Dira.it sei Lindendruckerei und BerisgegefeUschalt m. b. H, Schtlfbcue da tau: 18 Tüeüiei unü MUWiije». iietvait sassü i Uhr: Die Bif'ser v«n Cnlah Opernhaus I Ulli: Srlont«. £* iäK&pieiluas ' Uir: Corlolon. ößulscl«; TäEfiisr Direktion: Reinhardt ' ukr: Othelio. Rflaimerjplßls 'vDIir. DW Bflchtfc tk»r Paritfora. Theater I d BDnIggrMzer$tM88 18 L.ir: Ksmer den. ior.aab«i:d: Kotneraden vsii'itaS 3,15 Uhr: Musik. Uhr: Kabalo u. Liobo an iI.t MarschRlU rücke. Itzuhr. Liselott% lann M. 3 Uhr: Pflnl Prauklnrtrr BerHner Tiieaier ' uhn BtiinTÜttedssteo ionnt�Uhr: IMc toIkKoiMttS. i If sslag-Theater tzlrektion: Viklot Rarnceulcy. stui r; Chri«te dieTanto jonnabend/Uhr: �Ceatiyirt tou;uaB7v: Christa, d:» Taat« Zkstüch Kön?t:8i-Th03:8i \ All» hon 41 ich 7k Uhr: D»« Schloß an:oo. [(•slilcaz-TlisflKr. falerzrundb. KlotrcrsttaS«. Tfizlich 8 Uhr- Btis öSliere itöra. Hic>m. 4 Uhr kieioe- Preise. IlUhVoch: RntfaSpochea. |pnniti>ond: Hirt»»! n. O re(eL Csslno-fiieater latUTiarer»T.»UTiirl.V Uhr: Großst«d{-Pl!anzen Volkssiück In 3 Akten. Vorher:.ScUwarr» aldhfiWo", Operet-enakt mit VikiorLItiek -ron der Komischen Oper. Der**i»ikl&s.l«« Zpa- aUtWaa. SonnUt M Uhr: Alddchenahre. Waihalls-'l heator Welabereswe«. TV Uhr: Das Oesetz. WiRtSTgarteü wmaw Raachen cestattet. Cirmjffasd BsksnritaiQcliQng. Da der Andrang ra der naucn ZnKZltzllÄ» PtiltCiülM „aphrodJt«" »O«enraltif ist, deS die Plitre»llnhendlleh schnell vet«rlH. s.nd, empfiehlt es Bich.FtiatASsnrtenVOrlier zu beschaifeu. Vorverkauf Immer 3 Togo Im vor ans. Es wird besonders daran! sufmerk- sam remach t. dat bis auf weiteres jeden lliens» tar und Preltaa nur Boxk&mpfe stattflpden. Fiim-Elsig ! Trianon-T&Wer. »In» WUsfc. Zu. WU. OtL Tfirlich 71, Uhr: T�askerade von Lud wlt Eulda. jani'i'endSUhr kleine Uretac; Aschenbrödel. annta« 4 Uhr kleine hrslM: Johann mfeuer.____ ttoae-l henter Uhr: Das Oesetz. der großen ffl fassen| Ui dar Uchlsptelpnlnst iL Ichweizer Garten F Am Frledriehihala 19 32{ Tlilitii IS Ohr. isestatt ü: Ohr j Das Schlaecrpraxrnmm 1 j| U VI, Wir hs fraw fcud| j Ka ba rett. Eintritt frei. WEL t'b'ü EHE Der Schaubühne XV. Jahr Wocheaactrift für Folitjk, Kunst, WirUchafl i Heraua�eher:»äe�rfrlcd JAcobsoKn Nhimmer 41 2. Oktober 1919 Eofzu-Ich S!r8keli Xjcaez Wrobeli H. ▼- GedriauDÜi S. Ja« r-M« F PoS�ers fiCrteuDr Ilausers ,io' Cdkrtu Heeks Ruüoi# RBfilers Peter Pa&ters Go rg Rotbgrl'-Sori Nsaer Kk? Jx�rUssi»#» Fricdricli Naas Fiechazt«md Reinh�ral j Zwei Selbnlvetke Astlwrrfeai| Die Evmr celion Boteaik! loh«clmUt es% m OporssoLieonkegrittn i IHkinltttf-Des�erAdon| lewerrv�rk; AwerZkaiaueoker Kredit. VierteUähHIch IL— Marie, hatb/ä'irUdi 2L— Merk,, jährlich 40,— Mark, Nutmntr L— Mark. Proben ummai j gratis vom Verlag: Charfcllesdrarn, Dernbtsrc* strafle 25 Ixheim 1943). Ii : ! 1 JUGEND BUCHHANDLUNG UND HEIM Berlin C 2 Brüderstraß« 43(am Schloßplatz) MMMMMMitih im am itoeietiehhahaooetMintiKMHeesMotneii Reichhaltiges Laeer von Schriften für die Jugend, Eltern u Erzieher AnüalkohoK Kunst- nnd Schönllteratnr Heimspiele/ könstler. WanJ schmuck LfstF�. 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IMrkbOcHOUkit« slnb crftthtrlich ttn> Der VolltngSrat Krcstzf-?!!?«, Marrtf»i|}cUe, Oatac;>Pa>cca9rrt*r PI»«, S. n Bf. Charlbc 8feg53 Achmühl Kein Ende». G««H»c<« A gftj Lsicksi'u�z 18MJriek8t.IilB«i,wiz8!«e BsmachWo. Unbegrenzt haltbar und farbecht, 7nhn:l«h*s mit Ein j)ritionit la«t roll kommen nchmerilos. Zalmar»l Wog, SÄÄ'Ä'Ä _ yum gnuiBn, neuer icrrnt der Ufa. WM.kkeliieii-MiWW SpQdztiiORs-*&ft€i£i'unciQna il> Kreis Südem und Südwesten. Pffinkow. «LSBM ftTmi|iHij,ii,ii nm straBe 21 verlegt. Chariotienbus'g. 3. Oktober" von iL A t,;ultaT,uL 6 Mcb 37 -MMW- Seriln-Moebit. LMM 9«r Verlag. Möbel ronre!< ich tcsaiijMcdr vek j« di• t* n f rcisT* Cil NlCOtAtliSs jpfisdc! : Mm tctl didL jm tu'ub& Bötpc Km 29. d. Mts. vor i tciTsod» eh langem fchvrerc» Letiea meiu [ lober Mann, Buaer her- 7.eB4K»t€rValer,S b* ii« 2«r- und Großvater -fi „k a tet«, IriffiteiM, h- n tat». 1 bichwaM.««taeten,. Staus ttiiar. 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Waachtoitetteau, i �KstÄKSSf1 >» f.oSct Auiwahl mm Wllif-teo PreDM. Aal Waesch Jettirefwrielchieni*#- VmroWgu, ured ßeti" Krsflfabrtchui*« «brn e-ck«, w-o wto Cberl.lleeeirm'L BERLW. Pereref N*r noch. leime T»** jjj der Buche. E.che. � , tiefer,«eeiieeht Oer*, i trecke«. I IIA Meter Ktehra. oleoferü*. M. fcTafer, UhQHlMStr. 87 Elektromotors- Bütnflsse -SMSZZ WMD iotenfrauei7 Werde«• 1■ t C s(•! 1 1 in ief Sp«diMoa WuEzky •iohaniiisslrasse vor Teutsche vsKoLa versmnmiunz. 89. Sitzung von DonnerStag, ten 2. Oltober. Die Ausspruche über den Tiefstand der deutschen Valuta wird fortgesetzt. Abg. Heim(Bahr B.)' Auch die siegreichen Länder haben ohne Ausnahme e'nen Rückgang der Äkuuta zu verzeichneen. E- ift unerhört, daß wir seil der Revooition monatlich viermal soviel Roten drucken wie während des Krieges.(Hört, hört! rechts.) Hirse r Schicksal liegt vor allem bei den Bergarbeitern. An die hohen Löhne haben sich die Arbeiter gewöhnt, ein Abbau wird nur schwer wöglich sein- Auch wenn die Wissel! sche Planwirtschaft falsch war, war sie doch besser als die jetzige Planlosigkeit, die weiter so nicht gehen kann. Zement, an dem wir Ileberfluß hatten und den wir in Mengen ausführten, müssen wir� jetzt zum zwanzigsachen Friedenspreis in der Schweiz laufen, wo wir dich olle Rohstoffe für seine Herstellung besitzen.(Hört, hört!) Vielleicht müssen wir die Auswanderung grotzzügiit organisieren. Regierung hofft aus eine gute �rnte; man hüte sich Illuswueiil «hg. Wurm, U. S. P. D. Der Herr Vorredner hat sehr recht, wenn er sagt: es gibt keine Wiedergenesung ohne Arbeit. Ich habe dasselbe bereits vor einigen Monaten, als wir noch in Weimar saßen, ausgesprochen. Aber ich habe hinzugefügt, daß auch die Freude an der Ar- beit.hei«denen, die arbeiten, vorlanden sein muß, und daß diese Arbeitsfreudi«gk«it nur dann vorhanden jein kann, wenn-die Arbeiterklasse sieht, das, sie nicht nkm für einen Fremden, für den Mehrwrrterwerbcr, für den Kapitalisten arbeitet, sondern für sich selbst. Wir werden nicht eher in geoionete wirtschaftliche und politische Verhältnisie kommen, bis die Arbeiter- ilasse.sehen wird, daß die Sozialisier ung wirklich marschiert und nicht bloß an den Straßenecken reklamehaft ihren March verkündet. Unsere Valuta ist abhängig vom Arbeibsmarkt. Was darüber kn der Denkschrift gesagt ist, trifft ja einige wesentliche Punkte, aber doch nicht alles, und ixü möchte zunächst einmal den Wunsch auS» sprechen, daß die Regierung eine Konferenz von Sachvcrstlndlgen einberuft. Ilrtd zwar nicht von Interessenten allein, sondern von sachver- ständigen Volkswirtschaftlern. Soweit ich informiert bin, sind bisher nur die Interessenten, das Ba nkgewerb«, die Großindustrie, dielleicht auch Vertreter einiger Arbeiten» kategorien gehört worden. Aber da» allein genügt nicht. ES chandett sich doch um«in tief wissenschaftliches Problem, bei dem vor allen Dingen doliswirtschastliche Fragen zu erwägen sind. Deswegen spreche ich den Wunsch aus, daß eine solche Konferenz baldigst stattfindet, und daß das Resultat in einer nicht zen- sierten, sondern ungehinderten Denkschrift dar QefferMchkeit und ganz besonders!er National bersammlrrnn untorbrsitct wird. Wir brauchen zunächst einmal Klarheit darüber, wodurch denn dieses rapide Sinken der einheimischen Währung entstanden ist. Dabei will ich gleich bemerken, daß da» nicht eine Erscheinung ist, die sich nur in Deutschland zeigt, sondern daß mich in anderen Staaten der Kurs schlechter ist atz in Friedenszeiten, wenn da» auch nicht in so verheerender Weise zum Ausdruck kommt wie bei un«. Da Angebot und Nachfrage den Preis jeder War« bestimmen und Geld eine Anweisung auf Ware ist,(Sehr richtig! b. d. U. Soz.) wird auch der Preis des Geldes durch Angebot und Nachsvage be- stimmt. Und da Deutschland fünf Jahr« lang und bis heutigen- tags nicht da» produziert«, was e« braucht, dagegen ungeheure Mengen von Werten verwüstet, verpulvert und zerstört hat, so mußt« die» auf der einen«Seite das Angebot von Waren im Inland« verringern, auf der andern«seit« Deutschland zwingen, Waren vom Ausland in größerem Maße zu kaufen und dadurch immer größer« Mengen Wertzeichen, das heißt'«Neid, auf den Markt bringen. Durch diese Uckberflutung de» Marktes mit Wertgeichen ist eben ihr Preis gesunken. Das erste, was der Herr Reichssinanzuitnister in semer Denkschrift barlegt, ist, daß wir dafür sorgen müssen, daß eine ausreichende Ernährung der Bevölkerung stattfindet, ein Standpunkt, den ich von feher vertreten habe. Noch vor den Nohstoffen zur Verarbeitung«Alf Prodnkte aller Art kommt die Nahrung; denn ohne den lebendigen Menschen nützen alle Rohstoffe nichts, kann der Betrieb nicht aufrecht er- halten werden. Ein ganz großer Teil der Wirrungen und Zuckun- gen, unter denen das deutsche Volk leidet, ist eine Hunger- Psychose,(sehr richtig! bei den Ii. S.) her-vorgeruspn durch die fortwährende Unterernährung,«die auch heute bei den großen Schütten, bei den großen Massen der Arbeiter noch keineswegs behoben ist.(Sehr wahrl bei den U. S.s. Es erbittert nicht nur den Bauern, wenn der Stiefel 300 Mark kostet, es erbittert auch den Arbeiter, wenn er solche Wahnsinnspreise für seinen notwendigsten Lebensbedarf ausgeben muß, wenn er für einen Anzug 500 Mark, für die Besohlung für ein paar tietel 30 n n 6 35 Mark bezahlen muß. Steht das in irgend- Wenn man immer wietzt; sagt: die Löhne sind so hoch, und wenn die Arbeiter den Nachweis liefern, daß sie damit nicht leben önnen, dann heißt das eben: den Sttöit provozieren! Und die Regierung fühlt sich dabei, in ihrem Herzen als Sachwalter deS Unlernchmertums.( Sehr gut! bei den U.S.) Wir eplebn Erlas c, wie sie zu den Zeiten eines Puttkamer gegenübe'' einer Stveikbewegung auch nicht ander» hätten sein tonnen. Um allem die Krone auszusetzen, wird uns eben hierher telephoniert, dah vor einer Stunde in einer' etallarbeitervcrsammlung ein Mitglied dieses Hauses— der Herr Abgeordnete Brühl, M.lglied unserer Fraktion— verhaftet v rden ist(Hört! hörtl bei den U. S.), -Nn.m m' u"Ö1";"1"«"m ou»... n�nv- I........■-..................... •! 1-oer ia.Ntzv zu den Löbnvn, ist es dem Arbeiter dann noch» obwohl er Abgeordneter ist. Verlangen Sie dann, daß die Arbeiter ruhig sind, daß man im Inland wie im Ausland Vertrauen zu der ganzen Entwicklung haben kann? Daß es sich bei diesem Kamps um einen W> r t s ch a f t s- ' a m p f. handelt, ist auch von den Metallarbeitern tzer rechts- sozialistischen Partei ausdrücklich anerkannt worden. Es ist Spitzelarbeit, wenn gesagt wird, daß der Streik auf das politische Gebiet hintibergespielt werden soll.(Sehr wahr! bei den U. 0.) Ich finde es geradezu unerträglich, daß ein Mitglied der Demo- kraiischcn Partei von dieser Stelle aus gestern dem Oberbiirger- meistcr Wcrmuth Vorwürfe machte, weil der Oberbürgermvisler Mermuth aus freien Stücken eine Vermittlung zwischen den Unter- nehmern und Arbeitern versuchte.(Hört, hört! bei den U. S.) Das hilft unserer Valuta und unserem WirtschaftSvermögen mehr als alle' Noske-Erlafs« und alle Schießereien, wenn jemand der- mittclt und eine Verständigung zu erzielen versncht, als wcknn man mit brutaler Faust alles niederzudrücken sich benrüht. Was der Herr Oberbürgermeister Wcrmuth in dieser Sache getan hat, verdient den Tank dlir Arbeiter. Aber das sind ja Gründe, die bei den starken Männern heute nicht? ausmathene Man fühlt sich ja sehr glücklich, daß von der rechiesten Seite diese? Hauses der Herr Roske bereits seine Anerkennung auch als künftiaster aller künstigen Kriegsminister und Wehrminister in der Tasche hat. (Widerspruch rechts.) Wir gönnen Ihnen diesen Helden! Die Arbeiter werden aber dadurch nicht zu jener Beruhigung kommen, di« notwendig ist, wenn wir ein bessereS- WirtschafiSleben haben wollen.(Glocke des Prästdenten,)- iißir kommen überhört nichtntschrist gesagt ist. langfristige Kredit» vom Ausland «rhalten. DaS Sand, EgS allein dies« lar-�bstigg« Kredite, zu gv wiihren w der Lage ist— d««nZtge Mvzar in diesem ganzen Weltkriege, ist Amerika. Dk ttz.sohr ig nickt van her Hand zu«eisen, daß der«NWckKmißÄ ftapttaLSmuS stch die Äuifopde- rung Wilsons zu feinem Sß.kechrilz zunutze macht mib daß auch die KapitaWim der anderen Länder«nblsth wftZ. eigentlich jenes Nanijast«devwtz das ich seiiwvzeit fcho# in die Wort, z»iam«enh»M: Kapcwstu»» der aLtte«!«« L sti-der, vee» emigt Eucht DgS«Ä ja der chrundgedan-e di�'eS Vöjladbnyd- gedanZcnö: fchtjeß: Euch?>-s>rmm»n. sen« die(&;«-' t ist geSßl Das ertcmnm ja H£#2Sekäi{ Irnich« der Finanz uns der Fnö» strie in allen Landern. Die Gcstlchr ist aroh» daß sich dt« Aebelter- bewegunz in allen Säubern dem hentigan«yftem er.«"zous.cllt, und die Gefahr ist destvegen grotz. daß wir bei den Krediten, die wir vom Ausland euhalten, Bodiugvngo» diktiert bekommen, die uuistiriv siel) eine ausreichende Ernährung zu beschaffen? Ich '-ekle fest, aß sogar hier in Berlin, wo angeblich die höchsten Löhne gezahlt werden, große Massen von Arbeitern nicht in der Lag« sind, die ihnen auf ihre Fleischtarte zugewiesene Fleisch- menge zu kaufen, weil das FlKsch im Verhältnis zu ihrem Ein- kommen zu teuer ist.(Sehr wahr! bei den U. S.) Also die aus- reichende Ernährung hat damit anzufangen, ldaß man dem Volle möglichst billige Nahrungsmittel znr Verfügung stellt und vor allen Dingen alle Finger davon läßt, sie ihm noch zn verteuern. Ich will nicht weiter auf den groben Unfug eingehen, don das Reichsornährungsministerium mit' der Freigabe des Hafers hervorgerufen hat. Wir haben auch im völkSwirlsschastlichen Aus- fchuß von allen Seiten gehört, welcher Betrug dadurch verübt wird, daß der Hafer freigegeben worden ist, und, nun gemischt mit-Roggen, nicht nur im Inland« herumwandert, sondern über die Grenze geht, daß nun ein nicht unbeträchtlicher Teil in die Weh tröge wandert, so daß ein iganzer Teil unserer Broternährung dadurch aufs ernsteste gesähvbet ist.(Sehr richtig I bei den U. Soz.) Hier heißt es, mit starker Hand einen Strich unter diese ver- fehlte'Maßnahme der Freigoche deö Hafers ziehen. Außer der ausreichenden Ernährung brauchen wir, wie die Denkschrift mit Rech« hervorhebt, ausreichende Rohstoffe, und damit wir dies« Rohstoffe bekommen, müssen wir wieder kreditfähig.sein, müssen wir vom Auslände kaufen können. Ich gebe auch darin dem Herrn R«chsfinanz>mtnister und den Vorrednern recht, die sich hier dazu geäußert haben: wir müssen bei dieser Einfuhr und der nicht notwendigen streng unterscheide», wir müssen die überflüfsige Einsuhr ebenso verändern, wi« wir die notwendige Einfuhr zu fordern haben. Aber selbst wenn Reiz- und Eeschmacksmittrl wie Kaffee und ApfÄsinen verboten würden, würden unterer Einfuhr nicht größere Mittel zur Vor- fügi'ng stehen, um die notwendigen Lebensmittel und Rohstoffe hoAbcizuholen. Dazu bcbarf e» ver olle« Dingen einer Politik, nach au fen wie nach innen, bit da? Vertrauen des Auslandes erweckt, daß wie auch wirklich wieder wirtschaftlich in die Höhe kommen werden. Und da komme ich»«der zu der seilten BorauSsstzung, mit der ich bogairn: wir werden nicht eher eine Gesundung unseres W icksthaft»- leb snS bekamaneu, bis die Produktion nicht mehr Sache stnzekner Kapitakisten ist, die den Arbeitsmarkt beherrschen und befÜmmen, sondern die arbetsenden Massen falber die Produktion regeln, bestimmen und für sich den vollen Ertrag verwerten können.(Sehr richtigl bei den U. Soz.) Bei den Stenergesetze« habe ich schon darauf hingewiesen, welches vergebliche Bemühen es ist, wenn diese» zusammen» brechend« Finanzoswirr dadurch gerettet werden soll, daß der Staat daneben ttehi und sich von den.Kapitalisten einen T-eli dessen wiedergeben küßt, was er an Mehrwerts den Arbestern abgem»mmen hat.(Sehr richtigl bei den U. Soz.) Wie wir auf dem Webist« unseres FinairMetens nicht eher gesunden können, als 6:8 wir den Mehrwert völlig in den Besitz dar<&e- samthett überführen, der heute nur einzelnen zugute lon»mt. so gcklmrgen wir auch auf dem Gebiete der Batuiabesssrung nicht zsi einem erfreulichen Zustande, wenn wir nicht die ge- samt? volkswirtschaftlich« Lage, da» gesamte Volks- vormöae« im wahren Snn« des Wortes heben. Jetzt stoßen wir immer wieder, sobald e» sich darum hanbeU, den WirischaftSmarkt zu heben, auf jenen aktiven und passiven Widerstand der großen A rb e i t e r m a s se n, der sich bei allen Ge legen heiton leider wnd geben muß, weil ja— und ztrar in steigendem Maße, je mehr der Tag deS 8. November sich jährt,— das Unternehmertum sich trfebet obenauf fühlt und,, �. den Arbeitern wieder seine Bedingungen diktieren will.(Sehr j �age mst Ötnmtej som kennt«, richtig I bei den U.S.) Wi« sollen wir zu einer Gesundung un-- s ps D e« t 1 ch l« n"» t»rchte. ---------------- m.»WWW W»«(»inuwn,».» für eine Entwicklung»ufere? p»tt-ischen, wirtschaftkickem soziete» Lebens, inöbesondere für die Arbeiamtalle«nepteSglich sind, wäb« rend es dem Kapitalsten, wenn«r den PachiotiSnm» auch noch(b zur Sckwu trägt, ganz M.-'chgWtig ist Irelche Fahne toest, wcntt nur die Fahne ihm den Esi-ruua des Mehrwerte» pannn'-'srb Aber auch diese Bäum« des KapitasichnuS«vebden wicht in den Himmel wachsen I' Deutschland kann meiner Uvberzeugung nach nur an Rußland genese», nur in«wgsteen Zustimme»hang« mtt der rrMchen poft Sw irj- schaistichen und pallijschsn Entnuckluna.(Sehe wahr! bei tte» U. S.) Aber augenÄicklch ist Rußland selber-nicht in der Lagsp uns das zu liefern, was wir bwnichsn. um uns« Winffchafifttetzen in Gang zu feimge»; und das wäre doch die SCovauÄfttzung dafür, daß wir auch»ine bessere Valuta beZarnmen. Von dem Hemm fcbg. Getheim ist aestean hisr gesagt worden, daß nämlich di« Sozialilsie run a m Dautichlaite«m Hinist»; niS ftir den Abschluß guter Wteiicka�tSvarteäae mch Ärceteber-1 '~........ ft man tzert da, böse Bei- Rem mich ich S) (Nachdruck verboten. Jimmie Higgms. Nomon von Upton Sinclair. Aul dem Manuskript übertragen von Hermyni« Znr Mühlen. Umnffe HigginS betrat„TomS Buffetaria-, begrüßte ben Besitzer, setzte sich vor den Schanktisch, bestellt? Kaffee und nahm sich etliche Brötchen, di« di-e� Bezeichnung„Net- tungsgüvtel" verdient hätten, so sehr waren sie mit ßiift an- gefüllt. Jimmi« HigginS begann zu essen, sah sich zu gleicher Zeit um. ob Tom das Plakat nicht fortgenommcn habe, den» Tom war Katholik, und Jimmie besucht hauptsächlich seine Wirtschaft, um ihn und die Angestellten in Diskussion über richtig! bei ven U-S.) Wi« sollen nnt zu eurer rsesunoung un«. t?» � v—..........—,, serer Wirtschaftsverhältnisse kommen, wenn jetzt bereit» in einer llapizatismnZ in fem«, weltwi-r�chssiliche» der wichtigsten Industrien unsere» Lande-,-Bestrebungen höher ein. Der Kupitalbt bo'gt k""st�enichcn. .... � �-sresser» wenn er nur weiß, dos,»e die Ptere bcmhtt detemmt. in der Metallindustrie die Unternehmer einfach jtbe Verhandlung; l�r Staatef.'.rm. vor keiner" te; i ha) Mcmimwg bat der um Verbesserung der Löhne ablehnen und s» direkt ewen Streik, Kapitap.smuS, wem. er Geld veiRtne» dann, jematt Holt geprovozieren? j macht. Ihm ttegt da»«». s«in« Ware wMKUsetzen, besondär» # Da er endlich(eine Stimme wiederfand, stammolte er; „Sie sollen doch erst um fünf Uhr zweiundvierzig eWteffen." . Dies war dem Kandidaten nichts Neues; er erklärte, er habe vorige Nacht keine Zeit zum Schlafen gefunden, und sei früher hier anaekamcken. um sich während des Tages etwas ouschchen zu können.„Ja," entgegnete Jimmie.„ich habe Sie nach Ihrem erkannt." „Ja?" meinte der andere geW&ig. Jimmie fachte in seinem verwirrten Kopf nach den richtigen Worten.„Sie werden wo# das Komitee sehen wollen?" „Nein, ich möchte erst fertig essen"—-und er trank einen Schluck Milch und Äß m ein Sandvich. Jimmie war derart orickpittert,'das; er wortlos der- y« m "m nm 10,0...___________, � 0 � � KW" �..9-.«�; sirL„ � trachtete Jimmie...... I. fanden sich vier klein«, wachsleinwandbedeckt« Tische, und an einem dieser Tische saß ein Mann. Jimmie blickte ihn an und war derart verbtufft, daß er seinen Kaffee verschütete. Unmöglich— und doch— dies Gesüht war nicht zti ver- kennen. Die Züge eine» Gottesmannes ans dem Mittelalter. mager, asketisch, durch einen Hauch moderner Güte gemildert! ein« Glatze leuchtete aus dem Haarkreuz, wie der ausgehende Mond über eine Prärie. Jimmie faßte sich, warf einen raschen Blick auf das Plakat und sah abermals den Mann an. Dieser blickte auf, begegnete Jimmtes staunen- ehrfurchterfüllten Augen. Es war leicht in ihnen zu lesen, besonders für einen Kandidaten, der, redenhaltend, das � V-- Ii.'... „HigginS." „Genosse Higgins. falls Sie Zeit haben." „Freilich," rief Jiirnme,„ich'habe Zeit. Komitee.. .Lassen Sie das Komitee, Genosse. Wissen Sie, mit wie vielen Komitees ich auf meiner Fahrt zufammenge- troffen bin?" Jimmie wußte es nicht und es fehlte im her Mut; zu fragen. „Sie haben gewiß nie darüber nachgedacht," fuhr'der andere fort,„was es bedeutet, Kcmdidot zu sein. Man. der Hand die Kaffeetasse niederstellend. «denen ich übernachte, und fsdes Komitee', mit dem ich zu- san mimt reffe, seien Jne glleichm. Dabei«darf ich nie ver- o? Jsninffe hätte . ss�'t öas Lächeln des anoerrn............. a- i Jimmie verharrte im ehrfurchtsvollem Schwaigen. !mb?.!etener Mann, mmie er den Satz! �Mfti.ig fssMft das. Hm cht, das eine Kvone trägt" nichr. Zum erftenoncL sah er Größe ans allernächster Sa'He. Der Kawdjdat sprach weiter! �Unh m alldem noch die Nachrichten aus Europa: Ich bnauck« Z ät, mich zu fa.'M." Sern Gösicht hollte sich veichDtete. I mwsiewa, s», als blicke das ganze Lew oer Welt«mS den v-i-ld««, grauen Augen. .„Ich will Sie wicht fKron," meinte«r t „Nein, nein," enwiderte der Ken iat, ckehmend. Er blickte auf»n>!> d.anerNe, Esssn vergessen habe.„Hole« Sie Ihre i er, iimd Jimmie holte je lue Tasse tisch Brötchen vor den Äugen des Katff.Wen. „Ich dürfte nicht sprechen," benwwte dieser,„bin gonjj heiser. Neben Sie, eszählcn Sie übte Vau bot hteflget» Gruppe, emd wie die Dange Hier ktsh-en, Jimmie nahm seinen ganzen Mut zustuumen, die® war das einzige, worüber«r ffwschö« tonnte, das«-niya, WS» ihm Hsrq und tzcvk erfüllte,'te-osoille»st okw iuene Jw- dustriestadt, mtt einer GtesfoWt«ner Ppauer«, ein»» Teppichsckdrtt und der grasten„#,r wfaWf', wo Jimmie in der Atech? K.umdfechsif Stunde« tei.ml Lechens vovbmchte. Die Arbeiter w man' üi-r nabsirl ich recht stumpf, doch durfte man«kht ffan«, du Bewegung griff um sich. Die Ortsgruppe zählte bereits hundert:nb- zwanzig Mitglieder, freftlch waren davon Wchstsn» dreißig aktiv. Dies sei überall so, warf bor Kandidat ein, aklerorten sei eS eine kleine'Schar Opterfrctöiget, die in die Sack« Leben h ringt. Dann erzählte Jimmie von dem hput-i'en Meeting, den Vorbereitungsn, den Hinderr.jsssn. Die$c,:)ei hatte plötzlich für gut bclfundsn, W feejetz golteich zu machen, zufolge keine Zirkulare in die Häiffer getragen werden durften, obgleich sie„Isars Empoi'pm", dam großen Waren» bat's, diese Art der R' uue cefr ttete. Ter„Loekville» ....... ati" ween ii-bw ktete PaliteilidX ... man keine Zirkulare austragen, mußte man notaed rungen in den Zeitungen ann, meieren. Der Kandidat lä.llefte, er kannte fonwhl die amerikanische den aweriknmffchsn Jo-urnaliLmuS. (Fortsetzumt teW ...........-.wrc: l;in> UlUljUHT, Ull�l - up\a) aus der Weltwirychaft aus. Amerika, das 1913 uns für 1117 Milki allen 2'ktrk Waren, das jinfe 16 Prozent unserer eigenen Einfuhr gek-cfsrt hat und das aus Deutschland für 700 Millionen Mark Waren bezog, daS also das 2'A fache von dem nach Deutsch- taub exportierte, was von uns dorthin importiert wurde, dieses .Amerika hat ein wirtschaftliches Interesse daran dass es feine D:e Ach! der D riSgruppe n beträgt 435, von denen. 20 von den Rech ts f ozialisten übergetreten find. Der Vezirk zählt 8 selbständige Tageszeitungen und ein KopMatt. tüog-er-mg ist, fondern ob die Regierung auch in der Soge'ist Verpflichtungen einzuhalten, ob sie die Macht und das Dertrr.'.en de? Landes besitzr, so baß sie in der Lage ist, das zu erfüllen, wa? sie versprochen hat. Wenn wir aus den jammervollen wirtschaftlichen Vcrbält- Nissen, die durch den Kurssturz unserer Mark noch wesentlich ver- i-stech ort werden, herauskommen wollen, ist es dringend not» wendig, dus- wir eine innere Politik bekommen, die das Vertrauen der Arbeitermassch» in die Zukunft aufrecht erhSkt, das; wir eine-innere Politik führen, die wirklich tatkräflia daran ' MMDMMMMMWsMMMMDMMMMMdio Bing WWWWWWWWWW�WWW W>W>»W»>. der La w ist, uns auS dem Elend herauszuheben, in dem wir sonst versinken._ Deswegen'widerhole ich, was ich zu Ansang gesagt habe. Wir brauchen einen Zusammenschluß von geistigen Kräf- tan, die Fachleute in Theorie und Praxis sind, um diese Fragen zu beraten und der Regierung Vorschläge zu machen, wir brau- che» eine Konferenz von Volkswirtsichastlern, selbstverständlich mit Einschluß der Sozialisten, von Fachleuten au? der Praxis, aus der Finanz, der Industrie, des Gewerbes und der Arbeit. Wir brauchen aber vor allen Dingen eine Regierung, die gew'llt ist, die Rechte der Arbeiterklasse zu achten, die nicht dem Drängen der Unternehmer nachgibt, die sich nicht auf die Seite des Unter- nehmertums stellt, wie es gerade wieder dieser Metall- arbeiterstreik gezeigt hat. Dadurch schädigt man' unsere Verhältnisse im Inland und unfern Kredit im Ausland mehr, als alle schlimmen Begleiterscheinungen unseres Ze r se hun gS pro z e ss e S auf politischem Gebiet sonst schädigen konnten. Wollen Sie«ine Besserung unserer Wirtschastsverhültniffe, dann sangen Sie bei sich zu Hause im Innern an und ändern Sic die innere Politik; dann werden auch unsere Beziehungen zum Ausland besser wer- den.(Lebhafter Beifall b. d. 11. Soz.) Reichsfu. mzminister Erzberger: Wenn der Abgeordnete Wurm den Zusammentritt einer Konferenz von Süichv c r f! än digen verlangt bat, die die Gründe unseres schlechten Valutastandes erörtern soll, so kann ich ihm mitteilen, daß diese Konfsvenz bc- reitZ zusamenge treten ist und heute schon getagt hat. Der Abg. Wurm hat weiter erklärt: Wir brauchen eine Regierung, welche die Rechte der Arbeiter achtet. Darin bin ich durchaus mit ihm einverstanden. Herr Wurm und seine Freunde sollen uns dabei aber nicht in den Arm fallen. Wir achten die Rechte der Arbeiter, die mit Ruhe ihrer Arbeit nachgehen. Wir achten diese Rechte aber gegenüber jedermann. In d'-per Beziehung befindet sich die Regierung also in boller Hc&eteinfinnjnnngi mit dem Abgevrd- sielen Wurm. Daß die Regierung sich in dem Metall» Arbeiter streik ans die Se'te der Unternehmer gestellt hat, ist unwahr. Die' Regierung hat sich überhaupt nicht eingemischt.(Lebbaste Zurufe: Versammlnngsverbot!) Wenn Versammlungen nicht angemeldet werden, dürfen sie nicht abgehalten werden, ob es sich dabei um Arbeiter oder andere Leute handelt, ist ganz gleich. Damit ist die Interpellation«erledigt. EZ folgt die erste Beratung des Gesetzentwurfes zur Wände- rnrg der Verordnung über die Arbeitszeit i» den Bäckereke»«nd Konditoreien. Danach können die von den Landeszentralbehörden bestimmten Behörden auf Antrag eine Verschiebung der Lage der achtstündi- gen Beiriebsruhe um höchstens eine Stunde genehmigen. Nach der alten Veroidnung darf in Bäckereien und Konditoreien an Sonn- und Festtagen überhaupt nicht gearbeitet werden. Nach der neuen Vorlage sollen von GK bis 9% Uhr vormittags leichtverderbliche Konditorwaren hergestellt und ausgetragen werden können. Ferner dürfen nach 6 Uhr abends während einer Stunde Arbeiten vorgenommen werden, die zur Wiedevauftiahme des ragelmätzigon Betriebs am folgenden Werltoge notwendig sind. Wg. Binder(Soz.): Di« Erleichterungen der Verordnung dürfen nicht zum Zwecke des Gewinns mistbraucht werden. Ich schlage vor, den Entwurf dem sozialen Ausschuh zu überweisen. Abg. Bock(U. Sog.): Man will die Soirntagsruh« wieder beseitigen; dagegen erheben wir Einspruch. Der Arbeiter muh zn feinem Recht kommen. Creme wrd Schlagsahne find Luxus- dinge, für die wir die Arbeit nicht verlängern müssen. In Eng» ffentb ist der focie Sonntag und der freie Sonnabendnachmittag strenges Gesetz.» Nach einer Richtigstellung durch den Reichsarbeitsminister Schlicke wird die Vorlage einem sozialpolitischen Ansschuh überwiesen. ''»>■• Ass der Jvrlei. Ksnfersnz des Wahlkreises Prenzlau-Angsnnünde. Am vergangenen Sonntag fand in Angermünde eine DlstriltSkonferenz der Unabh. Soz. Partei des Mahlkreises Prenz- lau-An�ermünde statt, in der die Besprechung der Distrikisange- legem; eiten vorgenommen wurde. Es wurde beschlossen den. DistriktSvorstand aus 12 Genossen zn wählen, als Erster Vor fihcnder wurde Stadtverordneter Hermann Steinweg, Prenzlau, gewählt, der auch zum Delegierten, zu der am 6. Oktober in Berlin siatifindenden VerbaudS-Generalversammlung gewählt wurde. Eine Genossin aus Friedrichswalde referierte über Frauenfragen und forderte die Genossinnen aus, gemeinsam mit den Männern für die Befreiung der arbeitenden Menschheit ein- gutrelcn. Der zweite Vorsitzende Gen. Krause- Britz, der einen vor- zuglächen Vortrag über»Zweck und Ziele der 11. S. P. DL hielt, teilte mit, dah bereit? 23 Ortsgruppen im Kreise Prenzlau- Angermünbe gegründet sind, von den kleinen Orten stehen JoachimSthal mit über 200 Mitgliedern und M e l z o w mit 77 Mitgliedern an der Spitze. Mit einem Mahnrufe des Gen. Krause, diesem Beispiele der kleinen Ortschaften zu folgen und nicht eher zu ruhen bis die Ideale der 11. S. P. verwirklicht fino, schloß oer zwoile Vorsitzende die jkonferenz. , Vez»rksparteitag für Groß-Thüringen. Am Sonntag fand in Erfurt unter Teilnahme des Ge- nassen S t ö ck e r vom Zentralkomilee ein außerordentlicher BezirkLparteiiag dsr 11 S. P. D. Groh-ThürinaenS statt. G-nosse Pappenheim, der über die Relchzlouserenz berichtete, trat für das vorläufige Verbleiben m der zmeittn Internationale ein. In der Diskussion wünschten unsere Redner ein schärferes Hervarheben des Rät'esystsms als Kampfmittel. Grundsätzlich sprach sich niemand gegen den ParivmentarismuS ans. In der Frage oer Internationale trat die Mehrzahl der Redner für die dritte Internationale ein, ohne daß es zu einer Abstimmung kam. Bei der Behandlung der Frage Groh-Thüringen erklärten sich die meisten Vertreter der Ernzelstaaten für einen Ueber- gangSstaat Groß-Thüringen. Der BezirksseereiSr Gen. Scholz erstattete Bericht über de« Stand der Organisattoil. Die Milgliederzahl des Bezirks Eine stürmische Lcbensmitteldebatte im Berliner Rathaus. Gesiern ging es in dar Berliner Stadtverordnetensitzung wie- der einmal sehr lebhaft zu. Ein sozialdemokratischer Antrag er- suchte den Magistrat, Gemüse, Obst usw., das von den Grohhänd- lern nicht abgenommen wird, in den Marktballen zu billigen Preisen anzubieten, damit die Stadt keine Verluste habe, einen Druck ausübe und preiscegulierend wirke. Stadtv. P a t t I o ch (Soz.) begründete diesen Antrag und griff dabei den Einkäufer Bcrg.enthal an, der Löst in Baden mit 20— 25 Mark pro Zentner eingekauft und in Berlin, mit 75— 80 Mark wieder verkauft hat. Stadtrat Runge verteidigte den Magistrat mit dem Hinweis, daß, wenn diese hohen Spannen z! vi scheu Ein- und Ve.r- kaufSpreiS nicht gezahlt werden, die Bevölkerung überhaupt kein Obst bekomme. Stadtv. Pastor Koch führt diese Mißstände aus die Zwangswirtschaft zurück, obwohl gerade für Obst die Zwangs- Wirtschaft gar nicht mehr besteht. Dem Oberbürgermeister Wer- muth machte der Redner wegen seines Eintretens für die Kam- munalisicrung heftige Vorwürfe. Oberbürgermeister Wermuth wies diese Aiigriffe energisch zurück und wirf! dem Redner vor, daß gerade von dessen Ge- sinnungsgenossen in der Ernährungsfrage viel an der Bevölkerung gesündigt worden sei. Auch der Herr Bergen thal habe nur infolge der übereilten Aufhebung der Zwangswirtschaft die Riesen-! gewinne in seine Tasche stecken können. Auch Genosse H i n tz e wandte sich gegen den frommen Mann, namens Koch, und wies auf die Schwierigkeit en der Ernährung im kommenden Winter hin. Dessen Freunde wollen ja gerade, dah die Lebensmittelpreise in Unendliche steigen und sie nehmen dabei auf die arme Bevölkerung gar keine Rücksicht. Wenn es nach ihnen ginge, müßte die arme Bevölkerung verhungern.(Lebh. Beifall.) Schließlich wurde der Antrag gegen die Stimmen der äußer- sten Rechten angenommen. Ein anderer Antrag Koch und Genossen verlangte, daß jüdi» scheu Vormündern die Vormundschaften über«pangelische Kinder entzogen wird. Dieser antisemitischen Tendenzen entspringende Antrag wurde nach längerer Diskussion gegen die Stimmen der diechien angenommen. W'-W-I-.jw.uut,!.-._ Schluß leistet sich der Vorsitzende des Bürgerrats noch den saulia Witz: Die Regierung möge erst dos Problem der Eiilheizschule töken, ehe sie an die Einheiischule gehe. Solche Leute wach» früher die geistigen Führer des deutschen Volles. Den Friedenauer Bürgerrat beglückwünschen wir neidlos zu solch einem Vorsitzenden. Tie Oeffnung der Baden nftallen und vor allem der Schwimm» balle» ist eine Forderung, die aus hygienischen Gründen mit allem Ikachdruck erhoben. wind. Mehr wie je ist das heute notrocndiig, in einer Zeit, wo weite Kreise durch Unterernährung viel leich.cr ein Opfer von Krankheiten werden wie früher. Die Fraktion der. Unabhängigen sozialdemokratischen Partei im Rathause hat er- neut einen Antrag gestellt, diesem Verlangen breiter Kreise zu entsprechen. Die Kohienknappheit wind als Grund angegeben. warum die Badeanstalten nicht betrieben werden könnten. Es muß hier unter allen Umständen Rat geschaffen werden. Tie Geschäfts- und Zahlstelle 38 der Erwerbslosen fürs orgG (die freien Berufe umfassend) ist am 4. Oktober von Heiligegeist» straße 7 nach Breitcstraße 30, Hof 4 Trcvpen verlegt worden., Freie Hochschulgemeinde für Proletarier. Am Freitag abend! 7 Uhr beginn in der Kochstrasse 13, Zimmer 138, ein wirüchaftS« wissenschaftliches Seminar. Leiter: Genosse Jesseg. Themen« itellung geschieht aus dem Kreise der Hörer. Die Volkshochschule Berlin-Neinickendors eröffnet ihre» Mint« r lehrplan mit einem Lichtbildervortrag des Privatdozenren.i Dr. Kohn-Wiener„Zum 250. Todeslage Rembrandis". Ter Bor- trag findet am Sonnabend, den 4. Oktober, abend? 7 Uhr, im Realgviiinasium. Berncr Straße statt. Eintritt 1 M. Verloren. Gestern ist in der Versammlung Kyfshäuseq Niederschöneweide, eine � Brieftasche verloren gegangen. JnhtüW Quittungen vom VollzugSrat über Wahliondsmarkcn und 25 M-, Es wird gebeten, den Fund abzugeben bei dem Betriebsrat Herst» Schön, Deutsche Kabel-Jndustrie, Berlin-Niederschäncweide, Ber» liner Str.- 138. Charlottenburger Slabtverordnetenversammlung. In der Charlottenburger StÄtverordneienversammlung am Mittwoch wurde die Neuwahl der MagistratSmit- g lieber vorgenommen. Die bürgerliche Fraktion erhielt vier Sitze, die RechtSsozialisten ebenfalls vier, hie Demotraten und die Unabhängige Fraktion drei Sitze. Bon der Unabhängigen Fraktion sind die Genossen Klick, Karrer und Will gewählt. Für die Wahl der Abgeordneten zuin Provinzial-Landtag waren zwei Vorschlagslisten eingereicht worden, die eine von der Unabhängigen Fraktion, d'« zwecke gemeinsam von allen bürgerlichen Parteien und den RechtSsozialisten. Die Unabhängige Fraktion hatte Anspruch auf zwei Sitze. Durch dieses Wahl- biindniS der RechtSsozialisten mit den Bürgerlichen, gelang es je- doch der Unabhängigen Fraktion einen Sitz zu entreißen, der da- durch den Bürgerlichen zufiel. Gewählt wurde von der Unab- hängigen Fraktion Genosse Kiefer. So haben auch in diesem Falle die Rechtssogialrsten gezeigt, daß sie sich von den Bürger- lichen in nichts unterscheiden und ihnen zu einem Machtzuwachs verhelfen, wenn ex. gegen die Unabhängigen geht. Die Vorlage des Magistrats über den Vau von Klein Wohnungen an der R.ebuhrstraße, wurde angenommen, und zugleich beschlossen, daß die Bauten zweistöckig ausgeführt werden sollen. ES tocrden schon 130 Wohnungen gebaut. Die Vorlage des Magistrats über die Förderung der Bildungsbestrebungen wurde auf den Antrag des Genossen Dr. L ö w e n st e i n einem b e s o n d e- ren Ausschuß übertvieftn. Es sollen euch Kurse über So- zialiSnrns eingerichtet werden..Zum Schluß der Sitzung ge- laugten noch kleine Anfragen zur Verhandlung, auch wurde der Antrag der Unabhängigen Fraktion, den unbesoldeien Magistrats. Mitgliedern Entschädigung und Freifahrt zu gewäh- wen, einem Ausschuh überwiesen. Zum besoldeten Stadtrat für das Gesundheitswesen wurde der bisherige unbhsoloete Stadtrat A ö t h i g gewählt. Kommunale Arbeiterrake der U. S. P. D. Die örtlichen Arbeiterräte werden ersucht, schnellstens zu der Neuwahl eines Mitgliedes des kommunalen Ausschusses im Vollzugsrat Stellung zg: nehmen. Die Vorschläge sind sofort an den Fraktionsvorstand zu Händen des Genossen Richard Pfeiffer. Berlin-Stralau, Krachtstraße 2, unter Beifügung eines kurzen Berrchsts über die Partei- und kommunale Tätigkeit des vorgeschlagenen �Kandidaten ein- zusenden. Der Fraktionsvorstand. I. A: Pfeiffer. Schutzhaftfchanbe. Am 25. Jmri wurde der Kommunist Gustav Neu mann, Bensselstvaße 53, in Schutzhaft genommen. Neumann, der schlverer Epileptiker ist.�vurde vom Zellengefängnis in der Lehrter Straße nach der Krankenabteilung nn Untersuchungsgefängnis Alt- Moabit überführt, weil nach dem Gutachten des Arztes seine Einzelhaft unzulässig ist. Da er aber, auch im Untersuchungs- gefängnis in Einzelhaft gehalten wurde, gab das Rcichsmilitär» gericht am 18. September eine Anweisung, daß Neumann sofort in das Garn iso nlaza reckt überführt werden solle. Trotzdem ver- weigert das Garnisonlazarett jetzt noch seine Aufnahme, so daß er weiter in der bei seiner Krankheit äußerst gefährlichen Einzol» Haft gehalten wird. Wenn es sich um die Mörder von Prolc- tariern handelt, sind die Militärbehörden zur Ueberweisung in Sanatorien stei« bereit gewesen, sobald es sich aber um ihre eigenen Opfer handelt, spielt der Kran khc i i s z u st a nd keine Rolle. Sie lernen nichts dazu! Im„Friedenauer Lokalanzeiger" hatte der Vorfitzende deS PjiroerratS einen Artikel gegen die Ein- bcitsschule losgelassen. In alldeutscher Manier wetterte er gegen die Einführung derselben und führt als Hauptargument an, daß in derselben die bisherigen»Höberen Söhne und höheren Töchter nur Lause und Krätze nach Hause bringen würden. Dem„teutschen Manne" ist geantwortet worden. ss. scheint diese Januschauer Wetterei doch etwas zu Starker Tobak ge Seinen Genossen im Bürgerrat Wesen zu sein, denn jetzt kommt dieser Dr. Hennig mit- einer (WM GerneMDen. Lichtenberg. Am Mittwoch tagte im Cafe Vellevu« eine voll 4000 Personen besuchte öffentliche Versammlung, einberufen voift der örtlichen Parteileiiung und der Fruktron des Kommunale»' Arbeiterrats der U. S. P. D., die sich mit dein vollzogenen Aus- tritt der K. P. D. aus dem Kommunalen Arbeiterrat beschäftigtes Gen. Richter schilderte mit kurzen Worten die letzten Vor- gänge im Arbetterrat und Volkskommissariat. Die Kommunisten hatten erst ihre Mitglieder aus dem Vollzugsrat und dann auc � aus dem Arbeiterrat zurückgezogen, weil ihrer Ansicht nach dlV Tätigkeit darin ganz zwecklos« Arbeit sei. Später wollten pe aber wieder einrreten, was von unseren Genossen abgelehn» wurde. In der Diskussion wurde das Verhalten der K. P. D,i ebenfalls gegeißelt. Folgende Resolution wurde einstimmig an- genommen:„Die. am 1. Oktober im Garten des Cafe Bellevu« tagende öffentliche Volksversammbinq beauftragt die U. S. P. D Lichtenberg, bis zu den allgemeinen Neuwahlen der Arbeijerrät< die Mandate des Lrommunalen A.-R. Lichtenbergs aus ihren Reihen zu besetzen und mit allen Mitteln dafür einzutreten, das der Kommunale A.-R. unter allen Umstünden weiterarbeitet Die Versammlung erhofft von der jetzt eingetretenen reinlichen eocheidnng die energische und tatkräftige Vertretung der Jntercssev der wcrktügigen Bevölkerung durch den Kommunalen A.-R. unt- verpflichtet sich, denselben in ,eder Beziehung zu unterstützen.� Adlershof. Gemeinde-Vertreiersitzung. Der Ausbau de Realschule in Nealgymnasunn wurde, als der Einheit� schule hinderlich, gegen die Stimmen der Bürgerlichen ab gelehnt. Die Kosten für die Errichtung eines Lehrganges fü>: erste Hilfe werden bewilligt. D.'r Kursus wird vorauSsichmä 20 Stunden erfordern. Die Gemeinde-Angestelllen und-Ar beitcr hatten eine WirtschaftSbcihiife von 1000 M. für Ver beiraiete. 600 M. für Unverheiratete und 200 M. für jedes Kind unter 18 Jahre gefordert.— Das Sorg. Heu der Angestellter und Gemeinde-Acheiter wird allseitig scharf verurteilt Folgendem Antrage der II. S. P»Frakt-on wurde zugestimmt� Verheiratete Angestellte, Arbeiter und Beamte, die seit dechi 1. August bei der Geineinde tät'g sind, erhalten: bei elneiitss Einkommen von monatlich 40.0 M. eine einmalige linier- stützung von 600 M., bei einem Einkommen von monatlich 500 M. eine solche von 500 M., bis 600 M. einen Zuschuß von 400 M., bis 700 M. einen solchen von 300 M.; für jedes Kind bl? zu 16 Jahren, das keinen Erwerb hat, eine Untersiützunn von 200 M.; Lcdige erhalten eine e-nmalige Zulage von 800 M. Bei besonderer Notlage, kann den Angestellten mit über 700 M. Ein- 1 kommen aus Antrag eine Sonderzulage gewährt werden. Gc-i) nosse Klodt, der den Antrag begründete, wandte sich scharsg gegen die Wortführer der Geuieindearbeiler, die eine ganz un- nötige Pression aus die Gemeindeverwaltung und-Vertretung» ausgeübt hätten. Die jetzt gewährte einmalige Wirischaftsoeibilf« sei das äußerste, was die Gemeinde- bei ihrer Finanzschwäche] bieten könne. Ein Zusatzantrag Kramer(S. B.), weitere ein- malige Zulvcndungen im laufenden Jabre nicht mehr zu be- willigen und bei Gebaltsausbesserungen emen Ausgleich nn> Berliner Löhne» und Gehältern herbeizuführen, wurde abgelehnt. sich mit der Erhöhung Tie Gemeindevertretung Gemeindesteuerzuschlages de?; heusjchule zu wettorn. Ueberftürzte Ideen— unerprobte Theorie erklärte.. ___________ auf 300 Prozent einverstande».— Den Kriegerfrauen wurde eine Wirtschaftsbeihilfe von 100 M.; und für jedes Kind 50 M. bewilligt. Tegel. Die Gcnleiudcvertretung hatte am 29. September j eine fünfstündige Sitzung, zu deren Beg'nn�die wieder- resp. 4 neugewählten Schöffe» Beyermann und Schönfeld(II. S. P), � Halses und Meyer(S. P.) und v. Borsig eingeführt wurden.: Letzterer ist infolge der vorgeschriebenen Parität an Stelle eine?\ Vertreters der€o. P.-Fraktion gewählt. Dem vom Gemeinde»: Imumeister Fischer vorgelgeter. Proiekt für den Bau einer ck Volksbadeanstall stimmte die Vertretung zu. Für Not« S standsarbciten wurden 160 00k) M bewilligt. Der Streik der Geschäftsleute zeitigte den Beschluß, neue und verkaufte, Geschäfte nicht meh� durch die Gemein de. zube-ck liefern; nur m besonderen Fällen und nach Prüfung sollen| Ausnahmen zugelassen werden. Zwei Anträge abgewiesener Ge-» sckbiftSinhaber aus Wied-rbelieferung sollen vom Wirtschastsaus- i schuß nochmals geprüft werden. Diejenigen G e s ch ä f t e,» die sich am Streit beteiligt haben, sind nicht! mehr zu oet'eferu. Ein Antrag unserer Genossen betraf: die künftige Besteuerung des Einkommens der B e»W amsen, Ang>.sielllen und Arbeiter deS Reiches, deS Staate? i und der Gemeinden. Es wurde mit großer Mehrheit beschlossen, I den Antrag als Eingabe an die gesetzgebenden Faktoren weiter- zugeben. E--?o Igten die vorgeschriebenen paritätischen Neu- besetzungen der Kommissionen mit durchschnittlich 2 U. S. P.-,- 2 S. P. D.» und 2 bürgerlichen Vertretern neben einigen Bürger« j deputierten. HeinerSdorf. Die unlängst vorgenommene Wohl der Schöf- fen ergab je einen Verireter für die U. S. P., den bürgerlichen Block, und die Deutsch- nationale Partei. Die S. P. D. ist nicht 1 vertreten: sie hatte sich bei der Gemeindevertreterwohl mit dem| '""reerlichen Black verbunden und somit denselbeen nur gestärkt. I In der letzten Sitzung wurde beschlossen, das Gesetz der preußi« scheu Landesversammlunn vom 4. Juni, dos dii> K'-vohsetzuna der Kommunalsteuern für Einkommen von 1500— 3000 Mark Vorsicht, in Anwendung zu bringen. Auch gelangte hierbei unser AnicaZ i auf Fortfall des StcnerprivilegS zur Annahme. Für die Krieger« j wiiwen und Waisen soll eine Summe von 1000 Mar! zur Aus« Zahlung relangen. Der Freien soz. Fugend wurde auf Antrag ei»! Schulzimmer kostenlos zu ihren Veranstaltungen überlassen und- dürfte dies für die Fortentwicklung der Jugendbewegung am'Orte begünstigend wirken. Die Schulzahnpflege soll weiter ausgebaut• werden. Die Versorgung der Gemeinde mit Brennholz wird in die Wege geleitet