cwMpreis T5 Pfennig ♦ 2. Jahrgang Montag, den 6. Gktober igt* Nr. 4$4/A 264* Morgen-Ansgai Fe-. 1 h-l<* ÄkJ rcSi V KOn-' I*U„Jrei�eif erscheint morgens und natbmittazs, an f-omx» und Fesitaqen nur nioraens Her Lezugsxreis betrögt de, freier.juftclhm« ws Haus für Sroß-Ber'lin 4.- BlJ bei direktem Postbezug monatl. 4.65 i—. bei Austelluna unter Streifband für Deutseistand 6.50 IN, fürs Ausland 7.50 IN, per Brief 12.50 DI. Redaktion und Exfrdition: Berlin RW.«. Schiffbauerdamm ISKll. Fernsprecher: Ann Norden S«gS und Inserate kosten die achtgespalt. Nonpareillezeile oder deren Raum J,20 tflk., tvortanzeigen das fettgedruiLtc Wort 50 Pf., jedes weitere Wort 25 Pst Tenerungs-.uschlag 70 Proz. Bei Familien- u. Bersammlnngsanzeigen fällt der Zuschlag fort. Inserate für den darauf- folgenden Tag nmsien spätestens bis 5 Uhr nachmittags bei der Expedition aufgegeben sein. Jnseratcn-AVteUung: Berlm RW. S, Schissbanerdamm Iv Fernsprecher: Amt Rordeu 97S& berliner£>rgan i>pr Umbbämigm StyMömwfmtie S>eutjiO(anö» Ar wr/l-;s,4 4...* MM- Der englische Nsenbahuerstreil beigelegt. Sie erfolgreichen Verhandlungen. . Amtlich. beigelegt. Reuter meldet: L o u d o u, 5. Oktober. Der Eisenbahnerstreik ist Der nebenstehende Leitartikel war bereits geschrieben, betocir die amtliche Meldung aus London eintraf, daß der Ersenbcchnerstreik beigelegt ist. Obwohl über die Einzel- heilen des Abkommens und die Bedingungen, unter denen die Beilegung erfolgt ist, noch keine näheren Meldungen vorliegen, jo unterliegt es wohl kaum einem Zweifel, dost die streikenden Eisenbahner einen beachtenswerten Erfolg erzielt haben. Es scheint Lloyd George nicht gelungen zu sein, sie bedingungslos zur Wieder ruf- »ahme der Arbeit zu bewegen, wie das seine wiederholt aufgefüllte Forderung war. Ueber die Verhandlungen vor der Verlegung deZ Streiks liegen folgende Meldungen vor: Amsterdam, 5. Oktober. DaS Rcuterburea« meldet ans London vom 3. Ok- ober: Die Konferenz der Eisenbahner und Transportarbeiter mit dem Premierminister Durde um 9 Uhr 10 Minuten abends abgebrochen Thomas erklärte, eine Einig»»« sei nicht erzielt worden. Eine amtliche Mitteklung besagt, tnch der Etsnbahnervervaub daS Anerbteten der Regierung, die Streitfrage einem Schied?- ge r i ch t z« unterbreiten, und ebenso den von der Regierung vor- geschlagenen siebentägigen Waffenstillstand abge. lehnt hat. Die Regierung hat einen Aufruf an die Lord- lc'itnants der Grafschaften und die Bürgermeister der Städte ge- richtet, in dem sie aufgefordert werden, eine Bstrgerwehr zu bilden, um der KrifiS entgegenzutreten. Rotterdam, 5. Oktober. „Nienwe Notterdamsche Eonrant" meldet vom 4.: Die Kon- f e r e n z zwischen dem Premierminister und den Streikführern, die gestern abend stattfand und drei Stun- den dauerte, ist erfolglos verlaufen. Dix Eisenbahner wollten sich zu dem Waffenstillstand nur unter der Bedingung verstehen, baß die Regierung sich bereft erklärte, über die Löhne zu ver- handeln, ehe die Arbeit aufgenommen wird. Inzwischen haben die Transportarbeiter gestern abend beschlossen, für Dienstag eine Konferenz aller Gewerkschaften des Landes eiazu- berufe«. Die Vermittler werden ihr« Arbeit fortsetzen und ver- suchen, de« EiseubÄ,neru«rband und die Regierung nochmals zur Weiterführung der Berhaublung aus einer vorher festzusetzenden Grundlage z« bewege». Danach scheint es, als ob auch die Absicht, sofort eine Konferenz aller Gewerkschaften einzuberufen, die Dcrstän- dignngsbereit'chast der Regierimg so verstärkt habe, dast eine Beilegung des Streiks erfolgen konnte. polnische Arbeiler gegen den Krieg im Osten. Unter der Ueberschrist..Nieder mit dem Kriege" veröffentlicht der Oberste Rat der polnischen «»zialdemokratiichen Partei einen Aufruf, der folgender- naßen lautet: „Der blutige Krieg wütet weiter, es wächst die Zahl der Toten und Verwundeten. Heute, da die polnisihen Truppen immer weiter nach Osten vorgeistn, da sie nicht polnische Linder okkupieren, da sie bis an die Düna und den Tnjepr vorgestoßen sind, muß die gesamte Arbeiterschaft Polenz die Stimme des Pro- tcstes erheben und die Beendigung des blutigen Krieges verlangen. Tie Bourgeoisie und ihre Söldlinge hetzen zur Wciterführung deS Krieges. Den polnischen besitzende« Klassen geht es um die Beherrschung möglichst großer Gebiete im Osten, um die verlorenen Grundstücke wiederzugewinnen, um den Bauern den Boden wkgznnchmen und sich neue Privilegien zu verschaffe«. Ter Krieg im Osten ist zur Zeit ein Kampf um die Stärkung der Reaktio» i» Pole«,«m die Serhinde- rnng der große,, sozialen Reformen, um dir R rderwerfnng des arbeitende» BolkeS. Unser Land bedarf der Ruhe. Hunderttausende von sungeu Leuten werden durch das Kriegshandwerk der produktiven Arbeit entwöhnt. Ein ganzer Eiscnbahupark steht fiir Kriegsdienste znr Verfügung, der für die Leben-Zmittelzufuhr dringend gebraucht wird. Tauseude von Werkstätten warten auf Arbeit. Der W nter naht. Der polnischen Arbeiterfamilie droht der Hungertod. Eine Katastrophe scheint unausbleiblich. Die Bourgeoisie jedoch teribj indessen ein frevelhaftes Spiel. Die berechtigten Forderungen der Arbeiter werden abgelehnt, Torfe herrscht Rechtlosigkeit; Bcruntrcunngcu, Wucher und Spekulationen machen sich breit. Solange Zweidrittel der Staats- einnahmen fi* fcm Krieg aufgewandt werden, mutz Arbeitslosig- ke:t, Hunger und Elend«nter dem Volke herrschen. Aber das arbeitende Boll will nicht mchr ein Knecht des Imperialismus sein. Es sixht ein, daß Pole« zum Gendarmen Euro- paS gemacht werden soll. Dagegen wird daS Proletariat sich mit aller Gewalt auflehne«. DaS Proletariat aller Länder wird hch gegen den internationalen Imperialismus erheben. «ort mit dem Kriege! ES lebe die internationale SRidarität dez Proletariats!" Mlritt der klatsche« Regierung. Kown», 4. Oktober. Das litauische Kabinett ist heute zurückge- ;retf-n. Der Etaatspräsideift hat da» bisherige Mitglied der Ktauilche» FrirdenSdelegatio» i« Paris,der einflußreiche Lord Robert C e c i l«die sofortige Einberufung des Parlaments verlangt und man gewinnt den Eindruck, daß die Regierung Llolid Georges vor einer schweren Erschütterung steht. Sie muß sich jetzt entscheiden, ob sie den begonnenen Kampf zum endgültigen' Änstrag bringen oder ob sie hinlenken will. Es war bisher imnier das Kennzeichen englischer Regierungskunst, zu Verhandhm- (icu geneigt zu sein, wenn die Macht der Arbeiterschaft ihren Erfolg zu verbürgen schien. Dem Streik der Eisenbahner ist die Regierung mit ihrer vollen Kraft entgegengetreten, weil sie glaubte, ihn niederschlagen zu können. Wird sie auch setzt noch an dieser Stellung festhalten o-der wird sie nachgeben, um durch das Mittel der Verständigung die Gegensätze zu überbrücken suchen? Auch für die deutsche Arbeiterklasse ist der Verlauf dieses Streiks sehr lehrreich. Auf seine allgemeine Bedeutung wird noch einzugehen sein, wenn seine Beilegung erfolgt ist. Aber schon jetzt drängt sich ein Vergleich auf zwischen der Haltung der bürgerlichen englischen Regierung und der sozialistisch sein wollenden Regie- rung in Deutschland. Lloyd George hat zwar mit dem Ein. gi eisen von Arbeitswilligen geldroht und Militär zur Ver- sügmig gestellt, aber es ist doch nirgends zur Anwendung dieser Mittel gegen die Streikenden gekonmien. Versamm- lungs- und Strcükrecht der Arbeiter, auch der Eisenbahner, gelten in England als Rechte, die selbst eine bürgerliche Re- gierung nicht anzutasten wogt. Demgegenüber vörgegen- wärtige man sich die Haltung der deutschen Regierung zu dem Metallarbciterstreik in Berlin. Genau wie ihre kaiser- lichen Vorgänger haben die Bauer und Noske alle staatlichen Machtmittel gegen die Arbeiter rücksichtslos in Anwendung gebracht und haben sogar Blut fließen lassen. Sie liefern damit den Beweis, daß sie in ihrer Feindschaft gegen die Arbeiter selbst die Negierung kapttalistischer Staaten übertreffein. Sie Nobles„Schlefbefehl" beschiel wirb. Herr Noske hat, um den Uebergang deutscher Truppen nach Kurland zu verhindern, einen„Schießbefehl" er lassen. Wir haben schon gestern abend darauf hingewiesen, daß dieser Befehl nur, auf dem Papier steht und daß der Uebergang nach wie vor ungehindert vonstatten geht. Wir bringen für diese Behauptung heute noch folgende Beweis- stücke, die wir in der„Leipziger Volkszeitung" finden: Zwei junge Leipziger Arbeiter hatten sich den Scherz erlaubt, sich an ein deutsches Freiwilligenbataillon in Kur- l a n d zu wenden, um aUSzuproben, ob die Meldungen radikaler Leitungen, wonach noch andauernd Freiwillige nach Kurland ge- langen können, auf Wahrheit beruhten. Die beiden Leipziger haben prompt eine Bestätigung für diese Behauptungen der radikalen Presse erhalten. Am 18. September schickten sie einen Brief an ein Fre-iwilligen-Detachement in Nord- kurland, worin sie Um einen Freifahrschein nach dorr bate�. Und bereits am 2g.— abgesandt ist daS Schreiben am 27. m M i t a u— waren sie im Besitz der nötigen Ausweis- Papiere und Fahrscheine, zu einem Termin also, als auf Befehl Nosles die Grenze angeblich längst gesperrt sein sollte. Me die Militärbehörden in Kurland den„Befehl" NoSkeS, der auf jeden Freiwilligen, der die Grenze überschreiten will, schichen lassen will, auffassen, erhellt das Begleitschreiben des betreffenden FreiwilligenbaiaillonS. ES heißt in dem Schrei- den:„Bis zur Grenze sind Militärfahrkarten zu lösen. Betrag wird hier zurückerstattet. Fall» Grenze gesperrt ist, Meldung in Tilsit bei Hauptmann HeUberg, Grunwaldstratze 3, II. Sonst Meldung beim Verladekommando Nordkurland, M i t a u 1, Waldstraßis 88. Gezeichnet Weber, Leutnant und Adjudant. Die Anlagen bestehen au? zwei Ausweisen, die erklären, baß die Freiwilligen Soundso Befehl haben, sich sofort von Leipzig nach Mitau zu ihrem Truppenteil zu begeben, ferner aus zwei Ausweisen zur Erlangung von Militärfahrkarten von Leipzig nach Lanzszargen, der bekannten Grenzstation an der Dahnstrecke Tilsit-Schaulen-Mitau. Außerdem sind ausdrücklich zwei Militärfahrscheine beigefügt, die von Langszargen bis Mitau gelten. Wir können noch aus Eigenem hinzufügen, daß erst gestern wieder ein Mann von Königsberg aus nach Berlin geschickt worden ist, um auf Befehl des Hauptmanns Beckmann eine ganze Kompagnie anzuwerben und nach Königsbergzu bringen. Von dort aus will der Haupt- mann dafür sorgen, daß die Leute ungehindert über die Grenze kommen. Der Hauptmann hat dem Mann ver- sprechen, daß die angeworbenen Mannschaften sich in Kur- land alle tüchtig, die Taschen füllen könnten. Weiter wird uns mitgeteilt, daß am 1. Oktober auf dem Bahnhof Friedlichst raße zwölf junge Leute aus Bayern saßen, die von zwei deutschen Offizieren mit russischen Mützen bekleidet waren und nach Kurland ttanZ- portiert worden sind. Die Offiziere versuchten auf dem Bahnhof Friedrichstraße ihren Transport durch Neuamver- Hungen noch zu vergrößern. Die Angeworbenen besaßen Fahrtausweise von der Eisernen Division und zwar wurden sie als Urlauber bezeichnet, die den Befehl hatten, zur Truppe zurückzukehren. DarauS ist also zu er- sehen, daß die Offiziere auf NoskeL Schiehhefehl einfach vfeifen._ Im Offenbacher Kommunisteaprozeh wurde der Arbeiter Vilhelm E i s e n r e i ch aus Zwickau mcht, wie gemeldet, zu I Jahren Gefängnis, sondern zu 8Jahren Zuchthau» und K) Jahren Ehrverlust verurteilt.— Die EhrloSmachung politischer Begner gehört jetzt zu den wichtigsten Waffen der Scheinsozialisten. Der Suhhaiidel»m Arbeilenechle. Die Demokraten sind wieder Regierungspartei. Sie haben die schwere Bürde der Mitverantwortung für des Reiches Wohl und Wehe aus sich genommen, ober nicht u m s o n st. Als gewiegte politische Geschäftemacher fordern sie gebieterisch ihren Lohn. Die Gelegenheit ist günstig. Der Entwurf für ein B e- triebsrätegesetz steht in der Kommission zur Beratung. Das gesamte organisierte Unternehmertum läuft Sturm gegen das Gesetz. Die Demokraten müssen also eine Umänderung des Gesetzes zugunsten der Unternehmer fordern, und es ist sicher, daß ihnen ein Zugeständnis in dieser Richtung von den anderen Teilhabern an der Regie- rung, den Rechtssozialisten und dem Zentrum, sckwn vor ihrem Eintritt in die Regierung gemocht worden ist. In der Kommission zur Beratung des Betriebsräte- gesetzes ist es denn auch prompt zu�einem Kompromiß gekommen, der dem ersten Artikel des Entwurfs folgende Fassung gibt: s) Zur Wahrnehmung der gemeinsamen wirtschafilichc» Interessen der Arbeitnehmer(Arbeiter und Angestellte») de? Betriebe» dem Arbeitgeber gegenüber und zur Unte.stiibung des Arbeitgebers in der Erfüllung der Bctriebszwecke sind«» allen Betrieben, die in der Ncget mindestens zwanzig Arbeitnehmer beschäftigen, Betriebsräte zu errichten. d) Sind in solchen Betrieben mindestens fünf Arbeiter und fünf Angestellte beschäftigt, und einigen sich die Mehr- Helten beider Gruppen nicht auf einen gsmeinsamen Be- tricbsobmann, so wählen die Arbeiter und p.c Eingestellten je einen Betrieb Sobmann. Ferner wurde beschlossen, den DetriebSobmann in den De- wcrkbetrieben von fünf Arbeitern einzuführen. Die land- wirtschaftlich«en Betriebe wurden den gewerblichen De trieb?» gleichgestellt. Während die alte Fassung de? Entwurfs im ersten Artikel über den Anfgabenkreis der Betriebsräte nichts sagte, werden hier die Betriebsräte bereits auf die Unterstützung der Unternehmer in der„Erfüllung der Betriebszlvecke" festgelegt. Sie dürfen also Meisterdienste leisten, dürfen darüber wachen, daß Pünktlichkeit im Betriebe herrscht, daß atemlos geschuftet wird— im Interesse der Hebung der Produktivität natürlich— ttsw. So beginnt der Kuhhandel um Arbeiter- rechte, bei dem die Rechtssozialisten Schritt für Schritt zurückwichen und den grimmigsten Arbeiter- feinden das Feld überlassen. Und der„Vor wärts" macht den Lärm dazu, derart, daß das Getuschel in den Beratungssiuben der Kommissjon übertönt wurde Durch den Abdruck von Protokollen, die von Unternehmern zurechtgestutzt sind, liefert er den Arbeiterfeinden das „Material" für'ihre Arbeit. Daß die Arbeiter auf svlche Betriebsräte pfeifen, brauchen wir nicht erst zu sagen. Aber waS denken sich die Väter solcher Kompromißanträae dabei? Ist es ibnen nicht klar, daß kein ehrlicher Arbeiter oder Angestellter in der Lage ist, einem solchen Betriebsrat anzugehören? Was soll man von einer Sozialpolitik denken, die dem Arbeiter unmoralisches Handeln, Verrat an den höchsten Pflichten gegenüber den Interessen seiner Kollegen zumutet tllid ihm dürstige Scheinrechte dafür in Aussicht stellt? Und was i«agen die Gewerkschaften dazu, vor allem die offiziellen Gewerkschaftsinstan- zen? Ihr zäher Kampf gegen eine freie, von den Gc- werkschaften unabhängige Räteorganisation ist nur zu ver- stehen, wenn sie die Betriebsräte zu Organen der Gewerkschaftsbewegung machen wollen, was auch aus zahlreichen Auslassungen von ihrer Seite hervorgeht. Meinen sie, daß der Funktionär einer Gewerkschaft, der sich seiner Pflichten als solcher bewußt ist, die Ausgaben erfüllen kann, die ihm auf Grund der neuen Forwulierung durch die Unternehmer zugemutet werden können? Oder meinen die Herren; daß die Methoden der Ar- beitsgemeinschaft.von denen bisher zum Glück nur die höchsten Spitzen der Instanzen berührt worden sind, IvShrend die Massen unbeirrt ihren Weg gehen, auch in den Betrieben Anwendung finden sollen? Soll die verderbliche Idee, daß bis Klassengeaensätze ausgeglichen werden können durch die vermittelnde Arbeit paritätischer Ausschüsse, auch die Bewegungsfreiheit der Arbeiter in den Betrieben schmälern? Wir möchten vor solchen Bersiichen, zu denen eine starke Neigung schon auS der Fassung andetet Paragraphen deS Entwurfs spricht, von vo-nherein drin- gend warnen, denn dann würden die Arbeiter daS Ver- derbliche jener Idee unmittelbar fühlen. Dann würde der Restvon Vertrauen der Arbeiter zu den Organen ihrer Organisationen vollends schwinden. UnddaS ist der letzte Zweck dieferArt von Sozialpolitik. Die Gegensätze in der Arbeiter- schaft sollen erweitert, der Keim neuen Zwiste? soll gelegt werden. Und wer sich danü muckt und den Segen solcher sozialen Fürsorge Vicht anerkennt, wird mit PoliMi und Gericht bedroht. Bieten die Gewerkschaften auch dazu noch die Hand, bann bereiten sie selbst den Boden für die Spaltung in den Organisationen. Soll die Arbeiterklasse nicht ohnmächtig gemacht werden, dann muß dieser Schlag mit aller Macht abgewehrt werden. vewutz'e Tsuschung oder schlechtes Gedüchtnls? In einem Artikel„Der Kampf um die KrisgSgefange- neu", der dem Vorwärts" von besonderer Seite geschrieben wird, finden wir folgende Stelle: »Wenn eS nach den Msichten der Reaktionäre gegangen wäre, dann hätten die Gefangenen noch lange warten können, bis für sie die Stund« der Freiheit geschlagen hätte. Gerope diese Par. teien sind es gewesen, die verlangt haben, die Regierung solle den Frieden, der durch die Schulb der Kriegshetzer zu einem Schmach. frieden geworden ist, nicht unterzeichnen. Wäre die Regierung diesem Wunsche gefolgt, dann würden unsere Gegner Den Krieg fortgesetzt haben, und das traurige Schicksal der Gefangenschaft hätte dann weiteren Zehntausenden von Söhnen unseres Volkes blühen können. Diesen Weg ist die Regierung nicht gegangen, und dem ist es zu dewanlen, dqß die Gefangenen jetzt ist die Heimat zurückkehren können." Allerdings haben die Raakticmäre in der FriedenZfrage eine solche Haltung eingenommen. Aber neben ihnen stan» ben als treu« BundeSbrüber die RechtSsozialisten mitsamt dem„Vorwärts" unter Stampfers Leitung und die Negierung. Der„Vorwärts" beliebt somit, sich Die tSerklö mmifsi «Die I selbst zu ohrfeigen. Eine wilde Hetze unfer seiner Fnhris tobte damals tfegen die Unabhängigen, well ste— uicht r letzt mit Rücksicht auf die Lage der KriegsgesangcneN� von Ansang an für die Unterzeichnung des Friedens. traten und die Massen gegen die neu auflebende natis Partei und ihren energischen Aktionen zu„verdanken, daß die Gefangenen jetzt in die Heimat 3 rückkehren können". � die c LerSMeldiensk der preWschenNegleruv�r � Der preußische Ministerpräsident, Herr Hirsch, hat in Preußischen Land.sversammlung entrüstet«in Abrede gestellt, die preußische Staatsregierung Spitzet beschäftige. Es gehört wirklich ein hohes Maß von MiU zu dieser hauptung, denn es braucht nur darauf hingewiesen zu wer« daß der preußischen StaatZregierung das bekannte Staat kommissariat für die Ueberwachung der öff�» lichen Ordnung untersteht, das in der intensivsten mit Spitzel!» arbeitet. Heber die Organisation dieses Kommissariats hat bereit! einigen Wochen die Berliner„Nack>tz?ituiig" Mitteilung'!� bracht, die allerdings nicht ganz vollständig waren und auch ci Unrichtigkeiten eul hielten. Wir jtnd in der Lage, die svrmationen der„Nachizeitung" zu ergänz-!». An der Spitze des StaatskvmwissariatS steht der in vi Sätteln gerechte Gehe im rat von B e r g e r, der früher Pr chef des preußischen Ministeriums des Innern war, sich« unier dem dringenden Zureden des Genossen De, Vre tisch ÄS Minister des Innern,«und des UnterstoatsfckretärZ v Gerlach veranlaßt sah, seinen Posten aufzugeben. Als Vertreter fungiert der frühere Kommissar des KriegSuu bei der preußischen E-taatSregierung, Major Kalle. PaS StaatSkvmmiffariat zerfällt in drei D.zernate: stsssuna 1. Der Nachrichtendienst, der von dem Geh.«�Wtt'eiks rungSrat Strauß geleitet wird, und in dem der Vizekonsn Dr. Schwarz eint eifrige Tätigkeit entfaltet. J?stgosti?l 2. Die Exekutivabteiilung, die«unter der t d lichen Aegide des Herrn v. Bsrger steht, und in der die H�llchteiidi Landrichter Jürgens, Rechtsanwalt Dr. Kurt R o s e n b � s s s j, und Oberleutnant Knauth vom Reichswehrgruppenkommaw��� � beschäftigt sind. baß es- 3. Die Propaganda» und P re sf« abteilun g.'o M m der die Herren Dr. Brummer, Goslar und alS BeriraM'� ■trd, ützung! rigcn nn zu «neu rni ng der ude» sl ls ausx ' lverksö n stre i l be ger Well# «itzllllg rden. Die n'tzunc echtsfo encn e ägg er est mar n der arte, h Vtran h perkscha hriit c eulschei Be r b e i e Not perkicba Da« cgei ritäiS last e e den chtigt' »ssprii Kchen 2 mann des Herrn Gr�berger Dr. Spieker wirken. Die Nachrichtenabteilung ist diejenige, die daS Spitz« unter sich hat. Unter der Oberleitung des im Dezember RgierungSrat ernannten und kürzlich zum Geh. Regieuu! beförderten Herrn Strauß, des Mitinhabers einer im Kriege großem Reichtum gelangten Kölner Eisensirma Wolfs u.& kontrolliert die Spitzelabteilung Herr Schwarz, der f* deutscher Vizekousul in Prag war, dessen Verdienste aber Auswärtigen Amt nicht gebührend anerkannt wurden. laufen hier Spitzelberivhte in großer Zahl ein un>z dienen Grundlage für das Vorgehen des die öffentliche Ordnung schi den StaatSkommissariatS. In enger Beziehung zu dieser Abteilung ftcht außerdem Hauptmanm von Kessel, der vielgenannte Leiter der zentrale"� der feiuorseits wieder ein bosondercs mit moim« 20 000 Mark dotiertes Spitzelburcau unterhält. Herr v. K behauptet mit diesem Betrag nicht auszukommen. Auch«"«, Offiziere, besonders solche, die früher dpi Gardcfchützenkorp! V e 1 G ' gehörten, beschästigen sich mit dem rillen Handwerk. Herr von Beraer, der sich seines Gehalts van 24 000 würdig erweisen will, entfaltet natürlich eine sehr eifrige T« keit. Um den Schein zu wahren, muh er gelegentlich auch rechts vorgehen, obwohl das einem Mann von seiner Vergalt fjeit, dem nach seinem eigenen Bekenntnis die Deutschnatio« Volkspartei zu weit links steht, einigermaßen schwer st« wird. Bei seinem Kampf wider die konservative Gegen red b hat er sich denn auch bisher in der Hauptsache auf ein Vor! gegen die zu PogrsmS auffordernden antisemitischen Bureau! schränkt, die nebenbei, bevor man zu Haussuchungen bei schritt, gewarnt wurden. Umso eifriger wird auf Kommun und Unabhängige gefahndet, und über deren die Ordnung st 5� a s 81 Arbeit liefern die Spitzelberichte auch ein weit umfangreich�urbcn Material. Es hieße wirklich Herrn Hirsch gar zu viel Naivität zutra'��I»« wollte man annehmen, daß er von der Tätigkeit des\tc» Kommissariat», das in demselben Hause untergebracht ist, in �T ingen er selbst die Geschicke des preußischen Staates leitet* nicht RMkiteu. richtet sei. 1 Zu ■dr.i d e GzA Der Arbeiterrat in Frankfurt a. M. lehnte in seiner ��Mistßli fammlung mit 101 gegen 53 Stimmen die Beteiligung an-u vom Zcntralvat ausgeschrieben?» Wahlen ab. Die Rcchisstl.toigendi listen verlangten die Neuwahl und wurden dabei unterstützt � g; einem reaktionäre� Bürgerausschuß, der den Arbeiterrat f'ud so bürgerlichen Elementen durchsetzen wollte. M�r i Slaa'skanzler Renuer über die ArbeilerrM�-� ßPx ein Ilen äuberte n ,'cnnmb Uf"»»« leilü Die ng d: «u So? Ver?rankfvrker Kbeikerral gegen devZevlral Bei einem Empfang von Industrie! Staatskanzler Nenner über die Sozialisi über die Arbeiterräte folgendermaßen: De Dedeub---- der DozialisierungSaktion wird oft«unrichtig dargestellt, sis? f.'"J Umständen wird die S oz i a l i f ie r.u n g da?«i*!»ivfj£ Mittel sein, um den Industriebetrieb davor zu bewahren, die Hände des auslärchifchen Kapitals zu geraten. Wir haben �Debatti Wir habe« �5. dem Zusammenbruch ein Emporschietzen neuer Institutionen � Genosss neuer Ideen erlebt. Es wurde manches Güte und auch* tionSra ttebcrtriebenes geschaffen imd so ist der Gedanke der Räte! tm An Vertretung beruflichcr und sozialer Sonderinteressen mach��?;?-� vorgedrungen. Wenn Uebelstände sich daraus ergaben, so dieS, daß man es mit U Übertreibungen biefe» Gedanken» zü SrnLsko hat und daß man diesen Institutionen ein richtiges Maß«o« � Jktionl petenzc« zuweisen muß. Wiukerbeihilfe lür Erwerbslose. De Reichsregierung hat in Aussicht y-nommen,«die Städte zu ermächtigen, daß sie vom 1. November bi» zum 91 bestimmten besonder» bedürftigen Gruppen don Erwerbslosen Winterbe ihilfe gewähren. Eine entsprechende Verorl ist in der nächsten Zeit zu erwarten, ReichSrcgierung, die ArbeitSbcschafftlng für die ErwerbStosen die Einrichtung einer produktive� SriverbKlS�Sv�. sorge nachdrücklich zu fördern». Kl«" K n no B ugu n«i n g «dam i Becsko ''iSrnäßi � aber b Außerdem \ Der kamPf her Meiallmbeller. Die„Deutsche Allgemeine Zeitung" druckt die Dolkdari- tSerklärung des Ausschusses der Berliner GewerkschaftS» M mifsion ab und bemerkt dazu: Die Berliner E�etverlschaftSkommission wird am Dienstag zu- � r g r tfammen treten, um zum Streik der Metallarbeiter Stellung zu n ist«ehinen. Schlieft sie sich der Auffassung de» Ausschusses an, so zPr fährt der Streck dadurch zweifellos eine starke moralische ilnd tatsächliche Stütz«. Wsnn auch nicht anzunehlnen ist, '''.ru« nicht i- lencil ens natio roch ,---- v— uuvy«nvy» uugu»»»I», 6 die DewerlschaftZkommission die Solidarität mit den streiken- wltMlT Metallarbeitern so weit ausdehnt, dasi sie einen General» »citlsjstreik der gesamten Grosi-Bcrliner Arbeiterschaft proklamieren WWMMWM-u— .ird, so wird doch sicherlich schon eine finanzteile Unter- Ätzung den Streikenden einen neuen Anreiz geben, auf ihrem erigen Standpunkt zu verharren und EinigungSvermche ----- w m| Till T nn zu akzeptiere«, wenn sie eine Einigung auf Grund der von nen aufgestellten Forderungen vershrcchen. Schon eine Erkkä- >ng der Wewerkschaftskommission, die sich auf die Seite der Strei- uden stellt, wurde nach dieser Richtung hin wesentlich wirken. ls aii/geschlosien'darf allerdings nicht betrachtet werden, dost die ictvertfchaftSkonimtfsion sich entschließt, dt« Einigung zwischen n streikenden Parteien zu fördern. Damit würde sie einer Auf» 'de gerecht werden, die verdienstvoll für die Beilegung beS wäre. Wie die Entscheidung fallen wird, muß bis zur der GewerkschaftSkomimssiau am Dienstag abgewartet Diese fM'ige Art der DeuerteNuna und richtige Ein- iwtzuna der Situation sollten sich gewisse Kreise unter den cchtSsozialisten zum Lorbild nehmen. Dort gibt eS Lenttz, «neu es sehr unangenehm ist, daß die Arbeiterschaft die 'ärS erkennt und ihre Maßnahmen danach trifft. So spie 'o 1* stvellmann in seiner Korrespondenz Gift und Galle gegen die Du den Metallarbeitern eingeleitete Sammlung und er- klärte, daß sich die Mitglieder seiner Partei auf keinen stiall ja ran beteiligen dürfen. Auch diese Leute stehen der Auf- ssung G o t h e i n s nahe, der den Wunsch aussprach, solche treiks müßten«sich totlaufen". llnd barum hat auch der„Vorwärts" mit großer Eile kstgestellt, daß uns der I r r t u m unterlaufen ist, eine Zu- chrift de? Olenossen T o st an den„Gewerkschaftlichen Nach- chtendienst" als Auslassung der Generalkom- in vi er P 1% .srnir >mnia :r hH '.aiär l' m �llszuaeben. Wenn der„Vorwärts" ein Langes rr o Breites davon macht, so können wir wohl annehmen, , es auch.'hm peinlich wäre, auch die General- 0 ffl m t H{ Ott auf die Seite der Berliner Metallarbeiter Ot finden Wir aber hoffen zuversichtlich, daß der„Ge- »erkschastliche Nachrichtendienst" mit dem Abdruck der Zn- sirift andeuten wollte, daß auch die höchste Instanz der »eutichen Gewerkschaften erkannt hat, daß sich der Vorstoß fer Berliner Metallindustnellen gegen die gesamte l r b e i t e r k l a s s e richtet. Welchen Grund hätte sie sonst, >ie Notiz durch ihren Nachrichtendienst in die ariamte Ge- herksckwftkpresie zu leiten? Das„Berliner Tageblatt" setzt seine heimtückische c fl e i s e r u n g der Metallarbeiter fort. In der Soli- iritäiSerklärung der Gewerkschastskommission steht dieses Hntt eine Drohung„der Drahtzieher" mit dem General' WM rdem«?.. �Tieser widerlichen Kaitipsesweise gegenüber ist tat- 1" rnftige, geschlossene Solidarität der ge- moiiol'amlen Arbeiterschaft, vor allem reiche Beteiligung : v. n d e n S a m m l u n g e n dringend notwendig. «ch artH Eine Versammlimg der Angestellten der nkorpkM ei chSgetreide stelle nahm eine Nesolntion an, >ie den Kampf der Metallarbeiter für„voll und ganz be' 000 �echtigt" erklärt, den Streikenden ihre wärmste Sympathie rige spricht und gegen die Unterdrückung von gewerkfchaft' auch glichen Versammlungen durch Wassengewalt protestiert. llergew Cm GenerMer'ammsmiz des vezirks- lkibakSes Zerlin-Zrai>de«hurg L. s.S.?. Die am gestrigen Sonntag si mitgehabt« Generalversamm- »g fc.j Bezirk've'.bandeS Berlin-Brandenburg der Unabhängi- «il Sozialdemokratiscken Parb.ü setzte die Beratungen über as SteorganisationSstatut fort. Hes'ig umsliitten urdcn die beiden Entwürfe deS Bezirk-oerbandeS und der Re- ' hr�nisa'.ionSkommission deS Bezirks Teliow-BeeSkow. Nach . ��Wvhafter Debatte wurde der Teltow DccSkower Gegeuewtwurf n°...rMit überwiegender Majorität angenommen. Wr .' zzwccden demnächst die endgültige Fassung des Statuts zum Abdruck ist. in.Gingen und übergehen deshalb in diesem Bericht die Einzel- licht w�heitc». Zu Wahl bei beiden Vorsitzenden mit gleichen Rechten ftan- .den d e Genossen B r ü h l, Künstler und Bruno Krause. Antrag, die Kandidaten zu befragen, wie lange sie der Partei angehören Und welche Acmtcr sie in der Partei bisher bekleidet „ y�Aphab.-n, wu.de abgelehnt. Ein Antrag Neu mann, der Ge. " Dchäftsleitunq beratende Stimme in d m zu bildenden Aktions- sjll s'ch Äat zu neben, wurde angenommen. Die VorsiandSivahl hatte 'icchtssMölgende« ErgcbiiiS. Brühl 498, Krause 3�0 und Kunst- erstützt«-'e r gig S t i IN w e n. Die Genossen Brühl und Krause ierrat �iind somit zu Vorsitzenden gewählt. AIS Kassierer Mu.de einstimmig Genosse Herbst wiedergewählt. Ebenso als Schriftführer Genosse Hermann Weife. , lieber die Bildung des AktionZratS entspann sich sxxxgle-»ine Icbhaste Debatte. Ter Genosse Löwenstein sprach sich a wr einen Provisorischeit AktionSrai aus, der in der Generalver- iußertt i ommlung zu' wäAen fest Dem widersprach der Genosse ing u' Kntcr. dir die' Sclbitändigk.it der Bezirke nicht ange- Dedevt� tastet wissen wollte. Tbenw protest'erte Genosse Hilf er. Ilt ll«°' st 3 gigen die Bildung de? l ftionSanS'chusseS durch , i n z'ri. Generalversammlung da daS eine Vergswaltiguns deS Be- »Kki Berlins bedeute. Sr stellte den Antrag, die Wahlen WM dem Bezirken zu überlassen. Nach weiterer lsbhafter habe«"IDibatU, an der sich noch die Genossen L u ck o w. B r o h und die iionen �Genossin Rofenberg teieiligten, wurde beschlossen, den Ak- auch �sionSrat in der Generalversammlung zu wählen und ihn so lange Rät«? im Amte zu lassen, bis die Bezirke ibre Wahl getroffen haben. mach�stvlge>nve 21 Genosse.« wurden per Akklanration als vorläufiger , ia t'ß AktionSrat gewählt: Säumig- Teltow-BeeSkow. K ü t e r- �Potsdam 4.Teschen. Forst(Frankfurt), K ü n st l e r. Tcltoto- ««�BeeSkow,« t e n z? l e i l- Potsdam 4, S t o l t- Teltow-BeeSkow. " � Kleinschmidt. Berlin, L ö w« n st e i n- Teltow-Be«skon>, Anna Schubert-Bevlin. D r ä t e r- KattbuS(Fvankfurt), August Mülle r-Berlin U lri ch-Berlin, Genossin Dom- nt ng-VevltN, Genossin W u r m» Berlin,« ch i nd ler-PotS- dam 4, SB eh nie- Potsdam 4, Arno N e u m a n n- Teltoiv- BeeSlow, Hasche- Ber/i», H e n n i g» Berlin. In der weiteren Debatte über die endgültige zahlen- »mäßig« Stärke des AktionSrateS, wandte sich©«' 4 noss« Lo wc n sie i n gegen eine feste Zahl. Demgegenüber wurde Walser bsschloiien, d.e endauttig- Zahl de? AktionSrateS auf 23 M> i- ficht' 8� �glleher festLusitzen. Weiter umrde beschlossen daß'>' der Be- ' 7 7.0» zirkSgeneraweriam-mlung nur d-e Delegierten Sitz und Stimme 1 ttweat, Wttzremä Gesctzä.ilSleMmo. Setwtnr wD Bezirlsratc nur ©ttz habsn.®tn Antrag Herstfl,&k®tdXe einer Sekretärin für die Provinz Brandenburg auszuschreiben und die einlaufeudm Gesuche zur Begutachwng dem Aktions- rat zu übeirweisan, wurde e i n st i m m ig angenommen. Damit war d-i« RsorgantsationSsrage erledigt. Auf Antrag des Genossen Künstler wund« wegen der vorgerückten Zeit von der Fortsetzung der Debatte über die Frage des Parlamenta- riSmus Abstand genommen. Rechlssozialislischer ArbeilewenÄ. Bei der Beratung deS Etats des FinanzministerimuS in der preußischen Landesversammkung hielt Genosse Dr. Rosenfeld eine wuchtig« Aniklogerede, die wir wegen Raumes zurückstellen müßten. Wir begrüßen den llebergcmg der Steuerhoheit a n das Reich, weil wir wünschen, daß dir Kleinstaaterei gründ» lich ein Ende gemacht wird. Besonders sympathisch ist uns auch, daß die Steuerverwaliung aus den Händen der Interessenten genommen wirdc Dadurch wird eS hoffentlich«in Ende haben, daß mit zweierlei Maß gemessen wird— ander» auf dem Lande, anders in der Stadt. Preußen müßte vorbildlich vorgehen, sobald«S sich um die Zusammenfassung der Kleinstaaten zu großen A'istungsiähigen Gebilden handelt. Aber dt« Haltung, die die Regie-rung, namentlich der Minister Heine, einnimmt, ist ein Erschwernis dieser Tendenz. Moralische Eroberungen in Mittel- und Süddeutschland zu machen, wird Preußen allerdings auf diese Weise nicht möglich sein. Diese freiheitlicher als Preußen verwalteten Staaten haben aber auch kein Interesse, die Nn» richtung der NvSketruppe als Morycngabe zu erhalten. Und wie steht es mtt der Selbstverwaltung? Der- selbe Minister Hein«, der da verkündete, der Landrat solle der Vertrauensmann der Bevölkerung seines Kreises sein, derselbe Heine ven'agt dem Vertrauensmann der Bevölkerung de» Kreises Schmokkalden, unserem Genossen Vogtherr, die Be- stätigung unter Ausflüchten haltloser Art. An- gesichtS dieser Art„Demokratie" berührt eS eigenartig, daß selbst die RechtSsozialisten die Beseitigung der Ar- beiterräte fordern. Mit schwerstem Geschütz ist man gegen diese Institution vorgegangen. Man hat ihr Verschleuderung von Staatsgeldrn vorgesoorfer«.(Sehr richtig I im Zent'.) Gerade ihr Parteimann Erzbergcr Ist es doch gewesen, der diese Behatiptung, den 800-Millllionenschtv ndel, als Schwindel ent- larvt hat. Nicht einmal das SAetriebSrötegesetz, so verändert«S ist, hnt Aussicht auf Annahme. Die NechiSsozial'.sten, die alles aufgeboten haben, die Demokraten in die Regierung zu bekam« men, sind anscheinend ganz einverstanden mit einer noch weiteren Berwässerung. Sie haben eben kein Vertrauen zu ihrer Sache. Wenn Sie sich nur auf die Masse der arbeitenden Bevölkerung stützen wollten, dann hätten Sie sofort«ine gewaltige Mehrheit für das Rätesystem. In den letzten Tagen ist viel von der Erschütterung des Wirtschaftslebens hier gesprochen worden. Die gewaltige Metallarbeiterbeweaung, die wir hier in SSerlin haben, enthüllt die wahren Ursachen. Man snchs aber von kapitalistischer Seit« das wahre Bild zu verwischen, indem man ihm politische Tenden- zen nachsagt. Das Unternehmertum ist übermütig geworden. Die Metallindustriellen wollen ibre Arbeiter zum willenlosen AuSbcutumasobjekt haben. Aber sie werden die ge- samt« Arbeiterschaft einig gegen sich finden. ?luch daS Vorgehen der Regierung und Behörden zeugt nicht im ge- ringsten von sozialem Verständnis. Dle Regierung hätte alle Ursache, vermittelnd zu wirken und unter allen Umständen zu verhindern, dstß durch willkürliche Versammlungsverbote immer größere Unruben erregt wird. Der Ruf von rechts nach Schutz der Arbeitswilligen ist uns nicht neu. Dahinter verbirgt sich nichts als ihre grenzenlose Arbelterfeindlichkeit. Und Volksfelndlichkeit ist eS, wenn sie hier gegen Sozinlisierung und Kornmunalisterung Sturm lausen. Eine Gewirmbeteiligung der Arbtiter wollen Sie Ivofjl zugestehen, weil Sie hoffen, die Arbeiterschaft werde auf die- sen Köder anbeißen, sich mit solchem Brosamen begnügen und werde sich dann um so intensiver ausbeuten las- sen._ Darin werden Sie sich aber gründlich täuschen. Die Ar. beiterschaft verlangt sofortige und ganze SRaßnahmen, schleunigste Sozialisieriing. Und wo» haben wir auf den Gebieten erlebt, wo die ZwangSwirischast abgebaut oder gelockert worden ist? W n- chcrp reise unerhörte st er Art waren die Folge bei den Eiern, bei Hefe, beim Leder. Durch den Eintritt der Demokraten in die Koali- tlonSregierung wird aber auch auf dem Gebiete des Steuer- Wesens ein« Verniindcrung der Lasten der tragfähi- atz n Schultern bringen, dagegen wird die Umsatzsteuer, die in- direkte Steuer gewaltig vermehrt und erhöht werden. Trotzdem heißt es, für die Besserstellung der Stnatsarbeiter sei kein Geld vorhanden. Das ist ein Hohn angesicht» der Tatsache, daß monatlich mehr als eine Milliarde für die NoSke« garden hinausgeworfen werden. Ein besonderes Kapitel stellt die geradezu trostlose Lage der KriegSjeminaristen dar. Diese sind gc- zwangen, auf den Straßen mit Zigaretten zn handeln, in EoföS zn musizieren und dergleichen mehr. Wir fordern, daß diesen znknnftnen Erziehern unserer Kinder eine monatliche Beihi: se in der Höhe gewährt wird, daß sie der drückendsten Not enthoben sind. Außerdem muß ihnen eine 83 e- schaffungSbei bilfc gewahrt Wersen. Uebcr unsere Stellung zu den Beamten sind hier fast von allen Rednern ganz falsche Darstellungen gegeben wor- den. Wir sind bereit, mit allen Kräften an der Besserstellung der Beamten mitzuwirken. Wir wollen aber allen, die arbeiten wollen, eine gesicherte Existenz bis ans Lebensende bieten, ob es nun Be.unte oder Arbeiter sind, und können es daher nicht als gerechtfertigt ansehen, einem Berufsstand irgend ein Vor- recht zn gewähren. Damit befinden wir uns im vollen Ein- schlag mit dem Erfurter Programm.(Zuruf: Sie reden ja nur zum Fensler hinaus!) Jawohl, wir reden zum Fenster kiinan«! Oder glauben Sir etwa, wir gäben nnb der Illusion hin. zwi- scheu Ihnen ni'v uns wäre eine VerstLndigung möglich? Dazu ist die Kluft zwischen Ihrer und unserer Anschauung zu breit. Nein, wir weilen, bat) unsere Worte dranße» im Lande gehört werden und wir sprechen c8 offen und mit allein Nachdruck auS, daß wir die Parlamente lediglich als ein Kampfmittel befrachten. Den Nechtssozialisten freilich kann ein Herr von Richthofen lei- der mit Recht nachsageil, d-tß sie fast alle Programm- punkte über Bord geworfen haben. Das ist ein Shmptom dafür, welche Hoffnung, n man von rechts auf diese sogenannten Arbcnervertreier setzt, leider mit größtem Recht. DaS Ver- trauen der Massen dagegen schwindet mehr und mehr.(Wider- spruch.) Nun dann machen Sie doch die Probe ausS Exempel und schreiben Sie recht bald Neuwahlen aus, dann wird sich zeigen, wie das Volk über die Arbetterverrätcr urteilt.(Sehr richtig! und lebhafter Beifall bei den Unabh.) Die Laudarbeikttbew.gung in Volen. Die Landarbeiterbewegung in Polen nimmt nach der„Ziemio Lubelska" einen drohenden Charakter an. Im Kreise Hrubieczow fand eine Generalversammlung statt, die zu dem Kongreß der landwirtfKaftkichtn Arbeiter in Warschau Stellung nahm. Die Beschlüsse des Kongresses wurden ohne Aendernng rnngenommeu unter dem Losungt.vort: Den Groß- grunddesitzer« deu Betzen mit Gewalt adzu.- nehmen l Nn ÄomaszoV fänd am% September cini Versammlung statt, zu der au? dem ganzen Kreise die landwirt» schaftlichen Arbeiter zusammengeströmt waren. Bei der große» Zahl der- Teilnehmer wurde unter freiem Himmel getagt und in einer förmlichen Entschließung die Enteignung der Großgrundbesitzer, die Abgabe des Bodens an Besitzlose und Kleinbauern auf dem Grundsatze'gemeinschaftlicher Wirt» schastSführung gefordert. Sollte die reaktionäre Regierung die Landreform vereiteln oder widernatürlich gestalten, so würde der Berufsverband der landwirtschaftlichen Arbeiter vor keinem Kampfmittel zurück sch recken, um den Widerstand der Regierung und der Schlacht« zu brechen. Die Landwirte habe» sich angesichts der drohenden Lage mit einer Denkschrift an daS Staatsoberhaupt und ben Minister gewandt, damit die Behörde» beruhigend auf die Landarbeiter einwirken sollen. Wiens tebensmillelnSle. Dl« Stecht Wien macht schwere Krisen durch sovwhl hkn- sichtlich det Kohlen- al? auch der LebcuSmfttelverforgung. Für die nächste Woche fehlt eS an Mehl, so daß die Mehl- und Brotversorgung der SVevölkerung in Frage gestellt ist. DaS gleiche gilt für Fleisch. Alle Anträge bei der Ententg sind erfolglos geblieben. Die Amerikaner schicken nicht» mehr, da Oesterreichs Kredite erschöpft find. Der Wiener Gvmeinderat hatte sich gegen den ge» planten Verkauf von K u n st g e genstä nde n zur SBe- Zahlung von Lebensmitteln ausgesprochen und eine Abordnung zum Staatskanzler Dr. Renner entsandt. Renner erklärte der Abordnung, daß der ZZerkauf der Kunstschätze unvermeid» lich sei. Man stehe vor der Wahl, entweder LuxuSbesttz oder Produktionsmittel zu veräußern und miiss« sich daher zum Ver, kauf d-r Kunftgegensiänd« erkläre». Ueber dir Schuld am Ihieae(HabSbnrg-Hohenzollern) vek anstaltet der Bund Neues Vaterland am Mittwoch, den 8. Ok tobet abends i48 Uhr, in den Kammersälen, Teltower Straße& (HallescheS Tor) einen Vortragsabend. Die neuen österreichischen Dokumente haben wieder ein aktuelles Interesse an der Schultz» frage geweckt. Es werden sprechen: Hellmut von Ger» lach, Heinrich Ströbel, E. I. Gumbel. Der„Parla- mentarische Unlrrsuchungsausschuß" ist zur Diskussion ein- geladen. Eintrittskarten für 1 Mark bei Wertheim, Bote u. Bock, Leivziger Straße, Portier des Herrenhauses(Portal III), Geschäftssteche Kurfürsteirdamm 125(Hof). Ms der Mcfel Ein neuer Mitstreiter. In EiSleben erscheint seit de« 1. Oktober ein neues Parteiorgan der U. S. P. D., Me.ManSfelder Volkszeit ung". Dank der unermüdlichen Agitation unserer Genossen kann daS Blatt mit einer Auflage von 8000 beginnen trotzdem viele Postbezieher infolge verspäidten Eintragen? in dt« Postzeitungsliste noch nicht abonnieren konnten. Ein neues Parleiblatt in Braunschweig. Durch den schamlosen Raub deS„Volks freund", den dl» Rechtssozialisten mit Hilfe der Reichswehr, unseren Braunschwei- aer Genossen entrissen, ist die 11. S. P. in Braunschiveig einige Tage ohne eigene Zeltung gewesen. Diesem Mangel ist nunmehr abgeholfen. Seit dem 1. Oktober erscheint als Organ unserer Partei zunächst wöchentlich zweimal.Di« Freiheit". Gleich- zeitig wird dle Gründung einer eigenen Druckereigenossenschaft zw«!» Erscheinens einer Tageszeitung in die Wege geleite:! Hoffentlich erreichen unsere Braunfthweiger Genossen sehr bald diese? Ziel! Warnung. Da» Dresdener Parleisekretariat macht darauf aufmerksam, daß ein mit einer auf den Namen Max Richter lautenden Leg!» timation Ausgestatteter, dessen Legitimation den Stempel Kr ei»« t verein Groß-Dre»den, Ortsgruppe Deuben, trägt, sich Unter» stützungen zu ergattern sucht. Ein Genosse Max Richter ist dort vollständig unbekannt und die Ortsgruppe Deuben hat auch keine« eigenen Stempel. Es liegt also offenbar eine Fälschung vor. Die Parteigenossen und Parteiorganisationen seien hiermit gewarnt. Neamienrechte und Wirtschaftsbeihilfe. In dem unter vor- stehendem Titel in der gestrigen Nummer unseres Blatte» vere össentlichien Artikel fehlt ziemlich am Schluß eine Zeile. In der- selben stand, daß der Antrag unserer Genossen in der Preutzi- scheu Latzdesdersammlung dahin ging, die den Lohnempfängern ziv gedachte Beihilfe anstatt auf 400 bzw. 000 lviark aus 000 Mark bzw. 800 Mark festzusetzen. Gewerkschaftliches. i'.'j'u i. I a»»,, I--:> Die Tarifverhandlungen der Gemekndearbeiter Groh-Berlins. In Nr. 478 brachten wir einen Bericht über Verhandlungen des Magistrats und der in Betracht kommenden Arbeitnehnierver» bände in Bezug auf die in städtischen Betrieben beschäftigten Ar- beiter. Hierzu wird unS vom Transportarbeiterverbantz nachfolgendes mitgeteilt:( Eingangs der Verhandlungen wurde vom Vertreter deS TransportarbeiterverbandeS, Koll. Böhmer, darauf hinge- wiesen, daß auch eine Kommission der städtischen Straßenbahner anwesend ist, die sich an den Beratungen über den neuen Lohn- tarifentwurf zu beteiligen wünscht. Begründet wurde dies damit, daß sich auch die Straßenbahner nach Ablauf de? bestehenden, mit dem ?lrbe!tgeberverband geschlossenen Tarifvertrages, der am 30. De- zember d. I. abläuft, unter den zwischen Magistrat und den be- teiligtcn Verbänden neu zu tätigenden Vertrag zu stellen wünsch- ten. Bedenken gegen die Anwesenheit der Straßenbahner wurde« nicht erhoben und nach den Ausführungen des Herrn Stadtrat Seeßt darf gefolgert werden, daß den Wünschen der Straßen- bahner, ab 1. Januar 1020 unter den gcmei>isam.en Vertrag zu fallen, entsprochn werdtn wird. Achtung! Rohrleger und Helfer Berlins! Die in KliemS Festsälen am 5. Oktober abgehalten« Br.m- chenbersammlung hat den Eintritt in tzeq, StpUl vov Montag, den 0. Oktober beschlossen. Zur Tarifbeweguni, der Angestellten im verlturr ZeltunzS- gewerbe wird mitgeteilt, daß die Verhandlungen im ReichSmutl, sterium am heutigen Sonntag wieder aufgenommen wurden. Der Bervand der Zimmerer, Zahlstelle Berlin, hat nach langen Verhandlungen, nachdem frühere Vorschläge der Arbeitgeber als unzureichend abgelehnt waren, erreicht, daß nunmehr ein Stunden. lohn von 5,10 Mark vom 1. Oktober ah im Lohimebilt von Groß- Bcrlm«zahlt irstür Slreikandrohung der Aerzte. Wie das Nachri/'.cnamt des Magistrats mitteilt, droht ßem öffentlichenRettungswesen in Grotz-Berlin durch das Verhalten der dort beschäftigten Aerzte Gefahr. Lb schon der Verbandsaus schuß des Groß-Verliner Verban» des für das Rettungswesen beschlossen hat, den noch durch Vertrag zu niedrigeren Sätzen verpflichteten Aerzten eine wesentliche Honorarerhöhung zu bewilligen, drohen die Aerzte mit Streik, wenn nickt ihre höheren Forde- rungen zugestanden werden. Im höchsten Mähe muß es be- fremden, daß eine Gruppe unter den Aerzten sich bemüht, auch die in den Rettungswachen tätigen Heilgehilfen zu einem Sympathie st reik zu veranlassen. Diese haben sich aber bis jetzt den Wünschen der Aerzte gegenüber ab- lehnend verhalten. Eine etwaige Stillegung des Rettungs- stellenbetriebes würde eine außerordentliche Schädigung für Die Allgemeinheit zur Folge hoben. Ob die Technische Nothilfe, die bekanntlich das ganze deutsche Volk mit ihrer Liebe umfaßt, auch auf diese Even- tualitäten gefaßt ist? Ob sie gegen die bürgerlichen Aerzte ebenso einspringen wird wie gegen streikende Arbeiter? Oder iß das Rettungswesen kern lebenswichtiger Betrieb? Die Befreiung vom Religionsunterricht. Dienstag, den 7. Oktober, beginnt der Unterricht in den Schulen Groß-BerlinS. Gebt an diesem Tage schon Euren Kindern die schriftliche Erklärung mit, daß sie nicht mehr am Religionsunterricht teilnehmen sollen. G kuckt nicht, den kleinen Kindern schadet der Zleligions- Unterricht nichts. Gerade diese Kinder finden sich nicht zu- recht, wenn sie in der Schule hören, die Eltern find schlechte Menschen und kommen nicht in den Himmel, weil sie nicht beten. Sie leiden unter dem Gegensatz von Schule rmd Haus mehr, als Ihr denkt. Schützt sie dagegen, befreit sie vom Religionsunterricht! An Stelle dieses Unterrichts können die alteren Kinder Moralunterricht erhalten, der für Kinder vom 10. bis 14. Lebensjahre in mehreren Gemeinde schillen erteilt wird. Kinder im ,13. Lebensjahr, die ein halbes Jahr an diesem Unterricht teilgenommen haben, erhalten von der fteireli- giösen Gemeinde und der Arbeiterschaft Berlins die fugend- weihe. Es ist den Kindern durch die Jugendweihe die Mög- kichkeit gegeben, den Eintritt in? Leben genau so feierlich zu pollziehen wie durch eine Einsegnung in der Kirche. Ein Zwang zur Einsegnung besteht überhaupt nicht, auch nicht zum Besuch des Unterrichts der fteireligiösen Gceneinde, selbst wenn das Kind dem Rsligionsunterricht der Schule fernbleibt. Genossinnen und Genosien! Die Nationalversammlung hat nns um die Früchte der Revolution betrogen, nehmt Euer Schicksal selbst in die Hand, schafft Euch die wettliche Schule, befreit Eure Kinder vom Religionsunterricht! ein« Fraktionssitzung statt. Vollzähliges und pünktliches Er- 1 scheinen erwartet. Der Fraktionsvorstand. I. A.: Otto Koch.! Vollversammlung der Arbeiterräte. Am Dienstag, den 7. Oktober, vormittags 10 Uhr, findet in den Musikersälen, Kaiser-Wilhelm-Straße, eine Voll. Versammlung der Groß-Berliner Arbeiterräte(grüner Aus- weis) statt. Tagesordnung: Erledigung des 3. Punktes der Tagesordnung der letzten Vollversammlung der Arbeiterräte und Betriebsfunkttonäre gemäß den vorher bekanntgegebenen Dispositionen. Der Vollzngsrat der Arbeiterräte Groß-Berlins. Eiar Alarmnachricht über Ruhestörungen in de« Garten- lokalen in den Zelten war dieser Tage in verschiedenen Zeitungen zn lesen. Danach sollte sich in dem nordöstlichen Teil des Tier- gartens.eine große Menge" halbwüchsiger Burschen eingefunden haben, um eine Versammlung abzuhalten. Es seien Ansprachen gehalten worden, in denen die Versammelten aufgefordert war- den seien, als Druckmittel gegen die Regierung die Arbeit zu oerweigern. Die Menge fei dann in geschlossenem Zuge nach den Gartenlokalen in den Zelten gezogen, sei in die Gärten ein- gedrungen und habe das Publikum belästigt;«S seien auch Versuche gemacht worden, Damen Handtaschen zu entreißen. Die Büfetts seien gestürmt und kostenlose Verabfolgung von Ge- tränken und Zigarren sei verlang: worden. Em zufällig vorübergehender Wachtmeister der Sicherheitswehr habe die Alexanderkaserne anteiephoniert, worauf in Kraftwagen eine Ab» teiiung Sicherheitsmannschaften anrückte und die Gesellschaft zerstreute. Diese Angaben sind aus den Fingern gesogen. Uns liegen schriftliche Bestätigungen von Lokalinhabern in den Zel- ten vor, aus denen die Haltlosigkeit der Tatarennachricht her- vorgeht Der Besitzer von Zelt 4 schreibt u. a.; .Am Freitag abend waren in meinem Garten keine Gäste zu- gegen und derselbe auch nicht erleuchtet Gegen 9% Uhr abends kamen etwa 90 junge Leute und bestellten Bier, welches sie nach Empfang sofort bezahlten. Einer derselben stieg dann aus das Podium nnd hielt eine Ansprache, welche nach Aussagen einiger meiner Angestellten humoristischen Inhalt hatte. Ais ich diese? bemerkte, ersuchte ich denselben, dies zu unterlaflen, worauf es auch geschah. Die Herren tranken dann ihr Bier aus und der- ließen dann in Ruhe das Lokat" � Auf einen Umstand sei aber m Verbindung mit dieser An- gelegenheit hingewiesen. Vor den Zelten entwickelt sich fast all- abendlich ein starker Verkehr. Junge Leute und junge Mädchen, zu denen sich auch ältere Jahrgänge gesellen, flirrten hin und her und eS ist manchmal nicht mehr schön, was sich hier ab- spielt Der aufmerksame Beobachter wird sofort erkennen, daß gerade sogenannte„Skhrleute" und auch„Sicherheitspolizisten" sich in einer Weist benehmen, daß es schon ein öffentlicher Skandal ist. Achtung! Arbsiterrcite der U. S. P. D.! Am Montag, den 6. Oktober, nachmittags 5 Uhr, fnckct m der Aula des SophiengymnafimnS, Weinmeisterstraße 15, Lohnempfänger niederer Ordunng. In amtlichen Bekannt- machungen speziell der Post fmdet sich immer noch die Bezeich- Mino niederer Ordnung. Solche„Lohnempfänger" teilen uns mit, daß das doch recht schlecht in die neue Zeit hineinpaßt. Wenn sie auch a>uf Bezeichnungen wenig geben, so ist doch diese Art Klassi- 1 ftzierung von Aushilfskräften sehr bezeichnend. LedensmUlelMenver. Riederschöneweid«. Für die Woche vom 6. bis 12. Oktober zur Ausgabe auf Abschnitt 91(2) der Groß-Berliner Leb«» WM~M~' zum Preise von 38 Ps.,' ■■' Kr.> karte je 250 Gr. Haferflocken„—, R. schnitt 92(3) der Groß-Verliner Lebensmittelkarte je 250 Gr. grisß zum Preise von l.iöjßl.;_cruf Abschnitt 93(siedet Groß-V Lebensmittelkarte je 125 Gr. Groupenmshl zum Preise von aus Abschnitt 3(7) der hiesigen gelben Lebensmittelkarte(l* gäbe) je 250 ßr. Inlands Marmelade zum Preis« von 65 Pft 1 gelangen im Gemeindelsn, Berliner Straße, auf Abschnitt Ii hiesigen gelben Lebensmittelkarte von Montag, den 6. OattJ 2 Päckchen Milchsüßspeise zum Preise von 55 Pf. für ein Pa»° Verkauf, und zwar am Montag, den 6. Oktober aus die 1— 8500, Dienstag, den 7. Oktober auf die Nummern 3501— TOTO; ivoch, den 8. Oktober, auf die Nummern 7001 bis End«.® darauf aufmerksam gemacht, daß die Aaren bis zum 12. Okton geholt werden müssen. 1 Mariendorf. Auf die Abschnitte 60 und 76 der Droh-Sf Lebens mittel karte entfallen je 500 Gr.— 1000 Gr. und auf Abfg- entfallen 250 Gr. Nährmittel, und zwar 1000 Gr. Graupen zm»l von 88 Pf„ 250 Gr. Maismehl zum Preise von 1,45 M. Die■■ nutteikarten müssen zur Abtrennung der Lnmeldeabschnttte Ii»- bis zum Montag, den 6. Oktober, bei einem beliebigen HLiwj» in einem der beiden Gemeindeläden vorgelegt werden. Der b- der Aar« an die Einwohner beginnt am 10. bzw. 11. Okiobel,> 4 Uhr. Tafelobst fAepfel) wird an die Bevölkerung zum 60 Pf. je Pfund abgegeben. Die Abgab« erfolgt gegen LocW Abschnittes 13 der braunen Lebensmittelkarte der Gemeinde« Martendorf. Es entfallen 2 Pfund auf jeden Bezugsberechtigt:». Verkauf findet in den beiden Gemeindeläden während der Verkaufszeiten statt. Alt-Glienicke. In der Zeit vom 8. bis 12. Oktober werde! ausgabt in den Verkaufsstellen: auf Abschnitt 88 der Scitm karte• 135 Gr. Haferflocken(23 Pf.), 250 Gr. Morgentrank, Maisfabrikate(1,45 M.); auf Abschnitt 75 der L-bensmit» 250 Gr. Saubohnen(63 Pf.); auf Abschnitt 28 der blauen A: mittelkarte 1 Päckchen Milchsüßspeise(56 Pf.): aus Abschnitt Iugendltchenkarte 260 Gr. Nudeln(35 Pf.); auf den Oktober-Ü-. der Monatskarte für all« Leute i Pfd. Sago oder Reis und l Zwieback; gegen Abtrennung des Abschnittes der 41. SBWJ Kriegsbeschädigte 1 Pfd. Grieß(Verkaufsstelle II); auf Nah* karten für Kranke% Pfd. Kindergerstenmehl. Frisches? soweit der Borrat reicht. Beste Vollherwige(nicht tranig) 83 v. Stück. 2 Stück 1,25 SDt freihändig. Beste Pfiaumenko«s«ven i»' blechdoseei, soweit der Borrat reicht, 3,20 M. Aus den VrgauiWonen. Achtung! Zehlmorge« Friedrichstadil Der Oktober-Zahknost die Drrukerei-Nachtarbciter findet am Dienstag, den 14. Okto' Neukölln. Di« ordentliche Funktionärsißung findet befsi Moutag, den 6. Oktober, abends 7 Uhr, bei Äolff. Kirä' vereinMevder. Di«. Ocffnung der Badeanstalten wird immer dringender. Es muß gelingen, der Schwierigkeiten Herr zu werden, die dem ent- gegen stehen. Zwei Kinderleichen wurden gestern cruS der Spree-mfgeftscht. Das eine Kind war 6— 7 Monate alt, das andere war ein neu- geborenes. Es wird vermutet, daß die Kinder um die Ecke gebracht worden find. Heiratsschwindler finden immer noch genug Dumme. Dieser Tage wurde ein solcher Schwindler, der sich als Gcneralobcrarzt ausgab, festgenommen. Bielen Heiratslnstizcn hat er das Geld abgenommen. Viele Betrogene werben sich auS Scham nicht melden. Aber sie werden nicht alle. Achtungl Ludwig Loewe, Huttenstraßel Montag, de« 6, nachmittags 2 Uhr, Betriebs»«: scrmmlung im �Klostergorten' fee. Der Lrbelterrat. Bollzug?avsschoß aller Angepelltenausfchüsse der Groß' Metallwdustri«! Dlenetag, den 7. Oktober, nachmittags 5 US> sammlung in Sandrs» Weißdierstuben, Stralauer Straße 3. ordnung: Liquidierung oder Umstellung der Fachgruppe nbet Freie sozialistische Fugend„Prenzlauer Porstadt-. 7. Okloj Strauß. Pappe lalle« 25, Lichtbildervortrag des Herrn Dr.' über �Hygiev« des Geschlechtslebens". Internationaler Bund der Kriegsbeschädigten nnd Hinterbli Dezirk Süden. Montag abend 7 Uhr im Lokal von Müller, 84 strahe 6. Referat:„lieber unser« kommunalen Forderungen."" Südost. Dienstag abend 7 Uhr Versammlung im Reichender? Reichenberger Straße.— Bezirk Osten 3. Dienstag abend Bezirkssitzung Markgrafendamm 34 im Lokal von Riedal. grupp« Neukölln, III. Abteilung, umfassend die BezirSf einschl., Montag abend Uhr Abteilungsversammlung d-> Greiffz Festsäle, Hermannstr. 196. verantwortlich für die Redoktio« Alfred wielepp,*4 Verlagsgenossenschast„Freiheit",'e. G.«. d. H„ Berlin.— SJJ Lindendrnckerei und Verlagszesellschatt m. d. t>- Schlsfbauerdc» '< 1 Theater und flersnüsunäen. 'oikürnw. Theater aa Bülowrlatc. Ukr: Die BUraer von Calab Opernhaus Ohrt MIanon. SekauiBielhäus Uhr: Ccriolan. Beatscües Theater Dlraktlea: Max Vetakardl Panat L Uhr: Ssnienpiele Uhr: Nju. Theater l. d. jlönlssrfitzer Straße I: Erdtelbt KornMIeahrna her Marachallbrtclce. der Mak fiükrüselott ; lerlfner Theater Ukr: Lcssißjsitheater Erektion: Viktor B; bühr: Chria" henitse 7 Uhr I WWW liitwoch 7�: Christa, die Taste ieuiach. KOsstier-Thaaiw Montag bii iokl. liittvreek?�: L'as SoUoS tai Wainsaa. Resißenz- Theater. Stadtbahn JaaaowitalN-tcke TSf ich 8 Uhr; Oos hehere Lehen. techiM. 4llhr r.kleiaer. Preisen [ittwochi Botiii apehon. onngbead: Hansel n. Oretel. TrSanöa-Theöter. Bill. srlknaAltuft Ur. iäi7, 2391. Täglich W Uhr: Maskerade �achm.4Uür*.klerae«Prei�;n jlittwoch: Schpaewltlckcn Sonnahead: Aschenbrödel Rose-Theatcr fi Uhr: Kleine Sklavin. L- Schwarzer Kater Schaubühne Moritzplatz (früher Bussenhasren) Das Riesen-Oktober- Variete-Programm Anfang 8 Uhr/ Sonn- und Feiertags: 2 Vorstellungen 3 Ute* nachmittags nnd 8 Ute abends Nachmittags kleine Preise Vorverkauf Sonntags iwischen 12—2 Uhr aa der Tageskasse M Verlangen Sie kostenlos ein Probeheft l & : DIE FREIE WELT i ■ ILLUSTRIERTE WOCHENSCHRIFT DER U.S. P.D." b Zu beziehen durch jede Buchhandlung■ j oder direkl vom Verlag BERLIN NW 6, B Schißbauerdamm 19. Wiit97gsrten tdalloh n Uhr UarieMörsitlSung Raichen eestatteL Casioo-Theoter Lothrlntar Str JT. TAfU'lfi Uhr; Großstadt-Pflanzen Volksstüqk In 3 Akten. Vorher: Schwarz\va!dfaühle". Operettenakt mit Viktor Litzek von der Komischen Oper. Dazu amldaatiat Spas.aliUtan. Sonntag V4 Ukr: Mädcheaehro. Walhalla-Theater Weinbergsweg. TW. 7>! Uhr: Da» Oeselz. (SnmSitsch WontatJ, 6. Okt. abds. 7% ü. „Äphi'Oiiitö" Traglkoia. Pantomime in 3 Akten v. Paula Busch insceaicn v. Hoiballettm. 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