Äi nun«* Elnzelpreks 15 pfenMg* 2. �ayr�ong vlenstag, oen 14. Vcrsvsr 1919 Nr. 496 /B 226/ 7!ben0�usgads Dl« frtcttint n-.crqtn» und natfinitiag«, an Z«nn» und �esttaaen nur vn B?iua»prei« Utr&ii d«> fiefer Aust«lluna in, Bau, für«Snofc-SnlH 4-- dltiltem pofibijuci monatL*JA m. du Anstilluna un«n Sttufdand für vnitlchiau» WO CT, für, Huslanb 7.80 87, prr Brief 12.56 M. «cboftfon und(TrDrtitlnii: v«rlw N«.«. Schllsdamrdamm Mio. Fernsprrchei! Ami Norden»SOS mit) 2336. '3*# in.— üfbauöj; )D,sevat»?vst»n d!« achtgespalt. Nonpareillezeil» oder deren Raum l,20 Nlk., wortanzelge« da» fettgedruckt» Mort SO Pf* jede» weiter- ITort 25 Pf. Ceuerung»znschlag 70 proz. Vei Familien« u. versammlungsanzeiaen fällt der Zuschlag fort. Inserate für den darauf» fotgeUden Cag müssen spätesten» bi» 5 Uhr nachmittag» bei der Expedition aufgegeben seilt. Jnsentten-AbteUung: Berlin NW. 0, Echlffbnnerdamm 10 Fernsprecher: An» Norden V76» Berliner-Organ SS Eroberung Rigas durch die Sechs Riga doch gesaLe«. lros>e> Allee H.N. London, 14. Oktobed. »Tailh(T�tomcre* meldet über die Vcrteidigunn waren Bayern; Russen oen nicht darunter. Äachdom die Deutsch.'» wieder Panzer- > herangezogen hatten, unbirnahmen si« einen neuen griff. Der sinke Flügel der Letten wurde zua-ürkgedränyt gegen Mitternacht war Riza gefallen. Ein paar chute utzen mit etloas Kavalle.i� verteidigten sich, mußten sich aber ter auch zurückzichon. Etwa 6000 Mann zogen durch Riga begaben sich mit. ihren NahrungSmitteltvanZporten nach dem Tide. Die Nachhut der Letten, etwa 2000 Mann, unter Bede! Obersten Be r kai!, blieb in Riga zurück. D i e ladt wurd e den ganzen Tag über bombardiert. rhott wurden die britischen und franzäsischen Torpcdozäger Hafen durch Granaten gekrofsen. -�SDie Beseßung Rigas durch dnitsche Truppen wurde vor einigen Tagen gemeldet, ist aber bisher nicht , worden. Auch der lettischen Gesandschasl ist von Besetzung Rigas noch nichs bekannt. Allem Anschein handelt es sich um eine verfrühte Alarmnachxicht. Reue Verbekrllls. ■■'*i| 6||eiwt Belrug der deultch-rulsilchen Freibeuter. hotten vor einigen Tagen die Forderung auf- u f!lJi|,leuJ. zur Unterbindung des andauernden Nachschubes ''II � Baltikum eine sofortige Urlaubssperre ein- # n*u lasten. Bisher ist aber noch nichts bekannt ge- ih diese Sperre eingetreten ist, obwohl sie eine ! verkörpern würde, die für dos Verbleiben der 'Pen im Baltikum von einschneidender Bedeutung - Das Derliolten der Regierung zeigt also auch in Während die Finanzen Deutschlands immer mehr zerrüttet werden, Post und Eisenbahn nicht in der Lage sind, ohne Zuschuß zu arbeiten, stellen sie ihre Einrichtungen einer moralisch verkommenen Abenteurerclique zur freien Verfügung. Und die Negierung findet noch immer nicht den Mut, diesem schändlichen Treiben Einhalt zu bieten. Sie ist also auch für diesen Betrug voll verantwortlich zu machen. Punkte, daß sie sich vollständig in den Händen der ."ks befindet, die dem baltischen Abenteuer noch immer iiclil � haben und trotz der von ihnen über das Volk bcrausbeichworenen ungeheueren ...«et» ihre Pläne durch allerlei Hintertürchen � n sollen. ttit-�en Werbern, die sich bis in die letzen Tage hinein .•r..'"'• P, v'en mit dem Menschenschacher befaßten, der Boden i�üßen jeht etivos zu heiß geworden ist. sind die n sCn- 8 Menschenhandels, die deutschen K o m- stellen in Kurland, auf einen neuen Trick ver- .(Jim ihren Plannselostshestand auszufüllen und ein , Matilges Heer auf die Beine zu bringen. Sie ver- .Ijrtzt.lon Kurland aus fertig ausgestellte Militär- .'che ine und UrlKvbs scheine an deutsche -ck Adressen ihnen übermittelt worden sind. Tw�'-�oen.wildere Anschreiben, in denen sie das herrliche uetm' ber Soihatcn in Kurland in allen Farben schildern. millige Werkzeuge für ihren Räuberseldzug zu �IV nnen. Diese Schiebur......... -«-ÄLWinen, ausgehändigt ,gWW»,c,5gIW* Diese Schiebung mit Urlaubs. an Personen. nichr stellen, stellen und Militär- die in keinem einen voll- iln Höf an Die Betiinet Arbeiletschast! Heute abend 7 Uhr flnden 30 proWoersammlu �en statt, um die Empörung des arbeitenden Volkes über die politische Entrechtung und die Vorherrschast des neu deutschen Militarismus zum Ausdruck zu bringen. Meiler! Varleigeusssen! Folgt in Massen dem Rufe der Parteileitung, kämpft fik Aushebung des Telageruugs- zuslaudes und siir Pressesrelheil! MM WßWK'MUH Die SlreilbeAegung in Amerlla. Rch&g O e 7r"M'AL&K i c'JJiige Weise betrügen lasten? Wie lange sollen dl« schwes --- Welte detrügen lasten? Wie lange sol ,z.sti!M«iteten deutschen Eisenbahnen noch dazu M j�emdländische Verschwörer v n« v»«— a- M» diieven, für !» sä» c 1 7 x tri zu befördern? Die zu wt» \.'-P lenen Formationen haben sich von Deutsch- terial unentgeltlich WW>'■ uw»« Set KsjK Menschen Die und den losgesagt Sic haben also keinen Anspruch auf freie Eisenbahnen, haben auch keinen "«und-NtauI-»d- poit Mail twtroo«!. Amsterdam, 13. Oktober. .Dirne!" meldet au! New Dort, dag die Folgen de! Str.eik«! der Hafenaroeiter ernst find. 131 000 Arbeiter sind infolge des Streit! erwerbslos. H. N. New Dork, 14. Oktober. Die Delcgserten von 43 örtlichen Gewerlschaften im Hafen- betriebe, dte 180000 Arbeiter vertreten, haben sich für die Beendigung de! Streiks ausgesprochen. Bergarbetterstreik in Amerika? London, 14. Oktober. Au! Philadelphta wird gemeldet: Am Montag sind die Verhai.dlnngon zwischen den Kohlongrubenbeschevn und den Bcrg- leuten ergebnislos abgebrochen worden. Die Union der Gruben aridstter hat davaufhtn für den 1. November den Streik beschlossen, der 400 000 Arbeiter umfassen wird, wenn nicht bi» dahin ihre Forderungen anertannt werden sollten. Die Forderungen beziehen sich hauptsächlich auf eine 60proz«nlige LohnerhZhpng, d£a Sachdftumdenvlg und die iU«ftägige Arbeit!- woche.'' Schwere Sozwlflenvetfslgnnge« in BntnSnien Nach einem Bericht de! Pariser»Populaire" au! Bukarest! finden zur Zeit in Rumänien schwere Soziali st en- Verfolgungen statt. Die rumänische Regierung sucht systematisch, besondere mit Hinsicht aus die bevorstehenden Wahlen, die sozialistische Bewegung und die Propaganda der sozialistischen Partei auf alle Weise zu unterdrücken. Da! Organ der Partei «Der Sozialismus" ist verboten. Papier zur Herstellung von Wahlflugdiättern wird nicht ausgehändigt. Die sozialistischen Führer werden zum größten Teil ohne jeden Grund verhaftet, insbesondere an den Orten, wo sie Aussicht haben,.gewählt zu werden. Obwohl da» rumänische Gesetz bestimmt, daß Kandidaten für die Wahlperiode aus dem Militärdienst entlassen werden müssen, werben im Gegenteil alle sozialistischen Kandidaten jeden Alter! neu eingezogen. Unzählige Prozesse werden au! allen möglichen vorgeschobenen Gründen vor den Kriegsgerichten gegen sozialtstische Führer anhüngia oemacht. \ L ve'llgerunzszutiaaöj Von Kurt Boenheim. Wir haben widerholt nachgewiesen(.Fr* heit" Nr. 444, 448 und 468), daß der Belage» rungszustand nach der neuen Reichsvorfassung völlig ungesetzlich ist. Der folgende Artikel liefert den zwingenden Nachweis, daß er auch auf Grund der alten Bestimmungen aug dem Jahre I8öl jeder rechtlichen Grundlage entbchrt, I. Am 13. Januar 1916 wurde im Deritschm Reichstag über den Belagerungszustand debattiert. Sprecher der So» zialdemokvaton war der Abgeordnete Wolfgang Hein«, Er wandte sich scharf gegen die Regierung und erklärte: .Ich spreche mein« Entrüstung au! über die völlig nutzlos« Beschränkung der pevsönlichen Freiheit ei-ngclner Individuen, über die Unterstellung unter Schutzhast." Und über die auf Grund des Belagerungszustand»- gcsetzes verhängte Pressezensur spottiere er: „Wo immer«i der Welt und In welcher Zeit in der Welt e! eine Pvessezonsur gegSben hat, sie hat immer eine Dummheit auf die andere gehäuft.* " Ein paar Monate später, als am 80. Malt 1918 Int Reichstag wieder der Belagerungszustand auf der TogeK, Ordnung stand, war der Adgeordneie Gustav N o S k e der Sprecher der sozialdemokratischen Partei. Er entrüstete sich, daß der Belagerungszustand unter Zustimmung der bürget» lichen Parteien noch immer aufrecht erhalten werde und forderte: .Summen Sie dem Antrag zu» der von Ihnen wünscht, daF eine Aushebung der Zensur und d«! WelagerungSzustandes erfolgt. Unser Volk und unser Land sind so stark, daß ungeschminkte Kritik und volle Wahrheit nicht! schaden, sondern nur nützen können." Besonders zürnt« er über das Verbot von�Lersamnte limgen. Er erklärte: .Nicht minder falsch und nach meiner Neberzengung sog atz vom Standpunkt der Regierung bedenklich ist ferne: die Unterbindung von Versammlungen politischer Vereine. Di* Regierung sollte doch au» ihrer früheren Erfahrung nicht gang vergessen haben, daß langdauernde Unterdrückungsmaßnahmen in jedem Fall Gegendruck hervorrufen und bewirken, daß schließlich eine unterirdische Tätigkoit entfaltet wird, die viel bedenklicher tstj, als eine vielleicht als unbequem empfundene Aussprache, weil Irr« tümern und falschen Behauptungen nicht so entgegengewirkt werden kann, als wenn in aller Oessentlichkeit diskutiert würde." Anckj Herr Scheidemann verwahrte sich energisch gegen die Aufredhterhaltrmg des Belagerungszustandes und erklärte: .An die Spitze der wenigen Sätze, di« ich heute sprechen will, stelle ich die Forderung:.Fort m»t dem Belagerung! zustand� Ter BelogevungSgustemd Ist der Boden, ans dem all die niede�- trächtigen Ding«, von denen wir heute wuder gehört haben, überhaupt erst möglich sind." Und er betonte: .Der Ausnahmezustand auf Grund de! Belagerungszustände! ist geradezu ein Unglück für unser Volk. Wenn es wirk- llch Menscken gibt, staatSgefährlicke Elemente, wie man sagt, die den Bestand de» Reich» bedrohen, dann stntz diese Leute nutz gefährlich in der Stickluft des Belagerung!» zustande!. Am hellen Tatetellcht, in frischer Luft sind diese so genannten gefährlichen Leute vollkonmreo unschädlich." Und am 27. Februar 1917: .Gestatten Sie mir auch ein Woet Wer den BelogerungA». zustand. Schaffen Sic ihn endlich ab, e r n ü tz t nicht! mehr, salb» Sie goglaubi haben, daß er jemals irgendwie genützt haben sollte. Er nützt absolut nicht»; er schadet; er verdirbt Re Stimmimg im Volte... Wo! ist die Folge de« Belagerung!. zustand«!? Sin Spitzel- und Denunziantengesindel ist yroßgezüchtet worden, das unserem Lande nicht zur Ehve ge- reicht.",. Der ReichstfagZberickit verzeichnet am Schluß der Rede: leohafter Beifall bei den Sozialtzemokrafem II. vergeblich Wierde die Aufhebung des Delagerungszustan. deS gefordert. Erst die Revolution vom U. November fegte ihn hichveg. Und ein paür Monate nach der Revolution: Da verhängte das Preußische Staatsmiiiisterium. das in der Mehrzahl aus Sozialdemokraten bestand, wieder über groß« Teile Teutschlands den Belagerungszlistand; am 8. März über Berlin. Dem Ministeriiim gehörte der Abgeordnete Hein« als I'ustiziiiin ister an. S ch e i d e m a n n war Mitglied der Iflkidtsuateruna., M militärische Gewalt auf Ar��deS VelagerunsSzustunixß wurd« dem Gegner des De�smmgS. luftaitöes, dein Gegner der Unterbindung von Lersainmlun- Atn �Mischer Berejne. Gustav NoSke übertragen. III. Für den Bekagenmgszustand gilt das Preußische Gesetz k'om 4. Juni 1851, der Zeit der Hechflut der Reaktion. Mit der Derhängrmg des Belagerungszustandes geht nach § 4 diese? Gesetzes die vollziehende Geiyalt an den Militär- In'sehlshaber über. Tie Zivilvernxlstungs- und Gemeinde- Behörden haben den Anordnungen und Aufträgen der kRilitärbefthlshaber Folge zu leisten. Di« �Artikel der Verfassung über Versammlungs' imd Pressefreiheit sind aufgehoben. Schutzhaft ist zulässig. Aus. uahnregerichte in Gestalt der außerordentlichen.Kriegsgerichte können eimgvrichtet werden. Der MilitärhesehlShaber kann im„Interesse der öffentlichen Sicherheit" Verbote erlassen. Die Tragweite dieser Beftinrnrnngini ist ungeheuer. nnd RoSke als Oberkommandierender hat von den ihm nach dem Gefetz van 1851 gewährten Rechten unbeschränkten Ge- brauch gemacht. Versammlungen unter freiem Himmel wur. den allgemein verboten, öffentliche Versammlungen in ge- schlossenen Räumen der Anmelde- und Genehmigungspflickch Unterworfen. Die Volksversammlungen der U.<3. P. D. Legen den Friedensvertrag von Versailles, die Bersammsun- iigm der Metallarberter, Versammlungen des Hauptmanns von Veerfelde, zahlrelchs kommunistische Versammlungen ffielen. um ein paar Veispiele hemnSzuheben, unter das Bechot. Versammlungen, deren Abhaltung trotzdem der- isncht wurde, wurden mit Waffengewalt auseinander- getrieben. Und die Pressefreiheit nnter Noskc? Du lieber statt! Wieder nur ein paar Beispiele: Die..Note Fahne", die ».Republik", die ,, Junge Garde", die„Freie Jugend", sind auf imbestimmt« Zeit verboten worden. Die„Freie Welt", die „Freiheit" und zahlreiche andere. Zeitungen durfton tage- oder wochenlang nicht erscheinen. Neue Zeitungen bedürfen besonderer Gonehysigung. Verstöße gegen diese Verordnung werden mit Gefängnis bis zu einem Jahre geahndet. Wie sagte doch Herr H e iu«, als er noch Abgeordneter And nicht preußischer Minister war: .Wo tmmer tn der ÜBett und m welcher Zelt in de: Welt«S '«Ine Pressezensur gegeben hat, sie hat immer eine Dummheit auf andere gehäuft." ' iv. Nur unter dem Belagerungszustand ist die unsagbar 'Läßliche und brutale Einrichtung der Schutzhaft möglich Menschen werden in Haft genommen, nicht weil sie straf. jübare Handlungen begangen haben, sondern weil sie nach An- «ficht der Milnärbehörden unvorsch-ristSmäßig denken. Nicht �hre Handlungen, sondern ihre Gesinnung kostet sie die Frei. lfreit. Genosse Weinberg hat ja vor einigen Wochen in der �.Freiheit" erzählt, auf Grund welcher haltlosen Beschuldi- sWMgxn Menschen von d«r Militärbehörde in Schutzhaft ge- imommen und Wochen- oder monatelang im Gefängnis ge- galten werden, bis auf ihre eingelegte Beschwerde die Ver- Handlung vor dem Reichsmilitärgericht endlich ihre völlige Alnschuld ergab. Und wenn der Beschuldigte das Unglück hat, picht der freien deutschen Republik anzugehören, sondern jMuLländer zu fein, dann hat er nicht eininal ein Beschwerde- lirecht, er kann dann monatelang in einem Gefängnis sitzen, ohne daß er das Matqrial, das zu seiner Verhaftung geführt 'IM. überhaupt zu Gesicht bekommt. Utrkerworsen. Offiziere werden Rlch'er!n politischen Prozessen. Tonn das ist das Unerhörte und Ungeheuerliche! Bei den außerordentlichen Kriegsgerichten urteilen neben zwei VeriifSrichtern, drei Offizier« im Majors- oder min- bestens HauptmannSrang, die von dem MilitärbefehlShaber zu Richtern ernannt sind. Die Lcheinsozialisten, die als Abgeordnete nicht scharf genug den Belag»rlMgSzustcmd verurteilen konnten, ver- hängten jetzt nicht nur den Belagerungszustand, sondern setz- ten Offiziersgerichte zur Aburteilung ihrer politischen Gegner ein. Revolutionäre, erklärte Gegner der RegierungStruppen, als A n g e k la g t e: Offiziere der NegierungStruppen, vom MilitärbefehlShaber hierzu bs- stimmt, als R i cht e r. Tie außerordentlichen Kriegsgerichte urteilen nicht etwa nur über die Handlungen aus den Märztagon, nein, auch heute begangene Handlungen uirterstehen ihrer Zuständig- keit. Ein Verstoß gegen ein NoSkesches Verbot, Abhaltung einer nicht genehmigten Versammlung, Erscheinen eines nicht genehmigtem Flugblatte?. Verbreiten einer verbotenen Zei- hing— und der Angeklagt« kommt vor daS außerordentliche Kriegsgericht. Und— denn wir sind ja beim AuSnahmerecht— gegen die Urteile der mißerordentlichen Kriegsgerichte gibt es kein Rechtsmittel. Mit ihrem Spruch ist daS Verfahren ein für allemal zu Ende, mag daS Urteil auch unhaltbar lein. AI? die kaiserKche Regierung im Januar 1918 anläßlich des großen Streiks in Berlin außerordentliche Kriegs- gerichte einsetzte, da wurden sie nach kurzer Zeit wieder auf- geMien. Heute, unter einem überwiegend„sozialdemokra- tischen" Ministerium, ist ein« solche zeitliche Beschränkung nicht erfolgt. Meder ßrnwW von MUchen WM Au? den Kerkermauern in Werl dringt wieder mal ei»' zweiflungdschrei zu ur.S herüber. Die wegen politischer Angtl-1 Helten dort Inhaftierten sind durch die monatelang- Snizi» der Freiheit zur Verzweiflung getrieben. ES sind fast auSN« M loZ einfache S:bei:cr" di- doN im Gefängnis schmachten, d'- Krtn ifirOTt netrennt hält. Wo�u? T Di«: Mete monatelang von ihren Familien getrennt� hält. Wozu�?"r VI. Die Verhangitng de? Belagenmgszustcmd«» ist nach§ 2 deS Gesetzes vom 4. Juni 1851 nur zulässig„für den Fall eines Aufruhrs... bei dringender Gefahr für die ösfent- licher Sicherheit". Folgerichtig Hann der Belagerungszustand nur so lauge aufrechterhalten bleiben, al» die Vorousletzun- gen für feine Verhängung vorliegen. Do der„Fall des Aufruhrs" und der„dringenden Gefahr" feit vielen Mo- naten nicht mehr gegeben find— ich lasse dahingestellt, ob sie überhaupt je gegeben waren— so ist der Belagerungs- zustand seit vielen Monaten ungesetzlich, seine Aufrecht- erhaltung ein reiner Willkürakt. Das(Lös der bayrischen Ssswbie. '; Zugleich mit der Verhängung deS Belagerungszustandes Hät daS sozialdemokratische Minister! mn regelmäßig außerordentliche Kriegsgerichte eingesetzt. Dolitilchc' Verbrechen, wie Hochverrat, Landesverrat, Auf- rühr, Widerstand gegen die Staatsgewalt, wurden damit der Zuständigkeit der bisherigen ordentlichen Gerichte entzogen und der Zuständigkeit der neugeschaffenen Ausnahmegerichte «u« München meldet bi«.Telegraphen.Union":.In der gestrigen Landeskonferenz der s oz i a l d e m o k r a t i- schen Partei wurde ein, Sntschließmtg angenommen, in welcher darauf hingewiesen wird, daß die Bayrische Volkspartei und die Demokratische Partei aus ihren Landeskonferenzen den Wunsch zum Ausdruck gebracht haben, daß die jetzig« Regte- rung unter- dem Ministerpräsidenten Ho ff mann in ihrer bisherigen Zusammensetzung wetter besteh«. Damit sei die gemeinsam« Verantwortung für all« bisherigen and weitercn Regierung« maßnahmen festgelegt und die Grundlosigkeit der maßlosen Angriffe gegen die sozialdemokratischen Mesierungsmitglied-r in aller Form anerkannt. Di« sogialdemokroti'che Lanbeskonferenz habe angesichts dieser Tatsach« und der für den Mnier zu ecwar» tenden großem Schwierigkeiten nicht die Verantwortung dafür übernehmen können, daß da» Land durch den Austritt der sozialdemokratischen Mv(Glieder au» der R-zitrung aufs neu« den schwersten Erschütterungen ausgesetzt weide und di- politi- scheu, kulturellen und sozialen Errungen schasern der R-vchution gefährdet würden. Damit ist die bayrisch« Regierunzokrif« bei- gelegt." So werden denn die bayrischen Rechtssozialtsten ihre Verderb- liche RegierungSpolilik weiter b-treeben. wirklich nicht möglich, da! Ermittelungsverfahr-n zu beichl«--,«„bl&äi wo solche» wegen Vergehen der Einzelnen angehellt werden#« Warum müssen diese Inhaftierten von Monat zu Monat»rjj chchB lender Ungewißheit festgehalten werden?- Ist es zu verw�M. wenn b-i den Eingesperrten sich der Bedanke festsetzt, daß ß- crn;iri Recht und Urteil gefangen sind und gefangen g-haft-n �„>cn, Ist es zu verwundern, wenn sie lieber durch Hunger SeEv et( begehen lootlen, als den bisherigen Zustand noch länger erw» fr«ei Ein Brief aus Werl teilt unserem Elberfeldcr �""t mit. daß seit dem 5. CItobei die politisch Inhaftierten den Hungerstreik'getreten sind. Dieser fürchterliche ��"ve kai zeigt, bis zu welchem Gnade die Verzweiflung be, dieftn�..... �Ngrn gestiegen ist. Daß man nicht daran denkt, der Qual der M»1.811«: Inhaftierten In Werl— und anderswo—«in Ende zu zeigt, wie weit sich die Recht, so, ialisten von ihre» w ren Anschauungen entfernt haben. bie für st Sie ftsnMsche ßenschnfi im Snmetiil Di-r«, einer Bevölkeruna"zuschulden komm«, lassen. Durch& einet roin sranzösilschon Venwaltiumg, willkürliche Au zahlreicher Eftuocchnor, Verhängungdes Belage zustand«»»uS den nichtigsten Gründen. Verbot ct sammlungen mit mehr als 15 Personen und zahllosen Maßnahmen haben die militärischen Vertreter d baS letzte % öaS sin g liest perialistischen französischen Ragierungä« �er Zweck geheure Erregung unter der Bevölkerung des >>;. na<« zahlreichen blusigen Zuftnnin� � � schassen, die sich in Mischen Einwohnern und Hinzu kamen die Maßnahmen gegen schaft, die Unterdrückung der sozialistischen Propaganda und di« Unnachgiebigkeit gegen roht fall: scrderung, die zahlreiche S t r ei t S.'*._____ de» verwendeten Sprengstofft», über Beschädigungen der'°"* durch■ Hinabstürzen von Fördenvagen, Munisian uns., arten, daß machen können, gebeten. Mitteilungen hierüber an r* dcrarti entsckädigungskommist'ion, Abteilung KEA. II, Berlin SB.1" mlegt werd den Linden 17/18, zu senden. welcher d «r auch vo: ofortig ahme der ti m m e i n e Hälft kg« n. T der � Wtandpunkt dck«?ird weiter Valeflriva. / Sei» Monaten schon kündete sich als«in musikalische» Sveignis besondemr Art di« Aufführung von Hans PfitznerS »Palestrtna" im Opernhause, Unter den Linden. Sckvn d* ungewöhnliche Erhöhung der Eintritt»preis«, selbst an der Kasse bis zu 100 Mark, die langen Vorberichte über die Schwierigkeiten de? sehr anspruchsvollen Einstudierung usw. ließen da« Größte erwarten von dem Mann«,, dessen frühe«, Schaffon ltrotz seines»Armen Heinrich" und der in Berlin noch immer nicht ausgeführten»Rose vom Liebesgarten") so lange d erkannt und unterschätzt wurde. Seiirem„Palestrina" ging bereit» von München der hohe Ruhm einer der«insten und erhabensten deutschen Musik» lschopsungen voran. Im MUielpunkt der Handlung steht der b«> rühmte KirchenkompoNtst Palestrina, der im Ringen seine? Genius die Eigenzüge Pfitzner» aufweist. Palestrina führt im Kampf gegen die Rückführung auf den strengen Gregorianischen Thoral di« Musik zu neuer Blüte. Mit der Reform det Musik beschäftigte sich im 16. Jahrhundert auch der Tridentiner Tonzil, des in losem Zusankmenhang mit der Handlung unier großem historischen Aufgebot den ganzen zweiten Akt füllt. Pfitzner, der den Text seiger Legend« selbst schrieb und ihn sowohl musikalisch al? dichterisch durdbrang, ersticht bereit» am Schluß des ersten.Akte» die Höhe »»»d den Weihepunkt seine» Werke». Man kann und darf e» nicht «!<»C#««" zugliedern. Einer Schöp'ung von so yewoUigen Dimensionen gegenüber kann ti zunächst nur«in« Einstellung geben, das SBerl rein durch da» Gemüt auf sich wirken zu lassen — ob zwar der an Richard Wagne'rt Ideenwelt erinnernde geistig« Gehalt mit seineii mittelalterlichen Gefühlselementen an sich nicht geeignet ist, den Menschen der Gegenwart unmittelbar in seinen Bann zu ziehen. Mystische Schauer, Verdammung und Verklärung. Zerknirschung und Erlösung— alle»! fern von jeder Theatralik, ja vom Theater überhaupt— ein ungeheures Oratorium(wenigstens der geschlossen für sich bestehende, fast zwei Stunden währende erste Akt). Pfitzner» ganz nach innen ge- richtet« Art gemahnt an die Meditationen Brahm». die gewaltige Struktur seine» Kontrapunkte« schließt an Bachsche Gothik an. verjüngt den Säulemvald Wapnerscher Grals' Archltektur. ergreift und erschüttert in ihrem deutschen und doch gerade Luch in kdoutschland unerhörtem künstle rischon IdealiömuS. Danach aber fragt man doch: Was hat die deutsch- Musik der Gegenwart und Zukunft von Pfitzner zu erwarten, ist er ihr Psadweiiser? Uns will scheinen. dckß er«he;«in Spätsing vergangener Epochen ist. Bei aller musikalischen Scilbständi gleit bleibt er t b Wagno'.ianer. Der Mangel an straisor Glied-- �slna und Ar VnMrung jn der znusikdramasißhe� Sirpktur,>-S quälende Mißverhältnis zwischen Orchester urtd Stimmen—«si ist durchaus symphan'sche Mufik— all« diese Bestandsiile ds? Wagnerjchen Stiles, übor Pen wir im Bcyrüff sind hinauszu- wachsen,-sie werden bei der geringen dramatischen Be- gabung Pfitzner» noch überbot«. So hat der Fortstrebende keine Lösung dieser für die Gestaltung der neuen Opa: überaus wichtt- gen Probleme zu erwarten. Wie PfitznerS.Avmer Hsiurnch' sich an den.Tristan" an- lehnt, so.Palestrina" an' den.Parsifal", aber auch bei manchen anderen Anklängen(Meestersängor usw.) wächst er doch in gewisser Richtung über Vorbilder hinaus. So hehrem Schaffen, so üher»| j strömender Innigkeit verschließt sich kein« Seele. Darum sei auch I dem Opernhaus« gedankt für di« unter Leitung de» Komponisten bis ins Nsmste sorgfältigste Aufführung de» Werte«, da» bei klei- , rtecen Preisen nui hoffentlich auch den.minderboneittelton Volk»- ! kreisen zugänglich gemacht wird. Dadurch wird der neue Direktor. Herr v. Schilling», seiner künstlerischen Tat auch die soziale Geltung geben. Sine große Schar von Einzelkräften des Opern- Hauses, verstärkt durch namhafte Gast«, führt da» Werk auch , äußerlich, fern aller Sensation, zu einem, trotz mancher ermüden- ! den Längen, stanken und ehrlichen Erfolg. Freilich,«in«.Repe» loireoper" kann und soll dies« musikalisch« Legend», die überhaupt nur auf größten Bühnen aufführbar ist, nicht werden. Jn orchestraler(Dirigent Dr. Stiedry) med fzenisch-dekorativer Hinsicht wurde da? Opernhaus allen künstlerischen Ansprüchen gerecht. Josef Mann sang, im Vollbesitz seiner Stimme, den Palestrina nach dem Bilve Pfitzner», ganz und gar nicht tenoristen- hat, sondern«nnelich versunken und durchglüht. Noch viel« andere wärci zu nennen, besonder» aber Karl Ärmster, Heinrich SchluSnuS und Waldemar Henk« als römische Kardinäle. Auch di« nicht ganz zur Höhe wuchen. machten im Zusamin-nhcmg mit dem Ganzen dem Opernhaus« Gh«. Dr. Lee Aren», dessen Tod gemeldet- wurde, war— Im Jahre 1900 auf Grund jener unglückseligen nach ih« n«u9ü 4— i— cn___» v.. 4.4.______r4:-.x__ k:. iß f. gcvaltei ten lex Lron», die die Disziplinargewalt über die P � Sehalte, dozenten an den preußischen Universitäten neu reg«� die Entziehung seiner Eigenschaft als Privatdozent 6*' worden. Selbst das Betreten der Universität und die der staatlichen Laboratorien wurde ihm untersagt! unter dieser letzten Verfügung hat er al» Gelehrter gel! es war ihm unmöglich, seine bedeutenden UntersuchuN! die Hertzschen Wellen und die drahtlose g r a p h l e, über die Jnterferenzstreifen in und über die Grundlagen«leftrischcr Messungen efl*. fortzusetzen. Nur noch theoretisch konnte er sein« Arb<>� fit T\r i*** y> i. k. Vll mv V �. i•» v.. O- 1 C*~, i«J Diese' ' mehr Zungen dc ynerkomi anover I Wy.ucT°n �'x LUr<*> ei« l fes führen, hat abrr auch hier noch bedeutende LeisruniZett ��öequenz. in Gebiete der ■ I Nachfolger, zeichnen gehabt, besonder» auf dem«tevrete der � �iren durch die Erfindung eine» F a r b«icherSe oder Fastben»�!-layr,� � genau« Bestimmung und Festlegung jedweder FarbenN>>)r>rant»nark ,i->l,»(5r»si. rsj.,____ ß..i„t.f4,' Dralkners f-mo!!-Nesse. z'efte. Tr war ein Schüler von Helmholtz K u n d t und ist, von seiner politftchsozialen Wirlian"» Hütten' sehen, besvnder? durch sein« Erfindung der Quecksilbt fem 3 rw lampe bekannt, geworden.". Karl Gjellerup, der al» Dichter, und Philosoph'W g*4 Schrricn dtj buddhistische Welterlosungslehre über d«. tum hinaus predigte, ist 63 Jahr« alt in Dresden g' Punkt: Li- Tr war in Däne»iar>k geboren, aber tn Deutsdland Sein schönste» und tiefste» Werk ist der Roman Kamnnita". In einer Legende.Da, Weib de» v« er sich auch dramatisch veisucht. Im Jahre 1917 wu»� den.Robelpr.'i» für Literatur" ausgezeichnet. Sil E ll�ianchen Zu einem hohen, innerlichen Fest gestaltete Siegfried Och» Bruckner» gewaltige?.Moll*Messe, da» monumentalste Werk, da» nach Beethovens Ali«« solemnis sitz der Kirchenmusik geschaffen wurde. Das gesteigert« Ausbegehren der Chore in dem betenntnismächtigen Credo, von dem Srzklang der Blechbläser getragen, entfesselt alle menschlichen Leidenschaften, zerfließt zu einer tiefsinnigen Andacht im Benedictu» und in dem mensch. verbrüdernden Ausilang de»»gnu» de:. Machtvoll erschüttert Siegfried Och», wenn er Klangmassen auf Klangmassen schichtet. als tiefster Musiker wirkt er in der feinsten, hauchgetragenen' Schaitierung.— Voran ging der 116. Psalm von Franz Schreiet, ein Jugcndwerk, da» die fortschrittliche Bedeutung des ungerecht vernachlässigten Mchncr Meisters noch in keinem Takt erkennen läßt. (Jtiffnnnj der bolschewistischen Splelsalson 1« Hin Radiotelegramm von Zarskoje Sselo teilt mit, Sowjetkommun« Petersburg wieder alle Theater ,u gönnen haben. Di. Große Oper wird Richard Wa(K,_ de» �belungen" und di«.Meistersinger" zur Auskühr-�ch'-renz w, Die Troß« Dramatische Bühne zeigt neben Schills CchcuO, Hetnaat und den Zarewitsch Alexandrowits�,./rin« Deisru übrigen-i.heater weisen einen sehr mannigfachen 2P'�Döschlusses non Lopez.e Bega bis zu Maeterlinck. Jn erster'zoster dam die Vor:-Hungen naturgemäß für di« Arbeiter und mit a((i reserviert. JEtfan». �eut'chen Lyzeumklub, Lützowlatz g. �'tzatjcheibe� der V-lttbühne findet am Mtftvoch, den 15- C Wiederholung des Lustspiel» shake-pear« jrolt. -Maß für Maß - I'Mt. JCMtz SÄ wfl« M Slreik der Melallarbeiler. Lügenhehe in der-Reichswehr. . Tie längst widerlegte Lüge von den politischen Absichten n, �/Lllarbeiterstreiks. die aus den Spalten der groben ul t'° �erllchen Presse endlich verschwunden ist, seiert ihre Aufer« 'chleu»�' �una m dem für di« Truppen der Reichswehr bestimmten �,sen nicht zu Ver- .. ngcn auf Grund des letzten Vorschlages Schlickes vereit erklären, läuft morgen mittag ab. Diese unheil- -T. Spannung kann nur gelöst werden, wenn die Unter- : in letzter Stund« zur Einsickst kommen. Der Arbeitsminister hat von Stuttgart aus, wo er sich Teilnahme am VerbandSteg der Metallarbeiter be« ndet. die Metallindustriellen abermals um Ver- ?«te�«r."dlungen ersucht und mitgeteilt, da� das Reichs- »ul«'?'i�nlinisterium Anweisungen zur Einleitung von Ver- �wndlungen hat. Es bleibt abzuwarten, ob solche milden �Mahnungen Eindruck auf die Scharfmacher machon wer- 'en. Die Aussichten dafür find recht gering, wenn "e Presse nach wie vor den Scharfmachern durch v e r- o gen« Berichte über Vorgänge innerhalb der Ar- nterorganjfation die Oesfentlichkeit'über den Stand der Inge täuscht-und so den Unternehmern daSRückgrat all«. Die Streiklage. ( � � j.• i* m| vy t wnu|w ui;»» u u» üs m v* H i :n an steift. So schreibt heute morgen die„Volkszoitung" 1h teil" n Aus Nrbcitgeberkreisen wird mitgeteilt, daß sich in der Streck- Dird Weitung selbst«in Umschwung vorbereite. Am Sonnabend vor- ßilNag habe eine Sitzung ver Fünfzebnertom Mission stattgefunden, Jn welcher darüber beraten wurde, ob man sich mit dem Vorschlag, er auch vom ReichiarbeiUm mister ausgegangen ist. und der die iteJJal usortige Aufnahme der Arbeit und dann erst die Auf- erK�.7Äahme der Verhandlungen empfahl, fügen solle. Da» Wp�timmenver'hältni t war ungefähr gleich. Die t> n e Hälfte der Anwesenden stimmte dafür, die andere da. «gen. Den Ausschlag gaben die Vorsitzenden, welche er- ärten, daß in der Oesfentlichkeit und in der Arbeiterschaft ine derartig« Maßnahme al» ein Zeichen der S chw ä ch« au»- legt werden würde. So kam man zu dem Entschluß, sich be- ich der Verhandlungen auf einen vorstchtig-abwarienden tandpunkt zu stellen. Die.wirtschaftsfriedlichen" Verbände, ,at ,ltd weiter berichtet, deren Ende schon besiegelt erschien, haben > ihm Zuzug erhalten, wie man ihn noch vor Wochen für unmäg- lie f t1' lth gehalten habe. «efoi,.. Diese' Meldung ist Wort für Wort unwahr. Einen it r wehre ve Vorsitzende, die in solcher Weise bei Abstim- die den Ausschlag geben können, g»bt es in der Fünf- . �"wsekommifsion ü�rhaupt nicht. DaS qanze Lügen- ge1ii*!M�dslr Hof nur den Zweck, vor der Oesfentlichkeit die i' rTk ön der Verschärfung der Situation von den Unter- ose el.e»mern abzuwälzen. Die gegenwärtig« Lag«, die gekennzeichnet wird, ist den Scharfmachern �ugen �«Nbequei�. Neue Lügen sollen ihnen Erleichterung Äe-I�kfen. Die Schamlosigkeit einer Presse, die ihnen will- LvYrige Dienste dabei leistet, kann nicht scharf genug ge- �benn�randmarkt werden. olgerL«»> mo® a#,. Hüttenwerke«. Meyer, Temprlhof. Gtreikversamm- jlbt��ung der besagten Organisation(der internationalen Arbeiterko.iferenz, der nach Artikel öd? des KriedeusvertrageS die Ursprung- Ii che» Mitglieder des Vo.terbundcS angehören) sind, haben die Friedensdelegierlen am 11. d. M. beschlossen, daß di« Frage der Zulassung deutscher und österreichischer Abgeordneter zu der bevor st ehenden Arbeiter» konferenz in sfiashingto» dieser Konferenz überlassen werden sollte, und daß inzwischen die alliierten und assoziierten Siogierungen deutschen oder österreichischen Abgeordneten, die sich in Vorwegnahmt einer ihnen günstigen Entscheidung nach� Washington zu begeben wünschten, kein Hindernis m den W.'g legen würden, und in der Sitzung de» Obersten Rate» am 19. September wurde die Uebereintunft getroffen, daß die amerikanische Delegation im Namen der Konferenz ersucht werden sollte, der deutschen und der österreichischen Delegation den angeführten Beschluß vom 11. Septeinber 1819 mitzuteilen." Daß die endgültige Entscheidung über die Zulassung der deutschen und österreichischen Delegierten dem Kongreß selbst überlassen bleAt, wird in dem Schreiben wiederholt betont. Es ist also ein« Art Kanossa gang, der den Deutschen und Oesterrcichern zugemuiet wird, und«».ist zu erwarten, daß die Gewerkschafteir' der beiden Länder«S ablehnen werden, vor dem Kongreß al» Bittende zu erscheinen. Die Folge einer solchen Ablehnung dürfte auch für die Gewerkschaften einiger neutraler Länder, so vor allem für di« Skandinavier, Veranlassung geben, die Teilnahme abzulehnen, ja, wenn da» Internationale Gewcrksckaftsburcau treu zu den Beschlüssen der Amsterdamer Konferenz steht, tertin hätte cä die Pflicht, die ganze gewerkschaftliche Internationale zur Ignorierung der Washtng- ton« Konferenz aufzufordern. x Anscheinend macht da» Internationale Bureau in letzt« Stunde Versuche, die Beteiligung der Deutschen und Oester. reicher auf irgendeine Art nröglich zu machen, wie au» der nachstehenden Meldung hervorgeht. Amsterdam, IL. Oktob«. In einem Artikel über di« bisherige Weigerung Deutsch- land», an der Arbeitökonkerenz in Washington teil- zunehmen, schreibt der Haager Berichterstatter de?»Algemeen HandelSblad": Glücklicherweise sei auch m eist« Stunde noch ein« Acnderung diese» Standpunktes möglich. Bei der bereit» gemeldeten Unterredung zwischen dem ReichSpostminister Giet- bttit und Oudegeest sei GieSbert» zu dem Entschluß gekom- mcn, Deutschland die Teitnahme an der Konferenz anzuemp- fehlen. Man werde sich in Deutschland vermutlich wohl über dt« Richtigkeit der Erklärung der französischen und belgischen Arbeiterführer, baß die deutschen Delegierten auf der Konferenz al» völlig gleickcherechtigt würden auftreten können, unterrichtet haben. Damit sei für die Deutschen auch daS letzte Hindernis be- scitigt. Man könne kaum annehmen, daß bei dem gegenwärtigen Stande der Dinge der auf rein formellen Beschwerden begründete unversöhnliche Standpunkt beibehalten werden wird. Deutschland würde damit sich selbst bei der Arbeiterkonferenz«inen sehr schlechten Dienst erweisen. Die Sabolage der Zechenbaroue. Wir haben schon öfter dargelegt, wo die wahren Gründe für die Kohlennot zu suchen sind: in der schlechten Beschaffen- heit der Betriebsanlagen, in der TranSportnot und>n der Sabotage ver Untern e.hmer. Dieser letztere'Umstund wird auf» deutlichst« bewiesen durch die Feststellungen eine» S t u d i« n k o m m i s s i o n, die von der Stadt Elberfeld in» Ruhrgcbiet entsandt war. Die Kommission stellte fest, daß auf einigen Zechen die Förderleistung prozentual der Friedenslei skung gleich kommt. Während di« Unternehmer dauernd über Arbeiter- Mangel und ArbeitSunlust der Bergarbeiter jammern, liegt»ach Ansicht der Sachverständigen für den Bergbau, der Leitung der Bergarbeiterverhände in Bochum, Essen und Belegschaften der Zechen ein« sh st ematische �Sabotage der Kohlenförderung durch die Grubenbesitzer vor. Dem Reichskommissar Otto Huä erklärt««in Vertreter der Stadt Hain. bürg, daß er seit drei Wochen im Ruhrgebiet herumlaufe, um 80 000 arbeitswillige Arbeiter zu vermitteln. Obwohl Bedarf an Arbeitskräften vorliegt, machen die Grubenbesitzer keinen Gebrauch von den Angeboten. AIS Grund wird Mangel an UnteikunftSräumen angegeben, dabei hat die Firtn, Krupp Arbeiterbaracken für mehrere tausend Personen leer stehen. Aus Angst vor der Sozialisierung tun d.« Unternehmer alles, um die Kohlenförderung so uri rentabel wi« nur möglich zu machen. Die Anordnungen de» ReichSkommissars Hut werden von den Unternehmern einfach nicht befolgt. Die Kommission hat auch festgestellt, daß Kohlen in großen Meyer, Donnerstag, den 10. Oktober. 8 Uhr. bei Dpletzer. ■r"?»in____________ � Berliner Straße 77. Streik karten abgeben und " h J' Quittung unterschreiben. Srd-mann, Obmann, : hfl# Gilten*'«.®.«chtung! Donnerstag 9 Uhr Besich- , Konfum-Genossenschaft Berlin« u. Umgegend. Treff- d eii�'�ßüb,,' �'chtenberg. Ritterglitstraße.— Auszahlung der Unter» ' Aü&Jü auf Streikkarte von 1— 138 Mittwoch von 1— 3 Uhr im iollendl H Oberschöneweid«. Die Streikleitung. wurte-'--- und: pW C] die w-WM-l Meittlw'em� � Dß Einloldnng Deutschland«»>» T«. � Friedensvertrag toam mit allen Rechten fordert««, smd isdens�u» Die Einladung, di« Pom Reichsmmrist« « Nationalversammlung bekanntgegeben murde, ta- ntichei»enden Xvllen:'___ �ene verschoben werden. Uebereinstimmenb wurde festgestellt, daß genügend Kohlen da sind. Da» geht auch au» dem Lieferung»- vertrag mit Frankreich hervor, wohin außer der Vertragsmenge noch X Million Tonnen mehr geliefert werden. Diese Tatsachen beweisen auf» eindringlichste di« Sabotage de» Unternehmertum«. Man hörte doch emmal von einem Gesetz über die Kohlenbewirtschastung und sprach hochtönend von einem Anfang zur Sozialisierung de» Kohlenbergbaus. Wie wenig in Wirklichkeit dt« Regierung dreinzureden Hai, geht au» folgender Aeußerung de» Retchslommtssar» Hut hervor:«Di« Kohlen al» solch« zu verteilen, steht nicht in meiner Macht. Ich kann den Herren vom Syndikat nur Vorschläge machen." ES ist höchst« Zeit, daß hier mit eisernem Besen gekehrt wird. Wende man doch den sabotierenden Unternehm«n gegenüber auch einmal jene drakonischen Maßnahmen an, mit denen man bei den großen' Kämpfen im Ruhrgebiet die Arbeiter beglückt«. Der Bevölkerung kann aber nicht oft genug gesagt werden, wo die wahren Schuldigen«t dem Zusammenbruch der Kohlenwirtschaft sitzen.\ Ein neues presseverbok. NoSke hat sich«in neues Glanzstück geteifet St hat den »Fau n", eine illustrierte politisch-satyriscke Wochenschrift der- boten. Er kann also auch ben Witz nicht mehr vertragen, den selbst da» alldeutsch-monarchisrische Regimewt stet» unbehelligt gelassen hat. -freie Welt ersctpslntzmtzrll««- t»! Der Ka-nxs um die GewerlschLsten. In überfüllt« Versammlung sprach Genosse Tißmann» Frankfurt a. M. vor 4000 Besuchern in der Tonhalle in Düsse!» dors über unseve Stellungnahme zu den Gewcrkschrsien. In Düsseldorf hat sich vor kurzem«ine Vereinigung der von dbi freien Gewerkschaften abgesplitterten Organisationsgreippen (Agg. Arbeiter-Unron/ Bergarbeiter-Uniom und Allg. Arbeiter» verband) mit den syndikalistischen.Freien Vereinigungen" zw einer.Freien Arbeiter» Union" vollzogen. Letztere hatte denn auch ihre Mitglieder recht zahlreich zur Versammlung in die Tonhalle ausgeboten. Genosse Mßmann, der den zutage ge» Iretenen Schäden, in der Gewerkschaftsbewegung unser Bestreben nach Demokvatisterung und Revolutionierung gegenüberstellte, wandte sich in eindringlichen Worten gegen jede Zer» s p! i t t e r u n g der Gewerks ckiasten und gegen den Austritt an# den freien Verbanden. Ihm traten in der Debatte Vertreter der Arbeiter-Union, Kommunisten und Syndikalisten entzezen. Durch Eintritt in die Polizeistunde mußten die Auseinander sctzung«n abgebrochen werden. Der Verlauf und der starke Be- such der Versammlung, deren größter Teil dem Referenten zu« stimmte, bewies da» hohe Interesse, da» breite Arbeitermasse» der bedeutsamen Gewerk schaftSfrag« entgegenbringen. Gegen das BetriebsrälegeseH. Am Donnerstag, den 9. Oktober, fand im Börsensaal sin# Versammlung de» Gewerkschaftskartcll« der Be II eidu uaZi nd ust r i< mit der Tagesordnung:.Stellungnahme zum Betriebsrätegesetz" stat), über die vom Gewerkschaftskartell der Bekleidung#» induftri« berichtet wird: Al» Referenten sprachest Ernst Daum ig vom VollzugSrat und HanS Gott furcht vom Gewerkschaftskartell der Bekleidungsindustrie. Di# Versammlung zeigte ein selten einmütige» Bild und zollt« den Ausführungen beider Referenten, di« gattz ent- schieden gegen den völlig ungenügenden RcgierungSgesetzenb- wurf Stellung nahmen, starken Beifall. In der Dislusswn trat ein Herr Israel auf, der versuchen wollte, sein« GeyenauSfüh- rnngen zu parteipolitischer Agitation auszunutzen. Sein Versuch scheiterte a« dem Willen der Versammlung, sich sachlich belehren, aber nicht parteipolitisch von irgend einer Seite beeinflussen zit lassen. Nichtsdestoweniger siel' sich der.Vorwärts" veranlaßt, grobe unwahre Behauptungen über diese Versammlung und unser startell in seiner AberoauSgabe vom 11. Oktober zu erheben. Der.Vorwärts" behauptet einmal, daß wir.gelb" seien. Wir halten diesen Vorwurf schon dadurch für widerlegt, daß der Ge» nosse Daum ig in unserer Versammlung a!S lltefereni gesprochen hat. Di« übrigen Angriffe deS.Vorwärts" sind so sinnlos untzt einfältig, daß«ine näher« Eeörtcrnng derselben an dteser Stelle Vlatzverschwendung sein würde. Wir können nur annehmen, daß die ganze Notiz im.Vorwärts' nur erschienen ist, um den in der Versammlung so unglaublich blamierten mehrheitSsozialisti» schon Diskussionsredner Israel zu decken und in Schutz zu nehmen. Wir fragen nun: Wer bringt parteipolitisch« Moment« in rein gewerkschaftliche Versammlungen? Der.Vorwärts" schämt sich nicht, seinem Berich: die Bemerkung anzuhängen, daß die Ver- sammlung dazu benütz« wurde, Anknüpfungen zwischen mann» lichen und weiblichen Besuchern herzustellen. DaS nennt her .VorwgrtS" Vertretung der Arbeiterinteressen. Tarifverhandlung der Arbeiter in ben Spritfabrikey. Di« in der Spritfabrikation Groß-Berlin» beschäftigt«» Arbeiter, organisiert im verband der Brauerei- und Mühlen- arbeit�tz und verwandter Berufsgruppen, die seit dem 20. Mat diese» Jahre» in einer Lohnbewegung stehen, haben den Schlick» tungkauSschuß angerufen, der folgenden Schiedsspruch gefällt hat: Allen Gelernten find 110 M. und Ungelernten 115 M zu bv» zahlen. Den in drei Schichten tätigen Arbeitern wird die Sonn- tegdarbeit, die innerhalb der»Lstundigen wöchentlichen Arbeitszeit fällt, mit einem Aufschlag von 25 Proz. zum regulären Stunden» tabu v-rgütet. Gefordert waren 110, resp. 120 M. und 50 Prozent Aufschlag. Die Arbeitet nahmen dem SchiebSspruch an. Di# Unternehmer haben di« VenvüidtichkeitSerklärnna durch Nicht» beaniwortung abgelehnt und den Schiedsspruch dadurch nicht an» erkannt. An dem DemobilmachungSkammissar liegt«S nun, recht bafli sein Urteil der in Frage kommenden Orgainfation»»kommen z>t lassen. Die Arbeiter sind der Meinung, daß ein« Industrie, dl« in den letzten Jahren itzcht unter 26 Proz. Dividenden-AnSsch Ü ttemg zu verzeichnen hatte, einen derartigen Lohn, wie vom Schlichtung#» ausschuß gefällt, bezahlen kann. Auch möchten sie, ehe die Iah» reSzeit noch welter dorschrettet, ihren verdienten Urlaub erhalten. Wenn auch d!« SpiritnSfabrikation für den Konsum im all» gemainon zur Zeit nicht in Frage Arnim t, so desto mehr für Mddi» zinatzwecke. Au» diesen Gruiten war««S schon zu begrüßen, wenn«in« Arbeitsniederlegung nicht notwendig wird. Lohnbewegung der Berliner Müllkutscher. Nach zweitägigen Verhandlungen Groß-Berltn mit dem AussichtSrat der Berliner Grundbesitzer und dem Arbetter-AuSfchuß sowi,'. tretern de» Deutschen TranSportarbeiter-VerbONde» fällte, da ein« Verständigung zwischen den Parteien nicht przielt werden konnte* 'der Schlichtungtausschuß solzenden Schiedsspruch: Die Killten«« und Mitfahrer sind verpflichtet, an vier Tagen der Woche zwei Fuhren und an zwei Tagen drei Fuhren zu je 40 Kasten abzu» fahren. JnSgssaml also in der Woche 560 Kasten Abfuhrteistung. sstefobdert waren selten» der Arbeitnehmer zwei Fuhren zu-, je 45 Kasten pro Tag, insgesamt 540 Kasten pro Woche. Die bisherige Leistung betrug 600 Kasten pro Wocke und zwar dergestalt, daß an drei Tagen drei und an drei Tagen zwei Fuhm-n geleistet worden sind. Dieser Schiedsspruch wurde von den Arbeitnehmer»» in einer am v. Oktober d. I. stattgefundenen Vollversammlung an» genommen, Zur Lohnbewegung der Album-, Mahprn», Hasanterkearbeite« »nd-arbeiterlnnen nahm ein« gut besuchte Vranchenversammfting Stellung Wiesen thal teilt mit, daß die Arbeitgeber eß ablehnen, in Verhandlungen einzutreten und unbedingt« Annahm« de# ReichStaris# verlangen. Derselbe ist in einer Volldersammltung abgelehnt worden. Den Unternehmern sind folgende Forderungen voinetegt worden: Für Gehelfen 2,78 M., für klnschmieverinnett 1.81 M., für über 20 Jahr« alt« Arbeiterinnen 1,45 M.. für geübte Feriigmacherinnen und Stepperinnen 1.74 M. pro Stunde. Von der Gcgens-iit« sind für Männer 2,60 27!., für Arbeiterinnen 1,25 51» 1BÖ M. geboten«norden. Saue« geht auf die Gründe der Ablehnung de« ReichStarif» der Lederavbeit«,«in. E« fei in dmnselben auf dt# Eigenart der au» de» Buchbinderei hervor» aangenen Branche, welche viel mit weiblichen Kräften zu rechnen e, nicht Rücksicht genommen worden. Di« Arbeitszeit soll 48 Stunden betragen, während in der Mntteebranche schon längs di« 46ftsnuidill« Arbeitzeit besteht. Drei Iah« fall der Tarif wahren und da# Streikrecht durch«lin« EntschÄdiaungSpfkicht UN» -möglich«»macht werden. Dies« Bedingungen de» ReichStarist eien unannehmbar, daher wich empfohlen, lieber tariflos zul sa.tiÄlM.NoM WM an« beim SchlichtungSauSschnß -er WirtsckmftSgenossrm'chast »elter-AuSschuß sowi'. Ver» i —•.=====! Die Beschaffungszulage der Reichs- und Staatsbeamten Ulld der Lohnempfänger. *- Die Neichsbehördsn haben beschlossen, den Neichsbeamtcn eine BcsckxifsungSzulage zu geben, die in zwei Raten zur Wuszahlung kommen soll. Die erste Rate ist gezahlt, daran schlofc sich eine gleiche Bewilligung sur die Beamten im preußischen Staatsdienst. In der Preußischen Landesver Sammlung wurde zur Bedingung gemacht, daß man dann auch die Arbeiter nicht zuriicfstchen dürfe und die Gesetz.'s- Vorlage der Ncgicnmg wurde solange zurückgestellt, bis die Vorschläge der Regierung für die Arbeiter vorlagen. Bei dieser Gelegenheit mühten sich unsere Genossen ab. eine Er höhung dieser Zulagen zu erreichen. Ihr Antrag, die den Arbeitern zugedachte Summe von 400 bzw 600 Mark auf 600 b.zw. 800 Mark zu erhöhen, wurde abgelehnt, unsere Genossen blieben bei der Abstimmung allein. Und auch in der Preußischen Landcsvcrsammlung wurde der Antrag unserer Genossen abgelehnt, selbst die RechtSsozialisten waren nicht dafür, zu haben. Als Stichtag war im Reiche der L. September festgesetzt. Diese Festsetzung wurde auch für Preußen angenommen, um eine Gleichmäßigkeit zu schassen Man wollte keinen Unterjchiod machen zwischen den Beamten und Lohnempfängern im Reich und Staat. Auf unsere Anfrage an den Finanzminister, wie eS mit den vcr- fchiedttnett Kategorien von Beschäftigten, insbesondere mit den im preußischen Kriegsministerium Tätigen, gehalten werde, wurde geantwortet, daß das Reichssache sei, sie aber bcrücksick>tigt würden. Nun kommen viele Anfragen dar/ über, wie der Stichtag gemeint ist. Deshalb sei mitgeteilt, daß eine Kovenzzesi von sechs Monaten ßorgeschen fst. Es fallen �also nur diejenigen unter den Beschluß, die vor dem 3. März im Reichs- oder Staatsdienste gestanden haben. Liese Bestimmung hat nunmehr manchen Unwillen ausgelöst. Es wird für eine Härte gehalten, alle die nach dem 3. März Eingetretenen von der Vergünstigung auszu- 'chließen, zumal sich darunter viele Kriegsteilnehmer be- finden. In Frage kommen alle Lohnempfänger, die in Reichs- und Staatsbetrieben vor dem 8. März beschäftigt waren und am 3. September sich in ungckündigter Stellung befanden. Die Fraktion der Unabhängigen sozialdemokratischen Partei der preußischen Landesversammlung bat einen Antrag eingebracht, der dahin geht, allen densenig'm Lohn- cmpfängern, die weniger als sechs Monate tätig sind, eine nach Monaten abgestufte Beihilfe zu gewähren. Die Vor-' schlage decken sich mit den vom Deutschen Eisenbahneroer- band ausgestellten Forderungen. Aas den SrsmIWmmi. «mzi 4. Distrlbt, I. Abt. im MärKischin Hof,«dmtralsftrabe 18c. Mittwoch, abend» 7% Uhr, Frauen« vi« 5« He Wnften Vskeikekslender. Arbeiterrat btt Arbeitslosen. Mittwoch, den 15. Oktober,> mittags 1 Uhr, fiwaen ll»ganzimzswahien zum Aibstterrat der lese« statt. Wahlberechtigt ist seber Arbeitslose. Zutritt nur P? Ausweis-Etenrpelkarte des ArbeULnachweiseo. Außerdem SerkttJ' die geplant: Winterbeibiisi-. Die Bersammiunoan finden in fo'Cf* Kehnf Benijj Potzenhoser, v? Die Lohnbewegung der stödtischien Hilfskräfte. Bureau- Hilfkanprstcllten find in Berlin bis zur Ttunde noch nicht in den Streik«ln?etv?tcn. Es fmden zwischen ihnen und dem Magistrat Vewl'andl'ung'n wegen der Schasfung einer neuen Basiz zur Be- glbichiing der Differenzen statt.— In NeuKlln dauert der Streik der HilfS-Bureauangestellten noch bort. Die Ausständigen haben sich mit den städtischen Arbeitern tnS Timoernehmen gesetzt und diese zu einer Sympatchiekunfcg.chung veranlaßt.' Die städtischen Arbeit.r Neukölln? haben sich nn Prinzip bereit erklärt, auch durch«inen Streik die Forderungen der Buveau-HibfSangestcllten zu unterstützen. Zur Stunde finden unter dem Vorsitz deS Stadtrats Wutzst? lMehrheitSsoz.) Beratungen mit den städtischen Arbeitern statt. ES läßt sich noch nicht sagen, wie das Resultat ausfallen wird. Auch in den anderen Äerneind.'n suchen die HilfS-Bureaiiange- stellten mit der städtischen Arbeiterschaft Fühlung zu nehmen. Lokalen statt: Cewerkschastshaue, Engelufer 15; stroh- 85/20; Pharussate, Mülierstratze... Deutscher Transportarbeiter-Verband, Branche der F-nst-r' Mefngputzer. Mitglieberverfammlung am Mittwoch, den 15. Lt.»' nachwittazs 5 Uhr,»m Lokal von Heinrich, Eroßs Fron»? Strohs 30., j|1 Buch'oinder-Verban». Post- und tglaeSdranch«. Donnerstag«e 7 Uhr im Wewerkfchafwhaue, Saal 3, Delegiertenfitzung. Jeder muß eertreten fein. Int-rnationaler Bund der Krirgedefchädizten tc Rrii blieb. nsn, Orlsgruppe Lichtenberg. Dienstag abends im„Rranprinzengarlen". F. ank furter Alle« 239, Eenerawersam Intern. Bund drr Kriegsbeschädigten und Hlnterbllebenrn. Norb-n 4. Am Diene! ag, obenis 7% Uhr, BezirksversmnminW Lokal von Strauß. Papoelallee 25. Referent: Gen. v. Linde»?' über die Hinlerdliebenenf age. Ausweis« mitb:mg»n. Kurs für Elternrät«. Leitung Dr. Fritz Ausländ« r. � desprechung der Integesfenten Dienstag um Uhr abends im- von W egener, Kopernikursstr. 90 fnah? Wo schauer BriiS:«) Sämilich» Krieg«b«sch!,d'eten v. Kriegshinterbliebenen wehrfobrik Spandau. Mittwoch nachmittag 4 Uhr Berf „Reue Welt". Evanoau. Arbriter-Samariter-Bund, Kolonne Groh-Berlin. Bezirk Abt. 1. Mittwoch, den 15. Oktober, abend» 7� Uhr, Melchi Prüfung der Tellnehmer-AusiZ«id« von Berbondsmalerial. den 17. Oktober, abends 7H Uhr.— Be«irk Süden. Abi. 5, Weichselstr. 8.— Bezi.k Norden, Usedom str. 33: Vortrag. Gjsi'i Uhr. den 19. Oktober, nachmittag? 2 Sitzung des Kreises Brandenburg.__ Verantwortlich für die Redaktion Alfred Wieiepp, — DNI». »Nationsl-Hof", BglWP'" ISflitfiliet RttggaritittreKttdsüS Lerl-gsgenossenschaft„Freiheit", e. G. m. b. H,. Berlin.-— Lindendruckerei und Berlagszefellschaft m. b. H., Schisfbauerde»�, pchmaltungestell« Berlin HL 84, Llnlenfiraß« 88/85. Geschäftszeit von vorm. ü bis nachm. 4 Uhr. Telephon: Amt Norden 185, 1239, 1087, 0714. » � Mittwoch, d. IL. Oktober tvIS, abeudS 5 Nhr, Versammlung aller In der Gold- vnd SilbemereMdsstrie beschiiiliZleu Melker und Arbeikerinneu 4»»Dresdner Garten-, Dresdner Straße 45a, Ecke Prinzenstraße. Zagt« ordnen;: 1. verdwdi. und Branche, angklezenhelten. / 2. iijenchtcdeueS. pollegen und»ouegtnnen! ve-ni der wichtigen tr°n«»«rdnnng ist et Pflichi aller, xiinlil.ch w der Sersammtiiug zu cricheincn. '- Chue sottlgltcdoduch teia Zmrit».——— Stchtnnn! Llckitnna! DienStag. d. 14. Oktober 1910, abends 5 Uhr, Branchenversammlung! der WaubeMcher. Aukemakeneknrichler. (o:ole aller in Schraudenbeirkebeu beschS Ateu VerseueN im«KSnigstadt- Kasino-, Holzmarktstraße 72, Ecke Alexanderstraze. Ad g«»» rdnnng: Wird in der Bersommlung»ekanntg-geden. vhne klllttglirdsliuch oder StrciNart» tri« Antritt. Oischitnen aller tUUeginr.en und»ollegen nndedtngt mnwcndtg. Llchtung! Schmiede. • Die fllr licneteg, den 14. d. SR.,-rgelchte Brgacheaderl-mml-ng st,.dU der Pwieswlliammlun�rn wegen statt. Tie OrtSverwaltung. RBSiitenz-Liclitsgiele BwrnenitraBo 10, neben Reeideni-Thenter Die Ikhlschsus Dirne 6 Akt« M llüfelanil-llcliisplele. Hulelend-Strelie 45. fem 14. dl, I&. Oktober 1)1» '.F-ä�arM EirÄe ■ den beiden veibllciien (nntitrollen; Dlennser.ScbSn- illea �chwes'crnOonJbasiogi, ? In einer Nacht, ttstm- ipiei in 3 Akten, indenttaupt- 'cllen: Ulli htlwnki u. kn Ijetr. Tanzmaltre mit Anhang tnr Sa:!, Nahe Oranienburger Tor. wöchentlich 3 mal gesucht Nlheres Weinhdfg„ Elsasser StraSe 26. Pfsnesöißlse,.Ä, looei. kaatt und beleiht lanck. Rasicnhnraer Slr.4L Kahnhol We Beasee. Qicußecr. Kalte SelctznunS! »WMMUZ Wird um Angabe d�r Adresse gobeten. an Patteers ABBoncen-Burean. Rosenthaler Straße 42. Dr. IN?II. Rorl Relnherit tsrlln. PoWsaer Stnisi Ii?(i. d. LfiUifitntt») Haut' und Hsrnsrzt bewährte, ficbmlnalMke Bohaadlunr. UneatgelUich« Awskunlt und anikläreode Qraiie- Broschilnn(Beachrelbung»ämilicher tteilver» talireni iu den Sprech, taad.n von'»12—2 mittag,. i/jg—',»10 abeada, Sonniag»'-ll-l Uhr Um ver- «chlossenea Br ei Mit. 1.25). Ken erschlea in ZW. Xnag«1 Halene c!er Ehe V.»W Wlsia.Ä.KÄZK 4 n• d Inhalt: Heber die Prauan-Organ«. Körperliche WlttU Am Sanaabend, den II. Oktober 19 verschied| nach langem, schweren Le:den meine innigst- j geliebte Frau, gute| Mutter und Tochter Ida Heinde geb. Arcnd. Die Beerdigung findet] am Mittwoch, den 15. Oktober, nachm. 3V Uhr.] auf dem Oemelnde- FriedhofBritz.Rudower- stralle statt. Bernhard Heintze nebst Tochter. DsnKsiigiir. Allen Freunden und Bekannten. insbesondere den Rednern, Sängern und den X P. D. Parteigenossen der den besten Dank. Familie Timme nebst Angehörigen. Verkßu 3 Vornehme Hcrrenulster. Winterpaletots, Jacketranzfig« (Oehrockanzügt Smokiugan- züge. FrackaniSste). andh leihweise. sowie Pelzwaten jeder Art. allerband Qold-uadSilber- sachen kaufen Sia am billigsten im Leihhaus Rosenthaler St ra Be 14. 1.__ Straßenhändler Si Freie Welt* 22 gelangt heute nachmittag Felzrarnituren kauten Sie nicht, bevor Sie Im Pland- leihhaus Schönhauser Allee IIS (Ringbahn-u.Hochbahnhoi) waren. Täglicher Riesen-ffäu- mungsverkani zu spottbilligen Sommerpreisen. 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