•Einjtiptcis 15 Pfennig< 2.?ayrgang Mittwoch. Jen 15. Eitsber 191$ Nr. 497/11 271< Motgen-Msgab- Die„Freiheit" erfefcemi morgen» und nclckmitt«gs, an 5onn- und Festtagen nur morgen» Der Bezugspreis betrögt bei freier Zustellung ins Lau» für Hroß»Ber!ii 4.— ZU., bei direktem j?osU?ezug monatl. 4.65 ZTU bei Zustellung unter Streifband für Deutschland 6.S0 für» Ausland 7.50 DU per Brief 12.50 ITT. Redaktion und Expedition: Berlin 9!W. S. Schiffbauerdamm IS lii. Fernsprecher: Amt Norden 289» und»899. Inserate kosten die achtgefPak�Nonvareillezeil» oder deren Raum 1,20 ZN?., Wor:anzelgen das fettgedruiFte Ivort 30 jedes weitere lvort 25 Pf. Teuerunzszuschlag 7v pr«5. Bei Familien- u. Versammlungsanzeigen fällt der Zuschlag fsrt. Inserate für den darauf. folgenden Tag müssen spätesten» bi» 5 Uhr nachmittags bei der Erpedition aufgegeben lein. Jnsernien-Abieilung:«erli» RW. 6, Echlstbanerdnm», IN Fernlvrechor: Ami»iorden U7c>! gegen sie mit au�zesprochen wurde. Auch der Kampf der Metallarbeiter kern in den Versammlungen zur Sprache aind unter lebhafter Zustimmung wurde darauf hingewiesen, daß an einem glücklichen Ausganz deS Kampfes die gesamte deuische Arbeiterschaft interessiert sein muß. Spitzel der Ziegierung hatten aussindig gemacht, daß nach den Versanimlungen Umzüge in das Innere der Stadt geplant seien. Ter Wunsch war hierbei der Vaier des Gedankens. Wir glauben es der Regierung gerne, daß sie sich in ihrem Gewalt- sysieni nicht mehr ganz sicher fühlt, trotz aller Kanonen und Maschinengewehre. Aber die Arbeiierschäft wird der Regierung dennoch nicht den Gefallen erweisen, ihr gerade gegenwärtig durch Umzüge Gelegenheit zum Eingreifen und zu einer Ver- e w i g u n g des Belagerungszustandes zu geben. Das Gewalt- Isystem der Regierung ist gerichretl Die Arbeilerschast wird ihren Kampf fortsetzen und sie wird siegen, über, alle Hindernisse hinweg, die sich ihr iiz den Weg stellen. Das haben die gestrigen Versammlungen wiederum gezeigt. Tie in den Versammlungen angenommene Resolution hatte folgenden Wortlaut: „Wir verlangen Aushebung de» Belagerungszustandes. Freilassung der po itiscben Gefangenen, Aufhebung aller Presseverbote und aller sonstigen arbeiterfeindlichen 5?aßnlihm»n der Regierung�..' Belagerungszustand, Presseverbote, Schulihaft, politische Per- folgungen richten sich nur gegen die vorwärtsdrängende Arbeiter- schaft. Sie stärken deshalb die Konterrevolution und haben die revolutionäre Bewegung in eine Sackgasse gebracht Die ipimer schärfer werdende innere Krise, verbunden mit den äußeren Verwicklungen, verlangen Bewegungsfreiheit für die politische Aktion des Pr-netanatS. Denn nur durch die regste politische Betätigung der Arbeiterschaft kann die n a t i o- nalistische und militaristische Gefahr bekämpft werden. Einer Regierung, die entgegen den klaren gesetzlichen De- stiminungen den Belagerungszustand aufrecht erhält, sich der Presseverbote und der Verfolgungen als Mittel im Kampf gegen ihre politischen Gegner in der Arbeiterschaft bedient, steht die Arbeiterschaft mit dem aller schärf st en Mißtrauen gegenüber. Sie wird deshalb diese Regierung weiter mit aller Entschiedenheit bekämpfen" * Eitlen öesoiwers siai**'>sl:ch hiitft die NepsammkmiA�n der Mülterstraße aufzuweisen. Die Aula und die Turnballe waren lange vor Beginn üverfiillt. Einige 1000 Besucher füllten noch den Schulhof. Die Genossin AgneS sowie die Gen. H e n f ch e l und Linke fanden mit ihren Ausführungen stürmischen Beifall. In dem Gcrmaniasälen sprach A. Ho ff mann vor einer dichtgedrängten Zuhörerschar. Se-ine AuSführungon wurden wiederholt von Beifall unterbrochen. Klleiis Festfätr i i de. Hasenheide waren überfüllt. Gen. Regge fand großen Beifall. Die Resolution wurde einstimmig angenommen. Taufende Besucher fanden keinen Einlaß. Die Versammlung in der Greifenhagener Straße war von ca. 1000 Personen besucht. Gen. Vogt referierte. Die Resolution wurde einstimmig angenommen. In den UnionSsälen, Greisswalder Straße referierte Gen. Weise Wer das Thema des TupeS. Auf dem Hof sprach vor einer Parallelvcrsammlung Gen. N e u m a n n. In der Gleimstraße war die Sckulaula überfüllt. Genosse Schröder referierte. In einer nötig gewordenen Nebenver- sammlung sprach Gen. Hüb euer. Die Resolution wurde in beiden Versammlungen einstimmig angenommen. Die Versammlung in der Waidemarstraste war überfüllt, eS mußte noch eine Parallelversammlung abgehalten werden. Die Genossin Z' e tz und Gen. Krause referierten. Di« Resolution wurde widerspruchslos angenommen. In der Grüntliale. strafte reichte die vorgesehene Schulaula »icht aus, so daß noch eine zweite Versammlung einberufen wer- den mußte. Gen. Schindler referierte. Die Resolution wurde ei.nstimm'g angenommen. Viele Besucher mußten umkehren, da sie keinen Platz mehr fanden. In der Schulaula in der Tilsiter Strafte sprach vor einer überfüllten Versammlung Genosse Robold. Die Versammlung brachte auch den streikenden Metallarbeitern eine Sympathie kund- gebung dar. In der S ch u l a u l a in der Glogauer Straße sprach Gen. Leid. Schon lange vor Beginn war die Versamm- iuwz überfüllt. Gen. Dr. Weinberg sprach in GraumaitnS Fe st- sä l e n in der Naunynstraße. Seine Ausführungen» fanden starken Beifall. In den AndreaSfestsälen sprach Gen. K u n e r t vor einigen tausend Besuchern� Auch die 58ersammlung in der KönigZbank, Frank- furter Straße, war sehr stark besucht Gen. Köhler referierte. Die Schukrnla in der Tenefeldcrstrafte war von ca. 800 58er- sammlunasoesucdern gefüllt. Gen. Zeumer referierte. In Lichtenberg hatte man zwei Versammlungen«inibsrufen. Dock» mußte man noch den großen Garten im Gafft Bellevue zu Hilfe nehmen, um alle VersammluugSbesucher unteirzubrtngen. Referenten waren die Gen. Brühl und Me.hrhof.� Die Versammlung im Börsensaal äeS Bichofk war von ca. 4000 Besuchern gefüllt. Gen. Urich fand großem-Beifall. In Schöneberg sprach Gen. Henke vor überfüllter Der- sammlung und fand mit seinen Ausführungen stürmischen Beifall. In Stralau war zu heute abend ein« Versammlung mit dem Thema:„Heraus aus der Kirche" einberufen worden. In der Versammlung wurde auch das Thema„Belagerungszustand" be- handelt. Die Resolution zu den heutigen Protestversammlungen wurde am Schlüsse verlesen und«instimmig angenommen. In Pankow fand die Versammlung bei Lindncr, Breite Straße, statt. Der Saal erwies sich al» viel zu klein. Gen. Gäbet referierte. In Oberschöneweide waren t?00 Besucher erschienen. Gen. Schneider- Neukölln sprach in Tegel vor einer überfüllten Versammlung. Die Resolution fand einst mmige Annahme, doch wurde ein Zusatz angefügt, der verlangt, sofort in engere Beziehunaen. ,u Rußland mi treten. Leber die LNeorganifation und ihre Ausgadea. Von Artur Crispien. III.») Die Arbeiterklasse muß die politische Macht erobern und — das ist entscheidend— behaupten. Solange bo- hanpten, bis der Sozialismus verwirklicht und damit jed« Klassengesellschaft und Klassenherrschaft aufgehört hat. In der Uebergangszeit vom Kapitalismus zum Sozialismus herrscht also die Diktatur des Proletariats. Genosse Koenen wendet sich in seinem Vortrag über „Deutschlands sozialistrschen Räteaufbau" gegen die Kom- munisten, ,Hie niehr nach russisclfeni Muster glauben, daß die Diktatur des Proletariats auch ohne daß die Masse alles durchdringt, von wenigen einzelnen über die Köpfe deS Proletariats hinweg ausgeübt werden könnte, wie das in Nußland durch Lenin und Trotzki geschieht.... Aber wenn manche Kommunisten glauben, daß in Deutschland än der« selben Weise Revolution durchzuführen sei. so ist das ein Irrtum. Bei uns soll die Diktatur des Proletariats auch wirklich die Herrschaft des gesamten Proletariats, die Herr- schaft der alles durchdringenden gesamten Arbeiterklasse sein". Kurz darauf sogt Koenen: „In Deutschland aber lliuß sich eine wirkliche sozm« listische Zentralgewalt auf die gesamte sozialistifche radikale Arbeiterschaft, auf die revolutionären Proletarier in ihrer Masse stützen können, und die Masse muß in Deutsch- land mit dabei sein, wenn es heißt, die eigenen Geschicke zu entscheiden." Ich nehme an, Genosse Koenen will zum Ausdruck brin- geu, daß sich die sozialistisch-revolutionäre �Mehrheit deS Proletariats auf die gesamte Arbeiterklosse stützen muß. Die Arbeiterklasse ist in Deutschland längst die nn- geheure Mehrheit der Gesellschaft. Diese Mehrheit ist so groß, daß sicher schon die Mehrheit dc? Prole- t o r i a t S die politische Macht—: im Interesse der un- geheuren Mehrheit»der Gesellschaft— erfolgreich gegen die besitzenden Klassen behaupten kann. Um so mehr, weil die herrschende Mehrheit des Proletariats durch rasche, ent- entschlossene sozialistische Taten sehr bald auch den Rest der Arbeiterklasse für sich gewinnen wird. Für die Diktatur deZ Proletariats ist das Rätefpstem unerläßlich In der Zeit bis zur Eroberung der poli-� tischen Macht durch da? Proletariat haben unsere Genossen auf der Grundlage deS Rätesystem? planmäßig und ziek« bewußt gearbeitet. Sie haben jede Gelegenheit benutzt, u« dir Räteorganisation auszubauen, um in ihre verschieden- sten Organe und Instanzen einzudririgen und immer stärker vertreten zu sein. Durch ihre Tätigkeit in den Betriebs- räten sind unsere Genossen zu immer engeren Verbindun- gen mit den großen Massen der Schaffenden in den Be- trieben selbst gekommen, haben sie in immer stärkerem Maße das Vertrauen der Massen gewonnen. Ueberall in den In- dustriezentren sind in den Betriebsräten sozialrevolutionäre Mehrheiten vorhanden. Die revolutionären Rätcgenosscn bilden die Kaders der Arbeiterklasse. In Zeiten, wo die revolutionären Wogen hoch gehen, wo die Massen in Be- wegung geraten, werden sie um so rascher in die Kader? ein- gereiht werden, se sicherer und zielbewußter die Kaders handeln. Das können sie aber nur, wenn sie durch die Schulung der Partei von sozialistischem Geist erfüllt sind- Die Führung der Massenbewegung liegt in den Händen der Partei. Durch die Partei über die Kader? vermag sich eine sozialrevolutionäre Regierung auf die Massen zu stützen, verkörpert sie als oberstes Organ der Massen die Diktatur des Proletariats.- So wichtig wie die Räteorganisation für den Sieg der proletarischen Revolution ist, so wichtig ist eben auch die Partei. Beide haben ihre besonderen Aus- gaben. Aus dem Zusammenwirken beider ergibt sich da? Gelingen. Im dritten Abschnitt schildert Genosse Koenen den Wirt- schaftlichcn Räteaufbau. Er geht davon aus, daß die völli? zerrüttete Produktion eine planmäßige sozialistische Neu. organiiation erfordert. Leider läßt uns der Vortrag völlig im Unkiaren darüber, daß sich sein Verfasser dessen bewußt ist, daß eine sozialistische Neuorganisation der Gesellschaft nur von Sozialisten durchgeführt wer- denn kann. Und daß Sozialisten sie erst durchführen kön- nen, wenn sie über die politische Macht verfügest. Diese Klarstellung vorausgesetzt, stimme ich dem grundstitz- lich zu, was Genosse Koenen über den wirtschaftlichen Räte- Siebe Ar. eoc 405 s-.r„Freiheit", ftutöqu sagt. Danach wird die gesamte Wirtschaft nach In- dustrie-, Handels- und Verkehrszweigen und Berufen in 1'! L'irtschafysgrnppen verteilt. Innerhalb jeder dieser 14 GruHPen und sie alle zusammenfassend baut sich die Orga- nisaiion der Arbeit auf, von den Betriebsräten über die Bs- zirksröts, Reichsgruvpenräte. bis zum Neichswirtschaftsrat. TaZ von Genossen Koenen dem Abschnitt über die wirt- schaftüche s o z i a l i st i s ch e Neuorganisation anfügte Wahlrecht ist aber, im Gegensatz zu dem Vor- aufgegangenen, zu sehr den gegenwärtig bestehenden Vor- Hältnissen angepaßt. Es ist darin die Rede von Personen, die Produktionsmittel„privatkapitalistisch ausnutzen". Eben. so bezeichnet es Genosse Koenen als eine der Aufgaben der Betriebsräte, sich mit Gehalts- und LohnangÄegenheiten zu beschäftigen. Solange noch Produktionsmittel privatkapitalistisch ausgenutzt werden können, solange es noch Gehalts- un) Lohnangelegenheiten, also Lohnarbeiter gibt, solange haben wir doch ohne ssfragc noch die kapitalistische Wirtschaft. So- lange haben wir demnach noch die Macht gehabt, das Pri- '.vateigcutilm an den Proiduktionsmitteln und damit die Lohnknechtschast aufzuheben. Solange kann also von einer 'ozialistischen Neuorganisation nicht die Rede sein. � Was Genosse Koenen über daS Wahlrecht für den Wirtschaft! ichen Räleanfbau sagt und was er als Auf- gaben der Betriebsräte anführt, das sind Vor- fchläge. die für die Zeit b i s zur Diktatur des Proletariats in Betracht kommen. Ter vierte Abschnitt über den politischen Räte- aufbau leidet ebenfalls darunter, daß nicht auScin- andergehalten ist� was heute und was morgen in Betracht kommen soll. Im allgen, einen schließ? ich ans den Dar- legungen, baß Genosse Koenen beim politichen Räteaufbau den auch von mir für richtig gehaltenen Weg einschlagen will, ebensowenig die all« Staatsmaichineric bestehen zu lassen und sie lediglich mit neuen Personen zu besetzen, wie sie besinnungslos zu zertrümmern und„auf den Trümmern Neues zu bauen". Es muß an dem Gegebenen angeknüpft werden, um� es unizitgestalben und weiter anszuk-ausn. Hemmendes ist auszumerzen, Förderndes hineinzunehmen. Subjektiv und objektiv. Der politische Rätcaufbau vollzieht sich nach der Richtung, die zum Uebereiüstimmen mit dem wirtschaftlichen Räteaufbau führt. Ter Rätekongreß ist die höchste Instanz. Er setzt einen entralrat ein. Der Rätekongreß soll nicht direkt gewählt erden, er soll sich aus Vertretern der Kreisarbeiterräte zu- sammensctzen. Als vorübergehende Einrichtung. während der proletarischen Diktatur, liegt das auch nach meiner Meinung im Interesse der Sicherung und Fort- führung der Revolution. Denn dadurch erhalten wir die Garantie, auch wirklich zu einem sozial-rcvolutionäre'N Räte. kongreß zu kommen. Daß wir den politischen Räkeaufbau auch öffentlich- rschtlich durchführen können, dazu bedürfen wir wiederum der politischen Macht. Bis dahin müssen wir den Kampf der Räte um die Erweiterung ihrer revolutionären Errungenschaften unterstützen und ihnen helfen, entscheidende Mitwirkung bei der Gesetzgebung, Staats- und Gemeinde- vertvaltunJ und in den Betrieben zu erringen. Tgs Maß der Mitwirkung der Räte wird immer größer werden und ihr voller Sieg wird immer rascher kommen, je energischer sich die Räte schon heute ihren Gegnern auf allen Gebieten entgegenwerfen. Tie Räteorganisation wird mit dem klassenbewußten Proletariat kämpfend siegen. Das politische Nntewahlrccht bedarf sicher noch einer sorgfältigeren Formulierung. Ich habe auch grundsätzliche Einwendungen zu machen. So will es mir nicht einleuchten, daß«uns pbrn&e die Schriftsteller, Künstler, Aerzte usw. ebenfalls wahlberechtigt sein stillen, auch wenn sie„eme beschränkte Anzahl von Hilfskräften gebrauchen". Hier müssen wohl aivt, zunächst bestimmte Richtlinien darüber aufgestellt werden, inwieweit die Zlngehörigen der sogenannten freien Berufe als produktive Arbeiter zu gel- ten haben. Dann müssen aber auch Sicherungen dagegen getroffen werden, daß nicht etwa das ganze Heer der Aerzte •— um einen Beruf herauszugreifen— die Möglichkeit erhält, ihr arbeiterfeindliches Treiben in den Räten sortzu- setzen. Man denke nur an die Aerztcstreiks gegen die, Ar- beiter. Wiederum muß jedoch auch dafür gesorgt werden. daß jeder Angehörige eines freien Berufes, der Sozialist ist, daZ Wahlrecht auszuüben vermag. AuS allem geht hervor, daß zwar die Form des Räte- st'stemS immer festere Gestalt erhält, daß wir alle aber noch eifrig dazu beitragen müssen, das Ratesystem theoretisch und praktisch auch in seinen Einzelheiten immer vollkommener zu gestalten. So viel auch an KaenenS Vortrag noch der Klärung, der Ergänzung und der einwandfreien Formu- licrung b-charf, so bat er doch das Verdienst, zur Orien- t-erung über das Rätcsystem von neuem angeregt und darüber hinaus beigetragen zu haben. Ler Kamps um die Zwangswlrlschast. Auch die ganze DienStag-Titzung der Nationalver- 'ammlung beschäftigte sich mit Fragen der ZwangSwirtschast. durch Verbii-dung der Besprechung mit einem Bericht de» votts- virti-Gastlichen AuSfchuss-Z und einem aus völlige Aushebung »er Z!vang?:virtschaft abzielenden demokratischen Antrag bekam die Deba'.ie eine breiter« Grundlage und die Erörterung agrari- scher Fragen stand im Borberzrund. Heu Da v i d so h n von den RcchtSsozialisten leitete die De- »atte mit einem äußerst demagogischen Eiertanz ein;«r mußte d.e erbärmlichen Zustände kritisieren, konnte und wollte aber die .stzjalist-sche" Regierung, nicht zu derb anfaffe-n. Um aber auch die unumgänglich notwendigen Vorwürfe, die er dem«sozialdcmo» tratischen" Minister Schmidt machen mußte, näch von der eigenen Partei abzuwenden, wollte er eine Art wirtschastl icher MeinnngS- sroiheit in der rechiSsozialistifchen Parici aufrichten. Ein be- qüeme? Mittel, die Verantwortung für die»sozialdemokratische" Rzgstnmz abzuschütteln! S ch m i st t hat!« übrigen» kein Verständnis für so viel Zart- gesühl. er polemisierte gegen Dabihsohn drauf to! und genierte sich nicht im geringsten, seine Vertretung kapitalistischer Fntcr- essen in der osfenpen und nachdrücklichsten Weis« tzum Ausdruck zu bringen. Ter tannoverlHe Grundbesitzer Dusche stellt� denn auch mit großer Vesried'gur'g fest, daß Schmidt völlig einig mit »em nationattiheralen ioAbesoldetez» JÖocshm&Pinitalkbs Verbandes der Ledergrof'bänbk«?, Dr. Hugo gebe, aber weit abgerückt sei von feinem Parteigenossen Davidsohn. Zwei andere Bauernvertreicr. Diez vom Zentrum und Böhm« von den Demokraten, sckimpfien auf die Arbeiter urch' verlangten Beseitigung der Zwangswirtschaft, damit die Preise an keine Schran.e mehr gebunden find. Genosse Wurm nahm demgegenüber nachdrücklichst die In- teressen der breiteren Schichten des Volkes wa�r. Er rechnete ganz gründlich mit den Agrariern ab, die über die Arbeiter schimpfen, weil sie ihnen heute eine menschenwürdige BeHand- lung zuteil werden lassen müssen, wenn sie überhaupt Arbeiter bekommen sollen. Im übrigen wies er darauf hin, daß un» nur die Sozialisierung der Landwirtschaft, mindestens in dem Nahmen, wie sie in dem Aktioneprogramm der U. S. P. gefordert wird, vor dem Ruin retten kann. Bis dahin aber muß jeder Abbau der sogenannten Zwangswirtschaft abgelehnt werden. Ein Oekonomierat Gebhart aus der Pfalz und der bäuerische Zk-iitrümler Schneider beschlossen die Debatte, beide mit agrarischen Klaxelietern. In dieser Beziehung hat die Re- volution noch keine Aenderung gebracht, si«„schreien" noch wie zu Zeiten des soligen Nuppiecht von Rausern, de? Gründers des Bundes der Landwirte. Kör den AusWvh der Rechts- soziaimeu. In der französischen Kummer ist eS, wie wir mehrfach berichteten, zu hcstissvn Zusammenstößen zwischen unseren Genossen und den Bei tretern der Regierung gekommen, weil diese der deutschen Regierung Konzessionen in der Frage der Abrüstung gemacht und anscheinend auch das gcgenrcvolutio- näre deutsche Abenteuer im Baltikum gefördert hat. In der französischen Parteipresse wird die Regierung wegen dieser Handlungsweise, die von unfern französischen Genossen als Verbrechen gegen die deutsche Revolution und als Hindernis für die Bekämpfung des französischen Militarismus betrach- tet wird, auf das Heftigste angegriffen. Zugleich wendet sich aber auch die Empörung der französischen Sozialisten gegen die rechtssozialistischen Führer in der deutschen Regieruni;. denen Verrat an der internationalen Arbei- te r scha s t vorgeworfen wird. Immer mehr verstärkt sich bei unseren französischen Genossen die Erkenntnis, daß die Handlungen der rechtssozialistischen Führer in Deutschland ihre Partei in der Internationale unmöglich mache, und daß die von den Vertretern der U. S. P. in Luzern gestellte Forderung des Ausschlusses der deutschen NechtSiozialisten aus der Internationale durchaus berechtigt ist. Mit welcher Klarheit und Schärfe dieser Gedanie in der französischen Parteipresse zum Ausdruck kommt, zeigt ein Artikel von D a n i e l R e n o u l t im„Populaire" vom 6. Oktober. Es heißt in diesem Artikel: „Wenn die französische Regierung, die die Wiederher- stellnng der deutscher. Armee aus militaristischer Solidarität und zur Vernichtung der revolutionären Bewegung begün- stigt, in nationaler und republikanischer Hinsicht ein un- erhörtes Verbrechen begeht, was soll man c r st von den sogenannten s o z ralt-st i s ch e n Führe rp derdeutschenRegierungsagen. diedieHilf� unserer Minister und unserer Generäle gegen das eigene deutsche Volk annehmen und selber verlangen. Was soll man von diesem N o s k e sa g e n, der von unseren m i r i- tä r i s che n Führern das Zugeständnis er- betenund erlangthat, einenUeberschußan Maschinengewehren behalten zu dürfen, um die ArbeitervonBerlinniedcr zu metzeln. Wir können an dieser Frage nicht uninteressiert vor- übergehen, denn unsere Verantwortung steht ans dem Spiele, da Noske Mitglied der deutschen rechtssozialistischen Partei ist, welche ihrerseits der zweiten Internationale angehört. Auch unsere Partei gehört der zweiten Jntcr- nationale an. Hier besteht ein Problem von äußerster Schwere, das wir die Pflicht haben, rücksichtslos zu prüfen. Wenn wir hier schweigen würden mit der Hoffnung, Zeit zu gewinnen, würden wir die Lage nur noch schwieriger machen. Die Verbrechender Führer der deutschen Rechts soziali st en sind die furchtbansten Herallsforderungen des internationalen Sozialismus. Während des Krieges hat die frühere Mehrheit der französischen Partei den deutschen Rcchtssozialisten die schwersten Vorwürfe wegen ihrer erniedrigenden Haltung vor dem deutschen Kaiser gemacht. Aber diese Haltung be- deutet nichts in Anbetracht der erbärmlichen Taten, die sie begangen haben, seitdem sie die Macht in Händen halten wird, seitdem sie mit der Bourgeoisie und mit Hindenburg sich verbündet haben. Jetzt legen sie der deutschen revolutionären Arbci/ter- klasse ein wahres SchreckenSregime auf. Wir wollen. die internationale Einigkeit! Gemeinsam mit Adler und mit den deutschen Un- abhängigen beklagen wir die Trennung, die den So- zialismus in der Welt scheidet. Wir wollen die Anstren- gniigen verdoppeln, um diese Trennung durch die Veremi- gung der beiden Internationalen, die sich unglückseligrrweise bekämpfen, ein Ende zu machen. Wir wünschen auch im Interesse deS deutschen Volkes und der sozialistischen Bewegung in ganz Europa, daß die Einigung in Teutschland wiederhergestellt werde. Aber wir können nicht glauben, wie es der alte Bernstein tut, daß diese Einigung durch'die Versöhnung der Opfer und ihrer Henker geschehen könne. NoLke und, seine Anhänger haben zn viel Blut der gössen, sie haben gegen die Kommunisten find gegen die Unabhängigen zu viel Gewalt verübt, als daß diese Eini- gung nochmöglich sein könnte. Ohne Zweifel gibt eS in den Reihen der deutschen Rechts. sozialisten zahlreiche Männer, denen nta-n bei aller Gerechtigkeit keine Sßsrantyvortunss für die Polittkdes Verrates und der Brutalität derFühreif ihrer Partei aufbürden kann. Diese werden sich, sei eS früher oder später zu unseren unabhängigen Genossen gesellen und s o wird sich die Einigung vollziehen. Aber die Führer der Par. tri, die auf ihrem Anrissen nicht nur den Tod Liebknechts und Rosa Luxemburgs, den Tyd Leviqöz.iznd daZ gvausgme Wüten eines Gallifet haben, die in den blutigen Togen deS Januar in Berlin und zur Zeit des Münchener AusstandeZ ein sysimatisch gegenrevoluiianäre Politik geführt haben, sie können allen wahren Sozialisten nur noch Haß und Abscheu einflößen. Unsere imabhängigen Genossen haben klar gegen sie Stellung genommen. In Luzern haben S i l s e r d i n g unh C r i S p i e n sich darüber deutlich ausgesprochen. Sie sprachen nicht leicht» fertig, da aus dem letzten Kongreß die deutschen Unabhängigen verlangt haben, die R e ch t S s o z i a l i st« n aus SerJnternationaleauszu schließen. Wenn man den Wert dieser Entscheidung begreifen will, muß man sie zusammenbringen mit dem Schritt, den Ge- nosse EriSpien im Namen feiner Partei bei den franzö- fischen Sozialisten getan hät. um mit den Organisationen der dritten Internationale zu einer Verständigung zu gelangen. � Diese beiden Fragen müsien zusammen betrachtet tvcrdem Es wäre unsinnig, auf eine Verständigung mit der dritten Internationale zu hoffen, solange sich in der zweiten Interna tionels Menschen finden, die für die Gsgenrevolu- tion und für den Militarismus sind. Ohnejeden Zweifel wird die neue Mehr- hcit der französischen sozialistischen Par- tci die deutschen Unabhängigen stützen. wenn sie diese Reinigung der Jnternatio- i, a l e V e r l o n g e n. Die Notwendigstes von allen. Bncl- leicht kann auf diese Weist? in unserer französischen Partei die Einigkeit wiederhergestellt werden, wenn es wahr ist. daß auch unsere Genossen der alten Majorität, wie Ncnaudei � auf dem letzten Kongreß es verkündete, gegen Leute w« Schcidemann und Noske die gleichen Empfindungen Hegau. Wir tlaze« an! Unser französischer Genosse Henri Barbusse ver- offcntlicht in der„Humanit�" einen slammeden Aufruf unter der Ueberschrist„W i r k l a g e» an!", in der er die bürgerlichen Regierungen der Entente anklagt, Zaristen wie Kolt'chak und Denirin zuunterstüben und deutschen Soldaten Waffe» zu belassci:, damit sie sich zu H e l. fcrshelfcru drr Reaktion in Rußland machen. DaS Internationale Konsortium der Imperialisien, Miliia. eisten und Handelsleute kämpfe gegen das sozialistiwie russische Regime, das aus Gleichheit aufgebaut sei. Vau � müsse die menschliche Wahrheit retten, indem man die russische Wahrheit rctte. Das Volk müsse endlich wisscrt, gegen wc» eS marschieren soll, und es müsse begreifen, daß, wen« eS d:e Realtion in Rußland stärke» es g c g c n s ich se l b st arbeite. --- � Born neuen Lriegsschani-intz. Mitau, 18. Oktov-r. An per Front herrscht nach Emtressen von etwa 6090 estnischer Trupen zwischen den russischen und lettischen Truppen Gcfechtstät: gleit- Tünamünde und Boideraa wurden� gestern von den Russen genommen. Mitau, 13. Oktober. Oberst V e r m o n d l hat an die polnische Regie» r un g einen Funkspruch gerichtet, in dem er erklärt, daß er gegen Polen kerne Feindschaft hege» daß er vielmehr in nächster Zeit gemeinsam mit den Polen gegen die Bolsch«» wissen zu marschieren hoffe, und daß er um Freilassung aller von den Polen festgesetzten Russen bitte, um ihnen den EWIritt in seine Armee zu ermöglichen. Zu General D e» i! i n hat Oberst Bermondt den Gene- ral Davidow mit einer Nete gesandt, in der Leemandt erklärt, er könn? dem Beseht des Generals Judenitsch, an die Rordwcstsront zu gehen nicht nachkommen, da er die neu- gebildeten Randstaaten nicht anerkennen könne, wie General Judenitsch das getan habe, und deshalb Kurland nicht aufgeben könne. Die Interessen de» zulünft'gen einigen Rußland» vev- böten die Abtrennung des BalükumS. HelilnzforS, 1Z. Oktober. Nach hier vorliegenden Nachrichten ist die K: i e g S l a g e an der Düna unverändert. Heftiges Artillcriefcuer auf bei- den Seilen. Riga ist in Blockudczustanö erklärt werden. Ber- m o n d t machte der lettischen Regierung neue VorschkRge, welche abgewiesen wurden. Di« estnische Regierung beschloß die Unter» stütznng Lettland» zunächst mit einer Division, wogegen Lctt- land Walk an Estland überläßt. Die Nordweflarmee leitete eine» allgemeinen Angriff in Richtung PleSkau und Watschina ein Plelkau wird beschossen- Tie Engländer beschlagnahmten drei deutsche Fahrzeuge in« Finnischen Meerbusen, die nach Rcvall gebracht wurden. Kowno, 14. Oktober. Tenerakleuina-nt von Eberhardt hat der litauische» Regierung telegraphisch mitgeteilt, daß er dan Befehl üb« das 6. Referve-Korps von Graf von der Goltz übernommen habe und daß e» fem Bestreben sein werde, nichi mir mit der litaui schleu Rcjverr.'tig im besten Eimiernehmen zu handeln, sandev' auch die entstandeinen Zwist igkeilen zwischen den in L i laue» stehenden russischen Truppen und der litaussdjtn Regierung au der Welt zu slchasfen. J Da ihm mit Rücksicht mit seine Zlufga« der Rückbeförderun, der deutschen Truppen, der Schutz der hierzu benötigten(J itu bahn besonder» am Herzen liege und eine Gesiihüdung dieser Bah, verhindert werden müsse, hat Generalleutnant von Eberhard gleichzeitig den Wunsch nach einer versönk ichen Rück sprach« mit einem bevollmächtigte« Vertreter der litauisch«' Regievung ausgesprochen. Die litauische Regievung hat sich mit einer Besprechung in Satkuny einverstanden erklärt und wird den Ver» kehrSminister und eine« Offizier de» Vertoibigungsministevinin» dorthin entsende«. I Einen Ausruf an die Deutsche« In den Geenzinarten erlasse» gemeinschaftlicb die Neichinegicrung und die preußische Staat»- regiening. Di« in den Abstimmungsgebieten geborenen Manne« und Frauen werden aufgesorder. am Tage der Abstimmung i» ihren Hnmaiszemeinden anwesend gu sein, um diese Gebiet« für Deutschiand zu erhalten. Tie militärischen Ausgaben England» werde« eingeschränkt El wurde angeordn-t, di. Ausgaben der Armee auf 75 Millionen Pfund Sterling da» Jahr einzuschränken, da» Budget für di« Flotte muß auf 60 Millionen und daS für die Luftflotte auf 25 Millionen Pfund Sterling herabgesetzt werden. Bu Flotte. will man löTSST Aie.«�? h a Ae Sapng des KeMirdelker. BerdanSsZaxes. Sigene Draht Meldung der.Freiheit'. Tiuttxsrt, 14. Oktod-er. »er zwei!« BerhandwnzStag z«igle eine scharfe Spannung zwiichcn den Anhängern des Bsrsmndcö und der Opposition. Der Bericht der Mandatöprüfun.gZ'ommission führie zu langen Lud- einLndersetz.lngen zwischen den beiden Richtungen, insbesondere wurden die Mandate von Berlin und Dresden uni- stritten. Vorher war der Protest der Opposition aus Cassel auf Vorschlag der MandatSprüsungsiommission abgelehnt worden. Der Protest gegen die Berliner Delegation wurde mit Versloben gegen daS Wahlreg.'ement begründet, die aber von der General. Versammlung als u n bracht! ich angesehen wurden. Seihst wenn dem Protest Rechnung getragen worden wäre, so hätte das kiimen E.nflub aus die Zusammensetzung de» VerbandStageS ge» habl. weil die Anhänger des Vorstande» nur S Mandate ge- wonnen hätten. In namentncher Abstimmung stimmte der Ver» bandStag mit 102 gegen 135 Stimmen für die Gültigkeit de r Berliner Mandate. Schon bei der Entscheidung über die Berliner Mandat« zeigte lich, die Anhänger der Vorst-�ndspolitik die Absicht verfolgten, b:e SJeichcrnöIimgc« des Verbandstages zu verzögern. Der Vor» ntzend« Schlicke wellte die Delegierten mit dem angfochtenen Mandat nicht mit wbsfmmen lassen, trotzdem durch die vorher- geh'.nde Generalveri'a!m.mlung die angefochtenen Mandat» stimm- berechtigt traren. TaS muhte Schlicke auch zugeben. Vorher aber hatte die Cteneralversammiung schon beschlossein, daß die Inhaber d-r angefochtenen' Mandate Stimmüerechtigung hoben, bis die e�dgült ge Entscheidung geiroffen worden ist. Hatte sich schon bei dein Stroit»m die Berliner Mandate gezeigt, dah der Wort- führor Saas fCöln) die Gegensätze zwischen den beiden Rich- hingen betonte, so troit diese Absicht bei dem Streit um die DreS- doner Mandate noch schärfer hervor. Der Vorstand hat die Man- dnte dar Dresdener Delegation kassiert und dafür die bei der Wahl unterlegenen VorstandSanhänger als Delegierte berufen. D!« MandatSprüfungSkommission beantragte, die Entscheidung deS Vorstandes aufzuheben. Die Debatte wurde von Vorstands- «i Hangern unter Führung von Haas mit provozierender Verde geführt. Haas verstieg sich zu der Bemerkung, weim der Antrag der Mandatsprüfungskommission angenomnicn werde, dann sehe er mit seinen Freunden darin einen flagranten RechtSbruch. »Um die Teilnehmer an dem RechtSbruch festzustellen" beantragte Haa» auch über die Dresdener Mandate namentliche Ab» siimmung. Daß dieses Verhalten die Empörung der großen Mehrheit de» VerbandStageS auslöste, ist selbstverständlich. Trotz- dem begnügte sich Di ß mann(Frankfurt) damit, die Vorwürfe von Haas entschieden zurückzuweisen, im übrigen aber zu erklären, die Opposition würde sich nicht provozieren lassen. Die nament- liche Abstimmung ergab l3S Stimmen für den Antrag der Man- datsprüfungskommission. 142 dagegen. Damit wäre nach demokratischen Grundsätzen der Gireltfall Entschieden. HaaS und seine Freund«, die sonst«IS stramme Demokraten(?) auftraten, erklärten jetzt, die Abstimmung sei für seine Fraktion so wichtig, daß die Verhandlungen des VerbanoS- tageS bis zum nächsten Morgen vertagt werden müßten, damit sich die Anhänger des Vorstandes verständigen könnten. Damit ent- hüllte Haas die Absicht Aracit der Generalversammlung zu . verschleppen. Bisher ist diese Absicht auch gelungen, denn am w(fitbe des zweiten Verhandlung.'taqs» hat sich der BerbandSiag noch nicht konstituiert, noch ist kein Bureau gewählt. Nux der Hinweis daß der Verbandstag unbedingt sofort zu dem Kampf in der Berliner Metallindustrie Stellung nehmen müsse, vermochte den VerbandStag in der späten NachmittisgSstunde insofern arbeitsfähig zu machen, daß der Berliner Kampf sofort behandelt wurde. Unier dem Druck der Berliner Ereignisse mußte HaaS seinen Widerspruch gegen die Weitertagung zurückziehen. Damit ist die Taktik der Sabotage nur aufgeschoben. Haas hat schon angekündigt, daß auch die Wahl ded Bureau? zu einer längeren Auseinandersetzung führen werde. Welche Folgen das Verhalten von Haas und seinen Freunden für den VerbandStag und dimit für die Arbeiter- bewegung haben kani, wird sich am Mittwoch zeigen; eS kann auch Donnerstag werden, ehe der LerbindSlag seine Tagesordnung in Angriff nimmt. Die Behandlung be» Berliner Kampfe« gestaltete sich zu elner scharfen Auseinandersetzung mit dem Unternehmertum, der organi- fierten Staatsgewalt und mit dem ArbeitSminister Schlicke. Was der Siedncr Rusch(Berlin) vortrug, war für den am Vorstands- tisch der Generalversammlung sitzenden Minister Schlicke«ine fürch- tcrliche Abitrafung. Schlicke saß dabei mit rotem Kopf, al» da? Velhalten der Regierung und brsondcrS das Verhalten Schlicke? stürmisch« Pfuirufe der Generalversammlung auslöste. Rusch zeigte, wie die wirtschaftlichen Kämpfe der Berliner Arbeiter von den Unternehmern mit Unterstützunz dcS sozusagen sozialistischen M-uisierZ zu einer politischen Aktion gestempelt werden, um damit den Kampf zu diskreditieren. Rusch zeigte weiter, daß die Arbrilersehide rücksichtslos durch Versammlungsverbote und das Verbot der.Freiheit' mit allen Machtmitteln )cr organisierten StaaiZgewalt ohne Rücksicht auf die persönliche Freiheit der Arbeiter und unter Opferung von Arbeiterleien die «ämpsendrn niederknüppeln wollen. Rusch» Ausführungen klan- gen aus in die Aufforderung, dem geschlossenen Willen der Nntornehmcr den noch viel stärkeren Willen der gesamten Metall- «rtcib sckafi entgegen zu setzen. Schlicke versuch!« einige Vorwürfe Rusch« zu entkrasten. st m übrigen künd'gte er eine ausführliche Antwort für Mittwoch 'i ich an.(Einen ausführlichen Bericht lassen wir folgen.) ffkrn hineinzuhämmern, sollte die Hauptaufgabe der deutschen Gewerkschaften sein". Und darin,„in diesem Waifengaag können sehr wohl die deutschen Arbeiter und Unler- nehmer ein gut Stück Weges zusammengehen". Das also ist— nach Kloth— die Hauptaufgabe der Gewerkschafien: in enger Verbrüderung mit dem deutschen Unternehmerium sollen sie die von einem Kloth vorgesprochenen chauvinistischen Schwüre unaus- börlich wiederholen, um so mit Hilfe nalienalistischer Verblödung die Arbeiterschas: abzulenken von iboem Kamps gegen das deutsche Kapital. Schwungvoll schließt Kloth seinen Ariikel mit folgendem Satz: .Von dem wiederkehrenden gesunden Sinn der deutschen Ar- beiter und der lliückkebr zur gewerkschaftlichen Disziplin darf man wohl erwarten, daß nicht dauernd ein großmäuliges Worthelden- tum Ton und Richtung in weiten deutschen Gewerkschaften an- geben wird.' Der.gesunde Sinn der deutschen Arbeiterschaft' und die „gewerkschaftliche Disziplin" wären also wiederhergestellt, wenn da? großmäulige nationalistische W o r t h e l d e n t u m deS Kloth „Ton und Richtung in weiten deutschen Gewerkschaften" angeben würde. In der„Deutschen A r b e i t g e b e r- Z e i t u n g'. in der KlothS Artikel erschienen ist, befindet sich der Mann in der Tat am rechten Platze. � Achtung l Achtung!| Hrbdfer-fkfricbsräte| der gesamten Holzindustrie Inserat beachten! „ItforlljetetoBi.* Der großmäulise Wortheld Kloth. einstmal, zur Schande der Arbeiierschast Vorsitzender des BuchbindorverbandeS, findet keine Ruhe. Die nationalistische Verhetzung, die er vom sicheren Platz am Schreibtisch aus vier KriegSjahre hindurch— abermals zur Schande und zum Verderben der Arbeiterschaft— trieb, ist chir LebeNtitedürfaiS geworden. Tie deutschen Gewerkschaften mögen den Buchbindern dankbar sein, daß sie sie von diesem Manne befreit haben. Er aber, der Kloth, empfindet eS schmerzlich, daß ihm damit d> Gelegenheit genommen ist, die Ge- werk'chatteü auch fernerhin als Stätten der nationalistischen Per- hetzung-« Arbeiterschaft zu mißbrauchen. Die„Richtlinien für diclünstige Wirksamkeit der Gewerk schaf- un" die der GewerkschaMongreß zu Nürnberg deschlcsscn hat. sind km wed r n< i i o n a i i st i sch noch k a v t t a l S fr e u n d- l ich gon iz. Es fei darin nicht?.von den sürchterlichen Frieden«. bfdinsung-n ld>e er. der Kloth, lieber den anderen zudiktiert hätte) enthalisn. die all« politischen u«d wirtschaftlichen Fort- schritte der deutschen Arbeiteri'asse glatt zunichte machen oder sie doch mindestens der Willkür der ausländischen Staaten und Kapital!. slen KiSli-sern. Ties« TÄ.'qchx M denischen Arbeiter,, in« Me- Ei« Todesmleil im MÜnchmr Eeiselsrozeß. Drei Angeklagte zu je 15 Jahren Zuchchaus verurteilt. Unter einem gewaltigen militärischen Ausgebot wurde am Dienstag nachmittag da? Urteil im z:uei!cn Geiselprozeß der- kündet. Der Angeklagte Fliesenleger Alois K a m m e r st ä t t« r wurde wegen Verbrechen des Mordes zum Tode, die Angcklag- ten Kellner DebuS. Arbeite» G r ei ner und Student Stre- lenlo wegen Beihilfe zum-verbrechen des Mordes zu je 15 Jahren Zuchthausstrafe verurteilt. Dem Ange- klagten Kammevstätter werden die brürgerlickjen Ehrenrechte dauernd, den Angeklagten Debus, Greiner und Strelenko auf die Dauer von 10 Jahren aberkannt. Ferner wird auch geigen diese drei Angeklagten die Zulässigkeit der Polizeiaufsicht erkannt. Bei der Verkündung des Urteils durch aen Landgerichtsdirek- ior Aull erleidet der Angeklagte Grein er wiederum einen schweren Anfall. Er wird von den Schutzleuten und Soldaten überwältigt. In der Urteilsbegründung wird u. a. mtSresiihrt, daß Kammer stätter überführt erscheine, am 30. Api.il früh den schriftlichen Befehl EglhoferS zur Erschießung der beiden Weißgardisten von der Ordonnanz deS Kriegsministeriums entgegengenommen und dem Zumutandanten Seidl übcrbracht zu haben. Er habe den Befehl SeidlS angenommen, die Erschießung durchzuführen, und sei mit diesem Befehl ins Gvmnasium zurück- gekehrt, wo er ihn in Gemeinschaft mit Schicklhofer ausgeführt habe. Er erscheine auch überführt, die Geiseln mit auf den Hos gebracht und hier an der Erschießung teilgenommen zu haben. Beweis dafür seien die einzelnen Zeugenaussagen. De Ange» Nagten Greiner, DebuS und Streienlo seien über- führt, während der Geiselerschießungen auf dem Hof mit an- wesend gewesen zu sein, und auch durch verschiedene Hand- lungen, teilweise durch Zurufe ihre Zust mmung zu de» Er- schicßunizen gegeben zu haben. Sie wären also wegen Beihilfe zu verurteilen. Was Strelenko anbetreffe, so stehe fest, daß er der deutschen Sprache vollkommen mächtig sei, also auch gewußt habe, um was es sich handle. Er sei also mitschuldig. Dies habe da» Geoicht dazu führen müssen, die h ö ch st e zulässige Strafe gegen die Angeklagten auszuwerfen. Nach der Verkündung des Urteils kommt es er» neut zu Szenen. G r e i n e r ruft lau! auf:„Das ist also Euere Gerechligieitl ES gibt kein« Gerechtirckeii mehr auf der Welt! Meine arm« Mutter und mein armes Maril." In diesem Augen- blick bricht auch die Mutter GreänerS im Zuhörerraum in konvulsivisches Schluchzen aus und muß hinausgeführt werden. Der Angekiagie Kamme est ä t t e r ruft:„Ich habe nicht ge- mordet, ich bin unschuldig vcrurteittl" Auf Veranlassung de» Vorsitzenden muß dann der Sitzungssaal geräumt werden, und unter starker Bedeckun,? werden die Angeklagten in das Untersuchungsgefängnis zurückgeführt. Da da? bayrische Ministerium die in dem ersten Eeisol- Protest gefällten Todesurteile bestätigt hat, so ist kein Zweifel dnran, daß auch das Todesurteil gegen Kan'merstätter innerhalb 84 Stunden voll- strecktwerdenwird. Immer neues Blut klebt an den Händen der jetzigen Machthaber in Bayern. Die Rechts� s o z i a l i st e n haben durch ihren Beschluß, im Ministerium zu verbleiben, erneut die Verantwortung slir all die schändlichen Taten übernommen, die von den Militaristen und den zum Schutze der bürgerlichen Rechtsordnung eingc- setzten Richern begangen werden. DaS Verfahren, zusammengehörige Dinge in ver- schiedene Prozesse zu zerreißen, und das Urteil auf Angaben von Menschen zu stützen, die man inzwischen getötet hat, lmben wir bereits anläßlich des ersten Geisel-ProzesscS aufs schärfste verurteilt. Es ist kennzeichnend für die heutigen politischen Zuständh Deutschlands, daß sich gegen diese Miß- achtung aller Rechtsgrundsätze kein Sturm der Entrüstung erhebt, sondern daß das satte Bürgertum in dem Bestreben, sich in seiner Herrschast zu erhalten, von den Rechts- s o z i a l i st e n so weit unterstützt wird, daß sie sogar die be- wußte Rötung ihrer politischen Gegner gutheißen I Eine kommunale Veralungsstelle. Sin« vorbildliche Einrichtung haben unsere Genossen im Hainichen Bezirk geschaffen. Ungefähr 2000 Mi'iiliedcr unserer Partei sind im Regierungsbezirk Merseburg als Stadt- verordnete, Gcmeindevertveter, Kre Ztagsabgeordneie, Orts- fchulzen. AmlSvorsteher usw. tätig. Um nun eine einheitliche Ki»n'.nunalpo!iti? zu ermöglichen, und um den einzelnen Stadt- verordnete» und Gemeindeverlretern bei der Stellungnahme zu besonderen Fragen beizustehen, ist die kommunale Be- ratung«stelle beim BezirkZsckretarial in Halle igeschafscn worden. Eine innige Verbindung zwischen dieser Bcratängsstell« und den einzelnen Fraktionen der Stadtverordneten und Kreis» tagSabgeordne!«n wird hergestellt, um demnächst auch ein« Stadt. perordneten-BeratungSlommissian und eine KreiStagS-BeratungS» kammifsion zu bilhen. Diese beiden Körperschaften lderdin tnny gemeinsam mit der Beratungsstelle des Bezirks stir«ine klare Kommunalpolitik im Sinne der U. S. P. sowohl in den Städten, wie auf dem Land« wirken. Ferner wird das Bezirkssekoetawat demnächst einen Leitfaden für Gemeinde- und AmlSvorsteher ierauSgeben, um unsere Genossen, die in diesen Tagen in gro' er Anzahl die Amtsstuben des RegierungSbezir'S Merseburg über« nehmen, m:t geistigem Rüstzeug für ihre Remter zu versehen. Die,« Maßnahmen des Hallischen Bez rkSfekretarial» sind höchst nachahmenswert, da sie geeignet sind, auf dem Gebiete der Kom» munalpolitik unserer Partei die schönsten Erfolge zu sichernl VavkrsklerükrnNg des Zenlrklrs'S. Keine Neuwahl der Arbestorräle. In seiner Gesamtsitzung vom 13. Oktober d. I. hat b« 3 e n t r a l r a t die Veröffentlichung der nachstehenden B e. kanntmachu mg beschlossen: Durch die weitgehenden Meinungsverschieden« Helten, die in der deutschen Arbeiterschaft über den RS!»» gedanlen bestehen, ist«S weder möglich gewesen, eine straffe organische Zusammenfassung der in der Revolution entstandenen Arbeiterräte, noch eine gewisse Einigung über ihre künftigen Aus» gaben zu erzielen. Die hieraus sich ergebenden Schwierig» leiten stehen auch der Durchführung ordnungsgemäßer Wahlen auf Grund der vom Zentralrat erlassenen Wahlord, ordnung entgegen. Es kommt hinzu, daß es unmöglich war, hinreichende Geldmittel für die Durchführung der Wahlen zu beschaffen. Für die nach der gesetzlichen Ncg«» iung der Rätefrage ersorderlichen Wahlen müssen bedeute?« Geldmittel zur Verfügung gestellt werden. Da die gesetzlich« Regelung mit der größten Beschleunigung erledigt werden solkz so konnte sich der Zentralrat den Gründen der Regierung, fü« die vom Zentralrat jetzt vorgesehenen"Wahlen kein« Gelder zu bewilligen, um so weniger verschließen, als damit£u rechnet werden muß, daß die auf Grund der Rätegesatz« Sor�e« fehenen Wahlen bereits in der ersten Hälfte des kommende» Jahres stattfinden werden. In dieser Situation wäre die Zu» stimmung der Nationalversammlung für die Bewilligung der für die Wahl nötigen Gelder zweifellos nicht zu erreichen. Infolge- dessen ersucht der Zentralrat. von der allgemeinen Neu» wähl von Arbeiterräten bis zur reichsgesetzlichen Rege» lung der Arbeiterralsfrage Abstand zu nehmen. Der«in« Teil der in der Verfassung vorgesehenen reichSgesetzlichen Rege- lnng, der Gesetzentwurf über die Betriebsräte, liegt der Naiioilaiversämmliing bereits vor; der zweite Teil, ein Gesetz» cntwurf über die. W i r t s ch a s t S r ä t e, soll baldmöglichst eben» falls dem Parlament unterbreitet werden. Nach Verabschiedung dieser beiden Gesetzentwürfe, durch die Nationalversammlung müssen dann die Wahlen nach den Vorschriften der gesetzliche» Bestiminilngen vorgenommen werden. Damit aber bis dahin keine Lücke entsteht, fallen die au< der Revolution hervorgegangenen, jetzt noch bestehenden Arbeiterrälc aufrecht erhalten werden. Der Zentral- rat hat darüber mit der NoichSregierwng verhandelt, und dies« hat in einem au die Regierungen der deutschen Länder gerich» telen Nu>n.dichreiben diesen empfohlen, auf Verständigung und freundschaftliches Zusammenarbeiten mit den noch bestehenden Arbeiterräten bedacht zu sein. Der Zentralvat schließt sich dieser Auffassung an. Er evsucht alltz,. noch bestehenden Arbeitencite auf ihrem Posier, zu verharreu, b's' die ArbeitorraiSfrage ihr- reichsgesetzliche Regelung gefunden hat, v* »nd er erwartet, daß die Behörden, im Interesse der ruhig n Weiierentwickluirg den Avbeiterraion in diesem UobevgangS- stadium keinerlei Schwierigkeiten machen werden. Wenn der Zentralrat in' dieser Weise den durch die Ver- fassung geschaffenen Zustand respektiert, so wird er natürlich nicht aushören, mit den durch die demokratischen Einrichtungen ge- schassenen Mitteln dafür zu wirken, daß der in der Verfassung vorgesehsiie R e i ch s w i r t s ch a f t» r a t sich zu der vom Meilen Rätekongretz gewollten Kammer der Arbeit erweitert. Hier» bei wird ihm der natürliche Gang her wirtschaftlichen und politi- schon Entwicklung zur Seit« stehen. gez. Cohen.! Diese Bekanntmachung bedeutet, baß der Zentral rat seinen vollständigen Bankerott anmelden muß. Er iveiß nichts anderes zu tun, als bei den Behörden um gut Wetter für die Arbeiterräte zn bitten. Aber nicht einmal mit dieser untertänigen Haltung, die er von Anfang an an den Tag gelegt bat, findet er Beachtung. Wie gsringichätzi« er von der Regierung behandelt wird, zeigt deren Weine- � rung. Gelder für Arbeiterratswahlen zu bewilligen. Für � die Errichtung und Ausreebterhaltung des neuen Militarismus unh ähnliche unproduktive Aufgaben stellt sie ungezählte Milliarden zur Verfügung, nur für die Arbeiterrnte steht kein Gtld zur Verfügung. Mit kalter Resignation läßt der Zentralrat alle Hoffnungen auf die Nationalversammlung fahren, dieselbe Nationalversammlung, die dem Verzicht der von den Rechtssozialisten bebxrrschten Arbeiterräte auf die Ausübung der potitischen Macht erst ilkr Dasein verdankt. Ter ReichSwirtsch'aftsrat, auf den der 3en> tralrat in seiner Bekanntmachung vertröstet, ist nicht daS, wofür die Aroeiterschaft bisher gckämvst bat. Um diese Institution zu schassen, wäre wirklich keine Revolution not- wendig gewesen. Der Rätegedanke wird durch die Resi- gnation des Zentralrats in der Arbeiterschaft nicht ertötet werden. DaS Proletariat wird nicht vergessen, daß es seine Befreiung vom kapitalistischen Joch nicht von dem Wohl- wollen der Bourgeoisie und der Behörden entgegennehme» kann, sondern daß es vor allem seine eigenen Or- gan Unionen fortentwickeln muß, um de« Sozialisinus zu verwirklichen. MiunniiiinniiiiiiiniliiiTiiiiiiiiiin Die neue> Dcynenmode der liemalten Beine (Nene Sorgen der Bonrseslsie) .22 ßxoxc IPcli Bei jeden» Aeitungshündler zn Hab«,». MWWMMMMMMM TiST r njiiii�iiiFür�irrTiTll'r-'-f J TDetfier ueS RGWW». ififinn Theater am twici'-la> t V/« Blifowolatz. 7\ Uhr: Maß für Maß. Opernhaus ft Uhr: Palestrina, MHVS ft Uhr: Marin Stuart. ZsMzm rfißüter Direktion; Max Reinhardt 7 Uhr: ilapilet. HfissiinsriPlßl« yVUhr-Die Dü?!i?e der Pando/g. Theater i. tl. KUüi�ÄrStraBe CS Dh: Neucinstudiert: Lln Traqmspici von Aifgust Strindberg:, Musik von h. N. von Rezuicek. Irene Triesch, Ludwig Iiart.au, AI. red Abel. Ferdinand von Alten, Gustav Bot?. Frnst Derntjürp:, Frieda Richard, Jen y Marba. Gustaf Hild«- brant, Felix Rossert. Dornersta?: Ein Traumspiel. Frejtasr: Ein Traumspiel. Sonnabend: Ein Traumsoiol« So n;-. 2 nachm.: MlSSlk. Abends: Ein Traumsniel. fiuiiao au der Marschallbrücke. vsuhr Liseloft Tu" Eeriiner Theater 7" Ubr; ÄLTM«!' gtudentea. Trlnnon-Theoter.~ IM. Ffiiirithiinll Ztr.«17, Oll. Nschm.« Uhr kleine Preis.: Schneewittchen. N zkziaüs. Donne Jt �Uhr: Rofkünnclier. Preitas 4 Uhr: Schneewittchen. Sonnah. 4 Uhr: Aschonbrddel. Theater um Noilendorlnleti Jj ühr: GroBstadilult. Abends geschlossen- Rcslüenz-TliÄ. Stadtbahn Jannowitibrilcke Nachm 4 Uhr kleine Preise; Rotkfippchsn. IT*-. D.msre Lehen Donnerst. 4 U. iSchuoewitUbon P:eitai 4 Uhr: Rotkäppckeu. Sonn. 4 Uhr: Hünsel a. Protei. ffo«e-'ihc«ter Letrte Auflflhruneca! Uhr: Kleine Sklavin. Caslnn-Mer lothria jer Str. 37. Till.'/»! ükr: Großstadt-Pflanzen Volksstück ia 3 Akten. Vorher:„Schwarcwaidbuble*. Operettenakt mitViktorUttek von der komischen Oper. Dazu arsUhusireSpatidiutea. Sonntag Uhr: Mädchenekre. Wallhilia-IhaatBr,,.� 7h Uhr: Das Gesetz. Wintergarten. täglich 7k Ubr VsrlelÄeiSGng Rauchen gestörte t. Tbeater an lUtikuier Tor Tel.: Moritxplat« 14814. Jeden Abend 7h Uhr: c jeaei & Sil m �..........| ZI AN Abend-Proirmmm) ij ffU 1 Kind troll JE.!» Rauchen gestattet Bliithgen-Konrert Leg. 7� Uhr. Vorverkl. II— 1h II. 4-6 Uhr. Mte-BäUgar. 9 ehem. Mitjl. der Stenlatr Sängrr Sonnt nachm. ZU.: e*näS. Preise! voll Tirektlon Sarl Meinhard-Rndols Bcrnaner. ./ Theater i. d. KömstiU'ätzmie. »am 15. bis 10. CKober: S Jtufffiiiuuaen von Ein T r a u m f P i e l PhimtiisiischtS Drama In rlnl", Voriviti n. Z Alien (14 Liidetn) von Muauft linttöbctp,. Muhl von<5 92* von Rcznicei. Regie: RudoliBeruauer. Hauptdarsteller: Irene reiel», Ludwin HarkZü, Alfred Abel- fterdlnand von Alien, ilusto» Bag.«rnli Dern'.-urg, Krieda»itchiud. ffluftoi Htldedrant, Jenny Maria, L-til Rdsseit. «m Mittwoch dinl SS. Cttcbcv: «rftanffültrnng: Schloß Wetterstein Dchaufpiel in 3 Alten v. Fronl Wedalind. Regie: Cael Meinhard. Hauptdarsteller,: Herta van Haren, Maria OrZIa, Ludwig Hartau, Johann«» diiemann, Hugo Bauer, Erusi Behnier, Aleiauder iilert, Werner Hollmamt, R. St. Römer, Heinz Slieda. WWKMMM -Ä 3 S�seK! S. Nif!! k mit echtem Fliedens-Kiiutscliuk schöne, natarllche Parbe bei 5 jätlf) ECtlflfiSIChSr GSrHütiS. Zahnziehen mit örtlich. Betäubunu nach bewährter Methode bei Bestellnns von Gebissen gratis! MlnW: taline oiine GaDmen! Echte Goidkronea von 30 Mark an. Utf Keine Luxuspraise. Fachmännische Munduntersuchung und Rat kostenlos. ÄÄlfalvani Ecke Schönheuser Allee. Eingang Danrlger Siralle. Sprechstunden von 9—12, 2—7. Sonntags und Feiertags 9—12. 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Kabarett und Diele Bier- und Weinnussdmnk Relchhollloe Miilag- und Abendkarte Täglich Auftreten erstklassiger Kräfte AiUana 7';. Uhr Nach der Vorstelluno = TANZ= Anfang 7h Uhr Shie und Vcreinszimmer bis 400 Personen fassend, liir Versanimlungen und Hochzeilen noch Irei. [ Das grnBfc und schönste Llchtblld-Thester der Köulgsladt Nur n®ch 2 TageS dar weltberühmte Filmschauspieler VW ursn | pcrsttnllch in seinem Sketch Oraf Spllen. A«fi«rdem der HlesenHlmt üie Spinnen» Anfanc Wochentags 6 Uhr Anfang Sonntags 3 Uhr Möbel«uf Kredit Kleinste Anz&hlnac.— Beqaemste Abzahlsng.— SrAsste Rstektieht. sw Einzelne MSbelstaake-W werden bereitwilligst abgegeben. M. Landwehr, Müllerstraße 7,■■'"«• Trenne Kriegsanleihe nehme in Zahlunz. Liefere auch nach auswärts ZIGARETTEN I Oold-Flake, Fairfax, orientalische und andere reine Zigaretten zu Engros-Preisen fortlaufend lieferbar ab Lager flrtllleriattrass« 16. I. [künstliche �ähne mit echtem Parakautgchuk. Goldkronen u. Brücke� Präzisiousarb.. Rcp. u. 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Die Lage. � Vom Streik Ware zu berichten, daß im weiteren K Firmen die Forderungen bewilligt haben, somit vi Fir- men der Vereinbarung beigetreten sind. In Streik getreten sind erneut 13Firmen mit über 1000 Beschäftigten. > ♦ Die streikenden Obteute nahmen Kenntnis von dem Schriftwechsel mit dem Reichsarb ei ts- m i n i st e r. ebenso von dem Telegramm des Reichs- arbeitsministers Schlicke. Dieser ersucht die Industriellen um Verhandlungen. Das Arbeitsministerium hat An- Weisung dazu erhalten. Die offizielle Mitteilung des Reichsarbeitsministeriums über Verl)andlungen ist bis zur Stunde noch nicht eingelaufen. Wir bringen hiermit unsern Kollegen das Schreiben des Reichswehrmini st ers Noske zur Kenntnis: Oberkommando Noske. Berlin, den 10. Oktober ISIS. Ic Nr. 51 523 AI 1031 Pre. »Der OrtSverwaltung Berlin des Mctallarbcitcr-VcrbandeS wird biermit die Genehmigung erteilt, für die Zeit vom 10. 10. bis einschließlich 13. 10. 10 ein gewerkschaftliches Nachrichtenblalt unter folgenden Bedingungen auszugeben: 1. Der Inhalt deS NachrichtenblattcS hat sich lediglich auf reu, gewerkschaftliche Mitteilungen und Nachrichten zu beschränken. Die Aufnahme von sonstigen Artikeln irgendwelcher Art» sowie von Inseraten und Annoncen ist untersagt. 2. Das Nachrichtenblatt unterliegt einer Borzensur. Es ist hierzu der Abteilung Ic de» Oberkommandos Noske, Bendler- Pratze 13, bor Drucklegung vorzulegen. 3. Die'Untcrlagcn der Zeitung„Freiheit" für den Boten- und ExpeditionSbetrieb werden, soweit sie für den Vertrieb des Nach- richlenblatwS erforderlich sind, freigegeben. Die Durchführung der Freigabe hat nach näherer Anordnung und unter Ueberwachung bes Polizeipräsidiums zu erfolgen. Oberkommando NoSke. Ic Nr. 51525 AI 1031 Pre. Stempel." Wir knüpfen daran die Bemerkung, daß durch die Bs- fehung der„Freiheit" pi« praktische Ausführung unmög- {ich war. Wir müssen die Kollegen, die die Kontrollstellen unter sich haben, anweisen, unter keinen'Imständen Tag�im Voraus oder rückwirkend abzustempeln. Die Leiter der Kontrollstellen werden biermit ersucht. SU einer Besprechung am Donnerstag, den 16. d. M., nachmittags 4 Uhr, im Arbeitsnachweis, Linien- stroße 8, zu erscheinen. Die Außenmonteure, die durch die Streikleitung tzuruckberufen werden, haben dem unbedingt Folge zu leisten. Bei der Firma Arndt, Feunstraße, sollen die Lehr- linge Arbeiten der Transportarbeiter verrichten. Die Lehr- linge, die sich weigerten, das zu tun, wurden vom Ingenieur Lutz geschlagen. Von mehreren S ta d tv er w alt u n g e n lagen An- taige auf Verrichtung von Notstandsarbeiten vor. Diese Anträge wurden der Streikleitung der Rohrleger überwiesen. Die verwundeten Versammlungsteil. nehm er der 30 Donnerstagvcrsammlungen werden durch bie Fünfzehner-Kommission unterstützt. Es sind wieder in großer Menge. S y m p a t h i e- «rklärungen von allen Organisationen ein- gelaufen. Es ist unmöglich, sie im Wortlaut zu bringen. Die Eewerkschastskommiision der Groß-Berliner Gewerkschaften. Die Fünszchncr-Kommission. Jimmie higgins. > Roman von Upton Sinclair. Aus dem Manuskript übertragen von Hermynia Zur Mühlen. ■ Nun-'rk.'ärte er der LeeSviller Gruppe, waS er von den Salonrevolutionären halte, die einer kirchengeknechtetcn Gemeinschaft schmeicheln. Der Wilde Bill hatte seinerzeit der Diskussion über den 0" gelauscht, welcher sich gegen Sabotage und Gewalt aussprach, und die gleichen Leute, die damals diesen mittelalterlichen Schwindel begeistert vcr- fechten ha.tcn, versuchten setzt, die Ortsgruppe für die Ver- teidigung der britischen Seemacht zu begeistern. WaS zum Teufel kümmerte cS den Arbeitern, ob der Kaiser eine Eisen. bahn nach Bagdad besitze oder nicht? Freilich, wenn einer in England zur Schule gegangen ist, eine englische Frau hat, sich als englischer Gentleman fühlt!" Ein Schauder durchlies die Anwesenden, denn fedcr wußte, dies sei auf Dr. Service gemünzt.— Gut, dann möge der Betreffende mit dem nächsten Schiff den Ozean überqueren und sich an- werben lassen, doch solle er nicht versuchen, die Ortsgruppe in ein Wrrbclokal zugunsten britischer Großgrundbesitzer und Aristokraten zu verwandeln. Die�s Worte schienen den Genossen Norwood, den jungen Advokalen. der den§ 6 ausgearbeitet hatte, heftig. zu reizen. Aufschnellend fragte er, warum die Leute, die mit den Statuten der Sektion nickt einverstanden sind, nicht austreten und eine eigene Organisation gründen? „Weil," entgegnete Murray,„wir die Sabotage dem Streik vorziehen." „Mit anderen Worten," rief Norwood,„sie wllcn in der Ortsgruppe bleiben und durch Hohn und persönliche Gehässigkeiten ihre Gegner vertreiben?" «Dies ist seit Mnaten das erstemal, daß wir da? Vergnügen hab.m, den Genossen Norwood auf einer Vcr- sammlung zu sehen." bemerkte der Wilde Bill mit beißender Gclasienheit./mVielleicht wußte er. daß wir heut» anfge- fordert werden würden für Kitchencr ein Regiment zu stellen l" Vellage zur..Freiheil". l Kr die Nelallarbeiler. SympathleerttarunkW. D« am 13. d. M. tagende Funktionärverfammlung des Deutschen Eisenbahner-Berbandes, Bezirk Berlin, in den Andrcas-Festsälen spricht den im Kampfe befind- lichen Metallarbeitern nach einem Bericht der Fünfzehner« Kommission ihre vollste Sympathie aus. Sie erklärt weiter, datz sich diese Sympathie nicht nur auf die Erklärung beschränken wird, sondern gelobt, alle moralischen und finanziellcn Hilfskräfte zu mobilisiere», um de» Sieg der kämpfenden Arbeitsgenosfen sicher- zustellen. Weiter hat sie den gegnerischen Pressefeldzug in seiner ganzen Lügenhaftigkeit erkannt und wird es als ihre vornehmste Aufgabe betrachten, die beteiligten Kollegen im Sinne dieser Entschließung aufzuklären. Die am 14. Oktober im Lokal Klostergarten in Plötzensee abgehaltene Versammlung der 5. Inspektion der Großen Der- liner Straßenbahn erklärte, daß sie den streikenden Metall- arbeitern ihre volle Sympalhle entgegenbringe und entschlossen sei, im gegebenen Moment den Anforderungen der 15er Kommission und der Berliner Gewerkschaftskommisiion Folge zu leisten. Die Branchenkommission der Gasarbeiter beschäf- tigte sich am Montag, 13. Oktober cr., in Wegcners Lokal Seidelstraße 30, mit dem vom Zentral-'Jchlichtungsausschuß gefällten Schiedsspruch. In der Aussprache wurde besonders darauf Wert aelegt. die Gasarbeiter als Schwerarbeiter an- erkannt zu sehen. Die Kommission beschäftigte sich ferner mit dem Me- t a l l a r b e i t e r st r e i k. Nach längerer Aussprache wurde folgende Resolution gefaßt: „Die Vertrauensleute der Groß-Derliner Gaswerke erklären hiermit, daß sie den Beschluß der Obleute der Maschinisten und Heizer vom 12. d. M. betreffs Ver- Handlungen zwecks Beilegung des MetallarbeiterstreikS sich zu eigen machen. Sie verurteilen ganz befonderS aufs schärfste die Maßnahmen des Oberkommandos Noske, nach welcher cS der Fünfzehner-Kommission, wie der Ge- werkschasiSlommission unmöglich gemacht wurde, die Groß-Tcrliner Arbeiterschaft auch nur in der Forin einer rein gewerkschaftlichen Mitteilung von dem Stand des MetallarbeiterstreikS zu infor- rnieren, iudem man den Druck dieser Mitteilungen durch mili- tärische Besetzung der Druckerei verhinderte. Die Vertrauensleute erklären ferner, daß die Arbeiterschaft der Gaswerke sich nicht dauernd die Vergewaltigung der Presse- und Vasammlungsfeeihat gefallen lassen wird. Sie lehnen aber gleichfalls die Verantwortung für alle Folgen, welche au» dieser Rechtlosmachung der Arbeiterschaft entstehen, ab." * Achtung! Holzarbeiter? Im Anschluß am die Versammlung über den Zu'wnrmenschluß der Halzinoustr!«, die heute Mittwoch, abends 6 Vi Uhr, in Haverlamds Festsälem, Neue Fviedrichstr. 35, stattfindet, nehmen die Berliner Holzarbeite Funktionäre Stellung zum Me'allarveiterstreir. Berichterstatter ist ein Mitglied der Fünfzehner-Kommission. Die Ortsverwaltung. Maschinisten und Heizer de? Schwartzkopü-Werke B. M. A. G. Wildau, heute, Mittwoch, den 15. Oktober 1910, mittags 12 Uhr, Berisammluug im Kasino. Die Streikleitung. Bcrgmann-Werke Rosenthal. Auszahlung der Streikunterstützungen ist Donnerstag, vormittags 10— 11 Uhr, im Streiklokal. Die Stroikleitung. vergmann-Wcrke Rosenthal. Auszahlung der Streikunter- stützungcn kür die Abteilungen Wickelei. OeAchal' erbau und Form- gießerei Donnerstag, den 16. d. M., vormittags 10—11 Uhr, im Streiklokal. Di« Streikleitung. Firma Fritz Werner, Maricnfcldc. Mittwoch, 11 Uhr bor- mittags, Betriebsversammlung im Schwarzen Adler, Martendorf, Cchauiseestr. 43. Quittungen sind zu unterschreiben. Die Streik- leitung. Firma Hartunz, Lichtenberg D e Kollegen der Kontroll- karten von 1— 288, auch die Unovoanisierten, am Mittwoch, den 15. d. M.. zur Unterschrift der Quit'ungen von 10— 12 Uhr. Die Zahlung de? StreikgeldeS findet am Freitag von 12—2 Uhr, beides im Vereinslokal, statt. Die Streikleitung. Genosse Skankewitz sprang von seinem Sitz auf; sein mageres, lebhaftes Gesicht trug einen bekümmerten Aus- druck.„Genossen, so werden wir nicht weiter kommen! Für uns gibt es nur eine einzige Fage: Sind wir Internationalisten, ja oder nein?" „Mich deucht," warf Norwood ein,„die Frage lautet: Sind wir Antinationalisten?" „Gut." schrie der kleine Jude,„meinetwegen. Ich bin Antinationalist I Und dies müssen alle Sozialisten sein!" „Ich fasse die Sache anders auf," entgegnete der Ad- vokat.„Es ist natürlich leichter für eine Rasst, die seit zwei- tausend Jahren heimatlos..." „Wer wird jetzt persönlich?" höhnte der wilde Bill. III. Solches ereigne! � sich in der Leesviller Ortsgruppe. Dos Ergebnis der Tcbcilte bestand darin, daß Genosse Dr. Ser- vice erklärte, er wolle mit der sozialistischen Partei von heute ab nichts mehr zu tun haben. Er knöpfte seinen schönen schwarzen Rock über der Brust zu und verließ feierlich den Raum. Die noch übrige Versammlungszeit wurde Haupt- sächlich von der< Diskussion über seine Person und seinen Einfluß in der Ortsgruvpe ausgefüllt. Er sei kein Sozialist, behauptete Schneider, sondern ein englischer Aristokrat ober so etwas ähnliches: zwei Brüder seiner Frau dienten im Expeditionskorps, ein Neff? hatte sich bei den Territorialen gemeldet und ein zu Besuch weilender Velter stand im Begriff, nach Kanada zu gehen, um ehemö/kichst an die Front geschickt zu werden. Doch war die Ortsgruppe trotz dieser schwerwiegenden Tatsachen nicht geneigt, ihren großmütigsten Gönner zu verlieren: die Genossen Gcrrity und Goldstein wurden entsandt, ihn zu versöhnen und zu- rückzuholen. Was Jimmie Higgins anbelangte, so war das Problem für ihn um vieles einfacher. Er hatte keine Verlraudten, und falls er ein„Vaterland" besaß, so hotte dieses unter- lassen, ihn davon in Kenntis zu setzen. Das erste, was seine „ßeimat" für ihn getan hatte, war, ihn einer Negerin zu übergeben, die ilrn mit Wassersuppe fütterte und ihn im Winter ohne Decke schlafen ließ. Für Jimmie bestand die Heimat aus einer Ansammlung von Herren und Arbeit- m klwoch. 15. vllober INS Schütte u. Deichen. Freitag, den 17. Oktober, 2 Uhr�nach» rnütazS, Quittungen unterschreiben im Streiklokal. Die>slreik» leidung. Achtung! N. A. G., Oberschöncwcide. Auszahlung der restlerendcn Löhne am Donnerstag, 2 Uhr, im Fahrschuppen. Quittung imicrichrcibcn von 180— 550 im, Streiklokal von 10 bis 2 Uhr. Die Streikleitung. Fritz Werner A.-G, Werk Lützowstraßr. Desticbsversamm- lung am Mittwoch, den 15. d. M., 0 Uhr vorm« im„National- hot�, Bülowstr. 37. Achtung'. C. Lorenz, Tcmpelhof. Kollegen und Kolleginnen? Die Aukzahluna findet am Freitag in der Bockbrauerei statt. Nr. 1— 300 und Abt. 14, 15, 24 von 0—10 Uhr, 301—600 10 bi, 11 Uhr, 601 bis Schluß 11—12 Uhr. Anschließend Betriebsver- sammlung. De Streikleitung. Ludwig Löwe, Huttcnstraße. Mittwoch, 4Z4 Uhr: Wichtig« Betriebsversammlung im Klostergarten, Plötzensea. Seulsche Ualionlilversamml«»« 98. Sitzung. Dienstag, den 14. Olstober! 1010. Auf eine Anfrage des Abg. Wurm(U.Soz.) nach dem Schicksal des von der Soziaiisierungskommission beschlossenen Entivuifcs eines Rahmengesetzes über die K o m m u n a l i s i e- rung von Wirtschaftsbetrieben wird mitgeteilt, daß der ausgearbeitete Entwurf sich nicht als geeignet erwiesen habe, der Nationalversammlunz vorgelegt zu werden(hört, Hort bei den U. Soz.); der neue Entwurf habe bei der Schwierigkeit der Materie noch nicht fertiggestellt werden können. Darauf wird die Aussprach« über die Preissteigerung beb Leders sowie über die Anträge auf Abbau der ZwangZwirtschaft fortgesetzt. Abg. Tavidsohn(RechtSsoz.): Die Zwangswirtschaft fällt nicht wegen der Unzufriedenheit der Bevölkerung, sondern weil Kapi» talistcn sie unterwühlen. Den Schuhmachern fehle es an Re» parakurleder. Auf der anderen Seite herrsch: dagegen unglaub« sicher LuxuS. Eine, ganze Anzahl von Organisationen hat die Wiedereinsührunz der ZwangZwirtschast gefordert. Zeitung»« stimmen haben von einem mißglückten Experiment gesprochen und die Regierung aufgesordert, wenig» stenS Richtpreise festzusetzen, und eine � praktisch» Zwangswirtschaft für die Uebergangszeit einzuführen. Auch die Facypr-sse h�t die;ctz-gen Zustände als unhaltbar bezeichnet Die„Lederzeitung" hat die bei der ersten Berliner Häuteauktion erz.elten Pre'se Wucherpreise genannt. So einfach wie die Herren auf der Rechten sich den Abbau der ZwangZwirt» schaft denken ist er schon deswegen nicht, weil das Spekulanten» tum sich nicht um die Juteressen des Volkes, sondern nur um den eigenen Nutzen kümmert. Man müßte zu einein Vcr» brauchersozialismuS gelangen, den» die Verbraucher sind ziiietzt immer die Leidlrogcndcn. Daß der NeichSwirtschaftSminister nicht wieder zur Zwangswirtschaft zurück ixillp kann ich ihm nachfühlen. Ich bin im Geegnsatz zu den Herren von der Rechte» der Ansicht, daß d.e Aufhebung zu früh erfolgt ist. Solange wir eine Zwangslage haben, brauchen wi: auch eine ZwangSivirischaft. Abg. Diez(Zentr.): Die Freigabe der vom Staate bcwirt» schafteten Güter ist notwendig im Interesse der auf die vor» handencn Vonäte angewiesenen Bevölkerung. Dabei sind aber strengste Maßnahmen gegen Wucherer voczusehc». NeichSwirtschaftSminister Schmidt: Bei Aufhebung der ZwangSmirlschafi würde da? Brot 8 M, das Pfund- Fleisch 10 bi» 12 M., der Liter Milch 3 M. kosten. Wir würde» dann in allen Wirtschaftszweigen dieselben üblen Erscheinungc» erhallen, wie sic gcgenwärsig auf dem Gebiete der Lcoerwirtschast berrschen Ich hosse,-daß die Landwirte sich ihrer Pflicht als Deutsche uns als Landwirte bewußt bleiben. In der Lederindustrie iß zur Zeit das Wichtigste die Hebung unfem Produktion, selbst auf Kosten der Verbraucher. Augenblicklich be> steht gar keine Möglichkeit zu einer Zjendcrung. Wir müsse» Leder ausführen, um Felle hcreinzuberommen. Auch für die Textilindustiie muß Arbeit besorgt werden. Abg. Dr. Böhme(Dem.): Von einem Ablieferiiugsslmk der Landwirte ist kc.ne Rede. Wenigstens hätten wir für das jetzige Jahr des UcbergangcS die Bcsreiung der ileineii Betriebe von der Zwangswirtschaft gewünscht. Fünf Sechstel des deutsche» Pol» keS begreifen nicht, daß die Streikhetzer nicht ganz anders an» gefaßt werde». Abg. Dr. Sernrnler(Dual.): Die deuifche Landwirtschaft muß wieder hochkommen Die deutsche Landwirtschaft will schon, aber Sie(naq lii.ks) wollen nicht arbeiten. Die Regierung muß für Einfuhr künstlicheil Düngers sorgen. Die Schweinezucht muß wieder gehoben werden. gebern, welch? kargen Lohn für harte Arbeit bezahlten und die Polizei mit Knüppeln vorschickten, wenn man sich zu rühren wagte. Soldaten waren für Jimini« Leute, die der Polizei zu Hilfe kamen, wenn letztere bedrängt wurde. Der Soldat stolzitzrte mit geschwellter Brust unds der Nckse boch in der Lust einher, und war in Jimmies Nngen ein Blei- Hampelmann, ein Verräter an der Arbeiterklasse. Aus all diesen Gründen siel es dem kleinen Maschinisten leicht, dem rumänischen Judech beizustimmen und sich als Antinationalisten zu bekennen. Es fiel ihm auch leicht, zu lachen und Beifall zu äußern, wenn der wilde Bill fragte, was es den Arbeiter kümmere, ob der Kaiser eine Eisenbahn nach Bagdad besitze oder nicht. Jimmie erschütterte es nicht im geringsten, wenn er las, die britische Armee weiche in Frankreich Schritt für Schritt zurück, eine z'hnsache lieb er- macht aufhaltend. Die Zeitungen nannten dies HeroiSniuZ. Jimmie sah bloß eine Unzahl unseliger Tölptt, vor deren Augen eine Fahne geschwenkt wurde, und die sich für einen Schilling den Besitzenden ihrer Länder verkauft hatten. Ein? der sozialistischen Zeitungen, die Jimmie zu lesen Pflegte. brachte allwöchentlich eine Karikaturenserie, die den Proletarier als harmlösen Toren hinstellte und„Heinrich Blöd" benannte. Der arme Heinrich glaubte-alles, was ihm ge- sagt wurde, und seine Erlebnisse endigten regelmäßig damit, daß er einen Hieb auf den schade! bekam, so daß d'e Funken über die ganze Blattteite sprühten. Tie eillerläckrrliehsten Erlebnisse traten ein, wenn Heinrich Blöd eine Uniform trug. Jimmie schnitt diese Bilder aus und zeigte sie in der Fabrik, sowie bei den Nachbarn herum. Auch die Nachrichten'von den den'schen Greueltaten ließen Jimmie kalt: er glaubte sie nicht, sie gehörten zum Oiasgist des Krieges. Waren Meirichen bereit, einander mit Bajonetten aufnispseßen oder durch Granaten zu zerreißen, io waren sie sicherlich auch bereit, über einander zu lügen: die Regierungen logen selbstverständlich bewußt, um ihre Soldaten anzuspornen.„Wie?" dachte Jimmie.„Man will mir weiß machen, die Deutschen seien eine Barbaren» Horde? Und ichjebe doch mit Hunderten von ihnen znsam- inen in einer Stadt, treffe aus allen Berlaimulungeu mit ihnen zusammen." (Forlsetzung folgt.) Kbg. Wnrm(U. Soz�):- Dci V UclluiigZ. uns �icferuiigk�wang muß bleiben. Die froZuttion wn> sxii erst Heb-Mi, mcnn sie von der Gescmlhcu bcrnommcn ui.d wenn de Pi�odullionSzwang einfleführt wird. »IlerdinqZ n>chi!»it Ml>schiiii.ngcwch�en Durch einen Appell a» »:e Moral ist bei der Landwirtschaft nichts zu erreichen. Okuic eine Steigen,:. p der Prodnl'.on miissen wir verhungern. Sage» S e snach icchtS) nicht, daß der Arbeiter nicht arbeiten will. Der ausgehungerte Arbeiter tn.n nur nicht mehr so schaffen wt« bis- her. Die S,ädter als Verbraucher haben den Nachteil davon, wenn in de.«Landwirtschat nicht genügend gearbeitet wird. Bei der Versorgung mit Fleisch sind wir in Berlin für die laufende ELoch« um neunmal Hunderttausend Pfund im Rückstand. Wohm soll das führen? Wir müssen zu einer planmäßigen Bewirst schaftung in Deutschland, kommen. Ter einzige Weg dazu ist die Sozialisier» �. Trotz erhöhter Preise wiro von der Landwirt- fchart nickt genügend Celre�e und Vieh abgeliefert. Wo der «riintbesitz die Mach« hat. den Interessen der Verbraucher c»t- grgcnzutretcn, da macht er davon riicksichts'o» Gebrauch. Wenn das Geld im Kaitcn klingt, dann liefert er wohl, aber ein Appell a» die Menschenliebe nützt bei ihm n'chts Nur die Sozialisicriiiin der LandwiUschafi kann Deutschland retten. Den demokratischen Antrag lebnen. wir ab. Abz. Dusche«D. Vp.): Wir haben überhaupt keine Wirtschaft, 1 ander» eine Mißwirtschaft. Es ist eine unerhörte frivole Interstellilng. wenn der Abg. Wurm sagt, ein Appell an das gute lhcrz der Landwirischaft hätle keinen Zweck. Eine IwangZwirt- schast und Sozialisicrung der Landwirtschaft würde zum Ruin Deutschlands führen. Nach weuiren Ausführungen wird der deutschnationale An- trag in der Frnm argen'Minen,"goß d'.e Zwangswirtschaft für Brotgetreide. Milch. Fett und Fleisch erst dann aufgehoben werden soll, wenn die Versorgung des Volkes damit gesichert ist. Nächste Sitzung Mittwoch l Uhr lDeutsch-poinischrr Vertrag, Etat für de> Reichspräsidenten, Postverwaltung). Schluß V Uhr. Alis der preußischen Laudesuersammlunz. Bei äußerst geringer Besetzung deS Hauses wurde gestern die Beratung des ElsenbahnctatS fortgesetzt. Auf der«inen Seite buhlen die bürgerlichen Redner ganz augenfällig um die Gunst der in StaatSbclricben Beschäfligtcn. Auf der andern aber der- »inalimpften dieselben Redner di* Eisenbahnarbeiter in der un» erhörtesten Weise. Genosse Bcllert(Solingen) rechne!« mit diesem Treiben ge» bührcnd ab. Wenn einmal ein Arbeiter eine Schraube oder sonstige Kleinigkeit mit nach Hause nehme, werde«in gewaltig«? Geschrei angestimmi. Wenn aber, wie>n Elberfeld z. B., von höheren Beamten Sch'ebereien in riesenhafter Ausdehnung aui- Geführt werden, dann werden alle H«bel in Bewegung geseht, um dem Untersuchungsausschuß der Angestellten seine ausklärendc Tätigkeit unmöglich zu machen. Auch hier sollen die kleinen Dieb« xchenkt, die großen aber lausen gelassen werdcn. Den Eisenbahnern soll daS Streikrecht aberkannt werden, um sie zu gefügigen Ausbeutungsobjekten zu machen. Aiischelnend erstrebt man«ine neue Aera Breitenbach. W'e in der KriegSzeit, will man auch heute die Arbeiter, die sich in Wahr» rehumng ihrer berechtigten Interessen befinden, mit den Bajonetten zur Arbeit zwingen. Man wird aber daS Gegenteil erreichen. Jahrelang haben die Eisenbahner hungern müssen, und wenn sie jttzl Besserung verlangen, sind stets erst die schwersten Kämpf« erforderlich. Dagegen bezichtigt man hier im Haui« die Eisenbahner der ArbeitSunlust und spricht davon, d,ß d'e Arbeiter eigentlich nur Anwe.senheitkgelder bc> ziehen. Das sind beleidigende AnichnldiMmgen. die wir mit aller Entschiedenheit zurückweisen, weil wir wissen, daß an» pesichtS der erschwerenden Umstände, deß Material- und WerkzeugmongelS. die Arbeiter ihre voll« Schuldigkeit tun. Solgl ch ist e» überflüssig, mittels Akkord, oder Pramienchstem» iwchzuhelfen, und wir lehnen daS ab. Wollen Sie Lust und Liebe zur Arbeit steigern, dann geben Sie den Arbeitern da» volle Mitbestimmungsrecht. Was wU man aber dazu sagen, daß «sogar die Rechts f.oziali st«n die Anwendung de» Streikrecht, durch Eisenbahner als Ver« brechen am Volk« bezeichnen? Auf dies« Wels« schassen Sie Arbeiter zweierlei Recht». Wie unberechtigt da» Geschrei über die ArbeitSunlust der Arbeiter ist. z-igt ein Beispiel aus dem A> t t e r s e l d e r B e- zirke. Dort droht ein Ausstand der Kahlenberg. leute, weil sie infolize ungenügender Beschaftl. gung bitter« Not leiden. Unfähigkeit und böser Wille hindern da» Wiederaufleben unserer Wirtschaft und deS Verkehr,. DaS kann nur ander» werden, wenn den Arbeitern überall ein maßgebender Sinfluß eingeräumt wird. Bei Durchführung der kürzlich beschlossenen einmaligen veschaffungSbeihilfen haben sich Härten insofern er- geben, als d ejenigen, die erst nach dem 8. März in Beschäftigung Getreten find, völlig ausfallen. Gerade bei denen ist aber eine besondere Notlage anzunehmen. Wir beantragen deshalb, auch diesen Arbeitern eine Beihilfe zu gewähren, und zwar gestaffelt nach der Dauer der Beschäftigung.(Beifall.) Dieser Antrag wurde dem Staatshaushalt». aus schütz überwiesen. Im übrgen wurde der Etat mit den dazu gestellten Anträgen angenommen. Einem Antrage, der die Eisenbahner zu..treuer P f i ch t e r f ü I l u n n" aufruft. haben unsere Vertreter ibre Zustimmung versagt, weil sie darin eine Beleidigung für die Eisenbahner erbl cklen. E» folg< die zweit« Beratung über die Schaffung einer selbständigen Provinz Sberschlesien.� Genosse Lichtcnstein wies nach, daß die Absicht, durch die Gewährung der Autonomie die Abstimmung über die Zugehärigloit zum Reich günstig zu beeinflussen, nicht erreicht werde, weil die brutale Ge» walipolitik heftigen Groll bei der Arbeiterschaft erweckt hat. An» stait die berechtigten Forderungen anzuerkennen, hat man die Grsnzschutztruppe mit Masch nengewehren auf die Ardeiter gehetzt. Da« Sl, stem H ä r s l n g hat in Oberschlesien alle» verdorben. Wie zu erwarten, wurde der Kompromitzantvag der Mehr- hei tSloz allsten angeno-nrmen. N" st S'tzung: Mittwoch IL Uhr. Aus der Var'ei. Die Organisationen zum Parteitag. In der Sonntag» in Songerhausen abgehaltenen außer. ordentlichen Kreisgeneralversommlung der unabhängigen Partei» organisaiion Sangerhauscn.Eck.rlSberga wurde nach einem Referat de» BezirtSset'-eiär» Oelpncr.Halle einstimmi« folgende Eiitschlietzung angei'.oinmen: .Die Generalversammlung der U. D. Pj. für Sangerhausen- EckartSbcrga wenbet sicu scharf regen die Beteiligung an dem Genfer Kongreß der S. Jnlernationale. Sie erklärt ssch r ü t den Zusammenschluß aller revolu» t i o« ä r e ii Parteien> n der 3. Internationale.' Zum Pieteitag in Leipzig wurde» drei Delegierte gewählt. Im we ie,'Veiiauf der Vetbensiungen wurde.nitgcteilt. daß die Krc c!>.!» setz' dL OriSuereine mit über ölllXt Mit» fliederi. z» seck-, Vec.ive m>i knapp öM Mitgliedern An» a>,g Noueu b.t vor gen Jahrr» Beschlossen wurde, da» Frauen» organ.Die K ä>» p« e r i n' obligatorisch für alle weiblichen Mitglieder etiizufuhren. Die neue kommunalpolitische Zeitschrift he- Lad jedem der zahlreichen Landorte mit unabhängigen Gemeinde- Vertretern in mindeste:.« einciv Exen'plar gelesen werden. Zum Krcisvorsitzenden wurd« Genosse Franz'a-Sangcrhausen wieder- gewählt. Der Kre.'kvcrcin für daS Industriegebiet Groß-Stutt- gart hat folgende Anträge an de» Parteitag zur Taktik der Partei gestellt: 1. Die Par'ei hält fest an den Grundlinien des AktionS- Programms, wonach wir uns auf jeden Kampfplatz stellen, ein- schließlich der Parlamente. Tie Tätigke't innerhalb der Parlamente muß getragen sein von revolutionärem Geiste, jedeS Kompromiß, jede reformistische Täligkekt Ist. West und«« cinbar mit dem revolutionären Klossenkamps, zu unterlassen. 2. Ten Beitritt zur 2. Internationale lehnt die Partei ab. Der Parieivorstund wird beauftragt, mit den oppositionellen Elementen der Ententcstaalcn und den Parteien der 3. In er- nationale in Fühlung zu treten zur Aufrichtung einer revolu- tionärcn, internationalen Arbeiterunion. 3. Abgeordnete der Partei können am Parteitag nur mit beratender Stimme tcstnehmcn. 4. Reich skonferenzen sind tunlichst zu bermeiden, da sie nie ein getreues Spiegelbild der Stimmung in der Partei geben. Der Streif der stüdtis 1 Der An beuch des glieils. Verhandlungen heute mittag. Der Streik«oer städtischen Hilsskräsle Berlins ist wider Er- warten plötzlich ausgebrochen, nachdem Nx An>.t«stclltcn in Neu- lölln vorangegangen waren. Kurz nach 12 Uhr haben gestern mittag sämtliche Hilfskräfte des Berliner Magistrats in einer Stärle von etwa 15 000 Personen die Arbeit nicderzelezt. Jnsol- zvdcssen mußte der Betrieb in den meisten Bureau» bald gänz- lich eingestellt werden, tza die nicht am Streik beteili« ten Beam- ton außerstande waren, das Publikum abzusertigoit. Zudem haben die Beamten durch ihre Organisation zum Ausdruck bringen las- sen, daß sie nur in lebenswichtigen Abteilungen die Arbeiten loet Angestellten erledigen wallevt. Es kann aber davon keine Rede sein, dag sie die Hilfskräfte ersetzen könnten. Wie berichtet wind, erstreckt sich der Streik auch auf'oir Bureaus der Lebensmittelversorgung, lxr Kohlonbelieserung, Brotkommisstonen, die Fettstell« für Milch und Bulter, die Fleisch- stell, die Krankenernährung und die Bczugscheinstclle. So mußte der Streik von der Bevölkerung als recht unangenehm empfunden werden. Die Streikleitung verbreitet darüber folgende Nachricht: Nachdem vom Magistrat bis gestern mittag 12 Uhr keine Antwort auf das bis dahin befristete Ultimatum eingelaufen war, war die Streikleitung, gebunden durch«inen Beschluß, gezwungen, den Streik ausrufen zu lassen. Zwischen 12 und 1- Uhr ließ der Magistrat die Zentralstrcik'eitung davon in Kenntnis setzen, daß um H2 Uhr im Rathause Vertreter de» Magistrats zwecks Fühlungnahme mit der Zenlrnlstreiklcitung sein werden. Im Laufe dieser unverbindlichen Unterredung wurde schließlich für Mittwoch 12 Uhr ein Verhandlungstermin festgesetzt.— Im Laufe del Nachmittags erschienen die Depu- tationen ver gewerblichen Hilfskräfte Neuköllns, Lichten» b e r g S und anderer Vororte und boten der Zentralstreiklcitung der Hilfskräfte an, sofort für dieselben in einen Sympathiestreik treten zu wollen. Tie Zentraistreikleitung nahm von dem An- gebot Kenntnis, bedeutete den betrcfscnden Deputationen aber, solange warten zu wollen, dt» sie von der Zentralstreikleitung dazu aufgerufen werden. Di« Deputation Neukölln gab darauf die Erklärung ab, daß in den Betrieben jetzt schon Passive Ressistenz zut unsten der Hilfskräfte geübt werde, un» daß, fall» bei den morgigen Verhandlungen kein für die Hilfskräfte günstige» Resultat erzielt werden sollte, die gewerblichen Hilfskräfte Neu- lölln» geschlossen in einen Sympathiestreik treten würden. Verschiedene Vorortgemeindcn haben die Zentralstreikleitung davon in Kenntnis gesetzt, mit der Zentralstreikleitung sofort in Sonderverhandlunge» treten zu wollen. Bei den Hilfskräften de» Magistrats Charlottenburg ist die Sachlage vorläufig noch ungeklärt. Die Beratungen im LngestclltenauSschuß haben noch zu keinem Resultat geführt. In Friedenau haben sich die SilfSkrä-te mit überwiegender Mehrheit dafür ausgesprochen, sich nicht an einem Streik zu beteiligen. Die Abstimmung soll wiederholt werden. In Tempelhof ist vernünftigerweise der Gcmeindevorstand sofort mit den Hilfskräften in Verhandlungen getreten. Streikgefahr in Lichtenberg. In der gestern in der Aula deS Realgymnasium» statt- gefundenen Versammlung der Hilfsangestelllen des Magistrat? Lichtenberg wurde der Schiedsspruch de? SchlichlungSauSschusse? fast e i n st i m m i g a bg e l e b n t mit der Begründung, daß e» den Hilfsangestellten unmöglich ist, mit derartig minimalen Gehaltssätzen ihren Lebensunterhalt zu bestreiten. Sie müßten unbedlnat auf den Forderungen bestehen, welche in derselben Höhe gestellt sind wie sie die einfachen Arbeiter der städtischen Werke bereits erhalten. Die Hilfsangestellten stehen geschlossen hinter ihren Kollegen von Berlin und werden, wenn«S sekn muß, zu den äußersten Mitteln greifen, um ihre Forderungen durchzudrücken. Die Ursachen des Slreiks. von der Zentralstrelkleltung, dem Freien Angestelktenderband und dem Zentralverband der Angestellten wird unz folgende Dar- stellung des Konflikts gegeben: Die kommunalen HilsSkräste Groß-BerlinS waren Ende September an den Magistrat mit der Forderung herangetreten, in Anbetracht der wirtschaftlichen Not. läge, in der sich dieselben im Augenblick befinden, eine einmalige WirtschaftSbeihilfe von 600 M. für Ledige, 1000 M. für Ver- heiratete und 200 M. für jede» Kind bewilligen zu wollen. Et wurde seilen« der HilsSkräste ganz besonders darauf hingewiesen, daß unter Berücksichtigung der fortwährenden Preissteigerung den Beamten Groß-Berlin» diese Airtschaftlbeihilse bereit» rest« lol ausgezahlt worden sei. Al» schwerwiegender Umstand kommt für die MiSkräiie noch hinzu, daß sie bi» zum 30. April nur Tagelöhne in Höhe von 4,20 M. bezogen hatten, und die nach dem Schiedsspruch vom 30. April bewilligten Durck-chniltSgehälter von 375 M. c» keinem der Hilfsangestellten stestatten. irgendwelche An'chakfungen usw. für den Winter zu machen. Entgegen die?- besüglichen Falschmeldungen in der Presse je! hiermit auSdrück- lich festgestellt, daß der in vollkommen korrekter Wahl zustande. gekommene ArbeitSauSschutz der Fachgruppe II mehr al»«mmol versucht hat. mit den zuständigen Gcmeindevcrtretern Groß- Berlin» eine Einigung über die Forderuna der Hilfskräfte zu er- zielen. Verschiedene Vororte konnten nicht umhin, die Nolwen- digke't, den Hilfskräften sofort vorschußweise eine Wirtschaft?- beihilse auszuzahlen, anzuerkennen, und auch die Wemeindever- rreter Groß-Berlin» betonten bei allen Verhandlungen, daß sie vollkommenes Verständnis für die Notlage der HilsSkrSMe Groß- BerlinS hätten. Im Gegensatz dazu wurde«S aber, dem Arbeits» auSschuß al» Vertreter der HiliSkräftt Groß- Berlins unmöglich gemacht, die verhatidlungen irgendwie zu einem günstigen Resultat bringen zu können. Dem Drängen der notleidenden Kollegenschaft nachgebend, sah sich chlteßiich der ArbeitSauSschuh veranlaßt, noch einmal den«nb die.Gemeindevertreter ouj hie ungeheure Per. im Alssimgeslellten. antwortuna aufmeiksam zu machen, daß eine evtl. ablehnende Ant. loort der Magistrate an Komplikationen nach sich ziehen könnt«, Inzwischen wurde nun sei cns des Arbeitsausschusses der kommu» nalen H lfskräjte Groß-BerlinS den zuständigen Magistralsver. tretern e>n neuer Torifvertragsentwurf vorgelegt mii der Bitte, mögltchst bald einen Termin anzusetzen, an dem über den er. wähnten Tarif verhandelt wctden könne. ES wurde ausdrücklich in dem bezüglichen Schreiben daraus aufmerksam gemacht, daß c» sich bei dem neuen Tarifver rag nicht nur alle n um Berlin, sondern um sämtlich? Gemeinden des Verbandes Groß-Berlin als Taiüfgemeinschafi handelt. Ter Magisir« wäre nun vcr» p. lichtet giivhsen, zur Erledigung dieser Fragen den dafür zustän» dtgcn SchlichtungSauSfchutz Groß-BerlinS n der SetVegetstraß« anzurufen. Im Gegensatz daz.i rief er aber den dafür absolut unzuständigen SchlichtungStiuSschuß an. der aus dem Provisorium des Schiedsspruches vom 30. April hervorgegangen war, und der nur zuständig sei, sosern es sich um Schlichtungen von Zwistiin» ke ten handelt, die eben aus diesem Provisorium bervorgcgangen sind. Ter letzterwähnt, nicht zuständige SchlichiungSauSschutz iällte nun Ende voriger Woche den Schiedsspruch, wonach die von den Hilfskräften beaniragte Wirtschaftsbeihilfe als abgelehnt zu betrachten sei, machte im weiteren Verlauf den Hilfs.'rästen Zwar«in ge Konzessionen in bezug auf Mehrbe Zahlung, überging aber vollkommen dabei, daß in den den Arbeitgebern überreichten �arisvertrag sozial« Neucrunflen in bezug aus daS AnstellungZ- v er hält ms als Forderung auspestellt waren, an deren. Erfüllung den. HilsSkraften ungemein gelegen ist. Die kommunalen HilsZ» kräfle Groß-Berlins sind b S dato insofern rechlloS gewesen, a!S cS ihnen nie möglich � gewesen war, bei irgendwelchen, aus dem AnsteklungsverbaltniS sich ergebenden Rechisstroitig» leiten das Bürgerliche Gesetzbuch bezw. daS Handelsgesetzbuch für sich anzuziehen._ Die Jgnorieruu all dieser, iüe die kommunalen Hilfskräfte so lebenswichtigen Fragen hat natür» lich in den Kreisen der Kollegen begreifliche Erbitterung hervor- gerufen. Die» so ausdrücklich festgestell!, im Gegensatz zu all den Pressemeldungen verschiedener schleckt informierter Zsiiun« gen, in denen die vollkommen u>nzutrefsende Behauptung aufge» stellt worden ist, daß es sich bei dem Arbeitsausschuß der Fach- gruppe II i Siebzehnerausschuß) um eine kommunistisch- Brut- stätie hanSeln solle, und doß die Kollegenfchaft feiten» des Au»« ichusses zum Streik aufgehetzt werde. Zur unbedingten Klärung dieser vallkqmmrn aus der Luft gegriffenen Behauptungen darf nicht unerwähnt bleiben, daß der Arbeitsausschuß der Fach- gruppe II aus einem Deutschnationalen, drei Demokraten, neu» Mechrheitssozialisten und der Rest au» unabhängigen Sozialist-» besteht. Dies« Konstellation garantiere wohl am besten dafür, daß von«troikhetzervi aus der Milte de» Arbeitsausschusses überhanpr nicht die Rede sein kann. Wahr einzig und allein ist.»aß, nun, bereits erwähnt, in den Kr«, sen der kommunalen HilsskrästKj Groß-Berlin» die Tatfache, daß sämtlichen Beamten die geforderte' WirisckaftSbeihilf« restlos gewahrt>«ord«n ist, und daß nun vilk' emem Male den Hilfskräften die Tür vor der Nase zugeschlage» werden soll, ungeheure Erbitterung hervorgerufen hat. Der Ar» beitSauSfchutz ist sich seinerseits über die auf ihm lastend« Ver- antwortltchleit kein« Sekunde im Zweifel gewezen und hat bis in letzter Minute versucht,«ine Einigung cmf der Basis iet den kommunalen Hilissaroeitern bereit» gewährten Löhne herbeizu« führen. Der Arbeitsausschuß lehnt deshalb jede Verantwortlich. keit in bezug aus weitere Kowpi'taticnen ab. die einzig und allein denjenigen zuzuschreiben ist. die e« an dem notwendigen Eni- gvgenlommen haben fehlen lassen. L!e Stellung der Veamleu. Der Komwunalbeamlenverband Groß-Berlin hat an sein« Mitglieder e:i>e Erklärung.-.lassen, in der eS u. a. heißt: Auch wir halten den Schiedsspruch für unzureichend. Eine Beteiligung am Streik kommt bei der gegebenen Sachlage für uns nicht i» Frage. Als gewerkschaftliche Organisation sind wir aber nicht in der Lage, unseren Mitgliedern Arbeitsieistungen zuungunsten der Hilfsarbeiter zu empfehlen. Wir müssen hiervon aber unbe- dingt diejenii.cn Arbeitsleistungen ausnehmen, die als Not» standSarbciten in lebensnotwendigen Betrioben, z. B. Ver- sorgung der Kranken und Säugling«, anzusehen sind. Die Le �tragenden des Streiks. Der Streik der Bureauhilfikräste hat einen großen Teil de« Berliner Bevölkerung recht empfindlich gelrcffen. Viele Männer und Frauen, die zur Erledigung dringender amtlicher Geschäfte ihre Lonarbei- versäumen mußte 1, batten Zeit und LobnauS-all umsonst geopfert. Am schmerzlichsten halten die ärm'ten Schichten der Bevölkerung unter dem Streik zu leiden. Da auch die HilfZ. kräfle in den BureauS, die mit der Auszahlung der llnterstützunz an Kriegerfraucn und Erwerbslose beschäftigt sind, mi'strcikten. so wurde plötzlich um 12 Uhr mittags die Auszahlung der Unter- stützung eingestellt. Der vergeblich erschienenen Kriegersraueo und Erwerbslosen, denen die Not auf hen Nägeln brennt, be- mächtigte sich naturgemäß eine starke Erregung. \ Statt Verhandlung linterwerlung? Nach einer Meldung de» Wölfischen Bureau» erläßt der Magistrat an sämtliche HiliSkräfte die vuffowerung, die Arbeit bis spätesten» Donnerstag, 8 Uhr früh, aufzunehmen, andernfalls sie sich al» entlassen zu betrachten haben. Der Magistrat sei gewillt, mit allen zur Verfiq-ung stehenden Mitteln den Betrieb in den BureauS, insbesondere in den lebenswichtigen Verwgl- tungsstelle.i aufrnhtzuerhaltcn und sich dabei auch nicht durch An. vrohung von Sabotage gegen amtliches Material zurückschrecken zu lassen. Der Magistrat werde sich, wenn eriorderlich, in einem Aufruf zur Hilfe an die gesamte Bevölkerung wenden. Für den Schutz der Arbeitswilligen werde Sorge gelra. en werden. Wir können im Augenblick nicht feststellen, ob diese Meldunz den Tatsachen entspricht. Ein derartige» Vorgehen des Magistrat» würben wir für sehr bedenklich halten und a-ss'rten d-vor eindringlich warnen. Tie Möglichkeit, durch verhau Aungen den Konflikt beizulegen, halten wir durck'ai!» noch für z« eben. Iii» die» erscheint un» in der Tat a!» die einzige Mö.lickkeit, ein gedeihliches Verhältnis zwischen Magistrat und Angestellten zu gründen und dauernv»it erhalten.------------------ Unsoziale Maßnahmen der Oberpost-Direktion Berlin. Die Oberpost-Direktion Berlin erläßt in ter Tagespreise änen Lusruf zur Meldung von Anwärterinnen alz Post- und Eelegrapljengehilfinnen. Dieser Aufruf muß rn den Kreisen der h�lfkangestellten der Postverwaltung um so verwunderlicher er» scheinen, alz gegenwärtig nicht iver geringste Bedarf an solchen Arbeitskräften vorliegt. ES find im Gegenteil seit Monaten Bc ftrebungen vorhanden, die gegenwärtig im Bezirk der Oberpost- Direktion Berlin beschäftigten Aushilfskräfte erwerbslos zu machen. Tiefe Bestrebungen scheinen jetzt in die Tat umgesetzt wexden zu sollen. Uns wird vom Fernsprechamt S gemeldet, daß dort Anfang dieses Monats 70 weibliche Telepboniftinnen und in diesen Tagen weitere 50 gekündigt worden sind. Während man also auf der«inen Seite eine ganze Schar von Arbeitskräften zur Bewerbung mobilisiert, werden auf der anderen Seite zur gleichen Stürbe Masseaentlassungen vorgenommen. Jahrelang eingearbeitete Kräfte werden jetzt ohne Not der Arbeitslosigkeit ausgeliefert. Eine solche Stellungnahme der Oberpost-Direktion Berlin muß als ganz unverantwortlich bezeichnet werden. Ganz besonders zu leiden haben unter dieser Maßnahme die A»t ehöri- gen des arbeitenden Volles, zli dem'das AuShilfZpersonal gehört. Der Aerr ReichSpost-Minister hat in einer Verfügung vom lli. E�tember 1Ü1S ausdrücklich erklärt, daß Entla"unaen nstx insoweit stattfinden, alz sie mit Rücksicht auf die Verpflichtung zur Unterbringung von Kriegsbeschädigten, Kriegshinterbliebenen. Versorguw'Zberechtigten, Militäranwärtern, Kriegsgefangenen und Beamten aus den besetzten Gebieten notwendig finb. Zu dieser Verfügung stehem die Maßnahmen einer untergeordneten Dirnststelle im großen Widerspruch und eS muß verlangt werden, daß das ReichSpost-Ministerium, die gegenwärtigen Massenentlast sungen aushebt. Konferenz de? Crwerbslvsenrate. Giwe Sitzung der ArbeitSlosen.rSe Berlin» und Umgegend Behandelbe die Fragen der Wintarbeihilk« und den OrganisationS- plan für Preußen.— M yer berichtete von den Verhandlungen mit dem Minister Schlicke, welcher die Koinmiffion mit le ren Versprechungen abweisen wollt«, dann aber, als daZ nicht» half, «twaz Entgegenkommen zeigt«. Uefcn 18 Jahre ali: Erwsobö- los«, welche volle Erwerbslosenunierstützung beziehen, sollen nach övtägigsr Frist, in der Zeit vom 1. November 131g bis 81. März 1320 eine WinterbeihAfe erhalten. Dieselbe beträgt bei ledigen den dneifach n TageSsatz der Untrirstützung, bei verheirateten den vierfachen Tagessach der Unterstützung, inklusioe FamKT.'NKu» schläg«. Die Bethilfe tv'tb monatlich nachträglich gewährt und kann auch in Sachleistungen bestehen. Genosse Wurm unier- strich die Ausführungen der Vcwhandlungskommisfion und teilte um.'., daß im Stadtparlain.mt beantragt sei, für männliche und weäAiche Erwerbslose gl.iche Unterstützungssätze zu geben. Von den Rechtssozialisten E. Brückner und Kuntze sei dieser kstrirrg fchowf bekämpft worden, em nette« Verhalten dieser„Arbeiter- Vertreter". ES sei dann gelungen einen gemeinsamen Beschluß dahin zu erzielen, daß wcibl che ArbeftSlose, welche nicht bei der Kamili« wohnen, die gleichen Sätze wie die männlichen erhalten sollen und Hesse er, die nächste Stadtverordeiensitzung wird' diesem AommisstonSantrag zustimmen� Von den Vertretern der Vorort« wurde die WrtschaftSbeihilfe scharf kritisiert und at? ein Almosrn betrachtet, besonder» für weibliche, die ein Kind hätten, würden mach jtüeimonatlicher Arbeitslosigkeit am Ende des dritten Mo- nats 13 M. gezählt. S» muffe sofort an den Neuaufbau der ganzen EpverbkloscnsÄrsovg!- gegangen werden. Goldschmidt be- richtet über den Aufbau der Rätezntung, welch« von Anfang an die Erwerbslosenfrage kräftig unterstützt«, und erinnerte an den -Beschluß der Hamburger ReichSlkotnerenz, die Rätezeitung obligatorisch einzuführen. Nach längerer Debatte wird dem zugestimmt. So Sie gab die Einleitung zu dein Orgamsation»en!wurf. Die Kürsorge habe in vielen Fällen vensagt, da die leitenden Männer die Notlag« nicht am eigenen Leibe spürten. E» muß ein enger Zusammenschluß unter Ausschaltung aller politischen Tendenzen stattfinden. Wir müssen von den Fehlern des BollzugZrateZ lernen. Der Neia�arbeftslofenvat soll genau nach dem Räte- istzstem ausgebaut, die Frauen in größerer Zabk zur Mitarbeit Iheranigezogen werden. Auch dl' Krr.egSblrchädiöten und Noistand'- Arbeiter müssen mitwirken. Ein monatlicher Beitrag von 13 Pf. soll erhoben werden, damit wir nicht von der Kommune abhängig sind. ES muh dringendste Aufgäbe der i.rbetSIosenräte sein, die Masse im revdlutionänen Sinne zu erziehen. Zur Landes- ckonßevenz, welche am L4. und LS. d. MiS� in. Berlin statt-'indet, wurden Schumqnn-Berlin und Frau Al'.mann» Neukölln delegiert. Zur Lohnbewegung in den Wurftfabriksn. Durch eine Vereinbarung mit den Fabriken und dem Zentral- verband der Fleischer ist der alte Vertrag bis zum 83. Oktober 1313 verlängert worden, mit der Maßgabe, daß in der 1. und 8. Lohnklasse 33 Prozent und in der 2. Lohiiklaffe 33 Prozent Zulage, ab 23. September erfolgt. Bis zum 83. Oktober soll ver- sucht werden,. einen paritätischen Arbeitsnachweis im Anschluß an die Stadt Berlin zu schassen. Die Wurstfabrikanten hatten sich bei den letzten Perhand- lungen den Obermeister der Fleischerinnung zu Hilfe geholt. Man wollte nochmal? den Versuch unternebmen, den gilb-christ- lichen Bund in das Tarifverhältiiis aufzunehmen, wa» von den Vertretern des Verbandes auf daS entschiedenste abgelehnt wurde. In den Mitgliederversammlungen de» Verbände» in den Vor- onrn wurde dieser Vereinbarung zugestimmt. Wenn bis zum 38. Oktober kein Tarifvertrag mit den Wurstfabrikanten zustande kommt, soll der Kampf mir den Einzelbetrieben aufgenommen werden. Lohnbewegung im Schuh- und Lederhanbcl. Di« in den Lederengrot-, SckrnhengroZ- und Schuhfabriken beschäftigten Hausdiener und Arbeiterinnen, welche An Deutschen Transportarbciterrerbans organisiert sind, nahmen am 3. Oktober in einer stark b-snchten Versamm'ung Stellung zu ihrer Lohn- bowegung Di« Arbeitgeber dieses Gewerbe» hafcen an ihren Waren ständig enorm« Gewinne eingesteckt. Empörung erreg: die M'tteilui.g, daß die Arbeitgeber die Verhandlungen dadurch zu derschleppen trachten, daß sie den Empfang de» eingereichten Lohntarifes bestreiten. Es gelangt eine Resolution zur An- nahm«, in welcher die Versammelten den schärfsten Protest er- heben gegen die Verschleppung der Verhandlungen über den Tarifvertrag und die WirtschastSbcihilfe durch die Unternehmer. Sollten im Laufe dieser Woche die Verhandlungen nicht zum Ab- schlutz gebracht sein, so sehen sich die Hausdiener und«diene- rinnen gezwu-gen, sofon in den Streik zu treten. Reue Lohnvereinbarung im Berliner Baugewerbe. Nach mehrmaligen Verhandlungen zwischen dem Verband der vaugeschäft« von Groß-Berlin und dem cm Vertrage beteiligten Organisationen der baugewerblichen Arbeiter ist ein Nachtrag zu den geltenden TarifvertrSoen dahin abaeschlossen worden, dag allen im Hochbaa beschäftigten Gruppen�der Arbeitnehmer rück- wirkend vo a 1. Oktober ab eine Lohnerhöhung von 43 Pf. für die Stund« gewährt wird. Nachdem die Verhandlungen für da» Hoch- tquaewerbe tbren Abschluß aesundcn hatten, wurden die in- zwischen abgebrochenen Verhandlungen fM: da» Ttesvaugewerve fortgesetzt. Auch hier wurde, rückwirkend vom 1. Oktober ab,«ine Lohnerhöhung von 43 Pf. für die Stunde bewilligt. Für die Tiefbauarbciler erhöht sich der Lehn ab 1. Januar um weitere S Pf. Wir ersuchen unsere Kollegen überall da, wo die Lohn- erhöhung bis Sonnabend, den 18.WWWW HZiue lief. Der Man.: kannte ihn wieder und ließ ihn aus der Stelle festnehmen. Kalte Wihniinzen, warme Kirchen? Auf unser« Noiiz in Nr. 435 teilt unt Herr Pfarrer K viele mit, daß die von uw» an- gegebenem 5533 Zentner Brennstoff nicht alle»» für die fünf bestmrmt ftian. Mit dA SkrHon feien biet MoHs(üeme'rt'bc'üctufet verbunden. Die feft- gzsetzten Mengen eubsprcchen dem bereuS um 50 Prozent euigc- schränkten tatsächlichen Bedarf an Brennstoffen für die Kirchen. Eine Heizung der eigentlichen Kirchenräume erfolge nur bei ein- tretender Kälte. Nur ein kleiner Bruchteil des Äesamtbsdarfi werde zu diesem Zwecke verbraucht. Die Heimscndung der drnschen Internierten ans Polen hat nunmehr begonnen. Der erst: Transport aus Szczyptono trifft »orauisichtlich morgen in Kreuz ein. Die Polen begannen auch mit der Entlassung solcher gerichtlich Verurteilter und vngeklagier. deren Fälle klar liegen. Wegen schwierigerer Fälle wird demnächst mit den polnischen Justizbehörden verhandelt. AnS Kriegsgefangenschaft zurückkehrende Seminaristen können Auskunft über Ilntcrbringnng in Sonderlehroängen(falls in Berlin und Umgebung beheimatet) durch den Leiter der Reichs- auZkunftsstelle: Adolf Koch. Berlin S. 42. Brandcnburgstr. 71, erhalten. Sprechzeit Montag, Dienstag. Donnerstag und Frei- tag von 111— 11)4 Uhr vorm. Der Rcstnuratcur Robert Reusch bittet un? nritzutoilen, daß in feinem Lokal Weberstraße, Ecke Elisabethstraße, keine Waffen «bae laden worden sind. DieS wirb uns von Genossen seine? Be- Aivls bestätigt. ArbcitSlosenrätc Berlins und der Bororte! Am DonnerStag, den 16. Oktober, nachmittags 2 Uhr. findet eine Vollversammlung sämtlicher Arbs'lslosenräte im Bureau des ArbeiterrateS der Arbeitslosen Berlins. Klosterstraße 92, statt. Der Arbeiterrat der Arbeitslosen Berlins. Achtung! GastwirtSangcstcllie. Heute vormittcrg VilO Uhr Imdct in der A rbeiterbildu ngSsch'.'.le, Schicklerstr. 5, der Zahltag der in der U. S. P. organisrerlem GastwirtSgehilsen statt. Auch Gäste haben Zutritt. Briestasche verloren mn Sonntag ans dem Dahnhof Grünau. tfknbalt über 1309 M., eime Damenuhr und eine Quittung über H. M.chür Zeichnung der Berlagsgeiellschaft-Freiheit". Gegen Hobe Belohnung abzugeben bei H. Wussow, Berlin, Rüdersdorfer Straße b». Tie BolkShochschulc Berlin-Lichtrnbcrg wird am 17. Oktober, abends T/s Uhr, im Festsaal des Eccilisn-Lyzeums, StathauS- straße 8. mit einem Bortrag des UnterstaatssekretärS z. D. Dr. Baeqe übet� bets' Sthcma„Aufgaben und Aufbau der B o l l Sho chf ch u l e" bei freiem Eintritt eröffnet werden. cebe�g:Nil?e!?alendsr. T Panda n. Mittwoch awerllianisches DZ-Izenmehl 54 Pfund. Pchiffer erhalten 1 Pfund. Anstelle des onmikamschen Weizenmehls kann die gleiche Menge inländisches Weizenmehl bezogen werden. MittwoP werben fit den städtischen Schuppen und tm Lagerschuppen Schulz, Schönwalder Straße 32, frisch eingetroffene große Tofelapfel zum Preise von 70 Psg. pro Pfund in Mengen von 25 Pfund direkt an Verbraucher abgegeben. Stralau. Am Sonnabend 350 Gramm Haferflocken, für Jugend- lich« 300 Gramm Maismehl. 500 Gramm Kartoffelwalzmehl, 250 Gr. Bohnen. Die Abschnitts find bis Mittwoch abzugeben. Johannisthal. Von Freitag ab 250 Gramm ausl. Hülfenfrüchls, 250 Gramm Suppen in Paketen, 250 Gramm amerik. Weizenmehl, 250 Gramm Marmelade, ein Päckchen Milchsüßspeisen, zwei Suppen- würfel, Sondsrausgab» für Kinder von 1—0 Jahren 250 Gramm Kindevgerstenmehl. h- Aus den SrganWtonen. 8. Dtstrkkt, 1. Abt., Waff-rtorviertel. Mittwoch abend« 7 Uhr Zu- fammenkunst Wassertorstr. 71. 10, Distrikt, 1. Abt. Mittwoch abends 7 Uhr Derfammlung bei Büttner, Schwedterftr. 23. Bericht von der Bezirks- und Verbands- generalverfammiung. Diskussion. Mitgliedsbuch legitimiert. Tharlottenburg. Aktionsrat Donnerstag 7 Uhr abend» Sißung im Doikshaus. Srscheinen aller gewählten K om missi onsm ilgl jeder dringend erforderlich. Neukölln. Heut« Mittwoch wichtige Sitzung des erweiterten Vor- standes bei Gütig, Schönstedt-, Ecks Donaustraße, abends 7 Uhr.— IL Bezirk. Jdealklause, Niemetzstiaßc, Donnerstag abends 7 Uhr. Tegel. Mittwoch abend 7% Uhr Mitgllederverfammlung in der Schulaula, Trssckowftraße. Zielnickendors-West. Freitag 7 Uhr abends Extva-Zahlabsnd: Reorganisation und Stellungnahme zur Generalversammlung. Röntocntal, Zepernick. Heute Mittwoch, abends 540 Uhr Zahl- abend'beim Genossen Uebler, Siemensstadt. Erscheinen sämtlicher Genossinnen und Genossen notwendig. Vereinslalendsr. Kaufmännische Angestellto der Putz-Detailgeschäfte. Mittwoch abend, 7 Uhr im Rosenthaler Hof, Rofenthaler Straße 11/12. Ver- fommlung. Unsere Farderunzen für den neuen Tarif. Zentralver- band der Angestellien, Sektion Bekleidunge-Jndustrie. Zentcalverband der AngesteNten, Fachgruppen 14/15. Tonnerstag, abends 7 Uhr, Havelland» Feflfäls, Neue Friedrichstraß« 35, gemein» fam» Sitzung aller Sektionslciwngsmilglieder beider Fachgruppen. Tagesordnung: Unsere nächsten Arbeiten. Zentralverband der Lederarbeiter und»Arbeiterinnen Deutsch- lands, Ortsverein Berlin 2. M on at s versa mmlung Donnerstag, den 10. Oktober, abends 7 Uhr, Prinzenalles 33. Bund der technischen Angestellten und Beamten, Ortsverwaltung Nord-Dest Heut« abend in der ppatzenhofereBrauerei, Türmst raß» 26/28, Mitgliederverl ammlung. Hauptgasschutzlagsr Adlershof. Donnerstag vormittag 11 Uhr in Böker» Festfälen, Weberstr. 17, Versammlung sämilicher arbeitslosen Kollsgen und Kolleginnen. Wichtige Tagesordnung. Intern. Bund der Kriegsbeschädigten und Hinterbliebenen, BeztrI Süd-West. Mittwoch abends 754 Uhr Mitgliederversammlung i* de» Patzenhofer-Braueret, Ftdicrnstr. 2/3. Ausweise mitbringen. Internationaler Bund der Kriegsbeschädigten und Hinterblieb«- nen. Mittwoch, abends 754 Uhr, im Lokal Braunschweiger Hof, Schillingstr. 37: Redner- und Funktionärkursus.— Vollversammlung der Betriebsvertrauensleute. Donnerstag, den 10. d. M., nachmittags 4 Ubr, Alt-Moabit 55/56, Rord-West-Kastno. Internationaler Bund der Kriegsbeschädigten und Hinterbliebene» Temgelhos-Mariendorf. Mittwoch, den 15. Oktober, abend« S Uhr, bei Sreiter, Ehausseestr. 27, Mitgliederversammlung. Jugendliche B-triebSvertrauensleute und Schülerröte der Fach» und Fortbildungsschulen. Donnerstag, abends 548 Uhr, Bollvsrsamm» iunig Groß-Beriin im Eewerkschastshaus, Engel:, fer 15, Saal 10. Wichtige Tagesordnung. Pünktlich 0 Uhr Zentrolsitzung. Freie Jugend. Schönhauser»orsladt. Mittwoch 7 Uhr abends außerordentliche Gruppenversammlung im Lokal„Zum Strauß". Pappelallee 25. Gruppendelcglerte der Freien Jugend. Sitzung am Mittwoch abends 7 Uhr im Gewerkschaftshaus, Saal 11. Arbeiter-Wanderverein„Berlin". Sonntag Studienfahrt nach den Rüdersdorfer Kalksteinbrüchen. Abfahrt 6,10 Uhr Schlesischer Dahnhof bis Fredersdorf. Gäste willkommen! Acbeiter-Eltern-Bund. Mittwoch, den 15. Oktober� trachmnra»» 5 Uhr, Märchenoorlesung in der Schulaula, Hohenlohe-'Stratze. Ein» tritt 10 Psg., Kinder von Mitgliedern frei. Aus den Kinos. Bis Donner-tag einschl. gelangen zur Aufführung: Merkur-Palast, Paliladen-, Ecke Strausberger Straß». Erfta-.if- führung:„Heldin der Liebe".— Residenz-Lichtspiele, Blumenstr. 10: „Tie lichtscheue Dame".— Richard-Oswall- Llch ifpiele, Köpenick er Straße 68:„Die Arche".— Schaudurg, Potsdamer Platz.„Ietioiore". Ein heißer Tag mit Paul Heidemann.— Hufeland-Llchtipiele, Hufe- landftr. 45.„Rächer der Tod",„In einer Nackt".— Llchtspiel-Palast, Schweizer-Garten. Am Friedrichshain 23/31. Viggo Larsen persönlich in„Graf Spleen". Transporiarbeiter-Berband. Donnerstag, abends 0 Uhr, Branchen» Versammlung der Hausdiener, Packer aus den Papier-, Pappen-Engrc-» Firmen Berlin» im„Alexandriner", Alexandrinenstr. 87». Di» Brauch enleitung. Saslwirtzangesiellte! Mittwoch, den 15. Oktober, v»rm. 354 Uhr, Zahi ag in der Adbeiter-BildungslKui«, Schicklerstr. 5, Arbeitcr-Wand-rbund„Nawrfreunde", Bezirk Berlin. Mi'.twoch nachm. 4 Uhr Besichiigung der Pilzousstellung im Märkischen Museum. — Sonntag, den 19. Oktober: I. Meichqw. Nonnenfließ, Abf. 5,50 Uhr Stett. Bhs.: II. Finkenkrug, Brieselang, Abf. S,4ö Uhr Lehrter Bhf.; III. Tegel, Stolpe, Treffp. 1 Uhr Tegel(Straßenbahn). Gäste will» kommen. Verantwortlich für die Redaktioh Alfred W> e l e p p, Neukölln. Derlagsgeno'senschaft„Freiheit", e. G. m. b. H.. Berlin.— Druck der Lindsndrucke.ci und Verlagsgesellschast m. b. H., EchisfbauerdLMm 13, Spezial-Abteilung Uniformenfärben, In-Z v I-Umarbe?tpn In schwarz, b'au. braun, qrü'n und Cover-Ccat-Farbe jn TagGH sowie Wenden, Umarbeiten, Neuarbeiten v. � Herren- u. Damen-Garderobe in Z Tagen Original echt engl. S�offauswahl/ Jodar Artikel wird auQerdem gefärbt in Ci Tagen Trauersachen in Std. BÄSCH& BUCZKOWSKI contrum 7119. Friedrichstraße 68 ttsntrum 7119. verband der vialer, taÄerer, Aaslrelcher usw. »ren»!»ieldjlotfitaBe 28, Part, e»!,? c»„..r:.. ArvcttSnochwei«!«ormennfir. 18. mprcchcr, Amt Mar, PPUlS, 4787 lOClfllil z«rn,prech!r: Am. Norden. 8791—97. CSitrenu »er vonnerslas, den IL. öiiober, abends 7 Ahr. bei Wille, S-baftmoftrah- 39: VerwallungsMung Mit den ArbeileransschWn und Ve:ttqueusleulen der Bonmalet und der Küchenmöbel-Brnnche. Da sehr wichtige Bcschlüfsa gesasst werden müsse«, so muh jede Wertstelle vertrete« sein. _ Die Ortsverwaltnug. Dentscher WetaUarvkiter- Uerband � Uerv?aUungL5:elie Lerlin N. s». Etoietittt. t3*i5. (Seschüftszeit von vorm. Uhr biet nackm. 4 Uhr. Telephon: Amt Norden 18., 1239, 1987,9711. Achtung! Achtung! Am Donnerstag, den IL. Oltober ISI9, abends L Uhr, in den Andreas-Sälen, Andreasstr. 21 Sitziinz der erweüerten oflsverwallnng iril den ArbeiterrAen der Nelallinduslrle. Daa-Sordnunr!: 1. Kritik des BetriebsrätegesetzeS. Referent: Aeu. Dr. Goldschmidt. 2. Diskussion. Für die Mit lie. er der erweiterten Ortsverwaltung legitimiert die ge» ß. wpeite Legitimationskarte und Mi-gliedsvuch oder Streiikarte. Die Arleiterräte legitimiere» sick durch die ArbeiterratSkarte und OrsanisationS- «usweiS des Deutschen Metallnrdeiter-BerbandeS. Die Ortsverwaltung. W. �auclierdank! Kolonie Röntgenhöhe- Zepornfck', 1/a Std. vom| | Siettiner Vorortbahnhof. iünstig jelegcn, mit 1 1 bestem Boden ür Obst- u. Gemüsezucht. Parzellen von 18iX) Mk. an, j l nuch bei kleinerer An- ; �ahluni zu gimstlKcn| ! Zahliingsbedingungen. Ständiges Wohnen im I Sommerhäuschen er- i | laubt Kolonisten Fahr-| | prelsermäßigunK. U ÜMÜMy.i i C54, K santiialer Sir. 39[ Norden 50ü2. 9—' ,4 |iekrri»che Lei- tunffsdrdiite. Knbei. Litzen, Spulen. DynamoJ drähte u.Motoreu kauft � Borgwardt, Prlnzenstraße 64, Morltzpiatz 3363. .... 7. Sept. 19. Meine Tochter hatte s. 3 Jhr. ofi. rüße, nichts hatte bisher geholt- Da las ich Ihre Anz. Ob. Crinolsalbe u. ließ mir ans d. Apoth- 1 Dos. schicken. Bald nach d. erst. Anwend. konnte sie schon mit dem ganz. Fuß auftreten, während sie seit d. 3Jabre nur auf d. Zehen geh. konnte. Ich spreche Ihnen mt.inen Dank aus. J. P. I Crinolsalbe wird gigen off. FflBs, AderbeiM, F.'iolM löte Piriir, HiufauitCiiiiii«nüw. CoteM. 2.�0 i. Apolliik. od d er:no!winVi nbSiili. Dep.« Germ.- Apolh. Lollirln-icr ?tr.50; Gust.- Vd.-Ap�Kolunle- Str. 1; Ao.s.Sclil.Tor.Ska'Itzer Slr.72; Diana- Ap», Turms tr. 28. Platin Gramm bis M. SV- kauft Metallkontor Alis Jakob- straße 138. Moritzplatz 12858. Fi M>»«»ed..«rmdil.>» BjMf einig. Tagen d Rauchen Sria imzod. teilw. auunUr- Mm lassen. Amtl.begntacht, Wirk, verbl. Vollit. un- ichidl. T(il. Anerk. Antk. um«. Institut Enelbrecht Miinchco R. 21. Kepurlnerstr. 9. Sp2ZlBl-flrZt Dr. med. Lommer 6eschie:li;s-,l!aut-,F(ausnl. Behandl. schnell a. sicher ohne l erufsstörunf. Teilzah'ung. Brun'nenstr. 185 INahe Rosenthal PI.). Sprechz. 9—1 u. 4-8 U.. Sonnt. 9— 12 ü. Stottern »ebwer,>S|ir«cb*Rel». D«otr- h.IIuna»ofard N«ue< InU. Verithreit. Anfkllr. Schritt umsonst. G. Naeckel!Psycho- Institut). Neuk5lin,N,ckar«tr.!. Achtttnz! Achtung! Arbeiler-velMsraie kArbeitrr-, AngestclltcnauSschNsie, Funktionäre) der gesam.en Hol;!ndttstrie. Mittwoch, den 1». Oitoder 1919, abends 6!, Uhr, findet in Havcrlands Festsälen. Neue Friedrichstraße 85 eine Erche Z!lMi>M!iÄöN!»!M!> der gesamten Hslzmdusirie statt. TiigeSnrbnung: Der Znsarnmenfck'itis, in der Holrindnstrie. Bei der Zgichliglcll der TascZoidnung Ist volstäuligel Er- scheinen der velemien gunttionnre unbedingt notwendig. Be- iriebsousweise ersordeilich. Vollzug rat(<>voi$=24cvtirt. Lenischer hsizatiieiiec-Lelvaiid Verwaltungsstelle Berlin Bureau: Berlin SO. 10. Rungrstr. 30. Fornsprecher: Amt Moritzplatz Nr. 10623 und 3578 AchUmi! Holzarbeller! Achtung! Im Anschluß an die Versammlung über den Zusammenschluß der Holzindustrie, die heute. Mittwoch, abends«k'/t lthr, in Haverlands Festsälen, Neue Friedrichstr. ÄZ, stattfindet, nehmen die Berliner Holzarbeiter- sunktionäre Stellung zum Metallarbeiter- strerk. Berichterjtatter ist ein Mitglied der Fünszehner* Kommission. Die Ortsverwaltung. DrnWttKiirllliucr-Utrband ---------- Filiale Berlin---------- vurea« uuv«rbeit».NachweiS: NO 43. Weinstr. 8, Part. Fern'pr.: Amt«lex. Nr. 278�. Heute. Mittwoch, den I->. Oktober. abends Punkt 7 Uhr: Große össenlllche Verssinmlung aller in der Pelzbranche beschäftigten Arbeiter nnd Arbeiterinnen in den Musiter- Sälen, Kaiser-Wrihelm-Straße 81. Tagesordnung: I. Der abgeschlossene Tarifvertrag und seine Tucchiüdrung. Relerenl. Kollege A.Regge. — 2. DrSkusfion.— 3. Verschiedenes. Kollegen, erscheint in Massen! �_ Die Ortsverwaltuug. Sdilfdtt Alctliillirbtittt�trbmS verwaltunzsstell» Berlin N. 54. Liniensiraß« 83/85. Geschä/tszeit von vorm. g bis nachm. 4 Uhr. Telephon: Amt Norden 18S, 1238, 1987. ö714. Achtung! N!etnlli>rüc?et'! Achtung! Die für Donnerstag, den IS. Oktober an- gesetzte Versammlung, findet nicht statt. _ Die Ortsverwaltung. Elektiomotore Qlelchstron:: Drebstron kauft Ilüf Berlin W 9, Llnktlc. 10. T»l.: LDttow 3705 und 8518. höchstzahlend Kabel. Litten, Motore. Lei- tunesdrShte, Schreibneschl- nen. sowie elmtl. Installations- niatcrlaL Klaklr. WorkaL NcukSIl» Kottbuser Damm 96. Cmcane Schlnkestr.Tel.: Moritzpl. 8157. lektrlsche � c i t u n e s d r ä h t e Kabel— Litzen I Klln.eln Oynamodrähle kauft höchs. zahlend biUjsrmann Neue Konlasirasse 32 Ternspr. Alex. 2115. iigarettea enclische wie deutsche nur bekannte Marken WinkJer, s<:!'mids,"Re 30 Ecke Schaferstr, KüelicnmShel. aller- bostcTischlerarbeit, weiß lackiert und naturlas ert. KilchenmblieiiÄbrik GrU- nor Weg 71._ Sslirelliniaschlnsn sichtbare Schrift, tut erhalten. kauft sofort gejten Kasse. Preis, System und Nummer. Hugo Schroederf Cliarlottenbnrs,WilnersiioKer8tr.!52 Willi. 4720. Platl i. Gold.Silber.Oueck- sllber, MetalUbtälle. Kupfer, Messing, Zinn, Zink. 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Na-h längerem schweren Leiden entsch.ief im St.- Hedwigs- Kranke i- baus meine liebe Mutter, Schwester und Schwie- eermutter Jobonna Jahns im 61. Lebensjahre- Die trauernden Linter- bilebenen. Jobanna Lehmann. seb. Jthns, Sclnia Kruschlnsky als Schwester, Max Lehmann. Die Hecrdiitunt findet am Donnerstag, den 16. Oktobc-, 3 Uhr nachmittags, von der Halle des Friedhofes Pappel- nllec aus statt. Für die uns erwiesene Teilnahme beim Heimgänge unseres lieben Lntscnlafenen Karl Räumer sagen wir Allen Freunden und Bekannten sowi« dem Wahl- verein Neukölln(U. S. P.) unsem herzlichsten Dank. Die IraairodBn BlulirUlilnon. Deutscher Hcfnllurheiter-Uertünd Verwaltumsstelie Berlin. Todssanreige. Den Kollegen»ur Nachricht daB folgend» Koller«» und Kolleginnen verstorben sind: Der Bohrer August Prabulzki Zwinglistrafle 10. am 11. d. M. Einäscherung am Donnerstag, den*16. d. M„ vorm. 11 Uhr, im Krematorium. Z Qerichtstrafie. Die Arbeiterin Therese Kellwcg Pfidersdorfer Straße 56. am 11. d. M. Beerdigung am Mittwoch, den 15. d. M.. nachm. 4 Uhr, von der Leichenhalle des AufersichunRskirchhofcs in Wcißensee, Die Arbeiterin Hedwig Droseiizik (Inbener Straße 5. am 9. d. M. Beerdigung am Mittwoch. den 15. d. M.. nachm. 31 Uhr, von der Leichenhall« des SL Anioniuakirchhofes in Wilhelmsberg. Nachruf. Den Kollegen inr Nachricht, daß folgende Kollegen und Kolleginnen verstorben sind: Der Schlosser Lou3s MülSor SchOneberg, Hohcnfricdbergslraßo 23, am II. d» M, Der Schlosser Hermann Zimmermann Qr. Frankfurter Straße 52. am 11. d.M. Die Arbeiterin Klara Müller Qlelmstrate 57, am 4. d. M. Ehre ihrem Andenken I Die Ortsverwaitune. Zeiura.verband der I öpfer und' Berufsgenossen Deutschlands. Filiale QroD-Berlin. Am Sonntag, den 12. Oktober 1919, verstarb Mitglied der Töpier... Max Höft (Bezirk WllmersdorO im Alter von 40 Jahren an Lungenentzdadnng. Ehra seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Donner-tag. den 16. 0kl». j her. nachm. 3% Uhr. von der Loich nhalle des Wiimers-' dorfer Friedhofes, Berliner Straße, statt. Der Vorstand. »«Ja. Danksasung. Für die vielen Eeweise herzlicher Teilnahme bei dem H.nscheiden me:ner liehen, herzensguten, unver- geOl chen Frau, unserer guten Mutter.Tochler.Schu teger- tochter, Schwägerin und Tante Lina Holland, geb. Schüler, sprechen wir auf diesem Wege unseren tiefgefühlten Dank aus. Berlin, Suhl, Albrechts, Im Oktober 1910. Im Namen aller Hinterbliebenen der schwergeprüfte Gatte Friedrich Holiauü u. Töchtcrchen. 1 I Am U. Oktober starb nach langem, schwerem Leid?n mein lieber Mann, der Schmied Au�ustJoseph Prabutzkl, im 62. Lebensjahre. Die Einäscherung findet Donnerstag, den 16. Oktober, vormittags II Uhr. Im Krematorium Qc- richtstrasse statt. Dies zeigt tiefbetrübt an Martha Prabutzkl. geb. Ekowski, Zwihglistraße 10. keile Ii? SM Beiie reinigt Gerberel HeuKölln Uermaoattr.$.. Hsmg. Allen Verwandten und Bekannten, insbesonder. den Kolleginnen uad Kollegen der A. C. Ackerstr., Abt Pect�rs, sowie dem Dentscl-eii Mcallarbeiter- Verband und den Vereinen sagen wir hierm t für die rege Beteiligung und sor.su- gen erwiesenen Ehren bei dem Begräbnis unserer Tochter. Schwester, Schwägerin u"d Braut Clara Schiller unseren herzlichsten Dank. Famliie August Schiller, Gleimstr. 57, J nü us Pursch als U tu Lg am. Spiralbohrer. Peil»» kauft Werkzeug• Zantrala Lang« Sir ich llieg. Kraut, tt