klnzelpreis 15 Pfennig ♦ 2. Jahrgang Mittwoch, öen 22. Oktober 191Y Nr. 510 /A 27S< Morgenausgabe nfm 21. Ottober hat daS Im- fanterie-Ncg ment Nr. 21, baS seither in Thorn al! Grenz» schutztruppe stationiert war, heitjel'ben Streich verübt. Die Trupps ist unter der Vorspiegelung,«ine Uebung zu ver» a n st a l t e n, während der Nacht nach K u l m s e« abmarschiert, hat sich dort mit dem Detachement Roßbach vereimigt und will nun gemeinsam mit diesem die Grenze üibevschreiten. Die Truppe ist zum äußersten entschlossen. Der früher« Kommaiideur de» Regiments, Hauptmann Wagner, der fich jept in Kurland aufhAt, hat die Rebellion eingeleitet. Di« RegimentSoffiziere haben die Tvuppen tagelang bearbeiiet, ihnen allerlei verlockende Versprechungen über Löh- mtng, Verpflegung und gute Deute gemacht und sie dadurch für den Plan gewonnen. Tie Leute wurden vollständig mit Winter- fachen ausgerüstet. Sie erhielten außer Anzug und Mantel drei Wolldecken, drei Paar Strümpfe, zwei Hemden, zwei Unterhosen, eine Unterjacke sowie Kopfschüper und Schal. Der Leutnant ließ sich sogar vom Zahlmeister die Spargelder der Mannschaften auszahlen die sich teilweise pro Mann auf 200 Marl belesen, und sagte den Truppen, daß si« da» Geld nach gslungenem Grenzübergang von ihm ausgehändigt belämen. Di« Mann- fchaften durften sich vor dem Abnwnsch nicht au» dem Lager entfernen, damit ln der Stadt von dem Streich nicht» bstannt wurde. Um etwaigen Zwischenfällen au» dem Wege zu gehen, erhielten die Maimschaften ei-non EnllassungSschedn folgenden Inhalt»: Entlassungsschein. Der Freiwillig« 91..... N...... von der 0. Kompagnie, Freiw. Jnft.-Neg. llt, wird hievurit vom 20. Ol» tober 1910 nach...... an.lassen. Tharn, 20. Oktober 1919 (Stempel) gez. P a b st, Lt. u. Komp. Führer. Auf dem Entlassungsschein wurde zwischen.nach" und»mt- lassen"«in größerer Raum fre gelassen. Dorthin sollten die Mann- schaften, fall» sie dor dem Grenzübergang versprengt würden, den ükamen irgendeiner ostpreußischen Stadt eintragen und bei einer etwaigen Festnahme angeben, si« seien dorthin entlassen wor- den. Di« Schebung hat auch tadellos geklappt. Bei dem engen Zusammenarbeiten der doulschon militärischen Dienststellen mit den russischen Verschwörern ist kaum zu erwarten, daß dem Re- giment Herrn U eberschreiten der Grenze irgendwelche Schwierig- leiten gemacht werden. Genercal von der G o l tz. der sich jetzt in Berlin aufhält, wird der Nebellentruppe am Ende noch ein Danktelegramm für ihre.mutige Haltung" nachschsicken. Und die Regierung wird treuherzig erklären, sie sei für den Streich nicht verantwortlich zu machen, da sie alle Truppen vor dem Uebergang zur russischen Armee pflichtgemäß— gewarnt habe. Mehr könne sie nicht tun. Obwohl also von der Negierung nicht zu erwarten ist, daß sie gegen derartige Machenilchaften energische Maßnahmen ergreift— sie kann da» nicht, weil sie zu tief in der Mitschuld verstrickt ist— so möchten wir sie doch fragen, ob der Para» graph de» Landelverrate» und der Meuterei gegen konterrevolutionäre Offiziere prinzipiell nicht zur Anwen- dung kommt. Wir würden dann ein« entsprechende Aenderung de» Strafg setzbnch.» vorschlagen, etwa dergestalt, daß Auiruhr. Meuterei, Landesverrat und dergl. gesetzlich nur dann geahndet werden, wenn„Spartakistcn" sich dessen schuldig gemach: haben. verhandlMgen zwischen England und den russischen Gegenrevolnilonäken. Rcval, 19. Oktober. Auf den Funkspruch des ältesten englischen LeeofsiziereS von L i b a u, in dein die R ä» m n n g von D n n a m ü n d e und Thorensberg seitens der russischen Truppen gefordert wurde, antivortefe der Ober. k o in in a n d i e r e n d c der russischen W c st a r r.' c? in einem Flinkspruch, daß er nach ersolgtcr Sicherung / i n e r st r a t e g i i ch e n Basis für eine O f f e n>' i v? gegen die Bolschcwisten den Letten bereits e.in 19. Oktober einen W a sf c n st i II sta n d angeboren habe, und ersuchte um Untcrstiitzpng seiner dahingehenden Bemühiingen. Weiter ersuchte er um Entsendung bevoll mäch- t i g t e r Vertreter zur Bemlnng geeigneter Maßnahinen. n»i unnützes Blntveigiestcn sofort z» beenden.— Ja einem weiteren Funkspruch an alle, wendet sich der Oberst A wa I o s i- B e r ni om d t an die Völker der gesamten Welt mit der Bitte, unverzüglich auf die früheren Bundes- genossen Rußlands einzuwirken, denen er bereit? seine Be> rcitwilligkcit zu Verhandlungen erklärt habe. Auslieseruug gefanZener Russen au Seullln. u. X. London, 21. Oktober. .Daily Hemlb" meldet: Hundert Russen, die Anfang ISIS aus England ausgewiesen worden sind und sich seit März in einem JnternierungSlagcr in der Nähe von Konstantinopel be "inden, wurden jetzt unter Begleitung von britischen Soldaten nach Noworoffisk ab:ran!portiert und Denikin ausgeliefert Ta sich unter diesen Gefangenen verschiedene politische G«» fangen« befinden, die, obwohl sie nicht zu den Boischcwlsten gehören, doch n-cht gern in Tenitin» Hände fallen möchten, wird voraussichtlich in der ersten Sitzung des britischen ParlameniS von A r t e> t e r s e i t« Protest gegen diese Auslieferung er- hoben werden. Sie S tilialeu weißer Garde« in Muche« vor Serichl. Eigener Drahtbcricht der.Freiheit". München, 21. Oktober. Heute begann vor dem VolkSgericht München die Verhand- l»ng gegen die Mörder der 2i katholischen GescllenvsrcinSmit- glied.r am Karolinenplatz. Die Angeklagten Jakob Müller, Konstantin M a k o w S? i, Otto G r a b a s cb»nd Fritz K r e i n e r sind de» gemeinsamen Verbrechen» de» Totschlags angeklagt. Nach der Anklageschnst de» Staatsanwaltes hat Müller mit seiner Pistole und sein r SeitcngeweHrspitze die Tötung vollzogen. Ma- kowski hat de Gefangenen auf da? grausamste mißhan- delt. die zwei anderen Angeklagten haben aus die Gefangen.» Schüsse abgegeben. Aus dem Verhör des Angeklagten Müller ergibt sich, daß er sich durch Schüsse an der Bluttat beteiligt hat, »nd zwar gibt er an. daß er eS für feine Pflicht gehalten habe, da Hauptmann Hoffmann vor dem Einzug in München den Be- fehl gegeben habe, daß man keinen Spartakist verschone» dürfe, denn daS seen alle» Russen und landfremde Element«. � ußerdem gäben die Spartakistcn den RegierungSiruppcn auch keinen Pardon und hätte 800 Mark auf jeden Kopf eine» Regie- rungssoldatcn gesetzt. Daß er mit dem Seitengewehr gestoch.n habe, bezeichnet« der Angeklagte als unwahr. Er habe übrigen» die Gefangen.m für Spartakisten gehalten. Der Angeklagte Grabasch trat, als er schießen hörte, in den Hof am Karol nenplatz und versuchte dort, den ra'enden Müller von weiteren Bluttaten abzuhalten. Einem sterbenden Gesang«- neu, dessen Tod unverm.idlich war, gab Erabasch den Gnaden- > ch u ß. Er ist sich keines Totschlage» bewußt. Im Freikorps Epp l>abe er ebenfalls sagen hören, daß Kopfpreisc von den Rotgar. disten auf RcgierungStruppcn ausgesetzt seien. Au» dem Verhör von Kreinrr ergibt sich, daß er nach seinen eigenen Aussagen an der Tat nicht mitschuldig ist. Außerdem ergeben sich au» seinem Verhör noch sehr belastende Punkte für den Mitangeklagten MakowSti, der die Gefangenen auf dai grausamste miß- handelt hat. Zu Beginn der Zeugenvernehmung trat als erste Zeugin die Fra» eines Erschlagenen auf, die Auskunft gibt über den Augenblick der Verhaftung der Ermordeten. Al» zweiter Zeuge tritt ein Herr Ackter auf, einer von den katholischen Gesellen, die sich durch einen GlückSzufall retteten. Einen besonder» wichtigen Punkt seiner Aussagen betrifft den Hauptmann, dem die Truppen am Karolinenplatz unterstellt waren. Dieser Haupt- mann v. Stutterheim hat sich nach Aussage des Zeugen ge- weigert, die Gefangenen zu vernehmen und in keiner Weise versucht, die Erschießung zu verhindern. Auch dieser Zeuge bestätigt, daß MakowSki auf dem Wege zum Gefängnis die Gefangene» aufS grausamste mißhandelte und schlug und schließlich im Keller den Befehl gab. daß sich die Ge- sangcncn zum Erschießen aus den Boden legten. Auch Kreincr hat der Zeuge mit dem gezogene» Seitengewehr in der Hand gesehen Der Zeuge gibt seiner Empörung Ausdruck, daß die Gerichte mit so wenig(Genauigkeit die Sache behandeln, daß die Erschlagenen nicht einmal genau auf ihre Verletzungen untersucht worden sind. während man doch bei den erschossenen Geiseln jeden Schuß und jede Berührung festgestellt hat. Ebenso ist es de» Leidtragenden der Ermordeten erst lange Zeit später möglich gewesen, dir Ge- richte zu ucranlassen, die Schuldigen festzunehmen. In längeren Ausführungen spricht der Zeuge seine Empörung über die bcstiali. schc Roheit aus, mit der man ihn und feine Kameraden be- handelt hat. Ter Zeuge Stadtrat Hoifman», Mitglied deS Aktionsausschusses der sozialdemokratischen Partei, der nach dem Umsturz Aiiiang Mai provisorisch die Regierung in München in die Hand nahm, gibt u. a. bekannt, daß die Regierung Ho ks mann die ötote Armee osfiziell al» kriegführende Macht anerkannt habe. Der Beginn der Abrechnung. rd. Die erste Sitzung des Parlamentarisehcn Unter- suchungsausschusses zur Feststellung der Schuldsrage resp, der Unterkommisston, die sich mit den Friedensmöglich- leiten während des Krieges beschäftigt, gibt zunächst zu ein� gen Bemerkungen allgemeiner Natur Anlaß. Die Verhandlungen sind öffentlich, und daS ist natürlich mit Freuden zu begrüßen. Es wäre aber dringend erwünscht, daß dem Begriff der Oeffentlichkeit eine etwas weitere Auslegung gegeben würde. als eS für diese erste Sitzung geschehen ist. Sie fand statt in einem der Sitzungssäle des Reichstags, der einschließlich der unmittelbar Beteiligten, d. h. der Untersuchungskommis- sion selbst, der Sachverständigen, der Zeugen usw. im besten Fall etwa hundert Personen faßt. Es stehen genügend andere Räumlichkeiten zur Verfügung, die einem größere» Publikum die Möglichkeit bieten, den Verhandlungen zu fol- gen. Hier werden Tinge besprochen, die die weitesten Kreise sehr stark interessieren, mehr interessieren, als die meisten Verhandlungen der Nationalversammlung. Es müssen. Wege gefunden werden, daS Auditorium zu vergrößern, und eS niuß der Anschein venuieden werden, als ob die Oeffentlich- keit, wie bei gewissen Gerichtsverhandlungen, nur sozusagen auf dem Papier steht. Besonders hat die Presse allen Anlaß, sich über ihre bisherige Behandlung zu beklagen. Nachdem man zuerst nur ungefähr ein Dutzend Zeitungsvertreter hat zulassen wollen, hat man sich schließlich genötigt gesehen, diese Zahl auf rund fünfundzwanzig zu erhöhen. Das genügt keines- Wegs. Auch kleinere Organe, Prewinzzeitungen usw. haben einen Anspruch darauf, an den Sitzungen teilzunehmen. Und es darf nicht, wie es diesmal der Fall war, zuletzt von dem Gutdünken einiger Journalisten oder einer journalistischen Organisation abhängig geinacht werden, wer das Recht zur Anwesenheit besitzt. Auel, die Handhabung der KartsnauS- aabe gibt Grund zur Beschwerde. Warum in aller Welt mußt sich jede Zeitung für jede einzelne Sitzung aufs neue be- mühen, statt daß ein für allemal Dauerkarten ausgegeben weiÖen? Gebt man schon neue Wege, so soll man sie auch entschlossen gehen und nicht immer noch mit dem vorrevolu- tionären Prinzip der Geheimnistuerei lieb- äugeln. Mit diesen Einschränkungen können wir uns mit der Art, wie die Verhandlungen am Dienstag g'ssihrt wurden. im allgemeinen einverstanden erklären. Man hatte den Ein» druck, daß tatsächlich die Absicht besteht, die obsektive Wahr« heit festzustellen. Ein abschließendes Urteil aber läßt sich natürlich in'dieser Beziehung noch nicht fällen: erst der weitere Verlauf wird zeichen, ob die Untcrsuchuirgskommis- sion mehr ist als eine.Attrappe, und ob sie tatsächlich alles tun wird, nm die letzten Zweifel und die letzten Unklar-. heitcn auch dann zu beseitigen, wenn die Wahrheit für Deutschland beschämend sein muß. Es wird dabei nicht allein auf den ieweiligen Referenten und den Vorsitzenden an- kommen, sondern es ist die unmittelbare Mitarbeit iede? ein- zelnen Kommissionsmitgliedes Vonnöten, damU durch Zwischenfragen die Zeugen zu einer restlosen Äusklärunf zweifelhgfter Punkte veranlaßt werden. Von diesem Fmgereckst wurde in der ersten Sitzung er freulicherweise guter Gebrauch gemacht. Graf Bern» st o r f f. der trübere deutsche Botschafter in Washington, war in seinen Aussagen ein wenig zuriicklmltend. Der Vor- sitzende, der deutschnationale Abgeordnete W a r m u t h, trug scinerscits nicht viel dazu bei. Lücken zu ergänzen, und es war deshalb notwendig, dasi Mitglieder der Kommission. darnnter besonders Genosse Dr. Oskar Cohn und der Rechtssozialist Dr. Sinzheim er. dem Zeugen hier»nd da ein wenig nachbalfen und seinen etwas blutleeren AuS- sagen allmählich Gestalt gaben. Aber auch damit ist noch nicht alle? getan. Die Kam- Mission wird sich davor zu hüten lxibcn. einzig und allein daS Akten Material zu benutzen. Sie muß der bnreau- kratischen Auffassung, nach der nichts eristien, was nicht in den Akten steht, möglichst weit ans dem Wege gehen und sich bemühen,?l»sklär»ng auch von solchen Stellen zu er- halten, die vielleicht nicht amtlichen Charakter tragen. Es babvn sa mich während des Kriege? Besprechungen und Ver- Handlimgen hinüber und herüber stattgefunden, über die sich vielleicht keine Notizen in den Archiven der Aemter befinden, die aber doch zür Gerstellung des Gesamtbildes von großer Wichtigkeit sein können. Endlich aber d�rf schon jetzt die Hoffnung anSgesprochen werden, daß der genaue Bericht der Verhandlungen zu einen« späteren Termin der Vevölkeriing zngängig gemocht wird. und daß man alle die Aktenstücke, die bei der Unterjuchnno eine Rolle spielen, im Wortlaut veröffentlicht. Der Vorsitzende der Kommission ersuchte die Presse, ein urteil zu vermeiden, bis die Verhondlungen abgeschlossen feten. Diesem Wunsch kann man sicher entsprechen. Wenn der Abgeordnete Warmuth aber weiter meinte, dvG es ja erft �she des Staatsgerichtshofs sein werde, ein endgültiges Votum zu fällen, so möchten wir das unter keinen Umständen so verstanden wissen, dosi die Presse nicht schon auf Grund der Kommissionsverhandlungcn sich ihre Meinung über die zur Debatte stehenden Dinge bilden soll. W i r werden uns jedenfalls das Recht, zu urteilen, nicht nehmen lassen und uns nicht auf eine einfache Wiedergabe von Frage und Antwort beschränken. Die Angelegenheit, über die am Dienstag verhandelt wurde, ist freilich zur Zeit noch nicht reif für den Spruch. Graf Bernstorff wird seine Zeugenaussage erst am Mittwoch fortsetzen und beenden, und auch damit dürfte ein Abschluß noch lange nicht gegeben sein. Zum mindesten wird man Herrn von Bethmann Hollweg, der am Dienstag �chon anwesend war, Herrn von Jogow, den früheren Unter- stvatssekretär Zimmermann und andere amtlich mit den Verhandlungen mit Amerika betrauten Persönlichkeiten hören müssen, denn eine ganze Reihe der Akten, über die Dr. Smzheimer�— wie ausdrücklich festgestellt sein mag— fkhr gut und objektiv referierte, bedürfen noch des Kommen- tars. Es fehlen vielfach noch die Fäden, die von der einen Instruktion zur anderen führten, es fehlt die Kenntnis der Beweggründe zu den einzelnen diplomatischen Schritten, kur� und gut, die Skizze muß zum Bilde ergänzt werden. Dringend erforderlich ist vor allem auch die alsbaldige Bei- bringung der Akten des Kriegsministemrms, des Großen Generalstabs und des Ad|niralstabs, da wahrscheinlich nur durch sie festgestellt werden kann, inwiefern und nach welcher Richtung m i l i t ä r i sch e E i n f l ü s s e auf das Verhalten des Auswärtigen Amtes und �er deutschen Vertreter im Auslande ausgeübt worden sind. Das einstweilige Ergebnis der Derhandlun- gen kann dahin zusammengefaßt werden: Der Präsident der Vereinigten Staaten hat sich schon sehr frühzeitig bemüht, eine Friedensoevmittlimg anzubahnen. Von deutscher Seite sind diese Anstrengungen nicht nur gern gesehen worden, sondern man hat Herrn Wilson auch direkt ermuntert, auf diesem Wege fortzufahren. Indessen haben die militärischen und politischen Handlungen Deutschlands die vermittelnde Tätigkeit des Präsidenten immer wieder durchkreuzt und erschwert. Die belgischen Greuel, die Taten der U-Boote, die Deportation der belgi- schen Arbeiter machten es Wilson unmöglich, einzugreifen. Hinzu kam allerdings auch, daß eine gewisse t»te Zeit ein- trat, als die Vorbereitimgen der Präsidentenwahl in Ame- rika begannen. Aber immer wieder und in jedem Zeit- Punkt bis in das Jahre 1917 hinein konnte Deutschland ge- wiß sein, daß der Präsident der Vereinigten Staaten seine guten Dienste zur Verfügung stellen werde, wenn nur von der deutschen Regierung gewisse Vorbedingungen erfüllt wären, die darin gipfelten, daß man die Kricgsziele be- knnnt gebe. Am interessantesten ist die Frage nach dem Zusammen- hang zwischen dem deutschen Friedensangebot im Dezember 1916 und der bald darauf folgenden FriedenSno.te Wilsons. Berlin war unterrichtet. daß ein Friedensvorschlag Amerikas in nächster Zeit erfol- gen werde. Trotzdem unternahm es seine eigene Aktion und erschwerte oder durchkreuzte damit auch die Durchführung des Wilsonschen Planes. Nach der am Schluß der gestrige» Sitzung von Sinzheimer extrahierten Aussage Bernstorffs hat die deutsche Regierung nicht nur darum gewußt, daß Wilson«ine Aktion einleiten wolle, sondern sie hat ihn auch fortgesetzt gedrängt, diesen Schritt zu unternehmen. Es ist unverständlich, aus welchem Grunde sie dann im letzten Augenblick Wilson zuvorkommen wollte. Graf Bernstorffs Kritik an dem deutschen Vorgehen scheint sich hauptsächlich darauf stützen zu wollen, daß es, wie er hehckuptet, in Amerika den Eindruck der Schwäck>e gemacht habe. In diesem Punkte aber waren die Aussagen des Bot- schasters keineswegs klar und widerspruchslos. Es wird sicher noch festgestellt werden, daß andere Gründe gegen das deutsche Angetz�Lin diesem Moment sprachen. Von größter Bedeutung ist eine weitere Tatsache, die S i n z h e i m« r in seinem Referat erwähnte. Am 18. Dezember 1916 meldete eine neutrale Macht nach Berlin, Wil- sons Appell sei sehr ernst gemeint und die Entente sei ebenfalls geneigt, ernst Haft auf ihn ein- zugehen, wenn von uns in der belgischen Frage genügend Entgegenkommen gezeigt würde, d. h.. wenn wir uns zu; einer Wiederherstellung Belgiens und einer Wiedergut machung der angerichteten Schäden bereitfinden würden. Am 26. Dezember antwortete Zimmermann, Deutschland gehe auf die Forderungen, konkrete Friedensbedingungen zu nennen, nicht ein. DieS allein würde genügen, das vernichtend« Urteil über die damalige Politik der deutschen Regierung zu fällen, und wir warten mit Spannung, welche weiteren Aufklärungen Bernstorff geben wird und wie die Vertreter der Berliner Zentralbehörden ihre Haltung in den kritischen Dezember- taaen motivieren werben. Ver Sitzungsbericht. Ueber den Deginn der Sitzung haben wir bereits in der gestrigen Abenduukgade berichtet. Abg. Dr. Sincheimrr erstattet alZdann das Referat: In Erfüllung der Aufgaben des Ausschusses ist der Gegenstand der Beratung zunächst die sogenannte Friedensattion Wilsons. Die Akten des AdmiralstabS. des KriegSministrriumS und de« GcneralstabS haben zunächst nicht vorgelegen, werden aber im späteren Stadium dieser Verhandlungen herangezogen werden. Da? Referat bezieht sich lediglich auf die Alten de» Aus- wärtigen Amt». Zur Einteilung de» Stoffe» ergibt sich ein« Gliederung in vier Perioden. Die erst« geht von dem A u» b r u ch de» Weltkrieges bis zur Süsser» Rot«, di« am« Mai 1916 an Wilson ger.chtet wurde. Die z w ei t« Periode reicht vom 4. MaibrS 12. Dezein» der I v 1 6, dein gescbichtlichen Tage des deutschen Friedens- angebotes. � �. Die dritte vom 21. Dezember 1916 bi» 9. Januar 1917, an welchem Tage im Hattptquartier zu Pietz der sog:- nannte rücksichtilofe U-Boot-Krieg beschlossen wurde. Die Schlutzperiode ist anzusetzen bi« zum 3l. Ja» nua r 1917, jenem Tage, an dem Wilson beziehungsweise dem amerikanischen Bolschafler in Berlin. Gerard. eine Rote über- (jebeu wurde, betresfenid den rücksichlSlosen U-B"o:»Krie,g, und an welchem sofort der Abbruch der diplomatischen Beziehungen Ame- rikas unz gegenüber erfolgt ist. Zur e r st e n P e r i o d e ist zu sagen, daß nach den Akten von einer eigentlichen Friedensaktion nicht die Rede sein kann. Wohl ianden theoretische Erörterungen über Friedensmöglichkeiten zwischen dem Kaiser und Gerard, der Regierung und Gerard statt, Graf Bernstorff teilte mit, Wilson interessiere sich für den Frie- oen, und zwischen Vertretern der Regierung und dem Obersten House fanden Besprechungen statt. Ueber diese Besprechungen finden sich nur zwei Aufzeichnungen irr den Akten, die eine erfolgte zwischen dem Staatssekretär S o l f und H o u se. eine andere zwischen dem Reichskanzler v. Bethmann und •y o u 1 e. Diese Aufzeichnungen losten eine bestimmt« Friedensaktion nicht erkennen, sondern sprechen von Erörterungen über die Möglichkeit, zum Frieden zu kommen. . zweite Periode i st weitaus wichtiger. Sie spielt� sich ab zwischen dem 4. Mai, dem Tage der Ueberreichung der«ussex-Note, in der gesagt wird, daß der U-Boot-Krieg nur auf den Kreuzerkrieg beschränkt werde, und datz die Völkerrechts- widrige Blockade aufgehoben werden müsse, und dem 12. De- zcmber, dem Tage unseres Friedensangebotes. Es erfolgten in- zwischen an den Grafen Bernstorff ganz bestimmte Jnstruk- 'Wen, in denen der Botschafter angewiesen wird, einen Frieden?» appell Wilsons herbeizuführen. Die Hauptinstruktion geht zurück auf ein« Unterredung mit dem damaligen Kaiser, der den Wunsch besonders gehegt hat, Präsident Wilson möge diesen Friedens- appell� an die Kriegführenden richten. Es sollte auch an den KönigvonSpanien und andere neutrale Herrscher appelliert werden. Graf Bernstorff hat seinerseits über die Friedens- Möglichkeiten berichtet und darauf hingewiesen. Präsident Wilson fei bereit, den Frieden zu»ermitteln, auch die öffentliche Meinung in Amerika wünsche den Frieden. leider werde im gegebenen Moment die öffentliche Mei- nung z nun seien Ungunsten wieder beeinflußt, so durch die Frage der belgischen Deportation und die Wirkung des U-Boot-Krieges. Solange der Wahllampf in Amerika nicht erledigt sei. sei an einen energischen Schritt Wilson» nicht zu denken. An der Friedenskonferenz werde Wilson nicht teil- nehmen, höchstens an Konferenzen, die mit der Friedenskonferenz in loserer Verbindung ständen. Am 13. Oktober hatte Herr v. Bethmann im Hauptquartier zu Pietz mit dem Grasen Burian eine Unterredung, um die Grundlagen für daS Friedensangebot zu finden. Graf Burian w-ieS darauf hin, daß auf eine militärische Entscheidung des Kriege? nicht mehr zu rechnen sei, man müsse irgendwie Friedensverhandlungen herbeiführen. Damit war.Herr v. Beth- mann einverstanden, zumal«r sich schon früher mit diesem Ge- danken getragen habe. Diese Vorberatungen nahmen im Laufe der Zeit konkretere Gestalt an und führten schließlich zu dc.m Friedensangebot. Anfang Dezember wird dem Grafen Bernstorff mitgeteilt, eine solche Friedensaktion stehe bevor, er möge darauf dringen, daß Wilson möglichst bald die Friedens- aktion übernehme. Darauf kam ein Brief vom Grafen Bernstorff, daß ein Schritt Wilsons in dieser Hinsicht spätestens für Neujahr in Aussicht stehe. Es wird in diesem Zusammenhang namentlich die Frage in Betracht kommen, ob und warum eS gerech'fertigt Ivar, trotz der von unS angeregten Fricdensaknon und trotz der Mitteilungen des Grafen Bernstorff am 12. Dezember die Friedensaltwn durch uns erfolgen zu lasten. Dies wird ein« der Hauptfragen sein, mit denen wir uns zu besck'äitigen haben, in welchem Verhältnis diese FriedenSaktiou vom 12. De- zember mit der von unS angeregten und auch von Wilson in Aussicht gestellten FriedenSaktwn steht. Die dritte Periode reicht vom 31. Dezember, dem Tage der Ueberreichung deS Friedensangebot» Wilsons an die kriegsührenden Mächte, bi» zum 9. Januar, dem Tage der Ent- schließung zur Eröffnung de» rücksichtslosen U-Boot-Kriege». DaS Wesentliche in de.m Permi ttlungSangebot Wilsons war die Bitte, die konkreten Friedensbedingungen mitzuteilen. Die Antwort d-S Staatssekretär» Zimmermann enthielt indessen keinerlei offizielle ober inoffizielle Andeutung der konkreten FriedenZbedingungen. Gleichzeitig teilte«ine neutrale Macht, die ich in öffentlicher Sitzung nicht nennen kann, mit, daß ein Friedensappell Wilson» in Aussicht stehe; dieser Appell werde ä u tz e r st« r n st zu nehmen sein, uzch die betreffende Macht habe guten Grund, zu glauben, daß auch die andere Seite auf diesen Appell eingehen werde, wenn offen und klar die Erklärung abgegeben würde, daß der StatuSquo wieder hergestellt werde und in bezua auf Belgien eine Wiedergutmachung des Schaden» erfolge. Dieser amtliche Bericht der neutralen Macht war bereits am 18. Dezember in Berlin bekannt, am 2a Dezember erfolgte die Antwort deS Staatssekretärs Zimmermann, die dahin ging dast er auf bi« Forderung, konkrete Fr'edensbedmgungcn abzugeben, nicht eingehe. Es wird hier namentlich festzustellen sein, welche konkreten Friedensbedingungen unseren Friedens abstchten vom 12. Dezrtr.bcr zugrunde gelegen haben. Es ist unbedingt notwendig, die Natur der formulierten rlrie» denSbedingungen kennen zu lernen, die mit Gcnehinigung des Kaisers und der Obersten Heeresleitung vereinbart waren. Eine andere Frage ist die. ob etwa zur damal'gen Zeit militä- rifcherfeits ein Einfluß ausgeübt worden ist. Die Akten sagen darüber etwas, aber nur durch Vernehmung der Zeugen läßt sich die Bedeutung dieser aktenmähigen Mitteilungen in ein objektive» Licht stellen. Die nächste P c r i o, d e beginnt mit dem 9, Januar, dem Tag« der Entschließung zum rücksichtslosen U-Boot-Krieg, In der Zwischenzeit machte Graf Bernstorff wiederholt den energischen Sersuch, wenigstens vertraulich von der Reichsregierung dw Frie- denSbedingungen nach Washington zu erhalten, und er pflegt in- zwischen wiederholt Unterredungen mit dem Obersten House. Den Schriftwechsel mit dem Grafen Bernstorff hat Staatssekretär Zimmermann geführt. Zunächst gibt er auf die Anregungen keine Antwort, sodann-ine ganz allgemein gehaltene und am 7 Januar bitter er dm Grafen Bernstorff. die Frage der per- traulichen Mitteilung der Friedensbedingungen d' la to r, sch zu behandeln. Darauf wird am 9. Januar der rücksichtslose U-Boot-Krieg beschlosten. Graf Bernstorff warnt wiederholt, der rückfichttlose N-Boot.Krieg bedeute den Bruch mit Amerika, wie überhaupt auch von anderer Seile der U-Boot-Krieg als dea Vorgänger des Krieges mit Amerika wiederholt bezeichnet wurde. Ts wird auf die unbeschränkten Hilfsquellen Amerikas hin- gewiesen, die unerschöpflich seien. Am 26. Januar telegravhwrte Bernstorff. Uß Oberst House im ausdrücklichen Auftrage WJionS un» von neuem di« Frieden» v«rmitt tun? angeboten habe. Er wolle sich nicht in territoriale Fragen einmischen, wolle unter allen Umständen den Krieg vermeiden und wünsche«ine Beendigung de» Krieges ohne Swgrr und Besiegte Alle Vorbereitungen zur Fricdeusaktion seien getroffen. Darauf fand ein« Reise Bethmann» nach dem Hauptquartier statt. Da» E r g e b n i» warp daß Bethmann an Bernstorff telegraphierte, e» sei zu spät, Wilson hätte früher mit einer solchen Aktion kommen sollen, und daß eine Rücknahme bei U-Boot-Kriege» nicht mehr möglich Jei, weil e» technisch unausführbar fei, U-Boote, die bereits in See seien, zurückzurufen. Di« deutsch« Regierung sei aber bereit, ihm vertraulich die Friedensbedinguiigen mitzuteilen. Sie werben dann am 28. Januar dem Grafer Bernstorff mitgeteilt, der sie zur Kenntnis Wilson» bringen soll. E» heißt nun nicht>m Schreiben des ReirbSkanzler», die FriedenKbcdinglmgen, die er mitteile. seien die Bedingungen, unter denen er bereit sei. Frieden zu ichließen, sondern eS beißt, das seien die Bedingungen, unter dcnc» Drutschlaud bereit gewesen wäre, am 12. Dezember Frieden zu schließen. Ob diese Anvvort der Bitte Wilsons entspricht, ist eine Frage, die weiterer Erörterung bedarf. Am 81. Januar erfolgte die Uebergabe der Note über den rücksichtslosen U-Bood»: ftr.eg und dann der Abbruch der Beziehungen mit Amerika. Wilson scheute sich offenbar, in den Krieg ein» zutreten. Darauf deutet die Tatsache hin, daß«r die gleich- lautende Erklärung des österreichischen Botschafters in Amerika verheimlicht, um den Weg zu Oesterreich offen zu balien. Ueber d.e Schweiz ist dann gemeldet worden, Wilson suche weiter den Frieden zu vermitteln und verlange nur eine Erklärung, daß Deutschland die Anwendung des rücksichtslosen U-Boot-Kriege» auf Amerika nicht ins Auge fasse oder wieder zurückziehe. Dar» auf wird erwidert, daß die Durchführung des U-Boot-Kriege» die allgemeine Anwendung verlangt. Im März wurde der Krieg erklärt, nachdem da» mexikanisch« Telegramm Jim- mcr manns bekannt wurde, da» schon im Januar zur Abscudnng gelangt war. Damit ist das Referat Sinzheimer beendet, und es wird in die Vernehmung des Grafen Bernstorff eingetreten. Botschafter a. D. Graf Bernstorff: Wi-kson hat Anfang August, sofort nach Ausbruch de» Kriege», eine erste Friedcnsvcrmirtlung versucht. Im September hat er einen zweiten Versuch machen lassei«, der daran scheiterte, daß die Entente gar nicht gsanuvortet hat. Wenigstens habe ich nichts davon gehört. Wilson hat im August eine Proklamation an das amerikamsche Volk erlassen, in der er die Amerikaner zur Neutralität auffordert, weil eine so erregte Stniunueeg enttstanoen war, daß bie Privatbeztehnngen darunter litten. In dieser Pro- llamation hat er schon erklärt, datz da» amerikanische Volk da» einzige Volk wäre, das in der Lage wäre, den Krieg zu beendigen, wenn es dem Streit jernbliebe, und datz es die einzige Großmacht fei, die genügend Macht und Einfluß habe, um diese» Ziel herbeizuführen. Da» ist bie Politik Wilson» ge- Wesen. Als das zweite Frie denSangebot scheitert«, hielt er es für notwendig, sich mehr zurückzuhalten. Er sandte trotzdem Oberst House im Winter 1914/15 nach Paris, London und Berlin, wo er im März war. Er sollte die FriedenSvermitt- lung Wilson» vorbereiten. AI» er von Berlin zurückkam, sagte er, der Augenblick wäre noch nicht gekommen. Es wäre noch niemand bereit, auf einen Frieden einzugehen. Er würde aber später wieder nach Europa gehen, um zu sehen, ob etwa» zu mack>en s«. Wilson hat zum ersten Male mit mir über den Frieden gesprochen, als ich nach der.Lusitania". Angelegenheit ein« Audienz bei ihm bekam, als die Gefahr des Krieges mit Deutschland sehr drohend irar. Damals sagte er, wie sollten durch ein Nach- geben im U-Boot-Krieg einen Appell an die Moroä richten, da nur durch eine Verständigung, nicht mehr durch die Waffen der Krieg endgültig e.itschicden werden könnte. Würden wir den N-Doot-Krieg aufgeben, so würde er aus Aufhebung der englischen Aushungerung drängen. Das englische Kabinett werde darauf eingehen, und er hoffe, daß damit ein Anfang gemacht se» kür eine FriedenSaktion im großen Stile. Da» war am 2. Juni 1915. Nach dem ersten Debegrammwechsol über die„Lusitonia* schien der Krieg unvermeidbar. Ich ging zu Wilson und verabredet«, um Zeit zu gewinnen, dätz Herr Metier-Gerlzard nach Berlin reisen sollte. Wilson ging dar- auf ein und versprach» datz er, bis diese Mission Erfolg gezeigt habe, keine ernstlichen Schritte tun würde, welche zum Bruch führen könnten. Der Notenwechsel über die„Lusitania" ging weiter, aber inzwischen wurde ein anderes englisches Schiff tor- pediert, und es kam zum zweiten Male beinahe zum Kriege. ES wurde unserersieits nachgegeben, indem zugestanden wurde, datz Passngierdatnpfer nicht ohne vorherige Warnung tor- psdiert werden sollten. Es kam dam» am 5. November eine Note an England, in welcher die englische Blockade ab» nicht zu ver- leidignt erklärt wurde. Die Verhandlungen über die„Lusttaniit" brachten un» z n m d r i t t e n Mai an den Rand de» Kriege», weil wir anerkennen sollten,«atz die Versenkung illegal gewesen wäre. Diese» Wort wurde von un» m-bedingt abgelehnt. Schließlich gab Wilson nach Im Laufe de» Winter» war House zum zweiten Male nach Berlin gefahren, wo er im Januar 1910 war. Als er zurückkam, erklärte er mir, datz der Hauptwiderstomb gegen einen Frieden vorläufig noch in Paris zu finden wäre, daß er in England eine gewisse Be r« i t w i l l igk« i t geftinden hätte. Auch in Berlin habe man resagt: Wir würden zu geeigne'er Zeit bereit sein, aus ein« amerikanische Friedensvekmiittong einzugehen. Ich habe zum ersten Male von der Absicht. der kaiserlichen Regierung. den Wiffon'chen Wünschen entgegenzukommen, durch ein Tele- qramm gehört, welches der Botschafter Gerard nach Erledigung der.Stiss«x"-Affäre nach Washington richtet«. Dort stand, daß die deutsche Regierung nunmehr bereit sei, eine Frieden»- Vermittlung Wilson» anzunehmen. Ich habe darauf in Berlin angefragt, ob diese Auffassung richtig sei und ein Telegramm erhalten, in dem gesagt wurde, daß wegen der öisentlichen Meinung in Deutschland noch einige Zeit hingehen m ü s s e, daß«s aber im allgemeinen der Wunsch sei, Wilsons FriedeuSverntitii-ung anzunehmen. ES müsse aber verlangt werden, datz Wilson vorher gegen England vorgehe. ES ist vielleicht merkwürdig, daß ich mit einer Privatperson, wie dem Obersten Hause, über dies« Frag.zn verhandelt habe. Ein« Geheimhaltung von Verhardlungen in Washington wäre ganz unmöglich gewesen. Die beiden Häufer waren dort von Journalisten umlagert. Desivegen war r» der W-nnich Wilsons, datz ich die'« vollkommen vertraulichen Fragen mit seinem intt- men Freund« House in New N o r I führte. Er sagte mir. Wilson hätte nicht mehr die Macht, England zu zwingen, den Völkerrecht- lichen Normen zu gehorchen, weil der amerikanische Handel so sehr mit der Entente verbunden wäre, daß Wilson unmöglich diese öandelSbczieh-ungcn stören könne, ohne einen ungeheuren Sturm hervorzurufen. Im Gegensatz dazu wäre er in der Lage, einen Frieden ohne Sieg herl'eizufübren, und er hätte die Au- ficht, das zu tun, sobald die Gelegenheit dazu käme. Nachdem aber ein solcher Schritt in Amerika allgemein al» pro-dcutsch bezeichnet wurde, könne er ifrn nur tun, wenn die öffentliche Mei- nung sich etwa» über die Beziehungen zu Deutschland beruhigt hätte. Er schlug eine Pause vor und hoffte am Ende d«S Sommer» Die Friedensvermittlungen bestimmt anbahnen zu können. Dann trat Rumänien in den Krieg ein. Es werden dann die Instruktionen verlesen, b'e dem Bot» schafter am 18. August mitgeteilt wurden, und wonach die deutsche Reiierung erklärt, daß sie gern bereit fei, eine Vermittelunq de? Präsidenten anzunehmen, und daß«ine cntsprchonde Tä igkeit de» Präsidenten nachdrücklich ermutigt werden solle, daß wir un? aber noch nicht auf irgendwelche konkrete FriedenSbedingiingen ver- pflichten kounen. Befragimg des Grafen Bernstorff. Graf Bernstorsi: Nach, diesen Instruktionen, deren Inhalt ich Oberst House mitgeteilt hatte, sagte mir de: Oberst, daß eine Vor- mittlung Wilsons jetzt unmöglich und daher aufgeschoben wäre.' weil infolge de» Eintritts Rumänien» in den Krieg die Entente völlig siegeSgewitz geworden wäre und Wilson daher abweisen würde. Referent Dr. Tinzheimer: Diesen Instruktionen war ein« teleg: aphische Anfrage deS Reichskanzler» von Brhuian» Holl weg vom 2. September vorausgegangen. In ihr hieß cS. daß unsere Westfront feststeht, daß die Ostfront durch die Kriegserklärung Rumänien» natürlich etwas gefährdet wäre, daß aber ein Zu- saiiimenbrecheii der Front nicht zu besorgen wäre. Bulgarien und dte Türkei wären z u v e r l äs s i g. Es wurde bann ae- fragt, od. trenn im Osten feine(trö�cre Katastrophe eintreten würde, eine Friedeiikrermittluna WilsonK moßüch uns erioigreich wäre, wenn wir Belgien die bedingte Wtederheriiellnng zusicherten. Änderensallz miitzte der rücksichtslose U-Boot-Krieg ernsthast in Erwägung gezogen werden. Graf Bernstorkf: Ich kaiiit nttr wiederholen, dasj Oberst House mir sagte, die FriedenSvermittlung Wilsons mutzte aufgeschoben werden, weil die Entente infolge des Eintritts RtimänienZ in den Krieg siegeS gewih geworden war. Diese Erklärung des Cbcritcn House ist mir auch späterhin immer als besonders wichtig erschienen, weil, als Wilson wirklich Friedensschritte un- leruahm,'ch glaubte, dab er nun bestimmt davon tiberzeugt wäre, dah sie auch von der Enlettte angenommen werden würden. Sonst hätte es ja gar keinen Sinn gehabt, daß Wilson'vorher erklärt hatte, eine Vermittlung scheine ihm keine Aussicht aus Annahme zu haben. Vorsitzender Warmuth: In der Antwort vom 2. September tvird gesagt, Wilson befürchte, von England kühl abgewiesen zu werden, Falls aber Wilson bei den Wahlen siegen würde, wofür die Aussichten günstig ständen, wolle er sofort eine Vermittlung eintreten lasse». Die Friedensvermittlung liege im amerikani- schen Interesse, nach dem keine der kriegführenden Mächlegruppe einen entscheidenden Sieg erringen dürfe. Gras Bernstorsf: Wichtig scheint mir in diesem Zusammen- hang auch ein Memorandum zu fein, da» vom Kaiser selbst geschrieben war und das Herrn Gerat» nach Amerika mitgeteilt werden sollte, als er aus Urlaub dorthin sühr. Neserent Dr. Sinzheimer: Diese» in englischer Sprache ab- gefaßte Memorandum bezieht sich nur auf den U-Boot- Krieg, nicht aber auf die FriedenSaklion. Ich habe eS deshalb nicht erwähnt. Goar Bernstorsf: Nach meiner Erinnerung hat aber gerade dieses Memorandum in Amerika v«n tiefsten Eindruck gemacht. Es ist datiert vom v. Oktober und stiitzte sich aus eine Unterredung, die Herr Gerard in Charleoille mit dem Kaiser gohabi halte. Abg. Dr. Cohn: Nach welcher Nichtung hat diese» Memoran. dum so großen Eindruck in Amerika gemacht? Gras Bernstorss: Dem amerikanischen Volke war diese» Me- morandum natürlich unbekannt, wohl aber hat eS großen Eindruck aus die amerikanische Regierung gemacht, und zwar insofern� als von jetzt ab in Amerika die feste Ueberzeugung entstand, dost die deutsche Regierung bereit sein würde, eine Der- mittlling Wilson» anzunehmen. Die Präsidetitenwahl fanv ai» 7. November statt. Der WahlauZzang war so außerordentlich unsicher, daß man am ersten Abend noch nicht wußte, wer gesiegt hatte. ES hing an einem seidenen Faden, und e» dauerte wegen der-genauen Aiiszählung in den Weststaaten sehr lange, bis das Endergebnis feststand. Diese Verzögerung ist wichtig, weil sich daran» erNäri, daß Präsident Wilson erst»ach geraumer Zeit einen Friedensschritt tun Tonnte. Ich halbe später ersaihrcn, daß Wilson hie Friedensnot«, die er am 18. Dezember ablandte, schon Mitte November ausgesetzt, aber in seinem Schreibtisch behalte» hatte, weil damals in Amerika wieder wegen der belgischen Deportationen eine antlbeutsche Welle durch da? Land ging.' Vorsitzender Warmuth: Ihr Bericht über diesen Punkt ist besonders wichtig. Es heißt darin:.Wilson beauftragte de« Oberst Hmise, mir stvenz Verlraulich zu sagen, daß er möglichst bald Friedensschritte tun wolle, vermutlich zwischen jetzt und Neujahr. Er mache zur.Bedingung, daß bei unS bis dahin möglichst wenig von FriedenSvermittlung geschrieben•und ge- fprocken weide und daß wir alle Il-Boot-Kontroversen vermieden, um ein« vorzeitige Ablehnung de» Schrittes durch unsere Feind« zu verhindern. Wilson» Gründe für den Schritt feien solaend«: Er glaub«, feine Vermittlung nur eintreten lasten zu können, weitn die öffentliche Meinung unZ gegenüber in Amerika sa günstig bliebe, wie sie es in den letzten Monaten gewesen war. Deshalb beklagte er auch, daß die belgischen Deportationen und neue U-Boot-Kontr»»ersen die Stimmung in Amerika gegen irnS wieder verschlechtert haben. Wenn dies« Fragen ausgeschaltet würden, und wenn die Spannung mit England sich verfckärfeit würde, die in den Stimmen' der englischen Presse über den Aus« ganz der Präsidentenwahl zum Ausdruck gekommen war', wäre die Vermittlung aussichtsreich. Aber die Stimmung würde immer wieder durch U-Bool-Koutroversen van England abgelenkt. Eine Ablehnung de» Friedensschrittes durch England ist wohl nicht zu befürchten, eher daß England zum Schein auf di« Vermittlung eingebt und versucken wird, im» in da» Unreckt zu setzen.' Neserent Dr. Sinzheimer: Wichtig ist über diesen Punkt außerdem ein Telegramm von Ihnen, das am 4. Dezember hier eingelaufen ist:»Lansing sprach mir besonder» eindringlich von dem amerikanischen Protest hinsichtlich der belgischen Dopor- tationen. Durch dies« wird die gesamt« belgisch« H i l f S- aktion gefährdet. Dadurch wird die Stimmung wieder vergiftet, und znxrr gerade in dem Augenblick, wo es so aussieht. at» ob Friedensverhandlungen beginnen könnten.' Und zur Er- gänzung gehört hierher«ine Instruktion de? Reich»- kanzleri v. Bethmann Hallweg, in der darauf hinge- wiesen wird, daß gi« Marine den unbeschrSnkten U-Boot-Krieg wünsche, daß sich die Tcsamtlag« aber dadurch ändern könnte, daß Präsident Wilson, wie angedeutet, den Mächten«ine Frieden»- oernrittlung vorschlaigen würde. Sin« solche Aktion müßt« aber bald erfolgen, und nun heißt es:„Euer Exzellenz wollen die An- gelegenheit mit Oberst House besprechen und die Absichten Wil- sonS in Srfabrung bringen. Ein Friedensschritt de» Präfidenten, der nach außen spontan erscheinen müßte, würde bei ün» ernst- hast in Erwägung gezogen werden.' Diese Instruktion vom öS. September wird ergänzt durch«in? Instruktion des Re'chs- tanzler» vom 14. Oktober, dl« die Antwort ist auf Ihren Bericht, daß Wilson die FriedenSvermittlung jetzt nicht unternehmen könne, und in der e» heißt, daß Präsident W lson nach wie vor zu einer Aktion ermutigt werden möchte, die von unz gcrn. rm- genommen würde. Wenn er allein den Schritt nickst tun möchte, sollte er sich mit dem Papst, mit dem König von Spanien und den europäischen Neutralen in Verbindung setzen. Darcas erwid.'rlen Sie: Da» gehe nicht, nach amerikanischer Anschauung könne eine gemeinsam« Aktion nicht zustande kommen. Schließlich muß ich noch Mitteilung machen von einem Privatbrief des Staats- sekrctär» Jagow an Si« vom 20 November, in dem es heißt, daß wir deck FriedenStendenzcn de» Präsidenten Wilson nach w'e vor sympathisch gegenüberständen. Natürlich dürsten diese Ten- denzen aber nicht aus konkrete Vorschläge hinaus« laufen, weil sie für un» nicht günstig sein könnten. Hi rauf schickten sie am 24. November ein Telegramm zurück, da» äußerst wichtig ist und in dem e« wörtlich heißt:.Wilson beauftragte Oberst House, mir streng vertraulich zu sagen, daß er möglichst bald einen Friedensschritt tun woll.-. vermutl ch zwischen jetzt und Neu'ahr. Er machte indessen zur Bedingung, daß be! lins möglichst wenig von Frieden gesprochen würde, und daß wir keine neuen N-Boot-Kontroversen auskommen ließen, um eine vorzeitige Ablehnung durch unsere Feinde zu verhindern.' Da» war also unmittelbar vor unserer Friedensaktion vom 12. Dezember. Graf Bcrnstorff: Ich habe diese Jnstrukstonen immer mit dem Obersten House besprochen und erwartet, daß die FrixdenSaktiou im Laufe des Dezember erfolgen werde. Ich habe bi» zuletzt geglaubt, daß wir nicht wünschen, daß Wilson sich in die Verhand- luiigcii über territoriale Fragen einmische, daß wir vielmehr einer zweiten Konferenz zusiimmlen, die zwischen säm.'lichen Staaten der Welt stattfinden solle, und in der über Völkerbund, Freiheit der Meere, Schiedsgericht usw. verhandefl werden solle, während ernionaien fjrngcn nmer oen sfnepmavenven allein geregelt s ch a f t« N und den für das Tun lind TrewtzN det »cu solle». Wilson Hai niemals verlang!, a» der Frieden»,„jschgn Nothilse" v c r a n t w or tlichen B c h o r i tr-nz tc ilzu nehme., et hat aber geglaai-bt, daß e» nichi ohne � � �" zu vriedensverhaudlungon koiumcn würde. Mckimmm- Abg Sinzlicimor: In der Instnikiio» de» SiaalSsekretärS Wiinincr der„xVm- den goregelt wird, dainit nicht durch die„Technische Nothilfe" ein chtiden für das ganze WirtichastIleben entsteht. Zimmermann vom 26. November heißt c», man würde eine izne- deuSaktion Wilson» vorziehen. Sie tclcgraphterlcn zurück, diese FriedeliSaklia» stehe bevor. Es werden sodann eine Reihe von Fragen an Graf Bernstorfs gerichtet. U. a. fragt Abg. Dr. Sinzheimer: Sie haben sich doch dahin ausgesprochen, daß unser Angebot nicht ernst genommen werde, ivcil eS ohne konkrete FricdenSbedi ligungen ersolgt sei, nur zu dem Zwecke, den unbeschränkte» U-Boot-Krieg führen zu könne». Gras Bernstorss: Dies bezog sich nur aus di« össentlich« Mci- nung in Amerika, nichtaufdieAnsichtder Regie r u n g. Abg. Tc. Sinzhoimer: Unser FricdciiSanpc'bot vom 12. Dezember war also als Durchkreuzung der amerikanischen Pläne anziisl.chon? Graf Bernstorsf:.Durchfreuzung' rnöchhe ich nicht sagen, aber als Erschwerung. Mit dem Obersten House habe ich über unser Friedensangebot nicht gesprochen, da das Telegramm ausschließlich für mich per- söiilich bestimmt war. Darin stand anch, da» Weitere hänge von der militärischen Lage ab. Zwischen dem 12. und 13. Dezember aber habe ich mit House Über das deutsche Friedensangebot gesprochen. Abg. Dr. Cohn: Haben Sie den Eindruck gehabt, daß man auf amerikanischer Seile mit dem Friedensangebot vom 12. Dezember au» Prestigegründen unzufrieden sei? Graf Bernstorsf: Ich habe den Einvruck gehabt, daß die -imerikai« sche Regierung ziemlich enttäuscht war, weil ihr dadurch di« Möglichkeit, den ersten Schritt zu tun, genommen wurde. Der Streit der Melaltardeiter. Bericht der �treikleiamg. Die Verhandlungen vor dem SchledSgericht haben heut» begonnen. Im Schiedsgericht sind die Ärbeitri vertreten durch die Genossen Rn sch, Schlicht! n g und Kühne, die Unternehmer durch die Herren Hasse. Kremmener und Dr. Rover. Als Unparteiische ge- hören dem Schiedsgericht an die Herren Professor Rom- b e r g, Gcheimrat Josse, Arbeitcrfekrctär W i s s e l l ml Professor Moellendorf. Als Ersatzmann ist Herr Dr. S i m o n s o h n bestimmt worden. Ten V o r I i tz führt Herr Professor Dr. Moellendorf. Die Verhandlungen begannen geskern um 11 Uhr vor- mittags. Herr Dr. L p p e n h e i m c r von den Unter- n e h m e r n mnd Genosse Bredow von den Metall- a r b e i t e r n hielten Vortrag über die Materie. Es.lfamen nur zwei Gruppen zur Verhand- lung, die Schmiede und Maschinenschlosser. Die Verhand- .lungen gestalteten sich sehr schwierig, so daß das Schied?- l gcricht bis in die späten Abendstunden hinein init den An- gelegenheiten dieser beiden Gruppen bcsckjästigt war. ES war in Aussicht genommen, gestern noch über die Grippen Professor B-nn- Oberst Lome tat Ihnen gesagt, ein deutsche,' der Eisendreher. Metallarbeiter und Transportarbeiter� zn Friedensangebot werde als Schwäche aufaesaßt werden?.verhandeln. Zu diesen Verhandlungen konnte es nicht mehr Graf Bernst-rff: Einmal hat er mir gesag-, daß die Frieden?. �kommen, sie werden daher erst am Donnerstag zu der aklion Wilson» gestört würde dadurcb, daß bei der Entente die bereits vorgesehene.! Zeit stattfinden. Heute wird Über die Auffassung bestände, daß wir das Friedensangebot nicht gemacht Gruppen der Metallformer, Maschinenarbeiter, Vcbranben« haben würden, wenn wir den Frieden nicht s- nötig brauchten.■ Einrichter und Revisoren, Knpfcrschmisde. Kesscl- (Bavegung.)..! schmiede, Heizer und Maschinisten verbandelt. Die Ver- Abg. Cfohn: Erinnern Sjc sich, daß Sie zu Ihr« persönlichen h��ngen beginnen um 1V Uhr vormittags. Information vom Staatssekrelär v. Jagow die Mitteilung er- halten haben, daß man im Hinblick auf Ihre Unterhandlungen mit Wilson in eine Friedensaktion eingetreten sei, daß aber e? später abgelehnt worden sei, im Moment die Aktion iveiscr zu verfolgen.. Graf Bernstorsf: Ich hohe immer nur darauf hingewiesen, daß eine FriedenSvermittlung Wilsons jeden Tag zu erwarten sei. Abg. Dr. Sinzheimer: Wir sind bei der heutigen Verhand- lung bis zum 12. Dezember gekommen. Ich stelle sodann al» Er- gebniS der heutigen'Sitzung fest: Haben Sie die Instruktionen in dem Sinne aufgefaßt, daß Sie den Präsidenten Wilson»der Oberst House ermuntern oder beeinflussen sollten, eine FriedenSoktion zu unseren Gunsten zu unternehmen? Graf Bernstorsf: Ja.(Bewegung.) Abg. Dr. Sinzhrimrr: War Wilson bereit, diesen Wünschen Rechnung zu tragen? Graf Brrnstorff: Ja. Abg. Dx, Sinzhrimrr: War innerhalb dieses Rahmen», der i Ihnen gestellt war, Wilson bereit, aus eine Friedenskonferenz mit internationaler Grundlage einzugehen, auch ohne konkrete Feie- denSvorfchläge unsererseits? Graf Bernstorsf: Ja.(Bewegung.) Tarauf wird die Vernehmung abgebrochen. Forlsetzung Mitt- woch, 22. Oftober, 10 Uhr vormittags. Schluß 12'A Uhr. Mphelen des Slreikbrnchs. Die Funktionäre und Vertrauensmänner der'Groß- Berliner Organisation der S. P. D. haben am Montag abend in den Sophiensälen eine Versammlung abgehalten und zur„Techmschen Noihilse' Stellung genommen. Diese der Presse der Scharsmackvr weiter mit Verleumdungen Gruppe von„Sozialisten", die schon durch jene Versair, m- gegen die Arbeiterschaft begleitet. Die selbstverständliche lung, in der das bedeutsame Wort„Justav muß bleiben" Tatsache, daß die Metallarbeiter die Arbeit erst nach end- fiel, Aufsehen erregt hat,' scheint vön dem Ehrgeiz geplagt gültiger Lösung aller Streitfragen durch das neue Schieds Das Schiedsgericht hat gestern ferner die Frage eröricrt. ob die Sprüche einzeln oder insgesamt veröffentlich' werden sollen. Em Beschluß darüber war noch nicht möglich. Wir weisen wiederholt dnranf hin, daß kein im Ausstand befindlicher Kollege die Arbeit wieder aufnehmen darf, solange nicht die Zustimmung der Fünfzehner-Kommisslou vorliegt. Heute vormittag um 9 Uhr werden Verhandlungen über die Art der Wiederaufnahme der Arbeit>tattsinden. Danach werden um 10 Uhr die Verhandlungen de? Schiedsgerichtt fortgesetzt. � Achtung! Funktionäre be» MetollorbeiterverSonbe». Am DonnerStag, den 23. Oktober, findet eine General, Versammlung unserer BenvalttingSstelle statt. Zeit und Ort werben noch burch Inserat bekanntgrgeben. Der Fünszehner-AuSschuß. Da» Metallkartell. Achtung! Metallarbeiter! Die Obleutetonferen, ber Streikenden findet heute Mittwoch, den 22. Oktober, vormittag» 9)4 Uhr, in den Sophien- säleu statt. Die Stempelnehenstell« Nr. 8 beßinbet sich von«atzt ab bei Erbe, Bsiuwschulenweg, Baumschulenstraße 14. Verdächtige Erscheinungen. Die Verhandlungen ün Metallarbeiterstreik werden von zu sein, den späteren Geschichtsschreibern der Arbeiter- bewegung eine Quelle besonderer Erbauung zu werden. FranzKrüger leitete die Debatte ein und erklärte in seinem Referat, daß in dem Augenblick, wo in den Eick- trizitätswerken die Nothilse eintrat, für seine Parteigenossöu in den Betrieben die Frage entstand, wie sie sich dem gegen gericht wieder aufnehmen werden, gibt den Anlaß dazu. Mit dem recht ungeschickten Ausdruck des Erstaunens erklärt die „Post", daß ihr„aus Arbeitgeberkreissn" berichtet werde.'d'ß die Wiederaufnahme der Arbeit nicht vor Abschluß de? Schiadsverfahrens erfolgen werde. Die Verhandlungen . aber würden, wie die„Post" ebenfalls dank ihrer Beziehun- über zu verhalten hätten. In dieser Situation sei der Auf-, gen zu Arbeitgeberkrcisen verkünden kann. 8—14 Tage ruf der S. P. D. zugunsten der Nothllfe entstanden, das � dauern. Ferner teilt die„Post" mit. daß d�e Aufnahme der heißt also, daß dieser. Aufruf, der den Streikbruch als soziale � Arbeit nicht an einem Tage auf der ganzen Linie erfolgen Wohltat feiert. Richtschnur für alle Mitglieder der S.P. T.! könne, da dem vielerlei technische Schwi-riaieiten entgegen- ist. Mitglieder der S P D. sind somit förmlich durch stünden. Ein großer Auswand von technischer Sachkunde Beschluß ver p s 1 1 az t e t, einer Organisallon beizw-, nürd vertan, um das zu beweisen. tieten, der eZ ichon heute an der Stirn geschrieben steht, da� l Wozu dieser Lärm und wozu diese umständliche Dar- ste sich mehr und mehr zu einer®efahr für das Streificdr fp�nng der Arbeitgeberkreise? Soll damit die Oessentlichkeit der Arbeiter en. wickeln wird. Pir haben schon mehrfach a»f weitere V e r zö ge ru n g e n der Wiedereinstollung der darauf hingewiesen, daß der eigentliche Zweck, den da? Unternehmertum mit dieser Organisation verbindet, einst- weilen sorgsam verborgen gehalten wird hinter schwülstigen Reden vom Recht der Allgemeinheit, das dem Recht des c:n> Arbeiter vorbereitet werden? Oder will man damit gar Be- gnindungen für die Richtwicdereinstellung mancher Arbeiter vorbereiten? Es sind doch nur Redensarten, wenn die„Post" schreibt. zelnen eine Grenze setzen imAe. eine Redensart, die Franz�ch die vorläufig? Einigung doch'auf..Tr?>t'"iind Glauben" SaUfruL' �treikbruchs, in seinem Rejcra, � un{er der„stillschweigenden VorauSsebimg" erfolgt sei, wörtlich wiadcrholte.»daß die Arbeit so schnell als irgend möglich wieder auf- _ � n st, rn in lg und mü lebhaftem Bei fall, Wommen werde". In so wichtigen taktischen Fragen gibt wie der„Vorworts-Bericht bemerkt, wurde 1™? es'keine„stillschweigende Voraussetzung", hier gelten nur lu t ion angenommen, d-c den Streik der ElcktnztwtSv. Vereinbarunacn �bei�r vermteiü, die OfeYtfü�ung dir flraftoerfe mitHilfe|'' liegen andere Anzeichen dafür vor, daß die Unter- der-.T.chni ck'rn Z,othilfe für eine.cotwendlgk�it erklärt und ,�simer die Verhandlungen sowie die Wiederaufnahme d« die �ltung deZ YegrkSvorstande. zu ds�� Frage billtgt. � Arbeit nach Möglichkeit zu verzögern trachten, wie denn ,, ,�le Gewerk.chaften find, wie der Besch-uß der Kewcrk- überhaupt längst klar ist, daß alle geschwollenen Reden von �ftSwmmniion ausweist, entschlossen, das streikrecht(Kflrit j,er Störung des Wirtichastslebcns durch, die ArbeitLeinstek- alle ollenen und hinterhältigen �vgriffe zu verteidigen, sie. Munde der Unternel'mer nichts als pharisäerhafte sehen lv der �eteiligung an der„Teckmilchen Nothilfe> Phrasen sind. Ihnen ist«ine lange Dauer d?S Ausstandes Streikbruch und sind enttchlosien, dicienigen ihrer Mit- mn. erwünscht, da eS ihnen nur auf eine möglichst nachhaltig« Schwächung der Organisation und ihrer Kassen ankommt. Erhöhung der Streikunterstützung. glieder auszumerzen, die sich an der«Technischen Nothilfe" beteiligen. Die Sympathie der Nechtssozialisten für die� staatliche Streikbreckerorganisation, die sich, wie wir schon! dargelegt haben, aus ibrem innigen Btocrvcrhältnis mit der. AuS Stuttgart wirb telegraphisch mitgeteilt, baß ber BerkxinbH, regierenden öourgecnsie erflart, wird also neuenKon- befchlosiett hat, die Strelkiinterstützung für vollberechtigte Mit» s l i k t S st o s s in die Gewerkschaften tragen. Herr Kruger auf zg M., für die Fraa auf k M., für jede» Kind ans hat bereits erklart, daß er von den Beschlüssen der Gewerk- z m. ,u erhöhe«. Hebet den Zeiipunft, von dem an diese Er- schaftskommission ,n ihrer heutigen Zusammens.tznng wenig höhungen in Kraft treten sollen, erfolgt noch Benachrichtigung Respekt habe. Das beißt, er und seine Leute wollen es auf den Kampf innerlwlb der Gewerk'chaften ankommen lassen. Um dem Unternehmertum eine willige, durch die Waffen der Reichswehr geschützte Helotengard? zu schaffen, wird�U n- ruhe und Unsicherheit in die Gcwerkschaftsorganisa- tionen getragen. Die Arbeiterschaft, wird somit durch diese verräterische Haltung der Rechtssozialisten aufS neue ge- schwächt. Es ist'd ringend zusordern, daß die ganze Frage durch UNVercku> tnorbnrtbTnnm-r» Unitchmn dan Gewerk» »CZ»C>»0«0»0>»0»eOZ«CZ»C?»0«C>»L>«C)sO« Streik der Eisenbahner in England reich illnatriert in der FREIEN WELT Rai Heft 2 3 beut« neu! jedem 7. a i t n n„• h ä n d 1 6 r ZU buboa Thenier und Vergniimen. Rose-Theater 7!> Ulir: Das Gesetz. i/olHsfiüline. 7i Uhr: Piul Line« und Tor* Parsber« Opernhaus B Uhr; Siegfried. SchauspieEiüi1 6*1 Uhr: Maria Stuart. " Dsutsclißs Tlißflter Direktion: Max ReinhardLi 7 Uhr: Hamlet._ iillmmenvlele" H Uhr: IHcBfich�cderPandwc Thoator i. d. KSnlggrßtzerStraSe 8 Uhr: Kameraden Dona>rstaK: Zum I. Male: Schloß Wetterstein , von Pranlt Wedekind- (Herta von Haken, Maria Oraka. Ernst Dernburk. Lud- vrik Hartau. Werner Hotmann, Paul Rehkopf. Johannes Rie- mann, K. A. Römer. Felix Rosserl, Heinz Siieda, Hans Tillo.l Preltnk: Ein Traumspiel. Sonnabend: Schlod Weiterstein Sonntax nachm.: Alusik. Abends: Schloss Wetlerslelo. Komödienhaus *8 Uhr: LiSClOtt Tlau' Berliner Tdeater 'jouhn Bammel- Stadeaten. ApoliO'T'Cienter Frledrlchstr. 218. 71/ Alabcndiich Ii 19 Sonntaxs 3' a u. 2 Dia Weit Im Jahre 2000 Sonata ks 3' a Jet. Erwachs. 1 Kind frei. Konditorei n. Coffi fioiienstoufen rhta'ar am Kottbuser Tar. ftturiiaplats II HU. Abend?> a Übt I Sslbner Somit, nclim SUhr eimhd Prelseiroll. tuend- Prograinmi 1 Kind Iren" liaucbi u geatuttet . ü- Kontert, lieg. 7.i»Uhr. i Toireikt. U-lVa u. 4-6 Uhr. 'Merkur-Palast' Eck* Palisaden- nnd Stransberger Straffe. 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Er erklärt, daß die russische Revolution— diese? be. glücke ndste Ereignis in der Geschichte des Proletariat»— in allen Ländern kapitalistischer Zivilisation die Notwendigkeit gezeigt hat, ihre Verbreitung zu erleichtern; in Erwägung, daß bis jetzt keine herrschende Klasse auf ihre Herrschast verzichtet hat, ohne durch di« Gewalt dazu gezwungen zu sein, und daß die ausbeutende Klasse von der Gewalt Gebrauch macht, um ihre Vorrecht« zu verteidigen vnd die BefrelungSversuche der bedrückten Klasse zu ersticken; daher spricht der Kongreß die Ueberzeugung aus, daß daS Proletariat von der Gewalt Gebrauch machen muß, um die Gevakt der Bourgeoisie zurückzuweisen, um die Macht zu erobern und die revolutionären Errungen- schaften zu fesrigen. Er betont die Notwendigkeit, daS Augenmerk auf die geistige und technische Vorbereitung zu lenken. In b-zug auf die gegen- wärtige politische Lage und den bevorstehenden Wahlkampf, be- schließt d.r Kongreß, die energischste Betonung der kam- munistischen Grundsätze und die Zerrüttung der Organ« der bürgerlichen Herrschaft der Wahlagitation zugrunde zu legen. Im Einklang mit den dargelegten Erwägungen beschließt der Parteitag, da Partekprogramm umzugestalten und ihm die folgende Formulierung zu geben: In Erwägung, daß in der heutigen Gesellschaftsordnung die Menschen in zwei Klassen geschieden find: die der aus- gebeuteten Arbeiter und die der Kapitalisten, die den sozialen Reichtum inne haben und monopolisieren; daß die Lohnarbeiter beiderlei Geschlechts in allen Berufen und Lagen durch ihre wirt- schaftliche Abhängigkeit das Proletariat bilden, daS in einem Zu- stände des Elends, der Minderwertigkeit und der Bedrückung ge- halten wird; in Erwägung, daß die heutigen wirtschaftlich-sozialen Einrichtungen, die das verhaßte politische System verteidigt, die Herrschaft der Monopolsinhaber des sozialen und natürlichen Rcichtuivs über di« Arbeiterklasse darstellen, daß die Arbeiter ihre Befreiung nur durch di« Soziali. sierung der Arbeitsmittel(Bergwerke, Fabriken, Be- förderungsmittel usw.) und durch die gesellschaftliche Verwaltung der Produktion, erlangen können; in Erwägung, daß die kapitalistische Gesellschaft und der aus ihr folgende Imperialismus blutigeKriege entfesselt hat und in Zukunft in immer größerem Umfange entfesseln wird; daß allein der Sozialismus zum bürgerlichen und töirtschaftlichen Frieden führen, wird; daß die in allen Kulturländern zutage tretende Z e r- rnttung offenkundig den Bankerott anzeigt, der Sieger und Besiegte bedroht; daß die klar zutage liegende Unfähigkeit der bürger- lichen Klasse, den von ihr heraufbeschworenen Schaden zu heilen, das Einsetzen einer revolutionären Periode tiefgehender Umgestaltung der Gesellschaft anzeigt, die zum gewaltsamen Um- stürz der kapitalistischen Herrschaft und zur Eroberung der politi- schen und wirtschaftlichen Macht durch das Proletariat führt; daß di« Werkzeuge der Bedrückung und Ausbeutung der bürgerlichen Herrschaft(Staat, Gemeinde und öffentliche Vcr- waltungen) in keiner Weise in Organe proletarischer Befreiung umgestalten werden können; daß diesen Werkzeugen neue proletariscke Werk» zeuge entgegengestellt werden müssen(Arbeiterräte, Land. arbeitervät«. WirtschaftSräte usw.), die zuerst in bürgerlichem Re» gime funktionieren, als Organe des gewaltsamen BefreiungS- kampfes, um dann die Träger der sozialen und wirtschaftlichen Umgestaltung und der neuen kommunistischen Ordnung zu werden; daß die gewaltsame Eroberung der politischen Macht durch die Arbeiter den Uebergang dieser Macht von der bürgerlichen auf die proletarische Klasse bezeichnen mutz und den Eintritt in das Uebergangsregime der Diktatur deS gesamten Proletariats; daß in diesem Regime der Diktatur die geschichtliche Periode der sozialen Umgestaltung durch den Kommunismus be- schleunigt werden soll, worauf mit dem Verschwinden der Klassen auch jede Klassenherrschaft verschwindet und die freie Entwicklung jedes einzelnen die Bedingung der freien Entwicklung aller wird, be schl i e ß t d e r Pa r t e i t a g: 1. Die Organisation der sozialistischen Partei Italiens den oben dargelegten Grundsätzen anzupassen; 2. der dritten Internationale beizutreten, als dem Organ des Weltproletariats, das diese Grundsätze ver» tritt und verteidigt; 3. bei den auf dem Boden de? Klassenkampfes stehenden Ge- werkschaften dahin zu wirken, daß sie ihre Tätigkeit auf deu voll- kommcnen Sieg der dargelegten Grundsätze richten." 14. GeiierÄversanWllmg des Leutzche« Nekallarbeikeriittbavdes. Schlußbericht des 6. VerhandlungSiageS. SBirsich-BreSlau rechtfertigt die Tarifpolitik und das HilfS- dienftgefetz und befürwortet die Arbeitsgemeinschaften. Miller-Bremen stellt fest, daß sich die Versammlung darüber einig ist,, daß das System des Kampfes gewechselt werden muß, ob das durch einfachen Personenwechsel geschehen wird, bezweifelt er. ES ist jetzt an der Zeit, eine Form zu finden, in der eine Organisation alle Macht hat, das sei die B e t r i c Sb o r g a n i- s a t i 0 n. Mit der Gründung der Jndustrieorganisationen würde nur ein halber Schritt getan. Ritzert-Mannheim hätte gewünscht, daß über die Frag« des Rätesystems mehr gesprochen worden wäre. Redner warnt vor einer Politi! der Phrase. Wagner-Hamburg verurieilt scharf die Kriegspolitik des Vor- stand« s und spricht sich für Umgestaltung der Gewerkschaften auf dem Boden de? Rätesystems aus. Böckler-Berlin setzt sich warm für die ArbeitSgemeinschaf- ten ein. Distmann: Die Ablehnung der Arbeitsgemeinschaften bedeutet keinen Bruch mit dem Gewerkschaftsbund. Der hat noch andere Aufgaben, als AtbeitSgeweinschaften mit den Unternehmern ab- zuschließen. In der Resolution ist die Ablehnung der Arbeits- gemeinschaften ausdrücklich ausgesprochen; zwecks Sicherstellung der Lohn- und Arbeitsverhältnisse erkennen wir da» erforderliche Verhandeln an. Dann erhält das Schlußwort Richard Müller-Berlin: Zu- nächst stelle ich fest, daß gegen meine grundsätzlichen Ausführungen kein Widerspruch erhoben worden ist. Redner-bedauert es gleichfalls, daß«r über die Frage des Rätesystem» nicht hat aus- führlicher reden können. Er beichäftigt sich sodann mit der Er- klärung der rechtsstehenden Kollegen(diese Er- k l ä r u n g enthält daS Bekenntnis zu den Arbeitsgemeinschaften, die. als logische Folge der kollektiven Arbeitsverträge entstanden seien. Das wirt'chaftliche Rätesystem könne nur durch Einordnung in den Rahmen der gewerkschaftlichen Organisationen erfüllt wer- den.) und stellr fest, daß sie ein Sammelsurium von Widersprüchen darstellt. Wollte sich die Verbandsgeneralve.rsammlung auf diese Erklärung einigen, so würde das nicht zu ihrem Ansehen bettra- gen. Halten die Kollegen von rechts an der Arrfiassuiig fest, daß es einer langen Entwickelungsperiode bedarf, so wird die Eni- Wicklung über sie hinausgehen. Zernicke spricht sich sehr scharf gegen die Ausführungen Müllers aus und warnt davor, nach diesem Rezept den Metallarbeiter- verband nmKubauen. ES war der Fluch der deutschen Arbeiter-, der deutschen Gewerkschaftsbewegung, daß sie gegründet worden sind, auf politisch« Tendenzen, nach politischen Zielen gebildet wurden.� Wenn die Opposition sich gegen die ArbeitSgemeinfchaf- ten ausspricht, weil es ein Paktieren mit den Unternehmern sei, so soll« sie doch konsequent sein und auch daS Paktieren in Lohn- und Arbeitsbedingungen ablehnen. Er widerspricht, daß die Ar- beitSgemeinschaften-das- Erbe der gelben Werkvereine angetreten haben und durch sie den Arbeitern das Streikrecht genommen wird. Die Zeit, den Sozialismus in die Tat umzusetzen, ist noch nicht gekommen. Wir haben wohl die Idee des Sozialismus in ub>s aufgenommen, die Praxis hat uns niemand vorgemacht. Möge der Verbandstag die Arbe i tS ge mei n scha f ten ablehnen, einen Vor» stand auf die vorgeschlagenen Grundsätze festlegen, die � nächste Zeit toird es lehren, daß auch der radikalste Vorstand nicht über die Verhältnisse der Zeit hinweg kann.(Beifall rechts.) In einer persönlichen Bemerkung weißt Richard Müller di« Behauptung Zernickes zurück, er wolle die Gelverkschaften zu einer politischen Organisation umstellen. Die verschiedenen Anträge zur allgemeinen Agitation, Frauenarbeit, Jugendfragen, Verbandsorgan, Berufskonferenzen lverden teilweise den in Frage kommenden Kommissionen bzw. dem Vorstand überwiesen oder erledigt.> Zur Resolution Dißmann gibt Haas-Köln im Namen seiner Fraktionskollegen die Erklärung ab, daß sie der Resolution nicht beistimmen. In der namentlichen Abstimmung wird die Resolution Dißmann mit 1L4 gegen IN Stimmen an» genommen. Dadurch werden eine Reihe Anträge erledigt. Die namentliche Abstimmung über die Resolution Richard Müller ergibt ebenfalls 194 für und 129 Stimmen dagegen. Sie ist somit angenommen. Das Resultat der Abstimmungen wird mit lebhaftem Beifall aufgenommen. Auch durch die Annahme dieser Resolution werden eine Reihe Anträge zum Geschäftsbericht erledigt, die übrigen dem Vorstand überwiesen. Ueber«inen eingebrachten Antrag, der Borstand solle leinen Einfluß dahin geltend machen, die Aufhebung des Belagerungszustandes im Gebiet der deutschen Republik durchzusetzen, kommt ek zu lebhaften Auseinandersetzungen. Marx-Dresdcn stellt fest, daß in seinem Bezirk die Kampfe»» weise der Unabhängigen und Kommunisten derartig ist, daß man die Mahnahmen der Regierung wohl billigen könne. Er wird durch allgemeinen Tumult, Pfuirufen.usw. am Weiterredon ver» hindert. Liebrrasch-Leipzig kann durch demonstrative Unruhe der rech» ten Seite nicht zu Worte kommen. Nachdem die Rübe wieder hergestellt, vom Vorsitzenden di« Bitte ausgesprochen worden ist, durch derartige Szenen das An- sehen de, Verbandestage» nicht herabzusetzen, ipr«ch-n noch einig« Redner für den Antrag.„ �<. Di« Abstimmung über den Antrag: Aufhebung bei Belagerungszustand«» ergibt einstimmige An- «ahme desselben. 7. BerhandlnngStag. Zur Erledigung gelangen der Bericht der Rrchnungskommission und die Beratung der dazugehörenden Anträge. Den Bericht er» teilt Wanthal. Er legt im Auftrage der Kommission folgende Vorschläge vor: Gehälter der Angestellten der Organisation, anfangend mit Mk. 500,—,,.. Gehälter der Geschäftsführer der Organisation, anfangend mit Mk. 600,—, Gehälter der Bez.-Leiter, Bevollmächtigten der Ovgam,atwn. anfangend mit Mk. 700.—, Gehälter der Vorstandsmitglieder, Redakteure der Organ i- sation, anfangend mit Mk. 850,—,. pro Monat, steizend in allen Gehältern um je Mk. 150,— in vre, Jahren. Diese' Vorschläge, wie auch die weiteven Vorschläge in Ferienfragen usw. werden vom VerbandStag angenommen. Ein Antrag auf Einführung einer Alterspension wird abge- lehnt.— Beschlossen wind, an das Parlament einen Am. trag zu richten, die Altersgrenze zum Bezug von Altersrente von 65 auf 60 Jahren herabzusetzen.— Zurückgestellt wich ein Aniraig, der vertagt, Vebba-ndSmiftgli oder, die den sogen. Reglern ligstnuppai! angehört haben, auZzufchließeii. — Angenammen wich rnn Antrag, der gesetzlich« Regelung der WerkpensionSkassen vertanisst, ein weiterar Antrag auf A bände- rung de» KwmksnkassenwssvnS.— Ein Antrag, zur Regelung der Lehrlingsfrage wird dam Vorstand iibe.tSfliejitnr.— Abgelehnt wird ein Antrag, der vertagt, daß auf den Ka-ndi- datmttsten zu den Wahlen»er Gen oral-V erstmuinbung Beruf und Parte wichiung angegeben.werden soll, abgelehnt weiter«in An» Jimmie tziggins. Roman von Upton Sinclair. Aus dem Manuskript übertragen von Hermhnia Zur M üblen. Fünfte» Kapitel. Jimmie HigginS hilft dem Kaiser. tzimmie HigginS beobachtete voller Ingrimm die Ver- suche des Krieges, nach Leesville einzudringen, obschon er so heftig dagegen arbeitete. So zum Beispiel die neuesten Gerüchte— die lächerlichsten, unglaublichsten, dümmsten Ge. schichten über deutsche Svione. Wenn Jimmie Leute von deutschen Spionen reden horte, so lachte er ihnen rns Geltcht, nannte sie„Tölpel" und dumme Kinder, die ms Kmder- zimmer gehören, denn für Jimmie war der deutsche �picm das gleiche wie Kobolde, Heren und Seeschlangen. Und nun befand sich der verwirrte kleine Maschinist mit einem Male inmitten einer„deutschen Spion-Besesscmheit", wie er sich sie nie hätte träumen lassen. Jedermann nahm als bestimmt an, daß deutiche Agen- ton die Empire-Maschinenfabrik in Brand gesteckt haben; alle wußten dies ganz genau, und kaum war das Feuer ge- löscht, so bekräftigten sie schon ihre Annahmen mit hun- dortcrlei phantastische Geschichten. Das Feuer sei an ver- schiedenen Stellen zugleich explosionsartig ausgebrochen, der Wächter, der sich noch vor zwei Minuten im Gebäude be- funden hatte und zurückgeeilt war. habe flammendes Gaso- lin gesehen und sei kaum mit dein Leben davongekommen. Am folgenden Morgen brachte der„Herald" mit ungeheue- ren Buchstaben diese Mären und behauptete steis und fest, die Fabrik sei voll deutscher Agenten, die sich, als Arbeiter 'erkleidet, eingeschlichen haben. Noch vor Abend hatte die Polizei ein Dutzend völlig rmloser deutscher und österreichischer Arbeiter verhaftet— nigstens Jimmie glaubte an ihre Harmlosigkeit, weil zwei n ihnen Mitglieder der Ortsgruppe waren. Jemand er» • iilte Frau Meißner, alle Deutschen in Leesville würden rhaftet werden, und die arme Frau war zu Tode er- .brocken. Sie wollte, ihr Mann solle fliehen, Jimmie jedoch erklärte, dies sei das allergesährlichste. was er tun könne: io blieb denn Jimmie im Hause, und Jimmie ichwieg ganze drei Tage lang, was jhnr ärger als Verhaftung und Gesäng- »is vrtft'ni. Er vermeinte, seine Arbeit ftür immer verloren zu haben. Doch rechnete er nicht mit den Gewalten, die sein Leben in die Hand genommen hatten— mit der Macht des Goldes, das von Rußland nach Leesville gekamme-n war. Am Tage nach der Feuersbrunst wurde«r zur Arbeit gerufen; dem alten Granitch lag so viel daran, seine Arbeiter nicht in die Klauen der Hlibbard-Maschinenfabrik geraten zu lassen, daß er sie alte, gelernte und ungelernte, zum Weg- schaffen der Trümmer verwendete. Fünf Tage später wurde bereits neues Material herbeigeschafft und mit dem Wieder- aufbau der Fabrik begonnen. Ein Teil der beim Brand unversehrt gebliebenen Mischinen wurde von neuem zusam- mengesetzt, in Zeiträumen untergebracht und, während in- zwischen die neuen Mauern ringsum aufwuchsen, in Betrieb gesetzt. Derartiges Vorgehen ist eS, da? Amerika zu einem Weltwunder macht. Tie Leute behaupteten, der alte Granitch sei wie verjüngt; er arbeite in Hemdsärmeln zwanzig Stunden am Tag, und sein Fluchen sei schier un- heimlich anzuhören. Sogar sein jüngster Sohn, Lacey Granitch, verließ New Aori und den verführerischen Browd- way, und kehrte heim, um den alten Mann beim Einhalten seines Kontraktes zu unterstützen. Die Begeisterung für derartige Kontrakte ward gleichsam zur Religion für Lees- ville, sie drang sogar in die Arbeiterklasse, so daß Jimmie sich in der Lage eines Mannes befand, der, in tobender Brandung stehend, von einer Gegenströmung fortgerissen wird. Tl. Das Erscheinen des„Arbeiter" mußte trotz allem ver- schoben werden. Als Genossin Mary Allen am Tage nach dem Brand Jerry Coleman auftucht«, war dieser verschwun- den und tauchte erst nach einer Woche wieder auf. In der Zwischenzeit ereignete sich allerlei, sowohl draußen rn der Welt, als auch in der Ortsgruppe. Ein englischer Passa- gierdampser, der Stolz der atlantischen Handelsflotte, dessen Kabinen mit amerikanischen Millionären angefüllt waren, wurde ohne Warnung von einem deutschen Unterseeboot torpediert. Mehr als tausend Menschen, darunter Frauen und Kinder, ertraykon, und diese Tat ließ die ganze zivili- sierte Welt vor Entsetzen erbeben. In der Versammlung der Ortsgruppe, die am Abend des folgenden Tages statt- fand, siel es ichwer, den geschäftlichen Teil zu erledigen. Tie Mitaliedcr standen disputierend herum. WaS konnte mau von einer Regierung halten, die ein derartiges Berb rechen befahl? Was von dem Marimeofsizier, der einem solchen Befehl nachkam? fragte Genosse Norwsod, der jung« Advokat. Und Schneider, der Brauereiarbeiter, entgegnete, die deutsche Regierung habe alles getan, was man von ihr erwarten konnte. Hatte sie denn nicht eine Ankündigung in den New Aorker Zeitungen veröffentlicht, des Inhalts, daß das Schiff Gefahr lause, angegriffen zu werden, und jeder Passagier damit rechnen müsse? Wenn Frauen und Kinder auf Munitionsschiffon fahren... „Munittonsschiffen?! rief Norwood, und Schneider zeigte ein Telegramm, demzufolge die„Lusitauia" eine Ladung Patronenhülsen an Bord gehabt hatte. „Eine schöne Munition I" höhnte der Advokat. „Wofür," lautete die Antwort,„waren die Patronen- hülsen bestimmt? Doch dafür, um Deutsche zu töten. Deutsch- land ist von der ganzen Welt angegriffen worden, es muß sich verteidigen." Wenn man den Genossen Schneider be- trachtete, so sah man einen Menschen, der von der ganzen Welt angegriffen worden lvar; sein Gesicht glühte bis zu den Haarwurzeln, er war bereit, sich mit jeder Waffe zu verteidigen. Genosse Koeln, ein breitschuttriger Glasbläser, mischte sich ins Gespräch. Die deutsche Regierung meldete, daß die „Lusitania" eine Ladung Flinten an Bord gehabt habe. Als Norwood diese Behauptimg ins Lächerliche zog, wandten sich alle anwesenden Deutschen gegen ihn. Womit könne er diesen Ausspruch entkräftigen? Die Behauptung der engli- schen Regierung? Des„perfiden Albion"? „Was mir unbegreiflich erscheint." bemerkte der jimge Advokat,„ist die Art, wie Ihr Deutsche für den Kaiser ein- tretet, und vor dem Krieg konntet Ihr nicht genug über ihn schimpfen."* „Was mir unverständlich erscheint," gab Schneider zurück,„ist die Art, wie ihr Amerikaner für König Georg ein- tretet. Alle Zeitungen Wall Streets(Börsenstraße in Lkew Jork) fordern brüllend, Amerika möge in den Krieg ein- treten— bloß, weil etliche Millionäre getötet worden sind!" „Es scheint Ihnen zu entgchbn, daß die große« ln- zahl der Ertrunkenen Arbeiter waren." ..Ho. bo!" lachte Genosse Stankewitz,„Wall Street liebt den Arbeiter io heiß!" (Fortsetzimg folgt.) fang, OemtniOT mit festem Ge-Hcrit int Nnnahnve sämWcher Neben. c-mtsr zu untaziageu. Femer wwd ein Antrag«mgenammear, an die Regievu.ng zweaS R sac bung der LebenKnilitteiv-erhättnissc heranzntoeien, ri-u weiterer Antrag, der den Metallverband Bayerns sowie die Kvllsgen>deS StsicheS� als auch General-Versammlung uard Haupt- vov>tano auffordert, sich im Kaanpse u-nr die. Ezchattlma der 44itüil« dven Arbeitszeit solidarisch ,u erklären. �.�.�o�nd« E n t s ch l i e h u n g, eingereicht von Mirief�Srsmen, touäo nach inrzex Aussprache gegen 2 Stimmen angenommen: • Entschließung. . Di« imperialistischen Negierungen der Entente bolen zu einem letzten Schlag gegen da» sozialistische Rußland au». Durch eine verschärfte Blokade aller kapitalistischen Staaten der Erde soll es wirtschaftlich ruincrt und auf die Knie gezwungi�i werden. Gleich- zeitig stürmen im Osten erneut gegenrcvolutionäre russische Ar- meen in Gemeinschaft mit verhetzten deutschen Söldnerheeren gegen Sowiet-Nutzland an. , �"..Kubland soll der Herd der proletarischen Weltrevolution. ocv gefährlichste Feirid deZ WeltimperialiZmus, getroffen und ver- n.chtet werden. Um das zu erreichen, geht die Entente sogar so- weit, ihre verachteten Todfeinde von gestern zur Teilnahme an ihrem VernichtungSfeldzug zu befehlen. Ihre bürgerlichen sozial. patriotischen deutschen Lakaien beeilen sich, dem Wink zu gehorchen. Der m Stuttgart versammelte Kongreß der deutschen Metall- 'rrbeuer, der cinundeinehalbr Million deutscher Rrbriter vertritt, entlnetet in dieser schweren Stunde den russischcn Genossen briider- lichen Gruß und herzliche Sympathie. Der Kongreß richtet an die französischen, amerikanischen, italie- Nischen und englischen Arbeiter, durch deren Aktionen die Entente gozwungen wurde, direkte militärische Interventionen in Rußland auszugeben, hie dringende Aufforderung, ihre Anstrengungen heute schon zu verdoppeln, um die Aufhebung der wirtschaftlichen Blockade gegen Nußland zu erzwingen. Der Kongreß verpflichtet sich, mit allen Kräften dahin zu wirsen, daß die weitere Werbung von Söldnern gegen Rußland und drtK Teilnahme Deutschlands an der Blockade unterbleibt und die sofortige Aufnahme von diploma- tischen und wirtschaftlichen Beziehungen mit Sowjet-Ruhland auf» genommen werden. Gin Amtwog::.VarstandSm! tgl ieber sowi« Bezirks- rartb Lo- tftJ&earnitc dürfen, sosa!«ge wir ei.we KoalitionSreaisruina haben, !«in« Regierungs st eilen odor«sonstig« lbohöodlichen B«- omdenposte-n beUceidsn', wird abgelehnt. Sodann nimmt die Goneral-Versamms-ung den Bericht der Beschwerdekommission «ntigegem. Eine länger« Debatte entspinnt sich über die Be- schwerde der Verwaltungsstelle Stuttgart. Hier sind vom Vorstand die neugewählten Beamten nicht bestätigt, di« Kündigungen der Ange stellten.für ungültig erklärt..Beschlossen wird, fünf Man- date vor Beamten a-nz-uorkeiononi. Di« Regelung der Angestellten- vk-ahä-ltmisse zurückgestellt. S. VerhanHumgS tag. Auf dar häutigen Tagesondmmg steht die Statntenberatung. lieber ein«, Antrag Kummer-Laipzig, Jblt Vertreter zu©c- �eraldersammlungen, Mitglieder des HauptvorstandeS, Orts- beazwlltiwigen und Kommisionen durch VerhÄtniswahl zu be- stimmen", kommt«S zur Debatte. Kuminer begründet den An- trag mit dem Airgumenten der Dsmokratce, außerdem hat die G«n eral-Berfamuiiung die Gehälter der Organeffatiansmigsstell- ton erhöht, da müßte man den Mitgliedern auch mehr Rechte ysben..— Dißmann«wendet sich scharf gegen eine solche Argu- ".n-antot'on nnd tritt für Masoritätsrecht vin. Di« Abstimmung ergibt Ablehnung d«S Antrages. Sodann tritt die Gem«.ra!l»Vsr!am>inl.ung im die Spezial- Beratung ein- Borichtorstatter ist Pawlowitsch. Gin Antrag, be«n Sitz des Verbände zu t, erlegen, wird«bge- tehnt. D>ie BeftimmungM über Zweck des Verbandes werden im Sinn« der angenommenen Resolutionen geändert. Beitritts- Verhältnisse, Pflichten der Mitglieder, Beiträge werden den Zcitvnchältmssen entsprech.nd geändert. Betreffend Abänderung der llnterstützungSbeftimmnngen kommt es zu lebhaften Au fcnnaiidase tzungen. Der Vorschlag der svoimnii.ffioil lautete auf Eithöbimg. Dem steht die Opposition ab- lehnend gegenüber. Wenn jetzt noch nicht voller Abbaiu eintreten kann, syll eS zum mindestem bei den alten Sätzen bleiben. Die traktion der Minderheit.beantragt namentliche Abstimmung. In nbctracht der Zeit wird die Abstim-mung hierüber und die Wei- wundes S.'atu-teS auf morgen vertagt. Die Ve-ssammlung Bericht der Wahlkouunissioa «rtgpgemzunehmen. Wjr haben di« KamHedaie-nfeststellu.ng beider .Parteien«bereit« in der Diein»ja>g-Morgeiia,ukgabe verösfenllicht. !i>er Vorschlag, d e n Vorstand 8:3 zusammen» u- f« tz« Nj, wird mit uiberwaltige-rider Majorität angenommen. D�Abstmnm,mi.g über den Vorschlag, die Redaktion der Arttnng nur mit Anhängern der Opposition zu de- setzen, ergibt glsichfall» Annahme mit großer Majorität. Bon der Reichskonferenz der Betriebsräte der Elektroindustrie ist cm Begrüßunasietegra.mm cingelau- fem, in dem der Freude über den Beschluß, die Organisation zu einer«bolutiomärem Kampifopgamfation umnKauen, Ausdruck gegeben wird. ?«Mche tmdeseetssmÄMs. llm die religiöse Eidesformel. Unser den kleinen Anfragen ist die deS Genossen Adolf Hoff- Mann bemerkenswert. In ihr wird gefragt, waS die Regierung zu fam gedenke, um die Richter anzuhalten, den Zeugen, die es wünschen, die reliziöse Eidesformel zu erlassen. Der lllegierungs Vertreter sagte allgemeine Durchführung der dahin- flöhenden Bestimmung der1 Verfassung zu. Zur Eidesleistung mit religiöser Formel kann also niemand gezwungen werben. Er mußte zugeben, daß ei» Fall von Zuwiderhandlung vorgekommen sei. Der Landwirtfchastsetat. Hieeouf traf man in die Beratung des Haushalts der landwirtschaftlichen Verwaltung ein. Die Fülle der dazu borliegenocn Antröge ließ erkennen, daß sich der Haupt» kämpf um die Beibehaltung oder Aufhebung der Zwangswirffchaft drehen würde.' Der Deutschnationale Nippel unternahm«inen Vorstoß gegen die Verordnung de» LandwirtschaftsministerS, in der den Agrariern auferlegt wird, die tariflich festgefetzten Lohn- und Arbeitsbedingungen einzuhalten, andernfalls ihnen die Ein- schränkung des freien Berfüguvgsrechts über ihr Besitztum an- gedroht wird. Diese Verordnung bat insofern ihre Wirksamkeit getzin, als mit einem Male die Landwirt« sich bereit erklären, Tarisverträge abzuschließen. Ihre Drohungen mit Liefer- streik» war für unsere Fraktiou die Veran-lassung, folgend« dringende fr ä-.che Anfrage einzubringen:. Nach: ich- rn aus den«rschicdensten Landesteilen lassen «kennen, daß di« Landwi rtevereinigunaen entschlossen sind, die Bestrebungen der Landarbeiter auf Erlangung menschenwürdi- ger Lebens» und Arbeitsbedingungen mit allen Mitteln, inS- desondere mit Lieferstreiks zu beantworten. WaS gedenkt die StaatSregierung zu tun, um 1. den Landarbeitern menschenwürdige Lebens- und Arbeits- bedingungen zu sichern und A. die durch LieferstreikS der Bevölkerirng drohenden schweren Gefahren wirksam abzuwenden? , Diese Interpellation wurde durch den Genossen Klaußner begründet� Ausführlich ging er auf das dolkSf-indiich« Verhalten der Agrarier ein, die sich nicht einmal scheuen, den Säuglingen l die �Milch zu sperren und der während der Kriegszeit unter- ! ernährten Bevölkerung wichtige Lebensmittel vorzuenttplicn, die i sie Hann lieber nach dem«feindlichen" Ausland verschieben. Er verfang!«, daß gegen diestS Treiben mit den schärfsten Mitteln eingeschritten werde. veulsche MlisnalvsrsamMng. 104 Sitzung, 21. Oktober 1919. Zweite Beratung des Haushalts des Reichs- lchatzministeriums. Reichsschatzminister Mayer- Kauib euren: Der ordentliche AuSgabenetat des Reichsschatzminifieriums stellt sich für das fau- sende Jahr auf insgesamt 432 Millionen Mark. Dazu treten die außerordentlichen Aufwendungen für einmalige Ausgaben wäh- rend de» laufenden Jahre» in der.Höhe von 1,8 Milliarden Mark. ?i[fe mobilen H.ereSguter, die noch vorhanden sind, sind heute in unserer Hand, Werte im Betrage von löst Millionen Mark sind bereit» in die Hand deS Reiches zurückgeführt, lfaber 400 Mil- Honen, die zum größten Teil auch dem Reich zurückgegeben wer- den, schweben noch Berhandlungen. Das Reichsfinanzministerium hotte seinerzeit den gesamten Wert der noch geretteten Heeres- guter auf drei Milliarden Mark geschätzt. Bis heute aber ist«S uns schon gelungen, drei Milliarden au» dem Heere». »gut zu erlofen. Nach ine' wo r Schätzung befindet sich noch für etwa zwei Milliarden Mark mobile» Heeresgut in Deutschland. Die Umstellung der Heere»- und Marine- betriebe ans den Friedensbetrieb bereitet große Schwierig- keiten, da bei der Einrichtung der Bot riebe hierauf nicht Bedacht genommen worden ist. Ein Umbau der Anlagen ist meist nicht möglich Für die Beamten und Arbeiter, die nicht übernommen werden können, soll nach Möglichkeit anderweitig gesorgt weiden. Dies« Verhältnisse werden durch einen demnächst vorzulegenden Gesetzentwurf geregelt werden. Wir haben so weit eS möglich ist, die Akkordarbeit eingeführt, um fleißige Arbeit zu er- zielen. Es besteht die Hoffnung, daß wir genügend Austräge be. kommen, um die vorhanidenen Arbeiter zu beschäftigen. ES ist beabsichtigt, über diese Aufgaben der Nationalversammlung«ine eingohende Denkschrift vorzulegen. Auch die ganze aktive Militärverivaltung wird dem Neichsfchatzm i n i steri n m übertragen, außerdem die Kosten deS BesatzungSheereS und die ReichZvermZgenSverwaltung. Der Unterhalt der Be- satzungStruppen im- Westen erfordert im Jahr den Betrag von 1,2 Milliarden Mark. Außer diesen Beträgen muh noch mit er- heblichen Summen für den Bau von Wohnungen für di« Offiziere usw. gerechnet werden. Die UeberwachuNgsausschüsse dürften jährlich 80 Millionen kosten. Man muß daher für die inter- alliierten Besatzungstruppen heute schon mit einer Gesamtausgabe von mindesten» 2 lh Milliarden Mark rechnen. kHört! Hört!) Wir kennen seit Abschluß de» Waffenstillstände? auch nicht annähernd die ziffernmäßige Stärke der Besatzung.(Hört! Hört!) August dürften e» 400 000 Mann gÄvescn sein. Unter«Un- cerhalt" haben wir die Unterbringung und Verpflegung der Truppen verstanden, die Alliierten verstehen darunter aber s ä m t- iiche Ausgaben jedweder Art, die mit der Besetzung durch feindliche Truppen irgendivie zusammenhängen. Eine Berechnung der Unterhaltskosten wurde bisher no«ch immer ohne jede Begrün- düng abgelehnt.(Hörtl HörtI) Die Reguisitionen werden in den ersten neun Monaten auf etwa 900 Millionen Mark ge- schätzt. Wir haben wiederholt über die Herabsetzung der Be- KitziinflStrnppen verhandelt. Mündlich wurde un» eine Herab- setznng nach der Ratifikation zugesagt, schriftlich wurde aber in einer Antwortnote eine ausweichende Antwort gegeben. Un» mittelbar nach Friedensschluß sollen in Berlin zwei Ueber- wachungSrommissionen eintreffen, für deren Unter- bringung unsere großen Hotel» mit Hunderten von Zimmern sowie Garagen für 80 Automobile erforderlich-fein werden. Abg. Giebel(Toz.): Jetzt werdeni«ncn Anniaihme, worm die Passivität der Partei in der Rätefrage kritisiert-und gefordert wird, totkräftigsr nach dieser Richtung zu wiirken. Hierauf schritt die Generalversammlung zum nächsten Punkt der Tagesorbnung: Unsere Stel�lunq zur Inter» nationale. Hierzu war dem Genossen Brühl das Referat übertragen worden. E» wiirdtz au» der Versammlung Henau» jedoch der Antrag gestellt, dem Genossen Schwenk als Kor- rsferent sprechen zu lassen. Dem wurde zugestimmt. Genosse Brühl legt« ausführlich die Gründe dar, die un» den sofortigen Austritt au» der zweiten Internationale zur Pflicht machen. Er kam darnt bei der Prüfung der Frage ob wir im» der dritten International: anschließen sollen, zu dem Schluß, daß dies nicht angängig sei. Wir müßten alle, gleich un»revolutionär gesinnten/ Teile de» internationalen Pro- lewriat» zu einer neucn Internationale zusammenfassen. Genosse Schwenk tm dieser Auffassung entschieden«nt- gegen. Grundsätzlich trenn« uns von den Kommunisten nichts. Nur in Fragen der Taktik seien Meinungsverschiedenheiten oor» banden B.i unserem Beitritt zur Moskauer Intern itionale, dem alle gleichgerichteten Gruppen folgen würden, werde sich in taktischen Fragen ein Ueberwiegen unser« Auffassung ergeben. Da wir im Endkampf gegen den Kapitalismus mit allen te'.r.uHoiiarcn T'iien des Proletariats zusammengehen muß'- n, komme der so s ort ige Zusammenschluß mit diesen und nichc t'rit noch weitere Zersplitterung in Frag.', Der Antrag Schwenk: die Generalversammlung deS Be- zir? IV Potsdam beschließt: für die ll.S. P.D. kommt nur der Anschluß an dir dritte Internationale im Frage, wurde mst sehr großer Mehrheit angenommen. Dann wurde beschlossen, daß die«ff Delegierten zum Partei« tag, die der Bezirk entsenden darf, wie folgt verteilt wtrden sollen: Oftpriegnitz, W.'stpricgnitz und Westhavelland wählen zu- sammen einen; Ruppin-Templin und Prcnzfau-Angermünde ebenfalls zusammen einen; Osthavelland und Oberbarnim;« einen; Jüterbog-Luckenwalde und Zauch-Belzig zusammen einen und Niederbcrrnim-Ost, wie auch Ni'derbarnim-Nord je drei De- legierte. Dabei sollen die Genossinnen entsprechende Berück» sichtigung finden. Für das Sekretariat in Brandenburg wurde mr? VorschkcM der Brandenburger Genossen einstimmig der Genosse Alfter John gewählt. Die Hallenser Parieigenosien zum Parteitag. Ann vergangenen Sonntage«tagt««im Halle«im» von rirrtb 200 Doleaierten besuchte«Gsinsralversommlung deS sozial» dsmoknatischem Vsooi n» für Halle und den EaalkreiS- um Stellung zu dem schwebenden grundsatzlichen Fragen und zum Parteitage- zu nehmen. Uebor die Aufgaben«de« Partei» tage» vefsrierte Genosse Kasvarer. Er führt« unter allge» meiner Zustimimmig au», daß der PwvlamentariKmu»«nur«in Kampftni-ttel zur Erringung de» Sozialismus fei. Zur Frage der International« könne e» keine andere EntschoÄumg aebon, al» in Leipzig zu bsschfießen, nicht nach Genf zu gehen, fondevn unverzüglich den Anschluß an dle dritte Inter» nationale zu betvotben. Auch die Gewerkschaft»» bewegung«müsse zu ein««wichtigen Waffe de» BefvotungS» kämpf?»«d« Ärtbe'terll«asse wenden. Fast«einftirnmia wuvde ein« Entschließung ange» nammcn, welche betont, daß die Tätigkeit m» den Panlarnerrten getragen sein muß von revalutionäreun Gsist. Sie fordert, daß die U. S. P.«cm der Konferenz in Genf sich«nicht betoil'gt und boanftragt den Parteitag,«den unverzüglichen Zusammenschlub aller revolutionären Parteien in den venschiedenen Länidenn in d« dritten Internationale zu«vmöglichen. In der Entschließung wird der russischen Sowjetrepublik die vollste Sympathie auSge» fprochsn. Weiiler wurde einstimmig ein Antrag angenommen» in da» Aktio-nSprogvamm eimzusügen, daß dsr PurlamentsriSmu» nur insoweit in Betracht komm«, al» der Wahlkampf ii/nd d« ParlamentStrilbüpe au«genutzt werden müsse jitt crtalnticrnären Aufrüttelung der Diasion. Außordem soll abändernd beschlossen «worden, daß dce U.(B. P. die Dikiadur de» Proletariats i« Interesse der großen VolkSmehrhe«it«rftvebt. Als Delegierte zum Partoitog-wurden die«Genossen B o« nitzki. Dörr, Äasparek, Scholem«nd die Genossi» Krüger gewählt. Ler»Mslvhr�ZZrozeß gegen öle vorwärls-Sefatznng. Wiedereröffnmig der Beweisausnahme. Neue Zeugen. Bei Boginn der gestrigen Verhandlung beantragten die Verteidiger den Wiedereintritt in die Beweisauf» nähme, d-r noch einige Fragen an den Zeugen Lemmhofer zu richten feien, und da«s auch gelungen sei, den Zeugen Kulkwitz zur Stelle zu bringen. Dieser könne über jene» Schriftstück au» der Reichskanzlei, auf welche» sich Herr Scheidemann nicht erinnert, näher« Angaben machen. Zeuge K o l k w i tz war Mitglied der Mossebefatzung und ftlh» als Parlamentär stnit anderen Genossen zur Stadtkoinmnn» dantur, wo sie von dem damoligen Kommandanten. Wels empfangen wurden. Es wurde ein Waffenstillstand geschlossert der drei Bedingungen enthielt; 1. Die oevoliitionären Arbeite� gleichviel, ob sie zu de«n Besatzungen deSÄMosje», Ullstein- oder Vorwärts hause» gehörten, wurden insgesamt al» kriegführende Macht anerkannt, 2. Ein vierundAvanzigstündiger Waffenstillstand wurde geschlossen; 8. Freier Abzug wurde zugestanden. Diese Vereinbarungen wurden einerseits von Welk und Appelt, andererseit» von den Parlamentären unterzeichnet. Auf Gnond dieser Vereinbarung begab sich dann Wel» in die ReichStanzlei und brachte ein Schrei- ben, da» von Ebert und Scheidemann unterzeichnet war und sich mit dem Inhalt der obigen Vereinbarung deckte. Der Zeuge erinnert sich genau an die Unterschrift Philipp Scheide. mann. Diese Urkunde wurde in zwei Ausfertigungen übergeben. Eine Ausfertigung erhielt der Sfadtkommandant, die zweite er« hielt der Führer de» MossehauseS Drach. Unter dem Eindruck dieser AuSscage beschließt da» Eftricht auf Antrag der Verieidigung, den damaligen Kommandanten Wel», den damaligen Chef der Reichstanzlei Vaake, den früheren CufW- becuiftragten Dittmann, den Hauptmann von Beerftlde unh De Fürst zur weiteren Aufklärung de» Sachderhalts zu laden. Die V-rhasidlung wird auf DolinerStc-g ftüh vertag. Veikeee Vsrschsrfung der Zohlennok! Die Kohlenversargung Grnß-Bcrlins befinöet sich wie» der in einer ernsten Krise. Von Tag zu Tag wird die Wagen- gestellung in den oberschlesischen Bezirken geringer, die Be- tuiebsschwierigkeiten steigern sich ins Ungeheure. Die Eisen. bahn ist kaum noch in der Lag«, die Hälfte der angeforderten Waggons den Gruben zur Verfügung zu stellen. So wur» den z. B.: � am 15. Oktober angefordert 9260 Wagen, aestzellt 4966„ Ausfall 4295 Wagen, am 16. Oktober angefordert 9345 Wagen, gestellt 5118„ Ausfall 4227 Wagsn. E» ifk felbfwerständltch, daß bei dieser ungenügenden Ab- beförderung die Kohlmbeftänbe auf den Halben gewaltig wachsen. Am 11. Oktober betrugen di« Hokdenbestände in Ob er ich' ssi en bereits 641 000 Tonnen, ei«?« Zahl, die seit Ende des Krieges noch nicht erreicht wurde, � Durch das fortwährende Stürzen auf Halde wird die erhöhte Förde» rung wieher hcrabgedrückt, die Gruben selten'ich gezwungen, Feierschichten emzuleaen: auch verliert die Koble am Wert ut� wird durch da- nochmalige Laden ganz erkeblich Nsr- teuert.' . Die Vcwiebsschwierigkeitsn im MenbabndirektionSbe. -lrr r-.en nun derart zugefpitit. daß ge- Ichlofscne Kohlenzüge nach Berlin nicht mehr gesabren werden können, dadurch wird hesonderZ die Versorgung der Elek- triziiatS- und Gaswerke aufs schwerste gefährdet. Ange- fichts dieser traurigen Lage auf der Eisenbahn drängt sich die Frage in den Vordergrund: Ist denn die O d e r sch i f s. sahrtvollans genutzt? Und leider muß gesagt wer- den.�daß es der HeUnge Vureaukratismus bei den maßgeben» den Stellen immer noch nicht ferti? gebracht hat. hier Wan- del zu schaffen. Nach wie vor müssen sie Kahne tagelang in Cosel« Oderhafen aus Ladung warten, nur annähernd 5000 Tonnen werden dort täglich umgeschlagen, obgleich die Leistungsfähigkeit bis auf das Dreifache gesteigert werden kann. Die Verantwortung hierfür trifft den Reichskoblenkommissar in woller Schärfe. Und da eZ anscheinend keine höhere Reichsstelle gibt, die in die Diktatur de? Kohlen kommisfars eingreifen kann, hat sich die Eisenbahndirektion Kattowitz gezwungen gesehen, mit der Sperrung des Bahnvers andes für die Ber- liner Elektrizitätswerke zu drohen, falls nicht endlich der Kahnraum auf der Oder genügend aus- genutzt wird. Wir stehen also wieder vor einer Kohlenkatastrophe mit ihren unabsehbaren Folgen. Während Verlin nach Kohlen hungert und die Bergarbeiter die Förderung vdn Tag zu Tag steigern, verwittern die Kohlen auf den Halden in Oder. schlesien. weil die verantwortlichen Stellen nicht fähig sind, die vorhandenen Transportmittel auszunutzen. C Hrwerkschastliches. J i- mix I(il>—< wl#—— r< M»« ilTu Ül»t Iii Die Kassenangestelllen zum neuen Reichsiarif. In eiirer Versammlung der N>asscnangcstellten gab am!Non- tag nachmittag Mahn? einen Rückblick über die Verhandlungen zum kommend.n Reichttarif. Ter seinerzeit vom BerbandSvor- tzand an den Hauptveiband der L-iNSkankenkassen in Dresden eingereichte Entwurf eine« ReichSwrifeS«nchielt für die vorge. schlagenen 3 Gruppen die Mindestsätze von 3300, 3000 bzw. 2700 Marl JahreSgehalt. Als Truerungszulagen sollten die de« be- treffenden Freistaates gewährt werden. Ferner wurde die sieben- stündige tägliche Arbeitszeit und ein Lttägiger Erholungsurlaub nach fünf Dienftjahren gefordert. Nach den im Juli durch'Giebel in Dresden geführten Verhandlungen erhi:7t jedoch der Tarif«ine Fassung, die von der ersten beträchtlich zu Ungunsten der An- gestellten abwich. ES wurde ein« Einteilung in her Grupp.n zu geringeren Mindestsätzen vorgenommen. AlS Teuerung?- zulagen sollten nur 2100, 1800, 1500. bzw.1200 Mark genehmigt werden. Die siebenstündig« Arbeitszeit und der 2-ltä�g« Urlaub wurden abgelehnt. Am 81. Angusi trat mm ein ReichSausschuh der Angestellten zusammen, an dem Vertreter der sieben größten Städte Deutsch- tandZ beteiligt waren. Di« zweite Fassung deS TarifontwurfeS wurde von allen Vertretern abgelehnt, dagegen die Mindestfätzc von 3000, 3600, 3300 und 3000 Mark, sowie«ine einheitlich« Teuerungszulage von 2100 Mark g. fordert. Auf der sieben- ftündiaen Arbeitszeit und dem 24tägigen Urlaub wurde»tchen r-blieben. Der ReichdintZschuß faßte ferner dem Beschlutz, aß bei Ablehnung dicser Forderungen eine R-richskonferenz der Mafsenangcst.lltcn einzuberufen sei Di« Antwort de».Haupt- verband?? war wieder in den strittigen Punkten ein« ablehnende. Nach einer kurzen Diskussion wurde von den Versammelten folgende Resolution«instimmig angenommen: „Die in den Groß-Berliner JNnungS», OrtS. und Betri-bS- krankentassen sowie im Betrieb de 3 Krankenkassem Verbandes beschäftigten Kollegen lehnen den Reichstarif al» völ- lig ungenügend ab, um so mehr»IS auch der Haupiver- band die beantragten B rbesierungen abgelehnt Ijat und nicht mehr verhandeln will. Die Berfammelten halten fest an dcr siebenstündigen Arbeitszeit, am 24täglffcn Urlaub und an den Mindestsätzen vom 31. August. Der bcitehende OrtStarif ist bis 1. April' 1920 zu künd gen und«in neuer auf zwü Gruppen aufzubauan. Auch die jetzt gezahlten TeucrungSzulag-n müssen einen weiteren Ausbau erfahren.' Nachdem MahnS noch einen Bericht über da! Mitbestim- mungSrccht gegeben hatte, machte Lamprecht Mitteilung, daß der alte iSchlichtungSauSfckrnß erneut zusammentreten wird, um die Auslegung de» Schiedsspruches zu erläutern. Außerordentlicher Berbandstaq des Vereins Deutscher Lokomotivführer., Bei Eröffnung de» außerordentlichen v-rbandStageS des Ver- »Ins De atscher Lokomotivführer, der Dienstag im Berliner Lehrer- dereinshaufe stattfand, führte der Vorsitzende S per Iba um au», daß der Zweck des Verbandstages sei, sämtliche Stande Sorga- nisationen dcS Reiches zusammenzufassen und vin« G e w e r k- schaft Deutscher Lokomotivführer zu begründen Wenn die berechtigten Fordcvungen der Lokomotivführer von der Regierung nicht anerkannt würden, dann sei durch gewerkschaft- l'.che Arbeit eine ErfülluiVt dieser Forderungen zu erstreben. Sollte die Stund« des Kampfe» kommen, dann müßten alle Mitglieder hinter den Führern stehen.— Da behauptet wird, die Mitglieder würden in der Frage der Gewerk,'chaflSizrünbung nicht hinter dem Vorstande stehen, fragt der Varsitzende an. wer von den Delegier- ten für die Gewerkschaftsgründung sei. Einstimmig erklärten sich die Delegierten für die Gründung einer Gewcrkschatt. Der SyudiK'S des Verbände». Justizrat«onnenfeld. schlägt im Namen de» Vorstandes vor. daß wegen� verfch edener Gefahren der Verband nicht aufgelöst werden solle, sondern ledig- lich durch eine Satzungsänderung die Umwandlung des Verbandes in eine eingetragene Gewerkschaft erfolgen solle.-— D>« Delc» gierten erfinrcn>ich d-mit einventanden und beschließen ferner, das, der Sitz der Gewerkichaft von Leipzig nach Berlin verlegt wird. Generalsekretär Döbling erstattet dann den Bericht der SatzungSkommission. Nur durch«>„« große Bewi-sorgantsanon könnten die Forderungen durchgesetzt werden. Zwischen der Lohn. arbeite rfchast und den Beainten beständen grutidiätzUche Unterschiede wirtschaftlicher und rechtlicher Natur. Deswegen könne n'cht a n«inen Zusammenschluß mitdem Deutschen Eisenbahn er» Verband gedacht wer» den. Ein Gegensatz solle jedoch nicht konstruiert werden. Parteipolitisch« Neutralität sei ein unbedingtes Erfordernis, andernfalls toi e» mit dem Gedanken einer zentratzsierten Ge- werkfchaft vorbei. Auf das Streikrecht solle als letzte» Mittel nicht verzichtet werden. Unter Jnanspruchnahine der gewerkschast- lichen Mitte! werd« die einheitliche Vertretung und Förderung aller Interessen der Mitgldber mif beruflichem, wirtschaftlichem, sozialem und rechtlichem Gebiete bezweckt. Mit verwandten Be- cnfSgrnppeu sollen Verbindungen und Kactellveehällniss« ein' gegairaen werde»'.. In der anschließenden Beratung der neuen Satzungen unter stnich Neumann- Magdeburg(V. d. N., S. P. D.) die Au»« führnnge» des Generalsekretärs. � Die neuen Satzungen wurden en der von der Sitzung»- kommifsivit vorgc'chiagenen Form nach längerer Beratung im Prinzip angenonimen. Sie schämen sich. Vom Teutschen HandlirngSgehilfenverband und dem.Kauf- mäniürchen Verein von 1858 erhalten wir mit Bezvtz auf Z 11 des Pressegesetzes nachstehende Berichtigung: «In Nr. i9Q/A 267 Ihre» BlatwS vom 9. Oktober 1910 wird unter dem Kennwort„Wie sie sich schmieren lassen!' die Behauptung aufgestellt, der Verband Deutscher HandlungS- gohilsen Leipzig und der Kansmännitzhe Verein vyn 1853 in Hamburg hätten am 24. April 1918'von der Zigarettenfabrik Georg Jasmatzi A.-G. D-�Sden d«n Betrag van 3000 Mark angenommen.' Diese Behauptung entspricht nicht den Datsachen, da sie den Anschein erw:ck?, al» ob die Letwiwe» ver betreffenden Verbände die Annahme dieser für WoblfahrtSzwecke bestimmten Spende gutgeheißen hätten. Die Leitung de? 5Ser Vereins hat sie glatt abgelehnt, die de« Leipziger Verband?» konnte die? nicht fofoc: tun, weil das Gele dem StistungsauSschuß des OtenesungSbeimes Niedersckiema i. E. zuging, der als selbstän» dige juristisch«.Eä»-perschaft ihr nicht unterstellt ist. Sie hat aber, nachdem sie von der Spende erfuhr, unverzüglich Schritt« unternommen, die«ine Nuckerstastnng des Betrages bezwecken.' Uni lvar diese Mliteilumg von einer Seite gemacht worden, die uns als zuverlässig bekannt ist. Im übrigen steht fest, daß beide Vereinigungen früber recht gern ZuwemtMngen von Unter- nehmerseite entgegengenommen haben. Sollten sie sich jetzt zu schämen beomnen und ihnen da» Verwerfliche ihrer früheren OandlungOweise zum Bewußtsein kommen? Generalversammlung der Gaftwirtsgehilfen. Eme am 15. Oktober tagende Gsnenalvensammiung billigt« tffcht mir da» Verhalten ihrer VerbaichStagsdeingierten. fondern hätte es sogar freudig begrüßt, wann di« sogsnamite Opposition gegen die Swinemün'der Resolution schänfor« Stellung genommen HÄte. Von einem Mißtrauen gegenüber den Souptverwaltung». funktionären könne to'ne Rede soin. Di« Opposition war mir mit der Kriegspolitik nicht mverskOTdon Das von der Verband»- lechung gebrauchte Wort.Mißtrauen' ist lediglich nur zu doma- gogi scheu Ztvecken benutzt worden. Dif O. V. Berlin verwahrt sich gegon die Aussührungon Hägewald» in der Koinmifswn. daß gegenüber dei? rechtsstehenden Loka'beamien ein TsrroviSmuS geübt wird. Cvne AergeZvaltigirng der lloineren und niittleron Verwaltungsstellen hat und w'vd un» auch in Zukunft fern liagen� Beim OuartalSbericht wurde die Tätigkeit der OrtSverwal- tung in längeren Ausführungen durch SkepSgardh behandelt. Besonders hervorzuheben ist, daß die neuen Räum« deS paritäti- scheu Arbeitsnachweises voraussichtlich am l. November eröffnet werden, die Wahlen znr� Krankenkasse, di« Gronzstreitigketien mit dem Verbaud der Bäcker und Kond stören, welche tri live ist behoben worden find. Der Mitglioderbestamd ist von 15 605 auf IS 502 gestiegen. Ein Antrag, den Arbeitslosen von dem bestehenden Kapital. wdlche» seinerzeit gesammelt wurde, wieder eine Unterstützung wie di« letzte stattgefunden«, zur Auszahlung zu brmgsn und nicht erst bis Weihnachten zu warten, wurde.angenommen. In die Hmipwerivaltung wiirden folgende Kollegen gewählt: Evemer. Höh? nsee. Ziomon, Graß. Albrecht. Zobel. Wiesecke. In die Revisionskommission SkevSgardh, DmiaM, Hüneck«. Eine lebhafte Debatte entstand bei der Anstellung von neu an Beamten. B eschlossen wurde die Anstellung«ine» Sekretärs und zweier Beamten. 1 Einstimmig wurde folgende Resoststion«n, genommen: Di« heutige Generalversammlung der Delegierten de» Verbandes der GcrstwiriSgehi'.fen spricht den streikenden Metallarbei- kern die wärmste Svmpathi« aus und wünscht ihnen zu dem aufgezwungenen Machtkampf vollsten Erfolg. Die Delegier- ton verpflichten sich, in den Betrieben mit allem materiellen Mitteln diesen Kampf zu unterstützen, da st« denselbem als dem ihrigem betrachten. Die Zahlstelle Berlin S des Lederarbeitrr-verbandes beschäf» tigte sich in ihrer letzten Monatsversammlung auch mit dem Streik der Metallarbeiter. Nach längerer Debatte wurde ein Antrag Döberitz, wonach Akkordarbeit«! 10 M., Lohnarbeiter 6 M.. weibliche undujugendliche Arbeiter 1 M. pro Woche für die Metall- arbeiter abliefern sollen, gegen 7 Stimmen angenommen. Die Marken können von den Vertrauensmännern jederzeit bei Tobias, Mariannenstr. 14, abgeholt werden. Gegen die Gründung einer ReichSarbeitSgemeinschaft verhielt sich die Versammlung sehr ab- lehnend. Für die in den Kartoffrlgroschandlunsen Groß-Berkin» tätigen Kutscher und Schipper sind durch neue Verhandlungen v.'rschiedene Veibessernngen des abgelaufenen Tarifvertrages ge- schassen worden. Arbeitszeit 8 Stunden täglich. lieber- stunden, nur in dringenden Fällen zulässig, werden die ersten 6 Stunden in der Woche zum regulären Lohn und di« nächsten Stunden mft 50 Prozent Aufschlag bezahlt. Lohn für Kutscher und Schipper pro Woche 150 M. All« Ar- betten an den Sonntagen, außer der Pftrdepfleg«, werden mit 50 Prozent Aufschlag zum regulären Lohn bezahlt. Sommer- Urlaub 8 Tage bis«ine Woche. Zum Melailarbeikerflreik. Ankündigungen. R.>. G. Am Mftbvoch. dem 22. Oktober, 11 Uhr, stn Bürger- Purk. Ober schönem« ide. Versammlung sämtlicher Schlosser, Elecktromoptoure und Fahrer. Deutsche Telephvnwerke. DannerÄ'ag, den 23. Oktober, nach- mittag« 4 Uhr. im Gewerkschaftshause, Engelufer, BetriebSver- fammlung. Autogen! Donnerstag, 28. Oktober, Betriehsver» sammlung, nachmittags 3 Uhr, Schulaula, Marttstr. 10— 11. Um 12 Ustr Zusammenkunft aller Vertrauensleute und Funktio- näre im Sireitlokal. Trägerkagergemeinschaft Tempelhvf. Donnerstag, den 23. Ok- tober, nachm. 8 Uhr, Betriebsversammlung, Greif» Aestsäle, Her- mannstraß« 166. Anschließend Auszahlung. Eisengießerei Siemen» u. Halske. Donnerstag Quittungen unterschreiben. OSram-W'rke. Betriebsversammluna für die im Streik stehenden Jugendlichen Donnerstag, 4 Uhr nachm., Schulaula Rudolfplatz. Kleinban, SiunenS-Schuckertwerke. Versammlung sämtlicher Kriegsbeschädigten Mittwoch nachm. 5 Uhr im Lokale von Lenz, Teglcr Weg 97. Bericht der Kcunmission. Neuwahl eines Ob. manns. LiemenS-Schuckert, Werk Franklinstrahe. Donnerstag Aus- zahlung des StreikgcldeS im Streiklokal von 10— 11 Uhr Abt. 1 bis 20. 11-12 Uhr Abt. 20-40, 12—1 Uhr Abt. 40-60, 1—2 Uhr Abt. 60— B0. E. Awirtufch u. C». Die Auszahlung der Strcikgelder findet heute. Mittwoch, von 12—4 Uhr statt. Kontr.-Nr. 3-324' bei Töhring, Marchstr. 23, von 3-25�.-957 bei ArnZwald.— Die Be» iriebsversammlung firbet am Freitag nachm.» Uhr im Volks. hau». Rosinenstraß«. statt. Firma Butzke, Ritterstrahe. Betr-ebwerlammlung Freitag nachmiltag 2 Uhr bei Gliesing, Wassertorstraß«. Stock, Marienfelde. Mittwoch nachmittag 4 Uhr Funktianär- sitzung Tempclhofer Uier 4. An alle kommunalen Arbeiterräte! ' Der Kampf gegen die kommunalen Arbeiterräte ist in ein verschärftes Stadium eingetreten. In ihrer Gemeinde- vertreterkonferenz hat die S. P. D. beschlossen, die kommu- nalen Arberterräte abzusetzen. Damit hat diese Partei er» neut ihre Rätefeindlichkei und ihre Feindschaft gegen die Errungensckiaften der �Revolution bewiesen, tn demselben Moment, wo sie sich anschickt, in einigen Tagen den Jahres- tag des 9. November festlich zu begehen, in dem Augenblick, wo der„lebende Leichnam', der Zentralrat. die preußischen Arheiterräte aufruft, gegen ihre Beseitigung Einspruch zu erheben, nachdem er monatelang nichts getan hat, um den systematischen Wühlereien und Hetzereien gegen die kommu- nalen Arbeiterräte entgegenzutreten. In Konsequenz des obenerwähnten Beschlusses find bereits Gemeinden dazu übergegangen, die kommunalen Arbeiterräte abzusetzen. Wi.r fordern alle kommunalen Arbeiter- röte aus, nach wie vor ihre Tätigkeit auszuüben l Wo Bestrebungen im Gange-sind, di« kommunalen Arbeiterräte vom Nathans zu entfernen, sind sofort öffentliche P ro te stv e r s a m m l u ng e n zu ver- an st alten, die werktätige Bevölkerung ist a u f z u r-uf e n, um Stellung zu der geplanten A b s e tz u n g z u n e b m e n. In den Orten, wo die Feinde des Proletariats den �kom- munalen Arbeiterräten die Tätigkeit im Rathaus unmöglich genkacht haben, darf sich der Arbeiterrat auf keinen Fall auflösen. Nach wie vor bleibt er bestehen. Er hat in versckiärftem Masse sein Augenmerk auf die kommt«» nalen Angelegenheiten zu richten und auch ohne offiziell« Anerkennung die Interessen des werktätigen Volkes in der Kommune wahrzunehmen. Der Kommunale Ausschuft des Voklzngsrates der Arbeiterräte Groft-Berlinö. Die staatliche Beschaffungsbeihllfe und der Stichtag. Die vom Reich und Staat gewährte einmalige Beschaffung». beihils« ist an die Voraussetzung geknüpft, daß der 8. September als Stichtag angesehen wird. 6 Monate muh man im RmchK. oder Staatsdienst tätig sein, wenn man an der Beschaffung». beihilf« teilhaben will. Dies« Bestimmung hat nun starten 1w» willen bei allen denen Herdorgerufen, die nicht 6 Monate beschäf» tigt sirtb.»Die Beamten sind alle bedacht worden. Jeder Beamte, der am 3. September im Reichs- oder Staatsdienst stand, erhielt pi« BeschaffungSbeihilf«. Dabei wurde di« Zeit berücksichtigt, wann der Beamte vorher im Dienste«wer Kriegsgesellschaft ge» standen hat. Ander» bei den Lohnempfängern. Viele, die noch nicht sechs Mona!« Beschäftigung hinter sich haben, sagen, daß da? doch nicht ihre Schuld sei. Viele sind tm Feld« gewesen, dann längere Zeit arbeitslos, und min sollen si« au», fallen. Das halten sie für eine Härte, die durch nicht» gerecht» fertigt fei. Besonder» reichlich sind die Klagen der Eisenbahn. arbeiter. Aus diesem Grunde beantragt« die Fraktion der Un. abhängigen Bartei in der preußischen Landesversammlung, diesen» Uebelstande abzuhelfen. Der Antrag unserer Genossen wurde der StaatShauShaltSkommislwn zur Vorberatung überwiesen und kam am Montag zur Verhandlung. Genosse Leid begründet« unseren Antrag, der folgenden Wortlaut hatte: In der Erwägung, daß nach den erst jetzt an die Lande«. Versammlung gelangten Mitteilungen dcS Deutschen Eyenbahner» verbände», die über die einmaligen BeschaffungSbeihilfen gesaßte» Beschlüsse große Härten enthalten., da die Tausende von Elsen. bahnarbeitern, welche nachdem 3. März 1919 Beschäftigung erlangt haben, solche Beihilfen nicht erhalten sollen, beantragen wir:. Die verfassunggebende Preußische LandeSvcrsammlung wolle be. schließen, die StaatSregieruug zu ersuchen, die � BeichafpungS. beihilfen der Eiieinbahnarbeiter in folgender Wei>« zu ftafieln? l. Für Verheiratete: Bei einer B-schäftigungStzauer von 5 Monaten 500 M., 4 Monaten 400 M., 3 Monolen 300 M.. 2 Monaten 200 M.. 1 Monat 100 M. II. Kindcrzulagen: Bei einer VesäbckttgungSdauer von 5 Monaten 160 M.. 4 Monaten 120 M., 3 Monaten 30 M., 2 Monaten 40 M., 1 Monat 20 M......... III. Für Unverheiratete: Bei einer BeschäfttgungSdauer von 5 Monaten 320 M., 4 Monaten 240 M-, 8 Monaten 160 M., 2 Monaten 120 M.. 1 Monat 60 M.. Genosse Leid erweiterte diesen Antrag dahin, daß all« Lohnempfänger davon betroffen werden sollten. Sehr entschiede» wandt« sich der Finanzminister Dr. Südekum gegen den Antrag, für den er übrigen» keinerlei Deckung hätte. Der Redner der RechtSsozialisten. Abg. Limbertz. wollte wenizstenZ die berücksichtigt sehen, die drei Monat« in Beschäftigung stehen, wenn sie Krieg»- ieilnehmer wären. Aber Herr Südekum erklärt«, er habe lein Geld. Schließlich wurde dieser Antrag mit allen geg�n die zwer Stimmen der Unabhängigen abgelehnt, und«uf Anttag ein«» Zentrumsmannes beschlossen, daß in Notfällen der Unteriftitzittigl' fand« eingreifen soll, obwohl dieser Fond» im vockiegenden Falle gar nicht in Frage kommt. Unsere Genossen standen also w'�aer allein. Brandenburgischer Städtetag. Die zum Brandenburgischen Städtetag in Wittenberg tBez. Potsdam) vom 23.-25. Oktober delegierten Stadtverordneten der HSV treffen sich zu einer ku«zen Beiprechung anr< Donnerstag abend 9 Ubr, nach Eintreffen des Schnellzuges von Berlin, im Bahnhofrestaurant in Wittenberg. Der Kreistag des Arbeiter-Turn- nnd SpvrtbnndeS fKrel» II. der am 18 und IS. d. M. in KottbuS tagte, wurde durch«,n Referat dcS Kreiwertrcterö L I e S k e eingeleitet. Der Redner vertrat den Standpunkt, daß der zu Hfingsten abgehaltene Bnn. deStag«nid auch dar Bundesvorstand dl« Arbeiteriportb-evegiing nicht qonüqand als revolutionäres Element betrachten. De 8 weite» ren forderte Redner die Mitglieder auf, als Antwort auf die lieserung der Schule an das iVinctmum anS der Landeskirche auszutreten.— Koppisch iBundesvorstand) betonte, daß e» Aufgabe de? Bundes sei, für körperliche Ertüchtigung seiner Mit» gliedcr zu sorgen. Ter Bundestag habe ubcr.n'.ich ausgesprochen, dasi die Erziehung zum Sozialismus gleichfalls zu fördern sei. Mit 142 gegen 75 Stimmen beschloß darauf der Kreiktan. daß die Erziehung der Mitglieder»l»n revolutionären Klassenkampf 'm Statut festgelegt werden soll.' Di« Aufnahme der.Freien Turnerschaft Berich— Republikanischer Verein' wurde mit 130 gegen 82 Sümmeu abgelehnt und den Mitgliedern empfohlen, üch einem nahegelegenen Bruderverein anzuschließen. Don« wurde eine Resolution, die die Mitarbeit in staatlichen und städtischen Jugendlnstitutionen ablehnt, bi» diese in sozialistisch« Hiiiidc gtlifU sind,»nd die jede Gemeinschaft mit den jetzige» and früheren Angehörigen der Mlitärgewnlt, Einwohnerwehren usw. ablehnt, mit 154 gegen 74 Stimmen angenommen. Mtt großer Mehrheit erklärte sich der Kreislag auch gegen die Ehren» Urkunden kür Wetturner. Als Vublikationsovxtn wurde der .Ar'b-iter-'Spart' yewäW«ttb fcfefam 1000 Mark yum ScirreB?» kiipu«! überwiesen. Freie Jugend Moabit veranstaltet am Freitag, Li. Oktober, in den Prachtsälen, Moabit, Wiclesstraste 24, einen Kunst-Abend unter Mitwirkung des Tcherchen-Quartettz und Franz Wenzlars. Eintrittskarten zu M. i,Bü sind zu haben bei den Vertrauens» leuten und im Verbandsüureau, Schicklerstrajze ö, Freiheit, Schiff- Bauer Damm 1b, in den Freiheiterpeditionen in Moabit, bei P. Heinzelmann, Briiterstvage 43 und Radzio, Emdener Str. 22, Für die politischen Gefangenen. Die Droschben sahrcr der A. B. A. G., Fennstr. 31, haben der Unierstützungskoiumission für die Familien der politischen Gefangenen aus der aufgelösten Hofkasse den Betrag von 800 M. überwiesen. Diese Spende ver- dient vollste Anerkennung. Charlottenburg. Die für Mittwoch, den 22. Oktober, angekündigte öffentliche Versammlung der kommunalen Abbeiierräte findet erst Mittwoch», den 2g. Oktober 1913, statt. Reinickenborf. Der Verkauf der durch die Gemeinde be- fchafsien Bekleidungsstücke findet täglich von 8— 6 Uhr statt, und zwar im ehemaligen Stahlwerk Becker, Flottenstvaste 48. Zirkus Busch. Am Freitag, den 24. Oktober, findet die erste Jubel-Aufführung der diesjährigen Spielzeit statt, und zwar wird die tragikomische Pantomime„Aphrodite", von Paula Busch, zum 25. Male gegeben werden. Ans de» OexmiiW«»«!. Aus Den Gmsiudelebe«. Pankow. Endlich ist eS den RechtSsozialisten mit Hilfe der Bürzerlichen gelungen, den Arbeilervat abzuwürgen. Ganz still und heimlich vereinigte man sich mit der bürgerlichen Clique und stellte zu Beginn der' Gemeindeoertreter-Sitzuiig den Dringlich- keitsanroag ans Versagung jegUcher Mittel für den Arbeiterrat. Trotz schärfsten Protestes unserer Genossen, die das Manöver cha- ratterisierten und verlangten, daß der Antrag bis zur nächsten Sitzung vertagt wevoe.. wurde derselbe in namentlicher Abstimmung von dem Mischmasch angenommen. Ja, man hatte es so eilig, dag man die Abschlachtung gleich vornehmen wollte und nur mit Hilfe der GefchäfiSordiurng konnten sie gezwungen werden, die Bcrntung der Tagesordnung zuerst vorzunehmen. Hierbei kam es mit lden Rechlssozialisten. deren Tretben sich durch nicht» von dem der Bürgerlichen unterscheidet, wiederholt zu scharfen Zu- siammenstösten. Bei Besprechung der Sudelartikel der hiesigen Klatschpresse über da» Hochbauamt wurde von unseren Genossen der Oeffentlichkeit klar gelegt, daß diese Angriffe nur gemacht wer- den, um das Hochbauamt einzuschüchtern, damit bei Verzebung von Arbeiten die hiesigen Gewerbetreibenden bevorzugt werden, um jede Konkurrenz auszufchalton. MS endlich unter Punkt Ver- schiede nes dem Arbeiterrat sein Todesurteil gesprochen werden sollte, legte unser Genosse Homa unbekümmert der provozie- retiden Zwischenrufe in zweieinhalbstündiger Rede den Stand- Punkt unserer Fraktion klar. Endlich um'AS Uhr konnten die Herren triumphierend ihren Sieg feststellen und Arm in Arm Mit den Reaktionären nach Hause gehen. Wittcnau-Borsigwalde. Aus der Gemeindevertretung. In der Sitzung vom 16. Oktober wurden die neugewählfcn Schvs- fcti Oberlang und S.ch u I z e(U. S. P. D.), Rotzolk(S. P. D.), Piper �Bürgert.) und Gem.-Vertr. Kienast(S. P. D.) eingeführt. In voriger Sitzung hatte der Vorsitzende Schöffe R o tz o l k durch unvermittelten Schluß verschiedene'beabsichtigte Ausführungen verhindert, die nun als Anfragen vorlagen, D i e S. P. D. hatten gegen die Zulassung gestimmtl Diese Anfragen be- trafen die Gaspreiserhöhung, dann den Gänse-An- und Verkauf, wobei«S zu heftigen Disputen besonders mit dem Bureaudirektor Bausdorf, der die» Geschäft besorgt hatte, kam. Weitere Fragen betrafen die Benutzung der Schule in der Tietz- strasse zu Notwohnungen, wodurch«in früherer Beschluß aus Ein- richiung eines Jugendheims dort hintertrieben war, ferner die Verkaufsstelle im Gesellschcrftshaus. Ferner wurden Eiigenmäch- kigkeiien der Beamten festgestellt. Gin Bericht des GaSmeister» � mit Behauptungen über unbezahlten Gasverbrauch de S B ü rg e r m e i st e r s und im Alexanderheim soll Achtung! Vachtarbelter! Tonnersto�. den 23. Oktober, abend» durch UntcrMchung klargestellt werden. An Stelle des gesorlerten 10 Uhr, im Casö Eldorabo, Kommtmbcuvien- und Beuihstrah-n-Tliie, Berich. s über das Lebensmittelamt erfolgten seitens dessen Leiter grosse Ssfentliche Versammlung für alle in den Siachtbeirieben besäiäf- Rotzolk Angriffe auf die Tätigkeit der Arbeiterräte beim An- t�t°n Arbeiter, Arbeilerinnen und Angestellten. kauf u. dergl. Letztere wiesen dies« allzu durck'sichtigen Manöver Z°S°-°�nung:„P r e s s e z- n s u r und B« l a g e r u ng- z u- izobuhrend ab unter Darstelluua des wahren SackwerbattS?oiid." Rcf-r-nten stnü d>e Genossen Schneider und K l° l n- Auch drr t mit'■■*-j.-" f ch IN l d t. Eozialdemokralischs Beziiksorgaitisation Berlin u. S. P. D. i-n;" L.�cv teuren SSeß.etteqcheiniun- 7. Distrikt. 25. Abteilung. Mittivoch, den 2i1. Oktober, abends 7 Uhr. g» rege �,ebo..ten. Die weitere /»'rage, ob Nos-etruppen Abteilungsversamiillung bei Duckat, Eudenei Strasse 45. zum schuhe per W a xfe n fv br i t. beordert gewesen waren,! 11. Tistrikt. Miitwoä, abends 7 Uhr in der Schulaula. Wein« wurde zwar verneint, aber von anderer Seile als'durch die meisterstrasse 18/17 Distriktsocrsammlung. Dvigesordnung: 2. oder Polizeireviere erfolgt, behauptet. Endlich trat man in die Tages- Internationale? Sief.: Senpsse Schirenk. Ordnung ein. Die Erwerbslitsenifürsovac crforierto bisher Teltow, 3. Bezirk. Mittwoch, den 22. Oktober, abends 3 Uhr, Be» 310 000 M., davon 242 000 zurückerstattet vom Staate Geaan'das sammlung bei Etahr. Berliner Strasse. wollte R�tor �Z�lther protokollarrschen Protest erheben; zc-, ihn Charlott-nburn. 7. Gruppe. Extra-Zahlabend am 22. Oktober, aber nach lebhafter Debatte auf Anraten de? Bürgermeisters'? Uhr, im Lokal von Thunach, WielanVstr. 4: Vortrag des Gen. Dr. zurück; man will in Potsdam persönlich vorstellig werden. Hertz. Der katholische Religionsuterricht muß wieder mit Bildungsausschass Moabit-Hansaviertel. Heute 724 Uhr Vortrag 2200 M. eingestellt werden. Bei B-ratlina eines AaK'aaes auf �5..Russlands Volk und Wirtschaft" vom Den. A. Stein in der Aula Erhöhung der Besoldung der Arbeite rrät-«rnd der Ner- Zwinglistrasse 2. Eintriit 35 Pfg. treter der S V D G lad o ich Mut h'Trf>;• Westliche Vororte. Donnerstag, abends 7% Uhr, Zusammenkunft Mittel fn ftr» ihf.ht, beantragen, diese Funktionär« und Bildung-ausschüss- bei Schilling. Wllme.sdors. V tl Hi r 1» i ii A vl» or ber A b,t I mmung gab d-r j Neukölln. Sämtlich« Vezirkssuhrer holen die Flugblätter zu der � u r ge r m e l st s r den AuSichla,- f r den Antrag, der mit, Freiheit-Agitation sowie anderes Mate.ial Heu!« abend ab. «.«limmen(elnschl. der bürgerlichen) gegen 8 Annahm« fand.! Pankow. Am Donnerstag, den 23. Oktober, abends pünktlich T/ies Resuliat, das unsere Genossen gebührend geißelten und den 7 Uhr auherordsntliche Generaloersammlung in der Schuloula, P. D.-Verrätern der Revolution gehörig den Text lasen löste Erunowstrasse. Tagesordnung: Stellungnahme, zum Parteklag. Orts» begreiflicherweise auch unter den zahlreichen �Zuhörern Emvönuno«vgelegenheiten. Verschiedenes. Ohne Miiglisdsbuch Kein Zutritt. aus. Allaemeinc Unrube hehrrrtZl w dL. s! Steglitz. Am Mittwoch, den 2-2. Oktober, abends 7 Uhr. Mit» Büroermeilter ich'na'-a ai-d � � � �er gliederversammlung m der Realschule oin Stuben. auch-PIatz. Tages- erfchien en ��s�daaevnd dre Ghrcke, und plotzl.ch ordnung: 1. Bericht von d-r Bezirksgenerolrersammlung.----- erschienen eine ganze Anzahl P o l i ze i b e a m te Aktionsrotes > r o- � im Saale und drängten die Zuhörer hinaus. Unter P t c st verließen auch unsere Vertreter die Sitz UND vi-e pcmr Hinterbliebenen erlod igten i>en Nest ordnunz, darunter den Schiedsspruch über den Lohntarif der Gemeindearbeiter. 300 M. BeschasfungSgulage für Verheiratete und ir>0 M. für Ledige. m r�a"ba"- Dienstag, hen 14. Oktober, wurde die städtische reLiLLI �vochschule eröffnet. Stadtschulrat Kramm hielt die «roffnungsrede. Zunächst find vier Kurse«ingevichtet; Diensstigs: Geschichte der deuischen Sprache, Oberlehrer Dr. Müller. Mitt wochS: Schulgeschichtc und Erziehungsfragen, Generalsekretär Tews. Donnerstags: Deutsche Literatur, Seminardirekior Fab- r e n h o r st. Freitags: Nationalökonomie, Assessor Dr. K u e ß n e r. gemäss des Reorganisationsstatutos. 3. Wahl des Kassenbericht. Lebensmillelkalettder. .. W Hohenneuendors. Mittwoch abends 8 Uhr Diskussionsabend in der Sitzung,"oge. Daselbst um 7 Uhr Vorsbandssitzung. der Tages- Zeuthen, Miersdors, Neu-S«hulzend:rf. Donnerstag, den 23. Okto- '* der, abends 8 Uhr, Mitgliederversammlung mit Referat im Lokal de» Genossen Paul Engert, Zeuthen. Vereivskaleoder- Schuhwarenelnzelhandel fFachgrupp« 7 K>. Versammlung all«» kaufmännische» Angestellten Mittwoch abend 7 Uhr in den Musikerfest» ... säten, Kaiser-Wilhetm-Strasse 31. Tagesordnung: Unsere Forderungeii Generalsekretär und die Antwort der Arbeilgeber. Glasarbeiter u.»Arbeiterinnen.- Donnerstag nachm. 5 Uhr Ouav» talsverflnnmlung im Gewerkschaftshaus, Engslufer 15, Saal 1. Zentraloerband der Angestellten, Vildungsausschuss. Morgen Don, nerstag Vortrag des Kollsgen Paul Lange über die Zukunstsausgaben der Gewerkschaften. Aula: Weinmeisterslrasse 15, abends 7� Uhr. Tinlasskarl« 30 Pf., am Saaleingang. Angestellte Im Baugew-rbe sFachgruppe 12). Donnerstag abend A9 Uhr in Havellands Festsälen. Neue Friedrichftrasse 35, Mitglieder- oersammlung: Stellungnahine zum Tarif. Wächter und Wächterinne». Donnerstag, den 23. Oktober, morgen» S Uhr, findet im Gewerkschaftshaus, Engelufer 14/15,«in« äusserst mich» tige Versammlung statt. � l! Maler, Lacklerer, Anstreicher! Morgen, Donnerstag, Geiverkschaftshaus eine Mitgliederversammlung des Ver- ~''""-------» von un» Spandau. Am Freitag 20 Gramm Talg auf Butterabschnitt 1. Am Sonnabend HO Gramm. Margarine auf Abschnitt 1. Von Miuwoch ab A Ptd. Auslandsmehl sRoggenmehI) auf Feld 329. Pankow Vom Donnerstag«b auf Abschnitt 91 der Allgemeinen Lebensmittelkarre 250 Gramm Teigwaren sWasserware). � �.... 7 �l'und Kartoffeln, 125 Gramm Auslands-° Achtung! dohnen, loO©Jan im Brau penmehl. 250 Gramm Maisgriess, 250©ramm findet im C vtarmelade. 250 Gramm amerikanisches Weizenmehl. bandes statt. Bei'der Wichtigkeit der' Tagesordnung, die....... zohanniolhai. Von,, rr.lag ab 150 Gramm Graupenm-shi, 250 Gr.' geheurer Bedeutung für die revolutionäre Weiterentwicklung des Der, ai«rikonisches Weizenmehl, in der Gemsinbeverkaussstell« für Fugend- band«, ist, ist das Erscheinen aller Mitglieder notwendig. :«■ iJ:®l2™" u,hr- W-tzcnmehl, für Personen von 60 bis 89 Jahren Freie foz. Jugend Neukölln. Heute abend im Jugendheim, Nogat- 1 Päckchen Milchsussspeis«, für Personen von 70 Jahren an 100 Gramm strafte 15, A8 Uhr. Vortrag:..Die Volksschule, wie Ii- sein soll." Speiseöl. i U. S. P Seegefeld. Mit der Versorgung von Speisekartoffeln an die Donnerstag. bezugeberechtigien Einwohner hiesiger Gemeinde für die Zeit vom ivortsforderungen unseres Schillprogramms. 13. Oktober 1919 bis 17. Juli 1920 wild in den nächsten Tagen be-- Internationaler Bund der Kriegsbeschädigten und Hinterbliebe- gönnen. Zur Verteilung gelangen 7 Pfd. für die Person und Woche non, Ortsgruppe Neukölln, 3. Abteilung. Mittwoch, den 22. Oktober. unter Hinzurechnung von 1 Pfd. für Schwund, und zwar soll vorerst Abteilungsversammlung bei Greifs, Hermannstr. 166. die Zeit vom 13. Okiober 1919 bis 13. April 1920 mit 210 Pfd pro Intern. Bund der Kriegsbeschädigten und Hinterbliebenen, Bezirk Person beliefert werden. Es wird aber ganz besonders darauf hin- NO. Hlnterbliebcnenversammlung am Mittwoch, abends 7 Uhr, im gewiesen, dass die Kartoffeln am Ausgabetage abgeholt werden müssen: Lokal von Max Rätfch, Friedeberger Strasse 1. andernfalls angenommen wird, daß auf die Belieferung verzichtet--------—— wird. Schliesslich wird noch darauf auftnerkfam gemacht, dass Bezug- Vsranlwortlich für die Redaktion Alfred Wielepp, Neukölln. scheine für Speise- und Soatkartoffeln zur Beschaffung vom Selbst- Verlagsgenossenschaft.Freiheit", e.©. m. b. H. Berlin. � Druck der erzeuger in den Dienststunden im Gemeindeamt ausgestellt werden.! Lindendruckerei und Verlagsgesellschast m. b. H., Schissbauerdamm 19. UkJ Li lütJniUH.„.i/lt Oül!li»|Ujuw;, IUIC JC.I. s. P.-Fraktion der sozialistischen Lehrervereinigung Gross-Berlin. >!ag, nachmittags 4 Uhr, Hinter der Garnisonkirchs: Gegen- Seibanft der Met, Coöietet, Anstreicher usw. vureaut Melchlorsiwi- 28, Part.»lrbettSnachwei«!»onminnsir. I». Hernjprecher: itwl Mer'kpla?, 47S7 Mtlial«-idertlN yerripr-ch-r:«ml Norden Z7!U—S7. UonnerStag. den HS. Oktober 1019, abends 7 Uhr, im GcwerlschaslShaus, Engelufer 15: Mitglieder-Bersammlnnft. Tagesordnung: Wahl der Zln ciicNirn. vcrbandSangrlegenheitrn. Dlweg der wiättgcn Tagesordnung darf lein Kollege in der Bersammlimg schien, Zilitglieklwuch legitimiert l Die Ortsverwaltung. t!Mi>liil>il!sS lZIelebetrom kaiill vredttroi» IiigeülZvktüis'es!! Zclillriiliiig Berlin W 9, Uakslr. 10. Tel.: LOtrov 3705 und S5I8, Hetallanhaof Kupfer, Mcssinjj, Zinn usw. Oold, Silber, Platin«. Melall- iclimelzwerk, Waldemarstr. 74. Achtung! Maßschuhmacher. Achtung! -Donnerstag, 23. Oktober, abends 61/, Uhr, bn«SewertichaftShaus. Engelustr 14/15, Saal b, Versammlung «ller Mnstschuhmacher, Maltftepper und Steppertnne». »«geierdiiungi Tle LchnHerhältntsse und die liittgkett der Bertrauentleul«. Sischeinen«ine» jeden ist Pflicht. Zeutralverband der Schuhmacher. ___ I A.: B o l l m e r h a n«._ n. S. P. Charlottenburg. Oeffentliche Irauenversammlung Donnerstag, den 28. Oktober 19 19, abends 7 Uhr in der Aula der Gemundeschule in der Wiedestraße. Thema: 1- Tie politische Lage und die Frauen. Resrrentin: Genossin Frau A gn eS, M. d. N. e. Dtskuision.. Der Einberufer. Itllislhtr Ütolttadote�crliliiiil verwaltungsflelle Berlin R. 14, Linlenstrasse 83/85. Geschäftszeit v vorm. S UHr bis nachm. 4 Uhr. Telephon: Am: Norde, i. 185, 1230, 1987. 9714. Freitaa, den 24 Oktober 1019, abds. 5 Uhr ZrancheA-Versammluni; der Metall- und Rcvolverdreher sowie Dreherinnen Im»Kft. man, de» MelverkschaftSlionle», lkmeluler 15. rageiuldnuiig! V, Bericht über im lere Lolpiben'eauiig 2. vreim.riumgelrqeichelten.S. derschledepei In Anbelrecht der«us:«ro>de:M>ch wichiigrn Tuu-ioidnung ist bat �VUUiche Ersc.elnen aller ikelligen u. ttolleginiien»Niizenb nain?ind>g. Am Donnerstag, den S». Oktober 1910. nachmittags 44/, Uhr in den«oiufllersSle», üaller-Wilb-lm-Sitate ZI Vralichenvet-ammllinli der Zipaicttenv-aschinensübrcr und der dazu gehörigen Betriebshandwerker. kageierbnung: 1- Derichl. 2. Brenchenang-legendeiten. Zahlreichen«'«such erwarirt/. Die Ortsverwaltung. SnM dnSWdtt. SAeiherimw ms WIAarbeltn IMlmd; Filiale Berlin, Sebastianstrahe»7/S8 Fernsprecher: Amt Moritzplatz 9737. Donnerstag, de« 22- Oktober 1010, abends 7 Uhr, bei Wegeuer, Sehdclstr. ZO Versammlung aller bei Zwischenmeistern, Kleinmeisiern und auf Reparaturwerkstätten Bes chäftigten. Die Zwlschenmeisier und»II« HIlt»trZt>- find bessnbcrZ einzeladrn I Tagederdnung: 1. Bericht und Ucschluliliillung über dt« vorfchliig« der Lobnton-.miisto». 2. Lerjchiedines. Zahlreiche» irschebien erwarict Die Kommissi»«. Achtung! Achtung! Arbeiler-Veiriebsräte tArbritet-, Anneslelltcuausichitsie, Funktionäre) der gesamt. G;eh,. n. Bauindustrie. Freitag, den 24. Oktober 1910, abend» 6\ Uhr, sindet in den Sophiensälen, Sophienstraße 18. eine große der gesamten Stein- und Lau-Zudustrie Tagetordnung: Der Zusammenschlnft in der Stein-«.»au- Industrie. Sei der Wichtigkeit der T-get-rtmung ist dollzilbNge» Er- scheinen der gesamten Funktionäre unbedingt notwendlg. B»« lriebsausweise erforderlich. �..... VoNznaerat(Srosk-Verlin. üMpirallen _.-„* fsii Kolonie Ron! o-onhr.h n�EWttStM8 Soeicherci-n im Fabnl-Ge- bäude Sländiq� Geiegen- beitellinse in neue» und ge- brauchten WohuungS-Eni- rtchlimgen, von de»«in- sachsie» bi» zu den vor- nehmstc». Herren-, Speise- und Schlafzimmer beionderS preiswert. Bunt« Küchen von M. 175.— an Spezialität: Kleiderschränke, Bertikos, Bettstellen, staunend billig. VerkausSzeit von v— 7 Uhr. Der weiteste Weg macht sich bezahlt! S Kolonie Rfinisenhfifao- Zepcruick, S Std. vom Siettiner Vorortbahnhof. Künstie gelegen, mit bestem Boden lür Obst- u. GsmQsezucht Parzellen von 1800 Mk. an, auch bei kleinerer Anzahlung zu gimstlgeo Zahlungsbcdingunren. Ständiges Wohnen im Sommerhäuschen erlaubt Kolonisten Pahr- preisermäßigung. W. Kosciiotzky , Roscnthaler | Norden 5002. i Str., Waren en eres— Export Möbel auf Kredit U/olin-, Schlaf-, Speisezimmer moderne Ktichan sowie Elnze!-M6bel xu kulsa- testen Bedlngitagea liefert Orebler, Q. m. b. 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