EsnMpreks 15 Pfennig- L» Jahrgang Ssnntag, öen 2ö. GStsber 1H1H Ar. 51S/Ä282< Morgeu-MsgäSH Ste»Freiheit� erschein� Margens und tw�tmtklgs, an 5onn» und Festtaqen m» vorgens D?? Ve�uasnreis beträgt bei freier Zustellung ins Haus für Groß-Beriin 4.— IN., bei direktem Pastbezug man all. 4.65!N« bei Zustellung unter Streifband für Deutschland 6�0 fürs Ausland 7J50 DI., per Brief t?L0 m. Redaktion und Kxpedition: Verlin NW.«. Tchisfbauerdamm IS li!. Fernsprecher: Aatt Norden SSSS und S8i»S> ZnftMte Joffm di« H»npfflretSf5eiI« ein itrtu Naum t�O Ott, JBortaitjtia« das fettgedruckte wort S0Pfv jedes weiter? Wort 25 pst Teuerungszuschlag?0 proz. Sei Familien« u. Versammlungsanzeigen fällt der Zuschlag fori. Inserate für den darauf» folgenden Tag müsien spätestens bis 5 Uhr nachmittags bei der LFpedition aufgegeben fei» Jnseraten-Abtellung: Berlin NW. 6, Tchlffbanerdamm IS Fernsprecher: Amt Norden»?«» berliner-Organ tw VmbfläMfgm ScfMömofmtie Seatltfitanbä Sie sozialistische SaildiSaseaausstellaag In Zcankreich. Konflikt km Seinedeparlement. Die Aufstellung der Kandidatenlisten zur New wähl der französischen Kammer hat in der s o z i a I i st i> schen Partei des Seinedepartements einen heftigen Konflikt hervorgerufen. Die Abgeordneten Dejeante. Navarre, Peber und Rozier sind von der Mehrheit von der Kandidatenliste gestrichen worden, weil sie für die letzten Kriegskredite gestimmt hatten. Die Minderheit verlangte nun unter Fuhrung R e n a u d e l s vom Verwaltungsrate der Partei die Wiederaufstellung der vier Kandidaten. Wie nunmehr aus nachfolgendem W.T.B.- Telegramm hervorgeht, haben die Verhandlungen noch zu keinem Ergebnis geführt. Setfattte«, 24. Oktober. In der gestern abend abgehobenen Sitzung des Verwal- -tungsrats der Sozialistischen Partei ist«S noch nicht gelungen, obwohl. die Sitzung bis tief in die. Nacht hinsin angedauert hat, eine Einigung über die vier abgewie- senen sozialistischen Kandidaten, die die letzten Koiegskvedibe be- billigten, heckeizufuhoen. ES soll heute abend nochaMs über die Angelegenheit verhandelt werden. � Eine Angelegenheit bewegt die radikalen Hazialisteu seit gestern. Hauptmann S a d o u l hat' sich während des Krieges im Auf trage des Munition- mini sie rs ThomaS nach Rustland begeben und dort s�ezishungen zu der Regierung Senin anc,chnüpft. In« zwischen soll er sich zu bolschewistischen Idee« beZehrt haben und in der Roten Armee eine gew'�e Rolle spielen. Die Sozial isten des Seinedeportementz habe« ihn dieser Taye als Kandidaten für die Kammer bestimmt, und nun leitet daS Kriegsgericht einen Pr-�e� wegen Einvernehmens mit dem Feinde gegen ihn em und fordert ihn auf, in 14 Tagen vor dam Kriegsgericht zu erichsinen. In der„Huma- itite" von heute tritt Marcel Eachi» für Sadoul ein und ruf: auS:.Jetzt ist eS zuviel, Herr Clemenceau. Auf Ihr« Pro« bokation wird das gesamte Volk von Paris nicht verfehlen, Ihnen einst deutliche Antwort zu geben." Versailles, 25. Oktober. »Journal Cffictel' veröffentlicht das Gesetz, daS die Kammerwahlen auf den 16. November und di« Nach. Wahlen auf den 30. November festsetzt. Damit ist die Wahlkampagne offiziell eröffnet. Sie SstseeSlockade. Kiel, 25. Okwber. Die Wirkungen der Ostseesperr« machen sich m bat Hafenplätzen der westlichen Ostsc« von Tag zu Tag fühlbarer. Auch der Schiffsverkehr z-w'schen den ftüstircplätzan, der die Eisenbahnen bisher wesentlich entlastete, ruht nollkommen, so daß die Anitauung der zur Verschiffung bestimmten Güter in den Häfen einen immer größeren Umfang annimmt. Die Mi» nenräumverbände sind nach der erzwungenen Einstellung tbrer Tätigkeit nunmehr vollzählig in die deutschen Häfen zurückge- kehrt. Bon c�Mchneiderider Bedeutung für die Versorgung des Marktes mit Fischen ist, daß die Fischerslotillen der Ostsee an der Teilnahme de: nunmehr beginnenden Herings- und Sprotten. fange durch die Ostseospevre verhindert sind. Königsberg, 25. Oktober. Am 20. d. M. vormittags kam ein englisches Torpedo» b o o t in Sicht, legte sich beim Pillauer Tief quer vor den Eingang zum Haff.und sperrte dieses. Auf die Vit- des Pillauer Lotscnlommantdeurs, der am das Boot heraufsuhr, gestatteten die Engländer den Fischern die Aus-fahrr im die See. Nachmittags gegen 4 Uhr fuhr das Boot mit nördlichem Kurs wieder davon. Lle kohlsvlls! iu MdeutWand. München, 25. Oktober. Die Korrespondenz Hoffmann meldet amtlich: Zufolge eines Beschlusses des Ministerrates wurde an den Reichskanzler sowie an den Reichswirtschafismini'ter je ein Telegramm gerichtet, in dem der bayerische Minilierrat seine Auffassung betont, daß die cu Suddeulschland herrschende Kohlennot zur Katastrophe führen muß, wenn nicht die E i n st el l u n g des Eisen» bahnpersonenverkehrs auf 10 bis 12 Tage erfolgt. Gleichzeitig wird ersucht, zur Beratung dieser Maßnahme die Ver- kehrsminister der einzelnen Länder sofort nach Berlin zu berufen. Dazu erfährt das W. T B. von zuständiger Stelle: Tie Koh- kein in Süddeu'schtand ist eine Folge des niedrigen Wasserstandes der Flüsse, der einen Transport auf den Wasserstraßen aus'chließt. Vorbereitungen zur Einstellung doS Personenverkehrs sind von den zultändigen Stellen bereits getroffen worden, doch erscheint es fraglich, ob dieses Mittel nach den schlechten Erfahrungen in Oberschlesie» und Ostpreußen ange- tzendet werden muß. Eine Freimachung der»ach Süddeutschland führenden Dahnlinien wird voraussichtlich notwendig sein. ES ist zu hoffen, daß sich dabei die für das Wirtschaftsleben so überaus schädlichen Wirkungen einer Einstellung des gesamten Personen« Verkehrs vermeiden lassen. In welchem Matzstabe eine solche Frei. machung durchzuführen ist, wird Gegenstand der Prüfung der be» treffenden Behörden sein müssen. Sie Lalleiischlede! und ihre Leschiiher. W. T. B. meldet aus M i t a u: Der Bezirkschef in L i b a n hat den Leutnant zur See Stein, der in amtlicher Stelle bei der Marineauslösungsstelle der deutschen Küstenbezirksinspektion tätig war, verhaftet und mitgeteilt, daß er erst frei ge» lassen wird, wenn mehrere lettische Offiziere, die in Esern und Schrunden verhaftet sind, freigelassen werden. Desgleichen hat er für Reichsdeutsche in Libau von der nächsten Ausgabe ab die Brotkarten gesperrt mit der Begründung, daß. da beut« sche Truppen vor Libau ständen, die Versorgung der Stadt mit Lebensmitteln leide. Es muß festgestellt werden, daß an der Ver» Haftung der lettischen Offiziere in Schrunden leine deutschen, sondern russische Truppen beteiligt gewesen sind und die Truppen, die vor Libau stehen, der deutschen Reichsregierung nicht unterstehen, sondern daß es Truppen sind, die dem Oberkommando der russischen W e st a r m e e unterstehen, daß diese Maß. nahmen der provisorischen lettischen Regierung also völlig unge» rechtfertigt sind. � Obwohl die offiziösen»P. P. N." bor einigen Togsn vor den aus Mirau stammenden Meldungen warnten, da sie au? einer Pressestelle Mmwtsn, mit der die reieljs. deutschen Truppen keine Beziehungen untsrhu-.lre». halt«i das W.T.B, für notwendig, der deutschen O-effentlichkeit nach wie vor derartige Meldungen. vorzusetzen. Wir er- lauben unZ daher an der Richtigkeit der Meldung, soweit sie sich auf die Verhaftung deutscher Sraa tsangch origor de» zieht, zu zweifeln, und wir sind dazu um so mehr berechtigt, als bereits mehrere derartige stdachrichten in die Welt gesetzt wurden, bei denen es sich später hevousstellte, daß sie er- logen waren und den Zweck verfolgten, das deutsche Volk gegen das lettische aufzuhetzen, um den Räuberfeldzug der >deutsch.russischen Abenteurer populärer zu machen. Wenn aber am Schlüsse der Meldung wieder behauptet wird, die gegen die Letten operierenden Marodeure seien keineDeutschen, sondern Russen, so ist das nichts tveiter als ein durchsichtiges Spiel mit Worten. Denn ohne deutsche Hilfe und Unterstützung ist das baltische Abenteuer undenkbar. ZudeuUsch brauch! Hilfe. H e l s i» g f o r S, 25. Oktober. General Jubenifsch hat durch de» von ihm entsandten General Gulewitsch Finnlands Hilfe erbeten Es ner- lautet, daß die finnische Regierung ihre abwartend« Haltung vor. läufig beibehalten wird. An der Petersburger Frout fiuden heftige Kämpfe statt. Die Bolfchewisten nehmen befestigte Verteidigungsstellungen ein. Die Moskauer Bah« soll unbedingt gehalten werden. Judcnitsch hofft mit Hilfe der herangefchafftc« zahlreichen Tanks und der Artillerie den bolschewistischen Widerstand zu brechen. Nachdem auch die Nordarmee die Offensive begonnen hat, entwickeln sich die Operationen zu einem großen entscheiden. den Kampf gegen die Rätemacht. Lle VergacSeiterbewsgung m M-rtta. H..N. New Fork. 35. Okwstsr. Während e» gestern als unvermeidlich angesehen wurde, daß der Beogarbe-terstreik am 1. November in dem Per» einigten Staaten ausbrechen würHe, scheint sich heute die Lage etwas erleichtert zu haben. Laut.New Donk Times"«r» klärt der ArbeitsirNinister, daß die Möglichkeit wicht ausgeschlossen ist, direkte Unterhandlungen zwischen den Bergarbei» tevn und Grubenbesitzer u über neu« Tbmachrngon anzuknüpfen. Wenn es hier zu smem Uebereinkomwen frmmnt, dürfte der Streck hinfällig werden. llz GeAeiZldewaWk in Meiifeld. Bei de« am letzten Sonntag sictstgefundsnen K o m m u» nalwahlen in Birkenfeld erlitten die Republikaner, die bekanntlich eine Loslösung von Oldenburg erstrebten, eine restlose Niederlage. AufsaLend ist der starke Rück- gang der r e ch t s s o z i a l i st i s ch e n Stimmen, der hier wie überall im Rheinland von einein starken- A n- wachsen der unabhängigen Stimmen begleitet ist. In der Stadt B: r'k e u f e l d selbst erhielten die ve> einigten bürgerlichen Parteien Ist Siste, die Ilnabhängi- gen 2. In Ober st e i n wurden gewählt: ä Ncchtssozia- listen, 4 Demokraten, 2 Volksparteiler,. 2 Zentrum mrd 2 Unabhängig«.-- Das MeduseNheupl des weißer Schletkess. M a n cht!«, 25. Oktober. Im Morbproreß gegen die vier Angehöck geu der Reichswehr wegen Ermordung de 21 katholischen Gesellen, wurde heute folzrndrt Urteil gefällt: Es werden vcrui.teilt: die Angeklagte« Müller und Makowski zu je vicrzeb« Zahre» Zuchthaus und zu je 10 Jahre» Ehroerlust. Ter Angeklagte Grabcrt zu einem Jahr Gefängnis; der Ange- klagte K r e i n e r t wird freigesprochen. „Man hat in der letzran Zeit oft-die Tat am Karolinen. platz mit dem Geiselmord im Luitpold-Gymnasium m Parallele gestellt. Man kann aber meiner Ansicht nach die beiden Blrütaten n i ch t m i t e i n a n d e r v e r g l e i ch e n. Sie hoben nichts miteinander zu tun, als die Grausamkeit .der Tat. Der Geiselmord wurde aus teuslischen politischen Motiven von den Führern provoziert. Am Karolinenplatz waren die Führer unschuldig. Dort war es Mord, hier ist es T a t s ch la g. Wenn die Täter glaubten/daß sie Spartakritenchor sich hätten, da:m wäre dre Tat damit m e n s ch l i ch e.r k l ä r t(?!). aber nicht entschuldigt." Diese Worte, die der Staatsanwalt wi seiner ,.Anrlage"-Rede im Münchener Blutprozeß sprach. sind ein Symbol der Tragik, die auf den Münchener Ereig- nisten, ja die ans der Entwicklung dar ganzen deutschen Ne- Volution ruht. Sie sind eim Sinnbild der Vernichtung und des äußersten Kampfes, der schon wenige Tage nach dem 9. November angefangen hat und gegen alles, was mit revo- lutionärer Erhebung in Beziehung steht, in schärfster» niedrigster und verwerflichster Weise geführt wird, ein Sinnbild der Unterstützung und der Förderung, die allen gegenrevolutionären Machenschaften zuteil wird._ Die Fehler der Revolutionäre, sie werden hundert- und tausendfach vergrößert hinausgeschrien im alle Welt und als der Gipfel allem Abi'cheus darstellt, die Taten der Gegen- revolutionär« aber, sie werden als heimlichstes Heiligtum gehütet, und wsnn dies einmal gar nicht mehr möglich ist, so werden sie verschönt, entschuldigt und verbrämt, so wie jetzt der Staatsanwalt die entsetzlichen Taten der Weißen Garden in Münchens Bvirtholomäustagen beschönigt und die Ermordung von Spartakisten als menschlich erklärlich bezeichnet._.... Wochen» und monatelang wurde über diese Geschehnisse. die grauenhaster sind, als alle Menschenphantasie sie aus- zudenken vermag, nicht allein der t i e f st e Schleierde L Geheimnisses gebreitet, sonldern sie Wurden systematisch abgeleugnet. Als die Münchener„Neiie Zeitung" Einzelheibsn über den Mord an Landauer, über dessen grausige Niedermetzlung jetzt vor dem Farrnn des Gerichts zweifellose Klarheit, geschossen Ivnrde, veröffentlichte, da wurde sie mit L o r z e n s u r bedroht. Die Hilferufe der Angehörigen der ermorde.. n Kommunisten wurden mit Einkerkerung, mit neuer Er- schießung beantwortet. Alle Berichte von Augen zeugen selbst über Einzelheiten, die gegen das, was der Prozeß numnevr erbrachte, beinahe harmlos zu nennen waren, wurdsir ab- ge le ug n et. Und wahrlich, nicht etwa die beginnende Einsicht der Regierung, daß dieses schmähliche Spiel der Wleugmmg der Münchme'r Bluttaten doch einmal ein Ende haben müsse, war es, die diesen Prozeß veranlaßte und damit die Oesfent- lichkeit wenigstens einen kleinen EinÄlick hinter die Kulissen der Münchener Tragödie tun ließ. Der„Irrtum".- der einem Teil der Truppen passiert war, 21 katholische Gesellen für Spartakisten zu halte« und sie dementsprechond zu mißhandeln, ihnen das Gehirn einzn'schktgen, sie zu zer- treten und die Toten zu bemulben, hat dies Wunder bewirkt. Da es fromme katholische Geieve»' warm, wand das Jen- t r u m auf den Plan gerufen, unid seine Macht brachte- es fertig, was die Achtung vor der Wahrheit und vor der eigenen Ebre nicht fertig gebracht l'Me. '' Der Prozeß hat vor der Ochfsntlichkeit volle Klarlu it darüber geschaffen, daß die Hinmetzelung der katholischen Ga- scllen durchaus kein Einzelfall geweien ist. Er hat gezeigt, daß es nur einer von vielen älnÄichen Fällen ge- wesen ist. Doch die Regierung denkt vo-rllittfig gar nicht daran, auch die anderen Missetäter zur Veraniwo>'ti»ng ni ziehen. Waren die Ovfer dock in den anderen Fällen auch keine Lat-i'siischen Gesellen, es wae.en ia ,.>nuc Spartakisten". Und die Himnetzeiiing unjch.nl'diger Svartofisten ist ia nach der Erklärung des Ttwrtsmw'ailes„niensaiick c: clärlich!" Tie beiden Neichs.vehrjoodateil, dre jetzt ihre Schartig toten im ZuchthairS büßen sollen(falls ihnen nicht Gelege� heif Schoten, wich.. H-tMLLujMUlÄ finiin zu bs?uch?n), stuZ» wahrlich voll einer kurchKvren Cchull». Toch allein schuldig sind sie nicht. Allein idntl- d'.ch sind auch nicht all i>ie andern Solidcrten. die unter München? Proletariat ienes furchtbare Blutbad anrichte- t?n, ja. sie sind noch nicht einmal die Gauptschuldigm. Die Hauptschuldigen, das sind die Kreaturen, die die �oföateii erst in jenen unmenschlichen Zustand gegenüber allem, was Lparchkistcn genannt wurde, brachten, die die Vernichtung des..spartakistischen Gesindels" eine edle Tat nannten und die darin selbst mit schlechtem Beispiel vorangingen. Ist es dock im Prozeß erwiesen worden, baß Offizier« in jenen trüben Tagen sich Mannschaftsmützen aussetzten oder Zivil anzogen, wenn sie aus die Spartak! st enjagd gingen. Doch nicht genug damit. Auch die höchsten militärischen Stellen tragen ein schweres Maß der Veranrwort ung. Wurde doch in dem Prozeß ein bisher stets abgeleugneter Erlaß des Ober st en Evp bekannt, der kurzerhand erklärte, joder, der weiteren Widerstand gegen die Regie- rnng Hoffmann leisten würde, müsse mit dem Tode bestraft werden. Bei solcher bcdeMichen Vorarbeit können die furcht- baren Taten der Soldaten wahrlich nicht wundernehmen. Es ist derselbe Geist, der in Berlin zu der Ermordung der 32 Matrosen durch den Oberleutnant Marloh, Zu der Er- ..wrdung der„Vorwärts".Parlamentäre und zu der stand- «chstlichen Erschießung so vieler Unschuldiger führte. Hat doch selbst dieser Prozeß, in dem eS sich noch nicht einmal um Spartakisten handelte, erwiesen, daß von den m i l i tä r i s ch e n Stellen, welche die Untersuchung zu führen hatten, alles ge- tan wurde, um die Verfolgung der T a b z u unterdrücken. Das Gericht der 2. Garde-Jnsante- rie-Di Vision hat es nicht einmal für nötig gehalten, auch nur ein'Sektionsprotokotl über den Leichenbefund au- Hufertigen. Die 2. Garde-Dwision hat, wie einer der weni- gen dem Blutbode entronnenen katholischen Gesellen, der Zeuge A ch e r, der die ganze Entwicklung der Vorunter- sitchung ans das genaueste kannte, ausrief: olles ver- h i n d e r t. w a s d i'e Sch eußlichkeitderTatans Licht bringen konnte. Ter Hauptmann v. Stntter- hsim, der nach der ii-bereiuftinrmenden Aussage mehrerer Zeugen die furchtbaren Mißhandlungen der katholischen Ge- sellen durch die Soldaten ohne jedes Einschreiten zuließ, be- findet sich noch'heute auf freiem stsnße. Dieser Mann würgte es, sich vor Gericht damit zu entschuldigen,>daß er erklärte. er ha-be von den Mißhandlungen nichts gesehen, weil er während beS Transportes am Ende des Zuges sich mit einem Feldwebel über einen getöteten'Sanitäter unterhielt. Und das sei i'hm wichtiger gewesen, als die Beaufsichtigung des Gefangenentrans- Port«?! Wenn dieser Hauptmann v. Stutterheim, wenn all' die anderen durch diesen Prozeß so schwer be- lasteten Personen, wenn insbesondere die verontnvortilichen Stellen der 2. Garde- Infanterie- Division, die die Unter- sucbung geführt haben, nicht vor Gericht gestellt werden, so muß man an der deutschen Justiz völlig verzweisoln. ZmllrlÄI im„A«Mr".1Zrozeb xezendle «VorwSrls"-LesaS«ng. Nach zwei Wochen Hauptverhandlung hat dar.Aufruhr"- Prozeß gegen die„Por>värts"besatzung sein Ende gefunden. DaS Verfahren hat wahrlich«inen anderen Verlauf und Ausgang ge- nanimen, als die Auklagebchörde und die hinter dieser stehenden Stellen erwartet haben mögen. In den vorangegangenen Prozessen gegen die übrigen Teile der.Vc>rwäriS"besatzunLen, die vor den Strafkammern stattfanden, hatte die Staatsanwaltschaft über die Schuld dieser Rädelsführer alle Behauptungen aus der Anklageschrift vorgebracht, die von ernem Verteidiger zutreffend abs ein Roman bezeichnet wurden. In der Hauptverhandlung brach nun das ganze Gebäude dieser Anklagenufdaskläglichstezusammen. Aus den Be- lasiungSzeugsn wurden Entlastungszeugen. Es sei bot dieser Ge- legenheit anerkannt, daß Landgerichtsdirektor I e p p in seiner VerhandlungSleitning bestrebt war, den Angeklagten da» gesetzlich verbürgte Recht ihrer Verteidigung nicht zu beschränken. Diese UnparteilichSeit wirkte geradezu überraschend. Zwar halten wir-nrch dieses Urteil, das die Angeklagtem nur zu einigen Monaten Gefängnis verdammte, für einen zweifellosen Fehlspruch, denn die Tat der Angeklagten fällt unter kein Strafgesetz, eS war kein Kampf gegen eine Regierung, sondern u m die Regierung. Gleichwohl aber bedeutet das Urteil ein« vernichtende Kritik der Stellen, durch deren Schuld die Angeklagten fett etwa% Jahren, das heißt länger, als die ganze ihnen auferlegte Strafe beträgt, in Untersuchungzkmst gehalton wurden. Es bedeutet auch ein vernichtendes Urteil gegen die bürgerliche uno rechtssozialistische Presse, die gleichwie im Preetz gegen den Roten Soldatenbund, wie im Neuköllner Meu- tereiprozeß so auch in diesem Prozesse die ungeheuerlichsten Be- richte über die Taten der.Spartakisten" brach!«, die ohne jede Prüfung einfach beutegierig jeden verlogenen Spitzelbericht ab. druckte. Ein«'der bezeichnendsten Erscheinungen ist eS soldann, daß in all diesen Prozessen ein« bestimmte Art von Zeugen nicht zur Stelle zu schaffen ist. Nach den früheren Gesetzen bestanden be- sondere Vorschriften für die Zeugenpflicht aller Exfürsten, aber eine Z e u g e u p f l i ch t b e st a n d und eS wurde ihr auch g e» nügt. Doch in der jetzigen vollendeten Demokratie ist ein Pri. vileginm für eine neue Personenkategorie hinsichtl'ch der Zeugenpfticht entstanden. Die RegierungS. und Polizei- spitzet sind tatsächlich von ihrer Zeugenpflicht durch den gesetz- widrigen Schutz bestimmter Machtfaktoren befreit. ES handelt sich hier nicht um ein einzelnes Vorkommnis, sondern um«in System, da? sine Cabotierung jeder geordneten Rechtspflege dar» stellt. Der Aufrulhrprvzeß warf noch weitere Schlaglichter aus die Tätigkeit der Behörden und die?bussassung ihrer Amtspflichten durch Herrn S ch e i d e m a n n. Herr Scheidemann hat bekundet. daß er von der Ermordung der serbS.,VorwärtS"P i« ,n d r L e b r t e r G t r a ß« g a n z e Auto» voll Leichen fort gefahren worden ko'SN, die man ins Wasser geschmissen habe. Er brt den Grafen Westarp deS sechsfachen Mordes und teS vierfachen Meineide/ bsschuldisjt und dafür zahlreiche Aengen gonarmt. Ter Münchener Gesellenmord zeigt, daß man nicht mit«Sne« Achselzucken über derartige schwere Anschuldigungen hinweggehen darf. Wo bleibt das Verfahren gegen den Grasen Westarp? voske gegen Noske. Llm den Ruf der Reichswehr zu beffern... Beginnen wir noch einmal: Am 7. August ist von Herrn Noske die Jugendzeitschrisl der Unabhängigen So- zialdemokratischen Partei„Die Freie Jugend" v e r- boten worden. Zwei Monate lang hüllten sich die mili- tärifchen Stellen über die Gründe des Verbots in tiefes Schwsigen. Erst in der vorigen Woche hat Herr Noske in der Na t i o na lv e r jammlu ng angegeben, daß Hie Zeitschrift deshalb verboten worden sei, weil sie auf ihrem Titelblatt mit großen Lettern die Aufschrift getragen habe:„DerStaatals Mörder- schul e." Am gleichen Tage kam endlich auch eine schritt- liehe Antwort auf die BesckMicche des Genossen Haase über das Verbot. Sie enthielt dieselbe Angabe als Begründung. ' Wir konnten sofort feststellen, daß die Behauptung Nos- kes eine glatte Uninahrheit war. Es gab zwar eine Zeitung, die den Namen„Freie Jugend" führte und die auch einen Artikel mit der Ueberchrift„Der Staat, eine Mörderschule" gebracht hat. Diese Zeitung hatte aber mit der Zeit- schrift der Unabhängigen Sozialdemokra- tie nicht das mindeste zu tun. Ganz abgesehen davon, daß der Inhalt des von Noske erwähnten Artikels sich nicht gegen die jetzige Militärmacht richtete, sondern, wie auch der sonstige Inhalt des Blattes, das militaristische Den- ken überhaupt becksimpfte. Wenn man schon nicht in dieser Verwechslung eine Ab- ficht erblicken will, so bedeutet sie dock, eine ungebcnerliche B l o ß st e 1 1 u n g nicht nur des Reichswehrminisderiums, sondern der Regierung, in deren Einvernehmen Herr Noske handelt. Sie hätte in einem wirklich demokratischen Lande genügt, um die für diesen Akt verantwortlichen Per- sonen von ihren Posten himoegzufegsn. Anders im neuen Deutschland, im Lande der vollende- tcn Demokratie, in dem Staate mit der freiesten Verfassung der Welt. Die von unS enthüllte Blamage des Reichswehr- Ministeriums wurde von der gesamten bürgerlichen und rechtssozialistischen Presse totgeschwiegen. Die„Demokraten" aller Schattierungen rühren keinen Finger, um die Ver- gewaltigung des Rechtes, wenigstens in diesem einen Falle, an dem es nichts zu deuteln gibt, wieder zu sühnen. Jedoch Herr Noske hat nicht geschwiegen. An dem Tage, an dem wir die Blamage der für das Verbot ver- antwortlichen Stellen der Welt enthüllten, wurde da? nach- folgende Schreiben verfaßt und später verschickt: Ober?ommz übermittelt. Nach diesen Klagen muß die Disziplin in der Reichswehr zn wünschen übrig lassen. Tie Klagen beziehen sich im wesentlichen auf folgende Punkte: Diebstahl und andere Gesetzesübertretungen kommen Ii« u f ig vor. Viele Truppenwile machen ftvst gar keinen Dienst. Tie Mannschaften verleiten durch ihre Beispiele die Jugend ans dem Lande zu Müßiggang, BergnügungSsucht und zur Nichtachtinig der Antoritätkn und Gesetzr. Der Grund für die Duldung der erwähnten Mußestunden war bisher die nicht unberechtigte Sorge, scharfe Maßnahmen würden zu massenhaften Kündigungen führen. 7dctzt. wo wir gezwunaen sind, da* t&eicr«n raschem Tempo zu verkleinern, sind derartige Sorgen nicht mehr begründet. ES muß jetzt durchgegriffen werden, jchin um der berechtigten Mißstim« mling weiter Kreise deS Volkes Genüge zu tun. Wo irgend mdg- lich, müssen die Truppen kaserniert werden. Es muß mehr Dienst, befoivbcr» Felddienst geübt werden. Die Dis-iiplin muß gefestigt. »ngeoignete Element« müssxn rücksichtslos entfernt werden. Daß ein Teil der Entlassenen da? Lager der Spartakisten verstärken wird, muß mit in Kauf genommen werden. Taugen sie in der Reichswehr nichts, so werden sie auch die rote Armee im Stich lassen, wann es ernst wird. Ich darf er!»arten, daß alles getan Ivrxd, nm den Ruf der Neichsehr zu bessern und ihr inneres Ge, füge zu festigen. Der RetchSwehrmi nister gez. NoSke. Der Preußische Minister deS Innern hat sich also nach diesem Schreiben die Klagen vieler Landgemeinden über die Reichswehr dadurch zu eigen gemacht, daß er sie der mili» tärifchen Stelle weitergab. Auch Herr Noske muß von ihre? Nichtigkeit durchdrungen sein, denn er spricht in, dem Doku« nient von der„berechtigten Mißstimmung weiter Kreise deS Volkes", und er erwartet, daß alles getan werde,„u m d e a Ruf der Reichswehr zu besser n". Ziehen wir das Ergebnis aus diesen Darlegungen. NoSke kämpft gegen Noske; des Vergehens, das er neuerdings als Grund für die Aufrechterhaltung des Ver- botes der„Freien Jugend" anführt, hat er sich selbst schuldig gemocht. Wenn eS also noch eine Gerechtigkeit in Deutschland gibt, so müßte Noske schlcuniast sich selbst verbieten! Aber das erwarten wir nicht. Wer sich so in den Geist deS Militarismus verstrickt hat, wie dieser Mann, der wirb eher der einen Willkür zehn andere nachfolgen lassen, als daß er eingestehen würde, daß er geirrt habe, Dagegen fragen wir die Regierung an. ob sie eS mit ihrsr staatSmann'.schen Einsicht für vereinbar hält, daß das Ver. bot der„Freien Jugend" noch länger aufrechterhalteir bleibt? Es stellt nicht nur einen krassen Verstoß gegen dis Verfassung und gegen daS Pressegesetz>dar. es ist auch fach« lich nach unsecn Darlegungen nicht begründet: e s i st. g e« linde g esagt, ein Akt der reinen Willkür!, Sie Meuierel des Z«s. liest. 21. Zu unserer Meldung über die Meuterei deS Jnf.-RegtS� 21) in T h o r n teilt uns jetzt das dortige Gouvernement mit, daß die 3. und 10. Kompagnie nicht fahnenflüch.-ig geworden seien. Ge» schlvssene Formationen seien überhaupt nicht abgerückt, sondern lediglich kleinere Trupp» unter dem Schutze der Dunkelheit— im ganzen etwa 200 Mann. Das Goukcrnemeinl kabe noch in der gleichen Nacht alle Maßnahme, r g: troffen, um die Flüchtigen fest- zunehmen und einen Grenzübergang zu verhindern. Wir haben in unserer Veröffentlichung über die Meuterei dem Gouvernement Thorn keinen Vorwurf der Beihilfe gemacht, vielmehr auS drück! ich hervorgehpben, daß die fahnenflüchtigen Truppen auf Befehl der mitbeteiligten Offiziere die Nacht be- nutzt haben, um die M'iiiärbehörden in Thorn hinters Licht zu führen. Die Schuld an, dem ganzen Vorgang trifft ausschließlich die Offiziere des betrerenden Regiments, die durch lockende Ver» sprcchungen die Soldaten zur Flucht veranlaßt haben. Diese Herren haben sich ohne Zweifel der Verleitung zum Lande?» verrat, zur Meuterei und'de» vollendeten Betrug» schuldig gemacht. Hoffentlich erfährt die Oessentlichkeit recht bald da» Nähere darüber, wie da» Bergehen dieser Herren geahndot worden ist.> Aferstthnn?. Wie wir erfahren, wird nun auch der.NeichSverband zur Bekämpfung der Sczlald.'mokratie" wieder in Tätigkeit treten. Bei der Zentrale der Diskantogefellschaft ist ein neues Bankkonto für ihn«ingerichiet worden, über' das Gen.-Lt. v. Liebwt und Direktor Franz Ludwig das Verfügung?» recht haben. Zu allem andern also auch noch da». Zur Liga zur Be- kämpfung de» Bolschewismus, zur behördlichen Pfleg? und För- dcrüng de« Streikbruchs auch noch diese allvert-'auce Erch.i- nung. Auf jeden Fall wird da» trübe Bild des angeblich neuen Teutschland, das so vi le der ehrwürdigen Schönheitsfehler der wilhelminischen Periode so glücklich konserviert Hot. durch die Wiederherstellung dieses Schandfleckes auf den deutschen politischen Umgangsformen in der glücklichsten Weise vervoll- ständigt. Ler'etzlke Strenge. Konrad H a e n i s ch hat einen Erlaß ergehen lassen, in dem er den streikenden Schülern seine ganze Strenge an» kündigt und gebiete!, daß Schüler, die sich der Auflehnung schuivig machen, von den Lehran st alten zu verweisen sind, Diese Kundgebung gegen die Störung der„geistigen Mehr»' wertbildung", um mir dem Leiter der Berliner Handelshochschule zu reden, durch streikende Schüler ist zwar ganz nach der Schablone der sonstigen Regierungspraktiken gegen Streikende gemacht, aber sie erscheint uns trotzdem als untaugliches Mittel. Allein wirksam wäre ein Aufräumen unter den Lehrern, die die Jungen und Mädel zur Auflehnung gegen die Anordnungen der höchsten Schulbehörde aufwiegeln. Solche soll e» nämlich geben. Energie ist gut, Konrad Haenisch. aber{U muß am rechtyi Lot geutt Wirdum-" �----- Der Slre'k öst NelMarbeller. tas fplßl ml! dem Feuer. AIS in der bürgcrlilben Presse letzthin die Frage auf- tauchte, warum die streikenden Metallarbeiter die Arbeit nicht sofort bei Beginn der Verhandlungen emsgenommen hätten, war dabei von„Treu und Glauben" die R>eds. Auf Treu�und Glauben habe Pch das Unternehmertum ni-ih den Arbeitervertretevn an den Beratungstisch gesetzt, und sie fühlten sich nun betrogen und hintergangen. Wie heimtückisch und falsch, wie schlecht gespielt diese Sentinientalitat war, zeigt sich schon jetzt, denn das Unter- nehmertum wendet allerlei Tricks, an, um aus der Tatsache, daß die Arbeiter den Verfraadlungcn nicht mehr ausweichen können und zur Annahme der Schiedssprüche genötigt sind. unlauteren Vorteil zu ziehen. Nach dem Spruch vom 21. Anglist sollte die Eingruv- picrung der verschiedenen Branchen in fünf Lohnklassen bis zum 5. September erfolgt sein. Die neuen Lohnsätze, die gemäß der Einreihung der Branchen für die einzelnen Gruppen zu zahlen gewesen wären, sollten nach V e r» tragsabschluß. das heißt nach dem 5. Septem- her. gezahlt werden. So der Sinn des Spruches vom LI. August. Der Vertragsabschluß, an den bei der Abfassung des Spruches gedacht wurde, kam nicht zustande. Die Arbeiter traten in den Streik und die Regelung des Lohnstreites ver- zögerte sich um Wochen. Und nun, nachdem d»nk dem ver- ständigen Eingehen der Streikleitung auf die Dorschläge des ÄrfjeitSministers neu« Derhandlungon im Gange sind. beharren die Unternehmer bei der oben angedeuteten lllrslcglmg des Spruches vom 21. August und �fordern seine Anwendung auf die gegenwärtige Situation. Wenn nach dieser Forderung der Unter- »rshmer die Zahlimg der Löhne erst n a ch V e r t r a g s a b- schluß gezahlt wird, so bedeutet das praktisch, baß die Metallarbeiter auf die Zahlung der neuen Lohne noch dieleWochenwartenmüssen. denn der endgültig« Abschluß des Vertrages ist vorDezember kaumzu erwarten. ' Darum lehnm die Metallarbeiter die Anwendinzg des betreffenden, durch die V e r h ä lt n i s s e v ö l l i g übe r- holten Satzes d«S Spruches vom 21. August ab und fordern die Ansetzung eines bestimmten Ter- »n i n e S. etwa deS 1. Oktober 1913. für den Beginn der Lohnzahlung nach den neuen Sätzen. ES kommt hinzu, daß die Dauer des Vertrages eben» falls durch den Spruch vom 21. August festgelegt ist, «nd zwar läuft der Vertrag bis zum 31. Dezember J919. Würde man also nach den Ansprüchen der Unter- Itchmer verfahren, so kämen die Metallarbeiter kaumvor Ablaufder Gültigkeitsdauer deS Vertrages in den Genuß der ihnen zuge- sprochenenLöhne. Das aber würde nicht nur bedeuten, daß eine Fülle von Kraftaufwand in den Verhandlungen nvhtzzu nutzlos vertan wäre, sondern es hätte vor allem eine heftige Er- regung der Metallarbeiter zur Folge, die in einem solchen Verfahren m i t R« ch t einen Betrug, einen offenen und brutalen Verstoß gegen„Treu und Glauben" erblicken würden, um mit den bürgerlichen Pharisäern zu reden. Schon jetzt macht sich diese Erregimg fühlbar, und es liegt auf der Hand, daß sie der gedeihlichen Entwicklung der Verhandlungen nicht aerod« förderlich sein kann. Um so schamloser aber ist dieser Betrugsveriuch angenchts deS bevorstehenden Winters mit seinen wirtschaftlichen Schwierigkeiten. Bei der neu anziehenden T«uerung wird die Arbeiterschaft den LohnauSfall. den das Gelingen des Streiche? der Untern eh msr zur Folge hätte, um so schmerz- sicher enipfmden. Dann aber muß schon jetzt gesagt werden. �aß ein solcher Vertragsabschluß einen neuen und weit heftl- zeren Kampf sofort nach Ablauf des Vertrages, also im zanuar 1920. unausbleiblich machen würde. Wir oissen nicht, ob der relativ geringe Vorteil, den >i« Unternehmer jetzt durch die Durchsetzung ihres Willens rrzielen würden, den N a ch t e i l aufwiegen würde, der auch ihnen auS einem solchen Kampfe entstehen müßte. WaS ein imfangreicher und langer Streik der Metallarbeiter mitten im Winter aber für das gesamte Wirtschafts« leben bedeuten würde, brauchen wir nicht erst zu sagen. tarum halten wir es für die vornehm st e klufgabe des gegenwärtig tagenden Schiedsgerichts, diesen neuen Zündstoff von vornherein zu beseitigen, indem eS durch«inen entsprechenden Spruch die Be- irngsablichten der Unternehmer unmog« U ch macht. Bericht des Schiedsgerichts. Uckber die Schiedsgcrichtsverhandlungen fn der Ber- äner Metallindustrie wird vom Schiedsgericht mit- uctcilt: Die Verhandlungen vor dem Schiedsgericht für Sohnklassisizierung der Metallindustrie schreiten glatt ,oran. Am Sonnabend wurden die Gruppen der Metall- zürtlcr. Mctallschleifer. Galvaniseure. Schnittarbeiter. kisenkonstruktions- und Eisengießercibctriebe verhandelt. Sic internen Beratungen'des Schiedsgerichts halten schritt nit den Verhandlungen der Parteien. Jedenfalls dürfte nach dem Stande der Verhandlungen nicht zu befürchten sem. daß durch sie die Wiederaufnahme der Arbeit verzögert rc"r$"ie amtlich« Mitteilung läßt den Stand der Dinge nicht klar erkennen, insbesondere nicht den Umstand, daß die Zrage der Wiedereinstellung der Streikenden »och keineswegs befriedigend gelöst ist. « Obleute der Metallindustrie. - Die Sitzung der Obleute findet bereits Montag früh 9 Uhr in den Sophiensälen statt, nicht, wie beschlossen. Dienstag. Die Fiin fzeh ner«Kom m«ssion tritt am Sonntag vormittag 10 Uhr zusammen. * IT(f. Ol. Brunn«, sir. Montag, den 27. 111. dorm. 10 Uhr! Vririrbiversmuiulmig Pharüssäle, Mülleriir. I. A.: Liooch» %,«. 0. Q). Kollegen, welche 18-24 Stempel aus zfd /toto-ftÄCa. Kart« ebatben mtäi SIuJiflMuui du Trtrg- nnteri'iütznng. Auch sind sämtliche Quittungen am Montag zu muerichreib.n im Bürgerparl, Ooerjchöueweire. Achtung! Samsenwerk! Montag, den L7. Oktober kommen zur Streikunterstützung folgende Nummern in fo'gender Zeit zur Auszahlung. 1—150 vormittags 9—10 Uhr. 151— 300 vorm rtagi 10— 11 Uhr, 300 bis Schlutz von 11 Uhr ab. ?l. 6.©., Glühlampenfabrik. Msntag, d.n 27. 10., vo�m. 10 Utr, TetricH?versammlung im Stadttkeater Moabit, Mi- Dboabit 47/48. Nachdem Auszahlung der Streikunterstützung. Knorrbrcmse und angeschlossene Betriebe! M«ntag, 27. Qk- tober, mittag? 2 Uhr, Kaffee Bellevue, Betri dsversammlung. Abgabe der Streikkarien für die zweite Ezstraunterstützung. Mon. lag, 12 Uhr, Bertrauenkleutesitzung, Bell vue. A. Qr. 05. Hennigsdorf. Sireikdcrfammlung am Montag, den 27., bei B ose, Hcnn psdori. dorm. 11 Uhr, Stempelung ebenda. Züge fahren ab Stettincr Bahnhof 9.15 und 9.30. Angestellte der Berliner Metallindustrie! Di: Kollegen Handarbeiter befinden sich noch imm.r im Streik. EZ iit unbedingt notwendig, daß Sie Ihr« Sammeliäf gkeit durch Marken oder Sammellisten weiter soolsctzcn. Wir erwart n Betoiligung jede» Angestellten, k ibeitkgc meinschaft freier Angeftelltenver- bände. Ortsselretariat. Telefunken. Betriebsversammlung. Montag. 10 Uhr, Patzenhos.r, Fid'cinstr. S/Z, kleiner Saal. Anschließend AuS- Zahlung der Etreikgclder. A. E. G. Apparatesabri?. Montag, den 27. Oktober, nachm. 2 Uhr, Betriebsversammlung in dey PharuSsälen. Müllerstraße. Daimler. Montag, vormit'ag 10 Uhr, Buche rabholuno, Kar- tenabholun». Von 11—2 Uhr Auszahlung im Lokal von Krumm. GoneSstr. Ecke Neichhardtstr. Mix und(sten�st. Montag, mittag 1 Uhr, Betr'edSversamm- lung. Auszahlung auch an Unorganisierte, Schlvßbrauerei Schöneberg. Kriegsbeschädigte und Hinterbliebene SiemcnS-Schuckert- We.k, Franklinstraße. Versammlung, Montag, nachm. 4 Uhr, bei Pörnich, Ma chstraße. Erscheinen notwendig. Mittwock, nachmittags 4,30, Sitzung der Obleute und Vertrauensleute der Kriegsbeschädigten des Sie men Z-KouzcruZ bei Lenz, Tegeler Weg 97. Deutsche Werkstl ten- Gesellschaft, HohenschSnhausen. Dienstag, den 28. Oktober, früh 10 Uhr, im Restaurant S e r s ch l e b. Berliner Straße 93, Zahltag der sämtlichen Nummern. Stempelkarten müssen abgegeben werden zwecks Extraunterstützung. Firm» Sigismund Borcherdt. Betriebsversammlung samt» lichcr Streikenden am Montag, den 27. Oktckber, nachmittags 2 Uhr, bei Reim, Urbanstr. 29. A. E. G. Brunnenstraße. Montag 10 Uhr vorm. Betriebs» Versammlung. PhoruSsäle, Müllerstr. 142. Bergmann, Berlin. Montag, den 27. Oktober, in allen Ver- sammlungSlokulen Zusammenkunft. Unterschreiben der Quittungen. E. P. Goerz. Montag, den 27. Oktober, nach- mittags 2 Uhr, Betriebsversammlung deS Ge- samt wertes Goerz und Sendlinger im Schloßpark Steglitz. Um 12 Uhr im Lindenpark, Lichterfelde, kom» dinierte Sitzung sämtlicher Vertrauensleute und Ausschuß- Mitglieder. Am Dienstag kür Gesamtwerk im Linden- park: Unterschr««ben der Quittungen von 9—4 Uhr. Achtung, A. F. A. Gesamtes Konzern fWerl Ober- schönewcide. Monteure und Helfer vom Zentralbureau. Hau- noversche Straße, Elektro-Thermit) Dienstag, den 28. Oktober, nachmittags 2 Uhr. Betriebsversammlung in der Aula, Frischen- straße. Nach der Versammlung finde» die Auszahlung der Extra« Unterstützung statt. Es gebt uns folgende Resolution zu: „Mit Entrüstung nehmen die Arbeiter der Firma E. Zwietusch U. Eo. Kenntnis von vor Absicht der Unternehmer, unsere Ar- beitcrräte und Funktionäre nicht wieder einstellen zu wollen. Wir erblicken darin einen Hohn auf dal Mitbcstimmungs» recht und erheben den schärfsten Protest dagegen, geloben, die Arbeit nicht eher wieder aufzunehmen, bis die Unternehmer die Absicht aufgeben und alle Arbeiter restlo» wieder einstellen. Wir sprechen der Iber Kommission unser vollste» Vertrauen aus und stellen uns einmütig hinter ihre Maßnahmen.' Sie Atilwerk der bulgarischen Zriedeaa- delegalion. H. N. Park»,?». Oktober. Die bulgarische Delegation hat Freitag die bulgarische Ant- wort auf dt« FriebenSbedingungen der Entente eingereicht. Die Antwort zerfällt in drei Teile. Der erste Teil enthält dir Bemerkungen zum Völkerbund, den voll» tischen und Arbeitlbestimmungen. Ter zweite Teil umsaßt die Anmerkungen zu den territorialen Bedin» g u n g« n, gegen die Bulgarien in bezug auf den Verzicht auf Thrazien und da» Strumitzagcbiet Einspruch erhebt. Der dritte Teil bezieht sich auf dir m i l t t ii r i s ch e n, marittmen nnd Luft» fahrtbcdii�ungen,. sowie die Bestimmungen über die Befreiung, der Kriegsgefangenen, über Schadenersatz usw. Der Oberste Rat war am Freitag nicht versammelt und konnte die bulgarische Antwort daher nicht prüfen. Wahrscheinlich wird die Antwort an die bul» garische Delegation erst innerhalb einiger Tage erfolgen. Sie klöne der russischen SegenrevosusionSre. Amsterdam» 25. Oktober. Die»Times' vom 23. meldet, daß Gvneval K o l t f ch a k sowohl von Toniiki« als auch Fudenitsch al» da» Haupt der russischen Regierung anerkannt wivd. Der m London eingetroffene offizielle Bevtreier de» General» Fudonitsch, Ge» neval Dobriansk, erklärte, daß General Judenitsch weitgehend« Maßnahmen getroffen hat, um die Gefangennahme der Balsche- wistcmfichv« zu sichern. Die Generale Kol tschak, Judvnitsch und Tenikin haben di« Absicht, wenn eS ihnen glückt, Rußland zu be- freien,«ine Koalitionsregierung zu bilden, di« di« Gvumdlag« für di« friedliche Wahl der Konstituante auf d e m o» k r a t i s ch e r Grundlage bilden wird. Di« drei Generale haben nicht di« geringste Absicht, di« Monarchie wieder einzuführen, sie streben nach einer demokratischen RegievungSveforin. General Mangln gehl ulchl nach dem Mkm. BersallkrS, 24. OkloSer. Wie»Jntrankigeant" meldet, ist die Nachricht von der be- vorstehenden Abreise de» Generals Mangln nach dem Dal-t!» dum verfrüht. Es hätten sich verschiedene Schwierigkeiten politischer Art ergeben,- die di« Abreise verzögern, vielleicht sogar gänglch in Frage stellen können. Nach demselben Blatt hat das französische Haupt. quartier heute ossiziell aufgehört zu bestehen. Mar- schall Pödain hat heute sein« C|fi|i«w zun sich versammelt und sich Von ihney tztrMchiedst,•"•***■ � VnMer pro'esi gegen die tksMg m AkllinöZftsige. Kopenhagen, 23. Oktober. . Nationali idend«' meldet aus Stockholm: Der Volks» kommiisar für auswärtige Angelegeetheiit Tsch'.tscherin hat ein Radiotelegramm an die Mintstcoien des Auswärtigen in Pa» ris, London, Washington, Tokio, Stockholm und Helsingsors ge- richtet, worin er dagegen protestiert- daß die Aalandsfrage von der Friedenskonferenz in Parisentschieden werden soll. Er betont, daß zwischen Finnland und Nuß- land noch kein Uebercinkommen abgeschlossen sei bezüglich der Grenze zwischen beiden Ländern. Die russische Sowjetregieoung werde daher kein Abkommen anerkennen, das über die AalandS- wseln ohne ihre Mitwirkung abgeschlossen sei. llukerzelchnunz des FriedenZverkrages von St. Germam. Wien, SS. Oktober. Präsident S e> tz hat heute vormittag den Frieden»» vertrag von St. Germain unterzeichnet. Der Kriegszustand mitssranlrdch noch nicht beendet. Berlin, 25. Oktober. Die Pariser Meldung, wonach ein französisches Gesetz den Zeitpunkt der Beendigung der Feindsdngkeiten aus den 24. Oktober festgesetzt hat, ist von einige» Berliner Morgemblättern mißverstanden worden. Wir sind von zuständiger Seite gebolvn Warden, ausdrücklich danaiuf hinzuweisen, daß durch dicsei Gesetz nicht der Kriegszustand mit Frankreich, sondern der Kriegszustand in Frankreich«in Ende erreicht hat. Der Frieden ist dadurch noch nicht in Kraft getreten,-insbesondere ist das nach 8 440 deS Friedensvertrages hierfür erforderliche Pro- takoll-noch nicht auSgeferrgt. Erst wenn dieses Protokoll aufge- stellt ist. beginnt die im Friedensvertrag vorgesehene Frist für die Abstimmungen pp. zu lausen. Smisi e über die Verstauchung der enZlZscheu Bergwerke. Amsterdam, 25. Oktober. »Telogvaaf' meldet aus London, daß der englische Bcvg« arbsi-te-rfuhrer S m i l l i« auf einer Konferenz der Bergarbeiter» delegierten, auf der er über srne Unterredung mit Lloyd Georg« in der Frage der Verstaatlichung der Bergwerke Bebch! erstattete, erklärte, die Bergarbeiter stünd-en einer direkten Weigerung dea Regievung, die Bergwerke zu verstaatlichen, gegen« über. Dem demnächst stattfindenden außerordentlichen Gcwerk- schastSkongreß werde die Frage vorgelegt werden, ob di« ollge» meine Gewerkschaftsbewegung un Hinblick auf die Weigevu-ng der Regierung bereit sei. durch ein« industriell« Al« tlo n, eine» Druck auf di« Regierung auszuüben. Die Tirkschaslslage Englands. n. n. London, 25. Oktober Kolonialminister Milnev erklärt« im House os Lord», daß di« finanzielle Lage Englands trotz der bestehenden Unsicherheiten viel weniger ernst sei, alz die irgend.eirrcS anderen Landes, mit Ausnahme der Vereinigten Staaten und bielleicht Japan-d Nichts berechtige zu der Furcht vor einem Bänke. rott, und ebenso wenig sei eS nötig, eine große Aenderung im englischen Finanzsystem durchzuführen. Es wüiden möglicher- weise später große Steuern nötig sein, bis jetzt habe sich die Rod wendigkeit aber noch nickst erwiesen. Der Handel erhole sich seh, schnell wieder, auch auf anderen Gebieten vollziehe sich die Wieder» kehr geordneter Verhältnisse schnell. Das werde auch so bleibe� wenn kein« ernstlichen industriellen Unruhen entständen. Daß di« AuSg-cken für da? jetzige Finanzjahr noch so hoch seien, müsse auf die Folgen deS Krieges zurückgeführt werden. Das vefinden des Genossen tzaase. Im Befinden Haasts ist keine Aenderung ,u der» zeichnen. Das Fieber hält noch an. Di« Herztätigkeit ist gut. Die Technische Aolhilse überall. Berlin, 25. Oktober. Die Technische Nothilf« hat auf Grube„Leopold� bei B i tt« r f e ld heute mittag die Notstandsarbeiten auf» genommen. Milde Strafe für den Siilzecheil. Hamburg, 25. Oktober. Nach fünftägiger Verhandlung»m Prozeß gegen den Sülz«» fabrikauten Jakob Heil, dessen FabrikationSbetrieb im Juni d. I. Anstaßzu denllnruhenin Hamburg sab, wurde heute'da» Urleil gefällt. Heil wurde zu drei Monaten G«. fängnis und 1000 Mark Geldstrafe und die Geschäfts, führerin König zu sechs Wochen Gefängnis verurteilt Schriften ur Frage derlnternatfonale In den nächsten Tagen erscheint: ARTHUR CRISP1EN: Zur Geschichte der Internationale. Anhang: LUeraturveneichnls. Preis etwa 75 Pf. ALEXANDER STEIN: Das Problem der Internationale. Anhang; Btschlüsse und Richtlinien der 2. unü Z. Inier. nationale. Preis etwa I M. Weitere Hefte in Vorbereitung. Bestellungen auf die belJen ersten Hef:e erbitten sofort Buchhandlung der Verlagsgenossenschaft„Freiheit" Berlin NW 6, Schiffbauerdamm 19 I- ' Die Herist. Preisliste Wird nach auswärts kostenfrei zugesandt A, M s. M B-. H. Leipziger Straße KttnJgslraße Ro»enlßaler Straße M oiilzplalz Phologr. Ateliers Porträts Kinder auf nahmen Porzellan Stelngyt Cilsswaren Wir�chaftS' Artikel VPeiß Teller................... Iss las 235 Eratenschüsseln..»on 210 bb 6S0 Kartof felnäpfe m. D.■.. 87S S50 Tur>keschalen................... S75 Beiiageschalen......... 55 75 Pf. Kaffeekannen........... l30 au 250 Milchtcpfe........... 50 tu SS Pf. Tassen..................... l63 ps Zuckerdosen................. 45 Pf. Kornpottschalen....... 95 ff. Iss Bunt lemaJt Kaffeeservice für 2 Pwceot.............. 15S0 19°° Kaffeebecher................. l10l90 Tassen mit CoMbud................ Z55 Obsttclier............... 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Operettcnakt mitViktorLitzck von der Komischen Oper. Dazu criikltssigüSpoziaiitatoa. Sonntag»4 Uhr: Mädchenehre. Schwarzer Kater Schaubühne Moritzplatz (früher Bussenhasen) SaCSKöBdKaää Winiergarten. lägllcb 7i Uhr Vorleitvorstellong Rauchen gestatfeL Theater 1. d. FöniggrälzerStraOe 3V* Uhr: Musik. u: Schlott Welt erstell! Momag: Ein Traumspiel. Dienstag: Schloß Wcitorstoio. M ttwoch; Sch.'oß Wetterstelu. Donnerstag: Ein Traumspiel» rreitag; Schloß Wetterslein. Sonnab.: Schloß WcGe�stein. ■ Sonntag nachm.: Musik. Abends: Ein TraamspIcL Monrag: Ein 1 rannispIcK ftomötlleiiliiiQs I Uhr: Die Ehre. 18 Uhr: Liseiott vop1�r Berliner Tliealer 8 Uhr: vi« tolle KomleB r Uhr: Bcmmei- StnSesten. lessln}-Tdsjter D:reki:an: Victor ßarnowsky, 3Ulir; Die Welt Inr Jahrs 2000 Sonntags 3', iod. Erwachs. I Kind frei. 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ImlH Df.d toitlMifliii untt't Bilim Sal uittf VWWWWWWW�W�WWD Serenade Nr. 6, VioWnkonrcrl Nr. 5, A-Dur, � fEin musikalischer Spaß(Die Dorfmusikanten], O Balletmusik zur Pantomime„Let pe'.its riens"$ o Anfang pünktlich 6'/» Uhr 5 Bnteittslcaiten ä 130 Mk. sind in der Buchhandlung � A-Ftf:neu". Sdii£tbauer«amn 19. im Bureau, Nec arsx.l 0 in der Bibliothek Spedition sowie bei ai'en Mitjliedera, 0 0 de» BuaonJsauischuMe» zu haben 0 VOOOO�OOOO�OOOOOOOOOOOOCOOOOCO PAUL CASSIRER AUSSTELLUNG AUGUST GAUL W. VI KTORI ASTRASSE 35 Karnevai- und Veilosungsartikel Pohl i Befier nukfikz. Berlin C19 SpittelmarM 4-7, i. Spezialhaus für Vereinsbedart VeHaaceii�Sia FTebUel� Nr. 5» Kr. 518. Erste Beilage zur«AeWl". Sauulsg. 2?. Mober 1919 Einladung zur Zrauenkonferenz. Am Sonnabend, den 15. und Sonntag, den 16. November 1919 findet im Volkehaus Leipzig, Zeitzer Straße eine Irauenkonferenz der U.S. P.D. fiatt. Beginn am 15. November, morgens 9 Uhr. Tagesordnung: 1. Die politische Situation, a) Agitation und Organisation: b) Presse. Berichterstatterin: Luise Zieh. 2. Tie Frauen und das Rätesystem. Berichterstattc- rin: Toni Sender. 3. Die Ertverbsarbcit der Frauen. Berichterstatte rin: Mathilde Wurm. Wir ersuchen die Genossen und Genossinnen aller Br- zirke. für eine gute Beschickung der Konserenz Sorge»u tragen. Wir schlagen vor, bis zu 1990 weiblichen Mitgliedern eine Delegierte zu entsenden, für jedes weitere Tausend eine Delegierte mehr. Wo Genossinnen zum Parteitag gewähll find, was wir überall dringend befürworten, ist zu emp> fehlen, diesen das Mandat zur Konferenz mit zu übertragen. Die Kosten der Delegation tragen die Bezirke. Z. A. des Zentralkomitees: Luise Zietz. Anna Nemitz. Spaltung in der Zugendbewegung. Die Verhältnisse in der sozialistischen Jugendbewegung haben sich in der letzten Zeit immer unerquicklicher gestaltet. Die.Freie Sozialistische Jugendorganisation' segelte immer offener in rein fammunistischem Fahrwasser und führt« eins» immer heftiger Werdenden Kampf gegen die Unabhängige Sozialdemokratische Partei. Die» führte zu sehr unangenehmen Zusammenstößen zwischen den Jugendlichen. Auf der Reichskonferenz der Jugend, die am Sonntag in Weimar tagte, ist e» nun zur Haltung ge- kommen, die von den kommunistischen Elementen mit Absicht her- heigeführt wurde. Die Hauptreferenten von der Reichszentrale wandten schrrf gegen die U. S. P. Sie vertraten n Standpunkt, die Jugend müsse die Sache einer Partei forden und Partei ergreifen. AI« dies« Partei könne led glich die K. P. D., denen Politik die beiden Referenten al» die allein richtige bezeichneten, in Betracht kommen. Damit hatte die Debatte eine rein parteipolitische Basis erhalten. Der Res«, Kni der Opposition,«in Genosse aus Künigtbenz, war infolge- dessen gezwungen, weniger die Jugsntfrage zu behandeln, aiS die vielen unbarechtigten Angriff« gegen die U. E. P. gurüchzu- weisen. Im gleichen Gleis« bewegte sich die Diskussion. Kein Wun- der, daß rigcnÄiche Jugendfragen dabei zu kurz kamen. Mehr al»«irrmal hatte man den Eindruck, als ob man sich in einer Funktionärversammlung der K. P. D. befand, wa» besonder» in der Gewerkschaftsfrage deutsch wurde. E» wurde heftig gegen die Gewerkschaften zu Felde gezogen, wobei man abwechselnd den linken oder rechten Flügel der u. S. P. als den allein schuldigen teil an dem Niederganz« der Gewerkschaften bezeichnete und die kommunistisch-syndikalistische Betr ebSorganisation»l» das allein- seligmachende Mittel zur Erreichung der Diktatur de» Prole- tariat» hinstellte. Schließlich nahm aber die kommunistische Kon- ferenz-M.hrheit einen Antrag an, der verlangte, daß sich die Jugendbewegung der K. P. D. gegenüber sympathisch verhalten und alle anderen Parteien einschließlich der U. S. P. auf da» Schärfste bekämpf.'« soll. Sosort nach der Annahme diese» An- träges wurde e n Zusatzantrag angenommen, der besagt, daß alle, die gegen den Antrag gestimmt haben, als nicht mehr zur Freien Sozialistischen Jugend gehörig betrachtet werden! Damit war d« Spaltung vollzogen. Gen. Polenz, Königsberg, gab im Namen der Opposition folgende Erklärung ab: «Da ein weiteres Zusammenarbeiten mit der ausgesprochen kommunistischen Jugend uns unmöglich gemacht ist. erklären alle Ortss-ruppenvertreter, die auf dem Boden der«Freien Sozia- listeschen Jugend' stehen und ein fveundiiches Verhältnis mit der U. S. P. sowohl a'S mit der K. P. D. wünschen, weil dadurch allein die Aktionssähigkeit und Geschlossenheit der«Freien Sozialistischen Jugend' gewahrt bleibt, daß sie sich hiermit von der kommunistischen Jugend trennen.' Gemäß dieser Erklärung.verließen Pertreter von derschiede- nen Bezirken Teutschlands den Konferenzsaal. In der darauffolgenden Besprechung wurde einmütig be- schlössen, eine eigene Organisation unter dem Namen„Freie Sozialistische Jugend Deutschlands' zu schaffen. Zu diesem Zwecke soll in Kürze eine NeichSkonferenz zu» sammentreten, die alle diesbezüglichen Fragen zu rsgeln haben wird. Ferner wurde allerseits auf das Entschiedenste die u n- bedingte S e l b st ä n d i g k e i t der neuen Jugendorganisa- tion und die Unabhängigkeit von allen Parteien be- tont. Mit ihrem Anschluß an die kommunistische Partei hat die bisherige«Freie Sozialistische Jugend' auch das Recht auf diesen Namen verwirkt. Wer Interesse an einer wirklichen sozialistischen Jugendorga- nisation hat. wende sich zwecks Auskunft und Information an das «Provisorische� Zentralkomitee' der«Freien Sozialistischen Ju- gend', zu Händen Walter Skala, Berlin NS9. Samoastr. 10. * Mit jenem kurioS formulierten Beschluß hat die sogenannt« «Freie Sozialistische Jugend', die faktisch längst keine Jugend- bewegung mehr war, auch formell ihren Bankerott vollzogen. Denn e« ist einfach unsinnig, die Zugehörigkeit zu einer Jugend- bewegung von einem parteipolitischen Glaubensbekenntnis der Jungen und Mädel» abhängig machen zu wollen. E» dürfte auch kaum zu erwarten fem, daß die Leiter der kommunistischen Jugendbewegung den Mut der Konsequenz ausbringen und von jedem neueintretenden Jungen und Mädel da» Bckenntni» zur kommunistischen Partei verlangen werden. Die Entschsidunz für die Kommunistisch» Partei, die«in« heillose geistige verirnrng dieser Jugend- leiter offenbart, ist aber' rncht nur politisch dumm, sondern auch unjugendlich. Jugendliche hätten au» eigenem Er- messen niemals einen derartigen Beschluß gefaßt. Er konnte nstr entstehen auf einer von Aelteren beherrschten Konserenz. In» sofern ist er symptomatisch für die Krankheit, an der die so» genannte«Freie Sozialistische Jugend" bereits feit Jahren litt und die nun zur Kataistrophe geführt hat. Hier bestimmten die über da? Jugendalter hinau» Entwickelten, die Zwanzigjährigen und noch Aelteren, Inhalt und Form der Jugendbewegung. S i« beherrsch- ten die Organisationen vollständig, nicht nur durch ein geistige» Uebergewicht gegenüber den JugenÄlichen, sonder« oft sogar auch durch die Zahl. Infolgedessen wurden von dieser Jugendbewegung auch nicht die Bedürfnisse der Jugendlichen, der 14— �jährigen, befriedigt, sondern die der Aelteron, die 18-, LOjährigen und noch Aelteren, die sich von denen der Jüngeren, besonder» in geistiger Hinfichi, naturgemäß bedeutend unterscheiden. Die Jugendlichen fanden also in dieser Jugendbewegung längst nicht mehr da», wo- nach Herz, Körper und Geist verlangten. Daher erklärt sich die Flucht de« Jugendlichen au» dies« Vereinen und di» Gleichgültigkeit der jüngere» Element« ihrer Organisation gegenüber. die seit einizer Zeit zu beobachten war. Mit dem Ausscheiden der wirklich Jugendlichen au» der Bewegung stieg aber noch mehr der Einfluß der«älteren Jugendlichen', und die sogenannte Jugendbewegung entwickelte sich schließlich vollends zu einer Organisation der älteren Jugend- lichen. der SO— LBjährigen. Dies« innere Entwicklung der Jugendbewegung zu verhindern, ist«in Problem, an dem schon mehrere Jugendbewegungen zugrunde gegangen sind. Darum verdient die mutig« Tat der von den Kommunisten noch nicht geistig gefangen genommenen Jugendliche« auf der Konferenz zur Rettung wenigsten» eine» Teil» ihrer Organisation al» Jugendbewegung hohe� Lob und Anerkennung. Erfreulich ist e» auch, daß sie sich in ihrer Tätigkeit auf die eigentlichen Jugendaufgaben konzentrieren wollen. Das soll zweifellos nicht heißen, alle politischen Fragen von den Jugendlichen ängstlich fern- zuhalten. Die jungen Arbeiter und Arbeiterinnen werden, zumal in unserer politisch bewegten Zeit, nur allzu stark von politischen Strömungen berührt. Die im Erwerbsleben stehenden Jugend» lichen wollen und müssen politisch geschult und erzogen werden. Die politifte Aufklärung der Jugend darf nicht Partei� politisch orientiert sein; sie muß nach pädagogischen Ge» sichtspuntten erfolgen. Nicht alle politischen Fragen interessieren die Jugend gleichermaßen. Nur die kommen für sie in Betracht, di« in chrem JnteressenkreiS liegen. Parteipolitische Streitfrazen zwischen den einzelnen sozio Ii st i, schen Parteien gehören nicht vor die Jugend. Di« politische Aufklärung der Jugend ist lediglich vom Standpunkt de» prinzipiellen Sozialismus aus zu leisten. Nicht Parteianhänge», sondern denkende, grundsatztreue und charakterfeste Sozialisten zu erziehen, muß der Zweck den sozialistischen Jugendarbeit sein. Nur selbstlose, wahrhcitS« liebende Menschen eignen sich somit als Lehrer für die Jugend Wer die Jugend für seine politischen Anschauungen mißbraucht� versündigt sich an ihr. Das sollte die neu« Bewegung der proletarischen Jugend und mehr noch aber die Partei, die dies« Bewegung in selbstlose« Weise fördern muß, beherzigen. Für die neugeschaffene Organisation der Jugend gfflt e? aber vor allem, Sichntheiten dafür zu schaffen, daß die.Aelteren' der Jugend, die allmählich aus der Bewegung her- auSwachsen, diese nicht wieder ihrem eigentlichen Zwecke, der Jugend zu dienen, entkleiden. Mit einer gewaltsamen Entfernung der über 18 Jahre alten ist hier nichts zu erzielen. Die Aelteren haben zumeist unter den Jüngeren Freunde, die an ihnen hängen. Auch werden die älteren Jugendlichen alz Leiter und Führer de« Jüngeren gebraucht. ES gibt nur da» eine Mittel: die Auf, gaben der Jugendbewegung müssen fest umgrenzt werden. Sie dürfen sich nur auf die Bedürfnisse der jungen Arbeiter und Arbeiterinnen beschränken. Infolge» dessen darf die politische Bildung der Jugend einen nicht zu breiten Raum in dem AktwiSprogramm der Jugendorganisation einnehmen, da» alle Jnteressen der arbeitenden Jugend berück, sichtigen muß. Die Juzeud darf nicht politisch überfüttert werden E» wäre geradezu gefährlich� der Jugend Stoffe aufzudrängen, di« st« nicht haben will, und die sie ihrem AuffassungSver- mögen gemäß nicht verdauen kann. Die Auswahl de» politische» Stoffe» sollten darum die Jugendlichen selbst treffen. Uebevhaupt dürfen nur die Jugendlichen da» ausschließlich« Bestimmungsrecht über ihre Organisation besitzen. All« älteren Helfer dürfen mir beratende Stimme haben und ih« Rechte und ihre Arbeit müssen durch organisatorische Maßnahmen unverrückbar festgelegt sein. Ganz wird der Einfluß der Aelteren in der Bewegung auf die Jugend sich ja niemal» verhindern lassen. Aber jeder persönliche Nebenzweck der Jugendleiter zum Nachteil für die geistige Entwicklung der Jugend muß und kann verhindert werden. Da muß die Jugend selbst eben auf dem Posten sein und die Besten in unserer Partei, die in selbstloser Weis« der Jugend helfen wollen, müssen für diese schwierige, aber auch befriedigende und erfolgreiche Arbeit von allen anderen Lasten i« der Partei befreit werden. Der wahrhaft«Freien Sozialistischen Jugend' wünschen wi, ein herzliche» Glückauf! Deulsche Nakionalversammlung. Sonnabend, den SS. Oktober. Da» Hau» Ist zu Beginn der Stzung so gut wie leer. ReichSverkehrSminister Bell: Bevor ich zu meinem Etat da< Wort nehme, mutz ich über einen schweren Unglücksfall zu Ihnen sprechen, der sich am 24. d. M. auf dem Bahnhof K r o« n o w i tz, der Nebenbahn Ratibor— Troppau, infolge Zusammenstoße»«ine»«infahrenden Personenzuge» mit einem über da» Grenzzeichen de« Nachbargleise» hinau«st«henden Güterzuge» er- ■ 19) Kmmie higgins. Roman von Upto« Sinclair. But dem Manuskript übertragen von Hermynia Zur Mühlen. Bisweilen vermochte die arme Frau ihre Sorgen nicht ßu verbergen. Dann hielt Jimmie in seinem Vorwärtshasten inne und versuchte, ihr seinen scheinbaren Wahnsinn zu er- klären. War eS denn recht für einen Mann, nur an seine Frau und seine Kinder zu denken und olle anderen Frauen und Kinder der Arbeiterklasse zu vergessen? DieS war ja der Grund, weshalb die Arbeiter jahrhundertelang Sklaven gewesen waren, weil jeder nur an sich selbst und nicht an die anderen gedacht hatte. Nein, man muß an seine Klasse denken I Muß als Klosse handeln, jede Gelegenheit benützen. um Solidarität und Klassenbewußtsein zu lehren. Jimmie verwendete gern große Worte, die er auf den Versammlungen gehört hatte; sah er jedoch, daß Lizzie sie nicht verstand. so wiederholte er alles mit einfachen Ausdrücken. Der alte Granitch sitze jetzt in einer Klemme, man müsse ihm eine Lektion erteilen und zur gleichen Zeit den Arbeitern ihre eigene Macht lehren. Lizzie seufzte und schüttelte den Kopf. Für sie war der alte Granitch kein menschliches Weien, sondern ein Naturphänomen, wie der Winter oder der Hunger. Er und seinesgleichen waren seit unzähligen Generatwncn die Herren ihrer Ahnen gewesen, und der Versuch, seine Macht zu brechen oder auch nur zu beschränken, kam ihr wie der Persuch vor, der Flut oder der Sonne zu gebieten. II. ' Die Geschehnisse erreichten gar bald ihren Höhepunkt Lnd rechtfertigten Lizzies schwerste Sorgen. In der Fabrik gärte Unzufriedenheit, Agitatlmen schienen aus dem Boden ftu wachsen; etliche standen in Jerry Colemans Sold, andere folgten bloß dem Wunsch, ihrer Verbitterung Ausdruck zu verleihen. Mittägliche Versammlungen ientstanden fast von felbst, ohne vorher angekündigt worden zu sein, und Jimmie erfuhr, daß die Namen aller derer, die in den Ausstand zu treten bereit waren, gebucht werden würden. DaS Ganze wurde durch die Fabriksleitn. die von ihren f picmen wohl unterrichtet waren, auf die Spitze getrieben. i««n+iirfien etwa Manila der �astea «18 um die Mittagszeit diese Tatsache bekannt ward, schlugen die Flammen deS ZorneS hoch auf. �Streik! Streik! tönte pS an allen Ecken und Enden. Jimmre gehörte zu jenen, die den Zug durch die Höf« anführten; brüllend, singend, wilde Drohungen gegen die Herren ausstoßend, schritten die Ar- beider dahin, beschimpften alle, die an die Arbeit gehen wollten. Kaum ein Zehntel der Empirsarbeiter wagte den Versuch. An diesem Nachmittag hatte sich die Empire- Maschinenfabrik, die dazu bestimmt war. für die russische Regierung Granatenhülsen herzustellen, in einen Versamm- limgsraum dar Fnternattonaieu Sozialdemokratie der- wandelt. Jimmie HigginS war außer sich vor Erregung. Er sprang umher, schwenkte die Mütze, brüllte sich hgiser; fast wäre er auf einen Holzstoß geklettert und hätte eine Rede gehalten. Genosse Gerrity und Genossin Mary Allen er- «schienen; sie hatten von den Vorfällllen gehört und brachten große Bündel deS„Arbeiter" mit. Jimmie verwandelte sich in«inen Zeitungsjungen, verkaufte die Blättor zu Hunder- ten. bis die Kupfer- und Silbermünzen seine Taschen z» zerreißen drohten. Dann stellten sie ihn als Laufburschen cm; er half beim Organisieren dex Leute, schleppte Mit- gliedskarten und Listen herbei, zottelte hinter einem stier- stimmigen, mit einem Megaphon bewaffneten Mann einher, der in verschiedenen Sprachen die Adresse des Hauptquar- tiers und des Lokals ankündigte, wo am Abend Reden in ausländischen Sprachen gehalten werden wurden. Jemand schien den Ausbruch geahnt und bereits alle Vorbereitungen getroffen zu haben. Am Spätnachmittag war Jimmie Zeuge eines aufvegen- den Vorfalles. Einige Leute hatten darauf bestanden, die Arbeit wieder aufzunehmen, und waren in ihren Arbeits- räum zurückgekehrt. Vor dieisem staute sich nun die Masse der Streikenden. Die Streikbrecher wagten nicht, den Raum zu verlassen, verharrten dort, obwohl die Sirene das Ende der Arbeit verkündet hatte. Die Menge johlte und schrie vor der Tür, die Leiter der Fabrik telephonierten um Hilf« in die Stadt. Zwar befand sich bereits der größte Teil der Loesviller Polizei an Ort und Stelle, und die Gesellschaft hatte außerdem eigene Wächter und Spitzel, doch waren diese Leute durch den ganzen Bau verteilt. Sie standen mit drobenhen.und dennoch etwas unsicheven Mienen, bei Eingängen, ihre Hcmd glitt oft, schier instinktw, nach tief rechten Hüfte. Jimmie und sin Kamerad waren auf eine leere Kiste geklettert, lehnten an der Mauer und brüllten aus voller Kehle, sobald sich der Kopf sineS Gelben zeigte. Ein Auto- mobil raste, wild tutend, in den Hof, die Menge stob nach beiden Seiten auseinander. Das Automobil war mit Leuten vollgepfropft, die aufeinander saßen, auf den Trittbrettern standen. Ein zweites folgte nach. Dies waren Wächter aus Hubbardstown, denn in solch einem Fall half die Hubbard- Maschinenfabrik ihren Konkurrenten. Dies war die Soli- darität des Kapitalismus, von der die Sozialisten unentwegt sprachen. Die Männer sprangen aus den Automobilm und stell- tm sich fächerförmig vor dem Eingang auf. Sie hielten Knüppel in den Händen; mit grimmigen Gesichtern brüll- ten sie:„Zurück! Zurück!" Die Menge. johlte, wich jedoch sin wenig zur Seite. Etliche Minuten später öffnete sich die Tür und der erste der erschrockenen Arbeiter erschien. Wildes Geheut brach los, ein Stein flog durch die Luft. „Verhaftet den Kerl!" schrie eine Stimme, und Jimmie blickte sich nach dem Rufendm um. Er sah einen jungen Mann, der mit dem ersten Automobil gekommen war. und nun. aufrecht auf dem Sitz des Wagens stehend, die Menge zu überblicken vermochte.„Verhaftet den Kerl!" rief er abermals, Und zeigte mit dem Finger in eine bestimmte Richtung. Di« Wächter eilten hin. Der Mann, welcher den Stein geworfen hatte, begann zu laufen, doch kam er im Gedränge nur langsam vorwärts und wurde gleich von dm Wächtern gefaßt. Er versuchte sich lloszumßen, sie schlugen ihn auf den Kopf, wehrten mit ihren Knüppeln die vor- dringenden Massen ob.„Führt ihn ins Haus!" rief bei junge Mann. Einer der Wächter packte dm unselige« Steinwerfer am Kragm, bis dieser blau im Gesicht wurde, und schleppte ihn in die Fabrik. Der junge Mann im Automobil wandte sich der Meng zu, die den Ausgang versperrte.„Jagt die Leute aus dew Weg!" brüllte er den Wächtern zu.„Trsibt sie fort, der Teufel hole siel Sie haben hier nichts zu suchen!" Mit Fluch- und Schimpfworten spornte er Polizisten und Wacht« zur Tat an. bis die Knüppel auf die Masses mederiaulte�' . lFoMtzww solgt� k «tfWet bat. Vier Wagen wurden zertrümmert, zahlreiche Neisende sind getötet oder verletzt, viele auch durch eine» Vrand, der dadurch entstand, daß Schmuggler beträchtliche Mengen Spiritus im Zuge bei sich führten, die sich im Augenblick des Zu- sammenstoßes entzündeten. Im Einvernehmen mit dem preußi- scheu Minister der ösfentlichcn Arbeiten und zugleich in eigenem ?tamcn spreche ich den bedauernswerten Angehörigen der Getöteten und allen bei dem Unglück zu Schaden gekcmmenen Reisenden und Vahnangestcllten das tiefste Mitaefübl der Eisenbabnberwaltung und der Neichsregierung aus.(Das Haus hat sich von den Sitzen erhoben.) Das Reichsvzrkehrsmimstemnn. ReichsverlehrSminister Dr. Bell: Reichsnot, Wirtschaftsnieder- gang, Finanzclend, Geldentwertung,- Arbeitsunlust, Disziplin- losigkeit, Kohlenmangel und VerkehrsstGlung»nd die Taufpaten, die an der Wiege des neugeborenen Mrlehrsministcriums nicht gerade glückverheißend erscheinen. Das Reichsvertehrsministeriuni ist für �die gesamten Verkehrsfragen mit Ausnahme der Postangeleaenheitcn zuständig. Aus der Umgrenzung der Arbeitsgebiete, die in das Eisenbahn-, Wasscrstras-en-, Luft- und Krastfahrwesen zerfallen, ergibt sich ein Geschäftsbereich, dessen Ausmaß und Tragweite kaum noch übertroffen werden kann. Kern deS Arbeitsprogramms ist die tunlichste Zusammenschließung aller Verkehrsmittel. Der bollständ'ge Ausbau des MinijteriuinS wird erst in Erscheinung treten, wenn die Ueverleitung der Staatsbahnen ans daS Reich erfolgt und dem Reich eine unmittelbare Betriebsverwaltung mit eigenem Bahnnetz zufällt. Zur Ueberleitung der Staatsbahnen auf das Reich bedarf es der Festsetzung der Uebernahmebedingnn» gen im VcrtragSwege'oder, wenn dies nicht gelingen sollte, durch den StaatSgerichiShof. Bei der Besetzung des Ministeriums— das bisherige RcichSeisenbahnamt und das Reichsamt für die Verwaltung d�r Reichseisenbahnen kommen in Fortfall— ist auf die beteiligten Läuder weitgehendste Rücksicht genommen. Die VerkehrSeinheit bedeutet die größte innerpolitische Er- rungenschaft der neuen Reichsverfassung. Bezüglich der Beteiligung deS Personals an den Arbeiten der Eisen- bahnverwaltnnq besteht die nächste Aufgabe des Reirbs- verbehrSministerS dwrln, Verhandlun �en zur Bildung einer Per. tretung der Organisationen deS gesamten deutschen Eisenbahn. Personals beim ReichSverkehrsministerium aufzunehmen. DaS ReichSverkebaSminisienium rechnet auf das volle Vertrauen und die tätige Mitwirkung des gesamten Personals und seiner Orga- nisationen. MS Ergänzung hierzu tritt die Mitarbeit de» Reichs. wirtschastSrateS, der Beiräte für Tarif- und VwrkehvSfvagen, de» Reichseiis enbahm rate S, der LanveSeifen'babnräte und der Bezirks- eifenbahnräte. Nicht minder bedeutungsvoll ist die Mitarbeit de? Personals in dem durch das Betriebsräte» gefetz zu begrenzenden Umfange. Auf dem Gebiete der Elektrisierung wird daS Ministerium die Bestrebungen der deutschen Eise nba hnve rwaltungie n zweckentsprechend zusammen» schkießen. Die Verteilung deS Wasserstraßenbesitzes aus l-l Staaten macht eine großzügige Vorkehr-politik unmöglich. Die Jen» tralisation wird auch hier von großem Nutzen für die Gesamtheit sein. Fetzt ergibt sich infolge der Kr'egSwiirkungen insofern eine eigenartige Umstellung, als die Ei senbabni rächten unter dem Selbstkostenpreis bleiben, während die Wasserfrachten die Selbst- kosten bedeutend übersteigen. Daraus ergibt sich auf der einen Seile der nach Milliarden zählende FehRäetna� im Eisenbahn» Haushalts« tat. Wogegen die Schiffahrt als Privatunternebmen begreiflicherweise Geioinne erzielen trollte, nachdem ihr der Güter. trau? Port zwangsweise überwiesen wurde. Die zukünftige Tarif- Politik muß sich mit dem Problem belassen, wie sich da? Verhältnis der Frachttarif« vom Eisenbahn und Schiffahrt zueinander gc- stallen soll. Nächstens wird«in Gesetzentwurf über da» Jk�ichSkuftrocht vorgelegt Werden. Hier gilt e» Neuland zu bearbeiten- Di« Probleme der Verkch»not �rbenl bor allent einen hochpolitischen Charakter. Oelings eS nicht in kürzester Zeit der w.iteren Steigerung der Verkehrsnot einen Riegel vorzuschieben, so haben wr bestimmt mit dem Zu» sammenbruch»ins eres Wirtschaftslebens unp der Versorgung des deutschen Volkes mit den notwendigsten Bedarfs- artikeln zn rechnen. ES ist eine Untersuchung darüber eingeleitet, ob innerhalb der einzelnen Verkehrszweige— Eisenbahnen, Schiffahrt, Kraftfahrwesen— noch eine weitere Steigerung dir Leistungen zu erzielen ist. Wir dürfen uns darüber n'cht hinwegtäusche, daß leider nicht zuviel mehr herauszuholen fein Wird. Die Reserven sind im Eisewba'hnwefen längst eingesetzt und erschöpst. Meine vornehmste Auigabe muß es sein, festzu- stellen, ob über den Bert ch der erwähnten einzelnen Verkehrs- zweige hinaus da? Fneinande-greifen der Verkehrszweige ge- sichert ist, ob insbesondere die notleidenden Eisenbahnen durch Schiffahrt und Kraftwagen nach Maßgabe der Leistungsfähigkeit dieser Verkehrszweige entlastet werden. Abg. Kohur(Soz.): Selbst wenn es uns gelingen sollte, zu einer Gesundung unseres Verkehrswesens zu kommen, werden uns in der nächsten Zeit bittere Enttäuschungen nicht erspart bleiben. Fetzt hat die Verkehrsnot ihren Höhepunkt erreicht. Und trotzdem rechnet der preußische Minister der öffentlichen Arbeiten damit, daß noch weitere Einschränkungen nötig werden dürsten. Warum man die durchgehende Güterzugsgrenze, oie zweifellos den Güterverkehr beschleunigt, nicht eingeführt hat, ist unbegreiflich. ES wird behauptet, wir hätten keine Wagen, leine Lokomotiven, kein« Kohlen. Aber im Westen werden infolge der unerhörten Korruption ganze Züge verschoben. D!« Bestechungsgelder an einzelne Beamte sollen öv Millionen monatlich betragen. Aufgabe der Regierung ist eS, hier einmal mit rauher Hand ein- zugreifen.(Beifall links.) Es ist auch notwendig, die großen ewerkfchaftlichen Organisationen zur Mitar- eit heranzuziehen.(Zustimmung links.) Wir wünschen, daß der Reichsverkehrsminister für eine baldige Auf» besserung der Bezüge seiner Beamten sorgt. Er darf die Hebung der Leistungsfähigkeit nicht durch Zwangs maß» nahmen gegen das Personal herbeizuführen suchen, sondern durch Demokratisierung und Aufbesserung der Bezüge. DaS Akkord- shstem scheint gegenwärtig alle Herzen zu begeistern. Arbeits- freudigkeit wird man aber den Eisenbahnern dadurch nicht bei- bringen, sondern sie nur verbittern. Wir warnen davor, dieses System gegen den Willen der Arbeiter durchzuführen. Im allge- meinen wünschen wir, daß daS Programm deS Ministers Wirll'.ch» kest werden möchte und daß es ihm gelingt, das Verkehrswegen so zu gestalten, daß die Betriebe des Reichs Musterbetriebe werden. (Lebhafter Beifall bei den Soz.) Abg. Schirmer(Ztr.): Die Kohlennot bedroht die Bevölkerung SüddeutschlandS besonders stark. Dabei steht in Belgien und Frankreich ein Teil unserer Lokomotiven und Wagen unbenutzt auf den Bahnhöfen und droht zu verrosten. Man muß versuchen, sie zurückzuerhalten.. ReichSoerkehrSminIster Dr. Bell: Für eine schleunige Ein- dringung der BeamienbesoldungSrcform werde ich eintreten. Mir ist nicht bekannt, daß die Sntente uns weitere Lokomotiven zur Verfügung gestellt hat. Abg. Dr. ZSphel: Wir hätten eine Einbeziehung der Post tn das Reichsv-rkeSrSministerium gern gesehen. Abg. Deglerk(Dnat.): Preußen muß die Führung behalten, sonst bricht mnser ganzes Eisenbahnwesen zusammen. ReichSverkehrSminister Dr. Bell: DaS Reichsverkehrsministe» rium hat sich gegen die Uebernahme der Post nicht gesträubt; siur guS praktischen Gründen hat man die Trennung belassen. Abg. Bock(U. Soz.): Daiß Vstrtzaukrati sch« Vermalt ungssy st cm, das ffl in Preußen ausgobUdet hajt«. darf von dem neuen Reichs- t verlehrSmimsterium nicht übernommen Wetdert. Der Aufbau muß nach demokratischen Grundsätzen erfolgen, und zwar von unten, bis in die höchst n Stellen. Obere und untere oder gar nachgeordnete Beamte sollte es nicht mehr geben. Die Arbeitslust kann man nur dadurch heben, daß man den Wüwchen der Arbester in d n Betrieben mehr Entgegenkommen zeigt. Die Autorität wird nicht durch Z nichnauzer gefördert, sondern nur durch freiwillige Disziplin, dadurch, daß der Unter- geben« die Leistungssähigkeit und Tücht gleit seines Vorgesetzten anerkennt und Vertrau, n zu ihm hat. An die leitenden Stellen sollen nur Fachmänner kommen; dem ist bis 5 er nicht entsprochen worden. Wer wir nehmen an, daß der Be-kchrsminister sich . mit solchen Männern umgeben wird. Dl« Parteizugeböricheii darf bei der Anstellung von B amten nicht ausschlaggebend sein, sondern nur die Tüchtigkeit. In Preußen dienten die Eisen- bahnen hauptsächlich dazu, den Etat zu balancieren; das muß jetzt aufhören. Die Arbeiter müssen vernünft'ger und ee- rechter behandelt werden als bisher. Der Unwille, der sich in. den Streiks aussprach, hatte seinen Grund darin, daß man die Arbeiter nicht als gleichberechtigte Menschen be- handelte. Der preußische Eisenbahnm'nister hat Vor- Handlungen mit dem Zeutralrat der Eisenbahner einfach abgelehnt. Die Aufrechterhaltung der 4. Wagenktosse ist in Z.iten der Demokratie eine Schmach für Deutschland. Ich hoffe, daß dem neuen Ministerium die Erfüllung der Auf- gaben, d e es sich gestellt hat, gelingt.(Beifall bei den U. Soz.). Damit ist der Haushalt des ReichSverkehrSministeriums in zweiter Lesung erleRgt. Nächste Sitzung Montag 1 Uhr: ReichSwirtschastSministerium. Schluß 7 Uhr. Die Gemeinde- und Staatsarbeiter und die „Technische Nothilfe". In der Fve-stag abend im GewerkschastShauS stattgefundenen Generalversammlung der Gemeinde- und Staatsarbriter, wurden a!» ersten Punkt der Tagesordnung der Geschäfts- und der Kassenbericht e.tedigt. Bei der Erstattung des Kassenberichtes appellierte der Kassierer Hof f man n nachdrücklich an die Opfer- sreuHgleit der Kollegen, es nicht bei der Abführung von 1 5 000 SR attfärbie kämpfenden Metallarbeiter zu belassen. Der Kampf der Metallarbeiter sei ein Kamps der gesamten Arbeiterschaft,«S sei deswegen den kämpfenden- Brütern nachhaltige und energische Hilfe zu brigen. Dem Kassierer wurde einstimmig Entlastung erteilt. Alz Beisitzer zur OrtSverwaftung wurde alsdann Kall. L o e r k e«in- stimmig gewählt. Ueber den 3. Punkt der Tagesordnung:„Die Technische Not- Hilfe nnd die Gemeinde- und Staatsarbriter", referierte Po- l e n s k e. Er gab ein ausführliches Bild über das, was die technische Nvsthilse sein sollte, und waS sie in Wirklich- k e i t i st. Di« Vorgänge in Berlin hätten zur Genüge den Be- weis erbracht, daß sich die Tätz gleit der Technischen Nothilse nicht aus«ine Weitorführung lahmgelegtvr lebenswichtiger Be- tri.be beschvänle, sondern bei jodem Streik würde sie der Ar- beiterschaft in den Rücken fallen. Als Extrakt seiner Ausführungen legte P o l« n S k e folgende Resoluston vor: .Die Generalversammlung der Filiale Grotz-Berlin des Verbandes der Gemeinde- und Staatsarbeiter als Vertretung von mehr als 40 000 organisierten Gemeinde» und Staatsarbei- tern Groß-BerlinS erhebt schärfsten Protest gegen die Errichtung der technischen Nothilf« und deren Eingreifen in die Loh.-kämpfe der Arbeiter- s ch a s t. Im besonderen aber bedeutet daS Bestehen und die Tätigkeit der technischen Nothilfe eine Bedrohung und letzten Endes die Lahmlegung der gewerkschaftlichen Tätigkeit der Ge- meinde- und Staatsarbeiter und damit eine Beschränkung und Behinderung des durch die Verfassung gewährleisteten Koaliti- onSrechtes. Die Gemeinde, und StaatSarbeiter Groß-BerlinS sind sich ihrer Verantwortung der Allgemeinheit gegenüber wohl bewußt und haben bei ihren gewerkschaftlichen Akttonen das Wohl der Allgemelnheit n-ienials außer acht gelassen. Unter schärfsten Entbehrungen bei niedriger Entlohnung und langer Arbeitszeit haben die Gemeinde- und Staatsarbeiter Groß-BerlinS vor und während des Krieges ihre Pflicht erfüllt. DaS Bestehen der technischen Nothilfe ist geeignet, Beunruhigung unter die Ar- beiterschaft zu tragen und damit die ruhige Fortentwicklung der Gemeinde- und Staatsbetriebe zu stören. Die Gemeinde- und StaatSarbeiter Groß-BerlinS aller Par- teirichtungen lehnen entschieden die technische Nothilfe ab. Sie erwarten und verlangen von der Reichsregierung die Beachtung der in der Verfassung festgelegten Rechte der Arbeiterschaft. Die Ortsverwaltung und die VcrbandSleitung werden be- auftragt, alle Schritte zu unternehmen, um das schwerbedrohte KoalitionSrecht der Gemeinde» und Staats- arbeiter zu schützen." In der anschließenden Diskussion rechnete Genosse Reu- mann unter lebhaftem Beifall der Versammlung mit den NoSke. fozialisten als den Vätern der Technischen Nothilfe ab. Mit den Steuern der Arbeiterschaft werden Waffen gegen sie selbst ge- schmiedet. Ohne Rücksicht auf die Parteizugehörigkeit müsse von jedem Gewerkschaftler die Nothilfe aufs schärfste bekämpft werden. Thomas vom gelben BollzugSrat versuchte die Technische Noihilfe als eine Notwendigkeit darzustellen. Die Erregung und die Empörung der Kollegen werden Thomas davon überzeugt haben, daß sich die Kollegen über die Technische Nothilfe und die Geburtshelferschast der S. P D. bereits ihr Urteil gebildet haben. Alle weiteren Diskussionsredner sprachen sich schärfstenS gegen die arbeiterfeindlich« Noihilfe aus. Im Schlußwort führte Polensk«(S. P.D.)nduftvie«irabmifon, die den Zufaimmeirschluß zu einem«mhaitlichen Jndufwievenbais» auf Gmund des RätesyftcimS vornahm. Genosse Stolt logt« rn feinem Refewat die polnische und Lkon-mische Notwendigkeit de« ZnlsamimsnischlufseS der ganize.ii Avboiterfchaift auf Gvund de? Rätesyfte.ms dar. Er betonte de« Egvnart deS Stein- und Bau» gewovbes, das vom ausländischen Markt so gut wie unabhängig >ift. Infolgedessen sei-hier der Ausbau und auch die Soziatosi«» rung viel leichter als in anderon Industriezweigen. Di« DiSkutssionSrcdner sprachen sich durchweg für den Zu» sainmi«n.schlutz aus. Nur Thons vom Bauarlbeifterveivband glaub.« die Gewevk schaß: an als allein zuständig dezsichnen zu müssen. Don Vogel an Vovständnislosigkeät für das Gebot der Zeit hatte der Töpferverband abgeschossen, dar im ainem Schroiiben an den Vollzugs rat di>ese>m das Recht absprach, der» artige Maßnahmen zu unternehmen, weil die» ledigltch Sache d» einzelnen Gewerlschaifton zei. Die Vorsamimlung nahm jedoch«in« Lteisoludion an, die das Bovgehen des Vollzugs na les be grüßt. Die provisorischen Venreter wurden dann auf ifolaortdet Untergruppe nein tet I una aewählt: 1. Ziegeleien, Ton-, Stein, zeugfabrikation; 2. KaCtstein», GipS-, Z eine ntindustvie; 3. Mar» inor-, Stenn-, Schießorindustni«; 4. GlaSfabrickation; 5. Wohn» Hoch- u. Tiefbau; 6. Straßen-, Chaussee-, Wasserbau. Aus der Schuhmacherbetvegung. Bekanntlich hatte der Zentralverband der Schuhmacher de« am 30. September ablaufenden Min-imaltarif für Reparaturen gekündigt und den Innungen Groß-BerlinS neu« Forderunge« eingereicht. Schon das allzulange Wartenilassein auf die ersten Verhandlungen deutete darauf hin, daß di« JnnunzSverrreter nichts verlernt, noch«rwas hinzugelernt haben. Die erste Ver» Handlung brachen sie dann auch auf Grund der Forderung der Arbeiterschaft auf das Reckit der Kontroll« der Betriebe ob der Einhaltung der tariflichen Bestimmungen, ob. Tie Arbeiterschaft bewahrte jedoch die Ruhe und beschloß, nunmehr den Schlichtung�- auSschuß anzuvusen. Hier wurde über die Kontrolle folgendes Vergleich erzielt: „Liegt ein durch Tatsachen belegter Verdacht vor, daß ft, Betrieben die durch Tam'verirag erfolgt« Regelung der Arbeit»» verhöltnisse— Löhn« und Arbeitsbedingungen— nicht brächet Wird, so hat eine Kontrolle der verdächtigen Betriebe stottzu» finden. Die Kontroll« erfolgt auf Ansuchen einer der Vertrags, Parteien bei der anderen. Beide Parteien haben durch Eni» sendung je eines Vertreters bei der Kontrolle mitzuNRvltew. Lehnt eine Partei die Mi-tWftkung ab oder leistet sie dem An- suchen der anderen Partei nicht i-nnerhaw 2 Tagen Folge, so ist die ansuchende Partei befugt, die Kon rolle allein vorzunehmen. Zur Kontrolle sind nur Personen befugt, die im. Besitze eine» von beiden Parteien imterzeichneten Ausweises sind. Zu diesem BeHufe ist seitens beider Parteien für jeden Kcmtrollbezirk j« eine Bertvauensperson nebst Stellvertreter zu benennen und mit dem erforderlichen Ausweis zu versehen. Ueber das Er- gelmis jeder stattgefundenen Kontrolle ist den Vertragsparteien umgehend Bevicht zu erstatten." Bei der weitere» Verhandlung Über die Aftortbasi» kam ei zu keiner Verständigung. Die Jnnungsverircter wollten über den Satz von 2.60 Mk. pro Stunde nicht hinaus. Daß dieser Satz den heutigen Lebensbedingungen nicht entspricht, mutz auch dem Scksiedsoericht eingeleuchtet haben. In dem einstimmig gefällte« Schiedsspruch wurde die Akkordbasi» von 3 Mk. und der Zeirlohn aus 2,76 Mk. festgesetzt. Hierauf erklärten die Jnnungsvcrtreter, daß ein weiteves Verhandeln zwecklos fei, und brachen nun zum zweitenmal die Verhand'unncn ab. In den darauf stattgefunden«» sehr gut besuchten BezirkSversammlungen bemächtigte sich ein« starke Erregung der Arbeiterschaft, und diese verlangte unver- züglich in den Streik z» treten. Nur mit der größten Mühe gelang eS den Vertretern de» Verbandes, den Kollegen klarzumachen, nichts unversucht zu lassen� um auf gütlichem Weg« die Dinge zu. maiste.rn, bis der Demobilmach ungskommissar zu der beantragten VerbiiMchkilSerklärnng gesprochen habe, und außer». dem wolle man abtvauten, was die am Montag, den 27„ statt, findende I nnu ngsver samn-lun.g dazu sage. Eine Erklärung in diesem Sinne fand Annahme._ Ganz besonder» betont Wurde, daß nicht durch die im Schiedsspruch festgelegten Lähme, sondern in den Wucherisch,. in Lederpreften di« Ueberteuerung der Bevölkerung liege, daß ferner ein_ Streik der Repa-raturschilhmacher für die Bevölkerung, ganz besonders für die Arbeiterschaft bei der jetzigen Jahreszeit-nicht angenehm wirke, es.ist deshalb notwendig, daß die Bevölkerung schon jetzt auf diejenigen Schuhmachermo ister ibr Augenmerk richte, bei denen sie ihre Arbeiten ausführen-läßt. Die Angestellten der Heilstätte Vcelil, hielten in einer großen Betrieb sversammiung am 21 d. M., in der zum Arbeiterausschuß oder Betriebsrat Stellmig genommen wurde, eine lebhafte Aus- sprach« über den A ch t st n n d e n t a g. den- man dein A-nge- stellten in Kranken- und Heilstätten mit Gewalt wieder nehmen Will. Nachstehende Resolution wurde einstimmig angenommen; „DÖS gesamte Personal der Heilstätie Beelitz schließt sich der Protestversammlung der Berliner Kollegen schaft an, die am 16. 10. 19 stattfand; auch Wir kämpfen gegen diejenigen mit aller Macht, die unS den Achtstumdentag nehmen- Wollen." Achtung, Bürstenmacher! Di« Bürstenmacher besindem sich immer noch im S tre i t. Ihre Forderungen sind von den Uifter- nehmeru abgelehnt Worden. ES wird nun versucht, durch Inserat« in den Zeitungen Frauen als Streikbrecher zu bekommen. Wir bitten daher alle Frauen besonder», keine Arbeit in der Bürsten- industrie anzunehmen und dadurch den im Streik stehendeq Bürstenmachern in den Rücken zu fallen. Di« Streikleitung. Der Druckfehlertenfel ist ein nobler Arbeitgeber. In unfern, Bericht über den Streik der Korbmacher in der Sonnabend» Morgennummer läßt er die Arbeiter Wochenlöbri-e von 80— 100 000 Mark verdienen. So n-n bescheiden sind die Arbeiter nicht. De« Leser wird schon'begriffen haben, daß«» sich nur um Wochen? löhne bis 100 Mark liaudelt. Kr. clS. MMZ Leilsee ML..IreZHM". Zgmkag. 26. LMsr!Sf9 Z8. Irmdelldurgischee SZSdielaz. Eme Ewß-Berllner Debatte. Attenbergs, d:n 2s. Oktober ISIS. Die SomrcZLn�fltz-irng B:ä Brandenburgischen Städtetag:Z wurde mit einer Groß-Berliner Debatte ausgefüllt. Stad't.at S e m b r i tz k i- Cberlottenburci emPfahl eine Resolution, d e in »ein auf dem HedaiÄen der Nrtheirdgemeinbe beruhenden Entwurf keine gee:gnste Grundlage für eine ziveckmäFige Neuord- nung der� Berfa fsung und Bermaltung von Grog-Berl'n erblickt. Alz zweämätzigste Lösung zur Beseitigung der ovtvaltenden Echtnierigkeiten in der Verfassung uird Berwaliung Grotz-BerlinZ wiÄ vielmehr die Bildung eines weiteren KammunalverbandeS durch! uZbau d.'S bestehenden ZweckvorbandeS unter Erweiterung seines Ausgabcnkrcises und Umgeimltung se ner Berfaming, im übrigen unter grundsätzlicher Aufrechterhaltung der Selbitver- waltung der bsstchrndrn Gemcinden emprohlen. Hie zu brachte Bürgermeister Tr. Glücks mann- Guben einen ErgänzungZanirag ein, der verlangte, dag-m Falle der Gesedtv.rdung des Entwurfs das vergrößerte Berlin, Mittelpunkt und natürlicher Bow-l der Provinz Brandenburg w.rde. In der Aussprache brachte Stadtsyndiius Sembrltzki- Charlottenburg die betannten Argumente gegen die Einheits- gemeinde zum Vortrag. Um Berlin müsse ein Kranz großer Gemeinden durch die Zusammenlegung der kleinen, nicht teistungs- fähigen Bororie gebildet werden. Tie Jeibständigkeit der Ge- Meinsen Groß-Berlins sei die Quelle ihres Forlschritts und diese dürfe man nicht verstopfen. Büxgermeister Dr. G l ü ck s ma n n- Guben stellte die Forderung auf. daß das neue Gxotz-Berlin, ganz gleich, welche Formen ez annehmen werde, in dem Verband der Provinz Brandenburg verbleiben müsse, der sonst vor dem wirtschaftlichen Zusammenbruch stehe.— Stadtverordneter Scholz. Neukölln trat den beiden Rednern entgegen umd sprach der Einheitsgemeind? daS Wort. Nicht erst der traurige Kriegs» auSggng habe die Lösung der Groß-Berliner Frage veranlaßt, sondern die unmöglichen wirtschaftlichen Verhältnisse, unier denen die einzelnen Gemeinden und die Bürgerschaft schon vor dem K' ege zu le'den gehab: haben. Man sollte doch nicht so große gst vor dem kommenden Groß-Berlin haben.— Denselben Standpunkt oertrat Bürgermeister Tr. Mann- Neukölln, der zugab, daß der N-ulöllner Magistrat und die dortige Stadt- verordnetenversamm.ung früher die entschiedensten Gegner der Eingemeindung waren. Heute seien sie ebenso entschiedene An- Hänger der Einheitsgemeind«. Der Krieg habe es den schon früher leistungsschwachen Gemeinden uninöglich gemacht, weiterhin selbständig zu bleiben. Mir dem Lasten a ungleich sei ibnen nicht mehr zu helfen. Die westlichen Vororte, die ihn jetzt haben wollen, hätte» den Lastenausgleich früher abgelehnt, als er noch durchführbar war. Genau wie Berlin die erste große Ein- gemeindnug verpaßte, hätten die westlichen Vororte den Lasten- ausgleich verpaßt, s Lebhafte Zustimmung.) Stadtverordneten- Vorsteher Dr. Bo r ch a r d t- Eharlottcnburg trat für den An- schluß des neuen Groß-Berlin an d-.e Provinz Brandenburg ein. Berlin sei semerzeit nur eine selbständige Provinz geworden, weil die damalige Regierung>>ein brandenburgischen Provinziol- landtag seinen agrarischen Charakter bewahren wollte. Nach einer längeren Aussprache beschloß der Städtetag von einer Abstimmung über die verschiedenen vorliegenden An- träge Abstand zu nehmen und abzuwarten, bis der end- gültige Gesetzentwurf erscheint.— Als rechtssozialistisches Mit- zlied wurde der Bürgermeister Jung-Sommerfeld in den Vorstand delegiert. Hierauf wurde der 38. Städtetag von Oberbürger- neister Scholz geschlossen. Cgnftestonfmn} der Erwerbslosem äke Vreußeus. Zwetter Tag. . zjvsitsn Tage wurde in dl« Debatte über Erwerbslose, Rriez Sf>e schädigte und Kriegsgefangene«ingetreten. Herr Danker als Vertreter der Erwerbslosenfürsorge Groß-Berlin iegte an, mit Rücksicht auf die bestehenden Unklarheiten über Anrechnung von Renjen aus dg» Erwerbslosenunterstützung die Wünsche der Konserenz in dieser Frage dem Arbeitsministerium »u unterbreiten, da zur Zeit ein« Neufassung der ReichSver- ardnung der Erw erb s.'o s enfür sorge vorgenommen wird. Genossin A l t m a n n» Neukölln trug d'e Notlage der weiblichen Arbeits- losen vor, welche mit niederen Sätzen als die Männer abgefunden werden, trotzdem sie die gleichen Lebensbedürfnisse haben. Furcht» bar sei die Loge der Witwen, deren Männer im Felde gehlieben, welche bei niederer Unterstützung nicht wisse», wie sie die hungrigen Kinder sott machen sollen. Ge n r i ch- Stettin kriti- sierte die Anrechnung der Renten; auch werden die Nervenkranken schikaniert, denen man nachzuweisen sucht, sie wären vor dem Kriege schon krank gewesen; dadurch versuche man die Rente zu drücken. Ter Vertreter ron Leipzig zeigte den Widerspruch. der darin besteht, daß dieselbe Regierung, die den Arbeitgebern verbietet, den Lohn, durch die Rente zu kürzen, dasselbe in der Erwerbslosenfürsorge tut. Hinze- Charlottenburg zeigt, daß auch den Kriegsgefangenen große Schwierigkeiten bei Erlangung der Erwerbslosenunterstützung gemacht werden; wenn der Vater in Arbeit steht, soll er den Sohn mit erhalten und wird die Unterstützung abgelehnt. Genosse Wurm führte aus, daß trotz der großen Arbeitslosigkeit mit Erlaub» nis der Regierung ILO OOO polnische Landarbeiter als billige Arbeitskräfte für die Agrarier. eingeführt werden. Den Vertretern von Danzig zeigte er an Hand einer Notiz, daß versucht wird, unter dem Vorwand, daß dt« Warschauer und Lemberger Hochschulen überfüllt seien, die Danzign Aockschule den Polen zuzusprechen. Folgende Resolutionen wurden angenommen: .Die Vertreter der Erwerbslosen Danzigs verlangen von der Regierung Auskunft, wie eS mit den zehn Zwölfteln der Erwerbslosenunterstützung nach dem Unterschreiben des Friedens wird. Die Vertreter verlangen, daß die Zuwendung nach dem bestehenden Recht den Arbeitslosen DanzigS, die iy, Fahre gekämpft haben, weiter gegeben wird." -Die am 24. und 25. Oktober 1910 tagende Landeskonferenz verlangt von der Regierung, daß den Kriegsbeschädigten die Rente auf die ErwerbSloftnunteritützung nicht angerechnet wird, da eZ den sozialen Verhältnissen Hohn spricht, die kargen Renten zu kürzen. Die Kriegsbeschädigten wolle« keine Bettelpfennige, sondern Rechte." Genosse L ö ch n e r referiert« dann über-Auswanderer- fragen" Es haben sich unzählige Vereine gebildet, die die Aus- Wanderer belehren und ihre Interessen wahrnehmen wollen. Es kann unS nicht gleichgültig sein, wenn die besten Kräfte der orga- nisi-rten Arbeiterschaft auswandern. Der Referent stellte Richt- linien auf. welche von einer AuSwandcrer-Fnteressengemeinschaft entworfen sind. Der Korreferent, Genosse G u m p r i ch, verwirft diese Jnieresseneemeinschaft und zeigt, was der Anstedlungsverein „Ost", Leipzig, bis jetzt schon für die Ansiedlung in Rußland getan. Eine Delegation wurde nach Rußland geschickt, die den Bolschewis- mus in Augenschein nabm. Der Zweck der Reise, Ansiedlung in Rußland, wurde mit Hilfe der Sowjetregierung erreicht. Das Gouvernement Wologda wurde gewählt. Es seien dort gut ge- nährte und gekleidete Proletarier vorbanden und die ZeitungZ- Meldungen von Hungersnot sind stark übertrieben. Nur alle päwlerger find sehr knapp gehalten unh müssen die Lebensmittel sehr t-ter bezahlen. In Rußland ist seder revolutionäre Vrole- tarier willkommen, dagegen find gelbe oder konterrevolutionäre Arbeiter nicht erwünscht. Folgende Resolution wurde angen-ounnen: „Die Landeskonferenz erklärt, olles daran zu setzen, im Geiste des revolutwnären, internationalen Gedankens die Vor» bindung des deutschen und russischen Proletariats zu erzwingen. Das kann geschehen 1. durch ehrliche Aufnahme der diplomakl» schen Beziehungeri; 2. durch gegenseitigen Austausch notwendiger Produkte; 3. durch Erfüllung des russischen Anerbietens, 800 000 deutsche Arbeiter aufzunehmen." Ferner wurde beschlossen, daß der Landesausschuß aus sieben Personen bestehen soll. S.tz ist Berlin. Gewählt wurden: Frau A l t m a n n- Neukölln, T o ck l o t t- Wilmersdorf, Merkisch- Lichtenberg, I e n n e r i ch- Pommern. Rensmann- Rhein- Provinz� F r a n k- Ostpreußen. Merlins- Westpreußen. Zur Reichskonferenz wurden folgende Genossen delegiert: die Genossin A l l m a n n. die Genossen Frsack, Keufer, Ga- b r i e l und 8! e n s m a n n. Die Adresse des LanLesausschusses ist. Merkisch. Berlin-Lichtenberg. Marktstr. 10/11. Telepbon: Lich- tenberg 1283. Genosse Schumann sprach sodann über-Arbeit». beschaffung und Arbeitsvermittlung" Er zeigte an Hand reichlichen Materials, wie die Arbeitgeber die Produktion sabotieren. Die Nachrichten, daß Landarbeiter v?r- langt wurden und die Arbeiter nicht arbeiten wollen, haben sich bei der Kontrolle als Schwin- del erwiesen. Die Agrarier lehnen ab, Großstädter zu be> schäftigcn, aus leichtbegreiflichen Gründen. Bei der Ueberweisung ins Kohlenrevier liegen die Schwierigkeilen in der Beschaffung von Unterkunftsräumen. Redner zeigte, wie Geld für die neue Ein- richtung de? Arbeitsnachweises der Reichswehrbrigade vorhanden sei. Mustergültige Arbeitsnachweise sind nur für die Lieblinge des Kapitals vorhanden. Es wird bei den Unternehmern ange- , fragt, wieviel junge kräftige Leute bei ihnen beschäftigt werden können. Es sei notwendig, daß mit Vollmaonen ausgestattete Per sonen die Bergwerke, Betriebe usw. kontrollieren, um die Unter- bringung von Arbeitslosen, womöglich auch gegen den Willen der Unternehmer, durchzusetzen. Ein Reichsarbeitsamt müsse geschaffen werden, das folgende Ausgaben hat: 1. Arbeitsvermittliino. 2. Arbeitsbeschaffung, 3. Berufsberatung. 4. Lehrstellenvermittlung. 5. Obligatorische Stellenvermittlung und 6-Zwangsmeldung aller ofjsoen Stellen. Eine Resolution in diesem Sinne wurde anaenowmen. Fn der folgenden Diskussion werden die Ans- führungen unterstrichen und dringende Maßnahme» zur Arbeits- beschaffung von der Regierung verlangt, da die Erwerbslosen keine Unterstützung, sondernArbeit veobangen. Tie Gründung von Arbeitsbatwillonen aus den Reihen der Noske- jünger wurde zu dem Zweck durchgesetzt, Streikbrecher für vor- kommende Fälle zu haben. Ein Antrag, der verlaugt/ daß die gewerbsmänige Arbeitsvermittlung sowie solche durch Aeitungs» inserate verboten tviro, außerdem dem Märkischen Verband die Arbeitsvermittlung unter'agt. wurde cmgenonlmen. Ein Zusatz- an trag, der den Arbeitslosenräten im Arbeitsamt Sitz und Stimme geben will, wurde angenommen, gleichfalls ein Antrag, der die Vermmtilung van Landarbeitern von einer Provinz in die andere verbietet, wenn geniioend Erwerbslos« dort vorhanden sind. Damit war die Tagesordnung erledigt. * Die Lc'dcsa lschüsse der Erwerbslosen aus dem Reiche werden ersu si, au- schnellstem Wege die Zahl ihrer Erwerbslosen. rate, sowie die Zo l der Erwerbslosen ihrer Landeszentrale dem Unterzeichneten einzusenden. Außerdem ist es dringend not» wendig, die ihnen angeschlossenen Orte bezw. Bezirke müzuteilen, damit der provisorische Reichserweubslosen-Ausschuß seine Arbeiten für die Wahlen des ReichSerwerbslosen-AusschusftS beenden kann. Der ReichSerw erbSlosen-Ausschuß. F. A.: Paul«eeliger, Berlin-Steglltz. Alsenstr. 8. Arbeiterfreundlich« Blätter werden um Abdruck gebeten! Der Staat wieder einmal gerettet! Der schreckliche, spartakistische, gewaltsame Umsturz, der von Monat zu Monat verschoben wurde, kann auch im November nicht stattfinden, denn die Aaffenliefcranten wurden am Freitag abend in einer Wirtschaft der Neuen Wilhelmstraße verhaftet. Ter fried- liebende Bürger wird erleichtert aufatmen ob dieser Nachricht. In die Wirtschaft kamen vier Männer, wacker wurde gezecht; plötzlich sudr ein Auto mit der neuen Sicherheitspolizei vor, der eine Zecher. zeigte seine Ausweise, entpufvte sich als Lockspitzel der niedrigste» Sorte, die andern drei, ein Soldat, angeblich ein Unteroffizier. und ein Oberleutnant in Zivil, wurden verhaftet. Der Spitzel offenbarte eine« anwesenden Pressevertreter, daß er sich den Leuten gegenüber als Kommunisten führer ausgegeben habe und diese hätten sich gegen höh« Bezahlung bereit erklärt zur Lieferung von Schußwaffen. Kanonen, vielleicht auch iwch Tanks. Der Herr Spitzel erzählte noch weiter, daß von den niederträchtigen Spar- takisten unter Führung von Huden ein Gewaltstreich gegen die bestehende Ordnung im November geplant sei. Stolz hob sich seine Brust über seine neueste Heldentat, auf Gewinn bedachte Soldaten zur Waffenlieferung überredet zu haben. Auch dies kleine Vorkommnis zeigt, mit welch niederträchtige« Mitteln die Regierung arbeiten läßt, um alle Gewaltmaßnahmen, die sich gegen alles, was links von NoSke steht, richten, zu recht- fertigen. Herrlich weit haben wir es in der sozialistischen Republik gebracht, daß notorische Lunchen als Lockspitzel fort- während wenig charakterfeste Element« zu Vergehen und Ver« brechen anreizen. Kohlenschiebungen. Alle Klagen über Materialmangel, schlechte Transport- Verhältnisse, Arbeitslosigtsit werden auf den Mangel an Kohle zurückgeführt. In«dar Sitzung dsr städtischen Tief- baudeputation wurde berichtet, daß die Arbeiten der Nord- Südbahn eingestellt werden und mehrere hundert Arbeiter entlassen werden mütztien, weil es«in Zement fehle. Trotz aller Bemüihungan bei ollen behördlichen Stellen, unter Hin- weis auf die großen Gefahren, welche die Einstellung der Arbeiten mit sich bringen, war es nickt möglich, Material zu bekommen. Als Ursache wurde der Mangel an Kahlen an- gegeben, welcher bei den Zementfabnilen vorhanden sei. Nun haben wir Kohlenkommissare, gieichskohlenkommissare, die die� Kohlenverfeilung in dar Hand haben. Man müßte meinen, daß alle Maßnahmen getroffen seien, um die Kohlen auch zu erfasse n. Das scheint aber sehr im Argen zu liegen. Wie wäre es sonst möglich, daß ein Angestellter dar Elektromotoven werke in Kattowitz, Oberschlesien, einem Ber- linar Unterniehmer, Herrn Paul Zeymer in dar Günther- straße anzeigen kann, daß in den nächsten Tagen zwölf Waggons Steinkohlen cm seine Adresse abgehsn werden. Mit der Hausbrandkohle ist es nicht besser. Die Briketts sind jedem in Rationen zugeteilt— auf dem Papier—, es ist fraglich, ob das Quantum auch geliefert wird. Andererseits gibt es Leute, die ohne Mühe über große Mengen Haus- br-»dk°il-s-bw-».«m ten tmt B-s°nl.dun„°„ WSs«üÄTSi' SS Die Schnellbahn Gesundbrunnen— Neukölln. Eine Korrespondenz meldet: In der A'ufsichlSra-sjitzllng am 22. Oktober, an der euch die Veri.eter der Stadt und des Verbandes Groß-Bevlin teilnahmen. wurde die Einwirkung der Revolutionsfolgen auf da- im Baul befindliche Unternehmen besprochen. Im letzten Geschäftsberichta war bereits auf di» Unmöglichkeit hingewiefeft, das Unternehmen bei den derzeitigen Löhnen und Materialpreisen durchznfithren. Die von den Behörden in Aussich: gestellten Rotstandszuschüsss bleiben aus, und die Notstandsarbeiten müssen eingestellt worden� Die Preise und Löhne sind derart weiter gestiegen und steigen noch immer, daß die Fertigstellung der Bahn das Dreifache unÄ Whr der Friedenspreise bean'vruckt. Bei solchen Aufwendunaen ist eine ReutabiMA auch bei erheblich gesteigerten Tarifen»ich* zu erreichen. Die Borwaliung der Gesellschaft hat deshalb beschlossen: D:> Arbeiten soweit als möglich auf die Sicherungsmaßregeln zu bo- schränken und zur Erörterung der Verhältnisse mit dem Magistrai Berlin und den: Verband Groß-Berlin in Verhandlungen emL:- treten.... Hoffentlich gelingt es. die Schwierigkeiten zu uberwrnd-n. damit auch im Interesse der Arbeiter der Bahnbau keine Unter. brechung erlerdet. Die Generalversammlung der Proslitulerten. Durch Platate an allen Sitf-hsäulen berief die„Gesellschassr für Logenangstegelnhoiten"(Abt. soziale Httfe) für Freitag nach» mittag eine Generalvechw-mmlung>!>er Pvostltuiertsn nach dem KriegervereinAhaiuse ein. Die BevsararmluiNg fand� nun nrcht im Koisge rver öms-hause statt— vielleicht fürchtete die Berw-altumgi sine Beeinträchtigung des Ansehens des 5ftiegevvereinshauses-—, sofern im nahen..Patzenhofsr". Zahlreiche Besucher folgten d«n Werben des Plaibates. Männloin. solche_«ntt dem«vste» Flcruim unter der Nase nnd Grauköpfe, aber Vevschwindentd wenig Prostituierte: sie hatten wahrscheinlich eine Belästtgung durch die„Sitte" ober eine Beeinträchtigung ihres � Geschäftes vefürch» •itt, oiber außerordentlich stark waren die„Beschützer" der Mäd» che» vortreten und dann sehr stark— die Presse. Von manchen Zeitungen waren sogar mehrere Vertreter anwesend und ein Preis» Vertreter machte über diese Tatsache die sehr gftte Bemsrlung» daß sich dr größte TA der Presse eben mich prostiluierc. eine In» teressenveDtretunig könne eigentlich gsmetnsonn angestrebt werden. Die Tätigkeit der Loge wurde im allgmeinen in der Press« «cht skeptisch beurteilt, es wustde der Standpunkt vertreten, daß «z'sich, u» Anbetracht des hohen Einärit Svreises und des enorm hohen � Beitrages,«n Grunde um eine neue Ausbeutung der Prostituierten Handel» könne. Auch wir vorrratsn und vertreten diesen Standpunkt, so lange nicht Aisfernnnäßig der Oeffsntlich'ftt tegelegt wind, was mit den vereinnahmten Geldern geschehe» ist, io lange über die Tendenzen der Soge, und ihre Zusammen. setzung ein gewisses Dunkel gehüllt ist. Auf Vorschlag der Loaen» leirung wurde in der Versammlung eine Kommission gswählt. die diese Verhältnisse unter Hinzuziehung eines Rechtsanwaltes prüfen soll. Ein Ergebnis der Untersuchung ist�also abzuwarten. Der Kommsision gehört u. a. Dr. Magnus Hirschfeld an, der in der Diskussion eine Abschaffung der„doppelten Moral" verlangte und feststellte, daß er mit der Soge in ksinerlei Beziehungin stände. Die Loge erstrebt nach den Ausführungsn ihnes Direktor» eine radikale Aenderung der bestehenden Kantvollvonschriften, um ein L�iterumsichgreifen der Geschlechtskrankheiten zu verhindern, weiter sine gleichbtige Behandlung der erkrankten Prostiimievten in allen Krautsnhmhevn. Der Berfammbung wurde dsr Ge» setzontwurf des PolizsiarztoS a. D. Dreuw zur KeunttsiS ge- bnächr- Die Diskussion war recht lebhaft, manchmal erregt, e» fehlt« an jeglitbir BuhandlungSleitüng. ES traten auf: ein Arzt, ein Kchriftistelleir, ein Rechtsanwalt und ein amgeblichsr„Gewerkschaftler" aus Nürnberg mit mitteNsutschsm Dialekt, der ein« ganz verdächtige Ksnnlnis der Verhälwisse m Prostituierten» kreis«: an den Tag legte; außerdem sprach verschied:»« Mal«n« ehemalige Prostituievte, die die polizeiliche Genehmigung zum Tragen von Männerkl'dern bat.� � Wiederholt wurde sin enger Fulfaimmenschl-uß der Prostituiievtsn gefordert, nur dadurch und durch die Wahl von VertrauenSpspsonen könnten chre Interessen wirksam vertreten werden. Der Schriftsteller forderte, daß die Bezeichnung„Prostituierte" allgemein durch erhalben, wenn— mm wenn man die nötigen Gegen. leistungsn geben kann. Einen Beweis hierfür liefert dos folgende Jnssrat in dec„Deüt'chen Jägerzsitung" vom 19. Oktober: Suche Abschuß und Ueberlassung des Geweihes ?me? jggdbaven Hirsches und überlasse dagegen ei«e» Waggon Briketts. von Delius, Bergwerködirektor, Plessa a. d. Elster. Man fragt sich: Wre kommt der BergwerkSdrrektox dazu Wer«inen Waggon Briketts zu verfügen? Und daS. um seiner Jagdlust frohnen zu können. Und wenn er in einem Fall« über die Kohlen frei schaltet und waltet, so ist es nicht ausgeschlossen, daß er noch in anderen Fällen so verfährt. Wo bleibt aber die Rationierung, wenn auf diese Weise die Kohlen verschoben werden. Wer also eine Jagd sein Eigen nennt und Hirsche zu schießen hat, erhälit Hausbrand- kohle. Nächstens kommt ein Bergwerk-dircktor darauf. Hasen schießen zu wollen. Er braucht seinen Wunsch nur bekanntzugeben und Kohlen zu verspreck.sn, flugs werden sich Jagdinhaber finden, die dem jagdlustigen Herrn Diuektor zu Willen sind. Hier steht den K ohkenko m m! ssa ren ein dankbares Feld offen.' Männern diel mehr Freude bersiten als ein«'brummige, lang- w eilige Ehefvam. Der„Schriftsteller" hat sich jebsn-falls einsn mächtigen Stein im Brett verschaflt, das bewies der Beifall der Freudeiunäbchen und ihre Freüde über die AuSfihimngen. Di« shsmaligs Proffttttievte war der entschieden'beste DiskussionS- rednsr. Sie st-S den anwassnden Kollsgimnvn derb« die Seoften. fondtrte aerständia:» Betrags» urto einen gnündl'chen Personal- Wechsel im Frrbetkranksnhaus, weil das jetzige Personal sich in wortgsheirder Weise bssteftsn Ließe. Zum Schlüsse der Bersommlung wurde eine den Bestrebumz gen dsr Log« entsprecheiilds EnlWießuiwg angonommeu. Freigahe wettorer Kohleniarteaabschnitts. Die Kohlensiell» Groß-Berlin teilt mit: Vom Montag ab dürfen bis auf weitere» rieben den bereits durch Bekanntmachung der Kohlenstelle Groß» Berlin vom 29. September 1919 freigegebenen Abschnitten auch auf die Abschnitte 2, 12, 22 und 82 der neuen Äochkarte» Kohlen abgegeben und entnommen werden. Die ursprünglich beabsichtigte Freigabe des ersten Abschnittes der neuen Ofenkarte mußte infolge dor durch den Streik der Magistralshilfskräfte in Berlin eingetretenen Verzögerung bei der Ausgabe der Ofen- karten, noch hinausgeschoben werden. Die Bolksfürsorge gibt bekannt: Die Versicherungspolice Nr: 398 226, lautend auf den Namen Frieda Keller, ein Sparmarken» block Nr. 19 010 mit Sparmarken im Werte von M. Sä,— und ein AufnabmegebülMribfock Nr. 21 271 bis 21 300 sind von einem Vertrauensmann der Volksftirtorae. r�eN'erkfchastlich-Genosscne 3fafHrd;e Versick'mmg�aktl'n�osellscl'aft, verloren werden. Diese t�.rte werden hieidu-ch für unHül'iig erklärt. Ter Finder wird gebeicn der Rechnungsstelle der Velkssürsorg«, Berlin SO. 13, Engelnf.r Nr. 18, von dein Funde Mitleilung zu machen. Dir Freie Hochschulgemcinde für Proletarier hat mit Rücksicht auf die Begrenzung idrer Arbeiten ihren Namen geändert in Lläteschule der Groß- Berliner Arbeiterschaft. — Am DienZta� den 4. November, beginnt ein Kursus des Ge- no'scn Ernst Säumig über Wesen und Aufgaben der Betriebsräte. J."t und Ort w.rden noch berinntgegcb.n. Der Kursus ist auf sechs Abende berechnet. Anmeldungen zur Teilnahme werden in der Geschäftsstelle, Münzstr. 24, Hl. entgegengenommen. cn weder, schriftlich eder in der Zeit von 11 bis P Uhr täglich mündlich. Die Hörergebühr rur den ganzen Kursus beträgt.? M.— Sie Kurse der Genossin Winckelmunn müssen zum Teil verschoben, zum Teil zusammengelegt werden. Es finden statt: SienStaa: Deutsch für Jugendliche S— 7 Uhr, Dimmer IM. Freitag: Englisch I und II für Räte'/-k— 7 Uhr, Zimmer IM. An der al?n Stelle bleiben folgende Kurse: Kaufmännisches Rechnen. Montag V36— 7 Uhr, Englisch II für Jugendliche, Montag von 7 bis 9 Uhr. Äirtschaktsgeographie: Donnerstag 7—9 Uhr, Wirt- schaf.sgeographie für Räte: Freitag 7—9 Uhr.' Äs den Esmeinden. Friedenau. In der Gemeindeverordnedenfitzune, am 10. CT- tober 1919 kam es anläßlich einer Vorlage, betrcfss Aewilli- Kung von 132 009 M. für die Einwohnerwehr, zu einer schaffen Auseinandersetzung zwischen den Vertretern des Rechtsblocks und besonders mit den recks.Ssvzlafcstrchen Gemeinde- dcrordneten und unserer Frakdon. Trotzdem der rechtssozia- listische Gemeindeberordnete Kamrowski d'e Notwendigkeit des Weiterbestehens der Einwohnerwehr in Abrede stellte, forderte er namens seiner Fraktion eine Subveniieri in der Höhe.von L0 000 M. Genosse Deitmer kennzeichnete in trcf ender Weise den reaktionären Zweck der Einwohnerwehren und widerlegte die von den Besürwo.stern der Vorlage dafür vorzebracksteu Gründe. Nachdem die Rechtssozialisien Kamrowski und G i e s e noch ausdrücklich bestätigten, das; sie die Gründung der Einwohnerwehr chutheisien und sich einige Ausfülle geucn die Rätereg.erungen Ungarns und Bayerns erlaubten, wurde die Vonlag« natürlich Unverändert von der bürgerlichen Mehrheit angenommen. Reinickendorf. Die letzte Gemeindevertrelersitzung nahm nach Einführung der neueingetrelenen Gemeindeverordneten Linkenden Genossen Dressier und Hollbein, Stellung zu dem von unserer Fraktion vorgeschlagenen Wirtscka'tkamt. Im Sinne unserer Vorlage wurde ein fünfkövfdger Vorstand gewählt, und zwar nach der Verhältniswahl. Unsere Frakllon entsende-t die Genosse» Mau, Dendt und Selke. Auf unseren Antrag wird auch der Leiter de? Bauamts in den Vorstand des WirischastsamtS gewählt. Tic Einkaufskammission des Bauamts besteht aus dem Baumeister Ncppin, den Schössen Behnke und Zeising. Di« Wahl einer kom- munalen Bildllngskomini'fion entsprach gleichfalls einem von der U. S. P.-Fraktion gestellken Antrage. Die Bildurvskommissio» setzt sich zusammen aus 8 Gemeindevertretern, 3 Büxgerdepu- tierten und einem Mitglied des kommunalen Arbelterrads Ge- wählt wurden von uns die Genosien Höpfaer,-Schmidt und als Arbeiterrat Gen. Kaufmann. 2000 Mk. wurden der Kommissioii für ihre Arbeiten zur Verkügung gestellt. In den Aussichtsrat der Industriegleis G. m. b. H. wurde Stadtrat Reichbelm gewählt. Für Benutzung von Eilen- und Strahenbahn im Dienstintieresie bewilligte die Gemeindevertretung den Schöpfen 10 M. monatlich an Stelle von Freikanten. Ter durch Hinzutritt von Dienst- inädchen und HauStäckiern erweiterte Forbbildung°sckv.lbet«icb macht ei-ire hauptamtlich« Leitung notwendig. Es wwd die An- stellung eines Leiters und 6 Lebrlrä'ten im Hauptamt beschlossen. Mehrkosten etwa 9099 Mk. Tie Gewährung von Freistellen für beMigle Volksschulkinder wird unier Darkeguo,-, unseres prin- zipiellen Standpunktes vom Genossen Aöpsner befürwortet. Die Beschlustfassung iid-r die Erhöhung des Gemeindssteuerzuschlags wird ausgesetzt. Dem LandeSae-sschust für hygienische Volks- b?l«hrung werden einmalig 309 M. bewill-std. Zu dem auch in unterer Gemeinde urvlötzlich auSgebrochonen Angestelltenstreik präzisiert« Anesse S-'lke den.Atandviinkt unserer Fraktion. Unter voller Anerkennung der Notlage und der Bereitwilligkeit, durch entsprechende Verhandlungen die'er Not nach Möglichkeit abzu- helfen, bedauert« Redner, das; leider ohne setze Benack'richti'iung selbst die LebensmittelgcschAi.te der Gemeinde bestreikt werden. Dadurch müsse da? Verderben wertvoller Nahrungsmittel be- fürchtet werden. Es wird ein« baldige Verstäiidigung erhofft. Tegel. In letzter Sitzung der Gemeindevertretung am 20. Oktober wurde an Stelle des zum Schöffen gewählten Herrn E-mrad v. Borkig der Gi-mein�estkretstr Ludwig von der biirgerlich-dvmokvat.: kch«, List« als Ecmeindevertreter«in, geführt. Von der., unparteiischen" Fraktion ist Herr Aschendorf zu den R e g i e r u n g s s 0 z i a l i st e n übergetreten.— Zu den Ferienveranstaltungen der Volksschulen wunden zu den ver- ausgabten 2800 noch ca. 1000 Mark nachb-wiilligt; für die Wald» enhow-nasstökte dürf en die Zuschüsse 8—9900 Mark betvagen.— U-ber Volksbikdun-gSfraigon, den Orttau sichu st und seine b?- hevigen Verha>i'.ldlu.ngen refc werte Beigeordneter Dr. Laegel. Die Veranstaltung— ein Tschterabend— mit Unterstützung des Ber- ili.ner Vol'schor findet Dienstag. 28. Okiober, in der Humboldt- schule statt. ES folgen dam weitere Einzel- neben Reihenvor- trögen und andere kimstlenische Veranstaltungen. Zunächst wurden «000 Mark hierfür bewilllstt.— Ein dringlicher Antrag unserer Fraktion verianisi? Bereit st elluna von 50 000 Mark, als Tarlechn den, Wirtschastsamt zur Verfügung, um den durch Streik oder Aussperrung am Erwerb der ratio- nierten Lebensmittel gehinderten Personen deren B e- zug dennoch zu ermöglichen. Ueber die Zulassung tz-eses Antrages entspann sich e«ne lebhaste Debatte, die damit endete, dah der Antrag dem Ge.meinibcvvrsta.nd überwiesen wurde und die nächste Sitzung die Entscheidung über evtl. NachbewilllgUiNg der Mi.sei trifft.— Schaldiener und Heizer werden hinfort auk vierteljährliche Kündigung als Beamte angestellt(bisher aus auf Pvivattzkenstdertra») mit 4000— 5500 Mark Gehakt. Unser Redner war für Erhöhung der untersten Stufen; eigentlich sollte allen für gleiche Leistungen gleicher Lohn gewährt werden, hie Rech s- soz'a listen für die'bisherige Art der Gehatls-festfetzung nach dem Dienstalter.— Die Regelung der Gehälter der nicht ständigen Tureauhilfskräftie und des Hilst, Personals war in einer besonderen Druckvorlag« un-terbroitet. Bei der Beratung Heb es im wesont- lchen eine heftige persönliche und parteipolitische Auseinander- setzmig zwischen unseren Genossen und den Rechtssozia- l i it c n. D'eie übten eine äusterst gehässige K r i t i k an der Agitation unseres Genossen TjhvmaZ als Angestellten der Ge- meinde und veranlassten den Bürgeome-ster, seinerseits auch Ver- Währung gegen diese Tätigkeit innerhalb der Gemeinde bureauS auszusprechen. Ihnen wird noch bei anderer Geleaenhoit mit en:- sprechendem Material gedient werden. Thomas hatt' allcvdingS di« Interessen der Angestellton als ihr Obmann wahrzun, ahmen und mußte d e Gesamt sibimtion beach en; der Anwarf des„Streik- Hetzens" von RechtSiozialiston dürfte seinen Zweck kaum erreichen. ES wird nach de.» Berlin er Beschlüssen mich hier bezahlt werden; im üibvigen wurde der Vorlage zugestimmt, wie wech einem An- trage.der Beamten und ständigen Angestellten auf Anerkennung ihres BeamtonauKschussed und auf Einräumung des Mitbestimmungsrechts. 5eheysmll'e!rg?e''.der. Brot- und M-Hloerforgunq in dar nächsten Doch« nur auf Brot- borten mit dem Kennwort:„Roggen". Die Vollmllchbarten für Deeember 1913 werben In den zur Fett- stelle Oroß-Derlin gehörenden Gemeinden ausgegeben, und zwar in Berlin sitr die Kinde im 1. und 2. Lebensjahre orn Miltwoch und Donnerstag, für die Kinder Im 3. und 4. Lebensjahrs am Freitag und Sonnabend, für die Kinder im B. und 6. Lebensjahrs am Montag und Dienstag. Iedcch sind den Haushaltungen, denen Karten für vseschiedene Altersstufen zustehen, sämtliche MüchKarien an einem Tage auszuhändigen. Die Inhaber der Bollmilchbo ten haben die DszembsrKarten bis zum 13. November 1319 einschlisblich dem Kleinhändler vorzulegen. Auf die NeichsflelfchKa-te Inländlfches Frischfleisch und, falls dieses nicht reicht, amerikanischer Speck. Preis für Speck 4,15 Mk. für 1 Pfd.; für Frischfeillch die üblichen Preise. Auf Abschnitt 83 der allgemeinen LebensmiitelKarts der Siadt Berlin 15.3 Gramm Hafer- floäien zum Preise von 13 Pfg., auf Abschnitt 31 derselben Karte 253 G nmm ausländische Hülsenfrüchte zum Preise von 83 P'g., auf Abschnitt 44 der LebensmiitelKarts für Jugendliche 233 Gramm Haferflocken zum Preis« von 23 Pfg. Die Abschnitte sind in der Zeit vom Sonntag bis Dienstag be! de» Kleinhändlern abzugeben, lieber die Kaitoffelversorgung verösfenllicht der Magistrat im Inseratenteil eine Bekanntmachung. Es dürfen sich Inhaber von„A und D"ine übe. je l'A Pfund werden an die am 1. Odtaber 1313 und später geborenen Kinder, Nährmiltelbezugsschoins über je 1 Pfund an die in der Zeit vom 1. Okioder 1817 bis 33. September 1313 geborenen Kinder zu- fammen mit den Dezember-MilchkartcN verausgabt. Gharlottcnburg. Fleisch 233 Gramm. Kariosfeln 7 Pfd., Graupen 133 Gramm, inl. Hülfenfrückie 150 Gramm, Marmelade 250 Gramm, 1 Päckchen rot- Gxütj«, Kunsthonig 250 Gramm. Wilmersdars. 7 Pfund Karlofscln. 150 Gramm Haferslocken, 150 Gramm Teigwaren, Sühstosf: je ein BAeschen auf 7 und 8. Für werdende und stillende Mütter: Eipulver: bis zu 1 Pfund. Für Kranke: Gier: Ends der Woche auf 41. Ns'Kölln. 150 Gramm Reis, 300 Gramm Hülsenfrüchte. Für Jugendlich« 250 Gramm Sago und ca. 250 Gramm Zwieback. Kinder im ersten und zweiten Lebensjahre 500 Gramm Haferflocken und 500 Gramm Derstenmehl. Bis Montag für die 2. Drotkommlsston 125 iz»amm Harzer Käf«. Ende der Woche voraussichtlich 250 Gramm Ätarmelad« und 150 Gramm Rudeln, 7 Pfd. Kariosfeln. In den städtischen Verkaufsstellen ist ein neues Reinigungsmittel zum Preis« non 3,2? Mk. das Pfd. erhältlich. Britz. G otz-Derliner Lebensmittelkarte: Abschnitt 01: 150 Gramm Nährmittel, Einsuhrzufatzkarte: Abschnitt Z. 18:% Pfd. amerlkan. Mehl, Karte für Kriegsbeschädigte: Abschnitt 0: 1 Pfd. Teigmaren, Karte für werdende Mllt'er und Kinder: Abschnitt 0: yt Pfd. Grietz, Terlin-Britzer Ausweis: Abschnitt 78: Gegen Vo la-ae einer Bezugs- bzschsin:gung, welche Im Lsbensmlttzldursau, Abteilung Kranken- ernöhrung ausgestellt wird,% Pfd. Kindergerftenmehl für Personen von 80 Jahren und darüber, Abschnitt 73 gegen Vorlage der Voll- milchkarten für Kinder und der Kart« für Jugendliche 2 Dosen Malz- extrakt. Jrechändig weiden verkauft: Rollmöpse, Tslikatehheiingz, marinierte Sardinen und Salzhering». Ferner verschiedene Lebens- mittel, worüber in der Verkaufsstelle Auskunft 0 teilt wird. Ter Verkauf beginnt mit den Schlutznummern am Montag, dann weiter die Nummern 3781— 2700 am Dienslaa, 2099— 18C0 am Mittwoch, 1799 bis 300 am Donnerstag, 839—1 am Freitag. Pankow. Vom 27. Oktober er. ab werden die Geschäfte, welche voei der Firma Spekowsky Milch erhallen, die I-Litsrkarten mit J4 Liter, die kl-Literkarlen mit y, Liter und die Iss-Lilerkartsn mit yt Liter Milch beliefern. Die K» Literkrankenkarten können bis auf weitere» nur einen Tag um den anderen mit Frischmilch belicfe.t werden. Lichtenberg. Voranmeldung: 250 Gramm Maisfabrikate, für Jugendliche 200 Gramm Weizengrietz, 5 Euppenwü.fel. Ohne Vor- nnmeldung: Je 250 Gramm inl.' oder ausländ. Weizenmehl. In den hiesigen Konfitüiengefchäften 1 Päckchen Danilm-Milchzucker. 54 Pfd. G-würzkuch-n. Auf Urlauberbezugsscheiir. 100 Gramm Nährmittel u. 200 Gramm Marmelade. Für heimgekehrt« Ärligs- und Zivilgesan- gen« 200 Gramm ausländ, Hlllfenf llchie. Nledcrschönhaufen. Auf Abschnitt 44 der Feitkarle 30 Gramm Butter, 70 Gramm Margarine. Abschnitt F. 18 der Einfuhrzusatz« Karle 50 Gramm Margarine. Aus Abschnitt 58 der Ausweiskarlen für Kinder bis zu 2 Iahren% Pfd. Haseiflocken und 2 Pakete Keks, Abschnitt 34 der Kriegsbeschädigtenkarte 1 Pfd. Haferflocken, Ab- schnitt 31 u. 33 der Lebensmittelkarte 430 Gramm Graupen, Ab- schnitt 71 250 Gramm Marmelade oder Kunsthonig, Abschnitt 41 der Kartofselkarle 7 Pfd. Karioffeln. In den Baracken am Kaiseriveg stehen von der Gemeinde grite Etzäpfel zum Verkauf, Pfund 70 Pf. — Der Holzverkmtf auf Abschnitt 178 der Lebensmittelkarte findet statt am Montag, den 27. Oktober, auf Nr. 0001 bi, 2500, Mittwoch. den 20. Oktober, 2501—5000, Freitag, den 31. Oktober, 5001—7500,— Autzsr Fett, Kartoffeln und Holz alles gegen Voranmeldung bei den Händlern bis Montag Abend. Weltzens«. 150 Gramm Haferflocken, für Jugendlich« 200 Gramm Haf« Nährmittel. In den Verkaufsstellen Kasseler Siratze 2 und Pista- riusftratzs 24 Auslandskonfsrven, Bohnen mit Speck, pro Dose 7,30 Mk., 7 Pfund Kartoffeln. 1 Rswawes. 250 Gramm arnerlk. Weizenmehl auf Abschnitt X, 18 der Einfuhrzusatzkarts, 150 Gramm Nsis auf Abschnitt 04 der Lebensmittelkarte, 230 Gramm Maismehl auf Abfchnilt 51 dee blauen Lebens« mittelharte, 150 Gramm Hü.sensiuchlmehl auf Abschnitt 62 der bleuen Leoansmil.oli'.arte, 250 Gramm Pjlauiuemnu» auf Abschnitt 53 dev blauen Lebensmittelkarte, 250 Gramm Haferslocken(lose) auf Ad« schnitt 5 der blauen Lebensmittelkarte für Jugendlich«. Die Abschnitts sind am Montag und Dienstag bei dem Kleinhändler abzugeben. Di» Ausgabe der Ware findet von Freitag, den 31. Oktober, bis Sonntag, den 2. Ztovemdsr d. I., statt. i Tegel. Auf Abschnitt 33 der Grotz-Berliner Lebensmittelkarte � 150 Gramm ausländische Hülsenfrüchte, auf Abschnitt 27 der Ge- ! meindemirtschoslskail« 500 Gramm Marmslatie. Ferner werden ver» ausgab! auf Aojchnttt 8 ber Sondsriebensmittelkarts für Kinder 250 Gramm Kindergerftenmehl und 2 Päckchen Puddingpulver und i auf Abschnitt 14 der Sonderlebensmittelkart« für älter« Leute 250 G» Haferflocken und 2 Päckchen Puddingpulver. vtfj, Mg den SraMMuen. s. Difirskt. Montag abend 8 Uhr Frauenlefeabenb Pafteurstr. 4/8. Schulaula, f.ühete 40., 41. und 42. Abteilung, 4. Kreis, und 1., 1 s, 1 d-Ableilung, 5. Kreis. 10. Distrikt. Dienstag, abend» 7 Uhr, bei Büttner, Schwedtetl Strotze 23, outzerordenilichs Eeneialverfammlung. Stellungnahme zum Par eitag, Wahl des Delegierten. 11. Distrikt, 3. Abteilung. Dienslag Abteiletngsverfammlung bei Kluwe, Iasmunder Strotze 3. Tagesordnung'. 1. Etellungnahm» zuiH Parteitag. Referent: Gen. Fritz Schneider. 2. Aufstellung des Tel»» gierten zum Paeteilag. 3. Wobt der Delegierien zur Perdands-Gene» raloerfammlung. 4. Wahl der Aklions-Ausschllfle. IL. Distrikt, 8. Abtettung. Abtsilungsverfammlung Dienstags abends 7 Uhr, Aula Schönsiiotzee©itatze 7. Sieilungnahm« zun» Parteitag. Vortrag über Cewerkschafts- oder Betriedsoiganifalion. Wahl eines Zlbieilungsführers. 11. Distrikt, Moabit und Hansaviertel. Montag, abends 1% Uhr, bei Marx, Oidenburger Strotze 10, Leseabend.— Dienslag, abend» 7 Uhr, in der Aula Bochumer Straße 8d, Disirckts-Generaipetsamm» lung. Stellungnahme zum Parteitag. 2. Ausstellung der Kandidoieii zum Patteiiag. 3. Wahl von Kommisstonen. 18. Distrikt. Montag, den 27. Oktober, ehemalige 13. Abteilung, jetzt 2. Adleilung flntet bei Paul Frilfch, Dr»nih«im«r Sirotze 4, Fiauenleseadend statt, Abends 754 Uhr. Tcltow-Vseskpw. Sonntag, den 2. November, vorm. 10 Uhr. i» ! Neukölln, ReUhauz fStadtoerordnoteiifitzungsfaal). Bezirks, Frauenkonferenz aller kn Bezirke tätigen Genossinnen. I. Eletiuiignahme zur Neicks-Frauenkonserenz in Leipzig Rsferen, iin: Genal in Wu m. 2. Diskusston. 3. Die Agitation unter bei» Frauen. Wir bitten die Genossinnen, in den Ortsvereinen dazu Stellung zu nehmen und die Bezirkskonferenz recht zahlreich zu be- schicken. Teleaiertenkarien werden nicht ausgegeben. Mitgliedsbuch oder-karte legitimiert. EharlottsiiKurg. Frauenlsseabsnd Montag 75� Uhr abendel Passauer Straße 35. Rätsfystem. Refsrentin: Gsnofstn Braunlhal. Neuköllti. Montag abend» 7 Uhr in Kiiems Fsstsälsn Frauen» Versammlung:„Tie Sorgen der Frau in der Jetztzeit". Reserentins Eenasstn Zlosenbe g. Neukölln. Montag abends 7 Uhr Im Erfrischungsraum 2 Treppsitz Fraktionssttzung. Tlfdungsausfchutz Neukölln. Sonnabend, den 1. November 854 Uhr, bei Happoldt, Hasenheid«, Mozari-Abend. Hermann Scher» chen mit dem Blüthner-O:chsster.t-Ver!!n. Blumcnstr. 10. E fcheiven unbedingt erjordev lich. Aliigliedsbuch legitimiert. Arbeitsgemeinschaft freier Angestcll tenoerbünde. Obleitte der Grotz-Derliner Metallindustrie, Fachgruppe 12, 18; II, 15: Persammlung Dienstag. 5 Uhr, Sophiensäle. Tageso.dnung: Eingrupplerung unter dM Tarifvertrag. Zeitraluerband der Angestellten. Iugev.dl. Betriebsvertrausnslsuiei versammeln sich am Montag, abends K8 Uhr, tm Dsuischen Hos, Lumauer Straße. Daptscher Werkmelster-Berband, El-Ktro-Gruppe, Dienetag abend 0 Uhr in Haoeriands Festsäten, Neu» Friedrich-Stratzs 35, Vortrag: Betriebsrälegesetz. Ztesetcni: Kollege Roth«. Mitgliedsbuch legitt» mieet. Deutschcr Werkmeister-Verband, Portefeulller- u. L-bsrwaran» Werkmeister. Veisammluv.g nicht Montag, sondern Dienstag 5 Uhp Alexandrinsnstratze 37. Bericht de: Tarifkommission. Freie Jugend Grotz-Bcrlin. Heute nachmittag 4 Uhr In der Pkil, Harmonie Schuberl-Abond ber„Volkskunst". Billeti» zu 1,50 Pik. an der Kaste zu haben. Für Streikend« und Auszsfpsrr!« zu 1 Mk. .Arbeiler-Eltern-Bund. Heut« Sonniag, um 7 Uhr, In der Stadthalle. Klosterstratze, Kunstabend. Mitwirkende: Tilla Durisux, Idir Harth zur Sfüeden, Nikola» Lambinon, Leo Kest«nd«ig. Eintntr 1.25 Mk. Zlrbeiter-Eftern-Bund. Montag abend 5;8 Uhr!n der Schul«! Petersburger Slrctzs 4, Zimmer 23, Kursus für Aternräte. Leitung: Ge— st« Dr. Fritz Ausländer. 2. Aortraosabend:„Das sozialistifchs Echulprogramm". Elternversammlung, Weitzenfee, Refarm-Rsalgom- nasium, Woelck-Pronienade 32, Zelchensaal, heute abend 548 Uhr, Elte.nversammlung, Moabit, Petleberger Stratze 20, Artushof, heut« abend>48 Uhr. Kult-Bund. Heute nachmittag 4 Uhr findet In d»r Philhormonis ein« musikalische Veranstaliung unter Mitwirkung von Wer» Schwarz und Willy Bürbach statt. Für Streik, nd« und Ausgsspscrt«! Karten zum ermäßigten Preis« von 0,80 Mk. an der Kost«. Ingetidltch« Petrleliovertranensleut« und Tchülerrät« der Fah- und Fortbildungsschulen. Am Donnerstag, den 80. Oklober, abends 543 Uhr, Vollversammlung Erotz-Berlin in den Sophien-Sälen, Sophienstratze 17/18. Wichtig« Tagesordnung. Erscheinen aller Iugendgenosten dringend notwendig. Verantwortlich für die Redaktion Alfred WIelepp, Neukölln. Verlagsgenostenschaft„Frei...!!", e. U). m. b. H Berlin.— Druck dir Lindendruckerel und Verlagsgefellfchaft m. b. H., Schiffbauerdamm 13. PELZ- Waren en gros— Export wl« a'lllhrlich preiswertestes Anaebot in Kraaen, Muffen und Pelzhüten. Fiiciisc«rni- turen In avoller Auswahl.— Keppraluren prompt und b'Itisr. id. Amaiiiiifliiö iisckg. $ gm gOaUiShUi!k' Laniiparzeüeii Kolonie Rftntsjenhßhe. 1 Zepernick,'f Std. vorn | S ettinerVörortbahnhof. Künstiif ReleKen, mit bestem Roden itir Obst- QemQse/ucht. Par- j zellen von I8J0 Mk. an. | auch bei kleinerer An- �ahiing zu Rnnstiflscn Zahliinzsbedingungen Ständif1* Wohnen im Somme'höuschen er» | laubt Kolonisten Pahr- peisermABitfunc W. Kosdifltzhy 1 C 84. R sentlialer Str. 39 Norden 5003. 9-»' I Faoioapparate Ankauf vVr"V.1 l'hoto- Steckelmann. W. 9. Potsdamer Sir 155 Nätimaschlnen.gebranchi. verkauft LelimanB, 0»ten. LLUea«--«*< NaturheHweise EckiTt. Berlin. Tauentiitnitr.o bei allen Leiden u Krankheiten 10— I. 3—7, Sonnta-« 10—2. Ein naner Geist ? 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