Nr. 524 /E 239< /lbenö-�usgadF 3Hfer«tf föft«n die achtgefpalt. Nonpareille�eil» oder deren Raum{£0 Mk� lvortanzetzen bar. fettgedruckte Wort»0 pf� jedes«veiter? Wort 2V Pf. TeuerungSMschlag 70 pro?. Bei Familien-»>. Nersammlungsanzeigen fälU der Anschlag fort. Inserate für den darauf- folgenden Tag müssen spätestens bis Z Uhr nachmittag» bei der Expedition aasgegeben fein. Jnseraten-Abteilune: Berlin NM.«, Schiffbauerdamm Fernsprecher: Amt Norden»im >e„.�reiheit� erscheint morgens und nachmittag», an 5onn» und Festtagen nur morgen» er Rezugsprei» beträgt be» ireier Zustellung in» Hau» �ür �roß»Bertin 4.— JTl.. bei direktem Postbezug monatl g.K5 bec Anstellung unter Streifband für Dentfckzlanb 6JK) fürs Ausland 7.50 per Brief 12.50 M. RedaMm, und(PrprWtlim: Berlin NW.«. Schiffbaurrdmnm!S»I. Fernjprccher: Ami Norden»«»» und»8»«. $9$?' .•- prSsUW der Sesehle m Gö tz. Pari», 2g. Oktober. Hollands� NieuwZbureau meldet aus Pari»: Die Entente» tommifsion, die nach dem Baltikum geht, wird bald abreisen vnd in Berlin die amtlichen Befehle, die von der deutscheu Mrgicrung an v. d. Goltz gegeben worden find, prüfen. Dann reist die Kommission nach Kurland weiter Der Chef der balüschen EnkenlekommWon. H. N. Pari», 29. Oktober. Wie verlerutet, wirb Getvwrl N i e s s e l zum Chef- der Mission für die bsltischen Länder erncnrnt. General M a n g i n. der zuerst nach dem Baltrkum gehen sollte, konnte mit der französischen Nesiier-ung nicht ins Reine kommen, da er militärische Machtvollkominen- heilen»crlansste. Tie französisch Regierung steht aber einer Entsendung von Truppen nach dem Baltikum ab'eh- nend gegenüber. Don den bslschelvisiischen 5ronf?n. Petersburg außer Gefahr. H N. New Jork, 29. Oktober. »New Dork Sun' erfährt, dafi die freiwilligen russischen Truppen zurückgeschlagen wurden. Dadurch ist die Gefahr für den Fall Petersburgs wieder geringer geworden. Niederlage Denikins. In London wird behauptet, daß General Denikin» Heer auf einer Front von 800 Meilen zurückgeschlagen wurde. In Petersburg sind die Fabriken geschlossen, da die Arbeiter an »ie Front geschickt wurden. Atuefclsches an Mexilo. .Amsterdam, 28. Oktober. Au» Washington wird gemeldet, daß die Negierung der Bereinigten Staaten ein Ultimatum an Mexiko ge» richtet hat. mann die Befreiung de? von Banditen entführte» amerikanischen Konsularagenten in Pucbla JenkinS verlangt wird Im Senat wurde beantragt, die amerikanischen Trup. Pen zu mobilisieren, um diese Forderung durchzusetzen Da» Preßbureau Radio meldet, daß die mexikanische Regierung dem amerikanischen Botschafter mitgeteilt hat, sie werde alle» aus. bieten, um JenkinS zu retten. ArbUlervnmhen in Amerika. Amsterdam, 29. Oktober. .Telegraaf' meldet an? New Bork, daß" in Brooklyn in- folge Wiederaufnahme der Arbeit durch eine Gruppe von Dock- avbeitern ernste Unruhen stattgefunden haben, wobei es Tote und Vermundete gab. 20 000 Arteiter streiken noch. wäh. «nd 30 000 di« Arbeit wieder aufgenommen haben sollen. Sozialistenfurcht. Haag, 28. Oktober. Wie Nieuwe Tourant auS Washington meidet, hat der Senat die GesetzcSvor.'aze. durch die die Bundesbc Hörden er» »nächtigt werden, gegen Personen, die die rote Fahne auS» hängen oder die Revolution predigen, einzuschreiten, ' befürwortend beurteilt. Die Schweizer MetiMswichlen. T. U. Bern, 29. Oktober. Obwohl die Ergebnisse der Nationalraiswahlen aus den großen Kantonen sowie au» den Kantonen Thurgau noch nicht vorliegen. läßt sich. die Zusammensetzung de» neuen schweizerischen Parlament» heute doch un» gesähr überblicken. Die Frei sinnig-demokratis che Partei verliert, namenilich durch die Absplitterung der Bauernpartei in den Kantonen Zürich. Bern. Thurgau, Aargau und Schaaffhausen, sowie durch den Zuwachs der Sozialdemokratie etwa 40 bi» 42 Mandate Die Partei wird im neuen Parlament etwa S8 Mann stark sein, sie wird damit allerdings die stärkste Gruppe der Bundesversammlung sein. Die Katholislb.ko''>ervativc Parte- hat ik-ren Bestt'tand von ungefähr 30 Mann ziemlich behauptet Ihr wird die S o z i a l» demotra'ie miil ungeiähr 3 6 bi« 4 0 Mann>» T:arke gleichkommen. Tie Neu« Bauernpartei wird et'.va 25 Mann zählen. Die liberal-konservative Gruppe ha.»ach m e vor«"jv r u Dutzend Mitglieder. Die' sozialdemokrattsche Gruppe, m:' der lich die Grüttianer vereinigen, dürste e Iva 8 Mann zärea. Do» aebem werden noch einia« wilde Bertrecer der.va»gc»ischen Sr.n- derpartei usw. in der Stärke von ttwa 5 Mann auftreten. Die Bürgerliche Mehrheit der Bundesversammlung nei somit sehr stark sein. Erweitemng der ssrauer.rechte in England. Amsterdam» 28. Oktober. Dem„Telegraaf" wird au» London gemeldet, daß da» Unterhau» zivei Aniräge angenommen hat, durch die die Rechte der englischen Frauen erweitert werden. Danach sollen in Zukunft auch verheiratete Frauen für Richter- ämter ernannt werden können und Inhaberinnen der PearS- würde im Oberhaus« dieselben Recht« geenießen wie die mann- ttchen Pcars. Ergebnis der luxemdurglschev SotnRwahlen. Luxemburg, 28. Oktober.(HavaS— Reuter.) Endgültig wurden gewählt: 27 Katholiken, 7 Radikale, 9 Sozialisten, 3 Mitglieder der Partei Prüm und 2 Volts- parteiler. Verhandlungen tnU Deutschen und Sefferrelcheru in coudvii. u. dl. London, 2g. Oktober. »Daily Mail" meldet: Verschiedene Briten, die sich während de» Krieges und seit Abschluß de» Wassenstillstandes für Deutsch- land» innere Zustände interessierten, wenden in der nächsten Woche eine Konferenz mit deutschen und österreichischen Person- lichkeiten abhalten. Die Teilnehmer an dieser Konsernz werden an, ö. November in London eiutresse». Die Gäste au» Deutsch- lawd sind: Eduard Bern st ein, Professor Bonn, Lugo Bren- tano, Karl KautSkh, Richard Martin. Graf Dtontgela». M. War-burg, H i l f e r d i n g, Kahn, Wissel!. Professor Oppenheimer, Karl Schlosinger, Professor Schultz. Weiter kommen- sieben Ocsterre-icher und zwar: Dr. Bauer, Dr. CHle»'bogen, Professor Lam manch, Wicser, Dr. Herz, Graf MenSdorff und Professor Rcdlich-Kraut. Herr von Gwinner, der gleichfails eingeladen war, ha: abgelehnt. Die Einladungen sind vom englischen„Verein zur Be- kämpfung � der Hungersnot" ergangen. Wie wir hören, werden einige der Geladenen bestimmt der Einladung folgen, da der genannte Verein mitteilt daß Einreise- schwierigkeitsn nicht b e st e h e n. Genosse Kantsky kann nicht nach Eng-land gehen, da die Rodaktion der Akten über die Kriegsschuld, deren Verösfen-tlichung nicht verzögert wenden darf, seine Anwesenheit in Deutschland erfordert. Schlotternde Anqff. T, U. München, 29. Oktober. Da» ReichSwehrkommando Nr. 4 hat f ü r d e n 9. N o v e m- ber alle Versammlungen unter freiem Himmel, Umzüge und Demonstrationen v e r b a t» n. ,.Slaalsvech?eS'er"! Frankfurt a. M., 28. Oktober. _®i« Anklagebehörde hat gegen die I u h r e r des w lven ,?) Eisenbahner streik» vom Sommer in Frankfurt a. M. da» Verfahren wegen A u f r u h, eingeleitet. vellün�erung der Mlmtszeil im jäGschs« Becgöflü. Ein Borschlag der Betriebsräte. Zwickau, 29. Oktober. Unter dem Vorsitz eines Regiernngsverlrcters fand in Zwickau eine R-evierkonierenz sämtlicher Be- tri ebs röte des Liigauoelsn ster und Zwickauer Kohlen- reviers statt, auf der gegen drei Stimmen beschlossen wurde, durch Einlegnng einer U e b c r st u n d e die Arbeitszeit von sieben auf acht Stunden zu erhöben. Jfiir dieie Ueberstilnde, die bis zum 3l. März 1929 gelten'oll. muß 25 Prozent Aufschlag gezahlt werden. Weiter wurde einstimmig beschlossen, an den drei Feiertagen. Re- formationsfcst. Bußtag und Gobenneujahr. ebenfalls Kohlen zu fördern. Alle diese Beschlüsse sind nur vorbehält» lich der Zustimmung der Belegschaften ge- faßt worden. Dss Befinde n des Censsien ßaafe. Im Befinden des Genossen H a a s e ist keine weient- liche Verändetuna eingetreten. Angesichts der großen Schiväche des Kiankcn kann d-ie Gefahr noch nicht als über- wunden angesehen werden. D-"- Natiewt liegt noch immer in mäßigem Iieber. Ein Zuterview mit Lenin. Eine der angesehensten bürgerlichen Zeitungen Eng- lands, der liberale„Manchester Guardian" hatte vor einiger Zeit Herrn W. T. G o o d e als Korrespondenten nach Ruß- land geschickt ,um von dort objektipe Berichte über die ganze Lage zu erhalten. W. T. Goode genießt den Ruf eines durchaus wahrheitsliebenden Mannes, der ruhig und sachlich arbeitet und sein Urteil nur aus eigene Untersuchungen stützt. Manck'es von dem, was über Rußland und die Bol- schewisten erzählt worden ist, hat er als falsch erklärt, Ge- rächte, die auf dem langen Weg geradezu unheimliche Dimen- sioncn angenommen hatten, auf ihren wahren Wert zurück- geführt. In den letzten Tagen seiner Anwesenheit in Mos- kau hatte er noch eine interessante Unterredung mit L e n i n, die wir hier- wiedergeben wollen. Goode beschränkte sich aus d r e i F r a g e n, die ibm nie-, wand anders als Lenin selbst vollkommen beantworten konnte, von denen er jedoch nicht wußte, ob er auch eine un- umwundene Antwort erhalten würde. Sein Begleiter, der zugleich als Dolmetsch dienen iollte, wenn es nötig wurde, zweifelte daran, und gafr später unverhohlen seinem Er- staunen Ausdruck, daß Lenin ohne iedos Zögern und mit einer vorbildlichen Offenheit die Iragen des englischen Iournalis�n beantwortete. Lassen wir nun Goode selbst sprechen: „Tie Führung des Interviews war mir überlassen. Ich begann sofort. Ich wollte wissen, wie weit die Vorschläge die Hdrr Bullitt für die.Konferenz in Paris mit- nahm, nocki jetzt Gültigkeit besäßen. Lenin antwortete, daß sie noch glllig seien mit einigen Veränderungen, wie sie die wechselnde niilitäriscke Lage erfordern könnte. Später sügtl er hinzu, daß in dem Uebereinkommen mit Bullit festgestellt worden sei, daß die wechselnde militärische Lage Aendernngen mit sick bringen könnte.. Fortfahrend sagte er, daß' Pullitt nickst in der Lage wäre, die- Stärke des britischen und amcri- konischen Kapitalismus zu verstehen, aber wenn Bullitt Präsident der Vereinigten Staaten wäre, würde bald Friede ge- macht werden. Tann nabm ich den Faden wieder auf, indem ich fragte, welche? die Haltung der Sowjet-Republik gegenüber den kleinen Nationen sei, die sich von dem russischen Reich abgespalten und ihre Unabhängigkeit proklamiert hätten. Lenin antimtete, daß die Unabhängigkeit Finnlands im November l917 anerkannt worden sei; daß Lenin persönlich dem damaltaen Haupt der Finnischen Republik, S w i n h u f v u d, das Papier überreicht habe, auf dem die Anerkennuna offiziell festgestellt war: daß die Sow- jet-Republik vor einiger Zeit verkündet hätte, daß kein« Soldaten der Sowjct-Repnblik die Grenze mit Waffen in der Hand überschreiten würden: daß die Sowjet-Republik beschlossen hätte, einen neutralen Streifen oder eine neutrale Zone zwischen ihrem Gebiet und E st l a n d zu schaffen und das öffentlich erklären würde: daß es eines ihrer Prinzipien sei, die Unabhängigkeit aller kleinen Ratio- neu an'uerkennen, und schließlich, daß sie gerade jetzt die Unabhängiakeit der Bä i ck: k i r en- R e pn b l i k anerkannt hätten— und. fügte er hinzu, die Baschkiren sind ein schwache? und zurückgeblieb.'nes Volk. Zum drittenmal nabm ich das Interview auf, indem ich fragte, welche Garantien gegen offizielle Propa- g a n d a unter den westlichen Völkern angeboten werden könnten, wenn durch irgend eine Wendung Beziehungen mit der Sowiet-Repnhlik angeknüpft würden. Seine Antwort war. die Sowjet-Revublik babe Bullitt erklärt, daß sie bereit sei, ein llebereinkomn'en m unterzeichnen, wonach keine ossi- zielle Propaganda getrieben werden solle. Als Regierung wären sie bereit, sich zu verpflichten, daß keine offizielle Pro- paaanda Platz greisen wllte. Wenn Privatpersonen Pro- paganda unlernabmen. würden sie es aui ihre eigene Gefahr tun und den Gesetzen deS Landes unterstehen, in dem sie so handelten. Rußland, sagte Lenin, hat keine Gesetze gegen Propaganda durch Anaeböriae der britischen Bevölkerung. England hat tolcke Gesetze, folglich ist Rußland das liberaler aesinnte. Sie würd m der britischen, der französischen oder der amerikanischen Regierung erlauben, ibre eigene Propa- aanda zu treiben. Er beklagte sich laut geacn das englische Landesverteidiaungsgesetz. und was die Pressefreiheit in Frankreich angebt so erklärt? er. daß er gerade Henri Bar- busses Novelle ,.C!art4" aeleien habe, in der zwei zensuriert« Stellen ieien...Sie zensurieren Novellen im freien, demo- 'ratisthen Frankreich!". Goode fragt«, ob Lenin irgend eine allgemeine Fest- stevung zu machen babe. worauf er antwortete, das wichtigste, was er zu sagen habe, sei, daß das Sowjet-System das beste sei, und daß die englischen Industrie- und Landarbeiter e» Wrtwi ffe Ä fninTeiu 1fr 5offc, nach !»em Frieden die britische Negierung nicht die Vcrüpent. lichung der Sowjet-Konstitution verbieten werde. Moralisch sei da? Gowjet-System selbst jetzt noch siegreich, der Beweis dafür sei in der Verfolgung der Sowjet-Liieratur in freien, demokratischen Ländern z-u erblicken. Damit war das Gespräch zwischen Goode und Lenin beendet. Goode reiste wieder nach England zurück und veröffentlichte seine Eindrücke, die er von Rußland er- halten hat.— Im Zusammenhang mit dem Lenin-Juterview bringt der„Manchester Guardian" übrigens auch den Entwurf des Friedensvorschlags zum Abdruck, den die Sowjet-Regierung Herrn Nullit mitgegeben hat. und der im Interview erwähnt wird. Der Friedensvorschlag wird dahin zusammengefaßt „1. Alle Regierungen, die sich innerhalb des alten russischen Reiches gebildet haben, sollen vollkommene Macht über das von ihnen beietzte Gebiet haben, bis die Ein- wohner die Regier ungsform bestimmt haben, die sie vorziehen. 2. Keine dieser Regien ingon soll die andere mit Waffengewalt angreifen. 3. Die Blockade über Rußland wird auf- gehoben. 4. Wiederherstellung der Handelsbeziehungen. 5. Alle in Rußland gewonnenen oder eingeführten P r o d u k.t e sollen ollen Klassen der. Bevölkerung ohne Ausnahme zugänglich sein. 6. Alle russischen Regierungen gewähren ihren poli- tischen Gegnern. Soldaten eingeschlossen, vollkommene A m n e st i e. 7. Die alliierten Truppen verlassen Rußland. 8. Gleichzeitige Verringerung der Sowjet- und A n t l s o w j e t> A r m e e n auf den Friedens- stand. 9. Alle russischen Regierungen erkennen gemeinsam die finanziellen Verpflichtungen des früheren russischen Reiches an. 10. Freiheit des Wohnsitzes und Freizügig- keit aller russischen Staatsbürger in allen Teilen Ruß- tands. 11. Zurückführrmg aller Kriegsgefangenen." ./ Vom Gislbaum des Lelagerungszuslandes. ... hat b« Reichspräsident unverzüglich dem Reichstag Kenntnis zu geben. Am 27. Oktober, 12 Uhr mittags, hat nach der Meldung des Wolffjchen Bureaus der Reichspräsident über den Kreis Schleusingen, den Landkreis Ohrdruf und die Stadt Zella-Mehlis den„Ausnahmezustand" verhängt und sich dabei auf den Artikel 48 der Reichsverfasfung be- rufen. Wir haben gestern schon festgestellt, daß die Verfassung keinen Ausnahmezustand kennt, und daß deshalb'die Maßnahme des Reichspräsi- deuten verfassungswidrig und ungesetzlich ist. Verschlimmert wird die Sachlage noch durch die Be- rufung auf den Artikel 48 der Reichsversvssung. Es heißt darin ausdrücklich, daß der Reichspräsident von allen auf Grund dieses Artikels getroffenen Maßnahmen unverzüg- lich dem Reichstag Kenntnis zu geben hat. Wir stellen fest, daß bis heute, also volle zwei Tage nach der Be- kanntmachung des Reichspräsidenten, in der Nationvlver- sammlung noch nichts davon mitgeteilt worden ist. Wiederherstellung der Ordnung in Schmalkalden. Au» Schmalkalden wird nn» vom 28, Oktober geschvisben: .Belagerungszustand l Und in seinem Gefolge schwere Ein- triff« in da» persönliche Leben. VersammlungSvexbote, Maschinen. Zn deutscher KdegsgesureuHalt. Der Franzose G. L. Äl a n che t hatte das Unglück, Soldat zu Wersen. Er haue zwar das Glück, nicht für fein Patertand zu sterben. Aber«hm widerfuhr das grausame Meßgeschick, von den Deutschen gefangengenommen zu werden. Was et hier gelitten hat, über steigt sibirische Greuelberichte imd ist beißender Hohn aus da» prahlerische Geschwätz von der deutschen Kultur, müßte auch genügen, um jene Klagen über die Leiden unserer Gefwngenen verstummen zu lassen; man hat sich nicht? mehr vorzuwerfen, wenn man sich so viel, vorzuwerfen hat, und eS ist unsinnig. immer«m KroiS herumzulaufen und die Leiden des einen durch die Leiden des andern erhöhen zu wollen. Wir müssen ein Ende ,mit diesem VergeltunMvahn machen, wir müssen zuerst erkennen lernen, daß wir selber Wuldig sind; wir müssen nirbt mir Unsere früheren Herren allein für alle Greuel verantwortlich machen, die in ihrem Namen geschehen sind— wir selber sind mujchuldig, denn wenn wir uns nicht geduldig zu Werkzeugen hätten machen lassen, wäre die Macht dieser Männer nicht so groß gewesen. Was in unterm La-d« geschob, war de- AnSorn-l unserer gesamten Mentalität.»Keiner ist schuldig. Alle sind schuldig." Blanche hat seine Ergebnisse«n einem Werke beschrieben, da» sich„lln r-prSzaille»" nennt und 1913 erschienen ist. DaS Buch ist ein To„ntent der deut ben? andr und mach' vor Scham ratlos. ES genügt, um alle deutschen Klagen über Miß- Handlungen verstummen zm lassen.' Man hat im Lager zu Krefeld die Franzosen, welche einen Fluchtversuch gemacht hotten, m einen Käfig g?sperrt, der drei Schritte lang-und 1H Schritt breit war, man hat ihnen trotz eisiger Kälte keinen Mantel gegeben, wenig Brot und wenig Wasser. Man hat ihnen jeden vierten Tag ein« elende Savpe gebracht. Sie litten Hunger, sie hockten müßig— in dunkler Kälte. Zwei Wochen lang hat diese Qual gedauert, bis man die Befangenen befreit«, um sie hinter Stacheldraht zu bringen und von brutalen Wächtern bewachen zu lass-n. Im Lager zu Frie- drichZfelde hat mau unnütze Appelle i'n die Nacht hinoin Verlan. gsrt, die Gefangenen bei Regen«n ihren Lumpen wie Sträflinge herumstehen lassen, sie eine? Tages m't Kolbenstößen in Vieh- wagen getrieben und nach Westfalen geschleppt, man hat sie „Schwsiuhunde" beschimpft, man h« ihnen gedroht, man hat sie -eschlagen. In Westfalen haben sie' EntwäsierungSarbeiten ver- ewepre vor den ü'sentTichen tKebäuden. NoSkesoldaten bis an die �äbne bewafmri. stehet, davor Wache. Dienstfreie Soldaten be- leben das straßcnbild. Immc, neue Truppen rücken an. H.ut. nachmittag zog Ärtillevch mit neuer ßnsantcrie hier ein. Sic sind berufen, in Zella-Mehli» die Ordnung herznstcllen. Heule morgen ist schon ein ido-! der h.er lagernden Truppen nach diese», On 'bge gangen. Man will alw r«? ganze Andustrieaebict.mit dem 'Selagerutl zSzuftand überziehen. Hof'entlick lasson sich die Zella- Mehliser Genosien dadurch nicht aus der Ruhe bringen." Dazu muß ergänzend beiperkt werden, daß in Zella- Meh.is nicht das Geringste vorgekommen ist, nxzs zur Ver- ,„si9ling des'verfassnngsividrigen„Ausnahmezustandes" hatte Veranlastung geben können. Schützer der Preßfreiheit. Lie Tcutichnationalen haben in der Nationalversämm- lung eine Resolution zur Pressefreiheit eingebracht, die im Einzelnen folgende Forderungen enthält: die Sieichsregierung zu ersuchen, den Oberbefehlshaber in den Marien anzuweisen, bei Handhabung de! Gesetzes über den Be- lagerungSzustand vom 4. Jüni 18S1 s) unparteiisch und nur nach sachlichen Rücksichten zu verkahren, d) das Verbot be, täglich erscheinenden Zeitungen auf höchstens drei Tage, bei Druckschriften, die in längeren Zwischen- räumen erscheinen, auf höchsten» drei Nummern zu be- schränken, c) vor Erlaß des Verbots den Herausgeber zu hören. d) in der Verbotsanordnung den beanstandeten Artikel zu be» zeichnen, ej wegen Wiedererscheinen» der Zeitung oder Druckschrift so- fort mit dem Herausgeber in Verbindung zu treten. Bemerkenswert ist es, daß die Deutsckmationalen als Schützer der Pressefreiheit aufzutreten Veranlassung haben. Solange allerdings nur die Presse der Unabhängigen So- zialdemokratie und der Kommunistischen Partei unter den Verfolgungen der Regierung zu leiden hatte, solange hatten die Deutschnationalen nichts dagegen einzuwenden. Erst das unbefristete Verbot der„Deutschen Zeitung" hat sie auf den Plan geru.'.u. Sachlich ist zu den Forderungen der DeUtichnanonalen zu sagen: Der Belagerungszustand ist, wie wir wiederholt nachgewiesen haben, verfassnnaswidrig und ungesetzlich. Die Forbrnrngen der Deutschnotiomilen bringen also nur eine Halbheit. Es muß verlangt werden, daß der ver- fassungs- und gesetzwidrige Belagerungszustand, der über Berlin und die anderen Teile des Reiches verhängt ist, sofort aufgehoben wird. Der Schutz der Person, die Freiheit der Meinungsäußerung und die Freiheit der Presse muß sofort wiederhergestellt werden I Ungehorsam gegen die Staatsgewalt. Am Sonnabend standen vor der Leipziger Strafkammer die Genossen Fichte als Redakteur der„Leipziger Volkszeitung" und Schöning als früherer Vorsitzen- der des Arbeiterrats, weil sie die Bevölkerung zum Ungehor- am gegen die Staatsgewalt aufgefordert haben sollen. Als im April von der sächsischen Regierung über ganz Sachsen in ge- 'etzwidriger Weise der Belagerungszustand verhänat wurde, trotzdem außerhalb Dresdens, wo unter der Herrschaft der Rechtssozialisten von erregten Kriegsinvaliden der Kriegsminister Neurath ins Wasser geworfen worden war, im ganzen Lande vollkommene Ruhe herrschte, da protestierte Ver Leipziger Arbeiterrat und die„Leipziger Volkszeitung" dagegen. Der Arbeiterrat, dessen Befugnist« selbst von den Behörden anerkannt wurden, crli:ß eine Bekanntmachung. durch die der Belagerungszustand der sächsischen Regierung für Leipzig als zu Unrecht bestehend erklärt wurde. Dies« Bekanntmachung wor auch in zwei bürgerlichen Blättern ab- gedruckt worden, aber nur gegen die„Leipziger Volkszer- :ung" wurde ihretwegen eingeschritten. Genosse Fichte wurde zu vier, Genosse Schöning zu drei Monaten Gefängnis verurteilt. Aus der Verhandlung ist die Feststellung b.merk'nswert. daß das sächsische Belagerungszustandsgesetz richten müssen, immer zehn Stunven laiv, im Wasser gestanden und Schlamm geschivpt, während ihre Wächter unaufhörlich rie- fen:»LoSI Los! Arbeiten I" Wer sich einen Augenblick auf seinen Spat-m stütz«, wurde gepüioelt. Es regnete damals unaufhörlich. di« Gefangenen waren gänzlich durchnäßt, am nachts in ihre Hütten zähnetlappernd zurüazutehven und sich aui faulem Heide- kvaut»auszuruhen". Hernach kamen sie nach Casiol, wo der TyphnS herrschte, und man die Leichen tagelang auf dem nackten Erdboden herumliegen ließ, der zum Infektionsherd werden mußt«. Tie Ueherledenden kamen in die Genend der ma surischen Seen, wo Moskitos die Gefangenen zerstachen, wo man auf faulen Breitern lag, von Flöhen und Läusen gebissen wurde und ver- gebenS um Milderung bat. Mitleidige Frauen, die ihnen Brot zustecken wollten, wurden von den Wöchiern mit Hieben davon- gejagt. Vor Heißhunger kauten die lliiglücküchen Gräser und Wurzeln, sie lebten von einem Siückchen Krie'tSbrot und bekamen zuweilen eine Suppe mit Hering und Backpflaumen. Man durfte kein Feuer machen, man schlief auf nackten Breinern, vre! Mann hatten einen Löffel, eine.Eßschüssel; ein Liter Wasser genügte täg- lich für alle Bedürfnisse, e» gab keine Kanne, kein« Flasche, kein Trinkgefäß, keine Bürste, keinen Spiegel, kein Rasiermesser, kein Buch, kein'Musikinstvument, keine Post, es war verboten, zu lachen, zu singen, zu pfeifen, man durfte nicht zu weit berum- ->ehen. man durfte nicht zu zweit sprechen. Und eS gab sonar nocki Strafen I Man konnte in Einzekbast gesperrt oder an den Psah' gebunden werden. Unter 39 Grad Fieber war man nicht krank. und ein Offizier sagt«:„Hier haben die Franzosen kein Recht krank» zu werden." Kviegsgesangen in Deutschland— dem Lande der Kultur— dem Lande Goetbes und Delhoven». Wenn werdet ibr anfrören, über eure Nachbarn zu zetern, während ihr euch selber so be- sudelt habt, baß man noch in Jahrhunderte!, an euck d.mken wird! Kurt Kersten. „Ter neunte November" heißt ein neues Buch von Rene S ch i ck e l e. das in diesen Tagen als 8./S. Bändchen der Samm» lung»Tribüne der Kunst und Zeit" im Verlage Erich Reiß. Berlin, erscheint. ES gibt d'e Quintessenz der deutschen Revolution und Ausblicke in eine edlere und geistige Zukunft. Im Mittel- punkte dieser Schrift steht das Problem der Gewalt, die Schlckele als völlig ungeeignetes Mittel zur Verwirklichung der soziolisti- t'tfwn Adeale aufs heftigste bekämpft. �trotz seines ehrwürdigen Alters von 68 Jahren n ocy nie in a I s in S a ch i e n angewendet worden ist. Ersi der rechissozialistischen sächsischen Regierung blieb es vorbe- halten, dieses reaktionäre Gesetz als Kampfmittel gegen ihn Gegner zu gebrauchen. Ter Prozeß selbst war nn Versuch. die Justiz als Instrument im politischen Kampf zu ver- wenden. Daß das jetzt nach der Revolution nach geschehen kann, ist ein trauriges Zeichen für unsere voütiichen Zustände und für die Rechtsverhältnisse in der freien Republik Deutschland. lleble iie' e des llornavemscr. Der„Bund entschiedener Schulreformer" hat an � dir Preußische Landesversammlung das drin- gendeErsuchen gerichtet, daß die Personalakten aus der Zeit nach dem 9. November 1918 den Beamten ohne Ein- schränkung zugänalich gemacht werden, und daß die Akten aus der früheren Zeit geschlossen und alle Bemerkungen über die politi'che Tätigkeit der Beamten aus den Akten entfernt werden möchten. An das K u l tu s m i r>' st e r i u m richtet der Bunb fol- gen�e d r i n g e n d e E i n g a b e:. Unter A, 2 enthält die Dienstanweisung folgende De- stimmung: Insbesondere wird der Direktor dem Unterricht der Lehrer beiwohnen, so oft er es für nötig hält, und mit ihnen, wenn ihm im Lehrverfabrcn etwas aufgefallen sein kellte, nach Schluß der Stunde das Erforderliche besprechen.— E» wird dann weiter von der Kontrolle gesprochen, die der Direktor an den Korrekturen und Zensierungen der Lehrer sowie an dem Erfolg ibreS Unter- richts zu üben hat. Wir finden dies« kleinliche Beaufsichtigung und Bevormundung mit der Würde eines Menschen und Lehrers unvereinbar. Wir weisen aus die vielen Konilikte bin, die au« dieser Bestimmur-» zwischen Direktoren und Lebrerslbaft eat» standen sind. Wir weisen auf die schweren Demütigunaen hin, denen Aehrer auf Grund dieser Bestimmung vor den Schülern ausgesetzt werden können und werden. Wir sind der Ueber» zeugung, daß die Durchführung dieser Bestimmung manchem Lehrer die Freude an seinem Berus für immer verdorben bat. Der Bund fordert, daß diese Dienstanweisung, die zu den zahlreichen Resten des Vornovember zählt, endlich bewitigt und daß das Verhältnis zwischen Direktor und Lehrerschaft des an die Kai'erne erinnernden V o r g e s e tz t e n v e r- bältnisses entkleidet und in ein kolleaiales umgewan- delt wird. Der Bund rechnet bestimmt mit einer allge- m e i n e n N e u g e st a l t u n g der Dienstanwefmn� er- wartet aber, daß der angeführte Passus sofort ausgesimedcn werde. VaMslen und Kriegsschuld. In Cassel fand Vvm 24. bis 28. Oktober«ne General. Versammlung de? Deutschen Friedensgesell» ''»oft statt, die da» Programm und die Satzung der Gesell- schaff neu zu gestalten und die Berichte über die Tätigkeit des internationalen FriedensbureauS in Bern ent- gegenzuuehmen hatte. Von besonderer Bedeutung' war es. daß die Forderun.-, aus allgemeine Abschaffung der Wehrpflicht neu in das Programm aufgenommen wurte. Auch auf diesem Kongreß traten geivisse, sck'on seit längere, Zeit bestehende. Gegensätze zwischen einzelnen'Lchrendon Per. sönlichkeilen der deutschen Pazi listen zutage. So vertrat Pro. fessor Nicolai dem geschästSsttbvenden Vorsitzenden Prokessm Quid de gegenüber scharf den Standpunkt des radikalen Fl»' >t>lS. Er vcnlaiigte eine Neuwahl des Vorsiande», da Qmdde nicht niehr da» Vertrauen de» Auslandes genieße und infolge seiner 'Vrltung in wtchltgen Fragen nicht mehr geeignet sei. die Gesellschaft nach außen hin zu reprä'ent, irren. Der Antrag Nicolais wurde allcrdinn» mit ziemlicher Mehrkeit abgelehnt. Die stärk« der radisiflen und nemäß igten Riebtung in der Deutkchen FrtedenSgefellfchakt trat am deuflichllen in der hlb'ttmmung über die Perkon kichheiten zutage, die die den deut'chen Pazifisten im Beruer Bureau zustehenden Sitze riunebmen Es er» AusttM'ioen. Die Ausstellungen dieses Monat» bringen Zwetz erfreulich, Ueberraschungenp in der Galerie Ferdinand Möller, Po-sdamer Straße 134c, Radierungen und einig« Malereien von Felix Meseck und im Salon Gurlitt, PcrSdamer Srraße 113— leider in einem Sagle sonst voller Kitsch!—, sechs neue Bilder von Richard Jantbur. Paul Cafsirer sVictoriastraße 33) stellt ein neues graphische» Wer.' von Max S l e v o g t an», 47 Radierungen zu Mozart« Z a n b o r f l ö t e, die nach Art von Randzeichnunaen Naren-itat« aus Mozart« hand'chnfilicher Par'itur umgeben. Da? Werk läßt völlig kalt. Mit einer au» dem Handgelenk arbeitenden Routine. mit..heiteren Einfällen", die nun leider schon reck» konventionell und»tuvi'ch Slevogtsch" wirken, steht Sievogt doch Mozart allzu- fern. Wie aukzew'rbelter Denkinbakt ist dieser Rahmen— gelegt um kristallisch klaren Gesang. Slevegt macht au» der»Zauber- flöte" bestenfalls ein«»Fledermaus". Gegenüber der Abgegriffen. h'it der Slevogfkchen Fmpiessionen wirken Fe.rx Mneck»� Rad'erungen wohltue d str-ng und rein. Meseck weckt Anierlnahm« an seiner Arbeit dikziplinierlen Formen». Die' Radierungen zu, ..Penthesilea" haben wirklich, etwa» von der herben, aber leuch- tendeu Schönheit Kleistscher Vers«... sp'öde. aber klingend, wie GlaS. Bei Slevogr Zappligkeit, bei Meseck g"spannie Härte 'Scheinbar ärmer an..E'nkällc»"/ sind M seck» Blätter reiche- a, bildnerischem Sinn. Meseck liebt Chöre an» Menschen, deren Gelleu er innerhalb des Parallelen knapp, aber ausdrucksvoll variiert. Ein äbnlich'S V-rbältn!s. wie zwischen Slevogt und Meseck. besteht zwischen Gaul und Richard Jantbur. Der Vergleich mag im Augenblick gewaltüim klingen. Aber die plastischen Tier« Gauls, die Eastirer jetzt in einer großen Kollektion bringt. und die Tiere, die Fanthur' malt, stellen sich unwillkürlich zum Vergleich Gaul sieht da» Tier mit dem unbewuhicn Hochmut de?„TierfieundeS". Er schafft«men plastiscken Zoologischen Garten. Man bewundert die..Geschlossenheit der Form" bei seinen Tieren. Ich finde nicht» Bewundernswerte» darin. Ich empfinde bedauernd den Abstand, die Distanz, den Hochmut, der kich da» Tier zum„Motiv" wählt. In keine Form gezwungen. steht da» Tier nun wie hinter Gittern, gefangen, wenn auch gut» herzig. durchgefüttert. Woher dies«„geschlossene Form"? Weil Gaul sich nie der Kreatur geöffnet hat', nie mit ihr verschmolz Sein«„Form" ist fa nicht die Form, die hinter dem Tiere steht !)iElt Quiöbt 89 Stimmen, Nicolai dagegen nur 99 stimmen. Äliizc.dem würden getvahlt- Hellnru.y v. G e r i a ch. Professor S ch ü ck i n g und d e R e u f v i'l l e. Pro-gramm und snhiiwi w'-rde ne"el'm>gt, ein" icharsc Entstehung gegen die geplante� Wcltdlockade gegen Sowjetrutzland angenommen und u. a. über die Schuld frage am Kriege msmmnig sol. grnde Resl t bepeht in der Fordern, ig. die Schuldfragerücksicht z- � o z u klären und diie Wahrheit unumwunden ZU bekenne n." Die inlenilil'ona'e Reastoti. Ein Anschlag auf das Leben Frih Plattens und anderer Genossen. 7-r..Basler Vorwärts" veröffentlicht den folgenden Brief: «i.,_ � Bafel, den 15. Oktober. ■ fn das Polilische Departement der schweiz. Eid- genosfciischaft, BernI � Herr Bundesrat! T.r„Abanli" vom Montag, den 13. Oktober, enthält folgende norre>pclidenz feines Wiener Spezialkorrefpondenten: »Wien. 8. Oktober.(Per Post angekommen.) (Brante.) Die verschiedenen offiziellen Agenturen verkündi- gen die. Befreiung des Genossen P i a! t e n aus dem Kerker von Miava und fem« Ausweisung aus dem rumänischen Territorium über die ukrainische Grenze, mit der AuZrede. ihm die Rückkehr nach Moskau zu erleichtern. Doch Platten an diese Grenze stellen bedeutet im Gegenteil, ihn den Händen der Weissen Garde zu überliefern und zum Tode zu verurteilen. Mit welchem Recht die Regierung von Bukarest, wenn sie ihn einmal ausweist, den Genossen Plaite» nach Osten dirigiert, mit der klaren Absicht, seine Rückkehr in seine schweizerische Heimat zu verhindern, das weiss allein die Regierung in Bern. Ein Beamter des Politischen Departement« von Bern ver- Schert mir, das? Oberstleutnant Schaetti, der von derselben Stelle beauftragt ist, mit der antibolschewislischen Liga zu verhandeln, Iber die Mittel und Wege, die anzuwenden seien, um die kommu» nistischc» Agitatoren und Propagandisten der Schweiz und Deutsch- landz unschädlich zu machen, zu dem Schlust getomme» sei, es seien die bekanntesten führenden Genossen der sozialdemokratischen Linken z« ermorden. Das schweizerische Politisch« Departement hätte in erster Linie, durch Vermittlung des obengenannten Oberstleutnants, einem deutschen Agenten 800U0 Schweizer- franken angeboten, wenn es ihm gelSiige, Fritz P t a t t e n aus österreichischem Gebiet zu ermorden, während der Durch. reise von Bukarest nach Zürich. Diese Verhandlungen hätten bor einigen Monaten an der schweizerischen Grenze zwischen Konstanz und Schaffhausen statt- gefunden. Oberstleutnant Schaetti ist Kommandant einer Abtei-� lung der schweizerischen Heerespolizei, die im bezeichneten Ab- schnitt mir dem Grenzschutz beauftragt ist. � Es ist klar, daß die schweizerische Regierung schon damals die Befreiung P.'aitcns aus dem schrecklichen bojarischcn Gefängnis voraussah. Jetzt muss man sich noch vergewissern, ob die Regierung !n Bukarest, in Kenntnis des Schicksals, das dem schweizerischen Nationalrat Platten zugedacht war. absichtlich das Gerücht ver- breitet, dass Platten nach Nnssland reise, während er sich in Wirk- lichkeit nach der Schweiz begab; oder ob es sich um eine Aenderiing ihrer Absichten handelt, und zwar in dem Sinn, dass, statt Platten auf dem republlkapischen Boden Oesterreichs zu ermorden, man es für besser hielt, dies auf dem von der Weissen Garde besetzten Territorium ausführen zu lassen. Die Mörder erwarten jetzt Platten mit dem Dolch in der Hand an der Grenze. Ein Beispiel, woher der Terror kommt." Diese Mitteilung, veröffentlicht in einem angesehenen Blatte oeS AuSiandeS von einem Korrespondenten, der als durchaus zu- beklässig bekannt ist und der sich auf die direkten Mii'cilnngen eines Beamten Ihres DepariementS bezieht, muss neuerdings alle Parielfreunde des Genossen Platten mit schwerer Besorgnis er- füllen; sie bedeutet zudem eine so schwere Anschuldigung gegen dem Ursprung nahe, die kosmische Urform, wie sie Franz Marc empfand, sondern die verarmte, die abgeleitete, die auf bescheidenes, bequeme» Menschenmass gebrachte Formel. Da sind JanihurS Tiere anders I Mit aufrichtiger Bewunderung beglückwünsch« ich Janihur zu diesen neuen Schöpfungen. Die Wirkung der ans iransvavcnb'S, stark geäderte» Papier gemalten Tafeln mit Paradiesesszenen, die al» Fenstersebmuck gedeckt sind, ist wundervoll.- Jänthnr steht nun in erster Linie. Und er malt das Tier al» göttlich« Kreatur in Einheit mit der Krea'nr Mensch, demütig. solle r Silbe. Er gibt keine.geschlossen« Form", er gibt Auflösung in das Wunder. Die Bilder M o l z a h n S. die W..Sturin'.� Potsdamer Strasse Illla. zeigt, sind durch ihr st rke» düsteres Pa.hoS gewiss nicht ohne Wirkiing. Aber ihre Leidenschaft knallt vorüber. Einig"» ist wirklich schön, da» meiste gleicht den Blümnersckien Rez'tativen. d'e st» auch ausse o deutlich wirkunaSooN sind durch ihr schnaubendes Patbo». aber sich in ihrem Pathos selbst ver- schlingen. Expressionismus als Methode.— Jacoba. van H e e m S ke r ck S Entwürfe für Glaslenster. ebenfalls im..Sturm". sind etwa» nüchtern anSgelallen. Mit Freude begnisse ich das Erscheinen des PlastikeiS Karl Herrmann(ebewdorr), von dem hoffentlich bald mehr zu sehen ist. Schliesslich muss ich von der Anssieilung sprechen, welche die Stadt Berlin in der Aula der Gemeindeschule Litthauer Strasse 18, veranstaltet hat(Besuch unentgeltlich von 8— 8 Uhr abends), und die auch durch andere Stadtneg"nden wandern soll. ES ist eine Auswahl ans jenen Kunstwerken, die die Stadt auf den Ausstellungen der letzten Jahre zu'ammengekauft hat. E? gfbl�in Berlin schon mehr als genug schlechte Bilder in genügend zahlreichen Museen. Die guten aus allen diesen Sammlungen. zusammen tvürden knapp da» kleinst« dieser Mil'een füllen. ES ist auch nicht«: n Bild in dr ser AnSsteNung. dessen? nkanf ckotwendig gewesen wäre. ShigelOch soll eine Sammlung zustande kommen, die tvpisch Berlinische Kunst repräscnliert.(Und dann fehlt Zille!) Aber nickt» in dieser Sammlung ist wesenhart Nerlinisch— weder Leistikow. nock Vesser Urv. noch Skarbina. Rund heraus gesagt: die'e Sammlung ist Kitsch, und sie darf nicht sortges.tzt werden. Die Stadt BeAin, wenn sie die ausge- vorse'ne Srunmcn d r Kunst zugute kommen lassen will, stifte sie Är die AbräumungSarbeilen der Sieges alle«. Oder sie ieschreite den Weg, Malern und Bildhauern Ausgaben in.hr n Berückenalben Dutzend verschiedener Schauk ln und KarusselS. Heiter, glücklich. froh spiel! en dort die Kinder— sie hatten ihre Freude. Solche Spiel- Plätze sollte di« Stadt bauen. Kunst ist Freude! Und wenn Ihr Kunst nicht permitckeln könnt, so vermittelt w nigstcns Freude! AdolfBehne. Vortragsabende. Han�Hdinrich v. T w a r d o w s k i, der an keinem, ersten Voitr-z sabenv in der Sezession als Rezitator und acks Schriftsteller besonders in seinen Parodie» und den in ge- radcr Linie von Christian Morgensterns Palipströmgedichlen ab- stammenden Gaigenlicdern freundlichen Beifall fand, wiederholt seinen Abend in der Sezession am Sonrmbend, 1. November.— Ludwig Hardt wiederholt am Sonnlag, 2. November,'m Meistersaal lKöthener Strasse) seinen Abend„Ergötzliche Ge- schichten"(Kleist, Fontane, Morgenstern u. a.). Dazu 12 Schau- spielerporträts. Tie„Neue Musikgesellschast" veranstaltet am Donnerstag, den 39. Oktober, 8 Uhr, in der Philharmonie das erste der acht grossen Winterkonzerle mit dem Philharmonischen Orchester unter der Leitung von Hermann Eck e r ch e n. Zur Aufführung gelangt die erste Symphonie von Bruckner, Christ- elschenvorspül von Pfitzner und„Romaniisches Lied" von Reger. Einen Mvzartabcnd mit gleichem Programm wie das vor- letzte Mütagskonzert der Volksbühne veranstaltet der Bildungs- ausschutz U. S. P. Neukölln am Sonnabend abend �7 Uhr bei Happoldr(Hasenheide). Mitwirkende: Kapellmeister Schcrchen, das Blüthnerorcheiter. Hermann GreveSmühl(Piolin«). Gewerkschaftliches. ------------- ii- ii i i n 1 1 r i n--r-n--iiiTr-rrrTriM>BM>iMMMMX|M>fni Bon der Tariftreue der Unternehmer. Von einem unerhörten Versuch der Umg.hung tarifliche»: Gchaltsvcr.inbarungcn gibt uns der Bund der techntschew Angestellte» und Beamten Kenntnis. Bei der Firma Dr. Max L e v y ist nach Abschluss des Tarifvertrages für Ange- stellt« der Berliner Metallindustrie eine Einreihung in die ein- zelnen EntlohnungSgruppen erfolgt, mit der sich die Angestellten einverstanden erklären konnten. Hinterher hat der Firmeiünhaber den Angestellten jedoch durch einen Bureauvorsteher sagen lassen, dass er, fall» sie darauf best.. he» würden, nach den Bestimmungen der betrerfcnden Gruppen bezahlt zu werten, genötigt sei, anders zu disponieren, d. h. seine hoch bezahlten Angestellten zu kündigen und billigere AvbciiSkräfte dafür zu engagieren. Das ist ein Vorsloss gegen Treu und Glauben, den man nicht entschiede» genug brandmarken kann. Wenn der Verband Ber- liner Metallindustrieller, mit dem der Vertrag abgeschlossen ist; seinen Mitglied.rn nicht mehr auf die Finger sieht, so darf er sich nicht wundern, wenn man den Versichrrungen seiner Vortreter, dass sie bereit seien, Verträge loyal durchzuführen, keinen Glauben mehr schenkt. Sollten sich aus diesem Verhalten ber Arbeitg.ber schärfere Konflikte ergeben, die schllesslich zu Streiks fühien, so trifft die Schuld einzig und allein derartige Unter- nehmer. Eine Versammlung der FunktionSre der Sektion Z des Tran» dortarbeiterverbande»(Berkehrsgewerbe), in der über den Tarisi vertrag beraten werden sollte, fand am 24. d. M. statt. EJ machten sich gleich bei Beginn der Versammlung gegen die Peo soney, die diesen Verlrag hinter dem Rückest der Berliner Kollegen Ichast abgeschlossen hatten, Unruhe bemerkbar. Der Vvrsitzenb des TranSportarbeilervcrbandeS O. Schumann veowahrte sich gegen diesen Vorwurf. In der Diskussion wurde jedoch von de« anwesenden Delegierten zum Stuttgarter VerbandStag bei TranSportarbeiterverbandeS erklärt, dass es nicht wahr fei, dass sie die Znstimmung zu diesem Kollektivvertrag gegeben haben" und dass auch keine offiziell« Rücksprache darüber stattgefunden hätte. Man habe sich lediglich in zwangloser Weise darüben unterhalten und Schaumburg persönlich habe erklärt, dass unten allen Umständen Ist« Berliner Kollegen über dieses Kollektiv- abkommen gefragt werden müßten, trotzdem sei hinter dem Rücken der Kollegen schuft von Schumann dieser Verlrag abge- schlössen worden gegen den Willen der Kollegen schart/ Von aller» DiSkus'siviiSrednern wurde das Kollektivabkommen bemängelt und vor allen Dingen daS Zustandekommen scharf verurteilt. Der Tarifvertrag wurde dann abgelehnt und ein« Resolution an- genommen, die sich in ziemlich scharfer Weste gegen das Verhalten Schumanns sowie gegen den von der Technischen l'kothilf« vorgenommenen Angriff auf da» Koalitionsrecht der.Arbeite« aussprach. In einer Versammlung aller in den Speditionsbetrieben Be« schiiftigteir, in der der VerbandSvorsitzende Schumann über „Wirtschaftliche Demokrali« und BetriebSrätcgesetz" referieren sollte, wurde auf Wunsch einer vorhergehenden Vertrauens» männerkonserenz dieser Branche bcantragl, auch einen Kor» referenten sprechen zu lassen. Der Bränchcnleiter Berner wie auch der Vorsitzende Schumann wandten sich dagegen, dass der zu diesem Zweck erschieiieiie Genosse W e g m a n n das Kor- refera» halte. AI» der Anirag trotzdem ziemlich einstimmig an» genommen wurde, verließ Schumann den Saal, wa» mit starkem Beifall begrüsst wurde. Nun wurde dem Genossen Wegmann daS Wort zum Referat erteilt und er legte in l�stiindiftem Vor- lrag unsere Auffassung unter sortwährenber Zustimmung der Versammlung dar. In einer«instimmig aiigenonimcnen Re- solution wurde Schumann wegen seine» Verhallen»«in Miß- trauensvotum ausgestellt. Betrieb Albatro» Johannistal. Donnerstag, 89. Oktober, früh 7 Uhr. müssen sich folgende Kollegen melden: Karteimum- mern ö. 7, 8, v. 19, ll. 14, 16, 18. 22, 23. 24, 2S. Um 11 Uhr Nr.: 27. 29. 39. 32. 36. 49. 41, 43. 44, 46, 47, 48, 59. Di« Kollegen wollen pünktlich erscheinen. Groß-öerlin. Klassen-Wochenkarten ans der Stadtbahn« Die Neuregelung dcS Tarifs im Berliner Stadl-, Ring- und Vorortverkehr oringt auch bezüglich der bisherigen Bestimniu.ngeti über die Wochenkarten wesentliche Aenderungen. Bereits mehrfach ist gerneldet worden, dass die Arbeiterwochenkart« am 1. No» vember ausgehoben wird. An ihre Stelle treten im Fernverkehr Wochenkarten 4. Klasse, im Vorortverkehr Wochenkarten 3. Klasse, deren Preis den'.W Teil der Monaiskarte der betreffenden Strecke und Klasse bilden werden. Während der Wochenkart« 4. Klasse die ent'prechende MonatSkarie nicht zur Seile gestellt wird, so wird nebeii der Wochenkart« 3. Klasse für. den Vorort- verkehr die Monatskarte 3� Klasse in der alte» Form bestehen bleiben. Die neuwi Wochenkarten 4. Klasse, die nur auf Fern» strecken ausgegeben werden, berechtigen innerhalb der Berliner Stadt-, Ring- und Vorortstrccken nicht zur Benutzung der Vorort» züae, die bekanntlich nur 2. und 3, Klasse, also nicht die 4. Klasse führen. Von den Vororlstrecken können also nur dann durch- gehende Wochenkarten gelöst werden, wenn auf der betrefienden Station Personenzüge des Fernverkehrs halten, und dann auch nur auf Entfernungen von höllssteiis 49 Kilometern� Im ollge- meinen berechtigen die Wockienkarten nicht zur Unterbrechung der Fahrt. Im Bereich der Berliner Stadt-, Ring- und Vorort. bahnen wird jedoch die Beendigung oder der Antritt der Fahrt auf einer Zwischenstation nicht ckiS Fahrtunterbrechung angesehen. Ebenso wie die einfachen Fahrkarten gelte» Wochenkarten nur zwischen zwei auf der Karte angegebenen Stationen und haben nicht die erweiterte Bernitzbarkeit der Monatskarten nach mehreren an verschiedenen Strecken liegenden Endsiationen. Eine Au»< nähme von der Regel bilden die Wochenkarten für die ganze Stadt- und Ringbahn, die auch aus den VorortSitrecken Puilitz- strasse— Lehrter Bahnhos, Stettiner Bahnhos— Gesundbrunnen, Papestrasse über Uorkstrasse nach Potsdamer Ringbahnhof oder Grossgorschenstrasse— Wannseebahnhos gelten. Der Zeitpunkt für die Einsührung der neuen Wochenkarte ist nunmehr ebenfalls festgesetzt worden. Db ersten Wochen- karten werden bereits vom 1. November 1919 ab ausgegeben werden. Sie gelten jedoch erst vom ersten Tage der 44� Kalenderwoche, für die sie ausgegeben werden, alh. nämlich vom Montag, den 3. November, bis zum Soyniag, den 9. November, einschlief- lich. Wochenkarten ohne Namensunicrschrift sind im allgemeinen ungültig doch wird der erste Tag, der Montag jeder Woche, von dieier Bestimmung ausgenommen. Dienstags müssen alle Wochenkarten die Unterschrift iragcn. Die allen Arbeiterwochcn. karten dürfen auch nach dem 2. November innerhall» ihrer Gel- tungsdauer benutzt werden. Dies« Neuregelung der Arbeiterwochenkarten, die eine Ein- führung von Klassenkarten bringt, verraten den engherzigen Kastengeist, der in unse.er Eisenbahnverwal tnng noch iwinr» herrscht. Man hätte in. unserem„demokratischen" Zeitalter wohl die' Schaffung einer allgemeinen Wochenkarte erwarten dürfen, die die Klassenunterschiede überbrückt. Bei der Strassen- bahn geht«S sehr gut ohne Klassen. Auch für die Benutzbarkeick der Wochenkarte sollten nicht so engherzige Gesichtspunkte mit ihre» dissizielen Unterschieden zwischen Fern-, Vorort- und Stab wer» kehr maßgehetiS fefr.. Iri Häver vor Wochenkarten sind doch Arbeiter und Angestellte, die in Ausübung ibreS Berufs die Korren benutzen. Bei der chronischen Ueberfüllung der Stadt- bahn in den Stunden des ArbeilSbcg'nnS und-fchlusseS sollte vran den Arbeitern und Angestellten die rechtzeitige Erlangung ihrer Arbeitsstätte nicht noch unnötig erschtveren. Ist damit der VoltSwirlschaft gedient, daß bestimmte Züge und CoupeS brechen» überfüllt sind, weil andere Wagen und Züge, die Fahrgäste noch aufnehmen könnten, aus purer Pfennigfuchserei nicht benutzt werden dürfen? Die Zwangseinquartierung in den Vororten. Dem Beispiele der übrigen Kro�-Bcrlincr Gemeinden fol- gcnd, hat nun auch der Magistrat S ch ö n e b« rg die zwangsweise Einquartierung der Wohnungeioscn oerfügt. Bevor Zwaiig an» gewendet wird, fordert der Magistrat die Einwohner auf, freie Zimmer oder Wobnungen dem Wohnungsamt zu metden. Falls di« Zahl der einlaufeiiden Meldungen nicht genügt, mutz das Wohnungsamt mit der Beschlagnahme beginnen.— Der Schöneberge r Magistrat macht ferner bekannt, dag Vermieter von Wohn- räumeii, Läden und Werkstätten ein MietSverhältnis rechtSwirk- sam nur mit vorheriger Zustimmung des MicteinigungSamtcS kündigen dürfen. Zu den Kvhlenschiebunge», die wir in unserm Blatt geitzelten, teilt uns der ReichSkohlenkonunissar mit, datz er eine Unter- suchung der Aiigelegenheit veranlaßt hat. Wir bitten unser: Leser, wenn ihnen weiter« Tatsachen bekannt werden, die auf Ver- schicbung von Kohlen hindeuten, dies sofort dem Herrn Reichs- kohlcnkoinmifsar, Berlin W 62, Wichmaiinstratze lg, unter An- gäbe der Einzelheiten mitzuteilen.— In unserm diesbezüglichen Artikel mutz hinsichtlich des Herrn Zeh», er richtiggestellt werden. datz eS sich nur um zwei Waggon» handelt. Siäubereien im Postscheckamt. In letzter Zeit mehren sich wieder di« Fälle, in denen jung« Leute im Postscheckamt beraubt und bestohlcn werden. Gestern beobachtete«in Mann im Schalter- räum, wie«in ISjährigcZ Mädchen 8500 Mark in Papiergeld erhob und in ihre Aktentasche steckte. Er folgte dem Mädchen und brachte eS unter einer Vorspiegelung in den Hof des nächsten Grund- stücks. Plötzlich blie» der Fremde dem Mädchen eine Hand voll Pfeffer in die Augen, ergriff die Tasche mit dem Geld« und entfloh. Einem anderen Mädchen wurde au» der Jackettasche ein Briefumschlag mit lSOO Mark gerauht. Angaben zur Ermittelung der Täter>-mmt Kriminalkommissar Dr. Riemann im Zimmer 76 de? Polizeif-öfidium» entgegen.* Zunahme der Ehescheidungen. Die Zahl der Ehescheidungen ist in den letzten Jahren erheblich gestiegen. Prozesse in Ehesachen, in der Hauptsache Ehescheidungen, wurden vor den Zivilkammern der preußischen Landgericht« in erster Instanz im Jahre 1916 in». gesamt 13 654 verhandelt. 1917 stieg die Zahl auf 15 593. 1918 haben sich die Prozesse noch weiter auf 21 727 gesteigert. Auch eine Folge des KriegeSI I Vtlcftnfche mit M marpapieren, Geld,«crbandZbuch(Metall- arbeitcr-Bevbmid). Stempelkarte Deutsche Tciephonwerte vom Schlcsischen Bahnhof bis Reichenberger Straße verloren gegangen. Abzuacben bei Steenbock, Forster Siratze 16, Quergebände II. Ein goldenes Armband ist in der Versammlung der Post- und Telegraphenbeamten am 22. Oktober im Rosenthaler Hos verloren gegangen. Zrvcckdienliche Mitteilungen in dieser Angelegenheit bitten wir möglichst sofort an die Fachgruppe ld. Zentralverband der Angestellten, Belle-Alliance-Stratze 7-10, gelangen zu lassen. Nätcschule der Groh-Berliner Arbeiterschaft(Freie Hochschul- geinrinde sür Proletarier). Alle Kurse finden von Montag, den 3. November ab in der 24. Gemeindeschuie. Hinter der Garnison- kirche 2(Nähe Bahnhof Börse) statt. Die einzelnen Zimmer werden am Eingang, Seitenflügel recht?, durch Aushang bekannt- gegeben. Niederschönewride. Donnerstag, erbend 7 Uhr, findet im Restaurant.Kyffhäuser"«ine öffentliche Versammlung statt. Tagesordnung: Kirche und Schmie in der neuen Reichsverfaffung. Ref. Frau Dr. Kriesche und G«n. Adolf Hoffmann. tekensmitiellalegder. Hennigsdorf. Von Dienstag dl« Donnerstag bei fäintlich-n Kar« loffolfjiinUec für die Zeit vom Z. November 1919 bis«inlchli.güch 28. Dezember 1919. zusammen 56 Pfund Epeisedartosseln. Es bleibt jedem die wöchentliche Abholung überlassen. Velten. Di- Ausgabe der B ot- und Zuckerdarten im Amtsbureau Vrellastrahe 19, voiiniltags von S bis 12 Uhr, für die Straßen mit den Anfangsbuchstaben A bis G am Donnerstag, den 89. Oktober, von K bis L am Freitag, den 31. Oktober, von N bis W am Eonnabend,, den I. November. Ausgab« von Zusatzkarten am Montag, den 3. Novem- der. Auf je zwei Abschnitt» 84 der Lebensmittelkarte wirb ein Paket Reiskonseroen zum Preis» von 65 Pfg pro Paket verabfolgt, zieinlckendorf.LZ-st. Zwecks Urwahl her D-legl-rten zum Parteitag 1 findei Mittwoch, abends 7 Uhr, in der Aula der 5. Gememdeschul« eine Milaliede Versammlung statt. Charfottenburg. Aklionsia!, Rätekommission. Dringend« Sitzung Donneis. og 8 Uhr bei Tonat, Wielandstratze 4. Tegel. Heute Mittwoch, abends 7 Uh, Mitgliederversammlung in der Echuloula. Tr-sckowstratze, t. Erläuterungen zum Ersurter Pro- gramm. Reserenl: Genosse Schwenk. 2. Urwahl der Delegierten zum Parteitag. Lerelnskslender. Sozialistischer«-r'Ie>V-rein. Montag, den 3. November, abend» 7� Uhr, Sitzung im Deutschen Zahnärzlehaus. Dülowstr. 101. Richter- Zimmer. Tagesordnung: Ueber die Sozialisierung des H-Uw-I-»s. Referent: Herr Zehden. Gäste willkommen. Bund für Drcigliederung de» sozialen Organismus. Am Don- nerslag, abend, 7)4 Uhr, Potsdamer Strotze 33/aSu, Aletie gsbäud« Iii, Dortrag übe: Ruliurrotsfrapen. Z-ntraloerband der Angestellten. Angestellt« der preußischen Slavtssteuerämter Freitag, abends 6 Uh, Betiiedsversommlung in den Mu.iker-Festföien. Kaiser-Wilhetm-Stratz« 31. Zentralverband d»! Angestellten. Sektion der Reichs- und Staats- beho ben Tonnerstag, den 36. Obiober, abends 6)4 Uhr. Versammlung im„Englischen Hos". Alexonderstratz« 27 c. Deutscher Hiiiidler-Dcrdand, Verwaltungsstelle Berlin. Am Ton- nerslag, den 30. Oktober, abends 8 Uhr,„Englischer Hof". Alexander- stratze 27 b, Ouartals-Gcnsratversaminlung. R-ichsbund der Invaliden usw.. Ortsgruppe tsirotz-Berlin. Groß« öfsenttiche Versammlungen aller Unfall-, A beits-, Aliers- und A men- rentenbezieher am Sonnabend, den 1. November, abends 6 Uhr. in der Gemeindeschuie(Aula), Bremer Slratze 13/17, und in Lichtenberg, abends 6 Uhr, im Rerlgymnasium, Parkaue 12,— Montag, den 3. Ro- vembsr, abends 6 Uhr, in der G-meindeschule(Aula), Gotenbu.ger Strotze 2, und in Deitzensee abends 6 Uhr, im Realgymnasium, Woelk» Promenade 38.— Peserenlen: Leidensgcnossen Subk« und Schart«. Thema: Das Hungerelend der Invaliden usw. Avs den organlsakionen. Post mw Telegraphie. Sitzung aller Funktionär« von, jetzt ab an jedem 1. Freiiag im T�anat bei Poweileit, Iostystr. 7. Besonder« Ein- ladungen ergehen nicht mehr. 8. Distrikt. Donnerstag, abend» 7>4 Uhr, In der Diehhofsbörse, Eingang Eldenaer Strotz«, Mi gliederoersammtung. Stellungnahme zum Parteitag. 18. Distrikt. Generolversammlung am Freitag,«.. 7. und 8. Abt., abend» 7 Uhr, Schulauta, Ereifenhagener Slratze 26.>1. Stellung» nahm« zum Parteitag. 2. Delegierlemvahl und Wahl der Kommissionen. MiigUedsduch legitimiert. Tempelhof. Freitag, abend» 7 Uhr, w der Aula de, Lyzeum», Germoniast: atze 4, Mitgliederversammlung. Bor trag de» Genossen Richard Muller über„Die Bevussorganisationen de» Proletariats". Verschiedene». Mitgliedsbuch legitimiert. Hohen-Ncuendorf. Vorstandssitzung Donnerstag bei Richter, abends 7 Uhr. Alle Funktionär« und Arbeiterrät« müssen unbedingt erscheinen. Freitag abend» 8 Uhr in der Log« Extva-Zahlabend. Verantwortlich für dt« Redaktion Alfred Wielepp, Reukölln. Berlogsgenossenschast..Freiheil", e. G. m. b. H Berlin.— Druck der Lindendrucksret uni�Derlagsgef-Nschast m. b. H., Echisfbouerdamm 19. HMordesZn-u.Aus'.andes Karikaturen unä Witze ln cker „Freien Welt" Heft 21 35 Pfennig. H?nte nen! Landesaussteliungshalii am Lehrter Bahnhof Geöffnet von 10—7 Uhr Millwoch u. Sonn« band von 10— S Uhr Eintritt preis SO Pf. Montags nur für waibllctieBtiucher Donnerstags für allgemeinen Besusti tritli- prell l.M. Aissteüang zur Bekämpfung Her �eschleelitskrankheiten Feiner Prtck, Thurneyier 1 Straüe 2. Hol I. II rechti. Mööel ü Chaiselongues �oiio.Me. tallbetteo 75 bis 250 M.t Doppelbetten. Ankleidescbrüike. KQchea.Metcke.AuKust8tr.32A. Quergebinde. Chaiselongues, englische Bettstellen. Patentruairatzen 70—. Auflagematratzen 65- Walter. Stargarüer Straße l*. I y e r H ö Ii f e 1 |Pelzß:arniturcnI Wunder- 'bare Kreuzfüchse von 100 Mark an! Alaskaiüchse 75 Mark! .Echte Rotfüchse 90 Mark! Elegante Siiberfflchse, Slet- .fßchsc, Zobelfüchse sowie alle anderen l'elzarten in großer Auswahl zu allerbilligsten Somnierprcisen! Alpaka» laschen! Schmucksachen! Leihhaus! Warschauer Str. 7. Sonntags geöffnet. ( Pe'.zwaren, enorm billig, Jedes Stück ein Gelegenheitskauf. Kreuzfüchsc. bildschöne, ■fesche Verarbeitung 98 M, (Rotfüchse 98 M.. 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