- gern sich, den Arbeitern bei der Wiederaufnahme der Arbeit dirsclbeu Rechte zu gewähren, die sie vor Ausbruch des Streiks in den Betrieben hatten. In denjeuiges Betrieben, in denen die Arbeiter aus Anlaß des Streiks entlassen worden sind, will man unseren Kollege», die als ArbeiterauSschusz. Mitglieder, Arbeiter- und Betriebsräte tätig waren, die Aus. Lbnng ihrer Funktionen verwehren. Damit tastet man an die elementarsten Grundrechte der Arbeiterschaft. Unter keinen Umständen wollen und dürfen wir uns das gefallen lässen. Die Arbeiterschaft wird ihre Grundrechte zu wahren wissen. Die Sitzung der Fünfzehnerkommission zeitigte folge«. den B e s ch l u s,: „Es sind Kommissionen zu wähle» mit de« Austrage, sich an die GewerkschaftSkommission und an die politis che» Parteivertretungeu der Strei» kenden zu wenden mit dem Ersuche», den Parteileitungen den Stand der Dinge und den Angriff auf die Grundrechte der Arbester zu unterbreiten. Verlangt wird das Eintreten der Parteien für die Rechte der Arbesterschast, wenn »uders nicht zu ermöglichen, so durch die Lroklamierung des Generalstreiks. Diese Koiiuuissioucu nehmen heute ihre Tätigkeit auf." Die Vollversammlung der Arbeiter, und Betriebsräte Groß- Berlins die gestern tagte, hat zu dem Aistrag der Unternehmerverbände, insbesondere des Verbandes der Metallindustriellen, gegen die Grundrechte der Arbeiter Stellung genommen und erklärt: sie erblicke in dem Vorgehen gegen die Arbeiterausschüsse, Betriebs, und Arbcsterräie einen erneute» Versuch, das werk- tätige Volk rechtlos zu mache«. »Die Arbeiter, und Betriebsräte verpflichten sich, alle hinter ihnen stehenden Arbeiter und Angestellten über die arbeiterfeind- lichen Pläne und Aafchläze der Scharfmacher aufzuklären und sie darauf vorzubereiten, im Notfall mit aller Schärfe den aufgezwungenen Kampf mit alle» zu Gebote stehenden Mitteln aufzunehme». »Die Vollversammlung spricht de» kämpfende« Arbeiter» der Metallindustrie ihre Bewunderung und Sympathie für den schweren Kampf gegen das Unternehmertum aus und erklärt sich vo» neuem bereit, de» kämpfenden Metallarbeitern finanzielle Unter st ützung zuteil werde» zu lassen. Wenn die Metalliubnslricllen ihre provozierende, hartnäckige Haltung i» der Frag- d-r Arbe'ter.AuSschntz-, Betriebs- und Arbeiterröte nicht ausgeben, wird die Bollversammlung die Arbeiterschaft anderer wichtiger Industrien zur AnwendungscharfererKampf, «i ittel auffordern." Aollege» und Dollegtnnen! Mit erneuter Schärft rüste» die Unternehmer zum letzten und entscheidenden End. kämpf. Jeder hat auf seinem Posten auszuhalte« und um unsere Grundrecht« bis zum letzten Atemzuge zu kämpfen. Die Fünfzehner-KomÄission wird alles daransetzen, um den Kamps»ach Möglichkeit zu erleichtern. • In dieser Woche gelangt die erhöhte Streik/ n» t e r st"> ü i! n g zur Auszahlung. Es erhalten in dieser Woche: ltuvcrh'ciratete mit einer Mitgliedschaft von über 26 Wochen 74 M. Verheiratete ohne Kinder........... 86 M. Bcrheiralctr mit einem Kind i>3 Zierheiratete mit zwei Kindern.......... 100 W. LKTeirc-ete«:tt d/el.................. 127 M. ßerhestatete mit vier Äiuderu.......... III M. «st f jyt? Ästtoa» t,»»» ffii. Verheiratete mit sechs Kindern.,.......» 123 M. Verheiratete mit siebe» Kindern ,».»««».». 133 M. Verheiratete mit acht Kindern.......... 142 M. Für nächste Wrch» kommen die erhöhten statutari. s ch e a Sätze zur Auszahlung. Wir werden darüber hinaus den Versuch machen, weitere Geldmittel durch Sammlungen flüssig zu machen. An alle Kopf, und HaudarLetter appellieren wir erneut, durch Sammlungen und Entnahme von Streikmarken die Unterstützung unserer im Kampf stehenden Arbeitsbrüder zu ermöglichen. Es ist unö mitgeteilt worden, daß einige Unternehmer unsere Kollegen anfsordern, ihren streikenden Brüdern in den Rücke:» zu fallen. Briefe und Karten mit der Aus- sorderung, zur Arbeit zu kommeu, werden unter Androhimg, daß sauft ihr Arbeitsplatz mit anderen besetzt würde, verschickt. Kollegen und Äolleginue».! Wer diesen Aufforderungen folgt, übt V errat an der gemeinsameu Sache, übt Verrat au selueu eigenen Interessen. Wir können und wollen uns bis zum letzteu Atemzuge wehre«? Hoch lebe die Solidarität! Die Fünfzehner- Kommission. Das Metallkartell. Die Verhanölungev. Heute kommen folgende Gruvpen vor dem Schieds- gcricht zur Verhandlung: Die Gruppe der Werkzeugmacher 0% Uhr, der Handschleifer iiiiä Kaliberschteifer 10 Uhr. der Klempner 10)4 Uhr, der Kohlen- stiftarSeiter 11 Uhr, der MikanitaNbeiter und Ffoliersaoriken 11J,4 Uhr, der Gummiarbeiter 1154 Uhr, der Arbeiter in Papier» rohrfabriken 12 Uhr, der Akkumulatorenarbeiter 12ZL Uhr. Morgen, Freitag, werden folgende Gruppen vor» handelt: Die Gruppe der EleU remonteure OH Uhr, der Werkmonteure �»nd allgemeine Monteurfragen) 10 Uhr, der StellwerlSmowteure 10H Uhr, der Aufzugsmonteure 10 H Uhr, der JnstallationS- monteure 11 Uhr. Di« VerhandlungSgrupps» werden ersucht- pünktlich zu er» scheinen. Ei« Sieg der Meiler In Merfeld. DaS Mitglied deS BezirkS-ArbeiterrateS Halle»nd daS Mit. glied des Betriebsrates der Grube«Leopold* bei vitterfeld, Ge- nosfe Rauchfuß, der am 25. Olleber von NoSke-Offiziere» verhaftet war. ist am DienStag mittag wieder freigelassen worden. Die Arbeiterschaft de» BiUerfelder AevierS, mit der sich die ge> lamte Arbeiterschaft Mitteldeutschlands solidarisch erklärt hatte, hatte die Freilassung deS Genosse« Rauchfuß kategorisch verlaugt. Der feste Wille der Arbeiterschaft hat seine Wirkung ausgeübt. Daraufhin ist man zurückgewichen; die RoSke- Truppe», die in einer Stärke van ungefähr 1660 Mann mit Maschinengewehren, Kanonen und Minenwerfer» auf Brtterfeld angerückt waren und die Grude besetzt hatten, sind gänzlich zurückgezogen worden. Die»Technische N o t h i l f r", die auf Grube„Leopold" ihr Probestückchcn ablegen sollte, hat gänzlich versagt. Sie hat sich völlig unfähig erwiesen, eine» komplizierten Beirieb auf. rechtzuerhallen, dagegen nur Schaden im Betrieb angerichtet. UebrizenS stellte sich jetzt heraus, daß die Absperrung der Kraft- und Lichtvcrsorgung BitterfeldS wahrscheinlich von der WerkS- leitung der Grube„Leopold" selbst vorgenommen worden ist. Er- bebliuge» darüber sind im Gange. Las Endergebnis der Schweizer Wahlen. Bern, Ä. Oktober fSchweiz. Deveschon-Agentur.) Die Wahlen für den Nationalrot, die zum erstenmal nach dem proportionalen Wahlsystem stattfanden, zeigen folgendes wahrftheinlich«ndgültig bleibendes Ergebnis: Freisinnig- demotra- tische Partei 63 Sitze sbiSher 108), Katholisch-Ionservative Par« tei 42(bisher 42), Sozialdemokraten 39(bisher 20), Bauernpartei 27(bisher 0), Liberale demokratische Partei 9«'bisher 11), OsisHmeizexischz Demokraten 4(oisher i], Erütttamer 3(bisher 3>. Fortschrittliche Bürgerpartei Basel 1(bi»h« � Edapgelifche Bar. M.1 Itzifttt Ol'—---' Zle ruifischeu Verschwörerueffer. �_ v Der Rubel rollt, Der Jude grollt. • j Es grinsen die Banditen! >>(Spruch der deutschen„Sulturbämpf«' im Baltikum.) Nach den Versicherungen der Regisrung sollen die in Kurland befindlichen deutfefen Truppen, die sich dem Räuber- Hauptmann Awalow-Bermondt verschrieben haben, in keinerlei Verbindung mehr mit Deutschland stehen. Dem» gegenüber haben wir immer wieder darauf hingewiesen, daß diese Versicherungen der Wahrheit nicht entsprechen und daß nicht nur der Nachschub an Munitions- und AuSrüstimgs» gegenständen nach wie vor anhält, sondern daß auch disi Werbungen wieder im großen Umfange eingesetzt hab.n. All diese Machenschaften sind nur möglich, weil, sich, in Teutschland eine Reihe von militärischen Dienststellen b> finden, die daS deutsch-russische Abenteuer im Baltikum bs- grüßen und ihm die weitgehendste Unterstützung zuteil werden lassen. Die in Kurland befindlichen Offiziere der Eiserneu Division nützen deshalb ihre guten Beziehungen aus, um den Zustrom von frischen Kräften nicht versiegen zu lassen. Wen Befehlen der Regierung zum Trotz haben sie ganz Deutschland mit einem Werbenetz überzogen und ihren Agenten den Auftrag gegeben, diesmal möglichst ganze For- mationen anzuwerben. Einen besonders großen Zug gedenkt der Zauptmann Lindemann zu machen. Er ist am 27. Oktober mit zwanzig Werbern über die Grenze gegangen und hat ihnen genaue Instruktionen i�ber ihr Verhalten erteilt. Den Agenten wurde folgender Schein ausgehändigt: » Mirau, den 21. Orkober. Ausweis. Der..... hak die Berechtigung, für das Reservebataillo« Bode(Det. Graf Keller) Freiwillige aller Waffengattungen anzu- werben. Alle Behörden werden ersucht, ihn ungehindert reisen zu lassen und ihm nötigen falls Schutz und H ilfe zu gewähren. gez. Lindemann, Dienstsiempel. Siabshauptm. u. BatlS.-Kommandeur. Die Werber wurden mit je 100—16» Urlaubs» scheinen versehen, die neben dem deutschen Dienst» stempel auch den russischen Stempel des Detache» incnts Gnss Keller tragen. Um die Behörden irrezuführen, ist den Urlaubsscheinen schon in Mitau auf der Rückseite der Stempel:„Geprüft I Bahnüberwachungs» stelle Bajohren" aufgedrückt worden. Es liegt also ein ganz offenkundiger Betrug vor, mit dem Zwecke, die in Deutschland angeworbenen Soldaten als harmlose Urlauber, die sich au fdsr Rückfahrt nach Kurland befinden,'erscheinen zu lassen. Hauptmann Lindemann hat seine Agenten beauftragt, sich möglichst an diesenigLN Formationen der Reichswehr, die infolge des Friedensvertrages vor der Auflösung stehen, heranzumachen und sie für den Uebertritt zur Eisernen Division zu gewinnen. Es liegt ihm vor allem daran. Flammenwerferzüge zu bekommen. Hauptmann Llpdsmann selber hat sich in Magdeburg, Kaiserstr. 98-99, bei Murnennthey niedergelassen und seine Vertrauten beauftragt, ihm unter der Telephon» nummer Magdeburg 4332 Mitteilungen darüber zu machen, wie weit ihre Geschäfte gediehen sind. Das Hin, überleiten der Truvpen nach Kurland und die Geldgeschäfte will der Herr Hauptmann persönlich erledigen. Ten nach Berlin entsandten Werbern hat er den Auftrag gegeben, sich an das russische Werbebureau, Am Karlsbad 5, zu wenden. Tort erhielten sie im Notfalle Geld sowie Verpflegung?» anssveise und alle weiteren Auskünfte. In besonders schwie- rigen Fällen, bei etwaigen Verhaftungen und dergleichen, sollen sie die Advesse des Barons von Nolten an- geben. Dieser würde bei der Militärbehörde das Not- ivendige veranlassen, um die Werber wieder freizumachen. Das Berschwörernest Am Karlsbad- 6 ist inzwischen ja ausgeflossen. Man« hat den Aerrschaften genüaend 8rt( gemessen, um zu verdusts». Trotz-asm ist der Regierung heute noch die Möglichkert gegeben, durchzugreifen, soserr sie daran wirklich ein ernstes Anteresss bat. Wie sie MSl V V 1 n r? � igren oTTwencn AUSwMng?» rorßm. DNS Deriyworer- nest befindet sich jcszi in i5 l) a c l v t t e if b u � g, Roscher- strosje'ch II Trcppen� Hier ist es vor allem der Ritt- Meister von H o e r s ch e l n> n n n. der die Verbindungen mit den Werbeagenten nu siecht erb ölt und sie durch Ausweise und Geld unterstützt. Tie Herren fühlen sich in ihrem neuen Heim schon wieder völl'g sicher. Sie haben eine Fülle von Stempeln aller Ars zur Verfügung und können nuf diese Weise die Behörden in jeder nur erwünschten Weiie hinters Licht führen. Ihre Vertrauten werden mit folgenden Ausweisen versehen: Berlin, lS. 10. lg. Vertreter der freiwilligen russischen Wcstarmee. Nr. 432. Ausweis. Inhaber dieses Ausweises, der.... steht im Dienste der russischen freiw Uigen Armee und befindet sich in dienstlichem Auftrage in Berlin. L. B. gez. A. von Hoerschelmann, Russischer Stempel. � Rittmeister. H.'rr von Hoerschelmann und seine deutsch- russischen Helfershelfer haben den hentschon Staat schon um Millionen von Mark betrogen. Es ist ihnen u. a. auch daran gelegen, die Verpflegungsämter zu neppen. Bei Geld- knappheit bekommen die Angeworbenen einen Ausweis für den Empfang einer, größeren Anzahl vo-n Verpflcgungs- Portionen, die sie dann verkaufen können, um zu Geld zu gelangen. Die genannte Werbestclle ist aber nicht das einzige VcrsclWörernest in Berlin. Sie steht in dauernder Verbin- dnng mit der sogenannten West ruf fischen Zivil- r e p i e r u n g, die In den Zelten Nr. 16 ihr Heim auf- geschlagen hat und sich gleichfalls mit dem Verschachern von Mcnschenmaterial und deutschem Heereseigentum befafet. Ebenso ist das russische N o t e 51 r e u z, untergebracht in der Ublandstrasze 159, nichts weiter als ein verkapptes Werbe- nest der westrussischen Armee, das nebenher auch noch Ver- bindungen mitdeutschenGeldgebern herstellt und in engster BMehung zu der Vereinigung zur Be- k n m p s u n g des Bolschewismus steht. Wenn die Regierung dem Treiben der russischen Verschwörer in Berlin ein Ende machen will und mit sicherem Griffe zupackt, wird sie in den Vureauräumen der Verschwörer- eine Fülle von belastendem Material vorfinden. 9 Um der Regierung die Aufräumungsarbeit zu erleich- tern, wollen wir sie auch noch darauf aufmerksam machen, daß Hauptmann Poensgen sich nach wie vor in Berlin auf- hält. Er hatte zusammen mit seinem Helfershelfer, dem Leutnant von Zeska, bis zum 13. Oktober seine Wohnung im Hotel Adlon, ist inzwischen aber nach dein Hotel Bristol verzogen, während sich sein Bureau in Berlin W, Heil- bronner Strasse 2, in der Wohnung des Generalkonsnls Abel, befindet. Das Telephon rasselt hier den ganzen Tag. Es werden Aufträge vergeben und angenommen, und damit PomSgen und von Zeska. bei ihren Schieber- geschäften nicht einmaD in unangenehmer Weise gestört werden, haben sie sich den Leutnant Ehrlich(II) als Ad- jutanten bestellt, der die Telephongeipräche entaegennimmt und seine Vorgesetzten nur in ganz sicheren Fallen an den Apparat läßt. Es ist selbstverstäudlich, daß Herr Poensgen seine Geschäfte nicht mit irgendeinem Müller oder Kunze ab- wickeln kann, denn über Kanonen und Pwnzerwag-en, Munition und Heeresausrüstungsgcg-enstände verfügen diese nicht., Herr Poensgen ist aus diese wertvollen Artikel aber besonders scharf und seine Bedürfnisse zwingen ihn daher, Beziehungen mit Jntcnda-nturen, BekleidungZänitern und Proviantmvgazinen anzuknüpfen. Die gut ausgerüsteten deutsch-russischen Formationen zeigen, wie erfblgreich sich Herr Poensgen zu betätigen versteht. Wir wollen ferner noch darauf hrnweisen, daß auch für das Detachement von Schau rot h, eine Ersatz- abteilung der Eisernen Mvision in Döberih, nach wie vor Werbungen vorgenommen werden. Wir haben auch dieses Nest schon wiederholt genannt. Die Regierung kann also auch jetzt noch, wenn sie will, fr* Versäumte nach Halen. Das Detachement gehört zwar zur Reichswehr, und man wird sagen, dass diese mit den Russen nichts zu tun habe. �Es wird aber trotzdem geworben, und zwar nicht für die Reichs. wehr, sondern für die Eiserne Division. E-in weiteres Werben est befindet sich in Neuruppin, Bahnhofstr. 11. von uns gleichsblls schon wiederholt genannt, aber iinm-er noch in voller Tätigkeit. Es wird geleitet von dem Ossi- zierstellvertreter Berg er und hat sich bisher nicht mir mit den Nachschub von Mannschaften' beschäftigt, sonder» auch H.eeresausrü st ungsgegen stände wag- go ii weise verschoben. -Schließlich wollen wir noch darauf hinweisen, daß bis in die letzten Tage hinein ein Weröebureau im Hotel Köl- nischer Hof, Friedrichstr. 129, Zimnier Q, eine umfangreiche Tätigkeit entfaltete. Es hat sich neben der Anwerbung von Mann'chaften in dir Hauptsache mit Pferde- s ch i e b» n g e n befaßt. Noch am Montag ist vmr T e m- pelhof aus ein PferdetmnLport nach Kurland ab- gegangen. Zum Schlüsse betonen wir noch einmal, daß alle diese Werbungen und Schiebungen nur möglich sind, weil die Agenten und jhre Hintermönnem die weitgehendste Unter st ützung bei militärischen Dien st st el- l e n f i n d e n. Es lassen sich Beweise erbringen, daß die Werbeagenten mit Schmiergeldern arbeiten und Be- stcchungen in großem Umfange vornehmen..Das deutsch- russische Unternehmen im Baltikum könnte keine acht Tage bestehen, wenn ihm nicht von Deutschland aus andauernd die Lebenskräste zugeführt würden. Die Lebcnsfäden des Unternehmens, müssen also nicht in K urhand. son- dorn in D e u t s ch l a n d abgeschnitten werden. Nicht in M i tau, sondern in Berlin sitzen die Verbrecher. Wir verlangen deshalb die sofortige Aushebung der russssdhen Veischivörernester, die Bestrafung der deutschen Schieber und. die völlige Unterbindung des Nachschubes durch eine streng durchgeführte Urlaubssperre und eine gründ- liche Ueberwachung der Eisenbahntrans- p p r t e. Tie Regierung ist. von uns über daS Treiben der Ver- schwörer und Schieber rechtzeitig in Kenntnis gesetzt wor- den. Sie kennt die Namen und Adressen derjenigen, die sich Tentschland zum Tummelplatz ihrer Machenschaften ausgesucht haben. Sie kann handeln, wenn sie will, und wir Mrken auf das Ergebnis. ES rniiss fM zeigen, v? die Regierung noch Herr im Hause ist, oder ob sie sich von der Militärkaiuarilla gängeln und leiten läßt. Sie denlsch-liissischen Weiber in Lerlin. Zu unserer Vcröfscnt.'ichung über die Anwerbung für das deutsch- nissische Abenteuer schreibt uns die Kommaudüntur: Es ist durchaus zutreffend, daß auch iu der letzten Zeit die Werbuiizen für die baltischen Truppen in»roßem Umfang fort- gesetzt worden sind; nicht nur in Berlin, sondern auch im ganzen Reich und auch in Deutsch-Oesterreich wird diese Täiig- leit ausgesibt. Infolge der Maßnahmcw der Behörden sind jetzt aber die Werber vorsichtig geworden. Sie trcjen nur noch alö sogenannte„Kuriere" in die Erscheinung und werben die Leute an, wiihrcnd sie die Zvlihrung der Transport» einem der Augs- worbenen selbst übertragen. Diese bekommet! nur einen A u§ w e i s als Angehörige des betreffenden Truppenteils, den Fahrschein dagegen behält der Werber bei sich und vernichtet- ihn, sobald er Gefahr wittert. Unter diesen Umständen ist es nicht ver» Ivunderlich, daß c» äußerst selten gelingt, ewren dieser Leute zu überführen. Eine Schutzhaft, wie im Kriege, die es gestatten würde, die Leute im Slaatsiniercsse festzuhatten, besteht nicht mehr. DaS Kommandanturgericht kann deshalb die in duS Mililürgewahuam eingelieferten Leute nur festhälkc», wenn ge» uügens Unterlagen für eine strafbar« Handlung vorhanden sind. Andernfalls würde sich der vernehmende Kriegs- gcrichisrat selbst strafbar machen. Die Kommandantur steht ant dem Standpunkt, daß sie voll» gültige Beweise für die Tätigkeit der Werbeagenten haben müsse. Der Besitz von ein bis zwei BlankoauSweifen für Militärfahr- karten genüge z. B. nicht als Nachweis dasisir, daß der Mann eine Werbelätigkeil auch wirklich ausgeübt hat. Durch die einzetneu Depots der Wachabteilung der Kommandantur find bereits eine ganze Anzah» derartiger Werber festgenommen und Werbezenrralen festgestellt worden. So konnte daS Depot Schöneberg unlängst eine Wcrbezentrale mit LO Personen ausheben. Weitere Zentralen sind in der Friedrich» straße und Potsdamer Straße beobachtet worden. Durch ab» gefangene Agenten ist ferier ermittelt worden, daß eine feste Verbindung zwisch«. den Organisationen in Berlin, Thüringen und Bayern besteht. B.'i der Leitung der Wachabteitung der Kommandantur befindet sich icher die Tätigkeit der Werber inner« halb Deutschlands ein außerordentlich umfangreiches A k t e n m o t c r i a l, daS bis jetzt noch nicht veröffentlicht worden ist, das jedoch dem NeichSwchrminister NoSke zugestellt wer» den soll. H öen Haaren liegen sich beide. In öer gestrigen Sitzung her Nationalver- s a m in l u n g, die sich mit dem Etat des Herrn Noske befaßte, ging alles wie am Schnürchen. Tie Deutschnatio- nalen fühlten sich in ihren heiligsten Interessen geschädigt. nwl Herr Noske, um das„sozialistische" Gesicht zu wahren. nicht alles gutheißen konnte, was von der monarchistische» Ossizierskamarilla gegen die Republik unternommen wird. In besonders üble Stimmung aber sind sie durch das Ver- bot der„Deutschen Zeitung" gekommen, nicht so sehr, weil sie überhaupt gegen jede Unterdrückung der Preßfreiheit sind, sondern weit ihnen durch das Nichterscheinen des Btat- tes für einige Zeit die Propaganda ein wenig eingeschränkt worden ist. Tie Negierung und die Mehrheitsparteien liat- teu sich auf die zu erwartende Attacke eingerichtet. � Herr 2 Iii eklen, der für die Rcchtssozialisten spwch, gab darum seinem Bedauern Ausdruck, daß zuerst Herr M a- ritzki von der Deutschen Volkspart e-i und nicht sofort der Teutschlmtional? Gvaefe das Wort ergriffen habe. Jedoch, der angekündigte konservative Redner sprach noch, wenn auch ein wenig später. Herr Greese gebranchtc recht kräftige Worte, und er nahm besonders in der Kenn- Zeichnung der Zeitungsverbote und anderer Regierung?. maßnlchnwm von derselben Sorte kein Blatt vor den Mund. Man hätte Herrn Graefe ohne weilehes zustimmen können, wenn manwicht wüßte, daß die Deutschnationalsn nur des- wegen jetzt gegen die Preßverbote sind, weil sie selbst davon ein wenig betroffen werden. Gegen die Unterdrückung der Preßfreiheit hatten sie so lange nichts einzuwenden, als sie sich nur gegen die Organe der Unabhängigen Sozial- demokvatie und der Konmrunisten richteten. Grundsätzlich muß allerdings verlangt werden, daß mit den u n s i n n i- gen Zeitungs verboten nun endlich Schluß gemacht wird. Dann sprach Herr N o S k e. ES ließe sich nicht umgehen. daß er einige kräftige Worte gegen rechts gebrauchte. Das Verbot der„Deutschen Zeitung" verteidigte er damit, daß das Blatt einen Ehrenmann, wie den Reichspräsidenten, in nichtswürdiger Weise heruntergerissen und den Versuch unternommen habe, das�esüge der Truppe zu lockern. Tann teilte er der Versammlung mit, daß der Besteller einer Broschüre, die in der Druckerci der„Deutschen Tagiszeitung" hergestellt worden ist und die die Truppen zur Eidesverwei- gcrung aufgefordert habe, der G e n e r a I l a n d s'ch a f t s- dircktor Dr. Ka-pp gewesen sei. Hierauf erläuterte er abermals seine'Auffassung, daß Gawalt vor Recht gehe und nur allein der Erfolg entscheide. An demokratischen Stamm- tischen tönne man sich in kritischen Zeiten über die absolute Freiheit unterkalten, in der jetzigen Zeit gäbe eS aber keine absolute Freiheit. Nach diesem„Sozialisten" sind also Grundsätze dazu da, daß sie immer dann, wenn sie angewendet werden sollen, in den Nauch'ang geschrieben werden.. Zum Schlüsse erhob dann moch Herr Noske die Faust, um sie auch gegen die linke Seite drohend zu rickten. Er habe einen Befehl unterzeichnet, wonach um so schärfer zugefaßt werden solle, je geringer die Truppe sii. Nach dem, was wir bislier schon erlebt haben, kann man sich also in Zukunft auf noch schönere Dinge gefaßt machen. Für diesen Mann gilt eben nur noch die rohe Gewalt als Heil- mittel. � Nachdem Herr Dr. David den Versuch unternommen hatte, die Schuld am Kriege und die Verhindcrnvg eines Verständigungsfriedeus � den Konservativen� zuzm schieben, trotzdem derselbe David während des Krieges mit derselben Sicherheit die Schul!) tet Entente oni Krieg fest- gestellt hatte, nahm Genosse Koe nen das Wort, um eine gründliche Abrechnung mit dem neuen Militarismus z» halten. Er brachte neues Matciial bei über oi? Munitions- »rcd Wakfenliefeiimgev nach dein Baltikum, die der Regie- rung nicht entgangen sein können. Dann verwies er ans die Vorgänge in der französischen Kammer, wo von den tz Vozmkmm ver vewawr rnivgewrowen wo wen nr. van r* deutsche Regierung aiischeiuenb mit der Entente im Bunde stehe, in» die russisch« Sowjrtregierung durch ihre Balten- truppen zu bekämpefn. Koenen besprach dann die Frei- williaenwerbungcn, die Einwohnerwehr und die gewaltigen Kosten, die daraus erwachsen. Er zog in den Bereich jerner Kritik das Spitzelwesen, das ganz osien austrete und von der Negiernng begünstigt werd?. Sehr eingehend war seine Kritik an der„Technischen Not Hilfe", deren Tätigkeit er. an einigen Beispielen illnstnerte. Er wies dabei darauf hin, daß nicht mehr die Behörden die„Tech- nische Nothilfe" aufzufordern brauchen, sondern daß schon auf Wunsch dar Kapitalisten Ncgicriingslrupvon erscheinen. Die letzten Skandale auf dem Gebiete der Zeitungsverbote und des Belagerungszustandes bildeten ein weiteres Kapitel der Kritik Koenens. Wenn Herr Noske mit einigen Teilen seiner ersten Rede bei den Teutschnationalen Unzufriedenheit erregt halte, so sorgten die Anssührungen, mit denen er jetzt die Rede des Genossen Koenen begleitete, daß das zerstörte Gleichgewicht wiederhergestellt wurde. Einige Informationen ans den Kreisen der Reichswehr gaben ihm Veranlassung: das Elend der Schutzhaftgefangencn dem Gelächter der Nationalver- sammlungsmenge preiszugeben. Und so konnte man zum Schlüsse der Debatte feststellen, daß die Spannung zwischen Noske und den Teutschnationalen gewichen war. Heute haben sie sich in den Haaren gelegen. Und morgen? Die Debatte über diesen Punkt endete mit einer gewun- denen Erklärung der N e ch t s s o z i a l i st e n, die sie durch Herrn Locbe, einen ihrer Einigungsapostel, vor-- tragen ließen. Sie seien zwar auch für die Preßfrcihcit, aber vorläufig könne sie nicht wiederhergestellt werden und darum lehnten sie den dcutschnationalen Antrag ab. Genau so wie Herr Noske: Grund'ätze sind gut, aber sie sind nur dazu da, »m- gerade dann nicht angewendet zu werden, wenn es süh um entscheidende Taten handelt. Die Arbeiterschaft wird sich diese Logik merken und den Ncchtssozialisten die gebührende Antwort erteilen, wenn sie in der Presse und in den Ver- sammlüngen wieder große Reden über ihre Grundsätze schwingen sollten. Schade! Wir erhaNen folgend« Zuschrift: Der NcichSwehrminister. Berlin W. 10, den 29. Okt. 191si Persönlicher Stab. Bendlerstraße ls> B.-Nr.: 41/10 Per,'. In der MprgenauSgabc Nr. V23/X. 885 von Mittwoch, der» 29. Oktober.191g, haben Sie auf der dritten Seite des Haupt» blattcs unter der Ueberschrift„Genosse" von Gilsa die Wiedergab« eineS Artikel» der Nationalen Leitartikelkorrespondenz de» Dr. Fritz Neumann veröjkentlicht. Die Mitteilung, daß der Ch� de-Z persönlichen Stabes des ReichSwehrministerS, Major von Gilsa, nach Angab? einer zuverlässigen Seite Mitglied der sozial» demokratischen Partei geworden sei, entspricht nicht den Tatsachen. Damit erledigen sich auch alle an den angeblichen Uebertritt geknüpften Bemerkunzen. t>. Gilsa, Es ist wirklich schade, daß Herr von Gilsa nicht zu den Nechtssozialisten übergetreten ist. Nun wird den Noskeleuten nichts anderes übrig bleiben� als zu Herrn von Gilsa über- zutreten. Das kann ihnen k.ine großen Schwierigkeiten bereiten, da den Nechtssozialisten damit kein Gesinnungswechsel zugemutet wird. Der Sllilik ist in Gefahr! -Zu dem fünftehnsährlgen Jungen, der wegen seiner staat». gefährlichen Gesinnung in Sä-uphafi gehalten wurde, ist nun auch ein etwas älteres, aber politisch gleich gefährliches Mädchen ge» kommen. Seit einigen W-ochen w�rd Gertrud Paul in«chutz» hast gehalten, die in d-r Berliner Arbeiterbewegunz dadurch cmlgcrmaßen bekannt ist, daß sie mit ihrem Freund und Lebens» - geführten bei Arbeitcrfestcn heitere Lieder und Tuet!« zur Laut« singt und sich mit ihrer kindlichen und herzhaften Heiterkeit die Neigung der Zuhörer erivarb. Dieses lustige Mädel, da» siq lueder rednerisch noch schviftstellcrinh je irgendwie betätigt hat» sitzt jetzt hinter den hohen Gefängnismauern in Moabit und es ist dafür gesorat, daß ihr der Aufenthalt in der Schutzbast mehr etwa zu einet Erholung werde. Wohl h,t sie nie polit-sche Lieder gesungoa, doch ihre Gesinnung ist staatsgefährlich. Wie andere Frauen, die mehr mit dem Gefühl als mit dem Verstand der Politik nahe kommen, neigt sie zum Kommunismus, und da man monatelang erzählt hat. daß die Kommunisten RäuOr und Mör. der feien, so ist das' Grund genug, um auch die kleine Gertrud Paul in Schutzhaft zu halten. Schutzhaft bedeutet endlosen Kerker. Der pememe Verbreite« weiß, daß er nach so und so vielen Monaten oder Jahren wieder iu seine Freiheit gelangt; wer jedoch wegen seiner Gesinnung im Namen des„Sozialisten" Noske'eingesperrt wird, dem sind alle Tore der Hoffnung verrammelt. Darum sehen wir auch so oft, daß dumpfe Verzweiflung chie Schutzhaftgesangenen erfaßt. Wie in anderen Fällen hat auch hier der Untersuchungsrichter erklärt. daß absolut nichts gegen die Angeklagte vor. liegt. Sie bat nach langer Arbeitslosigkeit, vielleicht auch auS Neigung zu einer Parteistcllung als angestellte Hilfskraft in der Konnmuiistischen Partei gearbeitet. Das ist alle?, und daS genügt, um die LebenShoffnungen eines jungen Menschenkindes zu zer» stören. Das Mädchen wollte gerade jetzt heiraten. Fhrx Hochzeit war 'chan angesetzt, als sie berhastet wurde. Von der zarten Rücksicht, die meuternde G-n:?ale in Deutschland finden, sollte auch auf diese„politische Vcrbrecheriti" ein Strahl abfallen. ES wurde Ihr zugebilligt, daß sie zu ihrer Trauung das Gefängnis auf eine Stunde in Begleiiung eines Kriminalbeamten verlas» seiz dürfe. Die Undankbare bat auf diese Gnade verzichtet und brütet nun weiter über die Gleichheit aller vor dem Gesetz, die int„freiesten Lande dir Welt" so herrlich durchgeführt ist. Die Kosten deS englischen GisenbahnerstreikS. Der Schatz» ltzmzler teilte im Unterhaus« mit, daß der Eisenbahnerstreik den «tont etwa 10 Millionen Pfund Sterling getostot hat. DaS Endergebnis der Wablcn zur Luxemburgischen Kammer stellt sich folgendermaßen: 27 Katholiken» 7 Radikale, S Sozialisten, 0 Mitglieder der Partei Prüm und zwei der Volkspartei. Aufschnb der jüdischen Nativnalwahlon. Einer Ferusalemer Moltzwng zufolge beschloß der vorläufige Rat der Juden i« Palast! na, die Wachsen zu einer Mischen Vertretung Palästinas voulävlfig aufzuschieben. Alkohsivcrbot in den Vereinigten Staaten. W« das Reprä» fentan.cnhaus. so bat auch der Senat trotz d«s Veto» WUfonH daö Verbot des Bertaufs von Alkohol gutgeheißen, s ©epa die Ausschallmz der Meiler- l»!d LeiliebsrAe. In den KsmmersÄen togte rieft« rn abend eine cmßervridentl ch ftarr bei-uchtz Bcrfammlung der Zlrbeitcrräte und Ausschüsje sämtlicher Jndustriegruppen Groß-BerlmS. Auf der To�eS- orbnunfl stand bcr'&amsjf in fcc- Metallindustrie und die Nechr.os- machung der Arbe�er- und Betriebsräte Als Neseient führte Genosse Maitzahn aus: �« Wochen dauernde Metallarbeiterst�ik zeigt deutt ch. daß er von den taxitch-sti/'chcn Tcharsmachern rmnier mehr ist» einem politischen Machtkamps gemacht wird. Das geht aus �rrn neuesten Anschlägen auf die tirchte der Betriebsräte hervor. �Lie Unternehmer stellen sich jetzt auf den Standpunkts dag durch den Streik das ArbcilSverr-ä tnis g.löst und dadurch auch die Funktionen der Arbeitevausichassd vorlautsy ertedigt seien. Tic Neurinstellung müsse jetzt ohne Zutun der Arbeiter rciie erfolgen. -vis zur Neuwahl der Betriebsräte, denen man dann die gefctz- uchen Befugnisse einräumen will, soll durch den Faürilan.eil auS den aKesten Arbeutern ein« W-ch«omuni.fsVn«inverufen werden. die v-e Interessen der«rbeiterfchlaft bis zur Neuwahl zu ver- treten habe. Gcgen diese Anschläge wird sie tber-ÄommisfWn mit aller Macht Stellung nehmen. Aber AufgabeallerArbei- ter- und Betriebsräte mug«s stein, die gc- samte urbeiterichaft auf die jetzt drohenden ,.i'aVV£? aufmerksam zu machen. Die Bechältn.sse spitzen sich»mmer mehr zu. Ter Referent keilt« einiges aus einem Rundschreiben der Unternehmer mit. wie man die Angestell- tnt.e:n0, b?landeres Abhängigkeitsverhältnis bringen möchte. Uebcr die Ausgaben der Betriebsräte heißt ei darin, daß eines« teils die Arbeiter noch nicht genügend gebildet sind, andererseits seien dieie auch so mit der Eristepz des Unternehmers ver- oundc», das, sie ihiil allein überlassen bleiben müssen. Die Be» tricbsveriau.mluirgen seien nur Tummelplätze für Läge und Hetzerei. Der Redner forderte die Betriebs- und Arbeüerrüie weilet« hin auf, n den nächsten Tagen große Versammlungen zur Auf- klarung der Arbeiterschaft abzuhalten. Es ist notwendig, daß sich für die kommenden Tnlscheidungskänipfe dix Arbeiterschaft einig hinter den roten Vollzugsrat stelle Wir müssen uns bewuß: sein, daß wir in einer historischen Zeit und mitten in der sozialen vlevolulion stehen. Wenn in der nächsten Zci! der streik vielleicht zum Abbruch kommen sollte, werden w-r daran' bestehen, daß die Arbei- terräte wi-der in ihre alten Rechte voll«i». 'esetzt werden. Wo dies nicht gescheht, ist sofort an en Vollzugs rat Mitteilung zu machen. Auch flehen die Gewerkschoftsbureaukrotie� b« sich der Umformung der Gewerkschaften entegcnstrllt, muß entschieden der Kampf geführt werden. Hierauf teilte das Mitglied der Fünfzehner-Kommissson Jjank« die Bedingungen der Metollinduä.iellen bei der Wieder- aufnähme der Arbeit mit wagendem Inhalt mit: l. Di« Arbeit ist wieder aufzunehmen. 2. Die Betriebe werden die Arbeiter nach Maßgabe der B-. IrkebSvcrhältnisse mit möglitdstxr Beschleunigung wieder einstellen. Bor dem 15. 12. 19 darf der Platz eines aus Anlaß des Streiks noch orbci.slofen Arbeiters nicht durch betriebsfremd« Arbeiter besetzt werden. L. Die ArbeiterratSmiiglieder, die nicht entlassen werden, nehmen sofort ihre Tätmkeit wieder auf. An Stelle der Enilasscnen treten Stellvertreter. 6in« Neuwahl findet sta.t, wenn die gesetz. liche Zahl nicht mehr vorhanden ist. 4. Maßregelungen finden nicht statt, Streikbrecher dürfen nicht belästigt werden. S. Die neuen Löhne sollen vom Tag der verlünditng de? Ge- samtschiedsspruchs bezahlt werden. Tie hierauf einsetzende Diskussion zeugte von einer sebr kampfesmutigen Stimmung. Von seite» der Korwmunistcn wird der Freude Ausdruck gegeben, daß man den poiktischen Charakter des Metallarbeiterstrciks endlich erkannt habe. Der Fünfzehner» Kommission wurde der Vorwurf gemacht, daß sie den Kampf nicht konsegnent durchgeführt habe, die Offensive sei stets bei den Unter» nehinern gewesen. Es wurde vorgeschlagen, dem Unternehmertum ein Ultimatum zu stellen, bei dessen Ablehnung mit dem Ge- n«ral streik geantwortet werden soll. Auck der Antrag auf so» sortig« Proklamierung des Generalstreiks wurde gestellt. Daum ig teilte mit, daß die Verhandlungen mit den Nketallindustriellen endgültig abgebrochen sind. Er sprach vor allem den ankvesenden Funktionären ins Ge- willen, ibre Ausgabe se> eö nicht nur, der Versammlung beizuwob- neu, sondern den Arbeitern bis zum letzten Mann alles mitzntel- lcn, was sie hier gehört haben. Jeder Arbeiter muß informiert darüber fein, wie da« Vetriebsrätegesetz der Regierung aussieht, das den KavitellSmuS sicherstellen und den„Streik illusornch machen will. Der Klasseninstinkt irnd die klare Ucberlegung der Unternehmer sei nun auch dem Arbeiter zu wünschen. Der Kapi- faljSmuS steht jetzt in einer gesch.'ossenen Front dem Proletariat entgegen. Auch daS ausländische Kopital eilt dem deutschen zu Hilsc. Tie Fäden gehen von den Bureaus der Arbeitgeber bis rn die Kommissionszimmer der Nationalversammlung; auch der Reform sozialiSmuS muß notwendigerlveise zu den brutalsten Maßnahmen gegen die Arbeiterschaft ausschlagen. Alles sei jetzt eingestellt aui die Frage: Wie kann die Kanaille Proletariat nie- deraehalten werden? Di»Prole'ariat wird aber trotz allem den Lieg erringen, es wird im gegebenen Moment die notwendige Ein- heit finden. Er fDäumigs bedaure den Artikel in der»Freiheit' Vom Mittwoch vormittag. M a l tz a h n sprach in seinem Schlußwort gegen einen iofortigen General st reik, der schon au« technischen rnnden nicht möglich wäre. Der Antrag wurde daraufhin auch zurückgezogen, aber bei der Stimmung und der Erbitierung der Versammelten gegen das Unternehmertum wäre eS gar nicht un- wahrscheinlich gewesen, da ßer angenommen wurde. Die Ver- sammlung bot ein erfreuliche» Bild der Einigkeit und.ZtelMer- heit. Sie bildete tatsächlich, wie Moldahn es wünschte, einen Auftakt zum großen Entscheidungskamps. Gegen zwei Stiinmon wurde dmm Me Entschließung Eingenommen, die wir auf der ersten Seide wiedergeben. ._ ♦' Die Herren bekomme« für ein: solch« zwrinunvigr Uebnng dir volle TageSvergiitung nach dem Dienstgrad einschließlich Sicichswchrzulage. Ein Leutnant erhält 15 M.. ein Feldwebel 3,511 Mark und ein Schütze ü Mark. Das ist für eine zwei- ständige Uebunz natürlich eine glänzende � Bezahlung und die Herren Kommilitonen werden sich diesen Nebenerwerb Jlchdr nicht entgehen lassen. Wir müssen in dieser horrenden Bezahlung aber ein« ungeheure Geld Verschleuderung erblicken, die um so schwerer ins Gewicht fällt, als die Finanzen Deutschland? , völlig zerrüttet sind und die Regierung bei jeder Gelegen- ' hoit die Notwendigkeit zur äußersten Sparsamkeit betont. Eine Sache für sich ist eS noch, daß die Werbeaufrufe unter H e e r e s s a ch e, also p o r t o f r e i, verschickt werden. Die Ein- yiohnerwehr ginirßt dieselben Vorzüge. Nun behauptet die Ne- ! giernng imn:er, EinwohncAvehr und Zeitfreiwillige seien keine militärischen Formationen, sondern Einrichtungen der Z i v i l be h ü r d c n. Wie verträgt sich mit dieser Bchaup- lung die Tatsache, daß ReichÄvehrregimenter die Werbeausrufe � um iiiw'hhiitig.i SHSchSSSS«»»»-»«»««»««» Um unser MI, die VerwirkliÄmng des sozialistischen Gedankens, zn er» reichen und damit die H:?rschast des kapitalistische» Systems in Politik, Wirtschaft, Geistesleben unter dem Protektsrat der Scheinsozialisten zu Lberwinden» gilt es. das Proletariat durch rücksichtslose Aufklärung für den Klassenkamxf zu schulen. In ständiger Arbeit die Massen kür den Sozial'S'nus zu erkiehen und sie zn> Mitkämpfern für den sozialistifchen Skaat heranzubilden. öas ist die /tosgabe öer„§reiheit' Deshalb muß Zeder Parteigeuvffe und Gesinnungsfreund nicht nur selbst die„Freiheit" wdlerbeziehen, sonder» nnabläMg neue Leser werbe». Dazu ist szfjt beim Monatswechsel die beste Gelegenheit. Aus jeder Arbsiterwohnung muß der arbeiterfeindliche „Vorwärts" und die andere bürgerliche Lügenpreffe ver- schwinden. Jeder muß arbeiten, jeder seine Pflicht tun, soll die„Freiheit" der machtvolle Ausdruck des sozia- listischeu Gedankens sein und bleiben. 0 9 9 O 090009999 wozu SM Sa ist. S» M in Deulschland gewisse Kreis«, Sie da» Alpdrücken lischt Co« werden. Andauernd malen sie der Oesfentlichkeit da» Gespenst bevorstehender Unruhen vor» Auge. Wenn man nach den phantastischen Aufrufen der Z e i t f r e i w i l l i- gen, der Einwohnerwehr, der Sicherheitspolizei und de? anderen schönen Körperschaften urteilen wollte, die uns Herr Rotte beschert hat, dann müßte Deutschland schon längst NUZgeswrben fein.' Die.Unruhen', die.Putsche' und die.Unordnung' bestehen aber nur In der Phantast« jener Herrschaften, denen daran gelegen ist,«ine groß« bewaffnete Macht�auf den Deinen zu halten. Neben der Einwohnerwehr überschütten jetzt wieder die Zeitfreiwilligen di«»zuverlässigen' Einwohner Berlin» mit Werbeaufrufen. Der Studenton-VerblndungSosfizler(a»ch »in« Errungenschaft der Revolution!), der im ÜiiiperfUätS-' gebäud« ein eigene« Bureau unterhält sind täglich von 12—1 Uhr Sprechstunden abhält, hat e« besonder? auf die Herren K o m- j militonen abgesehen. Er wirbt für da« SchurischützenkorpS i Peel, Zeitfreiwillige, für die in der Woche zweimal zwei- �tündta« K.»ÖL-UebunaSkurie gbgchaUen werden. verschicken und die Ucbungen dieser Formationen leiten irnd be- zahlen? Der Postminister Giesberts hat neulich in der Nationalversammlung ausgeführt, daß di« portofreie Deförde- rung von Briefen den Einwohnerwehren und Zeitfreiwilligen nicht zustehe. Er wollte diese seit Monahcn, bekannte Tatsache nicht glauben und erbat sich B r i e f u m s ch l ä g e, um daS Nötige zu veranlassen. Wir können ihm mit'entsprechendem Material be- hilsUch sein. ZAchlerlillje ZtiSeirnieheleiell in polen nn? in Ser Maine. Die blutigen Pogrome, die sich besonder» in W i l n a bei der' Besetzung der Städt durch polnisches Militär im Frühjahr er» eigneten, sind jetzt durch eine amerikanisch« Unter« su chu n g s k o m mi s säon an Ort und Stelle untersucht und klargestellt worden. Im»Berliner Tageblatt" beujffcntlicht Dr. Paul Nathan die Resultate dieser Untersuchung, au» denen hervorgeht, daß die polnische Soldateska volle zehn Tage in Wiln» gewütet hat, obgleich sie die Stadt seit dem Einrücken vollkommen in der Hand hatte. Die Polen behaupteten der Kommission gegen. über, daß es in Wilna zu Straßcnkämpfen gekommen sei und daß dabei auch Juden getötet worden wären. Unter den Getöicten bcsinden sich viele Kinder und Greis?, die sich gemeinhin nicht an Straßenkämpfen beteiligen, auch ist nicht ein Christ darunter. In diesen Tagen sind in Wilna ungefähr 2 0 0 0 schwere Verbrech e n begangen worden, Mord? und Plünderungen, von denen nicht«in einziges durch die Lokalbehövden«in« Sühne gefunden hat. Das alles steht alWiimäßig fest. Fast noch schlimmer als in Posen wüteten die Pvgromisten in der gesamten Ukraine. Be! den ukrainischen Judrn- Metzeleien wurden rund 40 vgl) Menschen getötet, gegen 100 000 verwundet und»u Krüppeln gemacht und fast 10 000 Frauen ge- schändet. Der Schaden an Hab und Gut ist auf weit über 100 Millionen Rubel zu beziffern. Einzeln« Fäll« beweisen die ganze Entsetzlichkeit dieser Vorgänge: In dem Städtchen T r o st j a n e tz in Podolien sind jlHikche Männer überhaupt nicht am Leben geblieben. Mau hat sie— in runder Summe S00— alle getötet. Es gibt dort heut« 000 Witwen und Waisen. In O w r u t s ch haben im ganzen dreimal Pogrom« stattgefunden. In Felschtin in Podollen fand zunächst ein Pogrom statt. Nach dem Pogrom wurde die gesamte Out- schaft, die aus Holzhäusern besteht, angesteckt und völlig «iedergebran n t. In Eli sabethgrad lm Gouveine- menl Ehcrson hat man 80000 Juden ausgeraubt. In Tschelkassh im Gouvernement Kiew sind rund 1500 Menschen getötet worden. In Wassllkow fand gleichfalls ein Pogrom statt, und ich wiss-zum Schluß nur eine einzige Zeugenaussage der verheirateten Bronja Kotzupci hierhersetzen:»Mir versteckten uns alle, di« wir un» retten konnten, in der Kloseltgrube. Als ich herauskroch, fand ich in einem Zimmer den erschlagene!! Bai»r> im zweiicn Ziemer Schweiler und Tante erschlagen: in den Flügel hatte man"Hill- i«ingestopst die toten Brüder und meinen Mann. Da» Hauch watz � ausgeplündert.'. � Diese wahnsinnigen Bluttaten sind ein Beweis dafür, wie tief die Methoden des allen zaristischen Regime? in da? Volk cinge» fressen sind. Kricg, Revolution, Verkehrs- und GrnährungS« sckwierigkeilen ha&fm die Bevölkerung kulturell noch tiefer sinken lassen. Juden un» Revolutionäre sind in den nichÄqlschewisti- ! schen russischen Landesteilen, besonder» in der Ukraine, Freiwild. ES wird ungeheurer AnstreuFungen der Westmächt« bedürfen, diesem Ruckfall in die Barbarei Einhalt zu gebieieu. Ob di« Westmächte bei ihrer eigenen Ji.teressenspaltung heute ükerhaupt in de'' Lage sind, daS russische Prohjem zu lösen, ist. allerding» eine schwer zu bejahende Frage. Lek taps gegsn Sowjet-Änßland. Erfolge der Bolfchetvisten. HelssngforS, 20. Oktober. An der N o r d w e st f r o n t haben die Bolschewisten erheb« li che Erfolge ervungcn. Judenitsch gibt den Verlust von Krasnose Sselo zu, wahrend die Bolschewisten die Wiedereinnahm« Gatschinas behaupten. Der Stab JudenitschS soll nach Jamburg übergesiedelt sein. Der Kampfwert der bolschewistischen Truppen soll vorzüglich sein. Die Bolschewisten zogen alle verfügbaren Truppen aus Karelien'und Archangelsk heran und bereiten an, geblich einen entscheidenden Schlag vor. Die englische Flott» bombardierte erneut KraSnaja Gorka. Der Kampf mik Denikin. Amsterdam, 29. Oktober. Laut Meldungen englischer Blätter berichtet der Che f der britischen Militärmission bei General Tenikin voai 24. Oktober, daß ans der ganzen 700 Meilen langen Front von Zarigi« Li» Kiew heftige Kämpfe entbrannt sind und daß Denikin in der Richtung auf Moskau neue Fortschritt« erzielt hat. General Wrangel steht 00 Meilen nördlich und 50 Meilen nordwestlich von Zarizin. Zwischen Zarizin und Woro» uesch ist die Donarmer auf einer Front von 120 Meilen in den letzten Tagen bis öS Meilen vorgerückt. Am 23. Oktober wurde der wichtige Bahnknotenpunkt UelctS. 230 Meilen südöstlich von MoZ?tm' genommen. Die Bolschewisten melden unter de» 2& ccktoder die Einnahme von Woronesch. Frankreich und England entziehen Koltschak angeblich die Unterstützung. im New Dorf, 29. Oktober. 1 „New Vor!«nn" erfährt, daß England und Frankreich fich darüber»e-iaigt habe» sollen, Koltschak ihre weitere Unterstütz«»» zu eatziche».(9) Britlfch-rufsischer Gefangenenaustausch. T. Tj. London, 29. Oktober. De« UuterstaatSsekretär für Auswärtige Angelegenheiten er» klärte gestern im Unterhaus, daß die englische Regierung mit der russischen Räteregierung über einen Austausch der KrichS- gefangenen zu verhandeln versuche. Eine Zusammenkunft der Vertreter beiderLSnder werde binnen kurzem i tt Dänemark stattfinden. Der UnterstaatSseknetär erklärt« weiter, daß dir englisch« Regierung der russischen Räteregierung drahtlo» mitgeteilt habe, daß Lenin und Trotzki und die übrigen in Frage kommenden Personen für die Behandlung der engtische» ÄriegSgrsangenen verantwortlich seien. Las nene englische Sabine». D.U. London. 29. Oktober. Im Unterhau» hat Bonar Law die Wiederher, stell«»» de» zwanziggliedrigen Ministerium» statt be» fünfgliedrtge» Ministerium» während de» Kriege» mit» geteilt. ES fetzt sich wir folgt zusammen: Lloyd George, Ministerpräsident, Lonar Law, Großsiegelbewahrrr, val» f»« r, Lordpräsident de» Staatsrate», llhamberlain, Konz- lee de» Schatzamte», Barne», ohne Portefeuille, F r e n ch, L-rdleutrnmt von Irland, Maepherson, erster Sekretär vo» Irland, Birkenhead, Lordkanzler, Curzon, Minister für auswärtige Angelegenheiten, Millner, K-lonialminister, Chnrchill» Minister für Flugwesen u/id Krieg, Montag», Minister für inner» Angelegenheiten. Lang. Erster Lord der Admiralität, Munro, Minister für Schottland, Sir Auck� land Gedde», Minister für den Handel, Dr. Addison, öffentliche Gesundheit, L e e» Landwirtschaftsminister, Fisher, Minister für Unterricht, Sir Robert Hörne, Minister für Arbeit, vir Erl» Gedde«, Minister für Transportwesen. An» aller well. Eisenbahnunsalle in Oberschlesteu. Benthe» sO.-Schl.s, 29. Oktober.(Amtlich.) Gestern abend 0 Uhr entgleiste auf der Kleinbahn strecke KänizShütte— Echwientochlowitz— Beuthen an einer Kurve am Chaussecübergang vor der Weiche Redcnblick-Schacht der Klein-, bahnzug 180. bestehend au» Motor- und Beiwagen. Der Motor- wagen stürzte um. Drei Personen wurden leicht, eine schwer verletzt. Auf der Kleinbahnstrecke KönigShütte— Anlo- nienhutte— Beuthen entgleiste zu gleicher Zeit in Bismarckhütte ein Beiwagen deS Zuges 02 und stürzte um. Dreißig Perso- neu wurden leicht verletzt. Die Ursache ist in beiden Fällen Schleifen de» Zuge» infolge Sprühregen« und Beeinträchti- gung decr Bremsvorrichtung durch starken Laubfall auf dem dor- tigen Gefälle. ooooooooooooo»: tzefetzung des Kraftwerks Moabit ■ jteic ttlcK« Fett 24 B«l jedem Zellungsbändler zu btbent ______"'��OOOOOOOOOCCOOOOOOOOOOOWÖWJA»� f sich in einem diese? beiden Wollkleider sehen könnten, dann Würde Ihnen sicherlich die WM zwischen beiden außerordenilich schwer f. 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Dicas;.: Schioll Wet:e: ste!a. Mrlw fSeöier 7.10 Uhr: EüSNEfil- FMSbtöv. Eissin?- Türmer D rekt on: Victor Harnows!:y. 7: U.: CIirl3t«.dJeTa:ite, Freitag 7U!:r; p'eerQynt. Sannen. 7 Uhr z. eisten Male; Fräuiain«Euiio— cicra KaUado. 'Till« Darieux, llka Orilninz, Oaguy Servaec. Fritz Uelijs, Hanna Fischer. Eugcu Klöpfer, Conrcd Veidt). Tonnt 7h: FrUn'ci-s. JsU«.— Dce a:»«igt3pe;:aii taten. Senniug•' Uhrt MSdehenehre. Koce-'i heater 7. U' r: Das Ceseti. Waiüsia-1118313? 7k Uh r: Eine Frau wie Du. fbcater am SoUbaeer Ter. Tst; MorUzplct» 14 Sit. JU-d. Äperd t'lt Uhr; Süte-SHnpr 8 ehern Milgl. der Stettiser banger. Aäunui. nehm otbr ermüb Preise(toIL Ahüntl- Progfatnir.) i> W3 1 Uwe lrc!l* ' S* B Bauches gestattet oiüinseii-Kotigsrt. üeg. T.toUhr. VoivarkL 11— X1/« n- 1.-6 U1'1, WRANGELSTRASSE 11 am Mariannenplatz iüiiiiiiiiimiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiMiipi� ROfHIÜlW WlIII!!ü!M IM in den nächsten Tagen AH>WWWWWWW>W>WW»»»>W»»> AZjl!!!lA»iiIliIiIIIIIIWIW!�'-hih»W!!>Ili!NII!!liiI!!!IIi!>!!!!!I>Ii!MiI!IMIIlW ( , ci „�ufSsau vKÄ Werdan Geaellschalf£ar praktische VoiksaufklSruno. Bilanz>AufSisu und Kritik. 9 VortrSsa von Wilhelm NSIlenbnre, ehem.Lek'or(Shcfheli UnlversityX unter hesonde-er Berücksichtigung der auf Grund des m Beratung befindlichen Gesetzes über die Betriebsräte an die Arbeiterschaft gesteilten Anforder mgen in der ABia des Soohiea-Lyzeums, WeiumeiätersttaBa 161?. Die Vorläge finden allwSchentlich Freitags statt- L Vortrag; Beginn abends 6 Uhr, Ende 7k Uhr. II. Vortrag; Beginn abends 7t Uhr. Ende gegen 10 Uhr. Erster Vortrag Freitag, 24. Oktober 1919, alsdann am Freitag jeder folgeauen Woche. isHegHz'sen Elsasser Straße 26 Bslaad-Festsäle heute ©pstsien- Pa!ast Oranicnstr. 40 41(Oratits-BrJcki) Beute. Donnerstag. 7 Uhr: Gr« Ehrenabend für die be'iebte Parodistin tene Heumann Gastspiel Annattüller-Llncke und weitere 12 Attraktionen. Den 'allergrößten' 'tirfo'g haben die1' h I n i n e n Anzeigen in der Abendausgabe der Freiheit üZMu. Uim UlscMer Ehrecabead Nach der Vorstellung Tanz. Anfang 7 Uhr.____ Anfang 7 Uhr. Auftreten erster Kabarett-Kräfte. Gute Küche! Bier» und Wein-Diele. liliillllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllilllllWIlliH Bilanz»Anfbau. l. Teil. L Abend, 24. 10. 19: Entstehung. Grundlagen und Aufmachung der Bilanzen. Literatur- Angaben. 2, Abend, 31. 10. 19: Bewertung; Aktiv- und Passiv-Posten. Reserven. Reingewinn. 3. Abend. 7. 11.!9: Geschäftsbericht.'ü.vidtndcn- politik, Oruuüiagen der Börsenkurse; Bilanzkritik; Ihr Wesen, ihre Aufgaben, Möglichkeiten und Grenzen. 4. Abend, 14. II. 19: Zergliederung einer einfachen Bilanz, Statistik, Volkswirtschaft nnd Bilanz. Disr.nssion. Bilanz-Kritik. IL Teil vi» Bilanz vom prirntwIrtsehaltllcheB Standpunkt aus. S. Abend. 21. 11. 19: Branere!. Bilanz(Cnt- s ehurgskostzn). Bilanz einer chemischen Fabrik(?ek!arae, Unkosten). 6. Abend. 28. IL 19: Maschinenfabrik-Bilanz (.Vergleich verschiedener JahreX Metall- wareniab ik-Biianz(Vergleich verschiedener Werke). 7. Abend, 5. 12. 19t Spezlaliiätenfabrik-Bl'anz (Aktionär-StandpnnkU.ZuekerrDbenfabrik- Bdanz(Weltmarktpreis). 8. Abend, 12. 12. 19: aennssenschafts-Biianzen. Bau-, Konsum- nnd Kommunale Genossen- schatten. HL Teil. Die Bilanz vom volkswIrtsehsfHIchea Standpunkt aus. 9, Abend. 19. 12. 19: Die Bilanzen der großen Bank- nnd Weltverkahrsmstitute. Aendenmetn ooibehoJtcn.— Eintritt frei Es empfiehlt sieh. Schreibzeug. Papier. Bleistift und Lineal mitznhringeu. Wir bitten die Arbeiter, insbesondere die Vertranenslente, umVahlreiehen Besuch. Diejenigen. welche den ganzen Kursus unenigelt. lieh zu belegen wünschen, werden um Mitteilung ihrer Adresse gebeten. Wegen der übermäßig hohen Zahl der Teilnehmer sind wir genfitigt die Vorträge n. Es finden nunmehr an jedem Abend zwei gleiche Vorträge statt; der erste von 6 bis Vi Uhr. der zweite(Wiederholung) von 7h bis 10 Uhr. Die Teilnehmer, denen der zu teilen Besuch des ersten Vortrages schon möglich ist, werden im Interesse deijenigen Besucher. die erst zum zweiten Vortrag kommen können, dringend gebeten, schon um 6 Uhr lerster Vortragt zu erscheinen. Um Störungen während des Vortrages TO vermeiden, bitten wir um pünktliches Erscheinen. „Aulbau und Werden". gTr'ffn w Schwarzer Kater Schaubühne Moritzplatz (früher Bucsenhacca) Das Riesen-Oktober- Variets-Programm Sonn»«nd Feiertags? � Vorstellunsen 3 Lihr nachmittags und 8 Uhr abends Naclimittacs kleine Preise Vorverkauf Sonntass zwischen 12-2 Uhr an der Tageskasse ☆ cgi S�esiaSbefeandiimg# ClSJf AICCAV# Invalidenstr. 147 ■ WSSaSStSrSf l. Etage, Ecke Bergstr. 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Eine zweite deutschnationat« Entschließung fordert Erhöhung der Gebührnisse für Offiziere, lfnteroffi- Z cre und Mannschaften, ausreichende Versorgung mit Kleidern und Schuhen, Auszahlung van Entschuldungsgeldern und bc- sch.eun'gte Nachzahlung der Ecbühruisse au die aus der Gesangen- schaft zurückkehrenden Offiziere, Unteroffiziere und Mannschaften. Abg. Marehiioußt. Das„Deuts che Wochenblatt' ist verboien worden, lveil e» aufgefordert haben soll, die Juden«ruf der Straße tot- zuschlagen. Ter Minister hat mir die Stelle, wo das stehen soll, nicht zeigen können. Ein Blatt ist Verbote,, worden, weil in einem ZeitungSinserat in ihr Gummiknüppel angepriesen und ihr? Anwendung empfohlen wurde. Dabei werden doch auch bei der Reichswehr Gummiknüppel angewandt. Anstatt daß Sie, Herr Minister, anderen Leuten da» Totschlagen vorwerfen, schlagen Sie die freie Meinung nicht selber mit einem Gummiknüppel tot!(Sehr gut rechts.) Auch das Verbot der „Deutschen Zeitung" wegen des Artikels„Wie lauge noch?" ist unerhört. In dem Artikel wird nur der Rücktritt der Männer gefordert, die dem deutschen Volk« Versprechungen ge- macht haben, die sie nicht hakten konnten, resp. nicht gehalten haben. Die neue Verfassung verbürgt jedem Deutschen das Recht der freien Meinungsäußerung Niemand darf ibn daran hindern. Zu diesem. Niemand" gehören auch Sie, Herr Neichswehrminister. Sie handeln eben nack dem Grundsatz: Macht vor Recfitl(Stürmisches Gelächter bei den Soz. und den Mchrbeüsparteien.) Kein Kaiser und kein König ist zu irgendeiner Zeit so absolut auf» getreten wie Sie. Sie kümmern sich den Teufel um den Paria- mentariSmus.(Andauernder Beifall rechts, große Unruhe links.) Ein Mann, der wie Sie Jahrzehnte hindurch da; Vertrauen zur Armee unterwühlt Hot, steht nicht an seinem richligen Posten. (Stürmischer Widerspruch und Zischen links, Beifall rechts.) Neichswehrminister Noske: Die Ausführungen des Abg. v Gräfe haben der schweren polt- tischen und finanziellen Lage des Reiches nicht Rechnung getragen. Was er trieb, war Selbstmordpolitik.(Sehr richtig! lims.) Unser Volk ist in allen seinen Teilen ehrenvoll aus dem Kampfe gegen fast die ganze Welt hervorgegangen.(Beifall.) ES besteht Soff- nung, daß die Schwierigkeiten im Balt'kum überwunden werden. Leider kann die Eisenbahnverwaltung in Ostpreußen täglich nur zwei Züge aus dem Baltikum aufnehmen. Ob wir den Ab- tranSport über See ausführen können, hängt von der Entente ab. Nichtswürdig ist die Behauptung, daß wir die berechtigten Forde- rungen der Reichswehr nicht erfüllten. Der Marinee'at ist schon auf 15 000 Mann heruntevgeibvacht. Dagegen ist die Verringerung des Heere? nicht in dem Tempo erfolgt, wir wir eS geplant hatten. Bei der Auswahl der Osstz er« wird nicht nach der politischen Zugehörigkeit gefragt. In der M-ri-ne sind 50 Prozent aller Ofsizierstellen Anirehörngen des Mamrschist»staudeS vorbehalten.(Beifall KukS.) NalürKch muß für ein« auSrdchieri,de Bezahlung vövge'orzt werden. Je not- wendiger wir die Reichswehr bveuchsn, desto weniger darf man sie zum Parieigezänk machen. Von links wird sie b«- geifert, von recht» unterwühlt oder umworden. In der Arbeiterschaft herrscht die B-siirchdng, sie könne« ein Werkzeug der Gegenrevolution werten. Das xsugt von geringem vertrauen zur eigenen Kraft. Was detS Verbot der„Deutschen Zeiung" anlangt, t«i ststgestellt. daß sie mit einem solchen Maß von Geschmacklosigkeit in der Kritik vorgegangen ist, wie«S nie- malS früher von der Genenseite geschehen ist. Dazu kommt, daß das Verhalten der„Deutschen Zeitung" auch noch illoyal ist: in Weimar haiten auch die Vertreter der rechlSstehsnden Parteien er- klärt, daß sie den Anhängern der Un erze chnung die Ehrlichkeit der Ueberzeugunig und den besten Willen nicht absprechen wollten. Dieser Abmachung entgegen und gegen alle Loyalität und An- zu einem„Tank". Ein„Tank" war ein Stockweick dieses vierstöckigen Kastens; auf jader Seite befand sich ein Dutzend Vergilterter Zellen, deren jede vier Pritschen hatte; es konnten also in einem Tank sechsundneunzig Menschen zusammengepfercht werden; doch pflegte dies nur an den Montagmorgen vorznkomnren, wenn alle betrunkenen Ruhe- störer sich hier befanden, bevor sie abgeurteilt wurden. Lag man etliche Minuten auf der Pritsche oder lehnte man sich gegen die Mauer der Tanks, so empfand man gleich darauf ein unangenehmes stechendes Gefühl. Man reibt und kratzt sich bald am ganzen Körper, und der Nachbar schaut grinsend zu:„Kittchen— Bienen" sagt er vergnügt und rät, den Nock auszuziehen und sich der hier so beliebten Jagd zu ergeben. Jimmie entsann sich, daß ein Redner einmal das Stodtgefängnis„das Leesviller Läusegestüt" genannt hatte. Damals dünkte ihn dies ein guter Witz, heute sah er die Sache anders an. Im Gcrichtssaal als Held und Märtyrer zu stehen, war ichön und erhebend. Nun jedoch entdeckte Jimmie, wie dies so manchem Unglücklichen geschehen, daß cS gar nicht so angenehm ist, ein Märtyrer zu sein. Hier gab es keinen Heldenmut, keinen anfeuernden Gesang. Summte man vor sich hin, so wurde man cmS der Zelle geholt und in ein dunk- lcs Loch.„Der Kühlraum" genannt, geworfen. Die Zelle war lichtlos, man konnte nicht einmal lesen. Anscheinend gestatteten die Autoritäten von LeeSville bloß die„Bienen- iagd", das Rauchen und das Bekanntwerden mit interessan- tcn jungen Verbrechern, damit man sich, aus dem Gefängnis entlassen, für den Berns des Straßenräubers. Kassendiebes, Fälschers oder Einbrechers entscheiden könne. �Jimmie Higgins freilich brachte eine andere Rtmo- sphäre ins Gefängnis mit. Jimmie konnte seine Arbeit ebenso gut im Gefängnis wie anderswo tun. Bis auf das Un- geziefer, die Diät von Brot, wässerigen Kaffee und fetter, übelriechender Suppe und den Sorgen um seine hilflose, vei-lassenc Familie fühlte er sich völlig glücklich, freundete sich mit Taschendieben und Landstreichern an, denen er die revolutionäre Philosophie erläuterte. Ein Mensch, der allein auf eigene Faust die soziale Ungerechtigkeit aus der Welt schaffen wollte, konnte nicht weit kommen. Bloß wenn er sich als Glied einer Klasse fühlte, als Klasse auftrat, als Klasse handelte, durfte er auf ein Ergebnis rechnen. Dies hatten etliche Arbeiter entdeckt und wollten?s ihren Kam». roden beibringen. Sie trugen die HeilSbolschaf sogar ins Gefängnis, wiesen auf die Vision einer neuen, gerechten und gütigen Welt, auf den Jtoßpmlive» Gemeinstaat dej Prolft», kommkaz. 33. Mlm IM [tenvigkeit hat dag Watt sich erdreistet, einen so ehrenhaficit Wann wie den RetchSpvästdenlen in nichtswürdigster Weise l.evun erzuveißen.(Sehr rchlig! liinks, Unruhe rechts.) A6et deshslv bin ich nicht gegen dös Blatt vorgegangen, sondern weil es in gefährlicher Weise versucht hat, baS leefüge der Truppe zu lockern und zur Aus lehnung gegen den Reichspräsidenten und die Regierung aufzurufen.(Hört! Hört ttn?S. Widerspruch recht».) Soin-erzeit hat der Hsuptvorstand der Deutschna-. oncllen Volks- raren erklärt, ich hätte mich geirvt, er hätte m t der bekannten, in der Druckerei der»Deutschen Tageszeitung" hergestellten Broschüre nichts zu tun. Herr von Gras« sägte hinzu, der Bejieller wäre dem Hauptvorstand uubekannt Jetzt ist der Besteller bekannt.(Hört! Hörtl links.) Es ist der Generallandschastsdircktor Dr Kapp.(SiärmischeS Hört! Hör,! IitnCS und im Zentrum, Lärm rechts.) In der jetzigen Lage kenn man mit sentimentaler EiefühlSduselei keine Politik machen. Das Reich ist mehr bedroht als je im Kriege. Deutschland bkutet an» tausend Wunden, aber«s lebt. Wer das Reich gefährde', ist als Schädling zu bekämpfen.(Lebhafter Beifall bat der Mehrheit, Lärm rechts.,) Ich habe jetzt einen Befehl unterzeichnet, in dein zum AnSdruck gebracht wird: Je geringer die Truppe ist. um sa schärfer wird zugefaßt(Lebhafter Beifall.) Wenn es gilt, ein Volk von 60 Millionen zu retten, so können auch Späne fliegen. wenn e» nichi anders' geht.(Lebhafter Be fall bei der Mehrheit Zischen rechts.) Reichsminister Dr. David: Wenn man Herrn von Gräfe ge- hört hat, so weiß man, weshalb da» deutsche Volk in ein so entsetz» liche» Unglück hineingekommen ist. Diese Leute haben die Einheit zermürbt, indem sie jeden als ValerlandSverräter hinstellten, der vom Verteidigungskrieg sprach, der«ine Verständigung wollte. Ihr Ziel ging auf Machterweiternng und Eroberungen hinaus.(Wg. Mumm(Dnat.): Wer hat das gewollt? Große Unruhe links und Zurufe: Sie selbst.) Sie, Herr Mumm, sind hinter der Front umhergereist und haben für die Verlängerung beb Krieges gewirkt. Damit haben Sie die Front in der Heimat »nd draußen durchbrochen.(Zuruf: VaterlandSparteN) Gleich« zeitio haben Sie dafür gesorgt, daß aus dem europäischen Krieg ein Weltkrieg wurde; Sie haben uns Amerika auf den Hals gehetzt Herr von Gräfe war damals der lauteste Schreier.(Sehr richtig! links.) Erst nach dem völligen militärischen Zusammenbruch ver» Imigtsn Sie auf einmal den Waffenstillstand innerhalb 48 Slun» den. Nur um noch zu retten, was zu retten war. traten wir da- malS in die Regierung ein. Ein Generaloberst schlug mir damals vor, eine Massenerhebung des ganzen Volkes hervorzurufen. Er glaubte aber auch, daß wir dann nur noch vier bis fünf Wochen aushalten könnten. Auf meine Frage, ob er glauöe, daß die politische Situation dann eine bessere sei, blieb er mir die An wort schuldig. Und diese unieve Lage soll die Entente nicht gekannt haben?(Bewegung.) Die deutsche Niederlage als eine Folae der Revolution hinzustellen, ist also eine grobe Entstellung der Wahrheit, eine Beschimpfung unseres Volkes und Heeres. Der Redner wendet sich oegen die Ausführungen des Abg. Gräfe, der jetzt die PNiinner bekämpft, die den Frieden unterschreiben mußten. Sie (nach rechts) wollen die Revolution von links und dann kommt die Reaktion von rechte, wie in Ungarn. Resten kann uns nnr da» Znsammmenstehen aller Parteien auf der großen einheitlichen Linie; halten wir zusammen, dann sind wir stark genug, her Ge- fahr von rechts und link» zum Trotz den Wiederaufbau unsere» Vaterlandes zu fördern.(Lebhafter Beifall.) Abg. Dr Haas(Dem.): Der unbeschränkte U-Boot-Krieg und der Krieg mit Amerika hoben un« die Niederlag« gebracht. ES ist unerhört, wie Ludendortt durch seine Artikel in der Reichswehr hebt. Es gibt jetzt gar leine anders Möglichkeit, unseren Staat lind unser Volk zu retten, alz diesen Staat, den wir jetzt haben, möglichst stark zu erhalten. Abg. Koenen(ll. Soz.): Wenn die Reaktion wieder so dreiste Reden hält, wie wir eS vom Abg. Gräfe erlebt hab"n, so sind das die Produkte der Ver» Hältnisse, die Herr No?ke geschaffen hat. Die RechtS'ozidisten haben.genau so viel Schuld an der Verlängerung de» Krieges wie die nationalen Parleien. Nur unsere Partei hat vom ersten Tage an die KnegSpaiitik bekämpft. Bei 204 Milliarden Mark Schulden hält man es für zulässig, jetzt für die Reichswehr mehr als eine Milliarde monatlich auszusetzen. Der Militarismus tanatS, in dem jedermann ein Recht auf seine Erzeugnisse haben und keiner seinen Mitmenschen ausbeuten wird. VII. Drei Tage verflossen, am Nachmittag deS vierten wurde Jimmie inS Besuchzimmer gerufen. Cr erriet, wer der Be- such sei. imd begab sich klopfenden Herzens hinunter. Durch das Drahtnetz sah er Lizzie, angstvoll die Hände zusammen- gepreßt, mit tränen iiberftrömtem Gesicht. Arme Lizzie, mit ihren drei kleinen Kindern, ihrer schlichten, alltäglichen, un- revolutionären Auffassung, der das Gefängnis Schmach und Schande, nicht Prüfstein der Mannheit, Ehrenmal deuchte! Jimmie schnürte sich die Kehle zusammen, er hätte das ver- dämmte Drahtnetz herunterreißen rnid das liebe, mütterliche Geschöpf in die Arme ziehen mögen. So vermochte er bloß etwas verzerrt zu lächeln. Freilich gebe eS ihm aut, um nichts in der Welt hätte er diese Erfahrung missen mögen. Er habe den„einäugigen Mike" zum Sozialismus bekehrt, und Pete Curley, ein gewandter Lodeudieb,, hatle versprochen, die Flugsck?nft«Krieg, wofür?!" zu lesen. DaS einzige, ihm Sorgen verursache, sei die Fami- sie. Er wußte, daß sie nichts im Hause habe, und der arme Meißnn könne nicht noch vier hungrig: Mündsr ernähren. Lizzie jedoch zwang ebenfalls ein Läch?ln auf ihr Gesicht und versicherte, alles sei in Ordnung, er brauche sich keine Sorgen zu machen. Erstens habe ihx Genosse Dr. Service ein Blatt Papier geschickt, dies hieße cm Scheck, und der Krämer hat eS für fünf Dollar eingetauscht. Ausserdem wolle sie ibm ein Geheimnis verraten— sie lrbe ohne sein Wissen etwas Geld zurückgelegt.„Ich wußte sa"," flüsterte sie errötend,„daß du streiken würdest, deshalb habe ich einiges erspart." „Wie hast du daS gemacht?" rief Jimmie verblüfft, denn er vermeinte alle häuslichen Ausgaben zu kennen. llnd Lizzie erklärte..Er hatte sich eine Verschwendung geleistet und ihr Geld für ein neues Kleid gerben, ein primkvolkes. bnntes Gewand, das wie Seide aussah. Lizzie hatte mm erzählt, es koste fünfzehn Dcllvrs, nnd er, der Dumnikovt, war darauf hervirrgesallen. In Wirklichkeit hatte sie eS Mr drei Dollars in einem Laden für abgetragene Kleider erstanden und zwölf Dollars für den drohenden Streik beiseite gelegt. Kopfschüttelnd, philosophierend kehrte Jimmie in seinen Tank zurück.„Diese Frauen! Sie sind nicht unter- zukriegen!" .. laug» ftyttmmer eis]e an dem Start Des Corres, an atmnajcn Siellcn clautt nun, die sWMkin« Dienstpflicht bestehe.immer . noch. Auf die Beschwerde eines Vaters erllärte ein General« kommando, der Sahn könne noch nicht entlassen wer- den weil er seiner Dienstpflicht noch nichtie Anarchie unter der Diktatur NoSke. In der französischen Kammer haben unsere Genossen offen ausgesprochen, dost da? deutsche Neichsivehrmimstmum gemeinsam mit den französischen Militaristen und Imperialisten die Kämpfe im Baltikum sübrt. lHeitepkeit, die Minister NoSke und Reinhard lachen.) ES tvurde auch festgestellt, dast bOW Maschinengewehre Erzbcrger auf seinen Wunsch zu dem Zweck überlassen worden seien, um gegen die Revolution gebraucht zu werden. Um die Verfügungen des WchrministerS kümmert sich kein Mensch mehr; das beweisen di« Fälle von der Goltz und Oberst Reinhardt. Hauptmann von Pflugk-Hartung, der im Lieb- knecht-Prozeh eine Rolle gespielt hat, ist immer noch im Dienst. Und andere Mörder sind zu Lffizierrn befördert worden. Dir List« der»och im Dienste befindlichen Generäle enthält fast aus- schliehlich feudale Namen. Wenn ein Hohenzrller oder Wittels- bacher eines TagaS wieder erscheint und Herrn Noske absetzt, so hat er sofort wieder einen fertigen Apparat, denn diese Herren werden sich ihnen mit der gröstlen Liebe zur Verfügung stellen. Der Major von G i l s a ist immer noch die rechte Hand de? Ministers;«r bat eS noch mcht für nötig gehalten, einen Offizier aus seinen Kreise» an seine Stelle zu setzen. Das Streikrecht, das beiligste Gut, daö wir habe», wollen die reakfivntiren Gcnertite dem Proletariat nehme«. Und wie die Glieder so da» Hpunt. Nach der Verfassung darf die verhängung des Belazrrungszuftand? s Utch das Eingreifen des Militär? nur- im E-invernrhmrn de» Zivilbchärden durchgeführt werden. Die MiiilärS fetze» sich a&x i« Mitteldeutschland, wo Unabhängige die Kreisbcyörden veherr» schen, über diese Btsstimmung in der unerhörtesten Weis« hinweg. Wir verlangen Aufhebung des Verbotes der„Republik". dcL OrgancS der Arbeiterrätc. Der„Vorwärts" hat ebenfalls alles zurückgenommen, was.er seinerzeit.gegen den Genossen Herzog vorgebracht hat. Wir sind mit den Demschnationalen einig, dag die ZeitungSzonsur aufgehoben werden muß. Ich frage d e Regierung, ob eS richtig ist, daß für den S. Niweiilber besondere Ve- stimmungen erlassen worden sind. Dieser Revolutionsiag ist für UN? schon lange kein- Feiertag mehr. In Königsteil! ist der Hungerstreik ausgebrochen. Tic(zur Rechten) brauchen«ine Ar- mce für die Nevanckw. Wir dulden nicht, daß auf diese Weist' Tieuergetder vergeudet werden. Zwischen Noske und Wilhelm sind sehr große Aehnlichkciten. Wir haben 1L7b.71 23 000 Tote gehabt, wenn eS unL nicht gelingt, die Massen im Zaum zu halte», dann wird diese Zahl im inner«,, Krieg brnd überschritten fein. ES führt keine Brück« von den Rech.'Ssozialisten mehr au uns. (Zischen bei der Mehrheit, Beifall bei den. U. Soz.) NcichSwehrministcr Noske: Wem sich ist.« Unabhängigen über Gewalt beklagen, so wirkt dos immer kmcksch. An BerAn hat im Elefängnis ein Mann fünf Tage lang gehungert. Er Hai«S glänzend überstanden, denn nachts aß er Tchakofade.(Stürmische Heiterkeit.) Die Amueis.'.iiH, daß Ochutzhäfit.nge auch mit ihren Berteiidigern nur in AnwssenHeit eines Bsvnten fprechvn dürfen, :st darauf zurückzuführen, daß bei«!N«M Dchutzhaf.ling ein Kassiber gefunden murde, auf dem stand: Gib dsm Bertvidiger ruhig den Brief mit, er ist absolut sicher.(Hört! Hört!) Die Fvag«, vb ich iwit den französischen Gm-e raten Dueiont und Noulens eine» gsheimen Rat für, den Krieg in Kurland bilde, erinnert an das Wort, daß jemand mestr wagen kam».«ck> hundert Geschalte zu leantwvrien verwögen.(Hoi-eve Zustinmnung.) Viel- leicht ist nach Herrn Kosnen der ganze Friedensvertrag nur ein Schc-iimanöve-r. Die französischen Sozialisten greifen jeden Unstnu auf, den die deutschen Unabhängigen verzapfen. Die Zahl der Opfer de« Bürgerkrieges ist entsetzlich hoch. Tor Vorredner hat aber toll übertrieben. Für München beirägt die Zahl 600 bis 700, für Berlin in der Mörz- Woche etwa 1200. Aber haben wir etwa angefangen? Wir haben nur abgewehrt.« Ich werde nie vergessen, was ich als Abgeordneter gesagt habe. Aber es be steht ein Unterschied zwischen damals und heute. Bon einer Umgehung de? Friedens- dertrageZ kann keine Rede lein. Die Zeitfreiwilligen sind eme Art Feuerwehr zur Löschung des Brandes im Innern.(Zuruf bei den 11. Svz.: Sie schießen! Feuerwehr mit Maschin uzewehren.) Die französischen Sozialisten haben uns während des Krieges empfohlen, Revolution zu machen, dann würden wir«inen billigen Frieden bekommen. Jetzt sagen sie: Deutschland müsse entwaffnet werden, dann würden sie folgen. Den bissigen Frieden haben wir nicht bekommen, und ich fürchte, wir werden die Entwafsuung auch nicht bekommen.(Sehr richtig!) Die Reichswehr muß ein be- dingungslaseZ Werkzeug in der Hgnh her Regierung sein.(Sehr richtig! Lärm bei den u. Soz.) Präsident Febrenbach: Der Neichswehvmimster haü von nichtswnrdl»er Denunziation gesprochen. Wem er das mit Bezug auf ein MitgSisd des HaufeS gesagt hat, so mutz ich es als un» gehörig nu»en. Das Gchalt des ReichswehrmiMers wird herauf gegen die Stimmen der Unabhängigen und einiger Deutschnationaler be- wiMgt. Abg. Liibe(Soz.): Die Entschließung AvnstM und Genossen. der Oberbefehlshaber solle bei der Verhangung de? Belaaeru-naS- zuftowdes»n-parteiisch und mir nach sachtichen Rücksichten verfahren, halten wir für überflsifsig und felhstuerftänd(ich. Die Sozialdemo kraÄe ist grundsätzliche Gegnerin de? Belage rungS- zustandes, sie verlangt seine Aufhebung, wenn auf die Au wen- dung von Geroast zur Erreichung postitischcr Ziele, sei es van rechts oder von linfs, verzichtet wird. Der drutkchnativnale Antrag wird darauf abgelehn»� Die Ent'chließuing des Ausschusses über die Besserstellung der Reichswehr wird angenommen. Damit ist der HoereSetat erledigt. Beim HauShM für das Reichsmiilitärgerich' teste ReichSwehrmmifter 9t■ 3fc mit, daß em Gesetzentwurf über die Aufhebung dxr Militärgerichtsbarkeit dem Hau'-? nach den Ferien zugehen fall. Es folgt dami die Beratung deS SssarinretatS. Nach weiteren Ausführungen der Abgg. Bruckhoff(Dem.). Andrä(Zentr.) und Oberfohren(Dnat.) gedenkt Vize. admiral v. Trotha der gefallenen Seeleu'e und verspr'cht, daß in der neuen Marine der Mensch zur Geltung kommen solle. Nach kurzer Aussprache wird der Etat angenommen Ebenso die Eta's für den Reichstag, den Rechnungshof, die ReichSdruckerei, die Reichsschuid und dje allgemeine Finanz- - Verwaltung. Damit ist die zweite Lesung des Haushaltsplans be- endigt. Das Haus vertatst sich. Donnerstag SVi Uhr: Branntwein- Monopol und dritte Lesung des EtqtS, i?. vmanmag ses vrime» J«e«- «lbkifer-LerdmiSes. 1 Verhandlungstag. Bremen, den 27. Oktober 1S10. Heut« begann hier der vom VertröndSvorsitzenden Deich, mann mit einer Begrüßungsansprache eröffnete 17. Verbandstag de? Deutschen Tabakacoeller-VepbaudeS, an dem u. a. auch Gäsie aus Dänemark anwesend sind. Zur Leitung des BerbandztageS werden S Vorsitzende: De: ch m a n n-Bremen, F r a n z- Dresden. L a n g e- Hanchurg und 6 Schriftführer gewählt. Des weiteren wurden die Statuten- beratungS-, MandatprüfungS. und Bi.schwer.dekomn'isjion ge- wählt.— Die Zahlstelle Gießen beantragt:„Die„Banderolen- steuer ist als besonderer Punkt auf die Dagesordmrna zu setzen, ebenfalls das RAsshstem." De ich man:, erklärt, die Bant«- vo leusteuer mn Ceschäftsbericht balzend ela zu wollen, womit der Antrag erledigt ist. Die Frage„Wiederaufbau des Wirtschafts- lebenS und das Rätesystem" wird als 6. Punkt auf die TageS- Ordnung gefetzt, Es wird zum Punkt GefchäfiSbericht und zum Punkt 5 beantragt, je einen Korrefeventen zu steifen. Für Punkt b wird Müller-BorÄn in Bor Mag gebracht. Der Korreferent zum Geschäftsbericht wird abgelehnt und zum Bor- schlag Müller als Korreferent zum h. Punkt bemerkt Deich- mann, daß hieifür nur Verbandsmitglieder in Frage kämen. Etwa ohne Erlaubnis an der Sitzung Teilnehmend- müßten sich entfernen. Mit diesen Abänderungen wird die Geschäftsordnung genehmigt. Das Wort erhält Deich mal nn zum Vorstandsbcricht: Wenn wir die Interessen der Kollegenschaft wirksam vertreten wollen, müssen die Berufskollegen möglichst alle organisiert sein, finanzielle Mittel zum Kampf müssen genügend vorhanden sein und die Solldaritäi unter der Kollegenschaft mustergültig aus- gebaut sein. Die Splidariiäi unter den deutschen Tahalarbeitern kann nicht als schlecht dezeichnet werden, und würde eS sich nur um die Solidarität handeln, dann hätten die Tahakarbeiter gläu- zende Siege errungen. Wegen der niedrigen Beiträge stand es milden Mitteln nicht ,0 gut. Wir müssen auf die Einbringung großer Mittel in Zukunft größeren Wort legen. Nach ben vielen not- wendigen Ausgaben blieb am Schi-ß i»;« zweiten Quartals 11)14 ein Bestans pon 30 KXi M., das ist pro Mitglied t M. Das gilt es bei aller Kritik beim Verbandkvorsiand zu berücksichtigen. Inzwischen ist unser Bestand auf 1200 000 M gestiegen. Dory was ist das angesichts der Entwertung de? Geldes. Mit dem Qrgaüisations- bestand war es ebenfalls nicht günstig. Bei Ausbruch de? Krieges hatten wir einen starken Rückschlag, doch gegenwärtig steht es wie- der besser. Die Zahl unserer Mitglieder ist auf über 60 000 ge- stiegen, davon mehr als 44 000 weibliche. Diese Zahlen sind im Verhältnis zu denen der in der Tabakindustrie Beschäftigten (00 000- 03 000) zufriedenstellend zu nennen. Redner rechtferügt die Aufhehung der Verbandsunterstützung zu Beginn deS Krieges. Neben der GcwerksihaftSarbeit müßten wir uns polinsch betätigen, besonders in Gemeinden, erst dadurch svürde daS Elend behoben «erden können, Die Tabaksteuer«sei nicht mehr zu umgehen ge- Wesen und eS kam nur darauf an, sie in einer sozial gerechten Form einzuführen, wqs bei der Banderolcnsieuer der Fall sei. Dadurch ist dem geradezu grenzenlosen Wucher Einhalt getan worden. (Widerspruch bei einigen Delegierten.) Aus diesem Grunde sind wix für die schnelle Einführung der Bandcrolensteucr. Dem all- gemeinen Wucher ist nur zu begegnen, wenn Lebensmittel ge- lingenh auf den Markt kommen und der Fels dazu ist die Arbeit. (Zuruf: Aber für alle!) Desgleichen haben wir den Schutzzoll im Interesse der deutschen Tabakarbeiter geschaffen. Wenn Sie schon mit der Kritik heranrücken, verdient der Vorstand gewiß auch einige Worte der Anerkennung. Niederweller. Hamburg ergänzt de« gedruckt vorliegen- de?: Kassenbericht.— Nachdem Schöne- Hamburg für'den AuS- schuß berichtet hat, trift hie Mittagspause ein. Nachmittag» sitzung. Als erster Redner erhäft Fensen, Kopenhagen, das Wort; er erklärt, daß di« dänischen Kollegen gekommen seien, um zu zeigen, daß nichit der gerinaste Haß gegen die deutschen Brüder trotz de» Krieges bestehe. Jensen schilfert dann, wie auch die dänische,? Kollegen unter den Erschwerungen der KriegSvevhältnisse hätten leiden müssen. Bu chtho'z, Leipzig: W.r haben das Ge- iiihl, daß unsere Bewegung nichts als eine Lohnpolitik treibt. Wenn dies« nun aber scheuert, dann scheitert damit die ganze Anregung überhaupt. Unserer Organisation fehlt vor allen Dingen der Kampfcharakter und e» genügt nicht, nur die Mittel zum Kampf zu bewilligen, es muß auch der Kampf für die Zu- isiuift fesigelezt werden. Daß man dem wirtschaftliche?. Burg- frieden zustimmt, ist entschieden ein Mißgriff. Redner hält Dsich* mann vor daß«x Mitglied der internationalen Tabakarbeiter- Gewerkschaft ist und trotzdem für die Kriegskredite gestimmt hat. Kiel, Großen, bemängelt, tqß der von der Minbener Zentrale verwaltete. Reich»unt«rsjützimgSsondS für die Tabakavbeiter (44 Millionen Mark) nicht angegriffen wird. Er fordert, daß man mit den Christlichen und Hirfch-Dunckern n.nht mehr zu- fflinmenarbefte, syudern sie scharf bekämpfe und wendet sich zum Schluß gegen die Tabaksteuern. Man könne bei den Besidenideg noch ausgiebigere Steuerquellen ausfindig machen. Kohl» mann kritisiert, daß man der Opposition durch kllllehnuug des Korreferenten zum Geschäftsbericht, des Reckt jrro'�ikpjer Kritik geraubt habe. Durch die elenden Verhältnisse wurden die Massen oppositionell� der nä.hste Kongvtzß werde ein anuere» Bild wie der jetzige zeigen. Deichmapn muffe m-!. sein« Zustim-.ung zur Vanperolensteuer in der Nationalversammlung zum Vorwurf machen- Baumhardt verurteilt die bei Kriegsausbruch vorn Vorstand getroffenen Maßnahmen betreffs Aufhebung der Mitgliederrmterftützung. Schlüter. Gauleiter, erkört, ihm sei besannt, haß Reichmann seit dep Zeit seines Senatore'iamies in Bremen vom Verband kein�Gehaft heztrg und feine Tätigkeit für diesen ehvenainftich ausübte. Für die Baiw-rolensi-uer seien die M. Z. im Interesse der Tabak: ntnistrw eing-rretm. Gehe es der Tabaklndustwe gut, w geht es auch den Tabakarbeitern gut. Die U. S.P. habe bei Bevatnwg der Steuer d?n Schuh- macher Simon vorgeschickt.� Blaßmeher, Osnabrück: De ge- sch.lderten traurige?: Verhältnisse her Tabakarbeiler müßten mit allen Mitleln schienniast gebessert werden.. Deichmann habe'or Jabren noch die Barcherolensieuer für ein Verbrechen erkichrt— henP trete er warm dafür ein. Bergt holz, Leipzig: Der Krieg hat die Arbeiterschaft vor den Wagen des Lmperalism-u? gespannt, wozu dle Politik der Gewerkschaften (Lnseiidorff-Spendc. Hilfsdienstgesetz) wichst wenig betgrtrag.-ii hat. Unser Organ ist heute'chon so weit hevuvtergekommen, laß es für di« Tabaksteuer 4000, für die«rbattsgemoinsthaft 2600 und für das Räte sdstem— qanze 150 Zeilen bereitstellt. Der.Tabat- arbeitec" sollte bahnbrechend füt� das Nnteshstem und für die Freuenaufklärung wirken. Die Frmren will man nicht wach den Leistungen entlohnen, sondern will sie b.lljg apswutzen. In der Verbandstaktik ist die. Revokation und e rück« sichtigt geblieben; statt die Tabakrndustrje zu stuies'sseren, bewilligt man die Banderolensteue!. Es ist nicht Bufgatze des Verbandes, die Brücke zwifchm KiWitast und Arbeit zu schlngsn.— Am b o ß»B rti-n: Nach DeichmannS Ausführungen war die Politik des Verbände» gut, und soll auch iveitecge führt werden; damit beweist her Vorsiand, daß er die Fühlung mit den Massen verloren ha', waS allein auS dem Eintreten für den Beloveoungs- zustand erhellt.— K ö b e r l e n- Würzburg- Deichmann und «chliiter hätten für ihre Täti.g'eit� bei der Banderolensteuer besser im Lant« Aufklärung verbreiten sollen. 1816 schon hätten böbere prvzeatu.Ä« Zusagen verlangt werden müssen, da die Arbeiter viele ryrt» bei 36stü?chiger Arbeitszeit nicht in der Lage find, ihre zu e. inripvon. zwrr rnievurm?enne Gewerk- Schaft gegeben hat, die ohne Hilfsdienügesetz den Bavzsrieden ge» wahrt habe, so mar e» gevade diese n-ige der T-rbakavoeiter. Hilsts- dienstg.setz und Burgfriede hoben uns in unserem Kampfe durchaus»ich; gehindert. Bei der Sozia' isie eranHsfra« müsse darauf Bedacht genommen werden, od die Betriebe sich zur Berftaat» iichung eignen. Bei Kleinbetrieben müsse man bamft occhnen, daß die Aubeiter brotlos werden, und das dürste n.cht geschehen. Selbst eine andeve Regierung könne hier, wie auch � B. bei der BtenQp.-sisieriina der Z'gu relteni ndustr ie, lsicht über gew'sse Grvnzen b non». 2. Verhandlungstag. � Bremen, den 2S. Okiskec 1818. E i ch:l»he i m er, Holland, übermittelt He berzbichften Grüße seiner holländ.scben Kollegen und spricht über den unheil- vollen Einfluß des Krieges auf die holländische Tabakindustrie. Von 22 000 Mitgliedern seien 17 000 arbe-tSlo» geivvrden. D«i Krieg habe uns das Zusammeuhn ten des Kapitalismus der gan- Zcn Welt gezeigt, um das Proleturiat griederzudrückcn. Demgegenüber müsse auch das gesamte Proletariat der ganzen Welt zusam- menstehen, um den Kapitalismus zu beseitigen.— Rosenthal. Berlin: Die Opposition wolle nicht nur krnisrren, sondern andern und helfen, den Schneckengaug der Bürokratie zu beseitigen. Der „Babakarbeiter" sei heute das schlechteste Gtivcrkschaftsrrgan, während es früher das beste war.— Kukowitzri, Dahme, gibt die Erklärung ab, daß sämtliche Zahl st el- ien der Niederlausitz fichcnit der Taktik MS Vorstandes weder zufrieden gehen können noch werden.— Niendorf, Redakteur des„Daibakarbefters". ver- wahrt sich gegen die gegen den ,.T«kiastarbeiler' echoibeM» Vor- würfe..Das Organ wäre früher wicht auf der Höhe gewesen, ei habe wicht tief genug geschöpft.— Aster, Bi>schosSw«rda. wiss den Borstand nicht verurteilen, ist aber mit der allgemeinen Lau- heit bei seinen Handlungen nicht zufriebeu.—- B e r gh o l z, Leipzig, polemisiert nochmals gegen die Haltung des Vorstände» und verurteilt es scharf, daß dieser dem.Freiheitsbund für» Vaterland" beigetreten ist und dafür pro Mitglied 20 Pf. Beitrag bezahlt hol.— Fuchs, Hamburg führt die schlechten wirtschaftlichen Verhält.isse her Tabakarbciter auf die organisa» tori sitzen Zustände des Verbandes zurück, die noch weit mehr au»- gebaut werden müßten, um den Kampf auf der ganzen Lim» aufnehmen zu können.— Franz, Dresden, wendet sich««ge» Bergholz und verurteilt die verschiedenartige Taitit der Lcipzt- ger Kollegen. Er hält die Tätigkeit des Vorssiandes für richtig urJ) meint, alle gegen diese gerichteten Vorwürfe fallen auf di« Kollegenschaft zurück. Das Hilfssienslgesctz habe er begrüßt, da et für die Kollegen viel Gutes bracht«.— K l e m« ye r- Enger: Wären die Verhältnisse so, wie sie von der Opposition geschildert sind, würde ich deren erster Mann sein. Aber wie die Dinge lagen, konnte der Vorstand gar nicht anders handeln.— K r o h n. Vor- standsmitglied: Die Lohnpolitik des Vorstände» ist durchaus ein- wandsfrei gewesen, und hätte dieser VerbandStag vor einem Jahr getagt, so war« keine Opposition für eine Lohnbewegung vorhanden gewesen. Den Rut dazu haben die Kollegen erst nach der R«, Volution aufgebracht, als keine Gefahr mehr vorhanden war.(Zustimmung und M�°rspruch.) Redner stellt fest, daß der Vorstand bei Kriegsausbruch 60 Prozent aller Einnahmen für Unterstützung verausgabt hat.— Metzger. Oppenheim fragt an, ob es wahr ist, daß Dcichmann auf hg» Drängen der Christlichen, die allgemeine wirtschaftliche Beihilfe für die Tabakarbeiier zu fordern, erklärt habe, daß er dieses mit Rücksicht auf den Staat nicht tun könne.— Frau Stolz- Dresden; Die Zahl der männlichen Delegierten sieht leider im schroffen Gegensatz zu der Zahl der im" Verbände organisierten Tabak. «rbeiterinnen. Den Frauen schiebt man mit Unrecht die Schultz daran zu, dag d-m Verband der Kampscharakter fehlt-. Auf heu Schultern der Frauen hat während des Krieges die größte wirk» schaftliche Last geruht. Rednprin und noch einige nachfolgende Redner verteidigen die Haltung des VerbandSorganS. Lech ler- München Verlangt im Auftrage der Zahlstelle München daß die Frage des RätesvstrmS gründlich behandelt wird. Leider gehe dem Vorstand für dieses Prvotem jedes Versiäwd:?:» ab. Auch im„Tabakarbeiier" müsse diese Frage ausgiebiger behandelt werden. Heber die Saboicwe de? Unter, icbmerluwtz hat der Vorstand bebauet. licherweisc kein Wort verloren.— Es tritt die Mittagspause ein. Nach mittag S s i tz u NS- Nach dem Berief t er Mandat»--Prüfungskommission erhält Deich:na n n das Sc!..ißwori: Man solle der Vevb>cnw»l«itu-!:g di-e Anerlrrmuny nicht versarM>. alles Im Interesse der Organisa. hion gstan zu haben, was zu tun gewesen ist. Bon einer Wirt- ichafts feilst!, e der Staats reg erung ist n-ichtS hcftmnt, wohl afer ist aus den hohen Un ern-eh-nergeivinnen e-ine gewisse Abgabe an -die A rbsi tstatensürsarge gefordert worden. Leider ist durch da» Wirken der RegierungSverireler. und»eil teil«.gesetzliche Hantz. habe dafür vorl)anden war. oeser Gedanke ins Waffer gefallen. Betrachten wir unsere Lechne-chöhmigk-n und die wirtschaftlichen Berbältinsse, so müssen wir gc-'tehen, daß wir nicht viel er- reicht fofeij.(Sehr richtig!) Die Untechützungs-ätzx fettet Deichmarm»cht zu echohen, u>m erfol-greiche Lahnfeweguage» durchführen zu können. T-em Kassierer wird Entlastung erteilt.— Von den vor. dienenden Awirägen werden angenomaiien: 1. �rür das besetz?« Gebiet i-st efti Bez-rksleitcr anzustellen." 2. Antrag Zahlstelle Schön laute:„Der Bechandstag wolle beschtteßlon, den Bor stand zü heM ragen, bei der Regierung vorstellig zu werden und dahingehend zu Wirten, daß dte Deutsche Zentrale für Krieg». steierunge.t fe-n Tabakjvbrikaitea(Sitz Hannover) lo schn-ell wie niij», ich ausgelöst wird und der vorhandene vermoaemsbesta-nd derteliben nur für die Tabakavbeiter verwendet wevö-m darf.(Errichtung von Heilstätken usw:)" 3. Aus der Resoluüon der ZM- stelle Schönlante:„Tie vom Vorstand eingete teten und ab- geschlossenen de den Lobnbewegintgen dieses JahreS sind nicht annähernd zur Zusrtefe.nhsit der Mitglieder ausgeballen, trotzdem für unis Tafeterrbeiter die günstigste und beste G-efegenheit war, um unsere Löhne nur mmäHern-d mit denen andever Berufe in Einklang zu bangen."— Uvber den solgend-on Amtrag der Zahl. stelle Gießen:„Mitglieder des Deutschen Trchakarbe-iter-Verbandes hub-on die Pflicht, sowci.r diese einem Parlament angehäven, gugsn jede Trchalsteuer zu stimmen", wird nach zweimaliger Amzwsif- lung der Adsiim>m-ung uanientich aazestm.rmt. Dafür stimmen 39, dagegen 74 Delegierte-.> Darauf wird der 4. Punk: der TageSordnurar:..Dergtuma »ich Vechlußfassung übrr die zum Statut und Wahlreglement �stellten Am rüge, verhandelt. Krohn- Bremen erörtert hierbei die Vermögensderhäitnisse des Verbandes und betont, daß die Kassen-vevhSttmffe. bedeute n-d g hoben werden müssen. Er be» grünoer in längeren Ausftihrungsn die Notwentzi-gkei-t einer PvftwgSerhahu!�. Zum MallacSeZlerftrell. Obleute der bestreikten Betriebe! Heute vormittag, 9 Uhr: Sitzung im großen Saal »er Sophiensäle. Damit fällt auch die Debauplung in dem„Vorwärts*- Artikel vom 17. 10. fvkbenoauvgabe), die Berliner Holzarbeiter wollen den Reichstarif, nur die„unabhängige* �rtsoerwaltung nicht. AuS dieser Haltung der Ortsverwaltung der Zohtstelle Der- lin den Vorwurf herzuleiten, sie sei den kämpfenden Holzcrbei» tern im Reich im Kampf um den Reichstarif in den Rücken ge- fallen, hat per Vorstand des Deutschen Hoizarheiter�Verbandes kein Recht. Di« Versammlung weist deshalb den Borwurf mit aller Entschiedenheit zurü:. Zum Schlüsse der Versammlung wurde einstimmig beschlossen, daß dl« Ve-eeinharungen mit den Berliner ArHeitgebeni zum Ib. November gekiind'gt werden. Der Vorstand wurde beauftrag», Bvrbemtungcn für einen neuen Bertrag zu treffen und das®i- grf)nis den Mitgliedern vor den Berhandlunzen zur Stellung- nahtne vorzulegen. Der Streik der Herrenmaßschneiber beendet. Die Verhandlungen über die Einraimiening der einjeliwn Firmen sind im Laufe des T«en5tags und Mittivochs zu Ende ge- führt wordm. Ueiber einige stripige Firm.n soll ein Schieds- Gericht entscheiden. Aus diesem Grurche schlug die SteeiLeitung in einer gestern stattzrsundenen Versammlung vor, am Donnerstag früh. die Arbeir aufzunehmen. Nach kurzer Debatte wurde diesem vorschlage gegen tvoinge Stimmen zugestimmt. Weiter lo-urde einstimmig beschlossen, im Hin- blick aus weitere Kämpfe auf die Streikunterstützung zu verzichten Gespannte Lage im Texttl-Erobhandel. Die Lohnbewegung der Angestellten des TextilgrohhandelS scheint nach dem bisherigen außerordentlich hartnäckigen Ber» halten der Arbeitgeber keine friedliche Lösung finden zu sollen. 'Nachdem das lächerliche Angebot der Unternehmer vom N. QU tober durch die Angestellten zurückgewiesen worden war, fällt« vor acht Tagen der Schlichtungsausschuß den folgenden EckieoSspruch: Die Mindestmonatslöhne betragen: für Lehrlinge 60, 30 und 100 M., für kaufmännische Angestellte im 1. biS 6. Tätigkeitsjahr 90, 120, 176, 200, 250. 300 M., nach dem 6. Jahr für: Kontöristen, Telephon isien, Kakturtsten, zweit« Lageristen usw. 325 M.; Expe- diente», Verkäufer, Steiiotvpistinn n, zweite Buchhalter und Kassierer 360 M.j Duclhricen, Korvespondenien, erste Expedient Sit und Buchhalter 425 Ft.; Reisende, Logerchefs, Einkäufer, Bureau- ckefS 500 M.; Personalchefs. Disponenten und erste Kassierer 575 M. Ferner soll«ine monatliche Zulage von 26 M. bis zu fänf Jahren gewährt werden. Weibliche Kräfte erhalten 56 Prozent. Für alle biSheligen Gehälwr bit zu 7000 M. soll em« einmalize Wirtschaflsbchhilf« geleistet werden von 200 Ft. bis zum 21. Lebensjahr, 400 M. bis zum 25. und 600 M. nach dem 25. Jahr. In einer don mehreren tausend. Personen besuchten An- geftelltenvcrsammlung wie» am Dienstag abend Frl. Weinberg vom Zentralderband der Angestellten nach Erläuterung dies Schiedsspruches auf das Verhalten der Unternehmer hin, die die obige Klassifizierung unter keinem Preis anerkennen wollen. Die Angestellte» werden ihrerseits unwr keinen Umständen von diesem Schiedsspruch abgehen. Eine am Mittwoch in den Betrieben statt- fiidetid« Abstimmumg»wird über Annahme oder Ablchiwng de» Spruch«? entscheiden. Den Arbeitgebern, die am Donnerstag er. neut zusammentraten, wurde eine Frist bis Freitag zur end- gültigen ErKcheitrnng gewährt. In der Versammlung herrschte vollkommene Einmütigkeit und große Erbi'wrung gegen die Unter- nehm er. Luch die Vertreter der Geirerkschoftsdünde bekundeten ihre Solidarität. Einstimnng stellten sich in einer Resolution die Versammelten hinter ihre Tarifkoororissum und sprachen den Organisationen da» vollst« Vertrauen auS. Die Angestellten lehnen jede Verantwortung dafür ab, wenn sie durch weiseres ab- lohnendes Verhalten der Arbeitgeber zu schärferen Maßnahmen gezwungen werden sollten. Von Interesse waren auch die A�s- fübrungen eines Angestellten der Finna Königsberger, der interessant« Mitteilungen über die Verhältnisse in dieser Firma machte. So erhält dort ein 21 Jahr« lang tätiger Geschäftsführer ......„„„___ 850 M. Monatsgehait, ein« lOjährige Zuschneiderin 40 M. Wochen- nomrnen hatte, siegle führte auch daß die Vereinbarung vom i_®;€ f** 1"" f Vn»> nt m 1. Oktober ihm persönlich nicht weit genug ginge. Grundsaylich- � Prozent» e gen«u geol, che r Loh n« rh cqu ng K�r ,. ti/n VitTryTt-r nrt«h«r�,r".,nT>... o»-,. hinauf gesetzt. D.es-r Arbertgeber ist auch au» dem Arbeit- gebe�werband ausgetreten, weil er auch ohne Verband fein Per- fonal.anständig bezahlen* kann. Als Ironie de« Schicksals mub es aber bezeichnet werden, daß hierauf ausgerechnet ein Ber- treter des Deutschnationalen Handlung« zehilfenverbandeS für die Angestellten beschämend faiä>, daß sie von einem Vertreter der Arbeiterschaf» erst wachgerufen tverden mühten. Don Interesse war auch der Nachdruck, den die RechtSsozialistin Weinberg auf die Politik in der Gewer ksckvfi legt?, womit sie sich in Widerspruch zu den Auffassungen de? ÄewerkschastSbundeS. aber auch der führenden Persönlichkeiten ihrer eigenen Partei setzte. D'e Berhanblungskommission der Elettrsmontenre tritt heute im Lokal von Grottmaim, Garieustraße 9, zusammen. Die übrigen Branchen des Melallarbeiteroertandes, die bei den all- gemeinen Monteurfragen, die am Freitag vor dem Reichsarbeits. amt zur Verhandlung kommen, beteiligt sind, werden ersucht, einen Vertreter in obige Zusammenkunft zu entsenden. Die Branchenlrilung der Elcktromonteure. Die Strmvklst-lle 32 ist mst dem heutigen Tage aufgelöst. Alle Stemp-l mit dem heutigen Datum sind ungültig. B. E G. Apparatefabrik. Fveitag. 31. Oktober. nachn'.ittagS 8 Uhr, Vertraue usmän»«rkonferenz bei Riedel, Hussitonstr. 40« Knorrbremse und aneeschstssene Betriebe! Auszahlung der Streik- und Extraunterstützung Donnerstag. 30. Oklober. von 11 bis 2 Ubr in folgendwi Lokalen: Gruppe 1: Baier, Haupt- straße 00; Gruppe 2 und 6: Bellevuc; Truppe 3: Rostok, Haupt- straße 85: Gruppe 4: Hackepeter. Alt-Boxhagen 49, Ec Wühlisch- poaße; TranSortavbeiter: Roski, Gür'elfftr. 28. Di« Zahlung der Sic. ikuuterstützung erfolgt nur geigen Vorzeigung de« Verbands- buche s. Firma F. Werner, Lützuwstraße. Di« Betriebsver- Sammlung der streikee'den Kollegen findet am Freitag, 31. Oktober. 12 Uhr, im„Nationalhok", Vülowstr. 37, Patt. Anschließend Auszahlung der Streikursterstiitzung. Prrg«.ann, Berlin. Die Auszahlung der StreikuMerstützung findet an. Donnerstag wie kolkst statt: von 1— 800 von 9—10 Uhr, von 301—'.00 von 10— 11 Uhr. von 701—1100 von 11—12 Uhr. von' 101—1500 von 12—1 Uhr. von 1501—1900 vom 1—2 Uhr. von 1901—2300 von 2—3 Uhr, von 2301—2700 von 3— 4 Uhr. von 2701—8100 von 4—5 Uhr. von 8101—3600 von 5—6 Uhr. von 3501 bis Ende von 6—7 Uhr. Härtung A.-G, Lichtenberg. Sämtliche Funktionäre am Don- nerStag, 10 Uhr, Sitzung. Von 11—1 Unterschrift der Ouittun» gen. Am Freitag von 10— 12 Uhr Auszahlung, anschließend Ver- fammlung. Erscheinen aller Kollegen dringend erforderlich. Tamfan-Wirk! Ttreikkarten, welche 18— 24 Stempel haben, müssen am Freitag bis 12 Uhr mittags bei der Streikleitung ab- gegeben werden, mit Ausnahme derjenigen, auf welche dl« 5 u»td 10 Mark Extraunt�rstützung schon gezahlt find. Hüttenwerk A. Meyer, Tempelhof. Betriebsversammlung Donnerstag, 2 Uhr. bei Spietzer, Tempelhof, Berliner Straße 77. Auszahlung des Streikgeldes. Keyling ft. Thomas. Freitag. Versammlungen bei Meher, Ackerstraße 123, Abteilung Forme- und Schlosser: BormittagS 10 Uhc: Abteilung Kernmacher und Kernmachennnen: Vormittag» 11J4 Ubr; Abteilung Putzer: nachmittags IM Uhr. Sonnabend: Abteilung Hilfsarbeiter; 10 Uhr; Abteilung Masihinenformer X2Ü Uhr. sie die sofortige Entfernung derjenigen Angestellten, die infolA des Streiks eingestellt wurden und auf«inen Erwerb nicht an- gewiesen sind. Die Angestelltenausjchüsse haben sofort in diesem Siiine zu wirken. Die Versammlung protestiert auch gegen da» Vorgehen gegen die Mitglieder her Sozialistischen Arbeiisgemrtnschaft der Handelshochschule, die lediglich fich dagegen verwahrt haben. Streitbxecherdienste zu leisten. Mit ganzer Kraft verfprechen die Versammelten auch weiter- hin für die Organisation der Angestellten einzutreten.* Bauklempner! Die Stuird-uitlöhne betragen ab 6. Oktober d. I. 3,10 M., sin Ju-n-zauSneiernte im ersten Jahr 2,15 M., für JungauSgelernte im zweiten Jahr 2,50 M. Vorn 27. Oktober erhöht sich de: Stundenlohn von 8,10 auf 3,25 M. Alle anderen Bestimme..gen des Tarifvertrag« s bleiben bestehen. Wir ersuchen alle Vau- Nempner. die Nochzahluisg zu ver langem Wo dieses verweigert wird, muß uns unigepend Nachvicht gegeben werden. Deutscher Mrtallarleiter-Berband, Orisvevwotlwng Berlin. Gewerkschaftliches. Gelamk-Vertrauensmanner-Bersammlung der Berliner Hslzarbeiter. Die Frage»Lokale Vereinbarung oder Reichs- tarif* wuie in der Tefamt-vertrauenSNiännerversam mimng der HolzarveUer, oje Dienstag abend stattfand, erneut«inzehend erörwrt. Das Referat hatte Genosse Siegle, während doS Korreferat al» Bertreter de» HaupworsrandeS Tornow über- Von Angestellten der Firma Dr. Max Levy chird uns mit- geteilt, daß es zu einer Eimgima zwischen dieser Firma und ihren Angestellten gekommen fit. Die Firma hat den Wünschen der Angestellten. Rechnung gebragen und der Einweihung in die durch den Tarif vorgeschriebenen AehaktSgruppen zugestimmt. Es wird Wert auf die Feststellung gelegt, daß diese Verständigung vor dem Erschemen unserer Notiz in der gestrigen AbendauSgab« zustande kam. habe sich aber kein Mitglied der OrtSderwalwng gegen die Ber- «inbarung gewandt und die Vertrauensleute sowie die Bezirks- Versammlungen hätten sämtlichst für die Vereinbarungen gestimmt.„Vorwärts* voraus und dann die Hauptverwaltung hätten die lokälen Vereinbarungen 0er Berliner Holzarbeiter dazu benutzt, um die oppositionelle Berliner OrtSverwoltlmg der Un- fähi gleit zu zeihen. Nach den Angriffen des»Borioärts* feien vi- recktSstehenden Kollegen plötzlich umgefallen. In den Verein« barungen sei daran festgehalten worden, daß bestehende höhere Löhne ausreichend garantiert bteiben. Wegen der im ReichSearif festgelegten Bestimmungen über AvbeitcvauSschüsse, hätte die Ber- jiner Omsverwaltunz es ablehnen müssen, in einen Kampf ein« zutreten, da nach diesen Bestimmungen den Kollegen überhaupt die Möglichkeit genommen sei, den«inma! gewählt«» Ausschuß bor einem Jab'« abzuberufen oder Neirwcchlen vorzunehmen. Hätten vi« Berliner Kollegen den Reichstarif ohne jeden Kampf bekommen, dann hätte» aber auch die Ueberftuichen mit übernommen werden müssen. Auf keinen Fall würden sich die Ber- li.ier Holzarbeiter durch einen Reick.Starif bis zum Jahre 192i an Händen und Füßen binde» lassen. Jetzt, da die Arbeitgeber den RcichStarif abgelehnt haben, verlangen.VvrtoärtS" und Hauptvorstand in den Kamps für den Reichstorif einzutreten. Wären die Holzarbeiter in den Kamps eingetreten, dann wäre sicherlich der„Vorwärts*, das neue Scharfmachervrgan, den Hotz. arbeitern in den Rücken gefallen, wie cr es iin Metallavbelter- stveik getan habe. In einem großen Schreiben de» Hauptvor- ftanides wurde von der OrtsvertvaUung verlangt, daß sür die Durchführung RsjchßtarifeS einzutreten sei. Die OetSver- waltung habe Stelliiifg zu dem Schreiben genommen und hätte sich einschließlich der Rcchtssozialisten für die lokale Bereinbarnng ausgesprochen und einmütig den sReichäwrif verworfen. Di.: schuimeisterhaf'e Art des Schreiben» de» Hauptvorstand«» werde energisch zurückgewiesen. Zu bemerken ist noch, daß der..Vorivarts' eine Richtigstellung seiner irreführend-n Lrtikel i» brüsker Weife abgelehnt hat. Tornow vom Hauvtvoritand empfahl mit allen Registern seiner Beredsamkeit den Ruilsiaus. Die Bertiner Veveinbarun» gen seien ein psychologisches Rätsel und au» allen Teilen des Reiches seien Briefe eingelaufen, in denen die Hallung der Der- liner b.rurteiit tverde. Et sei auS den Berhardlunze» nicht herausgeholt worden, wa» herausgeholt hält« werden können. Er fordert, daß die Berliner Holzarbeiter sich den Beschlüssen des Gesaimverbanoes fügen sollten. Tie anschließende Diskussion zeigte, daß es Tamow nicht im «ntferiltesten gelungen war, die Berliner Kollegen van ihrem Standpunkte abzuvringen. Sie sind grundsätzliche Gegner eine» Reichstarifcs und werden es auch bleiben, nach wie vor find fi« �Anhächzer kurzfristiger Vereinbarüngen trotz.Vorwärt»* und Hauptvorstand. Während Ta-now damit drohte, daß hie in den nächsten Taigen stattfindende Städte-Konferenz des Hotz- arbeilerverbande! sich gegen dw Sondertänz: der Berliner erktären würde, betonte Siegle i» seinem Schlußwort, daß die Städte« Konferenz überhaupt keine fül die Berliner Ortsgruppe bindenden Beschlüsse fassen könnte. Nachstehende Resolution wuiHe gegen etioa 20 Stimmen angenommen: � Die heute in Kliems � Festsälen tagende GesanitzVer- traiienkmännervcrsamwtling steht nach wie vor dem Atzschsuß eines Reichslarifs arundsätzlich ablehne rd gegenüber upd er- klär! ssch tesk.alb mit der Toit'k der Verwaltung hei den letzten örtlichen VerhandinnHen einperslaerden. Die Vereuchapung vnpi 1. Oktober b»I?ht somit zu ZsssM. � �- Die Protestkundgebungen der Magistrafebilfskräste. Der in der gefirigen Morgenausgabe veröffentlichte Bericht über ein« Versammlung der MagisiratshilSkräfie enthält einen Irrtum. Diese Versammlung war nicht vom Zentralvcrbund der Angestellten, sondern vom Freie» Angestelltenverbartd ein» berufen worden, lieber die zu gleicher Zeit abgehaltenen Ber- sammlungen de» Zentralverllandes der Angestellten geht uns falgenber Bericht zu: Zu den Aeußerungen und Beschlüssen bc» Magistrat» und der Stadwerordneten über den verflossenen Streik der Magistrats- hilfk-kräste und über die Wiedereinstellung, der Streikenden wurde in drrt Massenversammlungen de» Zentralverbondes der An» gestellten Stelluna genon.men. Im LehrervereinShauS referierte Bauer* 2. Geschäftsführer de» Zentralverbande». Ausführlich schilderte er hi« tZiitmicUu.rg de» Streiks unoävies nach, das, djc Schuld an dem Streik nur den Magistrat treffe» kann. Trotzdem Bai»«: Rechtssoziairst fit, verurreM« er auf das schärfit« bei der Erörterung de: in der S'adtverordtietenversammlung gefaßten Beschlüsse, in der bekanntlich unser Antrag, daß keine Maßrege. lungen stattzufinden und die Wiedereinstellungen sofort zu er- folgen Haber, von den Bürgerlichen Arm in Arm mit de» NoSke- soziglisten abgelehnt wurde, die inkonsequente und arbeiierfeind- 'iche Haltung seiner Parteifreund«. Et wolle auS feinem Herzen keine Mördergrube machen und würde die Stellungnahme feiner Parteigenossen entsprechend brandmarken. Zum Schlüsse seiner Ausführungen verlangte Bauer, daß die Angestelltenausschüsse nicht schwächlich werden fallen, sondern mit allem Nachdruck für die baldigste Wiedereinstellupg der noch auf der Straße liegender. Kollegen einzutreten hätten, auch für Kollegen, die anderen Organisationen angehören.— Di« Dl-kussion war sehr rege. Den rechtssozialistischen Etadtvätern wurde wiederholt uirter dem Beisull der Persammlung das Recht abgesvro�en, sich ql» Arbeiter- Vertreter zu betrachten Nachsiehende Resolution wurde in den drei Veriammlnngcn angenommen: „Die ksiut« im Lehrervereinshaus versammelten Bureau- Hilfskräfte des ManistpatS Berlin protestieren aps das Energischste gegen die zum Teil unwahren und unerhörten Aeußerungen des MogiitrqtSvertreterz Dr. Seckt und der bürgerlichen Siadtver- ordneten Aach und Lammerich in der letzte» Stqdttterordnsten« Versammlung. Tie Versammelten sind noch heute der Anficht, i dgtz der Streik einzig und allein durch das Auftreten der zu-.: ständigen Magistratsvertreter, tza» dem eines scharfmacherischen Unternehmers gfejchkommt, herbeigeführt worden, ist, und daß her zur S.hltchiunz des Streikes an'geruseue SchlichtungZqu«- schuß nicht zuständig war. S'x verlangen, daß die in.rotgo des Streik» Gcmastregelten sofnrt wieder«ingestellt und denselben hie Tag- vom Magistrat bezahlt werden, di« sie ohne ihr Per- schulden vom Dienst fern bleiben mußten, andererseits verlange» Die Technische Nochklfe im Kino. Wie wir erfahren wird demnächst in allen Kino» ein Film erscheinen, der dem anscheinend recht starken ReklamebediirfniS der„Technischen Nothilfe* abhelfen soll. Der Titel des Film- stückes heißt.Die Heinzelmännchen*. Den nichts weniger als märchenhaften und noch weniger liebenswürdig zu nennenden Gestalten des staallich organisierte» Streikbruches gefällt es also, sich mit dem Namen dieser liebenswerten Erscheinungen eige» traulichen Märchenwelt zu belehren. Der Inhalt de» Streidbrecherfilm» fit etwa folgender: Der Generalstreik wird ausgerufen. Ein dem Ruhm de» „Technischen Nothilfe* günstiger Zufall will ek, daß eines Arbei- ler« ftiich krank wird. Er eckt zum Arzt. Diagnose: DiphtheritiS. Nur schnelle Hilfe— Operation— kann retten. Plötzlich, während der Operation erlischt da» Licht. Allgemeiner Kientopp. Schreck. Man versucht e» mit Wachslichtern— vergeblich— vergeblich l Da auf einmal flammt das elektrische Licht wieder«ms. Was ist das? Die.T-cknisch- Stoth.Ii«*, das Kind ist gerettet. Kitstbiger und dümmer kann die Handlung, plumper dl» Reklame nicht sein. Sie fit de» gangen Unter nehmenS würdig. Kommunale Arbeiterräte der ll. S. P. D.l Am Freitag, den 31. Oktober 1L19, nachmittags 4 Uhr, findet in den Räumen des Vollzugsrats, Münzstraßs 24, die FraktionSdersammlung der- Kommunalen Arbeiter: ii« der U.S.P.D. statt. Die Wichtigkeit der Tagesordnung er- fordert vollzähliges Erscheinen sämtlicher Arbeiterräte. Der Fraktionsvorstand. I.A.: Rudolf BahsS. Krtegsbeschädigtendemvastratkon vor dem Rachause in Charlottenburg. Di« gestrige Stadtaerordnetenverfammluag in Charlofttnburg erlitt durch das E, scheinen eine» DemonstrationSzuge» der Kriegs- bvschäldigten ein« llniertwechnng. Die KriezSbeschädig'en verlangten die Vorlassung einer Deputation, die ihr« Forderungen und Beschwerden zum Ausdruck bringen" sollte, lieber diesen Antrag der don der Unabhängigen Fraktion unterstützt wnrte, entspann sich «in« außerordentlich oeg? GeschäftsordinuAgsdebatte, da die Bür- gerlichen und die Rechtssozialisten die Ablehnung diese? Antrage? forderten. Heilmann tat sich dabei mit einer besonder» schmutzigen Denunziation der Kriegsbeschädigten hervor. Er erntete mit seinen Ausführungen oen Dank der Rechten, der«» Redner sich ihm vollständig anschlössen. Als später mit Gewehren ausgerüstete Schutzleute den Vorraum des Stadtverordnetcnsaalcs besetzten, protestierte die Unabhängige Fraktion dageg-n, verlangt« deren Entfernung und verlieh, als dieser Amrag abgelehnt wurde, den Sitzungssaal. Dem gütlichen Zureden der llnbhängigen auf die KmegS- beschädigten gelang e» dann, sie zum Verlassen des Rathauses zu bewegen. Sie zogen in. das VolkshauS zurück und berieten dort in ihrer Versammlung über die weiteren Schritt«, d!« sie jetzt unternehmen wollen, Noch einmal die edle Gräfin. Zu der Notiz»Die edle Gräfin* in unserer Morgenausgab» vom 28. Oktober wird uns von einem Beteiligten folgendes mit- geteilt: Ich bin Dfttallarbeiter und befinde mich augenAicklich im Streik. Ich fuhr in der deigangeivcn Woche mit einigen HauS-> bewohnern nach Glankenselde, um auf den abHoerntAen Feldern dieser Gräfin Kartoffeln zu buddeln. Zu Beginn dieser Nachlese muß sich jeder«inen Beocchtigungsscheln zum Preise don L.— M. bei eer Gräfin kaufen. E» kommt sehr oft vor, daß Freue» nickst soviel Geld bei sich haben, diese F'auen müssen vi« Kartoffeln, die sie sich gesammelt haben, wieder ausschütten; oftmals wird den Leuten die Hacke oder dergl. abgenommen, die sie fich an dem anderen Tage wieder abholen könne». Diese Jagd auf die a..ne» Leute geht fii der Weise vor sich: Der Förster, der mit einem Jagdgewehr versehen fit, geht über da» Feld und treibt alle, die nicht im Besitze diese» Scheines sind, auf die Chaussee, wo die Gräfin mit ihrem Diener, der eine Reitpeitsche besitzt, wartet. Der Diener packt die Frauen am Arme und zcrrt sie in der weder- trächtizsten Weise herum. In der vergangenen Woche war auch ein einarmiger Kriegsbeschädigter, der sich infolge seiner Ber- siümmelung eine ganz geringe Menge.Kartoffeln gesammelt hatte, so daß sich kaum das Fahrgeld lohnte, ohne diesen Schein �.»ae-rossen worden. Als er hie Gräfin bat, doch Erbarmen zu haben, und er bemerkte, daß er doch ihr Leben mit geftbüHt hätte, antwortete sie:„Reden Sie nicht so schnoddeviy; zahlen S.e, Ihr Zug, fährt gleich I* To» muß ja ein was res Musterexemplar christlicher Menschen» liebe sei». Gi«« schnu.vetstiiupuche Gerichtsprart», die den Kamps der Kriminolpouzei gegen das Verbrechertum nicht gerade erieich- :ert, wird durch einen Fall in Neukölln wieder einmal beleuchtet. Die dortige Kriminaspoljzei»ahm eilten!vohnung«losen Kuischrr Alfred Franke vor zwei Monaten wegen Einbruchs fest und führt« ihn dem fintexsuchuggSrichler vor. Die Einbrüche in Keller und Drackeuböden w-ederhosteu sich aber bald, Vier Wochp« nach seiner ersie» Verhaftung stieß die Kriminalpolizei wieder aus Franke, ak» er einen Keller erhrach. Es ergab sich, dag er aus der Unter- suchungShaft entlassen worden war, obwohl«s sich immer tg* foa&nutMjSloi um�titrieB. Wieder wurde der Ertappte dem Unteriuchun�srichter vorgeführt. aber fat!te ihn die «cimina!pol;ze» Aum dritten Mal ab/ d.e-mal bei einem Boden- «inornch. Zum dritten Mal muß.-e sie den gewerbsmäßigen Ein- v�'.urr dem Untersuchungsrichter vorführen.— Mit politischen «v.evvrech.rn" verfahren die Gerichte weniger schAmngSroll; sie werden aü monatelang eingesperrt, obwohl gegen sie gar nicht» oder nur eine geringfügige Straftat vorliegt. Selbstmerb eines Lehrlings.?lus einem Fenster des Hauses Mariltmsftraße 11 bat sich am Mittwoch nachmittag um 3 Uör ein tbjäbriger Lehrling der Firma Otto l>larhge gestürzt. Er blieo mit zerschmettertem Schädel auf dem �fialler liegen und verstarb an? dem Transport nach dem.Krankenhaus. Der Grund zur Tat ist bisher unbekannt. Unentgeltliche Lichtbilder-Ztorträge üb-r Tuberkulose finden tedeüSAik�eltalender. TubeÄulofe. Oberschöneweide, Hindenburg-Schule, Zeppelinstraß.. Tetttant: Die. Tuberkulose als Vol-Skrankheit und ihre welunlpsung. Pankow, Realgymnwsium, Kifsinger S'raße 12. e r. Lorenz: Das Wesen der Tuber-knlose, wie matt sich mit dv- si.tum an?«'..t, wie».an sich davor schützt. Schöneberg, Cbamisso- Schule. Barbarossaviatz z. Tr. Zadel sin.: Entstehung, Berbrei- tnng und Heilung der Schwindsucht. Trcvtow, Nealgymnasiilm, A.eue 5kr«galkee 6. Dr. Gordon: Die Tuberrulose, ihre Bedeutung, Perhutuna und Be.ämpkung. Tegel, Humboldt-Schule. Gras- Roedern-Korso. Dr. Gutstein: Die Tuberkulose, eine Bolkskrank- tzeit, und ihre Bekämpfung. Die erste Berliner Kinberleschallc, die voin Volksbund zur Bs. kampfung des Schmutzes in.Wort und Bild, E. V.(Berlin NW. 87) in der Markthalle am A r m i n i u s p l a tz im Winter 1910-11 be- pninbet worden issi Hai Dienstag, den LS. Oktober, auch für diesen Winter den Betrieb wieder aufgenommen. Die Lesehalle ist D:enstags und Freitags von 4 bis 7 Uhr nachmittags geopfnet. �» BoltShochschule Neukölln. Die beiden letzten Abende des Ge- «offen Engelbert Graf finden heute und Fveitag, abends 6 Uhr, »i der Mittelschule, Donauftraße, statt. Die SchSneberger Volksbücherei mit Lesesälen in der EberS- ftraße und der Freisinger Straße sind seit dem 1. Oktober auch wieder sonntags, nachmittags 3— 7 Uhr. geöffnet. verlin. Köseverteilung. Bis Freitag in den Bezirken der 37. und lU3., bis Sonnabend in den Tezirken der 91� 37.(Teiibeziab), 133., Lbll., 213. und 233. und bis Dienstag in den Bezirken der 31., � 92., 93., 95., 36., 194. und 219. BrotkomiNlssion p-o Kopf 125 Gr. Käfe. I Spandau. Donnerstag von 3 Uhr ab Beikauf von mnerikanischsn I Schwein'produkten auf Feld 86 der Einfuhrzusatztiar'e, 125 Gr. 1 M. , Auf zwei über eine hatoe Wochenmenge lautenoe Fleischaofchnitt« der Liiiwenfchisser-Leben«n:tislkarle 229 Gr. Pankow. In den hiesigen Molkereien können infolge größerer Beanspruchung der erzeugren Milch die Literkarten vom 39. Oktober ab bis auf ivciteres nur noch mit Liter Milch beliefert werden. Waißenfee. Vom 39. Oktober bis 1. Nooeinder auf Abschnitt 84 der allgemeinen Lebensiniltelkarte ZI Pfd. leunsrhonig. Hennigsdorf. Die Butter kostet sitz! 13,89 tvi. pro Pfund und die Margarine 5 M. pro Pfund. Diese Preise sind von: Kreiswirtschafts- amt in Nauen sestgeietzh Seegefeld. Donnerstag, den 89. Oktober, Zacher-. Brot- und Kohlenkarten-Ausgabe zu den festgesetzten Zeiten. Freitag bei den Kausleulen We.zenmehl.Ausgobe. Staaken. Am Frciiaz gelangen zum verkauf: Aus Abschnitt 12 der Lebensmittelkarte je 259 Wn Graupen: auf Abschnitt 11 der etlten Ein- suhrzusatzkarte je 459 Gr. Auslandsmeh!: auj Abschnitt 4 der Fettkart« je 159 Er. Margarine. 16. Dlftrlkt, S. Abt. Freitag Sbf eihingsoer fammlrrng in der Scheck, oula Müller- Ecke Triftstratze. 1. Wahl der Delegterten zur General» Versammlung. 2. Wahl der Kommisjionen. 17. Distrikt. Freilag abend 6 Uhr autzerordenilich« Generaloer- sammlung in den Pharussillen, Müllerstr. 142. 1. Stellungnahme zum Parteitag. Zlsf.r D:n. Koenen. 2. Wahl des Delegierten zum Parteitag Milgilisdsbuch legitimiert. Neukölln. Tie Gsneralvorfammlung findet, am Mittwoch, den S. November, bei Klrem statt. Tagesordnung: Der Zteuaufbau unsere» Orisveieins. Neukölln. 2. Dezirk. Donnerstag 7% Uhr Bezirksoerfammlung bei Parlon. Reutevstr. 47. Vortrag de- Genossen Schneider: Sozia- listische Erziehung in Schule und Haus. FreiHerüese: als Gäste willkommen. Schmargendorf. Freitag abend 7 Uhr große öffentliche Derfamm» lunz., Die zieoolution im Leben der Frau." Refe.en:in: Frau Bloch. Relnickenvocf-Wcst. Der Frauenlese- und Di-Kutierebend findet in diesem Mono* nicht statt, dafür Freitag 7 Uhr in der Aula der 5. Gemeindeschute Vortrag des Professars Langstein über Kinderpslez» und-----''.......—— Mg den Lrganisaüonen. Bezirksorganisation Berlin-Stadt. Sonntag, den 2. November, vormittag» Uhr, Generalversammlung der Bezirksorganisation Berlin. Stellungnahme zum Parteitag. 3. Distrikt. Freitog abend 7 Uhr in der Schulaula Boeckhstr.-S Mitgliedeioersammlung. Stellungnahme zum Parteitag und Delegier- tenwahl. Mitgliedsbuch ist vorzuzeigen. 4. Distrikt. Freitag 7 Uhr im Gewerkfchoslshous Generaloersamm- lung. Tagesordnung: 1. Stellungnahme zum Parteitag. 2. Wahl eine» Disttiktkonferenz in der Aula karten für den am Freitag im Schloß Schönhaufen stattfindend:n Kunstobend sind bis spätestens Freitag mittag 12 Uhr beim Genossen Hakanion,.Konsumgenossinschaft, Kusier-Wilhelm-Straßc 79, abzu» rechnen. Wegen des an der Abendkasse zu erwartenden Andranges werden die nichtverkauften Karren dringend gebraucht. Di« bis zu dem angegebenen Termin nicht abgerechneten Karten müssen dem« zufolge bezahlt werden. Wittenau. Freitag abend 7 Uhr öffentliche Polksversammlung bei Eds. Harb. Lüborser Straße 95. Tagesordnung: Stellungnahme zur letzten Sitzung im Tsin«tndepavlamsnt. Referent: Genosse Pse isser- VereizisklUenizer. Bund der technischen Angestellten und Beamten, N „Deutsche Technikerzeitung", Nr. 9, ist vom Lokal in. Delegierten.— Montag abend Neichenbe:ger Straße 67. 7 Uhr 8. Distrikt. Enger« Vorstandssitzung am Donnerstag, den 39. OK-, tober, abends 5J4 Uhr, vor der Distriktsoerfammlung b«t Rettschlag, I Schreinerstr. 13.- 15. Distrikt. Freitag abend 6% Uhr in der Schulaula In der Bochumer Straße 8d Vevsamml-ung. Referat und Korreferat üb« de» Patleitag. Delegiertenwahl. Mitgliedsbücher mitbringen. 16. Distrikt, 2. Abt. Freitag abend 7 Uhr Mitgliederversammlung In der Schulaula Pankstr. 20/22. 1, Wahl der Delegierten zur General- Versammlung. 8. Neuwahl der Kommissionen. B.. orden Tm:.'tmi!gliedetl WWDWW WWWWWW Meß. Genier Straß« 63(nahe Seestraße). abzuholenl Transportarbeiter-Berbandl Kutscher und Mitfahrer au? den Wüscherei- und Wüscheverleihbetrieben! Freitag abend 7 Uhr Brauch::i« Versammlung im Königstadt-Kasino, Holzmarktstr. 72. Achtung! Zugend Ichs Betriebsvertrauensleute und SchAe-wA.t Donne.stag abend HS Uhr Sitzung in den Sophienfülen, Soohitt!» straße 17/18. Freie soziaNstlsch« Jugend Neukölln. Heut« abend 7>4 Uhr Stellung» nahm» zur Reichskonserenz. „Bolkskunst". Freitag, 31- Oktober, pünktlich 7 Uhr, Bortrag vo» Arthur Willner in der Aula de« Köllnifchen Gymnasiums(Untergrund- bahn Inselbrück«) über Schubert mit Klavier. Eintritt frei. Verantwortlich sür die Redaktion Alfred Wielepp, Neukölln« Verlagsgenossenlchast„Freiheit*« G. m. b. H., Berlin.— Druck der Lindendruckerei und Verlagsgesellsäiast m. b. H., Schiffbauerdamm IL. 'S'SM WEG ZUM ZIEL ""»HI»Iii"" Wollen Sie rasch neue Absatzgebiete sich erschließen? Wollen Sie zuversichilich Ihren Kundenkreis vergrößern u. Ihre Geschäfts» Verbindungen erweitern? Wollen Sie Massenartikel günstig, sicher u.direktunter die Menge bringen? 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Dichterisch große Sprache formt erhabene Gedanken.„DAS SCHICKSAL" und „DIE E�LOESUNG" sind im wahrsten Sinne des Wortes „Die Bücher der Zeit" NEUDEUTSCHKR VERLAG/ LEIPZIG Berliner Schwhnra-Verein„Welle" (Gejründet 18. Augnst 19 1) MiUliad des Arbeiter-Waaüersport-Verbandg» Sonntag, den 2. November 1919 im Lehrerrereinaliaas Alexuiderplatz Alezanderstraße 41(großer Saal) Heiterer Unteriio toniaibeml Mitwirkende: Gesangverein„Solidarität*4. MitgL d. Rezitator Emil Kähne, Humorist Bcbby Walter, Käte Lisch und Hille Martini, Xylophon- virtuose Schmelier. Beileiluntf: Kapell eiötcr Thilo Saaleröffnunö 4 Uhr Anfang 5 Uhr Eintritt inkl. Programm, Tanz u. Garderobe 2,50 Mk. ßilletts sind zu habei bei Gustav Müller, Berlin, Mcmelcr Str. 5, v. 2Trp., H. Knapp, Virchowslr. 3, A. Prcuü, Oramensfr.200, Max Neumann, Lichtenberg. Wcicbsclstr. 18, v. 4 Trp., Walter Faber, Goctli str. 17. Sciireibsias&liiiisn sichtbare Schriit. gut erhalten. kauft sofort gegen Kasse. Preis. System und Nummer. 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Okt 1014 im Stnrm auf Valley Im [ Drautstlnger-Regt 24. Max Staub Kopenhauener Str. 45 2a üB&ä bisse] Goldsachen, Sllhcrsacheu. Platin- Salpetersaures Silber, Ouccksi'ber, sümtlicbe Metalle kauft höchstzahlend Silbcrschmelze _ Chrisiionat. Köpen-cker Str. 20» (gegfib. Manteuffelstr PLATIN Qold und Silber ... 1" Jeder Form höchste Preise Csebisse Stiftzähne 3,30 b. 40 M, kauft LPfllS© Blflcherstr. 40. Perl.»II. 8-81 Alte kauft Metallkontor, Jakobstr. 133. Fernspr,: Moritzplatz 128 58. Drei unterhaltene Kleider, passend für stärkere ältere siarne. Neukölln. Mareschstr. I 2. Stfl. II I. Sealmäntel, kreuz- föchse. Die schönsten Seal- miir tel, Kreuzfüchse, Gelegenheiten finden Sie rn Blatten Bazar, Kaiser-Wilhelm- Str. Nr. 16, beim AJexanderpIatz Riesenanswahl.reell.oreiswert Kostenlose Raterteilung, nllerbiliigste Prozcöführung. Ehescheidungs-, Alimenten-, Strafsachen. Beobachtungen. Ermittelungen. Dresdener StraBe III. Aufgang 2. Auch Sonntags Vormittags. 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