«klnzelpreis 15 Pfennig ♦ 2. Jahrgang Dienstag, den 4. November 1919 Nr. 555/ ü 244< Menö-/lusgabe vi« �Freiheit� erscheint morqen» vnd nachmitta«, an 5onn» und Festtaaen nur morgen, Der Bezugspreis beträgt bei freier Zustellung ins Haus für Groß-Berlin 4.— M., bei direktem Postbezug monatl. 4�8 bei Zustellung unter Streifband für Deutschland 6L0 M, für» Ausland 7.SV lN, per Brief �2.50 M. Redaktion und Expedition: Berlin NW.«, Schiffbanerdamm ISUI. Fernsprecher: Amt Norden 28»5 und 2806. Inserate kosten die achtgespalt.!7onpareillezeile oder deren Raum 1,20 ttltr lvortanzeigen das fettgedmckte kvort 80 pf� jedes weitere Mort 25 Pf. Teuerungszuschlag 70 proz. Bei Familien- u. Versammlungsanzeigen fällt der Zuschlag fort. Inserate für den daraus- folgenden Tag müssen spätestens bis Z Uhr nachmittags bei der Expedition aufgegeben sein. Jnferaten-Abteilung: Berlin NW. 6, Schisfbauerdamm IS Fernsprecher: Amt Norde» S76S berliner■Organ Ak versleer MeiallttssMe slillgelegt. » Allgemeiner Slrcik der Melallsrbeiler.- Soweit die Lage gegenwärtig bereits überblickt werben � kann, ist der Streik in der Berliner Metallindustrie jetzt allgemein. Ueberall haben die Arbester, der Auffor- derung der gestrigen Vertrauensmänncrversamnstung zu- folge, geschlossen die Arbeit niedergelegt. Der großen Bedeu- tung bewußt,' den diese letzte Phase des Kampfes ihrer Kollegen für die gesamte Arbeiterscfystt Deutschland besitzt, zögmen die bisher noch nicht am Ärcik beteiligten Ar- beiter keinen Äügenblick und traten in den Solldaritäts- streik. Das„Berliner'Tageblatt" glaubt� heute morgen fest- stellen zu.können, daß die Arbeiterschaft keineswegs„streik- lustig" sei. Wenn es der Wahrheit die Ehre geben will', wird es jetzt wohl auch zu der Feststellung gezwungen fern, daß der Streik allgemein geworden ist. Gewiß sind die Ar- beiter nicht streiklustig in dem Sinne, daß der Streik für sie tju« Lust bedeutet und sie aus bloßer Freude am Nicht- srbeiten streiken. Aber wenn, wie in diesem Fall, die Be- kämpfung der Absichten der Unternehmer das solidarische Handeln der Gesamtarbeiterschaft es nötig macht, wenn es gilt, durch solidarisches �handeln die Vergewaltigungsver- suche der Unternehmer zurückzuweisen, dann treten bei allen Arbeitern die persönlichen Rücksichten zurück und das Jnter- esse und die Verantwortung für ihre Klasse bestimmt ihr Handeln. Die Behauptung des„Berliner Tageblatts", daß in den Siemenswerken bereits, gestern mehrere tausend Arbeiter die Arbeit wieder aufgenomnren haben und idnß diese Zahl dauernd im Wachsen begriffen sei, ist voll- ständig unwahr. Auf die Aufforderung der Siemens- leitung haben von den 35(XX) Arbeitern, die-in sämtlichen zwölf Werken beschäftigt sind, nur etM 15C0 ihre Bereitschaft zur Arbeitsaufnahme erklärt. Von diesen haben es ober KXX) nach Aufklärung' des Suchverhalts entschieden von sich gewissen, ihren Kollegen als Streikbrecher in den Rücken 5u fallen. Die Arbeiter der Siemenswerke steh.en bisher noch durchaus geschlossen da. In mehreren Riesenbetriebs-Versammlungen, die von über ilO 000 Arbeitern besucht waren, wurde einstimmig eine Entschließung angenommen, die Arbeit nicht eher wieder aufzunehmen, bis die Unternehmer die Absichten auf Recht- losmachung der Arbeiterräte aufgegeben haben. * Heute um 11 Uhr findet eine gemeinsame Sitzung der Leitung der politischen Parteien, des Ausschusses der Ge< werkschastskommission, des Berliner Völlzngsrats und der Fünfzehnerkommission statt, die über die gegenwärtige Lage beraten wird. Zorlsetzung der Vernehmung veihmanns. Als weiterer Sachverständiger wird bei Beginn der heu- tigen Sitzung des parlamentarisck)en llirtersucharngsaus-' schusscs Freiherr v. Romberg, der frühere deutsche! Gesandte in Bern, vereidigt. Aich er wünscht, daß diese Zeremonie nach der alten, religiösen Formel vorgenommen werde. Herr V. B e t h m a n n hat inzwischen Zeit gehabt, sein Ge- dächtnis aufzufrischen und kann einige der bei der letzten Sitzung unerledigt gebliebenen Fragen beantworten. Der Rücktritt Bryans habe ihn über Wilsons Absichten skeptischer gestimmt. Dem amerikanischen Bot'chafter habe er bei seiner Reise nach Washington im Herbst 1916 keine bestimmten Be- dingungen mitgegeben, �Buriaw der österreichische Minister des Auswärtigen, sei im allgemeinen über den deutschen Wunsch nach einem Friedensschritt Wilsons utsterrichtet gewesen, in den Einzelheiten halte man and) Bundesgenossen nickst auf dem Laufenden. Wichtiger ist die Frage, warum Bethmann der Wilson- schen Friedensoklion zuvorgekommen sei. obwohl der ameri- kanischc Präsident ersucht hatte, in dieser Zeit möglichst wenig von deutschon Friedensplänen zu reden.� Der frühere Kanzler benutzt die Gelegenheit, den Vorwurf der Doppelzüngigkeit zu entkräften, der sich aus dem, Widerspruch zwischen einem Telegramm Zimmermanns an Bernstorff und einer Depesche Bethmanns an Hindenburg ergibt. Zimmermann teilte dem Botschafter mit, Berlin werde eine Aktion Wilsons vorziehen, Bethmann betrieb zu gleicher Zeit die Beschleunigung des deutschen Angebots. Der Zeuge hat das letzte Mal in diesem Zusammenhang von der Politik der zwei Eisen im Feuer gcsprychen, heute ist & bemüht, die Einheitlichkeit der Regierungsbandlungen > Dlklalur und Terror. �arzutun. Seine Darlegungen, d.ie er wieder wörtlich ver- liest, sind unverständlich und weitschweifig, aber wenig beweiskräftig. Nicht recht verständlich ist es, warum Bethmann dann weitsckstveifige Auslassungen darüber macht, daß Amerika von dem drohenden U-Bootkrieg unterrichtet gewesen sei. Wertvoller wäre es, wenn er sich über das G r ü n a u t e l e- g r a m m aussprechen wollte Aber auch dann wünschten wir weniger Energie im Ton als Klarheitder Beweis- f ü h r u n g. �Sitzungsbericht«ms der zweiten Seite.) ver wahlsiez derMeilersarlei intmidan H.N. London, 4. November. Das Ergebnis der Gemeindergtbwahlen zeigt, daß d i c Erfolge der Arbeiterpartei noch weit größer sind, als mau anfangs angenommen hatte. Zwar liegt das vollständige Ergebnis noch nicht vor,"doch steht bereits fest, daß in London die Arbeiterparteien 358, die Konservativen 385 und die Liberalen b5 Mandate erhalten haben. Der Gewinn der Arbeiter ist hauptsächlich ans Kosten der Liberalen entstanden. Soweit bekannt ist, hat die Arbeiterpartei i n 9 von 29 Londoner Grmeinderäien die absolute Maiorität erhalten. Man will auch in diesem«Lahlgang einen wiiastigen Fingerzeig für. die nächsten Parlamentswahlen erblicken,.weil man erwartet, daß es der Arbeiterpartei gelingen wird, die Mehrheit zu erreichen. Dies ist jedoch nicht völlig zutreffend, da die Wählerlisten für die Ge- meinderäten ganz andere sind als für das Parlament. Bis jeht sind auch 35 Frauen gewählt worden. In der ,Pro» v i n z hat die Arbeiterpartei gleichfalls große Erfolge erzielt und über 170 Mandate dort erobert. Ter vergarbeilersireil l« Merika.- 735 000 Streikende! New A» r k, 3. November.(Havas.) Man schätzt die Zahl der Streikenden in den Kohlenberg- werken auf 735 000. 100 000 bis 200 000 Grubenarbeiter arbeiten weiter. Bor dem Generalstreik in Pensylvanien? H. N. L o n d o n, 4. November. Die„Times" melden au? Washington: Man ist der Ansicht, daß die Bergarbeiter sich nichtdurch die Beschlagnahme ihrer Streikkasse einschüchtern lassen werden. Sie»" erwarten, daß die örtlichen Organisationen über genügende Gelber verfügen, um damit den Streik durchführen zu können und daß ihnen weiter auch seitens anderer Gewerkschaften Unter- stühung zuteil wird. Es tvird davon gesprochen, daß eine Jnter- vention von feiten der NegierUng zu erwarten ist, doch steht andererseits fest, daß beiden Parteien eine andere Lösung als gerade der Kampf lieber wäre. Ein ernstes Symptom ist die Tatsache, daß die Arbeitcrföderation in Penshl- vania den HauptauSschuß bevollmächtigt hat, den soforti- gen General st reik zu proklamieren. Die Arbeiter der Fettkvhlemninen schlichen sich an. T. U. London, 4. November. Aus N e w- D o r k wird gemeldet: Die Bergarbeiter der Fett- kohlcnminen sind dem Aufruf zum Streik mit wenigen Aus- '.lahmen gefolgt. Die öffentliche Meinung wendet sich sehr scharf gegen die Bergleute. Militär und Gefängnis gegen die Streikenden. Haag, 4. November. Der Hanger„Nieuwe Eourant" meldet aus New Jork: DaS KviagSnri niftevium gibt bekannt, daß 52 Regimenter I nfanteriie, 28 Regimenter Feldartiller-ie «unid 20 Bataällöne Maschinengewehre wenn nötig zur Verfiigmrg ständen. Di« Rsgicvung hat den'Plan, all« gesetzlichen Waffen gegen die Streikenden bis zum Aeiuher- sien amg/uwenden. Ferner hat I sie die»ficht, jedem Anbsiterführer bÄ Gefängnisstrafe zu verbieten, die Aobcuter zum Streik zu verleiten. Da Bunkerkohlen allen Dampfschiffen erst'dann abgegeben werden, wenn zahlreiche andere Verbraucher Kohlen er- halten haben, fo wird der Handel stark Not leiden. ßaases Befinden mweränderl, In dem Befinden des Genossen Haas« ist seit gestern keine nennenswerte Berändernng eingetreten. Die Schwäche � besteht nach wie vor fort, doch ist die Herztätigkeit gut,! ebenso der Appetit,' Ä. B. Die Frage des Anschlusses wn die dritte Internationale, die jetzt innerhalb der U. S. P. D. Gegenftonid der lebhäftösten AmSei-na-wdersetzung SN ist, steht in engstem Zusammenhang mit der Frage, wie wir uns zur Taktik Des Terrorismus stellen sollen. Alls Der sonntägigen General- versammtung'der Berliner Parteiovganfsatio'N wurde Die — von Genossen LeDebour auf Das entschiedenste be- kämpfte— Behauptung aufgestellt, daß Diktatur mit Terro- nismus iidentilsch fei. Es erscheint Darum nottvenDlig., Die beilden Bsgiriffe LicrrzusteUen'und voneinander abzugvMFen. Karl Marx, der Das ersternal das Wort„Diktatur Des Proletariats" gebrauchte, war jn den Traditionen der De-' mokrat ie aufgewachsen. Aber es war Dies für ihn nicht mehr eine bürgerliche, sondern schon eine proletarische Tra» oition. Denn die Erfahrung Der englischen Charttstenbewe- gung hatte gegeigt, Daß Das Bürgertum nur so lange De.no- kmtisch ist, äls es Der EesviÄchaft Der Arbeiterklasse sdher ist. In Dem Augenblick, da diese, Die zufvmmsn mit Der Vanernschaift Die überwiegende Mehrheit Des Volkes bilDele sich auf eigene Füße stellt, schwindet Die. Begeisterung De? Bürgertums für Die Demokratie, sie wird zur Forderung De? ProletarialtS, Das auf Diesem Wege Die llmfornruNg Der Gesellschaftsordnung Dirrchführen zu können hofft. So Dachten die Chartisten so legte noch Lassa sie auf die Erringnng de? allgemxinen Wahlrechts Den größten Wert. Marx aber erkannte auf GrunD Der mafericklistifchsn GeschiMsamf- fassung, Daß Die Geschichte sich in ihren enticheiDc'nDen Phasen nicht ans evvlutionistischsm Wege entwicksln könn", Daß zwischen Den sich entwiqtelnDen Produktivkräften und den viel starrer bleibenden, Da in starren politischen nnD juristischen Formen sich ausdrückenden P roDnkt i onsnerhAt- ntsseA ein immer größer.werDenDer, Widerspruch entstehe, der zu einer gewaltsamen Lösung trtzioe: zur Revo- lutivn. So ist für ihn Die Gewalt eine ökonomische Potenz,„'Der Gebunshelfer jeder Gefellschaft, Die mit einer neuen fchwangsr geht". Auch'dos Prolletariat—'das erkannte Marx fehr Wohl — kann auf keinem andern Wege zur Macht Helaugen als auf Dem Wege cher Gewalt, Der Revolution. Es muß, wenn es Die reftlofe Verwirklichung des Sv'zittlismus erreichen will, die Umfvmrnng Der GchellfchaftsorDnung ganz in seine Hände nehmen. Da Die andern Klassen Der Gesellschaft kein Interesse an Der Einführung des Svzivlfsmus oder sogar ein Interesse an Der Erhaltung der kapitalistischen Gesell- schgstsorDnung lDben, so kann Das Proletariat nickrt mit den andern Klassen(das heißt auf �demokratischem Wege) Die Gesellschaftsordmrn'g' umformen, es muß Dies ohne öder gegen den Willen Der andern Klassen tun, es muß eine D i k t a t'U r aufrichten. Den Begriff der Diktatur hätte Marx von Der alten römischen Verfassung, entlehnt. Das alte Rom war im großen und'ganzen eine Demokratische Republik gewesen. Ein Punkt Der Verfassung bestimmte aber, daß in Zeilen höchster Rot, meist während großer Kriege, ein Diktator mit unbeschränkter Gewallt, Die nier in ihrer Dauer(ans ein kiallbbs Jahr) beschränkt irar, ernannt werden sollte. Diese Versassungsosstimmung übertrug Marx aus Das Prvle- tanat._ Sein Gsdanlkenganig war'Dabei folgender: Der Grundsatz, Daß'Das Volik, Dessen iibemviegwiDe Mehrheit Doch die arbeitenden Klassen bilden, souverän sei und als ganzes die RegierungsgewM ausübe, muß von jedem Soziaidemv- kiaten als heilig anerkannt werden. Aber in Zeiten Höchster Not, wie es die gewaltsame Lösung der Widersprüche inner- halb Der MrtsÄaftsvrdnumg. Die Resolution, ist, muß die Regierungsgeioalt vorübengehend von einem Diktator über- nommm werden, weil die Gesellschaft in solchen Zeiten nicht anders gerettet werden kann als Durch Die unbeschränkte Herrschaft eines einheitlichen, festen und starken Willens: Das ist während der sozialen Revolution Der Wille des Pro- letariats, das in s e i n e r G e s a m t h e i t die neue Gesell- schaftsordnnng, den Sozialismus will und zielbewußt und willensstark auf ihn hinarbeitet. Das ist die Diktatur des Proletariats, die Marx meinte und die wir anstreben, nickt als Ziel, sondern als unum- aängliches Mittel zur Verwirklichung des Sozialismus. Es ist die unbeschränkte Herrsch- und Befehls- g e w a l t des Proletariats. Ist das aber mit Terrorismus identisch? Kann die Gewalt ohne Terror nicht auskommen? Terrorismus heißt auf deutsch Schreckensherrschaft. Mit dem Wort„Schreckensherrschaft" wird indirekt ausge- brückt, daß es auch eine Herrschaft ohne Schrecken, ohne An- Wendung terroristischer Mittel gibt. Wohl aber muß jede Herrschaft mit einer bestimmten Gewalt ausgerüstet sein, das heißt, mit der Fähigkeit, ihren Willen und ihre Gebote, falls sie mißachtet werden, auch mit Gewalt zur Geltung zu bringen. Es geht also schon aus dem Begriff des Terro- riSmus als einer Schreckensherrschast hervor, daß Gewalt nicht dasselbe ist wie Terror. Man konnte diese Untersckeidung für eine logiskbe Tpitz. findigkoit halten und es soll zugegeben werden, dag die Grenzen zwischen der Gewalt, wie sie jeder Herrschast, wenn sie keine Tchattenherrsckiast sein soll, zur Verfügung stehen mufi, und dem Terror, der darüber hinausgeht, nicht immer leicbt gezogen werden können. Vom marxistischen Stand- Punkt aus ist es aber möglich, diese Grenzen recht scharf zu ziehen. Eine Ncvolution, eine wirkl'chc, wirtschaftlich de- gründete Revolution, die mit dem politischen Putsch nicht zu verwechseln ist. ist nur dann möglich, wenn eine Wntschastsordnuna an ihren Widersprüchen zugrunde geht. Dieser Untergang �ist kein blos; wirtschaftlicher. Die.stlass.m, die die untcraehende Wirtschaftsordnung vertreten, die Herr- sehenden Klassen, gehen auch politi'ch, moralisch und geistig zugrunde ldas chorakteristi-'chcste Anzeichen dafür ist die Masscnslncht der Intellektuellen in die Reiben des Prole- �oriats), ihre Widerstandskraft erlahmt. Ist sie aber nach 70 groß, daß sie nicht anders gebrochm werden kann als durch&:c Anwendung terroristischer Mittel gegen die Vcr- trcter der herrschenden Klass n der allen'Wirtschaftsordnung, fch" muß sich der Terror sogar gegen einen Teil des Pro- lctariats selbst richten, so ist das ein bedcnnichys Anze'chen dafür, daß die alte WirUchaftsordnuna noch nicht ganz reif zum Untergange ist. Die. bloß? Gewalt, die nicht durch die unerbittliche wirtschastlkbe Rotwcndrgkeit sgnkt'onicrt ist, wird n'm Terror, aber die bV"e Gewalt ist unfähig, eine neue Gesellschaftsordnung zu schaffen Denn die Gemalt ist nur die GeblirtShcl'crin, nicht die Eebäreude s"lbst. Darum wollen die Unabhängigen Sozialdemokraten, die auf dem Voden des Marxismus stehen, die Diktatur des Proletariols, lehnen aber den Terror als Werkzeug der Tiktal� ab. Der Terror ist enlweder�das letzte, auf die Daue, natürlich unwirksame VerzweifliingS- mittel, eine zum Untergang verurteilte' Wirtschaftsordnung aufrechtzuerhalten(siehe N o S k e) oder ein ebenso unwirksames Mittel, um eine noch leSenssöbige Wirtschaftsordnung vor der Zeit umzuwälzen(ei.avn dritten Iall: Terror als verfehltes Mittel, um das Tempo der Umwälzung zu bc- schleunigen, mag das. heutige Rußland darstellen). Ter Terror kann aber nicht das Mittel einer Klasse sein, die sich, im marxistischen Geiste groß geworden, der wirtschaftlichen Bedingtheit oller Politik bewußt ist und die von der Er- kenntnis durchdrungen ist. daß wenn das qon.ze Proletariat einig ist im Willen, auf dem Wege der Diktatur den Sozia- 'lismus zu erkämpfen, der Sieg des Sozialismus auch ohne Terror gesichert ist. Aus dem vnlersuchuu'SMschuß. Der Sitzungsbericht. Der Zweite Unterausschuß des Parlamentarischen Untersuchungsausschusses'seht« ncrch dreitägiger Pause seine Vcrhand- lunge.i über dk FriedenSmöglichkciten am Dienstag wieder fovr. ' Vorsitzender?tbg. Warmnth eröffnet die Verhandlungen um lOZH Uhr uro verewigt zunächst den früheren deutschen Gesandten in Bern, von Romüerg, der als Sachverständiger vernommen werden soll. Darauf wird in der Wahrnehmung beS früheren yicichSkanz- terS von Tcthmann Hollweg fortgefahren. Vors. Warmuth richtet eine Neide von fragen an Herrn von Bethmann Hollwcg und bittet ihn, seine Aussagen vom Frei- tag zu ergänzen, und zwar in der L.ivltung, inwieweit cer Rücktritt B rv a n S die Auffassung des Reichskanzlers über Wilsons FriedrnSabsick>ien beeinflußt habe, ob an den Botschafier Kerard konkrete Friedensbedingungen mitgeteilt wuroen und ob Baron Burian über die FriedenSaktion unterrichtet worden sei. von Bettmnnn Hollweg: Der Rücktritt BrvcmS ist selbstverständlich unter den politischen Umständen, unter denen er erfolgte, von u'. r naci, jever Ricl-lnng hin beobcr�et worden. Sein Tin- druck auf mich hat lediglich die PlepsiS, die sich im weiteren ver- lause bei mir gebildet hat, nock) verstärlt. WaS die Mitteilung konkreter Friedensbedingungen an Gerard anlangt, so habe ich schon erklärt, daß ich ihm konkrete FriedenSbedingungen niemals mitgegeben habe. Dazu lag fiir mich keine Leranlassung vor. In meinen häufigen Gesprächen mich Gerard, er pflegte mich nach jeder ReichStagSrede zu besuchen, habe ich ihn im allgemeinen über meine Auffassungen über etwaige FriedenSbedingungen uni> meine Stellungnahme zum Friedensprogramm, die ja aufgestellt wrden sins. nirbt im Unklaren ge�sien. Ich glaube nidto, daß Botschafter Gerard aus allem, was ich ihm gesagt habe, jemals etwas anderes hat entnehmen können, als daß die Friedensbedin- gungen, die mir vorschwcb cn, durchaus maßvoll gewesen sind. Dann die Frage, ob Burian fortlaufend orientiert worden ist über unsere Fneder.Sdemarche in Washington. Selbstverständlich ist bei meinen wiederholten Unterredungen mit Burian, sowie mit dem österreichst'ch-ungarifchen Boüchafter in Berlin über FriedenSmeglichkeiten auch die Eientnalitat eineS Friedens durch Wilson erörtert worden. Daß dem Präsidenten die Roll« eines Weltfriedensbringers erstrebenswert war, war allgemein bekannt.� Vurlan erschien WlsonS Tät.gkcit wegen feiner offen» baren Hinneigung zur Entente wenig wünschenswert. Ich war trotzdem der Ausfassung, daß unS ein Friedensappell Wilsons nur genehm sein könne, was Burian niemals bestritten Hai. Ob Bunian fortlaufend von allen unseren«inz'lnen Schritten in Washington unterrichtet worden ist. werden die dem Ausschuß zur Verfügung stehenden Akten ergeben. Ich vermag auZ memer Er- innen, ng darüber niöbtS zu sagen. Abg. Dr. Sinzheimer: Ist Burian mitgeteikt worden, daß Gras Veinstorff instruiert worden ist, einen Friedensappell Wilsons heibeizusühren? von Bethmann Hollweg: Ich möchte darguf aufmerksam machen, daß auch- Bundesgenossen gegenüber eine solche genaue £n ntiernng über die Ausführung dessen, was wir erstreben, nicht gebräuchlich zü sein pilcgt. Mir scheint das Entscheidende zu sein, daß Burian nach unseren Unterredungen völlig im Klaren darüber sein mußt«, daß mir und der deutschen Politik ein Fredensappell W.Isons erwünscht war. Der Herr Vorsitzende hat daw. zum Ausdruck gebracht, ich hätte meinem Wunsch«, durch Wilsen» Vermittlung tatsächlich zu einem Frieden zu kommen, durch mei. e Wirksamkeit teilweise nicht nac>' ge-eben. So hätte ich beispielsweise dem Wunsche Wil- sonS nicht Rechnung getragen, sein Friedensangebot vor dem unseligen zu verwirklichen. Bleimehr hätte ich mit unserem Fr edendar-ebo" dem Wilsonschen zuvorkommen wollen. Hierauf antworte ich: Mir kam e» darauf an, zum Frieden zu kommen. Welche Gründe mich zu dim eigenen Friedensangebot bestimmt haben, habe ich am Freitag ausgeführt. Da WilwnS Friedens- appell bis zu dem Augenblick nicht verwirklicht war, wo wir mit unserem Friedensangebot hcranZkommen muhten, wenn wir über! Haupt ein.solches mcihen wollten, io ist dieses Friedensangebot erlassen worden.— Der Herr Vorsitzende bat weiter gesragt, warum ich den durch Graf Bernstorff Ubermittelten Wunsch deS Präsidenten Wilson, mit unseren Bedingungen nicht vor s.tner FriedenSaktion berauSzukommen, ignoriert habe. Hierauf ant. werte ich: Mit FriedenSbedingungen sind wir bei unserem Friedensangebot ja nicht berauSzekommrn. Wir haben dielmehr nur ganz allgemein die Grundlagen angegeben, auf denen wir in FriedenZverbaNdlungen einzutreten bereit waren. Bei dieser Eelegnhefr einig« Bemerkungen, die sich war nicht auf formuliert« Fragen, aber doch auf Gedankengänge beziehen, die in den bisherigen Verhandlungen angeklungen sind. Offenbar besteht vielfach die Ansicht, daß wir mit der Betreibung unteres Friedensangebots und der gleichzeitig laufenden Betreibung einer amerikanischen FriedenSaktion eine unzuläsfiqe und in ihren Folgen schädliche Doppelaktion unternommen haben. Zur Unterstützung dieser Anstcht-sind zwei Telegramme herangezogen worden, das eine vom 20. November an den Grasen Bernstorsf, in dem«s heißt: .Friednattion Wilsons würden wir unserer im Telegamm Rr. 11k vom 22. 11. erwähnt»» Altion— nämlich der Ankündigung unserer Bereitwilligkeit zu ZriedenSverhandl-ungen vorziehen/ Das andere ist vom?7. 11. an Hindenburg gerichtet. An den Bo schafter in Washington?ft tefegrapHert worden:.FriedenSaktion Wilsons würden wir unserer im Telenramm Nr. 116 vom 22. 11. erwähnten Aktion vorziehen Hierfür jedoch un- bednngt erwünscht, daß Wrb'on sich zu baid�em Sandeln,«omSg- ttch bei Eröffnung des Kongresses oder unmittelbar nachher«nt- schließt. Bei Hinziehen bis Neujahr oder später würde Abflauen militärischer Operation während deS l cerfelldzug.es FviedenS- neigung in öffei.tliche: Meinung bei©c�.icrn herabstimmen, andererseits weitere militärische Vorbereitungen für Frühjahrsoffen- sive erforderlich machen, deren Durchführung dann wieder beim Militär Widerstand-gegen FriedenSaktion vernnotlich stärken würde. Bitte diese Gesichtspunkte vorsichtig, ohne Empressement, äls Ihre persönliche Ansicht bei House verwerten und mich fort- laufend über Sachlage telearaphisch untttrichtetz." Der entsvrechcnde«bs-ch in dem Telegramm an Hindenburg lautet:„Präsident Wilson hat vertraulich den Grafen Bernstorff wissen lassen, daß er in der Zeit zwischen jetzt» und Neujahr einen Friedensappell zu erlassen gedenke. Ob er seine Absicht wirklich ausführt, bleibt völlig ungewiß. Er ist unentschlossen und scheut ängstlich ein« Zurückive-isung. Wir müssen damit rechnen, daß er den Appell nur erläßt, wenn er dessen strikte Ablehnung durch die Entente n.cht zu erwarten braucht, d. h., wennFich die Enten« in ver neue Gott. Einen neuen Gott will ich verkünden, der Erfüllung meines Glaubens sicher, dennoch demütigen Herzen». Der neue Gott Da die' alten Götter tot sind, fanden manche von unZ in der Einsamkeit ihrer reinen Stunden das neue Gesetz. Manche mach- ten ihm aus ihrem Herzen vAltäre, aus ihren Willen Botschafter, aus ihren Taten Vorläufer. Aber sie hielten ihr Wissen geheim wie ein Zeichen, das ihr Leben den Freunden kostbar, den Massen fremd und verdächtig machte. Sie trugen die» Wissen hell an der Stirn für ihre wahren Verwandten; sie gaben sich von ihm Kund« ohne viel Worte. Aber wenige nur sagten«S laut, lachten eS klingend hinaus, was einst der erste Verkünder in alle tragenden Winde schrie: Tot sind alle Götter. Nun wollen wir, daß der Uebermensch lebet(Der liebermensch? Wir nennen ihn den Menschen von morgen. Uebermensch wird er sein, weil er uns Heutige übersteigt. Aber Mensch wird er bleiben, viel inniger Mensch als wir: diel weniger solch zerrissenes Ding mit Flatterflügeln und Klumpfüßen. Eine höhere Einheit wird er bilden:«inen volleren Klang auS sich schaffen. Doch davon spä- ter.) Sie mußten leben; da» hieß: mit jedem Atemzug Kom- promisse schmieden. Sie mußten sich einen Beruf erkämpfen und erhalten: da» hieß: ihre Seele verleugnen und ihre Ueberzeu- gung verloltern. Heute haben wir die Freiheit gefunden, die die Gemeinschaft verleiht. Gelobt sei, blutig«, unselige Revolution!, die du so klagbor verdorben bist, daß un» zu jeder Stunde da» Herz weh tun muh. Ein» hast du gegeben, das nicht zertreten werden kann: du hast die stärkste Gemeinschaft der Welt ge- schassen, dep Bund der revolutionären Jugend, die die uralte, kaum je erfüllte Forderung der Gedankenfreiheit, der Freiheit offenen Bekenntnisse» mit ihrem Leben verwirklicht hat. Schöpserischer Geist, ist un» nicht mehr Allmacht hinter Wol- ken, außerweltliche Kraft, die die Dinge ringsumher schuf und den Menschen zum Herren über sie. Schöpserischer Geist ist uns die mit verstandeSmäßiger Erkenntnis nie zu ergründende Kraft des Menschen, sich seine sinnliche Welt der Dinge und seine über- finnliche der Wertschätzungen zu schaffen. Glauben wir an eine Aufwärtsentwicklung de» schöpferischen Geistes, so wissen w'r, daß unsere Seel, gleit in unsere eigene Hand gelegt ist, daß wir Herren der Zukunft sind und einst Beherrscher dessen sein werden, was jetzt an Weltwundern uns beherrscht. Immer mehr Rätsel werden ihre natürliche Lösung finden, weil die verfeinerten Er-' tenntniswerkzeuge ihren Ursprung, ihre Auswirkung und ihre Mündung überschauen lernen. In den Begriff.Gott" hängen wir all unsere Unfähigkeit, zu erkennen.«'/ In die Forderung.Mensch" legen wir all unsere Fähigkeit, zu erschaffen. Wir erkennen, daß»die Welt im Menschen anfängt", da» heißt: daß sie jeweils die Gestaft annimmt, die wir spiegeln können, also kleine und kümmerliche für kleine und kümmerliche Sinne und Geisteskräfte, große und verheißungsvolle für hoch- entwickelte,— unbegrenzte für frei gewordenen Geist. Unsere schaffende und erkennende Kraft wird auf ihrem EntwicklungS- gang immer neue höhere Welten aus dem Chaos rufen. Heutige Rätsel werden, wenn sie erkannt, neuen Fragen weichen, die der schöpferische Geist sich zu immer neuem Antrieb stellen wird. Das Wunder ist nicht au» der Welt verbannt; eS blickt un» auS der Tiefe der Menschenaugen, aus der Harmonie der irdischen Formen an; eS faltet immer noch. Hände und beugt Knie. Aber wir suchen eS nicht mehr über Wolken; wir fühlen seinen Atem in eigener Brust. Endlich lernen wir aufrecht gehen und unsere ganze Kraft oer selig-unseligen Erde zurückgeben, von der wir sie empfingen. Allzu lang machten wir ein Jammertal auS der Welt, weil unsere Dcelc eine jammervolle war. Haben wir erkannt, daß sie die Mutter aller Dinge ist, daß uns nicht? widerfahren kann, das nicht schon unser Eigen wäre, so können wir auS dem Jammertal einen Blütenzarten schaffen,— vorausgesetzt, daß unsere Seele blühend Ist.. Unsagbare Schuld haben wir auf uns geladen, alt wir un» über daS Elend der Mitmenschen mit dem Sprüchlein trösteten: Die hier mit Tränen säen, werden dort mit Freuden ernten. Heute wissen wir: Kein Schmerz, den unser Bruder erleidet, kann ander? zum Segen gewandelt werden als durch seine eigene Kraft und unsere Liebe. Die Welt gehört dem Menschen? So gehört er auch ihr ganz. Es gibt keine Ausflucht. Was er nicht aus seinem Leben bildet und waS er nicht in sein Leben hineinzieht, bleibt ihm ewig verloren. Zwar nimmt die LebenS- kraft, die in ihm wirkt, bei der Wandlung, die wir„Tod" nennen, neue Formen an, die wieder ihre neuen Möglichkeiten zu irdischen Leiden und Freude i haben: doch ist der KreiS des einmaligen Menschenleben» mit dem Untergang de» persönlichen Bewußtseins im.Tode" unwiderruflich geschlossen, läßt keine Linderung rr- littcner Schmerzen, kein Nachholen versäumten Glückes mehr ein. Daraus erwächst die Forderung>an den Menschen von morgen, die wir groß über unser Leben schreibenz «ner verpastung«inwer, vre vre irnri««m?ynvng mim ernr, von uns auszehenden Friedensangebotes nicht wahrscheinlich macht. Ich lasse dahingestellt, ob unsere Lage bei FriedenSver- Handlungen, die auf einen Appell von Wilson eröffnet wcrd.n, günstiger ist, als wenn die Verhandlungen die Folg« eine» von uns gemachten Angebots sind. Zweifellos aber ist unsere Situa- tion besser, wenn die Ablehnung aller Verhandlungen durch die Entente einen Appell Wilsons, alS wenn sie ein Angebot von uns trifft. Deshalb wird die Unpopularrtät, der ein Wilsonscher Appell in weiten Kreisen bei uns bazeanen wird, für unsere Enitschlüsse nicht maßgtbenid se:n dürfen. Auf der anderen Seite werden wir bei der Unsicheohcit, die über den Entschlüssen Wilsons bis zum letzden A-u-genb-l ck schweben wird, und bei der nrit dem For.schreiten des Winders ab- nebmenden etwaigen Geneigtheit unserer Feinde, aus Friedens- Verhandlungen«ingugehen, den psychologischen Moment für ein eigenes Foi«Hen San, gebot über der Hofxmrng auf� einen Appell Wilson- nicht ungenutzt vorüberehcn lassen dürfen." ©in Doppcspiel kann auS diesen boide-n Tesegramnren in keiner Weise abgeleitet werden. Es werden in einem Stadium -der Vordere itung Erwägungen angestellt und Voraussetzungen er- örtevi, die notwendig angestellt und erörtert werden mußten. Wsder ist in dem einen Telegramm die arm erika nische Aktion, noch in dem andrrei uniere eigene Aktion ausgeschlossen worden. Wie steht eS nun mit der zweiten Version, die darauf hinaus- geht, ich hätte durch gleichzeitige Betreibung der beiden Ak.ionen gegen den Präsidenten Wilson ein Dopjzeispiel gespielt? Dazu bemerke ich zunächst— darüber besteht ja auch tecn Zweisei— daß unser Bolschafier über beide Möglichleiten auf dem Laufen- den gehalten tvo.ee n ist. Arn 22. November«-st der Botschasier bereits davon unterrichtet.worden, daß wir planen, unsere Frie- denSbotschaft öffentlich zu erklären. Wenn nach der damaligen Lage in Amerika diese öffentlich« Erklärung unserer Verhandlungsbereit- scba't die Wilsonsche Aktion hätte beeinträck-ügen od'r seinen guten Willen stören können, so hätte unser umsichtiger Boischaster aus Grund seiner genauen Ken.rttn-is der-m-aß-ge-benven umemka-nischen Persöulachkeit-en gewiß nicht versohlt, vringen-d« Warnungen nach Berlin gela-ugen zu lassen. Dazu war« a-uch vollauf Zeit gewesen. Mir«st n-icht«rin-nerlch, und ich habe in ben Akten keinen Anhalt dafür gesunden, daß dies geschehen wäre. Ich habe darübelr gesprochen, u-i-d will nur noch o-n die Mitte il-ungen des Grafen Bernstorsf erinnern, daß unser Frie- den-sang-sbot auf die paz-a-si-stische Strömung in Amerika sehr günstig gewiitt hat. und dag die Starte dieser pazifistischen Strömung für Wilsons Haltung wesentlich war. Der Vorwurf eines illoyalen Doppelspiels wurde m-ch höcksstens dann treffen. wenn ich. während ich die Wilsonsche FriedenSaktion betrieb, gleichzeitig an den N-B»»tkricg gearbeitet hätte. Aber das habe- ich nicht getan. Meine ganze Arbeil an der FriedcnSaltion ist darauf gerichiet gewesen, dem drohenden N-Bootkncg durch Her- beiführung einer recht�ci'igen FriedenSaktion— die natürlich Aussicht auf Erfolg ver>prcchen müßte— unnötig zu machen. In der Sussex-Note hatten wir ausdrücklich gesagt, daß für den Fall, daß die Schritte der amerikanischen Regierung wegen der Wiederherstellung der Freiheit der Meere bei England nicht zum Erfolge führen würden, dl« deutsche Regierung sich einer neuen Sachlage gegenübersehen würde, für die sie sich die volle Freiheit der Entschließung vorbehalten müsse. In meinen Ge- Iprächen mit dem Botschafter Gerard habe ich diesem wiederholt von den Umständen und von den Kräften im Volke gesprochen, die auf den U-Boolkrieg drängten. Schließlich, am 21. Dezember, also unmittelbar nach dem Wilsonschen Friedensappell, erklärte der Staatssekretär Lansing in einem vielbeachteten Interview, die Wilsonsche Note sei ergangen, weil Amerika selbst an die Schwelle des Krieges heranrücke. Also w-crr-um es- sich handelte, wußte Amerika genau. In W-ashi-ng'on hat irgendwelche Täuschung über die Sage nicht bestanden, geschweige denn, daß wir versucht hätten� ein« TMi» schung hervorzurufen. Hat!« ich mich nun dadurch, baß ich ben FriedenSapvell Mk? scmS betrieb, in seine Hände gd-yl-en? DaS wäre nur r-ann der Fall gewesen, wenn wir ihn gewissermaßen zu unserem GeschästS- führer gemacht und uns verpftich et hätten, von allen eige-n-en Ak» tionen, die einen diel-Ieicht zukünftigen Friedensappell Wilson» stören könnten, abzusehen. Das-ist nicht geschehen. ES lag also folgende Situation vor: Unser Friedensangebot war in Formen abgelehnt, die uns zu der Ueberzeugung bringen mußten, daß die �Entente auch auf Wilsons FriedenSnote.«ine Antwort geben würde, die jede Basis für annehmbare Vcrhand, lungen ausschloß, und haß hiernach keine Aussicht auf eine Ver- Handlungsbereitschaft der Entente in absehbarer Zeit bestand. Die Antwort der Entente vom 12. Januar aus die Wilsonsche Frieden». note hat den Beweis für die Richtigkeit dieser Auffassung ergeben. War aber die Situation so beschaffen, so hatten wir jetzt volle AktionSfreiheit und mußten sie haben, wenn wir überhaupt noch eine selbständige Rolle in diesem Kriege spielen wollten. (Die Sitzung dauert fort.) Heilig sei dir da» einmalige, unwiederbringliche Menschen» llebenl Suche mit all deinen Kräften, mit all beiner Liebe die Brüder von den Fesseln zu befreien, die der höchsten Eni- Wicklung ihre» Leben» widerstreiten. Gib ihnen mit dieser EntwickiungSmöglichkeit die Kraft, alle Schmerzen und Wonnen de» Seins in stch hineinzuziehen, alle Dumpfheit der Resignation und der marklosen Hoffnung auf himmlische Vergeltung crvzutun in dem strahlenden Willen: Herr und Schöpfer der Erde zu werden. Einer Erde, die der Hauch deS Geistes umweht und ewig neu gestaltet. Der Mensch von morgen wird in dei/Vervollkommnung eignen Wesens, in einsiedlerischer Bereicherung seiner eigenen Seele nicht mehr befangen bleiben, wie einst die Besten. Denn wie könnte er die Schuld ertragen, tatenlos zuzusehen, wie der übrigen Mensch- heit da» einzige Gut, über das sie Meister sein könnte, vorenthalten wird: die Möglichkeit, zu sich selbst zu kommen und so da» Höchste und Tiefste aus ihrem Leben zu schaffen. Eine doppelte Aufgabe ist ihm gestellt: Arbeit an der Wirt. sch östlichen und politischen Befreiung der Massen, um durch veränderte, geistig gehobene Einrichtungen den bisherigen SklavenderArbett die Möglichkeit zu geben, sich auf-sich selbst zu besinnen und in allmählichem Fortschreiten ein Reich der Brüderlidjkeit und Gerechtigkeit heraufzuführen. Und Arbeit in der Stille, an der Einzelseele, so wollen wir in Wahrheit das We5tbild umgestalten. ES gilt, allen Glauben und alle» Hoffen, die bisher unerhört an die Wolken flatterten, ganz bewußt, mit ergreifender Innigkeit auf den Menschen zu wenden.� An ben kommenden Menschen glauben, das heißt: Der unbegrenzten Entwicklungsmöglichkeit des schöpferischen Geistes sicher sein. Lore Karrenbrock. � Die„Soziale Bühne" versprach„neue Werke uni> Talente" für die SonntagS-Ve�anstaltung im Blüthneriaal. Alfred N o s s i g zeigte in einer Szene ans' seinem neuen Drama„Der letzte König", daß er angchchlagene Motive noch immer nicht durch» führen kann. Auch die Schlußszene au» dem Drama«C a n o s s a" von Josef Wenter, blieb infolge der Breite des Dialogs trotz Bruno Tuerschmansss glänzenoer Rezitalise farblo» und ante- quiert. In der„Tribüne" la» am Sonntag V.rmittag, Hermann N owak vor spärlich ers«y»enenem Publikum aus eigenen Werken. Da» Artistische seiner Kunst trat am stärksten in einer stofflich guten Novelle„Hanta" zu Tage. Seine subjektiv herausschreiende Siiinklchkest bleibt rn einer unglaublichen Verwahrlosung de» SlsslS hängen, D« Keiial�NaOMat�. vW- Das verbal der„Deulfchen Zel.vng" aufgehoben. Die.Deutsche Zeitung" teilt ihren Lesern mit, daß da- Ver» bot, das Herr NoSic Tr.tx sie verhängt hat, wieder ausgehoben sei. Zugleich kann sie frrvoestrahlend berichten,»aß sie ungezählte Zu- sohriften der Anerkennomg erhalten habe und daß sie hassen dars, daß daZ Verbot der Verbreitung oes Blattes außerordentlich ge- nützt habe. In einem Leitartikel setzt das Blatt dann auseinander, daß eS sich in seinem Kampfe gegen die sch!varz-rot-goldene Regie- rung cmrch keine Gewaltmaßnahmen irre machen laffcn werde. Wir erfahren nuS dem Blatte ferner, daß ihm die Anklage- schritt wegen Bckeidigui�g des NcichS-Fingnzministcps Erqberger zugestellt worden sei. Die Anklage lautet auf for- male Beleidigung nach ß 185 de? Strafgesetzbuches. Herr Erz- bcrgcr bestreitet, jemals behauptet zu haben, daß die Million Gold- mark im Falle Manheim nicht aus Staatsmitteln, sondern aus Privaimiitcln gezahlt worden seien. DaS alldcussche Hauptorgan hat also nicht allzu lange unter dem Verbot zu leiden gehabt. Nun fragen wir die Regierung, wie lange die Cchonde des Verbots der.Freien Jugend" noch bestehen soll. Glaubt die Negierung auf die Interessen der Arbeiter geringere Rücksicht nehmen zu dürfen als auf die Jntcr- essen der schwerindustricllcn Geldgeber, die hinter der.Deutschen Zeitung" stehen. (fn tob füt Boele. Der Berliner Vertreter des„F i g a r o", eine? der reaktionär- Ken Pariser Blätter, veröffentlicht einen Artikel über die Lage in Deutschland, der von Lob für Noske überfließt. ES wird darin gesagt, daß eS nur Noske zu verdanken sei, daß der Bolschewismus nicht auch in Deutschland triumphiert habe. Ihm sei«S dank seiner diktatorischen Vollmachten gelungen, die SpariakuSunruhcn niederzuschlagen und jetzt sei er mit Erfolg dabei, die von ihm wieder hergestellte Ordnung auch aufrecht zu erhalten. Dieses Lob aus reaktionärem französischen Munde hat NoSke bokkauf verdient. Während daS französische Proletariat immer deutlicher sieht, welche Sünden die Partei dieses Mannes gegen die deutsche Arbeiterbewegung, gegen die revolutionäre Erhebung des Proletariats gegen das Kapital begangen hat, erkennt die Bourgeoisie, daß sie in NoSke und seiner Partei die besten Bundes- genössen hat. Je mehr der internationale Kapitalismus die Methoden NoSkeS lobt, mit desto größerem Abscheu werden sich die Arbeiter von ihnen abwenden. Amnestiefolgeu in Sberschlesien. D. hl. Oppeln, 4. November. Nachdem bereits die noch nicht abgeurteilten Teilnehmer an den Holnischen Aufständen im August h. I. auS der Untersuchungshaft entlassen worden sind, wurden jetzt auch die abgeurteilten Auf- rührcr aus dem GeHchtSgefängniS entlassen. Unter den Eni- lasscncn befinden sich auch solche, die bis zu fünf Jahren Ge- läuguis hatten. Bomän'en und d'e Enlenke. H.N. Paris, 4. November. Der Oberste Interalliierte Rat hat unter Vorsitz von Pichon «ßne Sitzung abgehalten, in der beschlossen wurde, der rumänischen Regierung«in Telegramm zu schicken,>n dem das Erstaunen des Rate« ausgedrückt wird, daß noch immer keine Antwort auf die Kollektivnote vom IL. Oktober«ingetoffen ist und in der weiter gebeten wird, sofort zu antworten. Die Note vom 12. Oktober war in sehr ver- söhnendem Tcne gehalten und setzte atiseinander, daß die Alliier- ten die Grenzen, die für Rumänien und Ungarn festgelegt wur- den, nicht ändern können. Die Sonserenz zur Bekämpfung des yungers. Amsterdam, 4. November. .Telegraaf" meldet aus London, daß die von dem Rat zur Bekämpfung de» Hungers«ißberufene Konferenz gestern begann. Die Presse wird nicht zugelassen. Am Dienstag wird über die Wirtschaftslage in verschiedenen Län- der» in Europa Bericht erstattet werden. Zunahme des Vichbefiandes. DaS vorläufige Ergebnis der Vieb'Mnng vom 1. September weist«ine geriwge Zunahm« des Viehbestandes nach Seit dem 2. Aamiar d. I. bat sich der Viebbeöand erhöbt um. Stück: 5578 beim Rindviehbestand, 280 000 beim Jungviehbe stand, 1 194 121 beim Schweinebestand, 08 000 boim Zuchtsauenbestand. Abgenommen hat der Bestand an Milchkühen und jiälbcrn um etwa je'11 000, die Zahl de: Schafe um ea. 200 000 und der Pserde- bestand um rund 20 000 Stück. Aus der Arbeiskonferenz. II. N. Washington, 4. November. Die Arbeitskonferenz hat in ihrer 5. Sitzung die Frage be- handelt, die von verschiedenen Seiten vorgebracht wurde, daß die Mitglieder bei der Feststellung de» Bureaus der Konferenz nur für RegierungSvertretcr gestimmt haben. Es wird auf die Bestim- mung hingewiesen, daß jede Regierung zwei Delegierte uns die Unternehmer und Arbeiter je einen Vertreter ernennen sollten. Indem man jetzt seine Stimme nur für die Regierungsdelegierten abgab, ist die Ueberlegenheit der Regierung noch weit größer geworden. ES wurden verschiedene Kommissionen ernannt, u. a. eine zur Prüfung der A r b e i t» l o s i g k e> t und eine zur Behandlung der Arbeiterfrage in feindlichen Ländern. vel den Stadtverordnetenwablen«n Sonn erbielt da» Zen- -wm 32, die Vereiuliateu Büvgcrlich'u Parieren 11, doe Rechts. -—'■sten 18, die Unabhängigen 2 und der Mieterberoi? 2 wr Abstimmung nicht billigten. Sie verlangten fpÜffer vom Parteitag eine nochmalige Abstimmung, da erst dadurch die wahr,. Meinung der Delegierten zum Ausdruck kommen werde, doch wurde dieser Antrag abgelehnt. Aufgehobene« Verbot. Da« Verbot rnsereZ Essener Parteiorgans.Ruhr-Echo"«st ausgehoben worden. 14. Konferenz der Freien Bereinigung der Krankenlassen der Provinz Blaudenburg. Die Konferenz fand am Montag vormittag ihren Fortganz. Erschienen waren auch Vertreter des ReickSversicherunsiSamteS, des Obe rverfiche n: iifl ton Iii, der Lande �Versicherungsanstalt und der Generqllmmurssion. Der Divcktu. der Allgemeinen Ortskrankenkasse Berlin Albert Kohn eröffnete die Tagung mit einem Referat über die kommende Reform der Reich sversicherungS- o r d n u n g. An Hand voi Zeugnissen zahlreicher Autoritäten legte er dar, daß die Lolksgefundhei t an einem kritischen Punkt« an gelangt sei. So ist die T n b e r- tu lose infolze des Krieges zu einer ausgesprochenen Volks- krankheit geworden. Im Jahre 1017 habe sie um 50 Prozent, 1013 um 70 Prozent zugenommen. Auf einen Todessall kämen im Durchschnitt fünf AnsteckungSsälle in der Umgebung. Die Geschlech'SkrafUheit>.n haben das ganze Land durchseucht und haben sich auf dem Lande stark verbuchtet. Die Grippe hat allem ISO 000 Todesopfer in Deutschland gefordert. Auch die Zahl der Aborte und die Saug- lingSsterbl'chteich habe eine erschreckende Zunahme erfahren. Uebcrhaupt sei eine Abnahme der kör- perlichen und geistigen Fähigkeiten, sowie eine erhöhte Nervosität zu verzeichnen. Hier können nur grundlegende Maßnahmen helfen. Der geeignetste Weg er- scheine in emer einheitlichen Zusarnmenfassung aller Zweige sozialer Wohlfahrtseinrichtungen. Hierzu gehöre vor allem eine generelle Regelung des Aerztewesen». Die freie Arztwahl muß aufgehoben werden. Das Interesse des Arztes darf sich nicht mehr auf Vermehrung seiner Patienten und �Erhöhung seines Einkommens beschränken. Dieser Geschäftssinn der A e r z t e habe zu ungeheueren Schäden an der Volksgesundheit geführt. Es mutz auf Einrichtung zentraler Beratuugs- und BehandlnngSstellen, diagnostischer Institute usw. gedrungen wer- den. Nie war die Notwendigkeit einer Menschenökonomie grüßet wie j«tzt> Nach einer lebhaften Diskussion, in der u, a. die llebervor- teilung der Kranken durch die Aerzte zur Sprache kam, hielt dann Dr. S i m m e I einen längeren Vortrag über die B e- deutung der Neurose als Nachwirkung des Kriege». Bekanntlich ist die Neurose eine Nervenkrankheit, die sich weder mit Hörrohr noch Mikroskop, feststellen läßt. Hierzu ge- hören alle die Zitier- und Krämpfeersebemungen, die ihren Grund in seelischen Störungen des Menschen haben. An zahl- reichen Beispielen führte der Redner aus, wie verheerend der Krieg hier gewirkt habe. Nur dem Kri«�, der alle Moral�esetze umgeworfen hat, ist eS zu verdanken, wenn die in zedem Menschen schlummernden Grausamkeitsinstinkte wieder wach ge- worden sind. Es ist daher ganz verkehrt, wenn man solchen kranken Menschen wieder mit Gewalt und Grausamkeit begegnet. Nur die Psychoanalyse kann hier mit Hilfe des Traums und der Hypnose Hei ung bringen. Es sei jedoch bedauerlich, daß dies« Wissenschaft noch nicht offiziell von der medizinischen Fakultät anerkannt ist. Hätten die ärztlichen Berater der O. H. L. eine Ahnung von den unbewußten Funktionen des menschlichen Kör- vcrs aehabt, sie hätten als erste von allen auf rasche Beendigung des.Krieges buiugcn müssen, statt immsr wieder neue Opfer au die Front zu schicken. Die Neurose ist«ine soziale Krankheit. und es war äußerst interessant, wie der Redner aus seinen bei der Neurose gemachten Erfahrungen auf die als soziale Krank- heilen zu behandelnden Verbrechen schloß. Eine psychoanalytische Voliklinik sei bereits in Berlin eist- gerichtet und den Krankenkassen zur Verfügung gestellt. Zum Schlüsse der Tagung referierte der Geschäftsführer de» .Hauptverbandes deutscher OrtSkrankenkassen L e h ni a n n über die PensionSversicherung des Versicherung«. Vereins deutscher Krankenkassen. Um eS nämlich auch der kleinsten Kasse zu erinöglickien. ihren Angestellten Ruhegehälter zu gewähren, sei dieser Versicherungsverein gegründet worden. Der Referent riet allen anwesenden Kassenvorständen zum Anschluß, wodurch sie auch die Ansprüche ihrer Angestellten in deren Sinne läsen konntsn., Nachdem dann durch Zuruf der Vorstand und Geschäft?» führende Ausschuß gewählt worden war, wurde mit allen Stimmen die folgende Entschließung angenommen:: „Die Konferenz stellt sich auf den Boden der Grundzüge einer Umgestaltung der Sozialversicherung und der Wohlfahrts- Pflicht, die der Hauptverband deutscher OrtSkrankenkassen in der.Ortskrankenkasse" Nr. 14 vom Jahre ISIS veröffentlicht hat. Jede Verbesserung der Sozialversicherung fetzt vor allem eine Neuordnung der ärztlichen Versorgung der Versicherten voran?. Nur dann ist die allgemeine Einführung der Familien- krankenkasse möglich. Die Sozialversicherung wird nur bei grundlegender Umgestaltung erfolgreich an der Hebung der Volk-sgesundheit mitwirken und damit den Wiederaufstieg de? deutschen Volkes sichern können." Damit hatte die Konferenz ihr Ende erreicht. Wochen noch zahlte die Firmst M. I. N«t«sta5?. BeMst W zwei Kasslererinucu bl) M. monatlich, n'.cht wöchent�ch. i|t e. denn kein Wunder, wenn die Angestellten sich nicht mehr audcr» zu helfen wissest, als ihren Ausbeutern, in des Wortes wahrster Bedeutung, die Zähne zu zeigen. Durch scheinbares Entgegen- kommen und olle möglichen Vorspiegelungen suchen die Herren Unternehmer ihr Personal zu zerspliiterr und einzeln in die Be» triebe zu holen. Drohungen mit sofortiger Entlassung und �n- aussichtstellen von besonderen Vergünstigungen wechseln sich av. Nichts jedoch kann die Angestellten veranlassen, von ihren Forde- rungen, die durchaus in mäßigen Grenzen gehalten find, abzu- gehen. Den Prinzipaen, die sich noch immer als Herren im Hause fühlen und dem Personal gegenüber entsprechend auftreten, wird gezeigt werden, daß die vornodemberlichen Zeiten vorübev sind. Im Streik bcsinoet sich das Personal folgender Firmen: I. Berlowitz, R. Dorndorf, M. I. Neustadt, Ber- lin W, Salamander Schuhgesellschaft m. b. H., Der S ch u h- Hof, Karl Stiller? SchuhwarenhauS. In den Geschäften der Firma H. Lei'er Nächst und Arcnstein wird nicht gestreift, da diese Angestellten seit langer Zeit bedeutend höhere Gehälter be- i. Arbeiter, übt Solidarität, unterstützt die Streikenden! ziehen. Zentralverband der Angestellten. Fachgruppe VlI. Schwartzkopfsarbeiter B. M. A. G. Wildau. Mittwoch, von 12 bis 3 Uhr, Auszahlung der Streikunterstützung im Casino. Mitgliedsbuch mitbringen. C. Beermann. Mittwoch, nachmittag, 2 Uhr, Beltriebsvcrfamm- lung in der Rennbahn. Die Arbeiter und Arbeiterinnen der Berliner Fertisgußsirine» nahman in einer stark besuchten Vensammiung Stellung zu den von den Arbeitgebern geplanten Maßregelungen der Streitenden. Der Rciferont ging an Hand eines vorliegenden Protokolls auf den geplanton Angriff der Untevnehmer auf die Grundrechte der Arbeiter ein und teftlte mit, daß d« Finmen Bauer u. Co., Fertig- guß, Götze �u. Jammer, Raijrlwch u. Cie., Spritz- und Preßguß G. lnr. b. H. und Bernhabd Thoomann in der Sitzu-ivg der Acbeit- gebet vertreten waren. Die Arbeiter der Firma Fertiggutz und Spvitz- und Preßguß stehen im Stroit wegen Ablehnung der ein» gereichten Forderungen. Diesen Streik haben die führenden Fit- men benutzt, um gegen die Arbeiter mobil zu machen und eine Verschlechterung der ArbeitZ>bcdingungcn herbeizuführen. Man plant die Einführung von schwarzen Listen nnd will den Arbeit» nchmerm in den Bctvieben, wo bisher Akkordarbeit nicht bestand, diese aufzwingen. Die tatsächlichen Verhältnisse zeigen aber, daß eine Venbesscrung der Lohn- und �lrbml�bedingnnaen in den Berliner Fertiggußfivmey dringend notwendig ist. Wie aus dem vonlliegcnden Maierial hervorgeht, bestehen«nißeoovdcntlichs Unterschiede in den Verdiensten der einzelnen Bemiste. Die Löhne der Werkzeugmacher �be wegen sich zwischen 1,80 und 4,32 M. pro Stunde, die der Spritzer Mischen 2,00 und 3.20 M. pro Stunden die der Arbeiterinnen in Lohn Mischen 1,00 und 1,80 M., in Akkord zwischen 1,75 und 2,00 M. pro Stunde. Bei der Firma Dhormann stehen die Löhne am schlechtesten. In der Disffnifsum wurde da? Vorgehen der Arbeitgeber scharf kv:disiert. Die noch in Arbeit stehenden Kollegen verpflichteten sich, ihre im Ka.mipf stehenden Bernstsgenossen zu unterstützen, um gemeinsam den Anschlag der Unternehmer abzuwehren. Em« entsprechende Reso- lution wurde einstimmig angenommen. che. Aus See Vurkei. Die bayerischen Genossen und die Internationale. Aus Bayern wird uns gesibrieben: Auf oem byyriscken Landesparteitag ist mit 80 gegen 62 Stimmen bei 20 Stimmenthal- tungen der Anschluß an die 3. Internationale beschlossen worden. Dieser Beschluß bedarf einep Erläuterung, denn in Wirklichkeit war die große Mehrzahl der Delegierten gegen oen bcdingungS- losen Anschluß an Moskau. Nurchurch eine unrichtige Abstimmung kann dieses Ergebnis zu Stande. Für den Antrag auf Anschluß an Moskau stimmten 88. dagegen 82 Delegierte. Die 20 Delegier. ten. die sich der Abstimmung enlhielten, waren alle scharfe Gegner oe» Anschlusses an Moskau. Sie enthielten sich per Abstimmung. nicht weil sie keine klare Stellung hatten, sondern weil sie die Art Eine mißglückte Aktion. Vom Betriebsamt der Allgemeinen Ortskranken- k a s s e der Stadt Berlin war für Montag nachmitlag eine Per- sonaivcrsaminlung nach dem Königstadt-Kasino einberufen. Nach Erledigung einiger unwesentlicher Punkte wutde eine von Rechts sozmlisten eingebrachte Resolution zur Debatte gestellt, welche be sagt, daß die Metallarbeiter in ihrem Streik, soweit er be. r e ch t i g t e wirtschaftliche Forderungen vertret/e, zu unterstützen seien. Weil der Betriebsrat in zwei Rundschreiben angeordnet habe, daß jeder Ängeslellte Strcikmarkeu zu entnehme« habe- smännliche Angestellte per Mon»t 10, weibliche 5 M.) und außerdem ausgefordert habe, über nicht zahlende Kollegen.eine Liste an den Betriebsrat einzureichen, sollte dem Betnebsrat ein Mißtrauensvotum erteilt und sein Rücktritt verlangt werden. Eine solche„Diktatur" dürfe man sich nicht gefallen lassen. Genosse Kubig verteidig!« die Hand- lungweise des Betriebsrates, die Rundschreiben seien ergangen, weil von be st immter Seite dagegen agitiert wor- den sei, die kämpfenden Atetallarbeiter zu unterstützen. Die anschließende Diskussion war erregt, zeii- weilig sogar recht stürmisch. Die Reck ssozialisten wanotcn olle möglichen demagogischen Mätzchen an, sie konnten es jedoch nicht verhindern, daß über ihre Resolution zur Tagesordnung über- gegangen wurde. , Stteik in den Schuhwarenhausern. Von der bittersten Not getrieben, sind die Verkäuferinnen der Schuhwarengeschäfte am 3. November in den Streit getreten, nach- dem die Herren Chefs jedes Verhandeln über die eiiigereichien Forderungen abgelehnt halten. In dieser Branche werden noch Gehälter von 100 M. und darunter gezahlt und v»r wenigen Erhöhung des Schulgeldes in Berlin? Vor einem halben Jahr versprach der Ministerpräsident in dem Schulprogramm der preußischen Regierung Unentgeltlichkeit des Unterrichts und der Lernmittel Jetzt soll das Schulgeld er- höht werden. Worte— Taten! Der Stadtkämmerer beeilt sich nun, ebenfalls dieses verwerfliche Mittel zu ergreifen, um ohne Rücksicht auf die dadurch verstärkte Unterbindung der geistigen Entwicklung, besonders der Proletarierjugend dem Stadtsäckel einige Hunderttausend zuzuführen. In der letzten Sitzung der Deputatisn für die höheren Schulen wurde deshalb über die Erhöhung des Schulgeldes ver» handelt. Unsere Genossen lehnten natürlich nicht nur eine Er- höhung des Schulgeldes ab, sondern vertraten mit Nachdruck die alte sozialistische Forderung der Unentgeltlichkeit de» Unterrichts. Bis zur Erfüllung dieser Forderung verlangte Genosse Wehl! freie Schule für alle mit einem Einkommen bi» zu 4000 M. und Staffelung des Schulgeldes nach� der Höhe des Einkommens mit Berücksichtigung der Kinderzahl und besonderer Begabung. Mit Entrüstung wandten stchhie Vertreter der bürgerlichen Parteien, besonders der Demokraten, gegen diese„kommunistischen" Forde- rungen. Es ist noch nicht lange her, daß auch die Demokraten für Unentgeltlichkeit des Unterrichts eintraten, und es soll auch heute noch einige geben, die auf diesem Standpunkt stehen. Rückwärts! Immerhin stimmten sie und die Mehrheitler nach einigem Schwan« ken diesmal noch gegen eine Erhöhung deS Schulgelds, um nicht ihre Anhänger zu stark vor den Kaps zu stoßen. Welche Stellung die deutschnationalen Männer«innahmen, braucht wohl nicht ge- sagt zu werden. Wir weisen die Regierung erneut auf einen Weg hin, auf dem große Ersparnisse und gleichzeitig ein gewaltiger Fortschritt im Erziehungswesen erzielt werden kann: di« kollegiale Schu l- lcitung! Durch Einführung derselben würden in Zukunft die höheren Gehälter und Pensionen der Schulleiter und die großen Amtswohnungen fortfallen, der Reaktion in der Schule würde da» Rückgrat gebrochen und die Entwicklung freier Erziehung?- Persönlichkeiten zum Nutzen des Volkes mächtig gefördert werden. Wie stark die Reaktion besonders die höheren Schulen be- herrscht, wird die Ausführung de? Beschlusses der Schuldepulafion zeigen, der die Schulleiter anweist, am 0. November die Schüler zu versammeln, um ihnest die Bedeutung diese? historischen Er eignisses klar zu machen. Schriften zw ¥m AT der fintematloi�aie In den nüchsten T&�en enchelnt: ARTHUR CRi SPIEN: Zur Geschichte der Internationale. Anhans; Llteraturvcrzelclmto. Frei» 1.50 M. ALEXANDER STEIN: Das Problem der Internationale. Anliang: BcscfiMIsse und Richtlinien der i?. upd B-lntor» nationale. Preis I.SO M. Weitere Hefte in Yorbercjtun?, 'Jestellungen auf die beiden ersten Hefte erbitten sofort Buchhandlung der Verlagsgenossenschaft„Freiheit" 1 Berlin NW 6, Schiffi-auerdamm 19 ( Das Postzeitungsan'.k. In der! letzten Zeit häufen sich die Kkrzen der Zeitung?» ficgleher, daß die von ihnen abonnierten Zeitungen mit großer Unrcßelmäßigkeit feiten� der Postanstalten geliefert werden. Die Tatsache der unregelmäßigen Lieferung soll an sich nicht be- stritten werden. Es wird aber versucht, diese unregelmäßige Liefe- rung der Zeitungen auf das Konto der beim Postzeitunasamt be- schästigten Hilfsträste zu setzen. Einige � Berliner Zeitungen haben/ wahrscheinlich von offiziöser Seite inspiriert, auch schon Notizen gebracht, in denen diesen Hilfskrästen der Vorwurf nach» gelassener �Zuverlässigkeit gemacht wird. Wer die Verhältnisse sowohl auf dem Pvstzeitungs-amt als auf den andmn Verkehrsämtern der Oberpost-Mrekt on kennt, der weiß, in welcher«inseitigen Weise seitens der Behörde gegen die Ausheifer im Postdienst vorgegangen wird. Man ist bestrebt, hiese nach Tausenden zählende Berufsschicht erwerbslos zu machen, um dafür Anwärter und Beamte einzustellen.. Dieses Bestreben der Postbehörde hat in letzter Zeit zu Masseneinstellun- gen von Arbeitskräften geführt, die zur Beamteirlaufbahn erzogen werden sollen. Diese angeworbenen Kräfte sind jedoch auf dem Gebiet der praktischen Arbeit große Neulinge. Mit den techni'chen Arbeitsverrichtunzen sind sie durchaus nicht vertraut. So liegen die Verhältnisse auf dem Postzcrtungsamt. An den meisten Sielleti sitzen heute nicht mehr die Hilfskräfte, sondern die An- Wärterinnen für die Beamtenlaufbahn. Da» Bestreben der Ober- post-Direktion Berlin hat dazu geführt, in kürzester Frist große Massen di-xsep AnWärterinnen einzustellen, die frei von jeder Sach- kunoigkeit usid Kenntnis der praktischen Arbeit, die Aushilfskräfie ersetzen sollen. Hier liegt die Wurzel deS Ucbels der unregelmäßigen Liefe- rung der Zeitungen.— Es muh auf die Hilfskräste empörend wirken, daß der desorganisierte Amtsbetrieb auf ihr Konto gesetzt wird, während die wirklich Schuldigen in den Kreisen der oberen Postbehörde zu suchen sind, die nicht schnell genug die„bösen Hilfskräfte" abschieben können, um dann den Postbetrieb mit Neu. stngen zu besetzen. Aus dem Cemelndeleben. Spanbau. Die Stadtverordneten-Versanrmkung am Freitag bot einige mtevessante Momente. Bei Beratung des Ausbaues bor zweigleisig.'n Straßenbahn in der Streitstraße zwischen Schützen- und Mertensstraße fand eich heftiger Zusammenstoß zwischen dem Demokraten Mund und den soFiaktstischen Parteien Achtung. Bauarbeiter! Da lniola« itl gr»v«a Andrang«» dt« ArteIt»»rnn>tUuna tm ssimnur 68 nicht mehr tiufncdt zu«Italien ist, findet dtesetbe somit nachm. von 8— V Mir und Sonnabend» sotm. von 10— 1 Uhr tm Saal 9 des lSew-rtlchaflshause» statt. S» werde« vermUtclt: Maurer S— 4 Uhr Gips- und Zementbranche 4—5* HUssarbeiter 5—«„ Wir cguchtn{omu unsere Kollegen, diese» beait-ten zu wollen. &>«»«Vorstand. statt. Genosse Reichert und der RechtsstchtÄist Jahnke traten in scharfer Weise dem Demokrat?» Mund entgegen, der in einer zur Sache selbst nicht gehörenden Art und Weise der Stadtverwaltung vorwirft, daß sie mit Zustimmung de: sozio- listifchen Parteien mit dem Oelde der Steuerzahler in einer un- Verantwortlichen Weise umgehe, wenn die Pfiasterarbeitcn in eigener Regie übernommen weiden. Nachdem sich der Demokrat einen Ordnungsruf zugezogen, wurde die Vorlage mit dem Zu- saPan trage, die Arbeiten in eigener Regie auszuführen, ange- nommen. Ohne Aussprache werden 181 000 M. für N yt- st a n d s a r b« i t e n in der Stadtforft bewilligt. Bei der Be- ratung d.w Vorlage über Erhöhung der Bezüge der städtischen Hilfskräfte beantragte Gen. D a h l k e, daß den Angestellten, die durch Schiedsspruch schlechter gestellt werden, da? frühere Gehalt weiter gezahlt werden sollt«. Dep Redner kritisiert� dann scharf die Art der Behandlung der Hilfslräste durch den Stadtrat Dr. Behnisch. Der Oberbürgermeister wandte sich in erregtem Ton gegen die Ausführungen. War die Stim- mung bisher ein« friedliche, io wurde siz jetzt stürmisch. Gen. Drescher meinte, daß es Zeit wäre, mit verschiedenen Magi» stratsmiigliedern«in ernstes Wort zu reden, wem: sie glauben, mit dem Kopf durch die Wand gehen zu können. Er wurde hier, bei vom sttchtssozialisten Jahnke unterstützt. Oberbürgermeister Dr. Wölk sah sich genötigt, zu erklären, daß er der Vor- sammlung das Recht der Kritik nicht nehmen wolle, auch er muß zug.ben, daß nicht richtig verfahrep worden sei. Nach weiteren Ausführungen wurde di« Vorlage nebst Zusatzantrag de? Gen. Dahlke angenommen. Bei Beratung der Forderungen deS Internationalen Bundes der Kriegsbeschädig- ten beantragte Gen. Dahlke-die Aufhebung der Steuerfreiheit der städtischen Beamten und befürwortete warm etliche Forde» rangen der KriexsbcschÄngtsn. Nach weiteren Ausführungen i>:3 Bürgermeisters Stahl wurde dum Kommission Z» und Magi« straisbeschluß zugestimmt. Pankow. Gomeindevertreter-Sitzunz. Zum Vorsitzenden deS GeivorbegcrichtS wurde Herr Ritter gewählt. Hierbei wurde vom Genossen Neu mann der Wunsch ausgesprochen, daß das Gewcrbegericht sein Hauptaugenmerk auf schnellste ErlcdiMing aller Klagen zu richten hat. Der hicsigen Lungenfürsorge wurde ein Luschutz von öOOO Mark bewilligt. D i« Krank heitS» ziffer ist um 300 Prozent gestiegen. Vom Genossen K u b i g wurde hierbei auf die ungenügende Milchversorgung hin- gewiesen. Der Gewährung von wirtschaftlichen WerhilfeN an ehe- malige KviegSigeifangene wurde zngclstimmt. Für den Bau»an Arbeitert oohnunzen in Säönwalöe wurden 24 000 Mark bewilligt. 200 000 Mark wurden für Ankauf von Hotz lleslinün?. Crne schärfere Konirolle wurde beim Verkauf verlangt, damit, wie Ge- nosse Spiekermann nachwies, es unmöglich ist, daß das Holz auf Schleichwegen nach Berlin verschoben wird. Ueber das V«r- halten Der Lehrer gegenüber dem Kindern, welche wicht am Re�i» gionsunterricht teilnehmen, wurde lebhaft gellagt, und es kam zu säarfen Auseinandersetzungen mit den Bürgerlichen. Unsere Genossen konnten durch eigene Erfahrung mit ihren Kindern nach- weisen, daß ein Teil der Lehrerschaft nicht willen« ist, sich dem heutigen Zeitalter anzupassen. tedensmil'eUslender. Stralau. Am Sonn abend,. 8. Nooember, auf die Alstchnitte Kg, 79, 73 und 74 ber Lebensmittelliarte zusammen 1000 Er. ausländ. Bohnen; auf Abschnitt 84 258 Gr. Marmelade; auf Ab-rhn tt 35 153 Er. Nudeln. Di« Abschnitt« sind bis Mittwoch in den Geschäften odzugeden. Marienoors. 7 Pfd. icartofseln; 20 Er. Butier: 70 Er. Margarine? 230 Er. Zleischwciren; 3 Päckchen Milchsühspeis«. Amnelbung für 500 Gr. ausländ. Hülsenfrüchte aus die Abschnii!« 7g und 72 der Erog- Berliner LedensmlttelKarte bis zum Donnerstag bei einem beliebige«' Händler oder in einem der beiden Gemeindeläben. Aus den LrMuiMsyen. Partelorganisationen Groß-Berlins und Brandenburgs. Heute, Dienstag abentz, 7Va lltzr, in der Arbeiter-Bildung sschuie, Schicklerstr. 5,�Sitzung des Aktions- rotes von Berlin und Brandenbui-g und d e r-D i st r i k t s v o r s ich c n d e n. Ferner sind zur Teilnahme berechtigt die Vorstände der vier Distriktsleitimgen. Pünktliches und vollzähliges Er- scheinen wird erwartet. Alt-ElienIcke-sfalKenberg. Mittwoch abend 7 Uhr«ißerord»ntlich« Generaloersainmluiig bei Habrecht, Wilhelmstraße. 17. Distrikt, 3. Abteilung. Mittwoch abend 7 Uhr Abtr lungso««« samnllmig im Iungfernheideschloßchen, Eeestr. 128. Milgliebsbuch legitimiert. Ve?e!ns?s?lenher. Int-rnatisnoler Bund der Kriegsbeschädigten, Teilnehmer und Krlegerhinterbliebenen, Bezirk N or b o st. Mittwoch ab«»i> 7 Uhr Versammlung in der Bötzow-Brauerei, Prenzlauer Allee. Berantwortlich für die Üledaktion Alfred Wielepp, Neukölln. Berlagsgenossenschaft„Freiheil", e. E.�m. b. H-, Berlin.— Druck der Lindenbruckerei und Berlagsgesellschast m. b. H., Schiffbauerbamm 10. Uta er, ekle» In 250. Aull«!«' Hygiene der Ehe Aerztllcher FOhrer für Braut- und Eheleute von Frauenarzt Dr. med. Zlkel, Charlottenburs. Aus d.' Inhalt: Ueber die Frauen-Organe. Körperliche F.hetauglichlcelt o. Untangllchlceit. Ocbär- u. StillfahigkeiL Frauen, die nicht heiraten sollten! etc.— Enthaltsamkeit u. «Ausschweifungen vor der Ehe. Eheliche Pflichten. Kensch- hclt. oder Polygamie? Hlndemlise der Liebe etc.— Krank- Le/txn in der Ehe. ROcksUnde früherer Ueechlechtskrank- heilen. Vorbeugung und Ansteckungsschnte.— Körperliche Leklen der Ehefrau., Entstehung und Hellung der weiblichen j«' islsItüMe, Folgen der Kinderlosigkeit. Gefahren späten flelratens für die Frau.— Neurasthenie nnd Ehe. Hysterische Anfälle. Hygiene des Nervensystems bei Mann und Frau etc. Bezug geg. Elnseudg. v.M. 2.— od.'Nachnihme durch Medizin. Verlag Dr. Schweizer. Abt. 343, Berlin NW 87, RepkowplatzS Q esch äftsverlezunc I Infolge Vergrößerung haben wir unser Qeschäftslokal nach Weinmeisterstr. 18(Eingang Oormannstr.) verlegt nnd bieten In bedeutend erweiterten Orschäftsräumen zu bekannt billigen Preisen reichste Auswahl In Qardlnenstoffen und -Resten. Meier von vier Mark nn. AhgepaQte Schelgsrdlnen, Fenster zwanzig Mark. Elegante Künstlergardineu(dreiteilig) aus feinsten TUllstolfen. Mullstoffen nnd büntern Ma- drnss tolf. 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