Einzelpreis 15 Pfennig- 2. Jahrgang Mittwoch, öen 5. November 191� Nr. 537/ V 245< �benö-?iusgabe Di»»jr»>I>«tt�»»scheint in»»«««,«nd nacknnlttaz» m fem* mid jefttag»« in»» in»»;««, »«* L«,n»,p»»i» brhial Ni fr»i«i Anstellung hu Hau, fst» Graß�eriin M Mrtiiem Pastbezug menatl. 4�5 M» Ni Anstellung unter Sereifband st» ventschlanb bUtO DT, fit, Aiuland 7L0 DT, pet 8ti«f IJJO DT. Iltbofrt«« und embitlan: Berlin RW.«. Schiffbauerdmm» 1»«H, yernsprecher: Arm Korten«895 und«8»«� Jnsetai» Nsten die achtgefpalt. Nanpareillezeil« obe» deren Raum T,Z0 M k, DTartanzeigine da» iettgedeucki» wart SO Pf, f«de»»eitere wart 25 Pf.?euening»zufchlag TO ptoj. TW samilien» n. Detfammlung, anzeigen fällt der Zuschlag fart. Znferat« für den darauf» g�genden lag müssen spätesten» bi, z Uhr nachmittag» Ni der Expedition aufgegeben lein. Jnjeroten-Abietlung: Berlin NW.«, Schiffbanerdamm I» Fernjprecheri Amt Norde« S7«S berliner-Organ bar Unabbänglgm Sctfidömofratie OeatJWtaada Ter kmnps m das Meilerrecht. Da» Attentat der Berliner Metallindustriellen segen die Grundreck)te der Arbeiterschaft hat mit Recht lebhafte Em- pörung bei demjenigen Teil der Arbeiterschaft, dem die To- lidarität noch alz etwa» Heilige» gilt, hervorgerufen. Nur den rechtssozialistischen Führern ist e» wiederum vorbehalten. den um ihr Recht kämpfenden Arbeiter in den Rücken au fallen. Der Kampf um da» Koalition»recht wird von ihnen tot geredet und tot geschrieben. In einem Auftuf d«S Vorstände» der BezirkSorganisation Troß- Berlin der G. v. D., der heute früh im„Vorwärt»" erschien, wendet sich dieser„gegen jede Ausdehnung de» Kampfe» auf die lebenswichtigen Betriebe, sowie auf die übrigen Zweige tmsene» ohnehin schweb zerrütteten Wirtschaftslebens", und der Borslhende dieser BezirkSorganisation. Herr Franz k r ü g e r, widmet dem Streik in derselben Nummer de» »Vorwärts" einen dreispaltigen Leitartikel, in dem er sich abmüht, diesen Streik als einen politischen hinzustellen. ftuch er warnt die Mitglieder seiner Partei vor einer Be- teiligung an diesem Streik, der sich nicht zuletzt gegen seine Partei selbst richte. Soviel Worte, soviel Unwahrheiten. Alle» DnimHenim reden schafft die Tatsache nicht auS der Welt, daß eS sich nicht um einen politischen Streik handelt, sondern einzig und allein darum, daß die Arbeiter nicht gewillt Iind, ihre Vertrauensleute maßregein zu a s s e n. Sie wissen, daß, wenn sie dieses ruhig hingehen ließen, der Willkür der Unternehmer wieder Tür und Tor geöffnet fein wird. Und darum find sie bereit, den schweren Kampf auch noch länger durchzuhalten. Natürlich ist die bürgerliche Presse hocherfreut über das Verhalten der Recht» soziaiisten. Spricht doch schon da»„Berliner Tageblatt' in seiner heutigen Morgenausgabe von einer Wirkung»- lostgkeit der Generalstreieparole. Dieses Blatt sieht der woitere» Entwicklung de» Streiks, da die Mehrheit» Fraktion der Sozialdemokratie diesem «ukstand durchaus ablehnend gegenüber- siehe, mit Ruhe entgegen. Auch ander« bürgerlich« Blätter äußern sich in ähnlichem Sinne. Sie vertrauen zuversichtlich auf die Handlangerdienste der Rechtssozialisten Sympathiekundgebung aus dem Reiche. Tie S»»irkSlonstrenz der«rbelter» und Betriebsräte de« Bezirk» Helle h«t sich mit dem Berliner Zlletollarieiterprei! de satt und sollende Entschließung angenommen: .Tie»m Nontag in Halle tagende Sonferenz dee politischen Brtlj dSvertrouenSleute de» Bezirk» Hall» erblick» in dem Bor- g-llef, de»«»ternrdmertum« gegen dir st eikenden Berliner Me tallarbeitrr, die AnSfchnß- und Betrieb»mitslieder nicht wieder in ihre alte»»echte einzusetzen, einen Angriff auf die Grundrechte der Ard eiterschaft, de? sich gegm da, gesamte Proletariat de» ganzen»eiche» richtet. Die BetriebSdertranenSlrute de» I«. dvstriegediete» Halle spreche» den streikenden Metallarbeitern Berlin» ist e volle Sympathie au» und verpflichte« sich, die Hallesche Arbeiterschaft aufzuklären über die arbeiterfeindlichen Pläne der Scharfmacher, vor allen Dingen werden sie dahin wirke«, daß«de all G e l d s» m« l«» g e» vorgenommen werden, um den Berliner Genoffen da» Durchhalten in ihre« schwere» ftoMpffe ,n erleichtern. Weiter erklärten sich die Vertrauensleute, daß sie auch bereit feien, — wen» e» sei« muß— aktiv in de« Kampf ein ,«greifen und denselben»n de» ihrigen ,« «» ch e u. vis SesmzeuturkSlehr. BerNa,». Aobember. Die ReichllKenkralstellc für Krieg»- und Zivilgefangene teilt wit: Der Xitrantport der Kriegsgefangenen auv England schreitet planmäßig fort. Bieher sind ca. 2LS OOV Krieg»- gefangene an» englischer Hand heimgekehrt. E» desteht b-«� ttgt« Hoffnung, daß die noch in England befindlichen ca. 66 000 Gefangenen gegen Ende de» Monat» November diese» ftahre« in die Heimat zurückgekehrt sei«»erden. Die auf den Azoren interniert gewesenen Deutsche» Jlnd seil dem llv. Oktober 101S mit dem Dampfer„Lothar Boh- oii" auf d,« Heimweg begriffen und dürfte» i« Laufe der nächst«, Woche in Deutschland eintreffen. Aür die Internierten in Spanien ist ei» Dampfer ge- chartzirt, auf de« sich diese am». November ISIS in Bitbaa«in- tchisten werden. Die«elsngmw» ou« Nogtzpt«» ff* geyenwartig zum größten Teil mit den beiden Dampfern.Ehrisjiaj gthg* und �fuiüewoi" nach dir He>«iai mstelwcaß. Die Verhandlungen mit England hinsichtlich der praktischen Durchfühvung de» im Prinzip zug-st«lss!>'nen WtranSporte» dor Gsstingenen«mg Indien dauern immer noch fort. Die Vorbereitungen für den SbtrauSport d« Gefangenen au» Japan hat die Schweizerische Gciandtscstrft in Tokio in die Hand genommen. Mit bcnt AbtraiUbport der noch in Rumänien befindliche« Gefanginen kcrnn in nächster Zeit gerschnet werten, während üb« den Bsttran»port au« Sibirien und Türke st an gegen- würtig nichts Reue» zu berichten ist. Die neuesten Zeitungsnachrichten über de» angeblich be- gönnen«» Abtransport der deutsche» Kriegsgesang». «en in Frankreich find unzutreffend. Die vngehbrigen werden dringend gebeten, nur solchen Nachrichten Glaube« zu schenken, die amtlich veröffentlicht werden.(£» ist selbstverständlich, daß die Oestintlichkeit über jeden Fortschritt auf amtliche» Wege unverzüglich Kenntnis erhält. Die verlehr»sperre wird keine« Einfluß anf de» H«imtra«»po.t der Gefangenen haben. Heimkehr der Sanitätssollmten aus Frankreich. Berlin, S. November. General N u d a n t, Vorsitzender der interalliierten Waffen- stillftandskommistion, hat in einer Note an den Präsidenten der deutschen Waffenftillsiaodslcmmission mitgeteilt,»aß nach einer Entscheidung de» französtschen Unterstaat»sekr?tär» für Militär- justig alle bi»her in Frankreich zurückgehaltenen und unentbehr- lich gewordenen Sanitätssoldaten in die Heimat entlas- sen werden sollen, soweit eine derartizc Maßnahme vereinbar ist mit dem Gelundheittzustand der deutsch«» Kriegsgefangenen und den dem.genannten Unterstaatssekretär zur Bersfigung gestellten Transportmitteln. Die Zahl der entbehrlichen Sanitätssoldaten«nd den Zeitpunkt ihver Heimsendung werde» noch bekanntgegeben. Dnnische Absage an Zudenilsch. Helfingfor», 6. November. Di« finnische Regierung hat Judenitsch schriftlich mitge- trist, daß Finnland außerstand« ist, militärische Hilf« gegen die Bolschewickl zu gewähren und be- gründet diese Weigerung mit den begrenzten finanziellen sowie militärischen Hilfsquellen. Weiterhin wird hervorgihoben, daß die Entente Finnlands Teilnahme weder offiziell unterstützt noch ökonomische und militärtechnisch« Hilfe vorspreche. Dagegen sin- den Verhandlungen über eine freiwillige militärische Hilf« von finnischer Seite statt. Die Russen bereiten«inen MobilmachungSpIan für alle„befreiten" russischen Gebiete vor. Auch alle waffenfähigen Russen auf finnischem Gebiet solle» zwangsweise mobtltstert werden. verkauf deutscher Schiffe au hMud unzulSssig. H. N. PeriS, 6. November. Dar Oberst« alliierte Rat hat Holland mitgeteilt, daß bor Rat nach wie vor auf feiner Entscheidung beharre, daß der verkauf deutscher Schiffe an Holland seit KriogSouSbritch nicht mehr gestattet fei. Sie tmlsche SriegsproMMtsti. E» wird heute noch eimnal Traf Bernstorfs der- hört, und zwar soll er sich über die deutsche E i n w i r- kung auf die amerikanische Presse und den amerikanischen Film auslassen. Er fetzt auseinander, daß die deutsch« PrPopoganda hinter der englischen zurückstand. Dernburg habe zunächst eifrig und nicht ohne Erfolg ge- arbeitet, sei aber dann drüben mißliebig geworden, weil man ihm nachsagt«, daß er die Deutschameritaner gegen die übrigen Amerikaner ausspiele. Man geht dann aufs neue zu der Frage u&n, ob die Wilsonsch? Aktion unter englischem Einfluß gestanden habe. Der amüsante Herr Zimmermann hat nämlich diese Meinung in einem amtlichen Schriftstück geäußert und muß nun heute wieder verzweifelte Anstren-gungen machen, mit sich herauszureden. Er will sich auf Meinungen de» Mini- ster»«ine neutralen Staate» gestützt haben: e» wird ihm aber von T o t h« i n tmd Sinzheimer bös« zugesetzt und er gerät immer tiefer in die Patsche. Herr v. B e t h- mann wird nervo». Um so nervöser, al» Genosse Cohn durch Befragen BernstorU» feststellt, daß da» Generalkonsulat in New Fork in seinen Berichten noch Berlin«ine von der KotDaft stark abweichende Auffassung vertreten bat, ckGitzunvSbericht auf der 2. Seite.V J •) Zur Irage dee Znlernalionale. Von Sepp Oerter. ysi einem Lande, ha» mitten in der Revolution st-äa, und das die Periode durchmacht, wo die Reaktion all ihre Kräfte organisiert und zum Teile schon anwendet, um dl« Revolution vollends niederzuschlagen, gibt es für eine re- volutionär« sozialistische Partei, so wichtig die Frage Internationale mich ist, doch noch Angelegenheiten,»Ve bedeutend wichtiger sind. Mir erschiene z. B. notwendig, duß die U. S. P. D. in den Mittelpunkt all ihrer DiSknsti-itvw und Beratungen die Aufrüttelung, die Tamm- lung, die Vorbereitung der Massen stelle, um die Fortführung der sozialistischen Revolution in Deutschland, wenn eS notwendig ist. zu erzwingen. Dadurch würde der Internationale und der Weltrevolution ein wesentlicherer Dienst geleistet, o!S durch den fetzt bis zur Erschöpfung deS Gefühles und de? TeisteS geführten Kampf über die Frage, ob wir nach Torf oder Moskau gehen sollen. � Eine jede Partei muß ihre Handlungen bestimmen lasten von ihnen Grundsätzen und den dringendsten Er, fordernisten des politischen Kampfes. Ein« revolutionäre Partei hat in einer revolutionären Epoche alle ihre Hand- lungen und Entschlüsse einzustellen auf die Fortführung und den Sieg der Revolution. Don diesen Ansichten auZ erscheint mir in der Gegenwart, in der sich die U. S. P. D. befindet, die Frage der Internationale von minderer Aktualität zu sein. Sie erscheint mir minder aktuell, weil die sozialistischen Arbeiterparteien oller Länder jetzt als erste Pflicht haben, durch revolutionäre sozialistische Taten et» Bekenntnis abzulegen für den Sozialismus. Auf diese Parteien der sozialistischen Tat und d«S Klassenkampfes wird sich die neue sozia- listisch« Internationale fester und unzer- reißbareraufbauenalZouf Programme und Platt- formen. Di« Zeitpunkte zur Auslösung dieser sozialistischen Taten sint> in allen kapitalistisch entwickelten Ländern nahe, weil die Massen von Tag zu Tag klarer erkennen, daß ge- rade da» Verbrechen des Weltkrieges den Kapitalismus reif gemacht hat zum Zufammenbnich, weil durch den Weltkrieg die Klastenfcheidung nach ausgeprägter wurde, weil die Masten im und am Weltkrieg deutlicher erkannten und er- kennen, daß sie die Unterdrückten und Ausgebeuteten sind; eine Erkenntnis, die sich in gesteigertem Klassenkampf mtS- drückt. In dieser Zeit, wo in der internationalen Arbeiter- beweg img alle» im Fluß ist, wo sich eine gewaltige Um- gruppierung der Arhoitermassen vollzieht, wo neu« Formen de» KlastenkampfcS gesucht und angewandt werden, ist jederVersuch, eineJnternationaleaufdem Boden von theoretischen Programmen und Resolutionen zu begründen, verwirrend und verhängnisvoll. Denn auf diese Weise wird nie die International- der revolutionären proletarischen Massen begründet, sondern nur die Internationalen vei- schiedener Gruppen oder Parteirichtungen, die natürlich eine Parodie auf die Internationale sind. Mit dem Mute, der Hingabe, dem Eifer, der fast zu« ZelotiSmuS steigt, Eigenschaften, die UN» Deutsche immer auszeichnen, wenn eS sich um Nebensächliches handelt, wobei man da» Hauptsächlich! so leicht vergessen kann und vergißt, wird gegenwärtig in unserer Partei gerungen um: Hie Genf — hie Moskau. Eine recht gezwungene Gegen iibe-rsteltimg. Denn Genf würde Moskau»nd Moskau GenfnichtauSsch ließen. Die zweif« Internationale ist tot. kie ist zugrunde gegangen an der Schmach der Haltung der größeren Anzahl der sozialistischen Parteien zum und im imperialistischen Weltkrieg. Die ztvvit« Interna lionale wieder zum Leben erwecken zu wollen, hieße, einen Leichnam aolvanisieren. ES wäre abstoßend und ekelhaft. Den Versuch, einen Leichnam, zu galvanisieren, wird keine revoluti»- näre sozialistisck� Partei in Genf unternehmen. Die Par- tri, welche die» versuchte, würde sich durch solchen Versuch sckwn außerhalb jeder sozialistischen Internationale stellen: denn das Verbrechen wider den Geist beS Sozialismus kann weder gerechtfertigt, noch vergeben tverden. Da» feflzustel- len: die Erledigung der zweiten Internationale, wäre die Aufgabe der Vertreter der U. S. P. in Genf. Zugleich #) In»nbetrccht der plötzlüh der schär fteu Situation ♦*> mWen Nnr eS als unzlweckmästig. im einzelnen, wie wir bcabsich. tijien, auf die Artikel des Gcu. Schwenk ctazuzelkn. Sinti dessen lassen wir den un?-'neben zugegnnftenen Artid.l de» ve. nassen Oerie» folge», der da» Problem der Internationale, in Verbindung mit der pe»eiMjrüa«» scharf und klar derou»«arbettet baß» D. Reh. hatten sie in Teuf die Erundfätze, auf denen allein die neue Internationale sich aufbauen kann, zu vertreten. Dicfc sin?? Bekenntnis zum r ii cf n ch t s l o s c n Klassenkampf: unbedingte Ablehnung eines jeden Kompromisses mit d c n b ü r g c r l i che» P a r- teien, Bekenntnis zur Diktatur des Prole- t a r i a t c s u n d z u m N ä t c s y st c m für die Zeit der Ueberführtiug der Produktions mittel aris dcinBcsitz'derPrivatkapitalisten in d en Bcsitzder Allgemeinheit. Das allein könnten die Ausgaben der Bertr.ter der U. S. P. D. in Genf sein. Ich kann nicht einsehen, weshalb zur Erfüllung dieser Auf- gaben nicht nach Genf gegangen werden soll. Tie Genossen, welche es verpönen, dasz unsere Partei nach Genf gehe, verfechten mit Lcidenschaftlichk.it den Gang nach Moskau. Was ist Moskau? Moskau ist gegenwärtig der Vorort der bolschewistischen Internationale, die bis jetzt noch nicht die Internationale der sozialistischen Parteien der revolutionären Tat ist, sondern eine Internationale tverden soll, die sich gründet auf das theoretische Programm der söge. lnannten koimminislischen Partei. Es ist die Internationale einer sozialistischen Gruppe, die sich allerdings auch an d i e linkssozialistischen Parteien und Organisationen wendet, die auf der Plattform der k o i» m u n i sl i s ch e n Internationale st e h c ll. Für die U. S. P. D. wäre der Gang nach Moskau nach allem, was voraufgegangen ist, ein Eanossagang. Aber dieses Gefühlsmvuicnt käme nicht in Betracht. Die Frage ist: Steht die U. S. P. T auf der Plattform der kommunistischen Internationale? Wird diese Frage bejaht, dann gehört allerdings die lt. S. P. D. zur Moskauer Internationale, dann hat lld�aber auch keine Berechtigung zur Selbständigkeit mehr, dann hat sie sich aiton» lösen und mit der K. P. D. zu verschmelzen. Ich verneine die gestellte Frage. Die U. S. P. D. steht nicht auf der Plattform der kommunistischen Internationale, weil sie auf dem Boden des marxistischen Sozialismus steht. S i e kann sich also auch nicht der Moskauer kam- munistischen Internationale anschlichen, w c n n s i e n i ch t i h r c g r u n d s ä tz l i ch e S t e l l li n g- nahmea nfa ebenwill. Itr.ö hier liegt die Gefahr der recht nichdnutzig ausige- worfonen Streitfrage. Die dritte Internationale muh sich gründen auf das Bekenntnis zum rücksichtslosen Klassen- kämpf, zur Tiklahir des Prolotarials und a»»f die revMi- tionäre fo�ials'stische Tat. Ich wage_ zu bebaupten, dag nicht nur die Kommunisten dieses Bekenntnis und diesen Willen zur Tat haben. Wenn die MoKhruer Inter- nationale von den sich ihr anschließenden Parteien und Or- ganrsalionen verlangt, daß sie auf der Plaittform der k o in- munistischen Interna tiana-le steh-en, dann schließt sie alle Parteien und Organisationen, die wollt ans dein Boden des revolutionären Sozialismus, aber iiicht auf dem des Kommunismus stehen, aus: sie ist nicht hie Inter» nationale des sozialistischen Proletariats, sondern die einer Parteirichtung, einer Gruppe, eine Sekte. Und nun soll sich die U. S. P. D. dieser kommnnilsti'schon Internationale anschließen! Was bedeutet dos letzten EndeS? Es bedeutet, daß sich d i c U. S. P. D. a l s s e l b- ständige Partei aufgibt, ein organisato- r i s ch c S Anhängsel der K. P. D. iv i r d. Es be- deutet aber/ noch mehr. Tie U. S. P. D. münde auch die Aufgabe preisgeben. Grundstock und Vemittler für eine dritte Internationale zu werden, die fest auf dem Boden des Klassenkampfes, der revolnrionäron Tot steht, die alle reool'Utionären sozialistischen Parteien, auch die Koniimi- nisten vereinen kann. Der Anschluß a n d i e Mos» k a u e r kommunistische Internationale ist a l s o f ü r d i e U. S. P. D. die Spaltung, die Selbstaufgabc als Partei und die Preis- gäbe der historischen Mission zur Bildung der über alle Gruppen und Sekten st eben» den proletarischen sozialistischen Inter» nationale. Die V'rtreter des AnschilusscS an die Moskauer Inter- nafionote sprechen natürlich nicht davon, daß diese Inter» nationale die kommunistitche ist Das könnte klärcmb wirken. Sie klavitieren auf den Kefüblen herum. Tai ist nicht gut/ Sie geben sich der Solchsttäuschung hin, denn ich kann Alle Genossen. f In einem jüngst im Verkag®. Ekiscker Nachfolger, L. ipzig, erschienenen Buche.Wi! d e r Champagner" sM. 3, dl), geb. v Mt. da! allerlei Etudien! und überwiegend kleinbürgerliche Berliner Erinnerung n enthält, p.e bieltrn ihn für einen Jtreher, der danach trachtete, die Erbschaft Lassalle» in der Partei anzutreten, wozu cr aber nicht das Talent �es-n dr»,< er war vor allem gar koin Ncdu«. war cr in Gelcllichait ein kluger und seist- nicht sshmiben, daß sie die Genossen täuschen wollen, als könne der Anschluß der U. S. P. T. an die Moskauer Inter- nv-tfonale Soivjetrnßlvnd in seinen schweren Kämpfen helfen.(Siehe„Freiheit" Nr. 53„Warnni wir für Moskau siiiH" von Paul Schwenk.) Wer von unseren Geuoiscu ivollte nicht alles tun. uiu imscren russischen Gcnosscu Unterstützung zu leihen? Aber wir nützen Sowjetrußland gar nicht, wenn mir auS uuklare» Gc'fii!>lsre>gungei> heraus, unS der Mos- koucr Iulernatioiwrle anjchlscßeiv besonders weiru zur Durchführung dieses Anschlnsses Verwirrungen, Erschütteiungen und Gefahren in unsere Partei getragen werden. Wen» wir, statt mi-citgeniäßc Fragen mit Hitze zu diskutieren, i» der jetzigen Zeit alles'damu setzen würden, in Deutschland die Reoolliitiou vorwärts zu treiben, die Massen dazu ouszu- rütteln uird zu sauunal-n, würden ivir Splvjetnißland bessere Dienste leisten. Ich fasse daher zusammen: Die Frage der Jnternatio- nale ist nicht so dringlich, wie sie hingestellt wird. Dr i ug- l i ch i st in der Gegenwart die revolutionäre s o z i a I i st i s ch c T a t. Sie wächst in allen kavitalistisllp?» Länder» über mirtschosNiche Klassenkämpfe zur bewußten sostaUstüchPi Nevol.utiou empor. Die rcvolntiouären Ksassenkämlpfc i»nd Talen geben das beste Kriterium ab. welche Parteien die drilte sozialistische Internationale bil- den kömie». Diese dritte sozialistische Internationale muß alle revolutionären proletarisckw» Parteigruppen zusammen. schließen.- Sie«darf. daher nicht die Jnteriiationale einer Parteirichtung sein. Tie N. S. P. D. kann sich ohne Aufgabe ihrer I o z i a I i sc i s ch e» P a r t e i g r» n d s ä v e nicht d e r M o s k a ii e r kam m u n i st i s ch e n I n t c r n a t i o- u a l e a u s ch l i e ß c n. Ein Anschluß an die kommunistische Internationaile würde nicht Klarheit. Geschlossenheit und Entschlosseicheit für die Partei bedeuten, sondern Benvir- rung Erschüttern nn und Spxrltung. Die U.©. P. D. hat die Ausgabe, die Bildung der dritten Internationale zu propagieren, die auf dem Boden des Klassenkampfes, der Dicktat» r des Proletariats und der revolirtionären Tat stellt. Eine solche Interna tionale wind alle revolutionären sozio- sisti schon Partelrichtungen und Gruppen zusammenfassen können. S'siziSse Skmmunssmache. Durch die Presse geht eine von den„Politisch-Parlamcn- tarischen Nachrichten" verbreitete Notiz, die sich mit den Vorbereitungen für den 7. November besaßt. In dieser No- tiz wird mitgeteilt, dgß die NcichSzentrase der K. P. D. vor einiger Zeit an die einzelnen Organisationen ein Nund- fchreibcn erlassen habe, daß die dritte Internationale bcab- sichtige, gm 7. November, gm Jahrestag der russischen Revo- lntion, in gllcn Ländern einen Llstündigen Demonstrations- streik zu veranstalten. Tie Ncichszentralc sei an die U. S. P. T. herangetreten, ob sie sich an dieser Aktion beteiligen wolle. Tie Antwort stebe ncch aus. Falls die U. S. P. zu- sage, emvsehle die Ncichszentralc. nach den örtlichen Verhält- iiissen die AkiionSgemeinscklast mit der U. S. P. durckrzu- führen. Die P. P. N. bemerken zu diesem angeblichen Nund- schreiben, von dessen Eristenz uns nichts bekannt ist, daß auch aus diesem Nuudschreiben„wioder einmal die engen Beziehungen der K. P. D. und der 11. 3. P.D." ersichtlich feien, gleichzeitig aber auch„das Bestreben der Kommunisten die Knndgebimgen der Unabhängigen mit ihrem Geiste zu diirchbrinpc» und sie für ibre Ziele zu benutzen". Diese Behauptungen des offiziösen Reptils sind vollkommen aus der Luft gegriffen. Es trifft zu, daß die Zentrale der K. P. D. vor etwa drei Wochen an die Parteileitung der 11. S. P. mit dem Vorschlage herangetreten ist. am 7. No- vember gemeinsame Kundgebungen zu veranstalten. Die Parteileitung bat diesen Vorschlag mit dem Hinweis abge- lehnt, daß bereits ein Nnnd'ch-eiben an die Organisationen abgesandt worden sei, in der diese aufgefordert wurden, am 9. November, dem JabreStag der deutschen Ncvolution. Kundgebungen zu veranstalten. Weitere Verhandlungen oder Slbmachunaen über die Nevolntionsfeier haben nicht stattgefunden. Es aelwrt Wion die ganze Unverfrorenheit der offiziösen Prestckulis dazu, aus einem Rundschreiben, voller Plaiiperot. der stets einen guten Ccherz ber.lt hotte. Durch das hinterlassen« Vermöge,, seiner Mutter in ein« um,dhön?ige LebenSsicllung gebracht, konnte er sich eine elegante Jun'vescllen- wohnung in der damal; nockt stillen Großbeerensträße leisten, wo ich ihn öfter? bcsnchte, und wo er mir so manche Kuiisterinnerung an seine sckön«, einst viel umschwärmte Mama zeig«, die er zärtlich gelieb! bat«. Gleich Smpor hatte er für bchllrstig« Genossen stet««im offene Hand, wovon namentlich die ärmeren Studenten ergiebig Gebranch machten. Als dann, nach Erlaß des Sozialistengesetzes, auch Viereck fern AuSivvEungSdekret erhalten hatte, wurde er von Herrn v. Madai zu einer Unterredung nach dem Polizeipräsidium gebeten. Man wollte die AuSlveisuwgZorder wieder zurückueh. men, fall? Viereck sich wenigsten? der offenen soziaidemokratischen Agitation enthaiiten und mit seinem Namen nicht zu sehr hervor- treten würde. Soweit mir erinnerlich ist, wurde ihm„cchentuell" auch die Rückkehr in die StaatSkarrierr wieder in Aussicht geltell!. wodurch man ihn vielleicht„zahm" zu machen versuchte. Aus wessen Cäiiflüffe da» zurückzuführen war. will ich unerörtert lassen. Der KammeraerichtS.reserenbar a. D. Viereck blieb aber fest. Am Tage seiner Abreise war ich noch bei ihm. vormiitag», alz er gerade seine Koffer packte. Denn am Abend lief die Frist ab, die man ihm gestellt hatte. Er war tiesbewe-gt, daß er diese heimische Stätte, geschmückt mit den silbernen und gÄdenen Sorl>eerkrän- zen und ande-.en Heiligiiimern feiner Mutter, der Gelvait wei- chend, verlassen mußte. � Viereck war ouck, Vorsitzender de? Mohren. Klub», der sich, obwohl nicht» Swaisverbrccherische» in ihm passierte, einer ganz besonderen Aufmerksamkeit der Polizei erfreute. Studenten Künstler, Kaufleute und intelligent« Arbeiter käme,, unter harm- loser MaSke in einem VereiiiZzimmer zufamme». vergnügten sich bei Speis« und Trank, besprachen Partciinteressen, steckten sich Mösts„F r e, he i t" und ander« verböte!« Schriften zu. veran- stalteten Sammlungen, verkauften Billett? zu sezialdemo-'ratischeu Feste», dl« irgendwo unter anderer Flagge veranstalte, wurden und trafen zweckdienlicki« Verabredungen. Di; geschah natürlich nach Erlaß de» Sozialistengesetzes, wo über jrdem„Agitator" die Ausweisung wie ein Dimoklesschwert schlvebt«. Einen zauz«» Winter hindurch tagte der Mohrcn-Klub im erste» S ockwer? der Akademischen Bierkalle, und Theodor Müller, der biedere W�rt, der unten aus das Wohl seiner wußte in dem ausdrücklich feftgestellt w!rd, daß eine Antwort de; U.S. P. noch ausstehe, die Folgerung zu ziehen, dag zwischen der 11. S. P.D. und der K. P. D.»enge Bezie- Hungen" bestünden. Schmaroher der LeoMlOti. „Zur©teuer der Wahrheit" wird offiziös mitgetoilk, daß der Abhaltung von Nevolukionsseiern am 9. November nur insoweit kleine Einschränkungen auserlegt werden, alS die? notwendig sei, um einen würdigen und geordneten Verlauf der Feiern zu gewährleisten. Im Innern Berlins sollen Eine Versammlunqz» aogekwltcn werden, damit nnyt von radikalen 11 n l u h c>t l s t c r n unliebsame Zw.- schcnsällc hervorgerufen weroen könnten. Vcrsainmlunaen unter freiem Himmel seien ztzxir gcnehmigiingspflschtig. aber bei Erteilung der Genehmigung solle weitherzig und lopal verfahren werden. Tie offiziöse Verlautbarung fährt dann fort: Anders liegt e? allerdings mit dem 7. November,«n, dem Versaniimiungen unter freiem H'nrmel nicht geftatiet werden. Der 7. Nor>einHer ist der Jahrestag der russischen Revo« l u t i o n, und die an ihm geplanten Kundgebungen der Kreise, die in ihrer po.liris,t?en Richtung zur Moskauer International« tendieren, haben nicht? mit der Revolution Sfeier de» deutschen Volke? gvmeim'am, sondern ckmraktevisieren sich bei der hendigen politischen Sachlage als eine offene kommunistisch« Fehdcansage an die best ehe»de Ordnung. Diesem Tatbestand wird denn auch di« unterschiedliche Behaichlung der Feiern von, 7. und 0. November gerecht. Ist c? nickst gerade so, als wsun der Geist der sozi> listengefetzlickwn Zeit nickst nur n iielstanden ist. ,on0«r!l noch weit überboten wird? Tiefe Anzst vor der ruststC/ert Nevolutio-nl Ist c§ nicht dieselbe Angst, di« Bülow vor d-nl russischen Schnorrern und Verschwö.ern gehabt h�t? Diese Sorge um die„bestehende Ordnung"! Ist es nicht dieselbe Sorge, die der Nachtwächter von Krähwinkel um den ruhige» Schlaf seiner lieben Mitbürger im Busen trägt? Für die revolutionäre Arbeiterschaft bedeutet es m:t einen Gewinn, wenn die Herren Sozialisten in der Regie« -rung so offen ihre Scheu vor der Proletarischen Revolution zur Schau tragen, wenn sie sich so liebevoll der Erhaltung der„bestehenden Ordnung", die die Ordnung der Aus- bcntnng der Arbeiterschaft durch den Kapitalismus ist, an- nehmen. Ker.es vom lverbe'chw'nZel. Die Regierung hat bisher noch nicDvie Kraft gefunden, den vussiscben Werbe fchwintstern und tbren deutschen Hintermännern energisch zvh Leibe zu rücken. Alle Maßnahmen, die sie bischer ge» troffen hat. waren nur Scheinmaßrqkmen. Di« Regierung ließ 'ich von den Verschwörern re.zelrecht hinter« Licht führen. Si« -lanll« ichnen auf« Wo-t, daß ihre Tätigkeit nnr harmloser Natur sei, und die Werbungen können deshalb ungestört fortgesetzt werden, Ilm nicht durch den direkten Verkehr mit den Wechern auf» zufallen, baben die zaristischen VerW-wöm setzt in Berlin ein Vermittelungvburrau einner.ck'tet. Die Tätigkeit geht folgendermaßen vor sich: Wünscht ein Werber Nachrichten irgend� welcher Art an die Vertreter der westvirsifchen Apmee zu geben. so ruft er Südrinz 1800 an. Dort meldet sich datz Bureau Ifta unter einer Kontanummer. Dieselbe verichiebt sich täglich um ein« Nummer; gestern wurde die Nummer 860 gebraucht. All« Nachrichten, die eingehen, werden soiort gebucht und durch die Kuriere, Exzellenz A r o I e n k o und Leutnant von Markow iPsendonpmi, beide M nieder det Stabes, abgeholt. Nach Prü» 'un-g der Nach r-chwi, werden die Antworten darauf wieder im� Bureau Jkta hinterlegt. De» Vermittler spielt ein Dr. Dolletiber g. Exzellenz Brolenko und Leutranl von Marko«» wokncn im Hvicl Adlon, Fimmer 403 und 410. Einer der hervorrageiibste,, Mitarbeiter und Schieber ist der StabStapilän Tp' ch e r c in i s s i n o f f. Der Mann wohnt« lang« Acst im Moskauer Hof au, Schifsdauerdamm -md ist einer der beriichtigsten Werbeagenten und Matevialver- fchieber. Er ist seit einiger Zeit vom Moskauer Hof verzogen, 'pt alwr rech'ö-a'ich feine Pest dort ab. —>-— sicher n'ickt, was für„gefährliche" Leute er oben beherbergte. Fan- den wichtig Beratungen statt, so wurde geivöhnlich auf dem Treppcnfiur ein Posten auSlvitcllt, de« Scharfblick genug hatte, .um den„Geheimen" schon an dem unzertrennlichen Regenschirm 'zu erkennen. Da» Spitzelt um trieb damals die übrstduftendstcn Blüten, und ich entsinne mich noch gawz genau, wa» für eine Aufregung entstand, alz eine« Abend» während eines Tanz'ränzchen«, da? in ainem bekannten Lokal in dckr Kommandantenstraße abgekaltcn wurde, da» Gerücht tckötzlich von Ohr zu Oh»?:ng, ein Geheimer habe sich einaeschlichen. obwohl man alle Teilnehmer persönlich zu kennen c'laub>te. Solche Nochrichten wirkten dann förmlich läh- rn«rd, renn aewöhiilich waren Vo.tr Aga zu erwarten, die. da man nur Genossen unter sich zu sehen glaubte, genua politische An. 'pieteig«ntl'iclten.„m verstanden zu»Verden. Da; Vergi,ü-.>en war natürlich gestört, denn man witterte den Spitzel unter den -nten Bekannten. Tatsächlich hat sich dann auch später«in Student in bereit, höheren Semestern als solche« Subjekt ent. puppt,»nd zwar ein Mensch, dem man e». weil er den Aufrich. tigen mit BiedermannSmiane zu spielen verstand, am allerwentg- sten-ugetrart kätte. In der R'gel wurde ober dem Spionlersystem der Polizei ein Schnipple» geschlagen, besonde:« was die Verbreitung ver» bvtcner Schriften belraf. Ais Bebels berühmtes Buch..Di« Frau und der Sozialiömu;" ebenfalls verbalen worden war, wurde cs. gelbbreschürt. ohne jede Tit-'aufschrift im geheimen fx- trirben. Wenn man cl haben wollte, gab man sich einmch. s tbst auf offener Postkarte, ein Rendezvous und bat..die Dame im gelben Mantel" mitzubringen. Da» war so unverfänglich wie möglich. Zahlreich waren d!«„offenen Klubs", die man in ganz de- kannten Loknl-n fm-den kennte, wie z. B. bei W a ß m a n n in der Leipziger S:r.tf-e. An r:'--zv streut im Lokal, saßen barmsose Skaispieler oder müßige Gäste, größienieilS junge Mä mcr. Eine Tifchgefellschast nahm von der anderen keine NoUz und der linb teiligtr, der da- Lokal be» !ra». balle sickwr keine Ahnung davon, daß dos sozia demokratische Geflossen wäre!', die sich alle kannten. W.»n man sich oerständigen wollte, ging man durch da» Lekai.»aln» sich vor dein b-lr: ssenden Tisch Feuer, odex trat sich an einem g wissen Erl, wo man sich ungeniert unterhalte», konnte. Man wollte eben alle Ansanim- .'ungen vcrme.deio Ausruf der PMarche». Das Wolffsche Bureau verbreitet folgenden Aufruf: Bslt�zeiiosirnl D-i« Not in der ftohlentoersorcniny»yib die gro'ue ©cfn�c der Ka.tosfolnot-n den Stedten haben die Ntich-regieruag kezlvluigen, den gesamten Pecsonenvcrkehr aiff den Eisenbahnen für vorläusig 11 Tage zu unterbinden und die VertehrSmillct allein in den Dienst Oer Kohlen, und Ka r doffelbe>el>a s s-u ii'g zu stellen. Aber diese einschneidende Ndabnahnix kann nur Erfolg Haben, wenn in diesen Tann zugleich alte Kräfte der Er- zeugung und Beförderung gon Kohlen und Kar- toffeln aufs Höchste angespannt lverden. Darum, Bergleute, steigert r.�iter die Kohlensördevungl Landwirte, liefert Kartoffeln ab! Arbeiter uny�l n t e r n e h- mer des VerkehrSgewerbeS, sorgt für rascheste Ab- fuhrl Eisenbahner im Betrieb imd Werkstätten, venrender alle Kva>t auf höchst« Leistungsfähigkeit der Eisenbahn. Elf Tage müssen die Kohlen» und Kartosfeil-Züge unaufhörlich durch daz ganz« Teutschland rollen. Jeder Zug mehr, der beladen und abgeferligt werben fcmn, bedeutet einen Schnitt zur inneren Festigung und Wohlsal?rt. Hier mitzuhelfen, ist daterländische P licht. Ein Volksgenosse niuss dem anderen helfen, und alle müssen für das gesamte Gemeinsame arbeilen. Wenn sich in diesen elf Tagen unsere Hoffnungen erfüllen, dann können wir dem kommenden Wnter mit aller seiner Schwere und feigen An- forde rn ngttn ruhiger entgegen sehen als heute. Berlin, den 4. November 1010, it: Baue r Ebert Ncichkpräsidewt. Moichslanz'er. Ton imb Inhalt dieses Aufrufes erinnern an die tvtriarckfalischen Neteweudungen, mit denen Wilhelm der Letzte seine Ausrufe an die Arbeiter zu begleiten pflegte. Die Arbeiter werden aufge'ordert, ihre Arbeitsleistung aufs Höchste zu steigern. Zur selben Zeit sieht aber die Regie- rung untätig zu. wie die Unternehmer den Arbeitern ihre Rechte rauben, wie sie die Arbeiter wieder unter dasselbe Joch zwingen wollen, denen diese vor Jahresfrist entronnen zu sein glaubten. Ein erheblicher Teil der Landwirte schert sich nicht um das Wohl der„Volksgenossen", sie entziehen sich der Pflicht zur Ablieferung der Produkte und haben nur das eine Bestreben, auf dein Wege deS Schleichhandels weit höhere Preise zu erzielen, als ihnen die staatliche Organisation bietet. Tie Lebenshaltung wird iinnie: Euerer. TaS Kapital kann feine Prosite unausgesetzt slei- gern, den Arbeitern dagegen wird es verwehrt, den Kanipf um die Anfbesseriiiig ihrer Lebenslage zu flirren. Und zu alledem kommt die politische Unterdrückung >md Entrechtung der arbeitenden Bevölkerung durch Be- lagerungszustand.und Ausnahmezustand, z» denen dieselbe,, Leute, die jetzt die..Volksgenossen" zur Arbeit aufrufen, ihi-e ZustimmulNg und Unterschrift geben. Wir haben darum nur wenig Hoffnung, dass der Aufruf den envünschten Erfo'g haben wird. Solang« da? Proletarigt seine Arbeits krasr nicht in den Dienst einer Wirtschgft einsetzen kann, die d w . Soziali sieruiig cntgegengefiihrt werden� soll, solange Wort tfe und Tat der Herren, die sich jetzt als eine Art Patri irchen ''---ivilfspielen, im schreienden Gegensatz zueinander stehen, w- s lange werden Ausrufe von dieser Art nicht den erwünschten Erfolg haben. Liikelsuchu»gsa»sH»z. Der Sitzungsbericht. ■ Vorsitzender Abg. W o r m u t h richtet zunächst einige Fragen ärt den Grafen Bernstorff. � Vorsitzender Warmuth: Bisher ist die Frage nur wenig be- rührt worden, wie die Stimmung in den Vereinigten Staaten gegen Teutschland vergifiet worden ist, und zwar durch die Tätig. keit der Presse und der Films. Ich möchte feststelle», inwieweit die Deutsche Botschaft bemüht gewesen ist, diesem vergiftenden Ein- fluß entgegenzuwirken. Graf Bernstorff: Es ist eine Tatsache, dah infolge der Ab- sperrung TenischiandS scbr grosse technische Schwierigkeiten bestan» den, um unsere Anschauung von der Lage vor das amerikanische Publikum zu bringen. Wir haben an jedem Tage soviel Tele« gramme bekommen,«15 technisch mögkich war, und sie In die amerl. konische Presse gebracht. Die englische Presse war den Amerika- nern in der Ursprache zugänglich. Auch dadurch waren wir im Nachteil. Vorsitzender Warmiitl,: Von einem amerikanischen Jnforma- tionsbureau sind dann Aieidungen über angebliche deutsche Greuel» taten vcrbrei'rt worden. Dagegen musste eingeschritten werden, um die Phantasie dicieS stiedakrionsstabes zu stoppen. Was ist von der Votschast dagegen geschehen? Graf Bernstorff: Das amtliche amerikanische Jnformakions- krnreau wurde erst nach Ausbruch des Krieges eingerichtet. Gegen die Tendenzmeidungeu sind wir in weitestem Masse eingeschritten, aber die eiWisch« Propaganda war uns durch ihre technischen Leistungen überlegen. Vorsitzender Warmuth: Ein Einfhiss auf die com! ich« Bericht- erstattung häite Ihnen wohl zugestanden, ein solcher auf die private war aber woh! ausgeschlossen? Gras Aerustorsf: Ich habe mich versönlich mit diesen Dingen nicht befasst, um»leine amtliche Stellung nicht zu gefährden. Wir hatten aber in New Verl privatim eine eigene Propagandastalion, die zuerst unter der Leitung von Dernburg und dann unter der dcr� Eebcimrä e Aibcrl und Schür stand. Dernburg hat zuerst eine ausserordentlich erfolgreiche Tätigkeit entfaltet, er Hai dann auch öffentlich Reden gehalten. Dadurch ist er bei der amerikani- scheu Regierung missliebig geworden, weil sie glaubte, dass dadurch die Drulschamerikaucr gegen die amerikanisch« Regierung in Be- wegung gesetzt werde» solllen. Ich konnte in diese Tätigkeit nicht eingreifen, weil ich mich damit in Gegensatz zur amerikanischen Regierung gestellt hätte. Es wurde eine Filmgesellschaft ge- gründet, ein Nachrichtenbureau, und es geschah alles, was' mög- lich ivar. Vorsitzentder Warmuth: War eS nicht Mtberirdisch möglich, Einsluss auszuüben gegen die ungünstigen englischen Pressenach- richten? Graf Bernstorff stellt fest, dass das Mögiichst« getan wurde. Auf«ine Auirage Dr. Einzheimcrs über die Haltung der amerikanischen Presse zur FriedenSaktio» Wilsons erlkärt Gros Bernstorff, dass Wilson iviedergewäMt wurde unter der Parole, dass er das LaiW vom Kriege ferngehalten habe. Unter der Oberfläch« war beb!' reitet wordon, dass er versuche» würde, de» Frieden Ivt�der herzustellen. Fast d'e gesamte Presse war damaiS damit einverstanden, yess Wilson diesen Persuch machte, besonders die Hearchpresse. ?lbg. Dr. Sinzheimer: Slaats'ek'etär FiiMermann ha! bier erklärt, dass die Ansicht bestand, die Wilsonsche FriedenSvermitt- lung stände unter ongiischam Eiustuss. Auch Hindcuburg hat sich so geäussert. Graf Bernstorff: In Amerika herrschte die gerade entgegen- gesetzt«! wchaunng. Als Wilson mit seiner FricdenSaktwn h.r- vort at, bestand durchweg die Anschauung, dass sie unter beut- schcrn Einsilnss geschehen sei. StaaiZsekrctäe a. D. Zimmermann verweist auf den Bericht eine? Gesandten, der eine lluterreduim mit ein.m neutralen Minister hatte. Danach erklärte der Minister, dass der Schritt Wil'ons dahin gedeutet werde, dass er den Zw ck verfolgt'Hache, die igentval in ächte im Interesse Engiaiids zur B.kauntgabe ihrer Bedingungen zu zwinge». Professor Dietrich Schäfer: In einem Bericht eine? englischen Agenten vom Juli oder August lülg an Grey wird gesagt, dass mau in England dafür sorgen müsse, einen neuen»Susi- i a n i a"- F a l I zu schaffen. Das würde dazu beilragen, die von einer Neigung für Deutschland durchseuchte amerikanische Stimmung in die enigegengesetzie Nichiung zu treiben. Graf Bernstorff: Ich bin fest überzeugt, dass die Engländer seit der..Lusitania" nichts anderes gewünscht haben,«is möglichst ba'd einen neuen»Lusitaiiia">Fall. JKre ganze Politik war ja daraus gerichtet. Amerika in de» Krieg hineinzuziehen. TaS Hauptziel meiner Politik war, unter ollen Umstüuden Amerika dem Kriege fernzuhalten. ?iba. GotHe!»: StantS'ckretär Zimmermann benist sich auf die lhuterhallning«mes miserer Gesandten mit ei» ein neutralen Minister. Dieser Bericht ist aber vom 24. Dezember datiert, während Herr Zimi» ermann wesen.l.'ch früher fclwii Stellung genommen Hut. Ich hi:te, dies« Differenz aufzuklären. Stu'ato.sekretä.r Zimmer man»: Ich halte g.mun, dieseA'en Emp- finidungon, wie sie jener Minister zu»» Ausdruck gobracht hatte, bereits früher, ich fand hier nur eine Bestäligung meines Urteils. Waim aber soll ich mich darüber geäussert Haiben?< Vorsitzender W o r m u l h: Feibruor tstlk.) To 5 war ollevdings erheblich später. ?bl>g. Gothel«: D« In forma tiouen für die Presse sind bereits vor dein 24. Deze-inder er f« Igt. Staatssekretär a. D. Zimmermann« Die Aktion Wilsons war damals noch gar nickt erfolgt. Bei der Information der Presse Herbe ich diejenigen Mittel gewählt, d>e mir lattisch richtig erschienen, um sie zu oinein Eintreten für unser« Altion zu veran- lassen. Bon den zahlreichen intelligenten Köpfen jener Zeit, die mit Begeisterung zur Sozialdemokratie schnüren, ist mir besonders noch ein Student, ein hübscher KrauSkepf, der Sohn«ine» Hof- lieferemten� in der.Erinnerung, dessen Vater sehr vornehm am Kurfürsteudanim, in der Nähe der KorndliuSbrück«, wohnte, und der mit der politischen Ansicht seine» Sohne» durchaus nicht ein- derstanden war. Ter junge G. slwärmic für die hübsche Tochter Florian Paul», des schlesischen Webers, d?r bekanntlich anfangs der sechziger Jahre nach Berlin gekommen war, um durch Bcr- Mittelung Bismarcks König Wilhelm I. die traurige Lag« feiner Arbeitigenosson zu schildern, wodurch er einen gewissen Ruf erlangte. Irr« ich mich nicht, so hat« auch später einen grossen Streik der Weber geleitet. Dann war cr nach Berlin überge- si'he't, wo er in der Köpenicker Strasse wohnte. Dort holten der junge G. und ich Fräulein Pmil einmal zu einem Parteifest ab. und da sie mit ihreti Eltern sehr beengt Wehm«, wartete» wir an dem kalten Abend so lange auf der Sirasse, bis sie i» ihrer schlichten Balltoilette erschien. An solchen sozialdemokratischen vergnügungSabenden ging es immer dnrckmuS anständig zu, weil all'» von einem Geiste beseelt war. Tie Studenten tanzten mit den hübscken nettgekleidelen Arbettcrinne». und keinem von ihnen fiel eS ein. sich irgendwelche Zudringlichkeiten zu erlauben. Wie verfehmt damals selbst die gebildeten Sozialdemokraten im Bürgertum waoen, und wie ängstlich die Philister sich vor ihrer B'rühvung hüteten, geht aus folgendem Vorgang hervor. Sinzer, Auer ldieser fast immer in Begleitung seiner hübsch n Frau mit den rötlichblonden Zöpfen), dea Redakteur Schaplra, Viereck und noch andere pflegten wöchentlich ein paarmal des Abends ihren Skat bei Mofokf am Moritzplatz zu sprlen. Das geschah schon längere Zett, ohne dass man daran Anstoss genommen hatte. EiivS Tage» jedoch, ich glaube, rZ.war nach dem Hödrl-Attenlat, trat der Kellner heran und überreichte auf einem Teller ein« Karte des Wirtes, auf der die Bitte stand, da» Lokal nicht mehr zu betreten, da seine Gäste«» wünschten. Ick bin Überzeugt, dass da» dem guten und biedere», sonst stet» sehr aufmerksamen Mosolf sehr schwer gewerden sein mag. dass er sich aber dem Stammtisch, an dem der Polizeilrutnaiit den Ton angab, füg"» musste. Dasselbe passierte den-Geächteten" in einem Bra:iereil''ka! ,» der Schmidtstras«. Tania!», in meiner Einfalt, lachte ich dazu. Heilte aiS gereifter Mann, a!» Schrift, steller, der hundert schlimmere.Verbrechen" in der siaaiSerKalten- de-.Gesellschaft kennen gelernt hat. denke ich mit Bedauern an dies« zwecktosen Massregeln, durch die ebense anständige wie ehren» werte Männer entrechtet werden solllen und auch wurden. Hä'ndelo Opcr„Alcina". In der Singakademie veranstahtele Georg G ö h l« r eine Anfführung von Arien und Orchcsiersätzen au» Händel» Oper „Alcina" mit kleinem Kauimerorchester, da» er mit viel Umsicht vom Klavier au» ieitele. Händel, der eine grosse Anzahl wert- voller Opern geschrieben hat, ivird nur noch bei besonderen Ge» legenheiten als Oralorienkomponist gefeiert. Und doch genügte die Ausgrabung dieser wenigen Bruchstücke, um die ganze Stärke von Händelz gewaltiger dramatischer Gestaltungskraft und seiner tiefgründigen llharakterisierungskunst der schnell vergessenden Nachwelt ins Gedächtnis zurückzurufen. Erstaunlich, auf welcher Höhe die Oper sich schon bewegte, ehe sie zum blosse» Tongeklingcl und zum Kchikopituiiimelptatz einer späteren Epoche herabsank.— Maria PoS-Carlosorti, als Singvögelchen bekannt, aber ebenso ausserordentlich bedeutend al» dramatischer Sopran, erhöhte den Eindruck, den die Neuentdeckung der Oper auslöste, zu edelstem Eenuss. F. F. W. Matinern-ZpNuS im StaatStheaher. Die Intendanz des StactStheaterS veranstaltet auf der Biihne de» Schauspielhauses einen Zvki»» von Matineen«n'cr dem Titel„Bilder aus deut» scheu Zeitaltern". Den künstlerische» Darbietungen gebt w jeder Matinee ein Vortrag voraus. Tie erste dieser Matineen findet Sonntag, den Ig. November, 11 Uhr vormittags, statt! Bruchstück«! epischer Dichtunnen des Mittelalters. Minnelieder und moderne Vertonungen mittelalterlicher Texte. Mitwirkende sind l>. a. Lia Rose». Maria Gerbart. Bruno Tuerschinann. / Ausserdem beabsichtigt die Intendanz, an den dazwischen Aiegeuvvn Sonntagen zwei weitere Zyklen von Matineen zu ver- anstaltrn. und zwar Autoreuvormitiage, bei denen unbekanntere wertvolle Werte lebender Dichter den breiteren Kreisen vor- geführt werden sollen, sowie einen Zyklus von Vorträgen aus fremden Literaturen. J» der VvlkSbiillne sind in der Uraufführung von Rolf Lauck- ners Drama.Prebet in Litauen"«m Sonnabend, den 8. Nov., die Hauptrollen besetzt mit den Herren Kaysslcr, Fehling, Herz- seid, Kiitfch und den Taineii We.ssi'der, Wolif, Mannheipi und Likbisch. Regie: Tr. Paul Legbano. Pühuenbilter: Kart Jaiob Hirsch. Mufil: Heinz Tiesien. Georg Rcicke(der Bilrgermeister von Berlin) hat ein Lust- spiel:»S i e" vollendet, da» von der Direklion Meinhard und Bcrnauer erworben wurde und im Komödie»hause noch im Lause dieses Monat» oufgejichrt werden soll. Tr. Sinzheimer: In dem Bericht jene? mlSWärtigeN Staatsmannes, auf den Sie sich stütze», he igt es auch:„Vo»r 22 Dezember. D'e amerikanische Note, die heute mittag hier be- könnt wurde, bat jenen Staatsmann überrascht. Er bemerkte, er habe nicht soviel von Wilson erwartet. Tie Rede der engiischeir Presse beweise, wie unbequem der Schritt deS Präsidenten i>ci den Alliierten empmnden werde. Für besonders beachtenswert hält Herr.... die. Erklärung, die Lansing in Ergänzung der Note abaeg'ben hat. Der belresfende Herr äusserte wörtlich:„Wenn man sich etwas mehr auf die Vereinigten Staaten verlassen könnte hStaatSsekreiär Zimmermann: Hört, hört!) und wenn sie nicht so osi cnttäuschi hätten(Z i ni m e r m q n n: Hört, höril), wäre die Aeusscrung LansingS weii'ger als eine Drohung an die Presse der Alliierten aufzufassen, jedensallz könnte der Schrill dem Frieden dienen, man miisste zunächst den Erfolg abwarlen. Dass die FriedeiiSpaiieien in Frankreich und Eugiand dadurch ivcseullich gestärkt würden» unlcrliegc keinem� Zweifel. Die Stimmung in Nussland scheine allerdings gegenwärtig sehr keicgerisch z» sein, aber bei den anormale» und korrupten Zu» ständen in Nussland könne sie schnell umschlagen." (Die Sitzung dauert fort.) Die Rohrleger zum Ecneralstreik. In der Versammlung der Rohrleger und Helfer erläuiert» gestern Geitiicr die letzten Vorgänge im M. t a lia vbeiwr streik. Mit dem Generaisirock ist min zu rechnen. Der Ruf nach dein Griic-alstreik in der M«alli»duiirie ist nüht u»gehört verhallt, eine ung heure Zahl von Betrieben habe sich im Louise des Tage» zum S.reik gemeldet; Mit dein morgigen Tag sei mit einer voll- ftändigen Stillegung aller Berliner Metailbe triebe zu rechnen!, Geitrk.r ist der Ansicht, dass jetzt endlich mit den S. P. D-Mitgliedern eine reine Scheidung vorgenommen werden muss. Dem- gagenüber führte N i e d e r k! rch n c r auS, dass sich bis setzt die S. P. D.-Mitgiicdcr solidarisch verhalten halten und sprich! di« Hoffnung aus, dass sie sich auch diesmal restlos am StMpathie» streik beteiligen, um gemeinsam die Uithtrnehmeewitlküe ailizu«. w.hre». wen» auch die Führer der S. P. D. der Arbeiterschaft in den Rücken fallen. Auch das rechtssozialistische Mitglied K.i n tzs erklärte, dafür zu so. gen, dass sich auch die S. P. D.-Leude refilo» dem Generalstreik aiischliesten. Mit allen gegen 17 Stimmen erklärte sich die Versammlung mit der Unterstützung der streikenden Kollegen durch devl S y m pa t h i e st e« i k einverstanden. Die Ma�er und Lackierer zum Sttelk.. Auch die in der Metallindustrie beschäftigten und streikende» oder ausgesperrten Maler und Lackierer beschäftigten sich gestern nachmittag in einer gut besuchten Versammlung mit der Streik- läge. Drenicl berichtete ausführlich über die Vcrlzandiutigen vor dem Neichsarbcitsiniiitstertum. Die von den Unternehmern vorgeschlagene Eingruppiernng in die fünf Klassen löste grosse Heiterkeit aus. Die Arbeitnehmer stehen auf dem Standpunkt einer einheitlichen Enilohnung nach Klasse I für sämtliche Maler und Lackierer; höchstens einfache Ansireicharbeilen dürfen in Gruppe II eingereiht werden. Die Uniernehmer gaben sich bei den Verhaiidlungeit allerdings grosse Mühe, die Leistung de? Malers und Lackierers möglichst wegwerfend zu behandein. Grosse Entrüstung verursachte der Ausspruch des Direktors Knoi, di« Arbeiten könnten von jedem Dienstmädchen ausgeführt werden. Drcntel ging dann auf das jüngste durch die Provokation der Unternehmer geschaffene Stadium des Streiks ein und kam zu dem Schiuss. dass die Arbeiterschaft jetzt von allen Seiten ver- lasse» sei, sowohl von der ölegiernng als auch von der alten sozial» demokratischen Partei. Tie Ablehnung der Beteiligung an der gestrigen Konserenz mit der GewerkschastSkommission durch den Partei- wie Bezirksvorstand der S. P. D. rief entrüstete Psuirufe hervor.; Stach einer regen Diskussion wurde einstimmig eine Resolu« tion angenommen, in der sich auch weite tf)in mit den streifenden Kollegen der Metallindustrie solidarisch erklärt und die Verpflichtung ausgesprochen wurde, so- lange im Streik zu verharren, bis die VerlruueitSleuIe und Ar« better restlos mit den allen Rechten wieder eingestellt worden sind«. Streikende Betriebe In Johannisthal. Donnerstaig 1 Uhr im „Luftverkehr" gememsaine Sitzung der Betriebsrat« aller Betrieb» in Johannisthal. Buchbindervcrband. Donnerstag vormittag 11 Uhr gross« Versainmltmge». TaaeSordnung: Stellungnahme zum General- streik. Die Vetaiuitmachniig der Lokale findet durch Handzettel statt. Groß-6erli EU Eingemeindung von Krankenkassen« UnS wird geschrieben: Bei dem Stande der Schaffimg eines Groß-Betlin erregt es Befremden, dass bislang kein« Erörterungen gepflogen siwo über die zukünftige Gestal- tung des Krankenk�ssenwesens in diesem neuen Gebilde. Es wäre ein verfeblKs Beginnen, etwa die Dinge an sich heran« konimen zu lassen, um dann vielleicht in Ueberstürzung un- zulängliche Einrichtuugen erstehen zu lassen. Bei der zu erwartenden Verschiebung und Aufhebung der Gemeindegrenzen ergibt sich vom selbst der Zwang zur Stellungnahme. Sodann erheischt die auf diesem Gebiete obwaltende Vielgejtaltigkeit und Zersplitterung an sich schoa längst eine Aenderimg und Anpassung an die begrwndeton Interessen aller Beteiligtem Wenn dabei viel UeberlebteS und mancher alte Zopf über Bord geworfen wurde, wäre dies nur zu begrüssen. Verkannt soll allerdings nicht werden, »CP»C>»Cd»Cd»C>»C>»CZ»!D?»C?»0>»C>»C>»C)«CS« von Kurt EiSU er— Büste Karl Liehknecht Bürgerliche und proletarische Revolution von Friedrich Enge's Revolui ions-Nummer der „Freien Welt"* Heft 25 »0»0*0-0e0*0*0*0»0*0e0*0«0«0« / M ein gut Teil Jmiiati« btt Tes«tzseVu»a»srtR»r!fsn Mibt um iftn Dilemmv wirksam zu b-flegnen. Kleine mid kleinste JunungS. und Betriebt-kassen sowie solche für ein- zelne Gewerbezweige haben keine Daseinzdereditigung. TiollendZ die Frage de» HauSgewzrbetrcilvnden ergibt eine Fülle von Streitigkeiten in der ZuständigSeitTfrage, wie ja überhaupt de? Wechsel der Arbeitsstelle in den emzelnen Gro�Berliner«Rememden ganz unleidliche Weiterungen für die Versicherten mit sich bringt. Die asionderte Verwaltung der jetzt bestehenden vielen Kassen Grotz-Berlinz stellt sich zur Zeit alz bedeutend« Ver. geudung von Arbeitskraft und materieller Mittel dar. Wenn z. B. alle möglichen Statistiken geführt und in soundso zielen Derwaltungsberichten veröffentlicht werden, denen kein Mensch ein Interesse abgewinnt, so haben dieselben doch «inen recht zweifelhaften Wert. Der erfaßte PersonenkreiS ist viel zu gering, um notwendig« Schlüss« darau» zu ziehen: bestenfalls stellt sich so etwas als.kostsprelige Modesack« dar. Gutgemeinte Einrichtungen der einzelnen Kassen, wie Heilmittelausgaben, Badeanstalten, Zahnkliniken mit einem Denutzungszwang für die Mitglieder, wirken im Hinblick auf die weiten Entfernungen als arge Belästigung der Versicher. 4en. Hier können nur solche Einrichtungen ihren Zweck er- füllen, welche, auf den ganzen großen Bezirk verteilt, allen zugänglich sind. Groß sind auch die Mängel in der Versorgung der ver- sicherten mit ärztlicher Hilfe. Gerade die DorortSkassen nehmen meist nicht genügend Nücksicht auf die vielen, nicht im Kassenbezirk wohnenden Mitglieder. Auch hier dürste am besten Abhilfe nur von Abmachungen zu erwarten sein, welche zwischen einer einheitlichen Groß-Berliner Kassenver- waltung und ärztlichen Standesorgcmisationen getroffen werden. Leider ist es bisher trotz vielfacher Bemühungen nicht einmal möglich gewesen, für alle Kossen ein einheit- liches Formularwesen zustande zn dringen: nebenher läuft ein arger Bursaukratismus in Punkts Abstempelung oder Begutachtung von Verordnungen usw. Aerzt« und Mit- gliedar wissen davon ein Lied zu singen. Ist es auch nicht möglich, im Rahmen eines ZeitrmgS- artikels zu allen diesem— vielfach nur den Fachmann inte?. essierenden— Fragen Stellung zu nehmen, so kann doch ge» ragt WfKffR, 5WB nur NN- znwnunensvM«« s»r jetzt gesondert arbeitenden 5iost«ngebiloe zu einer leistungs- fähig»» Organisation die vorhandenen Mißstände meistern fcnTL Jedenfalls erfordert da? Interesse, aller Beteiligten eine unverzügliche Inangriffnahme des Problems durch die zuftändiaen Instanzen, auch unter HerantretenP., echiffbgueidam.m 1». Achtung: Rohrleger«. Helfer!«chtun«: Morgen, Dounerstag, de»«. d. MtS., vor- «tittags Itt Uhr. findet eine Außerordentliche aller Rohrleger und Helfer Groh-BerlinS ini Gewerkschaftshans, Saal IV, statt. ES haben alle Kollegen die Arbeit unver- züglich niederzulegen und in der Versammlung zu erscheinen. SIW Es wird Streikkontrolle borgenommen. Mr«ich! erscheivt. gilt vls StteNrelher! Die Branchenleitung. verband der Sakkler und Vorleseuiller. f CrtsvertooIttitiR«erlin. Achtung: Sicht«««: Mm»»«nerstaq. den«. 11, 10, fHAet nechmitta« 3 Uftr i» 6J£tt!CT[)(fiof!eU0U6,(injrtiiftc Ii,«a»l t, vju Bersammlnnfl aller am StreiS in der i Metallindustrie beteiligten Sattler r■■ arfthrtw* en»«rtft (tatt. die ortsverwaltnag fretheitlLser Neuköllns! j Mm s. November tiuben wir ein« zweite SpeAtwu m der Emser Strohe ZZ eröffnet. Zur alten Spe-dMoa Ik'ckarstraste Z, peßSren die De- glitie 1— 9, Sesgielchen Bezirke T?— 50,£3 und*4 und ein Teil de« 11. Bezirk» link» der Itatser- frledrtchstraße. Zur neuen Spe- dttion, Einser Strnsse Z5, ze- tförea der V« z i r k l» recht» de» kratser-filtedrichstraße, sowie die Bezirk« tQ, it— 18, 2i und 22. ftlle Ivliusche, Bcfcisverd«« sowie Neu. besteiluugeÄ aus die.�freiiielt" ditteu wir nnnnicvr tu der in frage kommenden «pedttion anszngeben. Wir werden de- «Alt sein, für ein« pünktlich« und ge- rotssentiust« Belieserunz der �ivounemeu Mortz«?u lrageu. ll» beiden Speditionen lverdeu»och einig« organisierte Sotenfeauen etagesleltt. DZ» Spediteurs: Achiudier, Spedition Neckarstrat« Z. ICrilzer,. Lmser Straße St. L. Ganilnenvcskaaf.««»- ■ tor W. fr«l« A.xrakl d««!,- «I�aat.r ClMtiirferdiiw. Stor.fc Tflllluttatck«. TiMk- £l»cl[eiL Oivtsoeik.*(PtrMr M'-'Jt.r) Ii«laniane billifii BMI e«ti Eiiknli- fllieü« 45« Nor«5M(Oetafeft- ktltikiuf*). DiitirtriSe l, 1 tat raftlxr Slifkiliiliif tollt i- liauier Altas. (ijurdiiien» Soenlaltre- scilKSt Fried.PriiwsMtr.M. am Morltnlat«,«mpfielilt iroB« Aiswilil, mr Pritd«»- u'aria, Oareium, Stins, Por- tl.na, TBIMacktR, Stup- «eeken, r«ierbit!e».*o»ii Tiopickt, Läufer, Wäsefie md Tiele««Uders«ehr tut und tilllj. mr Wiederveikäufer sehr fite Oelefcnheit, da freBe Auswahl CrtnSseIonfueg90.09.Me- tallbettea 7BhiftII50M..Doupal* ketita. Anlcl»idescnrä,ka, lleke«.li5!aka.Aaiust>tr.t3A. 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