Einzelpreis 15 P'crnig• 2. Jahrgang Zreita�, öen 14. November IHly Nr. 552 301< Morgen-Musgave Vi» erscheint nisr�ens und nochmitwss»«m 5<»m»«nd.�e�taaen nvr rnorAens V», Z?e;na»frei» betrügt be, irei»??usteNung im 0au» für ffwfc-SerHn 4.- bei direktem Postbezug monat! 4.6� M« bei Anstellung unter Streifband für Deutschland K.50 vi, tür» At�land 7.50 M, per Vrief<2�0 M. NedaNIem nnt» k?r;'kdl,!«n: Vrrlin NW.». Tchiffbauerdam« ISUI. Ferniprechcr:««> Norde» St»SS und 28U6. 3nf«r Z Uhr nachmitlaz» bei der Lspedilian anfzegeden sei«. J»!eriUtu-Abt«Uu»g! vrrlln NW. 0. Schlssbnnerdnmm>0 Fernsprecher: U«t Norde«»7«» berliner-Organ 'ff***-"l****/•'.••».. MMAchMWWWt� Meder mußten tvlr t«n Weg ge�en�, Nuf dem wir schon so oft unsere dessen Kämpfer zu Grobe getragen. Im Fanuar Liebknecht, ein halbes Jahr später Nofa Luxem- bürg, und nun Hugo Haas e. Unb wieder war die An- teilnahm« der Berliner Arbeiterschaft ein erhebendes Zeichen für die Liebe und Treue, die bas Proletariat seinen Führern entgegenbringt. Es ist fürwahr ein dornennover Weg, den daS Proke- tariat in seinem Vorwärtsschreiten zurückzulegen hat. Seine edelsten und besten Führer weräer hingemordet, und gerade in einer Zeit, in der es mehr denn je der Führung bedarf. Tie Berliner Arbeiterschaft, die gestern zu tausenden Hugo Haas« zur lchtcn Stätte begleitete, hat dem toten Führer ihren Dank bezeugt. Und wie sie so zagen, Männer und Frauen, trotz Schnee und Nässe, da fühlte man das einigende Band, das alle dies« Menschen umschlingt, die ge- meinsiam« Welt- und Lebensanschauung, die sie mit dem Toten verband. Und dieser große Tot«, ein wahrer Freund deS Volkes, er vereinigte in sich alle Eigenschaften, die ihn zu einen: guten Menschen mochten. Und als fo'lchar lebt er im Andenken des arbeitenden Volkes. Die Tränen. die gestern von einfachen Arbeiterfranon um den toten Führer vergossen wurden, sie wiegen schwerer als die schönsten Nachruf«. Kann es ein herrlicheres Bewußtsein geben, als durch di« Größe und Güte der Persönlichkeit. durch daS Miterleben der Leiden:md Nöte des arbeitenden Volkes, durch den Kampf für die Rechte deS Proletariats so bis in die iinlcrften Schichten des Volkes zu dringen und dessen Liebe und Verehrung zu genießen? Das ist das Höchste, was der Mensch erringen kann. Und Hugo Haase hat«5 errungen durch die Lauterkeit seiner Gesinnung, durch die selbstlose Hingabc an seine Lebensaufgabe: die Führung des proletarischen Kampfes. Noch einmal wollen wir nnS ganz dem Schmerz hin- geben, ganz imS erfüllen mit der Größe deS Verlustes, der uns betroffen hat. Wir wollen noch einmal uns klar machen, was da für«in Mensch von uns gegangen ist. Jedoch.... wir müssen leben und wir wollen kämpsen, wie Hugo Haase für das P-ioletvriat gelebt und gekämpft hat. Wir wollen ihm gleichzukommen suchen in der Reinheit und Ehrlichkeit seines Wollens. Für den Sozialismus unser Leben, das geloben wir dem taten Hugo Haas« an seinem Grab«. Die Traucrseier im Reichswg. Lm»großen LützungSsaal de? Reichstegsgabäudss» versammel- tan fich gestern vormitlssg die Vertreter der revotiltimwrcn 7lr- beiterich�ft, um von ihrem gebiedten taten Führer Abschied zu nehmen. Ter Zutrtt z» dieser Traucrseier war nur gegen Kar- ten gestattet, da eine beschränke Teilnehmerz-chl wegen itr Raum- verhäl-tnisse geboten war. Saal unö Tribünen vornwchten trotz. dem kaum die Easch'cnoiien z» fassen. Van den Galerien der Tribdinen herab h'ngen rotkeuchtende Vanncr. Ter Platz,»an dem aus Genosse Haase lange Jahre ge» wirkt hat!«, war umrahmt mit einer Ginland« von frischem Grün und weihen Rosen. Ter Platz um di« Sitze de« Präsidium», um die Rednertribüue und ten Ti'ch d-S.Her.i/«» war mit grünem Lorbeer und rotem, florverhülltem Tuch dekorert, und inmrften de» Ganzen stand die dunkelbraune Urne mit den st-rbliäien Neberresten Hugo Haase». Auf de» Tjüchen der Minister lagen prächtige Kranzspenden, und mich an den Wänden de» Saale» ijaüen die teilweise zugelassenen Kranzdepntaf'onen ihre Kränze aufgestellt. Sinen präebtigen Kranz mit schwarss-rot-xoldener Schleife ließ die Regierung durch den Vizepräsident«» der Rationalversan'mlung Loebc niederlegen. Kurz nach!0 Uhr wurden unter den feierlichen Klängen«ine» Gtreichguartelt» die Familie und sonnige Anverwandte de» Per- stordcnen in den Saal geführt, von den Aiuvescnden durch lkr- hoben von den Plötzen begrüßt. St.ichdcm die Klänge der Musik verhallt waren, intvmerten Eäuacr de« ArbeitersüngerduiideS das prächtige L'«H„Tord Fokeson". Dann trat Akexander Moissi hervor und sprach mit tiefem Ernst Goethes»Worte an den iolen Freund". Hierauf ergriff das Wort Genosse Wilhelm Dittmann. Er. der Jahre laug mit dem Genossen Haas« zusammen geavbeitoi hat und de, en W.rken au» nächster Rütte beobachten konnte, sagt« dem toten Kampfgenossen ivarme Worte der Anerkennung und de» Danke». Die gemeinsame Trauer nm einen großen Toten, sagte Ditlmann. hat un» hier zusammengeführt: di« Trauer um unseren Ii«ben Freund und Führer Hugo Haase. Bei der ersten Kunde von dein Anschlag aus ihn waren wir der Hossilung, daß UNS ein ieure» Leben erhalten werden könnc. Zu unserer, aller tiesstem Schmerz hat sich diese Heffnung nicht erfüllt. Auf der Höhe seine» Wirten» bat der Ted ihn dahingerafft. Wat sterblich nii Haas« war, hat die Flaiiiine in Asche verwandelt, und ehe dieser Tag zur Neige geht, wird seilte Asä« beigesetzt sein u» jener Statte, an der Karl Lio'luccht, Raa Luxemburg und so viel« ardeoe Vorkämpfer de» Proletariats schlummern. Wir wollen unserm lieben Fraui.de den letzten Sch-eidegruh hier nachrnfe», bevor wir aufbrechen, ihm das letzte Geleit z» geben. Wir sind hier an einem Orte, au dem sich ein großer Teil ieaier öffentlicheu Wirksamkeit abgespicit hat. Hier von dieser Tribüne au» ist gar oft die helle, scharfe Stimme Haase» erklnngen, hat Wahrheiten verksiiidct, hat Anklagen, hinauögeschleiidert, hat Energien geweckt iliid ausgelöst im gaiigeu Lande. Und das wollte er auch, an jede», Tage, an dem ihn die tückisch« Kugel vor der Schwelle diese» Ha-a sc» traf. Sein beredter Mund ist jetzt verstummt, sein Leben finino» vernichtet. Ein Leben, da» ganz dem Dienst de» Proletariat» geir-idmet war. Er war ein großer, ein guter Mensch, er war ein Mensch von rührender Anspruchslosigkeit und Be- scheideuheit. mit einem Herzen roa Liebe und Güte, ein zärtlicher und liebevoller Gatte und Vater, ein jederzeit hilzSbereiter Freund aller Leidenden und Bedrückten, dem e» inner ste» Herzen#- tedürfni» war, wohlzutn» und mitzuteilen, auszurichten und vor« wärt» zu helfe». Gestärkt und getröstet sind Tan- send« von ihm gegangen, die ihn verzweifelt ausgesucht. In wahrhast idealer Auffassung seine» Beruf» fühlt« sich Haas« a!» Anwalt der Bedrängten. Un- zahti.gcn ist er zum Retter ihrer Existenz und ihre» LebenSglück» geworden. Jahrzehntelang hat Hugo Haase vor bürgerlichen Klassengerichtrn in glänzender Weise verteidigt, er war ei» politischer Verteidiger großen Etil». Er hatte sich bei Juristen nnd Siaa!»ircht»lehrerii eiwen guten Namen erworben. Unermüdlich ist er von einem Ende de» Reich» zum an- dern geeilt, wenn ihn die Parteigeschäftc nicht hier festhielten. nnd hat allen wegen Hoch, und Landesverrat Angeklagten seinen juristischen Beistand verliehe». Er hat sich bemüht, d'n Schutz- hastgefaiigcuen die Freiheit zu verschaffen, und er fragt« nicht. iven er vor sich halte, ob e» Unabhängige oder Kominunisten waren, ihm war e» nur Bedürfnis, dem Recht und d«r Wahrbeit zum Siege zu tierhetsen.' So hat er gewirtt, noch bi» in die aller- letzte Zeit hinein. Und diese Arbeil leistete Hugo Haase neben dem poliischen Teil sei,i«r Tätigkeit, die der Hauptinhalt seilt«» Leben» war. Di« ixulichc Politik verliert in ihm einen seiner führenden Köpfe. Wir trauen, um ihn a.'S unfern größten politischen Führer seit Bebel» Heimgang. Voll Wehmut erinnern wir un» der Zeit vor den, Kriege, al» Bebel und Hoa?« an der Spitze der deutschen Sezialdemokrali« startden. Ein Jabr vor den, Kriege verloren wir Bebel, ein Jahr nach dem Kriege ist auch jetzt Hugo Haase von u„3 gegangen. Zwischen der beiden Tod lieg, die schicksalsschwerste Zeit der deutschen Soziaidemokralie. In dieser Zeit bat Hugo Haase für die Sache de» revolutionären Sozialismu» so Angerorden /ick«» geleistet, daß er für immer al»«iner der größlci, Führer i» der Eriune- rung und in der Geschichte sottleben wird. Bebel hinterließ«ine große Partei, di« ans dem Klassenkampf ausgebaut war. Ii» Weltkrieg verließ di« Purl'i den Boden de» Klassenkampfe» und setzle an seine Stelle den Burgfrieden. Hugo Hea'e hat an der Spitz« einer kleinen Minderheit diese«.heilvolle Wandlung ver- geben» bekämpft. Unter seiner Führung hat der grundsatztoeiie Flügel eine neue Partei gegründet, die llnal l'äugige Sozial- demckralio Deutsck'laud». Tercn Aufgabe ist c». da» deulsck« Pro. betariat auf de» Bode» deS Klassenkatiipfeß zurückzuführen und zum Kampfe für de» Sozialismu» zu sammeln. _•Di« Hoffnung Bebets. d<,ß Hugo Haase da» geistige Erbe der Väter al» A'vstel t<» SosipliSiiiu» beßbirn'«» wert«, hat Ha'.ic getreulich erfüllt. Ilnler Hugo Haase» Einfluß fußte unsere Partei grund'ätzlich und taktisch auf den Lehre» von Marx und Engels»nd ist er.üllt pv» revclutionärrm Feuergeist. lim sie zun, Siag« zu fühien als Wiedermisrich'er nnd Erneuerer der revolutionären de» t'&?n Sog aidemokrati« steht Htigo Haas« vor unserm ge iüigen Auge und vor d"r Geschichte da. Daneben er- schien er ver allem groß als Kriegsgegner und Kämpfer fürte« Frieden. Der Kampf Hugo Hoa'eS gegen den. Krieg � »nd für den Frede» ist ein Teil seine» allgeme nen großen i JUünyc» um die Wahrung der Grundsätze. Ii, der IInPrstützung de» Kriege» und der Kriegspolitik de» alten System» tat die> PreiSgale der Grundsatz« ihren sichtbarstem Aiisdruck geh.lirden.' De»balb richtet iick naturgemäß der Kampf der von Haas« ge-I sührken Opposition gegen den Krieg und die ofsizk«lle KriegOpolitik. Sein« zahlreichen und glänzenden ReichSlagSredcn gegen den vier» jährigen Massenmord sind von unvergänglichem Werte. So manche dieser Reden hat in der Lügonabmosphärr gewirkt als ein« Enihüllung. a!» eine Ossenbarnng, al» eine Tat. Dies« Reden Haas«», in denen er schonungslos abrechnete mit den alldeutschen Annex onSpobitikern und Chauvinisten» dies« Reden Haae» haben in der sozialistischen In ernationale da» verwrengegangenc Verrrauen für da» deutsch« Proletariat zurüßerobcrt. Haase» Name wurde bei den Grundsatz- treuen ausländischen Sozialisten zum Programm. Und wie„ach außen, so haben Haase Z Reden auch nach innen gewirkt. Sie haben in Deulschland die Massen aufgeklärt und ausgerüttelt, holen ihm den Mut und die Kraft gestählt, trotz aller Hindernisse und Brutalitäten der Militärdiktatur, um den Sturz de» alten Regiment« zu betreil«». Haas« war«iner der größten geistigen Wegbereiter und Vorkam pfer der deutschen Novemberrevolution. Die ersten Wogen der Revolution trugen ihn mit in die erste RevoluticnSregierung hinein. Dort war«r der führende Kopf, dort tat er schier Ueberinenschliche» geleistet für dv» Proletariat. Die sieben Wochen unserer gomeinsamen Ab.it in der Regicruirg werden mir immer unvergeßlich sei«. Ich kannte Hugo Haas 8 immense Arbeit schon au» langjährige» Zusammenarbeit mit ihm im Reichstag und in der Partei- leitung. Aber erst während unserer gemeinsamen Tätigkeit im Rai der VolkS-beauflragten Hab: ich sie voll würdigen gelernt. Haaifc faßte unsere Ansgache in der N.'gierung auf al» di« kon- scquente Betredung der Klassenpoliiik„nd der Partei. Deshaki wurde auf sein« Veranlassung innerhalb de» Kabinett» da« sozialdemokratische Programm zur Grundlage der RegierungSpolrtik erklärt. Deshalb durfte auch dem Kebinett kein Nichtsozia'd.wokrat angehören, deSbalb mußten die A- und S-Räte al» Jirhaber aller pollitische» Gc- Walt anerkannt werden. Nach dieß.n Bedingungen war die Re- gieruicgSpolifik zu o.ientieren. Dorum haben wir unter Haas'» Führung fortgesetzt in der Regferwng ge kämpf'. Unsere ganze RcgierungSzeit war ein ununterbrochener sEwcrer Kamps gegen die ständige Versetzung der vereinbarten Bedingungen. Nament. sich Haas: hat tagtäglich, immer und immer wieder aus» neue in seiner geschickien, in seiner klugen, energistchen Weise die Ein- Haltung der Vercinlbarungen gefordert. Die Konterrevolution der militärischen GewoMaber, die kapitdli-sbsschen Einflüsse, all da« fand in Haas« einen unerbilt.ichen Feind und Vekämpfer. Wenn e» ihm nicht gelungen i>st. dieser Mächte Herr zu werden. w.»n sie in einem Jahr den alten Einituß zurückerobern kann- ten, min, was unS zu iwn dagegen möglich war. ist unter Haase« Führung damals geschahen. Da» in dieser Stunde mit allem Nachdruck f.stzustellen, erachte ich al» ineiire heilig't: P sticht lii«se>reim To!«n gegenüber. Hugo Haase war nach dem Austritt an» der Regierung wieder ganz der Führung der Partei zurück- gcgeb.n. Di« Partei hatte seitdem«inen viesenhrften Auf- sckivnng genolmnen. Mehr al» einmal hat sich unsere Pastei in schwieriger Mtischer Situalton hofundon. Mehr a!« einmal hätte man c» begrüßt, wenn man di« Gelegenheit gegeben hätte, »nsere Betvegniig mit einen, furchtbaren Blulbatd auf lang« Zeit hinein z» schwächen»nd zurückzudrängen. Haase» kluger Taklick verdankt c» die Partei vor allem, daß sie vor diesem Schicksal bewahrt blieb. So fecht.Haase der revolusi-ouüre Charakter unserer Bewegung am, Herzen lag, so überze'igt er von der Rot- wendigkeit der Dicklatur de? Proletariat», der politischen Vor» her. schast der ganzen werkt äugen Vvitsmasse zur lleberivindung de» KapiüatiSmii'S>var, so leide»ickaafllich wandle er sich gegen all« Bestrebungen, die Partei«bz» dränge» vom Boden de» wisse lischastlichen S o z i n l i S» m««, sie zu einer Taktik de» BlamchiSmuS und de» Puitschitzmu« z» treib» nnd damit»hve Existenz und Zukunft aue» Spiel z» 'etzcn. So hat er mit sicherer Hand d,» Parteischisf den geraden «Kur» gesteuert und ist nicht„ach recht» und nicht n> b sink» davon abwichen. Aaßcnslehend« hal>en die» oft für«in Schwan« ken im Wesen Haast» gehalten, was in Wahrheit mir ein Ausfluß van große, Toleranz g iv.se» ist. Hugo Haase stand auf viel zu hoher goistiger Warte, al.S daß er Führer einer Sekt« hätte sein können. Seine Metrchengüte entsprach seiner tolitc« 'ck>en Diild'am'eit, er sordert« von rrirnvmfcem eine liebe rein» stiminnng bi» in alle Einzelheiten himein, er Ivar sich stet» be- wüßt, daß in ei wer großen poli.dschen Partei Raum sein muß für verschiedene l usfassungen im einzelnen. Hugo Haas« sah seine ült.iipabe als Parlaiführer nicht darin, zu entfremden, ad- zustoße»»nd zu trenne»,'solider» zu sam„«In auf beim Boden gemeinsamer Grundanschauungen. Ties.' Grund inschmiungell Iva en für Haase alleiii der springende Punkt. Darin gab er nicht nach, so tolerant und konziliant er sonst auch war. Grund- intzliche Klardeit mit größter taktisch«'- F viheit in jeder politi» -chen S dnation auf dö» beste zu Michinbcn, diese große Kunst de» politische» Führer« übte Haase mst großer Meisterschaft. Schon froh ecken unsere Feinde, daß niemitb da sei, dxe ih« al» Führer und Stutzer der Parteicii-ibeit ersetzen könne. Schon spekuliert man aus de» Zeriall s ine» Wirken» unid der Partei »nd erhofft diese vom Lcigzig-r P.net ilag. Dort sollte Hu» Haast« über Programm und Taktik der Part« sprechen, und m ]t»ür£e un8 mfebdr Me Linke(jc'jciflt �aVrt, tfuf der wkr alle qe- schlössen mi'ieinand.'r weüerttiarschier.'ii können. Seine reife Apolitische Erinhrunu, sein finge» nnd sicheres Urteil, sie i verde« An3 bei unseren Pnrteitag-berutnngcn fehlen und wir we den lihn schnierzlich vermissen. Es ist auch kein einziger in>u»se>ren Mcihc» so Ermessen, ihn ersehen zn wollen. Die Luke bleibt Itaffctub, aber wir alle gcrnriwsain werden und wollen die Svwl- tungShaffnungcn unserer Feinde zuschandon maelien, wir wer- den uns erfüllen mit Hugo Hanfes Geist, dem Goiffte, der von Dnldfainkcit und proletarischer Brlldeilichk.it getragen ist, wir Werden un» erfüllen mit seiner heizen Liebe für d« Sache d.s .P olcta.riatS, seiner Selbstlosigkeit, seiner Uneigennützigkeit, sei- »er SelbstaulfopfecnngSsähigk.it, wir werden uns erfüllen mit HaafoS tief, c politischer Einsicht in die geschichtlichen, wirkschost- licheu und soziallen Züsninünenchnnge, ivir werden uns erfüllen Mit seinem revolutionären Willen. Jeder von'nns wird sich bemühen, an seinem Teik und nach seinen Fähigkeiten und Kräfien daS groß« Werk zu erhalten und fortzuführen, das unS Heese hiutcrlasseu hat. Mit d ichein Gielöltnis wollen wir Äb- chied nehnr.n von unser ein Hugo Haas«, dem goldenen Mcn- chcn und lieben Freuntw, dem großen politischen Kämipfer und Führer. Sei» Geist soll nnS weiterführen, vorwärts und auf- wärt? zum SoziaiiSirmS hinan. Im Auftroue der U. S. P.«Froktion der Nationcilver- lfommluug ergriff dann das Wort der Genosse Zubeil: Hier an dieser Stätte u.chmen wir auch als'Fraktion der Uiialchnirgigen Soziatdeanvkrati« Ebschied von unserem Vor- {i Hemden und Führer der Partei. Sechzehn Jahre Hai er hier in iosem Raum als Noichstagsabgeordnet. r, zirka ein Jahr in der S! ational ve rsani mlun g für die Ävbeitorklasse Deutschlands gewirkt und geschaffen. Wir Alten in der Frak ion erinnern uns honte mach des' 4. August 1314. wo er das Opfer brachte, gegen seine Urberzeugung die Erklärung der damaligen großen Fraktion von dieser Stelle ans abzugeben. Er brachte das Opfer als Vousi Heilder der Partei auf verlorenem Posten, solang« es ihm denkbar und möglich war auszuhallen, solange die Möglichkeit vorhanden, die Fraktion von dem weitere» verhäii'gnisvollen Wege zurückzu- tführcn zu können. Alle seine Reden, seine Politik«mir ge! ragen von dem G.denken, der unterdrückten Menschheit zuin Sieg zn verhelfen. Ais dann der Krieg die Trennung brachte, die die einst jfo große fozialdemokratfclu: Partei spaltete, hat er nickit einen fflinzigen Augenblick gezögert, mi! den 20 zufamwen auSzulreton U»d die rcvolntioiüire Politik woiterzuführen. Er war dami frei von allen Fesseln nnd Hindernissen, den Kampf zu führen gegen di« Verbrecher deS Krieges und ge,x'n die Durchhalter. AIS m Wei- mar der Kampf um die Unterzeichnung de» Friedens tobte, war tr«S, der durch seine schlagenden Arguments das deutsche Volt vor nochgrößerem Unglnckbemalirt«. Wr, die Fraktion, wissen, wciS wir verloren h«il>en. Wir, die wir jähre- laug mit ihm zufammengearbeite» haben in diesem Saale. An großer und kleiner Arbeit wissen wir am besten zu schätzen, was Iniit unserem Fireiind und Vorsibe.udcn Hanse zu Grabe cirtragcn svird. Er war nie ein Hemchsüchtiger, er war nie Diktator, lund wenn in der Fraktion in gewissen Frage» di« Meinumgeu >ost anZcinn!ldergin.nen. ha-t er sich niomalS v.'rschloss�n, auch «lidereu Argniiianlen nachzugeben. Er hatte für jeden von unS freundliche Warte und uirterstützke uns mit Rat und Tat. Er Irmr ein Feind der Lüg.', er hat der Wahrheit auch von dieser Stelle au» Bahn gebrochen. Er war treu seinen Jd.mlen» halte lgrtvkkt gegen Feind.'Smord. er verabscheute die Gervalt. Haase damals von dieser Stelle aus das erstemal die Politik her Minderheit zum Ausdruck b' ingen wollte, da wn.de er tu piescm Hause von rechts und links beschimpft. Da» Wort.Per- p fiter" wunde ihm eutgegcngernsen. Gr ließ sich auch durch Be- sVbinipjVngen und Verleiimdvugcn nicht irresühren. Er Wichte, paß nur daS revolutionäre Proletaikiat den fSozialismuS endlich in Deutschland verwirk- llichen kann und Ivird. NnS ist es schwer, heute Abschied mehmen zu müssen von drin Letzten, was an ihm sterblich war, iÄbfchicid zu nchmcn van diesem reinen und edlen Menschen. .ES wird auch für unS als Fraktion schwer wevden, seine Stelle Wieder so zu be schon,>oi« er sie durch Meuchelmord hat ver- llasse» müssen. Wir alle hatten die Hasfnuug, ihn noch ein in gl ii» unserer Milte leben und wirken zn sehen. GZ ist leider nicht «iilgrtrossen. Auch aus ihn kann man da? Dichterwort an- wenden:„Die Liebe und die Freiheit grub mit allen Wurzel» tlief sich ein, die Freiheit und di« Liebe wohnt in seinem Herze» .ganz allein." Nun nehmen wir, lieber verstorbener Freund, Kollege und Vo sitzender unserer Frnküon, Abschied von dir, dein Weist wird auch in Zukuwst un» in allen Lagen zur Seite stehen. f-iir die Frauen sprach die Eenossin NemlH: Auch wir Frauen de» Pvoledariat» werden dein Genossen iHaase nie vergesse», waZ er uns gewesen. Wenn Hanse gegen die Ruchlosigkeit de» Massenniordr» unermüdlich seine Stiiume erhob, so trieb ihn wahrlich nickst zuletzt der Gedanke an all daS'imsässliche Unglück, da» über die Frauen, die Mütter und die Wräuie des Volkes gekommen war. Sein Hery krampfte sich zu- sammen bei dem Gedanken an die vielen Tausenden von Wittven Und Waisen. Und er litt darunter, als wenn ihn jedes einzelne B»glück selbst betroffen hätte. Wieder«in mal ein Zeichen d-.ifür, daß Kämpsernatwren sehr oft Menschen mit einem weichen Herzen und im Gemüt eines Kindes sein können. Wir Frauen de? Proletariat» haben ganz besondere Ursache, seinen Verlust zu bk'l'l'agcn. vom ersten Augenblick an. da Haas« in der Partei tätig genvestM, hat er innerhalb der Organisation auf zwei Mo. mcn e sein Augenmerk gerichtet: auf die Frauenbewegung und di« Jugendbewegung. Er erkaN'Nte die dringende Notwendigkeit des Proletariats, die pollitische Schirl u?ig der Frauen. Beim Auf. ibau»rrserer Partei während deZ Kriege? und nah der Revo- tiition hat er nicht geruht, bis für die Araueuhe.oszu», in der für sie gegrürdeftn Zeitschrift„Die Kämpfer in"ein Instrument für die politische Schuluirg der Frauen im Gäste de» Sozialismus gcfchaff.n wurde. Jede Gelegen Heft benutzte Haase beson- derZ im Parlamont, um die Rechle der Frau mit allem Nach- druck zu betonen. Noch in seiner großen Anklagerede am 26. Juli 1919 In der Weimarer Nationatoersrm nkunq. al» etr die Sprocke auf die Schutzthofttchande brachte, begründete er die Aufhebung dieser Schmach mii den Worten:„Die Tausende von Frauen wie Kinder der m Schutzhaft Befiitolickien und der ä-n Geisängnissen Eingesperrten haben ein Recht zu verlanzen, baß man endlich ihre Männer und ihre Väter freigibt." Immer toi. der sehen wi.r in seinem Wirken und Schaden die Sorge Um die Mütter und Frauen de» Proletariats. Wahrlich, diese Frauen und Mütter werden nie vergessen, waS Haase an ihnen sgeean In Ihrem Herzen hat er sich ein Denkmal gesetzt daurirn- per ah» von Erz und Stein. Und mit beim Dank für seine un- termüdliche Arbeit für d:« Sache des Prcketarlai» wird der f ifen. »feste Entschin-ß der Arbeitersrausn oerbinden sein, weiterzu- jivirkcn im seinem Geiste und im seinem Sinne. ! Namens der. Groß-Berliner Parteiorganisation sprach ZlAenosse VrLhl: Dem unvergeßlichen und unerschrockenen Führer unserer yariei, unserem Genossen Hugo Haas« entbietet die Groß-Be.r- liner Parteiorganisation der Unabhängigen Sozialdemokratischen Partei den letzten Scheidegruß mit heißem Dank verbunden. AIS nach dem Tode dez Genossen Singer, der uuZ Berlinern �tsor.devi jlahestand, die Parteileitung neu gewählt wurde und neben unserem unvergeßlichem August Dobel Hugo Haas« gewählt wurde, mußte er sein Domizil, seine Heimat verlassen und dem Rute der Partei folgen und sich hier eine neue Heimat gründen. Und genau wie es Singer verstanden hat, beionders mit seinen Berliner Parteifreunden ein Herz und eine Seele zu sein, hat Haase eS verstanden, in kurzer Zeit die Seelen und Herzen un- screr Parteigenossen zu erobern. Und wir sind sto'z darauf, daß iv:r Gelegenheit haften, besonders mit Haas« zusammen den Kampf führen zu können. Ich will auch nicht vergessen, daß Haase nicht nur hier an dieser histori'chen Stätte als Anwalt des Volkes gesprochen hat. sondern daß sein revolutionäres Feuer nicht immer an die Außenwelt gedrungen war. Wir, d'e wir ihn kennen als seine engeren Partc.isrcunde, können es erklären, daß er eä war, als der Blutrausch kein End« nehmen wollte, die, die sich bereitfandcn, zu so mmenzu schließen mit einem Teile Frauen und Männer, um diesem Morden ein Ende zu machen. Und man muß wissen, was«s damal» hieß, sich für deoiartige Ausgaben herzugeben, baß man bereit war. sein Leben>n d>« Schanze zu schlafen jür di« Sache, die man als Notwendigkeit er- kann» hatte; und die» hat Haas« getan. Ich halte mich ver- pflichtet, die» hier zu sagen, weit man oft der Meinung war, daß sein Haupiwirken lediglich als Parlamentarier an oieser Stätte gewesen ist. Deshalb werden wir im Sinne Hasses wei. ter wirke», der eS al» seine wichtigste Aufgabe betrackstete. die Wiederanknüpfung der Internationale, die zersck>metlert am Bo- den liegt, besonders zu pflegen. Mit dem Dickster können wir auch hier sagen:»Bato richf ich mich rasselnd in die Höh', bald kehr' ich reisiger wieder!" Warme Worte des TankeS der Unabhängigen chZresse fand der Genosse Hilferding: Hugo Haase, dem teuren Freunde, möchte ich in dieser schwe- neu Abschiedsstunde noch em Wort des Dankes sagen für die Lehre, die wir von ihm empfangen. Sein ganzes Leben war diese Lehre, dies Leben voll trenesler Hingabe und unermüdlicher Pslichterfüllung. Wir haben von ihm gelernt das hohe Verant- ivortungSgefühl, den tiefen Ernst, mit dem er all« Problem« der Politik behandelt hat. Wir haben von ihm gelernt, das Höckiste hepzngeb«» an Einsicht und Kraft für die Sache der Arbeiterklasse. Weil er ein so hingebender Diener der Sache he» Sozialismus gewesen ist, hat ihn die Partei zu ihrem Führer g-mackst. Mit iliiermüdlickec Sorge hat er über daS Wohl und Wehe der Arbeiterklasse gewack't. Nichts schien ihm kleiu, wo» mit der Partei zusammenhing; für all« und für alle» halte er Zolk und Sorgfalt. Vor allem aber galt sein Mühen der Parlcipresse. Der„Frei- h e i t" bat er über di« Sch.vierigkeite« der Gründung mit un» rrmüdlicher Tatkraft hinweggeholfen und seit dem ersten Tage uhreS Erscheinens ift er ihr sorgend und ratend zur Seite gostanden. Stets konnten wir un» an ihn wenden und immer gingen wir reicher an Einsicht von ihm. Und wie die„Freiheit", so konnl« die ganze Parleipress« stets auf ihn rechnen. Die Presse war ihm ein Werkzeug im Kampfe um di« Wahrheit und um di« Befreiung ein Werkzeug, um endlich jenen Zustand der wahren Mensli ichheil zu schaffen, in dem seine Ethik, di« Ethik der Solidarität, der Hin- galw und Güte da» allgemeine Gesetz der Mensckcheil werden kann Wir wollen ihm danken, Indem wir an seinem Werke fortarbeite». Füt hie BcnlTOle dcS Allgemeinen Jüdischen Ari>eitvr- Hundes Her Nepublik Polen überbrachte Genosse Schwarz die letzten Grütze dem toten Freunde und Genossen Hugo Haase. Tiefe Trauer, unermeßkickftr Schmerz und©eikeuguat, da» ist, wa» un» heut« hier zu einer Trauergainrinbe vevsammett. Haase, der große Führer de» revosutionävcii Proletariat» und der uner- ni übliche Vorkämpfer ter In ter nationale ist nicht mehr unter »n». Groß ist der Verliuft des deutschen Proletariats. Wieder hat einer seiner Besten und Edelsten so tragisch«in frühzeitige» Ende finden müssen. Nach Liebknecht, Roia Luxemburg, Kurt Eiöner, Landauer und vielen anderen mehr Ist er eS, ter von u»S scheidet zu einem Zeitpunkt, wo Führer seine» Säilage» dem deutschen Proletarot bitter noüun. Gewiß, der Wen st. der den großen Toten beseelte, der kann und wird nicht getötet werden. Aber wir müssen offen bekennen, daß dieser Verlust, den da» harte Schicksal unS auferlegt, gar nicht zu ersetzen ist. Niemand von uns vermag heute zu sagen, wer dies« große Lücke, die in unseren Reihen entstanden, ausfüllen wind. Sie können glauben, daß dieser t es« Schmerz auch außerhalb der deutschen Grenz- pfähl« en> pfänden wird. Zehntausend« Proletarier des Osten», die sich die Idee der Internationale zu eigen gemacht habe». werden den Zlarnion Haa'eS nicht vergessen. Für sie war der Name Haafes ein Symbol de» vöbkeräesveienden Sozialismus. Mit tiefer Dankbarkeit werden w'r uns stet» erinnern, wie tapfer der Dälsinge'chieden« unseren Brüdern, die jahrelang unler der Okkupation seufzten, stet» zur Seite stand.- Sem mutige» Aars- treten im Kriegsreichstage, al» e» galt, den armen Opfern da» Lo» zu mildern, rief da» Gefühl des Tanke» und tiafer Ehrsucht hervor. Schlaf ruhifc Du wackerer Kämpfer. Die Sianien Deiner umnittellbar«! und«nHtollwvrn Peintoer werden unsere Lippe» mit einem dreifachen Fluch verlassen. Dein Name bleibt un» heilig. Du warst und bleibst ein Schirm unserer Internationale für immer und alle Ewigkeit. Für die Konmiuniftische Partei sprach Paul Lange: Ich bin van der Kommiinistischen Partei beauftragt, da» Beileid um den Tob Hugo Haase» auszusprechen und ihm Worte de» Gedenken» nachzurufen Jalirzehntelang haben wir mir ihm in einer Partei gestanden. Ai» die alte Sozialdemokratie während de» Weltknege» zerfiel, haben wir ihr mit Haase gemeinsam den Rücken gekehrt. Die MemungSverschiedel, heften, die un« von Haase in politischer und laklisck>er Beziehung trennten, haben zur Gründung unserer eigenen Partei geführt. Unsere junge Partei hatte ebenso den Tod ihrer Führer durch Mordtat?» zu ver- zeichnen, wie Sie Haas« durch erne Mordtat eingebüßt haben. E» war klar, daß wir mit Haase al» dein Repräsentanten einer an- deren Partei manchen Strauß auSzufechton hatten. Aber da» eine war un» auch bewußt, daß Haas« kein« Politik trieb de» polili- scheu Machtstreben» seiner Person wegen, um äußerer persönlicher Ehre willen. Die Lauterkeit seiner Gesinnung war unzweifelhaft und die Triebkräfte seine» Handeln» jvaren rein. So hat«r für das Proletariat gelebt und so ist er für da» Proletariat gestorben. Sein Andenken wird auch bei un» in hohen Ehren gehalten werden. Für bus russische Proletariat entbot'die letzten Grütze und Tvnkesworte der Genosse Erawltschi Genosse Grawitsch redete in russischer Sprache. Di« Rede laulet übersetzt: Im Namen de» Zenftalkomitee» her sozialdemokratischen Arbeiterpartei Nußland» spreche ich da» tiefst« Beileid de» russi- sitzen Proletarial» zum Tode Hugo Haase» au». Wir alle sind auf da» tiefste bedrückt durch diesen schweren Verlust. Gem'insam mit Euch empsindet die russische Sozialdemokratie den Verlust Hoasez, dieses treuen Freunde» und ständigen Beschützer» der russischen Sozialisten in den Jahren der Verfolgung. Haase» Tod isi nicht nur ein Schlug sür di« Arbeiterklasse Deutschland» i» der Periode der unvollendeten Revolution. Sein Tod ist auch ein Schlag für dl« gesamt« Internationale. der besonder» schwer empfunden wird v»m sozialistischen Pro- letariat des evjchöpftea blutleeren Rußland, Wfti geben sin des Vbdeutung und der Molke Haase» in der Zimmerwakder Bews» gung und seine Bemühungen, die darauf gerichtet waren, die re- volntiouären Teile der durch den blutigen Krieg zersprengten Internationale wieder zu vereinigen. Wir gedenken der Zeit, Ivo das russische Prolelariat nach seiner revolutionären Erhe- bung die Parole ausgab, den Krieg zu liquidieren„ohne Sieger und Besiegte", aus der Grundlage des anneklionZIosen Friedens, und der Selbstbestimmung der Völker, und wo wir in der Person Hnascs einen unvergeßlichen Milkämpfer fanden. Wer weiß. wie viel Erschülterungen wir vermieden hätten, wenn die S ock- holmer Konferenz im Sommer 1917 von Erfolg gekrönt worden lvärc! Wir gedenken auch der Horsnungein, die die drulsche Revolution und der Entvitt HaaseS in die retolutionäre Regie vung in unseren Reihen erwecke. Jetzt ist Hugo Haas« n;chf mehr. Viele schwere Opier hat die Internationale davon getragen. V ele Kämpfer sind ihren Reihen entrissen worden. Die russische Sozialdemokratie lebt aber der Hoffnung. daß der Tag nicht mehr fern ist, wo die Erwarbungen Hui'o HaaseS sich erfüllen, und wo die Kräfte� des Proletariats aller Länder sich auf» neue vereinigen und beseitigen um das Banner d:r er» Heuerten Internationale der Tat. Für ben Bund NeucS Taterland sprach Helmut v. Eerlach: Ich komme im Auftrage der Deutschen Fr«den Spe'ell chaf l irnd des„Bundes Neues Vaterland", um unsirarn großen Vorkämpfer ein letztes Wort zu weichen. Vor dem 4. August gab e» in Deutschland ein« große Anzahl Pazisi-sten. Antämilito eisten und Internationalisten. Noch dem 0. November 1918 gab e» deren vielleicht noch mehr. De Konjunktur schien günstig. Während des Krieges gab eS wenig und in den ersten KrtogSlagon gab es fast gar toint. Aber a 4» alle fast untreu wurden, da blieb Haast treu und tapfer- Er kann'« kein« politische Konjunktur, mir politische Prinzip en. Pewonlich möchte ich hinzufügen: Ich habe mich von Ansann des Krieges an al» radikaler Pazifist geeint gefühlt in dem Kampf« gegen de Be- wilbigung der KriegSkredie. Ich erblick« eines der größten Ver- dienst« HaaseS darin, daß er vom ersten Tage an die Lage richl n erkannt« und die Konsequenzen daran» zog. Und nichts kann der Persöhming der Völker mehr dienen, als daß e» im Deutschen Reichstag wenigsten» einen gegeben hat, der dem Gcfcan'cn de» internationalen Paz'siSmu» treu gebt eben war. Auch vom Standpunkt« de? PazisiSmu» wollte er da« tun. wa» meiner An- ficht nach der Völkrrveriöhnuug und dem Kampf um die wahren Interessen de» den schen Volke» nützt«. Der deutsch)« Sozialis- muS der iirternalionale Pazifismus wich nernals vergessen, wa» dieser gnoß« Kämpfer getan hat im Kampfe gegen Krieg und KriegSgesiniruing. Als letzt?? Neb n er ergriff Was Wort der Genosse Crisplen: Die Worte der verschiedenen Vertreter der verschiedenen Or» ganisatvnen die wir eben gekört haben, sind ein Zeugnis für die große Wertschätzung, die unserem Hugo Haas« allgemein ent» gegengebracht wurde und für da» bleibende Denkmal, da» er sich durch sein Wirten in aller Herzen gesetzt hat. Diese Kundgebun- gen hätten einen sehr viel größeren Uinkang gehabt, wenn den» n'ckft durch Verkehrsstörungen herbeigeführte widrige Verhält- nisse entgegengestanden hätten. Noch in dieser Stunde erfiielt ich di« Nachricht, daß die Sozialisten Lettlands zu ihrem Schmerz nicht jemand schicken konnten, um an Hugo Haas« einen letzten Gruß und Tank ok�ustaltrn. Hugo Haas« war un» leuer al» Mensch und al» Kampf» genösse, al» Freund und al» Führer. Wie edel und rein Hupo Haase. al» Mensch war, da» ist nun auch allen denjenigen, die keinen Einblick in sein Familienleben haben konnten, durch di« ergreifenden Worte offenbar geworden, die Ernst Haas« am Dienstag am Sarge seine» Vater» gesprochen hat. Welchen köstlicheren Loh» kann ein Gatre und Vater sich erwerben, al» wlehen au» dem tiefsten Herzen kommenden Nachruf voller Wärm« und Liebe! Aber auch außerhal-b seine» Familienkreises war Hugo Haase ein edler Mea'ch mit einein Herz voll Güte. Wie- viel könnte ich davon erzählen, kannte ich ihn doch rund LS Jabre. A!» ich, ein junger Dur'che noch, in meiner Vaterstadt Königsberg in den Reihen des Proletariats stand, da hatte ich vietiach Gelegenheit. Hugo Haase alS Mensch schätzen und als Politiker bewundern zu iernen. Oft genug forderte un» dort oben in dem rauhe» Osten die Klassenjustiz vor ihre Schranken. Stets war Hugo Haase in selbstloser und aufopfernder Weis« unser Bei- stand. Kamen wir zu Hugo Haase in» Bureau, dann konnten wir immer von neuem erkennen, daß er wabrbaft ein Sohn de? Volke» war. Im Warteraiiin saßen Männer und Frauen de» Proletariats, die Rat und Hilfe bei ihrem Haas« suchten und fanden. Und wie hat Hugo Haase sich jede» Men'chen an- genoiiimenl Wieviel neuen Mut und wieviel neue Zuversicht brachte er in die dunkle» Gefängniszellen, wieviel Trost»nd Hosfnung gab er bangenden Frauen und zagenden Jundern. Hugo Haas« tat al» Anwalt unendlich mehr al» nur seine Pflickst:�e r rang mit der Klassenjustiz um jede» Opfer, al» wär'» ein Stück von ihm. Hugo Haas«, du warst groß al» Mensch! Wir beugen un» in dankbarem Gedenken vor deinen hohen mensch» lichen Verdiensten. Al» Parteigenosse, al» Poliliker, ließ unser Hugo Haas« sich nie in Handel«in. Er kannte nur den Kampf um dv Sache. Wir jungen Proletarier, die wir schon vor Jabr- zehnten in der politischen Bewegung in Königsberg irnsere Kraft erprobten, wir folgten gern unserem Vorkämpfer Hugo Laase. Weithin flammte sein Wort wie Wetterschein, die Zaudernden zur Tat entfachend. Hugo Haase, du warst al» Fübrer de» Pro- letariat» geboren und miSerwäkilt. Du hast da» Proletariat in allen Stunden der Gefahr nie im Stich gelassen, du bist ihm sie!» treu geblieben. Und dir detundcU da» Proletariat, daß e» Treue »nt Treu« lohnt. Nun ist unser Hugo Haase kämpfend gefallen: gemordet! In der Weißg'ut de» KlassenkainpseS. wo wir mit Hugo Haas« fochten, sind wir hart geworden. Men-'ch sein, daS beißi beul« »lebe denn je Kämpfer sein. Kämpfer sein, daS beißt heute entsagen dem Glück, das tjeijft heute verderben... Trotzdem: Der an unserem Hugo Haas« verübte Meuchelmord bat un» alle»rk erschüttert. Hugo Haase ist da» teste Opfer nicht der Zukunft — und wird nicht da» letzte sein: un» allt Berührt der Fittich unserer dunklen Tage. Wenn einst die Menschen nach unzähligen Kämvfen Gelernt, wa»„Mensch sein" heißt, nnd.memchlich handeln", Dann werden sie— wie wir in diesen Tagen— Mit Abscheu sich von jenen Mörder» wenden, Und e» versteh n, warum in»nsern Herzen Die Liebe starb und Haß erstehen mußte." Der Vorsitzende unferer Partei, unserer besten Fi'lflrer einer, ist gefallen. Gefallen in dieser Zeit, die von un» alle» reist. g »nd körperlich schier Uebermenschlich«» verlangt. Di« Partei- leifting muß fortan ohne di« gewichtigen Worte unsere» Hwu» Haase ihre Entschlüsse fassen, ohne seinen Rat und sein« reichen Ersahrungen und Kenntnisse auskommen. Di« große schwere Last, die Hugo Haa'e trug, müssen wir nun auf umexe Schultern nehmen. All« die vielen Pläne zur Befestigung und Beraräfit- r»ng unserer Partei, die wir noch gemeinsam mit Hugo Haase besprockien und vorbereitet haben, die müssen wir nun ohne seine große Tatkraft zum guten End« zu sichren un» bemühen. A cht nur die Partei, die Internationale, wird Hugo Haase schmerzlich vermissen. Konnten wir uns doch in der letzten Zeit noch>» der Sckinwiz und in Ocst.r- reich persönlich davon überzeugen, welche» Ansehen Haase in der Internationale hotte. Wie bestürmten un» die Genossen au» Frankreich, cu9 Sualand. 5-»»Ich. ertd«-sijkch-n r A » «mDfrcti«tinrcrn mit iljron Hr-issen Wclclxn imii.-.fu Jlntcil im t] nun nnicre östcrrcichiich?» Gcnizsscn nur ibrcm Pnrrni» ton an dem Schickml uukrcS Hiurn.(-ansc. Wie oft körten wir die bonne frrane: Wie neht eS Honte? W cd et uns crhnltcii bleibe»? Was wir olle bis zur letzten Ttunde zu nlanben»nS sträubten, nun müssen wie es bcnrcircn: Huna Hnasc ist tot! Im Nomen der Iliurbhänninc» Eozinlbcmofretic Teut'ck, lnnd? rufe ick> dem was sterblich mar on.Cuino �n-sse einen letzten Grus; nach. Vor dem. was bleibend ist. sentken wir nennend die roten Dahnen der Nevolution. Dan n ober lasst nn? im Sseiste unseres Htmo Haa>« die Feldzeichen der proletarifchen Armeen mit fester Faust emvorbeben, sie Koch und iüfm den Geknechteten vorontrnnen! Im Geiste höre ich Huno Hanse? Worte, die er im November 1012 auf dem Internationalen SozialistenkonareK zu Basel sPrachi , Dunkles Gewölk nmztekit den politischen Himmet. aber es leuchtet doch) die Hoffnunn durch, dass wir uns dem Siele nähern. WaS die edelsten Geister ncträumt. was die nröstle» Denker erkannt und als Gebot der Vernunft verkündiM haben. das wird daS internationale Proletariat verwirklichen. Ver» einiat und zusammenne'chlossen im K'assenkampf Renen soziale AukbeutunR und politische Nnterdrückunn wird es mit der Be- scitigung jeder Klassenbcrr'chaft die Gritndlnne schaffen, auf der nedeibcn kann der ewifl« Friade, die Völkerverbrüderung und die Völkerfreiheit." Diez sei unS VerknächtniSl In diesem Sinn« wollen wir keben und kämpfen I „Heute in Chml wir. Und morgen schon, morgen, Morgen viellrcht sch>on in Freibeit geborgen Unsere Kinder, die über die Leichen Ihrer im Kampfe gelallenrn Väter, Jeder einzelne der Menschheit Vertreter, Zchrveigend und ernst sich die Hände reichen!" Jas du vernahmst unserer Tebnsucht Rufen! Nieder der Zeiten zerfallene Stufen Steigst du gewaltmen Schrittes schon; Kebrst d» wieder über die Berge. Bist der Gerechrmkeit rächender Scherge, Mutter der Freiheit, Olevolution!* ♦ Gegen 12 Uhr fand die Foier ihr Ende. Die BerwaHdten des Genossen Haase verließen als erste den Saal, die A'chenurne wurlde nach dem draußen bereit st.henden Leichenwagen getiragen und un er den Klängen de» Chopiiifchen Traucrmarsckic« darauf gesetzt. Bald setzte sich der von vier Matrosen eskortierte Wagen in Bewegung, und ihm schlössen sich in langer Reihe nfolg? die Gc- fährte mit dem nächsten Leidtragenden, die Kranzwanen, die Kranz- depuwtionen und die vielen lausende der draußen harrenden Ge» Nos-sinnen und Genossen an, die es sich nicht nehmen ließen, ihrem sieben Führer noch da» Ietz:e Geleit zu gaben. Ve fetöslsnügebmu. De Fcstungsgefaiigene» in Eichstädt sandten folgendes Tel.- graiiin: Bitte llcbermittlunz Frau Haase tiefste Anteil nahme von uns allen am Verlust unseres revolutionären Führers. Ernst Toller. * Tief erschnllert von dein schweren Verluste, den da? Prole. (ariat erleidet, traueun wir mit Euch um den unvergeßlichen \ Kämpfer Haase. Sozia-c-'-atfscher Verein der Deutsch. Ungarn. Touwer,-Baum garten. Wein reich. » Die heule tagende Konferenz der positischen Vertrauensleute dergerlcht in Saarbrücken errichtet, da? mit writiehen» dr» Strafbcfuguissc» gcgc» zuwiderhandelnde Arbeiter ausge« stattet ist. Tie Arbeit rschaft deS Saargebiets hat sich in den letzten Monaten niehrsach zu Arbeitseinstellungen gezwungen ae» sehen, um ihre sozialen Fordernngen durchzusetzen. Tie jetzige Verordnung des französischen LderbeseHlsbabers, chie das Slrcikrecht ansbebt und den Arbeitern d e Möstlichkeit niinnil, ihre Lebensboltimg z» verbessern, wird der sozialen Bewegung der Arbeiterklasse wobl Schwierigkeiten bereiten, sie aber auf die Tauer nicht aufhalten können. klsra Zcllto w eder wohleus. Wir können zu unserer Freude n'itteilen, daß der der Ge- �0» v V' rl V W u�w 171 iil|vl�*hll-V'V.llftLIUV'llVtC---■ � U J �■ y•""J s beklagt mit Euch den schweren Vertust, den die Internationale nossin Zetkin zugestoßene Unfall nicht.'o ernste(VOlgc« Irnich den Ted Haase» erleibet.\ hat. als es unsere erste Notiz erkennen ließ. Turch� te.e. Die sozialdemokratische Parteiorganisation sthonische Anfrage in Stuttgart haben wir erfahren, daß Gc- nossin Zetkin nnr eine kleine Beule ani Zopf davongetragen hat und sich bereits wieder ganz wohl fühlt. Dek Eedenllag der üskerrelch"�« ReMik. I c n Bezirk. Die Brüsseler sozialistifcke Zeitung.Le Peuple" schreibt: .Mit Haa* verschwindet emet der seltenen Maischen, die. nachdem der erste Augenblick der Ueberraschung vorüber war, wahreid de» ganzen KriegieS meinalS anfgekört haben, die deutsche Demokratie gegen den preußische» Milirarismus zu derteiidigen." Ein Zw's en'all. Da» Leichenbegängnis de« Genossen Haase verlief im. große» gangen in durchaus würdiger Form. Einige Heiß'porne» die tara» Anstoß nahmen, wen» unterwegs zuschauende Männer nicht de» Hut vor den sterblichen Ueberresten des Genossen Haase zogen. glaubten sich berechtigt, dies durch Herabschlage» der Kopf. bedeckung oder Schwipstvorte korrigieren zu dürfen. Ein derart!. ge» Verhalten müssen wir scharf mißbilligen. Wer au» irgend- einem Grunde einen Toten zu grüßen unterläßt, mag das mit sich selbst abmachen. Wir wollen niemand ztviiigen, das zu tun, was der Anstand erfordert. Solche Szenen sind äußerst peinlich und stören die Würde einer ernsten Veranstaltung. j Wir sagen das nicht, um den Chorus der bürgerlicTen Presse Zu verstärken, der solche Vorkälle stets benutzt, um über die Wien, 12. Aovewber. In einfacher Weise wurde der erst« Gedenktag der Pro- klamieruiig der Republik begangen. In den Säulen wurde die Bedeuumg der heutig"» Feiet gewürdigt. In allen Bezirke» fanden Festversamuiluuge» statt, wobei u. a. mehrere SlaatSsekretäre Ansprachen dielten. Ten Mib-elpunkt der Feierlichkeit bildete die F e st v e r s a m m l u n z im R a t h a u s e. g* der auch d"r Präsident der Ralionalversammlu g S e i tz. Mit» glioder der Regierung und der Rektor der UnwersitA erschienen waren. Die Festrede hielt Bürgermeister R e u m a n n, der der Hilfsbereitschaft der Schweizer, Holländer und Schwede» urd de« BeisiandeS der Amerikaner g dachte und daraus die Hossnung schöpfte, daß der Sadt das Aergste erspart bleiben werde, deren heil ße sie r W.i ich e» sei. si,ä' endlich wieder durch eigene Kraft aufzurichten. Wir hege» die unauSroltvare Hoffnung, sarte er ferner, daß der R n' ch! u b L e st e r r e i ch s an Deutschland nicht für alle Zeiten verhindert werden wird. Der Bürgermeister verwies auch auf die Gefahren, die die junge Das sehfe Geleit. „Roheit- der Aiveiter zu ichimpfen. Denn wir haben oft ll«»»« Rep.,bli�n�dr°w.''und ertTörte: So wie�n Teutschland we?- Veranlassung, das Betragen der logenannte».gebildete»- Iu» gend zu kennzeichnen. Auch gester» vormittag benahmen sich einige nationalistische Jünglinge in einer Weise, die festgestellt zu werden verdient. In der falschen Enwartung. daß Hindenburg vor dem Untersuchungsausschuß erscheinen werde, hatten sich WaS l die einzelnen Redner ausgeführt hatten, baß die Liebe Und Verohrung zuim verstorbenen Genossen Haase eine tief» geh.nde im Volke war, das bewies die rege Teilnahme der ar» lbeitenden Bevölkerung an dun Leichenbegängnis ihre» verstor- henen Fühie:» Trotz der ungünstigem Wi:terun>gSverhältnisse und anderer eiwstußreicher Umstände war diese Teilnahme stärker alS man anzunehmen wagte. Begreiflich ist e«. daß viele nicht den gauzcn Weg zurücklegten, sondern entweder vorhe. auS» traten oder sich erst später anschlössen, denn bei dem schlechten Schuhwerk, mit dem die meisten Menschen heute versehen sind, bedeutet ein stundenlange» Waten durch Schnee und Morast für manchen Krankheit oder Tod. Aber wer nicht das Geleit gab, der hatte ssim Sehetftelii gegeben, und trotzdem Genosse Haase noch bei Lebzeiten gebeten hatte, ihm keine Kränz: zu' spenden, sondern daS Geld sür andere Zwecke zu ve wenden, waren die Kranzspenden dieiSinal kaum geringer al» früher beim Tode anderer Führer..Herrlich eimige Dutzend„teutsche- Jünglinge und Mägdelein vor dem NeichSiagSgebäude eingefunden, um ihrem Natioiialbelden eine Crmtion wie am Zoo darzubringen. Al» der Zug der Kriegs- beschäd'gten erschien, machten sich einige buntdenrützte Trottel über die armem Opfer des Kriege» lustig und beleidigten sie mit un. flätsijeri Redensarten. Die Emmörung über dieses Verhalten war natürlich bei dem anständigen Publikum groß, und nur mit Mühe gelang e». zu verhüten, daß den BourgeoiSföhnchen die einz g richtige Antwort erteilt wurde. GLnstige Wi'kung i?er pe'sonenzu'soerre. Kattowitz, 13. November. Trotz der durch die Schneefälle in den letzten Tagen ein» getretenen Störungen Im Zugverkehr war es infolge der Bahn. sperre doch möglich setzt soviel Wagen zu stellen, daß nicht nur die Förderung in tberschlesie» abtransportiert werden konnte, sondern stellenweise sogar mit der Räumung der leuchteten sie in ihrem Grün und Noi. welches die he. vorstechen. Ha ld e nbe stä n de begonnen werden konnte. ben Faibem waren. Dazu die hell. uchtenden Banner und Fähn- Im Niederlau sitzer B r a u n k oh l e n r e v i e r hat lein, die im Zuge getragen wurden. l sich die Wagen gostellung seit Einstellung des Personenverkehrs Tie Spitze de» Zllige» bildeten die Kriegsbeschädigten, die ganz erheblich gebessert. «rößtenteiil» tapfer den ganzen Weg mitmacschierten. Dan» folgten himt r dem T.auerwagen die Vertreter aller Partei. organisaiionen Groß-BerlinS, der Gewerkschafien, einzelner Be- triebe und der sozialistischen Jug.'nd mii d:n Kränzen. Und dann eine ümabsehbare Menge. B.sonders fiolon auf die Ver- treter der Straßenbahner. Eisenbahner und de? Feu rwchr. Ein. zelne Gruppen führten Schilder mit Inschriften mtl. so u. a. .die durch die Regierung brotla» gemachten Spandauee Ter Verkehr nach dem 1k. November. Berlin, 13. November. Au» dem ReichSverkehrSministerium wird gemeldet: Der tü..Noveniber ist der letzte Tag der Personenzugsperre. Vom 13. ab werden auf sämtlichen dem öffentlichen Verkehr dienenden Werk», Haupt» und Ofebenerenbahnen die im Interesse der Erkaltung s �------- stättenorbeiter". Auch die komnmnistische Partei war vertreten, de? WirtschastslebenS unbedingt notwendigen Per so- von Sn vielem Kränzen, die wir erblickten, erwähnen wir»en» und Schnellzüge wieder gefahren werden. di« folgenden. Von auswärtigen Parteiorganisa- Tollte die Durchführung dieses Berkehr» zu Schwierigkeiten in tioneit waren Kränze gesandt au» KöiiigSb"rg. Bremen, der Kartoffel- und Kohlenverforgung führen, so müßte mit einer R-mmburg. Batzern, Remscheid, Magdeburg. Bertin-Dranden- Wiederholung der völligen P c r s o n e n s p e r r e ge� bürg, Hamburg, Bremerhaven, SchleSwig-Holstoin. Nieder. rbein, Frankfurt a. M.. Braunfchweiz. Nünlberg usw. Kränze von G e w e r k sck a f t e n sahen wir unter ander"« von Eisenbahnern Magdeburgs, Staats» und Gemeinde- arbeiter.Perband(Srisvenvattung B vlinj. Fabrikarbeiter. Bau. arbeiter Königsberg. Buch, und Steindruckerei-HilfS-arbeiter. Ge- Werkschaftskartell Bremen, Gctv"rlfchaf!Skartell KöiN7Sberg. Staat», und Gemeindearbriter Schöneberz. Berliner Stein» arbeiler usw. Alle Kränze, und beso der» die vielen� a»S den Betrieben stammenden, aufzuführen, ist unmöglich. Wir envähnen daher nur noch die Krauzfp'nden de» In» letiiötimialnt Bundes der Kriegsbeschädigten, der Sozia- iistisckien Leh.rr und Lehrer innen DrutschlaiidS und CvfiernichS, der Sk�ialdemalkratie Lettlands, der Jüdischen Sozialistischen Arbeiter der Republik Polen und dem Zentral-Komitee der So- zialdemokratischen Arbeiterpartei Rußland» fMensthewiki). Gegen 2a Uhr langte der Zug am Friedhof an. Der Massem rechnet weiden. Ilm diese Maßnahme noch Möglichkeit vermeiden zu können, ergeht erneut die dringende Mohnung, alle nicht un. bedingt erforderlichen Reisen vorläufig zu unterlassen. Der NeichsverkehrSminister hat eine Verordnung erlassen, die für die Binmr schisfahrt den einschneidender Bedeuwng ist. In dieser Verordnung wird festgesetzt, daß alle in deutücheo Gewässern beh iinateten Binnensohrzeuge bi» ans weiteres ledig. lich für den Transport von LehenSiiiiltelii und Kohlen benutz! iverden dürfen. Ausnahmen sind nur iiut Genehmigung der SchisfahrtSabtciluug zulässig. Ge?en tle VnkerdMnng der Vrefse./ ?m V'crein Berliner Presse wurde folgende i--- n t s ch l i e ß ii n g angenommen: Tie Pressefreiheit ist in den letzten Tagen und Wochen wiederholt durch Verbote chor der Arb itersäng-r empfing die Urne, die vom G«n>)sen Berliner Zeitungen verletzt worden. Der Verein Berliner Crispien zu Grabe getragen wurde, mit dem Licde: Ein Sohm Biysse legt gegen diese Vergewaltigungderfreicn de« Volke». Ks folgten bann die letzfn AbschiedSvorte an den Meinungsäußerung die schärfste Verwahrung ein Toten. Der Genosse Cr! spien im Namen der Unabhängigen und erklärt, daß. so lange auf dieses Kampfmittel nicht ver- Partei D utschlandS Adolf Hoffmann für unsere zschtct wende, von einem vertrauensvollen Zu Fiokticn in der Londesvermmml'ung und Emil Eich. Horn im Namen der Genossen de» FretstaatS Brounsehlveia, sowie die Vertreter der polnischen und russischen Sozialdeiino» kratie widmeten dem V rstorbenen noch einmal warme Wo te de» Danke», mit dem GeSöbnis, auszuharren in seinem Gerste. Ii« da» groß« Ziel erreicht ist. Einkachs Worte de» Dawke, sprachen dann noch bei der Kranzniede:l:znnz die vielen G:» nossinnen und Genossen. Di« Dunk Iheit senkte sich bereit! herab, und noch immer traten die Ueberbninger der letzte» Grüße de» Proletariats an den Grabhügel, der die Urne au-fgenoininei' hatte. 4.M wir den Heimweg antraten, hingen dunkle Wolken am Himmel. Dunkel liegt auch die Zukunft de» Proletoriat» da s a m m e n a r b e i t e n zwischen Regierung und Presse nicht die Rede sein kann. Erst mußten freilich auch bürserlich? Zeitungen unter den, sckrinachvollen Zustand der P r c s i e u n» r e i l, e i t leiden, che man sich zu einem Protest aufraffte. Ob die Regierung nun erkennen wird, wohin ihre ungesetzlichen und verfassungswidrigen Maßnahmen führen? vsrbok der WeZksetostellwieen im iSaaroebie». Frankfurt a. M., 1.3. November. Nach einer Melbunq der„Frankfurter Zeitung" au» Saar. brücken rrlieh General Andlauer, der»berste militSrischr Doch wie unser unvergeßlcher Führer Hugo Haase, der fest an Prrivalter de» SaargrbirtS, eine Proklamation an die Vevölke. den Sieg unserer Sache glaubt', wollen auch wir den Mauben � rung, wonach da« Rech» auf«rbritSeinstellung daran nicht ausgeben. anfgrhab»» wird: für den Fall eine» Streik» wird ein den auch bei un« die Vol'Sinassen»i"pialS gezenrevolntioi ä« Strömungen, die auf die Wiederoufr'cktnng der Monarchie hin» zielen, unterstützen. Schließlich entbot der Bürgermeister den durch den Vertrag von St. Germain getrennten Brüdern di« Grüße der Versammlung. Wien, 12. November. Di? christlich. sozialen Gerneindeverlretcr nahmen in der Durchführung ihres vor eiiuger Zeit gefaßten Beschlusses, sich der Beteiligung an der Gemeindeverwalwng bis auf weitere? zu enthalten, a» der heutigen Festversammlung im Ralhaufe nicht teil. Dke Glückwünsche der Cntenktmlsssonen. Wien, 13. November. Zur Feier de? Jahrestages her Republik ließen gestern der italienische Gesandte. Marquis d c I l a T o r r e 1 1 o, der Chef der italienischen Militärmission General Segre und der Bevoll» mächiß-te der Vereinigten S'anten H a I st e a d beim StaalSkou.zler Renner ihre Karten abgeben. Im StaatSamt für Heerwesen erschien in Verkretung des Generals Segre gestern Hauptmann C a f o r i o, um ans Anlaß des Jahres ageS der Republik Glück« wünsche auszusprechen. Abbruch des amer'.ken's en Vergarbeiler' relks. Amsterdam, 13. November. «New Nork TimeS" meldet, dast die amerikanische» Bergarbeiter den Befehlen ihrer Führer geharchen werden und daß den einlaufenden Berichten zufolge In den meisten Berg- werken Ende dieser Woche die Arbeit wieder aufgenom» m e n wird. Lenlk us Front tu chbrech?». vmstcrbain, 13. November. Nack einem drahtlosen bolschewistischen Bericht haben Me roten Truppen die Front DenikinS auf einer Breite von 47 Meilen durchbrochen. Einer anderen bolschewistischen Meldung zufolge ist D e n i k i n in der Gegend von D e m i t r i e w von den Bolschcwisten geschlagen worden und hat den Rückzug an» getreten. Ver Kamps um Riga. Riga, 11. November. Nach rrblttertem Kampfe ist der Widerstand de» Deutschen endgültig gebrochen. Tborrnsberg Ist be> freit. Teile der deiiischen Truppen sind in ThorenSberg umzingelt. Di« Deutschen fliehen in panischer Ber» worrenheit. BWII des estiäi dachen Wstertams. HellingforS, 13. November. DaS estländische Kabinett ist zurückgetreten. Der frübere Minister de« Aenßern Paska ha' den Auftrag, eine neue Roge» � rung zu bilden, abgelehnt. Z» MkacwkALGli mit drei Bi'dem FREIE WELT HEFT 26 •0«0*0«0»0*0«0»0o0*0o0«0*0*0* K'eaiei und Te�nWvW. SÄ." u Lans:« und " Pariiber* Jk thr : PV __ To» a__ Opernhaus II. SIülcihMcrzerl Artütlg. 7''i Uhf___ flpoüo-Tijoatäi* frledilrtstr. 2IS. 711 A labe, d Ich T i » Eonntajs 3'. o.* 913 Weil i.n Jihfa EOOC SonnlaKS Z"> 1«'. frwachi. I Kind frei. Zv.m ICvO. Wa?#. Ccri�lan Anfang 7>l'lr_ üireiction: Max«» inMrat E2öisc!s2s Tßviater CjmfceTr. RCriThTjfJiGiS 7 Ub.: Iwagow.___ 7 üb D.�faiiUa Carl aeUStf* 1-'- BcraiMr I TheafeT'• d. KüjilßsrdtziwSfraSe |8U.:>.c iloSWettcrsteln M,d.: ÜCÜiOli Wert« dt i» bionnlag nichm,: t diClät (Li) In' Marin f." 1 Abdi.Sc!;. o BWe rtersV ein /Ug.:Sch!oH\Vett«rslv»lni liieoM-g Zum 00. AnA I® rein TrCiUmsprei KosnSdlenlisiis uubr LiseloU Ti Berliner TMer 7" Uhr: ücn cial- Studcnton K isllsteil-Tater /.'«jrant'aix'», 21, Tit'. TJt: fpo.Ialltäicn nid Vnrlcti• Bnrleake: „»»iilof a.iltf"/illa" ßm£Emd I«Äg, 7..vtt.3 u. 7, U. kSlsSi Koülriititt] dunli li,i Gt!CL's:aüBi f9aw. 4 fibiigeVcvcah. kr»?'. aTraglk.Pinfomlin» fTJ" l)flphrojllite,rf�r, liesonde« liervonuhcbe«: tet�ÜBÖ.PcDiUll.Bfe l6.Xov.nze' m I M«I: tt-jßr chcsp as' osvlmo i\*chesibrric!ei* n 3 froßen Ak'en. mi.«i I»een r'f'iH. lim TliNZta.?, IS. Rsbrmber, 7,10 WO»» ZUM mrjp?®.. thUi wm Arbelter-Bildun�sschule der U. S. P. Comi'r;», cen 16. NsTembcr 1919, nachmiiin j« 3 XjI.t, ia der I'cslfca-Ue des Siadihauscs(Eingang KiosterstraSe; Mitwirkende: Tf?.?\ Bitrioox, Reritation. Oessncverein„GeaundbrooBsr Haucionia", M. d. D. A.-3.-B., Dirigent Hermann Sciiulkcn. Clatrltt» karten A 1 Mark sind za haben ab Dienstag früh: Büro Schlckier- »traüe 5/5, Hol II, Büro IiiJnirib?r:>«r St.aBe 27, Stfl. I, Büro GericlusiraCe 71 I, Büro Lichtenberg. Nene BahnhofstraBe 51, Ruchhandiung„Freiheit, Schiffbaucr- damm IS und bei allen Dlstriktskassierem Berlins, Bummel- Sinkiiten Im oevllnet Ifftratr» Der gros'e Vi folg z n» wH/uUitraMi'i 1 Frauen-Mitglikderversammlunq i g am gfrcUno, d n I t. November tvtv. abends 7 UI BeKirksorc;anisatfon Berlin-Stadt H. S. P. G. iWÄZ-IKlltA I reki on: Vieler Barnan'ak? 7 Uhr: Psvr(iVNt. bonnabrnd and Sonntag 7Uhr: yrÄri'e'is Ja«• Lebensgoi'.CIcr. Ims ßperetteB�as D.rektdr: Jarn lätasi Alilbendlieh 7'ihr 30 Min.: IM Sm mal am '■ iL. nachmitt. S Uhr 80 Min. 1 Ia l�Mdg Saspnne C sing-TUßfllß? I ,�iwxetLr.Z7. Tägl.*/� Ubr; i>ur noch bli IS. Noveiober Großstadt-Pilsnien rinanerst,20.Nar.cam I. Mal« Schniepels Lehne Fi:' 3 U. fli; senherca Klfeblelt WkiL�a-ihsiter Ti Uhr: M«e Praa w-o Da Ltoso-Theater 7'. Uhr: öp.s Ciasalg UMwgjiHtai, tllrilch 7t Uhr Ak.'siiOMLiWz Vanchen rertattet._ »;->,arer an Kstibacer täte. >1?>> Uhr u. Kuramicg tn e...im. U a.h£' 0 g�e-Sfegap Vtl«'j ehe«, dürft.<* ■•./ iffmi. Katikitr bSh�o. 'ir/.yfL» ksürtsii ....Vijv'i i-r«,?:»«,»! !> V-flSf :. f./ Bor.<*• um. »t» Votr.ll-lVau.i-iitf ? «lt'nARD-0*»rAI,D. i Ltrlitsptela vir, Oobr. Kdttner Kfipsnl Her SfrJßi (Natlontl-Thenler) Per nntrs'o PtM�rUWchiTe�jr� Kas ScMossj am AlS&aügi Hanptrolla: Ercsi Rsicber Das croSe Lustsp.elj liätiiek, t 1e Pifaäte: ReiriüDlU SciJnzfl Mü Ifäaiüifna Forlona- Liehtspicle HPÜorsfr.i'sri l?o Von Preitag, den 14. dl, Montag, den 17. Novbr. um Ei e Eiii! L 1 eil. oder: Wenn In d:r Ehe die Liebe stirbt. SiUcadtama In 5 Akten. AuBerdem DieSuräiohnsUcfcn Drtma in 4 Akten. HW und 8311 Flora-LicIiSsp£e?.c und Vas-Scle 1 aa'afccrjrer A!!o; 40<1, T d e Pefcrnborscs- SinSe. F citow. b» 15. November ohciidS 7 Uhr in Liren, r« Aeitsäleit(KSnIgovatiU. Si«i:e Lranliitricr Str. 117. Zageeoidnnng: 1. ler Partrllaa und die 7!r«tiei-f!>iite>cn». 7. sanfcl her Scleolertlnnen. B. tüfulRon. Keretciiiiu: afl.lljiiie Wurm. finMttidicn ticjud) n weitet ale«Bttdiaftdleltirno. s. 81. Hermann Müller Die Arbeltersci af- der Deutschen Preß-, ,ufü- Werke Cbr-I scliöneweide spricht ihi: tiefs.cs Beile d über. den scbmerzl eben Ver- i lust, den die U. S P U! bei dem H nsciicider' ihres treuen unveigeC-■ lich-n Führers KilSD EöiHS erlitten hat, aus. «Br�TTST'sa�iJ-aag:' #. jfr lehiitae. In- 1 hitur B toÜ!)3(!!-t,F».-sM!:»;r.s* f Hans Hahr. Berli<(.\ H_ Spille markt 7 rite woÄlteSSTebSn WM MMMln-«nkail m.t Ksthcr Karcna. I AaSordmm Fan rctoahaltic» VarlaSf.rromraa 2 WOvbeniars 7> Uhr.— Lonnta?» fi Uhr. ■ ♦»»♦♦♦♦«»»4•»« ♦»»♦♦VMtv KRy�TALL- PALAST LICHTSPIELE KR LAND5BER6EF I STRASSE Nt3f Ifcm Frcitaj bis Dienstag: m n Pia.Issafhan"! Branchen-Versammlung ..Ä-... Kl hm-?to»io:'».F.I io»e Uelekiiv-Adüntcuer in 5 Akiea Ilauplroiien: LZ 2:: t. u n ei 2 KelnttvtÄ LekünasI Nannl Wsisss ferner \Sm ßleli im Ceüerrsctierl Russisches Siltendiaini. i OroDesOrchester: KnpellmeisterBclsatzkl j E�-SSSSESSS" Plcco'o-UßuiUßn Schalkhaftes Lusisniel von Leonlinra Haskel. ;'lauptro.le: La 1'AiiO.ise. 'wb utttpitte rn�gj 5 Wrsnfrelsfr. 63, Fi'itMU'ir StuCi 1 1 Irn» ioo b s einichiieliich Montag: i Dir isis Ria!) aii em rtsultr | Ein Ffiihlin�slraum. mti«? llfi RflffßS Pnit« Cuge 1 7til2;y'i*IfscheD.'rb:stuniren, der allbekannte« Kojielle f-e-ar«. bai trelem Enties. Varels-Thsats? fcI�örl'Bnoer A'l«n 144 t: üse't. t Damif Hot« Ab Freitag. tANovcmb.i EI« Rfeion-'cnnallo« De? Skandal liu V»ktoriak:iils Geheimnisse der Spielfcö.I.n in Berlin W. W. = De« Taecscesprücli von Ecrlüa,= Außerdem das entzückende Lustspiel: D!2 Ku.isl, bZilii V.'cidZ ÜgI)3 zj err/EcHcn. Sonntag 3 Uhr: Cro�a JueeBd-VatctcUaa*. her Bauanschläger. toStsottmtmg: 1. Ver-banÄs- und Bianchsirangclsgu» hellen. 2. ibhuffion. 8. LctschieCenes. Ss t't Pflicht aller Kollcrzen, diese Dcrswmmlunig zu besuchen, da reich! ige PtonchcnanBckceichmlcn«rleüiigt reerden imifftn. Milyliedsdücher sind vorzugeigenl Eenntag, den 18. Slsvember 1818 vormülag, SX Uhr Branchen-Versammlung der Kesselschmiede und Helfer sowie dazu gehörenden Veruse I» ,E ch u l z' P r a ck> t s ä I e n". Kön.!grgr«b«n 2, am Alexaniderpletz. Tagesordnung: 1. Vortrag:„Räte-sqsie-m und BelriedsaraanisaUoiu- S. Vranchena.ngclcgcnhei.en. 8. verschieoencs. MilgNedsdnch logitlmleril Dir ItoNexen der Eisendechnbelrieb« sind hierzu de- . sondor»«ing-lad-en. kollcg-nl Erscheint in Massen. Tie Orioverreoltung. ■ Elten-- Schmo ze. Di ckte Verwerfunr ÄMßr-WGnSsr-lfercln BTl'n ToariSißn-Vareln„öle lijlürireufiile" Zentral« V. lea veranstalte., gemeinsam eine» Heiteren Kunsf-Abend bestehend in Rszllcflon, Duellge.onng, Bieder- meierlönzen von Robert und Moria Koppel und Lichlbllder- vortrog rrrt üesana i« den Sitten des Ccwerkschainhaasc«. Cz�elaier 15. Saalöffnaat 4 Uhr. Ankanx 5 UJr. nicht 6 Uhr. Plnfrltt 1,75 Marie, inkl. Tanz, Karten bei Wfihlüc/., Skulitzcr Straüe??: Klftch» Scliönhauaer Allee 70 e und an der Kasse. (•c/s*- lllHßüeni 6CSadt.gr« Lagor in r«5n cr'anlaUacba»_ S' tST�tucban Ztewollva vo« iL 320.- por MIH«(• aalmKrto. | | Capstans Navy Cut Mir. 235.—. V ij li.GöillßuIID.kO.lj Q il,Äieni!äerelr.22.9-5Iftr.| Ueber Tagespreis zahlt tor piatin, C±o!d, SÜfisor, PiSti' nSSltPSe nicht unter 5 Frau Lii) e,ülikfcerstfaß340 _ Part. Ii. 2 Trrpnen. 8-S Uhr. tissiBeriX-licMspisie .- Blumenalr. 10.»«b.8etide«i-Theatnr ' Lo'te Neumann Dfs lisfrensüfiiois l iC@rz®ll Jede OrSHo nnd«rrge gibiib ti> O r» r«* 1«�, Nruo KSnltstraf-e 48. ............. '"""."TTÜTI Earbid- Lampen v.tttA*"' G«ruLi'«rt k«!a» Exp!ofil3iis4'«hu£xS Karbid-.Tisch-, Hänge- undStaml-TBne* i5 sc�5nsTer u d modernster Aosführanff. Meine Lain?cn a nd alle mit Messing» gewinde nnd Messingtronf■ertii, Roatc« daher«ufgcschlossen. Karl GcS:&rSn0p ipez: a jaast.U.rblüfceieneh'.i-W* I. eescl.s r: Wcbtn'oS« 37. I tuciisa: idai-iiifiii u,«;ii f ssaii�Ut i Votkcui*t. E»jfTa»s>irci»»a. rjEadlac£p«*i*!v!iorl» clabalval «tot««za Lerer, Ml)a 2.70 Mark- iV±±4: I �Rili' ntr"i HöchslePrsiseilLTageskyr zahit Platisi - Schalen— I nckseehea— I Gold Sehn told Uber- □nrrM— Hülle«— Abliil«— Bedecke— LSSd Tiegel— Schalen— Brennstifte— Zsbnittlte Schmucksachen— Biiunbieiterspitzea— Darre«— Münzen— Schmuck— Zehugold Brucligold> U 2 a[ Gegr. 1903 nur Gegr. 1903 Mitalilontor i Berlin SS63(s,l 5J3l:ol)itfzEä 138 Tdeion Morltzpldz 13 633. I Telegrunm-Adietea: Mdullkontor. Betlin SW. CS i Eigene Sc inclze. Direkte\ eret-eriunz ' Sur 8 Tage«ohns Widerrai'- z&Me isii eiorme Preise für SßöÄünlePiflBnzühn yonH.4.25 nn! Plitii-Stlft oder PUtteiurme bis SO M.(Qcwlclitsberech«.). Plttm den anicnbiicklic&.n, hohen Piels! m Mmii] feiSuCiDisül öifserWc�! Berlfe KW SSÄaerilMüö Z. Zirkwll I. Etage bei Schür(am Bahnhof Friedrlehdrmüe). 10—« Uhr. Ret. Beistand, rft W* IlüaS est £1»-. tlisttt!.-. ItrihcwtA tiienwA i ä»".--» t n lls«!kei'tS'atl)r.v.Klrehki.ch» 45. Gc eilsch.(jh. Ti'-ttl C-'.RUt. EFekf. Eeebeekt_ Mit*, nanh. Juristen. Jus:», B- Ii Veriraoeatsic«u! Prozesse, Achtung 3 PlatSn Gi-assjui 97.— Mit. |(ioM. Silber, r.'te Z*hREe!rUse. BrillnnteB. ( i,o*ie usiinceCe.'n sewoif.eaan Sahirucii ve.-„au.i I mae era besten zn den hScm en Kurs- ond Tagf spreisen h i iKokoski, Btrlin N£4, ■LMtilirwwe*......-.ro. W.llM.iMÜLMM!ü-lM Bcrrealtungs'lcne; Berlin ü 51, Linlenfir. 83 85. Seschast-zeil ran oo-.m, 9 Uhr biz nachm. 4 Uhr. Telephon: Amt illorden 18Z, 1289, 1987, 9714, fcantsg, de» 13. November 1919, vormittag» 10 Uhr Branchen-Versammlung de» Echmied« und Hammerführer Groh-Berlin»' in Bökers Festsölen. Weberstr. 17. TageeorCmmg: Tie Besprechung de» neuen Schieds» spruche». Eintritt nur gegen Varzeigung des Miglisdsbuche».] Zahlreiche, un-d pünktliches Erschsmen wird erwartet.> Wmg!?mmöj!rer. Mmg! Sonntag, den 18. November 1918. vormittag» 1» Uhr im Bewerhschastohau», Engeluiscr 15, Sac-i 3 Hopnltauts Ballen und Warzen beseitigt man schnei!, sicher und schmerzlos mit Kva"B j- U w 9 CJ£ u ES Cio'd, Silb r kauft Fuß, Sßuüelstr. 32(ScHiiüiis SpittelmcrKO. 5p»szial-mrzi Roserdtmler Strcße G8-]ß. fOr Geschlechts-, Haut-, Hrrn-, Frauenleiden, spezieil vcrrlteta hartnäckige Harnleiden. Ausschlag. Salvarsan-l. uren. Lrin- f nd Llutuotcrsiicbungcn.:: Separates Damen/.immer. Er.ite und ä teste Keil- R.nstaSt Lck t* Dsr.s Loser senior. iDr?VkoAt"1 Ecke ÜnicßitraCcw »VVtA cnnn-. 7!'■ 1, (gi£iiseziafbehe.ndk!ng'�1 IUr Blau1', und Ger&dileclitslelcJen A V# Inwatsdcnslr.{47 S'CJEÄSeSa 6f I-Hag«. Fcka Uercetr. ViOliJaiue in Krankenhäusern u, Kliniken taiig gawsten Kostenloie önlersacUung und Eerctung Hier sacligeindßß Behandiung Sprccli«tqn• en 10-12«ad 4—S. Scn&ivigii 1 C— 13, RupfT, Menlnj, Werdüüei. Platin, tiold. Si.ber. Altmetalle kaufen PETuR.S, Prenzlauer Str. JA Neue Künlgstr. 31. MObBlIS. Wnldstr. 3.(J. EltA'.EL. Gubc'>cr Str. SÜL DEQENER. Sch. neben. Hah«tr.<6. VV. HAASE. bhalllzer Sir. 93 A. Fcke I»«-it?«r Pietz. Strcißenhändier rerbrcltct in den 22 houtigen Versammlungen unsere „Pioleikult-BüJlierei(üi BrdüngskanipC. Ansgabe: Bnchhendlung Verlas: Neuendorf f& Moll. Berün-Welssensee. _ Berliner Allee 71. IB©S@nfi'@yofi stellt ein: SpeälÜcn Earf sd�Temjjsihof, Weräars'x 31 h Gerhard, KarhiOiSt , V/crner, Grcifswaltlsr SlftOl 23, a Ernst Eng, V/äidmEn siiit, • Ncssler.WiIniersdcrf, Hinif8;ibargilr.34 a Schäfer, Gn�isenauslr. 70.. ,» Wufzhy, JoiiannisttiuCo 9. * Girschner, GtSüii rer SkESs G2. Ankan' ZaliogeblsseQ J.VVelnstock fi.m.b.ü. MotrerBiraEe 16 Asexanc" ersir. Ha Cbarlottcnb.,': luttgai ter Pietz S Ankanf von ZmMml zu vollem Taxwert J.Weinstocx ii.m.d.II, Mohrcnstraüe 16 U.-Bl. Fricirichsir. Platin CoMu.Silhey kauft zu höh. Tageskurs i, WeinsfocSt G.m.b.H. l'obrenBlrzCe I» AlexanCerBtr. Ha L Cli«rlo;tcnburp, Muff- »> garler Platz 5 Platin iiEM? dyesksäfibsi1 Kupfer S'imfiklta Zabn�euzS�Q kauft zu konkurren �Insea Preisen in unse cn 3 Einltatiias cüen ..Kßialccmeiza Oo!.»" i)Cr�T Kür Kr. 11 (»m Posentlialer Piatz) -) tfahndo c.mto 2 lam Anhai'Cr Ra'"hof) 3).• e o 1c Fi 1) n, Ka ijer. I r aoz.cli» tfiato i.-9 .— Mk. kan" Hausdorp PslInsUoSUUsSc iL Ta II Ca »j, Auskunft unsorst bei MlSN ö Weit (irjir'std, nr». Chiyistrr Ober unsere lausen fach dy» wlhrtea, patent-'if!» »mtlich gesch Hö ircRüRSlp. Bequem und un sichth ziit ragen C"DZ lurcaros. •Versend. K. - Netze und alt» S ituhe s ni zu haben, Va�arl c t und Re« paretor Mird«nzcnomnira. Wilhelm Löffler. fer n* WeJaSBSO«. Lturiesuii Alice iJÜ Kr« 55?« Bürgerliche oder sozialistische Einheitsschule? Von Dr. Werner Bloch. Einheitsschule, dvS ist das Stichwort, das alle DiS- infftonen über Fragen deZ Unterrichts und der Erziehung beherrscht. Und wenn man die einhellige Zustimmung zu dieser Schulart von der äußersten Rechten bis zur weitestsn Linkem staunend überblickt, so muß man sich nur Wundern, baß bis jetzt noch so gar nichts zur Durchführung dieses von lallen Menschen als notwendig anerkannten Neuaufbaues unseres Schulwesens geschehen ist— oder aber man findet yerade in dieser Einhelligkei den Schlüssel dafür,' daß gestenn nichts geschehen ist, heute nichts geschieht und auch Morgan nichts geschehen wird. Einheitsschule— das war mal ein revolutionäres Wort der Lehrerschaft. Ein Volk, eine Schule, ein Lehrer- stand, so hieß es. Freilich der kritische Beobachter wird sagen ein Volk,«ine Schule, das war die Ideologie, ein Lebrerstand aber, das war das treibende Interesse. Des- halb auch war die Einheitsschule der ständige Streitpunkt zwischen Lehrerschaft und Oberlehrerschaft. Die Lehrer der Volksschulen wollten ihren Zuständigkeitsbereich erwei- kern, die Lehrer an den höheren Schulsn kein Stücklein davon abbröckeln lässen. Egoismus hier und Egoismus dort, das Volk war beidemal nur die schöne Verbrämung. Was sind nicht alles für Sorten von Einheitsschulen in den letzten Jahren erfunden wocken, die nationale Einheitsschule, das deutsche Gymnasium, die differenzierte Ein- heitsschule. Namentlich diese letztere ist eine hübsche Er- fmdung, so eine Art hölzernes Eisen, vorne ist sie diffe- renziert und hinten ist sie Einheitsschule. Demgegenüber gibt es vom sozialistischen Boden aus «nnr eine Einheitsschule ochne Aufspaltun g in vor- jschiedene Zweige, ohne Aussonderung der söge- »nannten Hochbegabten aus der Ges-amtbeit ihrer Käme- -raden. eine Einheitsschule vom Kindergar- tenbiszurHoch schule. Ja vom Kindergarten muß die sozialistische Einheitsschule beginnen. Wir dürfen die »Kinder auch in frühestem Lebensalter nichr>mehr dem Zu- >fall überlassen und nicht der Mildtätigkeit aussetzen. Spä- bestens vom dritten Jahre an muß der Kindergarten die tKleinen aufnehmen. Es sollen nicht Privatkindergärten ltirr den Nachwuchs der Wohlhabenden und kümmerlich von (der Kirche oder der Gemeinde durch Zuschüsse lebensfähig erhaltene Winkelkindergärten für den Nachwuchs des Proletariats sorgen. Helle, luftig« und reinliche Kindergärten werden die Grundlage für die Einfühvuing der Kindergartenpflicht für olle Kinder bieten müssen. Auch die ersten Schuljahre werden noch wesentlich der dem Kinde viel an- gemesseneren Arbeit mit der Hand angehören, die thevre- tische Unterweisung wird ihr gegenüber zurücktreten. Ar- beit in der Werkstatt des Tischlers, des Schmiedes, des Schusters, in der Küche und in der Landwirtschaft wird Auge, Hand und Verstand cm den Umgang mit Dingen ge- wöhnen, ehe wir mit den Begriffen an die Kinder heran- treten. Die sozialistische Einheitsschule wird eine Ar- h e i t S s ch u l e sein— nicht im Sinne der Ausbeutung der Jugend zu Erwerbszwecken, aber auch nicht im Sinne des jetzigen doch mehr oder minder spielerischen HandfertigkcitS. Unterrichtes. Was gearbeitet wird, kann und soll zweck- dienliche Arbeit fein. Wir glauben, daß die theoretische Unterweisung der jungen Menschenkinder eine viel ergie- bigere fein wird, wenn sie auf einen durch die Kenntnis ver Dinge des täglichen Gebmuchs, der Werkzeuge zur Her- stellung dieser Dinge und des Lebems und der Vorgänge Beltase zur„Freiheit". in der Natur wohlvorbereiteten Boden fällt. Eine Schule wird alle jungen Menschen vom 3. bis zum 18. Jahre etwa in sich aufnehmen, aber sie werden keineswegs gezwungen sein, alle dieselben Tinge zu treiben und zu lernen. Wir wollen nicht, daß die einen in schönen, hellen, luftigen Näumem ihren höheren geistigen Studien obliegen können. während hie anderen sich mit dunklen Schulkasernen zu be- gnügen haben, aber wir wollen ebenso wenig, daß der tech- nisch Begabte und Interessierte, sich mit den alten Sprachen, quälen soll, oder der philosophisch veranlagte Kopf mit feinen ungeschickten Händen durchaus einen Schrank zu- sammenhauen soll. Es gibt gewisse Unterrichtsgegenstände, die kein Mensch wird entbehren hönnen. Tie Beschäftigung mit der Muttersprache und dem Dichtwerken, mit der Ge- schichte und Erdkunde, mit den Grundbegriffen der Wirt- schaftskunde und der Staalskunde wird niemand entbehren können. Bei diesen Studien können alle Jugendlichen sich gleichmäßlk betätigen. Zu, Arbeitsgemeinschaften zusammengefaßt bedarf eS hier keiner Sonderung nach Be- gabungsrichtungen. Eher könnte hier die Persönlichkeit der Lehrenden Gruppev zusammenschließen. Daneben aber wird den Einzelrichtungen der Begebungen durch Kurse Rechnung zu tragen sein, an denen jeder nach seinen Fähig. keilen und Neigungen teilnehmen wird. Das Klassenprin- zip der heutigen'schicke wird völlig über Bord zu wer- fen sein. Die neue Schul«, die Einheitsschule, wie wir Sozia- listen sie unS denken, wird nun zweifellos auch einen g a m z neuen Lehrer brauchen, einen Lehrer, dessen Berech- tiguitg Lehrer zu sein nicht mehr allein durch ein bestan- deneS Examen und einige staatliche Papiere erwiesen wird, sondern der sich als Führer und Freund der Jugend jeden Tag aufs neue bewährt. Um über die Frage der Einheitsschule eine gründliche Aussprache herbeizuführen, veranstaltet der Verband sozia- listischer Lehrer und Lehrerinnen Deutschlands und Deutsch- österreichs, Ortsgruppe Berlin, am Freitag abend 22 Versammlungen in Groß-Berlim. Die Versamm- lungSorte sind im Anzeigenteil des gestrigen-Blattes am- gegebem. Genossintteu und Genossen, kommt in unsere Versammlungen! Cehelmprolokolle. Bei ben Erörterungen vor dem parlamentarischen Untersuchungsausschuß ist zu wiederholten Malen auf die Verhandlungen des erweiterten Haus- haltauSschusses Bezug genommen worden, der be- kanntlich während des Krieges sozusagen an die Stelle des ReichStogsplermmS getreten war. In dieser Kommission wurden die großen volitischen Debatten geführt, hier machten die Regierungsvertreter Mitteilungen über die politische und militärische Lage, hier nahmen die Parteiführer Stellung. Im Plenum wurden nur die Dinge vorgetragen, die nach außen wirken sollten, in der Kommission vollzog sich das eigentliche parlamentarische Leben. Die Oeffentlichkeit war ausgeschlossen. Außer den Re- aierungSvertretern hatten nur Mitglieder des Reichstags Zutritt. An die Presse gelangten nur ganz knappe amtliche Zusammenfassungen der Diskussion. Das Volk erfuhr nichts von dem, was sich hinter den»erschlossenen Türen des Be- ratungssaaleS zutrug. Wir wollen nicht mehr darüber streiten, ob und inwieweit diese Geheimniskrämerei während deS Krieges erforderlich war. Durch nichts aber läßt es sich rechtfertigen, daß die Berichte über jene Verhandlungen auch heute noch profanen Augen entzogen werden. Areiftg. 14. November 1919 Man veröffentlicht die Akten über den Ursprung des Krieges. Man verliest diplomatische Dokumente vor dem Untersuchungsausschuß, da ist es einfach eine selbstverständ- liche Forderung, mit dem Grundsatz zu brechen, nach dem die Protokollis der Sitzungen deS Haushaltausschusses ausschließlich den Mitgliedern der Nationalversammlung zu- gänglich sind. Wir haben ein berechtigtes Interesse daran. den Schleier von den parlamentarischen Diskussionen der Kriegszeit zu ziehen, und die Rücksicht auf den guten Ruf einzelner Parteiführer und dieser oder jener Exzellenz darf kein Hindernis für �die Bekanntgabe der Berichte bilden. Schon hat der„Vorwärts" in der gestrigen Wendaus- gäbe nach den Protokollen die Rede abgedruckt, die der Abg. D a 0 i d am 31. Januar 1917 zur Frage deS U-Bootkrieges gehalten hat. Damit ist die Diskretion schon vorletzt, und nun soll so schnell als möglich die volle Oeffentlichkeit hergestellt werden. Ob man, was am besten wäre, die Berichte nachträglich in Druck gibt und der Presse zur Verfügung stellt, oder ob man sich darauf beschränkt, das Verbot der allgemeinen Ein- ficht in die Akten a-ufzuhebsn, ist eine Frage von unter- geordneter Bedeutung. Jedenfalls fordern wir die L ö s wn g d er Siegel. Hlndenbergrummel. Gestern vormittag wurde in vielen höheres Schulen Groß- Berlins bekanntgegeben, daß Schüler, die geneigt seien, Hindenburg zum Untersuchungsausschuß zu geleiten, vom Unterricht dispensiert werden könnten. In einer Wilmersdorfer Schule.gelang «S, die Mehrzahl der Klassen völlig zu entleeren. Vor dem Schulgebäude versammelten sich die Kinder zu einem Zuge, der sich zunächst zum Wittenbergplatz bewegte. Dort empfingan die Buben und Mädeln schwarz-weiß-rote Arm- binden und Fahnen, was beweist, daß der nationalistische Rumimel Wohl vorbereitet War. Weiter bewegte sich daS Kinderfähnlem der Aufrechten zum ReichstagSgebäuhe, wo e§ mit kleinen Trupps aus anderen Schulen, ab« auch mit der Masse deS Berliner Proletariats zusam- menstieß, die dort versammelt paar, um Hugo Haas« das letzte Geleit zu geben. Diese Situation schien den würdigen Pädagogen, die die Kindlein auf ihrer Fahrt zu Hindenburg geleitetem, nicht geheuer. Außerdem verlautete/ Hind«nburg werde nicht im den Reichstag kommen. Also entschloß man sich kurz, änderte den Plan und zog von! damnsn zur H i tz i g st r a ß e> wo sich die Wohnung des ge- schlagenen Heerführers befindet. Vor der Wohnung fand eine Versammlung statt, di« sich durch alle die bekanntem Eigentümlichkeiten nationali- sttsck.er R edeimtern ehmungen auszeichnete. Dom Hurrage schrei rlnd dem Gesang der Hohenzollern Hymne bis zur Verteilumg antisemitischer Flug- blätter und den Handgreiflichkeit«» gegen- über Andersgesinnten, die im Vorübergehen ihren Unwillen «über das Theater Ausdruck gaben, fanden alle Methoden nattonalistischer Ueberzeugnngskunst Anwendung. Er- schienen waren außer den Kindern Reichswehrsol» baten höherer Chargen. Also Kinder und vbge- -brauchte Landsknechte sind dag Publikum, das den zer- brochenen Stützen des alten Regimes huldigt. Hindenburg wurde hervorgerufen, und er kam und sprach einige be- ruhigende Worte. Auch Ludendorff tauchte auf, trat aber nicht in Aktion. Wie wir hören, soll heute vormittag um 3 Uhr auf dem Hohenzollernplatz yine ähnliche Kinderdöinonstra- tion stattfinden, und wir sind gespannt, ob die offen gegen � Iimmie higgins. Roman von Uptou Sinclair. Las dem Manuskript übertragen von Hermynia Zur Mühlen. „Es ist alles in Ordnung," sagte er.„Sie dürfen nicht erschrecken. Leute machen stets furchtbare Geschichten, wenn man sie chloroformiert." Er verharrt« starr,' grimmig. während das Stöhnen andauerte. Endlich erstarb es. Stille trat ein, lange, lange Stille. Paul öffnet« die Tür und trat ins andere Zimmer zurück. Die beiden Higgins bliebe» allein, hielten sich fest an den zitternden Händen. Bisweilen vernahmen sie leise Wart«, behutsame Schritte, und noch immer drang der schauerliche, betäubende Geruch zu ihnen, sie vermeinten, zusammen mit den drei BabyS daran zu ersticken. Die Spannung und das Entsetzen waren schier unerträglich geworden, als sie endlich wieder LacehS Stimme hörten, winselnd, schluchzend.„Mein Gott, mein Gott!" flüsterte Lizzie.„Was tun sie?" Und da Jimmie keine Antwort gab:„Wir müssen sie hindern, müssen Hilfe herbeiholen."> Doch öffnete sich abermals die Tür, und Vcnck trat ein.„Es ist alles vorbei, er kommt schon wieder zum Be- wußtfein." Die beiden Higgins verstanden ihn nicht, doch ivarsn sie froh, daß der Gavaltige zufriedengestellt schien: üacey schien zu erbrechen, dann hörten sie ihn mit schiwacher Stimme fluchen. Er beschimpft« die Männer mit den zleichen unflätigen Ausdrücken, die er Jimmie zugeschrien iatte, und dies wirkte beruhigend, brachte einen der Erde läher. Paul verließ auf eine Welle das Haus, als er zurück- kehrte, sagte er:„Wir gehen jetzt. Sie brauchen sich gar keine Sorgen zu machen. Der Patient bleibt vorläufig wch hier: sobald wir zum nächsten Telephon kommen. Verden wir das Spital anrufen und einen Krankenwagen herschicken. Verhalten Ste sich ruhig, machen Sie sich keine Sorgen. Und hier, für die Benutzung Ihres Hauses— Er hielt Jimmie ein Bündel Banknoten hin. das dieser mechanisch entgegennahm.„Falls Sie jemand nach den Vor- fällen dieser Nacht fragen sollte, so habsn Sie nichts geseh m, wissen von gar nichts. Es tut mir leid, daß wir Ihnen Ungelegenheiten verursacht haben, doch ging eS nicht anders. Gute Nacht.« Der herrische junge Mann verließ das Limmer, sie Hörten ihn und sein« Gefährten aus dem Hause stampfen. Sie lauschten stumm, bis sie das Rattern des Automobils vernahmen. AuS dem Nebenzimmer klang Stöhnen. Zitternd vor Angst schlich Jimmie auf den Fußspitzen zur Tür und öffnete sie ein wenig. Ter Raum war völlig finster. Wasser! Gebt mir Wasser!" jammerte Laceys Stimme. Jimmie ging zurück, holte die Lampe und Wich wieder zur Tür. Er blickte durch den Spalt und sah Lacey am Boden liegen, bis zum Kopf mit einem Leintuch be- deckt: der Kopf lag auf einem Kissen. Sein Gesicht war gelb und schmerzverzerrt.„Wasser! Wasser!" stöhnte er. Jimmie füllte eilends ein Glos und brachte es Lacey: dieser versuchte zu trinken,«brach sich, lag dann reglos, leise in sich hineinschluchzend da. Plötzlich bemerkte er, daß Jimmie ihn anstarrte, seine Augen wurden haßerfüllt, und er flüsterte:„Das verdanke ich Ihnen, Sie verdammter Hund!" Elftes Kapitel. Jimmi« Higgins sieht dem Krieg ins Aug». I. Der Krankenwagen kam, die beiden Pfleger legten den fungen Granitch-auf eine Tragbahre und schafften ihn fort. Jimmie öffnete die Fenster, um den.Geruch deS Cholor- forms zu vertreiben. Er und Lizzie verbrachten den Rest der Macht in Gesprächen über das furchtbare Ereignis, und was es wohl bedeute. Als Jimmie das Bündel Banknoten näh« betrachtete, entdeckte er zehn neue, knisternde Zwanzig- dollarscheine. Soviel GeQ haften die beiden bescheidenen kleinen Leutchen niemals besessen, noch je zu besitzen er- wartet. Sie fühlten, es sei Blutgeld, wem jedoch würde es nützen, wenn sie es zurückwiesen? Was in dieser Nacht ge- schehen war. konnte nicht ungeschehen gemacht werden— nicht durch den ganzen Reichtum, den der alte Granitch an- gehäuft hatte. Jimmie schwieg, wie es ihm befohlen worden war, und anscheinend verriet auch kein« der Betefligien ein Wort.— kein Report« fand sich in Jimmies Hütte ein, um ihn zu interviewen. Da er jedoch einige Tag« später in den Laden am Kreuzweg ging, erfuhr er, die Geschichte sei allgemein bekannt— alle sprachen von nichts anderem. Ja, die Nachricht war sogar über die ganze Welt telegraphiert worden, Leute erschauderten beim Lesen vor Entsetzen, und die So- zialisten hatten ein herrlickes Beispiel für den Einfluß übergroßen Reichtums auf die Moral der Bdenschen. Die Geschichte wurde in verschiedenen Variationen er- zählt; die einen behaupteten« der betrogene Gatte hätte Lacey Granitch im eigenen Hause gefunden und einen Chirurgen geholt, andere berichteten, er habe ihn ins Spital geschleppt und dort die Operation vornehmen lassen. wieder andere. daS Ga-nze habe sich in eine» Hütte an der' Landstraße abgespielt, doch erwähnte niemand John Cutters Pachthaus, und Jimmi« hüllte sich flumm in sein überlegenes Wissen, und ließ die anderen schwätzen. Er ging nun allabendlich in den Laden, um die neuesten Versionen zu hören. Zuerst vernahm er, der alte Granitch wolle all« Verschwörer verhaften und zu Zuchthau-5 verurteilen lassen, dann hieß es, Lacey habe das Spital verlassen und niemand wisse, wo er sich aufhalte. Und dieS blieb so: nie wieö-er zeigte sich Lacey, um die Streik« der Empirefabrik zu be- schimpfen, noch um die Herzen der Choristinnen zu brechen. Seines grimmen alten Daters Haar ergraute in wenigen Wochen, und während er arbeitete, um den Kontrakt mit der russischen Regierung einzuhalten, wußten alle, baß Schmerz und Wut und Schmach an.seinem Herzen fraßen. Jimmie und seine Frau berieten oft und lange über die Verwendung der ZwanzigdollarZscheine. Was sollten sie mit diesem Reichtum beginnen? Der„Arbeit«", stets in Geldnöten, gab«ben eine Anzahl Anteilschein« heraus, lind Jimmie konnte sich keine bessere finanzielle Anlage vor-, stellen, als bei einer Proletarierzeitung: doch ach, Lizzie wollte dies nicht einsehen. Dann fiel ihm eines Tages die Annonce ein« Oelgesellschaft auf, die, da sie in einer sozio. listischen Zeitung erschien, über jeden Verdacht erhaben war. Aber auch hier verstellte ihm Lizzie den Weg. Sie bat den visionären Gatten, er möge doch das Geld ihr anvertrauen, die Hälft« komme ihr ohnehin zu: habe sie doch geholfen, es zu verdienen.„Wodurch?" fragte Jimmie. Und sie «widerte, sie habe sich ruhig verhalten; hat er denn etwas anderes getan? Lizzie wollte den Schatz haben, um die Zukunft ihrer Kinder zu sichern, falls der propagandistische Vater diese gefährden sollte. Und schließlich gab er nach, und sie ver- wahrte das Geld nach uralter Frauenmethade. Sie nahm die knisternden Zwa-nzigdollarsscheine, nähte sie zwischen zwei Tuchlappen und verbarg diese auf ihrem reckzten Dein, unter dem Strumpf. Tort wird der Schatz bleiben Tag und Nacht, unzertrennlich von seinem Besitzer. Sie wird eine wandelnde Bank sein, eine Bank, durch keine Krise oder Panik gefährdet. Das Gefühl, zweihundert Dollars an ihrem Bein zu �tragen, glitt Lizzie prickelnd durch den ganzen Körper, wärmte ihr Herz, entzückte ihren Geift� förderte die Perdauung��"(Fortsetzung folgü� Sie Bestinmnkng Verstoßenden Versannulungen unter freiem Himmel i> a u e r n d ohne Beochtun>g bei den„Ordnungs- beVörden" bleiben werden. Auch der„Vorwärts" erinnert in seiner gestrigen Morgenausgnbe in einer Besprechung des Hinbenburg-Empfa-nges durch Reinhardt iüaran. daß „Kundgebungen unter freiem Himmel'kraft des Belage- rungszustandes verboten sind". Und händeringend fügt der„Vorwärts" hinzu: .Wenn nächstens eine Ansammlung oppositionell gesinnter Arbeiter auseinandergetrieben wird und wenn diese Arbeiter dann sagen:.Ja� un» treibt man rfuZeinartder, aber die all- deutsche Hurragesellschaft darf demonstrieren'— toa9 sollen wir ihnen dcmn an'iwörtcn?' Die Antwort auf diese Verlegenheitsfrage wird prompt in den Pol.-PvrI. Nachrichten erteilt, ja nicht nur eine Antwort, sondern sogar zwei. In der einen beeilt sich das Kultusministeriu m mitzuteilen, ihm sei von einer Absicht, die Schüler einiger höherer Lehramstaften zu etner Demonstration für Hindcnburg aufzubieten, nichts bekannt. Während dieses schöne Dementi erlassen wurde, war der Hindenburg-Rummel bereits im vollen Gange. Die Herren im Kultusministerium brauchten sich also in ihrem Schlaf gar nicht zu stören. Außerdem fühlte sich Herr Ho enisch bemüßigt, durch die P. P. N. die aus. d-vllckliche Erklärung zu verbreiten, daß er„jeglichem Miß- brauch der Schule zu politischen Demonstrationen a u f das e n t s ch i e d e n st e in i ß b i l l i g t". Leider unterließ Herr Haemsch hinzuzufügen, was mit jenen Herr- schaften geschieht, die sich über diese„Mißbilligung" hin- wegsetzen und dem Minister auf der Nase horumtanzen I Nicht minder charakteristisch ist die Antwort, die wegen der Reinhardt-Demonstmtion aus dem Reichswehrministe- räum erteilt wird. Die P. P. N. berichten: .Entgegen der ander? lautenden Bchaup-hing einiger nationalistischer Blätter wird ausdrücklich fdstgchtelst, tah dem Obersten Reinhard zur Stellung der Ehrenkompagnie beim Eintrelffm HindcnburgZ weder ein Befehl noch eine Ermächtigung erteilt worden ist. Fm übrigen soll, wie die P. P. ty. von zuständiger Stelle erfahren, künftig- hin derartigen Eigenmächtigkeiten einzelner militärischer FlVh- rer unter allen Umständen vorgebeugt werden.' Diese Drohung klingt so fürchterlich, daß der Oberst Rem-hard sicherlich sofort ins Mauseloch kriechen wird. Im übrigen bedeutet aber das Dementi eine glatte Irre- führung der Oeffentlichkeit. Dem„8 Uhr- Abendblatt" wird von„unterrichteter Seite" mitgeteilte .Bei der Stellung einer Ehrenkompagnie für Generafteld- Marschall b. Hindenburg handelt eS sich n i ch t um«ine selbstän» dige Maßnahme des Regiments Reinhardt. Diese Maß- »ahme ist vielmehr im Einverständnis mit dem vorgesetzten Kommando deS Obersten Rein- Hardt erfolgst, was schon daraus hervorgeht, daß General Lüttwitz mit seinem Generalstabschef Generalmajor ».Oldershausen beim Empfang deS General- f eld ma r scha ll S von Hindenburg am Bahnhof Zoologischer Garten anwesend war.' Die„unterrichtete Seite', von der diese MitMlung .stammt, kann nur den leitenden Kreisen deS Reichswehr- giruppen'kvmmandos I angehören. Die Herren d e m o n- st r i e r e n also nicht nur in herausfordernder Weise, sie sügen zu ihrer frechen Eigenmächtigkeit muh noch Hohn und Spott gegen die Regierung, die die Angelegenheit ver- tuschen möchte. Die Lüttwitz, Oldershausen, Nein&ard und Konsorten„fühlen sich". Sie treiben kein Versteckspiel wie * die Regierung, denn, sie sind ja momentan di« Herren der Situation. das deulsch-baNIsche Spiel. Die gesamte bürgerliche und rechtssozialistische Presse schweigt sich seit einigem Tagen beharrlich über das deutsch- russische Unternehmen in Kurland aus. Sie folgt dabei anscheinend einem Wink, der von der Regierung in der Prefsekonferemz gegeben worden ist. So wurde auch der unerhörte Vorgang, daß das 2000 Mann starke Detvchement Roßbach noch am 31. Oktober ungehindert die Grenze überschreiten konnte, mit Schweigen übergangen. Und Herr N o s k e, der starke Mann, weiß über di« Meuterei nichts weiter zu berichten als dies: Die Absicht dieser Truppe, nach Rußland zu marschieren, war bekannt. E» wurde keine Truppenmacht zur Verhinderung der AuSsührung dieses Plane« aufgeboten, um grShere» Bluwergie» ßen zu vermeiden und da als sicher anzunehmen ist, daß dal ganze baltische Unternehmen in der allernächsten Zeit in sich zusammen- brechen wich. Mit klaren Worten ausgedruckt: Herr NoSke konnte gegen die Meuterer nichts unternehmen, weil er die ihm zur Verfügung stehenden Machtmittel nur gegen die sozia- listisch denkende Arbeiterschaft zur Anwendung bringen darf. Meuternde Militärs aber werden mft rührender Väter- licher Fürsorge bedacht, jede Erleichterung wird ihnen ge- währt, und nur unter diesen Umständen konnte haS baltische Abenteuer sich zu einem die Existenz des ganzen Volkes be- drohenden Umhange auswachsen. Obwohl also die meuternden Militärs von der deutschen Regierung soviel indirekte Hilfe und Unterstützung be- kommen, als es unter den obwaltenden Umständen nur möglich ist, zeigen sich diese für die unterwürfigen Helfers- dienste höchst undankbar. Das Organ der deutsch-russischen Soldateska, die in Mitau erscheinende„Trommel", hetzt täglich in der frivolsten Weise gegen die Republik und ihre Regierung. In einer der letzten Nummern schreibt sie: Der letzte Funke von AchtungfÜrdieEbert, Mtlller„ v a u e r und Genossen erlischt in unS, seit diese Männer Indirekt den Bolschewismus dadurch unterstützen, datz sie un« de« Kampf gegen diese Gefahr mit allen nur erdenklichen Mitteln erschweren. AberdieLeuteamgrünenverlinerRegierung». tisch sollen sich vorsehen! Roch herrschen sie über den mnnachteten verstand eincS fieberkranken verzweifelten Volke«. Aber einmal werden auch den Verblendete« in der Heimat die Augen aufgehen und wieder erholt von allem Elend der letzten schweren KriegSjahre, werden si» von der Genossen- cltqne Rechenschaft sorbern. Die Berliner RcichSregir- rang soll sich merken, daß bann auchwirunsere Rechnung präsentieren werden. Denn wa» dem einen recht ist, ist dem andern billig und genügend Sorgen hat un« die schmachvolle Stellungnahme der ReichSregierung hi« draußen auf unserem dornenvollen Wege ohnehin bereitet. DaS ist eine ganz offene Kampfansage an bke Regierung. Für die ntonadelange weitgehende Unterstützung, die sie den Meuterern gewährte, erntet sie nun Fußtritte und Beschimpfungen. Sie wird aber die Natter, bie sie an ihrem Busen großgezogen hat, so leicht nicht los wer. den. Schon heute kann sie sich nicht mehr aus dem Banne der militärischen Rebellen befreien. Sie muß ihnen not- gedrungen nachgeben, weil hei einer klaren Trennung von den Meuterern ihr« ganze Existenz in Frage gestellt würde. SoldaltUichlllder. Am 8. Rovember berichteten wir über den km.Berliner Tageblatt' deröfsentlichten Fall deS Soldaten Helmhake, der im März ISIS von seinen Kompagniesührer, dem Oberleut- n a n t Assessor Han« H i l l e r, in geradezu tierischer Weise zu Tod« gequält worden war. Wie da«.Berliner Tag«. blott' nunmehr berichtet, teilt di« ReichSentschädigungS. Kommission, bei der Herr Hiller zur Zeit beschäftigt ist, am Schwarzen Brett mit, daß die Peschuldigungen gegen Herrn Hiller unwahr und die Vorgänge, welche den Beschuldigungen zugrunde gelegt waren, stark entstellt wiedergegeben seien. Herr Hiller habe daher gegen daS.Berliner Tageblatt" und gegen die»Freiheit' Strafantrag wegen verieumdorifcher Bele-ivi« guilg gestellt. Der Gewährsmann de?„B. T.' hält demgegenüber seine B«. schuldigungen grundsätzlich aufrecht. Nach weiteren Informationen von Augenzeugen, die ihm zugegangen sind, hat Herr Hiller nicht nur durch seine brutalen Mißhandlungen den Tod de« Soldaten Helmhake verschuldet, sondern eS liegen gegen ihn noch andere schwerst« Beschuldigungen wegen brutalster Miß- Handlung, gemeinster Beschimpfung und dergleichen von Unter- gobenen war. TvS.B. T." deutet hierzu den Fall de» Schrift- stellers Thomas, de« kriegsfreiwilbigen Studenten Müller, de? Unteroffizier» Küster, de» GardsfüsilierS Müller Xll an und schreibt weiter, daß Hiller.Mannschaften wie Unteroffiziere unterschiedslos beschimpfte und mit Spaten, Seitengewehr iiiid Stock mißhandelt«', daß er den strengen Arxest durchAnbindenso häufigverhängt«, daß der dienst- tuende Unteroffizier sich veranlaßt sah, in Dutzenden von Fällen diese sinnlosen Bcfeihie einfach nicht auszuführen. Die LiebkingSanZdrücke, mit denen Heer Assessor Hiller seine Untergebenen belegte, waren Mistvieh.AaS und Schwein.' Im übrigen ist weder dem„B. T." noch uns etwa» von einer Klahe bekannt geworden. Dagegen erhielten wir ein Schreiben von Herrn Hiller, mit der Mitteilung, daß er das Militärgericht »m möglichste Beschleunigung de? seit dem 2l>. Mai(I) gegen ihn schwebenden Verfahren? ersucbt habe. Wir veostechen es, daß dieser Soldatenschinder lieber die Mi- litärge richte um Beschleunigung de» Verfahren« ersucht, als daß er un« durch einen Strafantrag die Gelegenheit bietet, was einem bürgerlichen Gerichtshof, wo nicht, wie bei der sattsam be- kannten militärischen Rechtspfleg«, d,e Unschuld«ine» Offizier« von vornherein feststeht, den Wahrheitsbeweis unserer Beschuüdi- gilngen anzutreten. Di« KviegSvsrbrechen so vieler Offiziere, unter denen Hiller typisch ist, harren noch der Sühne und ebenso verbrecherisch, wie die Daten dieser Herren waren, wäre eS, wollte man sie heute fang- und klanglos in den Aktenschränkcn der Mili- tävgsvichte verschwinden lassen. Das Schlemmeriete» der VWere im Felde. Wie sie den Krieg ohne Not überstanden. Am.Nachrichtenblatt des Z« n t r a l r a t S' gibt ein Ein- geweihter eine kleine Zusammenstellung darüber, in welcher Weise sich im Feld« die Offiziere auf Kosten der Mannschaften bereicherten und mästeten. Er führt al» Beispiel«in« Marke- tenderei an, in der folgende Empfänge gemacht wurden: Hauptmann vvn Fr. erhielt in ca. 1 Jahr: 1006 Pfd. Zucker. 588 Pack Kek», 175 PD..Honig. 86 Tosen kondensierte Milch. SSO Tafeln Schokolade, 88 Fiaschen Branntwein usw. Rittmeister Kl. in 6 Monaten: 280 Pfd. Zucker, 10 Pfd. Bonbon«.«5 Ta'ebn Schokolade usw. Leutnant Fr. in ra. X Jahren: 260 Pfd. Zucker, 78 Pfd. Honig. 62 Pfd. Bondon«. 266 Pa- kete SHU, 90 Pfd. Schokolade, vo Dosen kondensierte Mich, 90 Dosen Gemüsekonserven, 3100 Zigarren. General von ll. in einem Monat: 805 Pfd. Zucker, 85 Dosen kondensierte Milch. 46 Pfd. Honig Ufte. Fllrstl. Lippesche HushalwNg, Detmold, i» einer Sendung: 150 Pfd. Zucker, 80 Dosen Oelsardinen� 90 Dosen kondensierte Milch 20 Stück Seis«, 59 Pfd. Schinken, 10 Pfd. Käs« usw. Leutnant M. in L Monaten: 200 Pfd. Zucker. 25 Dosen kondensierte Milch, 70 Pack Keks, 000 Zigarren, 900 Zigaretten. Exzellenz von E. in 1 Monat: 69 Pfd. Zucker, 50 Eier usw. Wa» erhielt der Manu dagegen bestimmungsgemäß in einem ganzen Monat? 70 Gramm Kunsthonig, 1 Masch« Branntwein für 11 Köpfe, 1 Dose kondensierte Milch für 7 Köpf«, 1 Stück Zigarillos für 8 Köpfe I Das Schlemmcrkvben der Offiziere im Felde war einer der wesentlichsten Faktoren, d?« dem Mann die Augen öffneten und den moralischen Zusammenbruch der Front beschleunigten. Den Trägern de« Militarismus ist«g heute sehr unangenehm, daran erinnert zu werden. Aber all« AbleugnungSversuche sind zweck- los. Da» eigennützige, selbstsüchtige Verhalten der Offiziere sitzt den FeldgugSteilnehmern so tief im Gedächtnis, daß eS sobald nicht vergessen werden wird. Gew'issevsbZffe? Da» schlechte Gewissen läßt dem„Vorwärts' keine Ruhe. Auf unsere Notiz: Ein..Arbeiterblatt' in der Abendausgabe vom Mittwoch, die sich mit den Fußtritten beschäftigt, die der.Vor» wärt«' fortgefetzt den nach langem Kampfe in die Betriebe zurück. kehrenden Metallarbeiiern versetzt, erwidert diese» Blatt mit einem dürftigen Gestammel. Es wiederholt im wesentlichen die längst abgetane, selbst von der bürgerlichen Presse aufgegebene Lüge, wir hätten den Streik begrüßt und in eine politische Richtung gelenkt, um unser.parteipolitisches Süppchen zu kochen". Worauf wir nur zu entgegnen haben, daß eine L ii g e nicht dadurch zur Wahr- heit wird, daß man sie hartnäckig wiederholt. Und schmutzige Anwürfe gegen di« große Bewegung werden nicht sauberer, wenn man sie in pharisäerhaft« Beteuerungen der größten Sym- pathie für dir von den Metallarbeitern bekundete..glänzende Solidarität" eiulleidet. Daneben beklagt sich der.Vorwärts" über unseren„rauhbeinigen' Ton. Wir wählen diesen Ton, wekk«t allein diesem Blatt gegenüber angebracht ist. Wenn wir überhaupt noch einmal auf die Aenßerungen det Blattes eingehen, so nur, weil ein« Stelle der Erwiderung de» .Vorwärts' einige Beachtung verdient. Der.Vorwärts' beklagt die.Niederlage" der Metallarbeiter und beteuert, daß er sie vor- ausgesehen habe. Si« werde unangenehme Wirkungen für die Arbeiterschaft haben. Und dann schreibt das Blatt:.Natürlich muß den Unternehmern der Kamm schwellen, wenn sie sehen, wie leicht es ihnen gemacht wird. Vorstöße der Arbeiter abzuwehren und zum Gegenstoß auszuholen." Wir haben zunächst nicht die Auffassung, daß e» den Unter» nehmern.leicht gemacht' worden ist, den Vorstoß der Metall» orbeitcr abzuwehren. Durch seine ausnahmsweise einmal wahr» heitSgemäße Wendung von der„glänzenden Solidarität' der Streikenden sagt der«Vorwärts' ja selbst, daß die Metall- industriellen schwer zu kämpfen hatten. Wenn aber etwas zur Erleichterung der Situation der Unternehmer beigetragen hat, so ist eS die hinterhältige heimtückische Haltung de»„B-rwärtS" gut* Meiallarbeiterstreik, die wir oft genug durch sachliche Einwand« gegen die Verdrehungen des Blatte« gekennzeichnet haben. Auf diese Eharakteriftik seines Betragen» geht der.Vorwärts'� mit keinem Wort ein. Mit dieser Feststellung wollen wir un» begnüge*. verhaflllngeu ohne Sude. Testern wurde das frühere Mitglied des VollzugSratI, der Kommunist Rasch, vor dem Lokal' der Vollversamm- lung verhaftet. DcchS Beamte in Zivil zwangen ihn mit vorgehaltenem Revolver zum Mitgehen. Es ist ein« Schmach und Schande für daS„demokratische" Deutschland, daß es seine politischen Gegner mcht duldet. Wo man nur mit Hilfe des Belagerungszustands, der Presseknebelung und der Unschädlichmachung politischer Gegner regiert, da muß es auch dem Blindesten klar werden, daß„etwas faul ist im Staate Dänemark". telnert sucht und findet Schutz. Wegen des Mißtrauensvotum», daS der Prsident der Pvvotzß« schcn Landesversammlirng, Le inert, sich am Mittwoch wegen seiner parteiischen Geschäftsführung holte, hat ihn veranlaßt, sich an seine Freunde wegen Schutz zu wenden. Wie die.P. P. N." mih. teilen, wollte er sein Amt als Präsident niederlegen. Die Foak- tion habe jedoch einstimmig entschiedsn, daß Leine rt im Recht gewesen sei und da» volle Vertrauen der ganzen Fraktion genieße. Sie habe den Präsidenten aufgefordert, sein Amt weiterzufühve* und der Präsident werde diesem Wunsche nachkommen. DaS dürfte wohl auch der innige Wunsch Leinert» svin. preußische tandesgersammluug. In der gestrigen Sitzung wurde die Verordnung über die Berlanpenrng der AmtSdäuer der Hu ndelSkawmerinitgl jeder vo» 39. September 1918 ohne Abstimmung erlediigt. Bei der zweiten Beratung de? Gesetzentwürfe» über weitere Beihilfen zu KriegSwechlfahrtsausgaben der Gemeinden führt Abg. BerghauS(Dem.), der den Ausschußbericht erstattet, aus. daß die beiden Vorlagen nicht ausreiche iw sind und der Ausschuß deshalb«in besonderes Gesetz für nötig hält. Dieser Auffassung stimmen die Abag. Dr. Wehl(N. Soz.), Stieler(Zentr.), Brun»(Saz.) und Dalbmer(Dnat. Vp.) mft kurzen Ausführungen zu. Zinanzminifter Südekum: Die Notlage de-r Gemeinde* erkenn« ich vollkommen an. Wenn wir nicht in allen. Fällen unseren Verpflichtungen ihnen gegenüber gleichmäßig nach» gekommen sind so liegt da» daran, weil wir in evster L-inie die in den abzutretenden Gebieten liegenden Gemeinden berücksicht!» gen mußten. Unse« Mittel wurden dadurch volllomme-n m An» spvuch genommen. ES ist richtig, daß durch den Uebergang der Finanzhoheit cm da» Reich in die Selbstvcrnxiltung der De- nieinden sehr stark eingegriffen wird. Sämtliche Parteien sind sich anscheinend darüber einig, daß die finanzielle Zukunft b«r Gemeinden nicht ausschließlich in die Hände der Reichsfinang, verwaktung gelezt werden darf. Die Gesetzentwürfe werden nebst tan«u»schuß. antrügen einstimmig angenommen. Abg. von Kessel(Dnatl.) begründet dann seinen Antrat auf Rettung der Hackfruchternt«. Abg. Schmidt- Köpenick(Soz.): Die Kartoffelernte ist viel besser aufgefallen, als man es In ven deutsAnationalen Zeitungen lehen kann, lloberall, guch bei den Zuckerrüben, wird mit falschen Zahlen gearbeitet. F-rciyerr von Wangenheim rund Herr Röficke, di« Schutzheiligen der deutschen Landwirifchaft, habe* von der vorjährigen Ernt« große Vorräte zurück» behalten. LandwirtschrftSminister Braun: Di« Schädigung der Kartoffeleiriit« durch da» Frostwetter ist erheblich Die Ernte hat sich infolge der Witterung auf fast allen Gebieten verzögert. In- folge de» Fohlen» der Saisonarveiter im Osten ist dort im Gegen- jatz zu West- und Mitteldeutschland besonder» die Hackfruchternt« zurückgeblieben. Nach den Berichten der Regierungspräsidenten ist aber die Kartoffelernte in allen Bezirken gesichert, wenn si« teilweise auch schwierig vonstatten gehen wird. Ein Vertreter de» Verkehrsmini st erinms er- klärt, daß alle» geschieht, um Wagen und Lokomotiven für de» Kartoffelversand freizumachen. Abg. Dr. Weyl(U. Soz.): Eine vorübergehende HeraufsetzunG der Arbeitszeit über 8 Stunden hinaus können wir nicht gut- heißen. Nahrungsmittel dürfen grundsätzlich nicht Brauereien oder Brennereien zur Verfügung gestellt werden. Auch wir sind dafür, daß für den Transport die genügende Anzahl von Eisen- bahn wagen gestellt wird. Heber Arbeitermangel werden Sie nicht zu klagen haben, wenn Sie die auf das Land geschickten Ar. beitcr angemessen bezahlen und unterbringen, sowie mit den nötigen Bekleidungsstücken versehen. Da» sollte ma» berücksichtigen, wenn man Angriffe erhebt darüber, daß sich ein« so geringe Zahl von Arbeitslosen zum Schneeschippen in Berlin meldete. Damit schließt die Aussprache. Der Antrag Kessel wird. so. weit er die Verlängerung der Arbeitszeit verlangt, mit 117 gegen 95 Stimmen(Soz. und U. Soz.) angenommen. Die Annahm« der Forderung ausreichender Transportmittel für die Bewältigung der Ernte erfolgt einstimmig. Der Gesetzentwurf über di« Veranlagung und Verwaltung der preußischen Stuer» wird nach kurzer Beratung angenommen. E» folgt die zweite Beratung de» HauShaltplan» für die preußische Regiening. Im Zusammenhang damit werden beraten di« Liste der vospelommenen Fäll« übe�rie Verhängung de» Belagerungszustand«» und eine große Anzahl Anträge. Danach vertagt sich das HauS auf Freitag 12 Uhr: Kleine Anfragen, Abstimmung über den BerghauShast. Weiterberatung. Die Deutsche FrlebenSgrsellschaft hat sich durch Vermittlung des Bcrner Internationalen Friedensbureau» an die französischen Pazifisten gewandt mit dem Ersuchen, ihren Einfluß für eine Beschleunigung der Rückführung der deutschen Kriegsgefangenen geltend zu machen, ebenfall« an den zur Zeit in London weilenden Eduard Bernstein, damit«r durch seine internationalen Beziehungen zugunsten der deutichen .Gejaugenen wirke. 1 Aus der Buttel Die Urabstimmung in Leipzig. Au« Leipzig wird uns geschrieben: Die grohe Vedeutung, bi« di« Erforschung der wahren Meinung der Mitglieder der Partei besitzt, hat letzthin in Leipzig zu dem wichtigen Beschlutz geführt, ein« Urabstimmung unter den Mitgliedern über die künftige Haltung der Partei vorzunehmen. In drei großen Versammlungen hatten sich die Leipziger Parwigenoffen mit den Problemen beschäftigt, die durch den auch in der.Freiheit' «rbgedruelten Artikel de» Genossen Kurt Geyer zur Diskussion gestellt waren. In der dritten Versammlung wurde einer Re- solution des Genossen Böttcher mit SlO gegen 405 Stimmen zu. gestimmt, die den Bnschlutz an die dritte Jniernational« empfiehlt. Ln einer späteren Generalversammlung von Groß»Leipgig wurde »ber die Vornahm««iner Urabstimmung beschlossen, trotzdem der Parteiveteran Friedrich Geher sein« ganze Autorität ein» setzte, um diesen Beschlutz zu verhindern. Der von dem Vorstand der Partei vorgeschlagene Stimmzettel der fünf Fragen ent» hielt und die Absicht verfolgt«, die Haltung der Mitglieder zu jeder«inzeln«n Frage«inwandfrei festzustellen, wurde allerdings verworfen, dagegen beschlossen, die Resolution Böttcher und die ihr entgegenstehende der Parteileitung zur Urabstimmung zu stellen. Die Generalversammlung untersagt« auch dem Vor» stand der Partei, ein aufklärendes Flugblatt zur Urabstimmung herauszugeben. Die Urabstimmung fand am S. November ssait. Die Agitation war sehr lebhaft. Ihr Ergebnis ist«ine Niederlage für die Mehrheit der Versammlung, denn während in der Ver. sammlung die Resolution Böttcher mit fast Zwoidrsttelmehrhoit gutgehcitzen wurde, entfielen in der Urabstimmung nur«twa gut 40 Prozent der abgegebenen Stimmen auf sie. Bei einer Gesamtzahl von 10 812 abgegebenen Stimmen erhielt die Re. solution der Parteileitung 5811, die Resolution Böttcher 4700 Stimmen, während 211 Stimmen ungültig waren. Die Wahl« deteiligung betrug etwa 25 Prozent, während sich an den ver» Sammlungen nur 3 Progent der Mitglieder beteiligt hatten. E» kann deshalb wohl keinem Zweifel unterliegen, welche Abstim» wung die Meinung der Mitgliedschaft der Partei besser zum Ausdruck bringt. Di« Partei wird deihallb nicht unchin fönneu, bei allen wichtigen Entscheidungen zu der Urabstimmung zu greifen, als dem besten Mittel den Willen der Mitglieder unverfälscht zum Ausdruck zu bringen. Durch«ingehende Aufklärungsarbeit muß allerdings dafür Sorge getragen wevden, daß sich nicht nur«in« Plinderheit, sondern di« große Mehrheit der Mitglieder an der Abstimmung beteiligt. Bei der Wahl der 15 Delegierten zum Parteitag brachte die R-ichtstng Geher nur drei Ihrer Anhänger durch. Stimmen zum Parteitag. Die Partekmitglieder in Offen Vach a. M. faßte» zum bevorstehenden Parteitag nachstehenden Beschluß: Die Versammlung hält die Aufrichtung einer revolutionären, siozialistifchen International« für unbediivt geboten. Dazu ist die Zusammenfassung der revolutionären Kräfte des Proletariats aller Länder notwendig. Um dseses anzustreben, möge der Parteitag der U.S.P.D. die Einberufung einer allgemeinen, internationalen Konferenz beschließen, die gemeinsam mit anderen voud erParteien«inzulaiten ist. Zu dies«? Konfevenz sind einzuladen alle internationalen sozialistischen Gruppen, die sich entsprechend den Beschlüssen von Zimmcrwald und Kiental auf den Boden de? revolutionären Klassenkampfes stellen. Dieser Konferenz muß die Aufgabe gestellt werden, alle wirklich revo» Jutionären sozialistischen Gruppen unter Ausschaltung der Eo- /ilpntrioten und Eozialimperialisten zu ein«r lebensfähigen, ge» zchlossenen und schtogfcrtigon International« zu vereinigen. Der Bezirksvorstand Plauen der U. S. P., der vier ehe» »alig« sächsische ReichStagSwahlkrcise umfaßt, nahm am der- gangcnen Freitag in vier Delegiertenversammlunpen der noch be» stehenden ReichStagSwahlkreil-Organisalionen Stellung zum Par. teitag. In Plauen wurde nach einem Referat deS BezirkSvor» fitzenden Gen. P u ch t a, der für Anfrechterhaltung der Verbin- düng mit den S o z i a l i st e n d e« W e st e n» eintrat, und einem Korreferat de? Gen. D l u n ck» Zwickau, der für di« Moskauer Internationale sprach, mit 52 gegen 4 Stimmen her Anschluß an die dritte Internationale abgelehnt und Puchta e i n st i m» w j g zum Delegierten für den Parteitag gewählt.— E r i m. «it schau wurde beschlossen, daß in der Erkenntnis, daß die Entscheidung über Räteruhland und die Weltrevolution im Westen fällt, die Partei nachGenfgehenund dort in revolutionärem Einne wirken müsse,«inen ähnlickwn Beschluß faßte die Tele- giertenvorsammlung de»«bemaligen 2 2. sächsischenReichS» tagSwahlkreise». In allen Tagungen wurde beschlossen, mn dem bieh-ri-xn Aktionsprogramm festzuhalten. Mit dem Parteitag beschäftigte sich die von«twa 250 Delegierten und Vertrauensmännern besuchte Geueralversamm. lung unserer Slbinger Parteiorganisation. Mit allen gegen 22 Stimmen fand folgend« Resolutem Annahme: .Nach einaehender Aussprache erklärt die Geueralversamm» lung der U.S.P. Elbingö einen Anschluß an die 8. Jnternatio» nale nicht gutheißen zu können. Da eine Weiter» rristenz der 2. Internationale in der gegenwärtigen Form ebensowenig in Frage kommt, bat der Vorstand der U.SP.D. schleunigst mit den auf dem Boden unserer Partei stehenden Genossen der anderen Länder Verbindungen zum Zweck gemein» samen Handeln» anzuknüpfen. Ob die Partei nach G«nf aehen soll, hängt von den jeweiligen volitischen Umständen ab, die sich heute noch nicht übersehen lassen. Keineswegs darf die U.S.P.D. in der 2. Internationale bleiben, wenn die kompro» mittiert-n Führer der deutschen RechtSsozialisten in ihr weiter Eid und Stimme haben.'_,, Diese Resolution wird dem Leipziger Parteitag unterbreitet derben. Einstimmig wurden dann noch zwci weiter« An» wäge an den Parteitag beschlossen. Der erste lautet: .In Anbetracht der Tatsache daß die Wahlberechtigung mit dem vollendeten 20. Jähre, die MündiglkeitSerWrung jedoch erst mit dem vollendeten LI. Jahr« eintritt, beantragen di« Slbinger Genossen: Die Fraktion der U.S.P. möge in der Nationalver» 'ammlung dafür eintreten, die Bestimmungen de» Bürgerlichen �-.Gesetzbuch«? dabin zu ändern, daß Mündigkeit mit dem voll» endeten 20. Jahre eintritt.' �. Der ander« Antrag gibt den Elbinger Delegierten auf, auf dem Parteitags dafür einzutreten, daß der Parteivorstand für die einzelnen Bezirke Bildungskurs«»inrichtet. Reinfall der Rechtssozialisten in Stork«». Zu«inom ylänzmlden Gvg sftr die U. G. P. gestaltete stch We am Sonntag, den 2. November, in Storkow von der S. P. D. ein» berufene öffentliche Versammlung, vergeblich bemühte sich Dr. «Pendiner sSchönebvrg) fernen Auhlwern die Vorzüge der neuen N-ichSverfassuna schmackhaft zu mnhen. Di« � Revolution, ver» «leickbar einem eimiährigw, Kindl«in mit Geschwulst, bvdurse der fürsorglichen Hilfe durch di« Hand de» Arzt«, und Twa!» mann«». De« Pruleiariat sprach er rundweg di« Fähßckett ab. den Staat»» «pparat zu führen. Di« sozialistische Regierung Hab« in«in«» Jahr viel geleista: auch auf dem Gebiet der Sozravisienung. In der Diskussion trat ihm unser Genosse Schmidt«nt» gegen med übte vernichtend« Kritik an dem Schern sosiasldmuS, Gr würbe vom Vorsitzenden de» Öfteren gesion, ooej Ben arg« vre Versammlung mit großer Mehrheit, den Gewvffen Schmidt weiter zu hören. Die VersammllungZleitung g'aubte sich am besten zu retten, indem sie plötzlich, da» sonst so geheiligde demokratische Prinzip verleugnet« und kurzerhand die Versammlung schloß. Durch diese Blamage dürft« den RechtSsoziaststen in Storkow di« Lust für öffeutliche Veriammluwgen ein für alkmot vergangen sein. In Rüdersdorf hatten die Rechtsfvgialfften zum 0. No- vember«ine öffenlliche Versammlung einberufen. Diese konnte jedoch nicht stattfinden, weil nur— drei Personen dazu«rschie- »e.n waren. Trotz deS schlechten WetterS war die Versammlung der U. S. P. D. dagegen gut besucht. Viele meldeten sich zur Aufnahm« in unsere Partei. Ein Beweis, daß die Massen ge- kchlossener denn je hinter der U. S. P. D. steh«n. Die sozialistische Einheitsschule lautet das Thema von 22 Versammlungen die di« sozw'istlschen Cehrer am freltag, den 14. November, abends?'/, Uhr veranstalten. C-nosslnncn und Genossen! Behundct€urr Interesse für dl« erztehung Lurer Kinder, erscheint in Massenl Die ver» sammlungsloha'« sind gestern im Inseratenteil dieser Zeitung bekanntgegeben. B® ErB!2'SE7flQUafl Vom LoHnlompf der Spanbauer Arbellerichaft. Wie von den militärischen Dchörden berechtigte Lohnforde» rungen der Arbeiterschaft behandell werden, zeigt uns folgender Fall: Im April reichten die Avbsitor und Arbeiterinnen des Ar» tillötie-Depots Spandau bei ihrer vorgesetzten Dienststelle, der 1. A?t..Direktlion>, an die Feldzeugmeisterei Lohnforderungen ein, welch« jedoch ohne an die Zuständige Stelle zu gelangen, bereit» von der 1. Artillerie-Direkdion alz zügellos bezeichnet, zurück- gswiefen wurden. Die Avbeilerschaift glaubt« danach ihre derech- tigten Forderungen gemeinscum mit der Organifalion erneut ein- zureichen und wandt« sich direkt an die FeDzeugmejsterei. Eine Antwort irgendwelcher Art, blieb diese ihren Arbeitern sowie der Organisation schuldig und so blieb kein anderer LuSweg, als das KviogSamt in Anspruch zu nehmen. Auf Grund einer triegS» ministeriellen Verfügung vom 20. Mai Rollten die Löhne aller militärischen Dienststellen einer Revision unterzogen werden und so wurden auch in Spandau auf Veranlassung der Kommandan- tur Vertreter der Ardeidgvber, Ahbeitnehnier und Organisationen zusammengerufen. Als man gerades dabei war, den Zeitvcrhält- nisten entsprechende Löhne in Vorschlag zu bringen, verfügte da» Krieglministermm a>m 25. Juni 1919 fvllgendeS: Handwerker er- halten 2,50 M., angelernte AUbaiter 2,25 M., ungelernte Aobeiter 2,10 M. Sturtdenlckhn. Die gestellten Forderiingen lauteten dagegen: Handwerker 3,10 M.» für besondere PcäAisionZ-Arbeiter 3,30 M., anglevnte Arbeiter 2,80 M., ungelernte Arbeiter 2,00 Dü/ Frauen 1,80 M., »uyendliche Arbeiter von 10— 18 Jahren 1,60 M., jugendliche Ar- b e-iter bis 10 Jahre 1 20 M. In den Reiben der Arbeiterschaft stieg ob dieser Versüguna die Erregung uns der Unwille zur Arbeit. Eine Zusammenkunft von Vertretern aller militärischen Dienst- stellen Spandau» wählt« eine Konimission von Organi» sationS- und Arbeitern ertretern, um beim Kei egSmi»ist er iu m, Ab» tvilung Krieg Samt, vorstellt» zu wevden. Diese» geschah am 13. August 1919 und wurde der erschienenen Kommission eröffnet, daß man die Löhne zur Zeit nicht ausbessern könne, vielmehr müsse mit den M machungen in der Metallindustrie Schritt ge- halten werden. Man wußte allerdings im KriegSamt nicht, daß dort bereits weit höhere Löhne gezahlt werden. Die Komimssion glaubte nun mit dem Resultat an den Schli ch tu na Sau S-s ch v ß gehen au müssen und fand dort am 17 Scptomber zivcaS Vrilegung ocS Streilsalle» � ein Termin statt, welcher leider vertagt werden mußte, da ein Vertreter dr» KriegSamtS nicht erschienen war. Am 2. Okiober 1919 fand ein neuer Termin statt, m welchem da» KriegSamt angewiesen wurde, bis zum 14. Oktober mit der ge- wählten Kommission in Verhandlungen einzutreten. Auf Drängen der Kamtmillsion rief da» KriegSamt zwei Zusammenkünfte ein, welche allerving» resultatko» verliefen, da e» scheinbar»an dem guten Willen de» KriegSamt» fehlte, den Arbeitern mensehen- würdia« Löhne zuzubilligen. Am 25. Oktober fand vor dem EchlschtungSauksschuß ein neuer Termin statt und wurde jetzt da» KriegSamt verurteilt, di« gleichen Löhne zu zahlen, di« für die Berliner Metallindustrie in Frage kommen. ES ist anzunehmen, daß daS KriegSamt diesen gefällten SchiedSipruch nicht annimmt. Die leitende Organisation hat sich jetzt an den Unterstaatssekretär gewandt in der Hoffnung, dort mehr Verständnis für ihre berech- t igten Forderungen zu finden. Au» diesem Vorgange ersieht man recht dcuiilich, wie schwerfällig die noch im Amte veribliebenen Herren Gehsim- und RechnungSräte, bewußt oder unbewußt, brennende Fragen der Arbeiterschaft verschleppen. Tarif für Kinomusiker. Zwischen dem Verein der L ichbildtheaterh esitzer und der OrtSverwaltung Berlin de» Deutschen Musiker-VerbandeS ist«in Tarifablommen getätigt worden. Da» Abkommen ist auf ein Jahr geschlossen. D:n Musikern garantiert e» bei einer vier- stündizen Dienstzeit ein Einkommen von 20 M. täglich. Tastenspieler und Solisten erhalten außerdem noch 2 M. pro Tag mehr. Schlagzeugschläger mit eigenen Instrumenten 1 M. pro Tag mehr. Bei Kapellen von 7 Mann aufwärt» wird für di« gleiche Dienstzeit ein Aufschlag von 20 Prozent gezahlt. Kapellenleiter erhalten«inen Ausschlag von 50 Prozent auf die Mindestgage der Musiker. Bei Kapellen von 7 Mann aufwärt» erhöht sich der Zu- schlag auf 100 Prozent. Für besonder» verlangte» Notenmaterial soll außerdem noch ein Zuschlag gewährt werden, der der freien Vereinbarung unterliegt, verlangte Filmproben werden nach dem Stundenlohn bezahlt. Da» Abkommen regelt die zu ge- Währenden Pausen während den Borstellungen. All« zwei Wochen ist den Musikern ein freier Tag chn« Fortfall der Entlohnung zu gewähren. Jede Kapelle hat einen BertrauenSmann zu wählen. Arbeitgeber der Musiker ist nicht mehr der Kapellmeister, sondern in allen Fällen der Inhaber de» Theater». Die Arbeitgeber haben sich verpflichtet, die Musiker durch den Musikernachwei» de» Deut- scheu Musikerverband»» anzunehmen. Achtung! Angestelltenausschüsse! Dieje«sg»n Angestellken-AuSschüste. die unser Ski»dich reiben dam 27, Oktober isig nebst einer Aufsiellnn« über die Wirkung der BeschaffungSbeihils« nicht erhallen haben oder deren Angesiellten-AuSfchüsss, tzasielh» nicht tliSsrlNtaomacht haben, weroen geveren, tky cm vre auKtterrrnummafaii jirfct pngt-iwuitn» verbünd«, Fachgruppe 3b(Heere»betriebe). Siebe nepauSjchust Berlin SW 29, Belle-Allianee-Straße 10, II, zu wenden. Die Herausgabe des Rundschreibens hat sich durch technisch« Schwierigkeiten verzögert, und der Zeitpunkt wird bi»»>« 2t. November 1919 verlängert. Kupferschmiede. Di« Auszahlung der Streikunterstützung für dles« WodJI findet im Bureau, Gartenstr. 101, Sonnabend nachmittag von 2—5 Uhr statt. Die Kontrollstelle für streikend« und noch auS» ständig« Kollegen befindet sich ebensalls Gartenstr. 101 im Lokah nicht im Bureau. Verband der Kupferschmiede� Filtal« Berlik, OSram-Werk. Freitag, 9 Uhr vormittag». Versammlung der Transportarbeiter Bei Litfin, Memeler Straße 03. Facharoeiter 4 Uhr nachmittags Versammlung. Schulaula, Rudolsplatz. Fü» di« ini Metallarbeiter-Verband organisierten Kollegen 9—1 llb« Quittungen unterschreiben im Streiklokal. Die m Arbeit ge- treienen Kolleginnen müssen ihre Streiklarie im Streiklokal geben. v. E. G., Glllhlampenfabrlk. Heute von 9— 1 Uhr OuittungeU unterschreiben, insbesondere Abteilung Henschel erscheinen. A. E. G� BrunnenstraZe. Freitag, nachmitta ß 3 Uhr, t« Swinemünder GesellschaflShauS, Swinemünder Straße 42, Kon« kr der Arbeiterräte, Vertrauensleute, AuSschuißmttAieder son wie deren Stellvertreter und Ersatzleute aller Gewerkschaft»- richtungen, entlassene und nichlentlastene. Al« Legitimation gelten Funktionär- und VertrauenSmännerkarten oder Ausschuß»- bestallung. Achtung, Bapschuhmitcher! In Nr. 550 der„Frekheit" ssl der dort aufgeführte Stückloihntari.f irrtümlicherweise al» voG einer Versammlung der Ballschuhmacher angenommen bezeich- net worden. In Wirklichkeit hat die Versammlung äber diesen Tarif abgelehnt und beschlossen, überall für die von den Arbeitern aufgcfiellten Forderungen eingutreten./ A»s dem Sladlpatlament. Wo bleibt das ReichskvmmunalisierungsgefeH? Vor Eintritt in die Tagesordnung wurden die ncugewählleH unbesoldeten Magistratemitglieder durch Oberbürgermeister W e v» m u t h eingeführt. Besonders betonte er die Bedeutung des Ein- trittS einer Frau, der Genossin W e Y l, in den Magistrat. Genosse Wehl widmete den Ausgeschiedenen einen warmen Nachruf und! begrüßte die Neugcwählten unter Hinweis darauf, daß zwölf da« von Mitglieder der Stadtverordnetenversammlung bleiben. Etz konnte gleichzeitig verkünden, daß die Gesetzvorlage.Grotz-Berli»� in den nächsten Tagen der LandcSversammlung vorliegen werdch Ein von allen Fraktionen eingebrachter DringlichkeitSantratzj der den Magistrat auffordert, schnellstens Maßnahmen zur Be« seitigung der Schne«- und Schmutzmassen zu er» greifen, wurde ohne Debatte einmütig angenommen. Der G a S p r e i s, über den kürzlich eingehend derhand«? worden war, kam gestern erneut zur Sprache. Der eingesetztG Ausschuß erstattete durch Genossen Wehl Bericht über seine V«, Beratung. Er hat abgelehnt, die Staffelung ganz zu beseitige» Ebensowenig konnte er sich mit der Beibehalsiinz der biSherigeU Abstufung einverstanden erklären, da vielfach als Kleinverbraucher sehr leistungsfähige Abn?hmer in Frage kommen. Deshalb wurdtz der Magistrat ersucht, bis Januar 1920 statistische» Material bei» zubringen, um an Hand dessen die Möglichkeit prüfen zu könne» ob eine PreiZregulicrung auf Grund der wirtschaftlichen LeistungSf fähigkcit vorgenommen werden kann. Da»ine solche Disferenzie» rung eine Neueinrichtung de» Ncchn-mgew-ckenS bedingt, soll amß die Frage erwogen werden, ob nicht zugleich dieselbe Berechnung»» weis« auch bei Elektrizität, Wasser usw. angewendet werden kanntz Zunächst soll dem Magistratsvorschlag entsprechend der Ga»» preis auf 80Pfennig für Verbraucher von mehralß 305 Kubikmeter und von 7 0 P f e n n i g für K l e i n» Verbraucher erhoben werden. Die bürgerlichen Parteien wandten sich gegen die Abstufung der GaSprcise nach dem Ei»- kommen. Genosse Zubeil verteidigte unfern Antrag. Ds» Magistratsantrag wurde gegen die Stimmen unserer Fraktion tm> genommen. st Die beiden sozialdemokratischen Fraktionen haben FemelnstlU einen Antrag eingebracht, der di« beschleunigt« Vorlage einef ReichSkommunalifierungSgesetzr» fordert. Der Magistrat soll ii» einer begründeten Eingab« darauf hinwirken. Hei mann vonf ben RechtSsozialisten wie» di« 11»Haltbarkeit de» jetzigen Zustande� tresfend nach. Dagegen redete er vorsichtig um di« Eittschüdt» giingSfrog« herum und setzt« sich für ein äußerst vorsichtige» Vo»« gehen bei der Sozialisierung ein. Dennoch bedauerte tz lebhaflf daß überall da. wo die Möglichkeit zum Sozialisieren vorliezih,' bisher noch absolut nicht» getan worden ist, bzw. getan werden kann. Genosse Em. Wurm betont«, daß wir nk behauptet habe ich' es kömil-en durch die Sozialisierung sofort märchenhaft« Cewinud und UebersilLsse erzielt werden. Dazu sei dl« Wirtschaft zu seh� zerrüttet. Dennoch gebe e» Betriebe, au» denen Ueberschüsstz herausgeholt werden könnten. Da» werde bewiesen durch den gs» wältigen Widerstand, der von Unternchmerseite«ich dem Kom-i munalisierungSgesetz entgegengesetzt wird. Man hat in Interessen». krciscm verstanden, soviel hemmend« Bestimmungen«in zu« schmuggeln und alle wirksamen Gebiete, wie NahrungSmitlel. unl Wohnungswesen ausdrücklich auszuschließen, daß nur«in gnnz dürftiger Rest bleibt und dann soll noch da» alte staatliche B» bormundu»a»system gegenüber den Gemeinden aufrecht erhalte« werden. Ferner wird die Art, wie di« EntsdüdiguirgSpflicht fest« gelegt werden soll, entiveder jede Kommunalisierung unmöglich machen oder die Gemeinden auf eine lange Reihe von Jahren finanzielle vollständig fesseln, d. h. der Unternehmergewinn würdg verewigt werden. Die Massen werden aber immer noch von sozialistischem Geist erfüllt und da» Prosilintercss« wich ich gleichem Maße zurückgedrängt werden. Erst wenn die Gemein« Wirtschaft di« Ausbeutung ausgeschaltet haben wird, wich jede» Arbeiter mit allen Kräften und freudig am Wied«*»»fbau mltt arbeiten. E» ist aber nötig, daß sofort begonnen wich. Wa» bisher geschah, war«in- Verhöhnung der Arbeiterklasse. Oberbürgermeister Mermuth legte dar, in welchem Ami- fange der Magistrat bereit» in. diesem Sinne gewirkt hat euch welche Widerstände und Enttäuschungen ihm dabei tegegnot flrtfc* Er habe die Mitteilung erhalten, daß in sechs Wochen»m 9npi Wurf an die Nationalversammlung gelangen wich'. Dsr De.m»kmt B r« i t k o p f sprach un Namen setner Froi�f tion di« Zustimmung zu dem Antrage au», aber nicht au» Freund» sckmst für die SozialisierungSb« strebungen, sondern well er in denk Gesetz einen Damm gegen»von mehr oder weniger Unabhängiges betriebenen wilden KommunalrsierungSplänen' erblickt. Etz furcht« weder Sozialisierung noch Kommunalisierung, sondern da» Experiment. Die Erfahrung mit der Straßenbahn, bei de» Eisenbahn, bei den HilfSarbritern, die alle wenig Idealismus bt* wiesen hätten, schreck« bor der Kommunalisierung. Um billig» Lorbeeren al»»witziger" Redner zu ernten» stellt« er stch zeitwad» etwas dumm an, �~ � �~ /■■ßh HnTichsm fcte Stt ffiemoKoä MaHKi sich we ßbngen bürgerlichen Parteien an». Sle schienen also sicher zu s?m, das, chnen daZ Gesetz nicht webe tun kann. Der Gemcinschaflsantrag wurde angenommen. � Groß-Serlin. ------------------------- JT-IfTlfMiiM Iii u'i�li«1 Die neue Kohlenkundenliste. Die KoUenteliefernng liegt im«vgen. ober auch die Handhabung der Geschäfte in der Kohlenstelle in der Span. dauer Straße läßt alles zu wünschen übrig. Wochenlang müssen die Antragsteller warten, ehe sie Bescheid bekommen, lund wenn sie solchen erhalten, dann ist es meistens ein Zwischenbescheid dahingehend, daß der Antrag geprüft werde. Ein solcher Bescheid bedeutet geradezu eine Ver- höhnuny. Uns sind Fälle bekannt, in denen Frauen vor der Entbindung stehen, andere haben entbunden und be- dürfen dringend des Heiz, und Kochmaterials. Hier muß «schleunigst eingegriffen werden, um die Antragsteller zu be- «friedigen. Denn der Besitz der Kohlenkarte sichert noch «lanse nicht das Heizungsmaterial. Tie kleinen Kohlen- Händler klagen sehr über Vernachlässigung durch die Groß- Händler._ Das Publikum bedrängt die Händler und diese können nicht liefern, weil sie vom Großhändler hintangesetzt werden. Die Großhändler suchen jetzt die Kunden an sich zu ziehen und benutzen den Termin zur Auflegung der Kohlen- kundenlisten. Hier muß Ordnung geschaffen werden, damit das Publikum zu seinem Recht« kommt, aber schnell und durchgreifend. Stürmische Debatten in der Charlottenburger Stadtverordnetenversammlung. Daß da5 Mißtrauen d:r Bevölkerung in die gerecht« Zu- teilung der Kronkenernährung durch die städtischen Behörden nicht immer ohne Berechtigung ist, zeigt die Dehatte über de« im der letzten Charloitenburge: Stad.verordmetenverscnnmlung verhandelten Tringlichke i>tSanirag der Unabhängigen Fraktion. In ihm wurde verlangt, dem Oberbürgermeister Tcholz Sin Mißtrauensvotum zu erteilei, weil er den General- fsld mar schall V Bü'cw durch Zuteilung erheblich?! Lebensmittel- berech ligung? karte n ungerechtfertigt begünstigt habe. Genossi: Löwen stein, dar den Antrag begründete, gab ein« sachliche Darstellung der Vorgänge, aus der hervorging, daß der Oberbürgermeist.'r, über die Entscheidung deZ Vartranen?- arKte» hinausgehend, dem Generalfeldmarschall«uf seine Bc- schwende folgende Lebensmittelmengen bewilligt habe: g Eier-, 3 SBuftei-, 6 Fleischkarten, 3 Scheine zur Entnahme von Weizen- mcchl, 8 Gri S-, 4 Reisiarten sowie täglich 1% Liter Milch, Diese M.ngen habe Bülow von Januar 1017 bis zum Juni ISIS ohne jede Nachprüfung erhalten, da der Oberlbürgeir- meister, entgegen den rechtlichen Bestimmungen, angeoridnet hatte, daß Bülow wie«in ausländischer Diplomat zu bchan-- dein sei. Ter Oberbürgermeister erkannte in seiner Erwiderung die don Lcwcnstein gegebene Darstellung als durch- miZ r.i ch t: g an und erklärte, daß ihn der Antrag auf Erteilung eines MißtrauenSvoturnS schmerzlich berührt hätte. Zu der Zeit, als er die Bewilligung vorgenommen habe, hätte es aber kerne Lorschristen dafür gegeben. Neben dem Be�treter der NcchtS- Parteien, der das Verhalten de» Oberbürgermeisters gegenüber dem„allen verdienten Frldherrn" völlig billigte, war es der üble Vertreter der RechtSsoßialisten Görlitz, der die Haltung des Obevbürgerme isters für durchaus' sympathisch erklärte. Er erging sich sodann in einer Reihe übelster demagogischer Redensarten gegen die Unabhängigen und besaß die Unverschämt- heit, die freiwillige Fürsorge der, Arbeiter für die hungern- den Schntzhaftgefangenen mit dem Walten des Oberbürgermeisters zu vergleichen, der Lebensmittel, die für die Allgemeinheit bestimmt sind, zugunsten eines Besitzenden verwendet. In einige» Zwischenrufen erhielt er sofort die verdiente Albstrafung. Er wurde auch von dem Demokraten Otto beschämt, der die Erst» scheidung des Oberbürgermeisters bedauerte, die Anlaß zu Angriffen bieten müßte und der die Bewilligung von so großen Mengen ausdrücklich mißbilligte. Von den weiteren Rednern, der Genossin Nemitz, den Genossen Brhh und Hertz, wurde die Antwort des Oberbürgermeisters als ungenügend zurückgewiesen und festgestellt, daß neben feiner Schuld, da armen Kriegs- beschädigten und-Hinterbliebenen nie so viel Entgegenkommen be- wiesen werde, wie dem Feldmarschall Bülow, auch die Familie Bülow schuldig sei. Daß sie derartige Bittbriefe geschrieben habe. in denen so große Mengen Nahrungsmittel verlangt worden feien, zeige, daß sie das.Durchhalten" stets nur als die Pflicht der Massen, nie aber auch als die eigene abgesehen habe. In der Abstimmung wurde der Antrag der Unabhängigen don allen anderen Parteien abgelehnt. Ein inzwischen ein- gereichter Antrag der Rechts soziali st en:„die Stadt- derordnetenvcrsammlung bedauert die Entsclieidung deS Obcr- bürzermeisterS im Falle Bülow. Sie erachtet die Angelegenheit durch die heute abgegeben« Erklärung des Oberbürgermeister» für erledig t", wurde m seinem ersten Teil zuerst a n g« n o m» « e n. Darob Entsetzen bei dem Magistrat und den Bürgerlichen, die nach einer erregten GoschäftSordmingSdebati« ein« zweit« von' den Unabhängigen bekämpfte Abstimmung vornahmen, in der dann zur großen Erleichterunz der Mehrheit der gefürchtete Absatz mit 38 gegen 31 Stimmen abgelehnt wurde„ Trotzdem dürfte« die Herr?» ob ihres„Sieges keine Freude empfinden, da die Debatte gezeigt hat, daß der Antrag der Unabhängigen volle Be. rcchtigung besaß und selbst die Rechtssozialisten jicki gezwungen sahen, das Verhalten des Oberbürgermeisters zu mißbilligen. Bemerkenswert ist, daß die bürgerlicke Presse die Tatsache, daß daö Verhalten de» Oberbürgermeisters in der erstell Abstimmung verurteilt wurde, vüllkg verschweigt. Heftige Debatten löste ferner der Antrag«ruf Bewilligimg von 600 000 Mark für die Einwohnerwehr aus. Di« Bor- läge würde schließlich«mem Ausschuß überwiesen, nachdem Genosse B r v h sie bekämpft hat«.. Für den kommunalen Ar» b eiterrat wurde» die bisher entstandenen Kosten in Höbe von etwa 25 000 M. bewilligt, dagegen auf Antrag der Demokraten beschlossen, keine weiteren Mittel mehr zu bewilligen und eine» Arbeiterrat auch nicht anzuerkennen. Genosse Hertz bekämpfte diesen Antrag, sowie die Anschauung, daß setzt volle Demokratie herrsche und der Arbeiterrat überflüssig sei. Zugleich betonte er. daß mich die Unabhängigen in dem jetzige» Arbeiterrat nur ein Zc-rgenblatt für i ic städtische Buroaukvatie erblicken. Tie Rechtssozialisten wünschten an Stelle deS Arbeiterrats Errichtung einer Rechtsauskunftsstelle zur Unterbringung ihrer Parteiauhän-� ger, doch fanden ihre wehmütigen Bitten bisher keine Beachtung beim Magistrat. Der Gesehenttvurf Grvß-Berlin. Zu der offiziösen Mitteilung, daß der Gesetzentwurf Groß-Berlin der Landesversamtmlung demnächst zugehen wird, erfahren die„P. P. N." an zuständiger Stelle, daß damit gerechnet wird, daß die Landesversammlumg aller Voraussicht nach am Montag oder Dienstag im Besitz der Vorlage sein wird. Freie sozialistische Prolekarierjugend Groß-Berlin. Di« am 12. 11. 10 stattgessunidcne Generalversammlung hat die WM der Zentrale für Groß-Berlint vorgenommen. An- fragen und Zuchriften der Gruppen!: iter, sowie Jugendgenossen. welche Interesse für unsere Organisation haben, sind nunmehr dem unterzeichneten Vorsitzenden einzusenden. Am Sonnabend, den 15. 11. 10, abends 7J4 Uhr, findet im Jugendheim, Brunnenstr. 57, die erste Sitzung der neugewählten Zentrale statt. Alle Jugendgenossen, die von der Generaiber- sammlung mit einem Amt betraut wurden, müssen unbed'ngt zu dieser Sitzung erscheinen. Die Zusammenkunft der Zentrale mit den Gruppvndelegierten erfolgt unverzüglich nach dieser Be- sprechung. W. Seidel, Berlin N, Ondenarderstr. 24. Arbeitslose und Schneebeseitigung. Wenn ein großer Schneefall eintritt und die Schneemassen nicht sofort Zeitigt werden, erscheinen in der Presse Notizen, in denen sofort auf die Arbeitslosen geschimpft wird. Es heißt dann, die Arbeitslosen sind zu faul, um sich zur Arbeit des Schnee- schippen; heuzugeben, Arbeitslosenunterstützung zu beziehen, wäre bequemer und andere Demeriungen mehr sind an der Tagesordnung. Ganz abgesehen davon, daß nicht jeder Arbeitslose sich für diese Arbeit eignet, wir erinnern nur an beWmmte Arbeterkate- gorien, und daß auch zum Schneeschippen gut** Schuhwerk gehört, so muß auch diesmal wieder festgestellt werden, daß sich viele Ar- beiter zum Schneeschippen gemeldet haben, aber abgewiesen werde« sind. An dem Depot der Straßenreinigung a>m Marheinikeplatz standen i.« aller Frühe 50— 60 Arbeitslose, an Depots im Osten und Norden waren früh shk'llhr 200— 300 Leute, alle wurden ab- gewiesen, weil sie überflüssig waren. Und dann kommen elende Schmocks, die von alledem nichts wissen, weil sie in diesen Stun- den noch im weichen Bett liegen und schmieren Notizen über die arbeitSunlustigsn Arbeitslosen zusammen und die bürgerliche Presse druckt das Geschmiere begierig ab, redlich über die Arbeits- losen schimpfend. Und Arbeiter sind«S, die diesen Blättern noch Exsitenzmöglichckoit geben, indem sie dieselben abonnieren. Immer noch königlich preußischer Polizeipräsident. In den Berliner Polizeirevieren sind immer noch Stempel tnil: Kyl. preußischer Polizeipräsident vorhanden und werden noch verwendet. Uns liegt ein amtliches, den Stempel de« 106. Polizeireviers tragendes Schriftstück vor, auf dem durch Stempel an den Kgl. preußischen Polizeipräsidenten evinnert wird. Wir dachten, daß der Kgl verschwunden sei: ist schließlich auch egal, denn es geht heute her, als wenn wir schlimuner als im alten Königreich Preußen lebten. Der restaurierte Bismarck. Da höhnen böse Zungen, wir Deutschen hätten keine rechte Revolution gehabt. Dabei ist selbst der massive Bismarck vor dem ReichStagZgebäude im Sturm der Revolution so bedenklich in» Wanken gekommen, daß er die Spitze seines Kürassierhelmes verloren' hat. Welch symbolisches Zeichen inneren Zerfall»! Diese» Resultat ist durch hochnotpeinliche Untersuchungen über die Ursache de« entspitzten Bismarck jetzt einwandfrei festgestellt wor: den. Allerdings soll auch hier wie bei dem Militarismus über- Haupt eine erheblich« Gebrechlichkeit die Zerstörung erleichtert haben. Aber immerhin war doch der revolutionäre Sturm der Vermchter dieses Zeichens mAitar istischer Brutalität. Inzwischen hat über— wie alle Welt weiß unv den deutschen Arbeitern täglich empsmdkich zu Gemüte gesühnt wird— der im ersten NevolutionSswrm zusammengebrochene prsußische Milita- rismuS längst wieder dreist das Haupt erhoben. Und es en. spricht nur gerechten Forderungen, daß auch Bismarck zu der Zierde seine» militärischen Aussehens wieder gelangt. Mit Recht be- mühen sich denn auch die maßgebenden Stellen eifrigst, Bismarcks beschädigten Helm den Zeitverhältnissen entsprechend wieder zu vervollkommnen— aqf daß der alte Bismarck vor dem Reichstags- gsbäude wahrheitsgetreu de« in voller Glorie wiedererstandenen vreußiichen MilttanchmuS zu repräsentieren vermag. Die Konsumgenossenschaft HM am Montag abend in der Bockbrauerei am Tcmp.lhofer Berg die Fortsetzung der Generalnersammlung ab. Die Mitglieder werden darauf aufmerksam gemacht, die Versammlung zu besuchen. Rüteschule der Grvß-Bertiner Arbeiterschaft.-' Die Deutsch- kurse für Jugendliche von Rektor Leinig und Frida Winkelmann sind zusamm.'ngelegt werden. Sie finden jeden Dienstag von ö— 7 Uhr in der Gemeindeschule hinter der Garnisonkirche 2 statt. ES wird nochmals darauf hingewiesen, daß bereits ob 1. 11. samt- lich« Kurse in der obengenannten Schule stattfinden. Nächtliche Auto fahrte« Verbote«. Der Polizelpräsident von! Berlin hat durch Polizeiverordnung vom 10. d. M. bestimmt, daß Kraftdroschken in der Zeit von 12 Uhr nachts bis 6 Uhr morgens nicht auf der Straße fem dürfen. Dieses Verbot richtet sich auch gegen Fahrgäste, welche Kraftdroschken in dieser Sperrzeit be- nutzen. Diese Verordnung tritt sofort in Kraft. Neukölln. Dw Sprechstunden des städtischen Wohnung S» infpektorZ und der WohnungSpflegerin sind werktäglich für die Zeit don 8% bi» 10� Uhr vormittag?, Zimmer 215. 2 Treppen. im neuen Rathanse festgesetzt. Das Wohnungsamt(~ mmer 255) sowie der WohnungSnachweiS(Zimmer 251.LS2) sind in der Zeit vop S— 12 Uhr für daS Publikum geöffnet. Kursus für Säuglingspflege. Im Kaverin-Allguste-Viktoria- Haus zur Bekämpfung der Säuglingssterblichkeit im Deutschen Reiche in Charlottenburg beginnt am 20. November 1010 ein Kursus für Mütter und Mädchen, in dem all das theoretisch und praktisch gelehrt werden wird, was eine Frau von der Hflege und Ernährung des Säuglings wissen muß. Die Kurse umfassen vier Stunden, jeweilig Donnerstags von 4 bis Uhr. Ein- schreibegebühr für den Gesamtkursus 10 M. Meldungen l« Bureau deS Kaiserin-Augustö-Viktoria-HaufeS i« Charloiten- bürg V, Frankstraße. Tie Konzerte des Philharmonischen Orchesters für Schüler und Schülerinnen der Obertlasse der Gemeindeschulen u-nd der Oberstufe der Städtischen Real- und Mittelschulen finden in diesem Winterhalbjahr am 26. November, 10. Dezember, 14. und 28. Januar, 11. und 25. Februar und 18. März, nachmittags 4 Uhr, im großen Konzersiaale der Philharmonie, Bernburgex Straße 22a/23, statt. Der Besitzer der Philharmonie, Herr Direktor L a n d e ck e r, hat in dankenswerter Weise für diese Konzerts den große« Konzertsaal wiederum unentgeltlich zur Verfügung gestellt. Schließung von Anwärterliste«. Die Anwärierlisten de« Katasterassistenten sind vom Finanzminister� ganz geschlossen wor- den. In der Begründung wird ausgeführt, daß der Staar wesentlich verkleinert und verarmt auS dem Kriege hervorgegan« gen ist. Di« Zahl der Beamtenanwärter mutz deshalb nicht unerheblich eingeschränkt werden. Für die Besetzung der Assistenten- und Diätorstellen in der preußischen Katasterverwal- tung ist der Bedarf aus Jahre hinaus gedeckt. Die ungünztlgeü Anstellungsverhältnisse werden dadurch erscktvert, daß aus den verlorengehenden Gebietsteilen zeichnerische Beamte der Katasterverwaltung endgültig untergebracht werden müssen. LebensmittelkaMer. Spandau. 50 Sr. Butter. 50 Dr. Margarine. 7 Pfo. Kartosfeltd Außerdem Kartosfetfablikats lKartosfelgrieß. Kartofs�flock-m und Kartoffelschsiben), Psb. grüne Erbsen. Backobst mid Kartoffelmehl Spandau. In dieser Woche auf die Reichsflelschdarre. Feld 1—« der Dollkarte 150 Er. Schweine-De frierfleisch, auf Feld 1—6 vor Kinderkarte 75 Dr. Echiveins-Defrierfleisch, auf Feld S— 10 der Dollkart« 50 Dr. vlockwurft oder 50 Gr. Leberwurst oder 50 Gr. Zunoen- »Urft, erhältlich in der Neustadt bei einigen FleischeSmeistern. Anstatt der Durst können ZOO Gr. Pserdeflei-sch entnommen werden.— In einer Anzahl von Geschäften sind noch Haferstocken gegen Abtrennung von Feld 335 der-Lebensmittelkarte zu haben.— Di« in dem Geschäft von Schulz, Seegefeld«! Straße 25, eingetragenen-Butterkund-n werden darauf autmerkfam gemacht, daß das Geschäft bis auf weiteres nicht mit Dutter beliefert werden kann. Sie muffen daher, da ein nähergelegenes Buttergefchäft nicht vorhanden ist. bis auf«eitere» bei Nöltke, Seegefelder Streß« Z7, kaufen. Pankow. Bon Donnerstag ab 150 Dr. Darsten-flocken oder Gersten« ��Frledrichsfeld«. Weißkohl, pro Ztr. 8 M.. in Aorlshorst trt den Räumen der Gemeintchastsküche, Tresckowalles SS. in Friedrichsleid« im Ernäbrungsamt. Wilh-lmstr. S. gegen Vorzeigung der Haushalt- Karts. Di- Ausgabe der bestellten Kinderstiefel erfolgt für den Orts- teil Karlshorst ab Montag und Dienstog von 2—0 Uhr für die Buch- ftabsn A bis L, Mittwoch und Donnerstag für die Buchstaben M bis Z in der Zeit von 2—6 Uhr im Eßvaum der Gemeinschaftsküche. Iresckow- alles: Bezahlung bei Empfangnahme der Ware. Für den Ortsteil Friedrichsfeld« Montag und Dienstag für die Buchstaben A bi, L und Mittwoch und Donnerstag für die Buchstaben M bis Z von 0— 8 Uhe im Ernährungsamt. Reinickendorf. In allen amtlichen Berkaufsstellen Rollmöpse, au« ganzen Heringen hergestellt, SS Pf. Für Schwanger« gegen Bezug» scheine 100 Gr. Fett. Die Bezugschein« weiden ab 13. d. M. in den zuständigen Kartenausgabestellen verausgabt. Wittenau. Bon Freitag ab 200 Gr. Gerste nmshl, 250 Gr. Mais« fabrikote, 250 Gr. Würzkäfs. Seegefeld Lebensmittelausgab« am Sonnabend: 100 Gr. Reisf 85 Er. Ruböl, 850 Gr. Nudeln. Ferner für Bezugsberechtigt« Petroleum» ausgab». Mg den Orgavisallonen. 10. Distrikt,«gitationskommisston Sonnabend 7 Uhr bat Wsttz» floch, Thonner Straße 29. Charlottenburg. Di« Fortsetzung de« Kursus für NationalöKonomi« de, Genossen Dr. Hertz findet am Sonntag, den 18. Rooembar, vor» mittaaz 10 Uhr. im Rathaus. Sitzungszimmer 1, statt. Charlottenburg. Heut«. Freitag, abend 7 Uhr. Mtgli-berversamm» lung im Volkshaus. Rosinenstr. 4. Redner: Gen. Stern und Schwenk, Verelns?a!ender. ' Zeniralverband der Glasarbeiter und-arbeiterlnnen Deutfchlapdtd Sonntag vormittag 10 Uhr im Gewsrkfchaftshaus, Engelufer 15. kom- dinierte Bersammlung der beiden Orlsgrupven Berlin und Stralau, vilderglase». Freitag>£6 Uhr Bersammlung bei Lehmann, Engel» Internationale« Bund der Krlogsbesckädigte»,-teilnehmer und Kriegerhinterbliebenen, Retirk Osten 1. Bersammlung am heutige» Freitag, abends 7 Uhr, ich großen Saal der Biehhofsbo.f«, Eldena er Straße. Ausweis« mitbringen. Berliner Arbeiter- Schachklub. Mittwoch nachmittag 3 Uhr rn de» Musikersälen, Kaiser-Wiihelm-Straße ZI, Massenwettkampf, woran sich jeder beteiligen kann. Gäste willkommen. Arbeiter-Wanderbund„Naturfreunde-. Ortsgruppe Neukölln. d-re Tour am kommenden Sonntag nach Wannscs fällt aus, dafür Rodel- tour nach den Kranichsdergen. Treffpunkt pünkttich 7 Uhr Bahnhof Neukölln. Verantwortlich für die Redaktion Alfred Wielepp, Neukölln. Berlogsgenossenfchast„Freiheit", e. G. m. b. H. Berlin.— Druck der Lindendruckerei und Berlagsgefellfchaft m. b. H., Schiffbauerdamm 19. Platin Duecksälbcsr Messias Kupfer (Amtliche Altmetalle Zahngebisse kauft zu allerhöchsten Fabrikpreisen Metallsc'mrize Baruch aÄ Wr. 48 .eil: Moabit 23M und IteUSSBLSTR. 29. la. Taschentücher von Ik. 2.10 p. Stck. an empfiehlt (and. Treptow.''efrepgcr jtraße 20 I. Fartelgeno�sen üttevr. Inserat mitb ringen. Silber ascheiVf Silberbörsen, silberne Zl- Karttiendosen, silberne tiestecke, goldene Z'xa- rettendoscn nach Gewicht sowie Brillanten, R5njt«.% Uhren, Ketten, Kolliers, Ohrrinze Nadeln. Armbänder su fabelhaft blUfKon Preisen. Qclezenheit'- käufe viel, anderer Waren. �«qnerlalhhant fetitawnfr, 43. I. WMII and zisarelten gibt ab an Wletlerverkftuier u. Gastwirte znbfUigsten Preisen Berliner I abak-üandel Invalidenstr. 139, vorn I links. r Kerzen Kwatta- ScnoHclnds Scbwerseaztr Itui IUiiiilr.42 U. L Sütirsibmasctiinen sichtbare Schrift, sut erhalten. kauft sofort gegen Kasse. Preis, System nnJ Nummer. Hugo Schroeder, Cliarlotlenhiirs,WilPnrti)8rer3tr.l62 Wiln. 4720. Elektiomoiore Oleichstrom Drohstron kauft In§EDieorliüf?aa Sehlidiliflg Berlin W9. LInlistr. 10. Tel.; I.fltrow.VW und PMS Vor Verkauf von Quecksilber 1 Silberi�uat llöüeiiSiciiiy | anrufen! Zahle kon- | kurrenzlose Preise. Metailkontor 4lfe JaknbstraBo PS. j Fernspr.• Mositzpl 13�58 _ J cktrische L t 1 1 u n jr s d r ä h t c Kabel— Litzen • Klittcelo Dynaniodrähte kauft höchs zahlend Silbermann Npus Könisstrasse 32 Fernspr. Alcr 2115 f KupfeileitunTQn � g elektr. Kronen u. H I samt!. Installa'ionsm.kautii W ßartelt, Blumcas r. 90. H S Tel' fon Königstadt 2018■ F.lektr. Aniag. werden ß u. schnei! ausgc gr Spiralbohrer aus Lehne!!- und Werkzeugstahl kauft laufend för dringenden Bedarf zu äußersten Preisen. Friedrich o> gestern» Berlin-Lichtenberg, Weichselstraße 18. Schnellaufbohrer für dringenden bedarf, sowie SchmlrgeUeiHen kauft höchst- za.ilend Henschei. M abit. Kostocker Str. 22»£cke Witt- stocker Stiaße. Spiralbohrer, Schnell-n, Werkzeugstahl kauft laufend Handrosen. Wilhelmshavener Straß* 26 II. Küchen solange Vorrat reicht Mk. 360 Schlafzimmer tspelsezimmer Herrenzimmer in s'len Preislagen nur In der MöWhal!e„BeroUna" (Irü'ier MöbLlhalte�Ostco*') Atesanderstr-'ßc Ub. Rauchtabak garantiert rein Mk. lf,50p. Pfd.. Mk..ZJ0 p. Pfd., Krsatz Mk. enop. Pfd. Sand, Treptow, Oefregger StraB«'Ai l. Bettnüssen Befrelnng sofort. Alter u Geschlecht angeben Äus'rijii't uh�nst. Sanis-Versand. Münehin B. 28. Zimmer, möd!.suche per 1. D z. in Lichtenberg. Nähe Rtngbahnhof Kayser.Sicmens- stadt. Vol-astr. 12 d. Bajanz. Genossen, überzeugt euch von meiner Bilbgkeit! Rag� lan«, Wintejpaietots, Ulster, modernste Verarbeitung; feinste wollene Friedensstoffe schon von 200 Mk. an. Nur Maßarbeit.Soeben ein größerer Posien fertig geworden. Da eigene* Fanrikat, bin ich konkurrenzlos. Sich überzeugen, heißt Geld sparen. Jackett- andige in blau Karrtmgarn, sowie andere entzückende Farben. Gestreifte Hosen in sehr großerAusWahl.' Rurgher, Britzer Str. 20. vorn II(Hocli- balm Kottbuaer Tori. Scl\uKliaus Stiefeliiitnis ....«»«--iinil.t l8»S her sroilo.�»»vahl In stvISNtsn, flrsiswer.en Sekuttsnl �s'tEeji'zehstrsKS 131 c zwischen Oranienburger Tor n. Bahnhof fr-edriebsfn Spezlßl-Arz! I).r. med. Lommer Gesc.iectis-, haut-, Flauem. Behandl. schnell u. sicher ohne erufsstörung. Teilzah'ung. Brunnenstr. 185 Nahe ßosenthal PI.). Sprech z. 9— 1 u. 4-8 U.. Sonnt. 9— 12U. nserate für den darauifolgendea Tag müssen spätesteosbi* 4 Uhr. Sonnabends bl« 2 Uhr nachm. bei der Expedition Schiffbauer« dämm 19 aufgegeben seif