Nr. 164. AbomttinMs-Krdingungen: Abonnements-Pret» pränumerando: Bierteljährl. 3.30 Mb, monatl. 1,10 Mb, wöchentlich 28 Psg. frei WS KauS. Einzelne Nummer 5 Pfz. Sonntagi- Nummer mit illustrtrter Sonntags- Beilage„Tie Neu- Welt» 10 Psg. PostAbonnement: 3,30 Marl pro Quartal. Eingetragen in der Post-Zettungs- Preisliste für 1SS7 unter Dr. 74S7. Unter Kreuzband für Deutschland und Oesterreich-Ungarn 2 Marl, für da» übrige Ausland 3 Marl pro Monat. 14. Jahrg. Die Inftrtwlls- Gebühr beträgt für die sschSgespaltene Kolonel- »eile oder deren Raum iO Psg., für Vereins- und PersammlungS-Anzetgen, fowie ArbettSmartt 20 Pfg. Inserate für die nächste Nummer müssen bis t Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werde». Die Expedition ist an Wochentagen bi» 7 Uhr abends, an Sonn- und gesttagen bi! o Uhr vormittag» geöffnet. Erscheint läßlich enget LZonlag«. Derltnev VolksblÄlk. Fernsprecher:«ml I, Dr. 1608. Telegramm- Adresse: „»»lialdeniokrak Berlin". Dentrawrgan der sozialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: 8V. lg. W-ttly-Stmße 2. Sonnabend, den 17, Jnli 1897. ßLpedltio»: SV. 19, Wettty-Straße 3; Vom VöckerkLiege. Die Berichte der Gewerbe-Aufsichtsbeamten in Preußen bringen ans 15 Bezirken Mittheilungen über die Wirkung, welche dieBäckereiverordnungdeSBundesraths ausgeübt hat. Am 1. Juli 1896 war sie in kraft getreten, bis zum letzten Augenblick hatten die Bäckermeister protestirt und petiomrt, um dies zu verhindern, und die Junker, Arm in Arm mit Eugen Richter, hatten Verwahrung eingelegt gegen diesen Eingriff in das angestammte Ausbeutungsrecht der Meisterschaft gegen ihre Gehilfen. Letzter� hatten— und mit vollem Recht— mehr Schutz erwartet; der zwölsstündige Maximal-Arbeitstag ist ja eigentlich auch ein Hohn auf wirklichen Arbeiter- schütz! Aber sie gaben sich vorläufig zufrieden und er- kannten den Fortschritt an, der durch die Bundesraths- Verordnung angebahnt wurde. Die Meister aber wurden zil Rebellen. Hatte ihnen die Junker- und Antisemitenpresse doch nnn monatelang Tag für Tag klar gemacht, daß sie nach Einführung dieser Verordnung so elend zn gründe gehen müßten wie der gräflichste Agrarier; Herbert Bismarck hielt ihnen im Reichstage schon die Leichenrede, er mußte ja um so lauter die armen Meister beklagen, da ja sein Vater einst erklärt hatte, den Bäckermeistern gehe es glänzend: man brauche sie nur auf den Kopf zu stellen, so fielen ihnen die Thaler- stücke aus den Taschen. Natürlich waren jetzt die„anderen Minister an allem schuld— der Kleber und der Staatsanwalt und ihre Helfershelfer— und: Raus da, raus ans dem Haus da! erscholl es ans allen Verbandstagen der Bäckermeister— zur innigen Freude der Junker, denen ja nur am Sturz der Minister, weniger an dem der Verordnung lag. Nun ist ein Jahr verstrichen und noch ist sie in kraft, wenigstens steht sie noch auf dem Papier als rechts- giltig! Wie es in Wirklichkeit aussieht, das rühmten sich ja die Meister auf ihren Verbandstagcn mit lautem Munde sie pfeifen aus das Gesetz. Trotzdem sie also notorisch die Einschränkungen, welche die Verordnung gegen die Ans- bcntnngsfreiheit bringt, nur zum kleinsten Theil beachten, er- heben sie nach wie vor überall das lauteste Jammer geschrei, daß„die Folgen des Maximalarbeits- tages", wie die Berliner Bäcker- Innung jüngst wieder erklärte,„sowohl in moralischer wie g e- s ch ä f t l i ch e r Beziehung überaus s ch iv e r e und nach- t h e i l i g e sind, so daß die baldige gänzliche Auf- Hebung oder wenigstens doch bedeutende Milderung der Bnndesrathsverordnung vom ganzen selbständigen Bäcker stände mit allen gesetzlich erlaubten Mitteln an- gestrebt werden muß, soll nicht das Bäckergewerbe im Groß- oder Fabrikbetriebe aufgehen." Das ist die alte Leier, die seit jetzt IVs Jahren ertönt, und sie wäre keiner weiteren Beachtung werth, wenn nicht ein neuer Jammer zum alten noch hinzukäme: Die Berichte der Gewerberäthe strafen die Behauptungen der Meister Lüge n. Und um diese unangenehme Thalsache zu bemänteln, erklärt die Berliner B ä ck e r- I n n u n g ganz dreist, daß Lug und Trug bei den Meistern gang und gäbe sei, daß nur verlogene Gehilfen in Arbeit bleiben und dieses unehrliche Gebahreu den Meistern auch nicht verdacht werden dürfe. In der Kundgebung der Berliner Bäcker Innung heißt es da: Tie Berichte der Gewerberäthe sind deshalb ohne Werth, weil die rcvidirende» Beamten fast»ur auf das an- gewiesen sind, was die zn Revidirenden aussagen. it a»» man es dem M e i st e r verdenken, iv« n n er so aussagt, daß er der Anklagebank und Be- straf n n g entgeht, und wenn Gesellen und Lehr linge, die in gutem Arbeitsverhältniß stehen, ihren Meister vor schimpflicher Bestrasmig schüßen und durch unrichtige Aussagen sich die gute Arbeits- oder Lehrstelle er« halten? Schlimm genug, wenn der Meister von dem guten oder bösen Willen fanatischer Sozialdemokraten oder gehässiger Subjekte abhängig ist. Darum betrachte man die Wirkung der Ber- ordnung wie sie ist. und nicht wie man sie wünscht.» Eine solch schamlose Verdrehung von Recht und Unrecht ist wirklich geradezu unerhört! Also: Die Berichte der Beamten sind werthlos, weil die Meister wissentlich die Unwahrheit sagen und die Gesellen und Lehrlinge sich die gute Arbeitsstelle nur erhalten, wenn sie mitlngen; wer die Wahrheit sagt, fliegt hinaus! Allerdings— da? sind sehr bedenkliche moralische Folgen, aber für dieselben ist der Maximalarbeitstag genau so verantwortlich wie daS Strafgesetzbuch für die Diebstähle, wäre das Stehlen nicht verboten, dann gäbe es freilich keine Diebe! So aber giebt es Bäckermeister in nicht geringer Zahl, die dem Gesellen erst die gesetzlich zustehende Arbeits- ruhe stehlen, dann den revidirenden Beamten belügen und be- trügen und außerdem noch ihre Gesellen zum Belügen und Betrügen der Beamten veranlassen. Und von diesem Lug und Trug melden auch fast alle Beamten, die überhaupt sich um die Bäckereiverordnung ge- kümmert haben. Nur 15 thaten es, 12 Bezirke schwiegen. Auch in den 15 sehen die Beamten nicht alles, was sie hätten sehen können, denn auch sie sind nicht frei von den Voraussetzungen ihrer sozialen Stellung. W i e diese politisch- soziale Voreingenoninien- h e i t aus die Berichte v o n E i n f l n ß ist— um sicherlich nicht nur auf diesem Theil der Berichte, der sich mit den Bäckereien befaßt, sondern auf alle Theile—, das deckt der Gewerberath Drilling in Danzig in ehrlicher Weise ans. Klagen kamen dort nämlich nur aus zwei Bezirken, wo„die Arbeit mit den bisherigen Kräften angeblich nicht mehr bewältigt werden konnte, so daß in dem einen etwa vierzig Gesellen hätten mehr ei«gestellt werden müssen." Der Gewerberath revidirt nochmals und siehe da: nicht 40 Ge- sellen in einem Betriebe, sondern 10 m neu n und im zweiten Bezirk 1 Geselle in allen Betrieben waren neu hin- zugekommen. Und wie erklärt der Gewerberath diese unrichtigen An- gaben? Er schreibt: „Diese Berichterstattung ist eineStheils darauf zurückzu- führen, daß den Beamten unrichtige Angaben e m a ch t worden sind; sie erklärt sich aber h a u p t s ä ch- i ch dadurch, daß sich bei diesen selber durch die Art und Weise, wie die Angelegenheit in der Oeffentlich- keit behandelt worden ist, die Meinung fest- gesetzt hat, es handele sich hier um eine ungerechte, ausreizend wirkende Verordnung, deren Beseitigung sicher sei, wobei aber jeder an seinem Theile mitwirken müsse." Und um an ihrem Theil mitzuwirken, setzen die Beamten, die den Arbeiter schütz überwachen sollen, äußerst mangel- hafte Berichte in die Welt! Lng und Trug der Bäcker- meister und der von diesen„moralisch" dazu gezwungenen Ge- sellen melden, wie gesagt, recht viele Berichte. Sie sind ein lehrreicher Sitte nspiegel. Da heißt es aus Oft preußen:„Die Kontrolle ist für die Beamten schwierig, weil nicht selten Meister und Ge- sellen, vielleicht nach stillschweigendem Ueber- einkomme n, einer genaueren Nachforschung nach ihren Arbeits-Umständen aus dem Wege gehen." Im Berliner Bericht heißt es:„Die Gesellen scheuen sich, so lange sie eine erträgliche Arbeitsstelle haben, die Wahrheit zu sagen, wenn sie den Meister b e l a st e n würde. Jedenfalls mögen sie bei einem ein- geleiteten Strafverfahren nicht als Zeugen vor Gericht auf- treten, weil eine dem A-rdeitgeber ungunstige Aussage wohl in den meisten Fällen die E n t- lassung zur Folge haben würde." Ter Gewerbe-Jnspektor in Oppeln stellt fest, daß in seinem Bezirke die Arbeitszeit nicht so eingehalten wird, wie die Verordnung es vorschreibt. Die Polizei von Oppeln sieht das aber nicht, denn von Bestrafung wird nichts gemeldet. „Die Vorschriften sind noch nicht streu g durchgeführt," erklärt der Magdeburger Beamte, weil zum theil die Meinung besteht, daß eine Aushebung der- selben nicht ausgeschlossen sei." Haben etwa dort die Beamten infolge dieser„Meinung" ihre Pflicht vernachlässigt und nicht auf strenge Durch- f ü h r u n g der Verordnung geHallen? Oder ist die Polizei in Magdeburg gegen diese Gesetzesübertretungen, die vom Gewerbe-Aufsichtsbeamten festgestellt werden, zu nachsichtig? Gegen die sozialdemokratischen Arbeiter ist ja die Magdeburger Polizei sehr schneidig! Ter Erfurter Beamte rcvidirte 45 Betriebe, von denen nur 18 Klage erhoben.„Judeß muß betont werden, daß keiner der Befragten eine schwere wirth- s ch a f t l i ch e Schädigung nachzuweisen vermochte, daß es sich vielmehr nur um verhältnißmäßig geringe Benachtheiligungen handelte." Aber gezetert wird, als ob die Welt unterginge! Dabei ist es überall sowie der Beamte aus Uelzen berichtet: Die Meister tragen den geänderten Verhältnisse» nicht ge- nügend Rechnung und kümmern sich zu wenig um ihre Arbeiter." Noch schmerzlicher für die Hetzer ist die Bemerkung des Gewerberaths von Koblenz:„Von der nach der Tages- presse vorhandenen tiefgehenden W! i ß st i m m u n g gegen die Bnndesraths-Bekanntmachuug ist hier wenig zu merken." Und in Trier stößt die Verordnung nur dort auf Schwierigkeiten, wo frechste Lehrlingsausbeutung besteht:„nur bei solchen Betrieben, in denen Lehrlinge im ersten oder zweiten Lehrjahr ausschließlich oder in erheblichem Umfange verwendet werden." Auch im Kölner Bezirk werden die Arbeiter im Interesse der Meister zur Lüge gebracht und sagen stets, es sei alles in Ordnung". Schon aus diesem Grunde kann die von den Meistern gewünschte Normalarbeits woche nicht eingeführt werden. Deren Einführung„wäre gleich- bedeutend mit dem Ausgeben der Verord- n u n g", sagt der Beamte für Münster,„da die genaue Kontrolle der wöchentlichen Arbeitszeit schlechter- dings nicht ausführbar ist." Gerade das ist es freilich, was die Meister wollen; die .gehässigen Subjekte", welche den Beamten die Wahrheit agcn, werden entlassen und vielleicht noch durch schwarze Listen in ganz Deutschland arbeitslos gemacht. Sehr- zutreffend erklärt der Beamte für Arnsberg gegenüber diesen Klagen der Bäckermeister über„die lästige Kontrolle durch die eigenen Gehilfen, daß sie„dieselbe mit �edem Fabrikbesitzer th eilen. Die Autorität iiei den eigenen Gehilfen«nrd nichts einbüßen, s o- bald den gesetzlichen Bestimmungen Genüge geschieht". Stimmt! Stehlt nicht, so braucht ihr nicht die Anzeige zu fürchten! Der Arbeiterschutz durch die Bäckereivcrordnung steht meist nur auf dem Papier; wenn die Meister öffentlich über die„Be- drückung" wehklagen, so geschieht dies nur, um glauben zu machen, es geschehe ihnen etwas. Im Innern lachen sie über den lustigen Krieg, den die Polizei gegen sie führt; sie ist ihnen nicht gefährlich, sie schießt blind. polikifche Mebevstchk. Berlin. 16. Juli. Der Dr. v. Miquel, der kurz und vorsichtig sich im Hintergrunde der politischen Geschehnisse hält, auf dessen zn- künftige Thätigkeit man mit Erwartung blickt, hat den Mund geöffnet und. da„Programm"-Redcn nun einmal Mode sind, auch eine Programm-siicde vom Stapel gelassen. Bei der Eröffnungsfeier der großen Müngstcner Brücke in Solingen bat er eine Festrede geredet. Hören wir, was der„kommende Mann" zum besten gab: „Unser deutsches Land sei weder ein reiner Jiidustrieflaat, noch ein reiner Agrarstaat. Wenn der Staat gedeihen solle, müssen Industrie, Landwirthschast und der solide Handel, der beide verbinden solle, da sein. Diese großen Bernfsstände sind auf einander angeivieseu. Die Industrie Deutschlands sei so stark, daß der Export und der Wettbewerb noth» wendig sind. Aber auch der innere Absatz müsse nicht vergessen sein. Die Staatsverwaltniig dürfe nun unmöglich einseitige Interessen vertreten. Es sei der alte Ruhm der Hohen- zollern, ebenso wie über den Parteien, so auch über den Interessen zu flehen. Die Regierung müsse eine Dnrchschnittslinie festhalten, alle Kräfte müsse sie vereinigen. Die Bekämpfung der einzelnen Berufsstände untereinander bedeutet, es dahin bringen, daß der Dritt« lacht. Gegenwärtig litten am meisten die Landwirthschast und die Mittelklassen. Die Fürsorge für die einzelnen Bernfsklassen dürfe nie so weit gehen, die Lebenskräfte der anderen Klassen zu unter- binden. Unsere Zukunst hänge aber auch von der Landwirthschast ab. Manche Verstimmiing, mancher Mißmuth und mancher Mangel an Vertrauen werde jetzt genährt. Wir Alte» aber, welche die traurigen Zustände vor 1S70 erlebt haben, wissen, waS die Wiedererrichtung des Reickes gebracht hat." Auch davon sprach Miquel— wie ein weiterer Bericht besagt—, daß der Kaiser das Ansehen des Reiches nach außen. zn erhalten wisse; Deutschland sei kein Binnenland mehr, es müsse nach außen hinaus und dazu bedürfe es der erforder» l i ch e n Machtmittel. Viel hat Miquel in seiner Festrede nicht verrathen von dem, was er in seinem Haupte bewegt. Auch sein Programm kommt nicht über Allgcmeinheltcn hinaus. Aber etwas mehr hören wir immerhin aus diesem Programm als aus denen von Bielefeld und Köln. Was wir hören, das zeigt uns den Vizepräsidenten deS Staalsministeriums.den vielfach als Nachfolger desReichskanzlers angesehenen ehemaligen Kommunisten, in den aus» getretenen Geleisen der gewöhnlichen Durch- s ch n i t t s- R e a k t i o n s p o l i t i k. Zn der Weisheit braucht nicht ein so großes Licht kommen. Zu solchen Gemein» Plätzen hätte auch ein Geringerer hingereicht. Der Satz, daß die Hoheuzollern immer über de« Interessen gestanden hätten, ist ebenso schön wie der � daß jetzt die Landwirthschast und die Mittelklassen am meisten leiden. Von der Arbeiterklasse weiß ihr einstiger Intimus garnichts mehr zu sagen; deren Lebenskräfte werde« ja auch garnicht unterbunden durch die Fürsorge für einzelne Bernfsklassen. Dafür bekennt sich der Fiuanzminister zui« Tirpitz und bricht eine Lanze für die„Machtmittel nach außen hinaus". Immerhin ist eS etwas, waS uns Miquel erzählt hat. Nichts neues, aber eine nicht werthlose Bestätigung dessen, was schon bekannt war. Laudwirthschaft, Mittelstand und Marine— das sind die Sterne, welche die Ncgicrungspolitit leiten. Die Reaktion ist im Zuge und Dr. Johannes Miquel ist ihr Führer!— Ter erste Umfall. Die in Geestemünde erscheinende „Nordsee-Ztg." schreibt: „In einer aus Sonntag von nationalliberaler Seite einberufenen Versammlniig in Hamelwarden referirte Herr Land« tags- Abgeordneter Schoos über das Bereinsgesetz, besonders über den Eiitivurf des Herrenhauses. Nachdem ein« längere Debatte stattgefunden, wurde mit alle» gegen vier Stimmen folgende Resolution gesaßt, welche vom Äorsitz enden vorgeschlagen war: „Die auf heute von nationalliberaler Seite nach hier berufen« Versammlung der Wähler deS Kreises Kehdiiigen hält es süp dringend nolhwendig, die Macht- und AbwehrmUtel des Staate« gegen die anarckzistischen und sozialdemokratischen Bestrebungen noch vor den nächsten Wahlen zu verstärken, namentlich in viücksicht auf die verführerischen Wahl- Agitationen der Hamburger Sozialdemokratie in unseren ländlichen Kreisen. welche schon zu blutigen Reibereien mit unseren Wählern geführt haben. Die Versammlung spricht deshalb diei zuversichtliche Erwartung ans, daß das Ab» geordnetenhans und namentlich die nationallibe» ralen Parteifreunde zur Verhinderung solchen Treibens dem voni Herren Hause zutreffend abgefaßte n V e r e i n s g e s e tz- E n t w u r f ihre Z u stim m« n g er» t h e i l e ii werden. Wir fühlen uns zu dieser Erklärung um so mehr gedrängt, als in Hamburg ähnliche Bestiminuiigen bereit« bestehen und zur Zeit vom Reichstag in düser Richtung keine Abt Hilfe zu erwanen ist. Wir sind gespannt darauf, ob Herr Schoos nach dieser Fixirung fthitä Standpunktes noch länger Mitglied der nationalliberalen Parte» bleiben kann und wird." � Herr Schoos hat allerdings stets starke Neigungen für die konservative Serie bekundet, er hat einen nationalliberalen hannoverschen Neichstags-Wahlkreis in agrarische Hände ge- spielt. Doch hat Herr Schoos am 28. Mai in nament- l r che r Abstimmung mit der nat i o n a ll i b e r a l e u Fraktion gegen den freikonservativerr An- 9® st' m m t, mit welchem die Herrenhausbeschlüsse fast rdentisch sind. Herr Schoos ist unigefallen. Die„Nat.-Ztg.* nieint, er werde zedenfalls die Konsequenz ziehen und aus der national- liberalen Fraktion austreten. Nationalliberale Blätter meinten noch kürzlich, es sei ausgeschlossen, daß irgend ein Mitglied ihrer Fraktion un Abgeordnetenhanse seiner früheren Ab- stimmung untreu werden würde, und daß derjenige, der es thäte, ein„Ehrloser" heißen müsse. Was sagen diese Blatter nun? Der erste Unifall ist da. der Dinge gerechnet. Wird letzte sein?— Wir der haben niit diesem e r st e U m f a l l Gang der D«e grundsatzlose kurzsichtige Beutepokitik unserer -tlgrnrierzeige» wieder einmal die Beschlüsse, die der stän- dlge Ausschuß des deutschen Landivirthschaftsrathes soeben in Eisenach gefaßt hat. Die Zucker indnstrie liegt trotz des neuen Ziickerftenergesetzes darnieder. Da nach den letzten Er- sahrungen der Export weniger ansdehnungsfähig erscheint, wie der heimische Konsum, so soll das Reich die Zucker- « e r b r auchssteuer herabsetze ii; de» etivaigen Ausfall an Rcichseinnahmen uiüßre natürlich der Konsum irgend eines anderen stcnerfähigen Lebens», ittels tragen. Umgekehrt wiederum beini Branntwein; hier steht der Trinkverbranch infolge der besseren Lebeushaltung weiter Bevölkerungsschichten„ahez,i still, dagegen bieten sich für den denatiirirten Spiritus inimcr neue gewerbliche Ver- wendnngsarten. Schleunigst verlaugt der agrarische Ausschuß „eine kleine Erhöhung der Steuer auf T r i n k b r a n n t- w e i ii", um mit dem Mehrertrag den Spiritus für technische Zwecke künstlich zu subventioniren; natürlich wird denn auch der Einzelstaat sein inöglichstes thnn müssen, er soll den Spiritus billiger transporliren. Das alles ist ans Interessentenkreisen in letzter Zeit oft genug gefordert worden. Neu ist aber, daß ein stillgehcgter agrarischer Wunsch nunmehr offen von einer halboffiziellcn Landwirthschafls-Vcrtretnng aus- gesprochen wird: daß nämlich der etwaige Ausfall des Reiches zu decken sei durch eine Steigerung des Petroleum- zolles, die den Armen zwar ihr Licht verthenern würde, für die Schnapsbrenner aber den Vorthcil hätte, daß ihr Spiritils-Glühlicht eine größere Konkurrenzfähigkeit und Ver- brcitung erlangen könnte. Man sieht, die Taschen der Acrmstcn und die Kassen des Reiches sollen wieder einmal gründlich zu Nutz und Frommen der konservativen Schnapphähne erleichtert werden. Und bei den Zilständen in unserer Regiernng sind solche Bestrebungen immer ansstchtsvoll.— Biiudter und Konservative, dieser neueste Bruderzwist im Lager der Ostelbier wird iminer erregter geführt. Die Plötze scheinen sich sicher auf den eigenen Füßen zu fühlen und ineinen gnt zu thn», zu einem von der konservativen Partei getrennten se bständigen Vorgehen bei den nächsten Reichstags- wählen jetzt schon die Vorbereitungen z» treffen. In diese, 11 Sinne wohl chreibt die Korrespondenz des Bundes der Land- wirthe: ..... Der Bund der Landivirihe ist keine Koimuanditt der konservativen Firma, ist es bisher nicht gewesen und wird es anch in Znkiinst nicht sein. Daß wir den Konservativen sehr freund- lich gegenüberstehe», brauche» wir nicht erst zn betone»; alle Welt weiß es. Daran? aber geht doch nicht hervor, daß wir der tonser- vativen Partei nun unter allen Umstanden zur Hceresfolge verpstichtel sind und ihre Schlachte» schlage» Müssen. Denke» wir uns einen Wahlkreis, in dem die Konservative», Antisemiten, ZetttrumSleule und Nationalliberale Kandidaten ausgestellt hätte» und alle vier Herren hätten das Programm des Bundes acceplut. Der Bund würde dann zn seine» Mitgliedern sagen:„Diese Kandidaten sind uns alle gleich lieb»nd werth; wählt einen davon, je nach Euren, Geschmack oder Euren politische,, Slnsichte». Für„»Z kommt nur in betracht, ob jemand ei» guter Agrarier ist." DieS ist uuser Standpunkt, und ei ist gewiß der für einen wirlhschaftSpolitischen Verein allein mögliche, logische und korrekte. Wohin sollten wir kommen, wenn wir uns einer Partei fnbordinirt«,,? Wir stehen nicht in Loh» und Brot der Konservativen, aber auch nicht der Antisemiten, lassen n»s überhaupt von keiner Partei nnsschließlich in Beschlag nehmen. Neuerdings sind sogar schon Abgeordnete gewählt, die lediglich auf ihre Eigenschaft al? Vertreter deS VilttdeSstandpunktes durchkäme,,. So der Oberamtmai», Sommer in Alfeld-Gronan; ebenso hat unser»ener Direktor Dr. Hah» ln de» kehlen Jahre» keiner speziellen Partei angehört, und hatte doch als einfacher „Agrarier" seine Wähler für sich. Summa Summarin»: Wir wollen dem Bunde nicht sein Grab graben. indem wir uns der„Fraktionspolitik" ergebe», und uns ä la merci politischer Parteiführer stellen. Das möge man sich allerorts merken! DaS ist ein recht selbstbewußter Toi«, der Herrn v. Levetzow, dem Fraktionsvorsitzenden der konservativen Partei, wohl sehr wenig gefallen dürfte. Sehreigenthümlich nimmt eS sich ans, daß die„Kons. Korr." die Aeußerungen des Direktors des Bundes ver Landivirthe, des Abg. Hahn, jetzt harmloser darzustellen sucht und Herrn Hahn erst als den Einiger der Agrarier aller Richtungen zu preisen sucht. Diese Taktik wird mau bei dem frischen Temperament der Bündler nicht lange einhalten können. Die armen Konservativen!— Tie Kanitzerei spukt fort. Herr Gamp, der Gc- stnnungsgcnosse des Grafen Kanitz, der von den Agrariern gewünschte zukünftige Rcichsbankdirektor, hat im„Deutschen Wochenblatt" einen Artikel veröffentlicht über die „Getreidezölle der Zukunft". Es möge, so schlägt er vor, für die einzelnen G e t r e i d e g a t t u» g e n ein R o r m a l p r e i s festgesetzt werden. An Zoll soll dann für eingeführtes Getreide derjenige Betrag entnchtet werden, um welchen der Preis des Getreides auf dem internationalen Markte hinter jenem Normalpreis zurück- dl e i b t. Herr Gamp rühmr diesem Vorschlag alle möglichen Vortheile nach, sogar die Konsumenten würden sich dabei ganz wohl befinden. Das ist aber nichts als Kanitz rsckivmis. Derselbe Text mit etwas umgesetzter Melodie. Ter Landwirth soll seinen bestimmten Gctreidepreis von Staats wegen gesichert erhalten. Und„der Landwirth", daS ist in erster Linie der viel Getreide verkaufende Großgrundbesitzer. Herr Gamp giebt sich der Hoffnung hin, daß die Indnstrie seinen Vorschlag akzeptiren werde; dann„können Landwirthschaft und Industrie wiederum vereint und Schulter an Schulter in dem bevorstehenden Kampfe für den Schutz der nationalen Arbeit ein- treten. Diese Verständigung zwischen der Landwirthschaft und Industrie mnß aber ungesäumt in die Wege geleitet werden, damit bereits bei den nächsten Reichstags- wählen beide Erwerbsgruppen gemeinsam vorgehen können. Tann werden und müssen die Ver- treter des Schutzes der nationalen Arbeit als Sieger ans den, Wahlkanipfe hervorgehen." Mit einer schnöden Autplünderung der arbeitenden Klassen zu gunsten des Junkerthums soll also der Gamp'sche Feldzng beginilen. Das soll das Präludium sein zum eigentlichen Werke deS„Schutzes der nationalen Arbeit". Wie mag dieser„Schutz der«tationalen Arbeit" er st selb st aussehen, wenn die Ungeheuerlichkeit des Getreide- Normalpreises nur erst die Vorbereitung dazu bildet!— Professoren und Arbeiterbewegung. Gegen die beiden Kieler Universitälslehrcr, Professor B a u», g a r t e n und Professor Lehmann-Hohenberg, war ein Disziplinarverfahren ciugeleilet wordeu, weil sie während des Hamburger Hasenarbeiter- Streiks einen Ausruf zu gnuste» der Slreikenden unlerzcichnet hatte,,. Sie waren verantworilich darüber vernoiiimen worden, wie sie es mit ihren Pflichten als SlnatsbeauUe vereinbaren könnten, in ein- seitiger Weise eine sozialdemokratische Aktion zu unter stützen. Ihre Auiwort lautete dahin, daß de», Minister über de» Vorfall nicht richtig berichtet worden sei; es habe sich gar nicht um eine sozialdemokratische Aktion gehandelt. Nunmehr ist von de», Minisier an die beide» Profcssorcu der Bc- scheid ergangen, daß er von der Erklärung, es bade nicht in ihrer Absicht gelegen, ein« sozialdemokratische ZIklio» ein- seitlg zn»inte, stütze», Kennlniß nehme und daß damit der Anlaß zu disziplinarischem Einschreiten fortfalle. Wenn diese Miitheilnng richtig ist, so ist das Verhallen des Kultusministers höchst absonderlich. Sozialdeniokrate» sind die beiden Professoren nicht, das ist notorisch. Aber sie habe» de» Ausstand der Hafenarbeiter imtcrstntzt„ud zwar zweifelsohne„in«iiisei, iger Weise". Ob dieser Ausstand als„eine sozialdemokralische Aktion" anzusehe» ist oder nicht, kann hier glcichgillig sein. Der Minister hat ihn jedenfalls so angesehen. Also thaisächlich ist die„volle Schuld" der beiden Professoren erwiesen. Und doch hat man daS Disziplinarverfahren eingestellt. Wann»? Wir können nicht annchnie», es sei auS der bessere» Erkenntniß ge- schehe», daß es de» Slaalsbeamtc» nicht verwehrt sein darf, für streikende Arbeiter einzutreten, und daß es vielmehr eine Schande wäre, gegen dieselben einen Gewissenszwang im entgegengesetzte» Sinne auszuüben. Eine» solchen Grad sozialpoliiischcr Weitherzig- kcit kann man dem Herr» v. Bosse natürlich ganz«nd gar nicht zutraue». Warum denn aber kommen die Kieler Professoren so glimpslich davon? Muß nicht den, Freiherr» von Neiwkirchen die Zornes- aber schwellen ob solchen Vo,koni»inisses? Wird er nicht alsbald eine zweite verschärfte Philippika gegen den Minister in, Herren- Hanse loslassen? Offenbar getraut»la» sich vorläufig»och nicht recht, inbas katheder- sozialistische Wespennest hineinzugrelfe». Das könnte zu»»absehbare» Schwierigkeile» führen. Man begnügt sich, ei» Diszsplinar-Versnhre» ei n zu l eil«» und dann läß, man„Gnade" walte». Auch so schon denlt man wohl, die„»botmäßige» Kathedermänner genügend ctnziischnchter» und von zukünftige»„Kühnheiten" zurückzuhalten. Und hierin dürft« man recht behalten; Professoren sind selten Kämpfer!— Pfarrer Rauninnn möchte so gerne eine Annäherung der Soziaidemokrntie zn de» Anschainingen des»ational-sozinlen Kaffeekränzchens herausfinde». Heute druckt er mit Behagen T heile vek übrigens vo» der Ncdaklion des„Vorwärts"»ich, verirclcne» Arlikels über die Nationalitätenfrage ans unseren. Blatte ab und glaubt darin Anklänge an seine Wellpolitik-Jdee» zn finde». Wir müssen »nseren Freund, der de» Arlikel verfaßt hat, gegen ein« derariige Jnsiiimrtio» in Schutz nehmen. Gehl schon ans seine», Artikel hervor, daß der Verfasser mit de» Hasse, Naiiniaun, Peiers»seht den enlscrnlestc» Berührungspunkt hat, so beweise» die weitere» »ns vorliegende» Anssührnnge» des gleiche» Verfassers über dasselbe Thema,>vie sehr Pastor Naninann ans dein Holzwege ist. Wie groß der Unterschied ist zwischen den Wellpolitik-Gedanlen des Pastor Nnunian»»nd einem Standpunkte, der treffend Jnternalionalismns »nd Antinationalisinns nicht identifizirt, braucht nicht weiter dar- gelegt zu werden.— Ei» Zcngnißzwangverfahrc» ist wiederum gegen den Ne- daklenr Sllcxander Giesen von der„Franks. Ztg." eingeleitet worden. Das Verfahren geht ans vom Generalkommando in Kassel. Als der Einjährig« Zimmermann infolge Ueberanstrengiing durch Hitzschlag auf dem Marsche de» Tod gefunden hatte, brachte die„Franks, ivter Zeilnng" Mittheilnngei, darüber, wie schwer überhaupt an dem belreffcnde» Tag« die Eoldalen unter der Hitze zu leide» hatte». Wege» dieser Mittheilnngei» wird setz, das Folter- inittel de? Zeugmßzwangs angewandt, um ihren Urheber zu ermitteln. Es ist. wie die„Frankfurter Zeitung" anssührt. ein Ermiltelungsverfahren gegen Unbekannt eingeleilet, das sich darauf stütz,, es seien militärische Interna mitgeiheilt nnd als deren Quelle ein Ncserve-llnlcrofsizier ausdrücklich angegeben. Dabei liegt weder eine n n r i ch t i g e, noch eine irgendwie beleidigende Mittheil nng vor— sonst würde man ja ei» Slrafversahren ei,»geleite, habe»— sonder» es hat sich um objektive Berichte nndestreitbarer Tdalsochen gehandelt. Diese Thatsachen waren anch nicht etwa ei» militärisches Gcheimniß, sonder» einem größeren Kreise von Personen belannl. Trotzdem geht man hier vor weaeii unbefugter Mitlheilung militärischer Interna,»nd die Militärbehörde nimmt dabei sogar keinen Anstand, de», Zeitmigsredaklenr zn- ziinluthen, daß er ihr den Namen seines Gewährsmannes unter Bruch der DiSkreiion preisgiebt! Und das bürgerliche Gericht leistet einem solche» Verlange» der Militärbehörde Mithilfe. Ost genug ist gegen derartigen Ze»g»ißz>va>,g»nd ähnliche Gebräuche Protest erhoben worden. Leider hat der vtetchstag noch nicht die Kraft gesunde», um die Beseitigung solcher Vorkouiinnisse dnrckizusetzen. Möge es endlich geschehe».— Die Situation in Oesterreich spitzt sich immer mehr zu. Graf Badem ist in einer Sackgasse, ans der heraus- zukommen begabteren und gewandteren Staatsmännern kann, möglich sein dürfte. Am schwersten mag ihn berühren, daß die Polen, seine speziellen Landsleute, ihn aufgeben, daß immer mehr polnische Preßstimmcn seinen Rücktritt fordern, ja es heißt sogar, daß der Klub der polnischen Abgeordneten seinen Rücktritt gefordert habe.?Nan nennt anch schon Namen als Nachfolger Badeni's, so den in allen Satteln gerechten Nnterrichtsminister Baron Gautsch, eines sich beim Kaiser großen Bertranens erfreuenden Scheinliberalen, der zv weitgehenden Konzessionen an die Klerikalen bereit ist; ferner wird der Name des tiroler Statthalters Grafen Merwclt genannt, der bisher noch nicht stark politisch hervorgetreten ist, in Tirol es aber verstanden hat, mit Liberalen und Klerikalen ans gutem Fuß zn stehen. Vor- läusig scheint freilich die Lkrisis vertagt zu sein. Gestern hatte Graf Badem beim Kaiser Audienz und heute meldet das hoch- offiziöse„Wiener Fremdenblatt": Alle seit einiger Zeit in den Blättern verbreiteten Gerüchte über eine Ministerkrise, sowie über einen MeinnngSzwiespatt unter de» Mitgliedern des Kabinets sind vollkoniiiien grundlos. Die Regierung müsse an der Anschauung festhatlen. daß es ihre Aufgabe sei, trotz der bisherigen Erfahrungen auf dem ihr geeignet scheinenden Wege und mit„»gehinderten, Eifer der gesetzliche» Regelung der nationalen Beehälluisse in Böhmen zuzustreben, in so spär- liehen, Ausmaße ihr auch die Parteien biSher hierzu behilflich gewesen seien. Das bedentetT-wie schon der Schluß deS offiziösen Kom« muniques beweist, blos eine Vertagung der Krisis. Werben doch die Schwierigkeiten für das Kabinet mit jedem Tage größer. Mit meinden Agenden dem gestrigen Tage hat in den deutschen Ee- Böhmens die Einstellinig der Besorgung jener des übertragenen Wirkungskreises begonnen, zn welchen die Gemeinden nicht durch ein Reichs- oder Landes- gesetz verpstichtet sind. Die Einstellung der Agenden betrifft folgende Gegenstände: 1. Die Einhebung der direkten Steuern; 2. die Zustellung der politischen Erledigungen; 3. die Ans- fertigung und Zustellung von Vorladungen für Stellnngs- Pflichtige zum Stellungstage; 4. die Eiiiberufnng der Reserve lliid Ersatzrescrve des Heeres; 5. die Evidenzhaltung des Wohnortes der dauernd Beurlaubten, der Mannschaft der Reserve und der nichtaktivei, Landwehr, sowie der nichtaktiven Ersatz- reserviften; 6. die Einhebung und Abfuhr der Militärtaxe,,, sowie die Einm ahnung und EvidenzhaltmigderZahlungssänmigen; 7. die Amtshandlungen in Geiverbeangelegenhcitcn in allen Fällen, wo keine gesetzlichen Bestiimnmigen die Mitwirkung der Gemeinde i» Anspruch nehmen. Von den größeren deutschen Gemeinden Böhmens hat nur die Stadt Rcichenberg die Ein- stellung der obigen Agenden nicht beschlossen, weil sie ein eigenes Statut besitzt nnd durch dasselbe, also durch ein Landesgesetz, zur Besorgnng gerade dieser Agenden ausdrücklich verpflichtet ist. An Syiiipathiekundgebungen ans dem Reiche fehlt es nicht. Ein großer Theil der bürgerlichen Presse besaßt sich in sehr syinpathischer Weise für die Deutschen mit den öfter- rcichischen Verhältnissen. Das„Leipziger Tageblatt" meldet, daß 816 öffentliche Professoren der deutschen Universitäten eine Kundgebmig im Interesse der im Nationalitätenkampfe stehenden Dentschen erlassen haben.— Tic Frage deS FrlcdensschlnsscS kam am Donnerstag im italienischen Senat zur Spcache. De, Minister des Aeußern erklärte, daß die vermittelnde Thäligkeit der Mächte bei der Pforte auf Schwtengkeile» gestoßen sei, die»ainciillich die G r e„ z b e r i ch t i g»» g beträfe,,. Allein die Mächte stimmte» darin überei», die Friedensbedi»g»»'gen ausrecht zn erhalten, die sie selbst aufgestellt haben. Man erwarte jetzt die Antwort der Pforte. Der Minister spricht den Wunsch aus. daß diese Antwort den Abschluß der Verhandlungen erleichtern werde iiu'o hegt das Vertrauen, daß die feste Hallung und die Einigkeit der Mächle eine baldige Lölung der jetzigen Zustände herbeiführen werden, deren längeres Andauern mit Gefahr verdimdei, sei. Die llallcnischen Schisse und Truppen, welche die Regierung in Würdig, mg der Uebereinftiiimmng der Mächt« nach ikreta entsandt hak, würden solange dort bleibe», bis die Mächle beschließen werde», die Besetzung auszuheben. EL herrschte volle Uebereinstiininmig zwischen den Mächten über die zur Herstellung der Autonomie von Kreta zn crgreisendc» Maßregel». Die Verzögerung derselben hänge mit dem langsame» Fortschreite» der Friedensverhandlungen zn- sammen: sobald aber die letztere» zn», Abschluß gelaiigl seien, würde das künftige Schicksal Krela's geregelt werden. „Daily Telegraph" inelbet a»S Wien: Wenn infolge der Ant- wort deS Sultans ans die Vorschläge der Mächte Rnheslv,»ngen ausbreche» sollten, würde» die Schiffe der Groß», ächte t»«intr Stunde dovo Soldaten ans Land setzen. Bon anderer Seite verlautet jedoch, daß der Eulta»„och durch- an«»ich, geneigt sei, sich i» bezng ans die Grenzfrage den Forde- rimgen der Mächle zn fügen. Ob an der Kandidatur D r o z noch festgehalten wird oder»»cht, darüber laufe» ganz widersprechende Nachrichten ein. Ter Sultan soll den ehemaligen Großvezier Djevad-Pascha znm Gouvwieur der Insel bestniimt haben. � � Deutsches Reich. — Der Kaiser hat seine Liordland-Neise abgebrochen. Der Herzog Karl Theodor von Layern. welcher bekanntlich Augenarzt ist, will nach Kiel reisen, m» daS verletzte Auge des Kaisers zu lintersuchen.— — H e r r v. B ü l o w. der„siellvertrctende" Staatssekretär des Aenßcr», wird,„sie die„Schles. Ztg." mittheilt, am 11. August dt« Geschäfte übernehmen. — P r o f e s s o r R e i n h o l d hat es verstanden, die deutsche Presse gründlich lniterhallen. Wir wollen noch a»s den Schluß- sähen einiges nachtragen: Das Element von bevormundender Vtelregicrerei, die Ver- kennuug der erreichten Bewußtseins-„nd Bildungsstufe unserer Zeit und die Bersagnng der Ehrung, die in der Gewährung formaler und persönlicher Freiheit liegt, bringt allmälig ein zwar geduldiges, aber in, Gefühl seines Rechtes„nd seiner Würde erstarkendes Volk, i» eine wachsende Entgegensetzung gegen die sonst geschichtlich bewährten Slaalseinrichnn�en... Es ist soweit gekommen, daß nngesähr alles im Lande jetzt m der Opposition ist. So wird ans eine», ganz«»erwarteten Wege die Gefahr wirklich herausbeschworen, die sonst nirgends besteht, die gesellschaftliche Verneinung des Staatswillens. Man regiert nicht ungestraft mit innerlicher Schwäche»nd äußerem Schwanken, mit beständiger Reizung aller Vollekreisc. Tie nächsten allgemeinen Wahlen werde» in Tcuischland einen ungewohnte» Zug von Einmnthigkeit in einem Gedanken ergeben: die erklärte Frontstellung eineS verärgerten Volkes gegen die Regiernngsgewall.... 11,,, die Folge» dieser Art von Politik z» erkennen, muß man Fühlung mit Süd- d-nlschlaiid habe». Ich bin lief erschüttert über die dortige Siimmnug. Man hat eine» kaum glaublichen Widerwille, gegen Preußen, der an frühere Periode» nnd an die schlimme Zeit un- »sitlelbar nach 18L6 erinnert. Das reaktionäre Preußen hat alle werbende Kraft verloren.... Das Echwabenland, das„nS für de» Gipfel des»ationale» Lebens die glorreiche und rettende Hohen- zollern-Tynastie geschenkt hat, beweist, daß es auch für den unter- grund und die Breite des politischen Daseins eine heilsame Ordiniiig in würdiger Freiheit zn schassen versteht und anch hier sich als erstgeborene Tochter deS Geiste- bewährt. ES ist ei» erhebendes Bild, daS»ns dort einen starken und klaren BolkSwille» ans der einen Seite und eine sich unterwerfende Regierung ans der anderen Seit« zeigt. Die Kraft, Fruchtbarkeit und versöhnende Macht dieser Herstellung natürlicher Wahrheit steht deutlich erkennbar jedem, der sich nicht versteckt, vor den 'Augen und kann nur zur Nacheisernng ausfordern. Anstatt dessen i» Preuße» das alle»»würdige Mißtrauen in die Vernunsl des Volkes. Es ist immer wieder die alte elende Polizeisurcht vor den harmloseste» Erscheinnnge,,.... Man würde die Sozialdemokratie in demselben Augenblick los sei», wo man sie völlig ignorirte. Diese impotente Bewegung, die im Volke»ichls hinter sich hat. würde an ihrer eigene» Lang- weiligkeit sterben. Unglücklich ist die„Post" über die Eitttänschung, die ihr Herr Reiiihold bereitet hat. Sie schreidl u. a.: Nur in de», Kopse eines solchen weltfremden Ideologen kann sich auch der Gedanke entwickeln, daß in Freiheit da? teilmittel gegen alle sozialen, wirlhschafllichen und polilischen eiden der Zeit liege. Ließe das überaus komplizirle Problem, die soziale» und wirlbschafllichen Bewegunge» unserer Zeit zu einem dem deutschen Volke und Lande gedeihlichen Ausgange zn führe», sich mit einem solchen einsachc» Sozialwerk löse», so iväre uns freilich leicht geholfen, allein a» Panaccen nach Art der Wunderdoktoren glaubt heut zn Tage kein vernünftiger Mensch mehr. Nnd aus dem Leitartikel der„Nordd. Allg. Ztg.", die sogar nicht weiß, was sie als RegiernngSorgan mit dem Reinhold beginnen soll, zitiren wir bloS die folgende Stelle: .... Umgekehrt braucht man also auch noch nicht mit Noth- wenbigteil zu folgern, daß jemand, der eine politische Nachtischrede mil abgeschmackten vnlgär-demokratischcn Redensarten vollspickt. im Hörsaal ebensalls Nonsens vorbringen werde. Das muß abgewartet werden. Wenn die demokratische Presse sich geschmeichelt suhlt, daß «i» Mann, dem die königliche Negiernng soeben den ehrenvollen Posten eines Lehrers an der Berliner Hochschule anvertraut hat, eine lange Abschiedsrede mit lanter Reminiszenzen aus ihren ödesten Leitartikeln anfüllt, so begreifen wir das vollständig.... Und Slöcker's„Volk" schreibt: ... Jetzt endlich ist Klarheit da. Allerdings nicht über Herrn Neiuhold's Wissenschaft,— diese Klarheit wird wohl immer aus» bleiben— sondern darüber, daß er ein ganz ausgesprochener Konfusionsrath ist. Weiter hat Herr Reinhold auch den Be- fähigungsnachiveiS erbracht für ausgezeichnete Leistungen auf dem weilen Gebiet der Taktlosigkeiten. Der„Reichsbote' schließt seine Betrachtungen folgendermaßen: Nicht daß er von de» unfern weit abgehende Ansichten besitzt und öffentlich vertritt, ist für uns ein Stein des 'Anstoßes, sondern daß er dies in dieser Form und mit diesen» Mangel an»vissenschaftlicher Umsicht und Objektivität thut. Es handelt sich hierbei lediglich um einen vorliegenden Defekt an persönlicher Befähigung für den Lehrstuhl einer Hoch- schule. Um das Blatt des Herrn v. Stumm zu trösten,»vollen»vir ans die in unserer letzten Nummer unter Gewerkschaftliches publizirte Noli� hiniveise», die Herrn Dr. Reinhold als strengen Haudhaber der Älrafbestimniungen des Z IS3 kenne» lernt. Sein Abschieds- »rtheil waren zwei Wochen Gefäugniß»vegcu Uebertrelnug des s 1b3. Im Namen der Freiheil wurde die Strafe verhängt. Freiheit, die ich meine! � Blühende»» Unsinn leisten sich die„Hamb. Nachr." in ihrem Haß gegen die Gegner der Flotteupläne, indem sie schreiben: „Bei den» Widerstande, de»«in Theil der deutsche» Nation dem Flottenban leider entgegensetzt, hat E» g l a n d d i e H ä»» d e in» Spiel,»vobei ih»n die Anglomaute des doktrinäre»„Frei- sinus" soivie die Entartung des denlschc» Parteigelriebes zu Hilfe kommt, nicht zu vergessen, daß die englische Politik wie ehedem die venetianische vielfach verschlungene Wege geht und tausend Kanäle ihren» Golde zu öffnen>veiß." Da haben»vir dieselben Aerdächtiguugen in neuer Auflage. welche beim Hamburger Hafenarbeiter-Streik ausgestreut»vorde». Das Vertrauen der Floltenschiväriner in ihre Fähigkeit, das Publikum für ihre Pläne zu überzeugen,»miß Überaus gering sei», »venu sie zu solchen Mitteln greise»».— — Offizier und Bürger. Der.,Ge»eraI4l»zeiger' für Hamburg-Altona theilt folgende» Vorfall mit: Der Kutscher ciucL Onniibnssllhriverks fuhr vorschriftsmäßig an der rechten Seite der Straße nach Lokstedt beim Grenzhaus Hoheluft, als ihm eine Militärabtheilung des 76. Regiments entgegenkam. Diese wich nicht nach rechts aus, sondern einige Soldaten fiele» dem Pferde in die Zügel und schließlich ivurde der Kutscher aus Befehl eines Lieutenants vom Bock heruntergeholt und unter militärischer Bedeckung nach der Hambnrgischen Polizeiwache an» Eppendorferiveg befördert(der Vorfall spielte sich�anf preußischem Gebiete ab). Das Fnhriverk »vnrde durch eine» Sergeanten dorthin befördert. Von der Wache »vrirde der unschuldig und zu unrecht Festgenommene alsbald»vicder entlassen. Das genannte Blatt meldet, daß eine Bestrasnng des Offiziers eintreten»verde.— — Recht sonderbar nimmt sich eine a m t l i ch e A n z e i g e de? Landrathsvertreters in Berge» a. R., des NegieruiigS-Assessors Freiherr», v. M a l t z a h n ans. I» derselben heißt eS:„Herr Rittergutsbesitzer Pogge zu Schweilnitz ist AmtSvorsteher und Standesbeamter.„Herr" Major v. Usedom stellvertretender AmtSvorsteher, aber„der" Lehrer Müller stellvertretender Standes- beamter lfür de» Amtsbezirk Neuenkirche». Wie kann man auch «Inen Lehrer mit einem Agrarier und einem Militär auf eine Stufe stellen»vollen.— — Dr. S i g l, der in Regen in Bayern zum Abgeordneten gewählt »vurde, erhielt in» ersten Wahlgange 61 Stimme»». Bezirksarzt Dr. Schinidt 43, Barler Bogel 20 und Bierbrauer Ernst 15 Stimnien. Hierauf»vnrde zu einem ziveiten Wahlgangc geschritten. I» diesem erhielt Sigl 72, Schmidt 61, Ernst 1, Vogel 3 Stiinmen. Die Stimmen- zahl Sigl's ist gegen die des früheren Abgeordneten des Kreises erheblich zurückgegangen. Das Zentrumsblatt„Germania" schreibt zir dieser Wahl:„Für die Situation in der Kammer ist die Wahl Sigl's bedeutungslos; denn es ist jetzt»mr das Berhältniß nach de» Neuwahlen 1833, als der verstorbene Pen geivählt wurde, wieder- hergestellt. Gleichwohl hat Dr. Sigl nun Gelegenheit, in» eigenen Hanse und nach seiner Ansicht auf den» ureigensten Gebiet zu zeige», »vas er kann." Offenbar ist den Herren vom Zentrum die Sache garnicht angenehin.— Kiel» 15. Juli.(Eig. Ber.) Wie wenig auf die Charakter- festigkeil des Bürgerthums zu bauen ist, hat sich im Kieler Stadt- verordneten-Kolleaiuin deutlich gezeigt. Dasselbe ist bislang stets die Domäne deS„Kieler Zeitungssreisinns", einer Spielart halb Rickert'- scher Richtung, gewesen. In der letzten Sitzung nun haben die Stadtverordneten ihrem Führer Niepa in der Mehrheil die Gefolg- schaft venveigert in einer Sache, in»velcher nian es an» allerivenigsten hätte vermuthen solle». Die Regierung hatte den» Magistrat mit- getheilt.daß sie von den» ihr nach der Städte-Ordnung zustehenden Rechte der Uebernahme der Sicherheitspolizei Gebrauch machen»volle. Schon einmal, in» Jahre 1892, hatte die Regierung diese Absicht zu er- kennen gegeben,»var hiervon jedoch abgelomine», als sie den ein- mülhigen Widerspruch des Magistrats und der Stadtverordneten sah. Al>ch nnnmehr hatte der Magistrat ein gleiches Vorgehen»vie da- »»als vorgeschlagen; die Stadtverordnete» beschlossen jedoch in e»t- gegengesetzter giichtuug. Daraufhin hat der Vorsteher Niepa sein Amt niedergelegt. Diese»viderspruchsvolle Preisgabe eines der»vichtigsten Rechte der Selbstverivaltung durch die Stadtverordneten hat nun zu lebhaften» Meinuugskampf in der Lokalpresse geführt, der uns die »vahre» Gründe dieses Beschlusses immer deutlicher erkennen läßt. I»,„Generalanzeiger" läßt sich ein Freund der königlichen Polizei folgendermaßen aus: „Man»vird sich auch hier klar daniber»verde», daß die Frage der Zukunft nicht mehr ist: konservativ oder liberal, sondern s ü r die bestehende Grundlage in Staat und Gemeinde oder gegen die- selbe, Anfrechterhaltung der StaatSantorilSt oder Umsturz. Man »vird sich zu entscheiden haben, ob man Vertrauen zu der Regierung haben soll, oder ob man mit der Sozialdemokratie geht." Das heißt auf gut deutsch also, daß man glaubt, bei dem fort- gesetzten Anivachsen der Sozialdemokratie nicht mehr der städtischen Polizei die„uölhige Schneidigkeit" zutrauen zu dürfen, daß man die letzte Stellung bei der„königlichen Polizei' sucht und»venn man dabei auch seine„liberalen Grundsätze" preis giebt und ebenso ein wichligeS Recht der Selbstverivaltung; nebenbei macht»nan auch noch finanzielle Ersparnisse für den Stadtetat. So sehen»vir an diesem ein Bild,»vie lies in seiner Mehrheit das deutsche Bürgerthum gesunken ist. Gotha, 16. Juli. In» Landtag wurde heute der folgende An- trag Bock gegen 2 Stimmen angenommen: Der Landtag»volle beschließen, die herzogliche Staats- regierung zu ersuchen, dem Landtag einen Gesetzentivurs vorzulege», nach»velchem eine Neuregelung der Nechtsverhällnisse des Gesindes zu ihre» Arbeitgebern beziv. zu ihrer Dienstherrschaft in der Richtung durchgeführt»vird, daß die auS dem Jahre 1797 stammend« Gesiudeordnnng als unzeitgemäß»md moderne» Rechtsanschauungen hohnsprechend aufgehoben»vird. Stuttgart, 15. Juli.(Köln. Ztg.). Der Gemeinderath beschloß einsiimniing auf Antrag des Ob-rbürgermeisters. an die Regierung die Bitte z» richten, sie möge im neuen Verfassungsgesetz für Stutt- gart statt der vorgesehenen drei Abgeordneten vier bestimmen. — Chronik der Majestätsbeleidigungs-Pro- zesse. Von der Strafkaminer zu Braunsberg»vurde der Knecht Anton Krause aus Schöndamerau wegen Mazestätsbeleidignng zu zivei Monate» Gesängniß verurtheilt. — Koloniales. Es»vird mitgetheilt:„Am 12. Juli wollte der Kolonialdirektor Dr. Frhr. v. Richthosen seinen Sommer- Urlaub antreten. Er hat aber seine Abreise verschoben, da einige»vichtige Fragen vorher»nöglichst erledigt»verde» sollen. Zunächst finden»och Erwägungen und Berathungen»vegen des deutsch» französischen Togo- Vertrages statt. Dann aber handelt es sich un» eine» endgilligen Entschluß über den Bau der südivest- afrikanischen Eisenbahn mit Thierbetrieb. Die Herstellung dieser Bahn ist unter den gegenwärtigen Umständen eine überaus dringliche. Die Privatgesellschaft, »velche de» Bau dieser Bahn geplant hat,»vürde in keinem Falle vor dem nächsten Frühjahr mit den Arbeiten beginnen könne». So lange zu»varten, ist nicht räthlich; daher besteht die Absicht, die Eisenbahn von Reichs»vegen zu bauen und schon in«eilige» Monaten damit zu beginnen. Wenn möglich, soll diese Frage in ihren Vorstadien noch zum Abschlüsse gebracht »verde»." Diese Mittheilung klingt uns s e l b st»venig glaubhaft, den» der Reichstag hat das Geld für«ine solche Bahn nicht bewilligt, noch»vird er es be>villige».— Nngnrn. Budapest, 16. Juli. Nach Berichte»?, welche beiin Ackerbau- Ministerium eingegangen sind, nehmen die Erntearbeiten überall ihren ungestörten Fortgang und dürften spätestens Milte nächster Woche beendet sein. Die Arbeiterreferven brauchten in den letzten Tagen nicht zur Aushilfe herangezogen werden.— Schweiz. Zürich, 13. Jlili.(Eig. Ber.) Der Große Rath(Landtag) des Kantons A a r g a u hat ein Gesetz betreffend Ein- führung der obligatorischen Mobiliarversiche- rung beschlossen,»vorüber das Volk im Herbste abznstiminen hat. Wir entnehmen den» Gesetz, daß der Dienstherr verpflichlet ist. die Fahrhabe seiner Dienstboten, soiveit sie sich in seinem Hause befindet, in seine Versicherung auszunehmen, ebenso diejenige Fahrhabe der Arbeiter, die sich i» de» Rämneu und auf den Arbeitsstellen des Arbeitgebers befindet. Der Regierungsrath hat durch Abschluß von Ver- trägen mit einer Anzahl VersiMerungsgesellschaften dafür zu sorge», daß jedem Eigenlhümer von Fahrhabe,»velche dem Versicherungszivang unterliegt. Gelegenheit gegeben»vird, sein Mobiliar unter möglichst günstigen Bedingungen zu versichern. Die Verträge haben sich ins- besondere auch auf den Abschluß von Kollcktivvcrsicherungcn zu er- strecke».— Ebenfalls in» Kanton Aargau hat die Regierung in Verbindung mit den N a t n r a l v e r p f l e g u n g s- S t a t i o» e n für bedürftige Durchreisende eine staatliche Regelung der A r b e i l s v e r i» i t t e l u n g getroffen,»velche bezweckt. den Durchreisenden»nöglichst Arbeit zu verschaffen. Wer zngeiviesene Arbeit nicht anninunt, geht des Anspruchcs auf Unterstützung im ganzen internationale» Verband verlustig und»vird der Polizei überiviese». Die Geschäftsinhaber haben eine kleine Vcrmittlungs- gebühr zu bezahlen. Zugleich ist das Umschauen abgeschafft und soll dasselbe als Bettel behandelt»verde».— Im K a n t o» Zug ist au» 2. Juni das neue und erste derartige Gesetz in der Schweiz über die»» e» t g e l t l i ch e 8t e ch t s p s l e g e in krast getreten. Darnach hat jeder Unbemittelte das Stecht, in Prozestsällti»»»»eist- geltliche Anskunst und Siechtsbeistand zu verlange».— Spanien. — Bedrückung der Sozialisten. Ueber die sozialistische Bewegnng in den baskischen Bergiverks-Distrikten Spaniens»vird gemeldet Der mehrfach in Madrider Blättern angekündigte allgemeine Bergarbeiter-AnZstand ist bisher nicht eingetreten, sondern die Grube»- arbeiter der einzelne» Bezirke veranstalteten größere Demonstrationen, die mehrere Tage andauerten, wodurch natürlich auch die Arbeit ebenso lange unterbrochei»»vnrde. Die Ursache ist eine rein politische, da»äinltch drei in Bilbao vo» den Arbeitm» gewählte Mitglieder deS Gemeinderalhes durch ein königliches Dekret ihres Slmlcs für verlustig erklärt wurde»,»veil sie sich offen als Sozialisten bekannt halten.— Madrid, 16. Juli. In Socuellamos, Provinz Ciudad Real, brachen»vegen der Berzehrungjsteuer llnrnheu ans; die Ruhestörer machten einen Angriff auf das RalhhauS uud suchte» dasselbe in Brand zu stecken.— Aus Havaria wird gemeldet: Maximv Gomez erließ eine Proklamatio»,»velche besagt, die Aufständischen»vürde» nicht eher ihre Haltung ändern, als bis Kuba unabhängig sei»»verde. Enstkaitd. London, 15. Juli. Das Unterhaus nahm ohne Abstimmung die dritte Lesung der Bill betreffend die Unsallenlschädigung der Arbeiter an. Norwegen. — Die Einführung der Leichenverbrennung der Regierung zur Annahme»u einpfehle»», beschloß der nonvcgische Odelthing einstimmig gemäß einein vom„norwegischen Verein für Leichenverbrennung" gestellten Antrag. Damit dürfte die saknllative Einführung der Leichenverbrennung in Rorivege» gesichert sein; selbst die Bischöfe haben sich für dieselbe ausgesprochen.— Schweden. — Eine große S t i in n» r e ch t s d e m o n st r a t i o n für den 18. Juli»vird in Stockholm geplant. Dieselbe fällt in die Zeit des skandinavischen Arbeitetkongresses und dürfte daher sehr imposant ausfallen.— Ruhland. — Aus Warschau berichte» polnische Blätter: Nach vorge- »ommener Hausdurchsuchung»vnrden zahlreiche polnische und russische Studenlen verhastet. Petersburg, 16. Juli. Nach einer Depesche der„Vtoivoje Wremja" aus Nikolsskoje vom 1. d, M.(»vegen Beschädigung der Telegrapheuleitnng ist die Meldung verspätet eingetroffen) thut die chinesische Regierung nichts,»»» ihre Unterthanen,»velche die bei»» Bau der chinesischen Ostbahn beschäftigte» rnssischeu Ingenieure und Arbeiter überfallen, im Zaum»>» halte». Es sollen gegen der- artige Borkominnisse energische Maßnahmen getroffen»verde». Petersburg, 16. Juli. Wie die Kronstädter„Wjestnik" erfährt, ist die Frage des Ankaufes einer großen Sch>ffs>verft in Sebastopol durch den russischen Staat i» bejahendem Sinne entschieden»vorde». Infolge dieses Ankaufs erhält die russische Flotte im Schivarze» Meer die Verfügung über drei große und drei kleine Docks soivie über umfangreiche mechanische Werlstätten, sodaß sie ans ihrer neuen Werft selbst große Schiffe zu bauen verinag und alle Ansbefferungen und sonstige Arbeite» ausführe» kann. Afrika. — Zwischen England und Abefsynien dürfte sich ein vielleicht folgenschiverer Wettstreit entivickeln»vegen des Mahdisten-Gebieres. Ein aus Harrar vom Grafen Wittenburg a» den Afrikaforscher Dr. Paubiscbke in Wien gesandtes Schreibe» theilt mit, daß die Schaaken Menelik's in, Westen seines Reiches bis zum Weißen Nil vorgedrungen seien und daß der Negns offenbar die Absicht verfolge, Chart um. die Hanp-lstadt der Derwische, in seine Geivalt zu bringen. Chart»»»» hat für Menelik sehr große Bedeutung, da es ihm, der von» Meere abgeschlossen ist, die Nil- straße eröffnet. England seinerseits bemüht sich infolge dieses Bor- gehens Mcnelik'S sehr, seine Sndan-Expedition schnellDund energisch eii»znleiten. um Charlum früher zu erreichen und einzunehmen. Unter diesen Umständen kann es leicht geschehen, daß es zu Konflikte» zivischen England»nd Abefsynien kommt.— Prätoria, 15. Juli. Der Volksrand beschloß mit I» gegen 9 Stimme», die Negiernng aufzufordern, ei» abgeändertes Gesetz über die Ausiveisung solcher Ausländer, die man als lästig ansieht, vorzulegen. Die Sievision des Gesetzes beziveckt, den obersten Ge- richtsbof alz die einzige Instanz zu bestimmen,, velcher die gericht- liche Entscheidung über evenluelle«»Sweisnngen zustehen soll.— Amerika. A»S BueuoS-RireS»vird den„Timej" vom 15. d. M. gemeldet. Nachrichten anS Uruguay stellte» fest, daß die Aufständischen in einigen Scharmützeln über die RegierungStruppen unter Genera? Munir Vortheile errungen hätten.— Telegramine aus Brasilien be« Haupte», daß die politische Lage in Rio de Janeiro schwieriger ge- ivorden sei infolge offenen Widerstandes gegen die Politik des Präsidenten.—_ Ueber de« Stand der Achtstunden-Keweg««g der englischen Maschinenbauer liegt heute nur wenig Neues vor. Der„Daily Chronicle" zufolge haben die Kesselschmiede Londons i» einer Delegirteuversannnlung gegen die Leitung ihrer Geiverlschast entschiede». Einer öffentlichen Versannnlung soll die Theilnahme an dein Kampfe um den Acht- Nimdentag einpsohlen»verde».— Jntereffant sind die Aeußerungen, die Herr Siemen?, der jetzige Leiter der Londoner Firma Gebrüder Siemens, die an den Aus- fperrnngen hervorragei»d betheiligt ist, eine»» Vertreter der Presse gegenüber machte. Die Frage des Reporters, ob die Unter- nehmer das von den Arbeiter» erlaffene Manisest beamivorten würden, verneinte er. ES handele sich für sie lediglich um die Frage, ob sie selbst oder ihre Arbeiter die Betriebe zu„teilen" hätten. Noch»»ehr zeigt sich der engherzige Standpunkt des ans Deutschland stammende» Unternehmers i» folgenden Worten:„Vor kurzer Zeit sprach eine Deputation des vereinigten Koinitees(der Arbeiter) bei lnir vor. Das erste,»vaS ich die Leute frug,»var, ob sie i» unferein Werke beschäftigt seien,»»ud als sie das verneinten, lehnte ich es ab, init ihnen zu diskuliren." Die bekannte Schneidigkeil! (Wenn»vir recht unlerrichtet sind, ist Herr Siemens Reserve- Lieutenant. D. Red.) Sin», vielleicht kommt»och eimnal die Zeit, ,vo Herr Siemens die Vertrauensmänner der organisirten Ar- beiter selbst aufsucht. Die von den Arbeitern zu gnnsten der Vcr- kürzung der Arbeitszeit sprechenden, in,'Manifest niedergeleglen Gründe läßt nalürlich Herr Siemens nicht gelten. Der„Vossischen Zeitung"»vird ans London»och folgendes mitgelheilt: Die Zahl der Arbeiter, die an den» Ausstand in der Maschmenindnstrie betheiligt sind,»var anfänglich viel zu hoch angegeben»vorde». Bis jetzt sind von der Arbeitssperre oder vom Ausstand betroffen ivorden:»>» London 2S00 Ar- beiter. am Clyde SöllO, in Manchester 2300, in Belfast 860, am Tyne 3000, am Wear 400, in Hull 750, im West-Riding 200, in Leicester 50, in Chelinsford 50, in Slough 30. Es sind in» ganzen 13 750 Mitglieder des Geiverkvereins der Maschineubaner. In den Fabriken,»vo die Arbeit ruht, sind 18 000 000 Lstr. Kapital an- gelegt. Der Nestor der englischen Arbeiterführer, George H o»v e l l, hat, da ja der Streit um die Einführung des Acht- fiundentages sich dreht, gerathe», daß in Werkstätten,»vo die Arbeiter jetzt 54 Stunden die Woche arbeilen, die Arbeitszeit ans 31 Stunde» verringert werden sollte. Wo die Arbeitszeit 53 Stunden beträgt, sollte sie sofort ans 50 Slnnden gebracht »verde». Und das alles unter dem klare» Einverständniß, daß »ach zivei Jahren in allen Maschineniverkstätlen des Landes nur 43 Slnnden die Woche gearbeitet»vird. Die Zivischenzeit»vürde die Arbeiter in den Stand sehen, die Kontrakte zu erledtge», die sie unter dem jetzigen System eingegangen sind. Die Arbeiter würden ihren Ziveck erreichen, ohne dem englischen Lande einen Verlust zuznfiigen. Daß die Arbeiter diesem Ralhe ihrcS alten Führers folgen»vollen, ist sehr»»»»vahrscheinlich. Dem» der Sekretär des Gewerkvereins der Maschinenbauer, Barnes, sagt:„Wir»vollen keine Vcrmittelnng. Davon zu reden ist an der Zeit,»venn die Arbeiter verlieren, aber»vir»verde»» nicht verlieren." GewceKsrsz�ftttifzes. Berlin und Nmgrbuiig. Gegen de»» ArbcitSnachtveiS, der in dieser Woche vo» dem Bunde der Bau-, Maurer- nnd Ztmmermeister eingerichtet ist,»vird seilens der belheiligten Arbeiter»ine lebhafte Agilatioi» entfaltet. Außer den Zimmerer» i» Berlin und Umgegend soivie Charlotten- bürg beschlossen auch die Maurer, de» Ariieitsuachiveis nicht zu beunhen. Wohl nicht mit Unrecht nehmen die Arbeiter a», daß diese Institution von den Unternehmern noch zn gmiz andere» Zwecken als den der Arbeilsvermiltelung geschaffen ist. Die Annahme scheint zntrefseud zu sein, daß man durch diese Einrichtung den 'Arbeitern de» Gebrauch ihrer gesetzlich geivahrleislete» Rechl« verleiden will. Di« Handhabung des NachiveistS ist dem berüchtigte» Bureau der Metallindnstriellen vollständig angepaßt. Das Schivarze- listensystcm hat sich im Vorjahre bereits bemerkbar gemacht und soll un» allgemein zur Einführung gelangen, dainil man diejenigen, die für bessere Arbeitsbedingungen eintreten, genau kennt und sie von den Bnnstätte» fernhalten kann. Der Paragraph 152 der Reichs- gewerbeordnung»var dem Unternehmerthum stets ein Dorn iin Auge. Da er aber nun doch besteht, deshalb versucht man es aus diese Weise, die Ausübung desselben illusorisch zu inachen. Geiviß gcrcchlserligt ist es daher,»venn die Arbeiter eine genieinsame Verivaltimg des Arbeitsnachweises von Arbeitern und Unternehmern fordern, um derartige Machinationen unter dem Deckmantel der Arbeilsvermiltelung»»möglich zu»nache». Die Zimmerer verlangen von ihre» Kameraden, daß sie den Arbeitsnachivcis unter allen Um- ständen»neide», ebenfalls die Maurer, die außerdem ei» Flugblatt auf allen Baute», verbreiten, in»velchein vor der Benntznng des Nachweises gewarnt»vird. Achtung, Ziukgieffcr n»d Stlirzcr! Wegen fortgesetzter Lohnrednktion be» der Firma E. Faltson, Wasserlhorstraße 9, »vare» die Kollegen gezivunge», die Arbeit iiiederzulege». Zuzug ist fern zu halten. Die A g i t a t i o» s- K o in in i s s i o n. Deutsches Reich. Achtung, Graveure»nd Ziseleure! Bei der Firma Kästner in Krefeld a. R. ist dem Dclegtrten zn unserer letzte» Generalversammlung und dem Kasflrer der dortigen Filiale vo» den» belreffenden Prinzipal gekündigt»vorde». Trotzdem dir Betrieb erst in letzter Zeit vergrößert ivorden»var, begründet der betreffende Chef die Kündigung mit schlechtem Gcsckäflsgang, mußte aber doch nachher zugebe», daß den Grund zur Kündigung die Thätigkeit der beiden Kollegen gegeben hat. Wir ersuche» nun die Kollegen allerorts. Stellenangebote auS obiger Werlstelle nicht anzunehmen. Der VerbandSvorstand. I» Brannschweig hat vom 7. bis lO. Juli der Bund deutscher, österreichischer und schiveizerischer Brauergesellen getagt. Der Bund soll,»vie die„Köln. Ztg." berichtet, im letzten Jahre eine günstige Entivicklung genommen»»d mit Erfolg„gegen das Eindringe» sozial- demokratischer Bestrebungen" gearbeitet haben. Die Mitgliederzahl ist von 2000 auf 3000 angeivachsen. Der ans den» Boden der moderne,» Arbeilerbe>vegllng stehende Vorband deutscher Branereiarbeiter hat unseres Wissens etwa 3000 Mitglieder. In Delmenhorst befinden sich jetzt 2l0 Feinspinner»nd 225 Weber im Ausstand. Gegen 300 Hilfsarbeiter niüffcn infolge deffe» ebenfalls feiern.— I» der Wollkämmerei sino es 1500 Personen, die im Ausstand sich befinden oder sonst seier» müssen. In Mciffen-Cölln hat der Ausstand in der H a n p t' s ch e n O f e n f a b r i k nach dreiivöchentlicher Dauer mit einem vollständige,» Siege der Arbeiter geendet. In einer öffentliche» TLpfervcrsau»»- lnng von» Montag»vurde die Wicderanfiiahme der Arbeit beschlossen. iiachden» Herr Haupt durch schriftlich abgegebene Erklärung sämnit- liche gestellte» Forderungen bewilligte. Errungen»vnrde ei»« 10- bis 30proz«ntige Lohnerhöhung auf bej anders schwere Muster nnd Be- seitigung verschiedener Mißstände. Herr Haupt, der anfangs des Streiks verkündete, daß er denselben ein halbes Jahr anSdalte. »vurde durch daS feste Znsamnienstehen der AuSsländigen eines anderen belehrt. Da sich trotz der größte» Bemühnnge» keine Slreik» brecher fanden, mußte er wohl oder übel nachgeben. In der Fabrik mechanischer Musik, verke von Adler in Leipzig-GohliS sind Differenzen ausgebrochen. Die Arbeiter ver. »veigern die Uirterzeichnnng einer neuen Arbeitsordnung. Die Maffregclnng der zwei Ai»sschußi»itglieder des G e>v e r k- veretnS der ckristlichenBergarbetter durch die Zechen- Verwaltung der Zeche Osterfeld(Wests.) kann leicht die Ursache werde» zu einein Ausstand. Am nächsten Sonntag wird die 2000 Mann zählende Belegschaft, die fast alle Mitglied der Gewerk- schaft sind, dazu Stellung nehmen, sie verlangt die Wiedereinstellung ihrer Kameraden. I» Bochum haben von den 116 organisirten Zimmerern — 164 sind überhaupt am Ort— bis jetzt 74 ihren Meistern ge« kündigt. Es wird ein Mindestlohn von 42 Pf. verlangt. Siimmtliche Forderungen der städtische» Gasarbeiter in Mannheim sind nach nochmaliger Unterhandlung mit der Stadt- behörde bewilligt worden. Zum Töpfcrstreik in München wird uns aus dem Verbands- bureau der Töpfer geschrieben: In der gestern abgehaltenen öffent- lichen Versammlung, welcher Unterhandlungen mit der Innung vorausgegangen waren, wurde, nachdem über die gestellten Lohn. forderungeu eine Einigung bereits erzielt war, nochmals über den neunstündigen Arbeitstag verhandelt. Die Innung hatte vordem 3 Vj Stunden bewilligt. An dieser Versammlung nahmen die Streikenden, diejenigen. die während des Streiks weiter gearbeitet hatten und auch die Mitglieder der katho- lischen Hafnerorganisation theil und beschlossen e i n st i m m i g, an dem neunstündigen Arbeitstage festzuhalten. Achtzehn anwesende Meister erklärten darauf, daß der Neunstundentag nunmehr auch von ihnen angenommen werden würde. Die Innung hatte übrigens schon vorher beschlossen, dem Resultat dieser Versammlung beizutreten und wird dies voraussichtlich nun cndgiltig thim. Ausland. Gegen tausend Ohstpfliickcr und-Pflnckerinnen haben bei Trieft wegen verweigerter Lohnausbesserung die Arbeit eingestellt. Bei der schweizerischen Nordostbahn sind endlich mit 1. Juli die Lohnerhöhungen für das Personal in kraft getrete». Die zu leistenden Nackizahlungen betragen IIS 104 Fr., mit deren Entrichtung bereits begonnen wurde. DaS internationale Bnchdrnckersekretariat in Bern hat zur Unterstütznug der streitenden Buchdrucker in Italien im ersten Quartal zirka 17 000 Fr. eingenommen und davon bis Ende März IS 000 Fr. ihrem Zwecke zugeführt. Dem internationalen Verbände ist auch der serbische Typographen- Verein beigetreten. Zur AnSspcrrnng der Maschinenarbeiter in Dänemark. Die Aussperrung der F o r m e r hat nun in umfangreichem Maß- stabe stattgefunden. In Kopenhagen sind nicht weniger als zweihundert Former entlassen und in der Provinz beträgt die Zahl bereits dreihundert, und täglich folge» noch weitere Entlassungen. Von mehreren Fabrikanten sind den Formern Kontrakte vorgelegt, in denen sie sich verpflichten sollen, die Maschinenarbeiler nicht zu unterstützen. Die Zumnthung ist aber überall mit Protest zurückgewiesen worden. Im belgischen Streikgcbiet ist die Situation noch ganz die gleiche. Die„Köln. Ztg." läßt sich zwar aus Brüssel unterm IS. d. M. drahten, daß nur noch IS 000 streikten und daß auch diese längst arbeiten würden, wenn die„Sozialistenführer" nicht dagegen wäre». Demgegenüber stellen die soeben eingetroffenen Brüsseler Blätter„Le Penple" und die bürgerlich radikale„Reform" vom 16. Juli übereinstimmend fest, daß die paar hundert Bergleute, welche vor einigen Tagen angefahren waren, jetzt wieder mitstreike», sodaß die Zahl der Äusständischen nach wie vor 20 000 beträgt. Die Unter- nehmer lehnen jede Unterhandlung ab; selbst der Sitzung des Gewerbe- und Jndustrieraths waren sie fern geblieben. Ein Streik der Tclcgraphiste» droht in London anszu- brechen. Diese Kategorie der Postbeamten ist bei der letzten all- gemeinen Aufbesserung nach ihrer Meinung zu wenig bedacht worden. Sie fordern nun ebenfalls Lohnerhöhung. Mttkevneszmev-Vevbiittde. Ein nencö Znckersyndikat hat sich in Belgien konstitnirt. ES beabsichtigt in der Türkei große Ländereien anzukaufen, um darauf den Zuckerrübenbau zu betreiben. Herr G i l l e k c» s, Professor der Landwirthschafllichen Hochschule in G e m b l o u x de- findet sich seit einiger Zeit in K o n st a n t i n o p e l, um den Boden der Umgebung zu untersuchen. Blcchkavtell in Teutschland. Die bedeutendsten deutschen Etablissements haben sich zu einem Verband veutscher Grobblech- Walzwerke vereinigt und vom 1. Juli ab de» Verkauf sämmtlicher auf ihren Werken hergestellten Bleche ans Schweißeise» und Flnß- eise» jeder Art in den Stärken von S— 40 Millimeter, und zwar sowohl in unbearbeitetem wie in bearbeitetem Zustande, als Kessel- bleche aller Art, inklusive Boden-, Lokomotiv- und Tenderbleche, Konstruktions-, Behälter- und Schiffsbleche, der von ihnen neu er- richteten Agentur deutscher Grobblech-Walzwerke. Gesellschaft mit beschränkter Hastung, zu Esse» übertragen. Die Agentur hat ihre» Eitz in Essen. Eine Ziveignicdcrlassung ist ist Berlin errichtet, und »ine weitere wird demnächst in Saarbrücken gebildet werden. Soziales. Krankenkaffenivesen. Das Reichskanzleramt macht bekannt, daß auf grund des§ 75 a des Krankenversicherungsgesetzes folgenden Kraukenkassen: I. der Unlerstützungskasse in Krankheilssälle». ge- nannt„der treue Beistand von 1666" in Altona(E. H.), 2. der Hamburg-Altonaer Arbeiter-Krankenkasse(E. H.) in Altona, von neuem die Bescheinigung ertheilt worden ist, daß sie. vorbehaltlich der Höhe des 5ira»kengeldes, den Anforderungen des§ 7S des Kraukenversicherungsgesetzes genügen. lieber die gewerbliche Beschäftigung von Schnlkinder» in M ü h l h a u s e n machte Rektor R ä t h I i n g- Mühlhausen ans der zu Großengottcrn stattgehabten Gauversammlung der„Lehrer- vereine an der oberen Unstrut" recht bcmerkenswcrthe Mittheilunge». Mühlhause» hat lebhafte Industrie, welche viele Kinder beschäftigt. I» der Metallindustrie arbeiten nur 2 Kinder. Dieselben verfertigen Sicherheitsnadeln. In der Hausindustrie sind gewerblich beschäftigt 123 Knaben und 106 Mädchen, Aufwartedienste verrichten 101 Knabe» und 116 Mädchen. Die Schule zählt 1630 Kinder. Von diese» entfallen auf die 6. Klaffe 330 Schüler, sodaß unter IS00 Kindern 448= 29 pCt. Lohnarbeiter sind. Die S. Klosse weist bereits 33 Kinder auf— 10 pCt., die in der Hausindustrie beschäftigt sind; die 4. Klasse 67 Kinder— 21 pCt., die 3. Klasse 63 Kinder— 26 pCt., die 2. Klasse 123 Kinder— 36'/- pCt., die 1. Klasse 120 Kinder— 59 pCt. Die Wirkungen der gewerbliche» Arbeit aus die Entwtckelnng der Kinder spiegeln folgende Angaben wieder: 126 sind einmal, 95 mehrere Male sitzen geblieben; das sind 49 pCt. aller arbeitenden Kinder. 40 pCt. sind beinahe blödsinnig, bei 27 beklage» sich die Lehrer über Stumpfsinn. Am meiste» geschädigt werden die Kleinen der v. Klasse. In der Industrie beschäftigt sind in der v. Klasse keine, in der 4. Klasse 42, in der 3. Klasse 46, in der 2. Klaffe SO, in der 1. Klaffe 42 Kinder. 58 Kinder arbeiten vor der Schule, 155 über Mittag, 296 nachmittags, 199 über Mittag und nach der Schule. Vor, zwischen und»ach der Schule arbeilen 9 Kinder, täglich bis 8 Uhr arbeiten 42 Kinder, nach 10 Uhr abends noch 13 Kegeljunae», 3 arbeiten bis 12 Uhr nachts und darüber, so einer als Kelluer Eonnabend, Sonntag und Montag. Eine erhebliche Zunahme der Franen- nnd Kinderarbeit in Deutschland im Jahre 1896 gegenüber dem Borjahre läßt sich schon jetzt, trotzdem noch nicht alle Staaten ihre Gewerbe-Juspektions- berichte herausgegeben habe», konstatiren. Nach den bisher er- schienen Berichten der 7 größten Bundesstaaten stellt die„Soz. Praxis" darüber folgendes fest: In den Fabriken und diesen gleichstehenden Aulagen von Preußen, Sachsen. Bayern, Württemberg, Bade», Hessen und Elsaß-Lothringen waren beschäftigt erwachsene Arbeite- rinnen im Jahre 1395: 609 711 gegen 641 702 im Jahre 1696. Auch die Beschäftigung jugendlicher Arbeiter von 1ä--16 Jahren ist in denselben Staaten eine weit größere geworden, nämlich 213 443 gegen 193 323. Und endlich die kindlichen Arbeiter unter 14 Jahren sind von 4178 im Jahre 1695 auf 5154 im Jahre 1396 gestiegen. Verantwortlicher Redakteur: August Jacobcy in Berlin. Für Der Wandsbecker Dolizeichef. Stadtrath Schorn, wegen vorsätzlicher körperlicher Mißhandlung und thätlicher Beleidigung auf der Anklagebank. Altona, den 16. Juli 1397. Ein Aufsehen erregender Prozeß gelangt am Sonnabend vor der ersten Ferien-Strafkammer des hiesigen kgl. Landgerichts zur Ver- Handlung. Der 23jährige Posthilfsbote Bollstedt in Wandsbeck hatte eines Tages in angeheitertem Zustande zwei Personen auf öffentlicher Straße mißhandelt. Die Mißhandelten stellten gegen den jungen Mann Strafantrag. Aus diesem Anlaß berief der Chef der Waudsbecker Polizei, Stadlralh Schow, den Bollstedt auf sein Amtszimmer und machte ihm ernst- liche Vorhaltungen. Da Bollstedt seine That zu bereuen schien, so gab Schow ihm den Rath, die Mißhandelte» um Verzeihung zu bitten und diese zu veranlasse», die Strafanträge zurückzuziehen mit dem Bemerken, daß dies jedenfalls auf das Strafmaß von Einfluß sein würde. Bollstedt versprach, diesem Ralhe Folge zu leisten. Einige Tage darauf, am I. Mai d. I., bestellte Schow den Bollstedt in seine Privalwohnnng. Bollstedt erschien auch zur fest- gesetzten Zeit. Er wurde von Schow mit den Worten empfangen: „Sag' mal, Freundchen, Du stehst jetzt auf dem Scheidewege, was willst Du für ein Mensch werden? Weißt Du, was Du verdient hast. Du Schlingel, Du Schweinigel? Eine gehörige Tracht Prügel, und die sollst Du auch haben." Darauf befahl Schow dem Bollstedt, seine Hosen herunterzuziehen und sich über die Sophalehne zu legen. Der junge Posthilfsbote kam dieser Aufforderung auch anstandslos nach. Nunmehr ergriff Schow eine söge- nannte Klopfpeitsche, wie sie beim Militär zum Reinigen der Mon- tirungsstücke benutzt wird, und versetzte damit dem jungen Man» sieben kräftige Hiebe ans den entblößten hintere» Körpertheil. Alsdann entließ Schow den jungen Mann mit den Worten:„Das bleibt aber unter uns." Allein dem jungen Posthilfsboten war der hinlere Körper- theil infolge der erhaltenen Schläge dick angeschwollen. Dicke, mit Blut unterlaufene Striemen gaben Zeugniß von der erhaltenen Züchtigung. Der junge Man» litt fürchterliche Schmerzen, so daß, zumal er vollständig am Sitzen verhindert war, er sich in ärztliche Behandlung begeben mußte. Dadurch gelangte der Vorgang zur öffentlichen Kenntniß. Inzwischen fand eine von mehr denn zwei- lausend Personen besuchte Bürgerversammlung in Wandsbeck statt. Nach einem Referat des Stadlverordneten Berun faßte die Versamm- lung eine längere Resolution, in der das Vorgehen des Polizeichess„als ein, weil unmoralisch und ungesetzlich, zurückzuweisender Akt der Polizei- Willkür" gekennzeichnet»nd von der zuständigen Stelle Genug- thuung verlangt ivird für das die ganze Bürgerschaft beleidigende Ausschreitungsverfahren.„Die Genngthunng erblickt die Bürger- schuft zunächst darin, daß der Sladtrath»nd Polizeichef Schow unverzüglich vom Dienst snspendirt und daß»ach Feststellung der gegen ihn erhobenen Anschuldigungen das Strafverfahren eingeleitet wird." Diese Erklärung, welche an den Magistrat, das Landralhs- amt, den Regierungspräsidenten und den Minister des Innern gesandt wurde, hatte zur Folge, daß Schow vom Amte snspendirt und das Disziplinarverfahren gegen diesen eingeleitet wurde. Stadlralh Schow soll Hein ihn vernehmende» Rcgierungs- kommissar bemerkt haben: Er habe schon mehrfach junge Leute, die sich vergangen hatten, mit deren Z u st i m in u n g in ähnlicher Weise körperlich gezüchtigt; er erblicke darin das wirksamste Mittel, um junge Leute auf de» rechten Weg zurückzuführen— ein Vorgehen, das ihm schon manchen Dank eingebracht habe; er besitze sogar 13 Dankschreiben voll Eltern resp. Vormündern. Aus demselben Beiveggrunde habe er auch dem Bollstedt einen „fühlbaren Denkzettel" gegeben. nachdem er sich zuvor seiner Einwilligung versichert hatte. Bollstedt habe ihm auch lvährend der Züchtigung Besserung gelobt. Nach geschehener Prozedur habe Bollstedt ihm die Hand gedrückt und für die euipfaugenen Schläge gedankt.— Allein Bollstedt soll dies unter seinem Eide bestritten und behauptet haben: er sei durch das Auf- trete» des Stadlralhs derartig bestürzt gewesen, daß er die Miß- Handlung ivillenlos über sich habe ergehe» lassen. Infolge eines gestellten Strafantragcs hat die Staatsanwallschasl gegen den Polizeiches Anklage wegen körperlicher Mißhandlung und thätlicher Beleidigung erhoben._ Gcvirljfs-Äeikung. In einer öffentlichen Volksversammlung hatte der Arbeiter B. Drnckschrisle» verlheilt, worin zum Abonnement auf den „Vorwärts" aufgefordert wurde. Hierin erblickte die Anklage- behörde einen Verstoß gegen Z 10 des preußischen Prebgesetzcs vom Jahre 1851, wonach verboten wird, an„öffentlichen Orten" Druck- schristen ohne polizeiliche Erlaubniß zu vcrlheilcn. Das Schöffen- gericht hatte den Angeklagte» auch für schuldig befunden und ihn zu einer Geldstrafe von 30M.verurtheilt. In der gestrige» Berufungsinstanz vor der achten Strafkammer des Landgerichts I focht der Ver- theidiger. Rechtsanwalt Dr. Hugo Sonnenseld, das erste Urtheil als unzutreffend an. Er wies darauf hin, daß die angeführte Be- slimntung seit dem Jahre 1886 wieder aufgehoben worden sei. Aus'Aulrag des Abgeordneten Engen Richter sei das Ver- theilen von Druckschriften in Wirthshäusern völlig freigegeben »nd dies im Z 143 der Reichs- Geiverbe- Ordnung zum Aus- druck gebracht worden. Er könne sich daher nicht mit einer einfachen Freisprechung begnügen, sondern beantrage, daß auch die Kosten der Bertheidigung der Staalskasso aussrlegt würden, den» es handle sich hier um eine reine Rechtsfrage und es könne dem An- geklagten nicht zugemuthet werden, ohne einen Berlheidiger zum Termine zu erscheinen.— Ter Gerichtshof trat diese» Ztussührungen bei und erkannte im vollen Ilmsange»ach dem Antrage des Ber- lheidigers. Tie Novelle z»r Gewerbe-Ordnnng, die am 1. Januar 1897 in kraft getreten ist, knüpft bekanulltch die Erwerbung des Wan berge werbescheinS an viel schroffere Bedingungen, als wie bisher. In den interessirten Kreise» ist vielfach die Meinung vertreten, diese neuen Bedingungen kämen noch nicht zur An- Wendung bei den Gesuchen um Ertheilung des Wander- gewerbescheius für 1697, die im Jahre 1396, also vor dem Inkrafttreten der Novelle eingereicht wurde». Das Oberver- waltuugsgericht hat hierüber tzunmehr in verschiedeneu Fällen zu Ungunsten der betreffenden Kläger entschieden. Für die Frage der Anwendung sei entscheidend, für welche Zeit der Schein nachgesucht werde. Falle diese innerhalb des Geltuugs- bereiches des neuen Gesetzes, dann seieil die neue» Bestimmungen maßgebend. Weil er über sein steuerpflichtiges Einkommen vier Jahre hintereinander Thatsachen verschwiege» hatte, die für die Berechnung der Steuer wesentlich ivareu, war der Koch P., Küchenchef in einem der größte» hiesige» HotelS, in zwei Instanzen zu 536 M. Strafe verurtheilt worden. Wege» des ebenfalls von der Anklage in- kriminirten UmstandeS, daß P. eine ihm einmal zugebilligte Tanliöme von 2000 M. nicht als Einkommen angegeben halte, war aber vom Vorderrichter unter der Ausführung auf Freisprechung erkannt worden, daß diese Tantieme nicht einen scslsteheuden An- spruch des Angeklagten gebildet, sonder» nur vom Belieben des Holeldirektoriums abgehangen habe und also auch nicht als zu ver- steuernde Einnahme hätte aufgeführt zu werden brauchen. Auf die Revision der Staatsanwaltschaft, der sich die Direktion der Ver- wallung der direkten Steuern zu Berlin mit Genehmigung des Kammergerichts als Nebenklägerin angeschlossen und namentlich die letzterwähnte RechtSanschanung des Vorderrichters gerügt hatte, erkannte am Donnerstag der Ferienstrassenat des Kannnergerichts im Sinne der Revision auf Aufhebung der Vorentscheidung und Zurückverweisung der Sache in die Vorinstanz zum Zwecke ander- weiter Feststellung und Entscheidung. Unter der Anklage der versuchten Erpressung stand gestern der Kaufmann Max Ed müller vor der dritten Ferien-Stras- kammer deS Landgerichts I. Eine englische Firma, welche Vaseline und die daraus hergestellten Erzeugnisse vertreibt, besitzt hier eine Eiliale. Die letztere beschäftigt eine ganze Anzahl Reisende. Der nr lbing wohnhafte Angeklagte bewarb sich um einen solche« Posten und erhielt von dem Vorsteher der Filiale die Antwort, daß tüchtige Leute jederzeit angengmmen würden. Die Bewerber hätten aber zuvor einen 5» bis 6tägigen Kursus in der Filiale durchzumachen, um den Artikel, seine Eigen- schasten u. s. w. kennen zu lernen. Nach Beendigung des Kursus habe der Bewerber sich einer Prüfung zu unterwerfen, bestehe er die« selbe, werde er unter den üblichen Bedingungen angenommen. Dem Angeklagten wurde auf seinen Wunsch eine Entschädigung von 10 M. als Theilbetrag für die Reisekosten gewährt. Er kam nach Berlin und wohnte dem Kursus bei. Beim Examen lautete das Zeugniß „ungenügend", der Bewerber mußte wieder abreisen. Er sandte dann von seiner Heimath aus ei» Schreiben an den Vorsteher der Filiale, worin er Anspruch auf völligen Ersatz seiner sich auf 34 M. bemessenden Unkosten erhob. Er knüpfte daran die Drohung, daß er im Falle einer Weigerung sich an den Troguisten-Verband wende» und in der Fachpreffe veröffentlichen würde, in welcher Weise die Firma die Apotheker vor den Droguisten bei Geschäftsabschlüssen be- vorzuge. Der Gerichtshof war mit dem Staatsanwälte der Ansicht, daß in dem Verhalten des Angeklagten die Thatbestandsmerkmale der versuchte» Erpressung erfüllt seien, es wurde nach dem Antrage auf eine Gesäugnißstrafe von 10 Tagen erkannt. Wegen Mißhandlung eines Knechtes hatte sich der Inspektor Karl Graser zu Fröschroggcn vor dem Schöffengericht i» Winzig (Schlesien) zu verantworten. Er machte am II. Mai dem Futter- man» Unverricht schwere Vorwürfe, daß der Stall nicht in der an- gegebene» Weise in Ordnung gebracht, und schimpfte andauernd, obgleich der Mann darlegte, daß er mehrmals mit ins Feld mußte und garnicht Zeit hatte, den Stall zu säubern. Schließlich wurde dem Inspektor noch der Widerspruch gegen seine beleidigenden Aeußerungen lästig und er schlug mit seinem Wirlhschafts- stock(der allerdings angebrochen gewesen sein soll) auf den fast sechzigjährigen Arbeiter ein, bis der dicke Stock zerbrach und das Blut au dem Mann herunterströmte. Unverricht ist infolge dessen acht Tage krank gewesen und behaupte� daß er seitdem etwas schiverhörig geworden. Der saubere Inspektor ist wegen Körper- Verletzung schon dreimal mit kleineu Geldstrafen' belegt worden; auch diesmal wurde auf eine solche erkannt und zwar in Höhe von 200 M. event. drei Wochen Gefängmß. Ten durch Ausspritzen von Feuerfunken aus den fahrenden Lokomotiven entstehenden Waldbränden scheint man jetzt mit dem Feld- und Forftpolizeigesetz entgegentreten zu wollen. So erhielten vor kurzem zwei Lokomotivführer der Nordbahn, aus deren Lokomo- tive» Feuersunken in den umgebenden Wald übergesprungen sein solle», Strafmandate wegen Uebcrlretung des§ 44, 2 des genannten Gesetzes. Diese Bestimmung lautet:„Mit Geldstrafe oder Hast wird bestraft, wer im Walde brennende oder glimmende Gegenstände fallen läßt, fortwirft oder unvorsichtig Hand- habt." Die in Strafe genommenen Lokomotivführer haben richtcr- liche Entscheidung beantragt und sind vor das Schöffengericht zu Oranienburg gelade», vor welchem sie der Syndikus des Vereins der Berliner Lokomotivführer, Schriftsteller Fränkel, der als Ver- theidiger zugelassen ist, vertreten wird. In den Kreisen der Lokomotivbeamten sieht man der gerichtlichen Entscheidung mit er» klärlichem Interesse entgegen. Depefrszen und letzte Mnrheichten. Kölu, 16. Juli.(B. H.) Die„Köln. Ztg." bezeichnet die Wiesbadener Rede des Professors Reinhold als eine bedeutsame Kundgebung an die leitenden Kreise, die der Stimmung der Nation einen machtvolle» Ausdruck verleihe. Hoffentlich werde das Wort dieses Patrioten zur Selbstbesinnung ein- laden. Die Sache des Bürgerthums sei es. bei den nächste» Wahlen in den Parlamenten einen ehernen Wall gegen die wirthschastliche und politische Reaktion aufzurichten und von den Volksvertretungen aus die Grundlagen für eine ruhige und stelige Politik zu schaffen. Manche Vorbedingungen dazu seien bereits vorhanden: Da das deutsche Volk sich nicht mehr der Vorsehung einer über- legencn Führung erfreue, sei es genöthigt, seine politische Reife zu beweise», indem es Parlamenie wählt, zu deren Einsicht und Be- solineuheit der Bürger Vertrauen habe. Frankfurt a. M., 16. Juli.(B. H.) Der„Frankfurter Ztg." wird aus Homburg v. d. H. gemeldet: Ei» Bermächtniß von 170 000 Frks. hat Herr Eduard del Castillo aus Havana, zur Zeit in Nizza wohnhaft, der hiesigen Stadl»ach seinem Tode zugesichert. Die Zinsen kommen zur Hälfte an das Versorgungshaus, die andere Hälfte soll zur Unterstützung verschämter Armer Homburgs Ver» wendung finden. Wie», 16. Juli.(B. H.) Das Ministerium deS Innern entzog der in Dresden erscheinenden„Deutschen Wacht" den Postdebit für ganz Oesterreich. Wenge»(Berner Oberland), 16. Juli.(W. T. B.) Am 9. d. M. entfernte sich ein norddeutscher Kurgast, angeblich Philipp Graser aus Berlin, aus seinem Peusiouslogis aus der Wengernalp, um, wie er sayte, nach Mürren oder»ach Griudelivald z» gehen. Derselbe ist bisher»»cht zurückgekehrt und konnte auch trotz aller Nachforschungen noch nicht ausgefunden werden. Man vermuthet, daß ihm ein Unglück zu» gestoßen sei. PariS, 16. Juli.(W. T. B.) Die Deputirtenkammer berieth die Gesetzesvorlage über die direkten Steuer», welche nach dem Vor- schlage der Regierung, Steuerermäßigungen im Betrage von 25 Mill. Franks festsehl. Cavaiguac verlheidigt seinen Gegenentwurf, welcher die Einführung einer Einkommcnslcuer erstrebt. Finanzminister Cochery wies aus die Schwierigkeit bei der Durchführung des Gegen- entivnrfs Cavaiguacs hin und erklärte das System für undurchführbar. Cochery bat schließlich, für die Regierungsvorlage zu stimmen.(Beifall) Ministerpräsident Meline bekämpfte die progressive Einkommensteuer, erklärte, die Einführung derselben stehe im Gegensatz zur Politik des Kabinets und stellte die Vertrauens- frage.(Lebhafter Beifall.) Hieraus wurde der Gcgeneutwurf Cavaignac's mit 232 gegen 249 Stimmen abgelehnt. London, 16. Juli.(W. T. B.) Das«Reuter'sche Bureau" meldet aus Peking vom gestrige» Tage, daß dort, im Gegensatz zn der offiziellen Erklärung Hanotaux im französischen Ministerralh vom 19. Juni, behauptet werde, es sei keinerlei Ueberein- komme» unterzeichnet worden, welches Frankreich in der Provinz Jüuiian Vergünstigungen für den Eiseubahnban und den Bergivcrksbetrieb einräume. Der französische Ge- sandte habe einen augebliche» Verlrag vorgelegt, der in Paris von dem chinesischen Gesandten»nd dem Minister des Auswärtigen Hanotaux unterzeichnet sei. Das Tschung- li- Namen bestreit« die Giltigkeit des Dokuments und habe gedroht, den chinesischen Gesandten von Paris abzuberufen, fall? er dasselbe unterzeichnet haben sollte. Das Tschnng-li-Namen habe versprochen, Frankreichs Mitwirkung in Anspruch nehmen zn'vollen, sobald die chinesische Regierung in der Provinz Jünnan Bauten vornehmen lasse. Stoekholm, 16. Juli.(W. T. B.) Der Finanzmiuister Wersäll hat heule seine Entlassung genommen; er wird in seinem Amt« durch den bisherige» Expeditionschef im Finanzministerium Grase» Hans Hansson Wachtmeister ersetzt werden. Tromsö, 16. Juli.(W. T. B.) Der Dampfer„Svensksund", welcher heute Nachmittag von Spitzberge» zurückgekehrt ist, meldet, daß Andres am Sonntag Nachmittag 2'/s Uhr unter günstige» Ver- hältniffe» aufgestiegen ist. Es wehte eine gute Brise. Petersburg, 16. Juli.(B. H.) In TscheljapinSk ging ein« AnSwandercrbaracke, in welcher sich 300 Personen befanden, voll» ständig i» Flamme» auf. Sechs Auswanderer kamen ums Lebe». Belgrad, 15. Juli.(W. T. B.) Die Skupschtina hat de» Handelsvertrag mit Bulgarien angenommen. Sofia, 16. Juli.(W. T. B.) Der russisch-bulgarische Handels, vertrag ist am 14. d. M. unterzeichnet worden. den Jnserateutheil verantwortlich:?h. Glocke in Berlin. Druck und Verlag von Max Babing in Berlin. Hierzu I Beilage. Hr. 164. 14. M'm Krilißt des Jotroitls" Kniim KMlM.-->«'»> n?«»• VAvkoigeno�en! Uvbeikev: Im Herbst d. I. finden die ErgSnzmigswahlen für die Stadt- verordneten-Versammlung statt. Wahlberechtigt ist nach ß 6 der Städte-Ordnung jeder in die Wähler- listen eingetragene selbständige Einwohner, der seit einem Jahre keine Arnien-Unter- stützung auS öffentlichen Mitteln empfangen hat und mindestens zur zweiten Stenerstufe(660 biß 960 M. Einkommmen) eingeschätzt ist. Tie Liste der stimmfähigen Biirger wird vom IS. biS ZI. Juli d. I. täglich von 9— Z Nhr im städtischen Wahl- bureau, Poststr. 16, S Tr., z» jedermanns Einsicht anstiege». Einwendnilgen gegen die Richtigkeit der Liste können nnr während dieser Zeit schriftlich beim Magistrat erhoben werden. Nebcr die Berechtigung der gegen die Richtigkeit der Liste» erhobenen Einsprüche entscheidet die Stadtvcrord- «eten-Bersammlung. Zu einem für die Sozialdemokratie erfolgreichen Ausfall des bevorstehende» Kommnnal-Wahlkampfes ist es nothwendig, daß jeder stimmberechtigte Parteigenosse und Arbeiter sich durch Einsichtnahme in die Listen vergewissert, daß er sein Wahlrecht ausüben kann. Wir mahnen daher dringend zur genauesten Kontrolle der Wähler- listen. Bei der Ausübung dieser Kontrolle wird es sich empfehlen, sdie letzte Sleuerqnittnng mit zur Stelle zu nehmen, um, sollte die Ein- tragung versäumt sein, sofort die Nachtragnng in die Liste beantragen zu können. Möge niemand verabsäumen, dieser Pflicht nachzukommen, damit er im stände ist, sein Wahl- recht auszuüben. Hin den Parteigenossen, die keine genügende Zeit zur Einsich, nähme i» die Wählerlisten übrig habe», die Sache zu erleichter», haben sich folgende Parteigenossen bereit erklärt, Meldungen ent- gegenznnehmen, um dann für diese die Einsicht in die Wählerlisten zu besorgen: I. Wahlkreis. E. Büttner, Charlottenstr. 82. W Wallhauer, Kronen. firaßc 72. C. W o l d t, Kanonierstr. 7. P r e u ß, Neue Friedrich- straße 29. Mörschel, Jüdenstr. 66. H. B ä r t n e r, Molken- straße 12. Carl Büttner, Charlottenstr. 24, Hof IV. II. Wahlkreis. Klein ert, Zeitungsspediteur, Dennewitzstr. IS. Fall er, Schankwirlh, Pallasstr. 16. A n t r i ck, Cigarrengeschäft, Steinmetzstr. 69. Werner, Schankwirth, Biilowstr. 69� K i tz i n g, Belle-Alliancestr. 174. G r u b e, Mariendorferstraße, Ecke Solmsftraße. Lüdtke, Zossenerstr. 19. Jmhof, Mitten- walderstr. 16. R ei ch e l t, Hasenhaide 46— 47. Paul Müller Gräfestr. 31. S ch o n h e i m, Gräfestc. 8. Ewald. Schönlein- straße 6. III. Wahlkreis. Wilh. Börner, Ritlerstr. IS. Flick, Simeonstr. 23. Pönitz, Brandenbnrgstr. V4. Götte, Brandenburgstr. 18. W ö r n e r, Kurassterstr. 19». T e r g e r. Sebastianstr. 72. L i o n z, Alte Jakobstr. 69. Li er. Alte Jakobstr. 119. IV. Wahlkreis(Osten). O. F r a n k e, Friedrichsbergerstr. 11. H. Baum garten, Königs- bergerstraße 7. O. Z a b e l, Frankfurter Allee 99. W. S p ä t h. Weinstr. 28. A. V o g e l, Elbingerstr. 9. P. Kobus, Rigaer straße 127. IV. Wahlkreis,(Süd-Oft). Bieberstein, Lansitzer Platz 12». D i e r b e r g, Forster- straße 17. Golz, Grünanerstr. 8. Eeidler, Ratiborstr. 16. Streit, Naunynstr. 36. Scholz, Wrangelstr. 27. Tesche, Wrangelstr. S3. Mertens, Cuvrystr. öS. Thiele, Zeilungs- spedition, Skalitzerstr. 33. VI. W a h l k r e i S. Lietzke, Schwedterstr. 33. Emil Schmidt, Treskow- straße 24. A u g u st i n, Kastanieu-Allee 11. Rieb, Schliemann- straße 48, Laben. Eröbler, Franseckistr. 12, Laden. R a m l o w, Schönhauser Allee ISS. MarS, Kastanien-Allee SS/S6, Pinn er, Zigarrengeschäft, Treskowsir. 32. Nicke, Zigarrengeschäft, Saar- brückerstr. 7, part. Karl Fischer, Beusselstr. 9, Hof geradezu. Georg Neuser, Beusselstr. 24. P a n l G r u ß, Beusselstr. 45. Otto Fischer, Beusselstr. 66. Joh. Döring, Thurmstr. 72. Robert Kern, Stromstr. 47. Joh. P f a r r, Puttlitzstr. 19. Max Faber, Slephanstr. 11. Gustav Köhler, Calvin- straße II._ Monnttunales. Die BeckerS'schen Eheleute haben die Etadtgemeinde Berlin zu ihren Erbe» eingesetzt. Nach Aufstellung des Inventars ergiebt sich für die Stadtgemeinde nach Abzug einiger im Testamente fest- gesetzten Legate die Summe von 739 090 M. Letztere soll nach testamentarischer Bestimmung zur Errichtung eines Asyls für arme Blinde Verwendung finde». Zur Annahme dieses Legats wird der Magistrat nach Zustimmung der Stadtverordneten-Ber- sammlung die kaiserliche Genehmigung nachsuchen. TaS Magistratskollcginm hat beschlossen, der hiesigen Schütze»gilde zur isvjahrigen Feier der Wiedererlangung ihrer Privilegien eine Ehrengabe zu verleihen. Kann die Feier zur Wiedererlangung der Privilegien nicht ohne das Hineinlangen in den Sladtsäckel statlfittden? Uokales. Die Mitglieder der Lokalkommifsion werden ersucht, bis zum 29. Juli sänuntliche A e» d e r il n g e n der Lokalliste in ihren Orten an Unterzeichneten einzusenden. Es sei darauf hingewiesen, daß n u r Lokale mit B e r s a»i m l u n g s s ä l« n in der Liste aus- geführt werden. Die Arbeiterpress« der Provinz Brandenburg wird um Bekannt- gäbe gebeten. Die Lokalkonimission. I. A.: Oskar Mahle, Berlin S., Prinzenstr. 8, Efl. I. Die„Freie Volksbühne" feiert am Sonntag, den 18. Juli, in Weißensee ihr erstes Sommerfest nach der Neiigründnng des Vereins. Es ist seitens des Vorstandes und der Ordiierkommission Sorge getragen, dieses Sominerfest zu einem wirklichen Volksfest zu gestalten. Den Besuchern wird gegen ein Entree von 29 Pf. ein außerordentlich reichhaltiges Programm, bestehend ans Konzert und Gesangs- Anfführunge Kasperletheater, Volks- und I Wettkegeln, Land- und Wasser korso desA r b e i t e r-R a d f a hr er T y r o l e r Schützenfest mit Aufs auf der Gartenbühne geböte gelegenheit, Speisen und Getränke ist sind in allen Zahlstellen des Vereins, Kassirer, sowie an der Kasse zu haben. n, Spezialitäten, ngends pielen, Preis- f e u er w e rk, Blumen- verein sBerlin, einem ü h r u n g und F e st z u g n werde n. Für Fahr- gleichfalls gesorgt. Billets bei den Ordnern und dem Der Borstand. Akknmnlatoren-Omnibnsse. Eine Probefahrt mit einem Nkkumulatorenwagen der Firma C. Wilh. Kayser u. Ko.(System Correnx) und der Firma Ed. Kühlstein. Charloltenbnrg, fand dieser Tage hier statt. Der sehr gefällig und elegant aussehende Wagen legle 69 Kilometer mit einer Ladung zurück und fuhr mit einer Geschwindigkeit von zirka 12 Kilometer pro Stunde. Er fuhr gleich- mäsiig über Asphalt und Kopfsteine, nahm Brücken und Straßen- erhöhnngen ohne jede Schwierigkeit, die Lcnkiings� und Brems- Vorrichtungen siinklionirlen außerordentlich präzise, sodaß die Frage der Verwendung der Akkumulator«» siir Straßenwagenzwecke jeglicher Art gelöst erscheint. Die Firmen bauen auch für die Neue Berliner O in n i b u s- G e s c l l s ch a f t, die 'Akkumulatoren-Omnibusse, deren motorischen Theil die Union Elektrischer Werke liefert. Tie Wagen werden sich den gewöhnlichen Decksitz-Omnibiiswagen vollkommen ähnlich präsentiren, nur daß die Seilenwände kastensörinig, also an den SitzKänken nicht eingeschnitten sind, da die iilkkiiiuiilatoren unter die Sitzbänke kommen. Das Aeiißere des Wagens bleibt dasselbe wie bei den jetzigen Omnibussen. Ter Motor nebst Lenkvorrichtung liegt vorn auf dem Drehgestell, und zwar so, daß fast alles unter den Kutschersitz untergebant ist. Ein Fahrschalter ermöglicht auf einfache Weise das langsamere und schnellere Fahre», sowie Umwenden und Niückwärtsfahren. DieHand- habung ist leicht, man kann bequem mit der linken Hand die Steuerung festhalten, während man mit der rechten Hand den Fahrschalter bewegt. Die Signalglvcke ivird mil dem Fuße in Thätigkeit gesetzt, und die sehr kräftig wirkende Bremse neben dem Fahrschalter mit der rechten Hand regulirt. Der Ülkkillniilatoren-Omnibus ist mit einem 12pferdigen Motor versehen und so eingerichtet, daß er die Kraft für die Ziirücklegnng einer doppelten Strecke erhält. An einem Haiiptend- pnnkt wird die beim Durchfahren einer Strecke verbrauchte Kraft wieder ergänzt. Bei normaler Streckenlänge hat der Omnibus bei 19 Touren etwa' 144 Kilometer den Tag über zurück zu legen, und wird die hierbei verbrauchte Elektrizilätsmenge von zirka 6 Pferdekraftstnnden per Tour, während des Haltens des Wagens mittels eines beweglichen Kabels an das städtische vlctz erneuert. Die Große Berliner Pserdebahn-Gesellschast erhält laut Abkommens niit den Berliner Elektrischen Werken den Strom für den elektrischen Betrieb ihrer Bahnen pro Kilowallstunde für 19 Pf. geliefert. Die Werke werden auch der Neuen Berliner Omnibiis-Gesellschaft den Strom zu denselben Kondilioiien geben. Unter diesen Umständen ist eine wesentliche Ersparniß bei Akku- iniilatorenbetrieb gegenüber dem Pferdebetrieb gewährleistet. Nach den iingünstigsteii Berechnungen dürften sich unter Berücksichtigung der Uttlerhallnng— Strom, Amortisalionskosten:c.— die Belriebokostcn pro Wagen eiwa 19 M. niedriger gegenüber dem bisherigen Betriebe stellen. Die aussührende Firma übernimmt, wie wir hören, weib gehende Garantiee» in bezng auf die Betriebsleistung, die Unter Haltung, Abiilltziliig, Reparalurc»:c. und zwar derart, daß mit der Betriebskostenbercchnung als mit einem gennii feststehenden Faktor gerechnet iverden kann. Für dieOninibus-Gesellschnft iväre derUmstand, daß sie Jahr ans. Jahrein mit einem besti»»nl feststehenden Betriebs- Kosffizienten rechnen kann, natürlich von größler Bedeutiing Die neue Betriebsart wird überhaupt für die Verkehrslinternehmnngen im allgemeinen schon von dem Standpunkte aus von ungewöhnlicher Bedeiltnng sein, als der ivesentlichste Faktor bei demselben, die Bei triebsausgaben, ständig fixirt sein iverde». Durch die Einführung des elektrischen Betriebs iverden die Omnibusgesellschaftcn wegen der geringeren Betriebskosten in den Stand gesetzt, ivieder mit Erfolg mit den Pferdebahn- Gesellschaften auch nach Einführung des elek- irischen Slraßenbahnbelriebes zu konkurriren. Znr Erhcitcrung unserer Genossen hängen wir die neueste Ente, welche die saure Glirkenzeit in eiiiem Theil der Bourgeois presse gezüchtet hat, niedriger: Die Sozialdemokraten im Bade. Die Vertreter der Arbeiter partei haben bereits zum größten Theile ihre Badereisen angetreten. Liebknecht weilt mit Faniilie in einem englischen Badeort. Bebel macht eine Reise durch Italien, Singer und Bamberger, die Geschäfts führer des„Vorwärts", sind aus einer Nordlandsreise begriffen, während Auer sich»och in Berlin aufhält. Die meisten namhaften „Genossen" halten sich fernerhin da»ud dort in Bäder» und Kurl orten aiif. Zivci bekannte süddeutsche Parteiführer weilen augem blicklich in Marienbad, was darauf schließen läßt, daß man als ausl gepreßter Sklave des Kapitals noch Fett ansetzen kann, während die Mehrzahl der Berliner an der Ost- und Nordsee weilt. Den meisten ilhnt Erholung sehr»olh, einzelne davon stärke» sich jetzt schon auf die ihnen demnächst bevorstehende» Gefängniß- strafe», so z. B. Liebknecht u. f. w. Die Dtednerliste, welche bekanntlich der„Vorwärts" führt, zeigt infolge dieser allgemeinen 'Abreise ins Bad fast hinter jedem klangvolle» Namen ein V.(verreist); es ist infolge dessen schwer, paffende Redner zu finden. In den betreffenden Redaktionsstnbe» scheint trotz des kühle» Wetters arge Hitze zu herrschen. Wir empfehlen Eisunischläge.— Vielleicht beruhigt es die sorgsamen Beobachter unserer Genossen, wenn wir ihren Wissensdurst stillen und ihnen mittheile», daß weder die Liebknechl'sche Familie in London, noch Bebel in Italien, noch Singer und Vamberger auf einer Nordlandsreise begriffen und daß ebenso wenig„zwei bekannte süddeutsche Parteiführer" in Marien- bad, oder die Mehrzahl der Berliner an der„Ost- und Nordsee weilen". Das einzig Richtige an der liebevollen Notiz ist, daß Genosse Auer zur Erholung sich einige Wochen in einem lleine» Städtchen am Harz aufhält. Mit der Schnlnrztfrage wird sich demnächst der deutsche Aerztetag in Eisenach beschädigen. Für das Referat sind vor- gesehen: Dr. H. Thiersch zu Leipzig, prakt. Arzt und Gymnasial- direktor z» Bensheim. Pros. Dr. Deltweiler. Beide werde» folgende sechs Thesen verfechten: 1. Die Mitwirknng der Aerzte zur Lösung schnlhygienlscher Fragen ist»oihivendig. 2. Den beaintelen Aerzten ist überall die Begutachtnng von Schulbanplänen, sowie die hygienische Aussicht über die Schulgebäude zu übertragen. 3. Nach den bisherigen Erfahrungen ist die Einrichtung offizieller Schulärzte in Anlebnung an die Funktionen des beamteten Arztes für Volksschulen großer Städte zu empfehlen. Die Thätigkeit solcher Aerzte hat sich— unbeschadet der Befugnisse der beaniteten Mrzte— aiif die Hygiene der Schillgebäude wie der Schnlliiider zu erstrecken. 4. Die Regelung der Hygiene des Unterrichts, einschließlich der Frage der Ueberbürdung, erfolgt durch die obere Schulbehörde, der ein Arzt als sachverständiges Mitglied angehört. ö. Die bisherigen Forschimgen über Ermüdung von Schul- lindern haben noch nicht zu einem abgeschlossene» Urtheil hinsichtlich ihrer praktischen Verwerlhung für die Schule geführt. Zur weitere» Förderung der Frage empfehlen sich fortgesetzte, von Aerzten und Schulmännern anszusührende Versuche, denen überall die thalsäch- lichen Verhältnisse des Unterrichts zu gründe zu legen sind. 6. Es ist dringend wünschenswerth, daß die Lehrer aller Schul- gattiliigen, insbesondere die Leiter, sich die Grmidsätze der Schulhygiene aneigne», um deren praktische Durchführung zu sicher». Gegen die Anarchisten Landauer und Spohr ist das Ver- fahren wegen Meineid eingestellt. Bekanntlich machten beide im' Koschemaniiprozeß u»ter ihrem Eide Bekilildimgen über einen gec wissen Uhrmacher Heukmann, deretwegen sie sofort in Haft ge> nomine»«vnrdc». Die Uiiterfuchnng gegen die Vorgenannten hattt sich auch in Richtung des§ 258(Begünstigung) bewegt. Wie de» „Sozialist" heute inittheilt, sollen demnächst über die Person des tobten Henkman» allerlei Enthüllungen gemacht werden. Ahlwardt u. Co. In daS Gesellschaftsregister des Berlintt Landgerichts I ist folgende Eintragung geschehen: „Ahlwardt n. Co. mit dem Sitze zu Berlin, Friedrichstr. 23� Gesellschafter sind der minderjährige Erich Nhlwardt zu Groß- Lichterfelde n»d der Gastwirth ulld Kaufmann Emil Bodek z» Berlin. Zur Vertretung der Gesellschaft ist nur der p. Bodek be> rechtigt." Wahrscheinlich um den ewigen Plackereien mit dem Gerichts« Vollzieher zu entgehen, hat die Geschäftsgrimdung diese Form er- halicu. Urgermanischer Geist hat aber solche Geschäftskniffe auch nicht ersonnen. Eine zweite Anklage gegen Dr. Wille. Nachdem Dr. Bruno Wille in Graz nach Hiuterlegung von 2999 Gulden Kaution ans der Hast entlassen worden ist. hat man ihm auch ans Wien eine Anklage zugehe» lassen. Dr. Wille halte am 29. Jimi im Anschluß au de»„Deulschen Freidenkerkongreß" in öffentlicher Volksversmnniliing de» gleiche» Vorlrag über das Thema„Sieligion der Freude" gehalten, der die Veranlassung zur Anstösung der Ver- sanimlung in Graz gegeben hatte. Auch die Versamniliing in Wien war aiifgelöst worden. Jetzt ist nachträglich noch Anklage er« hoben worden. Wie der„Sozialist" meldet, ist tibrigens in Graz auch gegen die Freidenker Balenci lind Heindl, welche, nachdem die Wille'sche Versa»i»iln>ig aufgelöst war, das Wort ergriffen und zum Austritt aus der katholischen Kirche aufgesordert hatten, An- klage erhoben. Die städtischen VolkSbibliotheken. AnS dem neuesten Ver« walliingsbericht der städtischen Volksbibliotheke» und Lesehallen, welcher Ende dieses Monats im Druck erscheinen wird, berichtet das „Verl. Tagebl." folgendes: Die Perivaltung geht damit um, nach dem günstigen Auc-fall der Offenhaltnng der Volksbibliotheken Nr. 1, 16, 29 und 27 in den Abendstiinden auch noch bei anderen Bibliotheken Nbenddieiist, trotz der enlstehciiden Mehrkosten einzu- führen. Denn die Freqnenzsteigerung i» den Biblotheke» mit Abend- dienst ist sehr beträchtlich. Die am 19. Okiober 1896 erfolgte Er- öffnllng der ersten städtischen Lesehalle in der Mohrenstraße 41 bedeutet einen Markstein der Entwickelilng»nsercs städtischeir Bibliothekswesens. Vedanerlich ist»ur, daß diese erste Lesehalle sehr beschränkt ist und nnr für 42 Personen Sitzgelegenheit bietet. Infolge dessen haben hnnderie von Wißbegierigen die Halle wieder verlassen inüsscn. Auch die Nachschlagebibliothek daselbst(Encyklo- pädie», Wörterbücher, Atlanten, Literatur-, Geographie- und Geschichtswerke) wird stark benutzt. Vom 19. Oktober bis 31. März, an 164 Tage», werktäglich von 6-9 Uhr, Sonntags von 11—2 Uhr geöffnet, wurde die Lesehalle von 12 879 Personen (darunter 792 Frane»), also täglich durchschnittlich von 73 Personen besucht. Kricgcrvereiuker. An daS preußische Kriegsministerinm ist seitens verschiedener Kriegervereine eine Eingabe gerichlet worden, in welcher darum gebeten wird, daß das Tragen der Uniform an 5kaisers Geburlslag lind bei anderen festlichen Anlässen auch den Feldwebeln und Unterosfizieren des Beurlaubtenstandes, die das silberne Portepee zu trage» berechtigt sind, gestattet werden möge. Begründet wird dieses Geluch mit dem Hinweis darauf, daß an mancheu ländlichen Plätzen Offiziere deS Beurlaubtenstandes nicht vorhanden seien, und daß es zur Erhöhung des Glanzes der patriotischen Festlichkeiten ivünschenswerlh erscheine» daß dann wenigstens die Feldwebel und die Unlerofsizicre der bezeichneten Art in Nniform erscheinen dürfen.— Gewiß, dem Uebelstand muß abge- Holsen werde». Gegen die Konkurrenz der Faßueuschmiede hatte der Vor» stand des Jnnnngsverbandes„Bund deutscher Schiniede-J»»ungen". Obermeister Wernicke-Berli», am 15. Juni d. I. eine Beschwerde- Eingabe gerichtet, welche das Kriegsministerii»», Allgemeines Kriegs- Departement, iillumehr wie folgt beschieden hat: „Dem Vorstande erwidert dasf Departeinent folgendes er- gebenst: Nach Z 43 des Reichs- Militärgesetzes ist den Militärpersone» der Betrieb eines Gewerbes gestattet, ivenn ihnen seitens ihrer Vorgesetzten die Erlaubniß dazu ertheilt wird. Die Fahnenschniiede habe» daher, soseru die letztere Bediiignng erfüllt ist, die Berechligiing, Privatpferde zu beschlagen,»ur ist ihnen aus Veterinäre» Rücksichten nicht erlaubt, dies in den Beschlagschiniede» der Truppen selbst zu lhun. Letztere Bestiinniung findet indeß ans die bestehenden Mililär-Lehrschmieden keine Anwenduiig. Die Ausführung sonniger Scbmiede-Arbeiten für Privaipersonen in den»nlitär« fiskalischen Schmieden ist de» Fahnenschniiede» aus allgemeinen dieiistlichen Rücksichten verboten." Nach iiiiserer Meinung sollte der Soldat keinem bürgerlichen Bertis Konkurrenz machen und das Verlangen der Schmiedemeister war deshalb ein sehr berechiigteS. Ebenso wie ivir es vernrtheilen» ivenn Soldaten zur Hilfeleistung im Postdienst, bei Erntearbeitew il»d als Treiber zur Jagd herangezogeii werde», hallen wir das Hinübergreifen in Handwerksbetrieoe als mit dem ganzen Wesen des Mililärismits im Widerspruch stehend. Zu besonderer Borsicht inahnt ei» Vorgang, welcher znr Blut- vergistimg bei zwei Perfone» geführt hat. Der in der Linienstraße wohnende Haildelsinanii Herzberg hatte sich vor einigen Tagen dadurch eine Blutvergiflnng zugezogen, daß er sich im Schlafe am Fuß kratzte, wodurch eine leichte Wunde entstand. Da das Bein anschwoll, so wurde der Arzt Dr. Karewski zngezogen, welcher eine bereits weit vorgeschrittene Blutvergiftung konstatirte. Die Vergiflung war ver- ämilhlich durch Unreinlichkeit unter den Fingernägel» hervorgerufen. Die Gatiin des Kranken hatte»nii beim Anlegen eines Verbandes mit der Hand die Wundstelle berührt. Mit der betreffenden Hand strich sie sich, ohne sich gewaschen zu habe», über die rechte Wange, an welcher sie eine kleine Rißwunde hatte. Es entstand infolge dessen eine Blntvergistling und das Gesicht schwoll unförmlich an. Herr Dr. K. hat nun auch die Frau in Behandlung nehmen müssen, doch dürften beide Eheleute mit dem Leben davon kommen. Eine schwere Strafe hat die Soldaten getroffen, die, wi« ivir vor längerer Zeit berichteten, auf dem Tempelhoser Felde ein Mädchen vergeivaltigten. Ein Eiseiibab»pio»ier vom 2. Reginient halte mit dem Dienstmädchen eines hiesige» Professors ei» Liebes- verhältniß n»gek»lipft und ging öfter mit ihm zum Tanze. Eines Abends gesellten sich zu dem Paare, als es auf dem Heimwege über das Tempelhoser Feld ging,»och andere Eisenbahnpioiliere und Lustschiffer lind das Mädchen wurde von den Soldaten ein- schließlich seines„Geliebten" vergewaltigt. Nachdem der Dienstherr der Vergewaltigten Anzeige erstattet hatte, ivnrde eine strenge Untersuchnng angestellt. Die Thäter meldeten sich schließlich theils freiwillig, tbeils wurden sie anderweitig ermittelt; es waren vier Mann vom Eisenbahn-Regiment Nr. 2»nd zwei Mann von der Mililär-Lnstfchiffer-Abtheilung. Alle sechs sind jetzt verurtheilt und zur Verbüßung ihrer Strafen gestern lind heute abgeführt worden. Zwei Eisenbahn-Pioniere und ei» Lnftschiffer erhielten Znchihausstrafen und wurden aus dem Heere ausgestoßen; sie wurden nach Soiineuburg übergeführt. Die drei andere» Be- tbeiligten kamen mit Festungsgesängniß davon und wurden nach Spandau gebracht. Gestohleue Sachen. Das Polizeipräsidium theilt mit: In den Wohnungen ziveier in Hast genoinmener Verbrecher, welche im Norden der Stadt gewöhnlich Sonntags Einbrüche ausgeführt haben, wurden eine Menge Sachen vorgefniide», deren Eigenthümer bisher nicht zu ermitteln waren: u. a. ein großer Posten Taschen- tttcher«nd Handtücher gezeichnet M. H., B. I., W. Z., A. B., &. H. e., 51. S.. G. P.. S., K. W.. E. S.. Zl. F.. Zl. W.. D. S., in getrennten Bnck)stabe». E. I. A. B., B. I., E. H.. A. 58., E. K. in Monogranu». ZI. B. rolh und blau gestickt, sowie aiehrere Tücher Rud. Fischer gez. Zluberden, ein Frisirmautel G. I. gez. Gardinen, Damenkleider, Herrcnkleider, eine goldene Danien-Renwn- tviruhr Nr. 6S41, eine silberne Herren-Remontoirtihr, obere Kapsel ausgeschnitten und mit Zahlenkreis versehen, Nr. 192 S79, goldene Ring«, Ketten u. s. w. Die Diebstähle sind in dem letzten Halbjahr ausgesuhrt und wollen sich Jnkognoszente» im königl. Polizei- Präsidium, Zimmer S7, in den Vormittagsstunden von 9—12 Uhr einfinde». Am 24. Mai d. I. ist bei einem hiesigen Pfandleiher ein goldener Trauring gez. 1. 10. 1892 zum Versatz gekommen. Der Bersetzer, ein mehrfach vorbestrafter junger Mensch, macht über den Erwerb des Ringes unglaubwürdige Angaben. Der Eigenthümer des Ringes wird ersucht, sich an einem der nächsten Wochentage während der Vormittagsstunden von 9—12 Uhr bei der Kriminal-Zlbtheilung des Polizei-Präsidiums, Eingang II,(an der Stadtbahn), 2 Treppen, Zimmer 244, einzufinden. DaS Polizeipriisidinm theilt mit: DaS von dem Geheime» Medizinalrath Professor Dr. Koch erfundene neue Heilmittel gegen die Tuberkulose(T R.), welches von de» Farbwerken Meister Lucius und Brüning zu Höchst a. M. unter der Bezeichnung„Neues Tuber- kulin Koch" in den Handel gebracht wird, ebenso wie das alte lTriber- culinnrnKochii darf— abgesehen vom Großhandel— nur in Apotheken abgegeben werden. Hinsichtlich der Ausbewahrnng und Abgabe der Mittel in den Apotheken sind nachstehende Anordnungen getroffen worden: I. Das„neue Tuberkulin Koch" ist unter den Separanden vor Licht geschützt aufzubewahren. 2. Dasselbe ist nur in den unversehrten Originalflaschen und nur gegen schriftliche Anweisung eines appro- birten Arztes an diesen selbst oder an eine von ihm beauftragte Person abzugebe». 3. Der Taxpreis des„neuen Tuberkulins Koch" wird hiermit(einschließlich der Verpackungskosten) für das Fläschchen mit 1 com Inhalt auf 8,ö0, für das mit S com Inhalt auf 42,30 M. festgesetzt. Der Brand am HanSbogteiplatze hat wieder gezeigt, daß die großen modernen Waarcnhäuser, in denen die Eisenkonstruktion so sehr bevorzugt ist. auch große Gefahren in sich bergen. Ei» Haus mit massiven Wänden und Decken, die auf Balken ans gutem Kernholz aufliegen, und in denen sich weder Licht- Höfe noch Fahrstühle und TranSntissionsschachte oder dergleichen befinden, ist sicherer und kann von der Feuerwehr wirksamer geschützt werden. Ein Feuermann, wird ohne Zagen sich in ein solches brennendes Haus begeben und die Balken bis zum letzten Augen- blick als Stützpunkt benutzen. Einem eisernen Träger aber sucht jeder möglichst aus dem Wege zu gehen. Der Träger wird (flühend, biegt sich durch und reißt dann beim Einsturz infolg« einer Schwere die stärksten Mauern mit sich fort. Ein Balken oerbrennt wohl, bleibt aber bis zum letzten Augenblick in seiner Lage, und trägt selbst dann noch, wenn er schon an allen Enden brennt. Vater»nd Sohn in der Ostsee ertnuike». Seit acht Tagen befindet sich der Rentier Alwin Panten, Luisen-Nfer 10, mit seiner aus Frau und sechs Kindern bestehenden Familie i» dem Bad Boltenhagen an der Ostsee. Am Dienstag früh II Uhr badete Herr Panten mit seinen beiden Söhnen, dem 13 jährigen Max und dem 12 jährigen Alfred bei hohem Seegange in der See. als Max, der ältere, plötzlich um Hilfe rief. Als der Vater den Hilsenif hörte, bemerkte er, daß sein Sohn Alfred von einer Welle weggerissen und in die hohe See geschleudert>var. Um ihn zu reiten, schwamm der des Schwimmens knudige Vater nach der Stelle,>vo Alfred i» Gefahr war, wurde aber nun von einer anderen Welle mit- fammt seinem Sohne in die brausende See gerissen. Eine Viertel- stunde später wurden die Leichen der beiden ans Land gespült. Aus einer Kopfwunde blutend lind hilflos daliegend wurde gestern der 39 Jahre alte, wohnungslose Arbeiter Robert Maukan in der Gleimstraße aufgefunden und in ein Krankenhans gebracht. Wie er zu der Verletzung gekommen ist, weiß man noch nicht. Weil ihm seine Stellung gekündigt worden war, hat sich der 38 Jahre alte Pförtner Ferdinand R'endclsdorf aus der Kur- fürstenstraße das Leben genommen. Rendelsdors hatte seit Jahren die Pförlnerstelle auf dem militärfiskalischen Grundstück Kurfürsten- straße 63—69, auf dem die Bureaus der Generalinspektion des Ingenieur- und Pionirkorps und der Festungen, des Ingenieur- komitees:c. untergebracht sind. Der Mann halte sich mehr und mehr dem Trünke ergeben und das mag wohl dahin geführt haben, daß ihm gekündigt Ivurde. Nachdem ihm vor einigen Tagen münd- lich niitgetheilt worden war, daß er seine» Posten nicht behalten könne, hat er die schriftliche Kündigung nicht erst erwarten wollen. Seit vorgestern Abend vermißte man ihn. Gestern Nnchmiltag zwischen 3 und 4 Uhr fand ihn eine Ordonnanz im Vorgarten des ausgedehnten Grundstücks als Leiche wieder. Von einem Omnibus überfahre» wurde gestern in der vierten Nachmittagsstunde der 24 Jahre alte aus Galizien gebürtige Arbeiter Michael Brznchncz an der Ecke der Invaliden- und Gartenstraße. Mit einer schweren Kopfverletzung wurde er in ein Krankenhaus gebracht. Auf Augenzeugen machte es den Eindruck, daß er fich selbst in der Trunkenheit vor die Räder geworfen habe. Zwei größere Brände halte die Feuerwehr am Donnerstag Vormittag zu löschen. I» der Gartenstraße 174, einer mächtigen Miethskafernc, stand nach 10 Uhr der Dachstnhl in großer Aus- dehnung in Flamme», die an Brennmaterialien und altem Hansralh der vielen Miether reiche Nahrung fanden. In der Jnvalidenstr. 137 brannte in einem Keller ein Lager von Spiritus und nebenan ein solches von Petroleum. Es bedurfte der größten Anstrengung seitens der Wehr, um beide Feuer auf ihren Heerd zu beschränken. Am Freitag Vormittag brannte es auf dem Boden des Hauses Fennstraße 18. Das Feuer wurde bald gelöscht. Gesperrt wird die Sonnnerstraße von dem Brandenburger Thor bis zum Reichstags-Ufer und die Dorotheenstraße von der Sommer- slraße bis zur Neuen Wilhelmstraße behufs Umbaues von Pferde- bahn-Geleisen vom 19. d. M. ab bis auf weiteres. iiltts de» Nachbarorten. Die Partclgenossr» von Reinickendorf, Elchborn- plan, Tegel, Hermsdorf, Dalldorf. Weidmanns- lnst, Lübars und S ch ö n h o l z werden ersucht, die am Sonnlag den 13. Juli, nachmittags 3Vs Uhr, im Lokale des Herrn Böiticher in Reinickendorf, Marstr. 1 und 2, stattfindende Generalversammlung des Arbeiter-Bildungsvereins Zukunft zahlreich und pünktlich zu besuchen. Der Vorstand. Achtung, Partrigeuossen Weißenfee'S! Sonntag, den 18. Juli findet eine Agilalionstour statt. Treffpunkt früh 7 Uhr bei Pfeiffen-Muller, König-Chaufsee 33. Zahlreiche Betheilignng erwartet der Vertrauensmann, Robert Pasewaldt, Weißensee, Metzerstr. II. Ter Bau der Eisenbahn BceSkow—Köuigö-Wustcrhanscn wird nunmehr in Angriff genommen werden. Bereits sind Vor- kehrungen getroffen, zunächst aus der Strecke Beeskow-Storkow mit den erforderlichen Erdarbeilen zu beginnen. Seitens des Landralhs ist nämlich an diejenigen Besitzer, welche zum Bau der Eisenbahn Land abgetreten habe», die Weisung ergangen, für die Aberntung des auf der Bahnlinie befindlichen Getreides Sorge zu tragen. In längstens zwei Wochen soll der erste Spatenstich erfolgen. Ueber die wahrhaft vernichtende Wirkung der bei der Fabrikation von Chemikalien sich enlwickenden Dämpfe, selbst auf erhebliche Entfernungen hin, bekommt man einen sehr anschaulichen Begriff, wenn man gegenüber der auf dem linken Ufer der Oberspree liegenden Kunheim'scken Fabrik chemischer Produkte die auf dem rechten Ufer»ach Ober-Schöneweide führende Chaussee entlang geht. Hier befindet sich eine Kiesernhaide, die im Sommer sehr viel von den meist»ach Südosten abziehenden Dämpfen der Fabrik bestrichen wird. Infolge besten trocknen die Kronen der Bäume nach und nach vollständig ein und die Rinde löst sich vom Stamme, so daß die Bäume allmälig zu gründe gehen mästen, weshalb denn auch der ForstfiskuS die Haide jetzt ganz abholzen lassen und das Land verkaufen will. Des- gleichen üben die Dämpf« der Chemikalien auf die Vegetation der Pflanzen der in der Nähe der Fabrik liegende» Felder und Gärten einen überaus hemmenden und schädlichen Einfluß aus. Früher lag die Kunheim'sche Fabrik bekanntlich in Berlin in der Bergmann- straße und verpestete hier mit ihren Dämpfen die ganze Um- gegend, bis endlich den Klagen und Petitionen der Bewohner nach- gegeben und die Fabrik nach außerhalb verlegt wurde. Bon seinem eigene» Fuhrwerk getödtet ist vorgestern Abend in der Berlinerstraße zu Tempelhof vor dem Restaurant des„Tempel- hofer Tivoli" der Fnhrknecht Fritz Müller aus Telz. Er passirte um die genannte Zeit die Straße mit einer Ladung Mais. Da der Wagen sich auf den Pferdebahnschienen befand, wollte Müller dem Glockensignal der hinter ihm heranfahrenden Pferdebahn Folge geben und nach rechts ausweichen. Hierbei kani er zu Falle und gerieth unter seinen eigen Wagen, wobei ihm die Räder über den Leib gingen. Im Garnisonlazarech, wohin er einstweilen gebracht wurde, verstarb der Verunglückte nach etwa U/s Stunden. Ei» Einbruch, bei dem es zu einer Mesteraffäre kam, spielte sich in der Nacht vom Mittwoch zum Donnerstag in der Sprecstraße in Charlotteuburg ab. In einem in der Spreestraße I belegenen Partiewaarengeschäft von Leue war durch Einschlagen der Scheiben ei» Einbruch versucht worden, der von dem im Nebenhause wohnenden Lieutenant d. R. Michaclsen so rechtzeitig entdeckt ivurde, daß sich der erwähnte Offizier mit seinem Burschen an eine schleunige Vcr- folgung des Einbrechers machen konnte. In der Userstraße wurde der Flüchtling eingeholt und angehallen; hierbei zog der Einbrecher- plötzlich ein dolchartiges Messer hervor und stieß nach dem Lieutenant. Dessen Bursche parirte den Stich und wurde infolge dessen leicht an der Hand verletzt. Es gelang herbeigeeilten Personen, den Messer- Helden, einen bereits mehrfach vorbestraften Verbrecher, zu über- wältigen und nach der Wache des dritten Polizei-Reviers in der Spreestraße zu schaffen. Pferd und Wagen gestohlen wurde kürzlich der Firma Bach u. Mahlow in der Neuen Schönhauserstraße Hierselbst, als der Kutscher des Gefährts sich aus kurze Zeit in ein in der Bülow- straße belegenes Lokal begebe» hatte. Der Fuhrwerksdieb ist jetzt von der Rixdorfer Polizei in der Person des Arbeiters Karl Lange aus der Goltzstraße in Schöneberg ermittelt und festgenommen worden. Der Dieb, der erst vor kurzem von Hamburg»ach dort übergesiedelt ist. hatte sich mit seinem Raube nach Rixdorf gewandt, um das Fuhrwerk dort an den Mann zu bringen, ivobei er in einer Restauration in der Kaiser Friedrichstraße daselbst als verdächtig angehalten wurde. Bei seiner Vernehmung bestritt Lange ent- schieden den Diebstahl, indem er behauptete, d a s P f e r d sei m i t ihm d ll r ch g e g a Ii g e n. Z» der Spandaucr Mordaffäre wird noch mitgetheilt, daß der unbekannte Entführer der Varendorf schon mehrfach bei Boots- fahrten Kinder zu fich genommen hatte, und zwar nicht nur Mädchen, sondern auch Knaben. Am 30. Juni hatte der Ilnbekanute unter anderen auch mit zwei Knaben, deren einer einen Hund bei sich hatte, eine Spazierfahrt unternommen. Bei der Abfahrt der Genz und Varendorf standen zwei Knaben am User, welche dem Fremden zuwinkten. Der Entführer erzählte nun den beiden Mädchen, daß er die beiden Knaben bereits am Tage vorher im Boot gehabt und sie auch jetzt wieder abholen wollte. Da die- selben zu spät gekommen, so habe er hierfür die Mädchen in das Fahrzeug anfgeuonimen. Da die Knaben, welche das fragliche Boot benutzt, bisher noch nicht bekannt geworden, so wäre es im Interesse der Untersuchung wünschenkwerlh, daß sich dieselben bei der Polizeibehörde in Spandau melden würden. Die königl. Slaatsanivaltschaft des Landgerichts II giebt folgende Beschreibung des mnthmaßlichen Mörders: Etwa 1,70— 1,72Mlr. groß, dunkelblondes Haar, welches gekämml und schief gescheitelt war: breite Stirn p große Nase mit einem Höcker; Gesicht lang und bräunlich; kleiner Schnurrbart, etwas heller wie das Kopfhaar; kleines Bärlchen neben den Ohren; Wangen voll und rund, aber nicht roth; Augenbrauen hell und dünn; Hände weich und glatt, nicht wie die eines Arbeitsmannes, auch die Sprache beulete nicht auf eine dem Arbeiterstande an- gehörige Person. Die Angaben über das vermulhliche Lebensalter schwanken zwischen 24 und 32 Jahren. Sein Anzug war: Jackel von dunkler Farbe, mit dünnen hellen Streifen, schwarz und braun gestreifte Hose. Weißer Halskragen(anscheinend Stehkragen), weiße Kravatle, die auf der Brust herunterlief und unter der Weste endete, von einer Nadel mit gelbem Steine gehalten, weißeS Hemd. An der linken Hand goldener Ring ohne Stein. Lose Stulpen, die beim Rudern über die Hände herabfielen. Weicher schwarzer Filzhut, in der Mitte eingekerbt mit breitem schwarze» Bande, Gummiband zum Festhalten, breite Krempe. Keine Brille, auch keinen Kneifer. Wer über die Personalien des Mannes Nnskunst geben kann, wird ersucht, unverzüglich der oben erwähnten Staatsanwaltschaft oder der Polizeiverwaltniig in Spandau Miltheilung zu machen. DaS Opfer eiucö Sittlichkcitst'erbrechens scheint auch die 3jährige Helene Meinicke aus Kremmen geworden zu sein, über deren Verschwinden Mitte vorigen Monats berichtet wurde. Wie sich herausgestellt hat, ist die Helene Meinicke in der Nähe von Hennigs- dorf in Begleitung eines nnbekannten Mannes ans dem Wege nach Berlin gesehen worden, als beide an der dortigen Schneidemühle vorübergingen. Es ist bemerkenSwerlh, daß Hennigsdorf mir 6 Kilometer von Tegel, jenem Amtsbezirk entfernt liegt, in dem die Martha Varendorf ihr furchtbares Ende gefunden hat. Ans die Ermittelung resp. Änsfindnng der verschwundenen M. hat die Staatsanwaltschaft des Landgerichts II eine Belohnung von 30 M. ausgesetzt. Theodor Monnuse» vollendet am 30. November d. I. sein 30. Lebensjahr. Die Gemeindebehörde von Charlotteuburg, wo der greise Gelehrte wohnt, wird eine besondere Feier veranstalten. Mnusk und UVMenMttfk. — Königl. Nation algallerie. Unter diesem Spitzlitel lesen wir in der„Kunst- Halle": Wie uns berichtet wird, hätte die jetzige Verwaltung dieser Staalssammlung das langjährige und weidlich ausgenutzte Privileg des Otto T r o i tz s ch'scheu Verlages, wonach dieser unter der gntklingenden Firma:„Vereinigung der Kunstfreunde für die amtlichen Publikationen der kgl. Nalionalgallerie" die Meisterwerke im Staatsbesitz gegen geringe oder gar keine Entschädigung farbig reproduziren durfte, endlich ausgelöst. Wenn sich diese längster, vartcte, aber bisher immer noch ausgebliebene Nachricht bewahrheiten sollte, wird sie jedenfalls in Künstlerkreisen mit der größten Genugthuung auf- genommen werden. Wie bedeutend übrigens die aus jenem Privileg entstandenen Vortheile gewesen sein müssen, geht schon daraus hervor, daß der Otto Troitzsch'sche Verlag jetzt unter Mitwirkimg des frühere» Direktors der Nationalgallerie, Herrn Geheimen Ober- Regierungsrath Dr. Max Jordan, unter dem jenes soi>derk»we Privileg geschaffen wurde, in eine Aktiengesellschaft verwandelt werden soll.— — Mit der!A n w e n d u n g der X-Strahlen-Unter- s u ch u n g e n auf Lebensmittel hat Dr. Wilhelm Thörner im Berliner chemisch-analytischen Laboratorium interessante Re- sultate erzielt. So sind reine Mehl- und Stärkeproben, Honig und Zucker leicht durchlässig; ein Zusatz von kohlensaurem Kalk, Gips oder Schwerspat ist durch die geringere Durchlässigkeit leicht zu konstatircn. Geschmolzene Butter, Talg, Schmalz und Magarine, Pflanzenfette und Oele erwiesen sich als an- nähernd gleich durchlässig, wurde aber z. B. die Butter mit Kochsalz durchknetet, so war diese Manipulation bei der Durchleuchtung mit X- Strahlen deutlich bemerkbar. Weizen- brot war am leichtesten durchlässig, hierauf folgten Roggenbrot und gesäuertes Graubrot, dann das ungesäuerte Granbrot und schließlich das Schwarzbrot oder Pumpernickel. Rahin, Vollmilch, Magermilch, stark gewässerte Milch und reines Wasser erwiesen sich in 2 Zent!- meter dicker Schicht annähernd gleich diirchlässig, ähnlich verhielten sich Biere, Weine und Spirituosen. Bei den Kaffeebohnen ließ sich nicht nur der Schlitz, sondern auch die Struktur der Samenlappen auf dem Scbirm erkennen. Während reiner Thee ziemlich leicht durchlässig ist und kein charakteristisches Schattenbild giebt, ist der mit anorganischen Farbstoffen aufgefrischte oder beschwerte Thee mehr oder weniger undurchlässig. Bis jetzt war noch keine Methode bekannt, in einfacher und schneller Weise beim Einkaufe festzustellen, ob Haselnüsse, Wallnüsse. Knackmandeln, Paranüsse ec. frisch und voll oder alt und taub oder verdorben und ivurnistichig sind. Hierzu eignet sich die Durchleuchtung mit X-Strahlen ganz vorzüglich, der Inhalt der Nüsse ist deutlich auf dem Bilde zu erlennen.— — Ein prähi st arischer Fund. In Goldbach bei Aschassenburg hat ma» in einem Hiineiigrab folgende Funde gemacht. 1. fünf massive Fußringe. 2. zwei Armreife, 3. drei Ohrringe, 4. ein Kollier mit neu» Kugelberloqueu, 3. zwei massive Armringe(voll- gegossen), 6. zwei Spiralarmbänder, 7. zwei eiserne Messer beziehungs- iveise Dolche in Bruchstücken, 3. zwei eiserne Ringe, 9. zwei Feuer- steinmeffer, 10. zwei Leichen- Aschenurnen, II. ein Trinkbecher. 12. zwei Packele Urnenscherben. Die Gegenstände unter Nummer 1 bis 3 sind von eigenartiger Bronze. Die Fittersternmeffer datiren, soweit sich aus der Art der Scherben schließen läßt, über 1300 Jahre vor Christi zurück. Die Armband-Spiralen, noch prächtig federnd, falle» in den Beginn der Hallstatt-Periode, also etwa um 300 vor Christi, die übrigen Bronzen sowie die Eisenfunde entstammen der Blüthe der Hallstaltzeit(300 vor Christi). Eines der Messer muß als Dolch mit Knopf auf dem Uebergang zwischen Heft und Klinge angesprochen werden.— Vermifchkes vom Gttge, --» Für zehn Pfennig A t h e m.„An den stellvcrlrelenden Herrn Vorsitzenden des Quittungskarten-Magazins der Alters- und Jnvaliden-Versicherungsanstalt der Provinz Brandenburg zu Berlin." So lautet eine Adresse, die sogar nicht selten geschrieben werden muß.— — Ein Mondregenbogen von großer Schönheit wurde, wie man der„Voss. Ztg." schreibt, am 13. Juli abends gegen 9 Uhr in Hai n im Riesengebirge beobachtet. Den ganzen Tag über waren einzelne gewitterarlige Schauer mit Nordwind gegen den Kamm gelrieben worden. Als abermals ein solcher um die erwähnte Zeit heraufzog, leuchtete der aufgegangene Mond durch die Lücken des Gewölks in die fallenden Regentropfen und erzeugte jene seltene. Erscheinung. Der Bogen hob sich auf der dunkle» Wolken« wand scharf ab, reichte bei dein niedrigen Stande des Gestirns z» bedeutender Höhe und blieb über zehn Minute» sichtbar.— — Wilhelm P r e y e r. der von Jena her bekannte Physiologe, ist in Wiesbaden gestorben. Von seine» Büchern erlangte„Die Seele des Kindes" die weiteste Verbreitung. Preyer, der volksthüm- lich zu schreiben verstand, war in Deutschland einer der erste», die die Darwin'sche Theorie mit Geschick und Zähigkeit verfochten.— y. I» Nienburg an der Weser hat sich ein 12jähriger Schul- knnbe erhängt. Das Motiv zum Selbstmord ist noch nicht auf- geklärt. Zu den Füße» des Tobten lag ein Zettel mit den Worten: „Gott sei nicht mit Euch" und„Jede Nacht, um Mitternacht, will ich Euch erscheinen."— — In N i e d e r- O l m bei Mainz schoß ein Mühlenbesitzer auf die ihn verhaftende Gendarmerie. Ei» Wachtmeister und ein Polizeidiener wurden lebensgesährlich verletzt.— — In Brebach wurde nach der„tk. V.-Z." eine Zigeuner- bände angehalten, die vor zivei Jahren ei» Kind geraubt hatte, das nun bei der Bande vorgefunden wurde. Drei Mitglieder derselben wurde» verhaftet.— — Laibach. 13. Juli. Das heutige Erdbeben ist fast in ganz Krai» verspürt worden; es erfolgte jedoch später und war schwächer als in Laibach. Hier wurden wieder, wie im Jahre 1393, die meisten Häuser ans dem linken Ufer der Laibach beschädigt. Die Bevölkerung hat sich wieder beruhigt.— — H a v r e, 16. Juli. Der anläßlich des Nntionalfestes hoch« gelassene Luftballon mit drei Luftschiffcrn, den man für verloren hielt, ist»ach stuudenlaiiger Fahrt über dem Meere ans Land zurück- getrieben worden.— — Wie die„Slow. Wrcmja" meldet, sind reiche Goldlager im nördlichen Theile des Gebietes Transbaikalien(Sibiren) aufgefunden worden. Neue und zahlreiche Goldfelder seien auch an eincin der Zuflüsse des Flusses Wilim entdeckt ivorden, der in seinem Oberläufe sich der großen sibirischen Heerstraße nähert. — Infolge starker Regengüsse barst in M a t t e a w a n n, im Staate Neiv-Uork, ein Wasserbehälter. Durch die Finthen wurden mehrere von Arbeitern bewohnte Kösthäuser zerstört; sieben Personen kamen ums Leben.— Vevpsnnnlungen» Die Maurer, welche Anhänger der Vertrauensmänner- Zentralisation find, nahmen in einer am Donnerstag abgehaltenen Versammlung de» Bericht ihres Delegirten vom Halle'schen Kongreß entgegen. Kater, der in längerer Rede die Verhandlungen und Beschlüsse des Kongresses besprach, bemerkte unter anderem: Das auf dem Kongreß festgelegte Programm der durch Vertrauensmärnier zeniralisirten Gewerkschaften sei nicht— wie es von anderer Seite behauptet ivird— allein das Werk Keßler's, sondern es sei hervorgegangen ans de» Anschauungen, von denen alle Delegirten beseelt ivaren. Alle Beschlüsse seien einstimmig gefaßt ivorden und glaubt der sttedncr, daß jetzt die Form der losen Zentralisation einen neuen Ailsschivnng nehmen werde. Was die Art des in Halle ge- schaffenen Zusainmenschlusses von den Zeulralverbänden unter- scheide, sei der Umstand, daß die Geschästskommission der durch Verlrauensinänner zeniralisirten Gewerkschaften keinerlei dikta- torische Befugnisse habe, sonder» nnr eine rein geschäftliche Thätigkcit ausübe, auch bestehe kein besoldeter Beamtenapparat. Von einem Festklamuiern au die Futterkrippe könne also keine Rede sein. Bezüglich des neugegrüudeten Blattes„Die Einigkeit" sprach der Redner die Erwartung aus, daß sich der Leserkreis so vcr- größer» werde, wie es den Gegner» nicht erwünscht wäre. Von feiten der Zenlralverbändler würden jetzt alle Mittel angewandt, die geeignet seien, die Lokalorganisationen zu zerstören; das beweise doch, daß letztere nicht so unbedeutend seien, wie es von jener Seite sonst hingestellt wurde. Hupke, M e tz k e und K» ö p p ch e n bekundeten ihr Einverständniß mit den Halle'schen Beschlüssen, traten für ihre Organisation ein und ersuchten nin treues Festhalle» an derselben. Blau rock führte u. a. aus, daß die Mehrzahl der in Berlin gewerkschaftlich thätigen Kollegen der sogenannten lokalen Richtung angehöre. Eine Urabsiim- muug würde ergeben, daß die Sympathie für den Zentral- Verband nicht sehr groß sei. Ter Redner wandle sich iveitcr gegen die Aeußernngen der Gewerkschaftspresse über den Halle'schen Kongreß und meinte, es genüge wohl, wenn diese A»S- lassuugcn ohne jede Bemerkung wiedergegeben würde», wie es in der „Einigkeil" geschehen sei. Jeder Leser könne sich dann ein Urlheil bilden über die Kampseswcise, welche auf jener Seite beliebt werde. Kater kritisirte die Berichte, welche das Halle'sche„Volksblatt" über den Kongreß gebracht hat.er bezeichnete dieselben alssociitstellt, daß man wohl annehine» könne, das Blatt habe den Kongreß herabsetzen wollen. Die Versaimnlnng erklärte sich durch Annahme einer Resolution mit den Kongreßbeschlüssen einverstanden, verpflichtete sich, für Durchführung derselben einzutreten, die Kollegen, welche noch nicht organisirt sind, zum Verein zur Wahrung der Interessen der Berliner Maurer heranzuziehen und für die„Einigkeit" zu agitiren. Hierauf wurde Skert als Vcrtraucnsma»» geivählt. Auf Antrag Blanrock's wurden die beiden der Preßkommisfion des„Bauhandwerker" angehörenden Maurer dieses Amtes enthoben, weil die Berliner Maurer lokaler Richtung„Die Einigkeit" zu ihrem Organ gemacht haben. Die bisherigen Revisoren wurden wieder auf ein Jahr bestätigt. Zahlstelle Berlin S des Vereins deutscher Schnh- Wacher hielt am 12. Juli eine Versammlung ab. Zunächst gab der Kassirer die Abrechnung vom 2. Quartal 18S7. Demnach be- trugen die Gesammt-Einnahmen 468,70 M. An die Hauptkasse sind zu senden 383,37 M. Die Lokalkasse mies eine Einnahme von Ii 2,07 M. auf, hiervon verbraucht 89,31 M., bleibt Kasseubestand 22,26 M. Bei der hierauf vorgenommene» Wahl eines Vorsitzenden wurde Holzgrüfe gewählt. Eine öffentliche Versammlung der Bäcker Berlins und Umgegend lokaler Richtung tagte am 13. d. M. bei Gründe!, Brunnenstr. 188. Schneider erstattete zunächst Bericht vom Kongreß lokalorganisirtcr Arbeiter i» Halle a. S., verlas die an- genommene Resolution und erörterte die wichtigsten Beschlüsse. In der Diskussion, an der sich M o st, K l o m m e ck und Schneider betheiligten, wurde auf die nengegründete Zeitung„Einigkeit" hin- gewiesen und die Versammelten aufgefordert, alle Mißstände in den Bäckereien zwecks Veröffentlichung in derselben anzugeben und für deren weiteste Verbreitung zu sorgen. Die Beschlüsse des Hallenser Kongresses wurden einstimmig akzeptirt. Hierauf sprach Genosse Keßler über Zweck und Ziele der gewerkschaftlichen Organisation. Unter Verschiedenem wurden die Zustände in einigen Bäckereien be- leuchtet und bekannt gegeben, daß die nächste Fachvereinsversammlung am 20. Juli stattfindet. A»I-citer-Siir>»»igsrch,>I». Dlc Btbltolhet t» der Nordschule, Brunnenstr. 25,«st vom l. Juli ab bis auf weiteres gefchloffen � die noch aus- stehenden Bücher sind umgehend Tonnerstags abcndS von M bis ssio Uhr zurückzuliefern. Mitgliedsbeiträge werden a» diesem Tage in der Nord- schule entgegengenommen, ebenso in folgenden Zahlstellen:«Nottfr. Schul,. Admiralstr. 40a; Neul, Barnimstr.«2; Babiel, Nosenlhalerslr. 67; Wlelnert, MnHerstr. 7a; Paul Mücke, Manteuffelstr. 12»! H. KönlgS, Diestenbachftr. zo. Alle Zuschriften sind an den Borsthenden Paul Müde jr., SO. Man- teusselstr. na, Weldsendungen an den Kasflrer H. König«, S. Tiefsenbachstr. so, zu senden. Arb«it«r-S!i„s«rd>md Kerlin« und dir Nmgegend. Vorsitzender Ad. Neuman», Brunnenstraße lso. Alle Aenderungen iin Bereinslalender sind zu richten an Friedrich liortum, Mantcusselstrabe so, v. 2 Tr. Sonnabend, abends»— Ii Uhr: Uebunpsstunde und Aufnahme neuer Mitglieder.— Lqrania, Landsberger Allee 156 bei Goebel.— Sanges- Echo, Naunnnstraße ss bei Streit.— Immergrün, Tegel, Spandauer- straße b bei T. Rentner.— Glück zu, Badstr. Ig bei Mitz.— Hand tn Hand II, Friedrich Karlstr. II bei Heinccks.— Vorwärts 7, RummelS- vurg. Ecke Düthe- und Kantstraßc bei VreweS.— F r t sch a» f I, Friedrichsberg, Wartenbergsir.«7 bei Lange.— Treptow in Treptow, Baumschulenstr. 32 bei Lange.— Weiße Rose II, Weißensee, Straßburgcrslraße öS bei Sorrer.— Eintracht 3, Teltow. Zehlendorferstrabe 6 bei Dertz— Sängerlust, Luckenwalde, Bcelitzerstraße 3» bei Otto Schulze.— Echo III, Langendamm, itlll-Markgrafenpiesre bei Grasntck.— Frohsinn I, Rummelsburg, Goethe- und Kantsiraße»-Ecke bei Brewes.— Gleichheit 2, Kremmen, Berlinerstraße, Gastlios zur tStadt Berlin.— Einigkeit 2, Landsbergerslr. e bei Rademann. Arbeitcr-N aucherbrmd Korlino und der Umgegend. Aenderuuge» im Bereinskalender stnd zu richten an Hermann Braun schweig, Dresdener- straße so, s. Hos. Souirabend: Unverzagt. Koppenstr. 17 bei- Wwe. Lehmann. — Angler I, Zimmerstrabe öS bei Ruppert.— H a v a n a II., Nowawei-Neuen-- dorf, Lindenstr.»l.— Glück Aus, RüderSdors-Kalkberge, Heinitzstr. 27 bei Sreve. — Kuba, Brandenburgstr. 6« bei Pönitz.— Volldampf, Werder a. H., Kugelweg 6« bei Martin.— Bürgerhetm, Friedrichsberg, Frankfurter Chaussee so bei Kupfer.— Unverzagt, Lebuserstr. lS bei Haupt.— Pappel, Buchholzerstr. 6 bei Dahmke. Arbeiter- Turnrrbuud. Sonnabend: Turnverein Fichte, Berlin. abends von s bis lo Uhr; i. Manner. Abiheilung Friedenftr. 87.— s. Männer- Abthl. Boeckhstr. 2l.— 2. LchrltngS-Abth. Skalitzerftr.«s-s«.— l. LehrlingS- Abthl. Stophanstraßs s.— Freie Turnerschast Ripdorf- Britz, E. Wiersing's R-staur., Knesebeckstr. 118.— Turnverein Deutsche Eiche, Johannisthal. Männer-Ablhl. abendS von o— lo Uhr tn Schaller'S Ballfalon. HZelang-,?»rn-«nd gesellige lpereine. Sonnabend. Theaterveretn B o h e m i a, Vetcranenstraße IS bei Schul,.- Bühnenverband N o r m a n t a, jeden letzten Sonnabend im Monat Gr. Franksurterstraße HS bei Höhne.— Vergnügungsverein Helgoland II-, jeden Sonnabend nach dem 1. im Monat Lübbenerstr.» bei Lehmann.— Skatklub Fortuna, Huttenstr. l bei Kratzat.— Rnuchklub Dornröschen, Burgsdorfstr. U bei Herbner.— Theaterveretn R o r d si e r n, Dunckerstr. 90 bei Schulz.— Privat-Thcatergesellschaft Alpen- rose, Badstr. 86—80, Restaurant Marienbad.— Vereinigung der Turn- freunde, von sjj bis ivjj Uhr abends, Demmtnerstr. 6S— 67.— Turnverein Osten, Turnhalle Blumenstr. ssa, von s>j— 10 Uhr abend» Männer-Abthetlung.- Zithcrklub Erika, Hessische- und Hannoverschestraße- Ecke im Restaurant Müller.— Theaterverein Othello 1, Manteuffelstr. 9 bei Nowack.— Skatklub l Hurrah, Lübbenerstr. 23 bei Schneider. Kildungoo-r«»,,„Mehr Licht", Bibliothekstunde von» bis 10 Uhr abends, Molkenftr. 12 bei Gärtner. IZaa6li?vroning iere1a, Iiai ßlödoastea hver Lördag Kl. 9, Kommall- dantensirasse 72(Neues Klubhaus). Böhmisch-slawischer Bildungsverein Hawlischek, Beuthstr. 21, Restaurant „Zur neuen Post", heute Abend g Uhr Mitgliederversammlung. Drntschrr soiioldeuiolirotlscher Lrselilnb in Pari«. Rue Dt. Honore 81«, Cafe du Lion de Belfort. Jeden Sonnabend öffentliche Versammlung: reiche Bibliothek, Zeitungen, französischer Unterricht. London. Der einzige hiesige sozialdemokratische Verein Londons, der alte, von Karl Marx und Friedrich Engel? is«s mitbegründete K o IN m u n i st i s ch e Arbeiter- Bildungsverein bestndet sich nach ivie vor«o Toltenham Street, Tottenham Court Md.. W. London. Allgemein» Kranbrn-«nd Sterbrlinste der Metallarbeiter, Filiale Berlin 8. Heule Abend Uhr: Mitglieder-Versammlung Manteuffelstr.«7. — Filiale Berlin«. Sonnabend, den 17. Juli, abends sX Uhr: Mitglieder- Versammlung bei Fritz Wilke, AndrcaSstr. 28.— Filiale Berlins. Mitglieder-Versammlung am Sonnabend, den«7. d. M., abends 9 Uhr, bei Kopltn, Lothringerstr. ss.— Filiale Ripdorf. Berfammlung am Sonnabend, den 17. Juli, abendS sjj Uhr, bei Ftlike, Kirchhofstr.«i. . Sozialdemokratischer Agitationonerein siir den Wahlkrei« Stralsund. Kranzbnrg-Rüge». Sonntag, de» 18. d. MtS., vormittags 10 Uhr, General- Versammlung bei Mörschel, Jüdenstraße so. Lreireligiös« Gemeinde. Sonntag, den 18. Juli, vormittag» 0 Uhr, in» großen Festsaal der Berliner Ressource, Kommandantenstr. 67: Versammlung. Freireligiöse Vorlesung.— Um II Uhr vormittags ebendaselbst: Vortrag des Herrn Dr. jtramer-Magdeburg:„Religion und Phantasie". Gäste willkommen. Uerein der Kuchdrucher«nd Schriftgieher für Nirborf-Lritz. Sonntag, den 18. Juli, nachmittags l Uhr, Versammlung in den„Viktoria- Sälen". Abrechnung vom JohanniSfest.— Die Versammlung für den Monat August fällt au«. Briefkasten der Redaktion. Otto. Wir können solche Versicherungen nicht empfehle». Heinsick. Schriftliche Antwort ertheilen wir nicht. Die Mögllchkeit einer Acndemng des Namens der Kinder liegt in ihrem Falle nicht vor.- C. L. Ohne mündliche Rücksprache nicht zu beantworten; sprechen Sie gelegentlich in der juristischen Sprechstunde vor.— Schimpf, Ladendurg. Wiederholen Sie Ihre Anfrage.— Abonnent. In der Sonntagsnummer. - S. F. IlS., S. W. 3. HäuSliche Dienstboten sind in Preußen nicht krankenverstcherungspflichtig. 1. Garnicht. 2. Nein. 3. Die Herrschaft ist im Rechte. 4. Nein.- 88. F. B. Ist die Kündigung rechtzeitig erfolgt, so ist die Nichtannahme der Kündigung seitens des Wirths gleichgiltig.- I. Schröder. Ist in Ihrem Vertrag als Kündigungszeit 3 Monat und 3 Tage vereinbart, so ist die erst am 28. Juni eingetroffene Kündigung ver- fpätet eingetroffen.— Wimmer. S ch r i f t l i ch e Antwort ertheilen wir nicht. Der Betreffende soll auf Ausstellung eines Zeugniffes bei Gericht klagen.- ZV. Bis zum vollendeten 24. Lebensjahr bedürfen Sie der väterlichen Einwilligung zur Eheschließung. Außerdem ist Ihr Geburts- attest erforderlich. Der Bräutigam muß das mit Rechtskraftsattest versehene Scheidungsurthetl und seinen Geburtsschein vorlegen. Zuständig für daS Aufgebot ist der Standesbeamte, in besten Bezirk einer der beiden Verlobten seinen Wohnsitz oder seinen gewöhnlichen Ausenhalt hat. WütcriiiißSIIbersicht vom 16. Juli ISO1?. ® t n t< o Ii«ii. Swiueinüiide Hsiinburg. Berlin., Wiesbaden. Müuchcn. Wien.., Haparandn. Petersburg. Cork... Aberdeen.. Paris... ES O S o ffli ö Ä II ,2�-0 cn e 3 *r c JO ss i «J Ol >37 itlrM Ä* .5® £*] iS ™iS) Wetter uTK »ti ii s-eiä wgs 754 757 765 760 761 756 761 760 764 766 764 NW NW W NW W N W ONO OSO N S 1 1 1 1 4 1 2 2 3 3 1 wolkig bedeckt bedeckt bedeckt heiter bedeckt bedeckt bedeckt bedeckt bedeckt wolkenlos 17 IS 16 17 13 17 21 21 17 13 17 Wettev-Piognosc für Sonnabend, de» 17. Juli iHQ7. Zeitweise heiter, vielfach wolkig mit etwas Regen, schwachen nordwestlichen Winden und wenig veränderter Temperatur. �»r den Inhalt der Inserate übernimmt die Nednktiou dem Publikum gegenüber keinerlei _ Berantwortnng. mmammmmmmmaammm Sonnabend, den 17. Juli. Neues kgl. Operntheater(Kroll). Carmen. 7i/z Uhr. Lessing. Die Geisha. Westen. A Basso Porto. V-8 Uhr. Neues. Der Stellvertreter. Va8 Uhr. Friedrich- Wiihelmstiidtisches. Lehmann's Kriegs-Abenteuer im Orient. 8 Uhr. Ostend. Unsere Reichspost. 8 Uhr. Belle-Alliancc. Spezialitäten. Anfang 6 Uhr. Apollo. Venus aus Erden. 8 Uhr. Alexanderplah. Verkäuflicher Werth. Hieraus: Eine tolle Prinzeß. Paffage-Panoptiknm. 30 Kinder der Wüste. Ostend-Theater. Gr. Frankfurterstr. 132. Dir. E. Weist. Unsere Reichspost. Anfang 8 Uhr.— Im Garten: Heute: Grostes Sommeruachtsfest. Prächtige Illumination. Spezialitäten ersten Ranges. U. a.: Rngo Scholz. Lebende Photographien: Endlich allein, Ringkampf, In der Badezelle:c. Anfang SV, Uhr. silitorjA-Lrsuerej (Garten resp. Saal) U-Utzoev» Strasse 111/112 nahe Potsdamer Platz. Rente sowie täglich: Stetiiner Sänger (Mehscl, Pietro, Britton, Steidl, Krone, Röhl, Schneider »nd Schräder.) Anfang 8 Uhr. Entree ZV Pf. Goldene Hochzelt. Ensemble von Meysel. kin vergniigter Wahltag. Ensemble von Meysel. Billets ä 40.Pf. und Familien- Billcts a 1 M.(für 3 Personen) nur in den Vorverkaussstellen. (Siehe Plakate.) Itesge- Panopticum. SO n d e i* der Wüste. Beduinen, Derwische, Schlangenbeschwörer, Bauchtänzerinnen etc. Vorstellung 12. 5, 7, Ö Uhr. Konzerthaus Sanssouci, Kottbuscrstr. 4a. Jnh. H. Pierry. Heute Sonnabend: Verelos-'Vorstellnng. Ter Zigeuner. Sladamo Sans-Gßne. Morgen Sonntag: Extra-Vorstellnng. Neu! Tie Doppelbelageriing. Neu! �S«5Uhr.E!ltreeHPs. Passs-partouts haben nur an Wochentagen Giltigkeit. Lsstsn's kanoptivllM. Rani Dl« elehtrlseh ncU! belebten ||n„l nnd künstlich Reil. sprechenden Neu! Menschen.� Neu! undhochkomisch! Puiilinann's Vaadeville-Theater Schönhauser Allee 148, Kastanien. Allee 97-99. Täglich: Im Reiche der Sirenen. Große Ausftattungshurleske mit Gesang und Tanz. Mist Clara, Trapezwustlerin. Little Trudy Brygardy, das Wunderkind. Wally Smolm, excentr. Chansonette. Rarharlna's Ballet. Clown Sarassani, in. s. dress. Thieren. Harry u. William Latonrc, Piccolo- Theater. William, Handantipodc. Anfang 4 Uhr. Entree ZV Pf. ApoUo-Theater und Konzert-Garten. Dir. J. Glück. Um 9 Uhr: Uenns anf Orden. � Burlesk-phantastische Operette mit Tanz in 1 Akt. litte sleutter.. Ferner: -t dh hervorragende-g Zst Spezialltüten. Kassenerösfinliig 61/, Uhr. Konzert 7 Uhr. Vorstellung 8 Uhr. V. NoaeK'8 Tdeater Brunnen-Strasse 16. Täglich: Konzert, Theater- n. SnezialitUten- Vorstellnng. Der Gclegeuhcitsdichter. Pofle m. Gesang in 1 Akt von Jonas. Großer Beifall! Großer Beifall! Letzte Woche: Berliner Wäschermädel. Burleske mit Gesang und Tanz von W. Gericke. Jeden Sonntag, Montag, Dienstag und Donnerstag im Saale: SOr* Grosser Ball. Herren brauchen keine Anzüge mehr für 100,- M., 30,-M., 00,- M., 1 50,— M. zu kaufen. 21771,»| Ich fertige solche nach Maas; unter Garantie guten Sitzes, unter Leitung bewährter Kräfte:| Herren Auzug aus Prima Kammgar» I ohne I Untersutter, in besserer Qualität »»,- 71. Herren- Anzug aus Prima Cheviot I S»,— JI. Herren-Anzug aus Prima Melton und Muster- stoffenZlS,— M. Muster und Maaßanleitung stehen jedem zegenFranko-Retvur- 1 nirung zu Diensten. Gröstte Leiftuiigsfähigkeit. JA., Priester Herren-Kleider-Fabrik U Gr. Frankfurterstr, T Deutsch. Metallarbeiter-Verband (Verwaltungsstelle Berlin). Bezirks-Bersammlnng für den Osten am Dienstag, den 20. Juli, abends 81/, Uhr, in Stecher'» Salon, früher Joel(oberer Saal), Anbreasstraße 21. Tages-Ordnung: 1. Vortrag des Genossen Ad. Hossmanu über: Christliche Mucker und jüdische Heuchler. 2. Diskussion. 3. Verbandsangelegenheiten und Ver- schiedenes. 122/17 Die Kollegen werden ersucht, zahlreich und pünktlich zu erscheinen. Die Orts Verwaltung. WTs- Wir machen sämmtliche Mitglieder darauf aufmerksam, daß die Umschreibung bis 31. August besorgt sein must, andernfalls verlieren die Mitglieder ihre Rechte. Die alten Mitglieder des Verbands müsten ihre Mitgliedsbücher mit einer neuen Ortsuummer versehen lassen, jedem Buch must die genaue Wohnuiigsangabe beigefügt sei». Diejenige» Kollegen, welche länger als 13 Wochen mit ihren Beiträgen restiren, müffen ihre Angelegenheit bis spätestens zum 1. August regeln, andern- falls treten alle Rechte erst nach 13 Wochen, vom Tage der Zahlung an gerechnet, wieder in krast. Die Bertranensleute ersuchen wir, bei Be- stellinigen auf die Zeitung genau anzugeben, von welcher Zahlstelle sie dieselbe abzuholen wünschen. Alle Beränderimgen müssen der Verwaltung bis spätestens am Sonnabend angezeigt sein, wen» sie für die nächste Nummer Berüiksichtigung finden sollen. Von den Zahlstelle»-Inhaber» sowie von den Vertrauenslenten werden bei der Umschreibung Fehler gemacht. Wir machen daher nochmals bekannt, daß die ans der Karte befindliche Nummer in den Büchern als Ortsnnmmer eingetragen wird. Die Umschreibung wird nur in Büchern vollzogen, welche»m Kopf den Stempel tragen:„War Ritglied des Berliner Verbandes seit dem.. Alle Bücher, welche auf dein Etiqnett eine aufgestempelte Nummer führen, sind Bücher z» Ksenanfoatunei». Sämmtliche Bücher, welche im Bureau abgegeben stnd, ersuchen wir hier Mieder abzuholend Falls falsche Bücher an die einzelnen Kollegen oder in die Zahlstellen gelangt sind, ersuchen wir, dieselben nnverzügltch wieder abzugeben. Wir bitten dies dringend zu beachten, Die Ortsverwaltnng. Facto, der Itoikinstmeiiten-Aiiieiter. Sonnabend, den 17. Jnli, im©ante des Herrn Oranieustr. 51: Geueral-Bersammlung. Tages-Ordnung: X. Abrechnung vom II. Quartal. 2. Stellungnahme zur Einführung des Orgaus der lokalnrgaiiisirten Gewerkschaften, 3. Verschiedenes, Die Werksintt-Delegirten stnd zu dieser Versammlung besonders ein- geladen. Um zahlreiches Erscheinen ersucht 142/20 Der Vorstand. BervauÄ der MSbelpslirer. Montag, de» 19. Juli, abends 8 Uhr, bei Beller, Koppenstr. 29: IpU"' Getteral-Berfammlnttg.'"WU Tages-Ordnung: I, Bericht des Vorstandes, Kasstrers sc. 2. Anträge, 3. Verschiedenes, Die Kollegen werden ersucht, zahlreich und pünktlich zu erscheinen und ihr Mitgliedsbuch oder Karte an der Kontrolle vorzuzeigen. 147/17 Der Vorstand. Achtung! Banardeiter. Achtung! Sonntag, de» 18. Barl nlt, vormittags II Uhr, im Lokale des Herrn Fischer, Bcnjselstraste 9—10: kt M-, Ah- ll. Mierblithtil Hilssarbtiter Delitschliillds (Filiale Berlin II). Tagesordnung: 1. Verbandssachen. 2. Diskussion und Verschiedenes. Von vi/, Uhr an werden neue Mitglieder ausgenommen. 3123b Der Vorstand. Zantralverband der Brauer Deutschlands. ZweitzTereln der Provin* Brandenburg. Sonutug, de» 18. Juli 1897, nachmittags 2 Uhr: Äir Monats-Berfammlimg."MW Tages-Ordnung: I. Vortrag über:„Das Wasser als Heilmittel.� Referent: Herr Dr. Weyl. 2. Innere Dereinsangelegenheiten. 3. Verschiedenes. 46/1 Der Vorstand. Mgemille Smken- uiiit Stfticfßfe der Metallarbeiter. (E. H. Nr. 29.) Filiale Berlin I. Sottuabend, de» 17. Juli 1897, abends 8'/» Uhr, bei Zubeil, Linde«-Straße 19«: Tages-Ordnung: Kassenbericht und Verschiedenes. 119/10 „ES e u» 1 1 nsf. Sonntag, den 18. Juli, Nachmittagstour nach Erkner und Rüdersdorser Kalkberge. Abf. für Radler mittags 1 Uhr Kottbuser Thor, für Damen per Bahn bis Erkner Abf. nachmittags 2,23 Bahnhof Alepanderplatz. Zu- sammentreffen in Woltersdorser S ch l e u se._ 3128b Pf-SiuiuieliSÄ. (srüher Prinzenstr. 91) Spezialarzt f. Hant»Harnleiden. 1.0-2, 5-7. SonntagS 10-2, 2-4. Künstl. Zähne in tadelloser AuS- jührniig v. 3M., Plomben V.2M. nn. Schmerzlos. Zahnziehen initt. Cocain, Clorsthhl, Chloroform und Lachgas unter Leitung eines prakt. Arztes. Bei Bestellung v. künstl. Zähnen Zahn- ziehen, Zahnreiuigcn iliiisanst; Raten- Zahlung gestattet, Woche 1 M.* Gnckcl, Lansttzer Platz 2, Ellasserstraße 12, Steglitzcrstrabe 71. Für Laudpartiru und Sommerfeste empfehlen wir in großer Auswahl: Stocklateruen, Lamptous.Fahne», Papiermütze» tc., sowie Ber- loosuiigS-Gegenstände. Händler u. Arbeitervereine erhalten die billigsten Fabrikpreise. 2I08L* 3.& G. Satllsobn, Berlin C., Kaiser Wilhelmstraste 19a. S?. 2S Jede Uhe* repariren und reinigen kostet bei mir unter Garantie d. Gntgehens nnr 1 Mark SV Pf. auiäcr Bruch, kleine Reparaturen billiger. Großes Lager»euer und gebrauchter Taschenuhren, Regu- latoren und Wecker, alle Arten Ketten, sowie Brillen u, Pincenez, * Carl JLnx, Uhrmacher, 35 Chaussee-Straffe»5. Eist In unserem Eisschuppen, in der Drankestrasse zu Hohen schünhnnsen lagern 20778* je«. 150000 Ctr. Pa. Uatnr-GLs. Wir offeriren dasselbe mit WM- 30 Pf.-MW frei unserem Schuppen, wit 50 Pf. frei Haus. Centesioiulwange befindet sich am Flsschnppen. Aktienbrauerei Rohen-Schönhausen. Telephon: Amt Friedrichsberg Nr. 83, Eis! Möbel verliehen gewesene und neue, staunend billig, Xhcilzahlnng gestattet. Beamten ohne Anzahlung, 179IL* Nette Königstr. 39. Reeü und dilltg kaust man in der Norddeutschen Schuh- fabrik von W. Bltschke, gegründet 1872, Skalitzerftr. 13, Ecke Admiralstraßc, am Kottbuser Thor.* Allen Freunden und Bekannten zur Nachricht, daß die Beerdigung unseres lieben Vaters und Gatten, des Maurers Franz Schnaidt, der bei dem Absturz von dem Haus« Burgstr. 28 den Tod erlitt, hente Nachm. B Uhr von der Leichenhalle des St. Johannes- Kirchhofes (Plötzcnsec) ans stattfindet. Die tranemden Hinterbliebenen. Todes �Nnxeige. Den Mitgliedern des Berel»? der Zimmerer Berlins u. Umgegend zur Nachricht, daß das Mitglied Casiltptseiiek am 12. d, M. an den Folgen eineS schwere» Unglücksfalles verstorben ist. Die Beerdigung findet Sonntag Nachmittag 5 Uhr von der Leichen- halle des neuen Schöneberger Kirch- Hofes, Maxstroße, aus statt, Um zahlreiche Bethciliaung bittet 258/1 Der Vorstand. ifodes- Anzeige. Unser Kollege, der Tapezirer miMm Leopold, gebürtig aus Nordhausen, ist im Alter von 37 Jahren freiwillig ans dem Leben geschieden, Die Beerdigung findet Sonntag Nachmittag 3 Uhr von der Leichenhalle des neuen Louisenstädtischen Kirchhofes in Nixdorf, Hermannstratze, aus statt. Die Kollege» werden um recht zahl- reiche Betheiligung ersucht. 3122b Todes-Anzeige. Den Genossen des fünften Wahl- kretses hierdurch die traurige Nach- richt, daß unser Gcnnsse Ferdinand 6eske nach langem, schwerem Leiden am 14. d. M. sanft entschlafen ist. Die Beerdigung stndct Sonnabend Nachmittag 6 Uhr von der Leichen- halle der Bartholomäus- Gemeinde, Falsenberger Chaussee, aus statt. 217/6 Der Vertrauensmann. Dankfagttttg. Für die große Betheiltgung am Grabe meines lieben Mannes sage allen Freunden, Verwandten und Be- kannten meinen besten Dank. 3131b Wtttwc Angustc Hennig. Die Beleidigung gegen den Kürschner Rudolph Hanse nehme ich zurück und erkläre denselben für einen Ehren- mann. Joh. Schillert. l2l90L Rerren-Riite 85 Pf. Bessere Hüte enorm billig, verlaust aus der Fabrik im Komptoir I588ß*| 1««* Karnim-Kl»«ffe 4/5,1 Sonntags geöffnet. mmmsamm Charlottcnburg.GetrageneStiesel stnd billig zu haben Spreestr. 24. Zwei f. neue Nadfahrer-Anzügr. 16 u. 12 M., vKk. Teuke, Oranien- straße 144 H. l. Nr. 8 nahe Oberbaum u. Warschaucrstraße, stnd billige freundliche Hofwohniiugeil vom 1. April zu vcrinicthcn. Näheret beim Verwalter. 20258" Ein möbl. Balkonz. f. 1—2 H. nur 18 M. sofort od. später bei Kerckhoff, Wißmaimstr. 18, I. 81916 Freie Volksbühne. Sommer-FestlmI»�«»"T"; «ilktS i 20 Pf. find at* der Ralfe föt Mitglieder und Gäste und in folgenden Zahlstellen zu Häven: 231/1V W. Ernst Bester, Veteranenstr. 13. H. Mehner«. Diedenhoscnerstr. 3. M. Winkclmann. Ackcrstr. 134. A. Hinze. Pankstr. 13. H. Bogel. Demminerstr. 32. E. Becker, Lküdowerstr. 25(Müllerstrahe� E. Diele, Zlckerstr. 123. 91. Tietz. Jnvaltdenstr. 124(Stettiner Bahnhof). WO. Kranz Riemester. Wcbcrstr. 19. I. Renl. Barnimstr. 42. O. K. Witte. ZlndreaSstr. 2ti. Max Kothe,«oppenstr. 90. E. Zabel. Starrt� furter Allee 90. A. Hoffmann, Blumenstr. 14. SO. Panl Nicolad, Skalitzerstr. 107. G. Böhlert. Marmnuenstr. 5. L. Xolksdorf. Görlitzerstr. 5«. C. Scholz. Wrangelstr. 32. S. I. Gödicke, Gräfestr. 93. Gottfried- Schulz, Admiralstr. 40». W. Borner, Nitterstr. 15. H. Baake, City�Paffage, Dresdcnerstr. 52/53. H. Schurig, Dreddenerstr. 128/129. Sil'. G. Kahler, Junkerstr. 1. A. Ochs, Lindenstr. 59. Zl. Bottger, Zosscnerstr. 21. W. Werner, Biilowstr. 50. 31. Kaller. Pallasstr. 16. XW.(Moabit). Ar. Reddemann, Pritzwalkerstr. 3. C. Alb. Löwenberg, Neue Schönhauserstr. 1s. P. Horsch, Gipsstr. 27. B. Schcithauer, Rosenthalerstr. 64. Illxtloi't'. PH. Thomas, Bergstr. 162. Zl. Sellin, Wilmersdorferstr. 115/116.___ Der Voratand. Schweizer Garten. u Künlgsthor. Haltestelle d. Pferdebahn. Am Frlcdrichslia: Täglich: Theater und Spezialitäten. liittlo Parklns u. JUss Dtzzl, TransformationsMnstler. Thcod. Dlppardt, Tanzhiimorist. Gcschw. Tllly, Gesangs- und Tanz- duettisten. Fuiiny Dalil, Ltedersängeri». Vlie two BnlTalos, Radfahrer- Hnmoristen..I»tin& Paolo, Excentrics- Pantomimisten. Carla Walton, Kosttimsoiibrctt« je. Bolksbelttftigltttgen Im Saale: aller Art. � WV Ball. MF" Enkvov 30 ZDfg. Jede» Mittwoch: Kiiidcr-Freiidcnfeft. Es ist mir noch ein Sonnabend im August für Vereint frei. i Brauerei-Ausschank der Brauerei Stralau■■ Ooconomie: Birkholz& Mittag1.. Jeden Sonntag und Donnerstag: DWP Theater- nnd SpczialUiten-Vorstellung."VIB Garten-Konzert der 20 Mann starken Hauskapelle. Im Saale: Grosser Ball bei gümlich freiom Entree. Sport- und Ruderboote in gr. Auswanl stehen rpr Verfügung. KafTcckUche v. 8—7 Pnr. Volksbelustigungen.jeder Art. 2 verdeckte Kegelbahnen.'VS Gute Öiore, ausgezeichnete Küche zu soliden Preisen. Birkholz& Mittag. Verband der in Buchbindereien etc. besehäfliglen Arbeiter n. Arbeiterinnen Deutsehlands( Zahlstelle Berlin Neue Welt, Montag, den 19. Juli: Grosses Sommer-Fest zur Feier des Gruten Montags. Trosses Konzert Spezialitäten-Vorstellung I. Ranges. Grosser Ball im ßal champetre. Feuerwerk« Billets& 20 Pf., an der Kasse 25 Pf. Programm an der Kasse. Montag, den 26. Juli: General-Veraammlnng. Tagesordnung zur Zeit bekannt. Sonnabend, d. 31. Juli: Oamnfcfrahrt u. grosser Sommernachtsball im Etablissement der Borussia-Brauerei in Niedor-Schöneweide. Abfahrt abends 9 Uhr von Jannowitz- Brücke(Belvedere, Stem-Gesellsohaft). Preis pro Person 0,75 ZI Viktoria'- Garten Trootow �liegen, Souutag: Orosses Ctarten-Konzert. 19882*](frUher KUmpel), Köpenicker Landctrasse.'�,lt 9ro'!cn �Kegelbalincn. Kaffceküche i a Liter 7�P?) Jeden Mittwoch: Grosses Klnderkest, verhnnden mit grosser Verloosnng nnd Volkshelnstignngen aller Art. Ostbahn-Park AmKüstriuerPIatz Hermann Imbs. Am Küstriirer Platz Konzert, Theater- nub°Snezialitättk-Vorsttllnnz.� Men! Der 30fummc nnv fein Affe« SluSstattnngs-Enfemblc.____ Sy Mcnc Attraktlons-Miimmcrn.-WE Etltree Sonntags SO Pst, Kinder 10 Pf. Wochentags 10 Pf., Kinder 10 Pf. Kaffeekiiche. Aolksbclustiguiigen. Mittwoch: Kinder-Pest.— Deutscher Holzarbeiter-Verband. (Zalitstelle Berlin.) Heute, Sonnabend, den 17. Jnli 1897, in der Aktienbranerei„Friedriclisbain"; Grosses Sommer- Fest födtdlitietlfioL � Mandl, Restauraut. AS'M1� Tampfschisfö.Statio».[1929S* Zwischen Grünau und Schmöckwitz schönster Punkt der Obersprce. Stündliche Oninibus-Berbiudung Bahnhof Grünau.— Wald-Spielplätze. Wirthshaus Schmargendorf, Warnemiinderstr. ii, direkt an: Grunewald, init Garten. Taiufaal, Vereins- zimmer, Kaffeeküche(d. Liter 60 Pf.). Bereine» nnd Gesellschaften au- 401?«««�!�)?» empfohlen.— Borziigl. Speisen und Getränke zu soliden reistn. Patzcnhofer Bier, GlaS Jt) Jßst Jeden Sonntag: Grosser Ball. 13218* Karl Baier. Pichelswerder. stelle. Es labet ein 1584L*! Für Landpartien und Ausflüge em- pfehl« mein Lokal. Brückcnrückgang wird vergütet. Auch Dauipseranlcgc- �.11« Frannd. Treutow Hohlweiu's Keglerselilösschen " I Köpenicker Landstraste,(4. Lokal hinter der vindungsbahn), Restaurant mit großem Garten(ca. 2000 Pers.), kl. Saal für Beretne(100 Pers.), 2 neue verdeckte Kegelbahnen. KaircekUcho. Ber- tS s :» u 8 Gastwlrthschaft von Glindenbayn| f Prledrichstrasse 8.[£7688* I 5; UBUBI Zimmer von 25—30 Personen. OBB I~ Saal bis 80 Personen mit Piano.— Garten u. Kegelbahnen. B jj Klrlreikev�Vev�ehrslokal.|« Parteigenossen! ■■ jg nur mit* U18 Kontrollmarke Schirme, Stocke, Kravatten OttoGerholdt,ÄTÄ.2. a i■| O. J. Engelke, Nene Jakobstraste St», K I echten alte» Nordhauser Liter M. 1,-,'/'L.M.0.50. �°�e�..�.�0.70. Wanzen' �usrottunc mittels Jampr Neu! Kl die(bitü«i>»l«che radikal« M'.i'rottuua von Wanzen und deren Brat out Wänden Tapeten, Modeln, Fugen, Ritzen, Löchern u. «nwendua« für Icdrruiann leicht. «reit eine» Dampfapparate»: «löte l Ml. L.b»..»röle ll»!l. S-. • Schwabenfaile„Eolipie" Einmalige Geldausgabe. Billiger al» Jnsekirn, dpulver. Unfehlbar die beste gründlichste Au», roiiuua von Schwaben, Russen, Heimchen. Küchen, käfer. fängt hunderie pro Nacht, rinr Mir. 2,—. ß. Bcbnbert& Co.. Berlin SW., Beuibstr. 17, 1 Siage Kein Ladenl Brnuhiläe!«| I Rolunä Cheviot! j Unverwüstliche u. ccbtfarbige Spezialitäten der Firm» Carl N. Klippslein& Co., Möhlhausen i.Thur. No.11 Weberei und Vcrsand-Geschült. Unsere reichhaltige Kollektion von Barnen- und HerrenstolTcn sowie Portiferen steht»uf Wunsch franko zur Verfügung. Zahlreiche, uns unverlangt zugegangene Anerkennungsschreiben bezeugen die Vomügllchkelt unserer Stoffe. unter Mi twirkung des Gesangvereins„Nord". T u r n erischeA ufsührungen. Konzert. Gesangsvorträge. Fackelpolonaise. Grosser Ball. (Näheres das P r o g r a m>n.) Billets k 25 Pst sind auf allen Zahlstellen sowie bei dem Kollegen Post, Grllnauerstr, 37, v, 1 Tr. zu haben.— Herren, die am Ball theilnehmen, zahlen 50 Pf. nach. Kaffee in Portionskamirn von 2 Portionen an wird im Garten zu nach- stehenden Preisen verabreicht: 2 Portionen(4 Tassen) 40 Pst, 3 Portionen(6 Tasten) 60 Pst, 5 Portionen(10 Tasten) 90 Pst, 8 Portionen(16 Tassen 1,40 M.), 108/17 10 Portionen(20 Tassen) 1,50 M. Mampe m/7 Pomeranzen. Feinste Likärmischung. Jn 3800 ßcr/iner beschaffen zu /taten. Cbampagnepflasche M.1.25, Unserer verehrten Nachbarschaft sowie Freunden und Bekannten theilen wir hierdurch mit, dah wir von heute ab Juugbier verkaufen und zwar: Aal-hl er, Werdersehes Bier, 1 Uttbbencr Bier, J, pro Ulter 10 Pf. Wclssbicr, Brannblcr, J Erste Berliner Malz- u. Mraltt-Bierbrauerel .1. Barense Sc Co., Weistenburgerstr. Sö.[3130b auf Möbel Theilzahluug l Kellermann, jakobsntr.«e. Künstliche Zähne. F. Steffens. Rosenthalerstr.«1, 2 Tr. *] Theilzahlung pr. Woche 1 M. a _ Ardiiltil- Rsster-Ansverkauf älterer Mnstcr in weih und crswe, zu 1— 4 Fenstem passend, spottbillig in oem Gardineiifabrik-Lager Berlin<>., Gruner Weg Nr. 8V pari., Eilig, vom Flur(kein Laden). Neuheiten treffen täglich ein. Proben nach ausserhalb portoftei. -Kasine HolzmarWr. 72, Ecke Alexanderstr. 25. -Ä-AItläte« Sonnabende, Sonntage zc. emvfiefflk unter besten Bedingungen 21898* lieh. Betzner jnnlor. NB. Neue Heizung! Neues Licht! Schul?' fcstsale.vtmfttster Nene König-Strasse 7. Jeden Donnerstag: 15858* Damen-Krünischen. Jeden Sonnt z: = Grotzer Ball.= Bereinszimmer. Saal für Bersamin- lungen frei. Ed. Schnlz, Gnstwirth. „Pftrbebuiht", Köuenilk. schönster Laubwald». grössie Spiel- Plätze d. Umgeg., gr. Saal». Halle. Kaffeekiiche, Kegelbahn. Schieft- stand. W. Bagdebnrg. Wwe. Kümpel's Stehbierhalle, Treptow. Parkstrasscn-Ecke.* Grünau. G.Wagner's Sif«uralt früher Lietke. Grosser Saal. Garte», Kasteekstche, Kegelbahn. Ausspannung. Haferland's Restaurant, Ober-Schüne weide, euip stehlt seinen Saal, Garten, Kegel- bahn, Kaffceküche. Solide Preise.* Treptow. Restaurant Jägerheim Köpenicker Laudstratze.• Schattiger Garten, 4 Kegelbahnen, Kaffceküche empf. Feltt Blachowskh» Restaurant Klugmann, Rummelöburg,«hausseehaud.: Herrlicher, schattiger Garte», Natur-, Wald, 5000 Personen fassend, Uber-, deckte Kegelbahnen, Kasfeeküche. Sonntag. 18. Juli:" Dampser-WrlMrt nach Straiidschloh am Müggelsee� Abfahrt S Uhr nachinittags von' der Stralaner Brücke. Rückfahrt >/,? Uhr abends. Fahrpreis Hw* und Rückfahrt 5« Pf. Jeden Dienstag nach Storkow. Jeden Mittwoch nach Teupitz» Abfahrt 7 Uhr morgens. I _ Li. Kaimt, Stetnstr. 28: i Ronnenberg s Restaur., Treptew, Parkstrasse.. Jeden Sount-g: Frei- Konzert. Schöner Garten, Är. Saal. Laffeeküchc. I.senolensee?«! macht die Haut zatt u. geschmeidig. 1 Stück Lanolmseift nnd ein reine« tandtnch liefere ich f. lOPf. p. Woche. alidtuch-Berleih-Jiist. L. Figner. * Nene Köuigstr. 17. Berlange„Neues Leben* vow Kvlpottcurcn und Grenadierstr. 26. Arbeitwllfkt. der Töpfer DeutschlaudS, Berltu. Nosenthalerstr. 07. zweiter Eingang Gormannstrasse. Einige unverhcirathetc Kollegen können durch unseren Arbeitsnachweis sofott Arbeit nach Spßerhalb nachgo« wiesen erhalten. Wir heben auSdrück- lich hervor, bah speziell diese offenen Stellen sich für Berhcirathete nicht eignen.__ liir eineCouvettfabM wirb ein jüngerer Maschinenmeister, der genau mit Couvert- Maschinen umzugehen versteht, auch die Oberanfsickt trn Arbcitssaal verantwortlich übernehmen muß, per sofort gesucht. 3126b Offerten m. Gehaltsansprüchen unter Chiffre X. 1 an die Expcd. d. Bl. Filzschuharbeiter gesucht l Geübte Einleister- Gesellen auf ge« wendete Kinderstiefel sucht 3125b Graef, Köpnickerstr. 147. Tüchtige Mamsells a. Jaquets ausser bei» Hause verlangt Gobstcln, Gerichtstr. 18. Arb. 1,85-2 M.[3110b Illcblige Geblosser a.Geldschrankvau bei hohem, dauernden Berdienst gesucht. S..1. Arnhcim, 21868*_ Badstr. 40 41. Gas und Wasser. Tüchtige, durchaus sanber und selbständig arbeitende 103/19« Monteure, welche mit besserer Hausinstallation vertraut sind, für dauernde Arbrtl bei gutem Lohn von eineni In» stallations> Geschäft Westdentsch- landS per sofort gesucht. Meldungen ohne Zeugnisse finden keine Berück- stchttgung. Gest. Offerten unter J. 3» an llaascnsteln Sc Voglen A. G., Dortmund. «eralttwortlicher Redakteur: Angnst Jgrvbey in Berlin. Für den Jnseratentheil verantwortlich: Th.«locke in Berlin. Druck nnd Berlag von Max Babing in Berlin.