Tmzelpreks IS Pfennig- 2. Jahrgang Montag, Ken 8. Dezember WQ Nr. 5�6 /B 271< Menö-�usgabe JirtnrttblknMe»chtzch-alt. N«,ill,z�le c>rr denn R-um l,20Mr., wortanzeizen »a» senzedruckt,«ort da Pf, jed«,»eitere Wort 26 pf. Teuerunzizuschlaz TO Ptgfr Bei jainilien» u. versnmmliinze-nzeizen fällt der Zuschlag fort. Inserate für den der«» folgenden rag m«ss-n fgätefwie b!e 3 Ul]r nachmittag» bei der«Spedition aufgegeben f flfk l>i«»jreiheite erscheint morgni» und nachmittag», an Sonn» und jefltagen nur morgen» Der Bezugdprei» beträgt bei freier Zustellung in» hau» für Groß-Beriin 4.— m.. bei direktem Postbezug monatL 4X5 ITT» bei Zustevuna unter Streifband für Deutschland «xc> m, für» Ilueland 7X0 m, per Brief 12x0 m. •UdaNiw, mib Txprdktlim: Berlin NW.«. Schiffbanerdam« 10 III, Fernsprecher- Amt Norden L89S und»39«. Juseraten-Aptektmg! verlin MS. S.«chManerdmnm l» Fernsprecher: B«t Norden»7«» . berliner-Offfan t>Pr ilmbf)äm!aen Sctfolömwfratie S>eut]tf)tani& Gute Selten ffit Mörder. Set SlmsMwz geze« Milch. Nach einer empörenden Rede des Vertreters der An« klage, Kriegsgerichtsrat Meyer, in der er es sich allein an» feelege» sei» ließ, sowohl den Angerlagten als auch vor allem Oberst Reinhard und den Hauptmann v. Kessel zu verteidigen, und besonders die beiden letzteren als reine Unschuldslämmer hinzustellen, stestic er schließlich den Antrag, M a r l o h zu verurteilen wegen Totschlag» zu drei Jahre» Eesängnis, wegen unerlaubter Entfernung zu drei Monaten Gefängnis und loegen Gebrauchs einer ge» fälschten Urkunde zu einer Woche Gefängnis. Diese Sira» fr« zog er zusammen uud beantragte im ganzen eine G e. fängniöstrase vo» drei Jahren zwei Mo» n a t e«, von denen zwei Monate auf die erlittene Unter» suchungshaft angerechnet werden sollen. Außerdem de» antragt er Tieustcutlassung. Ein mvüttiges ZivischeasPiel. Obwohl die Beweisaufnahme im Marloh-Prozetz' am Sonnabend geschlossen wurde und sowohl vom Vorsitzenden als auch von der Verteidigung angeführt wurde, das Bild sei genügend geklärt, wurde die Beweisaufnahme am heutigen Tage von imiem■eröffnet. Dies geschah zu dem Zweck, � die ungeheure Schande abzuschwächen, die die bis» herigen Prozesttage für daS Systeni Reinhard» Noske ergeben hatten. Es wurde der Versuch unternommen, die wirklichen Urheber des MordeS von der Verantwor» tung zu entlasten und dafür untergeordnete Instanzen mit der Schuld zu beladen. Dieser Versuch ist glänzend vorbeigelungen. Aber er kennzeichniet die Methoden, die von einem Kriegsgericht geübt werden. Zwei Beamte der Intendantur hatten die Aufgabe, den ReckMrtigungsverfuch zu unternehmen. Er begann damit, daß Herr Bongartz sich über die Moral und Beischaifsenheit der WaÄKmarinÄkivision in breit airge» legten Aussühvungen äußerte und idabei alles heranzog, was sich seit dem 9. November in BxMn abgespielt hatte. Er konnte eS dabei nicht unterlassen, von verbrecherischen Ele» menten und Plünderern zu sprechen, mutzte aber gleichzeitig zugeben, daß diese nicht die Mehrzahl bildeten, sondern twsj die Vol.'smarine-Tivision auch sehr viele Idealisten vnd anständige Elemente in ihren Reihen hatte. - Heber die Mordtat sÄbst wußte er nur wenig zu de» ticksten. Trotzdem behauptete er, daß für die Tat in erster Linie diejenige Stelle verantwortlich zu nwchen fei, die den L ö h nu ng Sapp etil angesetzt hatte. Es sollte ein Sündenbock gosunden werden. Im Liebknecht-Luxem» birrg-Progetz konnte man sich auf den„lgeistcskraitkon" Runge stühen. Da sich diese Methode im Marloh-Prozetz trotz aller dertzweifelten Werffuche nicht wiederholen ließ, mutzte ein anderer dafür herholten, und zwar glaubte man in dem Kominand-emr der Republ rko irischen SoWatenwehr, Herrn Nor Müller, die geeignete Person gefunden zu haben. Dieser setzte sich energisch zur Wehr. Ter Vorsitzende schnitt ihm leider sehr bald das Wort ab,■daiimt der Ein- öruck,-den H-rr Bongartz mit seinen Ausführungen bei schwachen Charakteren hervorrufen konnte, nicht Mgeschwächt wurde. Auch Herr Reinhard trat noch einmal als Zeuge auf, um den Unwissenden mtd Nicht» schnkigen zu spielen. Er behauptete, nicht gewußt zu haben, daß es sich in der FrAnjzösischen Stratze um einen LöhuungSappell gehandelt habe. Er hätte chn sonst sofort absetzen lasssn. DaS scheinbar nicht allzu starke Gedächtnis des Borsitzenden verhinderte eS, Herrn Reinhard daran zu erinnern, datz er in seinem Befehl, den er am Abvnd vor der MorÄkt erteilti, ausdrücklich von einem Löhnungs» » P P e l l sprach. Zugleich rlnbernahm Herr Reinhard'den niitzgßickten Versuch, Herrn Kessel in Schutz zu uehnien, ihn als tüchtigvn Offizier zu preisen und soin« Veibienfte im einzelnen hervorzuheben. Ein groteskes Zwischenspiel! Man sah allzu deutlich, baß Regisseure am Werk« waren, die die Aufgabe halten, für daS der Verachtung preisgegeben» militaristische System noch zu retten, was irgendwie zu retten möglich war. Der zwischen den letzten beiden VcrhandlungenStagen l'?oende Sonntag bot wohl eine gute Gelcaenheit dazu, die kompromittierten und belasteten Personen im Schweiße ihres Angesichts arbeiten zu lassen, um einen Ausweg zu finden, die Schande von sich und ihrem System abzuwenden. Vergeblich! Es war zu spät, ein neues.divisionspatriotisches Theater aufführen zu lassen. Das Urteil der Geschichte steht fest. Alle Machenschaften vermögen es nicht, den wirklichen Verbrechern auch nur die leiseste Entlastung zu erteilen. Roch ein NslcsfeRMTrd to de» IlärzlömM. B«» SO St,tr»sea, fcie Atarlih in der Franjofifchen Gtraße bestütlisch hinsczlachten lirtz, sind nicht die einzigen Op!- � dieser Art eewese«. Wir haben schon immer dzlsnnf hinsvwistson., daß im V?«rz das Tragen der Matrosenuniform einem To&tUtrltil gleich?««. Ein neuer BeioriS dafür ist ein Dild, daS in der nine'ien Nummer der„Freien Welt" veröffentlicht wird. ES strllt die Erschießung von zwei unbewaffneten Matrosen in Weltzcnse« durch eine Vatr-uiSe dar. DaS Sild, ein graurnhaftez '.Dokument der WilMr, mit der die Malrosen ermordet wurden, zeigt dir Züge deS Offizier;, der die Erschießung leiUt so klar, daß der Mann unbedingt erkannt und festgenommen werden kann. Wenn es der Regierung mit der Verfolgung und Abstrafunz der Mörder halluoegS ernst ist, maß sie auch diese Er- schießung sofort eingehend untersuchen lassen. Wir fordern diese Untersuchung und eine öffentliche Er- klärnng darüber, et und wann sie erfolgen wird. dez Verachknng mmmtäM. Nachstehende Resolution wurde am Freitag in der gemein- samen BertraucnSmänner-Sitzung aller in den Brauereien tütigen Persenrn angenommen: Die heute versammelten Vertrau enSleufe und AnSschußmit- gliedcr der Brauereien Groß- Berlin? erheben nach- stehenden Protist: In Anbetracht der Tatsache, daß nunmehr der ganze» Welt bekannt ist, wer die ArhrSer der Frühjahrs» Unruhe» sind(siehe Lcbcbour- und Marloh-Prozcsse), fordern wir die so» fortige Freilassung sämtlicher politischen Gefangenen. Ferner fordern ttiir die sofortige Festnahme und Aburteilung obengenannter Urheber sowie der sich noch in Freiheit besind» lichen Mordbuben. Die bisher geübte Rechtepsteg, geben wir der Verachtung der ganze» zivilisierten Welt preis. »»VeNsMsiMtiZ" dsc E!ntv9h«er«ehrev. Eduard Veen st« in glaubt ein neue» Mittel entdeckt zu haben, die Einwohnerwehren ihre» revolutionären Charakter», der auch nach seiner Meinung besteht, zu entkleiden. Er macht in einem ZZritartikel deS„Vorwärt»"»Denwkraüsterung der Din» wohnertorhr" den Dorschsag, überall die Unterstellung der Einwoh- nerwehren unter die Gemeindevertretungen zu verlangen und zu diesem Zweck in allen Gemeinden«ine Deputation, bestehen» aus 0 Stadt- und 4 Magistratsmitgliedern einzusetzen. Er glaubt, daß auf diese Weise überall Sozialisten in solche Deputationen gelanget!, Einfluß auf die Verfassung, Gliederung und Leitung der Einwohnerwehren erhalten würden uno die Arbeiter vor Zurücksetzung schützen könnten- Aber da die Bürgerlichen kaum Neigung haben werden, solche Anträge anzunehmen, redet Bern. stein in seinem unverbesserlichen Optimismus wenigstens den Demokraten gut zu, diesen Antrag nicht mit nlech-rzustimmen. Die Erfahrung wird zeigen, daß Bernsteins Appell an die Einsicht der Demokraten versagen wird und daß selbst die An- nähme diese»„revolutionären" Antrage» die Einwohnerwehr�: nicht ihre» gegenrevolutionären Charakter» entkleiden würde. Der Bock wird zum Gärtner gemacht und die Acheiter al» gcouldize Schaf« müssen mit ihrer Haut herhalten, damit Riemen daraus geschnitten werden vnnen.. belxsebskAe und SMechchBÄs. dm® \mm des MmilsvMt« ')Va.01*1 ftOp.fcO e?\( jCJL" ßfrii Jp\ S-rf ,: Sonde«, 7. Dezemd«. Au» PittSvurg wird gemeldet: Der Vorsitzende der Ortsgruppe der Bergarbeitergewerkschaft erklärte die Beondrgunz de» Stohienarbeiterstreik». Man rechnet mit der sofortigen Wiederaufnahm« der Arbeit. Di« Bergleute in Gras ton sBlest-stkioginia) stimmten für die Annahm« de» RegierungSvorschlageS, wonach«ine Lohner. höhnng von U Prozent gewährt werde» faft Damit nebonn 10 900 Mann die Arbeit wieder auk» .' v' kl, Die GeSerkschaftsbetvegung ist kn Hrer EniivickluG an einein Pimkte angeliangt, bei item sie mit den gebrachten' Methoden des gewerkschastlichen Kampfes, di� bis zum Kriege in der deutschen Avbeiterbewegmuz alle gemeine Geldung haiiien, nicht mehr weiterkommt. KaurSky hvt schon im Jahne 1910 in seiner BrsschuvS fXrc Weg jsst Macht" Äoutous hingSvie�n. Er macht« schon damals daraus aufmerksam, daß machtvolle Unter» nehmerorgvnisationen den Fovdevungien der Es, sverkschäfton immer hestigerenWiderstzaich entgegensetze�, rimK daß der stärker und starker wendende Einfluß deS Kapitals rauf die Staatsgewalt dazu führt, daß di« Ma�k» | mittel des K'fassenstaoteZ mehr und mehr auch �gegen öle Gewerkschaften zur Anwendung kornmien. In der gegenwärtigen Srtuaticm tritt dieser berschänfk» »Geg-msatz zwischen Kapital und Aroert noch deutlicher zutage Die Ar eiterklaffe schickt sich an, die letzwn Vurgen der Kapitalsmacht durch die revolutionäre Aktion zu brechen und den Sozialismus zum Siege zu führen. — sosern s« nicht einer falschen Führung zürn Opfer fällt, die in wirtschaftlicher urtd politischer Koopel�tiolz mit dem Unternehmertum» in ArbeitSgemeinschasten und Koalitionsregierungen, den Klassengegensatz auSzu- gleichen ircichtet, ein u topi sche S B« ginneif, da st den Kampf der Arbsiteickbasfe nicht evle sendern erschwert, tochem es die Arbeite spaltet ihre Kampfkmst mindert. Kapitals st enklasfe ist sich bewußt, dstß sw «den letzten Kampf um ihm Vormochiststuno kämpft, und diefcS Bewußtsein stählt ihr«, Wider» stand. Sie bedient sich.gern der opportunistischen Reigun» gm eine« T«le« der Arbeiterführer und verbindet sich mit ihnen in den Arbeitsgemeinschaften zwecks Förderung angeblicher gemeinsamer Interessen, um den Klasteilgegen- sotz zu verwlscken und den Anprall der Arbeitermassen eh- zuschwächen. Gegen den anderen, kZassenbMrnßie� redolntionämn Teil der Arbeiter schafft aber wendet sich die Kapitalistenklasse mit verstärkter Heftigkeit und mit'den skrupellosesten Methoden. Und zahlreiche Bor- gängie der jüngsten Zeit beweisen, daß sie mit Erfolg bestrebt ist, die Staatsgewalt gegen diesen Test w Arbeiterklasse mobil zu machen. Kauisky hat, wie gesagt, diese Entwicklung längst vor» ausgesagt. Sie ist durch den Krieg aufgehalten worden, um nun mit um so größerer Eile voranzuschreiten. Kautsktz schrieb 1910, daß e» den Gewerkschaften nicht gelingen weifte,.durch rein gewerkschaftliche Methoden daß Nrole» tariat noch einmal so mächtig vorwärts zu brirege«, wie im letzten Jahrzehnt vor der Veröffentlichung seiner Schürst. Um au» der Sackgosse herauszukommen, wurdz« sie genötigt sein, ihrerseits stärker auf die ÄtaaiS- gewalt einzistvirken, wo« jedoch nur durch Politische Methoden, durch ein inniges Verwachsen der Gewerkschaftsbewegung mit der sozialdemokratischen Partei mög- lich wäne. Dies« Folgerung besteht heute mehr d«inn i« zu Recht. Dazu aber koirmit ein anderes Moment. Wollen die Gewerkschaften auch in Zukunft.— sie werden eS nociim«Ger bi«fe Ausgabe in de? zeFenwärtigen Sitiwtwn z««rfüllen, g«o-Sg»n die hergebrachte« Mittel der Slewarh- fchaftstbewwuny nicht. Wollen die Gewerksihvsle«, M diesem Achieto vorwärts kmiumn. Ift. brachen De pMeo Ililrkeren Einfluß auf d i« Produktions» vitb LetrieöSgestaltung. Stielet Einsicht v»rschlietz«n ifich selbst die eingesessenen GewerkschpstZinstLnzen nicht. Sie suchen dieser Notwendig. keit Ngchnung zu tragen durch die VerfnnduM, die sie mit dem Unternehmertum in den A r b e i t s g e:n e i n s ch a f' t e» eingehen, nur doch der Sinsluß vuf die Produktions- «estaswng, den sie auf diese Weile erlangen, nicht weiter reicht, als e? dem Uniernehmertuin genehm ist, ja, daß er sich allmählich verwandelt in einen Einfluß zugunsten der Wiederbelebung der Wirtschaft wi Sinne des Kapitalismus. Diese M schade bringt der Arbeiterklasse keiner- sei ZZor teile— außer■einigen mäßigen Lohnerchöhun- gen, die sofort burch entsprechende, ebenfalls in den Ar- beitSgemeinichaften beschlossene Preis-erhöhungsn w>ett- asmacht wetde»—, bofitt aber den unermeßlichen Nachteil, daß sie die Akiisonsfreiheit der Arbeiter- vrganisanoiin bindet und vor allem den Kampf für den Sozialitmu« unmöglich macht. Ein Kind vermag zu erkennen, daß dieser.flvmpf nie in Verbindung mit dem Lniernehlmenum gefuhrt wenden kann. Daneben fordern die«sschiellen Gewerkschafter aller- ding» muh einem direkten Einfluß der organisierten Massen im Betrieb. Der Nürnberger GeWerk- s ch a f t» k o n a r e ß hat daher„Bestimmungen über die ßlufgabe« der NckriedSrätlc" beschlossen. Aber diese Ford» riln»»n machen den Betriebsrat zu einiem ein wenig ver- vefsertau shnbrikaueschuß alten MilS. sie verweigern ihm geöe über den Rahmen des SinzeZhetriebeS hinauSreichen�e i Meksamkeit, wie wir sie in unseren Dvrtegungen über daS � Wesen de» Rates hstem» im ersten Artikel gefordert haben.| ildi« hüheven Ausgaben der Räte, den■uw-assrnden Einfluß■ »uf ch«en groß«?«« Prod-uftron skreis, verlegt �i-Sse» System der ofsi�eLen SewerkfchcrstSrichtung gänzlich }t hi« ArbeitSsemeinschaften. Hier haben bit ALbeiter nicht» b reinzureden, hier entscheiden Gewerk- Zch«M-ur»al«?v»ie?» i« Gemeinschaft mit den Unternehmer- lWichMfern nsch dem Grmchftsh.�einr.Sand wäscht die dach««". W»t dvi«i her«utts««mt, wM er» jeder. Daß für den lszealitmuS nicht», echer such gar nicht» d»- »i herauskommen kann, daß im Gegendeil diese»»an»« iment nur«schaffen kff, um die Anbcchnung der so- 'scheu WirtMost zu verhindern, liegt mrf der Ahe»«pch d« Mn Glück immmr mächtiger werdende GewerkschaftSrfchtung, die, der Idee d-S Klassen- lompfeS getreu, die GewerSs-haftSorgamfationen «ntehen will für den Kawpf um den Ssyieüisnru«, darf pcrMer die brennenden GegenwartSaufgaben Zier Netverkschaften nicht vergessen. Di« Gewerkschaften Zrüsfen bei alledem das Bollwerk gegen die Derelendungs- Zendenzen de» Kapitals bleiben, müssen für immer besser« »Ähn. und ArbeitSbedingimgen sorgen. Darum muß auch die revolutionäre Saoerkschasts- erchwng— und gerade sie— Ginskuß aus die Betriebs- xnd Produktionsgestalwng zu erlangen suchen. Sie kann fief« Aufgabe aber nur erfüllen, wenn sie mit völlig unge- du�enen Kräften un; ein weiireichendeS MitbestimmungS- kämpft,— mn ein« itb« st immungSrecht. Z«» a!« erste, primitivste Räteforderung gedacht ist. dvS d«, Sedimkenkomplex der Mtebewegamg ongel�rt, um O e t r i e b S r ä t e. die sich b« w u ß t al» utttorste Staffel d«r»«okutionären Röteorganisation fühlen. Z«r B-grüUdung dieser Forderungen»vollen wir nur tmmf hiiwiesfen. daß wir z« leicht veränderlichen Lohn- kommen mtisson, wenn der Arbeiterschaft«me �rwägUcke LibenStza&mtg dauernd gewährleistet werden toll. Gw sind aber nur möglich auf Grund genauer zZntftlns der Kosten fürdie Lebenshaltung am .»er einen«nd der Höhe des Produkt ionS- ertrag eS auf der anderen Serie. Soll die Arbe�er- jchast dabei nicht über« Ohr gchauen werden, so bedarf sie — nickst der„«rbeitSaemeinschasten", in denvn biie Unter- «chdnor baS Pvosttacheimni»„ftffwn", indem sie eS nach Kräften verschleiern, sondern eines weitgehenden Kontrollrechts einflußreicher Betriebs. r ä t e. Diöse neuen Forderungen und Ziele n lachten die Gewerkschaftsbewegung nicht zur politischen Partei und den Kampf der Gewerlschasten nicht zum politischen Kampf, d. h. zum Kampf mit politischer Parole, obwohl nicht zu verkennen ist, daß die Kämpfe um das Recht der BetriÄ>Sräte starke politische Auswirkungen PNleizeussseii! In der Zeit der sozialen Revolution ist die sozialistische Presse daS wichtigste Kampfmittel des Proletariats. An ihrem Ausbau mitzuarbeiten ist Pflicht jedes revolutionären Sozialisten./ Nur die kleine Summe von zwanzig Mark fordern wir von Euch. AuS diesen Zahlungen soll die Summe er- wachsen, die zum Erwerb einer eigenen Druckerei not- wendig ist. Euer Geld ist absokuk si.cher! •—_ Zeigt, daß Ihr das Vertrauen zu Eurer Zeitung besitzt! Zeichnet Anteilscheine der VerlngSgenofienschaft„Freiheit". zeitigen, wie wir in früheren Artikeln mehrfach betont haben. Sie müssen daher auch fernerhin von den Gswerk- schalten wühstättdig geführt wenden, ober sie zwnrgen auch zur Zusammenarbeit zwischen der G e w e r k- schastSbewegung und d-r politischen Partei d«» ftassenbowustten Proletariats aus dem gleichen Boden d«s offen erklärten Klassenkampfes. Was auch darum nötig wird, weil die stärkere Anteilnahme der Ge- wettkschasten an den Kämpfen des klaffenbewutz- ten Proletariat» mit der Staatsgewalt un- er läßliche Voraussetzung für den weiteren Fortschritt der Gewerkschaften ist. Aber unsere Darstellung zeigt vor allem, baß sich in dem Punkte deS Kampfes um die B e t r i e b s r ä t e die Bestrebungen der klassenbewußten Gewerkschaftsbewegung und der revolutionären Rätcorganisation auf d aS innigste berühren. Das erfordert die gemeinsame Arbeit beider Org an isations formen auf Grund kluger Verständigung in kamerad- schaftlichem Nebeneinander, ohne daß die eine Organisationtform danach trachten darf, die für sie un erfüllbaren Aufgaben der anderen zu übernehmen. Somit kvmimsn»vir KU einer Dreieinheit, bei bor die politische Bewegung das Bindeglisd zwischen Gewerkschaftsbewegung und Räteorganisation abgeben, das geistige Band, das alle umschlingt, darstellen kann. Die E i n h e i t in der Idee und im Strckben darf aber die Freiheit der einen oder anderen OrganisationSsorm in der Aktion nicht stören. Die Gewerkschaften müssen und werden diesen Kamps um daS Mitbestim- mimyS- und Kontrollrecht aufnehmen, ober sie werden ihn nur mit Erfolg führen, wenn sie Zeitpunkt und Methode des Kampfe» nach freiem Ermessen auf Grund ge nauer Prüfung der gegebenen Bedingung?» selbst be- stimmen. Organisatorische Umstellungen der Gewsstk, chatten werben nötig sein, ober Äuch sie sind nur dann reibungslos und ohne Nachteil für die Arbeiterschaft möglich, wenn sie von innen heraus entwickelt, nicht durch äußeren Zwang herbeigeführt werden. Tuch in der Losung der organisatorischen Fragen erfordert das ge- meinsame Ziel gemeinsame Richtlinien, die in gegenseitiger Anpassung der Eigengesetzlichkeit eines jeden Zweiges ge- recht werden. Ist die Gemeinsamkeit der Idee gesichert und die Form einer losen organisatorischen Gemeinsansteit gefunden, dann wird eS ein leichtes sein, die Probleme der Taktik von Fall zu Fall in den großen kritischen Augen« blicken des Kampfe? zu lösen. Erfordert die theoretische Tarstellung der Gebietsabgrenzungen scharf umris- sene Linien und strenge Formulierungen, wenn Klarheit geschaffen werden soll, so daß fast der Ein- druck von Gegensätzen entsteht, wo nur das Streben nach Verständigung lebendig ist, so wird die gemeinsame vrak- tische Arbeit am gleichen Objekt die Schärfen abschleife» und alle Trennungen überwinden. »Sie Sesffche Vol-lik." In dar„Deutschen Allgemeinen Zeitung- unterzieht sich w rhrer Montagmorgenaukgabe ein.Diplomat" der Ausgabe, dem deutschen Volke die Abenteuerpolitik der deutschen N-zicrunz in den auswärtigen Fragen schmackhaft zu machen. Er we.ik«(ich gegen unfern Vorwurf der unerhört leichtfertizen Lziitk. d-n wir der Regierung gemacht haben und entgegnet darauf:.Di- unerhört leichtfertige Politik der Regierung besieht darin, daß ®?0c�en stden Tag bereit ist, die der deutsche!, Republik in Versailles aufgebürdeten Lasten nochma!» feierlich anzuerkennen, daß sie sich aber weigert, einen neuen wichtigsten Bestandteil deS deutschen Handwerkszeugs auszuliefern und dann sich eleu so weigert, das Recht der militärischer. Txckutiol> Sbzr Friedensschluß hinuu, der Tntente juzugesie�n." � e. 5"*!* �'st«'ne Irreführung der Ott'cntlicbk-it. Die Lelchtiert.gkeit der deutschen Paiitik besteht darin, daß sie in der Hchwung auf amerttmiische Hilfe selbst alle Verhand. l u n gen über diefe beiden Fragen abgebrochen hat und daß sie a.fi«btuch fcte Frage der Auslieferung der jtricgSslbr.ldigel, von neuem ,n d,» Debatte gezerrt hat und dadurch daS Miß, tr.al£n,»er»nsgte sich Sonntag mittag im Kl. chchmistpielhaus« zur Fei« für em«, ftühverstorbenien starken Dich- tz-r, imm jeder Lortboer gebichrte, aber keiner gereicht wurde, für einen Dichter, der st«l>en mußte ohne Löhn zu empfangen, dem me» jetzt noch nicht d«S Seine gibt. Und er war doch ein Schöpft? von pnendlichem Humor, launigen Einfüllen, bizarrem Witz, grotesker Droni«, sprach seine«igen« Sprache, lebte in seiner eigenen Welt, gehorchte innerstan besetze»,»arg«inen Schatz von Güte und Menschentum, kannte da» Volk und liebte e», blieb ihm jedoch ein Unbekanuier. Adolf Behne klagte in seiner Gedächtnisrede Aber die Nachlässigkeit der Bühnenunternehmer und hofft« auf die Lnitiativ« de« Volke», da» sich«me» Tage» seine wahren Dichter selber wählen wird, die e» hören will. Till« Durieux und Alfred Abel ließen in heiterer Prosa alle Lichter eine» schnurrigen Humor» aufblitzen. Lotte Rosenbaum gab empfundenen Dichtungen beseelten Ausdruck. Raoul Lange sprach mit Schwung und Wärme den letzten Akt eine» Staufen- drama».«« r l Kämpf ergriff am Harmonium und Maria Such, verklärte mit dem dunklen Glanz ihrer Stimme Lieder, weiche der Kvmponist«raheim dilkret begleitete.— Man fühlte einen Verlust, die Tr-rgik eines Leben», man wurde un- widerstehlich vom Humor bezwungan und lacht« herzlich, man b-lchie«bittert an die La'sicMt gafchäftk Ächtiger Direktoren. Be- tzuvt euch! Führt ihn aufk K. 7. Kskuerf der freien Volksbühnen. Di« 7. Musikveranstsliung im Theater am Bülotvlplatz führte kn da» Bereich der jüngsten Schöpfungen: Max Reger» Trio C-Moll sp. 102 und Han» P fitzner» Trio(F-Dur op.». Beide vlnisiker sind Ringende, Drängende in dieser Musikgattung mehr „ach Erfüllung eine» neuen Autdrucke» als nach losgelöster Form. Reger» Megro rngderato blüht in der Vielfarbigkeit seiner mo- dero«, Harmonik, da««llegretto berückt in der chanafterfftischen Dämmerlauschigkeit verhaltener,«chgedämpster Melodien. Pfitzner, vefftn slpÄore» geiftige» verarme*«im viele*«I» A»kise Sötrachtet tvird, westt in seinem Jugendtrio«ine uinbändige, schöpferische straft«ms. Pulsend und fortreißend im feuriigen ersten Satz und noch mehr in dem wilden Schlußteil, iu dem einen Nheina voll ttakienijcher BoltblutsinnlicWeit grülbett sich doch schon im zweiten Satz seine verdorrend« Kiangpih�ojchhie durch, die später in seinen größere» Bühnenwerken zur fruchtlosen Manie er» starrte.— Di» Driovereinigung Artur Schnabeh. Carl Vill i /ilkOJi ÜHiAB)*s*a düttÄmÄch« Lelondttch�-»& erst kürzlich gezeichnet habe, bezeugte die Liebe ihre» hingebenden Spiel» m den mannigfaltigen bi» in» sorgsamste durchgearbei- teten Feinheiten der Wiedergabe. Auf dem 8. und 0. Konzert wird die Faust-»* Siegmund Hau»egger unter Mitwirkung von Rudolf Laubenthal und de» Berliner Sänger- verein»(Caecilia Melodia). » Adolf Busch, der patriotische Provokant. Der edelste Geiger A d o l s B u s ch bleibt für mich durch den unverschämten patrioti- schcn Aufdringling Adolf Busch, der zufällig in derselben irdischen Hülle steckt, als reproduzierender Künstler völlig unberührt.— Da» war ein« Heldentat, Herr Professor Adolf Busch, sich so ein geistärmliche» Militärkapellmeisterchen wie Arnold Ebel zu dingen und unter der Maske einer dilettantischen Komposition: Variationen über den Radetzky-Marsch(Erstaufführung)»Deutsch- land, Deutschland über alles" durch die Singakademie von den Philharmonikern posaunen zu lassen. Wie beschämend, daß Sie — wie kann einer mit seiner Seele in der Musik verwurzelt— diese Kunst zum Mittel einer hurrapatriotischen Demonstration vor einem überrumpelten Publikum herabgewürdigt haben. Wie wenig Anklang Ihr Heldenwerkchen fand, können Sie daraus er sehen, daß nicht einmal Ihre Anhänger mitjohlten. An demselben Abend gelangten ein sehr melodisches und stimmungsvolle» Sinfoniegedicht»Au» Eichendorff» jungen Tagen" von Wilhelm Kämpf und drei akademisch«, unbedeutende Orchesterlieder von Gustav Bumcke, die von Theodor Heß van der Wtzk ausdruckslos und interesselos gesunden wurden, zur Aufführung. F- 8- Windisch. In der Ttaatsoper versucht« man e« gestern mit einer Wie. derbelebungder Ballettkunst, die dort lange schon schliff Unftr der neuen choreographischen Leitung van Heinrich Kröller, der auch ein guter Tänzer ist, tanzte man� nach einem Andersvnschen Märchen»Klein Ida» Blumen". Von Paul Klenau gra- zi», erdacht und komponiert, hätte man diesem Werkchen eine vom alten Stil losgelöstere Beschwingtheit gewünscht, doch kam man ohne hervorragende Einzekleistungan schließlich zu einem farbigen Gewog«, dem Ludwig Kaincr da» malerische Kostüm überwarf. In den./Silhouetten" hatte Kröller mit Unter- stützung des Maler» Pirchan hübsch« Taerzszen-en erdacht, di« erst als Schattenbilder evscheinend, sich zu vollbelichteter Körperlichleit rundeten und ohne ihre» bildhasten Ursprung zu wahren, sich im Tanz tollten. Mit russisch»» und anderen Elementen vermischt, kau» man hftc schon tun eines ftob«« iMebunu de» Ballett» SuLj?»»ign«l toejit« au erstarrten Formen, freilich ohne letzte Hingerissenheit reden. Zivi. schen den Tänzen gab man al» opernhafte Einlage Wols-Ferra- riS bekannte» Singspiel»Susannen» Geheimnis", da, «inen nichtssagenden Polterabendscherz von unglaublicher Harm- lösigkeit mit einem reich und fein gearbeiteten musikalischen Skan. teX umkleidet. Unter Leo Blechs Dirigentenstab«sangen Herr Ziegler al» Gast(iwit monokelhafter Haltung aber weniger gepflegter Ttönme) und Frl. Schwarz(in pompös« Auf« machung aber etwa» getrübter Modulation) dem flott instrumen. tierten KonversationSftückchen einen lauten Erfolg. B- In d« Aufführung von»Klein Ida» Blumen", ai» Dienstag, wird der Komponist de« Werks, der deuttck-dänisch« Tsnfttzer Paul von Klenau seine Balletldichtung selbst dirigiere». Dft Rolle dcr»«einen Ida" wird von Niddv Jmpelove» einmalig zur Darstellung gebracht.— Die nächsten Patestrin«' Aufführungen finden am 21. und 22. d. Mt». statt. Haenisch und die„Entschiedene Jugendbewegung". Der Mi» nister.für Wss-nschaft, Kunst und Vol'sbildung schreibt un». d.rß die Watte, die er gelegentlich seines yffuch-s in Esscn über de »Sntschiedene Juge-ndbewegunig" sprach, mehrfach mißdeutet wov- den sind. Er sehe sich daher yenvtrgt, nochmwls ftine Stelluno« nmhme m unzweideu--ger Weise kmidzugeben. Der Minister hat dem Sinne nach erLart: Wenn ich mich auch nicht mit allem einzelnen Forderunyen und AnLIassungen von Vertretern der »Entschiedenen Jugend" rmberstamden erklären larin, so vev- kenne ich doch die Berechtigung der Bewegung umd GeisteSnichtung nicht. Selbstverständlich bleibt e» jedem unbenommen, dies« R-ich- tuug mit geistigen Waffen zu bekämpfen. Indessen gestehe ich nftmandem da» Recht zu, ftinen amtlichen Einfluß und seineaiuchei>, bet„Entschiie�snen JuH�nd" Schwiettgketten in den Weg zu legen und sie an der Verbreitung ihrer Gedanken zu hindern. Jeden«efrsuch SchAer für ihre Zugehörigkeit zur»En ffchi«denen Jugend" büßen öder leiden zu lassen, werde ich«ntt allen mir zu Gebote stehenden Mitteln ahnden. Ein deutsche» Thratermusenm. In Stuttgart hat sich ein* Gesellschaft.Deutsche« Theaterrnuseum" gckitdet, die den Plan vovfolgt, wicht nur ein Sch-umusemm frrr Buhnenlunsi zu schc:-"-� sondern gleichzeitig auch»ine Stätte der Belehrung einzurichten. dft dem Bühnenkünstler, dem Techniker, dem Regisseur ebmso wft dem Litevarhistc-Mer. die Gnuindlagen fift Forschung und Er- ten-rfti«» sin modeirnein Si-n-w darbieten soll. Will man zumächst auch nur dft Bühnenkawst der deutschspeachigen Lande im t>em Mittelpunkt dieser neuen MiusemnSgttimdumg stellen, so liegt doch dft Mägitchkeft ftde-yeit bor, den RgHmm nach und nach uchor» Das neue Monsprosrumm der 15.?. Wir bringen nachfolgend da» neu« Aktion»- Programm der Unabhängigen Sozialdemokratischen Partei, da» auf dem Parteitag zu Leipzig unter stürmischem Beifall zur einstimmigen Annahm« ge- langte. Da» Aktionsprogramm ist bereits im Druck erschienen und von der Leipziger B uch- druckerei Aktiengesellschaft in Lcip. zig zu beziehen. Di« proletarische Revolution hat zwei große�Epochen: oen Kampf um die Eroberung der politischen Macht und iljrf. Bchauptungfür die UebcrgangSzeit vom Kapiia.iZmuz zum Sozialismus. Die Befreiung der Arberterk lasse kann nur doS Werk der Lrberterllasi« selbst stein, weil alle anderen Klasseu, trotz der Interessengegensätze untereinander, auf dem Boden des Privateigentums an Produktionsmitteln stehen und die Er- Haftung der Grundlagen der kapitalistischen Gesellschaft zum ge- ineinsamen Iiel ha'en Die Interessen der Artviterklasse sind in allen Ländern gleich. Mit der Ausdehnung der kapitalistisäien Weltwirtschaft wird die , Lage der Arbeiter eines st den Lande» irnnrer abhängiger von der Lag« der Aibeiler in den anderen Ländern. Di« Befreiung der Arbeiterklasse erfordert also den internationalen Zusammenschluß und den gemeiusamun Kampf der Arbeiter der ganzen Welt. In dieser Erkenntnis fühlt und er- klärt die Unabhängig« Sozialdemokratische Partei Deutschlands sich«in» mit Wen klassenbewußten Arbeitern aller Lander. Dem imperialistischen Kapitalismus setzt das kiassenbowuh e Proletariat iller Länder den internationalen Soziolismu» entgegen. Di« Eroberung der politischen Macht durch daS Proletariat leitet die Befreiung der Arbeiterklasse ein. Zur Durchführung dieses Kampfes bedarf di« Arbeiterklasse der U n- abhängigen Sozialdemokratie, die rückhaltlos aus dem Boden doS revolutionären Sezialismuz steht, der Ge- wie rk s chafte n, die sich zum unverfälschten proletarische» Klassenkampf bekennen und zu Kampforganisationen der sozialen Revolution umzugestalten sind, und de« revolutionären RätesystemS, das die Arbeiter zum revolutionären Handeln zusammensaßt. Die Unabhängige Sozialdemokratische Partei steht an f dem Boden des Rätesystem». Sie urtersticht alle Bn- strebungen, die Räteorganisation schon vor der Eroberung der politischen M»cht al« proletarische Kampforganisation für den S-�ialiSniuS auszubauen und in ihr alle Hand, und Kopfarbeiter zusammenzu fassen und sie zu schulen für die Diktatur des Proletariat». Die politische HervschaftSorganisation deS kspitalistifchen Staates wird mit der Eroberung der politischen Macht durch das Proletariat zertrümmert. An ihre Stelle treten dir politische» ArbeiterrSte als Herrschaftsorganisatio» de? Proletariats. Si'.' vereinigen in sich Gesetzgebung und Verwaltung. Ihre Wirk- samkeit bedeutet die Umwandlung und Reugestoltung h:5 kapitalistischen staatlichen VerHallungSapparateS, einschließlich der Gemeinden; sie bedeutet aber auch d-e Berwirklichuiig de? SulbsrbestimmungSrechteS der Arbeiterklasse und ihnen Zusam- menschluß zweck! Abschaffung stglicher Klassenherrschaft. Die Unabhängig Sozialdemokratische Partei setzt der Herrschaft»- organifatio» de! kapitalistischen Staates die proletarisch« Herr- schaftSorganisation auf der Grundlage de» politischen Räte'vstemS entgegen, dem bürgerlichen Parlament, als dem Ausdruck de» Machtwillens der Bourgeoisie, den revolutionären Rätekongreß. Die Umwandlung der kapitalistischen WirtschaftSanarchie in die planmäßig sozialistische Wirtschast erfolgt durch da« wirtschaftliche Rätesvftem. Zur Ueberwindung de» Kapitalismus und zur Verwirklichung der sozialistischen Gesellschaft find folgende Matznahmen zu treffen: 1. Die Auflösung jftde» konte rrev o lu t i o» nären Söldnerheere», Auflösung aller militärischen Zivil- und Polizeiformationen, Eintvohnerwehnen st, Stadt und Land, Technischen Nothilfe, Pol:yeitruppen, Entwaffnung deS Büvgcrtnm» und der Grundbesitzer. Errichtung einer revolutio- nären Wehr. 2. Umwandlung de? Privateigentums an PrvduktionS- misteln in gesellschaftliche» Eigentum. Di« Vergefell- schaftung> st unverzüglich durchzuführen auf drrn Gebieten de» Dank- und Verstehe rungSwefenS, des Bergbaue» und der Energieerzeugung— Kohle, Wasser, Kraft, Elektrizität —, der konzentrierten Eisen- und Stahlproduktion, de« Tran»- Port- und Verkehrswesen», sowie anderer hochentwickeltier In» dustrien. 8. Großgrundbesitz und groß« Forste sind sofort in gesellschaftliches Eigentum zu überführen. Die gesamten land- wirtschaftliehen Betrieb« sind durch Bereitstellung aller technsteyen und wirtschaftlichen Hilfsmittel, durch Förderung der Genossenschaft zur höchsten Leistungsfähigkeit zu bringen. Urbarmachung von Oedland. 4. In den Städten und vorwiegend industriellen Ge- meinden ist da» Privateigentum an Grund und Boden in Ge- meindeeigentum zu überführen; autreichend« Wohnungen sind von der Gemeinde auf eigene Rechnung herzustellen. S. Planmäßige Regelung bei Ernährungswesen». 6. Vergesellschaftung bei gesamten öffentlichen Gesundheitswesens. 7. Vergesellschastung aller öffentliehen Erziehung»- und Bildungseinrichtungen. Oeffentliche EinheitS- schule mit weltlichem Charakter. Die Schule ist nach sozialistisch- pädagogischen Grundsätzen auszugestalten, die Erziehung mit der materiellen Produktion zu verbinden. 8. Erklärung der Religion zur Privatsache. Völlig« Trennung von Staat und Kirehe. Erklärung der kirch- liehen und religiösen Gemeinschaften zu privaten Vereinigungen, � die ihr« Angelegenheiten selbständig ordnen. 9. Soziali st ische Steuerpolitik, durch p«-< gressive Einkommens-, Vermögens- und Erbschaftssteuer zur De- streitung aller öffentlichen Ausgaben, soweit dies« durch Steuern zu decken sind. Absebaffung aller indirekten Steuern, Zölle und sonstigen wirtschafspolitischen Maßnahmen,»flehe die Interessen der Allgemeinheit den Jnt«ress»n einer bevorzugten Mind«rhelt opfern. 19. Abschaffung aller Gesetze, welche die Frau in öffent- sicher und privatrechtlicher Beziehung dem Manne gegenüber be- nachteiligen. 11. Einführung°ein«S öflentlieh-rechtliehen Monopols fürdsa» Anzeige-und Werbe wefen und Uebertragung an die Kommunalverbänd«.', 12. Umgestaltung des gesamten öffentlichen R echt S- Wesen» nach sozialistischen Grundsätzen. 18. A r b e i t S p f l i ch t für alle Arbeitsfähigen. Sehufcmech- nahmen zur Erhaltung der Arbeitskraft. 14. Herstellung freundschaftlicher Beziehungen zu allen Löl- kern. Sofortige Anbahnung von Bündnissen mit so zsta- listifchen Republiken. Dil? Diktatur des Proletariat» ist ein revolutionäre« Mittel znr Beseitigung aller Klassen und Aufhebung jeder Klassenherr- schaft, zur Erringung»er sozialistischen Demokratie. Mit der Sicherung der sozialistischen Gesellschaft hört die Diktatur de» Proletariat« auf, und die sozialisti- sche Demokratie kommt zur volle» Entfaltung. Die Organisation der sozialistischen Gesellschaft erfolgt«ach dem Rittesystem. In der sozialistischen Gesellschaft kommt auch da» Rätesystem in seinem tiefsten Sinn iur höchsten Geltung. Der 'tiefste Si nn de» RätesystemS ist, daß di- Arbeiter, die Träge: der Wirtschaft, die Erzeuger de» gesellschaftlichen Reichtum», di« Förderer der Kultur, auch die vemutwortkichen Träger erller recht- licheu Einrichtungen und potitischen Ge.vaiten sein müssen. Um diese» Ziel zu«reichen, bedient sich die Unabhängig« So- zioldemokratisch« Partei planmäßig und systematisch gemeinsam mit den revolutionären Gewerkschaften urtd der proletarischen Räteoeganrsation aller politischen, parlamentarischen und wirt- sckaftlichen Kampfmittel. Da» vornehmste und entschei- dend« Kampfmittel ist die Aktron der Mass«. Sie verwirft gewaltstme Vorgehe» einzelner Gruppen und Personen. Ihr Ziel ist nicht die Vernichtung von Produktionsinstrumenten, sondern die Beseitigung des kapitalistischen System». Di« geschichtliche Aufgabe der Unabhängigen Sozialdemokra- schen Partes ist e», der Arbeiterbewegung Inhalt, Richtung und Ziel zu geben und dem revolutionären Proletariat in seinem ffiiHnps« für den Sozialismus Führerin und Dcmnerträgerin zu fein. Die Unabhängige Sozialdemokratisch« Partei ist der Ueber- zeugung, daß durch de Zusammenfassung der proketarischen Massen, die si« erstrebt, der vollständige und dauernde Sieg de» Proletariat» beschleunigt und gesichert wird. In diesem Sinne erstrebt die Unabhängige Sozialdemokratisch« Partei auch die Schaffung einer revolutionären crktio-n»fähigen Internationale der Arbeiter aller Länder. Da« Bekenntni» in Wort nnb Tat zu den Grundsützrn und Forderungen diese» Programm« ist die«oran«setzung zur Einigung der Arbeiterklasse. Nur durch di« proletarische Revolution kann der KapitakSmuS überwunden, der Sozialismus irr» irklicht und damit die Befrei- ung der Arbeiterklasse durchgeführt werden. Die deutsche»erfaffuug i» besetzten Gebiet rechtsgültig. Nach«ner Beianntmachüng der fnaniSsi schen Behörden gibt der Overbeseblithaber der alliierten Armeen bekannt, daß die alliierten Regierungen die deutsche Verfassung al» göltig anerkannt haben. Al» Sundgebung für die Menschlichkeit und die Jnternattouele veranstalteten, die dnei großen sozi« löste schen Verbände Italiens «in« groß« Hilfsaktion für die Weener Kinder. 4lll5 ÖSeV Die soeben erschienene Nr. 40 der unabhSvgiOSN sqgialdemo- kratischen Wochenschrift.Der Sozialist'«uchält folgende Beiträge: Die Wahrheit aus dem Marsch von Rui>. Breitscheid; Die russische Sphins dem>. Stein; Sozia» listische Lehrer vem C. L«r; Di« Erneuerung der Internationale von Fr. Adler; Sozial. isierungS- debatten in Norwegen; Au» der In ternational«. .Der Sozialist' erscheint wöchentssch einmal und ist durch alle Buchhandlungen, trnich die Post oder durch den Verla z T. Breitscheid, Berlin W. IS, zum Preise mm viertelsLzrüch Mk. S,—• zu beziehen. Preis der Emzetinnromr 60 Pf. Aeue Vreisgeftaliuug für leudw rlschsfiliche ErzeuMiffe. D!« Fovderuergen deS RelichSauSschusseS der deutschem Laick- Wirtschaft nach Gnvsiihrung von Prämien für di« Ablieferung der I-rndwirt schlaf tlichen Erzeugnisse solle« jetzt««füllt werden. Dem RvichSrat cht der Entwurf einer Borordnung über di« Zahl.mg von AbliessrungSprämion für Brotgetreide, �Gerste und Kartoffeln zu Beschlußfassung zugegangen. Danach soll den Landwirten, die«flnen bestimmten Prozentsatz ihrer AbLeserungS- schuldigkost an Brotige troide und GeÄste erfüllt haben, eine stei- gend« Prämie für jeden abgelieferten Zentner und Kartoffel- erz-ugern ebenso ein« steigende Prämie für-jeden über die Hälfte ihre« KbliefeirungSsollS gelieferten Zentner Kartoffeln gewährt werden, wobei die vor dem Inkrafttreten der Verordnung bereit» abgelieferten Mengen berücksichtigt werden sollen. Durch diese Prämien erfahren die Preise der genannten Produkt« eine Er» höh u n g. Wir haben gegen diese» Prämiensystem di« schärfsten Bedenken. Wir fürchten insbesondere, daß«S von den Land» Wirten zu einem noch fchävferen Druck auf die Regierung aus» genutzt wir». Denn wi« die.Deutsche Allz. Ztg.* mitteilt, steigert sich die Prämie je nach der Höhe der Erfüllung der gesetzlichen Vor» fchviften, so daß derjenige, der 100 Prozent seiner Vorpflichwng-n erfüllt, eine sehr erhebliche Prämie bekommt, di« unter Umständen sogar über SO Prozent de» Prnise» hinausgeht. Durch diese Verbindung de» Preiszuschlages mit der Prämie hofft man, die Berel iwillizkeit zur Ablieferung bei den Landwirten zu der» mehren. Der Landwirt, der die gesetzlich vorgeschriebenen Mengen ganz abliefert, hat viel höhere Preise zu gewärtigen al» oer- jenige, der säumig ist. Die Zwangsvorschriften sollen bestehen bleiben, die denjenigen bedrohen, der d!« notwendigen Mengen nicht abliefert. Andererseits ist vorgesehen, Nachzahlung an diejenigen zu leisten, die bisher ihre Mengen zur Ablieferung ge- bracht haben, da die Zulage nicht ,u einer Prämie für die Säu. migen werden soll, während diejenigen leer auSzingen, die bisher im Interesse der gesamten Wirtschaft die gesetzlich«, Vestim. qiu.igen innegehalten haben. � Diese Bemerkungen werden wenig an der Taffache ändern, daß mit diesem Prämie nstzstem eine Schraube ohn« Ende ge- schassen wird und dauernde Preiserhöhungen nn der imna sein we.rd»'•>■ Der weihe Terror und die Geutiemen lu Ludapesk. Au» Wien wird un» geschrieben: Der Oberkommandierende der konterrevolutionären mabjartzschen Arm,««, Horthy, erklärte jemaiüiem, der ihn über d e Greueltaten und Morde seiner Leute befragte, folgende?:.ES ist selbsiverständlich, daß wenn ein Offi- zier, also ein Gentleman, den Mörder oder Schänder seiner Schwester antrifft, er dem den Schädel«inschlägt; würde er an- ders handeln, so wüvde ich ihn au» der Arme« jagen.' Die» ist ein offenkundiger Aufruf zum Mord«; die Weißgardisten de« Horthy und der von ihnen fanatisierte Pöbel machen au» diesem Freibrief« gehörig Gebrauch. Daß sie dieser Ermunterung nicht bedürfen, dafür sprechen die täglich an» Madjarien«mlangenden Schauernachrichten. Von diesen täglich sich häufendem Tobumen- ten Oer Schande, greifen wir nur folgende heran»: Während der Kommunistenherrschaft wurden in Meggt)«»- puszta, in Komitat Veszvrem, einige Bauern wegen gegenrevolutionärer Bestrebungen standrechtlich hingevichtet. Dieser Tage wurden in Papa 24 Kommunisten festgenommen, die angeblich damals Gericht», und ExekutionSorgan« waren. Sie wuvsen nach MeggyeS-puszta gebracht, damit sie den Zeugen entgegengestellt werden, wurden j.edoch dort alle erschlagen. Un» dem Manne, der für alle dies« und ähnliche Schrecken vera-ütvortlich ist, der sie unter dem Begriff der.Rächer seiner Ehre' stellt, und seine Mordgesell«, ermuntert, ist jetzt von der Entente ganz Ungarn ausgeliefert und diesem Regime Oer.christlichen Nächstenliebe' erteilt dt« Kirche ihren Segen I Immer neue Dummheiten. Ein Erlaß de» konrmandi«- venden General» de» 6. Armeekorps verbietet dem ehemaligen deutschen Abgeordneten Albert Korfanth, jetzt Beirats bei der polnischen Regierung in Warschau, den Aufenthalt in Ober- schlesien. Da» neue polnische Ministerium setzt sich wie folgt zu- sammen: PaderewSki Ministerpräsident und Minister de» tw___ f._____ m>» y i____.«HI("V.._____— Of_ ftf«-svT iak Ackerbau, wrzenz... herg Verkehr, Grab Ski Finanzen, BrejSki Arbeit»- Ministerium, ChrzanowSki Kultur und Unterricht. Der Personenverkehr mit Polen, der über«in halbe» Jahr vollständig gesperrt war. ist am Freit«,«j,»d«r a»toeo.om» min worden., w dst AattosenWord vor Gericht. Auf der Suche nach»wem SLndenb«*. Wider Erwarte!» wurde am heutig«, Montag vor mir tag di» am Sonnabend bereit» abgeschlossene BeweiSausnährne noch ein- mal ausgenommen, da der ehemalige Ifftendant der Korn man, dantur Dr. Bon gart« über die inneren Z�ftnnmenhänge, welche zur Mhalwng d«S LöhnuiyiSappell» in der Französischen Straße führt«, näher« Angaben machte, und dabei dee Leitung der V.-M.-D. heftig angriff. Dr. BongartS führte«w»a folgendo» out: Di« Angab«» de» früheren Kommandanten der R.-S..W. Müller über das Zu» stand ckommen des Appells in der Feanzösi schen Straße können den Taffachen nicht anffprvch««. Herr Müller hat nicht den Be- fehl gehabt, den J chvell in der Franzöfi schen Glraße einxubernsen, Ich vertrat für die Intendantur den Standpunkt, daß diejenige» Leute, die sich nicht gegen die Regierung erhoben haften, b! zun, 7. März zu lölmen seien, und daß ihnen auch noch für die Zeit der festgesetzten Kündigungfrist für zehn Tag« di« Ahnung nao�e- zahft werden müsse. Ich hatte deswagen Berhandlunzen mit de» G en eralkom wand» Lüttwitz und dem Krieg» ministe, rinm afufgerommen. Da» Kri-'ffSminltKerimn destAftfte me n« Anficht und bat um«inen schriftlichen Antrag in dieser Angela» genfteft. Ich weiß nicht mehr, ob vor dem 11. März ein die»- bezüglicher Schriftwechsel staftfench. Die AnSzahlung der LÄnung sollte jedoch nur aus Veranlassung der Kommandantur statt si>ü>en, damit bei dieser Gelegenheit«in« Kontrolle über di« von den Leuten zurückzugebenden Ausrüstungsstücke ausgeübt werden könne. Herr Müller war von mir zudem darüber ans- geklärt worden, daß da« Gene-ralkommembo Lüttwitz Gelbanwei» jungen gar nicht vornehmen konnte." Die Kassenbeanrten der V. M. D. waren vor dem 11. März aus d«r Kommandantur und hatten sich dort Anweisungen ae' llit. Auch Lietzou war von mir über die BorgSnge informiert worden. Herr Müller hat nun ausgesagt, daß gegen die V. M. D von allen Kommandostellen, bi« zum Reichswehrministerium herauf, eine Hetze betrieben worden sei. Ich jjweifle»cht daran, daß Herr Müller tatsächlich geglaubt hat, di« Wahrheit«sagt zu haften. Aber Herr Miller und die Unterführer müssen stet« unter den» Mißtrauen gelitten haben, daß sie. die keine Offiziere waren, bei den vorgesetzten Behörden nicht» erreichen könnten. Ich fiM e hier fest, daß die B. M. D. ebenso wie di« R. S. W. stet? tm« ein rohe« Ei behandelt worden sind. Wem, bei anderen ordnungsmäßigen Truppen derartige Sachen vorgekommen wännr" wie bei dies«, beiden Formationen, so hätte ich keinen Augen- blick gezögert, gegen die Führer Strafverfahren, zu beantragen. Der Fehler lag freilich nicht an den Führern selbst. Herr Müller war früher Schneider. Er sollte nun pkotzlich 16 000 Mann kommandieren und einen verwickelten BerwaltungSapparcft le t?n. Eine geordnet« Verwaltung fehlt« aber den Truppen vollständ'g. Da» Kriegkministerium hat sich die größte Mühe gegeben, Jim-, bungen zu vermeiden. Ich habe oft mit dem damaligen Kriegs- minister Scheüch und General Oven darüber beraten, wie Reibungen zu vermeiden seien und die bestehende Hochspannung auSgeghchen wertven könnte. Leider hatten wir dabei sehr oft mit tollen Bureaukraten zu tun, der«, enger Gesicht»- krei» geplante Maßnahmen verhindert«. Die Intendantur hafte eng« Fühlung mit der V.-M.-D. Diese Truppe gliederte sich in drei Teile.®:< bestand ersten» au» guten, zuverlässigen Leuten, d»e au» Mangel an Arbeft dort eingetreten waren und nur da» beste wollten. Zweitzen» au« einsr Gruppe link»radikgler Politiker, die an und für sich Ideal- Politiker gewesen sein mögen, die sich aber im gegebenen Moment nicht scheuten, gegen die Regierung zu gehen. Driften» bestand dft Division auS Verbrechern, die unter dem politi» schen Mäntelchen lediglich im Trüb«, zu fischen beabsichtigten. Dadurch ist die Gewalftätizkeit in die V.-M.-D. hineingetragen worden. Man legte die Pistole aus den Tisch,«he man sich an den Verhandlungstisch setzte. So ist«» vorgekommen, daß Leute der Division den dreifachen Betrag der Löhnung und di« dreifache Ausrüstung von mir erpressen wollten. Sie hatte,, bei mir .damit kein Glück und gingen darauf zum BeklsibungSofsizter, der sich«inschücktern ließ. Ich muß ausdrücklich betonen, daß die. guten Element« diese» Tretiben scharf verurteilten. Am Tage der Erschießung in der Französischen Straße kam Herr Müllter zu mir und teilte nvi? mit, daß fünfzig Matriren dort ohne jeden Grund zusammen mit den beiden JWflsnbeamtcir erschossen seien. Diese ungeheuerliche Mitte,! kunz wollte ich natürlich zunächst nicht glauben. Müller sagte mir je, doch, er sei gerade mit der Abfassung«ineS Protokolls darüber beschäftigt, und ich sandte daraus den Jiftendanturbeamten Hollmann nach der Französischen Straße, um festzustellen, was dort geschehen s«, und um vor allen Dingen die Kassenbeamten zu. reilamtieren und Bücher und Papier« in Sicherheit bringen zu lassen. Hollmann wurde jedoch von den Offizieren sehr kurz av- gefertigt. Ein Kriminalbeamter, der sich dort befand, teilte Hollmann mit, daß ei» Vntsch de«»..M..D. beabsichtig,' war und das! die beiden Kaffrnbeamten an» Russland bolschewistische» Geld bezogen hätten. Vors.: Die sind doch selbst einmal von der V.-M.-D. verhastet worden? Zeuge: Ja, ich bin mit Wel» zusammen in den Marstall geschleppt worden und ich glaubte damals, daß ich nicht mehr lebendig horanSkommen würdq. Aber auch hier waren e« die anständigen Elemente, die diesem Treiben völlig fern standen. Die anständigen Leute kamen zu mir und brachten mir hintenherum Zigaretten, wobei sie erklärten, sie konnte p nicht Helsen, die Sente seien all« verrückt getuorden. Es gab eben in der V.-M.-D. Hetzer, di« der Truppe den üblen Charakter aufdrückten. Der Zeuge schildert dann weiter, daß da» General- kommando Lüttwitz für die Löhnungsmaßnahme nicht zu- ständig gen>.ssen sei. Er habe auch keine Nachricht erhallen, daß am 11. März«in Löhnungsappell in der Französischen Straß« stattfinden sollte. Er würde dem eiveraisch widersprochen haben in Anbetracht der Gefahren, dl« sich m zener Ze.t Sarau» ergeben konnten. Erst durch die Z«ittinoen tzccht daß der Appell stattgefunden Hab«.™** MchsMsiya rät roft-öerlin. Was kostet Berlin die autoritative Schulleitung? Un< wird geft!/ri«ben: Wenn Hilfslehrer eine Aufbesserung ißtec kärglichen Stundenlöhne erstreben, so führt der Kämmerer einen zeihen Kampf um jeden Pfennig. Dir? ist sein Recht und seine Pflicht. Hoffentlich wird er aus Sorge um die Gesundung der Finanzen unserer Stadt unser Mitkämpfer für die Beseitigung der aus pädagogischen Gründen verwerslichen autoritativen Schulleitung, wenn wir seinen Mick auf dli« Höh« der Gummen lenken, die hier erspart werden können. ?!ach dem Etat für 1S19 besoldet Berlin: 1. 26 Direktoren an Gymnasien usw. mit SM 500 M. 2. 15 Direktoren an Realschulen mit 122 SOS, L. 10 Direktoren an höheren Mädchenschulen mA 77 750. t. 13 Schulinspektoren mit 100 000, 5. 811 Rektoren an Gemeindeschukcn 1081000. 3. 2-1 Hauptlehrer an Gemeindeschulen mit 117 700> Von den Direktoren der FortbildungS- und Fachschulen, wo die'Verhältnisse anders geartet sind, sei zunächst abgesebcw Den Oberlehrern zahlt die Stadt ein Durchschnittsgehalt von 5500 Mark und den Genieinbeschullehrern von 1000 Mark. Wird, wie wlr e» im Interesse der Schule fordern müssen, der Leiter in Zukunft von Lehrern und Eltern zu ehrenamt. licher Tätigkeit gewählt, so spart die Gemeinde: .6 1 55 000 M. .8 45 000. , 9 12 000„ . 4 16 500. . 8 600 000. . 6_ 60 000, Nie. 777 500 M. An WohmingSgeTb werden erspart— die Aufstellung der ein» zclnen Summen sei uns h er erlassen— 93 000 M. Im ganzen würde also durch Einführung der kollegialen Schulleitung nach den alten Gehaltssätzen erspart werden: 870 000 M. Wenn man dazu die höheren Pensionen rechnet, so kommt .man auf mindestens 1 Million Mark. Die Neuregelung der Gehälter steht bevor. Dies« Gelegenheit müssen unsere Gemeindcvertreter wahrnehmen, um die Regierung und die Preußische Nationalversammlung zu veranlassen, endlich die autortatwe Schulleitung ans gesetzlichem Weg« abzuschaffen, nn Interesse unserer zerrütteten Finanzen und im Interesse der Schule. r Eine Kundgebung gegen den Finanzminister Dr. Siidekum. Die Ortsvcreinigung Groß-Berlin. für Anqestellten-Heim- statten veranstattet« gemeinsam mit mehr als 20 großen An- estclltenverbänden am gestrigen Sonntag vormittag nn ZirkuS Busch eine öffentliche Versammlung. Nach einem Referat, da» Otto Thiel hielt, und nach ergänz erchen Ausführungen Dr. KaßnerS vom Bund der Deutschen Bodenreformer wurde«ine En-schueßung angenommen, in i>er es u. a. heißt:„Die Woh- nungsnot der Priratangestellten hat sich bi» zur Unerträg- lichkeit gesteigert. Während des Krieges ist die Herstellung von Wohnungen nicht in einer der sozialen Bedeutung der WohnungS- frage erforderlichen Weife vorbereiret worden. Es ist deshalb zu begrüßen, daß sich im August 1918 die Angestelltenverbändc aller Richtungen zusammenaeschlossen haben, um durch die Grün- dung der gemeinnützigen Ä.G. für Angestellten-Heimstätten im Wege der Selbsthilfe den gewaltigen Gefahren zu begegnen, die durch die Versäumnisse kurzsicktigei Regie- r-.ingSstcllen für unser Volksleben drohen. Durch die fchlep- pende Erledigung der an den WohnungSvurband Groß-B-rlin zcrichteren Anträge ist die gemeinnützige Bautätigkeit gehindert worden. Die Versammlung mißbilligt«insbesondere auf das sckärsste die geradezu ungeheuerliche Kurzsichtigkeit � und den Mangel an sozialem Empfinden, womit der sozialistische Finanz- minister Dr. Südekum die Freigabe fiskalischen Geländes für den gemeinnützigen Wohnungsbau zugunsten von Villenbauten vereitelt. Es wird daher an das preußische Finanzministerium das dringende Ersuchen gerichtet, die ab- lehnende Entschcioung Dr. SüdekumS vom 8. November d. I. rückgängig zu machen und nachträglich noch die Mittel für au?» reichende UeoerieucrungS-Zufchüss« für das durch Dr. Südekum zerschlagene Dahlemer Projekt der oben erwähnten ge- meinnüt.iigen Aktien-Geseüschaft zur Verfügung zu stellen, außer- dem dafür zu sorgen, daß dem gemeinnützigen Wohnungsbau derartig« empörende Schwierigkeiten nicht mehr bereitet werden, wie das in der Vergangenheit der Fall gewesen ist. Die preußische Regierung wird ferner ersucht, endlich der Oeffent lichkeit eine Nachprüfung darüber oinzuräumen, wo der Wohnungsverband Groß-Bevlrn die ihm au» der preußischen Staatskasse zur Verfügimg gestellten Millionen getassan hat. da- mit die bcunrnhigte Oeffentl'ichkeit sich ein Urteil darüber bAden kann, ob bei der Vergebung dieser Gelder öfjenMche oder kapita- iistische Interessen gewahrt worden sind. schule, Schick': est r. 5. Auf se 100 L reilli.'assen ist ei« Per- tveter zu entsenden. AuS'.veise sind vorzulegen. Kleidernot. Die Schwierigkeiten in der Veschafsung vru Kleidungsstücken mehren sich von Tag zu Tag. Sie treffen auch bei den Wollwären und bei den Stiefeln, zu. Da? Ausland hat unS hermetisch abgeschlossen, so daß nur auf Um.vegen Ware brreinkommi In der Voraussicht dieser Sckwierigkeilen hat der Magistrat Neukölln in der städtischen BelleidungSstelle, Bergstraße 29, ein großes Lager guter He-ren-, Damen- und Kinder- kleidung sowie Wollwaren und Stiefel für die Bevölkerung be- schafft und bringt sig an jedermann zur Veräußerung. Die Ware ist nach der heutigen Geldwährung preiswert. Die Preise für Herrenanzüge bewegen sich zwischen 210— 890 Mark, die der Damengardcrobe von 05 Mark aufwärts, und die der Kinder- -np Stoffart i"— sung von G stell,: zu besichtigen. Die Keftckti-Zung \ zwang erfolgen. Die Bokleidungsstelle ist wochentäglich von 8 bis ! 6 Uhr ununterbrochen geöffnet- Der Magistrat Neukölln dürfte ' wohl die einzige Kommunalbchörde fein, die in so großzügiger Weise für die"Notdurft ihrer Bevölkerung hinsichtlich der Beklei- dung gesorgt hat. VolkSzählnngSerzcbniz Berlin-WilmerSdorfS. Nack, der vom Statistischen Amt der Stadt bewirkten eingehenden Prüfung der Erhebungspapiere sind vurch die Zählung vom 8. Oktober dieses JahreS für Berlin- Wilmersdorf 139 108 ortSanivefende und OSLO vorübergehend abwesende Personen ermittelt worden. ArbeiterkursuS für Zeichnen und Malerei. ES ist mit Freu- den zu begrüßen, daß sich bis jetzt für obigen Kursus, der in der Kunstschule Lewin-Funcke zu Chorlottenburg, Kantstraße 159 snahe Zoo), abgehalten wird, bereit» 40 Ge- nossinnen und Genossen gemeldet haben» Um Unklarheiten vor« zubeugen, sei mitgeteilt, daß jeden Tag Anmeldungen an den „Weckruf"�««�� Berlin SW. 48, Wilhelmstraße 28, Fernspr. Kurfürst 6312, erfolgen können. Freigabe einer besckilagnahmten Broschüre. Die am 28. No- vember im Verlag„Weckruf" erschienene und durch die' HilfS- Polizei des Berliner Polizeipräsidiums beschlagnahmt« Broschüre: „Hie Gewerkschaft! Hie BetricbZorganisation!" �Verfasser: Ernst Däumig und Richard Müller) wurde wegen Rechtswidrig. keit der behördlichen Maßnahme am 5. Dezember wieder freigegeben. Lazarettinsassen! Dienstag, vorm. 10 Uhr, Vollversammlung sämtlicher Vertrauensleute der Lazarettinfassen, ArbeiterbildungS. Ms den Srgsnisaljouen. Bezirksorganisation Bcrlin-Stadt. Nm Sonntag, den 11. Dezember, vormittags 9'/M Uhr, findet in den Gemariiiasälen, Chansseestraße 110, eine Verbands- Generalversammlung stall. Tagesordnung: i. Bericht vom Parteitag! 2. Wahl eines Schriftführers(Sekretär); 8. Ver- schieden«?. U.®. P. D.-GastwirtSangestellte. Mittwoch, den 10."De- zember, vormittags 10 Uhr, in der ArbdierbilldungSschule, Schick- ierjtraße 5, Zälsttag. Beranlwortlich für die Redalition Alfred WIelepp, Neukölln. 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