WW' 'LS M MülM AI##' lNÄ nttuiig' �knzelpreks 15 pfennkg ♦ 2. Jahrgang vkenstag, öen 15. Vczember 1919 Nr. 611/13 27$/ Mdeno-Tiusgave »�teibeti* rrtcbrint morsen» und nachmittao». an 5onn» und �taaen nur morgen» Der Beruasprei» beträgt bei freier Zustellung in» tau» Mir Groß-Beriin 4.— ZHw bei direktem Potlb�ua monati 4.65 07» bf« Aufteilung unter Streifband ifir Deutschland 6.50 M» für* Ausland 7.50 Ol» per Brief 12.50 M. Webofticm und(Spedition: Berlin RW. O, Tchiffbauerdamm 10111. Serusprecher: Am< Norden S8VS und 2896. &* 1%# ,etfoV KZg. einlsk, i ieI#* i KU&' 'Ä t«i E: irchstr-; MN»� n# .Utze« Jnferal« tosten die achtgefpalt. Nonpareille,e«l» oder deren Raum l�V DIL, kvortanzeige» da» fettgedruckt» Wort 50 Pf» ,ede» weiter» Wort 25 pf. iLeuerungStuschlag 70 praß. Bei Familien» u. l)er b■■ immm................ i.iiiwiii iiiwin i ni iii ii ii n iii iiiin ri hihi ii— ruTm----- rn i i im n mr im iii Iii iiiui imnwniin iiiiii i i il" n"'III i I Hill Iflii nwimri� "'" K- A vv' im Aus den Kriegsdokumenken. Die Ablehnung der VermittlungsvorZchläge. rd. Aus der Sck)ar der staatsmämiisch aufgeputzten Der FrKden In den R�ndsliaken gesicheri. T.U.Bonbon, 16. Dezember. Die britische Regierung erklärt amtlich, einen etwaigen 5.' m putschen Minderwertigkeiten" boiTlSU ragt als" einzige! Wunsch der baltischen und anderer Randstaaten, Frieden mit der Sowjctregicrung zu schlieszen, keinerlei Schmie- r i g k e i t c n in den Weg legen zu wollen. Die Lotiösnee Konferenz. London, 16. Dezember. fHavaS.) Lloyd George gab im Unterhause eine Erklärung über die Konferenz in London ab, wonach die Be- sprechungen, die zwischen den Vertretern Großbritanniens, Frank- reichs, Italiens, der Vereinigten Staaten und Japans abgehalten wurden, den Abschluß des Friedens mit der Türkei und mit Un- garn, die Adriafrage, die Ratifikation der schon geschlossenen Ver- träge und deren Ausführung umfaßten. Die wirtschaftliche und die finanzielle Lage wurde ausführlich besprochen. Um den Kurs- schwankungen, die die Interessen Frankreichs und Englands be- «inträchtigten, entgegenzutreten, hat die englische Regierung ihre Einwilligung zur Herausgabe der sranzdsischen Anleihe in Eng- land gegeben. Der Zeitpunkt, die Höhe und die Bedingungen dieser Anleihe sollen durch ein Abkommen geregelt werden. Die russische Frage tvar ebenfalls Gegenstand längerer Besprechungen. Die Alliierten waren in dieser wie in den an- deren pehandelten Fragen vollständig einer Ansicht. Es wurde beschlossen, daß die Konferenz in nächster Zeit wieder zusammentreten soll, um die Friedensbedingungen mst der Türkei zu bereinigen und alle Schwierigkeiten, die in der Adriasrage entstanden sind, endgültig zu lösen. Im Unterhaus wird«ine Debatte über die Konferenz noch vor Schluß der Wintertagung stattfinden. Aus der obenstehenden MMung geht nicht hervor, welche Stellung die Londoner Konserenz zum Hauptproblem der Verhandtungen. der russischen Friedens- frage, eingenommen hat. Lloyd George ist über diese heikle Frage mit der nichtssagenden Wendung über die voll- ständige Einigkeit der Alliierten hinwcggeglitten. Wenn diese Worte irgend einen Sinn haben, so nur den. daß in den Reihen der Alliierten tiefgehende Meinungsverschieden- heiten über das russische Problem bestehen, die jetzt not- bürstig verkleistert worden sind. Man geht wohl nicht fehl, wenn man den Beschluß der Entente, mit Litwinoff nicht offiziell über den Frieden zu veichandeln, vor allem auf den Einfluß Clemenceaus zurückführt. Dieser Beschluß wird rüdes England kaum daran verhindern können, jene ß uoK' &_ vcrsO�I Ä-i- erW* hr.'«L -"--Ä ü der «arn »ife m �t-iitLrUliU�UiytCUCII UUU XUX** tuyi Ui» Mflur von beinerkenswertem Wuchs der deutsche Botschafter � London, Fürst L ich n.o w s ky, hervor. Er besitzt ein fvlles Verständnis für die verhängnisvollen Fehler der �lerveichischen Serbenpolitik und er erkennt frühzeitig die 5nC'a')ren- denen die Berliner Regierung in ihrer frivolen '' zueilt. Seinem gepreßten Herzen macht er am Juli in einem Schreiben an den Reichskanzler Lust. Er �mu als erste Voraussetzung einer einigermaßen Erfolg im sprechenden Politik Oesterreichs an seiner Balkangrenze If-l/Cfn Vorhandensein eines klaren Programms,„das auf der Kenntnis beruht, daß der heutige staats- und Völkerrecht- «>e Zustand innerhalb der ferbo-kroatischen Bölkersamilie, xk einen Teil dieser nur durch die Religion, nicht aber durch Rasse gespaltenen Notion dem österreichischen, einen »deren dem ungarischen Staat, einen dritten der Gesamt- s»»barchi? und einen vierten und fünften endlich unabhängi- W Königreichen zuweist, auf die Dauer nicht haltbar ist". Ahnend erinnert er an die vorhergegangene Balkankrise, J» der das Bestreben, den geheiligten Statusquo aus Be- ?�emlichkeitsgrüwden unter allen Umständen aufrecht zu er- �lten, wieder, wie schon so oft, zu einem völligen Zusam- Anbruch des aus diesen Grundlagen erbauten politischen �rtenhauses geführt hat.„Eine militärische Züchtigung �rbicns hätte daher niemals den Zweck oder das Ergebnis befriedigenden Lösung der so überaus schwierigen süd- Frischen Frage, sondern bestenfalls den Erfolg, die müh- jrJF beigelegte orientalische Frage von neuem ins Rollen Urachs zu haben, um Oesterreich eine moralische Genug- »vg zu verschaffen." �Lichnowsky bezweifelt, daß Rußland ruhig bleiben und er glaubt mit Bcstinimtheit sagen zu können, es nicht gelingen werde, im Kriegsfalle öffentliche Meinung Eng.la n d s zu- j�llunsten Serbiens zu beeinflussen,„selbst „tch Herausbeschwörunq der blutigen Schatten Draga- und /■»es Buhlen, deren Beseitigung vom hiesigen Picklikum längst vergessen ist und daher zu den historischen Er- I in-v gehört, mit denen, soweit außerbritische Länder «'lkage kommen, man hier im allgemeinen weniger Ver- Scheit besitzt, als bei uns etwa der durchschnittliche Ovar- Äber der Botschafter predigt tauben Ohren. Wilhelm (voch wie vor der Meinung, durch den fortgesetzten Hin- auf die serbischen KönigSmörder die monarchische Re- J�ing des Auslandes beeinflussen zu können, und seine z Ntsmänner gehen unbeirrt den Weg weiter, den sie am hwsUli eingeschlagen haben. Herr v. I a g o w insbesondere sn einem vom 18. JUli datierten Briefe an den Skep- q g» in London das österreichische Bündnis mit einem Zitat [:! Wilhelm Busch zu rechtfertigen und skizziert die Grund- ">en der dentschcn Politik folgendermaßen: �.."Wir müssen sehen, den Konflikt zwischen Oesterreich und I zu lokalisieren. Ob dies gelingen kann, wird zunächst L" Rußland und in zweiter Linie von dem mäßigenden Einfluß| tewr Enientebrüder abhänaen. Je entschlossener sich Oester»! L? Zeigt, je energischer wir es stützen, um so eher wird Ruß- 1,7 still bleiben. Einiges Gepolter in Petersburg wird zwar i;w ausbleiben, aber im Grunde ist Rußland jetzt nicht schlag- dÄ Frankre# und England werden jetzt auch den Krieg nicht (.%'4eu... Läßt sich die Lokalisiernng nicht erreichen und � »it-„Rußland Oesterreich an, so tritt der casus föderis(Bund« A ein, so können wir Oesterreich nicht opfern." I iüiH v r feste Glaube an die englische Neutralität gehörte siksz Zutschen Programm, und deshalb will ihn auch Jagow; erschüttern lassen. Er war um so mehr von der k."gkeit seiner Kalkulation überzeugt, als Sir Eduard der die von Berlin geschürten österreichischen Plane kannte und mit einer friedlichen Beilegung des Kon- , Lfr1 rechnete, sich in jener Zeit sehr ruhig und zurück- �?."d äußerte. Alles, so setzte er dem deutschen Vertreter öh,,,�n ander, komme darauf an. welche Form von Genug- Äy1 ti � verlangt werde, und ob dies mit Mäßigung geschebe. i«»'|[0n,-iill ch aber auch, ob die gegen Serbien erhobenen An- auf beweiskräftiger Grundlage geltend gemacht wür- C' Auf diese Weise hoffe er. daß der Streit sich weiche bei- n lasten, denn der Gedanke an einen Krieg zwischen iorg##*" i mehr dem Frieden geneigte Politik fortzusetzen, die unter dem steigenden Druck der Arbeitermasse von der englischen Regierung eingeschlagen worden ist. Beweis: die heute wiedergegebene Erklärung Lloyd Georges, daß die Regio- rung einem Frieden der östlichen Randstaaten mit Rußland keine Hindernisse in den Weg legen würde. Der„Temps- über die deutsche Ankworluole. T. U. Genf, 18. Dezember. Der„Tsmps" sogt zu der Note De-utschlwiiids, daß bor To% derselben sehr k o n z i I i a n i gehalten sei. Die deutsche Regio» rung habe mit Ausnahme der Schiffsraumfrage alle Bedingun- gen des Schlußprotokolls angenommen. Der.TempS" sagt wei- I ler, daß die deuischen Delegierten schon am Dienstag nachmittag zur Besprechung der Schiffsraumfrage mit den Fachleuten der Entente sich trefsen werden. Die Entente habe sich also im Prinzip auf Verhandlungen eingelassen. Endlich bemerkt der „Temps", daß das Inkrafttreten des Friedensvertrages in die Nähe gerückt sei. vor dem Generalstreik in velglen. Paris, 16. Dezember. Nach einer Privatmeldung des„Journal des Delwis" au» Brüssel ist die Lage im Becken von Charleroi infolge der Streikbewegung fahr ernst. Der Streik st eh« im Begriff, �allgemein zu werden. Die Heizer und Mechaniker hätten j die Arbeit verlassen. Mehrere Gruben drohen zu ersaufen. Der Berichterstatter behauptet, die Bcrgarbeiten seien ohne Ankitzildi- gunz in den Streik getreten, ui.d die Grubenbesitzer beabsichtigten, Widerstand zu leisten, da erst im September Lohnerhöhungen be- willigt worden seien. H.N. Brüssel, 16. Dezember. DaZ Wirtschaftsministerium hat im Zusammenhang mit den Streiks die Verteilung der Steinkohlen übernommen. Es teilt mit, daß mit den Steinkohlenlieferungen aus Deut>chlaud».cht zu rechnen sei, da Deutschland statt der veren'bartc.r 1 7ro 000 Tonnen der Entente nur 700 000 Tonnen monatlich liefern könne. Die belgische Regierung werde die Aussuhr nach dem Auslande sperren. Es seien Maßnahmen getroffen, um das Ersaufen der Minen zu verhindern. Zum Schutze der Arbeitswilligen sollten Truppen aufgeboten werden. Die Forderungen der Bergarbeiter zielen auf eine Alters- Pension von 2 Francs täglich, einen achtstündigen Arbeitstag,«ine LSprozentige Lohnerhöhung für Arbeiter, die in den Graien arbeiten ins eine t.Vroj?n:ige Lob n.'e' gelang für Arbeiter, die an der Oberfläche tätig sind, hin. X europäischen Großmächten müsse unter allen Umständen zurückgewiesen werden. Die englische Regierung ging noch weiter. Am 22. Juli erklärte Grey dem österreichischen Botschafter, sie werde ihren Einfluß dahin geltend machen, daß die österreichisch-ungari- schen Forderungen, falls sie gemäßigt seien und sich mit bei Selbständigkeit des serbischen Staates vereinbaren ließen. von der serbischen Regierung angenommen würden. Und in demselben Sinne wirkte der englische Minister des Aus- wältigen auf Petersburg ein. Aber selbst diese Haltung Englands hatte nicht den Bei- fall Wilhelms II. An den Bericht, in dem ihm von den Aeußerungen Greys Kenntnis gegeben wurde, fügte er die Bemerkung, daß über die Art der österreicksisckien Forde- rungen nicht Grey zu befinden habe. Das sei Sache des Kaisers Franz Josef, und die Andeutung, daß es nicht möglich fei, auf Grund leichtfertiger Behaupuingcn in Belgrad Vorstellungen zu machen, versah er mit der Be- merkung:„Was ist leichtfertig? Wie kann Grey so ein Wort über den alten ehrwürdi- gen Herrn gebrauchen!" Von einer mäßigenden Einwirkung Teutschlands in Wien wollte er noch am 23. Juli nichts wissen:„W i e kä me ich d a z u! 0 e h t| mick) gar nichts nnl Was heißt unerfüllbar? Die Kerls haben Agitation mit Mord gc- trieben und müssen geduckt werde n." Tie An- nähme, Deutschland werde sich mit Forderungen, die offen- kundig den Zweck hätten, den Krieg herbeizuführen, nicht identifizieren, wies der Kaiser als unerhörte Zumutung zu- rück:„Das ist eine ungeheuerliche britische Unverschämtheit. Ich bin nicht beruf«». ä I a G r e y S. M. dem KaiserVorschriften'übev die Wahrung seiner Ehre zu machen." Der Wortlaut des österreichischen Ultimatums riß die englische Regierung aus allen Himmeln. Grey erklärte Lichnowsky, daß die österreichische Note alles übertreffe, was er bisher in dieser Art jemals gesehen habe. Ein Staat, der diese Bedingungen antrehme. höre doch eigentlich auf, als selbständiger Staat zu zählen. Er bedauert lebhaft die kurze Frist, die der serbischen Regierung zur Beantwortung gegeben sei, und spricht sich dafür aus. daß England mit Teutschland zusaimmen im Sinne einer Frist verlange. r u n g in Wien vvrstellia werde. Er regt serner an, daß für den Fall einer gefährlichen Spannung zwischen Ruß- land und Oesterreich die vier nicht unmittelbar beteiligten Staaten, England, Deutsch- land, Frankreich und Jtaliin, zwischen Rußland und Oesterreich-Ungarn die Vermittlung übernehmen sollten. Aber Wilhelm II. denkt nicht daran, auf diese Vor- schlage einzugehen. Die Zerstörung der Selbständigkeit Serbiens wäre ihm sehr erwünscht, denn:„es ist kein Staat in europäischem Sinne, sondern eine Räuberband e". Den Versuch im Wien, eine Fristverlängerung durchzusetzen, bezeichnet er als nutzlos und die Vermittlungsaktion der vier Großmäckste als über- flüssig, da Oesterreich Rußland schon orientiert habe und Grey ja nichts anderes vorschlagen könne.„J ch t u e n i ch t mit, nur wenn Oesterreich mich ausdrück- lick) darum bittet, was nicht wahrscheinlich. In Ehren- und vitalen Fragen konsultiert man andere nicht." Domentsprockzeyd ielegraphistrh. Jaaott am 26. Juli an Lichnowskvi »Habs VorschÄge Gr Edlvard Treh? Wien miizeteilt. Da Mtimatum heute schon abgeiüilft und Grch Bcenstorsf nach Zei- tungsnachrieinen in Ischl ist, glaube ich. daß Fristverlängerung »icht mehr möglich sein wird." Der Vvtsckslafter in London mahnt und Warnt. Am 25. Juli telsgrvphiert er privat an dm Staatssekretär v. Jagow: »Ich möchte Sic nochmals auf die Vedeutung des Grclischen Vonschlages oer Bcrmittlmig zu Vieren zwischen Oesterreich und Nußland huuveisen. Ich erblicke hierin die einzige Mög- tichkeit, einen Weltkrieg zu vermeiden, bei dem für uns alles auf dem Spiele steht und nichts zu gewinnen ist. LWehnen wir, so wird auch Gre>> sich nicht mehr rühren. So- lange wir noch nicht mobilisiert, ist die Vermittlung immer noch möglich und eine Beilegung des Streites, di'e für Oesterreich au» nehmbar ist. Unsere Ablehnung aber würde hier sehr verstimmen, und ich glaube nicht, daß, falls Frankreich hineingezogen wird, England gleichgültig bleiben dürfte. Ich rate vicch einmal dringend dazu den englische» Vorschlag anzunehmen und dies in Wien und Petersburg bekanntzugeben." In einem Telegramm vom folgenden Tage heißt es: w�Daß aus derartigem Vorgehen Lestemick) einen Weltkrieg hervorrufen muß, hat hier niemand bezweifelt. Halte Augenblick für gekommen. Vermittlung i-m Sinne Sir Eduard Greys eintreten zu lassen, was allerdings wohl zur Voraussetzung hätte, daß Oesterreich bereit, auf weitere Lorheeren zu verzichten." Alles ist vergeblich. Berlin beschrankt sich zunächst auf eine einfache Weiterleitung der englischen Vorschläge nach Wien, um die gönn zu wahren. Es denkt nicht daran, seinen starken Einfluß bei den- österreichischen Regierung in die Wagschale zu werfen. Erst zwei Tage später beginnt es ihin zu dänrmern, daß die Sache am Ende doch nickst so ungefährlich sei. Die zweifell�ste Haltung Italiens, und die Demonstrationen der deutschen Sozialdemokratie verstärken den Eindruck der LichnoN'skyschen Ratschläge. Aber auch jetzt noch wendet mau der Wiener Rocherung gegenüber nicht die nötige Energie an. sondern versucht England durch Versprechimgen zu g-eazinnov Bei bm arm erklärt dem eng- tischen Bostschatfer. daß Tcutschlaud keine territoriale Be- reicherung auf Kosten Frankreichs in Europa anstreben werde, und sichert die Integrität Hollands zu. Ueber Vel- gien macht er am 29. Juli schon sehr zweifelhafte Andeutungen, glaubt sie aber den Engländern durch die sehr allgemein gehaltene Andeutung über die Rttiglichkeit eines all- gemeinen deutsch-enAisck)en Neutralitätsabkommens in der Zukunft schmackhaft inachen zu können. Grey lehnt diese Zumutungen energisch ab, und schon bevor sie il?m bekanntgegeben waren, hotte er eine neue Warnung an Teutschland gei ickstet. Tie versetzt Wilhelm II. •in We fürchterlichste Wut. Die Bemcrkimgen deS Ministers, daß die Loge sich tittnrer mehr zuspitze, entlockt ihm den Eirtrüstuiivgsschrei:.DaS stärk st eundunerhörte sie Stück englischen Pharisäertums, das ich je jgesehenl Mit solchen Halunken mache ich nie«in Flottenabkommen." Und am Schluß der Mchnowskyschen Depesche entlädt sich sein Zorn in wildem Geschimpfe. »England dekouvriert sich tm Moment, wo e? der Ansicht ist, daß wir im Lappjagen eingestellt sind und svzusagcn erledigt! DaS neinein« Arämergesindsl hat uns mit Din6S und Reden zu täu» fchcm gesucht. Die größte Täuschung, die Worte de» Königs für »uich an Leiurich:„We«hall remain neutral and try to keep out of this aa long a« posslble". l'Wir werden neutral bleiben und versuchen, unS solange als möglich draußen zu hasten.) Grey straft den König Lügen, und trief« Worte an Lichnowskh sind der LuSfluß bcS böien GswissenS, daß er ftbcn das Gefühl gehabt hat, �UnS getäuscht gu Haben. Zudem lst e» tatsächlich«ine Drohung, 'plit Bluff verbundeiu Um un» von Oesterreich loszulösen und '«Ii der Mobilmachung zu hind.ern und die Schuld am Kriege zu zu. schieben. Er rverß ganz genau, daß, wenn er nur ein einziges, ernstes, scharfes, äburahnendeS Wort in Paris und Petersburg spricht und sie zur Neutralität ermahnt, beide sofort stille bleiben werden. Aber er hütet sich, da? Wort auszusprechen, sondern droht unS statt dessen l Genuiner Hundsfott l England allein trägt tri« Berantwortung für Krieg und Frieden, nicht wir mehrl Das muß auch öffentlich klargestellt werden." Also England war schuld! Die Art, wie Deutschland, nnbckünimert um die Rücksichten auf das übrige Europa, Oesterreich-Ungarn vorwärtsgepeitscht hatte, kam nicht mehr In Betrackst. Englischer Kräniersinn, englische Niedertracht Liicher unserer Zelt. Der große Moman Romain RollandS �Johann Christof'(Verlag Rütten u. LSimin� Frankfurt a. M.), der «m Lebensschicksal«ine» deutschen Musikers die tieß'ten Zu» sammeuhänge westlicher Kulturen aufzeigt, bleibt ein einsam »agendeS Monument unserer Zeit. Wer sich über den französischen Wichter, der auch im Kriege der Vorkämpfer friedfertigen inter- »ationalen Geiste» blieb, nnh die anderen literarischen Wegberei- iter de» neuen Frankreich(Gide, TIaudel, Sucre», Peguy) unter- richten will, der findet ein« akademisch gehalten«, aber aufschluh- reiche Eieifsihrung in die geistigen Strömungen de? heutigen Frankreich und fein zeitgenössische» Schrifttum in dem Buch« von Ernst Robert Tartin»(Verlag Kiepenheuer, Potsdam), da» stch möglichst an Tatsachen hält und den Mick vorwärts auf leine gemeinsame neue Geisteswelt Europas richtet, ohne dabei freilich bi» zu den sozialistischen Grundlagen durchzudringen. Aber dies« Einstellung fehlt ja der heutigen Literatur noch zumeist, auch wo die Intellektuellen oder Geistigen mit den sozialistischen und kommunistischen Ideen gefühlsmäßig sympathisieren. Ein sozialer ßeitschilderer von hohem dichterischen Range ist Jakob Wasser- mann, aber auch in seinem letzten Roman.Thr ist tan Wahnschaff«'(S. Fischer-Berlog)� kommt er doch nur zu einer krassen Spiegelung innerer und äußerlicher Geschehnisse im Schatten einer wurzellosen Mystik. Der junge und schöne Erbe feine» märchenhaften Reichtum» wendet sich von der reichlich ge- kosteten Welt de» Genüsse» ab und geht den Leidensweg des Er- loser», der Dirnen md) Zuhältern die Bruderhand reicht. In der Ueberfllhrung«ine» Lusimörder» und der Entwirrung krimi- palpsycho logischer Probleme verliert sich der Dichter allmählich iau» der geistigen Höhe von den Spuren Dostojewskis auf die Pfade de» Kriminal- und Detektivromans. Aber in der Fülle seelischer sfejtd allzu betont abenteuerlicher Verstrickungen, in der Schilderung de? menschlichen Elend? und verlocken- �e» glänzenden Scheins ist alldurchkreuzende Wahrheit ton dichterischer Kraft umklammert und gemeistert. Unter den Männern sind viele schwachverhüllt au» dem Leben zu erkennen, Vorbilder aus Industrie,'Gesellschaft und Theater. Von den weib- Ochen Gestalten ist die körperlich-seclisch« Prägung deS ermorde- ken jüdischen Mädchen? vollendeter alz die romanhaft gebliebene Tänzerin, der ganz Suropa zu Füßen liegt und die sogar die Politik de» russischen Großfürsten. Nikolai beherrscht. Ihr bunt- isthUlernder LehenSgang nimmt einen breiten Rauiy tn dem zwei- ilill» und HundSfötsigkeit, dm WcTtfricg �erausbcMvören. Daß russische Anregungen, eine Vermittlungsaktion zwischen Oesterreich und Serbien durchzuführen, ebenfalls von Deutschland abgewiesen wurden, ist selbswei'ständlich. Daß der von der französischen Regierung am 24. Juli ausgesprochene Wunsch, der Konflikt' möge lokalisiert bleiben, von Wilhelm II. als„O u a t s ch" bezeichnet wurde, dient zur Charakteristik dieses vortrefflichen Herrschers. Alles war daraus angelegt, den habsburgischcn Waffen Gelegenheit zu einem glänzenden Sieg über den kleinen Nachbar zu geben und es erregte bei dem Kaiser und seinen Staatsinänuern die stärkste Empörung, als sich herausstellte, daß Europa diesem Meuchelmord an Serbien nicht ruhig zusehen werde. Gleichzeitig stellte sich dann allerdings auch die Furcht ein. Aber da die Wut ein schlechter Ratgeber ist, und da außerdem jetzt die militärischen Stellen in der Sorge, uni ihren frisch-fröhlichen Krieg zu komnien, eingriffen, war nichts mehr zu retten. Das solange und so energisch vor- wärtsgetriebene Wien ließ sich nicht mehr zurückhalten. In Berlin mischtm sich Kriegslust und Angst und erzeugten eine fast lächerliche Kopflosigkeit. Das Unheil war rm Zuge und nahm seinen Lauf. Isings um lieinhacd. Oberst Reinhard hat sich nach seinem Abgang auf ein stilles pommerscheS Gut zurückgezogen. Tie alldeutsche Presse besorgt in der Zwisck>enzeit feine Geschäfte, häuft Anklagen auf Anklagen über die Regierung und greift vor allem Herrn Noske heftig an, weil er«ohne einen Fun- ken von Anstandsgefühl" sich dem Verlangen seiner'Regie- rungskollegen gefügt und den Oberst in einer beleidigenden Form verabschiedet habe. Um einen besonderen Trumpf ausspielen zu können, wird ein Protokoll der Vertrauensleute der Brigade Reinhard veröffentlicht, das auf eine Unterredung mit NoSke Bezug nimmt, in der sich die Vertrauensleute ein- stimmig für ihre Obersten erklärt haben. Wir kennen diesen Spuck. Tie Vertrauensleute haben im Noske-Heer ungefähr die gleichen Rechte wie die Küchenkommissio- nen zur Zeit LudendorfsS. Das heißt, sie haben nichts zu sagen und müssen lediglich ihren Namen dazu hergeben, um die Schiebungen von hinten herum zu decken, damit die Mannschaften nicht aufsässig werden. Eine Zeitlang mar das bei Reinhard anders. ES gab einige Vertrauensleute die mit einer eigenen Meinung heworzalreten wagten. Diese Leute wurden von Reinhard aber schnell erledigt. Er wanf sie zum Tempel hinaus und liefe sie durch solche Personen ersetzen, die willige Werkzeug« seiner Ge- sinnung sind. Die Kundgebungen, die von dieser Seite ausgehen, find also nichts weiter ails ein Komödienspiel. Es nmß schlecht um die sachlichen Gründe der alldeutschen Presse gestellt fem, wenn sie dem Abgang des Obersten Reinhard mit solchen demolgogischen Kniffen eine tragische Gestaltung zu geben versucht. Wir können bei dieser Gelegenheit nur das wiederholen, was wir schon mehrmals gefordert haben. Oberst Reinhard hat die Massenschlächlerei in der Frame, ö- sischen Straße angestiftet. Er ist noch für eine ganze Reihe weiterer Verbrechen verantwortlich, die unter seinen Direk- tiven während der Märzkämpfe in Berlin verübt worden sind, und die bisher ebenso wie der Matrose mm ad noch keine Sühne gefunden'haben. Oberst Reinhard muß daher wegen Anstiftung zum Mord unter Anklage gestellt werden. Denn Verbrechen ist Verbrechen I Znttge Seelenzemelnschafl. Der„Vorwärts" hat eS nicht übers.Herz gebracht, über den Marloh-Prozeß auch nur eine einzige eigene Zeile zu schreiben. Er druckte lediglich«ine längere Notiz aus dem„Sozialdemokratischen Pressedienst" nach und wurde dadurch von der gesamten rechtssozialistische Provinzpresse beschämt, die über den Prozeß mehrere Leitartikol brachte. Umso eifriger hat der„Vorwärts" dafür den Prozeß L i n d n e r ausgeschlachtet. Er tat dies in seiner sattsam bekannten demagogischen Art, die am besten dadurch ge- Den Tänzerinnen, die in miserer Zeit mehr denn je Augen und Sinne auf sich lenken, sind gleich mehrere Bücher jüngerer Dichter gewidmet. Erich K. Schmidt, den unser« Leser au» kleinen einprägsamen Skizzen kennen und dessen.Tag« am Meer" (Verlag Heinrich Minden, Dresden) Leben und Landschaft der Ostsee auf knappen Seiten voll Dust und Farbe schimmern liehen, nennt seinen jüngst erschienenen ersten Roman schlankweg.Die Tänzerin".(Verlag Oesterheld und Ed., Bertin)/ In einem sehr gepflegten Stil, der Auldruck eines verfeinerten Empfinden» ist und die bloße Nachahmung expressionistischer Mameren klug vermeidet, verströmt er da» ganze Leben aufblühender und welken. der JüngUngSliebe um eine Tänzerin durch Sehnsüchte, Ekstasen, Enttäuschungen und Entbehrungen, bi» er tot ist und sie im Jem-tlh ihres Ruhmes steht. Winbefctder Rythnru» dor Fußspitzen klingt auf. In diesen Menschen fiebert verzehrende Inbrunst jenseits der nur flüchtig angedeuteten sozialen Not. Die seelischen Flilktuatione« spiegeln sich in einer auch da» Zartest« feinfühlig behervschenden Sprachkimiist. Gleichsalls farbig bewegt, aber auf breiterem Grunde und ohne die lyrische Gsdurtdonheit zerslottern Max Krell» Paraphrasen über«ine Tänzerin in der Erzählung.D i« M a r i n g o t t e"(Verlag Ernst Rowohlt, Berlin). Romantischer Abenteuerzug, etwa» gewaltsam aufgekurbelt, jagt hier durch Länder und Menschen, Sprache und Gefühle wie bunte Bälle durcheinander werfend. Geg«n die poetisierte Tanzgött'n von phantastischem Ausmaß hebt sich ruhig und schlicht die prunk- loS geschilderte Wirtlichkeit de? Leben? und Werden» ab, wie ihn die tänzerisch auSerwählte Grete Wiesenthal an sich er- fahren utid in ihren soeben bei Rowohlt unter dem Titel.Der Aufstieg' erschienene» biographischen Aufzeichnungen bi» inS Kleinst« getreulich wiedergibt. Man spürt den zarten Hauch de? Glück» einer Kindheit, erste» Wiegen im Mondschein am Fluß, Freuden und Leiden der Ballettschule, selbsterkämpfte LoZlösung von den starren Formen, bis ein begnadetes Gesctityf voll Jugend und Sehnsucht, seineu Glauben an Gott und sein Ahnen vom Nicht» tanzt. Eigene» Empfinden im Rythmu» der Musik auszudrücken und sich selbst zu tanzen, mit den Schwestern im Reigen wie Blu- men aneinander zuranken, da? war Erfüllung dieses Lebens ohne schwelgerische Lust, aber voll Hingegebcnbeit und sanfter Güte. Frei von Eitelkeit und Pose spricht hier«in Mensch zu uns und über sein kleines Einzelschicksal hinau», sei er um der in Kunst und Leben bewiesenen Wahrhaftigkeit willen gehört. Und da» führt un? nun wieder gu der dichterischen Beschreibung einet weibliche» Leben«**» Atbrech» 1 ksnnzeichnet wird, baff die allbeuitsche Presse sich die„Vor- wärts"-5tommentare zum Lindner-Prozeß zu eigen macht, sie wörtlich nachdruckt und ihnen das Lab spendet, sie seien so vorzüglich, daß sich eine eigime Stellungnahme vom alldeutschen Gesichtsvunkt aus dazu erübrige. � Wir beglückwünschen den �Vorwärts" zu dieser innigst Seelengemunschaft mit den Alldeutschen. Die Einheit»- front zwischen der„Deutschen Tageszeitung" und dem Zonlralorgan der Rechtssozialisten ist so bezeichnend, dag auch wir es nicht nötig haben, ein Wort der Charakteristik darüber zu verlieren. Helfershelfer der Klasienjustiz. Die„P. P, St." haben sich der traurigen Aufgabe unterzogen» dem Urteil gegen den Genossen Kilian eine Rechtfertigung zu geben. Alle?, was sich seit dem 9. November in Halle abgespielt hat, wird dem Genossen Kilian in die Schuhe geschoben, sogar da! schauderhaft« Verbrechen, daß er versucht habe, den A.- und S-- Rat zum Träger der vollziehenden Gewalt zu machen. Auch für die Unruhen, die sich infolge de» Einzugs der Maerker-Truppen in Hall« Abspielten, wird Kilian ve-antwortlich gemacht. Ta sächlich sind aber diese Unruhen erst durch den Einzug Macrkers hervorgerufen worden. In Halle herrschte während des ganzen General- streik» musterbafte Ruhe' und Ordnung. Der General- streik wäre, ebenso wie in Leipzig, ohne jeden Zwischenfall ver- laufen, wenn nicht das provokatorische Auftreten der Regierung»- truppen die Bevölkerung zum Widerstand herausgefordert häitc- Gerade der Genosse Kilian hat sich um die Aufrechlerhaltung der Ordnung während des Generalstreiks äußerst verdient gemacht. Aber man wollte sich an dem 8. November rächen. Es wurde deshalb alle» gegen Kilian zusammengetragen, was sich seit dieser Zeit in Halle abgespielt hat. Sogar zu sein dehnbaren Par» graphen der Aufreizung zum Klassenhaß mußte num greisen, um eine Verurteilung zu ermöglichen. Es kennzeichnet die Methoden der ,P. P. N." treffend, wenn sie dieses Urteil ii* durchaus angemessen und gerecht halten. Und es kennzeichnet auch den.Vortväris", der sich tri« Auffassung der.P. P. St." zu eigen macht. Für ihn ist die Zeit vorbei, wo»Aufreizung zum Klassen- haß" ein Kampfmittel der bürgerlichen Justiz zur Niederhalte ng der sozialistischen Bewegung war. Er ist heute zum HclferShelst' dieser Justiz geworden. Eine Skimme zur verfohnun?. Der Bund der Kriegsteilnehmer unter den stanzt ' si sch e n Parlamentariern hat einstimmig folgend« Entschließung angenommen: .In Anbetracht der Tatsache, daß die Zurückhaltung der Krei g» gefangenen unS in die Zeit der Sklaverei, die wir für immer überwunden glaubten, zurückführt, und«inen unerlrüg' liehen Skandal bedeutet und«ine offenbar« Umnachtung de» menschlichen Gewisse»? darstellt, erheben wir wü Entrüstung Einspruch gegen die Gefangenhaltuug unserer Kameraden aus den Staaten, die unsere Feinde gcwest» sind. Wa« Frankreich anbetrifft, so fordern wir die KriegSteü- nehmer unter den Abgeordneten, ohne Unterschied der Partei, auf, eine energische Aktion einzuleiten und zu verfolgen, die umgehende Heimsendung aller Kriegsgefangenen zu erlangen. Derartig« Kundgebungen haben eine» weit prsktisclwreü Wert für die.Heimschafsung unserer Kriegsgefangenen�, auch Henri Barbusse in seiner„Höllek der trostlosen gierden durchleuchtet. Schließlich sei noch Gabryel« Zapo'ISka � wähnt, deren Eiho» sich ganz in soziale Tendenz" j m Besumxsunz pißhgnh�ter HgidlMeit. L» ü- Vreffestimme« zum Vmleilag. Iii. „Der Kampf", München. .®8 War immer die Schwäche der alten Sozial» timvkratie, dag sie cm wunderschönes Programm besag, und sie letzten Endes in den tagespolitischen Kämpfen doch nicht s�Ete, was sie mit ihm anfangen sollt«. Immer ging durch die Zutsche Sozialdemoirane der Widerspruch zwischen den Radikalen Beschlüssen und den politischen Handlungen, die ihnen niemal» entsprachen und auch in- Wsfe der bestehenden wirtschaftlichen und politischen lviach.verhält» alss« nicht entsprechen konnten. Co kam«S, dag unser Genosse �urt Eisner in seiner Wahlrede vom 12. Dezember 1918 erzählte, &! er oft zu seinen Freunden gesagt habe:.Da habt ihr das �surter Programm. Im«rsren Teile wird eine Herrbich« Zu- JJchtsweli ausgebaut, und im zweilen Teil« werden die praktischen �gcnwartöforderungen aufgestellt und bi» zum 7.JB. November m in der ganzen Zeit ist auch nicht ein einziger Punkt dieses vtvgrammcs durchgeführt worden. ,. iilehnliche Empfindungen beichleichen un» auch angesicht? des «o« Parteitage beschlossenen Aktionsprogrammes. Es wd nicht gesagt, was die Parteigenossen und die Arbeiter avgenbiicklich sofort tun sollen, um die politische Macht zu er- •"wn. Es wird gesagt, wa» sie einmal an einem kommenden tun werden oder tun sollen. Wir wollen wessen, wie wir � Parlament«, die Gewerkschaften und die Rät« anwenden •aussen, um untere Ziele zu erreichen. Sollen wir in den Pari» eat«n Reden zum Fenster hinaus halten, oder sollen»vir suchen, für die Arbeiter Post.'ivcS zu erreichen? W r haben 'wt gehört, wie unsere Partei die ErnährungSschwie- �Skeiten bekämpfen will, wie sie sich unser Vevhältni» zur gerade jetzt in diesem kntis6>en Augenblick. Di« kveiter können nicht auf den großen erlösenden Tag warien, st« Zäuchen heute Brot und Arbeit. Wir müssen wissen, wie wir mit �bewaffneten Reaktion des Landes, der Junker und jT Militaristen fertig werden, denn die Auffassung des Genossen »t*. t �et'st doch ziemlich isoliert, wonach uns die Reaktion gar ton. i ühr«, und wir feine Interessen daran hätten, die Republik �Vn den Ansturm der Reaktion zu verteidigen, wie der Genosse vurerding verlangte. Uber all« dies« Fragen ist nicht gesprochen to-L'?bwohb über sie am ieichtesien Einigkeit zu erzielen ge- wäre, denn hier handelt e» sich um Notwendigkeiten, die .» alle ohne Ausnahme angehen. Wa» dann, wenn die Entente stallen Teil van Deutschland besetzt und da» gesamte t'KhatSIefen verkümmern läßt? Auf dies� Frage haben wir m Parteilag kein« An. Wort bekommen, und doch ist sie di« bren- K1»ite des Tages. Man sieht, wir haben noch viel zu lernen, bi» wir da- tot. 4 men' �ar zu sehen, worum«9 sich handelt, und wo» wir toLi% tun haben. Wir haben noch viet zu lernen, bi» wir das l;ft verstehen:.Es gibt nur einen Radikalismus, und . Kr Radikalismus besteht darin, wa» notwendig ist, und was w wollen." ., In demselben Blatt schreibt«lbert Wtnt«, stm. über Jnternattonale: vlsi, dieser Entwicklung Rußland? von der Periode der awdlktatlvr zur Periode eines ZwifchenstcmceS von RAcver. tr, unb iiOlitifAfr f tTifRfirimfffRAhviff i ,alt verschrieben hat; Herrn wir müssen uns bei einem I�ingungSlosen Anschluß an Moskau auf den Boden eines Pro. ■inin» stell epi, das praktisch von den Bottfche.wisten längst auf- �«kben ist. Sie sagen ja in ihrem Manifest selbst, daß in Län- "i Mit politischer Demokratie diese von de» Arbeit««, in ihrem [mmvse benützt werden müsse. Der eigentliche Gegen- & ütttehi darin, ob Deutschland dieselbe Perobe der Diktatur swrnachen mutz wie Rutzla.«!. Die Auffassungen hierüber gehen ,»einandsr. Di« Schlichtung dieser wi'derstreitigenden Auffas- wird durch die Gescbichte erfolgen. Die Entwicklung in jssacland bahnt dies« Schlichtung bereit» an. Die Bolschcwiki k:, n ihre Methoden. Damit wird ein« Annäherung aller Ar. . terparteien«her möglich. Der Kampf dar Arbeiter kann heut« . r mehr auf internationaler Gmindloge evfvlgen. Di« Organi- t-wi ber Interna tion alle ist allevding» ein schtvover» Stück al? vielleicht das vorauseilende Gefühl gelten lassen bßG- Diese Anlkgaöe darf nicht überstürzt werden, wie Fritz «„i- �ücht müde wird, auszuführen. Sie mutz die Jnter- ,'ionale aller Arbeiter der Erde fein, also in»- , wndere auch die Arbeiter der siegreichen Ententestaaten um- 5tilüR..®enf wird ein ergebnisloser Versuch bleiben. Darum Nrbleibt er«un besten, bi» die Vorarbeiten für eine neu«, alle Arbeiterparteke'ci umfassende Fnternationale wert genug gediehen sing. Es ist heute keine Internationale möglich, die sofort aktiv nSfähig wäre und uns von allen Schlvierigkeiten befvoit. Auch die Moskauer kann uns nicht aus der Umktammerung der Eittente erlösen, um so weniger, als sich in Ltutzlcmd selbst Taktik und Methode der sozialen Revolution ändert und Rußland sogenarrnte Kompromisse mit der Entente abschließen muß. Rußland kann heut« nicht für unsere Taktik maßgebend sein, weil sich dies« nach der Eigenart unseres Landes richtet. DaS Problem der Internationale muß also mit klarer Ver- nunft erfaßt werden. Schon Ledevour bat betont, daß die Mo». kauar ihr Programm ändern müssen. Wir wollen ihre Antwort abwarten. Einisrweklen ist noiwenbig, in Deutschland selbst Klarheit über die sofort einzuschlagende Taktik zu gewinnen. In dieser Richtung hat d e r Parteitag nicht befriedigt. Er hat zwar«in Aktionsprogramm geschaffen, aber eS ist zu sehr auf kommend« Möglichkeiten oder auch Unmöglichkeiten als auf sofortige Notwendigkeiten eingestellt. Es genügt mcht, zu sagen, man müsse all« parlamentarischen Kampfmittel benutzen. Die Arbeiter fragen: wie und zu wclckem Zweck I Die Arbeiter wollen nicht aus den Augenblick der Machiergreusunz verlröstet sein. Sie wollen wissen, wa» jetzt im Innern und der Entente gegen- über zu tun ist, zumal wir wieder vor der Gefahr der Zer- trümmerung Dcnhchland« stehen. Leider bat sich der Parteitag mit diese« Frage sehr wenig beschäftigt. Das wird nachzuholen sein! „Volkszeitung für das Vogtland", Plauen 1 V. Di« Debatten waren heiß und bewegt. Keim: Stunde verrann ohne Zusammenstöße. ES waren mehr als nur die Reflexe un- serer im allgemeinen aufgewühlten Zeiten. Die 11. S. P. ist ein m den Feuern der Revolution gegos.eneS Parte.gebilde. In ihr glutet nicht nur din Wärme jent» revolutionären Wollen», daS sich in der tiefen Einsicht in die sozialen Triebiräf!« und sozialistischen Möglickkciden unserer Tage enrzü-.del hat. In ihr flammt auch das wilde hemmungslos« Feuer, daZ fnrchtbave Not, tiefste Er» bstterung und Enttäuschunz und heißes Woll n nach Schönerem und Größerem zur Mutter hat. Dieb mit robusten Armen sich regende rein GgfühlSmätztge der revolutionären Strömung in die Babnen zu führen, die historische Er- fahrung und marxistische Wissenschaft vorzcnclmet, daS ist die große Aufgabe, die vielleicht noch auf lange hinaus unseren Parteitagen gestellt sein wird. Die Svnthes« zwi- schen sozialistischer Wissenschast und rgvolu- tionärem Elan herzustellen, da» ist da» Problem, um dessen Lösung unsere Partei ringt und in inneren Kämpfen blutet. Noch ist diese Synthese nicht vollendet« Tatsache. Noch beeinflußt des Schiffe» Steuer in stärkstem Maße d.r Kompaß der Gefühl« und der Wünsch«. Um gleich eine» vorweg zu nehmen: Weder die innerpolitische Lage in Teutschland noch die international« Lay« scheint bei der Gruppe, di« mit zwei bis drei Dutzend Stimmen Mebrhnit unnnterbroäten den Parieitag zu de- herrschen suchte, zutvefsend beurteilt worden zu sein. Und dockt müßte die Betrachtung und richtige Beurteilung der allgemeinen politischen Lage bei der Festlegung der Kampttneihoden der Un- abhängigen Sozialdemokruhrtx erotische Komödie„Die unberührte Frau"(Verlag . iterheld) hie Verfasserin nicht von der stärksten Seite zeigte, aiit ihrem aufrüttelnden Roman aufs neue sich als eindring- • Sozialpsychologm erwiesen. Erich Baron. Reform des Geschichtsunterrichts. fe,, �'e bisherigen GcschiebtSlehrbvcher in den Schulen mit ihrer �M�ijollern. und Kriegsverherrlichung sollen für die IlebergangS- toi«, Sur gründlichen Umarbeitung weder benutzt noch ange- �asst werden. Falls der darauf abzielende Erlaß des Kultus- Z5r#%» an die Provinzialschulkollegien in unverklausulierter >>»> �aver Entschiedenheit mit den Lehrbüchern für Geschichte w. der wilhelminischen Aera aufzuräumen beahsichtigt. wäre er W. wärmst« zu begrüßen. ES ist wirklich h ö ch st e Z e i t daß wäj'ch aus den Schulstuben des republikanischen Deuiickland iene M'chtSdarstellungen verschwinden, in denen Hohenzollern- M�iSmiU», wiporialW! scher Chauvieris-mus � umib tendenziöse b»,s!")fllimpfutifl der proletarischen Bewegung di« tollsten i.uten "Wen hat. gW bi r GesiHichte dwrch die'«kille dieser GeschichlS? vom ebenso lächerlichen wie unwahren Standpunkt der tldn, aller auS betrachten lassen? Ein« Versugung. die mi k.' IJJi Aeue We�e auch in diesem Unturicht zu gehen, haue langst erfolgen müssen. l Lubfithiirff bei den Studenten. Ludendorff war bei Ausbruch ß? Nevolution bekanntlich einer der ersten, der von der Bild- ivwl"erschwand. Er floh nach Dänemark. AIS sich die Kon- nuJ 1 kür geschlagene Militär? besserte, war er wieder da, und b», redet er bei allen möglichen und unmöglichen Gelegenhetten. bei den.deutschvölkischen" Studenten in der Berliner ."dersität. Da wurde(wie einst im Mail) echte, Germanen- *«egeu tiswjlÄ» äiiaii ütmJüt. Haus* oihnung unter die berufenen Führer(Mickicl, mcrkste was?) und der Heldentod fürs Vaterland. Aber ach, sie leben noch alle, Wilhelm von Amerongen, seine sechs Söhne, der Luden- dorff und alle die tapferen Recken, die lieber andere für sich sterben ließen und neue? Verderben herausbeschwören— wenn nicht endlich doch noch ein neuer Geist die militärisch-akademischen Barden verstummen läßt. Tie sozialistische Studentenpartcl hatte zu einem Vortrag In der Universität eingeladen, wo die Herren Prof. Oesterreich, Dr. Kaisen und Dr. Kawerou über aktuelle Schulfragen sprachen. Zum Thema„Einheitsschule" wurde ausgeführt, daß diese nicht dazu dienen dürfe, eine Aussonderung und Züchtung geistig besonders stark Qualifizierter zu sein, sondern gleichmäßig Bildung in die breiten Massen tragen müsse. Tie Schulgemeinde müsse ein organisatorischer Aufbau sein, bei dem Lehrer und Schüler sich in engster Gemeinschaft befähigen sollen. Die Schule könne zu einer Pflanzstätte des„Pazifismus" werden. Denn die Art der Erziehung bestimme die Charakterentwicklung des Men- schen. Die Vorträg« wurden in der folgenden Diskussion aus- giebig besprochen. Der Bund entschiedener Tchulresormer unter den akademisch gebildeten Lehrern und Lehrerinnen erhebt öffentlich Einspruch dagegen, daß die„akademische Freiheit" dadurch verhöhnt wird, daß reaktionäre Professoren es sich herausnehmen dürfen, gegen Studenten, welche dxren unwissenschaftliche und unvornchme parteipolitische Polemik in soaennnnten„Vorlesungen" in offen t- licher, sgchlicher Kritik zurückvoien, �disziplinarisch" vorzugehen. In München kam eS bei der Aufführung von Wedekindl „Schloß Wetterstein" wiederholt zu Theaterskandalen. Antisemitische Teutobolde warfen aus die Bühne der Kammerspiele .Stinkbomben, ohrfeigten und beschimpften jüdische Besucher und | trieben die Roheiten so wett, daß die Vorstellung abgebrochen werden mußte. Die ehemalige„Kunststadt" an der Isar wird immer mehr zu einem Tummelplatz einer wüsten antisemitisch. reaktionären Hetze. Ellen Keys Freund« und Verehrer haben der schwedischen Dichterin zu ihrem TO. Geburtstage den Ertrag einer Sammlung überreicht, an der sich 14 000 Geber aus Schweden, Dänemark, Norwegen und Finnland beteiligt haben. Es sind 65 090 Kronen zusammengekommen, deren Zinsen Ellen Key auf Lebenszeit zur Verfügung stehen. Nach ihrem Tode sollen die Mittel für das Ruheheim verwandt werden, in das dann Villa Strand, die Woh- InlUig Ellen. Keys, pzuvandelt wellen joll» hätte gezeigt, daß unterer-parrei jeder weltpolitische Blick und je- des Gefühl für die internationale politische Situation fehlt. Dl» linkest« Gruppe hat sich an der Hand von Führern der K. P. D. bi? an jene Grenze fuhren lassen, wo Gefühlstriebe � und Sug- gestio» über verstandesmäßige Erwägung und marxistisch geleitete revolutionäre Energie siegen und die Politik bestimmen. Die Partei wurde mit bis an diese Grenze gerissen! Friseh-fromm-fröhlich-srei versuchen gewisse Kreise in der Vartei den merkwürdigen Brauch einzuführen, den moralischen Wert und die politische Zuverlässigkeit des einzelnen Partei» genossen nach der Haltung zu bemessen, die er zur dritten Internationale einnimmt. Wer möglichst laut für de» bedingungslosen Anschluß an die Sowjetgründung eintritt, dessen sozialrevolutionäre Gesinnung ist einwandfrei erwiesen. Wer aber Bedenken äußert, ist ein recht zweifelhafter Geselle und wert, auf den Schindanger der Parteiächtung gefahren zu werden. DaS Gothaer Parteiblatt, das sich in diesen Tagen einen wohlgesegne- ten-Schlaf aus den Augen gerieben hat, vertritt diese hochweise Unterscheidung mit ganz besonderer„revolutionärer" Schärfe. Sein« Ausführungen sollen unfern Lesern in einer der nächsten Nummern der Volkszeitung vorgeführt werden. Jede ersprießliche Klärungsarbeit muh unmöglich werden, wenn diese Methoden bei uns HauZrechi finden sollten. Jede Diskussion wird vergiftet, jede kritische Forschung fruchtlos ge- macht, wenn«ine bestimmte Meinung in einer Einzelsrage von vornherein zum Schiboleth der guten und wahren und wahrhaft rcvolulionären Gesinnung erhoben wird. Solch parteichässische und starikonservative Unduldsamkeit stapft in Kommißstiefeln im prangenden Blumengarien unseres reichen Geisteslebens. Sie muß bei längerer ungestörter Wirlfamkeit Verheerung in unseren Parleikörper tragen. Sie muß dahin' führen, daß jeder„brave" Vollsversammlunasredner den Stein gegen jede» hebt,- der auf Grund tieferer Einsicht in das ökonomische und politijche Gefell- schaftSget riebe Thesen ausstellen muß, die nicht ins augenblicklich belieb:« Konzept passen. Diese Unduldsamkeit ist die schwerste Ge- fahr für die orgoniscke Geschlossenheit unserer Partei. Sie kann dahm führen, daß eintritt, wa« Dißmaiin mit tiefer Aecvegunz der Stoeckerschen Gruppe mahnend vorhielt: Daß viele poluiich heimatlos werden, denen die Sache des Sozialismus und der proleta» tischen Revolution wahrlich nicht weniger als den andern a» Herzen liegt.,, Die Besoldungsvorlagen in Charlottenburg angenommen. Di« Charlottenburgev Stadtverordnelenversammilung be- schäfttgte sich gestern in einer außcrorventtichen Sitzung mit der Reugestaltuiia der Besotdungsordminq für fr.« slädt i|chcn Beamten und Angestellten, der Lehrer sowie mit der Erhöhung der Gehätler der besoldereu Maziftrarsmittgliedev. Den Bericht Ausschusses«% stattete Stadtverordneter Meyer(Dem.), der di« Eile, trat der diese Vorlagen ohne genügend,.' Durchvera tu! ig zur Verabschiedung kommen sollen, mit der Bildung der Einheit» gemeinde Groß-Berlin und dem drohenden Eingriff des Reiche»! rechtfertigte. Auch die sofortig« Erhöhung der Gehälter der Magiitrat»mitgl-r:der fei dringend notwendig. Da aber dies«! neuen Gehälter erst vom Bezirksausschuß genehmigt werden müßten, beantrage er, den Unterschied zivischen dem bisherigen und dem künstigen Gehalt solange als Te.uerungSzulag«! zu zahlen, bis die neuen Gehaltssätze genichmigt seien. In der Aussprache betonte Genosse Hertz, fraß die Unabs hängige Fraktion trotz der von ihr stetS bewiesenen Sympathie für ein« ausreichende Bezahlung auch der Beamten dem Vorlagen nicht zustimmen könne. Fhre Verabschiedung erfolge zu übers haftet und ohne jede Rücksicht auf die Gestaltung in den anderen Gemeinfren und die künftige Gestaltung der EinheitSgemeinfro.' Das gebe zu lebhaften Bedenken Veranlassung, denn wenn die ge- plant« Sperrverordnung wirklich in Kraft irrten würde, dann erfolge zwar in Charlottenlmrg und? nerkdorf die Neuregelung, aber in allem anderen Gemeinden nicht. Die Tatsache, daß nur diese beiden westlichen Gemeinden eine so große Eile mit der Verabschiedung dieser Vorlagen an den Tag Ingen, ruf« die be- rechtigte Vermutung wach, daß«S sich neben dein beabsichtigten Stimmenfang um die Gunst der Beamten mich um die Er« schwerung-der Verhältnisse in Groß-Berliit handele. Mit größter Entschiedenheit bitkämpfte Genosse Hertz die vorgeschlagen« Erhöhung der Grltälter der Magistratsmitglieder. Auch sie erfolge ohne jede Rück- sich! auf die" EinhcitSgemeinde, belaste diese mit großen Summen, obwohl ein Teil der Erhöhungen nur den Cha« rakter von hohem Pensionen für rüstige und im vollen Besitz ihrer Erwerbsfähi'ckeit stehende Personen halbe, die leicht in anderen Siellungen Unterkunft finden würden, für die also gar keine Eni- schädigung angebracht sei. Man wolle aber auch den Magistrat»« m-tgliedern eine wesentlich größere Erhöhung zubilligen, als den übrigsp Griwpen, das sei im höchsten Maß« unsozial. Die vorge- sck'laizenen Säße würdcki fast ein« Verdoppelung bedeuten» während im allgemeinen bei der BcfoldungSregelung di« Erhöhung! bei den höheren Gruppen immer geringer werde. Di« übrigen Fraktionen erklärten ihre Zustimmung zu den! Vorlagen, auch die Nechtssozialisten. die selbst gcaen die hoben Magistrats,,« bältor nichts einzuwenden hatten. Der Demokrai Otto wies ferner darauf hin, daß die Spcrrverordnung bereits dem Re i ch S r a r vorliege uiid sofort mit ihrer Verkündung in Kraft treten solle. Bei der Abstimmung wurden sämtliche Besoldungsvorlagen gegen die Stimmen der Unabhiin- gigen angenommen und. beschlossen, den besoldeten Magistrats. Mitgliedern und den Lehrern, denen die neun GebaltSiestsetzungen erst durch Beschluß der Aufsichtsbehörde genehmigt werden müssen, die Unterichiedsbet7ä''e vorlänssg als Te»eruna°zulage zu zahlen. Die Gebälter der besoldeten Magistratsmitglieder wurden dadurch mit Wirkung vom 1. Juli 1019 ab wie folgt festgesetzt: Stadträte: AnfangSgehalt 18 000 M., Höchstgehalt 24 000 M., Stadtschulrat und Stadlrat für Medizin: 13 750 M. bis 24 750 M., Kämmerer und Stadtiyndtkus: 20 760 hi? 26760 M., Swdtbnu- räte 28 000 M., Bürgermeister 30 000 M. und Oberbürgermeister 40 000 M. Gehalt. Zur Einstellung der Schnellbabnbanten Gesundbrunnen� Neu-vlln. Tie geplante Einstellung der Bauten an der SchneNahn Gesundbrunnien— Neukölln, die vor wenigen Wochen die Press« beschäftigte, wird zur Zeit beim Landgericht verhandett. Der Zweckv'rband hat einen vorläufigen Gerichlibcschkiß durch",' setzt, durch den die Schn« ll bahn- 0'»e soll s rast gezwungen wird, die Bauten weiter zu führen. Bei einer bereits siattgefundenttn Vcrhaud� lung kam da? Gericht zu keinem endgültigen Beschluß, wsil bei Rechtsvertreter der Unternehmerin, der ständig über die miserablen und liUdendorff-Paratle In der FISEIEX WELiTP HEFT 81 K«uAe neu! Fte»Wmcw" Hapliattfim Ttogfe,«7, ei, Very So« Uictvrial herbeigeschleppt hat, daS von dem Gericht erst geprüft «erden must. Wie uns mitgeteilt Mild, findet die nächst« Bere Handlung am 17. b. 3JI. statt. EZ bleibt also afyuwarlrm, zu wessen Gunsten das Gericht sich entscheider, ob es sich dazu auf- schwingen kann, den armen Kapitalisten der A. E. Ä.- Tochter- aesellschaft zu erklären, daß dem Profitinteresse einer kleinen Millionär-Clique da» Interesse der Allgemeinheit vorangeht. Wie uns weiter mitgeteilt wird, hat die Gesellschaft vor, den Dau gänzlich zu unterbrachen; die angefangenen Strecken sollen zugeworfen werden, Wenn kein Prüft winkt, dann raucht eben koin Schornstein. Der Herr Gerichtsvollzieher. Ein feit Februar d. Js. arbeitsloser Korbmacher, wohnhaft Graesestr. 8l, soll auf Antrag der Hauswirtin Beyer von dem Ge- richtSvollzieher Schacht Zwangsweile auS der Wohnung heraus- gebracht werden. Der Ärbeitslos«, der mit Frau und vier tan- der, davon zwei Säuglingen, sich die größte Mühe gegeben hat, durch das Wohnungsamt ein« Wohnung zu erhalten, wird in einer Weise von den, Gerichtsvollzieher Schacht belästigt und mit»Hin- ausschmeißen" bedroht, die«S notwendig erscheinen läßt, daß sich die maßgebenden Behörden mit dem rücksichtslosen Herrn etwaS ibeschäftigen. Wir möchten diesem Herrn den Rat geben, daß er sich als.Amtsperson' mit den einschlägigen Gesetzen und Vor- ordnungen vertraut macht und sich nicht auS Liebe zu den HauS- pgrariern in Gegensatz zu den Gesetzen stellt. Di« liebenswürdig« Hauswirtin Wwe. Beyer, die alv allein- stehende Person ein« Pier-Zimmer-Wohnung inne hat, könnt« frei der jetzt herrschenden Wohnungsnot ruhig etwa» mehr zu- sammen nicken; besser wäre es, wenn die honett« Dame mit einer L-wangSeinquartierung bedacht würde, ' Die Genossen dev Südostens, 4. Distrikt, haben einen schmerz- lieben Verliest zu beklagen. Moritz Mix, der Schwiegersohn Dheodor MetznerS, ist plötzlich verstorben. In ihm verliert die Partei ein Mitglied, welches in bescheidener Weise Viele» geleistet hat. Nahezu 15 Jahre war der Verstorbene AbteilungSiührer, stwner betätigte er sich in den städtischen Kommissionen. Me die BÖD« MMdMeMllllil verwaltungostell«: Salin 91 54, LInIenstr. 83,85. D-schaftszeit oon Dorm. 9 Uhr bi, nachm. 4 Uhr. Telephon: Amt Norden 185, 1239, 1987, 9714, Sonnmtafl, den 18.»«»«»de» 1010, abend« 0 Uhr, Versammlung ier Mekallsormer und Verus'saenosseu ,m Low,»Bild-Oft", WoldemarftratcTd. roze»»,»»»»,! L©Int dl« Herrn,«rwtjfd« geaiSl, xqedeo» fflrrjpre�cit z» Holle». 2. Dt.Z!..i!io>u ii. Berdand«. tni Bnmiyermngriejfntetten. Die Ortsverwaltung. Hn gewannt, werben fefn AnLenke« ft» Syren halten und seinem Pflichteifer folgen. Der große Brand i« der Jmperator-Diele hat die Aufmerk- samkeit von neuem auf unfer Feuerlöschwesen gelenkt. Wenn die Feuerwehr in die Verwaltung der Stadt übergeht, mutz auch die Feuerpalizei mit der Stadt zugewiesen werden. Feuerpolizei und Feuerwehr geHöven untrennbar zusammen. Und weil das beute nicht der Fall ist und die Feuerpolizei sich auf die Beobachtung der feuerpolizeilichen Vorschriften erstreckt, so weiß die Feuerwehr nicht, wa» die Feuerpolizei weiß. Das trat bei dem großen Brande in der Jmperator-'Diele besonder» kratz in die Erscheinung. Wäh- rend der Feuerpolizei bekannt war, daß in bestimmten Räumen große Benzolvorräte für die Notbeleuchtung lagerten, mußte die Feuerwehr das bei ihrer Ankunft erst mühsam feststellen und da- nach erst konnte sie ihre weiteren Maßnahmen treffen. Wäre die Feuerwehr mit der Feuerpolizei verbunden gewesen, so hätte sie von vornherein Kenntnis von dieser Tatsache gehabt und sie hätte ganz anders angreifen können. Was hier in folgenschwere Er- scheinung getreten, kann sich morgen wiederholen und zu den furchtbarsten Folgen sichren. Also schleunigst Verstadtlichung der Feuerwehr mit der Feuerpolizei l Versammlungen. Tempelhof. Ein« gut besucht« öffentliche Versammlung be> schäfligte sich mit der.Abwürgung de» kommunalen Arbeiter- ralS'. In interessanter Weise gab Gen. I r r g a n g einen Rück- blick über die gesamt« Tätigkeit de? ArbeiterratS und fand leb- haften Beifall, als er die verräterische Haltung der S. P. klar- legte. Sommerfeld vom VollzugSrat sprack über die zu- künftige Tätigkeit der Arbeiterräte. ES wurde lebhaft diskutiert. Ez wurde«in« Resolution einstimmig angenommen, worin mit Entrüstung Kenntnis von der hinterhältigen Abwürgung des kommunalen ArbeiterratS genommen wird und alle, die daran mitgewirkt haben, als Verräter der Revolution und des SWzialiS- mus gekennzeichnet werden. Die Versammelten versprechen, sich voll und ganz hinter die 2L.R. zu stellen, bis der endgültige Sieg errungen ist. ' Ms den Organl'aliouen. 8. Tistrikit. Mittwoch, den 17., abend« 6% Uhr findet in den stot» tunafölen, Elrausberger Str. 8, eine Konferenz aller im Distrikt töti' gen und interessierten Genossen und Genossinnen w Kommunaif.age» statt. Bildungoauzschuß 9. Distrikt. March envorstellung am 18. Dezember, nachm. 3 Uhr, im Rose-Theaier. Zur Aufführung gelangt T-ine» w rtlchen. Billetts sind bis Mittwoch abend beim Gen. Dohnt, Liedigstraße 36 lZigarrenladen) zu haben.— Di« Sitzung des Au»« schusses am 17. Dezember fällt aus. 16. Distrikt. Der Bildungsausschuß veranstaltet am Freitag In der Bocklbrauerei, Chausseestraß« 84, einen Kunstabend. Einlaßkarien i 1,— Mk. sind bei Max Barloben, Wiidenowstraße. Witt,' Pasewal« Ker Str. 1 und Wald, Pflugstraße zu haben. Teltow'BeesKrw, 1. sivestlicher) Distriki. ESmtliche Obleute der örtlichen Gewerkschaften und Rätekommissionen müssen umgehend ihre Adressen an den Distrikts-Obmann Max Hesseldarth, Schonsberg, Bahn- straße 28, übermitteln. NeukSllm Vollsitzung der Agltatlonskommission findet nicht Mittwoch, sondern heute Dienstag abend 6 Uhr Ideal- passage statt. Mittwoch, den 17. Dezember, 7 Uhr, Witgiiederver- sammiung bei Kiie-m(flehe Annonce). Bezirk Karlshorst. Mittwoch abend 7 Uhr Milgliederversarnmlung im Lokal von Schalk, Treslkow-AUee 83. Tagesordnung: Berich! vom Parteilag. Referent: Gen. Pfeiffer. Friedenau. Mittwoch abend. 7 Uhr, bei Klabe, Handserystt. KV-iN. Mtgliederversammlung. Bericht' vom Parteitag, Reseient: Wenoss« Freigang. verelnskaleuder. (Ehem.) Haupt-Gasfchutzlage, Adlershof. Mittwoch vorm. 11 Uhr Im Gaweikschaftshaus, Engeluser, Be.sammlung sämli icher arbeilsiosen Kollagen und Kolleginnen. Verband der Gärtner und Gärtnerriarbelter, Gruppe Blumem geschäftsangestellt«. Mittwoch abend 7>j Uhr im.Rheingold, Polsdamer Straß« 8(Mahagoni-Saat), Sruppenverfmnmluwg. Verantwortlich für dl« Redaktion Alfred Wi»lepp. Neukölln. Verlogsgenossenschast.Ftecheil'.«. G. m. b. H. Bertin.— Druck Ort Lindendruckerei und Vertag»gesellschaft m. b. H., Schisfbauerdamm 1°- PUPPEN mit und hör» SlrtfeuRg, grShte Sudwahl» dllliglte lp rette, von 60 Vi- an Iii tu den seinftrn ltunstwerlen. SnNeldrpuppen,»lolaltdantaften, Godelwlpicle Turnilpiel«,«pielloarrn teder«n blllla. Liste«rnti« und j:anle. A. Maas& Co., Wertin P, Martgralenftrast« 84 an der Liudenstrnbe. cocc<>oooooooooooo< Rosenthal SSmllicha Juetadschrlften. Märchen, Crrihlnneea, BUdcrbOcber u. ender« Werlte aus der Bucbaandlune ..Freiheit" in haben In der Spedition Niederelr, r oooooooooo< Nen ertchloa In 256. Aulinge' Hygiene der Ehe Aerztlldier FOhrer fflr Braut- und Eheleute ,oa Frauenarzt Dr. med. Zikel, Charlottenburg. * Au« d. Inhalt: lieber die Fronen-Organe. Körperlich« Chelanglichkeii d. Untaugllchkeit. Qeblr- o. Stillfähigkeit Frauen, die nicht heiraten solltenl etc.— Enthaltsamkeit n. Ausschweifungen*or der Ehe. Eheliche Pflichten, Keuschheit oder Polygamie? Hindernisse der Liebe etc.—•Krankheiten in der Ehe. Rückstände früherer Qeachlechtskrank- heiten. Vorbeugung und Anslecknngsscbutx,— Kdrpcrllche Leiden der Ehefrau. Entstehnng und Heilung der weiblichen Oelühlskälte. Folgen der Kinderlosigkeit. Gefahren späten Heiratens lür die Frau.— Neurasthenie und Ehe. Hysterische Aniülle Hygiene de« Nervensystems bei Mann und Frau etc. Besug geg. Elnsendg. v.M. 2.— od. Nachnahme durch Medizin. Verlag Dr. Scbwclior, Abt Berlin NW 87, Repltowpiatz 5. Allen Verwandten,| Freunden nrd Bekannten die traurige Nachricht. daB mein Inniggeliebter' Mann, unser lieber Vater und Schwiegervater Moritz Mix{ nach kurzem Krankenlager am 15, Der, 1919 sanft entschlafen Ist Elisabeth Mix. est Mitzwr, Otto, Bruno, Elsa, Käthe und Hetniuth Mix Alired u..Martha Frfclu geb. Mix. Die Beerdigung findet am Donnerstag, den 18. 12. 19 vom Trauerhause, Skalitzer Str. 59 b, statt, Die Beisetzung nachm. 3 Uhr auf dem Friedhof der Freireligiösen Gemeinde, Pappel-Allee 15' 16. 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