Elnzelpreks 15 psenntg* 2.?ahrganA Sonnabend, den 2d. vezember 1919 Nr. öl9 /B 2S2< Mnö-?lusgave Dl« irftf'tini metMio un»«m fem» u«Me(ll«iim imr morjnu Dir m�njsprri« beträft br'rtlfr AusteUung ins Hans fiu Graß-Nr�in 4.— UT� bei btTtfitm Postbezug munatl. 4�5 IM. boi Zustellung unter fireifbanb für Deutfchiaub «0 tn, fürs Ausland 7.S0 IM, per»rief I2J0 m. «»fcaftlon mtb«rveditisn: Berlin JJ®.«.«chiffbauerdanm, 19U*. «ernsprechee: Kmt Kerben 2SUtt unk SS»6s In'eeafe festen die achigeioaU. Nonpaeeillezeiie ober beten Bannt»20 CT L, worianzeigeA bas fetlaebnufte IPort Mpl. festes weiter« wort 25 Pf. lleuerungszufchlag?o Pro». Ret jamilien»n.verfammlnngsanzrizen fällt der Anschlag fort. Zuseratr für den darauf» foI»on»eU lag«ästen frätrstens bis S Uhr nachmittags bei der Expedition aufgegeben lein. SnlettteiulUteilimg: Berlin KW. 6, echlffb-mrrdnmm 19 gemlprecher: Kmt Karben 976S berliner J>rgQn Em neues deuW-mMes Menleuee ver Silllel der Sonlerrevoliilio«. ��Deutschland hat der russischen Gegeirrevolutisn m> �iktang jeden nur erdenkbaren Dienst geleistet. Ei h.'t «n Räuberhauptmann Awaloff. Vermont mit �fsein. Munition und Ausriistungsgegenstänben ver�-hen, ** bie Truppen unentgeltlich die dcutscl)en Eisenbahnen be- Eutzen lassen— in der Zeit der gröbton Verkehrsnot! Es M die Anwerbungen sür die konterrevolutionäre Armee °kSunstlgt und sogai� dem Ankauf deutscher Menschenware, �urch russische Usurpatoren vorgenommen, keine Schwie. Akeitm m den Weg gelegt. Obwohl nun das Abenteuer �«lmonts, trotz der großziigigen Unterstützung seitens �utschlandS. so kläglich zusammengebrochen ist, wird dai uedentliche Spiel noch keineswegs für verloren gehalten. «Z wird vielmehr in neuer Form fortgesetzt. So schreibt «Deutschs Allgemeine Zeitung" in ihrer heutigen Mor- dknouSgabe das Folgende: Wir teilten schon im Abenbltlatt vom Donnerstag mit, daß s i Teil der in Deutschland befindlichen russischen Soldaten wie- •r an die r u ff t f dj e Keebfron't g'e'b'e'« mochte, um •'Hen die B» l s ch e w i t i ju kämpfen. Sie haben gebe- «n die ehemalige Judcnitschfront entsandt zu werden, die noch *strhi, obwohl General Judenitsch selbst beseitigt ist. D e e A b. '»nsport wäre möglich, et kann jedoch erst e e- {�8 e», wenn die Entente damit einverstanden Dag Auswärtige A m t bat sich deshalb mit den veetre» �8 des veebandes bereit? in Verbindung gesetzt. Von dem Er- �ni| bce schwebenden Verhandlungen wird e# abhängen, welche "ehnahmen die Militärverwaltung ergreist. . Deutschland spielt also den Büttel der europulchen Konterrevolution. Nachdem die geschlagenen russischen puppen sich in Deutschland erholt haben, mit beuen Waffen ."o AuSrüstungsgegenständen versehen worden sind, wollen � wieder zur Front gehen. Die deutsche Regierung ist bc- rf}- den zaristischen Generälen diese Hilfe zukomme, zu jjvfcn, bettelt aber vorher die En-tente um genervte Zu- plinmung an. Ein verwerfliches, nichtswürdiges Tr»ib«t, jed� Tpur von Selbstbewußtsein vermissen lägt! *. Wenn nun die Entente dem Bittgesuch der deutschen psierung nachgibt, dann wird w kurzer Zeit de' Balti- «Krümmel von neuem aufleben. Dann wrrdcn nickt nur pisen. sondern auch deutschst Soldaten wieder nach dem >sten gelockt werden, alle Schiebungen und Betrügereien 7� neuer Form ausleben. Tie nach Teut'ck and zurück- Kehrten balti selfen Räuberbanden, d'eeu Führer immer nicht znr Verantwortung.st'oo'u sind, obwohl sie sich r* La-ndesverratZ und der Meuterei schuldig gemacht und r* Volksvermögen um Millionen von Mark' betcogen �ben. breniwn auf den Augenblick, wo sie wieder in Akt'vn können. ES tragt sich nur, ob die Arbeiterschaft auch h�mol wieder dem Spiele ruhig zusehen wird. Ihr rnier. plonglez sozialistisches Bewußtsein verbiatet es ihr. daß 5?utschwnd zum Büttel der russischen Konterrevylution pd. Wir warnen d>e Regierimg.-sich weiterhin als Hand- der zaristischen Generäle zu betätigon. �bönch der englisch-russischen Verhandlungen. Kopenhagen, 19. Dezembee. , Tiner amtlichen Mitteilung zufolge find die englisch. „"tischen veehaudlungen in Kopenhagen über den "«wusch p„ Kriegsgefangenen eegebniSlo» abgebeo- 7'» worden. ES sollen jetzt noch eine oder zwei Sitzungen statt. »u' u n aber die Entsendung von Lebensmitteln an die bei. Itirf«riegsgesanienen in Kuhland und über gegenseitig, Er. Vierungen in der Postvrebindung zu verhandeln. « Tlleichzeittg mit dieser Mitteilung veröffentlicht Litwinofs »' iange Erklärung, in der er eine Darstellung der«erHand. .>»rn ,jbt„np erklärt, al» der englische«eausteagle O'Gradp Trgebni« der Verhandlungen seiner Regierung»»»zmegr j'» habe er»ou dieser dir Weisung erhalten, alle Vorschläge *inosfs zurückzuweisen, fen.ee die von England gemachten Zu. p �"duisse rückgängig zu machen und ,a den ursprünglichen l-l b äge» zurückzukehren. Dir britische Regierung habe e» ah» ein Abkommen gutzuheißen, da» vorläufig abgeschlossen »nd da» einen teilweisen Austausch von Gefangenen vorsah. kJp konnte von Litwinofs nur al» Zeiche» dafür angesehen $1 ,tn' daß die beitische Regierung plötzlich den Wunsch hegte, die "ndlungeu abzubrechen. Lllwinofs lchlietj selnZ lKNL» M. Mrung damit, baß er die Verantwortung für den«ßs b r u ch der Verhandlungen der tz|i g I i( ch t o. Regierung zu. schreibt. Der Gewerlschaftsbu«i> vnd die Preis- erhölillllg für cedensmitlel. Die gegenwärtig wichtigste Aufgabe der Gewerkschaften ist der Kampf für die Verbesserung der Lebenshaltung ihrer Mitglieder und die Abwehr jeglicher Verschlechterung. Durch die jetzt erneut beschlossenen Preiserhöhungen für die wich» tigften Lebensmittel, wie Brot und Kartoffeln, wird die Lebenshaltung der Arbeiterklosse außerordentlich herabge» drückt, da die Gewerkschaften nur mühsam und unzulänglich durch Lohnerhöhungen einen Ausgleich für diese Preis- erhöhungcn zu schaffen imstande sind. Es wäre deshalb Pflicht jeder GewerkschaftSinstanz gewesen, sich mit allen Mitteln gegen jeden Versuch zu wehren, auf diesem Wege die Lebenshaltung der Arbeiter- klaffe zu verschleckstern. Mit. aller Entschiedenheit hätten in dieser Frage alle SlcwerkschvftSinstanzen, wenn sie sich nur von ihrer Pflicht gegenüber den Arbeitern und nicht von parteipolitischen Erwägungen würden leiten lasten, fordern müssen, daß eine Erhöhung der Preise nur nach vor. heriger Erhöhung der Löhne erfolgen dürfe. Statt besten haben wir die überaus bezeichnende Tot- flache erlebt, daß die h L ch st e I n st a n z der deutschen Ge- »verkichastsbewegiing. der Gewerkschastsbimd, mit Herrn Legien an der Spitze, dieser Frage vollkommen gleich- gültig gegenüberstand und nicht? getan hat, um diesen Schlag gegen die Arbeiterklasse abzuwehren. Diesen Kanips zu führen, blieb damals allein den Berliner örtlichen In- stanzen der Gewerkschaften überlassen. Jetzt endlich, nvchdem die Preiserhöhung be- fchlostsn worden ist, wacht der Gewerkschaftsbund aber doch schon auf und man höre und staune,„auf seinen Antrag wird die Zentralarbeitsgenreinschaft der Industriellen»nd gewerblichen Arbeitgeber und Arbeitnehmer Deutschland? am 23. Dezember zu der beschlossenen Erliöhung der Brot- und Kartoffelpreiise Stellung nehmen". So sieht die Interessenvertretung der deutschen Ar- beiter durch ihr« höchste GewerksckpftSinstanz ausl Dieses Verhalten ist mehr als ein« Einzeisrsck)eniiung, eS ist ein Symptom für die grundsätzliche Haltung dieser der rechtssozialistischen Partei angehörigcn Leute und ein ei- neidter Beweis dafür, daß dies« Herren, wie die recht?- sozialistische Partei überhaupt, nicht nur die Grund- sätze desSozialiSmue, sondern auch das gegen- w ä rt i g e materielle Interesse der Arbeiter- klaffe dauernd auf? schärfste schädigen. An den gewerkschaftlich organistertan Arbeitern aber liegt eS, gegen diese? Verhalten den allerschärfften Protest einzulegen. Sie dürfen auch gar keinen Zweifas daran lasten, daß die Arbeitsgemeinschaft von' ihnen n i e als eine Instanz anerkannt wird, die in dieser Frag« ein bevufvreS Urteil abzugeben berechtigt ist. ver neue RelchSVahlgesetzenM. Wie mitgeteilt wird, ist der Vorentwurf über da» zuktlnstige Reichswahlgesetz Im wesentlichen fertiggestellt. Seine Grundzüge sollen demnächst, also im Januar, veröffentlicht werden, um allen Volkskreisen Belegenheit zu geben, sich mit der Materie eingehend zu beschästigen. Angeblich ist eine Verkleinerung der Wahlkreis« vorgesehen, wa» den Abgeordneten die Pflege enger Beziehungen zu ihren Wählern wrsentlich erleichtern würde. Nachdem die Parteien und die Oeffentlichkeit zu den Vorschlägen de» Vorentwurf» Stellung genommen haben, soll eine endgültige Vorlage ausgearbeitet werden, di« dem Reichskabinett, dem Reichsrat zip* der Nationalversammlung zugehen wird. vi!* �' Briefe im Hugo Hmse. 99 vefieht die Absicht, eine Anzahl van Briefen yn-zo Hoase», in denen er sich über Fragen soAuriistischer Politik ausgesprochen hat, zu sammeln und sie der Oeffentlichkett zugänglich zu machen. Mr bitten daher dt» Freund« Haasr» und all« Benassen, di« sich tm Besitz solcher Briefe befinden, diese im Original oder in Ab- schrist an Srnst Haase, BerRiz VW%3, ArMnallee«S«In- .\ Um LeWg.. Von Ernst Däumig.' Unser Leipziger Parteitag hat eine schlechte Presse� Die reaktionären Blätter haben wegen seiner Beschlüsfq Tobsuchtsanfälle bekommen. Die liberalen Zeitungen! schleudern ob seines Bekenntnisses zur Diktatur des Pro- letariat? den Bcmnstralil gegen ihn. Das„Berliner Tagen. blatt" gab unserer Partei nach Annahme deS ne-uett Aktionsprogrammes den Namen„Neue Kommunisten". Die regierungssozialistijche Presse zetert in allen Tonarten. über unseren Parteitag. Sie kann uns die Toidsünde an ihrem Götzen„formale Demokratie" nicht vergeben. Tie ollen, ehrlichen Seemänner, die im Schutze eine? von scharf. geschliffenen Bajonetten umsäumten„Diktatur der Mitte" ihre politischen Geschäfte machen, markieren moralische: Entrüstung über die Diktatur des Proletariats. Der bürgerlichen Journaille kann man ihr Indianer- geheul über den Leipziger Parteitag nicht weiter Übel, nehmen. Si« hat die Klasteninteressen ihrer Auftraggeber mit der Feder zu verteidigen. Außerdem sind die bürger- liehen M eimriigssab rikanten viel zu wenig mit der Theorie de? Sozialismus und der proletarischen Gedankenwelt ver» tnaut, al? daß man von ihnen eine sinigermaßen objektiv« Würdigung einer Partei erwarten könnte, die in einer re- volutionären Epoche mit dem Sozialismus Ernst machen! will. Auch die regierungSsozTalistisckleu Parteiredaktcure dürfen natürlich kein gutes Haar an dem Leipziger Partei» tage lasten, denn seine Beschlüsfe. sind von Anfang bis zw Ende eiwe große Kampfansage gegen den immer rapider itt den Sumpf der Korruption hinabgleitenden Resormisozia- liSmui und die Praktiken der Noskepartei. Ueber die Preßottacken von rechts gegen den Leipzigs�' Parteitag könnte man ailso ruhig zur Tagesochnung übergehen. Das sind journalistische Aeußerungen des Klassen- kampfeS, der in dieser gährenden Zeit auf der ganzen Front in feiner vollen Schärfe eingesetzt hat. Ernster zu nehmen ist aber eine andere Folge- erscheinung de? Leipziger Parteitages: Er hat Opchl eine schlecht« Press« im eigenen Lager. Ein! großer Teil der unabhängigen Parteiorgane, in erster Linie die großen Blätter in Berlin und Leipzig, lassen! nur zu deutlich ihr Mißvergnügen über die Leipziger Be- schlllste merken. Da? gilt sowohl für das, was in, wie für da?, was zlwischen den Zeilen steht, wie auch für das, worüber man sich auSschweigt. Empfindsame Tcremiadon über daS„Niveau" deS Parteitages. Klagen dariiber, daß in Leipzig die Einzelfmgen der Tagespolitik nicht behan- delt worden sind, bilden daS Leitmotiv unserer Mißver- gnügten. Ja, zum Teufel, standen denn nicht Hinter- grimde der Debatde über Wege-und Ziele unserer Partei die große Weltkatastrophe, der Zusammenbruch der kapita- listischen Wirtschaft, die tausend leiblichen und seelischen Nöte des Proletariats? War denn nicht das Ringen um die Taktik unserer Partei, die doch auch die Mißvergnügten als eine revolutionäre Partei anerkennen wollen, getragen von dem leidenschaftlichen Streben, das Proletariat her» auszuführen aus dem politischen Sumpf, dem ökonomischen Bankerotte nnd dem sozialen Elend dieser Zeit? War dieser Parteitag nicht gerade zu dem Zweck einberufen worden, die Taktik der Partei zu klären und zu festigen, um daS Schiff der U. S. P. sicher durch die hochgehenden Wogen der sozialen Revolution steuern zu können? Nein, da» Mißvergnügen eine? Teils unserer Partei- presse ist darauf zurückzuführen, daß die reformistischen und opporwnistischen Traditionen der alten Partei noch nicht völlig au? den Köpfen vieler Parteigenossen gesthwiiiu. den sind, daß mem gewisse reformistische Methoden, die in bestimmten historischen Phasen der Vorkriegszeit ihre Be- rechtigung hatten, und damals auch mit der marristilchcn Theorie in Einklang standen, nicht preisgeben will ia dieser Zeit der Wcltkatastrophe, in der die r ev o l u t i o- n ä r e n Grundgedanken des Marxismus dem Prole- tariat nicht«indringlich genug klargemacht werden können, in der di« revolutionären Mittel und Methoden in deiv Vordergrund treten müssen. So schlecht die Presse für den Leipziger Parteitag! ist, so gut ist sie für di« unabhängigen Kritiker diese? Kou- gresse». Die elegischen Betrachtungen deS Genossen Hilfer� ding haben sogar in den Spolten der„D e u t Ich k gt Äli�uul MllatoMMSüs-.gfl* a%Kün« blatt" hat davon anerkennend Notiz genommen, der„Vor- wärtt" hat einen großen Teil abgedruckt, zwar in seiner bekannten hämischen Art, aber doch in der ausgesprochenen Absicht. Hilferding gegen die Leipziger Beschlüsse auszu- spielen. Durch die ganze rtrgieningssozicilistische Piesse geht ein Auszug aus Hilferdings Parteitagskritik, und man schreibt dazu:„Hilferding hat vollkommen recht... Hilferding bestätigt. waS w i r gegen die Unabhängigen Wieder und wieder gesagt haben. Er unterscheidet sich von uns in den springenden Punkten durchaus nicht" usw. Auch auS Genossen LedebourS Parteitagsartikel saugt die geg- nerische Press« einigen Honig. Von Ströbels Zorngepotler über die Leipziger Tagung ganz zu schweigen. Will nran den Leipziger Parteitag recht verstehen und wikbigen, muß man die Entwicktungsgeschichte' unserer Partei und ihre historische Aufgabe begreifen. Ich will versuchen, soweit das im Nahmen ein«r papierarmen Zeitung möglich ist, Geschichte und Wesen unserer Partei kn Zusamrivenhange nnt den Leipziger BesckMssen darzu- legen. Lloyd Georges Kanip'aiisage. Lloyd Georg« hat v«n Versuch gemacht, die Arbeiterpar- tei zu veranlassen ihr« Opposition auszugeben, aber gleichzeitig hat «r auch sehr deutlich zu erkennen gegeben, daß er den schärfsten Kampf gegen die Arbeiter führen werde, Wenn sie nicht so tun, wie er resp. die von ihm geführte Negierung will. Hatte er gehofft, daß sein energische» Auftreten imponieren und da» von ihm y wünschte Resultat zeitigen werde? Wenn«S der Fall gewesen wäre, müßte er jetzt ein« heftig« Tnttäuschung erleben, denn die Arbeiterpartei hat durch Henderson den Fehde-Handschuh auf- genommen. Henderson erklärt«, wenn national« Einigkeit zur Erringunz b«» Siege» während de» Kriege» notwendig gewesen sei, so sei auf der andern Seite de, Sieg de» Prinzip» auch notwendige Vorbedingung der Einigkeit. Für die Arbeiterpartei sei«ine Koali- tion» die nur auf dem Scheine der Einigkeit auf Kosten de» Prin- zip» basiere, unannehmbar.»Nationalisierung bedeute ern« unge. heure Vereinfachung unserer Politik. Nationalisierung ist da» große trennend« Ziel zwischen den Arbeitern und allen andern Politikern und wir können Lloyd George nur dafür danken, daß er den Punkt ganz klar machter Wir heißen die scharf« Unterscheidung zwischen der Arbeiterschaft und der de» Atzenden Klasse willkommen, zwischen denen die haben und dönen die nicht» haben. Ich hoffe, e» wird nun kein Gerat« mehr geben über Klassenvorurteile. Wa» bedeutet Lloyd George» Rebe ander» al» den Appell an da» Klassenvorurteil?" Während de» Kriege» sei da» System de» indwidualistischen Kapitalismus zusammengebrochen. Aber die ausgedehnte Staats» kontroll« fei bureaukrat'sch und schlecht durchdacht gewesen. Jetzt schlage die Koalition vor, diese» System fortzuwifchen. Dem widersetzte sich vi« Arbeiterklasse. Sie wünscht, die Industrie wie ein große» nationale» Unternehmen zu organisieren. Daß H«n» derson recht hat, wenn er von der Entschlossenheit der englischen Arbeiter zum Kampf spricht, geht auch daran» hervor, daß bw Bewegung für die Verstaatlichung der Bergwerl« kräftig«inge. setzt hat. E» wird«in« Propaganda über da» ganz« Land hin Anternommen. Smilli« erklärt« unter dem Beifall einer großen Vevsammlunz, daß er für die Natio.urlifierung eintrete, well sie im Interesse der Allgemeinheit so gut wie der Berg- «cheiter liege.»Wir werden unser« industriell« Macht benutzen, um die Rontrolle zu erhalten. Mr beabsichtigen die Bergwerke zu nationalisieren und wir werben dabei nicht stillstehen. Irgend etwa» muß irgenidwo brechen." In diese, Versammlung betont« Hemdvvson ebenfalls, daß die Arbeiterpartei begierig darauf fei, die Herausforderung fLloyd George») anzunehmen. Sie hat von der Koalition nicht» zu erhoffen äl» Opposition, falsch« Vertretung und Hinhalten. Die Stellung de» Premier- minister» sei die eine» Verteidiger» de» privaten Kapitalismus, und die Arbeiterschaft stehe einer Front der vereinigten Kapi» talisten und Prvfitmocher gegenüber. Weiter sprachen in der Versammlung Sir Lo Th tozza Mo-ney von der Unabhänzigen Arbetterpartsi und Georg« Goodenough von den Konsum» genossenschasten. Da» beweist, daß die gesamte organisiert« Ar» beiterschast den Kampf gewinnend zu führen gedenkt: Gewerk- schaften, parlamentarische Arbeiterpartei, unabhäng.ge Arbeiter- Part« und Genossenschaften. E» wird selbst Lloyd Georg« nicht leicht fallen,«in«, so mächtigen Gegner zu vernichten, umsomehr al» unvoreingenommen«, angesehene, bürgerliche Politiker, wie 3 B. der R chter Sank eh dem Parlament dringend empfohlen haben, au» allgemeinen Gründen die Nationalisierung gesetzlich festzulegen. tit ahgeiehnke SachveMiiö ge. Vor einiger Zeit haben wie einige ernste Worte an den par- lamenlarischea Untersuchungsausschuß gerichtet, well er den Dr. Grelling, einen der besten Kenner der unmittelbaren Vorgeschichte de» Kiiege», ul» Sachverständigen abgelehnt hat. Unsere An nahm«, daß der Untersuchungsausschuß sich zu unf.rer Kritik äußern würde, hat sich biZher nicht erfüllt, und e» haben jene Kreise Oberwasser behalten, die Dr. Grelling unerlaubter De Ziehungen zur Entente verdächtigen und den Eindruck erwecken, al» sei au» solchen Gründen die Ablehnung erfolgt. Nun hat Greving der.Weltbühne" neuerding»«in« Erklärung ütersandt. iu der ei heißt: 1. Ich habe nie, weder di-ekt noch Indirekt, in den ge- ringften Beziehungen zu irgendeiner Behörde der Entent« gestanden. 2. Ich habe nie«inen andern Gewinn au» meinen Büchern gezogen, al» die in üblicher Höhe mit meinem Der- leger vereinbart« Tantieme für jede« ve. kaufte Exemplar. 8. Die Gesamtheit dieser Tantiemen ist minimal im Ver- hältni» zu den Einnahmen, die die Kri«g»urhe&r, Krieg»- führ« und KriegSver länger«, dl« Ludendorfs und Genossen, au» ihren Büchern gezogen haben. 4. Sie ist mehr al» aufgezehrt worden durch die Der- mägen»v«rtuste, die ich infolge Twin« erzwungenen Abwesenheit von Deutschland während d« Kri«g»iahre erlitten habe. 6. Di« vorstehend ausgeführten Tatlachen wäre ich bereit gewesen, bei einer Vernehmung al» Sachverständiger vor dem Unt«rsuchung»au»schuß zu bekräftigen. E» wäre wirklich an der Zeit, daß der Ausschuß, an dessen Spitze nebenbei bemerkt, d« Rechtssozialist Dr. O u a r ck steht, der Oeffentlichkeit die Gründe für sein Verhalt«, bekannt gibt. Hilfe für die hlnterbliehene«. Die Angehörigen der in der französischen Straße er- mordeten Matrosen, die bisher noch keine EnüschädiaungS- anfpnüche gestellt haben, werden gebeten, ihre Adresse schnellsten» auf unserer Redaktion abzugeben. Wir werden sie an einen Berliner Rechtsanwalt weiterleiten, de: sich bereit erklärt hat, die Entschädigungsklage gegen den Staat anzustvengen, und zwar ist er bereit, dies k o st e n- los zu tun. Ter Klage können sich auch dieienigen Matrosen anschließen, die in der Französilchen Straße ver- haftet wurden und denen dabei Geld und Wertsachen von der Noskvgavde gestohlen wurden. Wir bitten um de« schleunigte Angabe der Aldressen, damit der Staat zur Er- süllung feiner Pflicht endlich einmal gezwungen wird. Helft den Aermsten der Armen» Genoff« ftunert hat in der Zkationalversammlung folgende Aufrag« angebracht: In furchtbarer Notlag« befinden sich die Armenrentner. Sic sind auf da» A r m e n a m t mit wöchentlichen Unterstützungen von B bi» 10 Mark angewiesen, angesichts eine» harten Winter» ohne Kohlen, ohne ausreichende Ernährung und Bekleidung, in- mitten«in« unvergleichbaren Teuerungtkris«. Ist die Regierung bereit, durch ein« srotzzügize Rrkchlhilf»- aktion dies« Aermsten der Armen vor dem»SUige« Untergang zu retten? Ziir die Onset der MllllSrfusNz. Genosse Kunert hat in der Nationalversammlung folgend» Anfragen eingebracht: 1. Während de» Kriege» und noch ihm wurden Tausend« von Männern und Frauen in militärisch« Schuyhaft genomwe«' wobei sie Stellung, Besitz und Gesundheit einbüßten. Für die Rechte der Inhaftierten wurde da» bestehende Schutzhaftgesetz all unzulänglich erkannt. Daher v« sprach die Regierung wiederholt. den Entwurf eine» neuen Schutzhaftgesetze» einbringe» zu wollen. Da» unterblieb bisher. Ist die Regierung jetzt bereft, einen derartigen Tntwurf d« Nationalversammlung bald vorzulegen, der den Anspruch«i Schutzgefangenen auf Entschädigung vorsieht? 2. In dem vor dem Berliner Militärgericht verhandck!«» Mordprozeh Marloh macht« der Ankläger nachstehende Aut> führung: .ES steht fest, daß die Erschießung der Matrosen W 11. März ungesetzlich war. Sie sind unschuldig erschossen. sind an mich Angehörige der Erschossenen in großer Zähl herai» getivien mit der Bitte, sie zu entschädigen. Ich bin nicht in de, Lage, da» zu tun. Allein ich glaube hier eine Vcrpflichiung J" erfüllen, daß ich die öffentliche Bitte auSsprech«, die Anzhörix«» zu entschädigen Denn eS ist die moralische und gesetzlich« Pssi# de» Staate», daß er da« Unheil, daß«nen Staat»bürger yXf fügt worden ist, soweit möglich— wieder cUt macht."— Wa» gedenkt die Regierung zu tun, um dieser �gesetzliche und moralischen Pflicht' de» Reiche» zu entsprechen? 3. Ist die R giernng nach den Ergebnissen de» Marla? Prozesse«— sowie nach zahlreichen anderen Erfahrungen«»l dem Gebiet« der M i l i t ä r j u st i z au» letzter Zeit— bercil- die Aufhebung der Militärgerichtsbarkeit, entsprechend dem Din»t und Wortlaut de» Artikel» 106 der ReichSversassung, unverzüglich zu bewirken? Ein' devische Hilfsorgauisailon ik die hunzeraden Kinder Oesterreichs. Di« Deutsch« Gesellschaft für fiaat»bürge»' lich« Erziehung"«läßt einen Aufruf an die gesamt« Pr«i!< Deutschland», unter Ausschaltung partsipol-itrfcher Erwäyunz«» nach dem Beispiel Heidellberg»,«n allem Städten Komitee» zu grü»' den, die im Mnvernehm«, mit den Behörden«in« umfasse»� Agitation für die Unterbringung der hungernden österreichische? Kinder in Deutschland entfalten sollen. Ausgehend davon, dak 80 000 Kinder in Oesterreich durch Hunger und Kälte zuzrundl gehen, selbst wenn all« Hoffnungen erfüllt werden, die Deutsch österreich auf die Hilf« de» AuSlande» fsfct, fordert der vom zahl' reichen bekannten Politikern und Staatsbeamten unterzeichne* Aufruf, daß die Stadtbewohner in Deutschland dasselbe für d* Hungerkinder Oesterreich» tun, wa» die deutsche LandbeoAkeru*f für die Hungerkinder der deutschen Städte tun muß. Alle» Eal» behrlich« soll restlo» in den Dienst dieser Pflicht gestellt werde» Die sich bilo enden Lokalkoinitee» werden gebeten, alle Zuschrift»" an die Deutsche Gesellschaft für staa:»bürgevkich« Erziehung, Sk»1* kin-Halens«, Lützen sträge v, zu richten/ in deren Händen t* Durchführung der Organisation liegt. Oer Abbau des sranzöWeu Wafisum Pari», 19. Dezember. sHavo») Laut.Eclair' haben die zuständigen Kommissionen der gierung einen Tnlwurf vorgelegt, der die Dauer de» Mill' tärdienste» auf zwei Jahre festsetzt. Die itaNenischen Sozialisten im Parlament. Laut„Gorrie* della Sera" erhielten in vier von neun Kommission»" der Kammer die Sozialisten die Mehrheit. 3" einer derselben wurde Turati zum Präsidenten gewählt. Amnestie in Finnland. Der sintvische Reichstag hat in b»j gestrigen Bollsitzung mit 125 gegen 68 Stimmen � Amnestie g« setz angemommen. & Q -Vorwöi klarte, L dom 22. Münchei lier u i d-rS.P des Sol Landau« ttodlkn 8. e t« Tot lvchen k öentralr Abeubsteru. von Btla Rövtsz. (Eistzig berechtigte llebertragung au» dem Ungarische» von Stefan I. Klein.) Um sechs Uhr abends saust di« Trambahn durch Vorstadt- Gassen. Unter den Bogenlampen steigen Fabriken, Werkstätten schwarz tn dt» Höhe, da» Licht bohrt in di« winterlich« Dunkelheit Tunnels, au» gabrikhöfen, Mühlenhöfen schleppen sich wimmelnde Menschenameisen über blasse Viadukte, in der harten Lust klirrt di« Glocke, und di« elektrische Barke reißt die befreiten Arbeiter mit sich. Im Leib de» Wagen» hockt aufgedunsen, aneinandergepreßt der Menschenhaufe, draußen ist es bitter kalt, hier drinnen aber, zusammengedrängt, an die Wände der Wagen gepreßt, im mensch- lichen Dampf der Stehplätze erwärmt sich der Abend; tiefe Stille, her Wagen klirrt, kreischt, die eisbeblümlen Fenster beben singend, di« schwere Stille im Wagen aber läßt di« Menschen eindösen; diese tütliche, verzauberte Stille, ähnlich einem Gedanken, der di« Hoffnungllosigkeit fühlt... Arbeiter sitzen, stehen im düsteren Schweigen. Nach der Ar- beit, nach dem verstummen schnaubender Maschinen, summender Schwungräder, da ihre Stimmen, ihre Worte nicht vom Gezeter der Werkstätt« überbrüllt werden, weshalb sprechen sie nun picht?... In der Ecke de» Wagen» fitzt ein junger Ardeiter, sein tn einen dicken Rock gehüllter Körper lehnt regung»lo« gegen die Wand, seine gesprungenen großen Hände rasten müßig im Schoß, sein kräftiger Kopf zuckt nicht, sein Gesicht ist hochgehoben, die jugendlichen Runzeln um Mund, um Augen beben nicht, und seine zwei braunen Augen schauen blaß bor sich hin, ohne Absicht, keinen Gegenstand erfassend, blicken ziel- lo», mit wagerechter Gleichmäßigkeit im verschlungenen Dunkel. Neben dem jungen Arbeiter sinkt eine in «in Tuch gewickelte Frau in ihre Röck«, di« dünnen, knochigen Hände ruhen«ms ihren Knien, langsamer Atem hebt und senkt unter dem Tuch die Brusi. ihr müde! Rücken fällt mager gegen die Holzwand, ihr fahle» Gesicht beugt sich au» dem roten Tuch. ihre grünlichen Augen gaffen starr, au» ihren stillen Pupillen strahlt zwischen die Menschen, über die Menschen der Ziellosigkeit Gleichmut. Neben der Arbeiterin sitzt«in grauhaariger Mann, auf dem alten Gesicht vernarbt« Wundmale, da» eine ist so wlig und schwarz, daß die Phantasie den Eisenstab sieht, der da» Fleisch aufgerissen hat, der schnurrbärt'g« Mund ist verschlossen. Muckt nicht, scheint nicht einmal zu atmen, unter den struppigen Augen- brauen blinzeln die Wimpern wie im Takt, öffnen und Wiehen sich ohne Neugierde, ohne Aufmerksamkeit, wie de» Atem» müde» Nacheinander. Etwa» weiter entfernt kauernd junge Mädchen, hocken an«inander geschmiegt, ihr« handschuhlosen Hände er- scheinen noch röter neben dem weißen Verband, in den sie den «inen oder anderen Finger gebunden haben, sie pressen sich an einander, friere«, vor ihren Augen rauchen undichte Nebel, sind diese verflogen, so leuchten klar« Kinde eauge». mit stechendem Wich, ohne Glanz, rfjn« Sehnsucht, ohne Frage Neben Kindern, Frauen, mürrischen Arbeitergesichtern andere Antlitze, eingebun- dene Mädchcnköpf«, von nach hintwärtlgeschobenen Hüten ertt- blüßt« Stirnen, in die Brust sich bohrend« bitter« Kinne... und in allen Gesichtern, stet» die weitaufgerissenen, schweigsamen Lugen, wie ihr matter Blick aneinander vorbegleitet, sich inein- ander verschlingt, nach anderen Richtungen staunt, und die schwüle Stille flutet au» der düsteren Dunkelheit in der gedankenlose« Augen Gefäß« zurück... Der Wagen holpert, klirrt, ein« sunge Arbeiterin wird gegen ihren Gefährten geschleudert, sie breitet die Arm« au», rückt sieb auf ihrem Platz zurecht, Gerüche mnstattera ihren Kaps, chr» Schultern.., Jutegeruch... .Wo die Maschinen surr««.,. Wo in di« Krallen der Stahl- fing« fleischig« Finger den Faden einziehen... Wo sich bi» zum Zerbrechen da» jung« Kreuz bückt.. wo di« violetten. gelben, blauen, weißen Fäden sich verstricke« und«rstarrt« Knoten in die beobachtend«» Pupillen stoßen..." .Jutegeruch... Wo Geivand. Hemd, Tuch erzeugt wird.,. Windeln, in die sich der Srwachsentn Leben hüllt..." Leise Weisen«rklingen unter dem Gewölbe der Dunkel- heit... vor mir schwankt«tn breitschultiger Arbeiter, der rasche Wagen saust mit un» dahin, umherirrend« Gerüche raunen d« Phantast« zu: .Die» ist G«rbergeruch... Wo die Arbeiter durch Lohe. Laug« waten.. Wo Pantoffel, Schuhe, Siiefel erzeugt wer» den.. Da» Leder, da» wasserschöpsende Räder treibt, au« Holz Werkzeug« zaubert, Tiere in gefügig« Arb»it»g»schöpf« wandelt, Eisenbahn und Schiff beisteht, de» Menschen übe» Leben»meer« befördert.." Der Phantast» Geruchifühler erschauern, werfen ihre Angeln nach einem Arbeiter, von dessen Brust, Haar, Hand Weiß« stäubt: «Die» ist Mchtgeruch... Wo in knirschender Kelsen mahlen- dem Rachen Weizen geschüttet wird... Wo in zitternder Luft Brotberge schweben... Wo müde Hände kneten,.. De» Leben» Manna. De» Wagen» schwärender Schoß jagt dahin, Arbeiterschultcrn, Blusen, Haar«, Bärte, Tücher, Weiberröcke winden sich durch- einander, und unter dem aufblitzenden Baldachin flattert � Lied:. .Die» ist Schwefelgeruch... Wo da» Licht entfacht wird.- .Die» ist öliger Metallstaub... Zerfasernde» Menscht fleisch knetet Eisen.", .Die» ist der Kohle GaS-Dampf.,. Wärmt da» B'"' auf da» e» nicht stock«..." .Die» ist der Geruch von Ingwer... Kaff««... Zucker. Wo der Pfad zum arbeitsschweren Alter ausgerodet wird-•, Geruch, Dampf, Staub flattern in de» Wagen» Kessel auf- Schweiß, Atem, Gewürz stürzen ihr« Lawinen in die Luft, � stummte Arbeiter, strotzend« Lebensbäume dampfen in düstt� Verwaistheit... Ich bleibe auf der Landstraße der Schienen zurück,' nebliger Ferne klirren die Arbeiterbarken, die«in« blitzt vorb�' dröhnend naht die andere, mein Aug«, mein Gaumen, mein Hirn, mein Herz sind voll de» Geschmackei, der auf mich niede*' gerieselt ist,«in neue« Gefährt mit zusammengekauert�" Arbeitern scheppert an mir vorbei, in schwarzer Höhe sprüht d> Leitung Funken, ein neuer Wagen taucht au» den Schleiern% Nacht, über der Leitung glüht«in Stern auf, di« Arbeiterbarks gleiten dahin, vor un», hinter un» blühen taumelnde Stern« Raum auf und erstrahlen über den Arbeiterwagen. Und e» umorgelt mich da» Evangelium: »Und siehe, der Stern, den sie gesehen hatten, ging � ihnen hin, Bi» daß er kam und stund oben über, da..." Die Wiedettehr der ßvnsk. Unter diesem Titel hat Dr. A d r l f B e h n«, unseren L�-"? al» Mitarbeiter wohl bekannt, im Verlage Kurt Wolff ein ß", (mit Umschlogzeichnung von Topp)) erscheinen lassen, dessen � hältnismäßig billiger Prei» von 8,50 M. auch der Arbeiters�" die Anschaffung erleichtert. Denn nicht kür Künstler, sondern l" da» schassend« Volk ist diese» Buch gedacht, da» in da» Gcia'". gebiet der Kunst eingesührt und den Hauptwert darauf legt, Boll wieder produktiv zu machen und di« Nachahmung* überwinden. Diese» für Arbeiter geschriebene Kunstbuch,, man zu seinen allgemeinen und kunstphilosophischen Betrachtung stehen, wie man will, ist«in umfassender Versuch, der 5?u»st � richtigen tragenden Boden wiederzugeben: der Ku n'st Volk. Vom Glauben und Willen zur reinen Kunst diktiert lss. den Ausführungen Behae», die de: Dichtung und Musik viele» schuldig bleiben, außerordentlich Schöne» und liche» enthalten, am schönsten wohl da», wa» er über di« Ar» tektur al» Kunst schreibt:.Die höhere Baulnst ist tiefst«% Leben» kraft. Bauen ist di« Weltkunst. Bauen ist di««temew, w# SBlufc Zum tludner-?rozeß. Die Lügen des„Vorwärts". Um« München wird un» geschrieben: L E< ist nicht wahr, daß das Attent t auf Luer ge- Man! war. fe» war eine reine Affekthandlung, ausgehst fiutch den Mord an E i» n e r. Auer war als Gegner t�er Revolution bekannt. ES dürste kaum bekannt fein, daß Auor schon im Dezember versucht hat, mit Hilf« von Soldaten- rüden cmS der Provinz Kurt Eisner zu stürzen. Der Plan wurde durch einen Aufall entdeckt und GiSner mitgeteilt, der im letzten-' tn CU H»tn5 drififte«, emfgeflä-r! Wurden. Bf« gntfifflefttntg dieses Prozesses kann deshalb nur all eine absichtliche Be- rinflussung der Richter bewertet werden.. In der Urteilsbegründung wird ausdrücklich gesagt, doß nicht festgestellt werden konnte, daß ein Komplott vorlag, daß daS Gericht davon überzeugt ist, daß Lindner in außergewöchn- licher Erregung gehandelt habe und daß«ine Ueberlegung bei ihm nicht vorhanden war. Trotzdem wurde er aber z» 14 Jahren ZuebtchauS verurteilt. Und der Angeklagte Frisch, ebensall» ein Mitglied de» revolutionären Lrbeiterrat», gegen den auch nicht der Schein eine* Beweise» vorliegt, bekommt wegen versuchten Totschlags drei Jahre, sechs Monate Gefängnis, p» � I»w*.ycii- Rnbel liegt auf den Straßen, nasser Dezombernedel. Nu« spärlich spenden vereinzelte Laie«« im klein« Umkreis Licht. De Läden Hab« gefdfioffen, drin«« berechne» die Kaufleute ihr Weihnachtsgeschäft...... � O, daß doch Flock* fielen und alle» iM tzmhklltzen. da» un» «ngtdt!—...& ■Vm"1 �"st. Di« Werk« der anderen Künste müssen behütet werden diese Hut schafft ihnen wiederum da» Bauen. Da» Gebaut« ikldsl»der steht in der Sonne, im 33 in» und Regensturm. Die 'whiteftm ist die einzige Kunst, d!« unmittelbar mit den EI«- �nten umgeht. Da» Werden der Welt ist«in Bauen und durch � von Weltlieb« erfüllten Mensch« baut die Menschheit mit � der sich volle nd«d«n Gestalt der Welt.' , Ein Buch de» Haffe» gvzen den.französischen Erbfrtnb' wird einer Fachzeitschrift.für derrtsche Schriftsteller und Schrift- verlangt. Irgend ein käufliche» Ji-dividium soll e» geg« vonorar möglichst al» I u g e n d s ch r i f t schreiben. Pfui T«fel J** diese Gesellschaft, in der sich Auftraggeber, Inserat« schluck« Zeilenschinder zu bezahlter nationalistischer Dreieinigkeit m "serer gllorreichen Republik die schmutzig« Hände reichen. Hänsel und Gretel. Da» Deutsch« Opernhau» bracht« 4?™ al» WeihnachtSgabe di« Humperdincksch« Märchenoper »vansil und Bretel'. De Musik de» Werke», Im» 1893 in Wei- unter Ruhard Strauß seine Uraufführung erlebte, ergreift heute noch unmittelbar da» Gemüt durch die Innigkeit seiner Melodik b!» in» VolkZliedhafte und durch die feingewebt« Poly- �»nie de« Stil», der niemals durch gelehrte Elemente beschwert 'cd. Verstaubte», übliche» Kulissengehäng« gab den äußeren 9h>nen. Di« Knusperhexe, von Henriette Gottlieb ge- zJ'H. war stimmlich und auch darstellerisch kein oig«geprägter harakteriyp. Da» El frieb e- Doop- Gretel, zierlich in �SUr und Bewegunz, kostete nicht den Zauber.mondgebglänzter' �ishik bi» in» Rührend-Ergreisend« au». Charlotte Uhr � Gast, zu unproportional für die Gestalt de» Hänsel, hätte , � Ii ka lisch Pix bubenhaften Akzente noch mehr in» Keck« steigern ,/yss- Im Anschluß wurden fünf Tänze mit teilweis« sehr ab» /�risfenen Bewegungsmotiven und ohne di« letzt« Gestrafftheit t* Rhythmus von einzelnen Gruppen de» Deutsch« Opern- �eit» vorgeführt. F. F. W. T»r»thea Alb» tanzt im Theater tm Lantwehrkasino am Zoo. . � Jungmädchengestalt, auf da» Podium wie auf«n« Wiesen- „.»dich verweh� entschwindender Kindheit nachtrauernd m der , �e de» Tanze«, lockendem Mai de» Leben»«irtzegenspringend . ionzender Scligkeiitz Vor diesem Bild der Anmut vergißt Technik, Ballett und russisch« Schul« und wünscht der groß« �ar per hüpfenden Bachantinn« von dieser edlen und echten �fachheu der Bewegung, di« Gestalt und Rhythmus innig ver- jz- StaatStheater wird d!« für d«»1. Dezember angesetzte '♦oerholung der zweiten MitiagSveran staltung verschoben. Die Karlen de halsen ihre Gültigkeit für dt« nächste, dritte ">osv«vanitaltuna am IL Januar.— Sie Muller. Meiner Mutter Hände stnZ» Von der Arbeit schwer. Dennoch streicheln st« so Nni» Wie niemand mehr. Meiner Mutter Haar ist grau, Müd oft ihr Gesicht. Doch, wenn ich ihr in'» Auge schau. Strahlt mir Sonnenlicht. Au» Brun» Schönlank».Sonnig«» Land Kindergedichte. Illustriert und mit einem lustigen farbigen Ein- band nach einem Entwurf von Georg« Groß. 8 M.(Verlag Paul Tassire r, Berlin). Kindlich heitere, manchmal volkllied- hafte Verse von Tieren und anderen Gespielen mit hübschen Zeich- nungen, die George Groß mtt leichter Hand in de» Text stveute. I« d«r Volksbühne wird die nächste Erstaufführung Frank Wed«kind» dreiaktiger Schwank»Der Liebeltrank' sein.— De Porstellmigen de».Götz', di« auch an beiden Weihnach tStagen gegeben wird, beginnen von Sonntag an bereit» um 6X Uhr, weil sie um 10 Uhr endigen müssen. Am dritten Feiertag« wird zum 50. Male»Maß für Maß', Anfang 7H Uhr, gegeben. V-lkSbShnenk-mzert. Der verband der Frei« vokksbülhnen veranstaltet am 2 WethnachtSfeiertag und Reujahr«- lag vormiftag»%12 Uhr in der Philharimoni« Aufführungen der Faust-Sinfonie unter Leitung von Si«gmund von Haulegger mit dem Philhanmonilchen Orchester. Mitwir- konde Ncibobf Larbmch-A artd der Dortmer Sängervevein Caeeilio. Melodia. Der Madrtzalch,« und da» Hekking-Trio geben«in volkltüwliche» Konzert am 21. Dezember, abend» 8% Uhr, in der Etadthalle. Im Stose- Theater wird am Sonntag, d« 28. Dezember, nachm. 8 Uhr, die Tragödie von Gustav Stahlbevg.R o f« From mhold' wiederholt. An den Abend« b'eibt da« Drama .Die im Schatten leben' auf dem Spielplan. Da« Kin» im Dienst der soziale« Propazauda. Der«ngNsch« Bergarbeiterverband hat ein« Summe von 20 000 Pfund Sterling zur Ausnahme und Vorführung von Filmen ausgeworfen, die die Arbeit in den Grub« zeigen und di« Zuschauer mit dem harten Lo» der Bergarbeiter bekannt mach« soll«. Di««nerschSpslich« Grldgrube. Nach einer auf amerikanischen Veröffentlichungen beruhenden Schätzung betrugen die jährlichen Einnahmen in den amerikanischen Kino« mehr al» vier Milliarden Mark. ®f« Erhöhung des Brotpreise«. Wie wir in der Press« lesen, find« über die Erhöhung bv» Brotpreise» infolg« der erhöhten Prämie für Ablieferung de» Brotgetreide« erst Anfang Januar Verhandlungen statt, so daß die Nachricht, daß der erhöht« Vrotprei» schon am 1. Januar in Kraft trete, nicht zutreffen soll. Gegen die fortwährenden Pr«i»st«igirungen der LeberSmitt«! und sonstiger Bedarfsartikel, die die Arbeiter schafi ständig beim- ruhigen und zu neu« Lohn forde nmge» herausfordern, muß Front gemacht»erd«.»» wird notwuGig Fi», daß dt» gesamte Arberterschaft dazu Stellung nimmt. Die falsche Adresse AtG ben Kreisen de« Personal« der»ußenbetrlebe da städtischen Gaswerk«, besonder» der Stand ausnehmer und de» Autom»tenkasfierer, geh«, un» vtelkoch Beschwerd« darüber zu, daß ihnen bei Aukübuna ihrer Täligleii durch di« Gasverbraucher vielfach Schwierigkeiten dereitet werden. Di« GaSvevbraucher lassen ihr« Unmut über die außerordentlich hohe« GaSpreis« an den Arbeitern und Angestellt« de» Gaswerke au». Man ist in weiten Kreisen der Aussassung, daß die hohen Gaspreise eine Folge der hohen Löhn« der GaSavbeiter seien. Da» trifft nicht zul Die GaSpreiSerhöhung« sind in oefier Lima in dem über- «iegendst« Maß« zurückzuführen auf die gewaktigen Erhöbt ingen de« Kohlenpreis«. Während bei Beginn de» Kriege» die Tonn« K-chl« frei Wert 18 VN. kostet«, betrögt der gojenwäctig« Prot» über 100 Mlk. Es ist unrecht, wenn der Unmut der GaSvev- brauchet den Angestellten de, OkMoeth gegenübee zum Ausdruck kommt. Fortgang der Arbeile« an de» Schvellbab«. vm Mittwoch fand beim Landgericht«tn Termin statt, u« in der Klag« de» Iweckverbande» geg« W»«. E G. weg« Weiterführung der Schnellbahn Neukölln— Gesundbrunnen zu entscheiden. Do, Gericht beschloß, daß die«.E.G. die erwirkte einstweilig« Verfügung, wonach der vahnbau»edterzuführen ist, anzuertennen Hab«. Eine Berufung geg« diese« Urteil ist zwair zulässig, doch es können Monat« vergehen, ehe da» Kammer» gericht sein« Entscheidung trifft, vi» dahin tan, als» weit*,- gearbeitet werden. Hier liegt ein Soldat 2. Klasse. Auf dem Garmson-Friedhof in der Hasenheide befindet sich in der 12. Reihe, Platz 15, Grad 25, ein den dem Miliäi.bnw aml V gelieferter Grabstein, dessen Inschrift ftmtet: Soldat 2. Klasse Robert Knitt»! geb.«,,,» gest..«»Ii Bekanntlich werden di» Gvabstein« to» dem Militärhaumn» für all« gefallenen K?ieg»!«llnehm«r unentgeltlich gestellt. Es ist unwürm östlichen OrtSteil M Fülle der Arbeit nicht mehr bewältigen kann, Mg den Organisakonen. Wilmersdorf. Der BißHim-gSauSschuß veramsialiet mar#* nachmittag 3 Uhr m der Aula der Oberreakschule am Seepaa eiive WeiihnachtSfeier. Eintritt skoown für Erwachi«ne a 1,60 vh lKiäider frei( sind an dar Tageskasse zu haben. Lichtenberg. Unler« außerordentliche Bezirtzskonferen, am M»» tag abend 7 Uhr findet nichl in der Aula Kronprinzenstraße, fondere im Zeichenjaal der Holteilchul«. Hstteistraß«. statt. Gngegangeve Schristea. JacqneS Sadoul, Hauptmann, Mitgl. d. frz. Militärmisiio» in Rußland: Briefe auS der Sowjet-Republit. Reni Marchand, Komsp- d.Figaro' Moskau 1918. und»Petit Parisien'l Warum ich mich der sozialen Revolution angeschlossen habe. HanS Land: Der neue Gott. Ein sozialistischer Roma» Verlag Berlm-Wien. Berlin SW.. Wilhelmstr. 98. 12. November. 1. Freiheit und Aufstieg: 2. Der StaatShan»- halt der Republik. Von D, Fritz Rag er. 8. Die Soziatpoliti» der Republik. Von Julius V r a r n t h a l. 4. Schulreform un» Volksbildung in der Republik. Von Otto Glöckei. ü. Di« SozialisierungSaktion im ersten Jahre der Republik. Von Ott» Bauer. Samtlich erschienen m der Wiener VolkSbuchhandlun« Jgnaz Brand u. Co., Wien VI, Gumpendorferstraße 18. Verantwortlich für dl« Redoktion Alfred WI»l«pp. Reukvll«. Veilagsgenossenschast»Freiheit".«. D- m. d. S-,«erltn.— Druck d« Llndendruckerei und B-rlagsgelellschaft m. b. H.. Schiffbau, rdamm 4» Dautscher Metallariialter-Vertianil Verwaltungsstelle Berlin. Todes»Anzei«e. Den Kollegen xnr Nncbrlckt, dnB inter Kolleg*, der MeUUerbdter_ Otto Sehmidt, Panicstr. 39. am 17. d. Mtv gestorbea ist Die Einäscherung findet am Montag, den 7?. d. Mta. nachmittags 5 Uhr. im Krematorium QcricbUtraSe slatt, Rege Bsteillgung wird erwartet Nachruf. Der. Kollegen tnr Nachricht dm* unser* Kollegen. der Scl1 0»"Ho||mut G|eje| Adlershof, am 17. d. Mts» die Arbeiterin Auguste Schmidt, Neukölln, Welsestr. IS, am 14. d. Mit., der Qrnrenr Oskar Eimke, Neukölln, Rlngbahnstr. 27. am K d. MU, der Werk» Paul Grothe, Leiekeab erger Str. 120, am II. d. Mts. gestorben sind Ehre Ihrem Andenken t Li« Optsvepwaltung. V er kflute 'tTät'oiaen. i'enster von 23.— an. Bettwäsche, Ltken vorkaut: billig Sperber, Zebde- nicker SlraBe 13. 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