EmMprew 20 Pfennig- 3.?ayrgang Vonnerstag, öen?. Januar mo Nr. 1/ A i � morgen-Tsusgavt Dt» �»ifjett* erscheint morgens nnd nackmittags, an Sonn» und Festtagen nat worgms Der Be�llysprei» beträgt bei freier Znstevvng in» Haus für Groß-Beriin 4.50 Vft- bti direktem Postbezug moncdU 5.�5 DU bei Zustellung unter Streifband für Deutschland 7.— DU fürs Ausland S.— DU p«r Brief 15— DL RffcoWo*«,d Expeditio«:»erlin NW. 6, echlffbencrdam« 10 m. Fernsprecher-. Amt Karben 2895 und»896. >fn<ö« Uitm Mt-qtz«sp«ll. r�npaitintw«« A bm. Smm«wfchl. Ä.20 OTt, d« rrttMiru*! Wort I II INI, i«6rt meiter» Wort 85 Pf.' jamilien..*> Grzim'sotionia artigen dir ochigespoltrne Nonpar-illkz«il» I-g. Ott, 8« Wtzodrackt» lvort 75 Pi, ieöes mcilere Wort gi pf. �nforatt für den borauf olqlnftrn log aiäfjta (pötcitnu Ms 3 Uhr nachmittags i» drt Expedition anfgrgsdon fst». Jnseraten-Abteilnng:»ertin NW.«.«chiffinmerdm»» R». Fernsprecher: Amt Norde«»895—»«,»788 Berliner-Organ t>er Vnabftättßlgen Svialömofmtie Beutjcttanös Das?ahr öer Revolution. Ein Jahr ununterbrochener Kämpfe, ein Jahr fort-, seiner Gesamtheit an Klassenbewußtsein und Kampf währenden RingenS des Proletariats um die politische und entschlossenheit erstaunlich zugenommen und daß seine revo wirtschaftliche Macht liegt hinter unS. In stürmischem lutionäre Avantgarde in den Kämpfen der sozialen Nevo- Tempo ging die Kurve der Massenbewegung bald auf-, bald lution ihren Mann gestanden hat. abwärts, und ebenso stürmisch vollzog sich der innere Klä- Bei der Feststellung dieser Tatsachen darf freilich nicht rungsprozeß in den proletarischen Massen, der die wichtigste verschwiegen werden, daß diese Avantgarde sich durch Voraussetzung für den Erfolg der proletarischen Revolution bildet. Den im Kampfe stehenden Masten hat dieses Jahr, nach den derauschenden Siegen der ersten Revolutionswochen »chlreiche bittere Enttäuschungen gebracht. Der Endsieg schien so nahe, so greifbar, daß die eingetretenen Rückschläge gar manchem als Anzeichen des Zusammenbruchs der Revo- lution selbst erschienen. Psychologisch war diese Stimmung begreiflich, doch unter höherem historischen Gcsichtpunkt mußte sie auf das schärfste bekämpft werden, weil sie die Aktivität der revolutionären Masten hemmte, und der poli tischen Gleichgültigkeit und Passivität den Boden ebnete Mehr denn je gilt es, daran festzuhalten, daß proleta rifch e Revolutionen nicht von Sieg zu Sieg stürmen, um ähnlich den bürgerlichen Revolutionen des 19. Jahrhunderts im Katzenjammer langer Reaktionsperioden zu enden, son dem daß sie, eng verknüpft mit dem ganzen Gewicht der zu politischem Bewußtsein erwachenden proletarischen Masse hch vorwärts bewegen mit der Gesetzmäßigkeit eines Natur Prozesses, um. Stufe nach Stufe sich erhebend, der in Skia- venketten schmachtenden Menschheit die Befreiung zu bringen Bon den Rückschlägen, die die revolutionäre Bewegung in Deutschland in diesem Jahre erlitt, gilt dasselbe wie von der deutschen Revolution selbst: sie traten ein, ohne daß es zu einem offenen Kampf zwischen Bourgeoisie und Proletariat gekommen wäre. Die Revolution fiel dem deift schen Proletariat zu schnell als reife Frucht in den Schoß, als daß es verstanden hätte, die Errungenschaften dieser Re Solution festzuhalten und sie im Sinne des Sozialismus auszunutzen. Dieser Mangel polftischer Reife und revolutio- närer Ziclklarheit führte zwangsläufig eine Verschiebung der gesamten Situation zugunsten der ökonomisch herrschenden Nesellschastsklasten herbei. Die Ergebnisse der politischen Revolution schrumpften auf das Maß jener Zugeständnisse zurück, die die wirtschaftlich herrschenden Klassen: das Kapi- tal, der Großgrundbesitz, die Bauernschaft den arbeitenden Klassen in Stadt und Land machen mußten, um den Pro- duktionsprozetz aufrechtzuerhalten. Die wirtschaftliche Revo lutton jedoch, jene Revolution, die durchgesetzt werden sollte, nachdem das Proletariat die politische Macht erobert hatte, jieß sich nicht verwirklichen, weil breiten Masten deS arbeiten cn Volkes die Erkenntnis der Notwendigkeit der sozialisti- hen Umgestaltung Deutschlands mangelte und weil die Wirt' zftliche Katastrophe, in die das Reich durch die Wahn- lige Kriegspolitik der herrschenden Klassen und durch die „derlage getrieben worden war, die Schwierigkeiten der teilen Revolution bergehoch anschwellen ließ. Auf diesem Hintergrund« vollzogen sich die flütmi' !N Massenbewegungen, die mit wechselndem Er da? verflossene Jahr ausfüllten. Gemessen an den ingen, die das kämpfende Proletariat an die Revo- geknüpft hatte, waren ihre Ergebnisse gering. Dock esamtbilde der Entwicklung, die daS deutsche Proletariat letzten Jahrzehnten durchmachte, bedeutet daS erste der Revolution einen Höhepunkt, an den auch die am en links stehenden Elemente der Partei noch vor Jahren in ihren kühnsten Träumen nicht gedacht Gewiß ist eS vor allem dem Weltkrieg und seinen rührenden Folgen zuzuschreiben, daß die deutsche Ar- oeyiing aus ihren früheren geruhigen Bahnen her- und in stürmischem Vorwärtsschreiten die theoreti- .undsätze des Sozialismus in die Praxis umzusetzen tracytet� j�j. nicht nur das Heute miterlebt, sondern rückschat�� gnch das Tempo der früheren Bewegungen wißt, als eines der größten Ergebnisse des verflossenen Jahres Ii, Datiache buchen, daß das deutsche Proletaxigt ist. mancherlei Irrungen und Wirrungen ihren Weg bahnen mußte. Auch sie konnte keine„fix und fertigen Utopien" ver wirklichen, auch sie vermochte sich nicht dem Zwang der realen Machtverhältnisse und der Einsicht in die ökonomischen Grundlagen der Revolution zu entziehen, die hemmend auf ihren vorwärtsstürmenden Willen eimvirkten. In schmerz haftem Ringen zwischen Willen und Erkenntnis, in sicher. hafter Arbeit um die Sammlung der Kräfte und Schaffung der proletarischen Organisationen, im Toben des Bürger. krieges und des proletarischen Mastenkampfes schmiedete die in der Unabhängigen Sozialdemokratie vereinigte revolu tionäre Avantgarde der deutschen Arb�terklüsse die Waffe ihres Aktionsprogramms, ihrer den deutschen Verhältnissen angepaßten Taktik, die sie weiterführen soll auf der Bahn der poliischen und sozialen Revolution. Diese grundlegende Tatsache muß bei allen Betrachtun. gen über die künftige Entwicklung der deutschen Revolution in den Vordergrund gerückt werden. Aus ihr ergibt sich, daß daS verflossene Jahr nicht nur Veränderungen im staatlichen Leben herbeigeführt hat, die eine breitere Grundlage für den proletarischen Machtkampf bieten, sondern daß das deutsche Proletariat selbst sich der besonderen Aufgaben bewußt zu werden anfängt, die ihm im Gesamtprozeß der beginnenden Weltrevolution zufallen. Die Erfahrungen des ersten RevolüttonsjahreS haben in zwiefacher Hinsicht aufklärend gewirkt: sie haben immer brei teren Kreisen des deutschen Proletariats die Erkenntnis bei gebracht, daß die von rechtssozialistischer Seite betriebene Taktik der Koalition mit dem Bürgertum zu Ungunsten der Arbeiterklasse ausschlägt und die Arbeiter immer tiefer in den Sumpf einer würdelosen Bedientenpolitik vor dem Ka pitolismus hinab stößt: sie haben aber andererseits auch ge- zeigt, daß die schablonenhafte Uebertragung fremdländischer Vorbilder auf die Praxis der deutschen Revolution nicht för- dernd, sondern hemmend auf sie einwirkt, und daß es Auf- gäbe der revolutionären Avantgarde des deutschen Prole- tariats ist, eine Taktik zu befolgen, die der Eigenart der ge- schichtlichen Entwicklung und der Klassenstrukwr Deutsch- lands ebenso Rechnung trägt, wie der Kompliziertheit der gesamten weltpolitischen Situation. Welche konkreten Formen diese Taktik annehmen muß, hängt von der Entwicklung ab, die die innere und äußere Politik in den nächsten entscheidungsschweren Monaten nehmen wird. Es kann keinem Zweifel unterliegen, daß das unsichere Gleichgewicht, daS die innere Situation Deutsch- lands kennzeichnet, nicht mehr lange anhalten wird. Und ebenso unterliegt es keinem Zweifel, daß die weltpolitische Situation durch die auch für die Entente brennend gcwor. den« Regelung der Ostfragen eine starke Verschiebung er- ähren wird. Unter diesen Umständen kann recht wohl eine Situation eintreten, die dem deutschen Proletariat die Bahn ür eine neue Phase aktiver revolutionärer Politik öffnen wird, einer Politik, die es der deutschen Arbeiterklasse er möglichen wird, mit gesammelter Kraft und geschärfter sozia- istischer Erkenntnis den Abwehrkampf gegen die steigende Welle der Konterrevolution aufzunehmen und die unge- brochene Kraft der russischen Bauernrevolution in die Wag- chale des Kampfes gegen die heilige Allianz des Kapitals zu werfen. 8 Es kann so kommen, es muß nicht so kommen. Mög- ich ist auch ein schleppender G a n g der inneren Krise und ein« plötzliche ungünstige Wendung in der außenpoliti- schen Situation. Deshalb wäre es verfehlt, sich bloß auf e i n e der genannten Möglichkeiten festzulegen. Das deutsche Proletariat, das in wett ungünstigeren Verhältnissen zu kÄstpfen fest als etwa das Mische Proletariat.&& im Bünde mit der revolutionären Bauernschaft kämpft, darf sich äu� jetzt nicht verleiten lasten, alles auf eine Karte zu setzen, son- der» muß sich bereit halten, allen Möglichkeiten in voller Rüstung entgegenzutreten. Die beste Vorarbeit für diese? Bereithalten ist nach wie vor die Sammlung und Festigung der proletarischen Kräfte die Revolutionierung der bestehenden Organisationen, die Vertiefung der sozialistischen Erkenntnis, die Schaffung der Kaders für den sozialistischen Ausbau, das Eindringen in alle Machtpositionen der herrschenden Klasten, der Kampf und die praktische Machterweiterung deS Proletariats. Keift Zögern, kein Zagen, kein unnützes Wehklagen über die er- littenen Niederlagen, kein sektenhafteS Umschauhalten nach neuen Wundemitteln, sondern geschlossenes planmäßiges Arbeiten zur Sammlung der revolutionären Kräfte! Halteft wir es auch weiterhin mit den herrlichen Goetheworten, die schon so manchen unserer Vorkämpfer zur Arbeit begeisterten: �Feiger Gedanken.' bängliches Schwanke»�. weibisches Zagen. ängstliches Klagen, wendet kein Elend, macht dich nicht frei. Allen Gewalten i zum Trutz sich erhalten, nimmer sich beugen, krästig sich zeigen. rufet die Arme der Götter herbei." Vlsiige Mllschau. Das van Praußon beherrsch!« Doutschlamd, in dam bor ntm zsitiliche MlidcwiSmu» ifowie erste auch st im« höchste Bläte erreichl hatte, gailt von je in der ganzen Welt als der Hort der Reaktion als der Schuhwakl gegen«We vevolationäre Dswegumgon. Wöih- rsad«S s«ime wirtschaftlichen Kräfte außerorchentlich«Usch ant- wickelte, blieben sti.ne politischen Fovmem weit ihimtvr der Zeil zurück. Je stärker und stlbsGewußter daS Prole tartat wurde und auif Erfüllung, seiner Fordevungen drängte, desto zäih« vewteadig» *tn die dien Machthaber ihre Stellungen. Sie suchten das Em- dringen revolutionärer Ideen im das Inland au himdern, sie de- tMiyton sich ober auch bei allen Maßnahm«,, die im Auslände gegen revolutionäre Erhebungen unternommen wurden. Won der franizcstschen Revolution angefangen üder die prü Nischen Ausstände und die Erhcduiügen des Jahres 1348 hlnweg Vis zu den vsvoilutionären Umrwä!lAUN.gen lm zaristischem Rußland: überall waren deutsche Regierungen und deutsch« Landsknochte dabei, um dem Büttel der Gggemrevoluiiom zu spielen. Di« Kostüm« Hadem gewechselt, ober die Methoden sind ge- blieben. Auch unter der glorreichen Regierung der Ebert-NoSie behält Deutschland in der Welt den Ruf als den Hort der Reaktion. Aber während die alten Machthaber bei der Bekämpsung revolu- tionärer Erschsimningem im Inland« sich imrmerhim noch gewisser RechtSnovmem bedient Haiben, ist fetzt an ihr« Stell« die nackte Willkür getreten. So mutzten wir denn im abgelaufenen Jahre erläbem. daß im repstblikamschen Deutschland, umtsr der Führung vom Leuten, die sich Soziatistem nennen, der grausamste Knieg gegen älleS gesühnt wurde, was mit der Repoiluffiom zusammenhängt. Am Beginn des Jahres, die durch Eberls Schubs entstan- denen Kämpfe am Schloß, am dessen Schluß der VerwesungSge- stank der Mavloh- und Hillerprvzesse. Aus der Ammee der in Berlin, Lichtenberg, München, Hamduvg, Bremen, dem Äduihngsbret und«Dbetschlcsien Hingeschinckteton tagen einige Köpfe, deren Tod besonders grauenvoll war. Di« Erschießung der Vor« är tSp a rlam««täre am 11. Januar, die Ermordung Karl Liebknechts und Roisa Luxemburgs am 16. Januar havren noch der Sühne. Am 21. Februar ermordete der Graf Areo-Valley den bayerischen Ge- nossem Kurt Eismer; aber er wird wohl verharchlungSunsähg bleiben, solange RechtSsozioilisten im der Regierung fitze». Am 16..März erließ Noske seinen Standrechterlaß, durch dem gedeckt Leutnant Marloh, von Oberst Reinhard und Oberleutnant Kessel angestiftet, ungestraft 31 unschuldige Matrosen er� schießen konnte, auf dem gestützt, während der ganzem Unruhelage ungezählt« und jetzt unzählbare smnld rechtliche Erschießungen Um- schuldiger im ZellsngesängniS am Lehrter Bahnhof vorgenomme» wurden. Tamschlck konnts lm Trubel d$c Zeit 8 Vi I«& t{$ f| fti eiman.FÄlchtverKiub" evschietzen, was Neg�evuag wnlv Mil?» tärbohoride cbeaso.gelegen tmn, wie die fpiHex von diesem, jetzt zawn Leutnant ernannten Menschen, ccu-Ägesichrde Tötung Dören» b a ch S. München tvurbe am t. Mai«roibert-, 21 katholische Ge» sc l le n verei>n Sbrüb er fielen unter den Streichen einer entmenschten Mtlitärbande. Gustav Landauer, rein und gütig wie Imwit ein« andere Gestalt au? der deutschen Revolution, wurde mit fast zwechun.dert anderen ein Opfer der stegiiounkensn OwdimingrSbestie. Und in Gräfelfing wurden am 2. Mai 62 russische Kriegsgefangene ermordet. Auch die gonanm. ien Einzelheiten veranlassten keinen Staatsanwalt zum Giirchrei» ten.. Handelte es sich doch nur um wehrlose AuÄänder, deren Ne.zievung in diesem Fall ebensowenig machen konnte, wie bei der Kwai SKonaie später erfolgenden standrechtlichen Erschießung L e» v i n 6 s. In Halle«wurde der Führer der Soldatenwehr Merseburg, von Studenten tn die Saale geworfen, aber hier hatte die GevichtSbehörde eS nicht so eilig, wie mit der Sühn« de? im April in Dresden an den rechtssozialistischem Minister Nauring beruhten Totschlags. Die Geschichte des letzten Jahres ist rsicher an bestialischen Mordtaten der Reaktion als irgendeine andere Epoche. Die rechtssozialistische und bürgerliche Presse trägt ihr gehäuftes Maß Mitschuld am diesen Vorgängen. Ohne die Hetze hätte nie die Atmosphäre entstehen köirnen, auS der heraus das Alten. tat mäglich wurde, dessen Folgen Hugo Haase am 7. No» dember erlag. Ungezählte andere Meuchelmorde harren noch der Sühne, da das verbrüderte bürgerlich-rechiSsozialistische Regime auch in den Fällen, wo die gesamte Sffentliche Meinung«in Verfahren fordert«, in den reaktionären Militärgerichten das geeignetste Instrument zur Vergewaltigung deS Recht» beibehielt. Eine ungeheure Blutschuld hat sich angesammelt und solange das jetzige Regime weiterbesteht, wird sie keine Sühne finden, von der Entwicklung der revolutionären Arbeiterbewegung hängt eS ifc, wann für die Verbrecher de« vergangene» Jahre« Genug. �uig gegeben wird. ...». j.■. Aiisba» der ZulemMmdle. Der Parteivorstand hat, um einen internationalen Zu- santmenschluß aller sozialrcvolutionären Parteien anzu- bahnen, an die in Betracht kommenden Parteien aller Län» der folgendes Schreiben gerichtet: .Werfe Genossen! Zwei Beschlüsse unsere« außerordentlichen Parteitages, der vom SO. November bis zum 6. Dezember 1919 in Leipzig tagte, sind von besonderer Bedeutung nicht nur für die revÄutionäre Arbeiterbewegung in Deutschland, sondern auch für die Arbeiterbewegung in alle» Ländern, wo da» Proletariat um seine Befreiurrz ringt. Der Parteitag hat einstimmtg eln n«uc» Aktionsprogramm beschlossen, in dem für die Tätigkeit unserer Partei die Grundsätze de« revolutionären marxistischen SozialiSmu» klar formuliert sind. Wir fügen einige Ezeurplare unseres Aktion«» programmes bei. E« ist darau« ersichtlich, daß die Unabhängige Sozialdemokratie Deutschland« unersckütterlich an dem fölbslän- digen proletarischen Klaffenkainpf festhält, daß sie die Eroberung der politischen Macht durch die Arbeiterklasse erstrebt und für die Diftaiur des Proletariats auf der Grundlage de« Rätesystem« omtritt. Unsvre Partei hat erneut bekundet, daß sie auf dem Boden deS RResystem« steht, und daß sie schon vor der Eroberung der politischen Macht alle Bestvebungen der Reorganisation unter« stützt, sie als proletarische Kampsorzanisation für den Sozialismus auszuhauen. Der zweite bedeihfam« Beschluß de« Parteitages war die Annahme der ebenfalls beigefügten Resolution zur Frage der Internationale. Diese Resolution wurde mit 227 gegen S) Stimmen angenommen. Damit Hai unsere Partei sich end» gültig von der zweiten Internationale, losgesagt. Gleichzeitig hat der Parteitag das Zentralkomitee beauftragt, auf Grund des oben erwähnten Aktionsprogrammes mit der dritten Jnternatio» nale und mit den sozialrevolutionären Parteien der anderen Länder in Verhandlungen fju treten, um einen Zusammenschluß unserer Partei mit der dritten Internationale und den sozial- -revolutionären Parteien der anderen Länder herbeizuführen und so mit der dritten Internationale eine aktionsfähige Jnter- nationale zu ermöglichen. Im Sinne des un« gewordenen Auftrage« wenden wir un« hiermit an die dritte International« und an die fozialrevolutio» nären Parteien der anderen Länder mit dem Vorfcbiag. etwa im Februar 1020 wenn möglich in Deutschland oder in Oesterreich eine vorbereitende Besprechung �u veranstalten, die sich mit der Frage der International« beschästigen soll. Wir gehen bei diesem Vorschlage von der Voraussetzung au», daß die dritte Internationale und die sozialrevolutionären Par- teien der anderen Länder mit unS dahin zu wirken entschlossen sind, daß sich das revolutionär« Proletariat aller Länder zu einer geschlossenen Front zusammenfindet, um der immer mehr er» stärkenden internationalen kapitalistisKen Reaktion wirksam ent- gegenzutreten und den Sozialismus zum Siege zu führen. Wir bitten, unseren Vorschlag zur Kenntnis zu nehmen und unS über die Aufnahme de« Vorschlage« so rasch wie möglich Mit- teilung zu machen/ Inzwischen haben bereits„Populaire" und„Verner Tagwacht" in diesem Sinne Stellung genommen. Aber mich in der schweizerischen Parteileitung, wie wir bereits nntgc» teilt haben, regen sich nach einer Meldung der Schweizer Depeschenagentur Bestrebungen, die internationale Aktionsfähigkeit des Proletariats wiederherzustellen.. Das Zentral- komitce der Schweizerischen Sozialistischen Partei wird dieser Meldung zufolge in der ersten Hälfte des Januar zusammentreten, um die Möglichkeit zu be- sprechen,„die Sozialisten der ganzen Welt zur Wiedererrichtung der Internationale einzuberufen". Und auch in Paris erwog ein aus den fortschrittlichen Elementen der geeinigten Sozialisten zusammengesetzter Allsschuß,„ob es nicht zweck- mäßig sei. mit den linksstehenden Elementen in allen Län- dem' der zweiten International« in Verhandlungen zu treten, um eine geschlossene Gruppe zu bilden, die diese In- f ernationale reorganisieren würde". Alle diese Aeußemngen sprechen dafür, daß die U. S. P. mit den angezogenen Beschlüssen der Leipziger Tagung rich- timstgebend für die einzuschlagenden Wege zum Aufbau einer sozialrevolutionären oktionsfäbigen Internationale war und, daß sie auf die kräftige Mithilfe der von revolutionärem Willen getragenen proletarischen Organisationen anderer Länder rechnen darf._ Der NeichSPräsibent hat ein« Neusahrskundaebung erkossen, in der rnigeS über da? Chaos im vergangenen Jahre gesagt und die Hoffnung ausgesprochen wird, daß e« im neuen Jahr« nicht zum vollständigen Zusammenbruch kommt. Alle,„die sich Deut'we nennen", sollen sich am Wi«d«rausbau„uns«re» Vaterlandes" beteiligen. Der spanische Premierminister erklärte in«iner Rede im Senat, d'.e Lage Spaniens nach außen hin könne nicht besser sein, die Lage im Innern verschlechtere sich leider von Tag zu Tag.----- 0 Di« falgenbeit Ausführungen«Ines Ungarn, der zu den geistig Hervorragenden seine: Station gehört, werden bei allen menschlich Empfindenden Erschütterung und Ent- riisiung hervorrufen. Wo« rn Ungarn im Stamen des Christentums und unter Vorspiegelung eines Gerichtsver- fahren, geschehen ist und geschieht, ist scheußlicher Mord und bestialische Bcf.iedigung der Rachgier. Es ist Pflicht vor ollem der fo�alistischen Presse, die ungarische Schande bloßzulegen und die öfsenlllch« Meinung der z oilisierten Welt zur Abwehr aufzurufen. Der weiße Terror-in Ungarn ist in seine zweite Phase getreten. Die Periobe her ersten Wut, die Zeit, wo Arbeiter wie tolle Hunde auf den Straßen niedergeschlagen, wo Unschuldige aus„Versehen" aufgehängt, wo Jugendliche von Pfer- den totgeschleift, wo Sowjetfunkttonüre lebendig begraben worden sind, scheint— wenigstens vorläufig— vorbei zu sein. Jetzt handelt es sich um das„legale" Morden der noch übriggebliebenen Elite der ungarischen Arbeiterschaft und ihrer geistigen Vorkämpfer. Jccht genügt aber der einfache Mord nicht mehr: es muß auch noch die„Schuld" der Betreffenden nachgewiesen werden. Dies ist weniger um deret- willen notwendig, die in die Hände der Weißen geraten find: die Richter der heute herrschenden ungarischen„Demokratie" sind sorgfältig genug ausgewählt, so, daß man der er- wünschten Todesurteile im voraus sicher, sein kann. Aber ein Teil der Führer des ungarischen Proletariats ist nach Oesterreich geflüchtet und genießt dort das Asylrecht der poli- tischen Flüchtlinge. Dies« können nur dann in die Hen- kcrshände der Friedrich-Horthy-Lande geraten, wenn es nach- gewiesen wird, daß sie an sogenannten gemeinen Verbrechen beteiligt gewesen find. Der ganze Regierungsapparat deS Friedrich-Regimes arbeitet deshalb mit vermehrter Energie daran, solche gemeine Verbrechen um jeden Preis zu fabri- zieren. Anfangs schien die hierzu auserwählte Methode, Er- Pressung von Geständnissen durch Folterungen glatt zu funk» tionioren. Den Foltern konnten die wenigsten der Gesänge- nen— unter denen es ja nicht bloß überzeugte und mora- lisch feste Proletarier gab— widerstehen. So entstanden Geständnisse en masee, und alles schien auf dem besten Wege zu sein. Hie und da ist ihnen freilich ein kleines Malheur passiert. Die Gefangenen, die mit Gummiknüppel ge- schlagen wurden, denen man Nägel unter die Fingernägel stach, deren nackten Körper man mit brennenden Zigaretten bearbeitete(andere Mittel des ungarischen„Gerichtsverfahrens" lassen sich nicht öffentlich beschreiben), gestanden alles. Leider kam eS einigemal vor, daß das bereits erpreßte Ge- ständnis doch hinfällig wurde, weil eS aftenmäßig nachgewiesen wa-r, daß der Detreffenbe, der ftzine Untaten gestand, pir selben Zeit gar nicht am Schauplatz feiner Verbrechen anwesend sein konnte, oder mit dem Täter gar nicht identisch war. So sind zwei Brüder Szanw nach ihrem Verhör„ge- storben"— und nachttäglich hat es sich erwiesen, daß sie nur aus Versehen„eindringlich" verhört wurden, da sie mit dem Voltsbeauftragten Szanto und seinem Bruder nur den Namen gemeinsam hatten. Aehnlich erging es einem, der das Unglück hat, Bettelheim zu heißen. Er wurde halbtot geschlagen, weil er sein« Identität mit dem Agitator Bettel- heim, der zur selben Zeit in Wien verhaftet wurde, zu be- streiten gewagt hat. Noch unangenehmer wurden andere„Geständnisse". Ein Mann, namens Dirnfeld, gestand, daß er 160 Morde be- gangen und alle Opfer in den Ofen gesteckt und dort der- braimt hat. DieS war selbst für das Rachebedürsnis der Weißen zu viel. Der Mann, der infolge der erlittenen Tor- turen schwachsinnig geworden ist, mußte entlassen werden. Doch dies hindert das„legale" Gerichtsverfahren der Weißen nicht. Die Prozesse in Budapest nehmen ihren Gang und die armen, halb zu Tode gequälten„Zeugen", die wissen, was ihnen im Falle der Aenderung ihreS Gestand- nisseS harrt, verbleiben bei den unsinnigsten und unwahrsten Aussagen. Die Protokolle kommen dann nach Wien— und auf Grund solcher Dokumente soll die Auslieferung der Flüchtlinge erfolgen. Aber die Wahrheit laßt sich doch niemals ganz der- bergen. Man wollte um jeden Preis den Volksbeauftragten Pogany in di« Ermordung Tiszas verwickeln. Die„Fäden" führten zu dem sogenannten Elfer-Soldatenrat, der aus Offizieren besteht und noch vor dem Ausbruch der Oktober» revolutton gebildet wurde. Daß Pogany mit dieser Gruppe nichts zu tun hatte, daß vielmehr er es war, der am 3. No- vember diesen Soldatenrat aufgelöst hat, störte die Herren nicht im geringsten. Man fuhr mit der Erpressung der Aus- sagen fort. Nun aber geschah das Unglück. Die Aussage Hüttners, die als so schwerwiegend aufgefaßt wurde, daß man ihretwegen in Wien den Hauptmann Csernyak ver- haften ließ, wies darauf, daß Herr F ri e d r i ch in die Sache jedenfalls als Mitwisser, wenn nicht als Täter, oder Auf- wiegler verwickelt war. Diese Nuß war selbst für die weiße ungarische Klassen- justiz zu hart. Man mußte Herrn Friedrich verhören. Die Ergebnisse des Verhörs— obwohl hier kaum mit Gummi- knüppel und Stecknadeln gearbeitet wurde— durften nicht veröffentlicht werden. Gegen den Detettivchef Dr. Karl Hagy und den Polizeirat Dr. Torning wurde ein Diszipli- narverfahren eingeleitet. Der Untersuchungsrichter Dr. Kovocs ist hingegen plötzlich erkrankt und hat tags darauf Selbstmord verübt. Hierzu ist kein Kommentar nötig, ob- wohl wir eine ganze Reihe solcher„Erkrankungen" und „Selbstmorde" aus der Zeit der Wiederherstellung der„Ord- nung" und der„Demokratie" in Ungarn kennen(z. B. Zol- tan Stamuegy, VbiHpp Engländer. Philipp Weiß u. a.)). -Hierzu ist kein Kommentar nötig. Wohl aber muß es die europäische Oeffentlichkeft und vor allem die Arbeiter. klasse erfahren, mit wem sie zu wn haben, wenn sie den Namen ungarische Regierung hören. Niemand darf sich von den tendenziösen Berichten über den Rechtsstaat Ungarn(dessen Rechtsquelle die Folterwerheuye der Weiß. gardisten find) täuschen lassen und meinen, daß irgend- etwas, daß aus dieser Quelle stammt, den Nnivruch auf Glaubwürdigkeit erheben kann. E8 handelt sich um die feige und infame Rache einer ver- lotterten Junkerclique an der Elite der ungarischen Arbeiterschaft. Lüge und Fälschung. Fotter und Totschlag sind die Mittel, durch die die Gerechtigkeit der ungarischen weißen„Demokratie" zu- stände kommt. Oesterreich hat bis jetzt die VerHaltung der Friedrichsleute richtig eingeschätzt. Tie öffentliche Meinung des Weltproletariots soll aber der österreichischer Sckiwesterpartei durch ihr einstimmiges Urteil über dies« Greuel einen moralischen Halt zum weiteren Widerstand geben. Denn das, was jetzt in Budapest unter dem duvWch- ttgen Deckmantel einer Gerichtskvmödie vor sich geht, unter- scheidet sich von dem früheren wilden Morden der weißen Banden nur dadurch, daß zu den physischen Schreckenstaten, ziu den Morden und Folterungen noch Lüge und Fälschung hinzugetreten sind. Ein Protest gegen die Teilnahme der ungarischen Sozialisten an der Regierung. Genosse G a r a m i protestiert in vimer Auischviift«m di« Wiener„Arbeiterzeiiliuiig" gsgem dcni Beschluß der un-garländisch«, sozivkbamolrciüschcti Partei, an den RegiermilgSgeschäistem auch fernerhin teilz-u-nchmen und bei dar NationawersamnAunigSwaHl Kandidaten aufzustellen. ES heißt in der Zuschrift: „Der Umstand, daß im KonzentraiiionSloibinett ein Demo» kvat und ein Sozialist Platz nehmen, hat cm dem sogenannte» schriftlichen Kurs", der tvesenUch in dem verblendetften, bru» tollte n„weißen" Terror und konfessionellen Hetzen bestehk, der jede Freiheit, jede persönliche Bewegung« Möglichkeit mit Füße» tritt, der bei dem sozialistische» Minister Hausdurchsuchungen anordnet, die Wahlversammlungen des sozialistischen Minister» mit Brachialgewalt auseinandertreibt und di« Mitglieder de« an der Regierung teilnehmemden sozialdemokratischen Pavieii aus adinini-strativem Wege zur Zwangsarbeit interniert und jede Agitation unmöglich macht; er hat nach komer Richtung hi» etwas geändert. Unter solchen verhültmssen sind die Woh, len bloß Ernennungen durch Regierung?» terror. Wenn die s oxiald emokrati{che Partei an den Wahlen teilnimmt, so kann das nur«inen Grund haiben, nümllich, daß die Entente den Frieden mit Ungarn nirr mit einem Konzentrationskabinstt abzuschließen bereit sei, und daß man diesen Umstand der Partei gegenüber al« schweren Terror geltend gemacht habe. Man hat die Pavej vor die Wahl ge- stellt, entweder die Verantwortung für die Vereitelung de» Frie- den? und die daraus dem Lands erwachsenden Schäden zu tva- gon oder sich den entsetzlichen und schmachvollen Verhältnisse» zu fügen und sogar dar.» zu assistieven." Genosse Gavami führt weiter au«, daß die Partei sich nicht dem Terror hätte fügen dürfen, sonidern daß sie klar beweise, mußte, daß die Enlenle für die in Ungarn herrischende anddemo- kratische, monwichiftische und miilitaristlsche Richtung verantwortlich sei. Dadurch, daß sie an den Wahlen teilnehme, trage sie selbst dafür die Vevantworwng. Er lenkt die Aufm eck samkoi t der ausländischen Bruderparteien auf diese Lage und sagt, daß di« Sozialisten in der Regierung bloß eine Statistenroile hoben. Es wird Wetter gemordet. � Der Wiener.Avbeitsrzoitung" wind berichtet, daß an An« kammiunistischen Putschgeschichte, die vor einigen Tagen von Budapest aus Vevbreüet wurde, nur soviel wahr ist, daß zwei Brü- der F« l m a r unter dem Verdacht, einen Versuch zur Befreiung des zu Tode veruirteiiltsn Cito Korvin unternommen ge haben, verhelftet wurden; einem allerdings noch nnverbürgten Gerücht nach sollen die zwei Offiziere, die die Vevhaftung vornahmen, einen der Feimar sofort ermordet haben. ES wurde auch der letzte sich noch am Leiten befindliche Bruder von Tibor Szomiuely, Ladislaus Szamuelh, verhaftet, der sich unter falschem Namen in Budapest verborgen hielt. Allem Anschein nach will die Bu- dapester Regierung diese Gelegenheit dazu benützen, durch er» logen« und erschwindelte VerschwörungSge- s ch sch t e n, den erlöschenden Haß der frierenden und hungernden Bevölkerung Ungarn» wieder neu auszupeitschen, die hie und da sich schüchtern hervorwagendem Stimmen der Menschlichkeit und der Vernunft» die vor dam Ueberspanncn de« Bogen« warn:, zu sr> sticken und eine neu« Aerv der Verfolgungen«in zuleiten. Dies« Verfolgung scheint sich gegen die von dem Minister Peher gc- zähmte und am Gängelband geführte sozialdemokraifiche Parte« zu kehren. Denn sonst wäre eS nicht erklärlich, warum man im Zusammenhang mit dam sogenannten Putschversuch in den Räu- wen der Redaition der„Nepszava" und im Sekretariat der so- ztasdemokratischen Partei Haussuchungen vorgenommen hat. Jd Parteisekretariat war zirsällig der Minister Karl Peher anwesend, er protestierte gegen die Hausdurchsuchung, worauf ihm ein Be- fehl de» Armeeoberkommandos vorgewiesen tviKd«. Der telefl Hönisch angerufene ksberkommandiersude Horthy erklärte Peyer, daf er die Hausdurchsuchung selbst angeordnet habe. Die Wiener Regierung gegen die ungarische Ochrana. T.U. Wien, 31. Z�-zember. Die Wiener Regierung entschloß sich, der Tätigkeit der ungari- schen Ochrana auf österreichischem Boten ein End« zu setzen. Bier unzarische Offizier«, We sich hier damit beschäf- tigten, da» Verhalten der in Wien weilenden ungarischensozialisten zu überwachen und hierüber nach Ungarn zu berichten, wurden verhaftet. Auch von anderer Seite wurde die ungarische Frage zur Sprache gebracht. Eine Abordnung au« WesKingarn übcrrcichte in der StaatSkanzlei Denkschriften wegen sich Mehren- den Verurteilungen von Bewohnern Westnngarns, die einer öfter- rcichsreundlichen Haltung beschuldigt werden. Die Abordnung verlangt die Bekanntgabe dieser Tatsache an den Obersten Rat in Paris, sowie die Enthaftunz sowie Entjchäd.gung der unschuldig verurteilten, Beiifang gegen Sss llrfell im HIller-Vrozeß. Neue Fälle gemeinster Mißhandlungen. Tie Prozesse gegen die Mörder Karl Liebknechts, Nöfa Luremöurgs und gegen den Oberlcuwant Marlcch fanden vor F e l d k r i e g s g e r i ch t c n statt, gegen deren Urteil ane Berufung nicht zulässig ist. Gegen den Oberleutnant der Neiecr«, Assessor Hiller, aber wurde vor dem Kriegsgericht einer immobilen Kommandostelle ver» baindelt, und dccher wurde der Angeklagte von dem Vor- sitzenden n«h dir Urteilsverkündung über sein Recht, B e-> rufung einzulegen, belehrt. Andererseits ist alber hier auch ein Berufungsrecht des Gerichts- Herrn gegeben. Das Urteil gegen Hiller wich von dem, an sich schon völlig unzureichendem Antrag des Anklagevertreters erheblich ab. Das Gericht sprach sogar den Angeklagten in den von Zeugen mit Bestimmtheit bekundetem brutalen Miß- h a n d l u n g s s ä l l e n gegen den Soldaten Helmhake faei. Es ließ die Bekundung des Unterarztes Müller, daß die Füsiliere entgegen den bestinimten Vorschriften auf ihre Haftfähigkeit nicht untersucht worden waren, unberück- sichtigt. Es sind eine Reihe von Zeugen, die möglicherweise Aussagen von Wert machen können, nicht v e r n o m- m e n worden' die Vernehmung des Zeugen Rosenblüth ist in gesetzwidriger Weise willkürlich abgchrochen worden. Es will viel sagen, daß selbst dre„Deutsche Tageszeitung" fcriS Zurückbleiben des Urteils hiniv dem Antrage des An- klagevertreters als eine Verletzung des Rechtsgefühls Weiler Volkskveise kritisiert. ES besteht also für den Ge- richtsherrn hier nicht nur daS Recht, sondern es besteht die Pflicht, sowohl der Allgemeinheit wie dem Vater des Hclinhake gegenüber, unverzüglich Berufung einzulegen. Wir versprechen unS zwar auch bei der BcrusimgsverhanSlung vor einem neuen Kamera dengericht kein Urteil gegen einen Osfiier, das mit der Schwere der Verbrechen einen irgendwie angemessenen Ausgleich zu schaffen vermöchte. Aber eine neue Verhandlung mit er- wcilerter Beweisaufnahme würde sicherlich Mgierial zu einer neuen moralischen Verurteilung des fluchwürdigen Militärsystems ergeben. Das Rechtsmittel muß bis f p ä te st« n s M o n tag eingelegt sein. Wir werden ob- warten, ob das Spiel, das in den früheren Fällen mit der Bestätigung getrieben wurde, im Falle Hiller-Helmhake bei der Eimlegung von Rechtsmitteln seine Fortsetzung findet, und ob die militärischen Gewalthaber von ihrer souveränen Brutalisierun g jeden Rechts- ü e f ü h I s auch in diesvm Falle nicht lassen werben. ♦ Die entsetzlichen Mißhandlungen, deren sich der Ober- leutnant Hiller nach der bestimmten Aussage zahlreicher Zettgan schuldig gemacht hat, siind mit dem in der Verhand- lung bekannt gewordenen Fällen noch lange nicht erschöpft. So erhielten wir gestern folgenden Brief eineS aus englischer Gefangenschaft zurückgekehrten ehemaligen Unteroffiziers Willi Menger, der ebenfalls den Sadismus d?; Herrn Oberleutnant am eigenen Leibe erfahren hat. Ich rückte am 8. Mai 19lb als«injähriger Areitvilliaer zur 12. Komp. Garde-Füs.-Negt. ins Feld. Das Regiment last vor Stryj in Galizien in Stellung. Der damalige Kompagnieführer war der Oberleutnant Hiller. Er wurde mir sofort nach meiner Ankunft bei der Truppe als«in gewalttätiger Mensch geschildert, der nur seine Leute mit Reitpeitsche, GebirgS stock und Gewehrkolben zu erziehen suchte. Bei dem kleinsten Vergehen gab es Ohrfeigen. Bald sollte ich diese Erziehungsmethode am eigenen Leibe erfahren.?» war in der Nacht vom 30. zum 81. Mai ISIS, al» ich diesen sauberen Herren Oberleutnant Hiller näher kennen lernt«. In der angegebenen Nacht wurde ich um 12 Uhr vom Horchposten abgelöst. A.'S ich zu meinem Gruppenführer, dem damaligen Unteroffizier Brenner kam, schickte dieser mich nach der hinteren Stellung, um Holzpfähl« zu holen, da in der Nacht der Draht» verhau vor utiserer Stellung verstärkt werden sollt«. Da«» in der Nacht ziemibich kühl war, steckte ich tr« Hände»n di« Hosentaschen ur»d ging nach hinten. Da brüllt« mit ein««- mal jemand auS«iner Ecke des GrabenS:„Tu verflnKtcr junge, willst du die Knochen a»S dem Wichskasten urbrnen, ich schlage dir eine in die Fresse." Ehe ich überhaupt wnsite, was loS war, stürzte Hiller auf mich drauf l»S, würgte mich am Halse, trat mich mit den Füssen zu Boden und lieh seine Reitpeitsche auf mich herniedcrsausen. Ms er sich zum Gehen wandte, brüllte er noch:„Ich bestrafe dich Mistschwein mit 3 Tagen strengem Arrest." Die Strafe wurde aber nicht dollstreckt. da am andern Morgen der Sturm auf Strhi losging. Einige Tage vorher hatte ich mich in derselben Stellung bei dem Oberleutnant Hiller frank gemeldet, da ich annahm, daß ich Ruhr hatte. Mit folgenden Worten wurde ich empfangen:„Wer list du, was wM du? Krank melden gibt e« in meiner Kompagnienicht. Ich werdedcch Schwein und Drückeberger lehren, wa» es heißt, hier bsialnSsichkrankzu melden. Sostwt gehst du nach hinten und holst einen Sack mit Handgranaten<1 Zentnersack)." Ich führte den Befehl ans und schleppte mich mit dem Sack auf allen Vieren kriechend mühsam nach der ersten Stellung zurück. Auf dem Bormarsche zum Dnjestr herrschte«ine unerträg- liche Hit-e. Infolgedessen brachen viele Leute aus dem Marsche zusammen. Wehe demjenigen, der nicht auf Vordermann ging oder ohne Befehl den Helm absetzte oder Kragen aufmachte, dem sauste die Reitpeiti-ye HillerS um die Ohren. So ging«» mir urX) verschiedene cniöcireit Kameraden. Von öiVdcter Seile hörte ich: Im Frühjahr 1916 befand sich der Oberleutnant Hiller beim Ersatz-Vataillon Garde-güsilier- Regiment und führte hier«ine Kompagnie deZ Ers.-Datl. Mit dieser machte er einen Gewaltmarsch nach WünSdorf und zurück nach Berlin. Auf dem Rückmärsche nach Betjin meldete sich ein älterer Mann bei Hiller kranf. Ohne ihn anzuhören, jagte er ihn iv.eoer in seine Reihe. Kurz dar Berlin meldete sich derselbe „Die Ergreifung der Staatsgewalt durch das Proletariat, d. h. durch eine große Volksklasse, läßt sich vor allem nicht künstlich herbei- führen. Sie setzt von selbst, abgesehen von Fällen, wo, wie in der Pariser Kommune, die Herrschaft dem Proletariat nicht als Ergebnis seines zielbewußten Kampfes, sondern ausnahmsweise als von Allen verlassene: herrenloses Gut in den Schoß sällt, einen bestimmten Reifegrad der ökononn'sch-pvlitjschen Verhältnisse voraus. Hier liegt der Hauptunterschied Zwischen blanquistischen Staatsstreichen einer „entschlolienen Minderheit", die jederzeit wie aus der Pistole ge- schössen und eben deshalb immer unzeitgemäß kommen, und der Er- rbenrng der Staatsgewalt durch die große, und zwar klassenbewußte Vclksmasse, die selbst nur das Produkt eines beginnenden Zusammen- druck es der bürgerlichen Ecsessschaft sein kann, deshalb in sich selbst di: i kciwmisch.pvlililche Legitimation ihrer zeilgemäßen Erscheinung Uägt." RosaLoremburg:.Sozialresorm ober Revolutiv»?" Mamc noch«hrnal W khm mit den Worten».ES gehtwfrk» l i ch nicht, Herr O b e: l e u l u a n t." Zum zweitenmal sch ckt er ihn zurück. AIS die Kompagnie auf dem Kasernenhofe anlam, hieß«S:„Kompagnie halt, Gewehr ab" und in demselben Augenblick fiel der Mann, der sich bei Hilter während des Marsches krank gemeldet hatte, t ot u m. Für jede nicht vollkommen verrottete Justiz ist es eine Selbstverständ-lichkeit, daß diesen furchtbaren Beschul- bigimgen, für die der Anzeigende voll einsteht, die schärfste Untersuchung und die Anklageerhebung follgen muß. Die heutige ieu-tschc Militär-„Justiz" aber kann auf den Namen Justiz keinen Anspruch mehr echeben/ Zur tohnbewegung der Ei'eubahuer. Der Allgemeine Eisenbahnervevband hat den R e i ch s- ar be i t s m i n i st e r ,um seine Vermittlung bei den Lohnstreitigkeiten zwischen den Eisenbahnarbeitenl -und der Eisenbahnverwaltung angerufen, um weitere Er- regungen zu verhüten. Damit ist der selbstverständliche Schritt getan, den wir schon in unfever Dienstag-Früh- ausgäbe energisch verlangten. Im Anschluß daran veröffentlicht der Vorsitzende des Allgemeinen Eisenbahnerverbandes, Oswald Riedel, in der„Berliner Valkszeitung" einen Artikel über diese -Fvagen, dem wir folgende Stellen endnehmen: „Diese Verhandlungen sdi« Tarifverhcmdlungen. Red.) gehen sehr schleppend vor sich. Di« wichtigeren Fragen sind sämtlich aufz?schol?en worden, und ihnen gegenüber nehmen die Vertreter der Eisenbahnveewaltung eine sonderbar a u S- weichende-und unklare Stellung ein. Schon die Tatsach«, daß dt« Verwaltung als Arbeitgeber keinen Tarifentwurf vor- legte, machte die Arbeiter stutzig. Di« Art, i-n der die G e- Heimräte verhandeln, erweckt nick» mehr Vertrauen, und wenn ein Geheimrat zynisch erklärt, daß ein Streik aussichls- los sei, weil den Gewerkschaften das Geld dazu fehle, dann wirkt schon dieser bei einem Gehennra-t auffallende Mangel an diplomatischem Geschick sehr auffallend." Riedel schildert dann weiter, wie man erst auf stürmi- sches Verlangen der Eisenbahner dem abzuschließenden Tarif- vertrag vom 1. Januar 1920 rückwirkend zusagte und in- zwischen auf die noch festzusetzenden Löhne Abschlags- Zahlungen gewähren will. Diese Abschlagszahlungen hat man aber nicht mit- den Gewerkschaften vereinbart, sondern von der Eifenbahnverwaltung allein bestimmt. Weiter hat man nicht einen einheitlichen Satz festgesetzt, sondern ein« vielgestaltige Differenzierung herausgeklügelt. Auch diese Regelung hat lebhaste Eni- rüstung bei den Eisenbahnarbeitern hervorgerufen. Besonders interessant aber für die Beurteilung so mancher Regie- rungstveisheit ist das nachfolgende: „Im Eisenbahnbetrieb werden 186 660 Personen über den Etat hinaus beschäftigt, den sie mit fast IX Million- den Mark u-nnütz belasten. Man hat im Ei-scnbahnmi niste riwm mich' den Mut, dlese Leute zu«nttessen und ihnen ander« pro- duktive ii-rbeit zu derschafstn. Ad«r man hofft, sie bei einem Streik lo»zuwerd«». Und man hofft noch mehr. DaS Eifenbahnministemmn sitzt voll konserda- tiver Geheimtäte, die auf die Wiederkehr de» unden regime sthnmcht g warten und jeden Putsch begrüßen, der sie diesem Ziel« näherbringt. DaS muß vstein ausgesprochen werden, weil da der Hase im Pfeffer liegL Je näher dem Mlnister, desto reaktionärer die Gesinnung — nur der Minister merkt das nicht, was alle seine Beamten «nd Arbeiter wissen." Eallasinug von MfionsoM'eni. T. U. Dresden, 31. Dezember. Di«„Frankfurter Zeitung" berichtet, daß auf Veranlassung der ReichScegierung sämtliche sächsischen Munition»- und Pulver- fabriken geschlossen und die Arbeiter entlassen worden sind. Stimmt das? Gegen die Schließumg der MordmiiM- industrie ist nichts einzuwenden, mir ist vielleicht die An- frage gestattet, ob diie Anlagein nicht produktiven Zwecken dienstbar gemacht werden konnten. Dann hätte man die Arbeiter nicht zu entlassen brauchen. Aber was kümmert die Reichstegierung der brotlose Arbeiter, wenn n>ur der überflüssig gewordene Offizier anSveichend versorgt ist. Während man den politischen Einfluß unbe- friedigter ehemaliger Osfiziere fürchtet, fi'chst nran sich vor den geniißhandelten Arbeitern sicher hinter den Maschinen- gewcchven, die von dem Rast der Offlizrere bediont wecken. Emeller»»« der Zahnenfluchl-Amueslie. Don„P. P. N." wrck>.miigetsAt: In d«lm neuen GosetzMtwnwf über bi« Er weit er-ung der Amnestie ist zum Au-bdruck gekommen, daß alle vor dorn 12. De- zrmber 1918 wegen Fahnenflucht, wegen wnertonlbt« Entfernung ober weg«, Ungehorsams gegen einen GestelllungSbofchl erkannt«« Strafen ols amnestiert, ebenso alle doSwegen noch anhängigen Untersuchungen als niedergeschlagen zu gelten halben. Und zwar haben diese Bestmmuingen Geltung, ohne daß wie früher, die Begnadigung von einer Meldung de» Fahnenftnich- tigen innerhalb einer bestimmten Frist abhängig gemacht wird. Desgleichen beziehen sich die Bestimmungen de» Ge setzen taurs« ganz nadnrgemäh auch ans die im Ausland befindlichen bzw. im Gefangenschaft festgehaltenen fahnenflüchtigen Deutschen. Der neue Gesetzentwurf trägt damit oll' den Mängeln Rechnung, auf di« wir schon seit Monaten immer wieder erneut hingewiesen haben. Im Interesse Tausender von Familien, die durch die plötzliche, ungeahnte und ungerecht- fertigte Festnahme ihres Ernährers sich plötzlich der groß- den Not und dem Elend gegenüber sehen müssen, ist seine baldige und uneingeschränkte Annahme auf daS dringendste zu erhoffen. Unbedingte Pflicht der zu- ständigen Stellen aber ist es, jetzt sofort schon olle dem Ent- Wurf entgegonftehenden Maßnahmen der Militärbehörden und Militäugerichte anzuhalten bzw. sofort rück- gängig zu machen. Die Billigkeit zumindest verlangt aber such nach einer Richtung hin noch eine Erweiterung des Ent- Wurfs. Auch nach dem 12. Dezember 1918 haben zahl- reiche Soldaten, bei ihrer Heimkehr aus dem Felde eigen- nrachtig das Heer verlassen, in dem Wohl verständlichen Glauben, daß die Dienstpjlicht zu Ende sei und daß sie ohne weiteres die Uniform ausziehen könnten. Das Gefetz muß, tun der Billigkeit zu genügen, die starre Grenze des Datums aufgeben und es durch eine sachliche Formel ersetzen, vor dem Ztikrasssreke« des Krieüess- Vertrages. Pari», ZI. Dezember. Der Oberste Rot der AMierte, hörte heute merze» D u i a st a au, der über seine Nnierrrdttttg mit Freiherr,: von LrrSnrr Bericht erstattete, sowie General L er und, de, über die Verhandlungen zwischen den alliierten Vertretern uro der von Simson präsidierte» Delegation berichtete. Der Rai einigte sich über alle Maßnahmen, die bezüglich de» Inkrafttretens des FriedenSvertrazeS vor dem 6. Januar, de« Tage, der für den Austausch der Ratifikationen in AnSstcht genommen ist, ge» troffen werden müssen. Der Rat beschloß ferner, daß der Schatz der»ngehSrige« de» Gebiete, in denen BolkSabstimmnnge» vorgenommen werden sollen, i« AuSlimde drrfenige» Macht zufällt, deren Vertreter der AdstimmungSkommifsivn des betreffenden Gebietes präsidiert. Der Rat entschied, baß der Unterhalt der BesatzuugStruppen i« den Abstimmungsgebieten jeder an der Besatzung teilnehmenden Macht obliege; die Rückerstatt»«» der Kosten soll durch dir Macht erfolgen,' der daS Abstimmung»- gebiet zugesprochen wird. Sofort nach Jnkrafttrete« des Friede«»- Vertrages soll die deutsche Regierung die 192 090 Tonne» Schwimmdock» abliefern. Der Rest des abzuliefernden Materials ist innerhalb einer Frist von iv Monatea abznlieser», Die Angst vor dem Bolschewismus. London, ZV. Dezember.(Renter.) Der Gewerkschaftskongreß ersuchte um P S s s» für ein« Abordnung»um Besuch« SowjrtruhIaadS. Die Regierung erklärte, keiue Pässe»ach einem Laude anSzustellen, mit dem fie keiue diplomatische» Beziehungea unterhalte. Die englische Regierung scheint zu befürchten, unö. jedenfalls mit Recht, daß die Vertreter der Arbeiterschaft -bei eigner Kvnnchnisnahme der russischen Verhälwisfe zll -Resultaten kommen, die der Regreru-ny für ihre gegen-- revolutionäre Politik in Rußland unerwünscht sind- Von Vertrauen in die eigene Stärke ist diese Paßverwerge» rung jedenfalls kein Beweis. Zapm» erhSik die kouttolle über Sibirlea. H. X. Washington, 31. Dezember. Halbamtlich wird nnt geteilt, daß die Bereinigt«» Staaten, Groß-Britannien und Japan ein« Abmachung getroffen habeu� durch welche Japan fast ausschließlich die.Kontrolle übe» Sibirien echält. Japan soll di« Linie am Baikals«« besetzen, ohne dieselbe jedoch zu überschreiten. Die amerikanffchen und- ffchecho-flowakischen Truppen, die ftch«n d-iesean Gctbiete befindeotz sollen zurückgezogen werden. Herr Heinrich Moser hat im.Vorwärts' behauptet, daß Genosse Oehme im Dezember 1918 stürmisch da» Eingreisea der Truppen gegen die Bolksmarinedivision gefordert Hab« Oehme habe dazu bet�e tragen, daß der Widerstand SbertS endlich beseitigt wurde. Dem Privatsekretär de» Pressechefs Rauscher, Herrn LaSnitzki, habe er da» Angebot gemacht, an seiner Stelle für ISO Mark monatlich di« vertrauliche Uebermittlung politischen Rachrichten an d«n.Lokalanzeiger" zu übernebnwn. Genosse Oehme teilt uns auf unsere Anfrage mit, daß dies« Anschuldr- gungen deS Herrn Maser erlogen smd. Auch die übrigen Am- schuld i-gungen seien teils entstellt, teil» erfunden. Di- baltischen Landsknechte al» Schützer Deutschland». Nach «iner Meldung deS„Berliner Tageblatt»" au» Thorn ist der Grenzschutz für den Nordzi-pfel Ostpreußen» bis auf weiter«» von der Eisernen Division übernommen worden. Diese Maßnohme patzt vortrefflich zu dem Strafantraa. den General- leutnant von Estorsf gegen den rechtSsozialistr'�en Abgeordnenten Theodor Wolff in Tilsit wegen Beleidigung der Baltikumoffiziere gestellt hat. Selbst der„Vorwärts" nennt das «inen Skandal, er tituliert di« Offfziexe der Baltikumtruppe» Verbrecher und verlangt, daß auch gegen ihn Strafantraa gestellt werde. Der Mut de».Vorwärts" ist erstaunlich. Das Blatt wird aber bald zusammenknicken, wenn erst Herr NoSk« wieder die BertrauenZfrage an seine Parteigenossen stellt. Wilhelms Wutanfall. Nach einer Meldung de».8-Wr-Sbcnd-- blatt»' berichtet.Tagen« Nyheter" in Kopenhagen übe-r Pari» ou» Amerongen, daß Wilhelm einen Wutanfall erlitten habe, als er vo-n der Veröffentlichung von KautSkvS Buch hörtze. Er habe Kautsky als einen.Haiunk?«" bezeichnet, danach aber mit der Au». arbettung einer Verteidigungsschrift begonnen. Im übrigen sei er auf jede Eventualität vorbereitet.— Daß dieser Men,ch, der Millionen von Blutopfern auf seinem Gewissen hat, sich noch i« Schimpfereien ergeht, ist schon ter Gipfel der Fvechheit. Der Personenzuoprrkehr in«an, Batzer» wird am L, 4., stund 11. Januar wegen Kohlen mangels eingestellt. In Düsseldorf ruht der Stra ß« nb ah nb et-ri-eb vom 1. bi» 4. Januar völlig.- Ein Kaufmann Faust wurde, wie au» Hamburg berichtet wird, dort unter der Beschuldigung verhaftet, an der Mün» chener Geiselerschießung beteiligt zu sein. Dir interalliierte Kommission zur Abschätzung de» Hain- burger Hafenmaieriali ist Mittwoch mittag» mit dem Tor-pcda- boot D. 64 m Hamburg eingetroffen. Der Brotprris in Frankreich wird ab i. Januar 1920 n, Pari» von öö auf 90 und in den Departements von 60 auf 95 Centimes erhöht. Die Handelsfreiheit für Jnlandzetrcide wird wieder hergestellt, dagegen behält sich der Staat da» Einkauf»-, Einfuhr- und Berteilun-gSmonopol für AuSlandSgetreide vor. Gegen da« Brrbot der Eifrnbahnerstreik» haben di« Vorstände der Verbände de» amerilanischou Eisenbahnpersonal« beschlossen, kräftig zu opponieren. Di- türkischen Parlam-ntSwahlen, di« am 18. Dezember unter außerordentlich schwacher Wahlbeteiligung stattfanden. zeigten«inen ausgesprochenen Zug zum Nationalismus. So ist Muftopha Kemel Pascha, der Führer der nationalen Bewegung, in Erzerum gewählt. Infolge der ewigen Verzögerung deö Friedensschlusses durch die Entente ist der Einfluß der«ntente- freundliche» Parteien zurückgegangen. mit echtem Frle€le««~KaLii*$cl*\ifc seböo«, aatQrliche Pnrbe bei 5 jähr« Schriitlichcr Göfiinti®» Zahnxlefac« mit öflllch. Bttanbon* nach bewährter Metbode bei Bettelluax vo» Qebl&sea s r a 1 1 a I Spezialität: Zähne ohne Oaumen. Kronen von 30 Mk. an. Keine Luxatprclsa! f■cbmännliclio Munduntersachand and Rat kostenlo*. ZabDpraxis H a t v a n i• Dnnziger Sircße 1 Eck« Scl-Önbauxr All««. ElfiMnc Dantlier StrsBc. Sorectulnnden von 9—12. 2—7. 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Königgrstzer Straße Nachm. 3 Uhr: Crdffelst Nachm. (Luhi: Maria Orska Abd: Schloß Wetterstein PUt.: Scijloß Wetterstein Sonnabend: Kameraden Stg. nachm. 3 Uhr: Brdftelst Abd.: Schloß Wettersteiu HomSdienhaus Nm.5 u. Llselott y.tl. Pfalz hr:..8 Abends V8 Uhr:..S I e ßrcjtaff, Sonnabend u. Sonntag ..8ie Csrlmer Theater 3 Öhr: Sltni:. du oiidir Icuciittj uhr: Basimel- Stndecten 7.15 Direktion: Viktor Barnowsky 3 Uhr; Uer rote Hahn. \ uhr: Pygmalion Freitag 7 Uhr: Peer Qynt Sonnabend 7>, Uhr: Pygmahoo Sonntag 7i Uhr; Pyfmalioo OeiüeyuL-Tteater 3 Uhr; Dies Irae. 7v uhrtyprienne (Konstantin, Götz. Walter) Freitag bis Sonntag 7� Uhr: Cyprienne,_ Residenz-Tiieoter Nachm. 4 Uhr kleine Preise! Der srute Ruf Täglich 7k Uhr: Freilag 4 Uhr: Max o. Moritz Eonnab. 4 U.: Hansel o. Gretel. Trianon- Theater ment achm. 4 Uhr meinet P_____ Das höhere Leben. Täglich 7k Uhr; Maskerade Freitag 4Uhr: Hinsel u. Grete!. Sonnah. 4 Uhr: Max u. Mori� Walhalla-Theater Ts inr. Die Chardasfürstin Stg, 3S U.: Familie Haanemann Rose-Theater TS Uhr: Die Brandstifterin. Ccslno-Theoter Lothringer Str. 17. Tägl.'/.S Uhr Dar Schlager der Spielzeit Schniepeis Lene Berliner Volksstflck in 3 Akt. Vorher erstkl. Spezialitäten Am I. nnd 4. Januar 3i Uhr: ..Frohes Fest"' Heues Operettenhaus Direktor: Jean Kren Allabendlich 7 Uhr 30 Min.: Die Dame vom Circus JrmJfcsd , I. Jan. T'VorsL 3� n. 71. U. In beid. d. neue Prosr. I Außerd. Nachm.: i 1 eigenes Aschenbrödel' Kind frei. Abends zum Schloß: ffA|ihroditeu Scßaubllhnel Horltzplatz! früher Buceenhagen Das sensationelle Jimir-rrwiiiii Der grolle lacbscblager Jaier mit den In der Hauptrolle Paul Bendlx und � � erste W-UM Anfang 71/, Uhr Großes Schauspielhaus Sonntag, ckev 4. Januar, nachm. 2'/- Ahr: le restie Regie: Man Relnharät Hauptrollen: filtyandec Moissi, Qngnste PSnkSsäp, Ferdinand Srcgort, Pool Hortmonn, Lia Rosen, Snstov czitneg, Zofef Mein, Margarethe christian«, Nrih Richard, Margarethe Kupfer, Harald pan'.sen, Friedrich Kühne, Eugen Herbert. preise der Plötze JJt 9.— bla Ut 10.—. Bflleii» an der Nasse de» Theater», N. Werthefm und Im Bnoaffdendanf! ■Alfred Beierle! q Sonntag, 4. Jan.: i einet Doetofe waki i Der Traum licherlichen Menschen.« Dienstag, 20. Jao.: Andrelews Die Geschichte von u 3 4sn sieben Gehenkten. u ■ Mittwoch, 21. Jan.; Strüsdberfr s Eine Friedensnorclle. Donnerstag. 22. Jan.: Kameraden der Menschheit.■ ScI HIer�aal, Knie, 7% Uhr Kart. Bote& Rock, Worth. W Ankauf ve� latin Apollo>Theatep Frlcdrichstr. 218. 71/ Allabendlich fi/ Sonntags Z', n. J'* ünöbarirelliicties Varietö Pfograißm! bhU: im i. Hat, höh. Prol« Ooldwarentabrtk L Weinstock b0«. Mohrenstraße 16. am Untergruud-Bahahol Friedrichsir. 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Sanaiag 10—12 Vertraucnssacheal i öiivesterrede vnd lleujahrswmsch Adolf Glahbrenner, der politisch satirische ValkSdichier aus der Zeit der deutschen Revoliian 1848 wandle sich mit prächtigem Spott gegen die.Bckelducker, Zarricker, Mucker, Achselzucker, Zinsenschlucker, iZrespucker� Polize-, drucker und Knichucker". Es ging chm m äußere und innere Freiheit des Menschen. Im Jahre 147 schrieb er:„Der Geist, die Idee» Gott ist überall, überalhur selben Minute, da, wo noch ein Herz für Freiheit ud Liebe schlägt da Ivo der stolze Mut Menschenr chte der- i«id:gt>..... in den Höhen und Tiefen, in den Work- stätten nnb Gefänznissen. Der Geist ist derKönig der Welt". Er hielt als Prophet dem deutschen Voll Silvester- uode und Neujahrswunsch, und soine Worte soen uns in die Ohren klingen. Der Prophet erhebt abermals seine melodische Crmme und �-set also: Wisse, mein deutsches Volk, das, so folgt, st daS Ge- IM und dir Verkündigung Brennglasii, de§ SohneS GtÄrenncrii, der empfange u hat die Taufe: Adolf und erzeugst silzu Berlin, ter Stadt des Ruhmes. And es ist geschehen alles, so ich verkündigt Hai zu Ehren Meines Namens und zur Schande meines Volkes, uv eS ist gc- schehen furch iorlich und gräßlich, so daß da weinetendie WolkeH und zitterten die Berge und seufzeten die Täler. U» derotvegen «ud darum bin ich euer Prophet, und«S ist fein Pdphet neben «kt, am wenigsten sind es die Affen, so mir folge, wohin ich gehe, und meine Gesichter schneiden. Und ich tre» darum so dcsch«dcn auf vor dir, mein Volk, weil da gewesen sid in gleicher Weise bescheiden alle Propheten von früher und ttit, wenn ich nicht sagte, daß ich sei von Gottes Gnaden und spräche aus seinem Geiste und i n seinem Geiste, ihr mir Ummer und muriner würdet glauben. Euer Glaube aber ist meinen Per- Kündigungen so notwendig wie der Odem dem Den und die Polizei eurem Staate. Darum, wer zweifelt an mir, der ist des Todt, früher oder später; darum, wer hindeutet auf daS einzelne leiner Worte und schreiet: Siehe, eS ist nicht gekommen, wie!r gesagt! der ist ein Narr. Denn ich habe euch gesagt: Ihr mßtet nehmen mein Wort nach derjenigen Wahrheit, welche dorincn liegt', und nicht nach der Form, in welcher ich es rufe. Den. die Lüge sei mächtig und schleiche im Finster», und so die labrheit nicht auch schleiche im Finstern, werde sie nicht begegnen er Lüge. Und ich habe euch gesagt, daß mir besohlen ist also: Du W weissagen, so da wird geschehen, und gleichermaßen eilst du weis- jbgen, so da nicht geschehen soll. Aber soch atso mußte tun im Jahre der Erlösung, nm wir diel mehrim Jahre der Schmach und der Sünde, nun ih» web Rügst u> heulet und wühlet unter dem eisernen Zepter der Lüge un de« Truges? Denn siehe, es sind gekommen di« Tage, von deen gesagt ist, sie werden uns nicht gefallen. Und ich. Euer Prophet, habe empfunden Her Weh und Eurxu Jammer im tiefsten meiner Seele.'i»iit Herz war zerrissen; ich fluchte jedem Tröste, ich fluchte je» Träne, die «einen Schmerz lösen wollte. Aber ich ging hin zu dem, der mich gesende' ich stand auf dem Berge des Kreuzes, nicht ferne von dem Keer der Duster- heit. Und er sprach zu mir:„Komme nicht als zu mir, mein Sohn? Dein Glmrbe«nd Dein Herz waren oosarrot, durch das vergossene Blut aber hast Du sie färben isscn röter und •öter von Tag zu Tag. Das Blut wird fenmen über die, f» e» vergossen haben. Du«che? sollst nicht bleib* in der Farbe der Nichtswürdigen". Und er legi« seine Hand auf mich, und dal bost Blut floß von mir und bildete lange Bäche und Ströme«nd über diese blutigen Bäche und Ströme hinüber sab ich in fe Welt der Zukunft und alles war rosenrot. Und er sprach:„ES ist nimmer etwas Groß? geboren, denn mit Schmerzen. Die da dulden ohne beiligenZor« und Tat, von denen weiß ich nicht«; die aber leiden sitrihre gute starke -Tai, die find selig, denn der Mensch leidet nur sr die Menschen. Und so viel sie auch leiden� sie leiden nur«ne Sekunde der Ewigkeit." Mlnm zur„Freiheit" „Uud wenn Du zu Deinem Volke sprichst, so hülle Dich nicht in schwarzes Gewand und Deinen Ernst nicht in finstere Rede, denn nur der Heitere hat guten Mut." Und wie die Sonne, das Liebe sauge der Ewigkeit, wie sie täglich golden aufgeht und lacht über den Gräbern und den blutigen Irrtümern der Menschen, als» sei Dein Geist. „Und wenn Du weissagst die Zukunft, so folge Deinem Gesicht, was blicket über das böse Blut fort in die rosenrot« Weih der Freiheit und der Liebe." Und das ist der Wille dessen, der dir gegeben hat Dein Gesicht und die Verkündigung zum Frommen Deines Volke?. „Gehe hin uüd tue also!" Michel- Fast schien es schon, er wollt' sich regen, Fast schven's, vorüber sei die Nacht; Er fvng schon an, sich zu bewegen, Und alles rief: Er ist erwacht! Da schwört's zum Himnwl tausendhänidiiig; Das größte Wunder ist zu schau'n: Der deutsche Micheil wird lebendiiz? j Gleich wirb er wütend um sich hau'nk Doch, ach! Verraucht ist die Ekstase. Und Nacht ist's wieder rings umher; Man kitzelt Micheln an der Nase, Und er?— Er sieht und hört nichts mehr.' Und hat er nicht vor wenig Wochen Gesprochen noch ein ernstes Wort? Ja, ja, er hat's im Schlaf gesprochen; Jetzt schnarcht er wieder ruhig fort? ! AdolfGlaßbrenner. vluügeg Neujahr. Erinnerung eines Arbeiter«. „Wir ziehn»ach Serbien. wir haun'S tn Schevbien- und wenn wir sterbien, dann sind wir tot." sZandskn echtS lfed.s Immer noch wüten, von Furien gepeitscht, Verderben»knd Älord auf der Erde. Wie damals— Silvesternacht. In der Unendlichkeit leuchteten die Sterne. Im All war Frieden, ewige Ordnung. Di!« Ecke zog frei ihre Dahn im Raum, der Sonne entgegen, und der M-ond schaute mit seiner goildenen Miene schweigsam vor sich hin, ein kluger Philosoph. ES war nicht sehr kalt. In der Luft schwebte ein Gemisch wie von JaSmin und Nachtschatten und der Tod saß unter einem Holunderbusch und hielt Rast. Weit und breit war es still im Lawd. Eine Weile schaute er baß dem Münde inS Angesicht, dann rief«r ihn an:„Heda, Gevatter, im bist doch Historiker, erzähl mir ein wenig arrz urgraurr Zeit." Der Mond schwieg dazu. Wer hinter dam Holuuderbusth räusperte sich dkte menschliche Stimme: Jbtx Mond steht nicht umsonst im Rufe großer Güte." Der Tod fuhr strmS herum:„Wer bist denn dw?"' »Ich bin ein Dichter."| t „Soo?— Dann erzähle da." I Und der Dichter begann:.Iii' grauer Vorzeit, noch ehe die Menschen die Kriegskunst erfunden hatten> war auf der üMgen Mur ein Gott, den nannten sie kurzweg den Fried. Der Fried war riesenstark und wenn er dem Hader be- gegnete, dann ging dieser ihm ans dem Wege ntA die Menschen waren glücklich und friedlich wie der Fried; die Erde hatte noch niemals Menschenblut getrunfen. Es begab sich aber, daß Kain seinen Bruder Abel erschlug und vor Gram lief der Fried in den Wald, wo das Schnee- glöckchen in aller StMe mit seinem zarten Geläute das Fest der Wintersonnenwende feierte, ES lud den Fried zu Gaste. Und als es Abend geworden war, brach er auf, um Kam zu ™ Jimmie tziMiw. Roman von Upton Suclaip Aus dem Manuskript übertragen von Hrmhuia Zur Mühle». IL Dennoch heißt es leben. Jimnnchefanb sich zum ersten» moil in eimrm fvomden Land, imß» rs er«msigshen Sftttfte, schlendert« er mit einigen Anierifami durch die Straßen, betrachtete die Sehenswürdigkeiten zr Stadt, die vor dem .Kricn ein kleiner Hafen gewesen, tut aber ein Mittelpunkt des Welthandels war, und von der at täglich briitische Trup- pen über den Kanal geschifft wurd:. Auf. den Straßen sah er auße etlichen alten Leinten bloß Männer in Uniform, und anß den kleinen.ändern leiiw Müßiggänge�. Frauen kulsckjrten Rollwagen, führten Trams, bedienten die Fahrstuhl Alle Gesichter waren inst und kummervoll, doch hellte«! sich auf beim Anblick V- Amerikaner, die von so weit hkamcn, um zu helfen. ch, den Konditoreien und den koischen kleinen Mrts- u�jcrn,� wo rosige Mädchen sehr ünnes Bier schenkten, Ancken sich die Leute nickt genug tr. um den überseeischen Güsten.ihre Freundschaft zu beweise und der hochmütigste P�ichl ließ sich herab, ihnen den hg zu weisen.„Erste rethj� dritte links"— sagte er öufeei rasch, und wenn man ihn verwirrt anstarrte, wiederholte ees in noch schnellerem Tevrpo. Doch brauchte die neue aerikanische Armee so nötig sRotorsahrräder, daß Jiurmie rr wenig Zeit gewährt wurde, den Helden zu spielen: er chielt seinen Marsck?- befehl' neue Kleider, nahm Abschielvcm der Honourable Bcatriee, der er versprach, öfter zu üeiben und nicht allzu schlecht von der Aristokratie zu denke Er überquerte den Kanal, der, mit Schissen überfüllt, in Hudson glich, und landete in einem großen Hasen, de während des Krieges von den Amerikanern auss.eb-aut warn war. Lange Dock- reiheit dehnten sicli aus. Jiinniie sa ungeheure Kräne in den FraMttmm cknes Schiffes taucht'u!nd ganze Lokomo- tiven oder ein halbes Dutzend Aumobile auf einmal herausholen. Hinter den Docks befg sich ein Labyrinth oon Eisenbahnschuppen und Geleisen«d meilenweit Ver- ichläae.chp denen allerhand Waren. au zvabrt. wurden. Aul dem benackchartcn Hügel war eine Zeltstadt aus der Erde gewachsen, und die alten, knarrenden, moosüberwuchcrten Windmühlen, diese Verkörperungen des Mittelalters, blick- ten bestürzt auf die modernen Zeiten hinab. Niemand gab sich die Mühe, Jinunie auf diese Sehens- Würdigkeiten aufmerksam zu machen; doch bemerkte er sie dennoch, und erfuhr im Gespräch mit anderen allerlei: Ein Mwn erzählte ihm. daß er das Ausfciden koniservievter Tomaten überwache; seit sechs Monaten hatte er nichts anderes gesehen als Kisten um Kisten, Ladung um Ladung konser- vierter Tomaten, die an einem Ende des Schuppens herein- sgebrackch am anderen hinausgeschafft Wirrdon. Irgendwo, m höheren Regionen, weilte ein wundersames Tomatenhirn, das ganz genau wußte, wie viele Büchsen Tomaten für ein Exerzierlager, wie viele für die Spitäler, wie viele für die Holzhacker in den französischen Wildern nötig sind. Von Zeit zu Zeit brachte ein Schiff neuen Vorrat herüber: eine Schar Neger verlud die Kisten. Dann begegnete Jimmie einein Franzosen, der in einem Chikagoer Hotel Kellner gewesen war und jetzt koreanische drahtch aarige Arbeiter beaufsichtigt«. Jimmie hatte geglaubt, er kenne aus den Mühlen. Bergwerken und Fabriken Amerikas alle Rassen der Erde; jetzt jedoch hörte er von gänzlich fremden Völkern: Anamesen, Simnesen, Sikhß, Madagäsken, Abessiniern und Algeriern. Hier fanden sich das ganze britische Reich und die französischen Kolonien zu- sammen. Portugiesen gab es und Brasilianer, Leute von den westindischen Inseln, Buschmänner aus Australien und Zulukaffern aus Südafrika; imd da diese noch nicht geinig- �ten, goß Amerika aus seinem Schmelztiegel halbverschmol- zene Völker. Hawaianer und Portoricos. Philippinos, Eski- mos aus Alaska, Chinesen aus San Fmnzisko, Sioux-Ju- dianer aus Dakota und gewöhnliche Plantagenneger aus Louisiana und Alabama. Jimmie sah letztere an der Ar- beit; sie reparierten ein Geleise, tKis durch eine aus einem Aeroplan geschleuderte Bombe zerstört worden war. J£ie schwarzen Gesichter glänzten vor Schlveiß, die Weißen Zähne grinsten gutmütig, während die starken Hände schwere Brech- eisen schwangzn: die lange Reihe arbeitete gleich einer Ma- schine und sang, um im Takt zu bleiben.„Alle— he— e— bt!" rj-ü der Lffizjex, und dw Mhe. schwang die Brecheisen. DonnerKag. i, Zimusr 1820 veiAciheiv aber da bemerkte er, daß die Schueeglöckchen nichl von ihm ablassen wollten. So folgte er ihrem Geläute. Anr nächsten Tage schon kam er an einen grauen Weg. Da stand- der Krieg auf Posten. Heeressäulen wogten vorüber, Menscheck mit stieren Blicken, wildjauchzend, von ihren Stirnen tropfte Blut. Und ganz am Ende, hoch zu Roß, ritt ein barmherziger Samariter: Du, der Tod. Und als der Fried dich sah, dal rief er dich heran imd fragte dich nach dem Wege, von wannen, wohin; er ging die Spur zurück und weilt n«h heut« am liebsten bei den Toten". Der Dichter schwieg. Der Tod nickte beifällig, hin« seine Sense in den Busch, zündete sich eine Pfeife an lind sagte dann? „Was du erzähf-test, mag stimmen, eS ist schon lange her. Aber du blutest ja." „Ja", erwiderte der Dichte,„mir btutet das Herz nin meine Brüder, die Menschen. Hat die Erde nicht Raum für alle? Bin ich noch ein Mensch? Ich soll töten?! Ich bin friedlos, mich friert, ich habe Hunger, ich blute, ich bin.rank. Die Ratten haben meine Seife gefressen, mein Brot, meine Kleidung, alles, alles. Nackt, obdachlos, hocke ich hier in der Erde, ich, der Mensch Ueber meinem Haupl-e leuchten die Sterne. Unendlichkeit atmet das All, ewige Ordnung. Di« Erde hat Raum. Und ich? O Fried, o Fried? Tod! ich sehne mich nach der Sonne."— Es-war Mirternacht. Ter Tob nahm seine Sense und ging eilig davon.» Eine Fletschbatterie, die im Land verborgen lag, spis Feuer hinüber nach Frankreich. Prosit' Neujahr! sollte das heißen. Der Franzmann schwieg dazu. Der Dichter hockte sinnend, wo kurz vorher der Tod ge- sessen hatte. Mitten hinein in seine.Träume pflff etwas durch die Lnft, wie Gertenhieb. Aber er hörte eS nicht mehr; es fuhr ihm durch den Kopf. Dann kam der Fried und küßte 3jn aus die Stirn und Wangen und blieb an seiner Seite.— Nicht fern, am grauen Wege rast immer noch der Mord. Unselige Hände triefen Vau Blut. Wild jauchzend, gottlos» satanisch ist dein Lied: Wir ziehn nach Serbien, » wir haun'S in Scheckien, und wenn wir sterbien, dann sind wir tot.— „lindem die kapitalistische Produktionsweise wehr und mehr die große Mehrzahl der Bevölkerung in Proletarier rerwc-nvc!-, scdo[t sie die Macht, die diese Umwälzung, bei Strafe des Untergangs.;>! vollziehen genötigt ist. Indem sie mehr und mehr aus Berwaabivng der großen vergesellschasteten ProduktionsmiUcl in Staatseioen.'l drängt, zeigt sie selbst den Weg an zur Vollziehung der llmwälzuna. Das Proletariat ergreift die Staatsgewalt und verwandelt die duktionsmittel zunächst in Staatseigentum Aber damit hrd es i., selbst al» Proletariat, damit hebt es alle Klassenimterschiede> Klassengegensätze aus, und damit auch den Staat als Staat."i bisherige, sich in Klassengegensätzen bewegende(Äescllschast hatte den Staat nötig, d. h. eine Organisation der jedesmaligen- beutenden Klasse zur Aufrcchterhaltung ihrer äußeren Prodvklw'>. bedingungen-... Sobald es keine Gesellschaststlosse mehr in der Unterdrück. iva■>« holten gibt, sobald mit der Klassenberrschafl und dem in de. is» hcrigen Anarchie der Produktion begründeten Kamps ums Einzel» dasein auch die daraus entspringenden Kollisionen und Exzesse beseiü. b sind, gibt es nichts mehr zu reprnuieren, das eine besonder c f.. prrssionsgewalt, einen Staat, nötig machte. Der erste Akr, wo: in der Staat wirklich als Repräsenlant der ganzen Gesellschost austritt- die Besitzergreifung der Produktionsmittel im Namen der Gr'el!» schast— ist zugleich sein letzter selbständiger Akt al, Staat. Da» Eingreisen einer Staatsgewalt in gesellscdastliche Verbälttusse wird auf einem Gebiete nach dem andern überflüssig und schInftN>a>m von selbst ein. An die Stelle der Regierupg über Personen tritt die Verwaltung von Sachen und die Leitung von Probukttonsprozessea. Der Staat wird nicht„abgeschasst", er stirbt ab." Aus: Friedrich Engels,„Die Entwicklung des Sozialismus von der Atopie zur Wissenschast." „Nimm die. Stäbe Nimm die Sta nge Nicht so träge Säum nicht langt. Lern dich bücken'. Ben« den Rücken." III. Seit fast vier Jahren hatte Jimmie viel über Frankreich gelcheit, nun befand er sich hier und twuntc alles mit ei genen! Augen sehen. Zum Beispiel die Leute niit Holzpant.nenl Es lohnte sich wirklich, den Ozean zu überqueren, um Frauen und.Kinder daherklappern zu. sehen. Und dann die komischen kleinen Eisenbahnen, mvt Türen, wie bei einem Kanincherrsfa'll. Es war bensthitgÄnd,«daß der Zug tomigstenS eine ordentlich� Lokomotive besaß, auf der mit großen Burh, staben U. S. A. stand. Jiinmi? hatte teil an dieser Maschine unb empfand sozialistische Regungen, da er von ibr gezogen landeinwärts fuhr. Er war, dank dem U-Boot und dem Verweilen int Spital, von seiner Abteilung getrennt worden. Er bekam einen Paß und sollte mit einem bestimmten Zug nach einer bestimmten Stadt reisen. Jimmie schaute ans dem Waggon- fenster, glücklich wie ein Schuljunge auf Ferien. Die Land- schaft»vor wunderschön, von der frifcheu grünen Lenzherrlichkeit verklärt, breite, gerode, pappelumsäumte Straßen durchkreuzten das Land, Steinhäuser mit merftossirdigen stei lab fallenden Dächern ragten auf. alte Männer, Frauen nnd Ätnder arbeiteten ans den Feldern. Jimmie plauderte mit den Insassen seines Kupees,. Soldaten und Arbeitern, jeder eine Schraube, an de.r ungeheuren Maschine, jeder mit wichtiger Arbeit betraut. Aste hatten sie etwas zu erzählen— Nachrichten von den Kämpfen oder dem Fortschritt der Vorbereitungen. Seit mehr als einem Jahr bereitet Amerika sich vor, was wird es in dieser ver, zweifelten Krise des Krieges tun? Aller Nerven waten vor Aufregung gestrafft, vor Ungeduld, endlich an das Werrzul gehen, nach dem ihre Seele verlangte. Jw et mann wußte» die„Cowboys" würden mit„Fritz" fertig werden, sie Wichten es, wie fromme Leute wissen, daß es einen Gott im Hiinmek gibt— nur daß sie, anders wie die meisten Frommen, sofort in den Himmel gelangen und Gott so bald wie möglich b' gegpon wMtzn,* � Wsctjxtzuaa b>lgh) / -li juimP" b a ch soll enhn «üt!« »OUÖb' t uf�ir tsn EN tte veWung der slSdlWen seamien und Angestellten. Die städtlschm Behörden Berlins und zahlreicher Vor- t werden konnte, ersuchten unsere Genosscirstden Magistrat im April dieses JahreS er- neut um schleunigste Vorlegung einer norien Vesoldungs- ordnung, oh.ne Rücksicht auf Reich uind Staat. Unser« Ge- nostem standen auf dem Standpunkt, daß ernmalsge Be- schaffungsbeihilfen keine wirksame Hilfe sind. Beamte, An- gestellte ustd Arbeitor sollen angemessen bezahlt werden, aber nicht verwiesen werdon auf gelegentlich gegebene Be- schaffungsbeihilfen. Aus diesem Gründe lehuten sie auch im Juni dieses Jahres im Verein mit den übrigen Gruppen der Stadwerordnetenversanrmlung, mit Ausnahme der Deutschnationialen, ab, Beschaffungsbeihilfen zu bewilligen, und gewährten einen Vorschuß auf die neuen, baldigst vor- zulegenden Gehaltssätze. Bei der großen Verschiedenartigkeit der Besoldung war es keine leichte Aufgabe, den Beschluß,«ine neue Be- soldungsordnung aufzustellen, durchzuführen. Es war dem Magistrat aufgegeben worden, und unsere Genossen legten das Schwergewicht darauf, daß es gälte, die großen Schick)- ton der unterem, am schlechtest bezahlten Beamten und �ln- gestellten am wirksamsten anfzu'besscrn und ihre sozial« Lage zu heben, und nach oben woniger in die Höhe zu gehen: auch sollten die vielen Besoldungskategorien aus das Mindestmaß reduziert werden. Nach diesen Grund- sähen ist auch verfahren worden. An dieser AtfieU haben Ich auch die Bcamtonvevtretungen fleißig beteilligt. Es würben fünf Hauptgruppen gebildet, die sich in Unter- gruppen gliedern; die Gruppe I hat drei, die Gruppe II zwei und die Gruppe III drei Untergruppen. Wenn man bedenkt, daß es m Berlin etwa 206 verschieden besoldete Beamten- und Angestelltongruppcn gab, so darf man getrost diese Gruppierung als eine tüchtige Leistung ansprechen. Be- achtenswert ist, daß mich die Möglichkeit geschaffen worden ist. in höhevbezahlte Gruppen aufzurücken, und daß die Bedingungen hierfür erheblich erleichtert worden� sind. Bei den unsichevon Lebensverhällmissen erschien eS notwendig, neben einem festen Gehalt eine beweglich« Zu läge nebenhergehen zu lassen, die an- und abbaufähig ge- dacht ist. An einen Abbau ist natürlich zunächst gar nicht zu denken: für Vertjeiratote ist«ine Kinderzulage von -600 M. für jedes Kind vorgesehen. Die nori« Besoildungsordnung steht folgender- maßen aus:, Besoldungsordnung für die städtischen Beamten und Angestellten. (Erreichung dcS Höchstgehalts für alle Gruppen in 18 Jahren.) Trupp« Awfvng»- Zulag«» Summ« Höchst- gel) alt der Zulagen«aHalt V 6000 M? 8 je 240 M. und 6 je 180 M. 1800 M. 0300 M. IV 5500. 3. 2t0,. 6. 180, 1800. 7300. IIIc 6000. 3. 800,. 6. 200. 2100. 8100. Illb 6300. 3. 300., 0, 200. 2100, 8400. (IIa 6600. 8, 300., 6, 200. 2100, 8700. Hb 7000. 8. 400,. 6, 250. 2700. 9700. IIa 7500, 8, 400,. 6, 250. 2700, 10200, Ic 8000. 3. 600.. 6. 400. 8900, 11900. Ib 9000. 3, 600.. 6. 400. 4200, 13200. la 10000, 8. 70a.. 6. 400, 4500. 14500. .maßgsSeü?, M In Groß-BerM ohmkhkn em« gleichartige Regelmig der Besoldung der Beamten in Gemeinden mit städtischem Chaimkter notwendig wird, und weil die Ge hälter der Beamten, verglichen mit den Löhnen der sonst noch für die Stadt Tätigen, sich sehr wohl sehen lassen könne, so daß eine besondere Notwendigkeit, über die Bor- schlüge dos Magistrats noch hinauszugehen, nicht gegeben erschien, zumal auch die dem Beamten zustehende PenjionS- berechtigung mich nicht außer Betracht bleiben kann. Gerade die sa-.i aüdem o krati schon Vertreter sind«S gewesen, die den ersten Anstoß zur Beamtenbesoldung ge- geben haben, und ihrem Drängen ist die Neuordnung, der Dinge vornehmlich zu danken. Heber die Grenze, bis zu welcher zu gehen ist, wird ntan verschiedener Auffassumg sein können, aber die Tatsache ist nicht ans der Welt zu schassen, daß die Stadt Berlin für ihre Beamten immer in vorbildlicher Weise gesorgt hat. Das haben alle Beamten Vertreter offen ausgesprochen. * An die städtischen DeHörden tritt jetzt die schwere Sorge um die Ausbringung der Mittel heran, die dies« Besoldung erfordert. ES war früher nie üblich, solch große Ausgaben während d«S EtotsjahreS zu beschließen und in Kraft treten zu lassen, wie das im vorliegenden Falle eingetreten ist. AnS den bisherigen Einnahmen können die neuen Ausgaben nicht gedeckt werden; eS müssen neue Einnahmeguell'sn gesucht werden. ES bleibt gar kein anderer Weg als neue Steuern zu beschließen und zu er- heben. Dabei stnd die bisherigen Lasten schon nicht klein. welche d« Bevölkerung zu tragen hat. Die Beamten sind bisher vom den Steuersorgan verschont geblieben. Auf Grund ihres SteuerprivilegS waren ste in erheblichem Maße von der Zahlung der Stenern befreit, lind die andern Klassen der Bevölkerung, die die neuen Lasten für die Beamten aufbringen, haben erheblich geringer« Ein- kommen, als die Beamten erhalten. Wenn unter solchen Umständen die Stadtvertreter bei ihren Bewilligimgen«in gewisses Maß einhalten, so der- dienen sie nicht die Bemerkung, die sich Beamte erlauben. Stvdwerordnete handelten sträflich, wenn sie bei ihren Beschlüssen nicht das Interesse der breiten Massen im Auge behalten würden, Wenn wjr in der uächsteg Zeit neue und gar erhöhte Steuern bekommen, so sind sie. lediglich zur-Deckung dieser großen neuen Aufgaben erforderlich. Roch zerbrechen sich die Kämmerer Groß-Berlins die Köpfe über daS Wie. Mag aber ihre Entscheidung misfalken wie, sie wolle, sie wird nur lauten können: Greift erneut in die Taschen. Und daS ist die Kehrseite der Medaille, die man auch bei der Besoldumgssrage nicht au» dem Auge lassen darf. MeDersaimmelken erhoben hiergegen den größten Protest und beaftragtcn die Arbeiterräte, an zuständiger Stelle gegen diese M: nahmen einAuschrsitsn. Am Schlüsse der Vevsamnrlung wurden algende Resolutionen emstdmnrig angenommen: .in« Bertvauon-stemte der Anbei lercvt« aller Richbungem de» ElenibaSsiidlrektionSbejAiicks Berlin verllangen die Beseiti- gung er Staffelung der Lobrnufchläge ,um 1. 1. 1920 insbeson. bete killt dieselbe fest daß selbst dar Höchstlohn nicht genügt, amn den LvenSvsrhältn-issein der Eisenbahner gerecht KU werden, und «wartt»in« weitere ErHchung.' .1« a>m 30. 12, 1919 tagende Versammlung der Ver» teauonioilte der Ambeli-terräte nmnnnt Ken, Eni» van der Mi. nistertnfügumg, daß die Karenzzeit für die BeschafsungSbei» Hilfe Ui vier Wochen aufrechte-vhwlten wird. Sie erheben hier» gegen stojest und fordern, daß eine Regierirng, die den Agra» riern Itantion zahlt, auch den StaatSapbeitenn die Be» fß�gswhilse auszahlt, die bi» zum 8. September 1918 Die ierdvauenÄeul« der Arbeiterrüte des DloeltionSbeKirk» Berlin bendragten ferner, daß fo-fortige Einstellung der gemäß. «gelten Abeitevrät« und Arbeiter erfolgt. Dieser AiEraa �irde ebenfalls lnstlmnvig angenommen. «chwahkopff, ebertngstraste. Die fretonganisterten Kollege� welche mq wieder eingestellt sind, haben sich zur Entgegennahm« einer Extrunterstützung bestimmt am Sonnabend, den 8. Januar. nachmitiag 8 Uhr, bei Thoma«, Gartenstraße 71, einzufindeiv Groß-öerlia. ............... Neben dem Gehalt ist eine Teuerungszulage.zu gewähren, welche beträgt: 2000 M. für die Verheirateten und für die Ledigen mit einem eigenen Haushalt(Unterhaltung von Familienangehörigen). 1500 M. für die Ledigen. 1000 M. für die Personen, welche Naturalverpflegung Mahnung mit Kost oder nur Kost) erhalten. Außerdem: für jedes Kind ein Zuschlag in Höhe von 600 M. jährlich. Bei der Beratung der Besoldimgsordnimg zeigte«S sich, daß bie Organisationen der Beamten auf sehr schwachen Füßen stehen. Die Stadtverordneton wurden mi>t einer Flut von Eingaben, Bittschrift� nach Versetzung bestimm- ter Kategorien in höhere Gruppen förmlich überschüttet. Der Ton in mancher dieser Eingaben war oft ein recht imterwürfiger. Die persönlichen Besuche bei den einzelnen Kvmmissionsmitgliedern rissen nicht ab. Jede Gruppe und viele Einzelpersonen suchten ahne Rücksicht aiuf die Vor- schlüge dar Beamtenorganisationon für sich etwas Beson- dercs herauszuschlagen. Diese Erschein, nny war das Widerwärtigste der ganzen Beratungen, weil sie zeigte, daß die Organisationen der Beamten die Leute nicht hinter sich hatten und deren Einfluß erheblich minderte. Nun wird es bei einer solchen großen Reform nie möglich sein, allen Wünschen Rechnung zu tragen, aber darüber besteht kein Zweifel, daß die städtischen Behörden «ine Besoldung zum Beschluß erhoben haben, deren sie sich nicht zn schämen brauchen. Trotzdem sind die Beamten Berlins nicht befriedigt von der neuen Ordnung der Dinge. Dar wesentlichste Differenzpunkt besteht in der Höbe der Teuerungszulage. Während die westlichen Vororte hie Teuerungszulage ent- sprechend den Vorschlägen der Beamtenorganisationen auf 2400 M. festgesetzt haben, hatte der Berliner Magistrat diese auf 200(1 M. bemessen. Die bürgerlichen Fraktionen der Berliner Stadtver- vrdnetenversammlung beantragten die Zulage auf 2400 M. zu bemessen, was aber an der ablehneudeji Haltung der beiden sozialdemokratischen Fraktionen scheiterte. DaS veranlaßte die auf der Tribüne den Verhandlungen foügen- den Beamten, dies« Abstimmung mit einem lauten„Pfuil" HU begleiten. Für die Haltung unserer Parteigenossen war Wettere Verschleppung der Tarifvertragsverhandlungen im Bersicherungsgewerbe. Der Arbeitskampf im versicherungSgewerbe wird trotz aller Bemühungen de» ZentralverbandeS der Angestellten immer be- drohlicher, weil der Ärbeitgeöervcrbcmd systematisch zede Ge- legenheit benutzt, die Verhandlungen zu verschleppen. Das Reichs- arbeitSamt hatte den objeliiven Vorschlag gemacht, einem SchlichwngSausschuß die Entscheidung darüber zu uberlassen, welche übrigen Organisationen außer der Vertragspartei des bestehenden Tarifvertrage» vom 12. Mai, dem Zentrolverdand der Angestellten, hinzuzuziehen seien. Ferner sollte zugleich eine Kommission unter Hinzuziehung«ineS Vertreters des Reichs- arbeitsministerilums in Verhandlungen darüber eintreten, welche Forderungen des sogenannten Magdeburger Entwurfs der Ver- sicherungiangestellten Verhandlungsgrundlage bilden konnten, und welche nach Lage der Sache als unerfüllbar angesehen werden müßten. Der Zentralverband der Angestellten nahm lediglich im Interesse der Wahrung deS WirtschafiSfriehenS diesen Vor- schlag des Reichsarbeitsamtes an. Der Arbeitgeberverband da- gegen lehnte diesen Vorschlag in einer sogar nach Ansicht de» ReichSarbeitSamteS schroffen Weise ab. Der Arbeitgeberverhand nahm schriftlich zu der Frage, welche Organisationen die Ver- trening der Angestellten übernehmen könnten, die Stellung ein, »daß er allein darüber schlüssig werden müsse, mit welchen Ver- bänden er einen Vertrag abschließen will". Diese Stellungnahme bedeutet eine Mißachtung deS Mitbestimmungsrechtes der Angestellten. welche Organisation ihr« Interessenvertretung sei. Der Standpunkt entspringt ganz dem reaktionären Herr-im-Hause- Standpunkte, der die Koalitionsfreiheit der Angestellten verletzt. Völlig unsachlich und eine grobe Entstellung bedeutet eS, wenn der Arbeitacberverband sich dabei auf eine inhaltlich völlig anders geartete Meinungsäußerung des ReichSarbeitSamteS stützt. Eben» falls lehnte der Arbeltgeberverband die Bildung Komniisstan zu Verhandlungen über die Eignung de» Magdeburger Entwurfs als Verhandlungsgrundlage ab. Trotz der BereitwilligkeitS- «rklärung des Zentralverbandes, in solche Verhandlungen«in- zutreten, bringt er«S in völliger Entstellung der Wahrheit ferlig, daran zu zweifeln, daß der Zentralverband bereit wäre, unmöglich« Forderungen deS Magdeburger Entwurfs der Versicherungs. angestellien in den Vorverhandlungen fallcn-�u lassen. Zur Steuer der Wahyheit muß gegenüber vcn immer wieder- holten Taisachenentstellungen de» Arbcitgeberverbandes festgestellt werden, daß der Zentralverband der Angestellten lediglich ver- langt, daß die Angestellten selbst die Entscheidung darüber treffen, wer ihre Vertretung sein soll, und ferner, daß der Arbeitgeber- verband über die Forderungen der Angestellten in Verhandlungen bezw. Vorverhandlungen«intreten müsse, ohne daß die An- gestellten vorher von ihm gezwungen werden, nur solch« Forde- rungen zu erheben, die dem Amitgebemrband angenehm seien. Ebensowenig hat aber der Zen'ralverband damals Unklarheit darüber gelassen, daß ci unerfüllbare Forderungen nicht vertritt oder aber, wie eS der Arbeitgcberverband tut, politische Gesichts- punkte über die einzelnen Forderungen entscheiden läßt. Gerade die Interessen der älteren Berufskollegen werden, durch die Vor» schlage, die der Zentrnlv-.rband tm Laufe d«r Verhandlungen zu dem Magdeburger Entwürfe zu machen in der Lage ist, am weitgehendsten beriiiksichtigt. ES ist urbedingt notwendig, daß entsprechend dem Familienstande die Festsetzung der Entlohnung eingehende Berücksichtigung erfährt. Das Reichsarbeitsamt fetzt seine Vermittlungsbemühungen noch fort, jedoch wird«S den Angestellten immer schwerer, die berechtigte Entrüstung hintanzuhalten. Forderungen der Berliner E'senbadner. Eine am 80. Dezember d. I. in den Pmch.sälen AI�-Berlin, Muime nistraße 10, Sagend« Varsammibmg der Vertrauensleute der Av bette träte des Eis enbahubireßt i onsbezirkS Berlins nahm Kennt» n« von den letzten beiden Ministerverfügungem über die Statfe- kirng der Lahrisa tze zunn 1. 1. 1920 und der Bck behältung de» Ka- renzzeit über de Ausgcchlunig der LkschaffungSbeihilfe für diejenigen, welche nach dem 3. März bis Aurn 3. Sevlvmber in den Ettenbalbnidiwilst«treten sind cßv neuen Jahr. Unsen Arbeit ist ein Leben voll Kampf. An Zeit» abschnitte biden wir unS nicht. Im Leben eines Kämpfer» gibt eS keir Ausruhen. Wir haben uns in einer Partei zu» sanimengefpden, um den Kampf gegen Ausbeutung und Unterdrückirg wirksamer führen zu können. Die Partei soll unS dazu Sittel sein und Mittel geben. Das Ziel ist un» der SozialimuS Ihm gilt unsere ganze Kraft. WaS in dem Hinteruns liegenden Zeitraum nicht erreicht worden ist, muß in»er nächsten Zeit erreicht werben: Aufrüttelung und Schulug der proletarischen Massen. Da gibt eS viel Arbeit. Je mehr jeder Genosse und jede Genossin dabei mittvirkt, deo bester ist es. Unsere)rgamsationen wachsen, die Zahl der organi» sierten Genien muß aber weiter gesteigert werden. Und nicht nur di Zahl. ES handett sich auch darum, die ein» zelnen zu Szialisten zu machen. Darum geht eS. Der einzelne mu! wissen, daß es in einer sozialistischen Gesellschaft nicht vr Brot und Freiheit geben soll, sondern daß der I d e a l S m u s zur Durchführung deS Sozialismus eine Notwenigkeit ist. Ihn zu fördern, unsere Grundsätzl zu vertiefen, msere Anhänger, und die eS noch werden, zu glühender Beeisterung für unsere hehre Sache zu erziehen, daS Ist eine Bfgabe der allernächsten Zeit. Wenn alle Gs- irosten sich diies Ziel setzen und daran kräftig mitwirken« dann muß et vowwärtS gehen. Aber nockeins: Ein Mittel, um unseren Kampf wirksam führen zu kqnen, ist auch die Presse, ein sehr wichttgeS Mittel. Ihr veiteste Verbreitung zu geben, sollten sich alle Genossen zzir Pflicht machen. Stöße sich niemand daran, daß einiae Pinnige mehr Abonnementspreis erhoben wer» den müsse» Infere Gegner wissen, was die Presse für si» bedeutet. Sü fragen nicht nach dem Preis der Zeitung, ihnen gilt es iur, daß ihr Blatt ihre Interessen vertritt� Mögen auch Ufere Genossen daran denken, daß der Kampf für den SiziijiZmus mehr Opfer fordert als nur� einig« Pfennige slbonementspreis. Hier haben unsere Partei« freunde ei« dißkbareS Feld vor sich. Je größer die Ber» breitung des llattcs, ihre? Blattes, der„Freiheit" tft desto größer uiiere Macht, desto leichter der Endkampf. Arbeit unl immer wieder Arbeit im Sinne des revolu» tionären SjzialsmuS. das ist die Mahnung, die wir zu Be« ginn deS nruer Jahres an unsere Freunde richten.- Treu« um Treue ver�n wir halten. Aber Ruh« erst dann, wen«- wir am Ziele snd. DaS unser Neujahrswunschl Kommunale Arbetterräte! Betrifft Hächstmietsverordnung. liebet die hirauSgebmmene Hai sstmietsvenotd n ung herrscht noch mancherlei lnklorhet. Wir weilen daher die kommunal«» Arbeiterräte»ocknalS au die wichtigsten Bestimmungen hin. In allen Geneinben die mehr als 2000 Einwohner umfasse», und vi« al» NotstcrdSbezck erklärt sind, haben die Gemeindcvor» stände, M-Zgisttct usw. inerhalb 4 Wochen nach Veröffentlichung der Verordnung vom 9. Äzember 1919(also bis 9. Januar 1920) «ine Höchsdgrenz« für NetSsteigerungen festzusetzen. Vor der Festsetzung dieser Grenz ist ein Sachverständigen-Ausschuß zu hören, der paritätisch an Mietern und Vermietern zusammen» gesetzt rst und nicht nrßmlS 10 Person« n umfassen soll. Dieser Ausschuß ist von der Geeindevevtreinnz bzw. Stadtverordneten« sitzung zu wählen. Die festgesetzte Höchsvenze bedarf der Bestätigung der Kon» munalaustichlsbehörde, d das Emsp-ruchSrecht zusteht. In de« AuSführungSbestiminnnch zu dieser Berordnunig hat der Gesetz» geber di« AufsichtShehörn angewiesen, daß sie gegen Beschlüsse. die dt« Hch st grenze auf 15 bis 20 Prozent festsetzen, einen Einspruch erheben, sondern i l ch e Stze sofort bestätigen solle". Nur wenn t lümdeinti den Höchstsatz aus weniger gl» IS Prozent c�.r m e h vlS 20 Proz. b-stimmen, soll Einspruch erhoben werden. Und n. wenn ganz besondere Umstände vorliegen, soll der Satz voitO Prozent überschritten werden. Kommunale Arbesträle, Ihr babt di«'Pflicht, dafür SU sorgen, daß Eure Gemnten di« H"chsw,wze von 20 Prozent nicht ülierschreiten. clbst das Ministerium für Volkswohlfahrt �lt den Satz von 15 b i S 20 Pro» zent für auSreichnd. Nach Genrhmigunger Aufsicktsbehörd«— die innerhalb von 14 Tagen zu erfolgen t— tritt die festgesetzte Höchstgrenze in Kraft. Sie muß amtli bekannt s« macht werden. Alle M-icten, die den festgesetz en Höcksatz überschreiten, fallen auf diesen derab. Ein Verspiel: Ein Aher zahlt für«!>« Wohnung, die am 1. Juli 1914 40 Mark siele, heule den Mietspreis von 50 Mark. Angenommen, die Gewnde hat 20 Prozent als Höchstgrenze fest- gesetzt, darf diese Wnung nicht mehr als 48 Mark kosten (40 Mark+ 20 Proze--- 8 Mark). Der Mieter bat also vom nächsten Mirtszahluneermin noch der Bekanntmachnng der Höchstgrenze durch die �meiiHeverwaltung nicht mehr 50 Mark, sondern 48 Mark zu llen. Diese Berordnuncbeziehl sich auch auf Geschäftsräume Bureaus, Läden. Werjtien, möblier'« und unmöblierte Zimmer. Dagegen nicht auf Nevuten, die nach dem 1. Januar 1917 fertig gestellt sind. VerSsfentkickt istjes« Verordnung im„Deutschen Reichs» anzeiger' Nr. 289 vo 17. Dezember 1919. Die AusfübrunaS« bestimnuumen dmm iRr. 235 vom 24. Dezember 19191 _jf!r ersuchen btt JommttnoTen WrWtetrSe, sich tnU den«Tn- »eineu Dcstimnmngcn genau vertraut zu macheu, um bcr werk- tätigen Bevölkerung in diesen, für sie fv wichtigen Fragen jederzeit KuSiunst geben zu können. Kominunaler Ausschuß de» VollgugKrateb der Arbeiterrät« Grog-Berlin. Kommunale Vertreterlonferenz ll. S. P. D. Gtob-Berlin. Sonnabend, den I. Janua.. nachmittags L Uhr. im iZZlenarsitzungssaal des Nathausei. Berlin. Eingang König- straße. Tagesordnung: 1. Gro�-Verliner Steuerfragen: Ne- ferent: Genosse Emanuel Wurm. 2. Schulfragen Groß- Berlins: Referent: Genosse Dr. Löwenstein. . Es ist dringend erforderlich, d»& jode Gemeindefraktion vertreten ist. Der Kommunale Ausschuß. L. A.: Dr. Kurt Nosenfeld.'Hermann Weise. Arbeiterräte der ll. S. P. D. Am Freitag, den 2. Januar, abends 6 Uhr, findet im üoka! von Viittner, Schwedter Straße 21, eine Fraktions- Versammlung der U. S. P. D.-Arbeiterräte statt. Mit Rücksicht mif die äußerst wichtige Tagesordnung ist eS unbedingt Pflicht eines jeden Arbeiterrats. in dieser Ver- fanimsting zw erscheinen. Der Fraktionsvorstand. Otto Kod� Berschkebmlg der Wahl der Elternbeiräte. KaTjcfechan SSün'schen onisprechanid, hat Vi« Schukitbt«i>!>ung ksr Reigiekung in Potsdam iii HantocaiKiig chrev Cersüpumg vom 26. SuweTrJbc-r Pen Wcchliarimin für die EAeruvoiräte amf Souictag, fcan 22. Fedvu-ar 1920, fusdgesetzt. ffiücfer Ttrmist ist uejEebimgi euiS'uhalt«,. Die verdorbenen WechnachtSkuchen. Da hat'« sie sich gestaut frm Weihn«cht«n. D c Frau VcS Hau,'«» wollt« VuvchcruS auf den Weihnachteiisch ein Stückchen Kuchen stellan, damit cz nicht a-it so ärmlich aussah,©ine.Quell«', tn der man Mehl bekam, war baid aizSfindig gemacht. War der Preis von 3 Mik. auch hoch, so hatte man doch Mehl, aus dam man etwas machen konnte. Jivar Nun das Mehl beineSwogS da» früher so beliebte«ine Weizen- mechl, aber es war doch Stiehl. Urtv danm-?iny e# an die Arbeit. Zutaten wurde» besorgt, der Teig angerührt, und e» wurde ge- backen. Aber die©ntiäufchiMTg folge au# dem Fuße. Abgesehen davon, beiß der tduchen rotbvarrn anSsah, dai wird heute ertragen. aber er war nicht zu essen. Der ganze Kuchen schmeckte nach Seife. Wir haben umä selber davon äbetzeugt. Cf? stellte sich 6alb Henaus, daß die Ursache an dem sogenannten Mehl lag, da es auch anderen Familien ebenso evgangen war, die das Mehl aus derselben Quelle bezogen hatten. E» war«in Mehlgeschäst in der Badstraße aus dem Gesundbrunnen, das sich weigert«, Ersatz zu loisten. Die WeihnachkAsteiildie w'ckr»KHk nitr t/to, sönWn* der Verlust ist auch noch groß, da dib zum Backe» nötigen Zutaten heute viel Geld kosten. Durchführung der Linie 83 bis Köpenick, von heute ab wird die Linie 83 der Großen Berliner Straßenbahn mit jedem zweiten Wagen, also im 3V-Mmutenverkehr, von der Behren- 'traße üb«r Treptow, Platz am Spreetunnel, und weiter über die Gleise der Berliner Ostbahnen bi» Köpenick durchgeführt, während die andere Hälfte dieser Linie unter der neuen Linien» bezeichnung 86 zwischen Betstcnstraß«. und Treptow betrieben wird. Die Linie 1 der Berliner Ostbahnen, Köpenick biz Schlesi- scher Bahnhof, verkehrt ebenso in Z0-Minuten--Abständen, und eine Teillinie derselben unter der Lmienbezeichnung II gleichfalls in SO-Minuten-Abitänden zwischen Treptow, Spreetunnel und Schlesischer Bahnhof. ES findet also, wie auch schon jetzt, zwischen Köpenick und Trepiow, Treptow und Schle-sischer Bahnhof sowie Treptow und Behrenstraße ei« eingreifender IMRinuten-Betrieb statt. Die Militilr-Eisenbahn, Ecrffi«- Schönebeiy— iZossem— Jüt«» bog geht, wie bereits yomelvet,«mit dem heutigen Tage in die Verwaltung der SiaatSvahneu iL«. Iinfoilgedesson stnv sämtliche Vergünstiguagon für Militär- und Zivilpersonen, die visher auf dieser Bayn bäswetden, mHgshoban worden.— Ebenso verschwindon von heute ad die ArdoiteruüchfahrÄarwn aus den öfftutlichen Verkehr, da auch die Bergunstirwng für Laudenkolomsten mit dam 31. Dezsniber aufgehaben worden ist. Eine Zentrale des verbotenen Handel? und Schmuggels mit Geld. Zu der unter dieser Spitzmark« in Nr. 681 der„Freiheit' veröffentlichlen Notiz wird unS von einem der Inhaber de» Bankinstituts mitgeteilt, daß die Durchsuchung der Räum« auf Grund einer falschen Anzeige geschah, daß ihm aber die©infuhr russischer Rubelnoten vom Reick�Sbank-Direktorium gestattet war. Die beschlagnahmten Gegenstände seien auch all« wieder zurück- gegeben worden. Verhaftungen seien nicht vorgenommen worden. Zu der Bemerkung, daß Herr Promischliansky tn der Kurfürsten- straft« 114 ein« 16-Zimmerwohnung innehat, wird erklärt, daß e» sich nur um eine IS-Zimmerwohnung handle, in der vier Familien mit insgesamt IS Personen wohnen. Schwere lebensgefährliche Brandwunden rtkitt am Mttiwoch Frau BelÄabur in der Küche ihrer Wohnung, Libauer Stvaße 10. Bai-m PfamnKuchenbacken geriet Fett in Bvantd. Bei van Bamuthen, den Brand zu löschen erhielt Frau Deliiakur Brandwunden an den Augen und beiden Händen airtd Anmen. Eamavitor der Wehr löschten den Brand und legten der Vesboamikm Notverbände an. tehensmUielkalender. Milchlies-rung. vom 1. Januar ISA» ob wirb aus die ,C I*- und „C lI"°Kind«rk«rlen j» y, Liter Vollmilch ausgegeben. Di» übrige vtilchbelleferung bleibt wie bisher. Friedrlchsselde. Wegen Inventuraufnohm« bleiben vi« gesamten RSmne im Ecnährungsamt, hier. Wilhelmstrohe, S, am S. und 3. Ja» nuor IgSV. geschloffen. Eine Ausgab, von Waren findet nicht statt. Treptow. S Pfd. Kartoffeln auf die restlichen Abschnitt» 1 d bt» 1 g 500 Gramm Grotzbrot. Aus Abschnitt 107 und 106 der Dr«tz-V«r- liner LcbensmiltSIKarte je 183 Gramm Nudeln. Aus Abschnitt 78 der Derlin-Tieptower Lebensmittelkart« 250 Gramm Morinelov«. Auf Abschnitt 47 der Groh-Berliner Lebensmittelkarte für Iugendttch« 2�0 Gramm Gerstenflocken. Auf Abschnitt LS der Verltn-Treptower rmtmmtnMrft JOt«Ich Lenk« b Tafeln Psesserbuchcht, an Kind« bis zum 6. Lebensjahre 500 Gramm Gerstenr.iehl und 300 Gramm Haferflocken. An Kriegsbeschädigt« lZV Pro'., und mehr tmirl- unfähig) aus die beiden grünen Bezugsabschnitt» S Pfund Gricft und 2 Pfund grün« Erbsen. AuslemdsrnehU Zereol sRoggenmehl) ans Alm schnitt X. 84 der Einsuhrzusatzkarl« LSD Gramm. Velten. Aus Abschnitt 3 der Butterkarte werden verabfolg i 100 Gramm vtorgarme. Spandau. Die noch w den Geschäften vorhandenen Reftbestända an serbischem Psiaumenmutz können vom 2. Iairrrar ab auf Feld Sil der Jugendlichen- Kart« au»g-geben werden. 800 Gramm 1,S0 Wl. � Don der Kohlovkarte der 3. Ausgab« dürfen abssg.be» werden: Gruppe 8 Feld 36. Gruppe 3 Feld 40. Gruppe 4 Feld 50, Gruppe 3 Feld SS.— Auf Feld 91 der Ledensmitlelkarts für Jugendliche im u« von heut« ab in fast allen viilchoerdaufsstellen ZK Liter Vollmilch«nb- nommen werden. Ans den orgamsalionev. Teltow'veeek»«. Sonntag, 4. Januar, nachmittags 2K Uhr findeß im großen Festsaal« de» ehemaligen Herrenhauses, Berlin, Eingang Leipziger Etratze S, eine Bezirks-F'auendonfer-n, statt. 1. Bericht von der Reichs-Frauenkonserenz. 8. Die künftige Agitaiton unter den Frauen. Delegation aus allen Orlen notwendig. Aharlottenburg. Di« Akttonsratsfitzung findet nicht«in Sonn» abend, sond«rn schon am Freitag abend 7 Uhr im Rathaus. Atzung--« Zimmer 1, statt. U. S. P. Neukölln. Freitag, den 2. Januar. 6 Uhr. Vollsitzung sämtlicher Funktionäre. Vorstands- und Kommissionsmitgüede- tatlonskommtssion bei Schilling, Lauenburger Straß«. vrteoerein Tegel. Di« wahlberechrigtsn Eltern, dl» Kinder in den hiesigen Schulen haben, wenden ersucht, die Wählerlisten«inzufehen. Di, Listen liegen in dem Schuldureau bis zum S. Ianuvr in der Knabenschule Treeckowstraße von 1—6 Uhr ODA. Wer nicht cmgetrcgei» ist, muß dies«» nachholen. VerelnskaleuZler. Di« Kandidaten zur örtlichen Genenaloersomimk-ung de» Zentrast oerdand«» k«r Angestellten, die auf der List« Hirsch, Pfielipp, Kitz kandidieren, versammeln stch am Freitag den 8. Zammr, abend» 0 Uhr, in den Musiker-Sälen. Kaifet�BiKtelm-Strasz« 3t Norddeutsch« Gummiwerk«,«edeitsbegim»«est nächste Wock>«. Sonnabend 12 Uhr Löh-nunH. >w. Süd, Spandau. Meister, Vorarbeiter, Revifor, Aufseher Zu» sarmnenkunft Freitag, 8. Januar, nachmittags Zjö Uhr. RavenSstr. S bei Mecklenburg: Regelung der Auszahlung. Buchbinderbranch». vertrouensmänneisitzuny der vertranensleut» aller tn vuchdruckerelen und Buchbindereien beschäftigten Mitglieder am FreUag. den 8. Januar. 5 Uhr, im„Alexandriner',«lexandrin-a- strntz«. Födifche Soz. Arbeiter-Partei(vereinigt«). Freitag abend 7 Uhr Kt„Äeißen Saal", Sophienstr. IL, Voiivag von M. Katz lRedaktcur der„Reuen Zeit' in Kiew). Der politische Kampf der jüdische« Prole» tarier in Rußland, Ukraine, Litauen und Pole». Verantwortlich für dl« Redaktion Alfred Wlelepp, Neukölln. verlagsgenoffenschast.Freiheit", e. G m. d. H., verlin.— Druck der Lindend ruckerei und Verlagsgesellschaft m. b. H., Echiffbauerdamm 19. ErGi» beachtet die In�er enteil! Kreuzfllchse. 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Forint. 10-1. { Offene Steüen Das Gewerkschaftskartell in liaeen I.W. sucht zum baldigen Eintritt einen GmriücliEiftstekreiar. Erforderlich is* eine tüchtige rednerische Kraft, die in Organisation und Agitation durchaus bewandert, mit der Arbeiter- geseizgebang völlig vertraut ist und den Arbeitersckrciür vertreten kann. Fünfiülirige gea erkschaftliche und politische Organisationszugehör gkeit Bedingung. Gehalt nach Uebet- cinicanfE Bewerpungeu, ans denen die bisherige Tätigkeit in der Arbeiterbewegung hervo-eeht, sind bis zum 20. Januar 1920 an da» Arhaitersekrttari.nt öcr freien üe werkschaften. Hagen i. W.. West» 20. Januar 1920 an ins Arh arfersekretariat der freien üewerkschafte straffe 23 za zieh Pen. Set Oer hlrsigru SScntKütang— fkrar.fitttntühruug— tft die Stellt einer tüchtigett Schwester niltfferen Alter« loflleich zu refehen. Gute Vorbildung, mchriäbrfge praftifche Tötinfelt nnd Schrhrg wondtliclt Borbedlngnng. Grieche lini Lebeniloul und Leuculsadlchrtireu pnd di» zum 6. Janitor VMJ einznt eichen. llerliu Lichtenberg, den 29. Dezentber 1919. Der Magiffrat. Drr ftSdtlschc Au« schliß für die Rnbrnngdmiltefbersorrung. bfeuta früh 2l> Uhr ver-» sclred pfötzlich und nn- 1 erwartet meine liebe p herzensgute Fran, Tochter, Schwester u. Schwägerin. Martha Gorilch im vollendeten 99. La» benslahre. Dieses zeigt treibe- trübt an im N tmen der Hiateibliehencn dertlef- trauernde Gatte Vinzenz üörlt h Markgrafcnstr. 6. Die Einäscherung findet Montag, den S. Januar 1920. nachmlllaga 3 Uhr, im Krematorium. OerichtstraBe. statt. Kranzspenden höflichst verbeten. 1 ___ t gty Krleftanliiba wird mit 83°/, I» Zahlang gesommMl-TTä Verkauf zu seür billigen Preisen!!! PiiischmäntQl 550, 800, 1050 KoslOme 98, 115, 175 Sportjacken 68, 82, 95 Imprägnierte Seidenmäntel 165, 238, 295 Pelzmäntel 2500, 2400, 4200 Ulsler 68, 112, 156 fummimäntel für Damen u. 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U.S. P.D.. den Gemeinde-| ) beamten. sowie für die trostreichen Worte des Herrn Otto Roih, auf I diesem Wege unsern\ 1 herzlichsten Dank. Bit trsointai Hlr.tirfcfi.4iri« Paul Oder nebst Kindern | Hennigsdorf. Seilerstr. 6 i Parteisekretär lOr Osnatirfick gesucht. Bewerbungen mit Lebenslauf u. Oenaltsansprüchen bis 10. Januar an A. Kohf- brechcr, Osnabrück. Am Kirchenkamp 28 einsenden. Zum Frettleren, 200 bis 300 Mark Wochenverdienst. suche bei halber Beteiligung Genossen. Rudelt, Pmzen- ailee 4L von 4 GeSHte WKHIerinnen and Wickler für Drehsirammotoren sacht Erich Wchifell, Berlin N 39, Gcrichtstraß« 85, Telephon-Nr. Humboldt 497 Hiätteiinncn für Manschetten, Stehkragen und Sieb- nmlegekragen Im Hause bei hohem«Lohn, sofort gesucht. Felix Jabloaka.üerrcBwäscno- fabrik. Ueiligegeiststraßt 12, 1. Geschäft: Berlin W 8, Mohrenstrasse 37 a 2. Geschäft: Berlin NQ 18 pr. Frankfurter Str. 115 Neujahr geschlossen! Isfo'je Iis zgllveiiif irtSea Audrsages Ig dn erstes JanuarlsgeE sibilie Besuch möglichst vormittags. Verband der Schneider. Schneiderinnen nnd VKchealdeller Sensichlais Filiifle Berlin, Sedastianstr. S7/3S. »>1 wi Achtung! Sichtnn/ Bekteidttttftsamt Spandau! Alle Kollegen und Kolleginnen, die sich seinerzeit am Streik biitigt l aben, bekommen noch den 2. Osterseiertag befahlt. Der hierfür if?ra« kommende Betrag muß jedoch bis abgehoben sein. s. Januar 1920 Die OrtSverwÄtnw 6. Distrikt. 2. Bezirk 15 Abt. Danksagung. Für die vielen teil- I | nehmenden Beileids- f | bezeugungen beim Ab-{ i leben meines Mannes üaximülan Sdiwenkner i i | sage hiermit allen Ver- j wandten. Freunden. Bce- kauüteo und dem Wahl- I verein herzlichen Dank.] Ww. Clara Scawenkoer. Am Dienstag, den 1 I 23. Dezember 1919, ver- | starb plötzlich unser{ ! Genosse WilHeim Tudlackl | Waßraannstr. 3a Die Beerdigung findet j 1 am Freitag, den 2. Januar 1920, nachmittag 3 Uhr. auf dem Markus- 1 kirchhof inWifhelrasberg| l statu Um rege Beteiiigong| ] wird gebeten Der Vorstand Zenlrll!oerbanS der G!«r Änkflstelle Berlin Vom 2. Jjominr ob wird auf alle bSehendefi Löhne ein Zuschlag vo» 50 Pf. pro®uin5 grxahiz, Tie Ortsveitvchlung. __ I. Mnx P»jt ü t st. 'Facharzt Dr. Meyenbcrg[ >ür L |aeschIechtFleid.J U— i. 5-7 | Feltduiar Str. t?d.| Damenzimirer. I VerelitskrUnze, Bipmeu- binderoi feinster Ausf ihrung billig. Blnmenhaus Thlcdtke, Neukölln. Hermannstraße 201. Telephon 1419 Beleuchtung:, modernste. tlektrisch.Oa«.?.ucliZahluncs- erleichierun&' Fels& Co., Potsdamerstf, 56 i, Hochbalin ßülowsu. WWW Dr. med« �äntiner, Syphilis, Harn-» Fraucn'c'.dei* Heilung schndl sicher und $cimierzIüSOh£$erulss:5run| Künsl!. BrunnenstftBß 185 9U. f-8, RectltürCtl v. BaeuBler, Borsijsrr. Ii(Stettincr l'�D- ho;), ProzeUfü'-runi! durcS JustUratl Chrsclieidnni's-, Alimenic-, Schachen! 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