tsnMprels 2� Pfennig- 3. Jahrgang Mittwoch, ösn 7. Januar 1�2� Vi« H�reibeit� erschewt morgen» und nack-Tnittoos» an 5onn- und �efitngen nur morsen» Der Be�ugsprei» betrögt bei freier AusteNuna in» k>au» für Groß-Verlin 4«=0 öei direktem Postbezug mcnatL 5.�5 M» bei Zustellung unter 5treiiband für veutschlanb 7.- für» Ausland S.—?er Brief 15�- M. «edaMon und»n,r»itii>n: Vrrlin RW.«. Tchiffbauerdamm �«rnspttch«! Am« Norden 28»» und 2890. Nr."H/fl 7/ Morgen-flusgabe Inserate kosten die«chtgespalt. Nonoareille�eile-od. deren Naum einschl. Teuerungszuschlaz 5.2:0 Mk. da» fettgedruckte lvort J.tö M?., iede» rrtitcr? Wort 85 Of,.tanitlien» und Vrganisationsan�eigen die achtgespaltene Nonxareillezeile 2.V) Ulf., das fettgedruckte Wort 75 Pf, jedes weitere Wort 45 Pf. Inserate für den darauf olgenden Tag müssen spätesten» bis 5 Uhr nachmittags'ia der Expedition aufgegeben fein. Jnsrraten-Abtrilun«: VrrNn NV. 0, Tchiffbmict�mnm 19. Fernsprecher: Slat» Norden 8895-96,»768 berliner'Organ f.___..*.>r£:.«i Das Elend unserer VolM. T«sr Berliner LZertreter des„Manchester Guar- dia n" hat iÄnem Bfett einige recht in>teresiante Mitteilen. gen über die dunklen Bezi-cHungen gemacht, die Mischan einem Teil der Entente, gewissen Stetten der deutschen Ne- gicrvny und den gegenrevolüitionären Heerführern in Rußland bestehsn. Danach ist Gcnevul Niessel, der fvan- dösische löeiter der interallMerten Kommission in den Haiti- jchen Provinzen, an die esthnische Regierung mit dem Er- suchen herongetrelLN, den deutschen Truppen, die ün Baltikum standen, ÄiS Durä)marschreäit durch esthni- sches Gebiet zu verschalten, damit sie sich mit den küm- merlichen Resten der Judonitsch-Armee verbinden könnten. Dieses Ansinnen wird inzwisen selbstverständlich abgelehnt worden sein, Va Est bland mit dem bolschewistischen Rußland Frieden geschlossen hat. Bemerkenswerter aber als diese Nachricht sind die In- formationen, die der englische Journalist über die Fäden ficht, die von MÄfiliedern des deutschon Auswärtigen Amtes zu den franzosischen Jntervendionisten und zu den russischen Generalen führen. Um sie voll zu würdigen, müssen wir uns an die kürzlich erwähnten auffallenden Auslasiungen des deutschen Ministers des Auswärtigen gegenüber einem Vertreter der„Frankfurter Zeitung" erinnern. Das offvnbar bestellt« Interview, in dem sich Hermann Müller sehr scharf gegen den Oberst Awaloff-Bennondt und seine Projekte aussprach, legte von vornherein die Per- mutuny nahe, haß hier der Eindruck vertuscht werden sollte, den eine in«der halbamtlichen„Deutschen Allgemeinen Zeh tung" veröffentlichte Notiz, noch der die zurückgekehrten Baltikumtruppsn dem General Tenikin zu Hilfe gesandt werden sollten, erweckt hatte. Es war eine Art von Flucht in die Oeffenistchkeit. Diese Annahme findet in dem Bericht des Korrzspon- deuten deS„Manchester Guardian" ihre Bestätigung. Danach ist d-ie Ankündigung der„Deutschen Allgememen Zettung" auf höher« Beamte im deutschen AuSwärti. ?.in»urückzu führen, die mit der franzö- stachen Militärmission Verbiwdungen, unterhalten, und die ohne Wissen des Ministers das der Regierung zur Ver» fiignng stehende� Blatt zu tendenziöser Stimmungsmache be- nuht haben.>Lie finden sich in ihrer reaktionären Ge» finnung mit den ftanzösischen Militärs zusämmen. und außerdem sollen sie des Glaubens sein, man könne durch Unterstützung der russischen Absichten des Generals Foch eine gewiss? Annäherung an Frankreich herbeiführen, die dann wieder Deutschland zugute käme. Es ist«in außerordentlich bezeichnendes Licht, das hier auf die inneren Verhältnisse der deutschen Regierung ge- worsen wird. Wir erfahren— übrigens niicht zum ersten Male—, daß Angestellte des Auswärtigen Amtes Politik auf eigene Rechnung, wenn auch leider nicht auf eigene Gefahr treiben. Sie machen gemeinsame Sache mit den ftwnzoiischen Henkern der russischen Revolution und den dcut- schen militärischen Abenteurern und bemühen sich, die Repu- b.ük lnterngtional in eine Situation zu versetzen, von der sie !nv t�re �"nerpolitischen Pläne Vorteile versprechen.� . lange soll dieses verhängnisvolle und verderbliche Spiel nach geduldet werden? Daß im Auswärtigen Amt und m de� Diplomatie eine gefährliche Reaktion ihr Wesen treibt, ist Leuten, die mit den Tingen vertraut sind, längst bekannt. Aber ez. geschieht nichts, um diesen Zuständen ein v an" öereiirn. Statt mit eisernem Besen auszukehren und Manner von einigermaßen zuverlässiger Gesinnung aus dle emflußreichen Posten zu stellen, läßt man die Anhänger £5?. suhiq im Amte und gewährt ihnen dre Mogllchkert,>rch ,n ihrem Sinne zu betätigen. Fortgesetzt w:rd von der Reform des Auswärtigen Amts und des diplo- manschen Dienstes geredet, obsr die Regierung hat nicht den Mut. mit der so dringend notwendigen Umgestal- tung der Perfonalverhältnisse zu beginnen. Die Elemente, die an dem Zusammenbruch Deutsch- landS«in vollgerütteltes Maß von Schuld tragen, dürsen weiter wirken, nachdem sie sich der Form halber auf den Boden der neuen Ordnung gestellt haben und es scheint, daß auch die Nackenschläge, die sie uns zuziehen, die maßgeben- den Stellen nicht zu belehren vermögen. In Paris bleibt der Korpsbruder des ehemaligen Kaiser» und deS ehe- maliaeu Krmivrinzen, jener Baron Lersner. besten Un- geergnetheit der deutschen Regierung von der französischen bereits mehrfach zu verstehen gegeben wurde, und auf anderen Auslandspostcn sitzen Vertreter von ähnlicher Geistesverfassung. Die Persönlichkeiten, die nach- der Wiederherstellung geordneter Beziehungen als Gesandte und Botschafter in. die Staaten der Entente gehen sollen, ge- hören, soweit uns ihre Namen bisher bekannt geworden sind, durchaus der alten Schule an, und in der Zentralstelle. die ein sozialdemokratisches Aushängeschild ziert, geben die Schildhalter der Reaktion den Ausschlag. Die Oberfsäch- lichkeit und Unw�hrhaftigkeit der deutschen Revolution wird- durch nichts besser gekennzeichnet als durch unsere auswar- tige Politik. Kin Moskauer Funkspruch an die deutsche Regierung. Dir Moskauer Towjetregirruas hat an die deutsche Regie- rung einen Funkspruch gerichtet des JaheltS, dah Nachrichten zu ihr gelangt feien, wrnach die deutsche Regierung die zurückgrkehr- ten Baltiknmtruppcn in Garnisonen verpflegt, um diese zu einem neuen Feldzug gegen Sowsetruhlard für kommende? Frühjahr auszurüsten. Die SSwjetrrgkrrung steh»'va»in elueu feindlichen Akt, de« st« mit entsprechenden Gegenmahnehmen wrrde beant- Worten miiffeu. Die Moskauer Regierung ersucht die deutsche Re- gierung über die Behandlung der gegenrevolutioniire« Truppen aus dem Baltikum eine umgehende ausreichende Erklärung zu gebe». Hierzu wird dem„Berlin Expreß", der diese Meldung bringt, mitgeteilt, daß die aus dem Baltikum zurückgekehrten Truppen auf Veranlassung der Interalliierten Kaminissionen in Konzentrationslager nach Neiße gebracht worden sind, woselbst sie verpflegt würden. Da die Interalliierte Kam- Mission über diese Truppe verfüge, so müsse sich die Sowjet- regierung gegebenenfalls mit der Entente in Verbindung setzen. Mit dieser Erklärung ist� die Angelegenheit aller- dingS nicht aus der Welt geschafft, denn es steht fest, daß maßgebende militärnche Kreise mit den Bermondt-Truppen sympathisieren und ihnen mich jetzt noch jede Unterstützung gewähren. Wenn auch der Außenminister Müller in seinem neuerlichen Interview von den Baltikumtruppsn ab- zurücken versuchte, so zeigen doch die Danktelegrannne Ber» inostüts an die deutsche Regierung, daß er allen Grund hat, in ihr nicht nur den Hausknecht der Entente, sondern einen verständnisvollen Freund zu sehen. Üer eslnisch-cussNe vecka. T. v. R e v a l, K. Januar. Dem WaffenstillstanbSvertrag zwischen Estland und Räte- rutzland, der am 21. Dezember in Dorpat unterzeichnet wurde, sind, wir der Telegraxhen-llnion grmrlvet wird, 3 Berträgr beigefügt. In dem ersten Lertrage anerkennt Rüteruh- land ohne Borbehalte die staatliche Selbständigkeit Estlands. Für den estaischen Staat und das estnische Volk entstehen auß der ehemalige» Zugehörigkeit zu Nujjland keinerlei Verpflichtungen Rußland gegenüber. Der zweite Vertrag be- stimmt die estnischen Grenzen. Nördlich Vinn Pripns-See ist die estnische Grenze 8 biS 12 Km. östlich vom Fluß Rarowa festgesetzt. Südlich vom PeiPuS-See liegt die Grenze östlich der Stadt JSborsk. Die Insel PiiriSaar im PeipuS-See gehört Est- land. Ter Streifen zwischen der Grenz« und dem Narowaflust bleibt biS zum 1. Januar 1922 i» militärischer Hinsicht neutral. Ebenso wurde das südlich vom PeipuS-See nahe der Grenz« lie- «ende Gebiet beider Länder al» neutrales bi« zum 1. Januar 1922 anrrkannt. Der dritte Vertrag behandrlt dle militärischen Garantie». Er enthält Verabredungen über die Trupp?« beider Länder, ihre Mobilisation, fremde Truppen, staatsfeind« l'che Organisationen, SchistSvtrkrhr in territorialen Gewäsiern und die Regelung der gegenseitigen Kontrolle. Der neunte Punkt de» Vertrages verpflichtet die vertragschließenden im Falle einer internationale» Neutralisirrung de» Finnische» Meerbusens sich damit einverstanden zu erflärr». Er regelt gleichzeitig da» Schicksal der KriegSflottrn beider Länder in diesem Falle. Der zehnte Punkt verpflichtet Rußland im Falle der internationalen An, rrkennung der Neutralität Estlands, sich a» der Garantie de» Schutze» diesfr Neutralität zu beteiligen. Mit Rücksicht auf die Verhandlungen io Dorpat war die Lage an der estnisch-bolschcwistischen Front ruhig. Am 3. Januar 10,30 Uhr trat der Waffenstillstand in Kraft. Dir In- kraftsetzung de» militärische« Garantien wurde am S. Januar in Dorpat besprochen. Fast in al�rn Punkten wurde eine EittiHung erzstlh, Ter weiße Teno? in llngarn. Ii. Der illegale Terror. Wien, 30, Dezembsr 1919. Persönlich macht es kern«!: U-n-berschted, ob man durch Willkür oder hinch eine gesetzliche Hcmdlun-g der Ge- sellschast imis Leben kommt» ob man gerichtlich hsipzerichtet ober willkMiich evmvndet wi-rd. Wer zu lebenslänglichem Krüppel geschlagen wird oder durch seelische Folter dem Wahnstun verfäM, trägt fem Schicksal micht leichter, wenn fein Peiniger ein beamtetes Orgau der Gejellithaft, als wenn er-nur ein Pr-ivatimternehmer im Menjchenschindeu ist. Sozial tietrachtetz besteht aber ein sehr großer Unler schied zwischen einem Mord r.nd einer Hinrichtung, obwohl es schon ost vorkommen kaum, und dies geschieht in«den Epochen der Revolution sowohl wie der Koniemvo- lirikm, daß eine Hinrichtung nur' ein in gesetzliche Formen geklieidai'er Mord ist. Aber auch in dichein Fällen wird die gesetzliche Hinrichtung wenigstens von dem Rechtsbewußt- seüc derjenigen gebilligt, vie aus der Grundlage der be- treffenden Staats- und Gesellschaft s oridmi ng stehen. Die kapitaWi schen Konterrevolutionäre werden vielleicht de« twurigen Mut ausbringen, die von den ungarischen Ge- richten befohtesn Masseitermordungen der RevÄutionlive zu billigen:-aber niemand wird sich in der ganzen gesitteten WM in der Varsvlgung seimr Klassenintevessen soweit vorwagen, um das öffentlich zu billigen und zu vertreten. worüber wir nun zu berichten haben. Seit her JS«iim»ne»au gl ante"(Blutigen Woche) und vielleicht feit der Siiediei'schlagung der simnüchcn Sowjet- horvschvift, die ick.nicht genügend kenne, um einen Ver- (steich anstellen zu können, hat sich im' Schöße einer Nation niemals dei artiger zngetrageu, wai» dem oerglictzen jwerden konnie, wi» st-it dem August 1919 da» Proletariat UstzgarnL zu erleiden hat. Un-> unter Proletariat ist nicht nur die industrielle Arbeiterschaft, sondern alle Schichten der Beoölkenung zu oerftzeheu, die jemals irgend etwas mit dem Kampfe gegen das feudale Ungarn zu tun hatten, die sich in Haud-limgeu oder ffiedonfen gegen die Herrschaft des Großgrundbesitzes oder FiiranzkapitÄs erhoÄan hatten. Bauern und Intellektuelle. Lehrer und radikal gesinnte Kleinbürger jühlau all-' heute zu Hunderten die Tvdes- opfer ihres Standes und Tain sende von Eingekerkerten, d ie Tod und sürchtserlich? KerkersMfen zu gewärtigen haben. Es gilt, das' SvIidaritä.'SgesiM des internationalen Pro- letaviats vor allem. in den Staaten, die heute dmch die Weltlage die tatsächlichen Beherrscher, der Welt sind, das Gswifsen aller noch nicht ganz verrohton ninö' vertierten Menschen wachzurufen, aber auch das Proletariat aufzuklären, was feiner harrt, wenn es in dem bewaffneten Bürgerkriege besiegt und der Konterrevolution nach einer Niederlage wehrkoS ausgeliefert wird... Während der Sowje Herrschaft organisierte sich in Szegeidin, in einer von den Franzosen besetzten Stadt, die Armee des mggyarischyr Dentkin, des Mmimls Hortdy. DK smnzösischen Behörden waren ihr nicht gerade behilf- lich. aber sie duldeten die Aufstellung dieser Armee, die hauptsächlich aus O f f i z i e r s f o r m a t i o n e n bestand. Es wurden zwei sogenannte Todesbataillone gebildet, deren Mitglieder Blutrache an den Kommunisten zu nehmen geschworen haben. Diese Armee wollte nach dein Zusammenbruche der Raten Armee an der Theiß an dein Vormairsche der Rumänen gegen Budapest teilnehmen, aber daran wurde sie von den Rumänen und auch von den Fran- zosen gehindert. Der Admiral Horthy warf— wie er dies vor einigen Tagen den: Berichterstatter einer Wiener Zeitung erzählte— seine Truppen also nach Tvansdanubien, Und begann die„Säuberung" dieses Landesleiles. Er schlikg sein Hauptquartier>in Siofük,- einem bekannten Badeorte cm den Gestaden des PMtensec, auf, und sandte von bort aus sieine Räuber- sind Mörderbandm von Offi- zieien hiiwus aufs Land. Transdanubien ist derjenige Teil Ungarns, wo der größte Teil des Bodens das Eigen- wahrend der Sowzethsrrfchaft die Güter der geflüchteten Grafen, Bcicho.e, Großpächter besetzt, die Güter in sozial:- iMte ProdtiAipgeuvIseich'hafl'cn �mgavtmde/t mw in mlleg Surfern �teiferntffSe sevMet Ißaüm, fite fite Evunfitegen der neuen prolelürijchen LeWalrung in erstaunlich kurz« Zert gelebt ficicn. Dazu fem noch ein oirfiercS: Ichou während fisr ersten Revolution waren sehr beträchtlich� 0M- tatarische Mittel ausgeboten worden, um die Dorfschul- tehver für die Sache des Sozialismus zu gewinnen: diese Arbeit wurde während der Rätediktatur, wo andere, dem Scheine nach großzügiger und umfassendere, aber irreale Pläne auftauchten, etwas zurückgedrängt, mit bsaen die Lehrer nicht Schnitt halten konnten. Aber ein außer- ordentlich großer Teil der Lehrerschaft stand doch aus der Seite des Protetarmts. Dsr� Klassenkampf entbrannte in jedem Torfe nicht nur zwischen dem Großbauer und Großgrundbesitzer auf der einen Seite und den Besitzlosen und Zwergbäuern auf enjoenem sondern auch zwischen der vom Lehoer geführten proletarischen Demokratie und vom Geistlichen uni> Notar. fiem einzigen Verwaltungsbeamten fies Dorfes, geführten Gegenrevolution. Dieser Kampf wurde während der Sowsetherrschaft zugiunsten der protetorischsn Schichten eut- schieden. Nun zogen fite Truppen.Forthys gegen diese ländlichen Sowjets, denn es galt, den Grund und Boden zurückzunehmen und die alte Obrig- keit auf dem Lände wieder aufzurichten. Tie Parole war. alles, was irgendwie an der Sowjet Herrschaft beteiligt war, zu ermorden und bei dieser Gelegen- heit auch mit den Juden aufzuräumen. Dton ging auf solgonde Weife vor: Es wurde eine Patrouille, die i-murer «in. zwei redekundige Agitatoren in ihrer Mitte hatte, vor- geschickt, die sofort all« Verdächtige festnahm und fiarm da? Dorf zu einer Versammlung einberief. Dort erklärte man, daß eine Truppe der nationalen Armee an dem anderen Tage in das Dorf«inzichsn werde. Treffe dienatio- naleArmeebeiihrem Einzug indem Dorfe Kommunisten noch am Leben, so werde das ganze Dorf angezündet und eingeäschert. Dann wurden die Gutskeller und Maaoziine der Wirtshäuser erbrochen, und in der darauffolgmden Nacht ermordete rami olle bedächtigen Leute, die sich nicht flüchten oder verstecken konnten. So entstanden in Hunderten von Dörfern sogenannte„Volks ge r icht e". so wurden Taufende Bauern, die Mitglieder der lokalen Räte waren. unzählige Juden. Lehrer in den Dörfern von Trans- dcmubien in den ersten Wochen gemein hmgemordet. Wer noch mit dem Leben davonkam, auf dem wurde ein« form- liche Menschenjagd veranstaltet. Die Unglücklichen wurden niedergeschossen und verwesten dann in den Straßengraben. oder sie wurden in den Gehölzen aufgeknüpft. Viel« wurden nach Siofük abgeführt oder in die städtischen Ge- sängnisse gebracht. Dort wurden sie unter den schrecklichsten Qualen hingerichtet. (igung: •»Fn stärker ausgesprochenem Sinn« als das Leipziger Aktionsprogramm sind dies«.Richtlinien� da» neue Kampf» Programm der Unabhängige». Sie haben den Gedanken de» gewaltsamen Umsturzes scheinbar zurückgestellt, aber eben nur scheinbar, nur vorläufig. Denn wie soll man di« Absicht, di« Mas- sen»für revolutionäre Aktionen vorzubereiten', anders deute» als gleich enram umfassend«» Mobilmachungsplan für künftige Putsche, für den Bürgerkrieg. Das»lrd wohl auch für die Regierung in der Behaudluug dieser«Släteregie. ruug".matzgebend sei» dürfe».'' Nach der Auffasstmg des offiz testen Blattes hätte«tun also Noske das Wort zur„Behandlung" der Räte- veveimyung. Wer macht mobil für fiten Bürgerkrieg? Sie„beschritakte" vewfuug. Unter dem Druck der öffentlichen Meinung hat sich der Ge- richtsharr veranlaßt gefühlt, im Fall« Hiller— Helmhake Berufung gegen«in Urteil einzulegen, da» bei der Roheit der Mißhandlungen jedem Rechtsempfinden Hohn spricht. Aber in welcher Weis« hat der Gerichtsherr von seinem Rechtsmittel Ge- brauch gemacht? Er hat in' diesem denkbar schlimmsten Falle die Berufung beschränkt. Gerade die belastendsten Fälle der Miß- Handlung mit Todeserfolg für den Untergebenen hat der Ge» richtsherr. obwohl gerade für diese Vorkommnisse da» Beweis» matetial r-och nicht erschöpfend gewürdigt ist, von der Berufung ausgenommen. Durch diese» Verhalten der militärischen Tit- klagebhdrde sind die Rechte der Hinterbliebenen de» unglücklichen Helmhake aufs neue willkürlich verkürzt worden. In jeder Phase de» mittteogenichUichon Verfahren« zeigt es sich, daß die militärische» Instanzen den Opfern des Militari»- mus di« Möglichkeit nehm an, zu ihrem Rechte zu gelange». Durch da» Gesetz über di« Kriegsverbreche» im besetz- ten Gebiet hat die Nattonalvevsom-nlimg auch die Unfähig. lest der VWitärsüstiz. eine gerechte Gühn« zu schaffen, anerkannt. Auch für di« GesetzeSverleyungen aller Militä-pvrfcmen hat di« Nationailteeesammluag da» Reichsgericht für zuständig«läii. Sie hat außerdem de« auslandische« verletzt« ein ausgedehnte» Recht der Nebortklage eingeräumt. E» ist billig, daß di« inländrichsn Opfer de» MWavismus reicht schlechter gestellt bleibe» als die Ausländer. Wir verlangen die Ausdehnung der Zuständigkeit der Schwurgerichte für alle Vovbrechen des Militär» wahrend des Kvieges und Bürgerkrieges-,«berefo das Recht der NooonÄage für di««ländische» Versetzten. Der Sieger von Lpeu Valley. Dem siegreichen Kandidaten der englischen Arbeiterpartei in der Äenso wichtigen wie heiß umstrittene« Nachwahl von Gpen Valley ist von allen Seiten der Partei Dahlhilfe geleistet war- den. Di« Koalition, die in Oberst Fair fax einen nicht sehr starken Kandidaten ausgestellt hatte, entsandte alle ihre Größen in den Wahlkampf, so unter andern die neugewählte Lady A st o r und di« grau de» Pr emneroiareister». Lloyd George se-lvst hatte m Briest», di« für die Oeffentlichkeit bestimmt waren, kräftig Pro« paganda gemacht. Gir John Simon, der liberale Kandidat, wurde von Lady Simon und Dorath Henley unterstütz!, aber die Wähltevimnen des Kreises Lp«, Valley schienen dies«, Frauen iveniger Gehör geschenkt zu haben als unfern Genossinnen Dr. Marion Phillip», Frau Enowden. die beide glän» zende Rednerinne» und den Arbeiterinne» wohlbekannt find, sowie zahlreichen andern Frauen und Männer«. Di« Konsumgenossen. schaften haben ebenfalls«inen großen Anteil an dem Lieg, ab«, vor allem scheint Tom Rher» selbst unermüdlich in der Arbeit gewesen zu sei«. Tom Myer» hat nur die Elementarschule und danach eine Halbtagsfabrikfchule besucht. Durch intensiv« Arbeit hat«r sich dann selbst Wissen erworden und i» seiner sechzehnjährigen Tätig. keit als Stadtrat bewiesen, daß er starke Fühigteite« für legis- lativ« Arbeit besitzt. Sein Wahlaufruf geht nicht um die heißumstrittenen Fragen der Gegenwart herum. Gr tritt für die Sozial rsierung der Bergwerke«in, erklärt die irische und die russische Politik der Regierung für verwerflich. Dem alten liberalen Wahlruf.Nieder. mit den Herzögen!' und dem Toryruf.Drei Acre» und eine Kuh!', die beide viele Jahre lang die Landbevölkerung nach der «inen oder der andern Seit« beeinflußt haben, setzte er den Ruf entgegen:.Das Land für dal Pol!'. Tom Nyers ist Freihändler und ist überzeugt, daß der Freihandel als allgemeine» Prinzip mit dazu beitragen verde, di« �egenjeitige tzstchändlgung tzxr Völker hervorzubringen und zu unsticktütze«. Der Liga der Regierungen, die den Frieden ni-» malS bringen könne, sd:ü er eine Liga der Völker«u gegen gestellt sthsn. Da» ungefähr ist da» Programm des siegreichen Kamdibaten der Arbeiter' che ft Englands Liberale wie KoalitionSparter hatten starke Erwartungen an den An! gang de« KampstS geknüpft. L.'oyd EeorgeS Stern ist im Sinken. Aber auch der Liberalen wird sich Entmutigung bemächtigen, wenn sie sehen, daß trotz aller Anstren- gungen der Wille der Massen sich nicht mehr bei ihnen aufhält, sondern gleich zu der Arbeiterpartei Wergeht. Die Wahl von Spen Valley ist ein glück.icheS Vorzeichen für die eNm Horizont auftauchenden allgemeinen Wahlen in England. die üpulitmg in der k. si. 3). Das Berliner Organ der Zentrale der K. P. D. gifii in ihrer gestrigen Nummer einen äußerst kurz gehaltenen Bericht über die Sonntag und Montag stattgefundene Sitzung fies ZentmlausschusfeS der K. P. D. wieder. Heber die Ev» örterungen auf der Konferenz wird nichts mitgeteilt, son- dern lediglich folgender Beschluß wiedergegeben, der bei Stimmenthaltung des' Vertreters des Bezirks Nord ein- stimmig angenommen wurde. Dar Zentr-alausschuß billigt, daß die Zentrale in Derhandlun- gen mit den noch im Gegensatz zu den Heidelberger Resolutionen befindlichen Organisationen getreten ist. Et billigt weiter die von der Zentrale für die Einberufung des Zentralautschuff.» aufgestellten Grundsätze und erklärt, daß dies« Grundsätze auch für die Einberufung de! Parte tages maß- gebend sein sollen. Diese Grundsätze lauten:.Soweit auf der RkichZkonseretiz Bezirke gegen die Leitsätze aus formellen Grün- den gestimmt haten, also nicht aus der Partei ausgeschieden sind. hängt die Zulassung zu: Konferenz von der sachlichen Stellung dieser Organisationen ab.' Er setzt dabei als selbstvorständlich voraus, daß unbeschadet der hiernach nötigen sachlichen Klärung— den Leitsätzen entsprechend— solch« Organisationen nicht einzuladen sind, die darauf beharvtn, ihre Nichtangehörigkeit zur Partei durch Sabo- tage der Parteiarbeit, Sprengung von Lersiammiungen. Boykott der Parteiliteratur zu bezeigen. AuS diesem Beschluß geht hervor, daß der ParteiauS- schuß sich die Haltung der Zentrale zu eigen gemacht hat. nur diejenigen Delegierten zur Konferenz zuzulassen, die den programmatischen Leitsätzen der Mitrale zustimmen. Alle Organisationen, die in Opposition zur Zentrale stehen, werden durch diese Bestimmung von der Beteiligung an der Reichskonferenz ausgeschaltet und außerhalb der Partei gestellt. Wie sehr dieser diktatorische Standpunkt der Zentrale und fies Parteiausschusses den Anschauungen eines großen Teile» der K. P. D. widerspricht, zeigen folgende Forde- riingen der Informationsstelle der Gesamtopposition, bis am 23. Dezember an die ReichSzentrale gerichtet wurden: 1. Einberufung einer neuen Reichskonferei� End« Januar. 8. Zulassung aller Bezirke, die vor der dritten Reichskonferenz zur K. P. D- gehörten, ganz gleich, ob sie di« Leitsätze an- erkennen oder nicht. 8. Die sofortige Zur-DiSkussionSstellung von Leitsätzen und Anträgen für die ReichSlortferenz. 's. Di« Zentral« ist verpflichtet, vi» gaz Einberufung der neuen Konferenz jede weiter« parteispalleude Tätigkeit«in» zustellen. Heber diese Forderungen der Gesanrtopposition ist der Parteiausschuß der K. P. D. glatt hinweggegangen. Es ge- hört danach ein wahrhast beneidenswerter Optimismus da- zu, mit der„Roten Fahne" zu erklären, daß durch die At> »ahme deS Antrages der Zentrale fiie Gefahr der Spaltung der Kommunistischen Partei„endgültig� überwunden" fem dürfte. Weniger erleuchtete Geister wie die Truppe der „Roten Fahne" werden vielmehr in dem Beschluß deS ParteiauSschusse» eine völlige BrüSkierung fier Opposition und«ine Verewigung jener SpaltungSpolttik erblicken, die die St. P. D. in einen Trümmerhaufen verwandelt hat. Deutschlands Dleuscheuverluste im Welltrlege. In der kürzlich erschienenen Sonfievbeilag« zu den.veröfsent. lichumgen de» Reichsgeftmdhcktsamts' 1919 Nr. 49, defind«, sich zum«rsieremal offiziell« Zahlen über die während de» Kriege» ge- storibettsn MÜttörpersimon. Sie beschränken sich aber vorerst auf di« Iah« 1914, 191» und 191«. Für das Douffche Reich«m gan- zen s ausschließlich der beiden Mecklenburg und Elfaß-Lothrwgenl find für da» Fahr 1914 199201, für 1915 890 669 und für 1916 311 160, zusammen also 99» 030 gestorben« Milttärper. sonen bis jetzt standesamtlich«im« tragen worden. Da noch fortgesetzt Meldungen von LtevbafSlle», aus diesen Fahren «intouifan, so erhöhen sich die Zahle»«och. Nimmt man für die Fahre 1917 und 1919 schätzungsweise noch je 800 000 Gestorbene hinzu, so lom-mt man zu«mom Gesamtverlust von min» besten» Iii Millionen. Dabei sind die Vermißten(nach Schätzung 200 000) und ein beträchtlicher Teil der in Gefangen- schaft Gestordemen nicht mitgezählt.(Der Krieg 1370/71 forderte 43 182 Tote.) Von den 39» 030 m den drei ersten Krieg-iahoen Gestoöbene« steb 629 361 oder 92,7 Prozent vor dem Feind ge- fasten, an Verwundungen gestorben oder verunglückt und nur 66 689 oder 7,3 Prozent find Krankheiten erlegon. Dtes« verteilen sich auf: Typhus 7751, Rose 324, ander« WundinseMon»- krarckhoiten 6007, Lungentaberfiulosi 6248, Lungenentzündu-ng »391, V-cken 6. Fleckfieber 443. Ruh-t 2510, Genickstarre 721, Venerische Krankheit«! 66, Aussatz 47, Asiatische Cholera ISO», Ma- laria 94, Krankhetten v« Atmungsorgom« ISO», Krankheiten der KveiSlauforgan« 3641. Gchirnschlag 472, andere Krankheiten fiel Nervensystems 2006, Krankheiten der BerdamtnzSovgane 403». Krarckheiten der Harn- und Gefchlechtsovgame 1631 und Selbst- mord 2692. An anderen benannten Krankheiten sind 4498 Mili- tärpersonen gestorben und bei 14 685 konmi« fiie Todesursache nicht enmittelt werden. Lehr bemerkenswert ist, daß in den drei ersten Jahren de« Weltkriege» die Zahl der an Krankheiten Gestorben«« v- H.) sehr gering ist. während im Krieg 1370/71 von 43 185 Toten 14 904 cder 84/5 Prozent an Krankheiten starben. ES ist hie» darauf zurückzuführen, daß man es m der Neuzeit verstand. b«m Ausbruch von Donchen durch Schutzimpfung vorzubeugev und solche nach dam Ausbruch mit Erfolg zu bekämpfen. Verstaatlichung be, mexikanische» Petrilenmunternchmuvgen Die Blätter veröffentlichen eine Gesetzesvorlage der mexikanische» Regierung bezüglich fier Petroleumunternehmungen. De Vor- löge erklärt sämtliche P e t r ol e u m e r ze ugn i sse als Staatsbesitz. Da» Gesetz gilt für mexikomsche und fremde Staatsangehörige, ausgenommen sind nur Gesellschaften, die vor dem 1. Mai 1917 einaetrageu waren und aus diejcm» ihren Besitz behalt«? dürfen. ZSlMZSMst UAZ WZeAhMeI.i III.') ?. B. To nütoznbie die Zw-ngSwi-rtMast, die oifevt- liÄ: BÄvirtschlls'tuNH, vor d&em der HoupiiSoms-, culifcel, Brot. Flench und Milch ist, so sicher Z.eyt e-, für den ben'enben Volkswirt fest, daß eine seiche �uxurg.- � Wirtschaft nur möglich ist, ircnn nicht nur die �roöutttj der Landwirtschaft, sondern«uch ihre ProduMon ssirt.e. der � öffentlchen Kontrolle und behördlichen Preisfestsetzung uiuer- teorfen sind. Diese LwangZwirLschaft � sich nur durch- � führen entweder in einem Staate, dessen Wrr-.i-chaft durch- äußere Umstände, wie während des Krieges die u nrrge oon( der Weltwirtschaft isoliert ist, oder dadurch, daß man durch öffentliche Bewirt'chastung auch des AußenHa-nde�s rwe vn-. laridsprz'.sa für alle Waren unwihänaig vom �echmarrr-� preis und von der Schwankung der Valuta macht. Dechi � Landwirt'cha't ist auf die ßstzeugnisse �es �.u-Ianves, j «uf ausländische Dunzemittel, auch Phosphate, und wLu j,. die deutsche Aickstofjindnstrie nicht S.ärke prodMvrt, oncy j «uf Salpeter, und auf rmsAndiich« Fptte.mrftel ange-l wiesen. Ferner hängt sie, wenn, wie ob an erwähnt, rntotge des WeltmarStpreijes die Inlandspreise für �chlne- erz'ugniffe, Tisonw-aren, Geräte, Maschinen und mr �.a- ratuven, die Neigung haben, auf die Höh« des We.uua�L-- Preises M fteigsn, auch auf diese Weist von der Ernwrrkimg des Weltmarktes ab. Obwohl wir als Soziaftst-M toffhtiM) keine Ursache haben, die Sache der„notleihenden Landwirt- � schast* zu vertrete», so ist es doch eine unzwsitelqaste w.rl- schafiswi sf enscha ftliche Tähache, daß der heutige Zuirand� der fcheinfozialistifchen Zwangswirtschaft und ryrer em- feitigisn Anwendung auf die Produkte und morst cmw ain die Prodnftionsmit.el. zu einer Schädigung der riuanvi.! scheu ÖebenSniitteler-eugung führen muß. Zwar wrrd� der � Landwirt selber, und zwar vor allem der Grast �udaentzer.i der sich den Uebergang zu extensiverer WintfchM gestatten> kann, nicht der Leidtraaende sein, sondern der Veroro.ucher. Denn die niedrige Festsetzung des Preises. i« lanawut» schaftliche Produkte bei ungehemmier Prei-erhoyung furj cILi Produlrionsmittel, wie Maschinen, Reparaturen, Vieh und ausländische Düngemittel, mutz mit amomwischer Notwendigkeit da-?u führen, daß von diestn verteuertin Produktionsmitteln ein« immer geringer werdende.lienge auf die Flächeneinheit verwandt wird, das heißt, daß von der rutensiven zur estensiven Wirtschaft übergegangen wird. Di« Landwirlscha'ft blecht auf diese Wey« für den Bescher «och immer lohnend, und den Schaden trägt mit dem y'.n- ken der inländischen Erzeugung der Verbraucher, der feunv» Lebensunterhalt zu einem immer größer werdenden Pro- ipntfttz mit teuren Ausland slebensmitieln besireitw mutz. Es wäre auch hier unmarxistisch und unwisfen'chaftftch ge> dacht, den Uebergang zur extensiven Wirtschaft den � ano- wirtetr als persönliche Niedertracht anrechnen zu wollen. In der kapitalistischen Wirtschaft und in dsr Anarchre un. seres Außenhandels ist jeder ProduktionSleiwr. awh der Landwirt, darauf angewisfen, seine MatznahmM mit Stucl- ficht auf den größtmöglichsten Gewinn zu treffen.� Uno. wenn infolg« der Zwangswirtschaft der Inlandspreis für Kartoffeln nur den sechsten Teil deh� AnSlandsp.'eises oe- trägt. danR wenden ausländische Tüngemistiel, di-e l�i Zwangswirtschaft nicht unterliegen, eben auf ariSwnd lsche Kecker geworfen, wo die mit ihrer Hiilfe erzielten Prod-uioe »um vollen Weltmarktpreis verkauft werden können. In Teutschland hergestellte landwirtschaftliche MMiuen, deren Preise sich den Weltmarktpreisen nähern, geken ins Aus- land. um dort verwandt zu werden, wa�d der deutsche Landwirt sich mit alten primitiven Geraten begnuyt oder feinen Acker in Weideland verwandelt. Schon heute ist, zumal auf leichten Sandböden, die intensiver luiiil�icher Dungilng bedürfen, der Kartoffelevtrag am die Hälfte, oder gar ein Drittel deS FriedcmSertvages gesunken, und in Deutschland, daS früher Ziicker in Mengm etvortisrte. herrscht auS der gleichen Verkettung wrrts�M�er Ur- fachen, die ärgste Ziickerknappheit. Auf die kayeue Formel gebracht, ist die Fcklg« dieser Anarchie die, daß«'ne ungeheure Menge der in Deutschland vorhandenen uauu- lieben Wachswmsbedingungen, vor allem � ein ungeme euer öleichtum. der cmf diese» Land niederströnienden mannen- energie. die wir früher ausnutzten und auf deren Kiuwei Ausnutzung unser Millionenvolk angewiesen ist, unbenutz. � verströmt, weil den Früchten nicht di« zur Ausnutzung nötigen künstlichen Wachstumsbedingunsen, Dünger unv Bearbeitung, geboten werden.— Eine volkSnstrY�mrw« Berschoeiidung von ungeheuerlichster und verderblichster An. Die Forderung der Landwirtschast diehmi Zustand gegenüber kennen wir. Sie lautet auf Aufhebung ver Zwangswirtschaft oder wenigstens erhebliche Erhöhung d-: Preise bis zur Angleichung an den Weltmarktpreis. Euw Bewilligung dieser Förderung würde die Erhöhung v» KartoffelprviseS auf 100 Mark für den Zentner, des MeM- Preises auf 400 Mark für den Zentner bedeuten. Die»te- gierung befolgt dieser Forderung gegenüber die Tom! eines zögernden Nachgeben». Sie erreicht damit nur. daß nocy immer die Preise, angesichts der ProduktionZmitlelprcye. zu niedrig sind, und die Landwirtschaft immer mehr in die extensive Wirtschast hineingerät. Und andererseits, daß d»e Preise doch für den Verbraucher eine Höhe erreichen, die di« Arbeiterschaft zu neuen Lohnforderungen zwingen musien und zur allgemeinen weiteren Preiserhöhung für auc Waren fuhren. Die Regierung vereinigt damit in der unglücklichsten Weise die Fehler einer pseudoso�ialisti ch'N Zwangswirtschaft mit den Verwüstungen der kavitalisUichen Anarchie. Und so sehen wir die deutsch« Wirtschaft sich unaufhaltsam, automatisch dem Ziele zu bewegen, daS in der Forderung: Angletchung an die Weltmarktpreise, nieder- gelegt ist. WaS bedeutet nun eigentlich die Verwirklichung dieser Forderung im vraftiichen Leben für jeden einzelnen? Zweifellos eine Preissteigerung, die alle Begriffe übersteigt. Ein Zentner Kartoffeln wurde 100 Mark, ein vierpfündiges Brot 12 Mark, ein Kochtopf, der jetzt 10 Mark kostet, wurde 40 bis 50 Mark kosten. Wenn jetzt der Lohn eine» Htmd- arbeiters mit 20 bis�25 Mark pro Tag gerade daS Existenz- Minimum einer vierrövfigenNormalfamilie darstellt, so wurde der Tagelohn dann wenigstens 80 bis 90 Mark betragen müssen, um eine Familie eben vor demVerhungern zu schützen. Welche Lohnkämpse. welche SrreikS, welche Zerrüttung des p'i siebt.greifst* Ar. 8 und 4. Wirt'chaftSkebenS und Zerstörung fegkicher Kalkulation' müßte eine Preisentwicklung zur Folge haben! Der Be- amte, der Pensionär, die Witwe, der kleine Rentner, deren Einkommen gar nicht oder nicht annähernd im Tempo der Preisentwicklung steigen würde, wären dem bittersten Elend ausgesetzt, das Los der Kriegsbeschädigten und Arbeits- invaliden würde unerträglich werden, oder der Staat würde unter den Fürsorgclasien zusammenbrechen. Tie Arbeiter- j schaft mutzte endlose Kämpfe fähren, um dasselbe zu haben wie heute: ein knappes Existenzmimimum, vielleicht ein noch knapperes als heute. Ter Handwerker, der kleine Ge- Mftömann, sähe jede Berechnung über den Haufen ge- Mörsen, die Industrie wurde nicht mehr zur Ruhe kommen vor endlosen erbitterten Lohnkämpfen. Und dieser Zustand mit all seinem Elend und seiner Verwüstung ist nicht etwa ein Phantasregemälde. Wir sehen cs in unserer nächsten Nähe schon veowirllicht, in Deuft'ch- österreich, und können noch kaum begresten, daß die grauen- vollen Schilderungen aus dem sterbenden Wien schreckliche Wirklichkeit sind. Und doch kann es kein Zweifel sein, daß Deut'chlonb bei dem Fortdauern der jetzigen Wirt'ch-fts- verfassurvg mit ihrer völligen Anarchie daS gleiche Schicksal, die gleiche Preisentwicklung bevorsteht. üe Sohlmbe! e�ernvi dsr WevdiZ;». Am SUsnizg femi im ReichSwirUchastSmwtfteriu« er« ©itziCTg statt, an der neben Ver Äetern i>2z sjnirustrie ir.e•Sa.ciligten RessorlS teilnah mm und in der beschloffen wurde, das den ppeu- tz sch-hessischen Eisenbahnen für Fanuar'ärleriaglich ßu liefernd« Guaaiuat auf 40000 Tonnen fäsizufetzia. T:'e 40000 Tonnen stellen den täglichen Bedarf der preugifch-hrssischm Slsenibahnverwaltung dar und sollen ei«rinögl chen, daß die Vor- väte der Verwalwmz nicht angetastet zu werden brauchen. In der Besprechung führte der©erwerei der bayrischen Eisenbahn bittere Kloxe darüber, daß in bayrischen lü-i'en- bahnen gcaenüder den preatziichen in der Belieferunz zu kurz kämen und im Dezensatz xn Preufen, dessen Este rch ahnen über einen Vorrat hon 10,7 Tagen verfügren, nur wi: etwa drei Ta�en beoorraet seien. Der Verrreter de» WeichSkohlsnkowmiffar» sazte beffcre Belirserung zu; er könne dies, da es sich nur um verhält- itiSmatzig kleine Wengen Handels. GZ wmde dafür gefargt werden, daß d« bayrischen Bahnen in der Bevorra.ung nichr schlechter gejiellt wären als die preutz i sch.hassrchm Crtatbahner. BerWrsMig der WÄshsev- tzaaegnag. Die Eifenbahnexpewsgung spitzt sich weiter zu. In Frankfurt.a. M. beharren die Eisenbahn«: in passiver Resistenz. Nachdem man erst drohte, die Werkstätten zu schließen, ist seit �Montag miitlog das Eise-nbahndirektions- gebäude von Reichswehrtruppen und Polizeimann- schaften besetzt. Natürlich: ohne Maschinengewehre ist seit NoskeS Herrlichksft eine Arbeiteebowegung nicht denkbar. Inzwischen laufen a-uch aus anderen Teilen des Reiches Nachrichten über Streik» und Streikdrohungen ein. So wird auS Breslau berichtet: Wie die Blatter melden, fand gestern abend eine stürmisch derlaufeÄe Eisenb ahnerber fa mmlung statt, au der auch Lbordnungen..«Serjchlesckchtt und Waldenburger Eisen- bahner teilnahmen. Nach stürmischer Aussprache wurde ein« Ent- schlietzung angenommen, in der di« Beschleunigung de» TarifabschluffeS geforderl wird. Die vorgeschlagenen Lohnsätze genügten nicht. Die geforderte Mindestzuloge von 60 Mark pro Woche müßte älS Vor schütz auf den Tarif bi« zum 10. Fanuar gewährt werden, anderenfalls lohne die Verfammsting jede Verantwortung.für die Folge» ab. Im vhewisch-westfälischsn Industriegebiet ist bereits ein T e i l st r e i k ausgebrochen. Die«Teleguaphen-Union� meldet darüber: An einzelnen Ort«« i« DirektionSbezirk Elb«rftld begann der Streik bereit» gestern nachmittag, so in Hagen. Heute dormiltaz hat er sich bereit« fast über den gesamten ElfenbahndirektionSbezir! Elberfeld auSge» dehnt. Die wenigen noch fahrenden Züge werden' von den Ersenbahnbeamten abgefertigt, welch« nicht streiken. Wie der Verkehr der Lebensmittel» und Kohlenzüge sich gestalten wird. steht noch dahin. Weiter wird«ai Hagen gemeldet: Heut« vormittag fand hier ein« von über 8000 Personen besucht« Versammlung der streikenden Eisenbahner statt. Die Versammlung beschloß, den Streik unter allen Umstände» b'S zur Bewilligung der Forderungen durchzuführen. Es wurde ferner«ine Entschließung angenommen, daß alle diejenigen, welche während de» Ausstände» Sabotage verübe» sollten vom ferneren Dienst bei der Eisenbahn auszuschließen seien. Die Hagener Beam- t« n s ch a f t hat heute morgen ebenfalls ein» Versammlung ab- gehalten und in dieser ihre Solidarität mit de» streikende» Arbeuern erLärt. Während der Verhandlungen im Mberfelder Gisenbahndirek. tionSgebäude verließen die Güterbodenarbeiter die KüterabfertigusgSstell« Gteinbeck und begaben sich in einem DemonstrationSzuge zum DirektionSgebäude. Sie kehrten nicht wieder zur Arbeit zurück- Der Betrieb in der AbfertigungS- stelle ruht. Nach Essen hat der Streik bisher noch nicht Werg« griffen. Nach Mitteilung der Eifenbahndirekiion Elberfeld breitet sich der gestern in Slberfeld-Gte-inbeck und Vohwinkel anSgebrochene Lohnstreik der Eisenbahner immer weiter au S. So find heut« um die Mittagsstunde folgende Bahnhöfe ausständiz: Hagen, Vorhalle, Hengstey, Schwerte, HolzwiS» kede und G e i f« ck e. Ebenso streiken die Arbeiter in den Be> lriebSwerkstälten in Düsseldorf. Im Eisenbahndirektionsbezirk Essen ist bisher nur ein Teil der Arbeiter auf dem Nangierbahn» Hof in Dortmund in den Sympathiestreik eingetreten. Gm weite- re« Ausbreite» de» Streik» zu erwarten. Düffeldorf, 6. Januar. Sin Teil da, Eisenbahner auf den Düsseldorfer Bahnhöfen trat heute in den Ausstand. Infolgedessen mußte der Güter- verkehr vollständig stillgelegt werden; die Streikenden beabsichtigen nur noch die Lebensmittelversorgung aufrechtzuerhalten. Der Personenzugverkehr ist bisher teilweise durchgeführt worden. Alle dreie Nachrichten zeigen erneut die ungeheure Wichtigkeit, d« der schnellen und serechten Lösung der schwefcenden Lohnfragen zukommt. Hier hilft ksin Jammern über Streiffreber, kein Drohen mit Entlassung und NoSkesoldaten. Die Regierung hat die Pflicht, ei-ner wefteven Verschärfung der Bewegung vorzubeugen. Haber die am Montag wieder aufgenommenen Tarif- PtzrKanhlitSgz« wird witgeteM, daß bis Arbeiter. schaft mit erheblichen Mehrford« r'u n ge n aufgetreten ist. ES wtrs unter Hinweis auf di» schpsll fort» schreitende große Teuerung der wichiigicen LeknSmitziÄ eins slchr wefentKche Erhöhung der von der BerwaÜung be- reits gewährten AhschlLgsüahking vor Wjchluß des Tarifs verlangt. Diese Abschlagszahlung erreicht gegenwärtig eine nwnatlichs Höbe von tzst bis 30 Millionen Mark. Die Verhandlungen werden heute fortgesetzt, und zwar werden zwi'chvn dar Verwaltung und den ArAeftern die Lebens- milÄckprsife und die gezahlten ZLHn« in sinsr Weihe von Direktionen im einzelne« müteftiander in Vergleich gestellt. Es ist beabsichtigt, nunmchr die von der Eisenbahnverwal- tung gezcchllen Löhne auch mit den m Industrie und Landwirtschaft gezahlten Löhnen zu vergleichen, Hoffentlich bcdeutst dies« beabsichtigte„Ver- g I e i ch u n g" keine«a« Der'chleppung. Der erste Schritt zum Tarif. Berlin, K. Januar. Heute sind die Verhandlung« über be» Eifeniahslohntnrif cm den eigentlichen Tarif gelaugt. Die Rvgieruuxtver» tretor erklärte», baß diz beieiliztes Minister de« größten Wut darauf legten, über die für die Eisenbahn arbeiter wichtigste Krage sobald a!» irgend«mMch zu einer Einigung zn kommen. Tie sachlichen Beeatungm xel�ngteu bereits in einem wichtige» Vwikt« zu einem CrgebuiZ. t'Ä oberste W i rdf ch aftSklaff« wurde eine solch« vereinbart, in der der Stundenlohn für eiue« Arbeiter von über 24 Jahren auf 340 Mark festgesetzt , wird. Darüber hinaus soll sedoch eine AuSnahmeklaffe ' allein für Berlin gebildet werden, in der dieser Loh» ! SM Mark betragen fall. ES steht zn hoff«, daß die B erstand- ! langen rüstig fortschreiten» da auf beiden Seiten da» Bestreben I herrscht, positive Arbeit zu leisten und den überaus umfangreiche» Traft sobald wie möglich zu meistern. Ams.ika für Ausrechlerha!!A3g Ue KN�Md-VloeZÄs. Bari», 6. Januar. Hnvag meldet aus London: Der Washingtoner Bericht» erstatte» de»„Daily Expreß" telegraphiert: La» sin« ver- vsleutlrchte eine vom Staatsdepartement ausgearbeitete Deut- schrist, die Erklärungen über die Haltung der Siegierung gegen» über Sowjetrußland enthalt und hervorhebt, daß di« Blockade gegen Sowjetrutzland rufolz» der Tätigkeit TretzkyS und Lenin», deren Ziel die Orgauifatiou der allgemeine» Nevolutr»» gegen die demokratischen Regierungen sei. vorsichtshalber auf- rechterhalte» bleibe. Ter Asssianli m Vladiws�?. Bluttaksa der KsltfchaLrLppea, H. N. London, 3. Janaar. Daily Txvreß peröffentlcchr die erste» Einzeihslie» über de» Aufstand in Wladiwostok, der durch sehr blutige Massen« Hinrichtungen unterdrückt wurde. Laut DrSsaxen von Augenzeugen ist die Unterdrückung hauptsächlich den Japanern zu verdanken, die sich nicht» weniger als neutral venestmen. Die. inpanischen Soldaten sperrten das ganze'üufstandSgebiet ab und ließen nur Veosonen in Uniform durch. Einen nicht unwstfentüchen Anieil an der Niederlage Daida» hat auch der Umstand, daß die gegeu ihn ziehenden Truppen weit besser« militärische Eizenichaf- ten besaßen als seine Leute. General Rosfanow, der mit der Unte.drückung des Aufftande« beauflagt war, hat diele 100 angeblicher Rebellen nreders chiehen lassen. Auf Phostographien sieht man, wie Gruppen von über 100 Mann zum Hinrichtungsplatz geführt und niedorgefchossen werden. Sie sollen dort tagelang liegen geblieben sein. Veue For!sI!tte der ZswselarMS. H. N. London, 8. Januar. Di« Bolfchewiften hahen die Stadt AngSnoj Wotch a" der tranKaspischan EisenSnhnlini« erobert. Man befürchtet, daß auch ganz Tserdeidschan in ihr« Hände falle« wird. Amsterdam, S. Januar. »Telegraaft bringt«ine» drahtlosen Bericht au» Moskau, demzufolge di« bolschewchstschen Truppen die Stadt Mar ins? an der transsibirischen Eisenbahn besetzt haben. Die Stadt liegt ungefähr 700 Meibm westlich FrkutSk, wo sich sirsitsch,?? Regie- rung befindet. Die Sohlennvt führt zu weitere« Stikloguingon. T-!« W e s» v Werft ha: ihren Betrieü«NI-stellt. Da nur 800 Arbeit«: mit Neparmuren Se'chäf.igt werden icronan, fallen etwa 8000 Anbeitsr der Erwerb» üffemunterstützurg a-nheim. Jn F r a n k s u r t a. M a i n ist wegen außerorvsntk ch schiech- ter Belieferung mit Kohle von Dien»tag obered 7 Uhr sb der ge- samte Straß« nbah»ver kehr ver Stadt«inge- stellt. Die großen Verriebe«chaikte« nur für Kr« Stnmldon«n Tage Strom. Äs der Hatte!. Die sozialistische Dewermng io Mexiko. Air erhalten«ine Zuschrift an» Mexiko, in der die Grün» düng«in« mexikanischen kommunistischen Partei mitgeteilt wird. In der Zuschrift heißt«S: »Unsere Partei ist die«nzig«, die auf die Grundsätze der dritten International« verpflichtet ist. Sie wurde gegründet in- folge«ine» Zwiespalts in der sozialistischen Partei, eck» diese unter die Führung eine» Agenten von Samuel GomperS geriet. Die Partei ist stark im Wachsen begriffen und wird hoffentlich in einigen Monaten über da» ganze Land verbreitet sein. In die Moskauer Internationale. wurden drei Genossen gewählt." Zum Schluß wünschen die mexikanischen Genossen mit den Genossen in Deuffchland'in Verbindung zu treten. Wir begrüßen den Zusammenschluß der revolutionären Sozialisten Mexiso» und wünschen der neuen Partei guten Erfolg für di« gemeinsame Sache de» internationalen Sozialismus. iA Theiiter und Ssküniizunzen. jjftiiüBttiüt Volksbühne Theater atn BOlowpIatz. Uhr: Götz von Berllchiogea (VorstclinnK zum Besten der Notleidenden Wiens) 6� Uhr: Gütz von BerttehinTen Opernhaus 7 Uhr Hansel und Gretel, Klein Idas Blumen Sehanspieiliäus 6\ Uhr: Wilhelm Teil. Direktion: Ru iUlnblrtt Deutscbes Theater TV Uhr: Und Pippa tanzt. Kommersplele 7 Uhr: Advent Großes Schauspielhaus KirltlraB« TS Uhr; Orestie (35. Ahllt, 1. Abd.) Da�itlon Cut Helahard— Rad. Brntaar Theater L< d. neath Operettenparodie ler _____ araki •t Pygmalion TS Uhr; f'yarniallon DlrektiOBj_Vlkt«r Barnoveky TS Uhr; Donn. TS Uhr amallon. freltae 7 Uhr: Zum 1. Mala; Hölle. Was. Erde. Mel.IUI.-Mr "ÄW)* Cyprlenne (Konstantin, Götz, Walter) Residenz-Theater Täalich TS Uhr; Evchen HamL'recht Mittwoche Uhr: Rotkäonchea. Donnerst, e U.; SahneewiHchen Freitag 4 Uhr: Max n. Marita Sonnab. 4 U.: Hinsel n. Gretel. Sonntag 4 U.: Mar gat« Hnl Trianon-Theater «MW Mlttw. 4 Uhr: Scbneawlttcbaa. Donnerst 4 U.: RotkippcheB. Freitag 4 Uhr: Hinsel».Gretel. Sönnab. 4 Uhr: Bis« B. Storiti Sonnt 4 Ug Johannlsfeucr Cnslno-Theater latferinnrStr.lT. Thgl.ViSUbr Der Sahlager der BoWartt Schniepels Lene Berliner Volktstack In 3 Akt Vorher erstkl. SpezialiUten HencT Öperettenhaus Direktor; Jaaa Kyea Allabendlich T Uhr 30 IUa.t Die Dame vom Circus Rose-Theater TS Uhr: Rose Fronunhold W�ühaila-Theater TS Uhr: Die CsardastQrstln. Vintergarten. ttgileh TS Uhr Varlettvorstellang Reachen gestattet. Apollo-Theater Frlcdrlchslr. Tit. 71/ Allabendlich Ii/ '' Sonntags ö',■. J'' UnöberirelfilcliBS Vsrletä- Programm! Thaatar am Katlkaser TW Tel.; Morltxplatz 14814. Ttgt 7S and Sonntag: nachm. 3 Uhr: Eilte-Sdager 9 ehem. Mltffi. des Steblner Sftagtr. BlOtheea-baort Vorr. II-ISb.4�U.i CircusBasd tienie sowie t&gl. 7� Uhr: Die Biegende Trompctetln sowie das übrige neue Januai�Proarr.. 9 I Tragi kom. Pant. 1 9 utjJ«Aphrodite**(üj� SSSÖ Aw!tti.d.MchMttSIr. «rate, Mittwoch, 7. Jaimar, SS Uhr: Zum Male: Schloß Wetterstein schaulplel kl g Allen Vim Fraal WeheNnd. yauptSarNallar- Marin 0«I«, Hanna Ralph. Suhiotj Hertau, Itchanne« aiientann, Werner Holl» mann. Trust Dernvurg, Paul Rchiopf, Kell; Salictt, Sf. St. Römer, John Rapp Port, Kurl«oll». Heute neu Preis 20 Pfg, Rar? Kchaeidts(Wochenschrift Die Trißüne (Man tese den Leitartikek: Seuchenherd(Mitikariemus fu öaöen Bei akken Ktraßenhändtern nnd an den Niooken. 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Lui fexiliof TÜoviL&pL �<520 TPlFh�nn_.. vetbmid der Semelude- uud LiauisarSeiler Ortsverwaltung Groß-Berlin Donnerstag, de« S.Zannar 192<», abends 6 Uhr» im Lokal.K o n i g S b a n 1", Trotze Frankfurter Strafe N? Auherord. Generalversammlung Tagedordnuny: t. Ttellungnahme zu den Anträgen auf WirtschaftSdethilse. L. Freie Aussprache. Zu dieser Versammlung find die Mitglieder der General-versammknnU dringend eingeladen. Mitgliedsbuch und Delegiertenkarte ist als Ausweis vorzuzeigen! Die Ortsverwaltnng. ZtiiWr Ncklordtittr�erbsnil Benvhlwngsstelle: Berliu N St. Linieastr. 8S/8S. Dclchästszetl oon voim. 9 Uhr bis nachm. 4 Uhr. Telephon; Amt Norden 186, 1239, 1987, 8714. »rtltoa,»en 0. Januar tvstt, Bhenh« 7 Utje Versammlung aNer Jnnuagsschwiede von Berlin. Charlotteuburg nnd Neukölln w«öker» Zeftsstlen, Wodttstrusto 17. Tif Sngegorbnnnn tpirv in»er Versammlun,»e» kauntaegeden.—Ae;i -zoottatu abend» von?—» U6r. �* Sie Crnprra»almnB. f •�»»»»»> Sff C. C S ednr 8cn:)4(Uran» 6t. tritt oen rStoaifrtte Hara» nnd Nittcrletböletden..00 ollc? ondrrr rrnaotr «gwest-Ingtitut.?.!.? SlSdtWlillZ Mb mllMÄntwI. Ep rechstunde 10-1, 4—8 6otmltts4 11—1. »dstrnloio ätz; licht Snotung. euch Ichitftl- Nuskunst. Brttengrn Sie Dr. med. Ludwigs HrolchZre Lbn «Ilrfirle Soph;li«de' ondlnnz für 8v P>. in ver» Ichloslenei» Umlchlaoe vom Verlag N. Niimp|rr. Verl in s. V. VUinulcr 84«. Zigaretten U! eratklassige deutsche Marken! Ooldllake. Nerv Ca« etc. Billigste Tageaprtlae! Winkler. Schmidstr.30 reif« Schule rstr. 7. Mpl. 237. Habel Uciert sesen bar und anf Teilzahlwng za bilUtiatea Preisen: Wohnzirnmor Schlatzimmer Speisezimmer Herrenzimmer Farbige Küchen Einzelne MSbel QrdBte RBcksicliliiahau. Liefere noch*. auswiris. Irl« su«iiln»im Ii laUui. NGbel-Cohn Sr. fraaklurfer Str. Sl 5 Min. v. Aleianderpi. Filiale: Badstr. 47-48. 3 Min. t. Bhf. Oesondbr. Zeitungsausträgerinnen geancht fllr dls Tour KreashertairaSe, Hagelsbergar Straße, MSckaraatrsBe. 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Kdirgimint, Hrlm. und SBerfftattarteiterinnen werden rrtutft um S-aeneretnfl, den 8. gannar 1020, astend» G Nv>» im vstre unsere! verbände»«weck»«eroluug euiez Tarif« für »;s D rauche zu erscheinen. 9t ist dringend Nona endig, daß die Löstue sllr die Kiaderfieidc» Tiisterinne!: euu gebessert werden U>» ersuchen lutr d.istoib um ng« veseiiigimg.___ Die Vr�chenleitnng. Piatinazähne un"r 8,00 Hk. Alte Qebisse. Qoldsschen. Silber- Sachen. Manzen In Üold und Silber Piatina kauft Prau Knuth, ZionskirchstraOe 54. vorn n Der Nachbarin weitererzählen I Jede« Stock eins Qele- cenheitl Wondervolic PlOschmSntel 434.50, 572.50 M.. m. Pelz besetzt. bochelegaat 763 M.. hochfeine Astrachan- mlntel275.330M. Warme Ulster 95. 1.55 M Dicke Flanschmän- tel 265. 310 M.. hochele- gante bleue reinwollene Kostdme, prima Vararbei- tung. 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Beilage zur„Freiheil- Msmch. 7. Zanuar 1Z70 Die Lebensmittelteuerung und ihre Wirkung auf linderreiche Familien. Der Beschluh der Berliner Gewerkschaftskommission, der mit Bezugnahme auf die erneute erhebliche Lebensmittelverteuerung eine wöchentliche Lohnzulage von LS Mark für alle gegen Gehalt und Lohn Beschäftige als Minimum fordert, wird in mehreren Zuschriften an uns als ungerecht bezeichnet. Und zwar sind es vorwiegend kinderreich« Familienväter, die darauf hinweisen, datz sie durch die Teuerung ungleich härter getroffen werden alS z. B. ledige Arbeiter und Arbeiterinnen oder kinderlose Eheleute. DaS trifft, so weit es sich um Familien mit unselbständigen Kindern handelt, ohne weiteres zu. Man kann wohl sogen, dah der Beschluh der Gewerkfckiaftstommission etwas zu schematisch ist. Bei einem ledigen Menschen dürste die Teuerung vielleicht nicht LS Mark pro Woche ausmachen, ein Familienvater mit drei und mehr unmündigen Kindern dürste bei weitem nicht durch eine wöchentliche Zulage von LS Mark, die er als alleiniger Verdiener in der Familie erhält, gedeckt sein, während in einer Familie, die mehrere in Arbeit stehende Familienangehörige umfaßt, von denen jeder einzelne 2S Mark wöchentlich mehr erhalten würde, vielleicht am besten fährt. Ein ganz gerechter Ausgleich wird sich nur schwer herbeifüh- ifn lassen. Eine Zulage pro Kops der Familienmitglieder, wie auch vorgeschlagen ist, dürfte ebenfalls auf Schwierigkeiten stoßen, und auch hierbei ist eS schwer, das Richtige zu treffen, da in fast jeder Familie die Verhältnisse ander? liegen. Schon durch die ollgemeine Entlohnung werden die einzelnen Arbeitnehmer infolge ihrer Familienverhältnisse sozial ungleich gestellt, weil eine Bc- vücksichtigung der Familienverhältnisse im privatkapitalistischen Betrieb die Gefahr in sich trägt, daß die Unternehmer diejenigen Arbeier bevorzugen würden, die die geringsten familiären Ver- pflichtungen haben. ES ist aber trotz alledem zu wünschen, baß nach Möglichkeit bei den angebahnten Verhandlungen versucht wird, die Zulagen so abzustufen, daß auf die Verhältnisse der einzelnen Arbeitneh- mer Rücksicht genommen wird. Ein« gewisse Norm ließe sich viel- leicht doch schaffen, wodurch auch den kinderreichen Familien auf Kosten alleinstehender Erwerbstätigen eine höhere Zulage zu- 'gute kommt.! Schließung der Siemeuswerke wegen Kohlenmangels. Der gegenwärtige Kohlenmangel in Groß-Berlin hat wieder- um zur Schließung großer industrieller Werk« geführt. Die Direk- tion der Siemenswerke hat sich infolge de» Fehlens an Kohle zu dem Beschluß genötigt gesehen, ihre Betriebe in SiemenSstadt jom gestrigen Diensten mittag zu schließen. Damit werden nicht weniger alS SSvoo Arbeiter beschäftigungslos. Die Leitung der SiemenSwerk« hat natürlich rechtzestig und fortgesetzt energische Vorstellungen beim Kohlenkommissar erhoben, doch Jhaben Kohlenlieferungen bisher nicht erfolgen körnten. Wann der �Betrieb wieder wird aufgenommen werden können, läßt sich twgstttckttch noch nicht sagen. Die Firma Siemens, dl« ihre Be- �mühungen, Kohlen zu erhalten, fortsetzt, rechnet damit, in eini- gen Tagen soviel Kohlen geliefert zu bekommen, um die entlasse- neu Arbeiter wieder einstellen zu können. Seitens der zuständigen Stelle beim Kohlenkommissar wird erklärt, daß«s trotz des guten Willens nicht möglich war. die SiemenSwerk« fo rechtzeitig zu be- liefern, daß die Schließung de mieden werden konnte. An Für- lstenberg sind nicht weniger als 200 Kohlenkähne eingefroren,� vo» denen ein großer Teil für Berlin bestimmt war. Gegenwärtig wird der Wasserweg von Fürstenberg nach Berlin freigemacht, eine Anzahl Eisbrecher und großer Dampfer sind an der Arbeit. Von diesen Kohlenkähnen sollen sofort einig« den Siemenswcrken überwiesen werden und e» wird damit gerechnet, daß die ersten Lieferungen bereits am Donnerstag in SiemenSstadt eintreifen werden. Die Fabrik von Ludwig Löwe, die bereits am 30. Dezember ihren Betrieb wegen Kohlenmangels hat einstellen müss«n, wo- durch 3000 Arbeiter eoenstrlls beschäftigungslos geworden sind, hat ihren Betrieb immer noch nicht ausnehmen können. Es ist dringend zu wünschen, daß diese großen industriellen Werte recht bald ausreichend mit Kohle beliefert werden. Zum drvhendm Streik der Versicherungsangestellten. Di« Mstimmtungsn m Berlin ergaben über 80 Prozent für den Sereik. Eine ganze Anzahl von Betrieben haben geschlossen für den Streit gestmumt, so.Homnronia",»Rhein und Wesel", „Badische Feu ervensicher un gsba nk" usw. Nachstchsnd lassen wir einige Resultat« folgen sdie erste Ziffer bedeutet für den Streit): „Viktoria" 3000: 600,„Nordstern" 688: LIO,.Union" 207: 33, „Frankfurter" 43: 6,„Wilhelma" 82: 11,„Hamburg-Bremer" 88:10,„Allianz" 546:138. Die Einnehmer stimmten käst geschlossen für den Streik. Dw Außertbsamten und Sachschaden-Inspektoren erklärten sich eben- falls solidarisch Trotz alledem versucht auch noch im letzter Swnde der Zentralverband die Unternehmer an den Berhaitdlnngstisch zu bringen. ■Aus dem Reich find im Lauf« des gestrigen Tages eine ganz« Anzahl von Telegrammen aus großen und kleineren Städten em« gelaufen, in denen die Angestelltemfchast fast geschlossen für«inen Streik sich ausspricht. In Leipzig haben sich 95 Prozent, in Hau. nover 83 Prozent, in München 90 Prozent für den Ausstand er- klärt. Ans Dresden und Köln ist nach bisher eingelaufenen Mel- dumgsn die Mehrzahl>der Angestellten für den Streik. Die Zahl der VersichsrunySangestelltem in Deutschland beträgt vund 90 000 Personen. . Die Entscheidung über dem Streik dürfte im Laufe de» hsu- tigen DageS fallen. Was geht in den Spanbauer Betrieben vor? Wie uns mitgeteilt wird, geht man in den Spandauer Reichsbetrieben daran, alle SpezialMaschinen, welche zur Herstellung von Waffen und Munition gebraucht wurden zu zerschlagen. Wie man der Arbeiterschaft mitteilt, um sie nicht in die Hände der Entente fallen zu lassen. Es befinden sich äußerst wertvolle Maschinen darunter deren Friedensherstellungspreis bis zu 10 000 Mark beträgt und welche ohne weiteres zur Erzeugung von Friedensprodukten umgebaut werden können. Ferner werden alle Stoffe, Drillich, Deckpläne, Leder und anderes Material aus den Betrieben heraus in Privaträum« geschafft und von dort aus an die dort beschäftigten Arbeiter zu Schleuderpreisen verkauft. Staatseigentum gehört der Allgemein- heit und bei der Knappheit gerade dieser Produkte ist eine ein- wandsreie Verteilung zu fordern. Oder sind diese Machenschaften die Vorbereitung für die Umwandlung der Staatsbetriebe in die „Deutsche Werke G.-G.?" U. A. w. g. Funktionärversammlung des Berliner Berkehrsgewerbes. Eine sehr gut besuchte Versammlung der Fuwkffonäve deS Berkehrsgewerbes am Dienstag befaßte sich mit dem Zusammen- schluß der Funktionäre. Genosse M a l z a h n von der Zentrale der Betriebsräte er- örter'e die Notwendigkeit deS Zusammenschlusses in längeren Ausführungen. Die Konfolidieruug der kapilalisiischeN Wirtschaft ist nur auf Kosten der Arbeiterschaft möglich Die Arbeiterschaft kann die politische Macht mir halten, wenn sie sich in den Besitz der ökonomischen Macht setzt. Hand- und Kopfarbeiter müssen sich unter Beiseikelegung aller persönlichen Rücksichten zusammen- schließen, um im Interesse der Gesamianbeiterschoft zu wirken Betrebsvätegesetz, Antistve-ilftesetz und ArbeitSlosenversicherungS- gesetz. neue Ketten zur Fesselung der Arbeitnehmer, sind im An- marsche. Notwendigkeit ist deshalb Zusammenschluß in der revo- lntionären Betriebsräts-Vereinigung, die Leute heranzubilden hat, um im gegebenen Moment die kapitalistische Macht durch die sozialistische ablösen zu können. Ter Redner streift die letzte Vollversammlung und führt aus, baß die Kommunisten vor lauter inneren Kämpfen noch zu keiner positiven Arbeit gekommen seien. Em« große Anzahl Kommunisten hatte sich bereit erklärt, an dem Aufbau di'r Organisation mitzuarbeiten. Auch die Anhänger der S. P. D. müßten sich an dem Ausbau der Räteorganisation be- teisigen, denn alle Arbeiter hätten gegen ihren gemeinsamen Feind, den Kapitalismus, geschlossen zu kämpfen. Genosse N e u m a n n schildert« aus führlich den bereits veröffentlichten Aufbau der Räte-Organisation, die in keiner Be» ziehung«in« Parteiorganisalion darstellen würde oder dürfe. Di« Wahlen nach dem Betriebkrälegcsetz sollen dazu benutzt werden, um revolptionäre Räte in die Betriebe zu bringen. Für die Gruppe Verkehr wurde alsdann von der Ver» sammlung durch die neun Untergruppen ein geschäftSführender Ausschuß gewählt, der nur«in Provisorium darstellt. Seine Ab- berusung ist jederzeit durch die Unitergruppen, die sich ebenfalls einen geichäftsführendsn Ausschuß zu bilden haben, möglich Zum Schlüsse der Versammlung forderte Malzahm die Funkiionär« auf, Vorbereitungen in den Betrieben zu treffen� dam t zur gegebenen Zeit wuchtiger Protest gegen das Betriebs« räteyesetz erhoben werden kann. Achwng, Zimmerer! Die Zimmerleut« der Firma Deutsche Kabelindustri«, Nieder» schöneweid«, Berliner Str. 13, haben die Arbeit niedergelegt, weis ihnen der im Baugewerbe vereinbarte Stundenlohn von 3,20 M, nicht gezahlt worden ist. Die genannte Firma ist somit für Zimmerleute ge- sperrt. Es darf dort kein Zimmermann Arbeit nehmen, sonst macht er sich de? Streikbruchs schuldig. Die Verbandsleitung des ZentralverbanbeS der Zimmerer. Zahlstelle Berlin und Umgegend. SiemenS-Kleinbau. Auszahlung der MaßregelnngSunter» stützung Donnerstag, pünklich 10 Uhr, Linienstraße 83/85, Ar- beitSlosensaal. Torffelbst wird auch vom Obmann noch eine Extraunter st ützung an alle noch Außenstehenden(auch Transportarbeiter) ausgezahlt. Sämtliche Arbeiterräte des gesamten B. E. G.-Konzera» htchcn am Donnerstag, den 8. Januar, vormittags, 10 Uhr, ein» wichtige Versammlung in den Räumen deS VollzugSral» Münz- straße 24. Ist die Berliner Brokversorgung gestchert? Bon unterrichteter Seife wird geschrieben: Der Zusammenbruch der Kartoffelwirtschaft hat dazu geführt, daß der Magistrat anstelle der fehlenden Kartoffelmengen außer Kohlrüben auch besondere Brotzulagen gewährt. Diese Sonder- Zuweisungen von Brot sind jedoch nicht ganz ungefährlich, denn sie könnten, falls plötzlich wieder starke Schneefäll« und Frost ein« treten, zu einer Katastrophe auch in der Brotbelieserung führen. Jeder Bäcker ist während de» ganzen Kriege? und auch jetzt gezwungen worden, entsprechend der Zahl seiner Kunden,«in« Mchlreserve auf eigen« Kosten zu halten, welche etwa einem Wochenquanwm entsprach. Trotz der oft schwierigen Nahrungs. mittelbelieferung während de? Krieges und auch wahrend der Revolutionsmonate ist diese Mehlreserve niemals angerissen war- den. Jetzt hat sich jedoch die Beschaffung von Mehl so schwierig gestaltet, daß der Magistrat den Bäckern Anweisung erteilt hat, die Reserven anzugreifen und«tttx» 20 Prozent zu verbacken. Ob eS in den nächsten Wochen möglich! sein wird, die so entstehenden Fehlmengen wieder zu ergänzen» ist allerdings sehr fraglich. Ueber die Güte des jetzt angel-icfer» ten Mehls wird von den Bäckern fast ohite Ausnahme geklagt. Nicht mit Unrecht weist man darauf hin, daß bei den erhöhten Mehlpreisen die in Frage kommende Verwaltungsbehörde» di« Neichs-Getreidestelle, für Einhaltung der vorschriftsmäßigen Aus- mahlung Sorge tragen müßte. Auch die Preise de» von den Landwirten aufgekauften Brotgetreides und die Mehlpreise stehet» kaum im richtigen Verhältnis. Die Höhe der den Landwirten jetzt gezahlten Prämien beträgt bei starker Ablieferung bis 60 Prozent Zuschlag zum talsächlichen Getreidepreis. Der Preis für eine Tonne(20 Zentner) Brotgetreide betrug bis jetzt 420 lf'zw. 450 Mark. Rechnet man nun die höchstmögliche Prämie 75) �immie higgins. Roman von Upton Sinclair. Aus dem Manuskript übertragen von Hermynia Zur Mühlpn. m. n � or n�n kaust? ftcr fleiine Maschinist aus Oeesvlll«, 4 iL dtezerichossene Torfstraße«Mang, einen Zyklon niu Kopf. Micm ssagt,«iin Ertrinkender onmnere sich an verflossenes Sehen; dies traf zwar bei Jimmie '"'Tff vollrg f11' doch cnfsainn er sich jedes paßiifistischen Argu- nlrt ri!1�" iemct[§ gehört hatte. Was z»um Kuckuck r er sich ba temsehrockt? Da rast er nun einer Stelle zu, wo die gvnze bemtsche Armee einen Dmchbrnch ianstrebt, ist mrt der allergefährliichistien Mission des ganzen Krtieges vetmintl Wie rm Namen Karl Marx' und der ganzen re- volunonaren Hierarchie ist er im so etwas hineingeraten? *l-t �ylmmte HlgginS Bolschewik, Jinitemmtwnaliftl Doch wird er fcpnv Aufgabe erfüllen I Wird fein Leben weg- werfen,— weil er nun eiimM angefangen— weil er fein W zpsch rechen Mge'lxm hat,— weil er Land flirten tragt, die ir i.3 v2 �lsen können, den Krieg zu getrnnnenl Aber liegt chm denn vin tsi?jem derbvmnüen kapitalistischen Krieg uoerhailpt etwas? So schrien die proletariscljen Dämon« in , 8tnS und inzwischen ratterte und stampfte iiih t r',, ein« wundersame Gewalt in Jimmies umerbetvußfsetn drehte die Leaksmnige, um GranaArichter ™ entgegenkommenden Automobilen auszuweichen. Die Luft war von dem Pfeifen und Bersten der Granaten erfüllt; Jimmie vermochte in diesem Höllenlärm l£lnett«Weinen Ton zu unterscheiden. Nttn. war die �7-ratze bererts leerer, Hfe Gefährt? waren alle nach der «tuen oder anderen Seite abgebogen. Wieviel weiter ist es denn noch bis zum Kreuzweg? Und wie. wenn di? Deut- iwen schon dort sind, am Ende gor die„Batterie Num6ro *II?U.2" �vobert haben?, Soll er ihnen dann vufeerdem "u%ch llanz neues Motorrad schenken? Er kam an and?- «en Batterien vorbei, wartim konnte er nirlff ihnen die Landkarten ü hergeben? Innerlich wütend, fuhr Jimmie Metier. Wenn er ein Verbindungsmaim gewesen wäre, w imr�e or sich ja ausg�kannt. doch ist er nur ein Neparg- re>»r, und die Leute hatten kein Recht gehabt, ihm diese ■»uisgvche amiziierleg-cn! Er befand sich nun in einem Wassd, die Bäume waren L ersetzt und zerschossen, und Jimmie schien es raisam, vom Kaitz zu steigen und Umschau zu halten, öb in der Lichtung tior ihm nicht etwa Deutsche seien? Plötzlich knickten sein? Kein? ein, Angst überwältigte ihn; fem Magen Wen sich umzuÄrchen, und Jimmie benahm sich, wie er sich die drei ersten Tage an Bord des Ozeandampfers benommen hatte, IWr gleichem Zeit setzten sich auch tziie anderen Organe-seines Körpers in Tätigkeit. Eine Nnzahl Franzosen kam vor- über und begann heftig zu lachten, es war eine peinliche, be- fthämsnde Lage, doch konnte Jimmie mm ainmal nicht anders— er war tebm nicht zum Sokdatien gehören, hatte nie eingewilligt, Soldat zu werden. Man hatte kein Recht, ihn an Orte zu senden, wo in der Erde Ri'esienlöcher klafften, ganze Bäume entwurzelt aufflogen und ein Gestank herrschte, der vielleicht das Anlegen einer Gasmaske rat- sam macht«— wie hätte der forme Jimmie wissen sollen, ob dies Gas war oder etwas anderes? IV. Er bezwang da? furchtbare Zittern setner Knie und die grotesken Versuche seines Körpers, alles, was in ihm war, von sich zu geben, bestieg von neuem sein Rad und fuhr vor- sichtig weiter. Er vermochte stets nur auf wenige Meter vorzudringen, weil der Weg völlig zerschossen und von ge- stürzten Baumstrünken verrammelt war. Sollte er daS Rad zurücklassen und zu Fuß weiterlaufen? Oder sollte er mS Hauptquartier zurückkehren und den Leuten mitteilen, ihre verdamnffen Karten seien falsch, es gebe gar keinen Kreuz- weg? Nein— denn hier war ja der Kreuzweg, und nach- dem Jimmie noch etwa hundert Navtzs zurückgelegt hatte, erblickte er ein Weizenfeld und einen Wald, aus dem vier Geschütze Flammen, Rauch und Lärm spien. Jimmie brachte sein Rad im Straßengraben unter und raste feldcinwärts, halb verrückt vor Freude, daß er kindlich seine„Batterie Numöro Cinque" gefunden hafte, �sein Paket übergeben und sich so rasch wie möglich aus dem Staube machen konnte. Doch entdeckte er zu seinem Leidwesen, dies sei gar keine französische/sondern eine amerikanische Batterie; die französische befand sich weiter vorn, etwas nach rechts. Ter kom» mandierenfce Ossizier gab ihm Weisungen und schien es für ganz lelbstvetständlich zu halten, daß Jimmie seinem Ziel zustreben werde. l Dann kam ein zweiter Offizier:„Was haben Sie da?" Und als Jimmie erwiderte:„Landkarten," verlangte er sie zu sehen, er schien auf sie erpicht, wie ein Kind zu Weih- nachten auf Geschenke. Er schnitt das Paket auf, breitet« die Karten aus, rief eitren anderen Offizier, der auf einem Klappstuhl vor einem kleinen mit Papieren bedeckten Tisch satz, Nummern zu, die dieser niederschrieb, während die Sol- baten die Geschütze bedienten und die brüllenden Boten aus- sandten. Int Hintergrunde schleppten Leute Munition her« bei, luden einen der großen Karren ab, denen Jimmie unterwegs begegnet war. Das ganze glich einer Fabrik in- mitten des Feldes, die unsichtbaren Feinden Tod und Per- derben zuschickt. „Es geht uns verteufelt schlecht"— demerkte der Offizier, indem er Jimmie die Landkarten zurückreichte.—„Im Verlauf der letzten halben Stunde sind unsere Verbindungs- drähte dreimal durchschnitten worden und wir müssei» schießen, ohne zu zielen. „Wo sind die Deutschen?" fragte Jimmie. ..Irgendwo dort oben." »Haben Sie sie gesehen?" „Guter Gott, nein! Wir werden abziehen, bevor sie so nahe kommen." Die gelassene, geschäftliche Art der Leute in dieser Todesfabrik wirkte beruhigend auf Jimmie. Wenn die hier den Lärm und die Gefahr aushalten, wird er es wohl auch können: doch sind sie alle zusammen und er muß allein aus- ziehen. Jimniie begann zu bedauern, daß er nicht zur Ar« tillerie gegangen war. Er schob daS wertvoll« Paket in die Innentasche seines Rockes, rannte zu seinem Rad und machte sich von neuem auf den Weg. Er schlug den ihm gewiesenen Seitenpfad ein, gelangte in einen Wald— und verirrte sich. Der Pfad konnte nicht der rechte sein; er führte durch eine große Strecke Waldes, wo auf allen Seiten entwurzelte Bäume laaen, dann überquerte er ein Kornfeld, bog in eine Schlucht cin, klomm wieder heraus und zog sich abermals abwärts in eine Schlucht.„Teufell" sagte Jimmie zu sich selbst. Wenn man sich den Lärm vorstellt, der in den ge- samten Maschinenbetrieben Amerikas lierricht so ist daS immer noch ein Kinderspiel gegen das Tosen, Pfeifen, Brüllen und Dröhnen, durch das Jimmie leise fluchend wanderte. (Fortsetzung fokzt.�' Wnjü,*o SO WfM WkttK« 630 ifejS. 670 Na.?.®rt >b 5. Januar von den Bäc??rn zu zahlende Mehlprc.S beträgt m Doppelzentner 116,70 beziv. 122,80. Mark. Tie Tonne Mehl 'teilt sich also gegenüber dem Getreidepreis von 650 M. aus rund '200 M. GS bedürste einer gründlichen Untersuchung, um fest- „unellcn, ob sich die VerkausSpreise des Mi.'hlS durch die Reichs- gcr reibe stelle nicht erheblich herabsetzen lafien. so daß, da fa rn lrenigen Wochen mit den neuen Lohnsorderringen d!er Bäcker- gehilsen usw. zu rechnen ist, der Brochreis nicht wiederum auf flc'fen des Konsumenten erhöht zu werden braucht. Bekämpfung des Wohnungswuchers. ti'ach siiwr.gestern ergangenen Veröffemtbichmiig des Woh- iiunAsivc'vbaindes Gaosi-Berlin Äüvfem Wohn- und Geschäftsräume durch ZeitungSanzeigon öhne ErlanilbmS des WechmimgsamteS der- ftwigsn Gemeinde, in'der die Räum« liegen, nicht angeboten «serden. Ta schon nach der Verommm« des Wochnungsverbande S vom 6. Cckiober v. I. sönrtliche sreiwerdendon Räum« dem Woh- -niungSamt angezeigt wsrdsn müssen, lamn die Erlaubnis zum Im- ssrieren gle ichzeiitig mit der Anzeige nachgesucht worden. Ferner berilnetet me Bekalintmachumq das hgeweckSmäsiige Mieten von Pemsivnen oder»nöblliertein Wohnungen zum Zweck des Wai- tervevmietvnS. Diese Bestmmiung richtet sich gegen die immer noch nicht vollständig ausgerottete WohunngSschiebeirri und dem dlmit borchundenen Wucher., Der beleidigte Hauptmann. En KaWnier eines Reichsweh»Regiments, der wider seinen Willen zinn Grenzschutz brrangezcne.n worden war. hatte durch seinen Schwager, den Buchhalter Otto Wohls arth, Eingabe aus Eingabe machen lassen, damit er von der Truppe entlassen werde, um seine schwerbedrängte Mutter unterstützen zu können. Die Eingaben blieben unberücksichtigt. Als der Kanonier nach einer Erkrankung beurlmebt worden war, kehrt« er nicht zum Truppenteil zurück, er erwartete seine Entlassung. Nach vier Tagen wurde er verhaftet und zu zw öl f Wo che n Festung«- hast verurteilt. Das TvanSportkommando des Bestraften sucht« dessen Schwager auf und erzählte dieiem, daß die harte Beste» sung auf den— schneidigsn Batterieführer Hauptmann Hintz« zurückzuiführen sei. Leute, für die ein Entlassungsgesuch vorlag. wurden stets bei Urlaubs Überschreitung von wenigen Tagen auf Festung gebracht, während Soldaten, sür die kein EntlassungS- gesuch vorlag, bei monatelanger Urlaubs übe rschreftunr» nur diszi- pl inarisch mit einigen Tagen Arrest best rast wurden. Da» Trans- portkommando erzählte ferner, bah Hauptmann Hintze seinen Burschen im Felde ermordet habe. In einem Brefe teilte Wohlfahrt vieS dem Regiment mit. Wegen dieses Briefes wurde er am Dienstag vor däö Schösfengericht in Chcu'lotsjeii'burg zitiert. Der Bettagie wurde tvezvn schwerer Beveidinung zu KO M. Geldstrafe und Tragung der Kosten verurteilt. Nur mit Rücksicht dawms, daß der Angeklagte keine Vorstrafen hat, wurde von der Verhöaguug einer Freiheitsstrafe Abstand genommen. Di« Ehre des Hauptmanns H i n tz e, der als Zeuge erschienen war und durch sein Monokel mit giftigen Blicken den kleinen Buchhalter anstierte, ist wieder repariert? W'r sind der Mei- nuftz, daß zu solchen Berhandlaingen zumindest das TrcrnSpori-- kommando, da? erzählt hatte, daß Hintze feinen Burschen er» mordert habe, zu der Vevhmchkung zu laden war. Warum»er- zichtet« man daraus? Wir raten'dem Bestraften, unverzüglich Berufung einzulegen und die Ladung der Zeugen zu fordern. Weiter möchten ww ihm empsehlen, sich gut nuchsten VerHand iung einem RechtSbeistcmd zu n-hiuen. "Interessant ist, dass«kn Kanonier, der vier Tage»übern Zappen wichst", zwölf Wochen Festung erhält und eine Bestie in OffizierSlinisorm vom Schlage Hilter, der Soldaten- in un- zähl-hon Fällen schwer misihandeft hat und einige zu Tode hetzte, sieben Wochen Festung erhielt. E» lebe das KameradengerichU Kohlrübe« anstatt Kartoffeln. Der Magistrat gibt in dieser IBoch« zwei Pfund Kohlrüben als teilweisen Ersatz für Kar- toffeln auf Abschnitt g bei KartosfÄkarte aus. Er bat, weil e? sich um Ersatz für rationierte LÄenSmittc! handelt und weil die Eingänge gegenwärtig reichliche find, den Preis auf 26 Pf. für zwei Pfund herabgesetzt. Zu dem vrotkartenschwindel hat daS Lebensmiiteiamt Weissensee gegen die Berliner Erklärung Stellung genommen, was andererseits zu einer neuen Antwort geführt hat. Massgebend ist für uns, da» Abhilfe geschossen wird. Die Vorgänge beweisen nur die Schädlichkeit der kommunalen Zerrissenheit Gross-Berlins. Ein Teter, der nicht beerdigt werde» kann, liegt schon über acht Tage w sei aar Wohnung.im Haus« Kopenihägsner«tuahe 14. Am 29. Dezember erschoss sich-dort ein 18 zä-hrrget junger Mann rntnenS Ochmann. Der nächste heribeigernjfene Arzt stellte zwar den Tod fest, aber der Gerichtsarzt, per die Leiche freizu- geben hat, ist noch«licht«rschienon. An wen liegt eS, doss dieser Zustamjd ibsstaht. Ist der GemchtSarzt etwa gar Nicht banachvichttgt worden? Wie kelchisertig mit unseren VlehvesiSnden umgegangen wftd, lässt eieie Zuschrift a» ums erkennen, trs heisst darin:.Aus dem Bahnhof Zshlectdors-Mitte stsht feit Montag nacht ein Waggon mit Mutierschafen. Diese find dem Vrccriden noche, weil wever für Fntter noch für wavme Unterkuiftst gesaugt Wirt?. Em Teil der Schafe lammt im Waggon, die Lämmer gehen aber alle durch die Kälte zugrunde."— Wer ist für diese Zustände Varantivortlich? Artillerieschüsse wurde gestern nachsnittag in der dritten Stunde in Berlin gehört, lieber die Ursache dieser Schießerei wurden die verschiedensten Vermutungen angestellt. Wegen Eduard Bernstein, der gestern 70 Jahre, alt wurde, wrrd man die Kanonen nicht in Bewegung gesetzt haben. ES gibt Leute, die da meinen, dass die Schüsse Salutschüsse für den Reichskanzler Bauer gewesen sein sollen, die auf BefeU NoskeS zu Ehren Bauers abgefeuert worden seien, da auch Bauer gestern GeburiS- tag feierte. Ten Groß.Verllnre Laubtnkvlonkste« ist am 1. d. Mt». die FahrpveiSermässigung aus allen Strecken entzogen worden. ES kommen über 30 000 Kolonisten in Betracht, die. nunmehr nicht die erhöhten Eisenbahnfahrkartcnprelse, sondern auch die höheren Straßenbahnsahrgelder für sich und ihr« Familienmitglieder zah- len müssen. Was ist die Folg« dieser.sozialen" Massnahme? Die Mehrzahl der Laubenkolonisten gibt schnell entschlossen das Pachi« land auf. Der Rest fährt nicht mehr so oft wie sonst zur Be- stellung der Parzellen hinaus. Die Pachtungen gehen zurück. Man redet und schreibt ununterbrochen viel von Kleinsiedlungen. Wenn man sich mit diesen Dingen beschäftigt, dann wird man SkeptikuS und sieht, wie der BureaukratismuS dem Siedler überall ungeahnt« Schwierigkeiten bereitet und die Siedler zum Lerzwei- sein gebracht werden. Verhaftung de» Raubmörders Dobrik. Wie ein Drahtbericht au» Bremberg meldet, ist eS gestern nachnnttag gelungen, den Raubmörder in dem Augenblick zu verhaften, als er versuchte, die polnische Grenze zu überschreiten. Er wurde dort zunächst in ein sichere» Gewahrsam gebracht und wird heu'e nach Berlin über- geführt, so daß da« Kapitalverbrechen schon in Kürze seine Sühne finden wird. Aufzuklären bleibt nur noch, was dör Ermordeten geraubt worden ist. Die bereit» am Montag verhastete Geliebte Dobrik?, das Dienstmädchen Irmgard Heinrichsen, will nur von Sachen wissen, die Dobrik in einen mitgebrackien Lederkoffer gc- packt und gleich darauf in einem Lokal für 200 M.»erkauft hat. Zweifellos aber hat Dobrik reichere Beut« gemacht. Wegen eine» weithin sichtbare» Brande» wurde die Feuer» wehr nach dem KönigStor alarmiert, wo gestern nachmittag der Dachstuhl deS fünfstöckigen Eckbause» Grei-sSwalder Strasse 1 und Friedrichshain 85 in hellen Flammen stand. Die Feuerwehr mußt« sofort mit mehreren Schlauchleitungen und Masch! nenlei- lern angreifen. Das Feuer hatte an dem Inhalt der Bodtnver- schlage, sowie an der Dachkonstruktion so reiche Nahrung gefunden, daß eS längerer Löschtätigkeit bedurfte, um de? Feuers, da? eine große Menschenmenge angelockt hatte, Herr zu werden. Der Echo- den ist ganz beträchtlich. Die Entstehungsursacke war gestern abend bei dem Wirrwarr, der an der Brandstelle herrscht«, nicht festzustellen. Wegen Herstellung»erboten« Kuchenwaee« und Höchstpreisüberschreitung sind die verantwortlichen Leiter der Konditorei Josty, Bellcvclestraße, zu Geldstrafen von 2000 und 1000 M. rechtskräftig verurteilt worden. Spandau. Die Bebte ilimg der SpirituSmcrrken für Dauer- tebensmlNettasender. empsänger fimdet wie folgt statt: In dem Diensistumden von 8 bis 1 Uhr.fiit die Neustadt, Mittwoch, dem 7. b. M., Altstadt, DomderS- teg,.den 8. d. M., Wilihelenstadt, Frei-iag, dem 9. d. M. SiemenS- stodt«ib Häfelhomst im dem dortigem MagistratSbureau». Au» dem Semeindelebe«. Pankow. Uwtsr der Spitzmark«»Zuckerschiöbung in Pankow" vcrsucl)en es die Rechtsparteien umsern Genossen Schindler zu diS- kreditieren. Nach der bekannten Devise:.Verleumde nur darauf los, etwa» bleibt daran Hängen", wird di« Behauptung ausye- stellt, Schindler habe Zucker verschoben und so der Eindruck er- weckt, als ob ihm persönliche Borteile erwachsen sind. Tatsache ist, daß Schindler beim Antritt seine» LcbenSmitteldezernatS April 1919, große Mengen von Kaffee-Ersatz, Fleisckpastetrn usw. vor- fand, d« von dem büugerßchsn BorgäiBgor in umverantwortlicher Weise aufgestapelt und zum Teil minderwertig geworden waren. Aussicht, tue Ware auf LobonSMittelZartem los zu werden, bestand nicht. Um die Gemeinde vor allzu großen Schaden zu bewahren und die Lebensmittel nicht ganz dem Verderben preiszugeben, wurde im Einverständnis mit der Lebensmittelkommission und dem Bürgermeister diese Laden Hörer an andere Körperschaften weiterverkauft. Um die Ware überhaupt abzusetzen, wurde von dem damaligen Zuckerbeftand ein Teil mit abgegeben. Daß«in« so große Zuckerknappheit eintreten würde, lomne niemand vor» «uSfcchan, dieses her Sachverhalt. Dieseliben Horrem die mit Be- eneindemitteln in unverantwortlicher Weise umgehen, die dies« Mißwirtschaft getrieben haben, die von den Vorgängen Kenntnis hatten, kommen jetzt-nach dreivierteil Jahr, um im Trübe« zu fischen. Sie verdachttoten andere, um di« Sünden von sich auf an- der« zu lenken. Man braucht AgitationSstoft zur kommenden Wahl. Berlin. Die Bollmilchkarten fiir Februar 1920 werden in den zur Jsttslelle Groß-Berlin gehörenden Gemeinden ausgegeben� und zwar in Berlin sür die Kinder im 1. und 2. Lebensjahre am Montag, den 12., und Dienstag, den 13. Fanuar, für die Kinder im 3. und 4. Lebensjahr« am Mittwoch, den 14., und Donnerstag, den 15. Januar, für di« Kinder im 5. und ö. Lebensjahre am Zreiicg, den IS. und Tonnabend, den 17. Januar. Jedoch find den Haushaltungen denen Karten, für nerschiedene Altersstufe:: zustellen, sämtliche Milchkarlen cm einem Tage anozu händigen. Tie Inhaber der Vsllmlchkarten haben die Fedruarkaiten bis zum 22. Januar 1329»inschlicsslich den ftk inhönd- lern vorzulegen. Tpandau. Arn Freitag 40 Gr. Butter auf Abschnitt 4, am Sonn- abend 00 Er. Margarine auf Abschnitt 4. Graupen oder Grütze auf Feld 307 der Lebensmittelkarte find noch in vielen Geso)öf!sn zu Huben. Aus den Lrganisaltonen. Weibliche Mitglieder der TIstrilitsvorständ« von Vroß-Berlii» Ausammenkniifl am Freiiag, den 3. Januar, 5% Uhr, in der Arbeiter- dildungsschule, Ichicklenstr. 5. Tagesordnung: Bericht über die Aus- führung der in der letzten Zusammenkunft gefaßten Beschlüsse. I. L.: Mathilde Wurm. 3. Distrikt, 1. Abteilung. Mittwoch abend 7% Uhr Txtra-Zahlabend bei Ziaufch, Kreuzdergstr. 2. ». Dtstelkt. Mittwoch abend 7 Uhr Ertra-Zahlabend w den Abtei- lungen in den bekannten Lokalen. Die 3. Abteilung tagt im Ge« werkschastshcrus, Saal ö. Tagesordnung: Di« Elteijuatswahlen. Referenten in allen Abteilungen. 6. Distrikt. Versammlung der gesamten Gewerkschafts- und Räte- Kommissionen am Donnerstag abend 7 Uhr bei Merkmann. Groß« Frankfurter Straße 16. 12, Distrikt. Donnerstag. S. Januar, abends 7 Uhr, öffentlich« Derfammlung in der Aul« Greifenhagener Straße 20. Dortrag über .Zeitungstechnik". Alle Genossen sind«ingeladen. 18. Distrikt. Bildungsausschuß. Vollsitzung am Mittwoch abend 6 Uhr bei Stösfler, Pankstt. 06. Teltow'Beeskow, 1. fwestlicher) Distrikt. Freitag abend 7 Uhr in Friedenau, Hondjerystr. 02. bei Klab« Sitzung der Distriktsbildungs- Kommission. Da äußerst wichtig, Erscheinen aller dringend notwendig. Zehlendorf. Mttwoch abend 8 Uhr Mitglieder- Versammlung im Li adenpark, Berliner Straße. Vereinskalender. Zentraloerband der Angestellte«. Dersammlungen am Donnerstag abend 7 Uhr: Fachgruppe 7: Mitglied« roersammiung in den Musikersälen, Kaiser-Wilhelm-Straße 31.— Fachgruppe 14 Sektion e(Ehirurgiemechanik und Verwandtes): Mitgliederversammlung in den Sophiensälen, Sophienstt. 17,tl8.— Fachgruppe 17, Sek- tton n fTabak): Mitgliederversammlung in den Zentrol-Festsälen, Alte Jak obste. 80/32. Deutscher Transportarbelte�verband. Packer, Lagerarbeiter. Haus- diener, Kutscher, Ehsuffeure, Arbeiterinnen au» den Betrieben der Glas-, Export-, Eisen-. Stahl», Röhren-, Eisenkurz waren-. Metallhand» wagen, Elektrotechnischer Handel, Werkzeug-, Werkzeugmaschinen- Handel, Spielwaren-, Uhren- Eoldworen- und Alabasterbetrieben. Freitag abend 7 Uhr im Gewerkschaftshausv Eagekufor 15, Branchen- versaminiung. Bund bei technischen Angestellten und Beamtem. Ortsverwaltung E ha r l ott« n d u rg II. Am 8. Januar, abends 6� Uht; Mit- giteberverfammlung im„Lucnllus", Echlüterstt. 4. Brauerei- und Mühlenarbeiter. Mittwoch abead 6 Uhr allgemeine Vertrauensmänner- und Ardeiterausschußmitglieder-Versammtung in Schulz' Prachtsälen, Königsgraben 2. »«gestellt« der«eldschrandsabrlken und Ba». und»qnstschloss«. relen. Donnerstag abend 6 Uhr im Musiker-33 e r e i nsh aus, Kaiser- Wilhelm-Straß« 81, wichtige Versammlung. «rbeitslosenräte Groß-Berlln». Heute, Mittwoch, den 7. Januar, 2 Uhr nachm., findet etat Vollversammlung der Arbeiterräte der Arbeitslosen im Dresdener Garten. Dresdener Straße 46, statt. Arbetterräte der»riegsorganisationen. Am Freitag, 3. Januar, vorm. 10 Uhr, Sitzung in der Potsdamer Stvatz« 32, 1 Trepp». voll- zähliges Erscheinen dringend notwendig. Staatsbetriebe Spandau. Donnerstag. 8. Januar, nachm. 6 Uhn Sitzung aller ehemaligen Arbeiterräte und Vertrauensleute bei Meck- lenburg, RavenSstr. 6. Erscheinen aller Pflicht! Internationaler Bund der Kriegsbeschädigten. Teilnehmer,'gefan- ..... ilebenen. Bezirk Südwest. Mittwoch, de» ommUmg t» der Patze ich oser- genen und Kriege rhintrrblieb 7. Januar, abends 7 Vi Uhr, Mitgltz Brauerei Fidictnstr. 2/8. Internationaler Bund der Kriegsbeschädigten,-teilnehmer,-gefan« «enen und Kriegerhinterbiledenen. Mittwach Ätend pünktiich 7 Uhr Mitslioderverfammwng w der Botzow-Brauerei, Prenzlauer All«« 247. Interessengemeinschaft der«nswanderer nach Sowsetrußlaiw. Gruppe Berlin. Di« Mitgliederverfammluag(außerordentlich«) findet am Mittwoch, den 7. Januar, 7 Uhr abends, in» Lokal van Refcaoni� Kleine Frankfurter Straße 1. statt. Gäste willkommen. Freie sozialistische Jugend Neukölln. Mittwoch abend 8 Uhr Mit- gliebeiversammlung bei Rippe, Hourechtstr. 8. Dichtige Tagesordnung. Sozialistische Proletarlersuzend Weißensee. Heinwerlegnng vorübergehend der Kälte wegen nach dem Lokal von Seidler, Lehder Straße 86. Mittwach, den 7. Januar, dort selbst Vortragsabend. Schwimm-Verei».Well«". Freitag, 8. Januar, abends 548 Uhu Mitglied- r os rftm ml u ng im Berelnslokal. Mühlenstr. KS. Susgabe bei Maskendollbilletts. Verantwortlich für die Redaktion: Alfred Wielepp, Reuköllm verlagsgenosienschaft.Freiheit",«. Gm. b. H,, Berlin.— Druck der Lindenbruckerei und verlagogesellschaft m. b. H., Schifsbauerdanm» 1». Reelles' wir kaufen KOPFER 9> eu Bäk•e« SUnniol Zlnniolie jnn-inia CeUeloid MeitlliliU. .Platin, Gold« Silber 10, PETERS Prenrl.Str.24 »f.1ÖBüS< WaldstraSe 3 G.EBMEl t-iiMr t at» Hl 'DEGENER AASE k 'blcalitt. 5tr.95a .xtie LaasiUet Plat» A Gewicht Kdiiiler's Pclshaas Platin Silber Quecksilber Kupfer Messing SQinti. Altmetalle Zahngebisse kiuit xn Schmelzpreisen in unseren 4 Cinkaulsstellen «Cohn" IjBrunBBDttraOe 11 (am RoseatbalerPlati) 2) FennMr. 48 am Weddlnzplatx 3)Babulaolatr.2 Ecke Schdneberf. 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Drzemher 1819 bei Rot» stanbSarbetten he« Berkhrs- hauamte? her Siaht Neulöll» beichästtgt gewesenen Hanh- werler nnb Arbeiter erhallen mif Grimh emcr BrrgleichS- derhandlnng vom 9. Dezember 131» eine Lohnnachzahlung. »nfprüche sind bis zum 16. Januar 1320 geltend zu machen. »teuUIiln. den 30. 12. 1313. Ter Magistrat. tibs j... ats 7 l«4iataiM(. Ii- a tatsb 1 'Hans BIhr. Bertin.- Spiltslmaftt 7_ M Plotin Mk. 132,— pro Qramm, alte Geklsse 1000W. Gold-u-SHöermünzen .HDUsdarL�i�- Am 2. Januar, ver- schied plAtzlieh, mein Mann, unser licberVater Edmund Meinhardt Hm ni|H IwIbtMU u Frau Meinhardt und Kinder. Die Beerdigung(ladet am Mittwoch, den 7. Jan.. 3'/» Uhr von der Leichen- haliedesJohannls-Pried- hofer, Plötzensee, aas statt E c Zigarrenseschaft ver* kault mit Ware. 20 Mille erforderlich Offerten H. 100, Preiheltsoedllion Neukölln- NeckarstraBe. Bsaossen bfijchtst die ksersntMl Ii