Nr. 168. Abonnements- Bedingungen: = Abonnements Preis pränumerando: Bierteljährl. 3,30 Mt., monatl. 1,10 mt., wöchentlich 28 fg. frei ins Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg. Sonntags= Nummer mit illustrirter Sonntagss Beilage ,, Die Neue Welt" 10 Pfg. PostAbonnement: 3,30 Mart pro Quartal. Eingetragen in der Post ZeitungsPreisliste für 1897 unter Mr. 7437. Unter Kreuzband für Deutschland und Desterreich Ungarn 2 Mart, für das übrige Ausland 3 Mart pro Monat. H Erscheint täglich außer Montags. Vorwärts Berliner Volksblatt. 14. Jahrg. Die Insertions- Gebühr beträgt für die fechsgespaltene Kolonel geile oder deren Raum 40 Pfg., für Vereins- und Versammlungs- Anzeigen, sowie Arbeitsmarkt 20 Pfg. Inferate für die nächste Nummer müssen bis 4 Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition tft an Wochentagen bis 7 Uhr abends, an Sonn- und Festtagen bis 8 Uhr vormittags geöffnet. Kernsprecher: Bmt I, Br. 1508 Telegramm Adresse: " Sozialdemokrat Berlin". Bentralorgan der sozialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: SW. 19, Benth- Straße 2. Dom Ausnahmegesek. Donnerstag, den 22. Juli 1897. Expedition: SW. 19, Beuth- Straße 3. bindung zu treten, außer Wirksamkeit werbe gesett sozialdemokratische, auf den Umsturz der bestehenden Staats- oder werden. Gesellschaftsordnung gerichtete Bestrebungen in einer die öffentliche Ich kann auf grund der inzwischen unter den betheiligten Sicherheit, insbesondere die Sicherheit des Staates gefährdenden Da die entscheidende Abstimmung über das neue preußische Regierungen gepflogenen Erörterungen diese Erklärung dahin ergänzen, Weise zu Tage treten, können von den Abgeordneten der Polizei baß es in der Absicht dieser Regierungen liegt, behörde(§ 4 der Verordnung vom 11. März 1850, Gesetz- Sammlung Ausnahmegesetz bevorsteht, wollen wir die Entstehung und die Beseitigung des burch das Verbot gefchaffenen S. 277) aufgelöst werden. die Entwickelung dieser Angelegenheit an der Hand der Rechtszustandes berbeizuführen. Geschieht dies aber- Artikel II. An Versammlungen, in denen politische Anwichtigsten Aeußerungen der betheiligten Faktoren nochmals und ich zweifle nicht daran, daß es geschehen wird, so wird es gelegenheiten erörtert oder berathen werden sollen, dürfen Minders furz zusammenfassen. in Zukunft auch in den gegenwärtig noch unter dem Verbot stehenden jährige nicht theilnehmen. Artikel 4 der Verfassungsurkunde des Staaten zulässig sein, daß die politischen Vereine unter einander Artikel III. Vereine, in welchen anarchistische oder sozialDeutschen Reiches verzeichnet diejenigen Angelegen in Verbindung treten, und zwar wird dieser Erfolg unter allen demokratische, auf den Umsturz der bestehenden Staats- oder Geheiten, welche der Beaufsichtigung seitens des Reiches und Umständen früher eintreten, als dies durch eine Aufnahme des An- sellschaftsordnung gerichtete Bestrebungen in einer die öffentliche der Gesetzgebung desselben unterliegen sollen. Unter trags Auer in das Bürgerliche Gesetzbuch der Fall sein würde, weil Sicherheit, insbesondere die Sicherheit des Staates gefährdenden diesen Angelegenheiten findet sich: 16. die Bestimmungen über das letztere erst mit dem Beginn des nächsten Jahrhunderts in Weise zu tage treten, können von der Landespolizeihörde geschlossen Geltung gesetzt werden soll." die Presse und das Vereinswesen. Der Führer des Zentrums Dr. Lieber erklärte sich Dasselbe gilt von Vereinen, welche die Loßreißung eines Theiles Mehr als ein Vierteljahrhundert lang haben die Regie: hierauf für Ablehnung des sozialdemokratischen Antrages, des Staatsgebietes vom Ganzen erstreben oder vorbereiten. rungen nicht Gelegenheit genommen, diese Verfassungsvorschrift weil, wie er meinte, nach der Zusage des Reichskanzlers die Artikel IV. Vereine, welche bezwecken, politische Gegenstände durchzuführen. Es blieb der sozialdemokratischen Aufhebung des Verbots des Inverbindungtretens der Vereine in Versammlungen zn erörtern(§ 8 der Verordnung vom 11. März Fraktion des Reichstags, welche die groben vereinsgesetz- schneller erreicht würde als das Bürgerliche Gesetzbuch in 1850), dürfen Minderjährige nicht als Mitglieder aufnehmen. lichen Ungerechtigkeiten in den einzelnen Bundesstaaten beseitigen fraft trete. An den von solchen Vereinen veranstalteten Versammlungen. Aus Dr. Lieber's Worten ging zweifellos und Sigungen, in denen politische Angelegenheiten erörtert oder be und eine Einheitlichkeit dieses Rechts im„ geeinten Deutschland" hervor, daß er annahm und er konnte es annehmen-es rathen werden sollen, dürfen Minderjährige nicht theilnehmen. Anherstellen wollte, vorbehalten, entsprechende Anträge im Reichs- folle eine Aufhebung jenes Verbotes schlechtweg, und nicht deren Versammlungen und Sitzungen dürfen Minderjährige sowie tage zu stellen. etwa in der Art erfolgen, daß jede Erleichterung des Vereins- weibliche Personen beiwohnen. lebens durch die schlimmsten Erschwerungen andererseits erkauft gabe zulässig, daß politische Bereine( Abfah 1) nicht ohne Erlaubniß Die Verbindung von Vereinen unter einander ist mit der Maß des Ministers des Junern mit außerdeutschen Vereinen in Ver Der Antrag Auer und Genossen vom Dezember 1895 besagte: § 1. Die Reichsangehörigen ohne Unterschied des Geschlechts haben das Recht, sich zu versammeln. anzuzeigen. es weder einer Anmeldung bei einer Behörde, noch einer Erlaubniß Zur Veranstaltung und Abhaltung von Versammlungen bedarf durch eine Behörde. Versammlungen und Umzüge, die auf öffent. lichen Straßen und Plägen stattfinden, find spätestens sechs Stunden vor ihrem Beginn durch den Veranstalter oder Einberufer bei der mit der Ordnung des öffentlichen Verkehrs betrauten Ortsbehörde § 2. Die Reichsangehörigen, ohne Unterschied des Geschlechts, haben das Recht, Vereine zu bilden. § 3. Alle den vorstehenden Bestimmungen widersprechenden Gefeße und Verordnungen einschließlich deren, welche die Verabredung und Bereinigung zum Behufe der Erlangung günstiger Lohnund Beschäftigungsbedingungen hindern, untersagen und unter Strafe stellen, sind aufgehoben. werden würde. = werden. bindung treten dürfen. Anwendung. Vor Beginn der Verhandlung in politischen Versammlungen hat der Borsigende die Aufforderung zu erlassen, daß Minderjährige ( Artikel II) und in Versammlungen politischer Vereine( Artikel IV) bat der Borfißende die Aufforderung zu erlassen, daß Minderjährige Unterläßt oder verweigert der Vorsitzende die Erlassung der Aufforderung, so treffen ihn die Strafen des§ 14 der Verordnung vom 11. März 1850." Den Bedenken, daß etwas derartiges eintreten könne, meinte er, mit welchen Bedingungen die betreffenden Landes- soweit sie Schüler und Lehrlinge betreffen, werden aufgehoben. Die Bestimmungen in§ 8 der Verordnung vom 11. März 1850, gab Abgeordneter Haußmann Ausdruck; man wisse nicht, gesetze beglückt werden würden. Hieraufhin erklärte nochmals Artikel V. Im Falle der Auflösung einer Versammlung auf Herr v. Bötticher, daß die Regierungen bereit seien, sofort an Grund des Artikels I finden die§§ 6 und 15 der Verordnung vom die Arbeit zu geben und das Verbot zu beseitigen, so daß 11. März 1850 Anwendung. auch vom Standpunkte des Herrn Abg. Hauß- Artikels III gefchloffenen Bereines thätig ist, oder Versammlungen Wer als Vorstandsmitglied oder Beamter eines auf Grund des mann gar fein Zweifel darüber sein kann, eines folchen Bereines veranstaltet, dazu öffentlich einladet oder daß es vorzuziehen ist, den Weg zu gehen, den der Herr Räumlichkeiten hergiebt, oder daran als Vorsteher, Ordner, Leiter Reichskanzler in seiner Erklärung angedeutet hat." oder Redner sich betheiligt, hat die Strafe des§ 14 der Verordnung Von der sozialdemokratischen Seite wurde allerdings sofort vom 11. März 1850 verwirkt. Die gleiche Strafe trifft denjenigen, ausgesprochen, daß die Erklärungen vom Regierungstische nicht welcher in sonstiger Weise der ferneren Thätigkeit eines geschlossenen genügten. Aber die bürgerlichen Parteien ließen sich darauf Vereines Vorschub leistet. Wer sich bei einem geschlossenen Vereine ein und die sozialdemokratischen Anträge wurden abgelehnt. als Mitglied ferner betheiligt, unterliegt der Strafe des§ 16 Ab§ 4. Wer die Ausübung der in vorstehenden Paragraphen Die bürgerliche Vertrauensseligkeit sollte bald eine arge fat 2 a. a. D. gewährleisteten Rechte hindert oder zu verhindern sucht, wird mit Enttäuschung erfahren. Lange ließ die preußische Re- der§ 8 Absatz 2 und der§ 16 der Verordnung vom 11. März 1850 Bei Zuwiderhandlungen gegen Artikel IV Absatz 1 und 3 findet Gefängniß bis zu drei Monaten bestraft, sofern nach dem allgemeinen gierung nichts von der Erfüllung der Zusage des Kanzlers der§ 8 Absatz 2 und der§ 16 der Verordnung vom 11. März 1850 Dieser Antrag wurde einer Kommission überwiesen, hören. Endlich, als die Landtags- Session sich ihrem Ende zus Minderjährige, welche an einer politischen Versammlung aus deren Berathungen ein Gesezentwurf hervorging, der neigte, erschien die Regierung am 12. Mai d. J. mit ihrer( Artikel II) oder an Versammlungen oder Sigungen politischer hauptsächlich wir folgen einer Zusammenstellung des Herrn Reform" des Vereinsgesetzes, mit der lex Rede, welche wohl Vereine( Artikel IV) Theil nehmen oder sich der Vorschrift des das Verbot des Inverbindungtretens aufheben, aber dafür Artikels IV Absatz 1 zuwider als Mitglieder aufnehmen laffen, Rulemann im Braun'schen Archiv folgende Bestimmungen Vereine und Versammlungen unterdrücken sollte, die die unterliegen der Strafe des§ 16 Abfaz 3 a. a. D. enthielt: Zwecke, welche unter§ 152 G.-D. fallen, gelten öffentliche Sicherheit, insbesondere die Sicherheit des nicht als politische Zwecke. Versammlungen dürfen außer Staates, oder den öffentlichen Frieden gefährden" beim Mangel der vorgeschriebenen Anmeldung nur verboten außerdem wurde der Ausschlußber Minderjährigen werden aus Gründen des Verkehrsinteresses. Die Schließung fich entfernen. gefordert. von Vereinen war zugelassen, wenn deren Zwecke den Strafgesetzen zuwiderlaufen. Die Auflösung von Versammlungen zu ein Vereinsgesetz des Rückschritts, der Polizeiwillkür! Anstatt eines Vereinsgeseges im Geist des Fortschritts politischen Zwecken war gestattet, wenn in denselben die ErNach der bündigen Zusage des Reichskanzlers, das lästige Und die Regierung, welche früher den ausnahmegesetzlichen örterung von Anträgen oder Vorschlägen zugelassen wurde, Verbot des Inverbindungtretens aufzuheben, ein schroffes Weg nicht für gut befunden hatte, ging auf diese freikonservas welche eine Aufforderung zu strafbaren Handlungen enthalten, Vorgehen gegen das ganze preußische Vereinsleben! tiven Vorschläge ein und versprach, sie im Abgeordnetenhaus oder wenn Bewaffnete erschienen oder die Abgeordneten der Polizei nicht zugelaffen werden. Die unberechtigte Auflösung entgegenzukommen, Statt dem Verlangen des Reichstages, der Volksvertretung, zu vertreten. ein Ausspielen des auf grund des Ueber den also abgeänderten Entwurf wird am Donnerstag war mit Strafe bedroht. Minderjährige durften an Bersamm erbärmlichsten Geldsack Wahlsystems gewählten Landtages das Herrenhaus zum zweiten Male, das Abgeordnetenhaus lungen zu politischen Zwecken nicht theilnehmen. jedenfalls am Sonnabend end giltig abstimmen. Dieser zwar weit hinter den sozialdemokratischen Forderungen gegen den Reichstag, gegen das Volk! Aber selbst in dem Dreiklassen- Parlament fand die Regie- An wenigen Stimmen hängt das Schicksal des Vereinss zurückbleibende, aber doch in mancher Hinsicht eine Besserung rung feineswegs allseitige Zustimmung. Eine bürgerliche rechts des preußischen Volkes. Ein starker Druck ist auf die gegenüber dem jezigen Zustand in sich schließende Gesetzentwurf Opposition hielt ein solches neues Knebelgesetz nicht für nöthig, nationalliberalen Abgeordneten ausgeübt worden. wurde vom Reichstag in erster und zweiter Lesung angenommen. ja für die herrschende Klasse selbst schädlich, und förderlich höchstens hat der nationalliberale Abgeordnete obrecht, nachdem Da jedoch die Regierung sich diesem Beschlusse des Reichs für die Parteirichtungen, die damit gefnebelt werden sollten. schon früher ähnliche Erklärungen von seinen Partei tages nicht geneigt zeigte, und zu gleicher Zeit der Streich des Herrn von Köller gegen die sozialdemokratische wie das Gesetz eingeführt wurde, geärgert war und durch eine Worten ausdrücklich verpflichtet: Auch die nationalliberale Partei, welche durch die ganze Art, freunden gegeben waren, seine Partei mit folgenden Parteiorganisation und die Berliner Vereinigungen der Reihe allgemeiner politischer Erwägungen vor der Mitschuld Partei die Unhaltbarkeit der gegenwärtigen Gesetzgebung am Zustandekommen eines solchen Gesetzes zurückschreckte, tlärung ausdrücklich ermächtigt, " Ich bin aber von meinen politischen Freunden zu der Er. daß wir auch an dieser allenthalben zum Bewußtsein brachte, so nahm der Reichstag schlug sich auf die Seite der Opposition und wollte Faffung des Gefeßes festhalten und jebe etwaige 3. ein sogenanntes Nothvereinsgesetz an, welches nur die nur den Ausschluß der Minderjährigen zugeben. So muthung einer weiteren Aenderung unferes einzige Bestimmung enthielt: " Juländische Bereine jeder Art dürfen mit einander in Ber- wurde die Regierungsvorlage abgelehnt und ebenso die Versammlungs- und Vereinsrechtes einstimmig ablehnen Anträge der Freikonservativen, welche die Regierungs Ich gebe diese Erklärung ab, weil ich der Anbindung treten. Entgegenstehende landesgesetzliche Bestimmungen vorlage insofern abänderten, als sie statt des Verbots name, die gelegentlich verbreitet wurde, beſtimmt entgegentreten darf und will, als wäre auch nur ein Theil unserer Da aber keine große Hoffnung bestand, daß die Re- solcher Versammlungen und Vereine, die die öffentliche Sicher Partei für eine Aenderung des Gesetzes im Sinne der An= gierungen diesem Nothgesetz zustimmen würden, so suchte heit und den öffentlichen Frieden gefährden", sich lediglich träge, wie sie hier theils im Hause gestellt sind, die sozialdemokratische Fraktion dem Beschluß des Reichstages gegen sozialistische und kommunistische Betheils im Sinne der ursprünglichen Regierungs: dadurch Nachdruck zu verleihen, daß sie das Zustandekommen ft re bungen" wendeten. Die Majorität, mit der in dritter vorlage liegen, zu haben." des Bürgerlichen Gesetzbuches von der Aufnahme folgender Lesung die freifonservative Fassung abgelehnt wurde, betrug Jedoch ist die Möglichkeit vorhanden, daß einige Nationalliberale lieber aus ihrer Partei austreten oder daß sie einfach Bestimmung in das Einführungsgesetz zu demselben abhängig 207 Stimmen, die Minorität 188. Da aber die Nationalliberalen die Konzession bezüglich der entscheidenden Abstimmung fernbleiben und so dem " Die Landesgesetze, welche das Inverbindungtreten von Ber. des Ausschlusses der Minderjährigen gemacht hatte, so blieb Gesetze zur Annahme verhelfen, über das in diesem Falle einen, welche politische Zwecke verfolgen, verbieten, werden auf- infolge der Zustimmung der Konservativen zu diesem national allerdings nach 21 Tagen nochnials abgestimmt werden müßte. gehoben. liberalen Vorschlag ein Gesetzentwurf übrig, der an das Es verlautet, daß Herr Miquel, der große„ HerenVereinigungen von Arbeitgebern oder Arbeitnehmern, welche Herrenhaus übergehen mußte. Da ferner der Minder- meister" noch für das Gesetz eintreten werde, um die fehlenden zum Behufe der Erlangung günstiger Lohn- und Arbeits: jährigen- Ausschluß eine Verfassungsänderung bedeutet, so mußte Stimmen zu gewinnen. Wir haben aber bisher Herrn bedingungen sich gebildet haben, unterliegen keiner landesgesetz nach einer Frist von drei Wochen eine nochmalige Abstimmung Miquel für zu flug gehalten, als daß er sich, lichen Vorschrift." Dieser Gang der Dinge war der Regierung sehr un seinen politischen Namen und feine politische Zukunft vorgenommen werden. So wurde durch nationalliberale Schuld das mit dieser im Volke so unendlich mißliebigen, gehässigen bequem. Entweder konnte das Bürgerliche Gesetzbuch nicht zu Knebelgesetz nicht alsbald beseitigt, es schleppte sich durch Aktion verquicken werde. stande kommen oder die Regierung mußte bezüglich des die Sommermonate fort. Am 22. Juni erfolgte die zweite Wie nun aber auch die Würfel fallen mögen: Die Vereinsrechts nachgeben. Da gab der Reichskanzler am Abstimmung im Abgeordnetenhaus, welche ebenso ausfiel, wie Geschichte dieses gesetgeberischen 27. Juni 1896 sein vielberufenes Versprechen ab. Er sagte: die erste am 31. Mai. Darauf ging der Entwurf an das such es, wie wir sie hier noch einmal kurz rekapitulirt .... Ueberdies aber ist die Aufnahme einer Bestimmung, Herrenhaus, dessen Kommission demselben von neuem haben, wird unverlöschlich im Gedächtniß welche den politischen Vereinen gestattet, mit einander in Verbindung eine Fassung gab, die ihn als ein neues Ausnahme- des deutschen Volkes haften bleiben. zu treten, in dieses Geses entbehrlich. Wie bereits bei Nicht der britten Berathung des sogenannten Nothvereinsgefeßes vom geseh gegen die Sozialdemokratie charakterisirte. besser konnten die arbeitenden Klassen über die geistige Art Bundesrathetisch aus erklärt worden ist, besteht die begründete Das Plenum des Herrenhauses stimmte diesem Entwurf zu. unserer Regierungen und unserer herrschenden Parteien be3uversicht, daß das in den verschiedenen Bundesstaaten für Daher hat das Gesetz jest folgenden Inhalt: lehrt werden. Diese Lehren werden ihre Früchte politische Vereine erlassene Verbot, mit anderen Vereinen in Ver- Artitel I. Bersammlungen, in welchen anarchistische oder tragen! machen wollte: " " werden. Wohl Vera -RO wünsche und Wünsche und Forderungen der Landwirth Mecke und Miquel schon bessere Nathschläge ausfindig machen als schaft zu erfüllen. Manche Anzeichen sprechen sie bisher vermocht haben. dafür, daß die Neigung zur Bildung eines Das Bismarckblatt und die gegenwärtige politische Lage. folchen anti- agrarischen Ringes bereits jebt be Die Hamb. Nachr." veröffentlichen einen bisher unbekannten Brief dentlich zunimmt. Die rechten Freunde der Land des Freiherrn v. Stein vom Jahre 1815 an einen weimarischen wirthschaft werden dafür sorgen müssen, daß diese Bes Minister. In diesem Briefe sprach Freiherr v. Stein sich über wegung nicht durch Anträge, wie den auf Erlaß Liberale und Demokraten ziemlich ungehalten aus, aber die bes eines Ginfuhrverbots auf Getreibe, noch weiter merkenswerthefte Stelle des Briefes, um derentwillen offenbar die verstärkt wird. Hamburg- Friedrichsruher Fronde denselben überhaupt veröffentlicht, Allerdings ist der Hauptgrund der Gährung in Deutschland in dem Betragen unserer Fürsten und Regierungen zu suchen. Sie sind die wahren Jakobiner, sie lassen den rechtlosen Zustand, in dem wir feit 1806 leben, fortdauern, und reizen und erhalten Unwillen und Erbitterung, sie stören die Entwickelung und Fortschritte des menschlichen Geistes und Charakters und sie bereiten den Anarchisten den Weg zum allgemeinen Untergang." Ein Beitrag zum Kapitel von der Profitlucht der Herren Rheder. _Wiederholt ist schon im Reichstage von unseren Genoffen auf Die Profitfucht der deutschen Rheder hingewiesen worden, welche sich Darin äußert, die deutschen Seeleute brotlos zu machen bezw. ihre euern herunterzudrücken und ihre Schiffe mit anspruchsloseren", d. b. billigeren Arbeitskräften- namentlich Negern und Kulis- an bemannen. Das ist geschehen infolge der häufigen Beschwerden der deutschen seemännischen Bevölkerung über diesen Nebelstand. Den Bündlern wird diese rückhaltlose Sprache eines ist die folgende: Auch bei den Verhandlungen der Vertreter der Seeleute mit der Organs, dem die intimsten Beziehungen zum Vizepräsidenten Senatskommission, welche zur Untersuchung der Mißstände im Hafen des Staatsministeriums nachgesagt werden, höchst unbequem and auf den Schiffen infolge des letzten großen Streits der Hafen- sein. arbeiter und Seelente in Hamburg eingesetzt worden ist, wurde dar- Heute noch auf stolzen Rossen, morgen durch die Brust auf verwiesen und von den Vertretern der Seeleute ganz besonders geschossen. Der spezielle Vertrauensmann des Kaisers, bervorgehoben, welch schwere Gefahren für Mannschaft, Schiff und der mächtigste Minister Miquel, hält eine Art Proals grammrede, grammrede, die Don den Agrariern bejubelt wird. ein geringer Bruchtheil der, ohnehin schon auf das allerknappste becechneten Besatzung der deutschen Sprache nicht mächtig sei und die ertheilten Kommandos nicht verstehen, wie schwer, ja fast unmöglich die Manneszucht und Disziplin aufrecht zu erhalten fei. Die Herren im Hamburger Hafen" schenkten diesen Aus Führungen nur geringe, theils gar feine Beachtung. Wozu auch? Gegenüber der Erwägung, daß durch den Ausschluß der anspruchs lofen" farbigen Arbeitskräfte die Dividenden um etwas geschmälert werden würden, müssen alle Vernunftgründe, die dafür sprechen, aum Schweigen gebracht werden. Das Verhalten der Hamburger Rheder bei dieser Gelegenheit ließ mit ziemlicher Sicherheit darauf schließen, daß sie„ aus eigener Entschließung" Ladung entstehen müssen beim Eintritt größerer Schiffsunfäle, enige Tage hierauf muß das Organ der Bündler 11 nie und nimmer auf die materiellen Vortheile, welche ihnen aus der Verwendung der billigen farbigen Schiffsmannschaften erwachsen, zu verzichten gesonnen sind. Sehr charakteristisch ist nun die Begründung, welche das Spracheingestehen, daß Herr v. Miquel, als er von Sympathien für rohr des Sachsenwäldlers zu dieser Veröffentlichung giebt; wir verdie nothleidende Landwirthschaft überfloß, noch feine Kenntniß öffentlichen diesen Brief, fagt das Blatt, weil wir glauben, daß von dem todtgeborenen Kinde, dem Getreideeinfuhrverbote feine Publitation von historischem Werthe ist und auch für die Bes der Agrarier hatte. Und nun fommt noch der kalte Wasser- urtheilung unserer heutigen Verhältnisse von Nugen fein dürfte." strahl seitens der Offiziösen des Herrn v. Miquel und vielleicht schon die nächste Sigung des Abgeordnetenhauses bringt eine nisse mit denen von 1815, wie sie Freiherr von Stein auffaßte, Wir überlassen einen solchen Vergleich der heutigen Verhält offizielle Erklärung der Regierung, worin sie ihre Vertrags- natürlich durchaus dem monarchischen Blatte des„ Alt- Reichstreue ausdrücklich betont und die neueste That der Hahn, fanzlers". Plöß, Nösicke und Ruhland als ein frivoles agitatorisches Fechterſtück kennzeichnet. " Suum cuique, jedem das Seine, diesen hohenzollerischen Wahlspruch möchte der Kaiser auf den modernen Arbeitsvertrag an Schon die Erklärung in den Berl. Pol. Nachr." ist ein gewandt wissen. Wenigstens wird dem Reichsboten", der als schwerer Schlag für die Bündler. Sie werden den Ton an orthodoxes Pastorenblatt mit Bodelschwingh Beziehung hat, geben für die kleine offiziöse Presse und für die Kreis- gefchrieben, daß der von den Zeitungen aufgenommenen Da nun aber auch der Senatskommission bezw. dem hamburgischen blätter. Weit schärfer als beim Antrag Kanig und weit all- Wiedergabe der Rebe des Kaisers auf Sparenburg die BeSenat, felbst wenn man an dieser Stelle zur Einsicht gelangen follte, gemeiner ist die Absage, die diesmal die Bündler gefunden merkung fehle, die glaubwürdig verbürgt ſei: daß hier ein gewaltiger Mißstand, der beseitigt werden muß, vorhaben. In einem nicht begreiflichen Größenwahn meinten fle, handen ist, die Machtmittel fehlen, helfend einzugreifen, selbst wenn man den Willen dazu hätte, so bleibt den Seeleuten weiter nichts daß der Abschied der Bötticher und Marschall und die Erübrig, als der Reichsregierung ihre diesbezüglichen Beschwerden zu Deutsche Reich und Preußen ausgeliefert habe. Die Herr übrig, als der Reichsregierung ihre diesbezüglichen Beschwerden zu nennung des Podbielski dem Bunde der Landwirthe das unterbreiten und auf Abstellung zu dringen. Es kommt ihnen hierbei ganz wesentlich zu Gute, daß bereits schaften haben viel zu zeitig die Karten aufgedeckt, ein Organ der Reichsregierung diesen Mißstand als solchen erkannt sie haben mit ihrer Eingabe aller Welt bewiesen, was wir und öffentlich gekennzeichnet hat. schon längst wußten, daß sie keine Politiker sind. " Der Kaiser wolle und trete dafür ein, daß jedem arbeitswilligen Unterthan suum cuique für Arbeit und Verdienst geforgt werde." die Hemmnisse gedacht, die der Erfüllung seines Wunſches entgegens Der Kaiser hat beim Aussprechen dieser Worte kaum an all stehen. Seit Jahrzehnten arbeitet die gewerkschaftlich organisirte Arbeiterschaft der ganzen Welt auch für die Verwirklichung dieses Wunsches, ohne ihn bisher erfüllt zu sehen. Wir sind auf die Maßregeln begierig, die der Kaiser seinen Worten folgen lassen will. Die Verhandlungen in Konstantinopel sind bisher noch nicht wieder aufgenommen worden. Der Ministerrath soll beschlossen Botschafterkreisen werde, so wird mitgetheilt, die Bestätigung dieses baben, die von den Mächten bestimmte Grenzlinie anzunehmen. In Beschlusses durch den Sultan sowie die Wiederaufnahme der Friedensverhandlungen erwartet. 81 * rod Deutsches Reich. spot wie der allerneueste Rurs bie län butche Arbeiterfrage loft, geht aus folgender Mittheilung hervor: Nachdem den Landwirthen eine militärische Hilfeleistung für die Ernte vom Kriegsminister gewährt worden, hat man sich nun auch an den Justizminister mit der Bitte gewandt, verfügen zu wollen, daß die Gesuche um Ueberweisung von Gefangenen zit landwirthschaftlichen, besonders Erntearbeiten, nach Möglichkeit berücksichtigt werden. Der Justizminister hat die Erfüllung des Wunsches zugesagt. Am Sonnabend, den 17. Juli, fand nämlich vor dem Seeamt Der Bund der Landwirthe kann mit Kummer und Sorge in Bremerhaven eine Verhandlung statt über einen Unfall, der sich den nächsten Wahlen entgegensehen. Unglückliche Wahlen am 1. Februar d. J. auf dem Bremer Dampfer Helene Rickmers" bedeuten den Zusammenbruch des Bundes und o Jammer für während der Reise von Kardiff nach Hongkong ereignet hat. Au dem genannten Tage war ein chinesischer Boots- die Böckel, Hahn und Konsorten! Das Eingehen all der mann von Bord gespült und ist ertrunken. Der Un fetten Pfründen und des Versorgungshauses für abgehaufte fall wurde auf stürmisches Wetter und das starte Rollen und im Vateruuser stecken gebliebene Nationalökonomen. des Schiffes zurückgeführt. E3 fam nun in der Verhandlung Alle Maun zur Stelle rufen die nationalliberalen Blätter. zur Sprache, daß die ganze Besatzung der Helene Rickmers" Das offiziöse Organ der Partei, die Nationalliberale ausschließlich der Offiziere und Maschinisten sowohl Boots Correspondenz", erklärt noch einmal" ohne Rückhalt, daß sie Ieute wie Matrosen, Heizer und Kohlenzieher das vollzählige Erscheinen der Abgeordneten ihrer Fraktion er Chinesen sind, und daß eine Verständigung& wifchen wartet.„ Wir sind, fagt fie, in der angenehmen Lage, nicht erst den Offizieren und Mannschaften nur mit einigen versichern zu brauchen, daß die nationalliberale Fraktion zur Stelle in gebrochenem Englisch, mit den übrigen durch sein wird, um ihr entscheidendes Votum so in die Wagschaale zu Beichen möglich war. werfen, wie sie es vor einem Monat als ihr einmüthiges Dente man sich nun einmal in den Zustand hinein, der noth- Votum durch ihren autorisirten Bertreter fundgegeben hat wendigerweise entstehen entstehen muß, wenn das Schiff von einem Die bekannten Versuche der letzten Wochen, welche bis z fchweren Unfall betroffen wird, wo jeder Mann an Bord seinen unverblümten Aufforderung der Trennung von der Partei gingen, Platz ausfüllen muß, jedes Kommando prompt und präzise aus- nachdem die Hoffnung, durch Druck von außen die Vertreter der geführt werden muß, um die an Bord befindlichen Menschenleben, industriellen Bezirke zu einer Abstimmung gegen ihre Ueberzeugung Schiff und Ladung vor dem Untergange zu bewahren. Denke man zu drängen, sich als eitel erwiesen, haben es gewissermaßen Wie stimmt denn diese Konkurrenz gegen die freien Arbeiter sich nur, welche Verwirrung zweifellos entstehen muß, wenn da dem allen zur Ehrenpficht gemacht, zur Stelle zu sein und ihren mit der Bielefelder Rede des Kaisers und mit seiner Anwendung einen vielleicht größeren Theile der Besatzung durch die Standpunkt zu vertreten. Beichenspra che" erst jedes Kommando verdolmetscht werden abstimmung im Abgeordnetenhause ist diese Empfindung bethätigt. Schon bei der erstmaligen Schluß des suum cuique auf die Arbeiterfrage? foll in einer Situation, wo wenige Augenblicke genügen, ein falsch worden, als Mitglieder der Fraktion, die einer dringend wirthe über die fühle Behandlung, welche ihre Eingabe in der Tiefgetränkt ist das Organ des Bundes der Landverstandenes Zeichen hinreichend sein kann, ein namenloses Unglück nothwendigen Kur sich unterziehen mußten, deren Unter" Kreuz- 3tg." gefunden hat. Aus den bez. Ausführungen des Plötzherbeizuführen. brechung und eine unbequeme Tagereise nicht gefcheut haben, schen Blattes ist blos bemerkenswerth die ebenso neue als erstaunliche Mit vollem Recht hat denn auch der Herr Reichskommiffar in jener um ihrer Ueberzeugung Ausdruck zu geben. Aus Hannover ist die Behauptung, daß der Bund sich erst nach langen reichlichen ErVerhandlung in Bremerhaven diesen entseglichen Zustand tadelnd Nachricht gekommen, daß dem Abg. Senator Wallbrecht soeben ein wägungen zu seiner Forderung entschlossen habe. Der Inhalt der hervorgehoben und darauf verwiesen, daß bei etwa vorkommenden bedauerlicher Unfall zugestoßen ist. Er stürzte auf seinem Gute mit Handelsverträge ist jedenfalls von den Ruhland und Genossen nicht Unfällen unter solchen Verhältnissen von Disziplin und Ordnung dem Pferde und brach dabei das linke Schlüsselbein. Trotzdem hat gerade genau studirt worden. an Bord überhaupt keine Rede sein könne, jo, daß die Ausführung er den Entschluß gefaßt, am Sonnabend im Abgeordnetenhause an Börsensurrogate an allen Ecken und Enden. Die der nothwendigen Arbeiten auf so bemannten Schiffen schwer darunter wefend zu sein, um gegen die Herrenhausfassung des Vereinsgesetzes Ieiden müßte. Er hält derartige Zustände für höchst bedentzu stimmen. Die gesammte Partei wird Herrn Wallbrecht Dank für beiden Bäckerinnungen Konkordia" und Germania" haben I ich, namentlich aber bei etwaigen Kollisionen oder sonstigen diese Haltung wissen. Es wird diese Anerkennung dadurch nicht je eine Mehlbörse errichtet und amtliche Preisnotirungen eingeführt. Unglücksfällen. vermindert, wenn wir behaupten, daß sie nur ein Symptom für die Auch in Gleiwit foll auf Anordnung des Regierungspräsidenten von Es wird bei Berathung der schon seit Jahren angekündigten, Geschlossenheit der Fraktion ist und ihren festen Entschluß, Oppeln ein Produktenmarkt eingeführt werden. All' dies hilft hoffentlich noch vor Beendigung dieses Jahrhunderts an den Reichs- die Herrenhausformulirung abzuweisen, und wenn aber den Landwirthen nicht, sie müssen die für den Großtag gelangenden„ Novelle zur Seemannsordnung" Aufgabe der man hervorhebt, daß dieses Pflichtbewußtsein darin vor allem basirt, handel maßgebenden Preisfeststellungen der Berliner Börse fozialdemokratischen Vertreter sein, auch diesen Misst and im daß der Standpunkt der Partei fachgemäß begründet ist und die baben und erhalten sie diese nicht, dann fluchen sie auf die Seemannsgewerbe ins gehörige Licht zu rücken und mit aller Ent Fraktion, wie die letzten Wochen gezeigt haben, dabei in innerster Agrarier und deren ingeniöse Börsenreform. Wenn der Bund der schiedenheit darauf zu bringen, daß derselbe durch reichsgefeßliche Harmonie mit der Wählerschaft handelt, auf der die Zukunft des Landwirthe über sein viel gerühmtes Börsengesetz die Sympathien Regelung aus der Welt geschafft wird. liberalen, gemäßigten und nationalgesinnten deutschen Bürgerthums ber von ihm vertretenen Kreise verlieren würde, so würde Tragik und Komik eng verknüpft sein. Ueber die neue Rundgebung der rheinischen Industriellen, welche wir gestern mittheilten, spricht sich die Nat.- Lib. Korresp," folgendermaßen aus: Politische Uebersicht. Berlin, 21. Juli. Gegen das Getreide Einfuhrverbot wenden sich nun auch die offiziöfen Berliner Politischen Nachrichten". Sie schreiben: beruht.". " " -Noch ein erledigter Reichstagssig. Wie das Regensburger Morgenblatt" meldet, ist der Reichstags- und Landtags Abgeordnete Lehner gestorben. Der Verstorbene, Mehr Beachtung verdient schon eine Rundgebung von 26 bayerischer Amtsgerichtssekretär, hätte am 1. November das industriellen Firmen aus dem Kreise Köln. Wir möchten 70. Lebensjahr vollendet gehabt. Dem Reichstage, in welchem er dazu nur eines in Erinnerung bringen: Von Anfang an hat die den oberpfälzischen Wahlkreis Neustadt a. M. N. vertrat, gehörte er nationalliberale Partei darauf gehalten, die Vereinsgefeß- Aktion als Mitglied der Zentrumspartei seit 1884, der bayerischen Abnicht zur Entscheidung der Wähler zu stellen, weil die feste Hal- geordnetenkammer feit 1882 ununterbrochen an. Bei der letzten tung der Fraktion eine feste Bürgschaft ist. Und diesem Vertrauen Wahl erhielt er 7347 Stimmen, der Kandidat der Nationalhaben sich auch die nationalliberalen Wähler hingegeben. Hätte liberalen 1741 und der der Sozialdemokraten 1636 Stimmen. Während die Partei eines solchen Appells bedurft, er hätte Rundgebungen die übrigen Parteien in diesem Wahlkreise feit der Wahl vom gebracht, daß die Blätter, die jetzt mit jenen Stimmen die Ge Jahre 1890 zurückgegangen waren, stieg die Stimmenzahl unserer schlossenheit der nationalliberalen Partei lockern möchten, nicht Bartei von 188 auf 1686 Stimuien. Raum genug gehabt hätten, auch nur die Namen abzudrucken." Na, na, die„ Nat.- Lib. Korresp." sollte nur auch den Mund " Nebengefeße zum Bürgerlichen Gefeßbuche. Darüber, daß der namens des Bundes der Landwirthe gestellte Antrag, die Einfuhr von Getreide auf 6 Monate zu verbieten, mit den abgeschlossenen Handelsverträgen nicht vereinbar ist, besteht in der Breffe aller politischen Parteien vollständige Uebereinstimmung. Ebenso darüber, daß schon aus diesem Grunde der Antrag für die Reichsregierung nicht nur un annehm. bar, sondern völlig indiskutabel ist. Voraussichtlich dürfte auch sehr bald in der bündigsten Form zur öffentlichen Kenntniß gebracht wer- nicht zu voll nehmen. Wenn die nationalliberalen Leute im Lande Wie der Köln. 3tg." aus juristischen Kreisen geschrieben wird, kann den, daß die Reichsregierung genau auf dem- von der Masse, die der Partei blind nachläuft, ist natürlich hier es schon jetzt keinem Zweifel unterliegen, daß die Verabschiedung felben Standpunkt steht. abzusehen, und es kommen nur die angesehenen Glemente" in be- der Nebengesetze zum Bürgerlichen Gesetzbuch in der Wintertagung Man hätte erwarten sollen, daß die Antragsteller so gut, wie tracht wirklich so sehr entsetzt wären über das Unterdrückungs- des Reichstages eine Aufgabe ist, welche bei dem zielbewußten die gesammte politische Presse, die rechtliche Unzulässigkeit ihres gefeß, so hätten sie sich schon von selbst gerührt. Daß dies nicht und thatkräftigen Vorgehen und bei der gründlichen, mit allen Berlangens und damit die gänzliche Erfolglosigkeit ihres Schrittes geschehen ist, scheint auch die Kölnische Zeitung" au feitens des Reichs- Juſtizamts mit Leichtigkeit gelöst werden Fachkreisen in engster Fühlung stehenden Durcharbeitung hätten einsehen müssen, und es ist aus diesem Umftande bereits empfinden, welche schreibt: bei der öffentlichen Erörterung der Schluß gezogen worden, daß Es wäre unseres Erachtens die richtige Tattit gewesen, wird. Die Annahme, daß Zivilprozeßordnung und Konkursordnung bei dem Antrage garnicht auf einen praktischen Erfolg gerechnet wenn umgekehrt die gesammte Industrie einen Druck auf das zu einem Gefeßentwurf vereinigt werden könnten, wird der„ Köln. sei, sondern daß lediglich agitatorische Zwecke damit Herrenhaus im Sinne der nationalliberalen Faffung ausgeübt Beitung" als unzutreffend bezeichnet. Die wesentlichen Aenderungen verfolgt würden. Es gelte, die Landwirthe, welche den hätte. Damit wäre vielleicht ein praktischer Erfolg zu erzielen find schon bekannt. Was über diesen wesentlichen Inhalt Miserfolg des Feldzuges gegen die Produktten gewesen. Wir erwarten bestimmt, daß die nationalliberale Bartei hinaus noch geändert werden soll, begreift nach dem bisher börse topffchen zu machen drohte, durch ein neues sich selbst treu bleibt." barüber in unterrichteten Kreisen bekannt Gewordenen nicht träftiges Bugmittel für den Bund der Land= Eine bemerkenswerthe Mittheilung von einer Meinungs- fehr viel und wird sicherlich, entsprechend der bisherigen bewirthe wieder feftzumachen. äußerung des Raisers über das Ausnahmegesetz und von währten Gepflogenheit des Reichs- Justizamts, so rechtzeitig zur Indem wir diese Auffaffung registriren, ohne fie uns der Absicht Miquel's, am Sonnabend für die Vorlage zu sprechen, öffentlichen Kenntniß gelangen, um auch von den betheiligten Streifen anzueignen, möchten wir auf die Gefahren hinbringt der Hamb. Correspondent": außerhalb des Reichstags geprüft werden zu können. Letzteres gilt weisen, welche Anträge der Art bes vorliegenden für die Landwirthschaft felbst und ihre berechtigten Interessen und Forderungen hervorrufen. Sie nöthigen die Regierung zu einer entschiedenen Ablehnung und erschweren fo einges beihliches Busammenwirten derselben und der Bertreter I andwirthschaftlicher Interessen zur Förderung derselben in den Grenzen des Staatswohls. Vor allem aber drohen Forderungen der hier bezeichneten Art alle anderen Kreise unseres Volkes und zwar auch diejenigen, welche fest auf dem Boden des Schutzes der nationalen Arbeit ftehen, zu einer gefchloffenen Phalanx zur Abwehr gegen dieselben au vereinigen und die Agrarier gänzlich zu isoliren. Ist aber einmal einmal eine starte anti- agrarische Strömung in den nicht an der Landwirthschaft unmittelbar betheiligten Kreisen des Volkes erzeugt, dann wird es ungemein schwer fein, auch die berechtigten Man will wiffen, der Kaiser habe, als er am 8. d. Mts. auch von dem dritten Gefeßentwurf betreffend das Verfahren in an Bord der Hohenzollern" die neuernannten Minister empfing, Sachen der freiwilligen Gerichtsbarkeit. Seine Bestimmungen eine längere Ansprache an sie gerichtet, in der er seiner Ueber- greifen fontief in de die Justizeinrichtungen der einzelnen zeugung von der Nothwendigkeit, der Sozialdemo- Staaten ein, daß deren Justizbehörden eingehend gehört werden fratie ein Ende zu machen, in gewohnter entschiedener mußten, bevor im Reichs- Justizamt ein endgiltiger Entwurf aufgestellt Weise Ausdruck gegeben habe; eine Aufgabe, die freilich auch dann werden kann. Das war wiederum nicht vor der Veröffentlichung schwerlich erfüllt werden würde, wenn die Vereinsgefegnovelle als des neuen Handelsgesetzbuches möglich. Auf jeden Fall ist aber die tleines Sozialistengesetz für Preußen in kraft treten sollte. Was rechtzeitige Feststellung aller drei Entwürfe für die parlamentarische das alte Reichs Sozialistengefeß nicht zu stande gebracht hat, Berathung sicher gestellt. wird man von der preußischen Borlage erst recht nicht Gotha, 21. Juli.( Gig. Ber.) Landtag. Die allgemeine erwarten dürfen. Daß es der Beredsamteit Miquel's Boltsschule, in welcher das Kind des Ministers wie des Arbeiters, gelingen werde, das Schicksal zu wenden und die Annahme das Rentierstöchterchen wie das Proletariermädchen, mit einem der Novelle im Abgeordnetenhause herbeizuführen, hält man nach Wort die Kinder des gesammten Voltes den gleichen Elementar wie vor ebenso für ausgefchloffen, wie die Auflösung des unterricht erhalten sollen, findet seine begeisterten Anhänger nur noch Abgeordnetenhaufes, für die, wie die" Post" versichert, die Kon- bei den Vertretern des Proletariats. Das zeigte auch die heutige servativen Propaganda machen." Sigung des Landtages, 100 die Sozialdemokraten bei der Wir glauben gern, daß man mit der Sozialdemokratie ein Aenderung des Volksschul Gesetzes und der Lehrerbesoldung Ende machen möchte". Aber zu folchem Zwecke müffen die Herren diese lebensfrischen Grundfäße vertraten. Die Tribünen entsprechend zu bezahlen.-Darüber, ob die Arbeiter damit ein verstanden sind, ist noch nichts bekannt. Die Gewerkschaften von Weimar und Apolda hatten den weimarischen Landtag durch eine Petition ersucht, zu bestimmen, daß die Fabrikinspektoren ihre Sprechstunden öffentlich bekannt zu geben haben. Außerdem war die Anstellung einer weiblichen Kraft als Assistenz gefordert worden. Diesen Wünschen ist, wie die Thür. Tribüne" mittheilt, seit der letzten Inspektionsreise entsprochen waren infolge der Schulferien von Lehrern überfüllt, so daß diese And Jhite Spanien. bören konnten, welche großen Sympathien die Sozialisten der wahren Madrid, 21. Juli. Giner Erklärung Canova's zufolge be Volksschule entgegenbringen und mit eigenen Ohren erfahren konnten, steht tein formelles Bündniß zwischen Japan und Spanien. daß in der Werthschäzung der Volfsschullehrer die Sozialdemokraten Wie amtlich aus Ruba gemeldet wird, verloren die Auf von niemanden übertroffen werden. Unser Antrag auf Aufhebung des ft ändischen bei den letzten Gefechten 122 Zobte sowie eine Menge Schulgeldes fand heftigen Widerstand auf allen Seiten. Wir be- Waffen und Munition. Fünf Aufständische geriethen in Gefangen gründeten denselben damit, daß die Aufhebung des Schulgeldes eine fchaft, 408 unterwarfen sich. Konsequenz des Schulzwanges sei, daß an der Schulbildung Ueber die Verluste der Spanier und die Fortschritte der Aufund Ausbildung der reiche kinderlose Mann ein ebenso ständigen versteht der offizielle Draht beredt zu schweigen. Auch worden. großes Intereffe und heute auch noch den meisten diese Sprache ist verständlich. Nuzen davon haben müffe als der Arme. Der Antrag fei nichts Unerhörtes, Unausführbares. Wir hätten uns darauf beschränkt, in anbetracht der Finanzen des Landes nur einen Schritt vorwärts zu thun, sonst hätten wir auch noch die fostenlose Lieferung der Schulutensilien von Staats wegen in unseren Antrag aufgenommen. Das war einem der Herren zu start, erschreckt rief er uns laut entgegen: Dann fommen Sie wohl schließlich später gar noch einmal mit Frühstückslieferung? Aber statt uns zu er schrecken, riefen die Sozialdemokraten wie aus einem Munde: „ Gewiß". Paris, London, Lille, Carmaux, in der Schweiz 2c. glänzend bewährt Nun ging's ans Beweisen, daß sich diese Einrichtungen in haben. Die Debatte wurde eine gründliche. Jeder merkte, daß hier awei total entgegengesette Ansichten über die Aufgaben des Staates fich gegenüber standen. Die Steinscher in Greiz haben am Dienstag die Arbeit Abend zu Ehren Morets stattfand, griff der Graf Romanones eingestellt hatte an stelle von zwei Junggefellen, denen er statt 45 Saragossa, 21. Juli. Bei einem Bankett, welches hier gestern niedergelegt, weil der Meister Wiegand zwei Rammer als Steinfeger den Kolonialminister heftig an. Der Vertreter der Behörde, nur 43 Pf. Stundenlohu zahlen wollte, Es streiken im ganzen welcher bei dem Bankett zugegen war, erhob Einspruch dagegen. 9 Mann, darunter 4 Lehrburschen. Zuzug ist fernzuhalten, desAngesichts des dadurch hervorgerufenen Tumults mußte der gleichen auch von Magdeburg, da hier der Streik noch immer Beamte den Revolver ziehen. Die Theilnehmer verließen den Saal nicht beendet ist. und bildeten auf der Straße Gruppen unter den Rufen:„ Es lebe die Freiheit!" " In Spanien sprechen viele Anzeichen für das langfame aber dazu die Kolonialkriege, das Finanzelend und die Mißwirthschaft sichere Aufkommen eines, ja vielleicht mehrerer ausständischer Bewegungen, im Süden republikanische, im Norden karlistische. Und in der Verwaltung... Amerika. Bei der Lehrerbesoldung trieften die Bürgerlichen förmlich von Wohlwollen für die Lehrer, sodaß, wenn diefe, wenn sie vom Wohlwollen fett werden könnten, jedes Jahr zwei Entfettungsturen machen müßten; aber zur Gehaltsskala der Sozialdemokraten, die 1000 M. Aufangsgehalt, steigend von 3 zu 3 Jahren bis zu einem Höchstgehalt von Also auch in Amerika ist, die Obstruktion zur Anwendung genicht etwa etwas Exorbitantes verlangten 2500 M. fonnten sich die Herren nicht aufschwingen. Die Herren nahmen den Antrag der Schulkommission, Anfangs gehalt 1000 m., steigend von fünf zu fünf Jahren bis zum Höchstgehalt von 2400 m, an. Die von der Wegierung vorgeschlagene Sfala war freilich noch niedriger. Beim Verlassen des Landtags sagte uns ein Lehrer: Na, wir haben heute gesehen, wo unsere Freunde fißen. Ja, die Oeffentlichkeit ist für die Herrschenden doch ein böses Ding, denn die sozialdemokratischen Grundsäße haben eine intensiv Kein Wunder, daß die Regierung mit einer Korrektion des Wahlrechts schwanger geht, um die" läftigen" Mäuler der Sozialdemokraten wieder los zu werden. werbende Kraft. Ungarn. tommen. in den In der Gothaer Porzellanfabrik von Morgenroth u. Comp. sind ernstliche Differenzen ausgebrochen. Ob es zu einem Streit tommen wird, müssen die nächsten Tage zeigen; jedenfalls ist Zuzug zu vermeiden. Gleichheit" mittheilt, dem Unterstüßungsverein deutscher TabakDie Dresdener Zigaretten Arbeiterinnen sind, wie die arbeiter beigetreten. " D " In cine Agitation für die wöchentliche Lohnzahlung find Washington, 21. Juli. In der geftrigen Sihung des Senats die Dortmunder organisirten Maler und Anstreicher einwurde mit der ersten Lesung des Berichtes der Delegirten beider getreten. Sie haben ein Flugblatt verbreitet, worin zu einer öffentSäuser, betr. die Tarifbill begonnen. Infolge von Unterlichen Bersammlung eingeladen wird, in der diese Forderung brechungen seitens der Demokraten tam es zu Debatten, sodaß die lichen Versammlung eingeladen wird, in der diese Forderung besprochen werden soll. Lesung schließlich vertagt werden mußte, Arbeitern das durch§ 152 gewährleistete Recht der Koalition Die Polizei geht überall mit großer Schneidigkeit vor, um den einzuschränken. Jetzt werden auch von Nürnberg dieselben Armand Goegg ist, wie uns telegraphisch mitgetheilt Klagen laut, auch dort wurden fireifende Schuhmacher verhaftet, wird, heute in Renchen in Baden verstorben. Armand Goegg zählt weil sie vor den Fabriken Streifpoften" gestanden hätten. In Rostock ist es dieser Tage sogar vorgekommen, daß Polizu den besten Streitern der badischen Revolution von 1849. Er hatte giften die Privatwohnungen streikender Tischler betreten haben, um in den Frühlingsmonaten hunderte von Volksvereinen daselbst Erfundigungen einzuziehen, wo sich der Streifende zu einer organisirt und gedacht, mit Hilfe dieser Organisationen gewissen Tageszeit aufgehalten habe. Die Mecklenb. Volts- 3tg." die Republik zu errichten. Sein Programm, welches weist mit Recht darauf hin, daß der Polizei derartige Auskünfte der großen Landes Volksversammlung, die am 13. Mai nicht ertheilt werden brauchen. Ausland. in Offenburg stattfand, vorlag, war das weitgehendste, das die bürgerliche Demokratie in jenem Jahre aufgestellt hat; Oesterreichische Streifs. Der Streit der Stockbrechsler auch soziale Gesichtspunkte fehlten nicht darin. Aber Goegg bei mehreren Wiener Firmen ist nach sechswöchentlicher Dauer bewar nicht nur ein Programmmacher und Organisator, sondern Gerber der Heeresausrüstungs- Fabrik in Graz stehen im Streit. endet. Die Forderungen der Arbeiter wurden bewilligt. Die Budapest, 21. Juli. Abgeordnetenhaus. Das Saus auch ein tapferer Soldat. Er hat den ganzen badischen Gerber der Heeresausrüstungs- Fabrik in Graz stehen im Streit. Er hat den ganzen badischen es feiern 200 Arbeiter; fie verlangen 30 pet. Lohnaufbesse. fst dicht besetzt. Eine Besprechung der Parteiführer, welche im Feldzug mitgemacht; noch Julitagen, als rung. Die Grazer Huf- und Wagenschmiede Laufe des Vormittags beim Präsidenten v. Szilagyi hatte stattfinden die Kraft der Erhebung schon gebrochen war, versuchte er, streiten gleichfalls; sie wollen oft und Logis außer Hause. Nach follen, wurde auf den Nachmittag vertagt. Auf der Tagesordnung gemeinschaftlich mit Johann Philipp Becker und Siegel, sich meeran, wo, wie wir bereits mitgetheilt, gegen 1000 steht der Antrag des Ministerpräsidenten auf Verlänge noch in den Schwarzwaldbergen zu behaupten. Vor der Bauarbeiter in den Streit eiagetreten sind, haben die Behörden rung der Sizungen um eine Stunde. Ministerpräsident Uebermacht der Preußen und den Reichstruppen mußte man nach ihrem alten Rezept eine Masse Soldaten geschickt.- Ueber Bauffy wiederholt seinen bereits gestern gestellten Antrag, das Haus jedoch zurückweichen; am 11. Juli ging Goegg mit 1200 Mann den Budapester Biegeleiarbeiterstreit wird der möge beschließen, die Sigungen schon von heute ab um eine Stunde zu Wolkswehr über die Schweizer Grenze, nachdem er noch in Wiener Arb. 3tg." mitgetheilt, daß, obwohl die Mehrzahl verlängern. Der Abgeordnete Rossuth erklärt, der Antrag bezwecke nur die Erschöpfung der Opposition. Konstanz ein Hoch auf das einige, freie Deutschland aus der Ziegelei- Arbeiter die Arbeit wieder aufgenommen habe, die Situation eine überaus ernste fei. Die Unternehmer haben, sobald Diese habe keinen Grund zu dieser Maßregelung gegeben; sie habe gebracht hatte, während sich die Preußen der Stadt näherten. Sie sahen, daß die Arbeiter sich wieder ins Joch gespannt hatten, ihre Zudie Debatte auf einem Niveau erhalten, welches weit höher stehe, Armand Goegg ist in seinen späteren Jahren stets den fagen vergessen. Als am Sonnabend, den 17. Juli, die Berathungen als das Niveau des Wiener Reichsrathes; sie sei bemüht gewesen, Idealen der Jugend treu geblieben. Auch die weitere Ent- über den fünftigen Arbeitsvertrag stattfinden sollten, fehlte die Mehrdie Diskussion auf dem Niveau der Objektivität zu erhalten, fte er wickelung der Arbeiterklasse von der Demokratie zur Sozial- zahl der Vertreter der Unternehmer. Vom Handelsministerium waren fülle ihre Pflicht und mache von ihrem Rechte Gebrauch. Des demokratie hat er mit Verständniß und Sympathie begleitet. zwei Gewerbe- Inspektoren anwesend, die Arbeiter waren durch sechs, weiteren erklärt Kossuth, seine Partei lehne die Zuckervorlage ab, Ehre dem Gedächtniß des wackeren Boltsmannes! bie Fabrikanten durch drei Vertrauensmänner( Direttoren) vertreten. weil dieselbe mur Desterreich zum Vortheil gereiche. Kossuth lebut Zu einer Berathung der Vertrauensmänner tam es gar nicht, denn schließlich den Antrag des Ministerpräsidenten ab und bringt die Fabrikanten erklärten schon im vorhinein, mit den Bertranens einen Gegenantrag ein, nach welchem die bisherige Sihungsmännern der Arbeiter nicht verhandeln zu wollen, da in sämmtlichen dauer beibehalten werden soll. Der Abg. Molnar( Volts partei) Zur Frage der Wahlbetheiligung. In Erfurt nahm Fabriken die Arbeit wieder im Gange ist. Nun beschränkten sich die erklärt, der Antrag Banffy's wäre nur ein Vorläufer eine start besuchte Parteiversammlung eine Resolution, die sich Bertreter der Arbeiter darauf, die schon bekannten Forderungen der Clôture( durch Majorität zu beschließenden Debatteschlusses), er lehnt denselben im Namen seiner Partei ab und beantragt Ueber: gegen die Betheiligung an den preußischen Landtagswahlen aus- 3 Protokoll zu geben und dasselbe dem gewerbebehördlichen Rommissar zu überreichen. Eine neue Forderung lautet, daß gang zur Tagesordnung. Der Abgeordnete Graf Albert Apponyi spricht, mit großer Majorität au. man die Arbeiter um Mitternacht weder mit hält die Vorlage nicht für geeignet zur Wieder Wahlkreis( Holstein- Lauenburg), die in Schiffbed abgehalten wingen folle. Aus dem ganzen Verlaufe der„ Berathung" Die Parteifonferenz für den 8. und 10. Reichstags: Worten noch mittels Ochsenziemern zur Arbeit herstellung der parlamentarischen Ordnung. wingen solle. Aus dem ganzen Verlaufe der„ Berathung" Graf Apponyi richtet in seiner weiteren Rede die Bitte an die Ma wurde, war von 29 Delegirten beschickt. Aus Hamburg war zwingt sich jedem die Ueberzeugung auf, daß die Fabrikanten einer jorität, ihre Rechte maßvoll zu gebrauchen sowie zur Beruhigung der Reichstags- Abgeordnete Frohme anwesend. Ueber die Kaffen- zwingt sich jedem die Ueberzeugung auf, daß die Fabrikanten einer des Landes alle kleinlichen Eitelkeiten aus dem Spiele zu lassen. verhältnisse wurde mitgetheilt, daß die Einnahme des Vorjahres Verständigung mit den Arbeitern aus dem Wege gehen wollen, wohl Aus demselben Grunde möge auch die Regierung ihren Antrag 3889,74 m. und die Ausgabe 3360,90 m. betragen habe. Nachdem wissend, daß die Arbeiter gezwungen sind, um jeden Preis zu fallen lassen. Der Abgeordnete Stefan Tisza weist darauf hin, sodann die Delegirten über den Stand der Partei in den wurde ber Antrag Die Aussperrung der dänischen Metallarbeiter dauert fort. daß der Antrag auf Verlängerung der Sitzungen schon öfter an einzelnen Ortschaften berichtet, der Konferenz fich Drei Herren, welche bereits im März dieses Jahres, gelegentlich des genommen worden ist, und daß die Majorität ebenso sehr unter genommen, daß ein Vertrauensmann einer folchen Verlängerung zu leiden habe, da sie für die Beschluß mit den drei Hamburger Wahlkreisen wegen Berathung der damaligen Lock- out, eine Einigung zu ftande brachten, haben neuer fähigkeit des Hauses sorgen müsse. Redner erkennt die Lokalfrage in Berbindung setzen soll. Bum Parteitage in Hamburg dings ihren Beistand angeboten; fie verlangen jedoch, daß die Arbeit Berechtigung eines Kompromisses alt, hier sei aber nur sollen sechs Delegirte für beide Kreise entfandt werden. Als Ran- aufgenommen werden folle, ehe mit der Einigungsarbeit begonnen einem Handel die Rede.„ Wenn dieser Handel zu didaten für die nächste Reichstagswahl wurden& rohme für den werden könne. Die Arbeiter werden in den nächsten Tagen Beschluß stande kommt, werden Sie alle gegen uns erhobene Anklagen fallen 8. Kreis und Tischler Befche Altona für den 10. Kreis aufgestellt. Darüber fassen, ob dieses Angebot angenommen werden soll. Thatlassen."( Lärm links, Eljenrufe rechts.) Der Weg der Opposition Auf Anregung eines Delegirten wurde beschlossen, auf dem demnächst träftige Unterstützung ist daher mehr denn je dringend nöthig. führe zum Konkurs des Parlaments. Die Opposition fönne wählen, stattfindenden Provinzial Parteitag zu Neumünster die schleswig- Der Ausstand der belgischen Berglente rückt nicht vom habe aber auch die Verantwortung zu tragen. Wenn sie sich für holsteinische Schulordnung zu besprechen. Als Referent hierzu wurde Fleck. Die Unternehmer bleiben bei ihrer strikten Ablehnung, die die Obstruktion erkläre, werde die Majorität mit Anspannung aller rohme ernannt. Nach einer Rede Frohme's wurde die Arbeiter streiken weiter, das Elend wächst. Nach der Reforme" Kräfte für die Vertheidigung des Parlaments eintreten.( Stürmischer Konferenz geschloffen. find es immer noch 18 000 Bergleute, die im Streit sich befinden. Beifall rechts.) Graf Apponyi erwidert darauf, was das Wor Von der Agitation. In Linden und Hannover haben die Dieser Tage haben gegen 50 Personen, darunter eine Anzahl Frauen, gehen der Opposition betreffe, so übernehme er mit Stolz die Ber- Parteigenossen dieser Tage 35 000 Exemplare Flugblätter, betitelt vor dem Richter zu Mons zu erscheinen, um sich wegen angeblicher antwortung und erkläre sich mit ihrem bisherigen Verhalten voll- Das Attentat auf das Vereins- und Versammlungsrecht" zur Ver- Beleidigung und Bedrohung von Arbeitenden zu verantworten. ständig solidarisch. breitung gebracht. Im Wahlkreise Arnstadt i. Th. wurde am Im Auftrage des vierten internationalen DiamantenSonntag eine starke Auflage Flugblätter gleichen Inhalts verarbeiter Kongreffes, der im August 1895 zu Amsterdam tagte, hat breitet. der Vorstand des Allgemeinen Niederländischen Diamantenarbeiter Bundes den fünften Kongreß für den August oder Anfang September dieses Jahres einberufen. Es ist noch nicht festgestellt, ob der Kongreß in Amsterdam oder in Antwerpen stattfinden soll. Die Fragen des Arbeitstages und des Lehrlingswesens werden die Hauptpunkte der Tagesordnung liefern. Frankreich. M Partei- Nachrichten. Zur Achtstundenbewegung der englischen Maschinenbauer. nur noch an= arbeiten. 390 3003 Soziales. " Paris, 20. Juli. Der Senat nahm den Gefeßentwurf betreffend die direkten Steuern ohne Abänderungen mit 217 gegen 2 Stimmen, ferner den Kredit von 7 Millionen für die Marine einstimmig an. Nachdem hierauf Justizminister Darlan das Detret betreffend den Schluß der Tagung verlesen hatte, wurde die Sitzung geschlossen. Das Achtstundenkomitee der Arbeiter hat neuerdings ein dem über den Stand der Bewegung Die Deputirtentammer nahm einen Gesetzentwurf Manifeft erlaffen, in an, durch welchen eine Lotterie im Betrage von 8 Millionen folgende Angaben gemacht werden: Bis zu Montag Abend waren Franks für die Opfer der letzten Ueberschwemmungen ge- nach den eingelaufenen Berichten aus dem ganzen Lande 18 000 Mitglieder der Maschinenbauer Gewerkschaft ausständig. Dazu kommen Bnr Dienstbotenfrage. In einer Nummer der Landsberger stattet wird. Ministerpräsident Meline verlas hierauf das Dekret allerdings noch Mitglieder anderer Gewerkschaften, die am Kampfe be Beitung" befinden sich zwei verschiedene Inserate von Gastwirthen betreffend den Schluß der Tagung worauf die Sigung e bentheiligt find, und Unorganisirte, deren Zahl auch noch nicht festgestellt ist. aus der Umgegend von Landsberg a. W., in welchen dieſe ihren falls geschlossen wurde. Nun hat Meline bis zum Herbst Nuhe, der Barenbesuch kann In London haben im Laufe der vergangenen Woche 15 Firmen, Tanzboden empfehlen. Bei der Tanzmusik, die sie anzeigen und die sich unter der Assistenz der Meline und Honotang programmgemäß die zusammen etwa 1000 Mann beschäftigen, den Achtstundentag bes in einem Falle von einer Militärkapelle ausgeführt wird, haben willigt, ſo daß in London abspielen und die Brotvertheurer auf dem Regierungsschiff können übrig bleiben, die den Standpunkt des Herrn Siemens Hauptfache das landwirthschaftliche Gesinde" im Auge haben und wenige Fabriken Dienst boten feinen Zutritt. Hier wird man in der bedächtig die Wahlen vorbereiten. theilen. Wenn die Kölnische Zeitung" berichtet, daß die wir haben in der That nichts dagegen, wenn auch diesem der Paris, 21. Juli. Cornelius Hera erklärte einem Arbeitgeber die Forderung nur ganz vereinzelt" bewilligen Klassencharakter der heutigen Gesellschaft recht deutlich eingepaukt Korrespondenten des" Figaro" gegenüber, er sei nach wie und daß in London in den letzten Tagen" einige Maschinen wird. vor entschlossen, der Panama- Kommission die versprochenen fabrikanten den achtstündigen Arbeitstag eingeführt hätten, so mag Die Juvaliditäts- und Altersversicherungs- Auftalt der Enthüllungen zu machen. Wenn er das Datum der Zusammen- dies wohl richtig sein, bezieht sich aber nur auf die letzten Tage". Provinz Schlesien beabsichtigt, wie die Deutsch Med. Wochenfunft hinausgeschoben habe, so sei dies geschehen, weil er Die Kölnerin scheint dabet aber ganz vergessen zu haben, daß in schrift" mittheilt, ein großes Krankenhaus in Breslau mit einem erst die Originale feiner Dokumente aus Amerika, wo 2ondon allein 157 Firmen sofort bewilligt hatten, während Kostenaufwand von 600 000. zu errichten. Das Krankenhaus dieselben sich in sicherem Gewahrsam befänden, kommen lassen auf die Seite der Verweigerer überhaupt nur 39 Fabrikanten sich soll den Zweck haben: 1. durch ärztliche Beobachtung der Rentenvolle. Die Blätter sind einstimmig der Meinung, daß stellten. In Halifax haben 6, in Leeds und Leicester je antragsteller im Krankenhause zuverlässig festzustellen, ob wirklich Cornelius Herz die Panama Rommiffion un- eine und in Belfast und London je 2 Firmen die Kündigung schon dauernde Erwerbsunfähigkeit im Sinne des Gesetzes vorliegt, erhört gefoppt habe. zurückgenommen. 2. durch die ärztliche Beobachtung der Personen, welche die UeberEngland. Nach den Berichten der Unternehmerorganisation zählt ihr nahme des Heilverfahrens beantragt haben, festzustellen, ob die VorausLondon, 20. Juli. Das Oberhau 3 nahm die zweite Lesung Verband gegenwärtig 250 Fabrikanten im Vereinigten Königreich; fetzungen für die Uebernahme des Heilverfahrens vorliegen, und der Bill an, durch welche die Anwendung des metrischen 41 find in London. In London haben jeht von 20 000 in der 3. in den Fällen, in denen die Uebernahme des Heilverfahrens Systems für Maaße und Gewichte gestattet wird; ebenso Maschinenbranche beschäftigten Arbeitern 18 000 den achtstündigen beschlossen worden ist, das Heilverfahren selbst durchzuführen. Das wurde die zweite Lesung der Bill betreffend die Entschädigung Arbeitstag; 3000 feiern, und 4000 find bei Fabrikanten beschäftigt, ist dasselbe Programm, wie wir es in den berühmten, Rentender Arbeiter bet Unfällen ohne namentliche Abstimmung welche dem Verband der Arbeitgeber nicht angehören und den achts quetschen" auch vorfinden. Die Beobachtung der Rentenstündigen Arbeitstag gleichfalls noch nicht bewilligt haben. beaufprucher mag nöthig fein, geschieht sie aber von Beauftragten der Zahlungspflichtigen der Versicherungsanstalten, dann wird fie immer wieder zu solchen Vorkommnissen führen, die zu rügen wir häufig genug schon Veranlassung nehmen mußten. Fälle, in denen der verunglückte Arbeiter den ewigen Heilversuchen" zum Opfer gefallen, find gar nicht so selten. angenommen. London, 21. Juli. Der ehemalige Minister Mundella Gewerkschaftliches. Deutsches Reich. " ist heute Nachmittag im 75. Lebensjahre gestorben. Er war der Sohn eines italienischen Flüchtlings. Auf ihn ist die Einführung der Einigungsämter zwischen Unternehmern und Arbeitern in England zurückzuführen. Auch praktisch hat er sich Ueber eine Lohnbewegung der Bauhandwerker von häufig um die Beilegung von Differenzen zwischen Arbeitern und Unter Ostrowo wird der Breslauer Volkswacht" aus Ostrowo ges Das Verbot der Verwendung von Kindern zum Austragen nehmern bemüht. 1880-1885 war er im Ministerium Gladstone Vize schrieben: Die hiesigen Bauunternehmer tamen zusammen, um Stel- von Beitungen, Brot u. f. w., das vom Hamburger Senat erpräsident des Unterichtsministeriums. In den beiden letzten liberalen lung zu der Lohnbewegung unter den hiesigen Maurern und lassen ist und von dem wir bereits berichteten, paßt natürlich den Minifterien war er Präsident des Handelsminifteriums. Wegen Bimmerern zu nehmen. Sie beschloffen, den Arbeitern fortan 27 Pf. betreffenden Unternehmerkreisen nicht. Sie haben, wie uns aus feiner Betheiligung an einem folonialen Attienunternehmen mußte( ftatt 25 Pf. wie bisher) pro Stunde zu gewähren, den Normal- Hamburg berichtet wird, sofort mobil gemacht, um sich die billige er seine Aemter( 1894) niederlegen. arbeitstag auf 11 Stunden feftaufeßen und etwaige Ueberstunden| Arbeitskraft der Kinder zu erhalten. Hoffentlich wird das jedoch nutzen. denn wie Überhaupt, so dürfte gerade in Hamburg die Berwendniig der Kinderarbeit und speziell ans den drei oben vezelchneten Gebieten eine gesetzliche Regelung dringend erheischein Arbeitsordnungen müssen, der Gewerbe-Ordnnng entsprechend ,N allen größeren Betrieben, nachdem sie amtlich beglaubigt sind. eingeführt sein. Vielfach ist die Ansicht verbreitet, als ob diese Arbeitsordnungen spater nicht mehr abgeändert werden dürften Dies ist unrichtig, denn nach tz 134 k der Gewerbe-OrdNung sind, falls die Arbeitsordnung Lücken und Mängel zeigt, diese nachträq- lich abzuändern. Die Handwebcrei im Handelskammerbezirk Lau bau be- schästigte im Jahre 189S im ganzen 60K3 und im letzten Jahre 6209 Stühle und zeigt demnach einen Zuwachs von 146 Stühlen. Für den ganzen Handelskammerbezirk sei, wie der Jahresbericht der Kammer bemerkt, die Erhaltung dieser Hansindiistrie von größter Bedeutung, da sie seit einem Menschenaller einen Nothstand im Bezirk nie habe auskommen lassen, und ferner, weil namentlich während der Wintermonate die von der Banthätigkeit zurückkehrenden Arbeiter, die in den Fabriken dann ebenfalls keine Arbeit erhalten, in dieser Weberei volle Beschäftigung finden.— Da nicht festgestellt ist, wie tief die Lebenshaltung der Weber gesunken sei» muß, ehe die Handelskammer einen„ Nothstand erblickt, und da auch alle Angaben über die Höhe des Verdienstes fehlen, so läßt sich mit diesen Redensarten nichts anfangen. Einwirkung ans öffcntlichc Angelegenheit dnrch Arbeiter- Gesangvereine. In Kottbus hatten sich vor einiger Zeil Delegirte von Arbeiter-Gesangvereinen versammelt, die beim Arbeiter-Sänger- bunde für die Niederlausitz betheiligt sind. Man wollte allgemeine Bnndesangelegenheiten berathen und ging auch darüber nicht hinaus. Selbstverständlich kümmerte man sich unter diesen Umständen nicht um die Polizei. Z» ihrem größten Er- stamrc» erhielten bald darauf die Gen. Höpe, Berger und Britze, sowie der Gastwirth Grabein Stafmandate wegen Uebertrelung der§§ 1 und 12 des Vereinsgesetzes. Die Polizei erblickte in jener Zusammenkunft eine Versammlung, die auf öffentliche An- gelegen heiten einzuwirken bezweckte und die deshalb hätte ' polizeilich angemeldet werden müssen. Grabein wurde vorgeworfen, für diese gesetzwidrig nicht angemeldete Versammlung sein Lokal hergegeben zu haben, und den anderen machte man den Vorwurf, sie hätten als Leiter, Ordner:c. fungirt. Das Schöffengericht ver- urtheilte sie demnächst ebenfalls zu Geldstrafen. Die Angeschuldigten legten dann Berufung ein und machten geltend, es habe der Konserenz durchaus ferngelegen, sich mit öffentlichen Angelegenheiten zu beschäftigen; die Vereine, welche dort vertreten waren, pflegten mir die Gesangs- kunst. Man habe lediglich interne Angelegenheiten besprochen, zum Beispiel habe man sich über die Veranstaltung des nächsten Bundes- festes unterhalten. Nicht einmal Lieder seien gesungen worden. Die Strafkammer bestätigte jedoch die Vorentscheidung und wies die Be- rnfung zurück. Sie führte ans, es handele sich hier um Vereine, die sozialdemokratische Zwecke verfolgte», in- dem sie bestrebt seien, unter Benutzung des Gesanges die sozialdemokratische Gesinnung zu pflegen. Die Versammlung sei auch in einem sozialdemokratischen Blatte bekannt gemacht worden. Nach allem sei anzunehmen, daß in der Versammlung öffentliche Angelegenheiten erörtert werden sollten.(Ein großartiger Schluß!) Die Revision der Angeklagten wurde vom Ferienstrassenat des Kammergerichts als unbegründet zurückgewiesen. Es sei kein Liechtsirrthnm dargethan.— Diese Ent- scheidungen schließen sich hier der Stellungnahme des Ober-Verwal- tungsgerichtes an, das in dem einseitigen Vortrag von Lieder», die sozialistischen Geist athmen, eine Erörterung öffentlicher Angelegen- heiten und eine Einwirkung ans solche sieht. Eine Anklage Wege» wissentlich falscher Anschuldigung gelangte gestern vor der ersten Ferien-Siraikammer des Land- gerichts I gegen den Zimmermann August Friedrich Eue zur Ver- Handlung. An eineni Apriltage d. I. lief bei der Polizei eine schriftliche Anzeige ohne Unterschrift ein. Der Anzeigende gab an, daß er wegen der schweren Krankheit seiner Ehefrau seinen Namen nicht nennen dürfe. Vor einigen Tagen habe er einer Frau, deren Wohnung er genau angab, deren Name Ellie oder so ähnlich sein müsse, einen Besuch gemacht und bei dieser Gelegenheit habe dieselbe ihm ein 20-Markstück gestohlen. Als bei der Frau Ermittlungen angestellt wurden, glaubte sie, aus den Wolken zu fallen, da ihr von dem Vorfalle nicht das geringste bewußt sei. Sie ließ sich die schrift- liche Anzeige vorlege» und erklärte dann sofort, daß ihr eigener Ehemann der Verfasser sei. Sie lebe von ihm getrennt und habe kürzlich Annäherungsversuche seinerseits energisch zurück- gewiesen. Dafür wolle er sich nun rächen. Im gestrigen Termine legte der Angeklagte sich aufs Leugnen, der Schreib- sachverständige Gerichtssekrelär Altrichter begutachtete aber, daß der Angeklagte zweifellos der Schreiber der Anzeige sei. Mit Rücksicht auf die niedrige Gesinnung, die der Angeklagte an den Tag gelegt, vernrtheilte der Gerichtshof ihn zn 6 Monaten Gesängniß und zwei- jährigein Ehrverlust. Mißhandlung cincS Ttrafgefangcnen wurde dem Hilfs- Gefängnißaufseher Albert Brüggemann zur Last gelegt, der heute vor der zweiten Strafkannner des Landgerichts II stand. Der Angeklagte ist im Filialgefängniß zu Rnmmelsburg angestellt und hatte am 23. April d. I. eine ans 12 Köpfen bestehende Kolonne von sogenannten Außenarbeitern(Gefangene, die für private Unter- nehmer außerhalb des Gesängnisses arbeiten), die in der Lehmann- schen Fabrik beschäftigt war, zn beaufsichtigen. Einer der Ge- sangenen, Arbeiter Heinrich Vehr, war im Laufe des Tages plötzlich verschwunden und als derselbe nach langem Suchen zum Vorschein kani, hat ihn der Aufseher in einen Klosetraum gestoßen und ihm einige Ohrfeigen gegeben. Der Gefangene, der seine Strafe bald verbüßt halte, erstattete Anzeige, worauf der Aufseher unter Anklage gestellt wurde. Derselbe bestritt nicht, den Gefangenen ge- stoßen und geschlagen zu haben, erklärte dies aber in der Weise, es seien in letzter Zeit viele Fluchtversuche von feiten der Gefangenen gemacht worden, die meist von Erfolg begleitet waren. Mehrere Aufseher seien sogar deshalb entlassen worden; dasselbe Schicksal würde ihn getroffen haben, hätte er seine Kolonne nicht vollzählig zurückgebracht, obwohl er kurz vor der definitiven Anstellung stand. Er habe daher um so größere Sorge um seine Schützlinge haben müssen. Der Gefangene Vehr habe gleich bei Beginn der Arbeit mit den in der Fabrik beschäftigten jungen Mädchen charmirt und sei dann plötzlich verschwunden gewesen. Es sei alles nach ihm abgesucht worden, da sei Vehr endlich in der Gegend aufgetaucht, wo die jungen Mädchen beschäftigt waren und da sei ihm die Galle übergelaufen und er habe dem Behr die Angst, die dieser ihm gemacht, durch ein paar .Katzenköpfe" vergolten. Der Zeuge Behr behauptete, daß ihm der Aufseher erlaubt habe auszutreten. Als er zurückgekommen sei, da sei die Kolonne fortgewesen, da dieselbe Transporte von Waaren über die Straße zn bewerkstelligen hatte. Nachgehen konnte er nicht, denn auf der Straße wurde man ihn der Anstaltskleider wegen so ort festgehalten haben. Er habe sich daher in der Fabrik ver- steckt, bis die Kolonne zurück gewesen. Die Richtigkeit dieser Dar- stellung konnte der Angeklagte nicht bestreiten. Der Gerichtshof nahm aus die Erregung und Angst Rücksicht, in welcher der Ange- klagte durch das vorübergehende Verschwinden des einen Ge« sangenen versetzt worden war und erkannte nur auf 20 M. Geld- strafe. Veruntreuung von Geldern einer Freien Hilfskaffe führte heute den Zimmermann Wilhelm K u s ch e vor die zweite Ferren- strafkannner am Landgericht II. Kusche hat drei Jahre lang dre Kassirergeschäfte der Verwaltungsstelle Weißensee der in Hamburg domizilirenden Zentral-Krankenkasse der deutschen Zimmerer ver- waltet. Bei Gelegenheit einer Revision stellte der Vorsitzende Mahn- köpf fest, daß in den letzten drei Monaten keinerlei Eintragungen in die Bücher gemacht worden waren und in der Kasse 400 M. fehlten. Auf grund eines Berichtes an die Zentralstelle ?!«i-oiiiwnrtlicber Nedoktenr: Sliiauft Iaeobey in Berlin. Für den Ins wurde sofort ein Hauptrevisor hierher geschickt, der das Manko genau auf 830 Mark feststellte. Der Angeklagte gab zu, diese Summe in den letzten drei Monaten seiner Geschäftsführung unterschlagen zu haben. Theils habe ihn Krankheit in der Familie, Arbeitslosigkeit und Noth dazu getrieben, theils habe er aus Gut- muthigkeit treuen Mitgliedern, um deren Streichung zu verhindern, Beiträge als bezahlt gebucht, ohne bisher Geld erhalten zu haben. Der Gerichtshof zog die Nothlage des Angeklagten bei der Straf- bemessung mildernd in Betracht, erkannte aber in Rücksicht, daß es sich um Arbeitergroschen handelte, welche zur gemeinsamen gegen- seiligen Unterstützung in Krankheit und Tod gesammelt waren, auf vier Monate Gefängniß. Begnadigung eines nnschnldig Vcrnrtheilten. Charakteristisch für unsere Rechtspflege ist der Verlauf eines seit mehreren Jahren schwebenden Strafprozesses, welcher zwar sein Ende noch nicht er- reicht, für de» Angeklagten aber durch seine Begnadigung einen ge- wissen Abschluß gefunden hat. Der frühere Rechtsanwalts-Bureau« Vorsteher Timm in Charlottenburg war ans das Zeugniß einer Frau G a l e p p wegen Unterschlagung dreier Versänniniß- Urtheile vom Schöffengericht Charlottcnburg zu 6 Monaten Gefängniß und 1 Jahr Ehrverlust verurtheilt worden. Der Angeklagte hatte be- hauptet, daß er ihr drei Forderungen nur zum Einklage» zedirt halte, während demgegenüber die Zeugin bekundete, daß er ihr die Forderungen zum Eigenthum für das Fallenlassen einer Gegen- fordernng übertrage» hätte. Als Grund, warum sie dem An- geklagten die drei Bersäumniß-Urlheile übergeben, halte die Zeugin angeführt, der Angeklagte habe ihr erklärt, es sei ihm doch z n interessant, V e r s ä n m n i ß u r t h e i l e zu lesen. Der Angeklagte machte gegen die Glaubwürdigkeit der Zeugin u. a. geltend, daß sie mit dem Rittmeister Schiemann im Konkubinatsverhälluiß gelebt habe. Dies verneinte die Zeugin unter ihren, Eide. Die von dem Angeklagten eingelegte Be- rufung wurde verworfen, das gleiche Schicksal erfuhr das Rechtsmittel der Revision. Nachdem das Urlheil Rechtskrast erlangt hatte, brachte der Berurtheilte ein Wiederaufnahinegesuch ein, in welchem er Beweis dasür antrat, daß die Frau Galepp über 20 Jahre mit dem Ritt- meister Schiemann im Konkubinat gelebt hat und daß deswegen ihre Ehe und die des Schiemann geschieden worden sind; daß sie ferner viel- Jahre unter sitlenpolizeilicher Kontrolle gestanden und daß sie niemals Vermögen besessen hat. Vom Landgericht II und Kammergericht wurden Wiederausnahme-Antrag und Beschwerde des Angeklagten zurück- gewiesen, weil mit seinem Beweisantrage ein Meineid der Zeugin nachgewiesen werden solle und deshalb eine Vernrtheilnng der Zeugin wegen Meineids vorhergehen wüßte. Auf die als- dann eingebrachte Strafanzeige gegen die Galepp wegen Meineids wurden Ermittelungen angestellt, welche so viel belastendes Material ergaben, daß die Verhaftung der Zeugin beschlossen wurde. Sie entzog sich derselben jedoch durch Selbstmord. Trotzdem wurden die von dem Vernrtheilten eingereichten drei neuen Wiederaufnahme- Anträge resp. Beschwerden von den Gerichten mit der Motivirung zurückgewiesen, daß der Meineid nur bezüglich des Konkubinats er- wiesen>v ä r e und daß der Zeugin, s e l b st wenn dieser Meineid dem Gericht bekannt, dennoch ge- glaubt worden wäre, sodaß also dieser Beweis für die Entscheidung unerheblich sei. Noch zwei fernere neue Wieder- aufnahme-Anträge, in denen Aeußerunge» der Selbstmörderin unter Beweis gestellt wurden, aus denen sich die Unwahrheit der übrigen von ihr beschworenen Bekundungen ergab, wurden von den Gerichten zurückgewiesen und schwebt diese Sache gegenwärtig in der Beschwerde-Jnstanz vor dem Kammergericht. In- zwischen halte der Justizminister auf ein von der Ehefrau des Vernrtheilten eingereichtes Gnadengesuch die Akten eingefordert und auf grund derselben die Begnadigung befürwortet, welche nunmehr auch bezüglich des Nestes der noch zu verbüßenden Strafe(Timm habe bereits 4 Monate in» Gefängniß in Plötzensee zugebracht) erfolgt ist. Mit Rücksicht hierauf fragte die Slaalsanwaltschafl bei Timm an, ob er denn nun noch auf die Erledigung seiner Beschwerde Werth lege, was derselbe mit dem Bemerken beantwortete, daß dieses ja aus seinem ganzen Kampfe um sein gutes Recht hervorgehe. Wegen eines schtvcre» AnitsvergehcnS hatte sich heute der Gerichtsdiener und Gefangenen-Aufseher am Amtsgericht Alt-Lands- berg, Gamper, vor der 2. Ferienstrafkammer am Landgericht II zu verantworten. Im Amtsgerichtsgesängnisse z» Alt- Landsberg hatte ein junges Mädchen in der Zeit von Ende 1895 bis Anfang dieses Jahres eine ihr zudiktirte Strafe zu verbüßen. Mit dieser seiner Obhut anvertrauten Gefangenen soll Gamper in einen fortgesetzten Verkehr von der Art getreten sein, die§ 174 2 des Strafgesetzbuchs mit Zuchthans bis zu fünf Jahren bestraft. Nach der Strasverbüßung des Mädchens kam die Sache an den Tag. Durch die Beweis- aufnähme, die unter Ausschluß der Ocffentlichkeit stattfand, wurde der Angeklagte der That überführt. Das Urlheil lautete auf ein Jahr und drei Monate Zuchthaus. Verpcrintnlttngett. Der sozialdemokratische Wahlvcrein für den vierte» Berliner Reichstags- Wahlkreis(Südost) hielt am Dienstag eine außerordentliche General- Versammlung im Lokal Urania, Wrangelstraße, ab. Genosse M a s s a t f ch referirte über das Thema: Klassenkampf. Der Vortrag, dem eine kurze Diskussion in zustimmendem Sinne folgte, wurde von der gut besuchten Bersamm- lung mit lebhaftem Beifall aufgenommen. Eine längere Debatte zeitigte eine Differenz des Vorstandes mit dem Genossen Albert Müller. Nach den gemachten Ausführungen sollen Gerüchte ver- breitet worden sein, die geeignet sind, den Vorstand herabzusetzen, weshalb sich derselbe beschwert fühlt. Diese Angelegenheit wurde schließlich bis zur Haftentlassung des Genossen Erbe vertagt. Ein Antrag, die Frage der Betheiliguug an den Landtagswahlen in einer Wahlvercins-Versammlung zu diskutiren, wurde, nachdem darauf hin- gewiesen worden war. daß sich bereits eine Volksversammlung im Kreise damit beschäftigt hat, zurückgezogen. Von einem Genossen wurde behauptet und auf das schärjste gerügt, daß sich Mitglieder des Wahlvereins an einer Partie, die von einer Fabrik nach einem gesperrten Lokal unternomnien wurde, nicht nur betheiligt, sondern sogar eifrig Propaganda für dieselbe gemacht haben und auf die darüber gemachten Vorhaltungen mit unqualifizirlen Aeußerunge» über die Loknlkommission antworteten. Einstimmig wurde beschlossen, dem Vorstand die weiteren Ermittelungen in dieser Angelegenheit zn überlassen. Zum Schluß wurde auf die Ergänzungswahlen für die Stadtverordneten- Versammlung hingewiesen und aufgefordert, gewissenhaft die Listen einzusehen. Eine Versammlung von Arbeitern und Arbeiterinnen der Bcklcidnngö-Jndustrie tagte am Dienstag in den Armin- hallen und nahm ein Referat des Genossen T i in m entgegen über de» Internationalen Arbeiterschntz-Kongreß in Zürich. Nach einem Ueberblick über die Entwickelung der Arbeiterschutz- Bestrebungen bemerkte der Redner, daß er zwar von dem Kongreß nicht so viel erwarte, wie sich die schweizerischen Arbeiter davon versprechen. Da sich aber die niaßgebenden Vertreter der Arbeiter anderer Länder und auch die deutsche Sozialdemokratie für eine Beschickung des Kongresses entschieden haben, frage es sich, ob auch die deutschen Gewerkschaften eine kleine Zahl von Vertretern entsenden wollen. Die Hamburger Kollegen hätten nun durch einen Beschluß die Fünfer-Kommisflon für Deutschland beauftragt, eine Stellungnahme zu dieser Angelegenheit zu veranlassen. Da ja auf dem Gebiet der Konfektion wie überhaupt in der Hausindustrie die Frage des Arbeiterschutzes eine große Rolle spiele, so sei eine Vertretung in Zürich wohl zu empfehlen. Die Fünfer- Kommission sei der Meinung. daß die zusammengehörenden Jndustriegruppen sich auf einen gemeinsamen Delegirtcn einigen sollen. Es frage sich nun, ob seitens der Bekleidungs- Industrie der Kongreß beschickt werden solle und durch wieviel Delegirte. Die Stellungnahme zum Kongreß solle durch ganz Deutschland vor sich gehen und wenn ratentbeil verantwortlich: Tch. Glocke in Berlin. Druck und Verlag von die Mehrheit der Orte dafür sind, solle der Kongreß beschickt werden. Gleichzeitig werde auch in den Versamm- lnngen der betreffende Delegirte gewählt, und wer die meisten Stimmen in ganz Deutschland erhält, gilt als gewählt. Eine Anzahl von Orten habe die Beschickung abgelehnt, andere hätten sich dafür erklärt. Nun möge sich auch diese Ver- sammlung entscheiden. Kürschner Regge war der Meinung, daß die Behandlung dieser Angelegenheit früher hätte vor- genommen werden müssen. Seine Gewerkschaft habe noch nicht Gelegenheit gehabt, Stellung zum Kongreß zu nehmen. Ein anderer Kürschner war dafür, daß die Schneider für sich allein einen Delegirte» entsenden. Für Beschickung seitens der Bekleidungs- Industrie erklärten sich die Schneider Bohne und Ad. Schulz. Die Versammlung entschied sich für Entsendung eines Delegirte» und wählte Timm zu diesem Zimt mit 77 Stimmen. Ter halbjährige Geschäftsbericht und die Neuwahl des Ge- sammtvorstandes des„Arbeiter-Raucher-Bundes Ber- lins und Umgegend" kam in zwei Versammlungen, am 13. Juni und am 4. Juli, zur Erledigung. Der Bericht des Bundes- kassirers Rob. Ehr ke, Schönleinstraße 11, ergab eine Gesammtein- nähme von 2132,20 M. und eine Ausgabe von 1746,50 M., so daß ein Gefammtüberschnß(inkl. des alten Bestandes von 411.90 M.) von 797,60 M. zn verzeichnen war. Dem'Bunde gehören 77 Klubs an mit zirka 1000 Mitgliedern. Für 7 Begräbnisse wnrden 700 M., ohne die Kranzspenden, und für die Streikenden 181,20 M. ver- ausgabt. Der Hanptvorstand Otto Schulz als I.Vorsitzender. R o b. E b r k e als 1. Kassirer und H. B r a n n s ch w e i g als 1. Schriftführer wurden wiederum einstimmig gewählt. Ter Verein deutscher Schiihninchcr, Filiale I, hielt am 12. d. M. in Wilke's Lokal. Andreasstraße, seine Generalversammlung ab. Nach einem beifällig aufgenommene» Vortrage des Genossen O p p e l erfolgte die Abrechnung vom 2. Quartal 1397. Darnach be- trugen die Einnahmen: 1137,05 M., die Ausgaben: 899,43 M., mithin Bestand für das nächste Quartal 237,62 M. Auf Antrag der Revisoren wurde dem Kassirer Decharge ertheilt. Eine öffentliche Schuhmacher- Versammlung tagte am 20. Juli bei Joel in derAndreaSstrnße. Einleitend referirte Genosse M e tz n e r unter Beifall der Versammelten über die Ethik der heutige» Gesellschaft. Darauf gab der Kassirer N o a ck den Rechen- schasl'sbericht vom 2. Quartal 1397, der in Einnahme 1672,73 M. und in Ausgabe 572,75 M. aufweist, so daß ein Kassen- bestand von 1099,93 M. zu verzeichnen ist. Von dieser Summe sind 800 M. bei der Bank niedergelegt. Nach Beantwortung einiger an den Kassirer gerichteten Anfragen betreffs einzelner Ausgabepostcir wurde auf Antrag der Revisoren der Kassirer entlastet. An der Aufbringung dieser Gelder waren die Arbeitenden von 34 in der Bewegung stehenden Fabriken be- theiligt, 5 Fabriken haben sich von der Beitragsleistung ausgeschlossen nebst einer Reihe von Fabriken, die sich nicht der Bewegung an- geschlossen hatten. Dopeschen und letzke MAchvichken. Köln, 21. Juli.(B. H.) Heute Vormittag wurde in der Nähe des Bonner Tbores ein Liebespaar, ein 19 jähriger junger Mann mit durchschossenem Schädel und ein 16 jähriges Mädchen mit tödtlichen Schußwunden, aufgefunden. Das Mädchen wurde sofort ins Hospital gebracht. Allem Anscheine nach hat der junge Mann seine Braut zu tödten versucht und sich alsdann selbst ge- tödtet. Etwa eine halbe Stunde vom Thatorte entfernt fand man eine zweite Manuesleiche mit mehreren Schußwunden auf. Ob der Tod dieses Mannes gleichfalls mit der Ermordung des Mädchens zusammenhängt, wird die behördlicherseits angeordnete Untersuchung ergeben. Wie», 21. Juli.(B. H.) Der Finanzminister hat die Normal- arbeitszeit im Betriebe des Haupt-Münzamtes vom 1. August ab von 10 aus 9 Stunden herabgesetzt. Jede Über neun Stunden zu- gebrachte Arbeitszeit im Dienste wird als Ueberstunde bezahlt. Wien, 21. Juli.(B. H.) Die„Neue Freie Presse" meldet aus Konstantinopel: Der neueste Akt der Komödie der Friedens- Verhandlungen scheint weniger schnell zu verlaufen, als man erwartet hatte. Die gestern anberaumte Sitzung ist wieder verschoben worden. Die Türken schlagen neuerdings einen Austausch Kretas gegen Thessalien vor oder die Rückgabe Thessa- liens gegen die Herstellung des früheren Verhältnisses Kreta's zur Türkei. Budapest, 21. Juli.(B. H.) Die Regierung ist entschlossen, den tz 16 des Preßgesetzes nicht fallen zu lassen. Aus diesem Grunde werden die Verhandlunge» der Opposition mit der Regierung wegen eines Kompromisses nicht zu stände kommen. Heute Nach« mittag sollte die entscheidende Konferenz stattfinden. Trieft, 21. Juli.(B. H.) Der Streik der hiesigen Holzlast- träger hat an Ausdehnung zugenommen. Die im Hafen liegenden Schiffe können ihre Holzladung nicht löschen. Der Abg. Dr. Hortis sucht eine Einigung herbeizuführen. PariS, 21. Juli.(W. T. B.) Die Panama-Kommifsion beschloß, die mit der Vernehmung von Cornelius Herz beauftragte Abordnung solle während der Parlamentsferien versammelt bleiben, um die Akten zu prüfen. Cannes, 21. Juli.(W. T. B.) Dnrch ein noch andauerndes Feuer wurden 150 Hektar Wald vernichtet. London, 21. Juli.(W. T. B.) Nach einer bei Lloyd? aus Soulhampton eingegangenen Depesche ist daselbst der Liverpooler Dampfer„Sant Tillans", von Rotterdam nach New-Iork bestimmt. mit beschädigtem Bug eingetroffen; derselbe meldet, daß er gestern bei Omers mit dem belgischen Dampfer„Coucha", welcher Eisen geladen hatte, zusammengestoßen sei. Die„Coucha" sei untergegangen. Neun Personen seien ertrunken, sieben gerettet. Rom, 21. Juli.(B. H.) Um den Gerüchten hinsichtlich der Mission Nerazzinii's und etwaigen weiteren Plänen für Afrika ein Ende zu bereiten, wird die Regierung eine Note veröffentlichen, in welcher positiv erklärt wird, daß die italienische Besatzung von der erythräischen Hochebene zurückgezogen wird. Da die Frage der Grenzlinie nebensächlich sei, überbringt Nerazzimi neue Vorschläge des Negus betreffend die Mareb-Belesa-Linie. Diese Vorschläge dürften akzeptirt werden. Die Okkupation des Bogoslandes bleibt aufrecht erhalten. Konstantinopcl, 21. Juli.(W. T. B.)(Meldung des Wiener k. k. Telegr.-Corresp.-Bureaus.) Der Sultan beabsichtigte als neue Delegirte für die Friedensverhandlungen den früheren Minister des Aenßern Said Pascha, den Großmeister der Artillerie Zelki Pascha und den früheren Botschafter Zia Pascha zu ernennen; die beiden ersteren wurden indessen abgelehnt. Konstantinopcl, 21. Juli.(B. H.) Die an Edhein Pascha gesandte Höllenmaschine soll nicht von einem Griechen, sondern von einem Hofbediensteten abgeschickt worden sein. Konstantinopcl, 21. Juli.(W. T. B) Das Jrade, welches die Regelung der tiirkisch-griechischen Grenzfrage sanktionirt. ist heute erschienen. Kanea, 21. Juli.(W. T. B.)(Meldung der„Agence Havas".) Der Gouverneur ging gestern in Rethymo an Bord des russischen Admrralschiffes, um dort über die nenerlichen Unruhen Ans- klärungen zu geben. Diesen Aufklärungen zufolge ver» ließen Türken in der Sonnabend Nacht die Stadt, griffen die Christen an, tödteten deren sieben. verwundeten drei und blendeten«inen.— Gestern griffen unbewaffnete Türken eine russische Proviantkolonne mit Lebensmitteln für die Christen an. Die Soldaten trieben mit Kolbenstößen die Angreiser zurück. Die Ordnung ist Tank der Intervention des Admirals wiederhergestellt; die Aufregung dauert fort. Kanca, 21. Juli.(Meldung der„Agence Havas".) Die Ad- Mirale dehnen die Strafe der Deportation nach Benghasi ans alle diejenigen muselmanischen Gefangenen aus, die sich wegen Verbreche» gegen das Eigenthum oder das Leben der Einwohner in Kanca in Haft befinden.— Neunhundert Aufständische aus Sphakia sind aus dem Marsche nach Rethymo. Max Babing in Berlin..Hierzu 1 Beilage u. lliiterhaltungsblatt Jr. 168. 14. Jahrgang. werden. Tokales. Beilage des Vorwärts" Berliner Volksblatt. Donnerstag, 22. Juli 1897. Ans den Nachbarorten. Stube vollständig ausgeräumt und ist seit en Tagen mit seiner achtsamkeit eines Rollkutschers ein Radfahrer von der Firma Herzog Fiskus und Magiftrat. Die städtischen Wasserwerke am ihren beiden außerehelichen Kindern ist in den kahlen Wänden zurück- Radfahrer eine anscheinend unerhebliche Verlegung erhielt. Der RollStralauer Thor find bekanntlich aus hygienischen Gründen mit un- geblieben. Dieselbe fann natürlich unter den obwaltenden Umständen tutscher versuchte durch die Flucht zu entkommen, wurde aber ein geheuren Kosten nach dem Müggelsee verlegt worden. Um hier alle nichts verdienen, während das Zwillingspaar fortwährend nach geholt und zur Wache gebracht. Garantien dafür zu haben, daß das dem See entnommene Waffer Nahrung schreit, die ihm die Mutter nicht geben kann, da sie selbst auch nicht verunreinigt werde, beschloß der Magistrat, wie seinerzeit nichts hat. Mitleidige Nachbarn haben sich zwar der armen Bergemeldet, einen Streifen forstfiskalischen Terrains am Ufer des laffenen, soweit es in ihren Kräften steht, in liebevoller Weise anMüggelsees( oberhalb der Wasserwerte bis zum Rahnsdorfer Fließ) genommen, doch dürfte von diesen eine dauernde Hilfe wohl kaum zu Neu- Beeren sind vor kurzem drei in der Anstalt beschäftigte Aus der Zweiganstalt des Rummelsburger Arbeitshauses täuflich zu erwerben. Der Fistus lehnte indeß die Kaufofferte aus zu erwarten sein. unbekannten Gründen ab. Jetzt hat er den vom Magistrat beHäuslinge entflohen. Die Mehrzahl der dort untergebrachten Flucht eines Arrestanten. Als gestern gegen Abend der unter Korrigenden wird mit Arbeiten auf dem Riefelfelde Groß- Beeren aufpruchten Terrainstreifen an einen Eiswertunternehmer ver- polizeilicher Aufsicht stehende 26 jährige Arbeiter Theodor Zobel, beschäftigt, während in der Anstalt nur wenige zurückbleiben, die pachtet. Vermuthlich bringt diese Art der Nuhung dem Fiskus mehr der wegen eines in der Nacht vorher in der Schönhauser Allee 145 mit den nothwendigen Hausarbeiten in der Küche und mit den erGeld ein, als der Verkauf. Freilich muß nun die Berliner Bürgerschaft in einem Zweiggeschäfte der Bigarrenfabrikanten Krüger u. Overbed forderlichen Aufräumungsarbeiten in der Anstalt beschäftigt waren. im Trinkwasser die Abwäffer des fiskalischen Pachtgrundstücks genießen. verübten Einbruchs festgenommen war, nach seiner Vernehmung auf Diese letteren Arbeiter, nur wenige an der Zahl, waren sich zeitDer Proteft des Magistrats gegen diese Maßregel ist bis jetzt frucht- der Wache des 88. Polizeireviers in die Zelle zurückgeführt wurde, weilig selbst überlassen und fürzlich haben drei gemeinsam einen Tos geblieben. Um bei seinem weiteren Vorgehen auch den Nach- warf er dem ihn begleitenden Schuhmann eine Hand voll Kalt, den Fluchtversuch gemacht, bei dem sich die mangelhafte Beaufsichtigung weis zu erbringen, daß das Berliner Trinkwasser durch den Betrieb er vorher mit den Händen von den Wänden der Zelle abgeschabt herausstellte. Die drei hatten Gelegenheit gefunden, fich Aufseherjenes Eiswertes thatsächlich verunreinigt werde, hat der Magiftrat hatte, in die Augen, überrannte ihn und entfloh, verfolgt von den Uniformen zu verschaffen und in dieser Verkleidung zu entkommen. nun Gutachten von Sachverständigen eingefordert, darunter auch eins Beamten des Reviers. Nachdem sowohl der Verbrecher als auch vom hygienischen Institut. Die Gutachten, welche dieser Tage im die verfolgenden Schuhmänner mehrere Zäune übersprungen hatten, Sonntag zum Montag haben Einbrecher der alten Kirche in Wil. Schon wieder ein Kirchendiebstahl. In der Nacht vom Rathhause eingegangen sind, bestätigen die Befürchtungen des gelang es, den gefährlichen, außerordentlich kräftigen Menschen aufmersdorf einen Besuch abgestattet. Die Diebe find wahrscheinMagistrats in vollem Maße. Insbesondere wird darin betont, daß dem Boden des Hauses Pappel- Allee Nr. 5 in dem Augenblicke lich über den Bauzaun gestiegen, haben ein Hinterfenster der Kirche das von den städtischen Werken entnommene Waffer nicht allein wieder zu ergreifen, als er gerade das Dach besteigen wollte. Gr durch die Abwäffer der Eiswerke und ihrer Wohn- und Geschäfts- wurde nunmehr zur Wache zurückgebracht und der Kriminalpolizei Rruzifix im Werthe von 80 Mart ist den Räubern zur Beute ge zerstört und auf diese Weise Eingang gefunden. Ein vergoldetes gebäide, sondern auch durch die der hier vor Anker gehenden zugeführt. Schiffe und Rähne in bedenklichem Maße verunreinigt werden wird. fallen, ebenso das Kreuz von Gold auf dem Antependium. Von der Auf grund dieser Gutachten gedenkt der Magistrat in allernächster unversehrt hervorging, gerieth am Dienstag Nachmittag der 16 jährige trennt worden. In eine gefährliche Lage, aus der er wie durch ein Wunder Altar- und Taufsteinbekleidung sind die goldenen Franzen losge Zeit nochmals bei den zuständigen Staatsbehörden vorstellig zu Emil Krosch, der in der Fabrik für elektrographisches Kunstgewerbe Treiben gestört, da sie die Kanzelbekleidung unversehrt gelassen Wahrscheinlich wurden die Diebe in ihrem Wir haben in letzter Zeit wiederholt ein so wenig rücksichts- Spiritus aus einer Flasche in eine andere umfüllen sollte und zu von Magnus u. Komp. in der Ziegelstr. 2 beschäftigt ist. Als er haben. volles Auftreten der Staatsbehörde gegenüber der städtischen Ver- diesem Zwecke in jeder Hand eine Flasche hielt, fam waltung bemerkt, daß wir uns entschieden gegen ein solches Verer mit der einen einer Gasflamme zu nahe. Der balten im Jutereffe der Bevölkerung wenden müßten. Der rein Spiritus fing Fener, die Flasche explodirte und thr finanzielle Standpunkt kann doch nicht in allen Fragen der aus- brennender Inhalt ergoß sich durch den ganzen Arbeitsraum. Von einem Wahnsinnigen angeschoffen und schwer verletzt schließlich maßgebende sein, befonders aber dann nicht, wenn so Der junge Mann, der mitten in den Flammen stand, schien am wurde am Dienstag Nachmittag der 14jährige Bauernsohn Otto wichtige hygienische Fragen, wie die Wasserversorgung Berlins, ganzen Leibe zu brennen. Auf sein Geschrei eilte ihm der Geschäfts- Wienigt zu Groß- Beeren. Der Knabe war um 5 Uhr nachmittags in betracht kommen. führer zu Hilfe. Er versengte sich dabei das Kopf- und Barthaar, auf dem Hofe feiner Eltern beschäftigt, als ein Knecht aus dem Die schwarzen Liften werden von den Fabrikanten in der während sich der anscheinend so sehr Gefährdete auch nicht eine Spur Nachbardorfe Laurisch auf das Gehöft tam und mit einer alten Hutbranche mit der ganzen Rücksichtslosigkeit gehandhabt, die ge- einer Verlegung zugezogen hatte. Das Feuer, das sich auf den einen französischen Flinte auf ihn schoß. Nach dem ersten Schusse, der tränkter Unternehmerſtolz, zuläßt. Die Opfer, ble der vorjährige Mann beschränkte, lichtete, wenig Schaben an und war bereits fehl ging, rannte der Bedrohte davon. Der Knecht aber saubte noch Streit gefoftet hat, scheinen den Herren so schwer im Magen zu gelöscht, als die Feuerwehr fam. Auch diese konnte sich nicht er- vier Kugeln hinter ihm her, bis er, von der letzten in den Kopf liegen, daß sie jeht mit äußerster Zähigkeit alle diejenigen flären, wie der junge Mann so gut habe wegkommen können. getroffen, zusammenbrach. Das Geschoß, das ihn aus einer aus ihren Betrieben ausmerzen wollen, bie an diefem Ein schwerer Zusammenstoß zwischen einem Omnibus und Entfernung von 500 Schritten traf, ist dem Knaben im Streit hatheiligt waren. Uns wird über folgenden Vor einem Pferdebahnwagen fand vorgestern Nachmittag in der Potsdamer- Ropfe ftecken geblieben; man hat den Schwerverletzten gang berichtet: Der Hutmacher L. hatte bei der Firma straße, nahe der Eichhornstraße, statt. Hier find augenblicklich die schleunigst zur geeigneten Behandlung nach Berlin in ein KrankenJ. Bambus eine Woche zur Zufriedenheit gearbeitet, als ihm er- Berbeiterungsarbeiten auf der östlichen Dammhälfte in vollem Gange, haus gebracht. Man nimmt an, daß der Knecht in einem plötzlichen öffnet wurde, er müsse entlassen werden, da er am vorjährigen so daß diese für Fuhrwerke aller Art gesperrt ist, während auf der Anfall von Geistesgestörtheit gehandelt hat. Streit thei. lgennmmen habe und die Firmen sich verpflichtet hätten, westlichen Hälfte die Sperrung nur für Lastwagen besteht. Als nun diese Arbeiter nicht zu beschäftigen. Die Entlassung fönne nur gegen 4 Uhr nachmittags ein Pferdebahnwagen der Linie Kurfürsten- der Haltestelle Heiligenfee auf der Bahnstrecke Berlin- Kremmen Einem langempfundenen Bedürfniß ist durch die Einrichtung zurückgenon.unen werden, wenn sich B. von seinem früheren Chef die damm- Rüftriner Play von der Brücke her die Straße entlang fuhr, abgeholfen. Erlaubniß erbitte, der Firma Bambus zu gestatten, ihn zu beschäftigen. tam ihm ein Omnibus der Strecke Stettiner Bahn- Kurfürstenstraße Chaussee in wenigen Minuten in das Wirthshaus Neubrück und von Von der neuen Haltestelle gelangt man auf guter Es scheint also, als ob auf die Fabrikanten ein starker Druck aus entgegen und fuhr troh des Zurufs des Pferdebahnkutschers mit hier durch schönen Wald nach Dorf Stolpe. geübt wird, diefe Verabredungen innezuhalten. Wiederholt sind denn voller Wucht in dessen Wagen hinein. Der Anprall war so heftig, auch in Unt renehmerorganisationen Konventionalstrafen für Ueber- daß ein in dem Omnibus sitzendes 4 jähriges Kind am Kopfe febr tretungen folcher Beschlüsse festgesetzt worden. Anders stände es erheblich und ein Fahrgast des Pferdebahnwagens leicht verlegt wohl, wenn von den Arbeitern gegen die Arbeitswilligen ähnliche wurden. Beide Wagen, besonders aber der Omnibus, erlitten starte Mittel in Annvendung gebracht würden; dann wäre es sehr fraglich, Beschädigungen, und außerdem wurden die Fensterscheiben zum großen ob bei der heutigen Rechtsprechung nicht ein Bergeben gegen§ 158 Theil zersplittert. der Gewerbe- Ordnung herausgefunden würde. Aber mögen die Herren ungestört die Verfolgung betreiben. Sie irren sich jedoch, wenn sie glaubest, mit diesen Mitteln zufriedene und unterwürfige Arbeiter zu erziehen. Straßen zwischen Berlin und den Vororten von dem beffer im Die Unfitte vieler Radfahrer, auf den schlecht gepflasterten Stande gehaltenen Pflaster zwischen den Schienen der Pferdebahnen Den felbständigen Artiftengesellschaften, den populären unmittelbar gegenübersehen, hat wieder einem Radfaher, dem beim Begegnen von Wagen erst herunterzufahren, wenn sie diese sich Konzerttruppen, wie den Leipziger, Stettiner, Norddeutschen Sängern, Konditor Kolbayky, auf dem Tempelhofer Felde einen gehörigen tritt jezt die Polizei mit aller Schärfe entgegen. Wie mitgetheilt Denkzettel eingetragen. Er benutte auf der von Berlin nach wird, werden die von derartigen Gesellschaften eingereichten Vor- Tempelhof führenden Chaussee das zwischen den Schienen befindliche träge 2c. von der Polizeibehörde nicht mehr zenfirt. Die Behörde Pflaster und wich, als ihm ein Pferdebahnwagen entgegentam, trob lehnte die Dursicht der eingereichten Sachen ftritte ab mit der Er- wiederholten Glockenfignals so spät und so ungeschickt aus, daß ein flärung, daß nur die Vorträge von Artisten, welche in direktem heftiger Zusammenstoß erfolgte. Nur der Besonnenheit des Gugagementsverhältniß zu dem Unternehmer, das heißt, zu dem Kutschers ist es zu danken, daß der Radfahrer nicht unter die Ronzeffionsinhaber, stehen, zur Zensur zugelassen werden. Gin#ferbe und ben Wagen gerieth, fondern zur Seite geschleudert hiesiger Romiter Wilhelmi, welcher ein fleines Ensemble gebildet wurde und mit einer leichten Kopfwunde davonkam. Das Rad hin batte und wechselnde Engagements besaß, erhielt wenigftens diefer gegen wurde vollständig zertrümmert. Tage, als er die bei ihm zur Aufführung gelangenden Kouplets bei der Polizei einreichte, den oben genannten Bescheid. Hierdurch sind berartige Gesellschaften thatsächlich ruinirt, da das Aufführen von nicht der Zenfur unterworfen gewesenen Stücken mit einer Strafe von 100 M. in jedem Mebertretungsfalle belegt wird. der letzten Beit tagtäglich Anzeigen beim Amt einliefen, ist gestern Von den Messingdieben, über beren Treiben in Rixdorf in Mittag einer erwischt worden. Versammlungen. bielt am 20. d. M. im„ Swinemünder Gesellschaftshause" eine ziem Der Wahlverein für den 6. Berliner Reichstags- Wahlkreis lich gut besuchte Mitgliederversammlung ab, in welcher Kiesel einen Schiller" hielt. Unter Verschiedenem forderte der Vorsitzende die Anmit lebhaftem Interesse aufgenommenen Vortrag über Friedrich wesenden auf, Einsicht in die Gemeindewählerlisten zu nehmen, das ihres Wahlrechtes verlustig gehen. Sonstige Angelegenheiten lagen mit sie bei den bevorstehenden Stadtverordneten Wahlen nicht nicht vor. Brunnenstr. 25, ist vom 1. Juli ab bis auf weiteres gefchloffen; die noch ausArbeiter- Bildungsschule. Die Bibliothet in der Nordschule, 10 1hr zurückzuliefern. Mitgliedsbeiträge werden an diesem Tage in der Nordstehenden Bücher find umgehend Donnerstags abends von 9 bis schule entgegengenommen, ebenso in folgenden 8ablftellen: Gottfr. Schulz, Admiralstr. 40a; Neul, Barnimstr. 42; Babiel, Rosenthalerfir. 57; Gleinert, Wüllerfir. 7a; Paul Mücke, Manteuffelfir. 128; D. Königs, Dieffenbachftr. 30. teuftetit. 13, Getofendungen an den Staffurer§. 8.911' 43, S. Dieffenbachpr. 30, Alle an Borsigenden Paul zu senden. Sund der geselligen Arbeitervereine Berlins und der Umgegend. Bors figender B. Gent, Dresdenerftr. 107/108. Alle Buschriften, den Vereinstalender Bereinstalender sind zu richten an Hermann Braunschweig, Dresdener betreffend, find an H. Bendix, Alexandrinenstraße 100, zu richten. ftraße 80, 2. Sof. Arbeiter Rancherbund Berlins und der Umgegend. Nenderungen im Arbeiter- Sängerbund Berlins und Umgegend. Borfigender Ad. Neumann, Brunnenftr. 150. Alle Aenderungen im Vereinskalender find zu richten an Friedrich Kortum, Mantenffefftr. 49, v. 2 Tr. Mitglieder- Bersammlung bei Babiel, Rosenthalerstr. 57. Zentralverband der Konditoren( Filiale Berlin). Heute Abend 9 Uhr a alte Jafobsir. 37: Große öffentliche Versammlung. Barbier, Friseur- u. Berrückenmacher- Gehilfen. Heute Abend 10% Uhr, alte Söhnchen des Gastwirths Glosemeyer aus der Waldemarstr. 68. Im Bette erstickte am Dienstag Nachmittag das drei Monate Die Mutter hatte den Kleinen wie gewöhnlich um 1 Uhr nachmittags zum Mittagsschlaf ins Bett gelegt und sich dann in dem Nachdem jetzt die Einberufung der Reserve- Mannschaften sehen werde, mit Bierabziehen beschäftigt. Das Mädchen bedeckte Glauben, daß das neue Dienstmädchen ab und zu nach dem Kinde zu den diesjährigen Uebungen begonnen hat, werden seitens der dann auch bald nachher dem Kinde das Gesicht mit einem Kopfs Behörden die Familien der Einberufenen darauf hingewiesen, daß tissenbezug, um ihm die lästigen Fliegen fernzuhalten, dann be der Anspruch auf Unterstützung aus öffentlichen Mitteln, welcher fümmerte es sich aber nicht weiter darum. Als nun um 4/4 Uhr folchen Familien feit den Mai 1892 zusteht, bei der Gemeindebehörde die Mutter mit der Arbeit fertig war und das Kind aus dem Bette desjenigen Ortes angebracht werden muß, an welchem der Unter- herausnehmen wollte, war es todt. Es war tiefer in das Bettzeng ftüßungsberechtigte zur Zeit des Beginnes dieses Anspruchs feinen hineingerutscht, und der Kissenbezug hatte sich infolge deffen feft gewöhnlichen Aufenthalts ort hat. Ganz besonders aber wird noch über das Geficht gelegt. Auf diese Weise war der Kleine erstickt. ferien am Dienstag und Freitag Abend von 6-7 Uhr statt Die juristische Sprechstunde findet während der Gerichts daran erinnert, daß der Anspruch auf unterstütung Gin Arzt fonnte nur noch den Tod feststellen. erlischt, wenn die Anmeldung nicht binnen vier Wochen Zwei Wettende. Weder 92 noch 94. Enthüllung der Reichskrone nach beendeter Uebung des oder der Einberufenen erfolgt. ftraße 9 der 63 Jahre alte Arbeiter Georg Hoffmann beim Fort Unglücksfälle. Dienstag früh stürzte auf dem Neubau Bischof, auf der Suppel fchon 1891 am Sedantage. Groffe. Bericht nicht angekommen. Zum Bau der elektrischen Stadtbahn ist der Rest der eisernen räumen von Schutt aus dem Erdgeschoß in den Keller hinab und zum Preise von zirka erlitt dabei so schwere Verlegungen am Kopfe und an der Brust, Viadukte 1100 Tonnen 1 22 000 Zentner 320 000 M. von der Firma Siemens u. Halske vergeben worden. daß er bald darauf im Krankenhause am Friedrichshain starb. Den Zuschlag erhielt für die Ueberbrückung des Laufizer Platzes die An der Ecke der Gubener- und Warschauerstraße stürzte gestern Firma Hirsch- Berlin, für die des Wafferthor- Platzes und der Krenzung Mittag ein Hängegerüst ein. Zwei auf demselben beschäftigte der Skalizer- und Oranienstraße( Bahnhof Manteuffelstraße" Maler erlitten schwere Verlegungen und wurden in das Krankendie Firma Diry- Greiz. Von den Bahnhofshallen stehen nur noch baus am Friedrichshain gebracht. zwei aus, nämlich die Haltepunke Görlizer Bahn" und" Rottbuser plöglich der 76 Jahre alte Arbeiter Johan Partenheimer am HerzJu der Oppelnerstraße starb Thor". Sofern in der Anlieferung der Eisentheile teine Stockungen eintreten, hofft der Leiter des Stadtbahnbaues, Regierungs- und fchlage. Baurath Gier, die Strecke Hallesches Thor- Oberbaumstraße bis zum 1. Oftober t. J. soweit fertig zu stellen, daß von dem genannten Beitpunkte ab auf dieser Theilstrecke ein Probebetrieb eingerichtet werden kann. " 212 Briefkasten der Redaktion. Witterungsübersicht vom 21. Juli 1897. 1121 Stationen. Berlin Barometer ftand in mm, d. Meeressp. Windrichtung Still NNW WSW Windstärke 11111211( Stala 1-12) Wetter bedeckt Temperatur nach Gelfius ( 50.4° R.) Swinemünde Hamburg 753 bedeckt 19 754 16 754 bedeckt 18 756 NW halb bedeckt 19 758 SM halb bedeckt 17 763 SSM wolkenlos 16 756 NNW 757 756 NND SM B bedeckt bedeckt wolkig 16 12 17 Wiesbaden München Wien. Haparanda Petersburg Cort Paris. Ein Kindesmord ist am Dienstag Nachmittag im Thiergarten entdeckt worden. Als gegen 7 Uhr Privatleute in der Nähe des Hippodroms durch die Anlagen gingen, saben sie dort ein Packet| liegen, deffen Hülle aus hellbraunem Backpapier bestand und mit einer Schnur umwickelt war. Sie öffneten es und fanden darin zu Nachdem die provisorische Halle des Stettiner Bahnhofs ihrem Schrecken die Leiche eines neugeborenen Knaben, der nach fertiggestellt und seit vorgestern dem öffentlichen Verkehr übergeben den Spuren an der Leiche erwürgt worden ist. Die Kriminalworden, wird nunmehr der Umbau des Stettiner Bahnhofs mit polizei, der der Fund übergeben wurde, hat sofort mit den großer Schnelligkeit zur Durchführung gelangen. Gestern ist eine Ermittelungen und Nachforschungen nach der Mutter begonnen, bisher Aberdeen. größere Zahl Arbeiter eingestellt worden, welche bereits den Bahn aber noch keinen Anhalt gefunden. Man weiß auch noch nicht, wie förper aufgerissen haben, so daß die Arbeiten für die Höherlegung die Leiche an den Fundort gekommen ist. des Bahnhofes sofort in Angriff genommen werden können. Der nene Stettiner Bahnhof wird ähnlich wie der Potsdamer Bahnhof Ein unverständlicher Pflichteifer. Zu der unter dieser Spitzangelegt. Vom Vestibül aus wird eine breite Freitreppe den Bu- marte in gestriger Nummer enthaltenen Notiz theilt uns Herr Otto gang zu den 3 Meter über dem Erdboden liegenden Bahnsteigen Starick mit, daß die Verlegung des Kutschers durchaus nicht so gevernaitteln. Die Wartehallen verbleiben auf der rechten Seite des fährlich war, wie sie der Berichterstatter schildert. Der Unfall Bahnhofsgebäudes und wird von denselben ebenfalls eine eigene hatte nur, wenn auch nicht unerhebliche Hautabschürfungen zur Treppe nach dem Bahnsteig hinauf angelegt. Folge, so daß der Kutscher bereits wieder feinen Dienſt verſieht. Im übrigen ist das Fuhrwerk nicht zur Aushilfe von einem Buchhalter geführt gewesen, sondern von dem Kutscher, ber bereits vier Jahre in dieser Stellung bei Herrn Staric sich befindet. Ju der Straffache gegen v. Lühow wegen Beleidigung des Freiherrn v. Marschall ist vor dem Reichsgericht Revisionstermin am 9. Auguft anberaumt. Wetter- Prognose für Donnerstag, den 22. Juli 1897. Ein wenig fühler, zeitweise aufklarend, vorwiegend trübe und regnerisch bei schwachen nordwestlichen Winden. Berliner Wetterbureau. Sozialdemokratischer Verein für den 5. Berliner Reichstags- Wahlkreis. Donnerstag, den 22. Juli, abends 8% hr, in Buske's Salon, Grenadierstrasse No. 33: General- Versammlung. Tages Ordnung: Eine trauriges Bild aus der Großstadt. In dem Hause Die Chorinerstraße von der Fehrbellinerstraße bis zur Zions. Betristraße 30 wohnte feit einigen Monaten mit einer erwachsenen firchstraße wird behufs Umpflasterung vom 23. d. Tochter iser Almofenempfänger Willm. Die Wohnung bestand aus weiteres für Fuhrwerke und Reiter gesperrt. 23. d. M. ab bis auf einem lee.zen Stübchen, welches nur mit dem allernothwendigsten Unfälle im Straßenverkehr. Bei dem Versuche, am MittHausgerät ausgestattet und die Lagerstätte der beiden sehr woch Vormittag auf der Potsdamer Brücke sein Mörtelfuhrwert an- 245/13 nothdürftig hergerichtet war. Unerwartet erschien nun in der Woh zuhalten, um ein Bataillon des 4. Garde- Regiments vorbeimarschiren 1. Bericht des Vorstandes. 2. Bericht des Kassirers. 3. Vortrag des nung des Alten feine jüngste, kaum 17jährige Tochter mit einem zu lassen, fiel der Kutscher Albert Decke von seinem Sitz herab, Genoffen J, Wollheim über:„ Naturerkenntniß und Weltfortschritt" 4. Diskussion. 5. Verschiedenes. 3 willing spärchen auf dem Arm, um beim Vater Kost und gerieth unter die Räder und trug eine erhebliche Verlegung am Gäste haben Zutritt. Neue Mitglieder werden aufgenommen. Wohnung zu finden. Willm, dem dieser Familienzuwachs natürlich linken Beine davon. Er wurde nach der Charitee gebracht. In In anbetracht der wichtigen Tagesordnung wird um pünktliches und nichts weniger als angenehm war, hat nun die von ihm innehabende der Leipzigerstraße nahe der Markgrafenstraße wurde durch die Un- zahlreiches Erscheinen gebeten. Der Vorstand. Für den Inhalt der Inserate übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber teinerlei Verantwortung. Theater. Donnerstag, den 22. Juli. Neues tgl. Operntheater( Kroll). Tannhäuser 7 Uhr. Leffing. Die Geisha. Achtung, Maurer! Donnerstag, den 22. Juli, abends 8%, Uhr, in Keller's Lokal, Koppenstr. 29: Grosse öffentliche Versammlung der Maurer Berlins und Umgegend. Tages Ordnung: 1. Die Bedeutung der Arbeitsnachweise. 2. Situationsbericht der Lohnkommission Westen. Alessandro Stradella. 7% Uhr über den gegenwärtigen Stand der Bewegung. 3. Wie lange sollen die Streiffarten abgestempelt werden? Kollegen! Die Tagesordnung erfordert die Anwesenheit sämmtlicher Kollegen. Neues. Der Stellvertreter. 72 Uhr. Friedrich Wilhelmstädtisches. Lehmann's Kriegs- Abenteuer im 281/13 Orient. 8 Uhr. 6 Uhr. Belle Alliance. Dritte italienische Nacht. Spezialitäten. Oftend. Unsere Reichspost. 8 Uhr. Apollo. Venus auf Erden. 8 Uhr. Alexanderplat. Verkäuflicher Werth. Hierauf: Eine tolle Prinzeß. Paffage Panoptikum. 30 Kinder der Wüste. Ostend- Theater. Gr. Frankfurterstr. 132. Dir. C. Weik. Täglich: Unsere Reichspost. Anfang 8 Uhr. Im Garten: Anfang 52 Uhr: Spezialitäten 1. Ranges. Hugo Schulz. The Sremlow. Mirzl Waldburg. Lebende Photographien. In der Badezelle. Ringkampf. Endlich allein. Apollo- Theater und Konzert- Garten. Dir. J. Glück. Um 9 Uhr: Venus auf Erden. Burlest- phantastische Operette mit Tanz in 1 Aft. Otto Reutter. Kinetograph. 10 * Ferner: hervorragende Spezialitäten. Kasseneröffnung 6½ Uhr. Konzert 7 Uhr. 10 Vorstellung 8 Uhr. W. Noack's Theater Brunnen- Strasse 16. Täglich: Konzert, Theater Vorstellung. Die Zerstreuten. Lustspiel in einem Aufzuge. Neu!!! Neu!!! Flotte Bursche. Komische Operette von Fr. v. Suppé. Franke, Max Opernsänger. Anita Vernou, Erzentr.- Soubr. Schorff's Rudolf, Orig Humor. Geschw. Lehmann, Duettisten. Scheffler- Truppe. Jeden Sonntag, Montag, Dienstag und Donnerstag im Saale: Grosser Ball. PassagePanopticum. 30 Kinder der Wüste. Beduinen, Derwische, Schlangenbeschwörer, Bauchtänzerinnen etc. Vorstellung 12, 5, 7, 9 Uhr. Castan's Panopticum. Neu! Die elektrisch belebten Neu! und künstlich sprechenden Die Lohnkommission. Hasenhaide. Neue Welt. Hasenhaide. Sonnabend, den 24. Juli 1897 Grosses Sommer- Fest. arrangirt von den Varteigenossen des 3. Berliner ReichstagsGrosses Konzert. Wahlkreises. Spezialitäten- Vorstellung. Feuerwerk. Ball. Marionetten- Theater. Kinder- Fackelpolonaise, zu welcher jedes Kind eine Stoclaterne gratis erhält. Anfang 4 Uhr. Kaffeeküche ist von 2 Uhr ab geöffnet. Billet 25 Pf. Tanz 30 Pf. Bu recht zahlreichem Besuch ladet ergebenst ein Puhlmann's Vaudeville- Theater Schönhauser Allee 148, Kastanien: Allee 97-99. Täglich: Im Reiche der Sirenen. Große Ausstattungsburleske mit Gefang und Tanz. Mi Clara, Trapezfünstlerin. Little Trudy Brygardy, das Wunderkind. Wally Smolm, excentr. Chansonette. Barbarina's Ballet. Clown Sarassani, ut. s. dress. Thieren. Harry u. William Latoure, PiccoloTheater. William, Handantipode. Anfang 4 Uhr. KOTIEN- BRAU FRIEDRICHSHAIN Das Komitee. Volksgarten( früher Weimann) Unserm Freund und Parteigenoffen Rudolf Liedtke zu seinem Wiegenfeste ein dreifach bonnerndes Hoch! senden 31916 H. 2. J. St. G. D. H. H. Todes Anzeige. Genoffen Allen Verwandten, Freunden u. Bekannten die traurige Nachricht, daß mein lieber Mann, der Maurer Louis Herrgett am 19. b. M. früh plöglich an Herz: leiden gestorben ist. Die Beerdigung findet am Donners: tag, nachm. 52 Uhr, von der Halle des Markus- Kirchhofs( Wilhelmsberg) aus statt. 32106 Ww. Herrgett nebst Kindern. Danksagung. Für die große Betheiligung an der Beerdigung meines lieben, unvergeß: lichen Mannes, des Maurers Franz Schmidt fage allen Freunden und Bekannten, insbesondere dem Maurermeister Herrn Maaß und den Kollegen vom Bau Burgstr. 28, den Stammgästen von Römer sowie dem Hentel'schen Gefangverein meinen herzlichsten Dant. Die trauernde Hinterbliebene. Möbel verliehen gewesene und neue, staunend billig, Theilzahlung gestattet. Beamten ohne Anzahlung. 17918* Kleidung für Maler, Bildhauer, Stuckateure Mechaniker, u. s. w. Neue Königstr. 59. Kittel mit Steh- und UmBahn- Atelier. Künstl. Zähne in tadelloser Aus: führung v. 3 M., Plomben v. 2 M. an. Schmerzlos. Zahnziehen mitt. Cocaïn, Cloréthyl, Chloroform und Lachgas unter Leitung eines pratt. Arztes. Bei Bestellung v. Künstl. Zähnen Bahn ziehen, Zahnreinigen umsonst; Ratenzahlung gestattet, Woche 1 M. Guckel, Baufizer Plazz 2, * Badstrasse 56. Gesundbrunnen. Pankstrasse 25. Elfafferstraße 12, Stegligerstraße 71. Sonnabend, den 24. Juli 1897 Gr. Sommernachts- Ball veranstaltet vom Gesangverein ,, Zündholz" ( Mitglied des Arbeiter- Sängerbundes) [ 3185b bestehend in Konzert, Spezialitäten- Vorstellung, Gesang, Tanz. Anfang 4 Uhr. Billet 30 Pf. Tanz 50 Pf. Um zahlreichen Besuch bittet Das Komitee. Ostbahn- Park Rohtabak Größte Auswahl! Billigste Preise! Guter Brand! Vorzügliche Qualität! 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Große Garten: Lokalitäten Kaffeeküche täglich geöffnet. Jeden Donnerstag: Kinderfest und Ball. Jeden Sonntag:[ 22100* Täglich: Theater und Spezialitäten. Little Parkins u. Miss Lizzi, Transformationsfünstler. Theod. Lippardt, Tanzhumorist. Geschw. Tilly, Gesangs: und Tanz duettisten. Emmy Dahl, Liedersängerin. The two Buffalos, Radfahrer Humoristen. John& Paolo, Excentrics Pantomimisten. Carla Walton, Kostümsoubrette 2c. Im Saale: Ball. Frei- Konzert und Ball. Volksbelustigungen Montag, den 26. Juli: Auf den 7 verd. Kegelbahnen: Ausschieben von Bapageien, jungen Hühnern u. pom. Schinken. W. Trapp. aller Art. Entree 30 Pkg. Jeden Mittwoch: Kinder- Frendenfest. Neu! Menschen. Feuerstein's Festsäle Es ist nur noch ein Sonnabend im Auguſt für Vereine frei. Neu! und hochkomisch! Die anerkannt besten Burlesken Der Lumpenball Die Ballhaus- Anna Madame Sans Gêne und andere Novitäten werden allabendlich mit dem allergrößten Erfolg im Konzerthaus Sanssouci, Rottbuserstr. 4a, Inh. H. Pierry, aufgeführt. Anfang 8 Uhr.: Entree 30 Passepartouts gelten. Viktoria- Brauerei Pf. ( Garten resp. Saal) Lützow- Strasse 111/112 nahe Potsdamer Plaz. Täglich: Stettiner Sänger ( Mehsel, Pietro, Britton, Steidl, Krone, Röhl, Schneider und Schrader.) Goldene Hochzeit. Ensemble von Meyfel. Gin vergnügter Wahltag. Ensemble von Meyfel. Billets à 40 Bf. und FamilienBillets à 1 M.( für 3 Personen) nur in den Vorverkaufsstellen. ( Siehe Plakate.) Anfang 8 Uhr. Entree 50 Pf. Alte Jakobstrasse 75 Juh. Martin Herzberg. Grosse und kleine Säle zu Versammlungen unentgeltlich, sowie zu Sommer- u. Winterfestlichkeiten b. koulanten Bedingungen. Sonnabende u. Sonntage Weber: Str. find zu vergeben. B. Nicft's weber. r. 17 Fest- Sale.17. Fernsprecher VII, 1663. B. Nieft. Empfehle allen Freunden u. Bekannten Weiss-, Bairischbierund gr. Speisegeschäft. Reichhaltiges Frühstück von 30 Pf., Mittag mit Bier 50 Pf. sowie Abendtisch à la carte bon 30 Pf. an. 2 Bereinszimmer mit Klavier für 20-50, Personen. 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