Alse fiir Mttelemopa. Neue englische Kredite. 2 p a b««, 12. SrCintat, Untrrhcku». Chamberlaia«Nirte«it Rücksicht auf die Idrlnglichkeit der Hilfeleistung fiir Mttteleurapa fei die britisch« Regirrung bereit, neben den bereit» bewilligte» 12J4 Millionen Pfund Sterling eine» weiteren Betrag beizusteuern, der nicht»»ehr als die Hälft« der da» de« Bereinig- ten Staate« beigesteuerten Tum«««»»mach« und geh« Mit» l i» n e» Pfund nicht übersteige. Er»ertraue darauf, daß die ««deren alliierte« und ueutraleu Regierunge« zusammenstehen werde»,«« der verzweifelten Notlag« Mitteleuropa» abzuhelfen. Die bewilligte« Mittl würde« da»«»erwendet werde», die G ü. tererz engung»od de« GLtexauttausch zwischen de«»er. schiebenen europäischen Staaten zu belebeil,»m sie in den Stand zu setzen» sich selbst am Leben zu erhalte«. Eugland für eine mlerualionale ZinauzlWsereuz. JJ.tl. London, 18. Februar. Der britische SchatzfanzTer Cha mberlain hat nunmehr zu der Frage der m der dekannten Denkschrift angeregten Ein» berufung einer internationalen Finanzkonfereng Stellung ge- nommen. Er erklärte, daß er grundsätzlich bereit sei, diese Kon- fetetiz stattfinden zu lassen, wenn er die Sicherheit erhalte, das; «S sich um ein« wirkliehe die Finanzinteressen der emzeinen Länder vertretende Konferenz handeln werde. Seine Bedingun- sien seien, dah die Konferenz keine neuen Anleihen oder Vorschüsse an andere Regierungen geben solle wtd dah Gross- britannien sich nicht an einem internationalen Kreditplan »u beteiligen brauche. der die britischen Schulden 'n den Veeemlchen Staaten erhöhen würde. Die brnrtchc Rez«- rung vertrete den Standpunkt, dass die in der bekannten Denk. sthrift gezeichnete Lage kenrcSwegS«in übertriebenes Bild der ausserordentlich höhen wirtschaftliehe» und sozialen Gefechren gebe. Sie sei fest davon Lbergeugt, dass die Frage sofort gelöst werden »nüsse. Eine sehr wichtige Regelung sei, zu veranlassen, daß d,r ' jährlichen Beträge, die Deutschland«nd Oesterreich ,n zahlen hätten, innerhalb solcher Grenzen geholten würden, daß die Läader ihre ZahlungSkrästigkeit behalten kbnnten. Auch in dieser Be- Ziehung erkenn« et den Standpunkt her Denkschrtst an. Die gras» de Schwierigkeit bestehe nur darin, dass et«ach ,*,rmec Vicht feststehe, ob Aneerikka sich an der lkonsevenz beteilige» werde. In der Ve-rsamnriu-rtg rnit dem Umterzeiehnern der Denk- schriift Wierde besonder» betcmt, dass die geplant« Finangkimfereng einem wesemÄiche« Giwflnh auf die betrsfemden Länder habe« »nd sie veranlassen würde, ihr« internati analen Finanzange bogen- Heiton besser zu ordnen. Wann sie ihre Valuta selbst stabilsiievem könnten, kämen sie auch in die Lage, Kredite zu eröffnen und zwar M einer Weife, daß die von omderem Ländern bonötigte Unter- siützmng sehr erheblich herabgesetzt werden könnte. Di« bvitisehe Kegieoung sei bereit, für eine solche Konferenz sofort chre Ber- treter zu e-rnonnen, toerni sie von erner neutraien Macht oder vom Vökkerbimlde dazu ansgesordsrt werde. Versöhnliche Stimmen in England. London, 12. Februar.(Reuter.) Bei oer Debatte im Unterhaus« über den liberalen Adänd«- vvrgSamrag zur AlÄwortodvess«, in dom die Unmöglichkeit der Ausführung verschiedener Bestimmungen des Friedensvertrages hervorgehoben»med, erklärte M a c l e a n, die BcdilNgungen de» Vertrages müßten dem gegenwärtigen Zustand der Weltange- tegenheiten angepatzt werden. Für die von Deutschland zu Mistenden Wiedergutmachungen sollte ciine endgülttze Summe festgesetzt werden. Di« Länge der Liste der Krieg»- derbrecher mache da» ganze Verfahren prerktcsch umdurchführ- bar. Wenn'das Verfahren in anständiger Weise durchgeführt werden sollte.« so würden langjährige indernotionwle Gerichtshöfe � Folge sein. Ungarn und der Friede. Pari», 18. Februar. Die nngarische Delegation überreichte Donnerstag Räch- Wittag dem Sekretariat der Friedenskonferenz eine lange Rote mit den Berne. kungen Ungarns zu den Friedensbedingungen der Alliierten. Diese Note wird begleitet von einer Reihe von Do» l einer Frist von K Tagen vorbehält. Die Note besteht auf der Notwendigkeit der Erhaltung de» geschichtlichen Un» g a r n», verlangt Volksabstimmung für die umstrittenen Gebiete und schlägt die Sicherung de» Schutze» der Minderheiten in Siebenbürgen vor. Die ungarische Delegation scheint also die von der Friedenskonferenz getroffenen territorialen Klauseln nicht in Betracht zu ziehen.| vle VSnen in Nordschleswig. Besetzung der ersten �one im April. T.ü. Flensburg, 13. Februar. Durch de» Friedensvertrag, Paragraph 109,«bfatz 3, ist die dänische Regiernng nach Berständiguag«it der internationale» Kommisston ermächtigt, sofort«ach einer für Dänemark günstigen Abstimmung die erste Zone z« besetzen. Die Besetzung wird je- doch nach einer Verständigung zwischen der internationalen Som» Mission«nd Dänemark erst im April erfolgen. Nach einer anderen Meldung habe« jedoch bereit» dänische Beamte°uS Kopeutzagen die Grenze überschritte«. Ne tandwirtschafl und die Arbettsgemeiuschasten. Auch die Landwirte, die grossen wie die kleinen, die bei allen Lohnbewegungen in der Landwirtschaft in den letzten Monaten den Arbeitern stets mit rücksichtsloser Brutalität entgegengetreen sind, fangen an, sich mit dem neuesten Mittel zur Bändigung der Gewerkschaften, der ArbeitSge mcinschaften, zu befreunden. Auch sie finden, dass sie sich bei fteundschaftlichem Zusammenarbeiten mit Gewerk schastsbureaukraten bester stehen als im Kampfe mit Ar beitern. Zunächst haben sich die politischen Organisa- tionen der Agrarier, der Bund der Landwirte, die christlichen Bauernvereine und der Deutsche Bauernbund, zusammen getan. Und um nun die Durchführung der Beschlüsse dieser agrarischen Einheits- organisation zu sichern, haben die Verbände der Landwirte Verbindung mit den grossen Acheitervrganisationen gesucht und gefunden. An einer gemeinsamen Sitzung in den letzten Tagen haben Vertreter der christlichen Gewerkschaften und des Allgemienen deutsche» Gewerkschaftsbunde» teilgenommen. So bildet sich auch in der Landwirtschaft jene Ueber- organisation. die den Bewegungen der Gewerkschaften ihre Direktiven gibt, d«m Einfluß derorganisierten Arbeiter aber vollkommen entzogen ist. Mr sehen der weiteren Entwicklung dieses Gebildes mit Span- nung entgegen. Sie kann zu den interessantesten Situo- tionen führen, wenn die Landwirte nach dem Beispiel einiger Jndustriellengruppen den Versuch machen, die Arbeitsgemein. schoften als Mittel zu benutzen versuchen, um die Preise der Produkte zu erhöhen oder gar die Zwangswirt- Schaft zu beseitigen. Eben erst hat Minister Sch m i d t in Bremen eine Rede gehalten, in der er �ich mit großer Schärfe gegen die Aushebung der ZwangSwlrt- schaft ausgesprochen hat. Während heute, führte er aus, eine Familie für rationierte Lebensmittel etwa 64 Mark pro Woche zahlen müsse, würde der. Betrag sich durch Ein- führung der Weltmarktpreise auf 320 Mark erhöhen. ES trifft sich gut, daß am nächsten Montag der Kon- gress der Landarbeiter beginnt. Er wird sich mit der Neugrllndnng und mit den Konsequenzen be- scksiiftigen müsten, die sich für den Landarbeiterverband und für die gesamte Bevölkerung daraus ergeben können, wenn die Landarbeitervertreter in der neuen Arbeitsgemeinschaft den Forderungen der Unternehmer gegenüber ebenso schwächlich nachgeben, wie die Gewerkschafter in manchen Arbeitsgemeinschaften der Industrie. Gerade in dieiem Augenblick wird gemeldet, daß wegen eines Landarbeiter st reiks im Kreise Putzig der Ausnahmezustand über den Kreis vorhängt worden ist. Ob auch das zur Förderung der Arbeitsgemeinschaft dienen soll? Einberufung ber Nationalversammluns. Wie di«..Truisch« Allgemein« Zeitung" erfährt, beabsichtigt Präsident Fehrenbcich, die Nationalversammlung zum 2i. Februar einzuberufen. Sollt« bis dabin das Material zu d�r Auslieferungsirag« nicht so vollständig vorliegen, laß es zum Gegeusiand der VerHand- langen gemacht werden kcmn.�so wird die Nationalversammlung Der Röle-Wahlkamps. W. K. Nur kurze Zeit trennt uns von dem Termin, an dem zum erstenmal das deutsche Proletariat seine Ver- treter für die Betriebsräte zu wählen haben wird. Man muß damit rechnen, dass die Wahlen Mitte März stattfin- den werden, und es ist Zoft, an die Vorbereitungen zu gehen.. Die deutsche Arbeiterscha-st hat einen langen, zähen Kampf gegen die ganz unzulängliche Form führen müssen, die die Regierung dem Betriebsrvtegesetz gegeben hat. Un- erhört schwere Opfer sind gefallen, und es muß damit gerechnet werden, dass die Wahlen selbst unter dem Aus- nahineMstanb stattfinden. Die Arbeiterschaft muß daher olle Kraft daran setzen, um durch vermehrte Agitation, durch rastlose Anfklörunigsvrbeit insbesondere in den Be- trieben, die Eimschränkung der Bewegungsfreiheit weit zu machen. Denn das Betriebsrätegesetz ist eine Kampfgelegenheit von größter Bedeutimg. Keiner darf sich einbilden, daß mit diesem Gesetz und seimer gewailtsanrcn Durchsetzung das Ringen um den Räteyedanken, der Kampf um revohutio- näre Betriebsräte erledigt oder auch nur abgeebbt sei. Das Ringen um die Beherrschrmg der Produktion, um die Durch- «setzung des Sozialismus wird fortgesetzt, so schwer und so zähe auch die Kampfführring ist. Die Kontrolle über die Produktion, über den Verkehr und di« Verteilung muß den schaffenden Menschen werben. Die Parole unserer Partei war die selbständige Wahl revolutionärer Betriebsräte und deren systematische Zusammenfastung. Seit dem März- Parteitag irnd insbesondere seil dem zweiten Rätekongress ist die Schaffung eigener fcxrstvoller Betriebsräte und ihrer organischen Zusammenfassung ein H a u p t t e i l u n s e- rer Agitation; die damit vom den stärksten Erfolgen, die je einer Partei zugefallen sind, begleitet war. Immer grössere Arbeitermassen wurden für den Räte- gedankem gewonnen, immer grössere Scharen wurden sich über den pvlitffch umwälzenden Charakter des sozialistischen Rätesystems klar. Hunderttausende und Millionen wurden von der revolutionären Räteidee begeistert, weil sie durch fi« den prakfffchen Wog zur Erreichung des Sozialismus vor sich sahen. Diese aufrüttelnde Propaganda für ein eigenes reva- suffonäires Rätesystem, für die selbständige Wahl sozialistischer Betriebsräte war ein verheißungsvoller Vorstoß gegen das kapitalistische Wirtschaftssystem. Durch diesen Angriff gegen die kapitalistische Wirtschaftsführung, durch die Auf- richtung eines eigenen Systems für sozialistische Wirt- schaftsführung wurde die Klarheit in den Köpfen des Pro- letariats mächtig vorangetrieben. Alle verwaschenen Zwischenbegriffe, die einen angeblichem Uebergang vom Kapitalismus zum Sozialismus bedeuten sollten, oder die gar den Kapitaiismus durch Beseitigung seiner AuS- wüchse den Arbeitern und Angestellten schmackhaft machen sollten, sind aus den politischen Auseinandersetzungen ver- bannt. Betrisbsdemokrafte, konstikitionelle Fabrik, Gewinnbeteiligung, Arbefterkapitalismus Geineinwirts chast, und wie alle diese schwammigen Mittelbegriffe lauten, von ihnen ist ernsthaft nicht mehr die Rede. Daß die revolutio- närein Empsinbimgen nicht in diesen verwirrenden Experi- menten versumpft sind, verdankt. das Proletariat der Werbearbeit für das sozialistische Rätesystem. Jetzt herrscht Klarheit: Dort Aufbau des Kapitvlismus durch die biirger- liche Demokratie— hier sozialistischer Aufbau auf dem Boden des Rätesystems. Aber so erfolgreich die Aufklärungsarbeit für die Räte- idee war, so ist es uns doch nicht gelungen, die Arbeiter- niasisn zu der revolutionären Tatkraft zu begeistern, die uns einige Schritte vorwärts hätte sühnen können. Der Ruf nach der Wahl eigener revolutionärer Betriebsräte ist von den Arbeitern und Angestellten nur in wenigen Be- zirken Deutschlands tatsächlich durchgeführt worden. S» sehr die Bewegmig geistig vorankam, fehlte es doch in dem größten Teil Deutschlands dem Proletariat noch am der Tatkraft, um gegen die Unternehmer auch ohne Gesetz sich selbständige Betviebsräte zu wählen. Die Bedeutung dieser Aktion wurde infolge der verwirwenden Tätigkeit der Rechtssozialisten und eines grossen Teils der Gewerkschafts- ««ente, htm LervoMxdzsuU imämlkt de» ückteaiHia iu kuktstea. Vorlag«« k t buraaukratte.tzon d« vrolLtariernkchseu»sM ekwult. Serfiner Jkgan txr UmtySmigm Sviatömwfratie SeatitOIante Nr.Zl /B14< /lbenö-/lusgabs Inserate kosten ih achtgespalt. Nonpareiüe�eile od. deren Naum einschl. Teueningszuschlag 5�20 m?., dct» fettgedruckte EPort 145 Mk� iede» weiter- Wort 65 ps..vamili'en- und Grznnisationsanzeigen die achtaespaliene Nonxareillezeile 2.40 2TIF., das fettgedruckte Wort 75 pr., jede» weitere Vor! 45 Pf. Inserate für" den darauf olaenden Tag müssen spätesten» bi» 5 Uhr nachmittag» in der Expedition aufgegeben sein. 3ttsentte»-Abteiltm«: Berlin NW. 6, Schiffbnnerdamm 19 Aernsprecher: Amt Norden 8�95-SS, 97SS Einzelpreis 15 Pfennig» 3. Jahrgang IH« �reibeit� erscheint morgen» und nachmittag»» an Sonn» und Festtagen roee«tiorgm» Per Ne�ugsprei» beträgt bei freier Zustellung in» Ha»» sstr Groß«Berlin 4JC Ol, bei Wteftem Postbezug monatl. 5.J5 M. bei Zustellung unter Streifband für D«»tschla»b 7.— HU für» Ausland S.— JTU per Brief IS_ M. Redaktion nnd Expedition: Verlw NW.«. Schlffbauerdam« 19»«. Fernsprecher: Amt R»rden 28SS und 9899. 5rettag, Sen 13. 5ebruar 1�20 Nachdem k>re Massen der DetriabSrateparos« nicht fn dem nfftiuenbifien Umsang folgten, stehen wiw jetzt vor der harten Tatsache, daß es dem Kapitalismus gelungen ist, mit Helfe seiner Trabanten gesetzliche Betriebsvertretun«�'« i» seinem Sinne m ichoffen. Das sogenannte Betriebs« rätegesetz bringt an kapitalistischer Sozialreform so viel. als man für nattamdig hielt, um indifferente oder politisch verwirrte Massen zu befriedigen. Das Gesetz bringt aber auch wiederum narr soviel an kapitalistischer Sozialreform, wie der Kapitalismus im Zurückweichen vor unserer Näie- prop Uganda glaubte gewähren zu können, ohne sich selbst zu schaden, oder besser noch: man entnahm der Räteidec öas. was man zur Stützung des Kapitalismus glaubte aus« nutzen zu können. Nur die Schwächung des Proletariats durch die bürger« liche Demokratie und die rechtssoziMstische Demagogie hat bas jetzige Belriebsratsgcsetz möglich gemacht. Wirchatte» i cht die Macht» außerhalb des Gesetzes unsere Betriebsräte durchzusetzen- so sind wir jetzt gezwungen, sie auf dem Boden des Gesetzes und über das Gesetz h i n au s zu erkämpfen. Das Gesetz ist mit den: 11. Februar in Kraft getreten. Innerhalb der danach folgenden sechs Wochen müssen die Wahlen zu den Betriebsräten eingeleitet sein. Jetzt gilt es, auch auf diesem K v m p s b o d e n dem KapitailiSnmS und feinen Helfershelfern entschlossen und mit aller Kraft entgegen« zutreten. Die Begeisterung für die Räteibee und die in den bisherigen Kämpfen errungene Klarheit werden ,mS die Kampffllhrimg unter den wenig veränderten Verhält« nisten sehr erleichtern. Die Wablbewegung ist durch die unerhörten Ereignisse, unter denen das Gesetz zustande ge» brach wurde, zu einer politischenAngelegeubeit von größter Bedeutung geworden. ES ist die Aufgabe unserer Partei, diesen politischen Kampf zur Aufrüttelung und Aufklärung immer zahlreicherer Massen in den Be« trieben auszunützen. Dies« Gelegenheit, die politische Werbearbeit auch in den Betrieben, an den Produktion? statten in größtem Umfange entfalten zu können, darf nicht unbe« nicht sein. Ter vis!« Wochen dauernd« Kampf um die EBsihI der Betriebsräte bietet tausendfältig« Aufklärungs« Möglichkeiten in Arbeiderschichten, an die wir sonst kaum herankommen. Unsere Anschauungen über die Durch» führung des Sozialismus stehen bei dieser Agi« tation mit zur Diskussion. Aufklärung über das verräterische Gesetz und seine Väter zu verbreiten, ist notwendig, dringlicher noch ist es, den Arbeitern und Angestellten z» »eigen, wie der sozialistische Räteaufban Deutschlands� vollzogen werden muß. wenn wir aus dem jetzigen ChaoS des Kapitalismus zu besseren, fried- lichen Zeiten kommen wollen. Skevern und valula. Von Dr. Kuezynski. Dies« p«m(cIien»TB(rten vusführungi» sinU «wem vortra««nwommen, den der Direktor de» Statistischen Amt» Berlin» Schöneberg, über »Oefsentlich« Finanzen und Da- l u t a" vor der Vereinigung der leitenden An- f»stellten in Handel und Industrie am 12. Fe- ruar gehalten hat. , Unssm K red i tpol'rti k war«rfoTgrcich, solang? bi� Kriegs- «nileihen, vi« alle sechs Monate aafgotogt warben, annähermd aus. reichten, am di« KoiogSauSgaiben für tm Halbjahr zu decken. Die versagte und-mißte versagen, als mit vor Durchführung des HinvenburgprogrammS die Ausgaben zunächst aus daS Ändert- halbfache und allmählich bis cruff VaS Zwoieinhallbfache stiegen, ohne daß di« Erträge der KvieSanleihen wesentlich zunahmon. Und indem man«igortsinnig cm der oimnal eingeschlagenen Kre- ditpolitik festhielt, ohne den veränderten Verhältnissen Rechnung yu tvagen, steuerte man zwangsläufig dem finamgiellen Chaos zu. Die Vorbilder unserer heutigen Slaalsmünner. Von Adolf Geck. Di« heutige Gozialistenverfolgung unter der glorreichen Re- hierung der Triumvirn Ebert-RoSke-Hein« ist di« Neuauflage sozialistengesetzlicher RegierungSweiSheit, die vor SO Jahren an dem Widerstand der auszurottenden Sozialdemokratie zusammen- brach. Damal» hießen die Gewaltmenschen kapitalistischer Herr- lichkeit Bismarck, P-uttkamer und Co. Ihre höchste und letzte Weisheit griff zum Belagerungszustand, zur Tin- lerkerung und Ausweisung der sozialdemokratischen Führer, zur Unterdrückung der Verein«, zum Verbot aller sozial- demokratischen Zeitungen. Es kann da» heranwach- send« Geschlecht nicht besser erzogen werden zum Kampfe gegen da» empörend« Unrecht, das unter der Heuchelei vom.freiesten Lande" gezüchtet wird, als wenn ihm die Literatur aus der soz-alistengesetzlichen Zeit der 80er Jahr« zugänglich gemacht wird. Schon aus der A u e r schon Broschüre„N a ch 10 I a h r« n", die in Nürnberg sFränkische BerlagSanstalt) in neuer Auflage 1013 erschienen ist, kann die Bilanz der tollwütigen Getoalt- Methode gezogen werden, welche zur Unterdrückung der großen sozialen Kulturbewegung von den Vorbildern der heutigen Macht- Haber angewendet worden war. Die Nachäffer haben die Bruta- iität zum Teil am eigenen Leibe empfunden. Aber ihr Treiben dünkt uns noch schlimmer als das ihrer Lehrmeister. Damali suchte man noch den Schein zu wahren, als seien Gründe für die gewaltsamen Eingriffe in die Verfassung?- mäßigen Rechte vorhanden. Da mir beim Durchblättern unserer Vereinsakten gerade einig« zum Illustrieren geeignete Dokumente unter die Äugen kommen, sei Einiges zur Belehrung mitgeteilt. Offenburg i. B. Am 8. Juni 1889 wurlde der Vor- stand de» dortigen ArdeiterwahlvsreinS auf das Großh. VezirkZamt geladen zur Entgegennahm« der Verfügung, daß der Großh. Badische Landeökommissar Siegel in Frei- bürg den Verein nach kaum dreijährigem Bestehen am 31. Mai auf Grund des Sozialistengesetzes verboten hat. Zur Begründung wurlde angegeben: .Ein Teil der Mitglieder bekennt sich zu den sozialisti- schen Lehren, solche wurden auch in den Vorstand gewählt. Anhänger der Sozialdemokratie waren bisher im Wablkomnee zur ReichStagSwahl, förderten di- Kandidatur Ad. Geck, dessen Zeitung„Volk» fr« und" 1887 unterdrückt und von dessen Person durch doS Landgericht Frciburg festgestellt ist, daß er der Niihrer der mindestens 350 Mitglieder zählenden sozialistischen Partei ist und schon wiederholt sog. Zählkandidat war. Der Osfenburger Verein hat für beide ReichstagSwahlen Büträ ge(125 und 109 Mark) gegeben, zwei Ausrufe und eine xepja mgn l u n g(Keh'j seines Wahtkomitpe» sind sozialipen- Auch der Abschluß tzc» WaffaustillstauSe» bracht« keine Wendung zum Vessoran. Im Gogeudeil. Hatte man vorher planlos und ohne einen neuen Gedanken zu vorwirZIichon, mit einer anifanigS Aveckmäßiyen, aber später ganz unzuläniglichen Kreditpolitik fort- gewurstelt, so verzichtete man nach der Revolution auf jede aktive Kreditpolitik und nahm überhaupt keine langfristige Anleihe mehr auf. Da ober der Bedarf des Reich» trotz Einste Duaqg der Faind- fcUgkeüen im Westen und schließlich auch im listen kaum zurück- ging und sogar dauernd größer war al» in den ersten Kriegs- jähren, nahm der Umlauf an Echatzonweffungsn in reißendem Maße zu. Heute übersteigt er schon 100 Milliarden. Unsere Steuerpolitik war von jeher unzulänglich. Daß sie unter dem alte� Regime unsachlich war, brauche ich wohl nicht erst zu boweism. ES dürft- genügen, an die jeder Gerechtigkeit hohnsprechende Begünstigung dar Großgvunlhe sitze r zu erinnern. Leider«st nnsere Stouengesetzgc-bung noch der Revolution wich! sachlicher geworden. Gewiß, man muß zuyebsn, die Begünstigu-ng einzelner Klassen hat außgehört.' Aber die alte, falsche Scnti- Mentalität ist ersetzt durch sine neue, falsche Sent'mentaliiät. Der Vorgang, den wir jetzt immer wieder erleben, ist etwa folgender: Die Regiemng machi eine Vorlage, die im Verhältnisse zu den Erfordernissen diel zu schwächlich ist, vi» aber sehr forsch aus. sieht und den Eindruck erweckt, a!s ob die neue Stauer die Be- sitzenden furchtbar hart treffe. Links wird gejubelt, rechts wird gejammert. Die Sozialdemockraten setzen womöglich noch eine weiter« Steigerung der ohnehin vielleicht schon allzu hohen Höchst. sätze durch. Di« andern aber, die da» Geschäft weit besser der- stehen, nnterminiieren in emsiger Kleinarbeit da» ganz« Steuer- gebäud«, bis e» trotz tadelloser Fassade innerlich morsch ist. Di« Sozialdentvkroten verkünden dann, c» werde bald ksine Millionäre mehr in Deutschland geben. Die andern sind klüger: sie haben gelernt— zu klagen ohn« zu leiden. Die Wirkung unserer Steuerpolitik ist: Unser« BcvMerumg glaubt sich viel stärker belastet al» wie e» tatsächlich ist, und die Steuereinnahmen werden nicht entfernt dem öffentlichen Bedarf gerecht. Nach meiner Schätzung werden die gesamten Steuern stn Reich, Ländern und Gemeinde« im Rechnungsjahr 1919 nur wenig mehr als 200 Mail auf den Kopf der BevÄkmimg be- tragen; gegenüber rund 500 Mark In Ewgland. Don urnemn gesamten Rvich-bcdarf von 58 Milliarden wird in diesem Rech- nungKjahr nicht mehr al» ein Achtel durch Steuern gedeckt wer- dem. Und da auch für die Deckwng im nächsten Rechnungsjahr in gan, unzunsichemder Weif« gesorgt ist, müssen unsere Roich-Z- schulden immer weiter anwachsen. Jnsolgedessem haben unser« ReichSanleihcn im Ausland eigentlich überhaupt keinen Kurs mehr. Ein Schweizer kann für 45 Franken 1000 Mark Kriegs- an'lsihe haben, wenn er will. Aber er will nicht. Ein New Yorker Maurer körrrte von seinem Wochenverdienst etwa 10 000 Mark Kriegsanleihe kaufen, aber er hütet sich, es zu tun. Denn mit den 500 Mark Jahreszinsen könnt« er heute vielleicht noch sein« Miete für eine Woch« zahken.?ber in drei Monaten? Unsere Banknoten sind n»> auch Reichsschulden. Daher ihre niedv'ge Bewertung im Ausland. Alle Mittel, die empfohlen werden, unseren Einfuhrüberschuß zu mindern und unsere Pvcduktion zu Heden, können den Stucz unserer Valuta nur verlangsamen. Steigen wird unsere Valuta erst wieder, wenn wir unsere öffent- lichen Finanzen saniert, und wenn wir durch eine groß« Steuerreform di« Inflation besei- tigt und di« öffentlichen Einnahmen den öffent- lichen Ausgaben angepaßt haben. Voch ein Abgefundener. Der Landtag von Oldenburg nahm da» Gesetz wogen Abfindung deS Großherz ö'gS gegen die Summen der Sozialdemokraten an. Danach geht der Kronschatz in Staatsbesitz über, dem Großherzog verbleibt allein das Eutiner Schloß.— Ein Antrag der Urabhängigen, auf Aufhebung des Ausnähme- zustande« bei der Reichsregierung hinzuwirken, wurde abge- lehnt. Die AiischMgusgen geßen teassche HeeGyeer. Die französische AuSiieferungSliste enthAt tit Namen einer Reihe von den t'che n Heerführern, die sich hauptsächlich im Jahre 1914 während bei Vormarsches schwerer Vergehen schuldig gemacht haben sollen. Wir heben folgende Fälle hervor: General v. d. Marwitz Komm, der 4. Kav.-Diä Soll beim Ausbruch der Feindseligkeiten nach dem Einmarsch in Belgien den Befehl gegeben haben, die Ziv i lbevöl ker n n g zu töten, zu plündern und die Einwohner zu terrorisieren. Beweis die Aussage von KriegSgefangenvn, die am 5. Ol tober 1914 vom Kriegsgericht in Paris verurteilt wurden. Ferner wird der General dafsiy verantwortlich gemacht, daß di« Radfahrer-Komp. des Kav.-Korpg von Marwitz in zwei angezün- deten Bauernhöfen bei Laventie(PaS-de-Ca!atS) Mitte Oktober 1014"ausplünderte, halb verbrannte oder verstümmelt« Zivilisten habe erschießen lassen; schließlich werden ihm a!Z Kant» Mandanten der II. Armee im August 1917/18 Plünderungen und verbrecherische. Maßnahmen gegen die Einwohner von BoauvaiS, Caudry Hauconrt, Saini-Souplet, Laval zur Last gelegt. Der General von Deimling, Komm. deS 15. A.-K.. w! d beschuldigt, Verbrechen in Raon l'Etape und t llvrmont(Scgrjen), systematische Plünderungen, Boandstiftung, Massemmoride, Vor- letzung der Genfer Konvention vom 24. di- 28. Augwit 1014 begangen zu haben. Im einzelnen wird angeführt die Plünderung des Dorfe» Raon 7Etap«. die, Erschießung eine» Greifes von 75 Jahrein, der aus dem Fenster stch, irne eine» Zoll» beamlen. Vergewaltigung von zahlreichen Frauen» selbst durch Offiziere. Beschießung des Hospitals, auf dem daS Rote Kreuz ivesttc, mit einem M>rfch:nen!ge,vehr, in Alla.mont Erschießung deS. MaireZ und d«S Geistlichen. Weiter wird da« General von Deimling vorgcwersen, er habe besohlen, leine Gefangenen zu machen und Städte und Dörfer anzuzünden. General Eugen Clauß, Komm, der 5. bahr. Jnf.-Brig, und Major Hah, jetzt Oberst d-S 12. Ulanen-RegtS., früher Kam- manvant in Gerbcviller, werden beschuldigt, im August 1914 Grausamkeiten und Mordtaten in Geröeviller veranlaßt zu haben. Der General soll vom Pferde herab besohlen haben; Frauen und Kinder müssen erschossen werden. diese ganze Ratio v» muß verschwinden. Während der Plünderung sollen Frauen und Möschen getötet und zu« Teil verfiewältigt worden fern. Gemwal Clauß hohe Muteu von dem Orte, wo 15 Zivilisten erschossen wurden, bei Tisch gesessen und habe besohlen, Feuer zu geben, wenn«r sein Cham- pagnerglaS erhebe. Ferner werden dem General Plünde» tuit; dm gewaltsamen Umsturz der bestehenden Staat»- und GefellschastSovdnnng gerichtet sind und der Vervin deshalb zu verbieten ist." Tie eingelegte Beschwerde wurde von der Reichskommission(Herr- furch) am 28. Juni 1889 bestätigt mit der mteressanten Be» grürtdung: .Da» Hinarbeiten fjjr den Eintriff. sozialistisch gesinnter Per- sonan in maßgebenden und Verwaltungskörperschaften sei Reform- .und nicht UmsturziÄigkeit. Deshalb dürfe also der Verein nicht verboten werden. Dagegen sind bei der letzten Re-ichstagS- Wahl zwei Wahlaufrufe endgültig verboten worden(Z 11 Soz. Ges.) wegen umstürzlerischer, friedenSgefährdcirder Bestrebungen (§ 1 Abs. 2), welche Drueksachm durch daS vom Arbeitorwählverein gewählte und mit Geldmitteln unterstützte..Arbeit« rwah�- k o m i t« e" herausgegeben wurden. Ter Beschwerdeführer(Vor- stand Theodor Zenker, Hutimacher) ha�e nicht geltend machen können, daß tiefe Tätigkeit de» KainiteeS mißbilligt, ge- schweig« denn öffentlich abgelehnt worden war..." # Eine,, kostbaren Inhalt zur Belehrung über die ThranniS in oer vorbildlichen Zeit der Gewaltherren gegen den Sozialismus gewährt auch die Broschüre.Sozialistengesetz und Rechtspflege' von O. Muser, Rechtsanwalt in Offenburg (KarlSrube 1889, Dillinger» Verlag.) Wir entnehmen ihr das Mufterbeisvicl einer Zeitu ngS verfo lgu n g. Der erwähnte Landeskommissar Siegel in Freiburg verbot die Nr. 90 des von Ad. Geck in Offenburg herausgegebenen.Südwestdeut- schen Volks blatte"»/Ersatz für den verbotenen.Volks- freund" auf Gnind des Sozialistengesetze?. ES gab ibm dazu de» Anlaß«in Inserat.An di« Einwohnerschaft OffenburgS", daS u.ntsrzeichnpt ist: Mehre;.- LZuartisrgeber". Di« Militärbehörde oerbot den Besuch mehrerer Wirtschaften, weil dort Sozialdemo- kraten verkehren. ES mögen(so fordert daS Eingesandt die Arbei« ter auf) sie sozialistischen Ouartiergeber ihr« militärischen Gäste über das Unrecht dieser Verbote belehren und sie daheim mit de« Geschichte und den großen menschenfreundlichen Zielen de» Sozia- liZmuS durch Vorlesen guter Schriften bekannt machen. Um di« gc maßregelten Wirte zu unterstützen, lasse man bei ihnen da» Bier für die Einquartierung mich Hause holen. Die Verbotsbegrünoung de» Landeskommissar» hält ei für zweifellos, daß nur populär geschrieben« Schriften, welche d«rt gefetzlichen Verbot verfallen sind, gemeint sein können. Herr A? u s e r macht sich über den Landeskommissar her> welcher dem waffenstarken Deutschland ein traurige« Armut?« zeugnis ausstelle, wenn fein Friede durch solch ein ZettungSinse- rat erschütter werden kann. Er schließt mit den Worten:...und die Gesellschaftsordnung, in welcher die feste Basis de» gl« i- chen Rechtes für Alle in» Schwanken gebracht wird und politische Gewaltmaßregeln an die Stelle der strikten Anwendung der Gesetze treten, läuft Gefahr, in sich selbst«ln- >zustürz«n und braucht'nicht erst von außen.umgestürzt"»o werden.----* SunslphWer. Im Frühjahr 1919 hat der Archiieft Walter Gropiu» s«69 Amt als Leiter des Staatlichen Bauhauses in Weimar angetnetvn. Wir haben sein Programm, das in der künstlvriischen Jugend ein begeistertes Echo fand, seinerzeit hier mitgeteilt(25. April 1919). GropiuS vevfucht, di« auf den Madsmien verknöcherte Kunstlehr« aus die Grundlage deS beherrschten Handwerkes zu stellen. Er verwirst die.Köcher' der akademischen Kunstlehre, die auS dem Schöpfer«inen Spezialisten macht, und alles einstellend auf das letzte Ziel, den Bau, arbeitet er auf die Einheit edler Kunst hin. Es ist Kar, daß sich der Erfolg dieser Neuerungen nicht von heut auf morgen zeigen kann. ES heißt ans einem neuen Biä«n erst Erfahamgen sammeln und in Zähigkeit und gegenseitigem Vertrauen arbeiten. Aber di« Weimarer Bürgerschaft will nicht, daß das ihr verhaßt« Bauhaus zu ruhiger Arbeit komm«. PH'.- lister und Spießer Weimar? find untröstl'ch, daß au? der erha- denen Akademie ein simples Bauhaus, aus den Professoren simple Meister, aus den Studenten simple Gesellen wurden, daß die Fächklassen verschwanden— kurz, sie sind empört, daß an di« Stelle eines.namhaften KunstinstiluleS" eine Arbeitsstätte ge« treten ist, und daß einer Einrichdung, die längst sich überlebte, d« der Kunst schadete, der Nimbus genommen wird. Und so hat in der Weimarer Bürgerschaft, die glaubt, weil sie so viele Nim- ben zu hüten habe, sei sie dem Geiste Goethes besonders nah?« c-nc recht kleinlliche und gehässige Hetze gegen das Bauhaus be- gönnen. Man verdächtigt Lehr« und Sckül« bei d« Rqpsrunp �Lschictzunyon f«i dann die Stadt planmäbig eingeäschert winden. totnetai von Moitke, Komm, der 22� 122. ustv. preutz. Anf�tegt.(wichnhcrfl im Nathans von Longnyonj Massen- �sch�e�ungen in Lon g u h on(150 bis ICO Personen), androndse�ung der Stadt, wobei Verwundete nnd klsine Kinder jttfrsnwter., Erschießung von 21 jungem Leuten von 16 bis 18 die vorher däe Ermordetem hatten begraben müssen. August 1914. Cbeqt©Wg, GtappemZcmnn. 12./III. Etavpeit-Jnsp. 2. Armee. **techcr;iche Maßnahmen m Mary, fficrtty, Holnon, Taudrh k Nords. Alz Beweis wird ein Erlaß dat. Hblncm, 20. Jvli 15 »t?eft!hr:. wo nach alleArbeiter, Frauen und Kinder ton 1 Ii Jahren unter Androhung schwerer Stra- 'in(auch spritocfrilTcfcn für Kvnder irnd Faulenzer), z u r F e l d» »rheit gezwungen werden. ©vnencrl T ripp, Komm, der 13. Brig., später«ine Zeitlang su Lucy(g.. 18. 22. bayr. J??s.-Negt.) und Major F r i« d l, �nde April 1917 im 11. bdyr. Fetdart.-Rezt.) werten beschuldigt t»m 20. bis 22. August 1914, die. Einäscherung 1>«S Dorfes Dal- 9>Nt(Lothringen), die Ermordung von Verwundeten t'ud Zivilpersonen veranlaßt zn heben; KirÄe und " Häuser angezündet. 6 Einwohner von 15 bis 78 Jahren, dar- unter der Abb� Ca Iba, ermordet. Zeugnis: Notizsbuch de» Solda- 'tu Ameling. Houptm. Victor,' Thes der Vohma(Rohstoff, und Masch i- �twerteilungSstclle) PlünderHng von Longwh. v!an- �nßige Zerstörungen tu Hochöfen, Wegschaf» 'u«g de» rollenden Material« und der Masch!» uen, Ausräumung der Magazine usw. 1» biSh-r veröffentliche« französische Liste enthält insgesamt . Punkte. Außer den oben wiedergegebenen Anschuldigungen tden Anklagen gegen militärische Unterführer erhoben, in der waptfoche wegen Erschießung von Gefangenen, �'undrrungen und Brandstiftung.«uck «gen her Tötung von Geiseln wird ��verschiedenem Fällen Anklagen erheben. Uebeir den Idvonprinz 1 Bayern wird noch behauptet, daß er für die plan. ... ß'gen Verbrechen, deren sich im August und September 4 di« Mehrzahl der vom ihm komm and i erben Einheiten im, der von semer Armee besehten Gemeinden schuldig gemacht fe«Ül! örtlich sei. Gang besonder» für daS Ver- "chen im D e u x v i l l e, wo der Kwnprinz am 22. August 1914 An diesem Tage seien alle 136 Häuser '«ses Dorfe», bewohnt von 450 Menschen, die zu- r noch� Luneville gebrocht wurden, vom bäuerischen Truppen ksonmZßig geplündert und 15 Wohimebäude ah ficht- *2 angezündet, her Maive Ba'olet und der Pfarrer Thiciet worden. Schließlich wird dem Kronprinzen Rupprecht «Kommandeur der Reservearmee im Sekwr von Tambrai die Inbrandsetzung von Tambrai bei dem Rürkzuge im Jahre 1918 � Lait getcgt. Truppen de» Prinzen Rrtpprecht sollen die mit Hilfe von PetrÄeumeunern ufw angezündet haben. Der Mord au der StudenNn Schauer. SD«>r Ahgeordnete Mittelmann hatte in der Nationalverflammn. am 21. November v. I. eine Pressenachricht mitgeteilt, wo- die Tochter eine« Grubenbeamten au« dam Kreise Saar- Ducken von einem französischem Svlbaten vergewoit-igt und er- �tdet Word«, fei, und hotte an di« Reichs reg ionlurg die Anfrage Buchtet, cd fi« bereit sei, bei der französische« Regie- I9«�fo di« Bestrafung de» Täter» zu dungem. Der ��mgSveriret« hatte im feiner Aatwon mngeteÄt, daß vom 1"' solcher Seit« die Richtiges t der Behauprung bestritten wo» fc, daß aber Wetter« Ermittelumgem im Gange seien. Ergebnis der Nochfvrfchunyem liegt letzt vor. Ein »Idoj d«. französischem BesatzungStr Uppen hat danach da» ge- ��rte Verbrechen tatsächlich begangen und zwar, in erner Weise, � 5« grauenhafter nicht gedacht tvorftcn kann, ß» handelt sich Studentin Marie S ch n u e r, Tochter de» Fahr- �2er» Schnuer von der Grube Heinitz bei Saarbrücken. Farn- fem Schmu« r begegnete einem französischen Soldaten, der?hr unsittliche Anträge machte, auf sie eindrang und, oi» sie sich wehrte, ihr mit dem Scitenyetoehr mehrmals über den Kopf schlug. Damit nicht genug, stach er sie m beitialttcher We se in die Oberschenkel uiS> den Unterleib, so daß die Eingeweide her- ausdrangen. Tag» daraus ist sie ihren Verletzungen«rlegeru Kurz vor ihrem Tode hat sie dem französischen Kommandanten v. Hcur tz den Hergang erzählt. Diaer äußerte sein Bedauern und versprach strenge Bestrafung de» Schul- d ige n. Gleichwrfjl hat der Vorsitzende der interalliierten Was- senstillsdandstommission in einer Rote am die deutsche Waffen- stilliiand�kanrmissicme.fehIShaber für Leipg g mitfeilt, ist die Meldung, daß der Die Grippe-Epidemie. Die zimehmenden Erkrankungen«m der Grippe und der vfelfach bösartige Vor lauf lassen Vorsicht s«Hr geraten erscheinen. In welcher Weise die Fälle an Grippeerkrankun- gen gestiegen sind, geht aus folgender Stotisdi? der Allgo- meinen Ortsknankensiasse hervor: Am 2. Februar waren unter den 1118 Neuer krarrpungen 390 Grippefälle, am 3. Fe- druar unter 1191 425, am 4. Februar unter 1211 429, am 5. Febnnar unter 1177 441, am 6. Februar unter 1050 473, am 7. Februar unter 1028 458, am 9. Febrioar unter 1220 527, am 10. Februar irnter 1869 622 und am 11. Februar imder 1332 Neuerkrankungen 639 Grippesälle. Tödlich sind in der Zeit vom 2. bis 11. FÄruvr 44 Er» krankungen vevlanfen. Im städtische� Krankenhaus Moabit wurden in der» gangener Woche 78 an Grippe erkrankte Personen einge- liefert, von denen zehn gestorben find. Zu den der Ortskrankenkasse gemeldeten Fällen kom» inen die zahllosen Erkrankungen aller der Personen, insbe- sondere der vielen im Haushalt Tätigen, die nicht versiche- rungspflichtig sind, hinzu. Dann noch alle anderen, die sich gar nicht erst krank melden.— well sie meinen, die Sache wird bald wieder vorübergehen, und weil sie in ihrem Be- nif niä)t fehlen können und auch nicht wollen. Im„Ber- liner Tageblatt" macht Herr Professor Glaser, dirigierender Arzt im Sclchneberger Krankenhaus, folgende bemerkens- werte Ausführungen: Er sagt: Im ver letztem Z«t hat sich die Zahl der Gvippefüll« wietzer ungewöhnlich gehäuft, und besonder» werden junge, kräftige Per» ilinem von dieser Krankheit befallen. Ich persönlich habe den Ein- druck, daß eigenartigerweise Säutzäinge und Kinder von die.ser Erkrankumg relativ verschont bleiben, Di« Krankheit würde in vielen Fällen nicht so bösartig auftreten, wenn die Erkrankten sich in den ersten Tagen de» Leiden» mehr schonen würden. Häusig �ichewisti scher Gesinnung l Man denke auch: die Schüler haben twr Weihnachlen(in einer Akade-mi« der Künste II!) Spiel- Pö für atme Kinder gemacht und e» in einer Bretterbunde vor Theater verschenkt.— Da die Arbeit von Gropiu» nicht der �»e der Philister zum Cpf« fallen darf, haben sich.Arbeit». � kür Kunst",.Novembergruppe" und.Neue Mustkgesellfchaft" 7s, girier Sympathiekundgebung für das Bauhau« zusammen- Bossen, di« folgenden Wortlaut hat: .-Gegen da» Staatliche Barchau» in Weimar, an welchem Mer Gropiu» mit seinen Mitarbeitern, unter ihnen Feininger. "M, Morck», ein Lehrprogramm in die Tat umzusetzen be- ''nen hat, wie e» au» der gemeinsamen Arbeit der ihrer Pflicht ��ßten Künstler unserer Zeit sich entwickelt hat, ist in der bi**101*1 Bürgerschaft eine kleinliche und gehässige Kampagne ,�iene gesetzt worden, di« sich gegen eine wertvolle künstlerische r** wieber einmal der übelsten nationalistischen und anti- Wichen Mittclchen bedient. Wir lehnen e» ab, un» mit Leuten "itlerisch auseinanderzusetzen, die au» Schiller und Goethe eine Affige Attraktion ihre» Fremden- und Lerkehriderein» machen für die alle» Neue unbesehen eine Gefahr ist. Sie würden "s doch nicht verstehen. Wir wollen mit dieser Veröffentlichung Künstlern in Weimar, deren kühne» und reine» Wollen wir unsere herzliche Sympathie ausdrücken. Wir zweifeln daß st« ihre Sache zum Siege führen werden." � E» jst breiit» midge leckt worden, daß auf den naugeschaffman eine» Reichikunstwart» im ReichSimnistcrium de» �"�«vn Erwin R eb» l ob bevwfen worden ist. Uebee diese Wahl dn man sich frouen. AI» Mufeumileit« in Erfurt ist Redslob einer 2* ersten Kunstgelehrten gewesen, di« für di« neue Kunst Ber- ."ndniz zeigten. Man darf ihm mit vollem Vertrauen begegnen. � hoffen ist, daß wir durch ihn nicht nur zu gefchtnackvolleven �'efmaxfxn und Bantnoten kommen, sondern auch zu �fseren Bauten de» Staate». E» ist ja da» Aussehen unserer J�ffmarken ußv. nicht eben da» W.chligste von der Welt. Wenn Mißlich schon alle diese Dinge einwandfrei geformt werden... j 2 kamit allein nicht sehr viel erreicht, wenn sich nicht zugleich � Wesentlichen de? Öffentlichen Angelegenheiten da» Bessere ,.�feht. Ich sehe in der Arbeit Redlob» ein« Bedenklichkeit in- l°rn, alz st« leicht zu einem bloßen Lackieren der Oberfläche ..�kn kann, womit au» dem ReichSkunftwart ein Reich»- ®'chmortsroart würde. Soll da» neue Amt mehr sein al» eine Be- 6. 9» stelle und eine Fabrik für geschmackvollere Dekoration, soll inz Künstlerische» leisten, so muß ihr ein maß» .ornder Einfluß auch eingeräumt'werden auf daS Wesen der die sie gestalten soll. Vor allem aber scheint mir wichtig, ReÜ �ctlS!ö6 seine Aufgab« nicht nur im Besorgen neuer Formen fcffi sondern ebensosehr im Zerstören -"- die de» Abbruch» harrenden Nationaldeirimäle? Wilhelm» I. unb Bismarck» und, wenn ich nicht irre, auch die Figürchen Friedrich» III. unb seiner Frau sind R e i ch» kunstware. E» wäre ein schöner Beginn, sie hinwegzunehuren. Adots vehae. 'tnem altem- Die von unerträglich meisten Berliner Demkmäla, ge- ja Soltur. Schauplatz: Die Singakademie. Bis auf een letzten Platz ist der weite Raum gefüllt. In den Gangem und am den Türen stehen Schutztoute. Ein Aufgebot von Kriminalbeamten(wer erkennt sie nicht) ist im Saal verteilt. Warum? Soll eine Versammlung der Unabhängigen überwacht werben? Ober soll ein ander« politischer IRebner vor der Wut des Volkes geschützt werden? Nicht» von alledem. M o i s s i k i« st. �llepamder Moiffi, der«n Hamburg von deutfchnationalem Pöbol verhindert wurde, Goethe zu lesen. Dieser Pöbel ist auch hfer vertreten, aber die Angst ist in seine Glieder gefahren, ang>.- sicht» de» starkem Polizeiaufgebot». Und so kommt das übrige Publikum voll auf seine Rechnung. Stüvmischer Beifall begrüß: dem Künstler � Morjsi liest. Schlicht und einfach, ohne Pose. Andacht malt sich auf den Gssichtewi. In den Gängen stehen Schutzleute. Moisst liest. Könnte er lesen, wenn sie nicht hier wäre»?, Darf«im KüwjUer nur Künstler seh,? Nicht Mensch? Wäre er weniger Künstle?, wenn er Kommunist wäre? Moisfi liest. Schutzleute schützen ihn. Kulturl » Schauplatz: Sin Sacck in irgendeinem Vorort draußen. Dich; gedrängt fitzen Arbeiter mit ihren Frauen. Ein Künst- ler sitzt«wf dem Podium und liest Goethe, Hein«, Strindberg in bunter Reihenfolge. Alte» hängt andachtsvoll an febw» Lippen, all« Herzen sind geöffnet Ist d« Vortragende deutschnaüonal? Ist er Monarchist? Wer weiß eS? Wer fragt danach? Nur die Kunst soll er dem Valk« bringen. Kein Schutzmann b«mcht sich zu bemühe». Kultur! Karl Schneider. Der„Waffenschmied- al» nächste volkSvorstellung..Amüsier dichl" rief mir ein Genosse nach, dem ich auf dem Wege zum Opernhaus begegnete. Er meinte: erfreue dich! Der Trieb, der den AlliagSmemchen ins Theater drängt. iffcbaS Freudesuchen in den Mußestunden eine» freudelosen PflichtlebonS. Volksfest«—, Aeußerung der Menschenfreude, sind di« GeiburtSstätte der Theaterkumft. Eine Auffiühnmg, die daS«nstinktime Bedürfnis der ** iür ihn unanareilbar. da sie.königlich vreußisch" sind. Wber�Massem beirjfciaejt und zugleich aelchmackserssederilch einwirken soll, muß vor allem'Oi-Ngem Freude erwecken und, da der Massen- mensch die höh«« Fveube dc» Ernstes noch nicht kennt, muß das Werk«i-ne erhntevade Wirkung ausüben. Lortziny»»W äffen- schmied" erfüllt neben einer sehr beschränkten Auswahl von Opevn besonder» glücklich die Forderung und ist vorzüglich al» BoWvorftellung geeignet, weck er nicht bloß«hte, naive Mun- trrkeut im» Gemüt sprudelt, sondern gleichzaiiig die Seele mit reinster, süßester DolkSÄcchermelodi« überschüttet. Es ist sehr zu begrüßen, daß der ursprüngliche Lortzimg-Schluß kvieder an die Stelle der stfiwibviyen Tuben-Beackbeitumg von Schlar( unter der cimstigem Despotie Hülsem-Häsefer») gefetzt worden ist. Schützen- d o r f al» Gast von der Wiener Oper(Stadinge?) und de? schivä- bolnde Kra sa prägfem ihre Rollen cß& treffende Charaklertypen. Otto Urack entlockte dsui Orchester und dem Enseinble Sdimmaing. F. F. W. „De? letzte Walz«", eine neue dreiaktig? Operette von Oskar Strauß, war gestern da» Entzücken eines Publikum», da» in blitzender Reich! umspracht da» Berliner Theater wie zu einer pompösen Modemschau bis auf den letzten Platz füllte. Selbst von den in sorgloser Schwelgerei Besitzenden wurde die in di« Tauiend« gehende verschwenderische Blumenfülle bewundert, die der freilich unvergleichlichen I r i tz i Ma s s a r y gespendet wurde. In einer Operette, die sich textlich und musikalisch auf der Linie de» Gewohnten hAt, zeigte sie ihr in Spiel und Gesang sprühende», funkelnde», auf» feinste geschliffenes natürliches Können in vollendeter Meisterschaft. E» ist stets ein Fest, diese Künstlerin auf d« Bühne m ihrem Element zu sehen. Einen seriösen Partner hatte sie in dem stimmlich schwachen Otto St o r m, einen urkomischen in dem nun ganz in» Possenhafte geratenen Han» Waßmann. Die üppig ausgestaltete und unter Leitung de» Komponisten sehr gut eingeübte Aufführung, der man kein« Not der Zeit anmerkte, fand geradezu frenetischen Beifall. Oskar Strauß dirigierte und mußte viele Schlagerwefien wiederholen. B. Zur Propagierun» der Großen BokkSoper Berlin, die in Ver- bindung mit der Volksbühne stehen w rd, findet am Sonnabend abend 7 Uhr unter Mitwirkung von Frau M e r r e m- N> k i sch und den Herren El e w i n g, Intendant v. Schillings unh Prof. Artur Ni lisch im Efplanade-Hotel«in Gesellschastsäbenb statt. Am gfe chem Abend erfolgt die Ausgabe der ersten Prospekte der Großen Volksoper. Der Romain-Nolland-Abcnd findet arm Sonnabend, den 14. Fe- bruar, in der Philharmonie um 7 Uhr und nicht um TA Uhr stakt. Karten sind bei Bote u. Bock, Werthcim und an der Aben blasse erhältlich. Adolf Frey, der Pro'essor für deutsche Literaturgeschichte an der Universität Zürich, ist im Alter von CO Jahren gcsterl tru Seine bedeuftam-n Avbeiten über Gollsriod Keller uird C. F ll l er Hab«, ihm über MerqÄistgxijche FaMvei« hinaus einen NomfeN derstbakÄ». »W Wt FeWz.tnrM'MA' V M? fitoiifiwt ErMtimg und mit nur mätzi�em Fieber. Di««r dieser v.v.'c Defallcue-N achte» nicht auf die ersten KranZhviN-symprmne; sie versüwme« eS, einen Ärzt aufzusuchen. Jnsolg-desfen kommt es zu stärkeren«ltzündtiche» Erscheinungen, besonders in den LufNvsgen, und ichtiestlich in den Lu-ngen, und das Leiden fsthrk so leider allzu häufig zu einem tödlichen ÄuSganH. DaS patholo- glsch-awatomische Bild dieser Trippc-Lurrzenentzüiidungen ist ein ganz anderes ais da» der gewöhnlichen Pneumonie. Diese Grippe. Krnigcnentzündwngsn zeichnen sich durch ihr sogeinanmteS buntes Bild aus. Häufig finden wir die Luftröhre mit ähnlichen Aus- schfentzmtyen bedeckt wie Ich Diph'.iherie. Ob die Anfieckumg der Grippe durch den Pfeiferschsn JnfluengaibozilluS wirklich gsschisht, ist durch die Erfahrungen der letzten Epidemien wieder in Frage gestellt worden. Jedenfalls muß mit Sicherheit cmgerrommen wer- den. daß die bösartigen Komplikationsn, wie besonders die Lungen. entzündrmgen, durch andere Krankheitserreger, tvie zum Beispiel durch den Kern dem berühmten Berliner KUniFer Albert Fränkc! emdeckten Pneumokokkus hervorgerufen werden Es handelt sich also bei diesen Lungenentzündungen um«ine fogenonnte Misch- infektwn. Dies ist deswegen bemerkenswert, weil mir aufgefallen daß die Grippekranken in diesen späteren Stadien nicht mehr gu «lristeckungen Veranlassung geben. Ich haste überhaupt die Psl�ze von Grippekrank«» für vollkommen ungefährlich. Im Kranken- Haufe beobachtete ich keine Uebertragung der Grippe, trotzdem jclcftvvqtänHich dort die schwersten Fälle behandelt werden. Di« UeÄurtragung der Grippe erfolgt durch d» Luft mittels eines sehr stüchtigsn KontagiumS; wa�'ch-mckich steckon die Grippekranken nur in den ersten Tagen der Erkrankung an zu einer Zeit, in der sie noch nicht daS Krankenhaus ausgesucht haben. Häufig treten infolge der Grippe Lungenentzündungen, Ei!erungSpro--.esse in der Lunge und auch Brustfellentzündungein auf; letztere müsse», fall» sie durch Eitererreger hervorgerufen find, rechtzeitig operiert «erben. In sehr seltenen Fällen gesell«» sich Geht r-nenhzündungen» sogenannte Enoephakitiden, hinzu. Mr ersehen ow# diesen DarleAmyen, dost We Gvrptp« recht bösartig werden kann und grohe Vorsicht geboten ist. Lchrgavg für Iugend�fl�c�M» Sugendpfiegerbmen Der 3. Lehrgang für Jugendpfleger«nd Yugendpflegertnnen der AÄeitSgemeinschaft zur Förderung der Jugendpflege im Re» gieuuugS bezirk Potsdam beginnt am Montag, den lö. Februar, Leipziger Straße 3. Am ersten Tage werden sprechen Herr Stadt schulrat Dr. Buchruau, Neukölln, über„Die Jugendpflcgearbeit als Grundlage zur Wiederherstellung der inneren Einheit unseres Volkes"� und Herr Gewerbeschullchrer Richter, Charlottenburg, über..Selbsiverwaltuirg im Jugendverein". Tie Porträge des Lohrganges finden an jedem Montag, abends 6 Uhr, bis zum 29. März statt. Mit dem Lehrgänge sind Besichtigungen und prak. tische Vorführungen verbunden. Zahlreiche Meldungen aus allen Teilen des Landes zur Teilnahme an dem Lehrgänge sind bere.tS eingegangen. Weitere Anmeldungen sind an Kreiöjugendvfleger MÜme, Neukölln, Münchener Straße 62, zu richte«. Ein. BerufSamt wird die Stadt Berlin einr übten. Die Beschlüsse der Gemeindebehörden sind ergangen und nun ist die zu» ständige Deputation auf der Suche nach einem aeeigneien Mann, ver sich zum Direktor eignet. Hoffentlich wird ein in der Praxis erprobter Mann gefunden, der dem neuen BerufSamt Leben ein- haucht. Der Reichsfinanzminister braucht Gelb. Dies gcht au» der Mitteilung hervor, daß das Tempeilhofer Feld in Zukunft irui noch geigen Pacht benutzt werden soll. DaS bedeutet für die vielen sportireibenden Vereine, die mit Vorliebe da» Tempelhafer Feld benutzten, ein« fchwere Beeinträchtigung ihrer sportlichen Tätig- fest. DaS Feld ist in den Wirkungsbereich de» Reichsfchatz- ministeriumS übergegangen und da will man heranholen, was herauSAUlhoten ist.'Man scheint sich aber im unklaren zu sein, in welcher Weise die Gesundheit der Jugend beeinträchtigt Wird. Bei der Wäsche erstickt und verdraniU ist die 2t Iah« alte Arbeiterfrau Paulin Preuß au» der Linienstraße 87. Sie wurde gsstern Nachmittag in der Küche ihrer WochnrK.g, die von innen verschlossen war, mit schweren Brandwunden am Gesicht und am rechten Arm tot aufgefunden. Lirf dem Gaskocher brannte eine Flamme unter einem heißem Eimer mit verkohlter Wäsche. Nach dsm Befund muß angenommen werde»», daß die Frau,»«achdem sie die Wäsche aiif da» Feuer gestellt hatte, sich hinlegt« und einschlief. DaS Wässer kochte nun au» und berdompst«, der Eimer wurde glühend, die Wäsche fiirg F««er und verqualmte. M» Frau Preuß plötzlich erwachte, versuchte sie da» Feuer zu löschen uno erstickte und verbrannt« dabei selbst. Sie lag tot am Kocher. Eine« grausigen Fund machte» fpietende Kinder gestern an der Klemsn Stralauer Strasse 1. Dort lag am Spremrfer die Leiche eine» neugeboremen Mädchen», die ont Steine« bc-chlw.rt war. Di« Revierpoligei beschlagnahnrt« die kleine Leiche, und die Kriminalpolizei leitete die Ermittelungen»ach der Multer des Kinde» ein. MMMeMenM Panbsm. vom Tonnaiend, den 14. Februar 1920, ab werden W den b-Äanntsn Eüschiisten g-g-n Abtrennung de» Pszugs- und Qu»' iungsabschnlttez 97 von der allgemeinen Lebensmilieldarl, Lbv vr, Marmelade zum Preise von 1,8S M. ausgegeben. Aus den Orgsnisaüouen. vildungskommlssian Zleinickendorf-West und-Ost. Wir empfel'.c!» den Genossen und Genossinnen dringend den Besuch der.Litera.uaie» Deianstaltung" am Sonntag, den 15. Fedruar, nachmiüags y,3 Uhr, in den Sichborirfälen. Tilla Durieux wird modern- Dichtungen zu« Bortrag bringen. Einleitenäer Vortrag von Rsnö Schicket«. Veceinslalender. Deutscher Iransportarbeiter-Berbanv, Sektion 8, Packer, Lagen und Transportaabsiter der Eroh�erliner Metaliindustrie. Sonn>og> den 15. Februar 1920. vormittags 3% Uhr, im Rosenthaler Hos, Rosen- thaler Straße 10/11, allgemeine Dertrauensleute-Äoisterenz mit«in-n» Vortrag vom Kollegen Bender über das Betrieberätegsseß. Vollzch' lige» Erscheinen ist notwendig. Bertrauxnsmänneilegitimatlonskar!« dient als Ausweis. Freie sozlolistlsch« Jugend. Gruppe Osten. Achtung! Heute ad cm» tm Lokal von Adain, Grüner Weg 44, wichtige Besprechung. Ansang 547 Uhr. Frei« sozialistische Fugend, Aktionsdezirk Norden. Am Sonntag AgitationswlUiderung— Königswusterhaufcn— 2 Uh: Bersamnilung m Kablow. Abfahrt 7,15 Uhr vom Görlitzer Bahnhof. Broschüren. > M d-�internationale- mitnehmen. Real- .Jung« Gart»«- und„Fugend-Internationale- mitnehmen. Elternbeiratswahl. Parteigenossen, deren»Knaben die 15. R e a l� schul» besuchen, treffen sich Sonntag, den 15. Februar, pünktlich Uhr, bei �liesch«, Kopsnhagester Straße 04, zwecks bringend«« Besprechung. Anschließend Besuch der Wühierversammlung. Berantwortlich für die Redaktion: Alsred Wielepp, Neukölln. verlagsgenossenschast.Freiheit-, e. G m. b. H., Berlin.— Truür Lindend ruckeret und verlagsgesellschast m. b. H.> Cchissbauerdamm 19. vis Vsklorcinung mit Naohtrag zam Gesetz über Betriebsräte von S. Auihäuser 50 Pfennig erscheint m o r g e n I Buchhandlung„Freiheit", Breite Strasse 8-9. in der Veriagsgenossenschoft„Freiheit" e. O.m. b. H. Abtlg. Buchhandel, Berlin C2, Breite Str. 8-9 bt soeben erschienen; Gasetaserläuterifflgen fQr Arbeiter and Angestellte URFT I. Obs Gesetz filier Betriebsräte erlK«ater< von S. AuthKunor co. SO Sellen« Preis Mir. s.so Oie Schrifl eathKU nebea eingehenden CriauJenroaen über<9e einzelnen Paragraphen ein« Reihe geschichtlicher Dokumente zur Entwicklung der ßufefrage in Deutschland, sowie ein wertvolle» Vorwort, das die Entstehungsgeschichte sowie die Bedeutung des Behicbarülegcsetze* eingehend bebanded. Ein« besonders Ubersichfliche Anordnung des Textes erhöht den Verl diese* dir jeden Arbeiter und Angeslelllen unentbehr- i Sehen Nachschlagebuches■ Zu bezieben durch jede Buchhandlung oder direkt von der Verlagsgenossenschaft„Freiheit" e.G. m.b.H. Abtlg. 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