ctnrclptci« 20 p'ennkg< 3. Mr�ang Cennctotcg, ien V. März K20 Kr.so/K 44, Worsen.Kusgad, ».neitfeif* frfifeint msrgen» imfc na�mittrtc«. an Sonn- unv Festtaan, nur moraen-. Vft?e?na??rei» beträgt tet treier �«ßefluna ins b>aus#Ar Berlin 5.50 M. im 9?imts zabda:, be« Poflberug manat'ich 5.50 III. rrfl. Austellungs�eb hren» r» �u» firllung un»»r �treifban?' S.75 M.('eutsch'and und G.ste t\f).|ür dos übrige Aus« kmö j(S.— III. zuzüglick» valuiaaufichlag. tRfbnftJon ttnb �rveditisn: �crliw«. Schiftbünerda«« MMU. Fernsprecher: Auu Norden»52— SL, 2605 und 2600. 51» achtgespal'ene No�parnllezeile oder deren Naunr, sowie jede lvor-Anzeige, alR auch die F.rmilien- und Grganisationsanzeigcn werden laut aufaestellterfl Anzeiqen» Tarif berechnet. Inserate für den darausfo genden Tag müssen spätestens bis 3 Uhr nachmittags in der Expedition aufgegeo.n se n. Jnseraten-Abteiltmq: Verttn RW. ii, EchiffbanerÄnmm I» Fernsprecher: Amt Norden 855-56, 2»S5- 06. 076» berliner■Vrgan tw Vmbbänßigm SoMömofmtie SmiftdlaniM Tie GegekresslulioA dek Mfefforen. T'er Kultusminister Haenisch beweist im Fall Nico- loi ein« Energie, der wir, obwchl sie sür einen sozialdemo- kro tischen Minister selbstversiändlich ist, unsere Anerlennuug «icht versagen. Wir hoffen nur, dast er fest blecht und nicht, wie bei früheren Anlässen, nach dem ersten kühnen Anlauf wieder zurückzuckt. Gcrr Haenisch hat dem Senat der B.rliner Universi- tat folgende Mitteilung zugehen lassen: .Nachdem eine Gruppe der Stnd'ntenschcrst die Vorlesuneen des außerordentlichen ProiefforS Dr. Nicolai unter schwerer Verletzung der akademischen Disziplin unmöglich gemacht halte, war von Pros. Nicolai mit meinem Einverstäud- vis der Schutz des akademischen ScrawZ nachgesucht worden Sialt daß dieser in seiner Stellungnahme die alademischc Lchr- freiheit wiederhergestellt hätte, hat er die Täligk it eines Ehren- gerichics ausgeübt und entgegen seiner eigenen Au'fallung ein politisches Urteil gefällt, bei dessen Bildung cr freilich den dölligen Umstürz der Verhältnisse in Deutsch» land außer acht ließ. Man kann über die Art, in der Prof. Nicolai feiner Ueber- zengung während des Krieges Ausdruck verschafft", verschiedener Ansicht fein! aber eine akademische Behörde kann nicht zur Vcr- urteilung schreiben auf Grund von Handlungen, die unter eine allgemeine Amnestie der vom Volk gewählten Regie ung fallen. ktuch kann der Senat als eine rein wisieuschastliche Verwalk ulgS» deHörde für ein politisches Urteil nicht als zu- ständig angesehen werden.— Ein« DisziplinarbekugniS steht ihm einem austcrerdentlichen Proscstor gegenüber nicht zu. �ein Svruch hat also keinerlei rechtliche Fo'gen. Tagegm kann auch nicht eingewandt werden, daß sich Prof. Nicolai dem Urteil des Senats freiwillig unterwor'en habe; dain er hat sokcrt schriftlichen Protest erhoben, als der Senat die Untersuchung dom akademischen auf das politische Gebiet verlegte. Zwar hat der Senat in seinem Urteil den ordnungswidrigen Eingriff der Studierenden in die Lchrsreihcit mißbilligt, aber «r geht mit Stillschweigen über die Tatsache hinweg, daß cß dem llicltor der Universität nickt gelungen war, die akademische Diszi- plin zu bewahren. Angesichts dieser Tatsachen fühle ich mich i m Interesse der unter allen Umständen aufrecht In erhaltenden Lehrfreiheit verpflichtet, P-ofcffcr Auclai, falls er seine Votte'ungstätig'clt forisetzen will, bei Ausübung feines Amtes zu fchützen und die aka- demischz Ordnung mit allen mir zu Gebole stehenden Milieln innerhalb der Universität zu sichern." Um daS unerhörte Vorgehen Senats richtig zu würdigen, muh man den Spruch, den cr über Nicoünij ge füllt hat. im Wortlaut lesen. Es ist e.n Dokument der wildesten und zügellosesten Ncaktion, und jede Zeile des unisangveichen Schriftstücks atmet das Be stieben, an dem Vcrtrclcr einer der nationalistischen Pro- sessoicnklique unsympathischen GAlsieSrichttwg ein Krempel zu statuieren. Bezeichnend genuq fällt für die c>kadcnnisck?e Körperschaft die Desertion nicht am schwersten ins Gewicht. Vielleicht hat sie der Ecdanle an den ge krönten Deserleur, dem trotz seiner feigen Flucht die deutschen Knechtsseelen nach wie vor ihre Verehrung zollen, deronlaßt.über d'.s?en Punkt verhältnismäßig kurz hinweg» lugrheu und sich in der Hauptsache ans einen Vorwurf gegen die Militärbehörde zu beschranken, die dem Uebeliätcr nicht deutlich genug geworden sti. Um so eingehender bcicchäsiigt ZW Ausland über öiudenburg. sich das cben'o gelehrte wie sittenstrenge und patriotische Kollegium mit den schriflstellcri scheu Arbeiten Nicolais und besonders mit seinem Buch über die Biologie des Krieges. Es versichert, die pazifistischen Grund- tendenzen dieses Werkes nickst unter Anklaae stellen zu wollen und es begründet die'e Zirrückhalttmig mit seiner unersck üiterlich n Achlung vor der Freiheit der Wis- sen'ck»aft. Aber der Verfasser habe Deut'chland geschmäht, habe durch das ofstne Ausfvrechcn seiner Meinung über die deutscht Kriegsschuld und die im Krie-ze verübten Verbrechen den Feinden Waffen in die Hand geliefert und der Sache des Vaterlandes aufs schwerste geschadet. Tie Unterstützung der Feinde im Krieg« könne moralisch nur als ein landcs- derräterisches Treiben bezeichnet werden, möge anch der Tatl?stand eines— übrigens omncfticrten— Strafrecht- dcliktes nicht gegeben sein. Ter Senat nennt Nicolais Ver- halten eine grundsätzlich verwerfliche soziale V c t ä t i a n n a nnd«r erklärt dies« an sich etwas unver- stündliche Phrase in dem l.tzten Absatz seines Urteilsspruchs folgendermaßen: .Er hat gegen d'e Ideen einer reinen Gemeinschaft ge- handelt, gegen das Grundgesetz alles sozioten Döllens, denn tr hat die, mit denen er zusammengehört, bei denen er alle? kinpsangcn bat, was cr körperlich und geistit besitzt, mit�dencn er gcmei! scha-fllich ardaite» und kämpfen sollte, in der Stunde �er Not schnöde verlassen, hat vom sicheren Port aus chren (kiiidta vevwkwt« Mafien in dir Hgnd aeaehrn jjnd tat sachlich AMacksnius hNcn lwd Sriiden. Paris, 10. März. Wie der.New Dork Herald" mitteilt, lautet die Stelle des Briefe?, den Präsident Wilson an Senator Hilchcock geschrieben bat und gegen den heute abend sämtliche Blätter protestieren, wie falzt: Die militärischen, politischen und imperia- li st i scheu Ambitionen sind keineswegs selbst bei den Völkern, zu denen wir das größte Ver- trauen haben und mit denen wir wünschen, nur noch an einem Friedenswerk zusawmenarbet- ten zu könney, beseitigt. Während der Dauer der Fr'edrnSkonfcrenz in Paris war es klar, daß die militaristische Partei Einfluß zu gewinnen suchte auf die Räte von Frankreich. Sie wurde damals beficgt, aber heute ist sie an der Mgcht. Der„Te mpb" sagt: Wir kennen nur noch einen MilitariS- nni» in Europa, da? ist der, dessen Tymbvl augenbl.cklich Marschall Hindenburg ist und von dem Prinz Joachim Albrecht eine? der lctztentdockten Muster ist. Dieser Militarismus hat 1014 angegriffen. Ter.Temps" wendet sich auch dagegen, daß Wilson etwa das Ergebnis der Kammerwahlen dahin interpre- ticrte, daß in Frankreich heute der Militarismus herrsche. Das„Journal d e S D t b a t S" sagt, der kränkliche Zu» stand Wilsons allein rechtsertigt den Mangel an Takt gewisser Stellen seines Briefes. H. N. Wien. 10. März Die Arbeiterzcitung beschäftigt sich mit der Kandidatur Hindenburgs zum NeichSpräsidc.iien und sagt bei aller Änerkcn- nung der persönlichen Vorzüge HindewburgS: Nur in völligsm Bruch mit der Vergangenheit liegt Deutschland» Zukunft. D'.e Politik, die der Name Hindenburg verkörpert, Hot daZ deutsche Volk in Knechischaft und Armut gestürzt. Nur die Politik des internationalen Sozialismus kann seine Bedrücker bezwingen. (in Cealscher ves'echut�smrsuch. In einer amilichen Auslassung vom 10. März sichert die deutsche Regierung den Schiffseigenlümern der schleswigschen Ab- stimmungSzone u. a zu, daß ihnen in erster Linie Ersatz für ihre sichert die deutsche Regierung den Schis fSeigcntümern der Abstim- mungk-one u. a. zu, d:ß ihnen in erster Linie Ersatz für ihre Schiffe gewährt werden soll, und daß eS eine Ehrenpflicht der deutschen Regierung sei. den Flensiurger Reedern die vcrcorenen Schiffe vor allen anderen durch Neubauten zu ersetzen. Die Reeder in Flensburg sind in GcschästSrücksichten dänen- freundlich. Das Persprechen der Regierung ist nichts als ek» BcstechungSvcrsuch, der auf Ävsten des Vollövermogens gehen würde. So sehr wir eS begrüßen, wenn sich die Alehrheit der Bevölkerirag im Abstimmungsgebiet für ein Verbleiben bei Deutschland entscheidet, ebenf-chehr vercrrteilcn wir diesen Ben- such der deutschen Regierung, durch das Angebot einer bevor» zugten BehandUing die Stimmung der Bevölkerung zu beetn- flussen. teouhard Zmwt vZrhasle!! Der Dichter Leonhard Frank wurde, wie unser Mannheimer Partciblait meldet, am Montag in Frankfurt a. M. bei einer Vorlesung au? seinen Werken verhofiet. Leonhard Frank, ein Dichter von europäischer Bedeutung, ist der'Velfasser der Bücher:„Die Räuberbande",„Die' Ursache",„Der Mensch ist gut". Besonders das letzte pazifistische Buch, das 1016 geschvicbej» wurde und in alle Kultursprachen übersetzt ist. hat großes und berechtigtes Aufsrhen ci�cg.. Er ist Träger des Kteist-PrciseS. Leonhard Frank, der einer Proletarierfamilie entstammt und bis vor 10 Jahren selbst noch Arbeiter war, stand von jeher auf dem linken Flügel der Sozialisien. Die Verhaftung Franks, die dadurch ausgeführt wurde, daß einige hundert Reichkwchrsoldaicn den Vortragssaal umstellt«» und dann besetzen, ist um so cmpöreuder, als die Regierung Leonhard F-ank, der derunz'ert war, an der München«: Räte- regierung beteiligt gewesen zu sein, ausdrücklich zu, gesichert hatte, daß er sich vollständig frei und unbehelligt bewegen könne und das Verfahren niedergeschlagen sei. Ler FrZedensvörs�ag LokvjskmUMs anZapeu. H. N. Tokio. 10. März Die japanische RegiernnI erhielt einen Frieden? vor» schlag Lenins, ter jedoch vorläufig unbeantwortet bleiben wird. Man wartet zunächst ab, ov zwischen England und Frankreich eine Uebereinsiimmung in dieser Frage erzielt wird. Merila für Hzvdelsbez�huvgen nil! Ruhland. Nach einer Neutcrm'ldunz aus Waflsington wurde dort mit- geteilt, die Regierung labe im Prinzip beschlossen, die Wieder- aufnähme der Handelsbeziehungen zwischen Ame- rika und Svwjctrufland zu gestatten, sobald die Alliierten eine endgültige Politik gegen Ruhland festgesetzt hätten. mit diesen gemeinsame Sack« gemacht. Er hat nur an sein subjellivoS Streben gedacht, da er seinem Volke in dessen Be- drängnis die Hilfe versagte, die er ihm schuldig war. Dieses widerstreitet allen idealen Gomcinschafisgedanken, ohne den keine Besserung und kein Fortschritt in sozialen Dingen möglich erscheint. Dies schlvülsttge Gerede von Gemeiuschaftsgefühl und sozialem Fortschritt könnte uns zu einer Auseinandersetzung mit denen reizen, die sich für die berufenen Vertreter des deutschen Geistes halten. Wir könnten sie flagen, ob es nur ein nationalistisches Solidarität«Äe wußtsei n gibt, und ob nicht am Ende der Mcnschheitsgedankc höher steht als dieses. Wir könnten nähere Auskunft darüber erbitten, was diese rückständige GcsellsckMst. an deren Spitze der Professor Eduard Meyer marschiert, unber sozialem Fortschritt ver- steht. Aber alle solche Erörterungen wären zwecklos, denn es ist gar zu deutlich, daß sich hinter den von Sittlichkeit triefenden Redensarten nichts anderes verbirgt als der ab- grundticfe Haß gegen die Ideen der Revolution. Das ist es ja auch, was dem Fall Nicolai eine Bedeu- tirng gibt, die ihn über einen rein akademischen Sttckit hin- airssiebt. Hier wird von einer Spelle aus, deren großer Einfluß nicht zu irvtevschähen ist, schlankweg geleugnet, daß im November 1918 etwas Neues Wurde. Die Ansichten und Auffassungen des äl-ten Systems werden nach wie vor als die einzigen Yinaestellt. die einvn Anspruch auf mora- Ii che Anerkennung besitzen. Der öffentlichen Achtung würdig ist nur derjenige, der unbeirrt auf dem Standpunkt des monarchistischen Deut'ch'ands steht, der seine Politik gut heißt und an sein« Methoden nicht die Sonde seiner Kritik ansetzt. Ter Revoliotion wird der Fehdehandschuh hingeworfen. Tie Anhänger einer Wettonscharnrng, die sich in Gegensatz zrrr Vergangenheit stellt, werden aus dem Kreise«chibarer Mitbürger ausgefchlvssvn und ver seh ml Aber der hohe Senat der Berliner Universität würde Knezi lochen Vorstoß»cht waoe». ueam--»Zckt d«, Zustimmung Weiber Kreise sicher sein könnte. Der Mut, wider den Strom zu schwimmen, hat die deni'chen Proses- sewn noch nie ausgezeichnet. Sir hckbsn den Verhältnissen inmurr Nechining m tragen gewußt, und sie würden hent« in ihrer großen Mehrheit'Sozialisten und Nepnblikamer sein oder sich wenigstens als soidve geben, wenn sie dich« Gesinnimg als die tatsächlich herrschende ansprechen zu müssen glaubten. Sie ha«m ja auch mehr als ein Jahr zugewartet, bis sie sich zu ihrem anmaßenden Angriff mt- schlössen. Inzwischen heben sie sich überzeugt, daß sie sich ans das Gros der Studontenschpst verlassen können, deren Führer den alten Ueberlieseriingen getreu entweder Bier- tinipel heißen oder sind und sie wissen außerdem, daß der ständig wachsende Nationalismus im Bürgerlmni ihnen die nötige Rückendeckung gewährt. Mehr als das: Sie er- freuen sich sogar der Unterstützung aus den Reihen der Sozial de in okratie, denn die„S o z i a l i st i s ch e Correspondenz" des Herrn Heil mann er- klärt, daß sie die Entscheidimg des Senats nicht schelten könne, weil der landesverräterischz Nicolai sich für immer von seinem Volke geschieden habe. Wer über solche Vuu- idesgenossen.verfügt, darf schon etwas riskieren und darf es auch auf eine Kraftprobe mit der Regierung ankommen lassen. Gelangt der Kampf wirklich zum Aus trag, d. h. wirh Nicolas auf seinem Rechte bestehen und der Kultusminister, wie er verspricht, von allen ihm zur Verfügung stehenden Mitteln zu seinem Schutze Gebrauch machen, so wird es ein interessantes Ringen geben, dessen Ausgang für die nächste Zukunft Deutsch kmds von mehr als symptomatischer Be- dentung ist. Herrn Haenisch aber können wir zurufen: ..Mönchlein, Mönchlein, du gehst einen schweren Gang!" Die schweren Tat- und Unterlassimns.sünden, deren sich die Regierung seit ihrem Bestehen schuldig gemacht hat, droben sich auch�i�diesem Falle bitter zu rächey, �. Sojiafe ZlweWMi fs MechvAMsfeg. Aus Brünn wird uns qrsch'.lÄicn: l Im Saufe der vo.ige n Woche tont c5 im verschiedenen©c« Skitn des tfchechoifowcrkifchen Dwntc» zu Erscheinungen, die aus ■ ttott ernste Gärung in den Arbeite.Massen schliefen laisen.. In der Hriup.istedt Prag forderten alle'lädtischen B.amten und Angeftell'ton unter Androhung eine» General- ftreikeS eine wesentlich! und sofortige Erhöhung der Gehälter und Teueeung-zulagen. De: Druck war so stark, dag soscr. an demselben Ta'« eine außerordentliche Schung des Gemeinde» rates» einberufen und die soivrtige Auszahlung d.r Teuerungtzu- lagen bcischlosscn wexden mußte. Büvgevmerßer Dr. L a t h zav vor der Abstimmung eine Erklävung. in der er unter anderem sagte:..Die Finanzkonirnrission Hai sich nur unter d m Drucke drs an.'�edreiMn Strci.eK zu ihrem Beschlüsse bewegen lassen. Die Koloe« des Generalstreikes wären unabsehbar gewesen. Mit einem Schlage hätte da? ganze Wirtschef eile b?n der Hausetstad'. Prag lahmgelegt werden sollen. Die Einwohnerschaft wäre mit einem Schlage des Wassers und Lichtes b. raubt worden. Alle Wohmmgen, Lokale, Kanzleien und alles andere hätten des Abends in Finsternis gelegen. Alls Fabriken und Werkstätten, die auf elektrische Kraft und auf Gas angewiesen sind, wären gezwmichn gewqen, die gesamte Tä igkeit eirzttstelleu. Der Streik im Wasserwerk und In der gesam.en Steinigung der Stadt hätte hygienisch gesährliche Folgen. Ich darf nicht vrrschveigen, daß die Lndrohunz dieses Streikes ein u. gewöhnliches Entsetzen überall dort auÄöste. wo von ihr gesprochen wurde. Eine sehr bemerkenswerte Bewegung herrscht unter den Kleinbauern in manchen Gebieten Böhmens. In Ungarisch- Kradisch erschienen Freitag Vertreter der kleinen Bodettlesitzer «uf der dortigen Bezirkshauptmannschast und wollten beim Bs- zirkshauptmann wegen Zuteilung von Pachtboden von Groß- grundbesitzern einschreiten. Der Bczirkshauxtmann war krank, alle Beamten desgleichen. Die Bauern schickten ein Telegramm an die Regierung, daß sie sich selbst 80 Prozent Großgrundbesitz- boden nehmen würden. In den Dörfern kam es zu Massen- demonstrationen, die sich aus andere Bezirke ausdehnten. Kritisch gestaltete sich die Situation in Chropin, in der Mitte des sruchlbarsten mährischen Gebietes, tvo das Volk die erzbischöflichen Grundstücke besetzen und aufteilen wollte. In Llmütz kam e? dies« Wcche zu stürmischen Hunger- redolten des unorganisierten städtischen Proletariats. Es wurden Geschäfte ausgeplündert und ein Schaden von mehreren Millionen verursacht. In Prag fand am 2. d. M. eine große Versammfung statt, d?e sich die Vertrauensleute spontan erzwungen haben. Es wurde über da? Verhältnis zu Rußland gesprechen. In der angenommenen Resolution wuwe die Anknü■ ung d r auS- schließlich wirtschaftlichen Beziehungen zu Rußland für un- genügend erklärt und sofortige Verhandlungen um den Frieden und die Einfichrung der diplomatischen Beziehunzen mit der russischen proletarischen Republik gefordert. Nach der Versamm- tong kam es zu Straßendemonstrationen. Lcr Sloßlruxp der lleaNio». Feder Tag erbringt einen neuen Beweis dafür, daß iie Reichswehr unter NoSkes Leitung zu einem Stoßtrupp der monarchsistisch'en Reaktion geworden ist. der seilte Jroitt bereits so befestigt hat, daß er zu kleinen Teilvorstößen ausholt, um das Kampfgelände zu prüfen und an der Hand der Ergebnisse die Vorbereitungen für einen Haupt» schlag zu treffen. Bei allen reaktionären Ailsschrehiingen der letzten Wochen hatten NeichZweHrosfiziere die Führung übernommen, lieber die Vorgänge in P a s s a u. wo eine Theatervorstellung gesprengt wurde, weiß das„Berliner Tageblatt" zu berichten: Bei den Münchener antisemitischen Demonstrationen vor dem Ministerium des Innern hoben sich bekanntlich Reichswehr- soldaten in Uniform als Zcttelverteiler betätigt»ud der Passauer Thcaterskandal. gelegentlich der Aufführung des Lebensbildes Kurt EiSnerS, ist, nie jetzt erwiesen erscheint, von den NeichZwehroffizieren Hauptmann Hundinger und Leu!» rnant Brand Planmäßig dirigiert worden. Obwohl eS sich um eine geschlossene Vorstellung für die Freie Gewerkschaft handelte, waren, den Bekundungen des EnscmbleleiterS zufolge, Rmchzwehr» soldaten und Studenten über Parkett und Ränge verteilt. Die Soldaten begnügten sich n'cht mit anti'emittschen Hetzrufen, sondern warfen RelzgaSbombrn auf die Bühne und gingen mit Schlagringen und aufgepflanztem Bafrnett. die Offiziere mit Reitpeitschen und Knüppeln gegen die Theaterbesucher vor. Der sozialistische Gewerkschaftssekretär, der einen der beteiligten Soldaten feststellen lassen wollte, wurde von anderen RcichSwchrsoldaten verhaftet und nachts in der Zelle von Leutnant Brand und anderen Mitgliedern der Reichswehr mit eisernen Schlagringen furchtbar zugerichtet. Ebenso ging eS zwei weiteren Jnhoflierten, de.n Pttastercr F e b l i ch und dem Maurer Knon, die beide mi: der Theatervorstellung gar nichts zu tun haitew Der Mißhandlung des letzteren durch Leutnant Brand und Dcckoffizier G r o d e k hat nach Darstellung der „Münchencr Pott" der Wachthabende, Sergeant Glaser, bei» gewohnt. Dw rohen Patrone ließen den Bewußtlosen dann hilf- loS in seinem Blute liegen. Die bayerische Neaieriina will wegen dieser Vorkomm- nissc bei N o s k e in Berlin vorstcllia w.rdcn. und im Landtaa kündiate der rechtssozialistische Abgeordnetc T i m in in einer von großer Erreanna getragenen Rede an, es. müsse zur bewaffneten Selbsthilfe aegriffcn werden, wenn nicht sofort Zustände wie die in Passau gc- ändert werden, Wo bewaffnete Güter der öffentlichen Ord- mma wehrlose Bürger überfallen und u n m an s ch» l i ch mißhandelt hätten. Es sei ohnedies die Periode der inneren Erchiitteningen noch nicht vorüber und im Volke eine tiefe Gärung vorlxindcn. die bei irgendeiner Gelegenheit zur Entladung führen könne. Auch in einem Teil der rechtssozialistischen Provinzpressc wird Alarm geschlagen. Die„Frankfurter Volksstimme" verlangt die sofortige Bestraifnna der schuldigen Offiziere und ihre Enb fernnng ans der Reichswehr. Der„monarchistische Auaias- stall" müsse sofort und griind-lich gesäubert werden. Aber die Sach-e steht hofsmmaslos. S ll'st der..Vorwärts" muß pessimistiich bekennen, daß bisher alle Proteste„so q u t w ie gar nichts genützt" hätten. Er sieht in den Vorgängen in Berlin, Passau und Osnabrück die unverkenn- baren Vorläufer eines weißen Terrors und erwartet eine Abhilfe nicht mehr von Noske. sondern von der Nalionalverimiimlima. Wir bestircht n, daß die�e ebenw- wenia Neigung zum erarailchen Dnrchgreisen geigt, wie Herr Noske, denn sie befindet sich ebenso wie dieser in der ILesansenichalt der Reaktion. Außerdem würde ein blasser Prolest d?s Parlaments ebenso nutzlos vervussen, wie die vielen Proteste in der reätti sozialistischen Presse. Nur schneb kcs Handeln kann noch helfen! Mtö und Sühne. Am H. März vorigen Jahres wurde in der Franzosi- scheu Straße der Mord an den 32 Unschuld. gen Matrosen verübt. Wir stellen heute, am Johrestagc des Verbrechens, fest, daß die Regierung noch immer nicht ihre Pflicht er- füllt hat, für die Hinterbliebenen der Ermordeten zu sorgen und ihren berechtigten En tschad ig un g Zons v rächen nachzukommen. Lediglich ein paar Bettelpfennige„Abschlags- Zahlung" wurden den Angehörigen von dar Intendantur gewährt. Das Versprechen, das die Regierung nach dein Marlohprozeß gcg.ben hat, ist längst vergessen. Die Re- Pierling hat es nicht vermocht, das Verbrechen gesetzlich zu sühnen. Sie scheint ovch rsicht in der Laie?n sein, wenig- slens den mateichllen Teil der Schuld gn begleichen, obwohl dies selbst vom Anilagcvertreter im Marlohprozeß als selbstvcrstäirdliche Pflicht bezeichnet wurde. Sie viuls ö?len des mllilarlsllsAen easlers. Dem Friedensvertrag fallen auch die praußrschen K a- dettenan st alten zum Opfer. Sie werden jetzt der Roilhe nach aufgelöst, und jedes-mcll gibt es dabei eine große irrUrtaristiische Feier mit schvarz-weiß- roten Fclhnen, Hsrl Dir im Siegevkranz und Hochrufen airf die Monorchie. Bei 'der Schließimg'der KafesttenanskÄt Groß-Lichter- fe l de, die Tic'iis'jaa siv't'and, war sogar der Giineval L u» d e n d o r f f in höchst eigener Person erschienen. Eine Ehrcnkompagnie war für ihn ausgostellt. Auf der Kumpel der AnflattSkirche wobt« neben der schtn>ar.z-'.veiß- roten Fröne eine schwarze Trauerfahne, und u' ch einer Zeitein'gsnotiz soll die Stimmung'der zum M'hchio) vevsairrneiten nftitarilstischen Größen eine sehr düstere gowesen sein. Die monarchi strichen Kreide sehen in�drr Tat mit dem Verscklviv'den der Kadettenanstalten ein Stück alt- preußischer Geschichte ins Grab sinken. Tie sich als Er- zi'äher des Volkes Wlenden maschechten preußischen Osf>i- ziere wurden in dieson Anstalten für ihren LÄensbevuf derangedri.'lt. Aber mal che r Art war der Geist,>der in die- sen Austollten gepflegt wunde? Ein preußischer Stabs- o f f i z i e r bat letzthin in der„WAtlbühne" einen ArtiQri darüber vevössontlicht und die Anstalten als die Bvu'l'stätten des Lasters, der Unzucht und der sadistischen Orgien be- zeichnet. Uober«die gähandlhalbten Erzieh'Uwgs'Uiolhodon äußerte sich der Stalbspsfizier: Die Erzieher waren größtenteils junge Of�zlrre, tie irzrndwlr kaltgestcllt werden sollten, teils wegen Schulden, teils wegen SaufenS. Einer war schon in Amerika gewesen und rief unS kaum jemals anders als:„Schwein!" oder„Ehrloser Schuft!" Manche Schimpfwori« verstand man mit 10 Jahren zunächst noch aar nicht: so wenn er saate:.Dich Schwein hätte dein Vater auch lieber an die Wand spritzen sollen!" Aber allmählich verstand man leider alles. Ich erinnere mich aus der Voransiatt nur eines Erziehers, der besser war, als die anderen: das war ein Württemberger... So iahen die E rzi echnngsanftalben dcS p-roußifchsn Ml- litarismus ans, deren Schließung jetzt in der monarchisti- sehen Presse als ein großer Vor tust für die Suflunft des doiilschen Vchkes bezeichnet wird. Der preußische U n- «eist, der in den.llodebtenanstalten dam-ivcrdenden Oiii- zier eingabtäut wunde, tcibte sich dann später in den Ka- fernen in Gestalt von Solda tenmi ßbandlu ngen. ctbrver- letzenden Beschintpfunfzen imd Herchsetzmig der Menschen- würde bei dem■gemeinen Sc«lidatan aus. Ein wabres Glück für das BcTk. daß diele Brutstätten des Lasters airrd des militaristischen Dünkels jetzt endlich unter dem Drnck der Entente geschlossen werden müssen. Lieber Zncht�us als Feslungshast. Wie auS der Ansraze der©."massinnen Zieh und A'pnes pr.d der Genossen Elchhorn und Brühl he.varzcht, führen die In- fassen des FestungSgefängnisfeS Spandau bii- :ere Klage über die dorttzeN Zusiän'te. Unter anderm wird be- richtet, daß die Verpflessung der FestungShäftlinye völlig un,;«. nüigcnd ist und die Zusendung van Lebensmitteln an sie ver. boten fei. Dazu wird uns von dem Mtzl'ed der Nattioralver- fammlung Georg Davivsohn geschrieben: „Ich weiß nicht, ob die Mitteilungen der vier Mbieordneten richtig sind, ich unterstelle sie bis auf weiteres als richtig, Jcden- 'MS möchte ich jmi etloui/en, in dieser autnahme rechtlichen Z.it in der es jetein jeden Tag zustoßen kann, daß er seine Freiheit einbüßt, polittisch.n„Verbreche m"«inen guten Rat zu geben: Wenn sie cZ schon nicht unterlassen können, sich steasbar zu machen, so mögen sie wenigstens zusehen, daß sie gleich im? Zuchthaus kommen I In den Zuchthärusern nämlich ist es heute eben we-zen der schlechten ErnüihrungZmö'lichkei.vn song üno gäbe, daß den Sträflingen freigestellt wird, sich zur Ausbes- sernnz ihrer Verv/legung von ih-'en" Verwandten. Freunden usio Nahrun.,-'ttmittet zustellen zu lassen: eine ErlaubnrZ, von der auS begreiflichen Gründen zugigsten inhaftierter Zuhälter, Schieber ir'w. im Weitesren Umrsarr;« Gcibrauch ganacht wird. Der El» sässcr Journalist Kellermann, der vor kurzem dies« Dinge an Ort und Selle. das beißt in einem Zuckl'cha'r'e, sttch ert hrt wird in der Lage und wohl gern bereit fein, über feine Bcob» achtungen genaueres bekannt zu geben. Also, ihr politischen Sünder, die ihr in der Haft nicht hungern wollt: auf in» Zuchthaus! Las vcciircchen am e'genea Volk. Die RcichSzentralstelle für Kr'egSgefangene. eine amtliche Dienststelle, veröffentlicht in der letzten Nummer ihre» Nach» pichtenblattes vom 6. März ausführlichere Mitteilungen über die bisherigen Fragen der Heimschaffung der deutschen Gefangenen aus Rußland. Diese Ausführungen be- weisen, daß die Sowjetregierung in bereitwilligster Weise stet? bemüht gewesen ist, das Schicksal der deutschen Kriegs- und Zivil- gefanzenen zu erleichtern. Sie ielbst stellte zwei Millionen Rubel zur freien Verfügung des in Moskau gebildeten deutschen Sol- datenratcS, die im Interesse der Gefangenenfürsorge Verwcn- dung finden sollten. ES ist interessant zu erfahren, daß die deutsche Regierung die Anerkennung des deutschen Rates in Moskau verweigerte, obwohl die praktische Arbeit, die er geleistet hatte, die Heimbesörderung einer großen Zahl deutscher Kriegs- und Zivil- gefangenen zur Folge gehabt hatte. Der Bericht weist besonders darauf bin, daß entgegen allen ander» lautenden Berichten„sich die wirtschafiliche Lage der Kriegsgefangenen in Rußland mil Beginn der bolschewistische» Herrschaft unzweifelhast zum bessern gekehrt Hai".„Darum Wurde der Umsturz astgemem mit Freuden begrüßt, der allen Kriegsgefangenen absiilute Gleichberechtigung mit der übrigen Bevölkerung brachte, und die Meguch'eu, sich betätigen und nach Arbeit umzuschauen, wo es ihnen beliebte. Mehrfach hebt der Bericht hervor, wie die Se».'letregi'rinig sich stets der deutschen KriegSzesangenen angenommen hat. De deutsche Regier u n g aber unterstützte mit ihren Truppe» Operaticnem ge.gen die Sowjetarmee in den westlichen Rand- staatcn. Selbst wioderhoite Radiotelegramme des Meslauer deutschen Rates an die deutsch« Regierung im Interesse der noch auf Abbeförderung in Rußland wartenden deutsche» Gefangenen die Bcteilgung an diesen Operationen einzustellen, blieben er- folglos. Die deutsche Regierung opferte ihrem Baltikumaben.euer nicht nur das letzte Ansehen dcS deutschen Volkes, sondern auch das Schicksal taufender deutscher Kriegsgefangener in Rußland. Der Bericht der RetchSzentralslolle fährt mit schwerer A:> klage im Sperrdruck fort:„ES ist bekannt, daß auS diesem Grunde,. und auch wegen der anti. bolschewistischen Propaganda unter den russi- s ch c n Kriegsgefangenen in Deutschland, die Sowjetregierung sich schließlich veranlaßt sah, als Gegen Maßregel die Fortsetzung der Heim» s ch a f f n n g im A n g u st vorigen Jahres zu unter- sagen." Die deutsche Siegieruug trägt also selbst die Schuld daran, daß noch Hernie Taufende von deutsch n Gefangenen in Rußland weilen. Um ihrer annex.onistischen Spielereien im Baltikum loilteii und als BütM der russischen Zarenefsiziere hat sie die Schuld auf sich geladen und die Heimkehr der deutschen KriegSFesaiigcnen m Rnpiand gefährdet und jchl.cßlch trotz alter Warii'unsen wreigelt Sie es renmAl lM! Die gewaltsame Einführung von lleberfchichten Im Nuhrb ergbau- Ans Bottrop eihalten wir eine Zuschrift, die al? lehrrcicher Beitrag zur Kennzefchnang der Methoden, mit denen man die Arbeitslust der Verglo.ite za heoen beiloat. gelten kann. In der Zufchrift heißt es: „Nach kräftiger Vorbereitung des Bodens durch Aufrufe und Flugb ätter an die Bergleute, erschienen zum erstenmal vor un» gcsähr drei Wochen ofsigtalte Nachrichten über das Versah roir der Ueberschichten. Cs schwebten Verhandlungen g'v. scheu dem RegicrungSlommissar S'c v c r l n g und den Zeche» auf der einen und den vier Verbänden auf der andere» Seite. Das Resultat war, die einzelnen Belegschaften durch geheime Abstimmung selbst entscheiden zu lassen. Diese Abstimmung ergab auf der Zeche Prosper III Ibv St.mmen für uns 1109 Stimmen grgcn dos Verfahren von Ueberschichten. Darauf erschien mehrere Tage spä.cr eine Bekani-tmachung de» Wehr« k re i s ko m ma ndoS 0. zu dessen Bezirk Bottrop gehört, die doS Verfahren von Ueteerschichien einfach anordnete. ES sollte am Montag, den 23. Februar, de MittagSschicht, am D'enälag die Frühschicht, dann wieder TonnerStag die Mittags- schich) und Freitag die Frühschicht eine halbe Sch.ch: länger in der Grube bleiben— laut Verordnung des BttrirbSfichrerS Fink der Zeche Prosper II auf Gruirt) der Bekanntmachung des Wehr- krciSkommandeS 6. Für diese Ueberschichten hat man 100 Prozent Lohnzuschlag, Brot und Schniplz versprochen, denn mit Speck sängt man bekanntlich Mäuse u d mit Brot und Schmalz den Bergmann. Gegen freiwilliges Gin fahren hatte wohl niemand elwaz eingewendet«. Aber nun erücbten wir etwas, was man wohl nach der Rcvolutten nicht für möglich halten sellte. AIS die MittagSschicht am Montag et fuhr, geschah tS in der Hoff- nung, daß die Leute, die leine Uc verschiebt machen wollten, wie gewöhnlich um Ytü Uhr heraus'ahren lönnten. Aber der Berg- mann denkt und der Herr B.ttriebsführer lenkt«. Als unsere Kameraden ausfahren wollten, keß man den Förder korb einfach mitten rm Schacht Hannen, und unsere Kameraden saßen wie Mäuse in der Falle. Um 10 Uhr bequemte man sich endl ch dazu, die Belegschaft ausfahren zu lassen. Am DienSiaz(21. Februar) wurde es noch schöner. AlS wir um l Uhr. die geivöhnliche Zeit der Seilfahrt, zum Schacht kamen, hing der Korb wieder im Schacht. Wtr telcplscnterten wach eben, erreichen auch, daß der Korb herunterkam. 50 Mann bestiegen den Korb, wurde auf- gezogen und misten im Schacht volle drei Stunden hängen getassen. Was das heißt, mit der dünnen CrubenUeidung drc» Slurcden im Schacht zu Hönze«vird nur der begreisen der selbst tn der Grube gearbeitet hat. AIS wir um 41h Uhr endlich erlöst wurden, waren wir ganz b'au gcsrcren. Oben erzählen uns unsere Kameraden von der MittagSschicht, daß sie alles Mögliche getan hätten, um uns zu befreien. Aber der Herr Bc«ri«bS- führer Fink sei einfach hingegangen und Hab: den Förder- Maschinisten sortgcholt. Kein anderer gelraute sich an die Maschinen, weil ein einziger Feh'griff uns Sy Mann da« Lebe» gekostet hätte. So geschehen inn Jahre 1520 nach de* siegreichen Revolution." Die FÄlge dieser fpmeinen Frttifie'tAsteMl'.kdttng war. daß die Batog'schaft der Gielde a«:ii 25. Februar in den Streik getreten ist. Aabfirliche Dinge sind ci'-.rf anderen ©rußen Passiert. Ueoerall stellen die B.wMüsteitcr gegan die Zechen Strafantrag wegen Freitzeitsbe- r a'U b u n g. � Sci.vvit ist cs gCso daß verbreche rifchze Kica- turen unter den Botriebssühpern— gestützt auf Ve» fllg". ingen der Mrlitärbehör.tcn— auf solche Art mit Leben und Gesims eis der Vcrg>arbeiter spielen können. Was die deutschen MilitäiS in Debbgian und No>i>f rank reich goterirt, üben sie nun an deutschen Arbeitern. Reichs tonz» ler Bauer war, rmiKklSem von ei-ner reichi'alti'gen Aislcf! von Räten, im Ruthrrevier, um dort feinen gaiv.en Einfluß zitr Iteberivinduiwi der letzten Widerstönde der Bergar'eiter gegen die Ilsberschichten»ttsvildieten. Er brachte den Speck und drückte den BetviabsMrern die Peitsche in die Hand. Er sichr nach Hause und rich«ir«!e sich der Dctt als iveiteren Schritt zur Rettun'g dcS Daferlairdes. Die Berg» leute, die Jich dam Diktum der Zecken, der Ragievung>md der Militärgewrlt nicht beugen woOIcn. üßer äßt er der Miß' siariitzl'ung durch die Betriebssichrer. Drastischer können die Herrsch. rftSmeblx'den soziafistischar Minister nicht stekenn- zeichnet werden. Man tänfche sich nicht! Dieser Sieg der Regierung ist ein Pprrbnssieg. An ihren Wirkungeln wird auch der letzte Bergmann das Wesen der neudentschen Regie- rimgsmets'oden erkennen. Und die Bergloule werden G> loaenbeit finden, che Urteil z» fällen. Aber es wird auch Zeit, daß sich mich der Vergär- sieiterverband auf andere taktische Menden bost'-irt- Denn eS n' ehren sich die Anaeichen dafür, daß sich der Un- Wille der Berglewie irrtw und mefffr mich gegen istn richtet, da er seine ZiWimimug zu der gavailtsauicii EüijührunA der Ueberschicktei. aogadeu hat, �'—- »» Achms öes Reichsemkommeustt LeMSze Kal!onalser?a«!ni!unz. 123. Sitzung vom Mittwoch, 10. März. .�Nacht�m Präsivznt Foürcnlach dcm Hause von der AI?' einer Syiupatl/ictunlgebung an fcoS AbsiimiuunLszebiet pnti.i» gegeben hat und die zweite Beraiung des KörpeeschaftS- �UergcsetzeS abgebrechcn ist, da eine Lieihe van Anträgen erst N�iult werden mutz, folgt die dritte Beratung des VleichSeinlommcnsteucrgesetzrZ. .§ 12, Ziffer 12, Abs 1 setzt«AS steuerfreies Einkommen Gewinne fest, die durch Veränderung von Grundstücken rrzio.t ®oceea_ find, feie schon nündeslenS zehn Jahre im Besitze d.S �näuferS waren. Dagegen wendet sich Abg. Mumm(Dnat.) jpu fmem deu.' chraUt.iv.e« Au.r.g, die of-w cuf 6 Ja. t: zsiahzusetzen. Aach einer ab'ehnenden Ausführung deS Abg �Vlunck(Dem.) wird der dcutschnat'onale Antrag abgelehnt. Abg. M u in m(Dnat. Vp.) begründet einen Antrag, Beiträge ? in.ic:ätigen genieinu-ützigen u>.� pviAiseven B.re.n nungen bis � einem gewissen Betrage für abzug'berechtigt zu erklären. Abg. Braun(Ziechtssoz.): Wir lehnen den»Antrag ab. � Wen. Dütvell verlangt getrennte Abstimmung für beüräge an politische Vereinigungen. . Die Abstimmung über den Antrag Zlrustadt(Dnat. Vp.) J11! Freilassung von Beiträgen an kultursördernde, mildtätige gemeinnützige Vereinigungen bleibt zunächst znwifelhaft— baininetsprung ergibt die Annahme mit 117 gegen 154 Stimmen. n Freilassung der Beiträge zu politischen f r e i n i g u n g c n wiro gegen die Sliurmcn der Sozial» angenonrmen § 13 wird in der nunmehr sestgesiellten Fassung angenommen. CienosM Zieh: Der Cinkommensleuerge'etzentwurf, dar im allgemeinen, k>e» s�derz auch in seiwer S asselung und-in der unge ügend starben nasfung d r grotzen Einkommen über bl>(l Mark wenig stnlen Geist atmet, hat im§ 12 ein« besonders«..soziale Bc- innnrung. Es heitzt darin: «Dem Einlommen des CH-em-en-neS ward daZ Cinkemmcn der Eh es " I w;......... Ü 1- v■ i« wx-vw«.,-»-.. Ü—OV»" /'lgleit ßrg-cn btejeni�n gamir.cn, in b?i?cn bh E�efran. Grieben durch die Not des Lel-enS. gezwungen ist, durch Eruwr.S- s-f't zum Lebe uS unterhalt der Familie besutragan. d-f Ltcnerfiskus bestraft die verheiratete Frau(Ur ihren Flcis), is-in er sie und ihre Famrl« schärfer zur Einlominenstc-uer Manscht alz die ledig« Frau. Versteuert die Ehefrau separat - Enlemmeu. so werden ihr von ihrem Ar bei! Sei.kommen N.Mark als Existenzminimum gnhg.-rechnet. Wird dego.'en ihr Reineinkommen dem ihres ManneS bei der Steucrveraul-rgung Zugerechnet, so werden ihr nur öl» Mark als sicuersrei in Ab» gebrach. Hat sie also«in jährliches Einkommen von y) Mark, so werden ihr nur 2!W Mark als fierr rirei c-'it» �chuet. Hat sie dagegen nur 1000 Marl Einkommen, so würde *' wenn sie selbst veranl'gt wü'.-de,«ärrhoirpi nicht bs steuert J�cn; wird aber'ihr Einkommen dem des Mannes zirnercitret. sie immerhin für die 500 Mark oder richtiger ihr Mann für �strs Eni kommen. Steuer bezahlen. � De� damit nicht genug. Durch die Zusammenlegung der Neits hinkommen von Mann und Frau komm! auch noch der Mn In eine höFere Einkommenitufe, was um so mehr inS@e», .iht fällt, alS bekamt- lich jede höhere Stufe ein« Stelgeru g der jjfUer tun 10 pro Mille b deutet. Die Zusammenlegung der flet Sein kommen bei der Veranlagung zur Steuer ist also eine ."gerechtigkcit in dopvelter Beziehung und da» 's ein skwereü soziales Unrecht. Gerade die Aermsten werden "■f diese Weile am meisten belastet. Nun mochte ich den NezieruneSvertreter fragen, wie er sich eigentlich steuerlechnisck die Erhebung dieier Steuer denkt. Ahnten wir einmal an. ein Arbeiter im BcrgwcrkSrevier arbeitet j? einem Ctie, der IM Stunden von seiner Wohnung entfernt 'llt. B», diesem Arbeitgeber wird die Veranlagung seines nlommers vorgenommcni Nehmen wir nun weiter an. seine Mu arbeitet in dem Ort, in dem sie wohnt. Wie stellt man * nun die Erhebung der Steuer vor? . Dcmn möchte ich darauf hinweisen, datz auch in einer anderen Ziehung der 8 12 von meiner Fraktion und von mir zurück- Woicsen wird und von allen Frauen meiner Meinung nach »trückgewiesen werden mutz. Es liegt in diesem Paragraphen eine ungeheure Mlhochtung der Frau alS Persönlichkeit. , S'- wird nicht a'S selbständiger Mensch mit seinem Eigen- sben betrachtet, sondern sie wird als unselbständiges Glied der ?inilie eingeschätzt, und zwar als ein Glied, das unselbständiger " alz die Kinder. Bei den Kindern wird nur daS E'nkommcn, v9' aus Vermögen erwächst, nicht das Einkommen, dos auS der �beit erwächst, mit dem Einkommen des FamiiienvaterS zu» �inmengelegt. Dieser 8 12 atmet den gleichen Geist, wie er der Kundgebung der»NeichSvereinigung der lcdigen öffent» 5*0 Dcainten" zum Ausdruck kommt, die uns dieser Tage ?!!e--angcn ist. Vielleicht sind Mitgieder dieser Vereinigung ;f Verfasser der Sieuervorl-ige und damit auch die Verfasser 8 12. ES heißt nän'lich in d'eser Kundgebung, die den jj?>fck hat, die gleiche Besoldung wie die der Verheirateten ohne t-lirder zu erzielen, solgerdcrmatzen: �Lsfcnbar lassen die Verheirateten unberücksichtigt, datz die Ehefrau ibren Haushalt führt ihnen die Speisen zubereitet, die Wo-che besorg», d'e Klediing ausbessert und anderes mehr, wodurch sie sich zumal setz- oft mehr als bczah.t macht." Tann heitzt es an einer anderen Stelle: »Kann also schon in Anbetracht der tatsächlichen Kosten des L--ben?"nter�aIteS kein linterschied zwischen Ledigen tino d-nderleS Verheirateten zuungunsten der crsteren aufrecht- ff a/ten werd"!,, so d r'- di-o' nm so weniger n-sFeken, als >a die Gattin auch für die ehel'ch« Liebe da ist, ftwaige Mehrkosten d-S V'rFcirnbeten. wenn sie wir lich vor- finden wären, glfo hierfür gerechnet werden mühten." z N-i gesehen von dem nng'.aublilöen ZyniSmuS. der aus vteser Undgebung der ösientlichen Beamten spricht, zeigt sich eine so tiefe C?inschiitzu»g der Frau, .V r I e I n e n n I e o r Ige n i&eeie m 071,01 1,1.«ein».ics- A?f-d der Auisassung. die den deutschen Spietzer in der ganzen �st'it verächtlich gemacht hat. Und diese Auffassung kommt trotz �chzipieller Anerkennung der Gleichberechtigung der Frau all- äskall in Deutschland und auch im§ 12 des Einkommensteuer- 'ftzrs zum Ausdruck. 1 Das ArbeitScinlommen der Fvau, des sie durch ihren Fleitz, ihr Können und ihre Tüchligtcit erwarb, soll bei der Der- Ottering mir als Teil des Einkommens deS Mannes in die Mcheinuna treten. D'- P-r>ön'ichieit wird ans We'c Weise ein- 3 ausgelöst, und für diese Negierung, die ihr zuteil wird, � sie und soll dcr Mann noch besonders bestraft werden, «r durch die Steuer noch mehr go'chröpft wird. Also l?8fsehcn davon, datz man auf diese Weise die verheirateter, ütil'n im attoemeirua llrrab letzt, wie tä hier(uschicui. uud ab» gesehen davon, datz er eine so unsoziale Destim-mung wie nur ii'.öglich ist,-bin auch ich der 2)j;iuung— ich wiederhoie das noch einmal—, detz es sehr scl-wer ist, steuertechn stch Ar der Weise, wie man cS vorgesehen hat, die beiden Einkommen zu ersassen ohne stäi stere Beiastung dcr Armen. Wir sind deshalb der Meinung, datz einer der bösesten Gi'stzühne deS Steucrcnt- innr'eS der 8 12 i-t und daß ihm dieser Gistzabn a u S» gebrochen werden mutz.(Bravo bei den U. Soz.) Abg. Dr. Braun(Nechlssoz.) erklärt, datz die Bestimmung des 8>2 beschaffen f-i, um die inichen Le-.!* zu treflen. Genossin Zieh: Wenn der Abneordnets Braun 10 sehr be» sorgt ist, durch d esen Paragrwpden die kapi.alkräst gen Leute mehr zu erfassen, durch die Zusamweni-egung der Ein'0 innren von Mann und Frau, dann hüt en Sie ja un-enen An rag nur zuzustimmen brauchen, den wir in der zweilen Lesung x�stellt baden, der dachia ging, dag de Zusammenlegung erst von 12 000 Mk. Einkommen an ersoffen toll. Da? haben Sie alv-e lehnt und laben eam-ff da- für gestimmt, daß gerade die A?rmst-'n«rsu-k werden. ES ist lehr bcge chnend. deß der Abgeordnet-e Dr. Braun ausdrücklich darauii Hffgewi-.'.sen hat, wenn in einer Famr! e viel K-ffder sind und die Frau wicht viel miienwerben kann, wohl aber im Hause tätig-ist. datz auf die Wc sc Ausgaben gespart würden und das geringe Bare inkom wen der Frau mit versteuert werden müsse. Heer Abgeovdue cr Dr. Braun stell sich al ff nui genau denffl- ben Standpunk,«rrF den sich d'e BcichSbercinigung der öff'ntlichen Beamten stellt, i-ff ja auch z-.--m A-'sdruck bring-!, daß sieh d e Frau im Hau-'« schon beza-l-lt mache. Also ta'ür, daß sie im K-auff flcitzig ist und nebenbei vielleicht als Heimarbeiterin etwas der» v'ent, das unter dem steucrp' ichffigen Gnkommen bliebe, wenn sie sich fekbst zur S�uer ver-'nla-en inü'ä-e. will Herr Dr. Braun sie bestra'eff, er WiU sie z nr Sie-ucr mi' or'asscn und will auf diese Weife die Zlerinsten treffen. Deshalb hat er mff seinen Frenn« den peoen un'eren Antrag-neitimmt, datz erst bei e r-.em E-in» kommen von über 12 000 M-k. die Zu ammenlegung«affigen tolle. Wenn Herr Achcordneffr Dr. Traun die stvuerkräf iaen Leute wehr erfassen wollde, dann hätte cr weiffr für unsere An- tröge stimmen müssen, nach denen die Sasfelu-ng nach oben nicht bci e'nem Einkommen von 200000 Mk. au ff ort, sondern weiter geführt werten ffll:«. so datz toi Fö'even Einffmm'-n, de eine Millffn cder mehr tetrag'n. eine hä-'ere Staffelung B ah greift. Für alle die'e Tinge sind S'e und F're Partei n-cht e-inne're- ten. und jetzt stellen Sie es so dar, als ci> S e die Steuerkrä'tigen treffen wollen.?n Wirklrchffit treffen Sie die Millionen von Frauen, d'e m-itopbeiten und bei folbständizer Veranlagung nicht steuerp'lichtiz wären, cder nur gev nge S euer-n zu zahlen hätten. (Be-ifall bei den Ii-S.). Der Parag-aph wird gegen die Stimmen der Un- abhängigen angenommen. DaZ Hau» be-'chlietzt dann nach kurzer Tiskusfion die Zu- rückflellung de? 8 23. Der Nest des Gesetzes wird mit geringen Aenderungen angenommen. Es fclgt die dritte Beratung d« Entwurfes c-ucS Kap�a'ertraz?stenerg:sctze?. Abg. Niesser(D. V?.): Wir stimmen auS sachlichen Gründen für Annahme. In der Einzclbesvrechung wird zu 8 3 FfSteuerbefreinng) ein Antrng Hartmann(Dem.) angenommen, wonach auch össentiich-rechiliche BerufSvertvetunzen usw. steuerfrei bleiben. Die ü-brigcn Paragraphen worden mit iinlcdeutenden Aen» dcrungen, sodaun das ganze Gesetz in d r i t't e r/L e s u n g 3 n g e n c m m s n. Hierauf wird die zweite Beratung deZ KörPerschaftSficueraesetze» fortgesetzt. DaS Gesetz wird mit geringen Aenderungen nach Ab- lchnrng einiger Anträge angenommen. Hieraus vcrffzt sich daS Haus au? Donnerstag, 1 tthr: Anleibcdcnlsckrist für des Reich. Eesch über die Er'cbung der Bietst-ciier, dritte Lc-si-ng der Nciss"cinkcmmensteucr und deS LandeSstcuergesetzoS, Berichte und Petitionen. Nah, nahmen der Angestellterkamm-r, lke den in pkanmM-'zen Stellen beschüslizteu AngesteUl.il das Wa-hl.echt als Äuge stell:« nehmen wollen. Sie bekunden vielmehr autdrückliq ihren Willen im Sinne des Gesetzes als I.lugeftcll!: zu den Be- trieb-ratSwahlcn zu schreiten und ersuchen die ArbcitSgemeiu» schaft, den Magistrat zu veranlassen, seine Schiit c bei d r LandcSbehörde einzustellen. Auf jeden Fall beteiligen sie sich bestimmt an den jetzigen Wahlen." Angestellte der Gcsur.dl.e tb Industrie. Am DonnerZlag, 7 Uhr, Versammlung in HaverlandS Fcstjä.en, Aä v e l- B.r-liu.der die aufgäbe» i-m Verband der Buchbinder und Pap.erverarbe.0er zum Jnduftn«, v.nband und Ltälesysiem wurde nach c-iug-ehcrder Aussprache, tu welcher vousläneig-e E-inmutigieP zutage trat, folge.-de Eur» iffz.w�ung ai.gcno-mmen? 1.D.e Ko..se«i!z der auf dem Betzen dos revolutionären Nätcsyj.e>i.S s.e..enden Äollog-e» und Keüeginne» des Perba»».» der Buchb.'nder und Pop.m-aarbeiter lehnt die Arboi.-Zgemei e» schaften mit dem lliiterir.hmerluui ao uno erstrebt den aus reoo» luvionätcr Gruirdlax« ausg-c-baueen Jndustricveräantz jür die ge» famie Pap er-ndustrie. D-zr von der Ge.rer�ichar.öbureautraffe auf KarleuvcrhÄln.S geschaf,eu-e graphische Bu-d ist lnesi-ts wc.:cc als eine Jrr.fül rung der nach dem Lndusiraeverband verlangen» den Kollegen-. chost und nicht geviguot» den K'.assenkamps de? Proielaria.S sowie den Zusemmcns-.-.ug aber Koch- und Han-S» arbeitet in der Pap.erindusirke zu fördern. Diese ganzen Matz» »ahmen lau.en daraus hinaus, tzic LevenSdaucr d.s Kapit-atiSmu» zu verlängern-und die Kollezeiijw/aft mit geringe» Veroesscrungen der Lohn, und Anbei Sbcdingungen abzuf.iiden so.v.e d.-e Ver- »tu. dscha.Isstcliung der Gewert, o�asidvur.aalraiie zu bovaiuffrir. I Ter Kampf um die Beseitrgunz des Kapitalismus ist rnt» bräunt und mutz mit aller Schärfe>vr. geführt wenden-, da? Z-eff ist d.e Err-invung der Produtliw.S11t.tle,. Um dieses Ziel zu erreiche u, müssen die Äcwcrlstchaf en zu Kampsorganffa.iioncn de» Proloar.a.s gegen die lapi.alijtische Produtti-ont«. reise umgestellt uud für de E.lnsübrung der sozialistischen Geselljcha� nutzbar gema�'t wevdcn. Dieses geschieht durch: 1. Umbau dcr graphischrn Gciverlschaficn zu einen grctzen Papierinizusiriccrzan.sal.on; 2. Ablehnung dcr ArbebtSgeme-inchaft mit dem Unier» nehmertum; 3. Anerkennung des NätcsystemZ als Grundlage der Sozial isivruiig; 4. Au,save der bisherigen politischen Neutralität; ü. Ancrleiuiung dcö Päa,sen,ircits utö poli.ischcS und Wirt» schast.iches Kamps» ittel; 0. Grundsätzl.che Aendrrungcn der UntrrstützungSeinrich- Hungen; 7. Alleiniges BeslinlniungSrocht dcr Mitglieder in Beruf und Betrieb; L. Lbestiose Erfassung aller Jndustwieangehörigen; V. Kampf g.gen-die Betriel-Sorgauisalioii und gegen» vevelutionärer Tcueände. Im Interesse der prolelanischen Fortentwicklung lassen d« Fragen keine jahr>'l.a>nge Bera ung und Erörterung zu, j-ondern verlangen schnelles ui.d pianmätz gcs Handeln. Di« biSlwvig« Ha..111. g unserer inatzge-bondcn Ge.verkffaftöiiist'nze» hat gezeigt, datz dies« obigen Ferdcriingcn zum gnötzten Teil ablehnend ja sogar.fo.ndlich gegenüberstehen. Dieser Widerstand muß g brochcn wenden und die Konferenz erwartet von allen rrdelu« tionär gcfiiinlcii Kollegen und Kollegin mm>alt, ästige Mitarbeit zu batdiger Errbcrung der Gewertsch-aston". Nach meieren Referaten von Herzog, Rothe und Kasper wurden jür die rveitcre Arocit so.gcnde NichtlÜMen aufgestellt: 1. Die Opposition in dcr Papierind-astrie ist organisch zu« samiiicnzusasscn;' 2. Es werden in allen grötzcrrn Zahlstellen Propaganda» lomniisstoiien gevildct; S. Die-se haben pianmätzig den ihnrn zugeteilten Bezirk zu bearbeite»; 4. Tie oppositionelle Kollegenschaft im Pap'ergewcrbe ver» fi ndet sich z» ge-lnei-nsainer Förderung der Propaganda in der Papicriiidusrvsccri'aiiisat-iffn; 5. Tie Opposition muß sich mit bei, einzelnen opposiffon-elle« Gcwerkcha-ten im Orte verbinden; 0. D-e Zentralstelle der Propazandakommission unterstütz» die Opposition in ihrem Kampf; 7. Ju Zahlstellen, in welchen die Opposition die Mehrheit ha», müssen die B-lim ng? m 5g I illffn ilen über die- Ausgatzcu im ProdulbionSprozetz intensiv betrieben werden. äwu- eni Sei üln'ang. Die übliche Hebe gegen die Vuchiruckcrbewegung. Weil sich die Unternehmer geweigert babcn, sich einem Schiedspruch zioeckZ Entscheidung über» die.Lobnkurdennigen der Buckidruckcr, dem dcr Echilfenverband z u g c st i in m t hat, z 11 unterwerfen, ist cme Bewegung im Buchdruck- gewcrbe deS bleiche» im Gange, in der die ersten Ecscchta bereits geliefert werde». Nach einem Streik in Düsseldorf ist cS nun in B r e» mcn zum AuSstaiid der Buchdrucker gekommen. Der Bremer Streik ist ein Teil der gesamten Buchdruckerh-emegung. Da? bindert d'e bürgerliche Presse nicht, von einem politischen , Streik zu schwätzen. Sic nimmt zum Vorwanb, patz zufällii zu glckher Zeit mit dem Streikausbruch ei» Wechsel in der Lei» l-ung de» Bremer BnchdruckerpereinS crfffft ist. durch den die lalle, im BorstardSfahr-wasser ickswimmcnde Leitung durch r.'ne oppositionelle ersetzt worden ist. Unter anderem schreibt .die„Gorinania*, da? fromme katholische Blatt:.Datz die Alnicht ! besteht, den Streik zu politischen?!v ecken aukz-anutzen, liegt auf der Hand. Die bürgerlichen Blätter affchcinen nicht mrhr.' Natürlich! Wenn die bürgerlichen Schreibknechte durch einen Streik verhindert werden, ihr Lügengist inS Volk zu träufeln, dann liegt eS.auf der Hand", datz der Streik zu pwlitischen Ziveckcn ausgenutzt werden soll, bcsondep» dann, wenn einige Ge- nassen unserer Partri mit in dcr Streiklcilung sind. Wir vermuten indes, datz hiermit der übliche VcrleiimdungSfeldz-ig gegen die Bewegung der Buchdrucker beginnen soll, von dem im Lause deS letzten Jahres noch jede gretz-.' Lohnbewegung begleitet war. Tie Buchdrucker mögen auf der Hut sein. Der srnnz? fische Bcrgarlicilcrsircik-im Pas de Calais kamt jetzt als allgemein gestoi'.. Da d'« vecinge» Kohlciworräts infolge deS lctzien EiMbechnerftreikS nahezu a inj gebraucht sind, iK, di« Laae eriUt.——— MMr und Uersnilsan�n. Volksbühne Theater am Bü'owrlatz. |\Uhr: Ciyfc� und sein Ring. Opernhaus 7 Uhr: Klein Mas' iuiren. Susann�ns Geheimnis. __ Sllhi'uctven._ SSsliauspieijtiins 6V Uhr: � Kronprinz l)irckiion: Äe;Büa.r4l Deutscftes TUpflter T.Uhr: Jankobs Traum. Hamrißriplele fVU; QiibrlelSchlillnx? Flucht G.'üOss Schauspielhaus Karl«fraBe 7 Uhr: Hamlet � Ah'cüi'n il. Abend.) SlrelKtteii Carl Kaishard— Ked. Bernaner Theater I, d. UßnlgpfStzerSfrüße 7 l>r: Zun ersten Mole; Kön?� Nicolo ©der: So das Lefrcn Schauspiel von frank WedcKind Mnsik v. h d ii a r d K Ü n n e k e (tudwlff Martau. Alice Verden •.U. vom Sraatsth. j. Dresden, Ernst Defhiirfc, Frieda Pichard. Ernst Ho maon, Jnlius Prandt, Robert bcholr, Paul Rehkop. Richard Leopold. verlhold RcidtÄ, Felix Rossert, Rudolf IDnke UnicrgrvnebaHn:?nselbrücke djirklion: Emit Serlfch uvS Kojnz Gslücery Sonnabenü, üen 1Z. März 1920, 7 Uhr El öffnunes- Vorstellung „t>k Hoffnung auf Segen" Cchfu plcl von Y-rnt. ycij.rman» Preise Ser pkätze: M?. 1.5) bis M?. 12.— Vechselnöer Sp»!p!an Ms-MU Direktion: Viktor lZarnovskv yn uht: Pygmalion ITilla Du leux, Heinz Saliner) f reitan 7 Uhr: Peer Üyilt Sonnabd: 7U.: Neueinstudiert: Woz/.cck. Trauerspiel in 1 Akt von Q-or« Büchner. H erauf Urauffünninjz; »Die liulilschwester* Lustspiel in 5 Aufzügen von J. M. R. L e n z MelliesiL-IMr "TS'"'1- Heiwättfe (AJolberi.Götz.tiaack. Felsins, Fischer. Morgan, VVallauer). Heues ßperetleniiaus Direktor: Jean Kaan AHnbendlich 7 Uhr 3> Min.: Mia Vi erber a. Q. in Die k e'ne Hoheit Resiöenz-Tlienter (Stadtbahn Jannowifzbrücke) Täglich Uhr: Die Rcsc�ofh von Herrn. Sudermann. Sonnah. 4 U.: Max und Klon s. Sonntae4Uhr: Oer exte Rai. Triünon-Tlieater (Bahnhof Friednchsttallc) FEliNA Sbd. 4 Uhr: Hansel u. Bretel. Sonnt, 4 u.- Johonnisfeuer zu klemen Preisen. 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Genosse Jäger- Leipzig setzte seine gestrigen Ausführungen fort. Ecnz besonders idekämpfte er eine Äeutzerung des Vor. sitzenden Änolt.„Wir brauchen den 5iepitaliSmus, wir müssen &üt ihm Hand in Hand arbeiten." Genosse Sibura- Berlin. Vorsitzender der Filiale Berlin, der los ein Schreiben der Berufsgenossen Berlin, Nenkölln unk Epandeu, die dem Zentralverband vorwerfen, dag er die Jnter che n der Arbeiterschaft nicht vertrete und diesem ihr äugentes Mlisstrauen aussprechen. Er wies nach, wie die Leitung mit den 'ver�nndsinterefien gespielt hat und beleuchtete die GewerkscyaftS- Politik der letzten Jahre, besonders der Kriegspolitik. Zu dieser Leer sei es Pflicht der Sozialisten, besonders der Gewerkschasts- sühcer, gewesen, einmal zu beweisen, was sie immer gepredigt hakten. Stett dessen hätten sie Kriegsanleihe gezeichnet! Einem Rann, der die Kriegspolitik und die ganze arbeiterfeindliche Politik nach der Revolution rraterstützt hat, müsse er das Rechr absprechen, als Arbeitervcrtreter zu fungieren. Wer, wie Knoll, Sescgt hatte:„Liebknecht müsse an die Wand gestellt werden", sei als Arbeiterführer unmöglich. Die Opposition wolle dafür sorgen, dass'der Steinsetzcrverband eine Bewegung der revolutionären Arbeiterschaft darstellt und er bat die anwesender. Delegierten, nicht in blindem Fanatismus und Personenkultud e>nem Führer nachzulaufen, sondern selbst zu prüfen und so ju stimmen. Wie es die Interessen des Verbandes erfordern. Map. Halle lU. Soz.) sprach ebenfalls zu der Gewerlschafts- Politik. Durch die rechtssozialistische Politik sei die Arebiterschafr Weiterhin zur Sklaverei für den Kapitalismus verurteilt. Auch das unzulänglich: Bctriebsrätegesetz sei ein Ausslug dieser Ver- "lavungspolitik. Er verlangt von der Gelverlschaft die Rückkehr sur alten revolutionären Gr"nd�atztreue. Schutt- Hamburg polemisserte gegen die Ausführungen «er ovrosilionellen Redner. PictschkoFraiikfurt, Gauleiter sU. S.): Die Zerstörung der politischen Einigkeit sei eine Folge des 4. August gewesen. Sie bedrohe nun auch die Gewerkschaften. In dem Streik, den Knall als primitiv und roh bezeichnet, sähen seine Genossen die wirk- wmste Form des Klassenkampfes. Man könne den Kamps nicht mit rein geistigen Waffen führen. Dann kritisiert er die Schreib- Meise des.Vorsitzenden Kuoll, der die Leser des Fachorgans gruselig machen will gegen die linksstehenden Kollegen. Die Auf- gäbe der Gewerkschaft sei es, eine Plattform zu finden, auf der *moder eine geordnete Kampffront geschaffen werden könne. Er ichliestt mit den Worten:„Wir fordern große Jndustricoevbände, tlnststließlich aller Kopf- und Handarbeiter. Schräter-Cbarlottenburg(Scz.f und Marsch-Breslau polemi- Herten ebenfalls gegen die Opposition. Reinhard-DuiSburg(Soz.) ist m'.t der Vorstandspolitik voll- kommen einverstanden. Er bespricht die wirtschaftlichen Ver- Hältnisse im Ruhrrevier und schildert das Leben der Bergarbeiter M den rosigsten Farben. Er behauptet schließlich, unter heftigem Widerspruch eines Teiles der Versammlung, die Bergarbeiter arbeiteten in Wirklichkeit nur 3>4— 4 Stunden pro Schicht. Dje Gewaltpolitik Serings hält er für nur zu gut. Der Streik der Bu�biuderei-Arbeiter und-Arbeiterinneu in Buchdrnckereien. In zwei großen Versammlungen nahmen gestern die streiken- bcn Buchbindereiarbeiter und-arbeiten! nnen in Buchdrucke reien ben Bericht über die Streiklage entgegen. Es ist festzustellen, mrß infolge des letzten Aufrufs der Ortsverwaltung auch die Betriebe in dep Versammlung vertreten waren, die zu der Versammlung am Dienstag nicht erschienen waren. Alle Bc- triebe, die noch nicht durch Unterschrift sich auf den Reichstavif festgelegt haben, sind demnach stillgelegt. Die Einheitsfront der Unternehmer ist bereits ganz bedenklich abgebröckelt, denn eine Ganze Anzahl von Buchdruckereien und Geschäftsbücherfabriken haben den Tarif anerkannt und bezahlen die in diesem fest- Gelegten Lohnsätze. In diesen Betrieben wurde die Arbeit wieder aufgenommen. Da damit zu rechnen ist, daß bestreikte Buch- druckereion ihre Buchbindcrarbeiten in reinen Buchbindereien herstellen lassen, wurde in einer Vertrauensmännervcrsammlung der reinen Buchbindereien der Beschluß gefaßt, alle Arbeiten auS Buchdruckcreien acs Streikarbeit abzulehnen. In den Streikversammlungen kam der feste Wille der Streikenden zum Ausdruck, daß unter keinen Umständen die Arbeit eher ausgenommen wird, bis die berechtigten Forderungen der Buchbinder ihre Anerkennung gefunden haben. * Achtung! Kollegen und Kolleginnen in den Buchdrnckereien und Geschäftsbücherfabriken, die bewilligt haben, sowie in Buch- bindereien, achtet ans Stre:karbelt, da unsere Kollegen in den Buchdruckereien und Geschäftsbücherfabriken im Streik stehen!. Achtet daher streng darauf, daß keine Streilarbeu geleistet wird! Freitag nachmittag 5 Uhr im GewerkschafiShaus, Engelufer 15, Saal 4, außcrordeiittiche Generalversammlung. Zutritt nur für Delegierte. Delegierte, die ihre EiniadungSkarie Noch nicht erhalten haben, können diese am Saaleingang in Empfang nebmen. Verband der Buchbinder und Papiervcrarbeiter Deutschlands, Ortsverwaltung Berlin. Zur Lohnbewegung der Buchdrucker. Der Berliner Gauvorstand des Buchdruckerverbandes teilt mit, daß dte Prinzipale auf ihrem ablehne>Ä>en S.andpunkt gegenüber dem Schiedsspruch des SchfcchwngSausschusseS beharren. Eine gestern stattgesundene Versammlung der Prinzipale soll die endgültige Stellung.. ahme aus eine für heuw einberufene neue Versammlung verlagt haben. Die Gehilfenschaft hat dessen un- geachtet die Beschlüsse der VertrauenSmänner-VersomniIung vom 5. März durck zuführen. Die in dem Schiedsspruch scstgesetzten Teuerungszulagen sind von den Arbeitgebern zu verlangen; bei ihrer Ablehnung ist der Lohn unter Vorbehalt anzunehmen und im übrigen unbedingt Ruhe zu bewahren. Ereignisse oder Maßnahmen der Prinzipale.irgendwelcher Art dürfen die Gehilfenschaft nicht von den von der Vertrauens männer-Versammlung beschlossenen Richtlinien abbringe». Die infolge des Buchbinderstreiis angekündigte Verkürzung der Arbeitszeit ist nicht abzuweisen, aber der Arbeitgeber darauf hinzuweisen, daß auf Grund des Absatzes 2 int§ 12 der Ver. ordnung vom 12. Februar 1929 über die Einstellung und Eni- lassung von Arbeitern für die erste Lohmvoche der vollc.Loh n auch bei verkürzter Arbeitszeit zu zahlen ist. Zur Berich erstattung sollen die Obleute oder Vertrauens- männer in den im Jnieratenteil bekanntgegebenen Lokalen am Feeitag und Sonnrbei d, nachmittags von 4—0 Uhr, erscheinen. lieber die weiteren Maßnahmen wird eine in den nächsten Tagen stattfindende neue Vertrauensmänner-Versammlung entscheiden. Die Forderung der Anerkennung des Schiedsspruchs hat der Gau- vorstand noch besonders als Organist. rionsleitung dem Vorstand der Prinzipals-Orgawisation unterbreitet. Streik im„Sachsenwerk". Die kaufmännischen und technischen Angestellten de? Sachsen- werke», Licht- und Kraft-Aktiengesellschaft, Jngenieur-Burcau, Berlin, und des unterstellten BaubureauS in ftyritz befinden sich wegen Nichtbewilligung einer Beschaffungsbeihilfe seit 4. März im Streik. Wenn auch zu unserem Vorgehen infolge des Tarrf-Ver- träges in der Metallindustrie eine formell rechtliche Grundlage fehlt, so haben wir trotzdem, durch äußerste Not gezwungen, den Kampf aufgenommen und sind fest entschlossen, denselben selbst aus die Gefahr hin durchzuführen, sämtlich auf der Strecke zu bleiben. Wir bitten deshalb um Solidarität, den Streik in den Be- triebS-Verfammlungen bekanntzugeben, um Zuzug fernzuhalten. Der Obmann des Angestellten-AuSfchuffeS. Der Stteik der Töpfer. Der Borsitzeude Kemnitz erteilte in einer Versammlung der Töpfer am Dienstag Bericht über die Lohnbewegung und die letzte Versammlung der Töpfermeister, in der sich eine Mehrheit dafür entschied, 6 Mark Stundenlohn de» Töpfern ab 8. März zu bezahlen. Als daraufhin am Montag die Tüpfer in den Streik traten, gaben ein« Anzahl SPteister klein bei und bequomten sich zur Zahlung ab 1. März. M-t Rücksicht auf die komiktenden Verhandlungen empfahl der Redner, daß bei allen Meistern die Nach- zahlung ab 1. März zu fordern sei. Wo der Forderung i.idjt ent- 'prochen werde, solle» die Arbeit niedergelegt werden. In der eingehenden Aussprache wurde den Ausführungen des Vorsitzenden im allgemeinen zugestimmt. Die VerhandbuugS- kommission und der Vorstand wurden beauftrag!, alle erforder- lichen Maßnahmen einzuleiten. Nach wie vor halten die Töpfer an rhver Forderung von 6 Mark Stundenlohn fest. Schiedsspruch im Versicherungsgewerbe. Der Zentralverband der Angestellten hat, wie die P. P. N. erfahren, den am 27. Februar in der Neichstarifbewegung der Versicherungsangestelllen von einem Schiedsgericht beim Reichs- arbeitSministertum gefällten Schiedsspruch angenommen nftd hat gleichzeitig dessen Verbindlichteitscrtlärung beantragt. Der Be- schluß hierüber dürfte'in kurzer Zeit zu erwarten sein. Die Musiker arbeilen am 1. Mai. Die Mitgtiederbersammlung der Orlsverwaliung Berlin dek Deutschen Musiker-VerbandeS faßte einstimmig den Beschluß, am 1. Mai die Arbeit nicht ruhen zu- lassen, sondern sich der Arbeiterschaft für ihre Veranstaltungen zür Verfügung zu stellen. Verlrauensmännerversammlun� der Transportarbeiter. In der am Dienstag stattgefundenen Vertrauensmänner« Versammlung der Berliner Transportarbeiter erläuterte Genosse A u f h ä u s e r in einem ausführlichen Referat das Betriebs- rätcgcsetz nebst Wahlordnung. Nach Erledigung dieses Themas teilte O r t m a n n mit, daß die Delegierten/wählen für das neue Geschäftsjahr bis 1. April erledigt sein müßten. In dem Wahltnodtts trete eine k.lenderungs dahingeh'nd ein, daß von den einzelnen Branchen nicht auf 59, sondern auf 159 Mitglieder ein Delegierter komme. Der Amts- antritt der? clegierten ersolge nach der am 12. April stattfinden- den Generalversammlung. Bnchbruckerstrcik in Bremen. In Bremen sind die Buch- drucker am Dienstag in den Streik getreten, weil eine(39pro- zentige Teuerungszulage von den Unternehmern abgelehnt wurde. Branchenversammlung der Rohrleger und Helfer. Eine Branchenverfammlung der Rohrleaer und Helfer am Dienstag nahm nach einem Referat des Genossen Stolt über da? Betriebsrätegesetz den Bericht des Genossen Ziefe über die Verhandlungen der SchlichtungSkom Mission am vergangenen Sonnabend entgegen. Zu der Teuerungszulage von 19 Prozent, die ab 15. L. zu zahlen war. tritt ab 1. 3. eine neue Zulage von 67 Pf. pro Stunde. Der Stundenlohn für Rohrleger ab 1. März beträgt deuutach 8.39 M. st- 1 M. Teuerungszulage, also 4ch9 M., der für Helfer 2,95 M. st- 1 M, also 8,95 M. Am Dcmr.erstag oder Freitag wird eine Arbeiigeberverfammlung endgültig zu der Zulage Stellung nehmen. Nach längerer Aussprache, in der starker Mißmut über die als zu gering bezeichnete Zulage zutage trat, wurde das Resultat der Verhandlungen gutgeheißen. In der Branchcnversammlnnz der Gold- und Silberarbeitet; berichtete der Branchenleiter, daß zwischen der Juwelier-, Gold« und Silberschmiede-Zwangsinnung und dem Deutschen Metall» arbeiterverband eine Vereinbarung getroffen ist, nach der zu den bereits gezahlten 9,69 Mk. 1 Mk. Teuerungszulage gezahlt wird. Für alle geleisteten Arbeitsstunden muß dieser Zuschlag ab 31. Januar 1929 nachgezahlt werden; wo jedoch die 69 Pfg. noch nicht gezahlt worden sind, müssen von dem gleichen Zeit- Punkt 1,69 Mk. nacbgezahlt werden. Wo bereits höhere Teue. rungszuschläge gezahlt worden sind, müssen diese weitergezahlt werden. Diese Vereinbarung ist für alle Mitglieder der Zwangs» innung bindend. Nach lebhafter Diskussion wurde der Vereinbarung Züge« stimmt. In Anbetracht der enormen Teuerung soll die Set*1" handlungSkommisston jedoch sofort in neue Verhandlungen eiu-'n treten. ES soll mit der Zwangsinnung ein Tarif abgeschlossen werden, in dem dann höhere Grundlöhne festgesetzt werden sollen. Neuer Lohntarif für Hctndelshilssarbeteer der Ebiruegie- Vrunchc. Nach gegenseitiger Verständigung mit dem Verband der Chirurgie-Mcchanik und dem Deutschen Transportarbeiter-Ver- band(Chemische Branche) sind die Löhne ab 1. Januar 1929 folgende: für männliche Jugendliche von 14— 16 Jahren 44 M., von 16—18 Jahren 66 M., von 18—29 Jahren 94 M.; weiblicku Jugendliche 29 Prozent weniger; für männliche Erwachsene, Un< verheiratete und Verheiratete ohne Kinder, Anfangslohn 139 M.. nach Ist Jahr 149 M., nach einem Jahr 151 M.; Verheiratete mit Kindern: Anfangslohn 184 M.. nach 14 Jahr 140 M., nach einem Jahr 155 pro Wocbe; w-ibliche Erwachsene 25 Prozent weniger. Die Differenz zwischen den jetzigen Tariflöhnen und obigen wer« den von den Firmen bis zum 1. Januar nachgezahlt werden. S) Der Sternsteinhof. Roman von Ludwig Anzengrubcr. Und alle Bursche, wie sie sich mm lhinAnfaNden, richteten «rst vorab paar Worte an den Muckerl, dann reckten sie die Hälse und-sprachen von dom nächsten Tische herüber zu der Dirne, olls säße die allsin-imter ihnen. „ZinSholfer Dirn', Ateschcmn'n is wohl erlaubt?" .�Weni-glstens-nit verboten," sag-te sie. „Könnt'st uns oin G stallen erweisen—" „Wüßt' kein Grund." ..Sag' uns. wie d' so sauber sein magst?" .„Dan? für's Kmnplvwent, is mir leid, daß ichs nit t vnckgeben kann. „Macht nix. Wnf d'S „Bein Heiligenschnitzen „Thu' ich mich b' ganz' Wochen „Krump und bucklet sitzen." Darauf sang ein anderer; „Ich kenn' ein j«d's Maderl, „Jcd'S Maserl im Holz,— „Und'S allersäuberste Maderl, „Dös wär halt mei Stolz� Nun kam der Stämmige an die Ne-ihe: «Spannst du Dich mit der Schönsten z'sami», „Gib, Hcrrgottsschnitzer, acht, „Am End', da bätt'st damit erst dann-» „Ein Herrgotts-Schnitzer g'macht!"**) Das zündete. Aber ehe noch das stürimische Gelächter sich beruhigen konnte, hatte Helen' den Muckerl an der Hand ') Duchsen, ducksig sitzen— zusammengekrümmt. *•) Einen Schnitzer machen: einen Fehler begehen, es in irgend etmas versehen, daher ein Herrgoits-Schnitzer_, tin go K-.S. Vergehen,, gefaßt, emporgezogen und war mit ihm dem Ausgange zu- geschritten. „Oh! Hoho!" schrien die Burschen.«Schon fortgeh'n« wo's erst lustig wird und's schönste Paar doZu?I" Obwohl es nun auch-dem Muckerl für ausgemacht lgals, daß er just nicht lentor Freunden gesessen hafte, wofür er ihnen, ohne„Bohüt' Gott" zu sägen, den Rücken kehrte, so konnte ihn doch der Spott über das schönste Paar, den er, auf sich gemünzt und vom Neide eingegeben glaubte, nur schmunzeln machen.- Die Dirne aber fühlte-nur sine Spitze gegen sich heraus, weil sie mit einem gar so Ungleichen gehe, der oben-drein! Weber Maul noch Hand zu brauchen wußte, der sitz reden und sich von ihr leiten ließ. Mit einem trotzenden Blick in all' die spöttischen Gesichtsr, wandte sie sich unter der Schwelle ab und schritt-Hand m Han-d mit denn Burschen hinweg. Bis sie das Wirtshaus außer Sicht hatten, gingen sie so, dann gab ihn das Mädchen frei und trat von ihm zurück. „Aber toarüm denn, warum denn?" srnjgte der Bursche, der den kräftigen Druck ihrer Ha-nd nicht ungerne weite? empfunden hätte. „Es war nit deshalb," sagte sie.'.....-' Sie sprach es nicht aus, weshalb sie nach seiner Hand' hätte fassen können, noch was anderes sie veranlaßt?, es zu tun, aber der Bu-rsche verstand sie und schritt vor sich hin» blickend, neben ihr her. Sie sprachen kern Wort und gingen mit raschen hall«»- den Schritten-durch das Dorf. -Bei seiner Hütte angelangt, bot ihm die Dirne kürzt ,,.Gute Nacht I" Sie übersah wohl i-n der Dunkelheit des Burschen dargereichte Hand und war ihm r-asch aus den ßlugen. Ihre Dii-re hörte er knarren, ein paar keifende Worts der Alten, dann trnr alles ringsum stille. Die Sterne brannten hoch am Himmel, die Mondsichel glänzte. Fern bellte ein Hund und nun hörte er auch den Bach leise gungel-n. Seufzend wandte er sich ab und schritt nach seinem Häuschen. tu lFortsetzuva MajtzL Verschärfte Zwangsemqrlartierung. Die unier dem Vorsitz des GeichLftSsührers des Woh- 7iungZv:ol>andes tagende inteilommunale Wohnungstonferenz C>rosi>BerI:n, der die Vorstände und Wohnungsdezernenlen der l�rosi-Berliner Gemeinden unü Landkreise und die Leiter der Grotz-Dviiner Wohnungsämter angehören, kamen einhellig zu der Ueberzeugung, dag angesich s der immer noch steigenden Woh- nungsnm die Zmangseinquartierung und Teilung großer Woh- «ungen in verstärktem Matze betrieben werden müsse. Es wurde anerkannt, datz einige Gemeinden günstige Resultate erzielt haben; der WohmingZverbcnd müsse jedcch verlangen, datz von allen Grotz-Berliner Gemeinden mit der glichen Energie vorgegangen wird. Die Konferenz beschiotz einmütig, eine Verschärfung in der prak ischen Handhabung dahingehend, datz d'e bereits bestehende Säest immung, wonach nur solche Personen auf die Zwangs: nquar» tierung angerechnet werden sollen, d'e vom Wohnungsamt der bs- treffenden Wohnung zugewiesen werden, in Zukunft von den WohnuNigsömtern genau beachtet n.rden soll, da Inhaber von großen Wohnungen vielfach durch Hereinnahme von Verwandten und dergleichen der Zwangseinquartierung zu en gehen versucht haben. Der Wohnungsverband hat die Wohnungsäm.er ersucht ? r» Ptntf WrrrT'hr li ritrTrt- St'-r 1? im t vr®' AiT?" � /»"»-r. Regel eine Familie untergebrachl werden. Tie bisherige enr� g: ankommende Wahlmögl chtcit, sta.t einer Familie zwei Einzel» Personen ausnehmen zu dürfen, ist mitzbrauck: worden� Die Zuweisung von Wohnungen und möblierten Zimmern an solche Ausländer, für deren längere Anwesenheit in Berlin eine Notwendigkeit anerkannt werden mutz, wird künftig durch den Woh- nungSvervand in der Weife erfolgen, datz dieser in Verbindung mit«dem Auswärtigen Amt das B dücfn s nachprüft und im be- jahenden Fall einen Zumeilungsschein auf e ne der Grotz-Berliner Gemeinden ausstellt. Die Gemeinden werden ersucht, ohne Zu» Weisungsschein Wohnungen und möbl erte Z'mmer an Ausländer nicht mehr abzugeben. Alle diese Mittel sind unzulänglich, Woh- nwngen brauchen wir, neue Wohnungen, und zwar schnell. Der Geist von 1914. Herr Adolf Wusch ick fühlt sich berufen, uns zu der Notiz: »Der Geist von 1914", erschienen in unserer Sonnlagmorgen- Ausgabe, folgende Berichtigung zu schicken: »Es ist unwahr, daß ich in einer Versammlung von Front- soldaten, die die Wiederherstellung der Monarchie erstrebt, ge- sprochen habe. Wahr ist, datz ich in der wirrjchasilichen Vcreini- gung derzeitiger und ehemaliger Berusssotdaten. der Mitglieder aller Parteien angehören, gesprochen Hobe. ES ist unwahr, datz. ich in dem Vortrag den Wunsch ausgesprochen habe, datz der Geist von 1914 noch einmal wiederkehren möge. Wahr ist W gegen, datz ich ausführte:»Ich weiß wohl, datz öS gewiss- Krei,e -in Deutschland gibt, die auf einen zweiten August 1914 hoffen. datz es auch Parteien gibt, die an der unser Volk entehrende» Zumutung der Entente, Deutsche ihren Gerichten aukzul:efer?>, ein Feuer anzünden möchten, um ihre Parleisuppe darin zu kochen. Diesen möchte ich sagen, daz für solche Veslrebungen der Augenblick zu ernst und es geradezu ein Verbrechen ist, die Einigkeit des deutschen Volkes, die Anade in dieser Frage bis weit n:ch links reicht, durch eine lolche Agitation zu stören." Hierzu bemerken wir, daß Herr Wusckick nach einem Bericht, der durch die gesamte reak ionäre Presse ging, in der betreffender, Versammlung das Folgende gesagt hat: »Die Opfer, die gegen unsere Ehre gehen, müssen«wir ab- lehnen(Zurufe: Bravo I Aber nicht umfallen!) Soweit es an uns liegt, können Sie'-sicher sein, datz wir nicht nachgeben werden. (Stürmischer Beifall.) Wir erleben jetzt den großen Augenblick des August 1914 noch einmal.. DZr Geist, der av» diesen Sätzen spricht, und die Reklame, die die reaktionäre.Poe sse damit entfaltete, ging einem Teil der rechtssozialistischen Provmzpresse wider de.: S.rich; sie Polemi- sterte gegen diese sonderbare Sorte von Parteig-enoffen, und die »Chemnitzer Volksstimme" nannte Herrn Wuschick sogar einen Außenseiter der mit der Partei nichts zu-tun habe und dorthin gehen solle, wo er hergelommen sei: Zu den.Deutsch- uat onalen. Datz seine Worte bei seinen eigenen Parteigenossen eine solche Werkung auslösen würden, konnte Herr Wuschick natürl ch nicht vorausahnen, und eS ist daher ganz er.lärlich, wenn er seinen Worten nachträglich eii.cn anderen Sinn zu geben versucht. Für uns-ist aber nicht das maßgebend, was Herr Wuschick ge- sagt habpn will, sonder» das, was er tv-irkiich gesagt Hai; die --elle, an welcher er sprach und Mr a'.lcm der Beifall, den er mit seinen Worten bei einem Publikum fand, das sich nach- g-wiesenermatzeu aus nationalistischen Schreihälsen i n n� Rcvunchcpredigern zusammensetzte. Nur ein Herr AdÄf Wusch ck konn.e in einer von Monarchisten einberufe.en Ver- sammlung über die Auslieserungs.rage sprechen und den ver- d-cnteu Be.-sall ersten. Der Groß- Berliner Ausschuß der preußische» LandcSvcr- sammlung setzte gestern seine Beratungen fort. Für die Ause n- and.rsetzung mit Prooinz Brandenburg wurde zur U.bcrtkagung einzelner kommunalen Zlusgeaecn an e'r.e von beiden Kommuual- vci.änden zu bildende Körperschaft ö'feutlichen Rechts(Zweck- vcrbend Berlin-BranSenburgs durch Vereindarung vorgesehen. Tie Regelung in diesem Falle bleibt einem besonderen Gesetz vorbehalten. Die Bezirks-einteilung erfuhr wieder eins Acndc- rung: Lankwitz und der OrtSteil Süd:»de von Mariendorf wurden wieder dem Bezirk Steglitz zugewiesen, während Friedenau wieder Wilmersdorf fcr.genommen und geteilt zu Echönebeiu geschlagen wurde. Dahlem, das geteilt w rden war, wird ein- heillich dem Bezirk Zeblerdorf angegliedert. Die Groß-Berliner Pelizeileamten hielten gestern nachmittag :n Haepoldts Brauerei ein« gut besuchte Protestversammlung ab, die sich gegen die von der preutz'fchen Regierung geplante Ein- grupp.erung der Pol'zeibramtea in die Beamtenbesoldung-re-orm richtete. Nech einem Referat des VerbandSvorsißenchen S ch r a- der und weiterer Aussprache wurde eine Entschließung ange» nommen. in der ent'ch-icdon gegen die von der preutzi'chen Re» gierung gevlante Herabdrücknng und geren d'e willkürliche Tren. nung der Pelizeibeamten gleichen Dienstgrades von einander und von dsnstnigen Beamten- mit Dienstvcrrichtungan wesenSgleicker oder wesensähnlicher Art, mit denen sie bis' er in gleicher Ge» haltSstufe standen, protestiert w'rd. Die Polizeibeamten müssen, so heißt es weiter, diele Zurücksetzung als eine anscheinend ans politischen Gründen zu erwartende Bestrahin-, ansehen. Wird diese Zurücksetzung zur Tat. dann wird den Beamten das Ver» trauen zur Regierung genommen und es werden lamit unabseh» bare Folgen heraufbescb-moren. Pon der preutziseben Landesver- s-amm'ung erhoffen die Polizeibeamten eine ihrer schwierigen und verantwortungsvollen Tätigkeit entsprechende Eingruppierung. Ueber die Geburtstagsfeier des Genosse» Ledebour in den Pharussälen ist noch nabzutragen, datz die von namhaften Künstlern vorgetragenen Darbietungen ahlseidige Anerkennung fanden. Dr. Felix Günther(Flügel), Ladislaus Wäzhal er (Violine) und Hans Krautz(Cello) brachten das Trio von Tschaikowski wundervoll zum Vortrag und ernteten stürmischen Beifall. Lilli Schönborn(Mitglied des VolksbiihnenlheaterS) sprach sehr wirkungsvoll RobeSpierreS Rede aus„Dantons Tod" und Leonhard von Herget erfreute durch vier Lieder von Schubert, darunter de»»Gesang!>es Harfner?" und.Prometheus". Ein geheimnisvoller Leichenfund beschäftigt die Kriminal- Polizei. Vor dem Haufe Franscckistratze 48 wurde gestern früh um 4 Uhr ein Mann tot aufgefunden. ES gelang bald, ihn als den 69 Jahr« alten Schneider August Schao« aus der Großen Frankfurter Stratze 60/61 festzustellen. Die Leicke wurde be- schlagnahmt und nach dem Schau-Hause gebracht. Die vorläufig« , Besichtigung ergab keine Spur äußerer Gewalt. Zur Feit- 'lstellung der Todesursache wird die Leiche obduziert werden. Wie jdw Angehörigen des verstorbenen bekunden, besaß dieser ekne Uhr und eine Brieftasche mit über lOÜO Mark Geld. Beide fehlen. Die Uhr ist mit Gewalt von der Kette abgerissen worden. Ob nun der Mann plötzlich zusammengebrochem and eines natür« liche.n Todes gestorben und dann beraubt worden ist oder ob er das Opfer eines Verbrechens geworden ist. bedarf noch weiterer Un ersuchung. Die Ermittekun-gen wurden von der Kriminal» Polizei sofort eingeleitet. Ein gefährliches Spiel. In der Frankfurter Allee hängt?« sich Dienstag nachmittag der 19 Jahre alte Sohn des Bildhauers Hauers Koch aus der Frankfurier Allee 319 und ein 11 Jahre alter Schüler Hermann Jabn an einen Lastkraftwagen, um ein Eti.ck Weges mitzufahren. Als dann beide vor dem Hause Nr. 313 ab» sprangen, geriet Kurt Koch unter die Räder eines PrGatkrast- Wagens, den er nicht gesehen halte, wurde über den Kopf gefahren und auf der Stelle getötet. 69-99 Lebensmittelkarten erbeuteten Einbrecher, die in der vergangenen Nacht die Drotkommission in der Bernaner stratze 89/99 heim'uchlen. Es bandelt sich um Karten aller Art für die Zeit vom 16. März bis 11. April 1929. Aas den traanisaNonen. No-ckZlln. Kommunale Kammisllon Freitag 7 Uh bei Maltausch, Kaiser-Fned ich»,(f be Elbestroße. Die für Freiteg angesetzte Au« scimmeneunit der Bezhksiührer mit dem Vorstand fällt aus, dafür Mittwoch Mil-gliederrersa-mmlung im Ka legarten. U. S. P. Lichtend org Am 18. Marz, abends T/i Uh", findet in der Aula de- Parkaue ein revolutionärer Liederabend stall, vera»stet,«t rem Lichtenderger Me.nnerchor. Der CBesamiübe' schütz wird dam An» haftierlenfonds überwiesen, daher wird zahlreicher Besuch ernxr fei. U. T. 33. Lichtenberg. Die nach dem Reo ganisa-ttonsltatut neu» gewühlten Kommisstonen werden zwecke Konstituierun-g zu ihrer erste» Sitzung in de: nachstehenden Rcihenlalge einberusenr Frauen-'rom» Mission Freiteg. den 12. März: Agitationebommission Monlog, de» 15. März, Politische Kommisston Dienstag, den 18. März: Kommunale Kommillon Mil.woch. den 17. Marz:(tzewe ktchasle- und Räte- Kommission Freitag, den 13. Mörz: Tildungskommisf'.on Montog, de» 22. März; Schiedsgerichte» und Zeitung?'- ommisston Dienstag, de» 23. Mörz. Citzune lokal für alle Kommisstonen Honda-beitesöal im Cüeilien-Lnzeum. Anfang pünktlich 1% Uhr. Die Bezi ksleitung. Zmthen-Mlersders-Neu'7'chlilzendors. Donnerstag abend 8 Uhr Zahlabend in Miersdms, Lobal zur Mühle. ?e?einsMnder. Zlrbelter-Hochfchvle. Somrabend, 12. März. 7H Uh", Aulo Nieder» wollstr. 12, Klaoier- und Liederobend unter Rilwrikung des Berlrnei: Volürhochschulchors. Eöste willkammen. L'.'ird der technische» Angepellte» und Veamte». Zur Darisbera» tung finden folgende Versammlungen statt. Fachg upge 1,(Elsen- Hoch- und Brückerrd-au), Cophiensale, Eophlenstr. 17/18.»- Freitag ,2. Mä z. Fachgruppe 1c(ollgemeiner Maschwenbou-, W-rkz.-ugb:u� Auiomodllaptik und Eietzereien) Freiteg, 12. Mä z, Mustlrer-Festsäl«, Kaiser-WilHelm-Stretze 81.— Fachgruppe 1 e(Elektrotechni-k— Starkstrom) Dienstag, 18. März, Hove lande Festsäl«, Neue Friedrich- Protze 35.— Fachgruppe 1 f(Elektrotechnik— Schwachstrom) Dienstag, 16. Mi z, Mussker-Festfäle, Kaifer-Wilhelm-Ttrotze 31.— Beginn sämtlicher Versammlungen abends 7 Uhr. Legrtunation durch Mit- glied-buch. Internationaler Bund der Kriegsbeschädigte». Kriegsopfer und ehemalige Gefangen« erscheint in Massen am Sonntag vormittags um tOls Uhr im ZirkuZ Busch. Arbelter-Wanderbund, Ortsgruppe Neukölln. 14. Mörz Dress« punkt XS Uhr, Bahnhof Neukölln. 18. März, T\i Uhr, Lichtbilder- Vorl.ag, Aula Kaifer-Friedrich-Stratze 218. Billett» in der»Freiheit"- Spedition. Neckarstr. 3. Gäste willkommen. Arbelter-Wanderverein»Berlin". Sonntag, den 14. Mörz, nach Bernau— Dammsmühle— Virkenwerder. Abfahrt 6.40 Uhr Stettiner Lahnhof Mittwoch, den 17. März, vereinssttzung. Vortrag über: „Bodengestaltung unk Raturfchönheite» des Flämings". Luskuuft über die Ostertou.en. Gäste willkommen! Verantwortlich für die Redaktion: Alfred Wielepp, Neukölln. Derlagsgenassenschaft.Freiheit",«. G m. b. H.. Berlin.- Druck der Lindendruckerei und Berlagsgefellfchast m. b. H., Schissdauerdamm 19. Verein der Berliner Buchdrucker _ und Schriftnietzer._ Der Obmann oder, wo ein solcher nicht vorhanden ist. der Ver- 4ravensmann jeder Druckerei wird ersucht, zur Berichterstattung über die Antwort lelncs Prinzipals auf die Forderung der Anerkennung des /Schiedsspruchs am Freitag, den 12. und Sonnabend, de» 1Z. März nachmittags von 4— l» Uhr in einem der nachstehenden Lokale, das seinem Betriebe am nächsten liegt, zu erscheinen: Westen: August WiemerS, Bülowstratze 68. Südwesten: Franz Schirm, C.iarlottenstr. 7/8, Graphisches BereinZhauS, Alexandrinenstr. 44. Südosten: Gloger, Adalver stratze 6. Itordostcn u. Aentrum: Rosenthaler Hof, Rosenthaler Straße 11/12. Ölten: Au-iust Kirsch, Petrrsvurger Siratze 81(am Baiter'platzf. �torde»: Stcttin-'r Birrhallrn, Chaussce-tra.e Lö fEinpan' Z.nuowitzer Str.) Nordwesten u. Charlottenburg: Kronenvrauerei, Alt.Moavit 48/49. Nur die vorstellenden Strllen sind zur Berichterstattung zu be» stnitzen; des Vcreinsvurcau ist nur in anderen, ganz dringende» Fällen -aufzusuchen oder telephouisch anzurufen. . Der Gauvorltavd. Albert Massini, Vor litzendcr Verband der Vuchdr»ickerei-H lfSarbeiter u.-Arbeiterinue» Denttchlands. Ortsverwaitnuq Berlin. Vertrau. n teilte der Vuchdrnck-Hitfsatbeiter>n den �..uchdruckereien SS" Heute, Donnersraa. den ll. Mar, 1930, abend« 5 Uhr"»» im Alexaudriuer. Aterandriueuftc. U7»: Vertrattensmlitttter-Bersnmmlttng. Daaesordnnng: Die Situation im Gewerbe. Ed ist unb-düipt notwendig, d.rb jeder Botrieb vrrlrelcn ist. i, Wt' Le�UuiiarroiiSlarie voijrt cn. Ipvi Die OetSverwaltuna Humoristiscfrz£�za/i/uoff von Ch,& h< t i o n e. in dar nevtn „FREIEN WELT' Heft 10. jelöer Dacke', gros. Be BrusüSte e marke-rJeu- n.Diensiafreni'aufen Wie- jringer. od:r wert.'achwei»> ihr, Belohnung' K'-o> ke, kölln. Prinz-Handlery-J iße I. rernsprecher 105?. I Ziindker�an alle u. neue, kauft h&chst- zahlend Karl Maünowski. BirUo l?, Hr.hsburger Str. 10. K-'rfi'ret 355? Pisio!esiiJ.S5ei/o!ysr iedcu fabrikits und tiatiuera LsiisiLdi hei»ellicliatt m. b. H. Rosenthaler bif. 38, Ho.'. Vtldiillij ki SdnciUfr, Sdntiilrriniiea u) Waslhmbkittt 5tlltich!l!iii>s. Filiale Berlin. Sebastian>'irake.??— Z8. gkcrnivrccher: Slmt Moribplalr i17Z7. LlieMros in der VaMenmatz-bmache: Zemralbirr» der v r u st. Mnnrrftrnue St De; SBezen r. Eeid-iftreße St' , ffl.et r. Wtibelniiirnße 118 ,-edineiDct, Marien ü de 9 , Seinemi, Ansbach er 5 raße 48 SlreMros der herrematz-Zranche: Zemral-Strei bliro: Alte Jalodikrade 32 Friedrichiiadl u. Zemrum: gentrai-i- est säte. Site Jakodiirase 33, Tel Meritzplatz l"li>5. Nordwesten. Norden: Roienvsule, Sliasser Erioße t«. äelev oir: Nord.-n>23:2. Nordosten. Cften, Weiheniee: B e« e l e t t. Jokyliraße 7. Te v a;i:»Sn all. dl S'28. Südosten, Süden. Nenlottn: E b l er t, Soilbuser«trabe IS, T'ter"N: Moiiypiad S S6 Südwesten, Weste». Schon. bei g n. Stealtn, griedenan: Richert. Sleuuneviti. Lr» s. Tel.:«urzurst Charlotte«Utira: T v n a t. � Telephou;©ic.iu plo? i960. BUie; ist Die Fardernnz ton 10Ü Firmen DettWof. Kar bei btejiti'innen dort jenaei e; loerben. Tie Oitsverwaltnnr. ZtZtrullitlbilLil ki glfinurbflter Ttütslhillsös Baklstelte Berlin Freitag, den t L. März liiStt, abends V'/g Uhr im«ewerlschastshau«,«mgelnscr!S. Eael ö: Versammlung sämtlicher in der Grabdenkmalbianche beschästigten Tlcinaibeiter. Tagesordnung wüd in der ker'.ammiuna belem-igenmch'. Sie crtSverwaltung. Swisch« Metassarbe ter-verbani> Berwoltungsstelle: Berlin N 34, Linlenftr. 83 8S. Geschäslszert von vorm. g Uhr bis nachm. 4 Uhc. Telephon: Amt Norden 186, 1239. 15)87, 9714. Nckitnnn! Wickier. LHiiintg! Am RrcitBit, D n 12. Mfirj 1920, abends 5 Uhr in der cchm. aula, KoppettPlnh 12, in der Stube b;4 SlcibnnDsfiauleS Beisam, ttlttttg ntker in den 0!e-nbetrieben beschnit-gien Wicklec und TDicklerinnen T n n e? 0 r d» u Ii n: Die gadiwerh»' in. äe der A ck'er in den v trieb«,».c nicht dem'..erbend d.r Metall.ndust-.tclle» nnge. hören. 2. Distussivu. 3. B?rsch ed.neS. lW "Ng! _ Batttlelnpner Am F-ettno. Den l Mi; j I92u, abend.- o Nhr Ul L o ckerS Msäteii, Weberstr. 17 Bcrst'mmlnnft der Baukiempner(H-os;-Beilins- Taaet; Ordnung-. I. Re ln»snssnn, Über den neuen Tarif. -nbr-.'rr, 2.-'intbeiirn e.eociniene-'. 3 Veridned ins. Psttchi icoe« üantlempuea in e, in d'(et Be>i miniung zu et- icheiueu.— Mllaiied iduch leg ilmlcrt. "S �. w e., Di« OitSvrrwaltung. 20 öffentliche Volksversammlungen am Freitag, den IS. März. abends 7'', Nhr Thema: Rache iinD MmeWnnng in der Schale. Nufchtteftend Tislutslon. 1. verlin NW., Friedrich Verde,-'che- Svmn.. vochumer Str. Sd. 2., N. 4'>. fflnneinDt.Edjule, 5Io«:etftr. 3. 3,, 91., 183«emeinde, chule, üllerftr. 158 150. «.» St.. 60.30.. tbemmeinte-Schnle. SchönM'ber Str. 7. 5.» N.,(Zemeinde-Zchme. Are renbanener Eir. 20. 6., 91C., fiön Sil. t'nteum,®v ii rnairer Str. ei. 7., C-, SKaroareten.Snrenm, Iffionbsir. 6— 11, 8., c., 2.-0. ffle: einde Schule. Slnflletfir. L. 9., C., 208.«emUnde-S nie, BeierSrnrjet Str.(, 10.,(f.. Sojbien.CijceunT, 23e;nmc ftetstt. 16 17, lt., S, r itiortn-Lyceum, Prin ennrobe. 12., s., 1">. Sen,'inde-?chn!e. Reichen'-e-ser Sit 87/70. 18.. S., Arredr.Steaiabmn. Schieiermachertir. 2 i. lt. Wristentea, Rctorm. ealgvmnn-u-n Bln Wpromenad« 33. 15. l-irtitcni'ern, Jabn-Nenisymnnstum. Marlistr 2,3. 13. Tieblow. dtenlsnmnnnnm Neue Srng-Allee. 17. Zldlcrotwf. Woniie>»s Lnftsarien. Biemaretstr. 73. >8. VI entöl. Ii. Lnzenni. Berliiitt-trabe. 19. Schöirebero. llb.andichnie. Scloimenstr. 31-39. 29. Ei.irrloireiibnrii, H.lrdenlnirg chule, Snerletesir. 32. Arbeltei-t Kenossen«nd«Lenollinneu! Tie Reatttan morschen! Ter Ra oiuoirtoiiemne I«r er, tb ltch seine Qoier lietoi, daß ibr eininlei für w. vre?>aierla»d»llebe, furdie FrüdeNj» erzieyuns in der Schn-e. Kommt in Blaffen! Verband sozialistischer Lehrer und Lehrerinnen Deutschlands» QrtSirruppe«Irofi-Berlin. =~ FelSe= Zahle(Or Zieeentelle dl, .'Mt— M. Hasen 23.—, Kanl-', Scliafvvoile fcis<0— M. Kg. l-üchse 400.—, Iltis 300., Marder 1500.—.Weifllunch, Coimaanstr. 12. Ouerctä. I. Zeuiraivelbmii dir Elaser _ Softlfrllg Berlin._ Montag, den 15. März, abends 7 Ubr Milglieder- Versammlung im GewerkschoftshauS. 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