Einzelpreis 20 Pfennig* 3. Jahrgang Nlittyoch, öen 24. Marz 1�20 Die„Freiheit� erscheint morgens vnv nachmittags, an 5onn» nTtb Festtagen ntrr mor§itf% Der Sezuaspreis betragt bei freier Zustellung ins Hau» fürrgeben, eine schlechte Regierung beseitigen zu wollen, � errichten sie die Diktatur des militärischen Terrors, dem zu jeder positiven Leistung die Fähigkeit mangelt, und zwingen die Arbeiter und Angestelllen in den Geileralsireik hinein.. Ueber die Einzelheiten des niederträchtigen Streichs, über feine Urheber und Mitschuldigen wird noch ein- gehender zu sprechen sein, und heute sei nur soviel gesagt, daß es scheini, ais ob die Regierung noch nicht env- schlössen sei, mit der nötigen Rücksicht s- losigreit gegen alle die vorzugehen. die die Hände rm Spiel gehabt haben. Sie hat gegen eine Reihe besonders belasteter Persönlichkeuen das Strafverfahren eingeleitet und Hastbefehlc erlassen. Erfreulicherweise hat sie auch vor dem General Luden- d o r f f nicht Halt gemacht, der, hinter den Kulissen stehend, «ine der stärksten Triebkräfte deS ungeheuerlichen Unternehmens war. Andere Mitwirkende aber faßt sie einstweilen nur mit Glacähandschuhenan. Sosindbeispielsweise derVor- tragende Rat D o y ä und der Oberpräsident W i n n i g , nur vom Amte suspendiert und ein Disziplinarverfahren gegen sie eröffnet. So hört man nichts von einer Ver- fotgung des Pfarrers x, r a u b, der ein paar Stunden lang den Kultusminister und dann den Prcpagandachef der Regierung Kapp spielte, und ebensowenig wird bei- spielsweise der Name des politischen Beraters des Haupt- mannS Pabst, jenes Dr. Grabowski, genannt, der seit Monaten eine der Hauptrollen bei der Vorbereitung des Putsches gespielt hat. Gegen diese Männer wie gegen noch viele andere, die mehr oder weniger offen dos Ver- brechen unterstützt haben, muß mit derselben unerbittlichen Strenge vorgegangen werden wie gegen den Kopf der Schlange. Schuldig, wenn auch nicht im Sinne deS Gesetzes, sind aber nicht zuletzt die, die an verantwortlicher Stelle stehend, die drohende Gefahr nicht erkannten und nicht erkennen wollten. Die sich und der Oeffentlichkeit einrede- ten, es gelbe den Umsturz von links abzuwehren und dabei den Umstürzlern von rechts die Waffen in die Hand gaben. Die sich einsangen und einwickeln ließen von den Vecsichc- rungen der Militärs und ihrer eigenen Vergangenheit ins Gesicht schlagend, den Kampf gegen die revolutionäre Arbeiterschaft proklamierten, wätzrend in ihrer unmittel baren Nachbarschaft das Pulver zusammengetragen wurde, das die Republik in die Luft sprengen sollte. Zwei von ihnen, zweifellos die am schwersten kompromittierten, Noske und Heine, sind gestürzt. Die Nationalversamm- lung in Stuttgart suchte sie noch zu halten und selbst die Fraktion der Rechtssozialistcn war verblendet genug, Herrn Noske auch in diesem Augenblick noch chr Vertrauen aus- zusprechen. Aber der eiserne und entschlossene Wille der Arbeiterschaft hat die beiden Sozialdemokraten, deren Wirken für das Proletariat so über alles Maß verhäng- nisvoll war, gefällt. Nur ist damit das Urteil noch nicht erschöpft: die ganze Regierung ist reif fürden Sturz. Das Kabinett Bauer im Reich und das Kabinett Hirsch in Preußen haben den Beweis erbracht, daß sie der politischen Situation ganz und gar nicht gewachsen sind und duß sie einzig und alle n von dem Bestreben geleitet, ibre Posten zu behalten, jedes Verständnis für die durch die Revolution aufgestellten Gebote vermiffen ließen. Wären sie wirklich innerlich so sehr von den Pflichten der Demokratie und des Parlamentarismus durchdrungen, wie sie es zu sein behaupten, so hätten sie längst ihre Demission geben müssen. Wir können nur hoffen, daß sie da? Versäumte sobotd als möglich nachholen, um freie Bahn für eine parteigeno/len unö Eine politische Massenaktion von imponiereiider Ein- mütigkeit und fester Ent>ällossenheit, von beispiellosem Um» fang und linwiderstehlicher Wucht hat die militaristischen und monarchistischen Gegenrevolutionäre in die Flucht geschlagen. Weggefegt sind auch die Mitschuldigen Noske und Heine. Unmöglich geworden ist die ganze Regierung, die in ihrer Verblendung alle ihre Macht gegen das sozialistische Pro. letariat gerichtet und politische und soziale Fortschritte ge- hindert hat. Parteigenossen und Genossinnen! Die Arbeiterklasse hat diese Tat vollbracht gegen die Kapp- Lüttwitz, gegen die Noske- Bauer und gegen die Nalionalversammlung. Ihr habt für Eure eigene Sache gelänipft und aus eigener Kraft einen Erfolg er- rungen. Das Ziel dieses Kainpfes war nicht die Rückkehr der entflohenen„verfassungsmäßigen" Regierung, nicht die Wiederherstellung des alten arbeiterfeindlichen Systems. Das Ziel war erhöhte Macht für die Arbeiterklasse und die Fortführung der Revolution. Die politische S'tuatioii ist heute anders als am Tage deS gegenrevolutionären Anschlages. Ihr habt erkannt, »oelche Macht in der revolutionären Waffe des Generalstreiks liegt. Ihr habt, wo es notwendig war, die monar- chistischen Gegenreoolutll/i.iue mit den Waffen nieder- geschlagen. Ihr habt gesehen, wie groß die Macht der Arbeiterklasse ist, wen» sie g e s ch l o s s e n und einmütig zur Tat zusammensteht. Zum erstenmal in der Geschichte der deutschen Arbeiterbewegung vereinigten sich die politi- lchen Parteien und gewerkschaftlichen Organisationen der Arbeiter, Angestellten und Beamten bewußt und planmäßig zur Polstischen Massenaktion. Und aller Widerstand war gebrochen. Ter Beweis ist geliefert, daß in unserer revolutionären Zeit auch für die wirtschaftlichen Organisationen Po Ii- tische u tralität unhaltbar geworden ist. Die Bewegung selbst zwang durch ihre innere Logik alla be- teiligten Organisationen zur taktischen Annäherung. Die Lebensfragen der Arbeiterschaft standen auf dem Spiel und das gemeinsame Klasseninteresse überwand alle organi- satorischen Hemmungen. Beseitigung deS militärischen ChstemZ, Entwassuung der konterreuoZntiouären Truppe» und Bewaffnniiz der Arbester mußten die wichtigsten Forderungen sein. In großen Teilen deS Reiches haben die Arbeiter aus eigener Lkraft diese Forderungen verwirklicht. Tie Arbeiterorganisationen setzten durch, daß Ver- treter der Regierungen im Reich und in Preußen den Be- ginn der praktischen Durchsührnng der Reorganisation der bewaffneten Macht unter Mitwirkung der Arbeiter, An- gestellten und Beamten zusagte. Die Regierung hat wester sich verpflichtet, gegen dir bewaffneten Arbester, insbesondere im Wnhrgebiet, keine An- griffe unternehmen zu lassen, vielmehr durch Verhandlungen eine Lösung zu erreichen. Falls die örtlichen Ver- Handlungen scheitern, sollen die Arbeiterparteien um ihre Verinittelung ersucht werden. In Berlin sollen die Truppen anS den Vororten und von den Straßen, mit Ausiiahme des Regierungsviertels, zurückgezogen werden. Berlin, den 23. März 1920. Ver- Der verschärfte Belagerungszustand wird aufgehoben. Für die neu zu bildende Regierung ist eine Grundlage geschaffen in den neun Forderungen, die vo» am Kampf beteiligten Organisationen formuliert wurden- Danach soll die bevorstehende Neubildung der Regierungen im Reich und in Preußen von den Parteien nach Ver- ständignng mit den am Generalstreik beteiligten gewerk- schaftlichen Organisationen der Arbeiter, Angestellten und Beamten vorgenommen und diesen Organisationen ein entscheidender Einfluß auf die Neubildung der ivirtjchaft« liehen und sozialpolitischen Gesetzgebung unter Wahrung der Rechte der Volksvertretung eingeräumt werden. Ferner wird gefordert: Sofortige Entwaffiinug und Testrafnug der em rcaktlo- «Sren Aufstand Betcilizteu. Ailflösiing der konterrevolutlonäre» militärischen Forma- tioneu und ihre Erfehurg durch Forinationcil aus den Kreisen der znvcrläsfi.qeii republikanischen Bevölkerung, insbesondere der revolutionären Arbeiter, Angestellten nnd Beamten. Gründliche Reinigung der gesamten öffeitttichco waltmigen. Sofortiger Ausbau der befleheudeii und Schaffung«euer Sezialgesetze. Sofortige Inangriffnahme der Sozialifternng der dazu reisen Wirtschaftszweige. Wirksamere Erfaffung, gegeoeuenfattS Enteignniig der verfügbaren LeSenSmiitcl und verschärfte Bekämpfung des! Wucher- und des SchicbcrtumS in Land und Stadt. Parteigenossen und Genossinnen! Es ist nicht gelungen. unsere klareren und westergehendeii Forderungen in diesem Kampfe durchzusetzen. Die angeführten Grundsätze für die neue Regierung befriedigen unö nicht. Trotz ihrer lllnvollkommenheit verkemieil wir nicht, daß die vereinbar- ten Grundsätze, wenn sie durchgeführt werden, immerhin einen Fortschritt bedeuten gegenüber dem bisherigen Zustande. Tie beteiligten Parteien und Gewerkschaften haben die Verpflichtung übernommen, falls die Forderungen nicht erfilllt nnd die Zusagen der Regier..ng gebrochen werden, von neuem zusammenzutrelen und über die rrueute Aufnahme des Generalstreiks z» entscheiden. Das bedeutet, daß sich die Arbeiter, Augestellten und Beamten nicht mit leeren Versprechungen zufriedengeben wollen, sondern entschlossen sind, die gesamte reale Macht der Arbeiterklasse hinter die Turch« setzung der Forderungen zu stellen. Die einheitliche Klassen« front des Proletariats ist wenigstens für die Durchsetzung dieser Mindestforderungen auch für dw Zukunft gewahrt- Parteigenossen und Genossinnen! Die große Massen- aktion ist beendet. Geschlossen wie in den Kampf, geht das Proletariat aus dein Kämpf heraus. Das Ringen um unsere Ziele geht miermüdlich weiter: Ueberwindung des Kapitalismus und Verwirklichung des Sozialismus. Neu- gestählt imd mit vermehrtem Klassenbewußtsein geht das Proletariat neuen Kämpfen entgegen. An Euch liegt es, diese Forderungen zil. verwirklichen und für daS Proletariat neue Pofstionen zu erringen. Parteigenossen und Genossinnen!'Zahlreiche Opfer hat dieser Kampf gekostet. Sie dürfen nicht umsonst ge- fallen sein. Ihre heldenmütige Ausopferung für die Sache des SozialiSnms ist uns Ansporn und Borbild. -,'' v.v: i. V-i>• Das Zenlralkomttee der llnaSHSagigen Sdzialdemokralischeu Varlel ZeulsHMs. ran mit Aussicht auf Erfolg die Beruhigungsarbeit zu leisten. die dem brs in seine tiefsten Tiefen ausgewühlten Lande nötig ist. Und hier sind wir an einen Punkt gelangt, an dein wir unS fast verpflichtet fühlen, den Meuterern des 13. März bis zu einem gewissen Grade Dankbar zu sein. Nicht wegen dessen, waS sie wollten, wohl aber wegen dessen, was sie erreicht haben. Es ist ihnen gelungen, die Frage der Arbeiterregierung wieder in den Vordergrund der Er- örterung zu rücken und damit ein Problem aufs neue zu beleben, daS durch die Politik, die seit Beginn des Jahre? 1318 getrieben worden ist, verschüttet war- Aber selbst wenn es in diesem Augenblicke nicht in positivem Sinne gelöst werden sollte, so bleibt doch eine Tatsache nnerschüt- terlich: daß die Kapp und Lüttwitz die Arbeiterschaft aufs neue revolutioniert und wenigstens für eine bestimmie Aktion zu einer einheitlichen Front zusammengeschweißt Regierung zu schössest, die dem Augenblick gewachsen ist. Nach unserer UevepzeuZung konn das nur eine reine! haben. Tie militärischen und nätionansiischen Aoenteurer «SWlttJtjuxö g tecunfl laß, SßflfJ fcai®» das Böse gewollt und das Gute geschaffen. Sic haben dem in Parteien und Gruppen zerklüfteten Prolc« tariat eine einheitliche Aufgabe gestellt und es hat diese Aufgabe glänzend gelöst. Ihre kindischen Versuche, den einen Teil gegen den anderen auszuspielen, sind kläglich gescheitert. Wie ein Mann haben sich die. die die Repubi.k erkämpft hatten, erhoben, um sie zu schützen. Gewiß bestand die Ciiiheitlichteit zunächst nur in dein Willen zu gemeiilftiner Abwehr. Darüber, was außer der Vereitelung des Anschlag? durchgesetzt werden sollte, gibt es Meinungsverschiedenheiten, die zum Teil noch recht tief gehen. Wir stellten und stellen uns weitere Ziele, als die leitenden und maßgebenden Führer der Rewtssozialisten. Wir hatten und haben nicht die Absicht, die nationalistische Regierung zu stürzen, um dem jämmerlichen Gebilde der Koalitionsregierung wieder zu seinen Würden zu ver- helfen. Wir sahen, daß sich ein Tor für den Sozialismus öffnete, und wünschten, daß die Arbeiter durch dieses Tor' einorängen. Für den Homent iff unser Streben noch nicht von Erlolg üxÄöi�wordLn� Tgs BleiaewiÄt.. mit- denzl die rechtssozialistische Partei ihre Anhänger beschwert hat, hemmt ihre Beweglichkeit und ihre Kanipfbere tfchaft- Aber mit Genugtuung können wir immerhin feststellen, daß die Stimmung der sozialdemokratischen Massen heute doch eine andere ist, als vor dem 13. März. Sie sind Weitergetrieben worden, als sie selbst und als vor allem ihre Führer gehen wollten. Es ist ein neuer revolutio «ärer Geist über sie gekommen, und diesen Geist gilt es zu Pflegen und zu stärken. Unsere Partei stand vor der großen Frage, ob sie zur Durchsetzung ihrer Forderungen allein die Schlacht fort setze», das heißt den Streik weiterführen sollte. Mancherlei konnte für eine solche Taktik sprechen. Aber schwerer fiel ins Gewicht die Erwägung, daß man in einer Stunde, in der die Radikalisierung der reckts von uns stehenden Ese« mente unverkennbare_ Fortschritte gemacht hatte, die gewonnene Einigkeit nicht leichtfertig aufS Spiel setzen dürfe- Die Einigkeit des Proletariats ist sicherlich kein Gut, das um jeden Preis erworben werden muß. Ihre Forderung kann unter Umständen«ine inhaltlose Phrase sein und sie ist es in den Monaten, die hinter uns liegen, oft genug gewesen. Alles hängt davon ab, ob die geschlossene Masse von einem revolutionärenWillen beseelt ist. Fehlt dieser, so fällt die Zahl nicht ins Gewicht. so ist eS kein Heer, sondern ein Haufe, der ernsthaften Kampf nicht erleichtert, sondern erschwert. Macht er sich aber bemerkbar, ist er auch nur in Ansätzen zu erkennen, so wird es Pflicht, alles zu vermeiden, was die Geschlossen- heit gefährden könnte. � Das AuSeiunndersallen der ver- schiedenen Gruppen beimAbbruch dcS Streiks würde Gegensätze und Zwistigkeiten neu heraufbeschworen haben, die einer Wiederaufnahme des Kampfes die größten Schwierig- leiten in den Weg gelegt hätten, und der Teil der Ar- beiterschaft, dem eben erst ein neues revolutionäres Leben eingehaucht worden war und dor anfing, an der Politik irre zu werden, die durch die Noske und Heine ihren Stempelerhalten hatte, wäre leicht wieder dieBeute derjenigen geworden, die das Proletariat bewußt in den Sumpf bürgerlich-demokratischer Reformmethoden führen wollen. Das mußte verhindert werden, und es ließ sich nur ver. hindern, wenn wir uns vorläufig mit dem einstweilen Er- rungenen begnügten und uns damit einverstanden erklär- ten, eine Atempause eintreten zu last n. Einzig und allein als Atempause aber darf der tzt geschlossene Friede betrachtet und behandelt werden. ir haben bereitzustehen, um die Waffen sofort wieder aufzunehmen, wenn die Bedingungen, umcr denen das Ab- kommen zustandegekommen ist, von der andern Seite nicht restlos erfüllt werden. Wir haben die Frist aber in erlcer Linie zu benutzen, um die Arbeiterschaft, deren Ertnacbep begonnen hat, vollkommen aufzurütteln und aus der Ab- wehrfront eine Angriffsfront zu machen, die stark und ent- schloffen genug ist, dem Kozialismlls zum Siege zu ver- helfen. GzfsiBtlMrlt der liegienmg. Der Gesomtrücktritt der jetzigen Rcgiernag soll, wie mit- geteilt wird, für die nächsten 24 Stunden zu erwarten sei«. ES schweben deshalb Verhnndlnngr» zur Bildung einer reinen Arbeiterregicrnng, an der sämtliche gewerkschaftlich vertretenen Richtungen beteiligt sind. Der Aeltcstenans'chujj der Nutionalversammlung schlägt »lS Termin für die Neuwahlen zur Nationalversammlung de» 6. I u« i 1!120 vor. Los alle Spiel. Bauer und die Lage im Ruhrflebiet. Reichskanzler Bauer hat an den Vorsitzenden des Aktionsausschusses in Hagen(Wests.) folgendes Telegramm gesandt: Die Neiä Sreglerunq nimmt mit Dank davon Kenntnis: daß die drei sozialistischen Parteien alle Kräfte zur Nieders.: lagung der Rcaltion eingesetzt haben. Diese» Ziel ist in Berlin durch Zusammenbruch der Kapptcuppe erreicl t. Entwaffnung der Kapp- truppen auch im Ruhrredier wird durchgeführt. General Watter gehört jedoch nicht zu den reaktionären Offizieren, sondern hat sich nachweisbar in loyalster Weise hinter die NeichSregierung gestellt. Die Entfernung wirtlich reak- tionärer Offiziere wird erfolgen. Die Truppenbewegungen werden eingestellt. Voraussetzung ist, daß die Ablehnung der Aälediktatur nicht nurvcrsprochcn, sondern in dieTat umgesetzt wird, daß insbesondere die verfaffun Smaßigen Organe und Behörden wieder in ihr Recht eingesetzt werden, daß die Arbeiter die Waffen niederlegen und zur Arbeit zurück» kehren. Die sofortige Turäfiihrung dieser Maßnahme ist un- erläßlich. Anderenfalls ist die Reichsregierung außerstande, Na:)run Smittcl von der Entente oder von Holland zu erreichen. auch da« Einrück. n der Ent. nie zu verhindern. Am Dienstag werden zwei Minister de» Reiche» und Preußens im dortigen Revier den Standpunkt der Regierung darlegen. Die zwei Minister, die im Ruhrgebiet verhandeln sind GieSbertS und Braun.— Der Inhalt des vorstehenden Telegramms von Bauer fordert den schärfsten Protest heraus. Daß er den General Watter in Schutz nimmt. trotzdem dieser Herr eine höchst zweideutige Haltung ein- genommen hat, ist ebenso kennzeichnend für ihn, wie seine Aufforderung an die Arbeiter, die Waffen niederzulegen. Für Herrn Bauer scheint Punkt 8 der Vereinbarungen mit den Gewerkschaften überhaupt nicht zu bestehen, er scheint auch nicht daran zn denken, daß die Arbeiter mit Einsetzung ihreS Lebens die Militärreaktion niedergeschlagen haben und daß sie nun mit vollem Recht verlangen, daß erst die Auf- lösung der konterrevolutionären Formationen erfolgen muß, bevor die Arbeiter ihren Kampf gegen sie einstellen können. Wenn dieses Telegramm Bauer» den Sinn der jetzt mit de» Arbeitern in Münster geführten Verhandlungen dar- stellen ioll, so eröffnen sich ihnen sehr geringe AuSfich- ten. Wir aber verlangen, daß setzt nicht wieder das alte Spiel beginnt, die Arbeiter entwaffnet werden und die reak- tionäre Reichsivehr unverändert bleibt. Will Herr Bauer das, so soll er eS offen sagen, die Arbeiterschaft hat den Kampf gegen die Kapp-Liittwitz nicht geführt, um sich nun von Herrn Bauer nasführen zu lassen. Die Zeiten sind ZrsHa 685 Berlin, 23. März. Kdmiral v. Trotha befindet sich in G.'. u.Haft. Ueber General v. Lüttwitz, der feinen tirohnfi'. außerhalb Berfas angegeben hat und sich zur Verfügung der Regierung hält,'ist die Schutzhaft ebenfalls verhängt worden. Die Regierung ist der Oeffentlichkeit sofort Ant- wort schuldig, weshalb über diese Herren, die Hochverrat verübt haben, nur die Schutzhaft verhängt worden ist. während von einer Strafverfolgung wegen Hochverrats noch immer nichts verlautet. Soll so die zugesagte Be- strafting aller Schuldigen aussehen? Durch diese zwei- deutige Haltung der Regierung werden erneut die Gerüchte bestätigt, daß Lüitwitz und seinen militärische» Helfershelfern Milde zugesagt ist. * Später verbreitet Wolffs Büro eine Notiz, wonach die Blättermeldung von der Verhaftung der Hochverräter Trotha und Lüttwitz unrichtig sein soll. Danach erscheint die Haltung der Regierung noch unerhörter, als wir zuerst angenommen hatten. Schutz vor Lebergr'.ssen! Trotz der Zusage der Regierung werden von den Soldaten noch dauernd Uebergriffe begangen. So ist gestern Nachmittag eine Betriebsversammlung der A. E. G. in den PharuLsälen in der Müllerstraße von der SicherheitS- wehr gewaltsam auseinandergesprengt worden. Autos mit Bewaffneten fuhren dauernd in den verschiedenen Stadtteilen herum und beunruhigen die �Bevölkerung. Auch die Absperrungen in den Straßen sind durchaus noch nicht aufgehoben, trotzdem die Truppen auf das Reglerungsviertel zurückgezogen werden sollten. Wir verlangen mit aller Entschiedenheit, daß da? sofort geschieht und taß die Regierung diejenigen rücksichtslos bestrast, die für diese Anordnungen verantwortlich sind. Des weiteren wird uns noch berichtet, daß durch einzelne Straßen auf dem Gesundbrunnen zwei Lastautos mit bewaffneten Sicherheitssoldaten ftihren, und daß letztere von dort aus wahllos auf die Menschenmenge schoflen und wiederum zahllose Männer, Frauen und Kinder töteten und verwundeten. Wie uns fernerhin mitgeteilt wird, ist gestern der Ge- nosse Weise, der Stadtrat und Stadtverordneter von Berlin ist, verhaftet worden, ohne daß bisher zu erfahren war, wohin er verbracht worden ist. Alle diese Uebergriffe zeigen, daß die Militärs immer noch auf die Weisungen der Regierung p s e, f e n. Sie tage in teipzig. Leipzig, den 23. Mrrz 1920. (Eigene Drahtmeldung der.F r e i h e i t".) Am Sonntag, den 1-1. MSrz, war eS z« einem Zu- samnienstost zwischen demonstrierende»» Arbeiter» und Zeltfreiivilligkn gekommen. Im Anschlnst daran ent- spannen sich Kämpfe zwischen Arbeitern, die sich nun» mehr bewaffneten, und den Zeitfreiwilligen, die bis zum Mittwoch dauerten. An diesem Tage sollte eine Verein- barung getroffen werden zwischen dem Genoffen LipniSki und dem Wirtschaftsininister Schwarz einerseits und dein General von Pilsach andererseits, nach der ein Wassew stillstand eintreten sollte, und die Truppen die Stadt zu räumen hätten. Di« Arbeiter sollten die Waffen abgeben. Diese Vereinbarung kam nicht zu Stande, da sie auf heftigen Widerspruch bei den Arbeitern stich. ES kam zu neue« Kämpfen, und nunmehr erklärte der General, das» dt« Truppen bleiben würden und die Arbeiterschaft entwaffnet werden mühte. Da die Machtmittel zu un- gleich verteilt waren, wurde der Generalstreik abgebrochen und die Waffenabliefernng der Arbeiter vorgenommen. Nunmehr soll ein« Einwohnerwehr geschaffen werden» an der die Arbeiter stark beteiligt find» Di« Zeitfrei- willigen werden beseitigt. Bei den Kämpic« ist da» VolkShanS am Freitag von Militär bombardiert worden, es entstand ein Brand, der daS Gebäude bis zum ersten Stock hinunter ein äscherte. Die Arbeiterschaft hat etwa 1 So Tote«nd Hundert« von Verwundeten zu verzeichnen. ES hat sich ei« Aktionskomitee gebildet, da» aus der S.'P.D.«nd der U. S. P.D. besieht. Unsere Partei hat»«« mahl gebenden Eiufiuh. Die Kommunisten votetligeu stch nicht daran. Sie kämpfe ia«heinlmd-weMen. Sieg der Arbeiterschaft. Die rheinisch.we'tfäln'che vrbeitersckaft hat über die Reich? Wehrtruppen, die zu d«r Verbrccherregiermig Kapp übergelreten waren,«inen vollkommenen Sieg verfochten Noch am vorigen Sonntag bangte sie um ihren Erfolg. Nur wem 1 Waffen standen ihr zur Verfügung. DaS Freikorps Lichten schlag stand marschbereit auf dem Weg nach Hagen. In Rem scheid konzentrierte üch da» Freikorps Lützow. In Barmen- Elberfeld, in Tstsseldorf, in Esscn, Bochum, Dortmund und Geflenkirchen waren ReichSw hrtruppen und Siä erheil spolizei untergebracht, die gewalttätig gegen die Arbeiterschaft vorgingen. Zum äußersten Kampf entschloffen, und die Parole siegen oder sterben im Herzen gingen die Arbeiter zum Angriff über. Nur mit wenigen Gewehren bewaffnet, schlugen sie am Montag, den lS Marz, di« Kompagnie Hasenelever vom Freikorps Lichtschlag, die mit roter Fahne inW tter a. V.Ruhr einge'ogen war, am Berge siegt und von dem Freikorps»an Liitzow in evck wahre Festung verwandelt war. Die Arbeiter gingen mit veü ipie! osem Elan zum Sturmangriff vor. Ein paar Artillerie« schliffe in» Nathans und in das Postgebände, wo sich die Kapp« banden verschanzt hatten, genügten um die Truppen zu demoralisiere� schickien Parlamentäre zu den Arbeitern undbate» um Gnade. Dü Arbeiter sagten ihnen, daß sie mit Leuten, die die schwarz-wdß-roll Fahne tragen, in keine verhandlnngen treten. Der Kampf wurd« an, Freitag früh fortgesetzt lmd'/, 12 Nhr ging auf dem Nathaut die weiße Fahne hoch. In regelloser Flucht zog sich daS stolz« Freikorps über die Wupperberge zurück, von den Arbeitern schaff verfolgt. Bor Müngsten wurden die Flichenden in der Flanke g«' packt, die Bagage zusammengeschossen»nd die Meuterer über du Wupper gedrängt, wo sie von den Engländern entwaffnet und i> ein Konzentrationslager gebracht lourden. Remscheid und ila* gebung glich einem riesigen Schlachtfeld. Den Arbeitern fiel ein« reiche Beute in die Hände. Major v. Lützow und General V. Güll- hausen sowie 1SOO Gefangene sielen in die Hände der Engländer Die Remicheider Arbeiter haben 600 Gefangene gemacht. Jdre v r liste an Toten betrogen 42 Mann, während die Kappband. tea über 200 Tote verloren. I» Rhein land-Westfalen wogt eine»n- gebeuere Begeisterung. WaS die Kappbanditen an Ueberlegen! eu von Material aufboten, wurde durch den unbeugsamen Willer der Arbeiter um» hundertfache wettgemacht. Ohne äußere Tiszi- vli», nur von dein Wib«» beseelt, zu siegen oder z» sterben, oinge« sie zum Anorlff über und»erma mten die beiden stolzesten Freikarpk der ganzen RcichSwebr. Unsere Leute ivaren»eil 6 Tage» nnimür» brocken im Gefecht, hatten k ine Na:' t geschlafen, mehrere Tag« nickt? WarmeS gegeffen. Sie waren durchnäßt und zer- fetzt und weigerten stch trotzdem, ihre Waffen an anSgernhte Kämpfer abzugeben Erst als der Si-g in ihren Händen war, gönnten sie sich Nnbe, um z» neuen Schlägen auszuholen. Ter Jubel der Bevölkerung m groß. S-llost das Bürgertum erkennt an, daß die Arveller muster nltige Nuhe bewahren. Es ist nirgends zu Plünderunge' und Ausschreitungen gekommen. Sie otoSe Lüg?. sich dort befestigte, dann die sckwaez-ioeiß.rote Fahne hißte, der- maßen aufS Haupt, daß von der ganzen Kompagnie nur 18 Ge sangene übrigblieben. Mutig gemacht durch den Erfolg zogen die Hagener Genossen gegen das Korps L.chischlag vor, da, sich in Herdecke festgesetzt hatte. In wenigen Sluiide» war der Kampf zugunsten der Aibeiter entschieden Di« geschlagenen Truppen flüchteten nuf Aplerbeck und Hörde zu. wurden dort von beiden Seilen gepackt und vernicktet. Eine Anzahl Eeickütze. Minenwerfer und über bunderl Maschinen ewehre sowie Munition, Psirde und Bagagen stete» den siegr.ichen Arbeitern in die Hä- dr. Haupimanu Lickt- schlag erschoß sich a»S Scham über die er ittene Niederlage. Die Freiheit: kämpfer gingen nunmehr gegen Düsseldorf, Essen, Dort« mund und Baunen-Eibersetd vor. In wenigen Stunden waren I sie auch in diesen Städten Herren der Lage. Am DonnerSiag l v* Abtut) lattitaiutiUu ü» den Kampf ouf Remfcheti� da» fcofcL' Von der Regioning wird douernd mit der Behauptung operiert, in Rheinlond-Westfalen würde eine Rote Armee gebildet. Das ist eine glatte Unwahrheit. Die rheiwsap westfälische Arbeiterschaft hat nur zu den Waffen gegriffen, imi die Truppenteile, die sich für die Verbrecherregierung Kapp erklärt hatten, zu verjagen. Nachdem ihr dies voK trefflich gelungen ist. will sie den errungenen Erfolg sich natürlich nicht ans den Händen winden lassen und der Reicht wehr Gelegenheit zu einem großen Massakre geben. In allen Städten Nheinland-Westfalens herrscht muster� gültige Ruhe und Ordnung. Keine Straße st aln gesperrt, niemand wird an seiner Arbeit verhindert. Verl«, wo die sogenannten Ordnnngstrnppen herrschen, sieht den»' gegenüber wie ein Kambsfeld aus. � j Die SchreckinSnachrichten über Rheinland-Westfatea werden absichtlich in die Welt gesetzt. Sie sollen dem großea Blutbad, das die geschlagenen Militärs aus Rache übet die erlittene Niederlage vorbereiten, als Entschuldigung dienen. Es muß daher festgestellt werden, daß in Nhefitt land-Westsalon nicht nur Anhänger der U. S. P. und K. P- bewaffnet stich, sondern auch rechtssozialistische, demokratisihff nnd christliche Arbeiter. Diese haben gemeinsam mit deff anderen und Schulter an Schulter gegen die Kappbanditeff gelämpft. haben ebenso wie jene Tote und Verwundet« i" beklagen. M Die Arbeiterschaft möge al>o wachsam sein. Sobal» die Militärs ihre Hciikersarbcit in R Heinland. Westfalen W ginnen wollen, muß sofort der Generalstreik wieder einsetzet« um den verkappten Kappisten auf immer das Handwerk f legen. 6lurm dsr Mliimer auf Hennigsdorf. Voroei ern, brn 22. März zwischen 1 nnd 12 Uhr nachmittag wu de Hennigsdorf von Baltikumtruppen Pe' ituriut. Die Arbeiterschaft war schwah bewaffnet und untef lag. Die Arb iler hatten 15 Tole. Außerdem wurden 22 A*' beitet standrechtlich erschossen. 8 Ardeiter wurdS» verdöstet und in einem Auto noch Doberitz, dem Standort der Baltiknmer tronSporweist. Tie Truppen zogen sich abends unter .Hi-il dir im Sicgerkranz' nach lem nächst n Ort, nach ASSfl'? dorf rnrück. Nach Aussagen;cr Truppe wollte sie in der lw«' vom 22. zum 23. Murz ouf Velten- Oranienburg stoßen, um dort die Arbeiterschaft niederzuschlagen. In H nnio�k dorf baden die Truppen sich in einem veriammlungS'e!« betrunken. Den Wirt diti S Lokals verdafteten sie eb nfai» und überführten ihn mit den üdri en Verhafteten nach Döberl»- Die Parteigenossen mußten infolge Verrat der dortwen Bauerw welche mit ien Baltikumtruppen in Verbinouug standen, na«? Tegel und Spandau flüchten. Toberisi bat große« I«zng an? Ttn>enten und nnderrtf renkt, o> äicn Kreisen. Die sich iVicldcndc« werde« den Äailttumrru bewaffnet. Die Sitzung der Nationalversammlung ist ä»? Donnerstag nachmittag anberaumt worden. Ostern werden nur ein oder zwei Sitzungen abgehalten Die Fraktionen fast sämtlicher Parteien sind dauernd vn? sammelt. die Ttilweise W'nchme des Ve tehrs h ret'in« Die Hoch- und Ilntergrundbabnge fellschnft bot Auf na nie de« Betriebe« für beute in Aussicht gisteflt. Die A-w nalune de« Beiriebe« der Groß n Berliner Strahenvaa- wird dagegen erst i» den nächsten T gen zu erwarte» sei», d'' jetzt eine Einigung zwischen der BmiebSteitniig und der©ir*1 leitung noch nicht erzieft worden ist., Zumchen den Arbeitern der Stadt Berlin»nd dem Nagliß� wurden B-'ehandluiigen über die Wiederaufnahme der Arbeil s pflogen. Ben Seile» der Arbeiter nnd Angestellte» wird f, Räum» ng der Betriebe von Militär nnd technii"' Notliilie, restlose Eiiistcklung oller Arbeitnehmer foivie Bezol', der Streitgelder für sämtlirbe Tage verlangt. Da die Stadä'st waltung de» angestrebten Pun tcn nackkoinmen ivird� düriw' endgültige Beeuvigung de« Berliner Slreil« zu erwarte» je>»- ijf Alls der Vsrlel. An die Funktionäre der U. P- � ES ist dringend� notwendig, dnß die Zentraffei über alle weiteren Kän'-pfe der Arbeiter sowie über gegen die Arbeiter getroffenen reaktionären oder gar» � tärischen Maßnahmen unterrichtet wird, dannt. jedem Einzelf- lle die Regierung zur Erfüllung ihrer o � sagen, keine militärischen Maßnahmen gegen die Arve' zu unternehmen, gezwungen wird.'«.isih Ueber wichtige Vorgänge bitten wir t e l e g r a p od« zu berichten. Bertin, Amt Norden vSwSuStatiiaQiUttVetJkeik.lt.tEkJV � ZMebsrAs iszi- Die cm ö«Tfr{(ten DienStac im großen Scale der Tötzow- »rau:rei ta ende(Äencrclverininmlung der revolutionären Le- trievSrüte Grotz-Berlins wurde vom Genossen Malzchn er- iss'�et. Er gcu bekannt, dag über die allgemeine Laie als jUserent der Genosse Däumig, als Korreferent der Genosse Pieck von der kommunistischen Partei vorgesehen sei. m Nunmehr ergriff der Genosse Täumig dcS Wort zu seinem »ikferat. Er detonte eingangs, dag die Haft der Ereignisse es Wtmö llich mack ten, ein erfckiöpfendes Bild zu geben, und zeichnete w kurzen Strichen die Gescmtiage. Bei der Beurteilung der Ereignisse dürfe man die politische Situation vor dem 13. März lückt auger Acht lassen. Der Erzderger-Helfferich- Prozeg'ei das politische Vor'efecht zu dem militärisck en Putsch gewesen. Die Negierung Bauer-NoSke habe mit allen »t tteln das gegenrevolutionäre NoSke-Heer geschützt und alle Warnungen von revolu! onärer Seite in den Wind geschlagen. der Arbeilerschaft habe noch tie Erregung über das schand- U'u i e.etriever tegesetz geherrscht. Täumig beleuchtet dann �e mililärisaen Ma.�tfaktoren der Gegenrevolution. Nicht nur d e Baltikumer, sondern der größte Te I der NeickZivcl?r sowie d e veinwolinerwehren und oie Zeitfreiwilligen hatten sich hinter die Lkc-pe.Reg erung gestellt. . Genosse Da um ig geht dann über zur Schilderung der t-itic lichcn Vorgange. Die Regierung kniff aus. Die erlauchte Nalloualvcrsainmlung stob ebcnfalis auseinantcr. Herrin war d»e Diltalur Kapp-Lüttwitz. Angesichts einer solchen Lage war Ji* selb verständlich, daß sich das-esamte Proletariat auflehnte. Diese einmütige Nuslehnung des Proletariats ist das erhebendste Moment in all den an unerfreulichen Begleiterscheinnugen so »eichen Tagen gewesen. Die« roße gewaltige Streckoeuegung, Bus der Tiefe lomuicnd, war schon im Gange, el e die Ii. stanzen Bufriefen. Polltisch-wirtschoftlich waren Äapp-Lüttwiy haltlos, sie stützten sich nur auf ihre Landsknechte. Ter G.neralslreit hat diese Leute tu drei Tagen politisch und wirtschaftlich voll- ständig unterminiert. Tie militärischen Faktoren der Gegen. Evolution blieben noch. Reichswehr und SicherreitSwehr stellten l'ch Wieoer hinter die Äauer-NoSke-Negierun Arveiter wurde»! �schössen, die die Ne iernng Bauer-NuS.'e befreit haben. In der widerlichsten Weise wird von den Schiffer und Seeckt wieder die Parole gegen den Bolschewismus ausgegeben. Genosse Daumig schildert dann die Lage der Arbeiterschaft «W illrich und besonders die militärischen Maßnahmen der Arbei- «ersajaft im Nuhrgebiet. Dort haben ainstige Terrainverhüllnisse buö zahlenmäßige Schwi che bcB Militärs icr Arbeiterschaft daS »lidergewicht gesichert. Ganz ander? die Verhältnisse in Berlin. V>er standen IbOlXl Baltikumer, dazu fast edenioviel ReichSivehr tvnd Elnivohnerwehr und Zeitsreiwilltge. Alle diese militärischen hrmationen sind vorzüglich eingestellt auf den Stra �enkampf. ..>< hatten aber auch eine einheitliche geschlosiene Leitung und Wmpftcn bis zum letzten Mann herab um Kops und Kragen. dagegen standen die Proletarier, die diesem militärischen Macht- PJffjlchot{elne(Legenweh: entgegensetzen tonnten. Deshalb ent- iP i'ch die Streikleitung nach reifttcher Prüfung, dw Arbeiter- lchart vor einem Blutbad zu dewahren. � Roch sind die realen Machlfaktoren de« Militärs vorhanden. «Vit Baltikumer sind im Döveritzer Lager, im vollen Besitze allen lwioterialS und aller Mannschaften. Pommern und Ostpreußen Bkrsorgen sie mit.LebeiiSmitteln. Wie können diese militärischen »«achifaktoren ausgeschaltet werden? Diese Frage kann nur im Lusammenhang mit der Lage im Reich behandelt werden. Bis jstjtcrn haben wir den Kampf der Berliner Arbeiter so aufgefa t, »»5 der Kampf nicht militärisch zum Austrag gebracht werden «a-tn. Der Generalstreik ist eine groge Httfe für das Reta', moem die Truppen hier festgehalten werden und so das Reich Batlasten. f. Zur Schilderung der politischen Situation übergehend, er- »■arte Genosse Däumig, daß die zermürbenden Sitzungen und Verhandlungen der letzten Tage ihm gezeigt hätten, »-»•».».p.v.. auuv.ym hvou* daß man SWen gewaltigen Kampf mit dem Masse eines gewerkschaft- achen KleinkampseS messe. Selbsl bei de» soziaidemokral.schen unö demolratischen Aide>tcrn kam die Ueberzeugung auf, dag, Ble Regierung Bauer-NoSke erledigt fei. Auas der Gedanke ist BUIgetaucht, jetzt auf daS Endziel loszugehen, auf die Errich- ?Ulg der p r o l e t a r i s ch- k o m m u Ii i st i s ch e n Räte- «Statur. Wir halten auch an diesem Ziele fest, aber wir und der Ueberzeugung, dass nach den jetzigen Uräfteverhält- Men daS letzte Wort noch nicht gesprochen werden kann. E�r richtigl) Auch der Gedanke einer s o z i a l i», s cy e» Akbeiterregierung tauchte auf als Zwischerslatwn zur rsBterepublik. Wenn auch NoSke endlickzurückgctreten ist.so darz man Personenfrage doch nia.t überschätzen. Nicht nur i ie Räte- «'publik ist erledigt, sondern auch die sozialintiche Arbeiter- sB'lerung. Däumig kennzeichnet d.e Rolle dc» Gewerk- ' ch a f t S b n n d e S, der jetzt bestimmt habe, daß er die politische JpBäit in die Hände netzme. Legten hat in den letzten Tagen Ben Versuch unternommen, die Regierung Bauer-NcSke zu be- 'Aigen, ai-er wohl gemerkt, nur die Männer, an dem Prinzip l .'r Demokratie und der Arbe tSgcmeinschaftcn sollte nichts ge- oiibert werden. Legten, vereinigt nzit der Afa und dem Deutschen 5'amteiivund» trat auch mit der Unabhängigen Partei in Bterbindung, um über die von ihm formulierten Punkte zu Berhandcin. D e Unabhän ige Sozialistische Partei stellte ihrer» I'lts djxl weitergebende Forderungen aus und erklärte sich «uch nicht für ein Zniammenarveiten mit der tompromittiertea ''chtsspzialistischen Partei. Darauf ging Legi.n zu den ?«BUilioiieparteien. H er wurden die Foroerungen dann ivescnt» "ch verwässert. Däumig verliest die»ach den Vorbandlungen P'i den Mehrh.itSparteien der Netionalvorsammlung formu» W»■''«er- leb li "orten Beb ngungeii, die bereits bekannt sind. V i der ,'Iung erweckte befoneerS ler Satz über die Sozialisierung zBl>e Heiterkeit. Genosso Däumig führt denn weiter ouS: Bis �onner�tag wurden elle B schb sio der Streikloitung einmütig t Am Froitaa hat sich die Giwertschcftskommission cuf 'lne Slufe Mit dem Gewerkschcft�bund gestilli.(Lebb. Zwischen- �le.) Heute steht ober Über dem Interesse der Organisation Bs Interesse des GescmlproletarictS. � Die Gewertschcflen geben die Perole auf Abbruch des �'neralstr iiS. Am Sonnabend und Sonntaa kamen die ersten iuverla,jigeil Nachrichten aus Rheinland-., istfalen, aus Mittel- |l'ulschlner Ardciterregicrun r tauchte wieder auf. Die Zentrallcitiing B'r Unabhängigen Partei war der Aufsassung, angesichts der fae'e im Reich, der militärifcken Metzeleien in den Berliner �Vorstädten sich nicht do malisch den Erfordernissen zu vor- sthllcßei,, son ern mit den Organisationen e r n e u t zu der» Endeln, allerdings auf Grund erns.ieden soiialistifcher Forderungen Le�ien hat eS aber ab elehm, seinen Pakt mit den Bürnirigchdj,{jjgj.gxjx,, aufzugeben. CS wurde dann eine Kom- �'lsion zum Reichskanzler Bauer entsandt. Dort wurde ü.er lotgendo Punkte ver.andelt: Die �iclerheitsweyr jull von reaktionären El menten gesäubert und organisierte Arbeiter hineingeschoben werden, uns zwar auf je eine Eundertschait Ei.herheitswehr 200 orgz-'N siorte Arbeiter. Weiter �Urde verhand.il über Entwaffnung oder Üte.n.wmg der, Reichswehr,.tatsächliche Entwliffnung der Salt,- �p>a«Ld» weiteren darüber toi« sich die Neuvildunwl er reooluMreu Erch-ZeMS. der Regierung zu vollzi?hen habe. Ueber all diese Punkte wurde Aufilärung von der Regierung verlangt. Bauer und der Außenminister Müller haben sich im Prinzip bereit er- klärt, die SicherheitSwehr umzubilden. Aver das sei eine preußische Angelegenheit, und man müsse darüber mit der preußischen Regierung verhandeln. Die Umorganisiei rung der Reichswehr scheitere an den rigorosen Bestimm mungen des Friedensvertrages. Hinsichtlich der Einwohneii wehren und Zeitfreiwilligen sind überhaupt keine Zusiche> rungcn gemacht worden. Zur Neubildung der Regierung wurde erklärt, die Verfassung beßehe zu Recht und die Neubildung der Regierung könne sich nur auf der Grundlage der Verfassung voll'iehen. Dies das Ergebnis. Nach ausgedehnter Diskujsion wurde von allen Gewerb schaftovertretern betont, diese Zusicherungen als genügende Garantien anzuerkennen.(Lebh. Hört, hört.) Daraus ergab sich«IS seldstverständliwe Folgerung der Arbruch des Streiks. Bon anderer GeiverkichaftZserte wurde betont, der Generalstreik habe in sich eine Schwacl ung erfahren. Die Arbeiterschaft dränge danach, in die Betriebe zu gehen.(Zurufe: Nielt wahrt. Tic Betriebsräte seien nur ci» Zerrbild der tatsächlichen Verhall n'sse. Die Massen ständen hinter den Gewerkschaften. Es wurde darauf hingewiesen, daß ein geschlossener Adbruch�des GircikS glän ender wirke als ein AI bröckeln desselben,(.sehr richtig.) Man müsse auch mit der Tatsache rechnen, daß die Arverlerschast in einige» Wochen wieder zum Kampfe aufgcrusen werde. Die Vertreter der sozialdemokratischen Partei erklärten, daß sie sich auf den Boden deS Streik, abbruchs stellen. Die Unabhängige Partei zog sich u einer Sonderberatung zurück. C» wurde eine Formel gc fun.en, deren ungefährer Inhalt dahin ging: an esichtS der Takfache, daß durch die Parole der großen Gewerkschaften die Einheitsfront gebrochen sei, cmp-chlr die Unabhängige Partei für das Reich den Streike.dbruch. in Berlin dagegen stelle sie die Entscheidung frei oder überlasse sie dem Beschluß der Voll- Versammlung her revolutionären Betriebsräte. Ein Teil der Parteileitung, darunter euch ich, kämpften für Fortführung des Generalstreiks. In die Sitzung zurückgekehrt, wurde uns die Resolution Umbreit vorgelegt(die in unserer gestrigen Abend auSeabe veröffentlicht ist), die ein ganz neues Stadium für die Partei, besonders für meine enteren Freunde, ergab. Wir haben gegen diese Resolution gestimmt. Die Zciiti'alstrciklritling empfiehlt dcn Genossen zu beschließen, den General streit nicht abzubrechen, sonder» zu uiitcrbrechca. (Lebh. Bewegung und EntrüfungSrufe.) Ich s- he keinen Erfolg darin, daß einzelne tapfere idealistische Genossen noch zwecklose Endgeplankcl liefern. Sie selbst haben allein zu entscheide» Sie sprechen nicht al» Person, sondern al» Beauftra'te der Belegfchasten, die hinter ihnen stehen. Da« ist kein Ende des Kampses, sonbrin nnr eine Pause. Ich bitte Sie nach bestem Wissen und Gewissen zu entscheiden.(Lebh. Bravo!) Piek(K. P. D.): Die bür'erlich-rechtssozialistische Koalition hat die Konterrevolution stark gemacht gegen die revolutionären Bestrebungen deS Proletariats. Auch NoSke war kein Zufalls- Produkt, sondern eine notwendige Begleiterscheinung dieser Koalition. P ek richtet hefnge Angriffe gegen die rechtSso ia- listische Partei. Er kenn eichnet ihren kleinbürgerlichen Che, rakter und betont, daß diese Erkenntnis dcn Arbeitern einge, hämmert werden müsse. Er fährt dann wörtlich fort: Wir als Kommunisten fordern die Diktatur des Proletariats, die Räterepublik, aber wir wissen auch, daß diese Forderung heute nock) mit dem Widerstand der grossen Mehrheit deS Proletariats zu rechnen hat. Jede andere Rcgierungsform ist ein Kompromiß mit rückständi- "cn Anfll auun cn. Ist die Räterepublik möglich? Jeder Kommuni st muß sagen: Nein. Deutschland und die westcurcpäischen Lander sind noch niqt soweit. Es kommt für unS darauf an, jede bürgerliche und Koalitions- rcgierung zu bekämpfen. Die Arveiter müssen sich ihre, politische Kampfor amiation schaffen, die Arbeiter« ä'te. Die Kau'piMittel, die dem Proletariat zur Verfügung stehen. sind: Ter Generalstreik, und als Steigerung des Generalstreiks der bewaffnete A u f st a n d. Die Wahl der Kampfmittel hängt von den Situationen und den Kräfteverhältnissen ab. Wie ist das Kräfteverhältnis jetzt? J.oe Verbindung mit dem Reich fehlte. Die Verbindung er Arveiter untereinander aver ist die notwendt« Vorbedingung für den Sieg der Ardeiterklasse. In kommenden Kämpfen werden die Genossen im Verkehrswesen ihre Pflicht tun müssen. Piek streift die Ereignisse in Tremnitz, im Ruhrrevier und in Halle! Das Berliner Proletariat habe eine bewundernswerte Disziplin gezeigt, ein großer Fortschritt war die einmütige Niederlegung der Arbeit. Gew.ß waren die Ziele durchaus verschieden, aber in der Tat war taZ Proletariat einig. Redner verteidigt die anfänglich abwartende Stellung der K. P. D., die er mit den schlimmen Erfahrungen seiner Partei rechtfertigt. Mehr als eine Woche glänzender Etrcilbewepung lagen hinter uns. Wir lönnen nicht sagen, daß diese Kampfwoche resultatlos verlaufen sei. Die Tatsache steht fest, daß sich kein« Regierung ohne Zustimmung der Arbeiterklasse halten kann. Die Prollamalion deS GeweikswaftsbundeS, der Afa und des BeamtenbundeZ vom Sonnabend dcze.chnet Piek als schimpflichen verrat. Dieses Papier wird jener Keim se.n, der die Aewerklchaften zersplittert. ES wird eine der Aufgaben de» revolutionären P oletariatS sein, mit die er Politik der WewertschastSdiireaukrcktie aufzuräumen, die weiter n.chts ist als ein: verschleierte Fortsetzung der bisherigen Koa- litionSpolitit. Wo stno die Garantien, daß diese Forderungen aua> durllgesührt werden? Man hat Euch nietzt gefragt, man i at den Abbruch dekretiert. D-e Tatsacl e der AbipAlterung ist zu ver.richiien. Was ist jetzt zu tun? Soll der Sireik j tzt abge. brachen we� den? Däumig sagte: brecht nicht ab, unterrrau t reu .Kampf. Ihr könnt Euch nicht auf die Bärenhaut legen. Lie st ein zwingender Grund vor, den Kampf ab ubre. en? J h sage: nein! Dazu ist ober nötig, daß wir die engste V rbindung mit dem Reich belommen, daß die Berliner Proletarier di' Pro- letarier im Reich zum Kampf auf.u en. Wir müssen uns über die Möglichteiten u: d Auesichten des.KampfeS klar werden Ich sehe die Möglichkeit, dass wir durch einen Druck auf dir KoalitiinSrcgicrung unsere Forderungen durchsetzen können, damit der Kampf nicht umsonst war. Auch ein T e i l n r e i r hemmt daS WirischasiSleven derart, daß ein Druck auf die Re- gierung möglich ist. Tie Koalition muß vernichtet werden. Deshalb setzen wir dcn Generalstreik fort. Tie gcgenwärtize Situation ist nicht reif für eine Räterepublik, sondern für eine reine Arbeiter- rcgierung. Als revolutioiiare Albeiter ist un» eine reine Arvestterregierung außerordentlich erwünscht. Sie kann allerdings nur eine ll er an speriode biUen. Wir müssen die Lrb.iterregierung erzw naey. Daß muß eine Forderun' d-r Arbeit c sei», den» eine solche Regierunz entspricht dem Reife- grad deS Proletariats, z-er re te Flu et d.r U. S. P. hat oirje Ge.'-gcnhe.t verpaßt. Tie Mgss-n de? Proletariat> standen hinter dei! Anst uu igen des lin! n Flügels der E P.D. und des rechten Fliigelv d.r U. s. P.D. Dic.ll. S. P. D. hat die Arbeiterreaieruua abgelehnt und damit in einem politisch gü». l stsgen Äugenbkick die Vorteile des ProlctarlatS nicht Wahrgenom« wen.(Heftieer Widerspruch und Beiiall.) Ihre Pflicht war es, ; dieser An gäbe zu unterziehen. Tie Ardeiterregierung muß erzwungen w.rden, kein anderer Weg führt zur Räterepublik. Sie gibt freie EntwicilungsmöglichkeUen für alle Richtungen des Proletariais. Diesen Zustand, der unbedingt nötig ist zur polt» tischen Scl ulung der Arbeitcrtlasse, hat eine Partei verpaßt. Der rechte Flügel der U.S.P will nicht die Räterepublik. Das wird der treibende Keil innerhalb der U.S.P. sein. Piek fordert dann die Anwesenden auf, nicht auseinanderzugehen bis die Bewaffnung des Proletariats durchgcfüh'et und die politischen Arbeiterräte ge waffen seien. Er verliest einen dahingehenden Antrag der K. P. D. Bis zur Durcksetzung dieser Forderungen soll der Generalstreik weitergeführt werden. Außerdem verliest er einen Aufruf an die Genossen im Reiche. Pick bittet um Annahme der Anträge und um Weiterführung des Kampfes. Zeigt dieser Regierung die Zähne, haltet aus, Ihr habt die Macht in Händen, wenn Ihr nur einig seid!(Lebh. Beifall.) Der Vorsitzende, Genosse Malzahn, regt an, vor der Be« schlußfassung möglichst einen Vertreter jcder� Jndustricgruppe über die Aussichten der Weiterführung des Streiks zu hören. Damit ist die Versammlung einverstanden. Zur Geschäftsordnung erklärt Walch« iK. P. D.), dem Generalstreik sei durch den Verrat der Gewerkschaften und der U. S. P. daS Genick gebrochen. Es gelte fest�ust.llen, was zu tun sei. Er beantragt, die Berichte nicht entgegenzunehmen. ES traten nun nacheinander die Vertreter der einzelnen Berufsgruppen auf, die fast ausna. msloS die Erklärung ab» gaben, daß die hinter ihnen stehenden Arbeiter in ihrer Mehr» heit unter den obwaltenden Verhältnissen für den Abbruch deS Generalstreiks feien. Nach diesen Erklärungen erhielt Nasch(Kommunist, Berliner Richtung) noch das Wort, und er forderte von der Veriammlung, auf d e Arbeiterschaft einzuwirken, daß dieie ebenso wie die Kommun stische Partei daran gehe» möge, die Gewerlschafte» zu zertrümmern. Krause, der Porsitzende der Berliner ParteiorgantsatiiM� wandte sich gegen Rasch und betonte, daß die Zertrümmerung der Gewcrkschaflen gleichbedeutend sei mit der Zersplitterung der gesamten Arbeiterschaft. Auf den Vorwurf PietS, daß die 11. S. P. sich nicht au den VerhandlSngcn zur Bildung einer reinen Ardeiterregierung beteiligt hätie, erwiderte Genosse Krause, daß sich ja auch die i.ommunistische Partei stets ad» lehnend gegenüber einem solchen Zusammenarbeiten verhalten habe. Auch die Kommunistische Partci bätte sich jetzt dafür crtlaren müssen, m eine sozialistische Regierung einzutreten, Piek treibe aber weiter nichts als reine Parteipolitik. Tie D batte wird damit geschlossen und Piek erhält noch» malS daS Wort zu einer kurzen Erklärung, worin er bemerit, daß es jetzt zwei kommunistische Parteien gebe, daß er und seine Freunde aber nur die Verantwortung für alle? daS übernehmen, waS von der Kommunistischen Partei herrühre, die sich nebenbei noch Spartakusbund benenne. Gegen dcn Ver» Wurf de» Genossen Krau e, baß seine Partei sich nicht an einer Arbeiterregierung beteiligen wolle, lehnte er eS ab, sich klar und deutlich zu äußern. Nach dieser Erklärung wurde abgestimmt über zwei An» träge, 1. ler Streik ist fort.usctzen, 2. der Streit wird unterbrochen, um im gegebenen Moment wieder ausgenommen zu werben. Der zweite Antrag wurde dann mit geringe« Mehrheit angenommen. Dann machte Genosse Mnlzuhn den Vorfchlem, einen AktionsauSschuss zu bilden, vepehend auS Betriebsräten cmer drei so>ialistischen Parteien. Darüber entstand eine GeschäftSordiuingS.ebatte, in der von Vertretern der graphischen Berufe die Anschauung vertreten wurde, baß 5 besser sei, nicht nach Parteien, sondern nach Berufen den ktionsauSschutz zusammenzusetzen. Schließlich einigle sich die Versammlung aus einen neuen Vorschlag Malzahns, dag anstelle des Aktiv. iSauSschusseS, der ja doch nur ein Provisorium de» deuten würde, vorläufig die bestehende Zentralstreik» keitung die Führung in Händen deHalten soll, Mit einem kräftigen Hoch auf den internationalen revolu» tionären EorialismuS und die Weltrevolution wurde die Ver» ammlung geschlossen. * Eine kritische Besprechung dieses Berichts müssen wie wegen Raummangels bis zur Abendausgabe zurückstellen. Sie EewerlschasislvmniW» über den Genemlslretk. In einer Plenarveisanimlung der Berliner GewerlschaftZ» kommiisio» am DieuSlag crnaltcte' Genosse Rusch einen au-- führ- lichen Bericht über die jetzige Situation nnd über die mil dem Reichskanzler Bauer siattgefiliidenen Verhandlungen. Auch die Gewerkschaflekommiision hatte am Sonnabeiid den Abbruch des Streikes beschlösse» und Flngb älter in Druck gegeben, die aber in Anbetracht der Lage im Reiche und dem Wille» der Soldateska in einigen Vororte» Berlins nicht zur Ausgabe gelangten. Nach Lage der Dinge tonnte der Streit nicht abgebrochen iverden. Der Reichskanzler stimmte i» iruerlichen Verhandlungen zu. daß aus den östlichen Vororten sofort tie Truppen zurück« gezogen werden. I» Berlin iverde» die Truppe» auf die Spree« linie zu ückgrzoge»! außerd ni wird»»r noch daö RegicriingSoierlel abgesperrt. Unter keine» llinständen darf gegen bewafsneie Arbei« ter vorgegangen iverden In die Truppenformationen werden organisicrle Arbeiter in solch großer Zahl eingereiht werden, daß diese Truppen nicht mehr zu reaktwnäre» Zwecken mißbraucht lverdeu könne». Der Generalstreik sei nun beendet, der Kamps um die Durchfnhiung der Forderungen würde beginne». Mehr alS bisher müsse jetzt in den Gewerliwaflen über Poliük ge prochc» werden. Nunnichr hätten sich die Gewerkschaften dcn Einfluß verschafft, der ihize» seit Bestehe» der Republik zustehe. Rusch wandte sich dann scharf gegen die gegen den Ausschuß und einzelne Gewerkschaftsführer inszemernte Hetze»nd hezeichnet« üe als iinverantwortach. Ten Kampsboden des Proletariats die Einigkeit— dürfe man sich bog Verleumderii nicht z richlage« lassen. Der Generalstreik sei di« erste Großtat des deutschen Proletariat» seit der Spallimg und es sei zu hoffen, daß für Re nächsten Wahlen die geineiiisame Parole gefuiideu werde. Die Forderungen seien, wenn durchgeführt,«ine Etappe auf dem Wege zur Befreiung der Arbeiterklasse. In der Aussprache Iveiidet sich Genosse Siegle gegen einig« Mitglieder der Zeiilralstreikleilnng und fordert von der Partei« teitung. daß sie sich nicht mehr von dcn Räievertretern in« chlepptau nehmen lasse. Genosse Liidick« stellte fest, daß der Legiensckie Aufruf die erste Verwirrung in die Reiben der Streiken« den getragen habe. Nvlte verlrat den Stau Punkt, d>.ß. solange die Diilainr des Proletariats nickt durchgesührt ist. Arbeiterblut fließen würde. Die Gesamtarbeiterschaft sei jür die Diktatur jedoch »och nicht reiß Im Scl'lußworte teilte Rusch mit, daß unverzüglich Vor» bcreitvngen für lünftige Kämpfe getroffen würden, daß die LedenS« initielvcrsorgnng der Arbeiter und ihre Aufklärung gesichert seien. Gegen zwei Stimmen und drei E.ithaltungeii ivurte«ine Re» solulion beschlossen, die dem Ausschuß und den Vertreteen der Ge- werkschaiten in der Streikleitung für ihre sichere und zielklare Hallung da» Vertraue» ausspricht T e ci? n i s tt, e Schwier i q k c i t e n fiwinflen uns Feaeiiwcirtil).zur Cinschraukung des Umfan- gcs nniercs Druck: Verla Sgeiiosseuschaft.Freiheit", Berlin. Kerantwottllch« üsdaltowi p, Es hilft Ihnen nichts, fich gegen Augengläser zu sträuben, sobald ihre Augen nachlassen. Sie schaden sich nur selbst, leisten schlechte:« Arbeit, werden schneller müde und leiden schließlich an Kopfweh und Neivosität, für die Tie allerlei;:(u. CSMÄmarkt Ecke SLeüftr. Alexanber-Plaq nah« Zl! ch ing er C\nj LelleAM-mcestr.4 O V V nahe Zaadaes W Frledrich.Sir.tSOa Friedrich. Skr. 15Z� Ns Aricdrlch.Zkr. 1C8 Ecke Lelpzizer Str.)* 1 K» Eck« Toralheenlln* t' Ecke zi-zelftr. N 0elpzlzer Skr. 113 Eck» Waaer-Elr. Llnr-Skr. 1 Eck« Poi. damer Str. Chaussee- Str. 12 aahe hiiüiktftr, Schönhouker Allee 81 am Sgf. Ztordrinz Znvatldcn.Slr 164 Ecke Ibnit.BCBfit, Znoolidea. Skr 117 «m EteUiner Dhf. Charlallcnburz: laaenM;;;. Sitae« 15 Eck« Wnrbarzcr£lt Zeachisklhalee Sir.;;: 2 Satze Ahl. tias AAmersdorf: SeSaR Sirap? nahe IlhUi.idrr. Tiie&t» nixi Destscfees THEnfer Direktion; l as ttaintardt /Iflu: Der lebende Lelcunam. Enisniörsplele 7*> V- D. Büchse d. Paodor*. G:cS;s Sctisuspieüia�s Karlsiraß« rUhr; Henilet 28. Abieilung, 11. Abend. 1- Direktion: Viktor Barnowsky n ,uhr: Pygmalion Donnerstae 7 Uhr; Woziect Dia BuhiscbweMer., Freitag 7 Uhr; Peer üynt ßesiseySßsil-Tlsatsr �3bueb"r?L Hensgerie Keues ODsreMiiiis Direktor; Jean Kren AHabendlicli 7 Uhr 30 Min.: Mia V. trhor a. O. in DSs IkfQfnQ Hoheit Walkalla-Tboater 7k Uhr: IIa Csa flgsfRrstla. Eden-Theater In der Alten Jakobstraße 30. 7k Uhr. neu einstudiert: ßie Doltarprlnzeisln mit Oskar Braun und Elisabeth Balzer-Uchtenstetn. Sonntag nashmittae 3 Uhr: 0. A. w.<1. Täglich 7s Uhr Vcriet�cntellnng Ranchcn gestattet. Apollc-Theater Frledrlcüstr. 218. Tl/ Allabendlich Ii/ J Sonutags n. M' Varists-Prcgramm! '•s Td-atse«ta Eetihnsar Ts» Tel.: Morilinlat« IckLIA TSgl. 7V nnd hionntaz nachm. 3 Uhr: Eiile-Sfinser 9 ehem. Mitgl. des Stctiüier SJUtear, BIütliken-lMart> Vorv. II.li.u.«»b Ä Grsßes Fchaufpleihaus Dlrektkm: Max Rsmhorüt 0as Äbonnement für ölt nschsic Sple!?:il Ist aufgelegt Sech« Abellöoorstellungen/ Sechs verschiedene Stücke Soethe:«gmont/ Schiller: Sie Räuber-- Shake- speare: Em Sommernachistraum/ Caldtcan; Las Leben einltaura/ Romain RollanS: Ponton/«Verl). Hauptmann: Klarton Seger(Änöermigen bork chatten) fnuen 67�0 Ol.- also 11,30 M. pro Nben»(8assenpe.24,«0) Parkett 67,80 Ol.- also 11,30 Ol. pro Hbenö(fiaiTcnpr. 24,60) Balkon 30,40 IN.— all» 8,40 Ol. pro flbenS iiloflenpc. 17,60) 1. King 32,40 Ol.— also 6,400! pro Nhrnbtttasscape. 8,90) Z.Ring 10,20 01.— also 3,20 IN. praNdcn»t8aIs«npr. 8,40) 3. Ring 12,60 01.— also 2,10 M. pro RhenblSassrnpe. 8,20) BrI See Grgnnlsatlon Soo slbonnrmcnta Ol botfit Sorge ge» tragen, Sop audt pbenn Hen f#i"tcc Ndlrilntigrn Ii iiiirre Rultülicungen«>o.» werte» triiaitrn. das Rbonntnirnt Ist übrnragbar. Oer Drtfatif(er Rbennrmtnta finSrt Im Stoßen Schanspielhans(auch Sonnlag») von 9 bb i Uhr norm. cn8 7 bis 9 Uhr obrnöa und an der Theater- (afst p. wertheim, ieipjiget Straße, statt mmuaofiNiiMlili— Thcnter i. d. köulWätzer Slrche ? uhrt Könlft Rieoly Donnerstag: Tchtosi Wettet stau» t-rbag; Kiimn Sdlco'o onitahrnd: ttöntg Ntcnlo Sor.juag: Rüttln Nicvlo nechni.: Orrbficist(Maria Crlla) Kontag;«chlvp WcJterftetn Komödienhaus Der Herr Mnifter (Max Pallenberq) Berliner Theater Der letzte Walzer mu Fritzi Massary, Ha«» Wohmarrn, Qtto Diorm usw. Pchl& Asder tlnctifl. Berlin C 19« Spitt« Imarkt 4-7 1. Spezinlhausf-VeieinsHedarf Verlangen Sic Preisliste Nr. 50 stoire OB EL zur Damen- nnd Herrenbekleidung [ Futterstoffe/ Knöple !k ; für Damen u. 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Ereis Essen »ncht zum baldigen Eintritt einen weitere, Parteisekretär. Qenossen, die organisatorisch und rednerisch begabt sind und einige Jahre der Partei angebärejL wollen ihre Bewerbune mit kurzen: Lebenslauf mul Abhandlung über die Aufgaben eines Parteisekretärs bis zum 25. M5rz einsenden an Gustav SM, Essen-fest, EepterstraSe 109. Gasverbraucher Achtung l Bei Wisdrranfuahmc der Arbeit in den Gas» werken ist es nicht möglich, sofort Gas absugebeu. Der Beginn der Gas abgäbe wirb noch bekannt» gegeben werden. Zur Vrrhüinng von LxplostoosfchSden imb Bergiftuvgc» find alle Gashähue gefchlosten za halten. Aach erfolglor Bekanntmachung mutz erst an einem Zahn probierk werden, oo das Gas kräftig ausströmt, was an dem fanfeaden Geränfch wahrnehmbar ist. Sst noch kein Drmk in der Leilimq vorhanden, ist der Hahn unvei�ngUch wieder zu fch'.iebcu and»ach einiger Zeit dar Bcrfnch zv erncucru. Da durch den Stillstand der Werke und durch vollständige« Aufhören des Drucke« in den Gasleitungen tü Gefahr besteht, baß Lust in die Leitung getaugt ist, kau« der Zall eintrsteu, daß trotz des laufenden Geräufches ein Anzünden nicht möglich ist. Sn diesem Zalle mutz zeitweilig während des Ausfirömens da» Anzünde« verfncht werde«. Zur größeren Vorsicht sind hierbei die Zenster, besonders die oberen Zliigel geöffnet zu halten. Berlin, de» 22. Mär? 1920. Direktion der fiadchche» Gasiverke. Lö'ilst's PrlcdrlüiitT, IIS IIS. am Oranienburger Tor. Vorteilitafter Einkauf In Pelzsactien.*. Reparaturen werden prompt und sauber ausgeführt. Svezialarzt Dr. Elpern für Oeschlechtslelilen Große FienkSörter Sir. 37 (Strausb.Platz.EckeWeberstr.) hält letzt Sprechstunden Kl— 2, 5—8 Sonntag 10- 12. Fotoapparate PrUm.neluer.ObioktiT. knntt, verkauft Rosenthal Nachfn« Pappelaltee 3. LeUrtnüdchen iür Paiz"- iedernfabrikaüon, Anfapgsge- halt Mk. 90.— monatlich, sucht Max f.hrlich. RungeslraBe 13. 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Lebens iah" ehrendes AudeDSt» wahrt Ihm I das Personal der- ! drockarcl W. Mo«, Die Elnäscheri'Jj,. det statt am E re'uJij>| Sagen allen F'' 1 nnd Bekannte«, [ letito Ehre, ä j | heim Begrüati» 1 lieben Sohnes Karl I erwiesen haben.' | allen KranzsP«« j auch dem BezUA. unseren h»""u | und innigsten D';1m Karl u. Un«' nebst Tochi«1 | Berlin, den 10. gtl Prankfurter AI r~-| jgjAtii " TJSJZlU\ tdl/ig, jchruslLi RadtkeacOrnnidmaim, Berlik BxesclenerSlraße 54-55.| THorUzpl. yö2ö•> 1 Prima Qualitäten............... 2�5," 390." 475«" 590,"'S* Dackett-AmOge biau und farbig 430.- 430." 700.» 730.» Nack OJCköll» hla» Chcvlet, yornehmato VerarbeReng, Ersatz für Mal 1 200a" Mt�k Hosen««Otter 42.. 70.- S5.. ISO.. ISO.. 200.. 250.. 200.. Keine niiaien mehr N'ir BoenSohn Ch'ayssaa-StröBe W-ZO