SnMprefs 20 pfenntg-?. �ayreang Montag, öen 20. März 1020 S» �frtibul*«richmu mot.ms und nndimittagj,«n Sem- und jestwaen nur motfmf. Der hrttägt dti freier Aufievunq ins ßnm mr i�rod.Beri'N 5,50 in, NN voraus zabldar, bei paübtru««anai'ich 5J0 Iii. erkl. Austellunzsgebi'-Hren, bei ou. ßellunz nnat Streifband 8.75 M.(Deutsch and und T-st«. reich). ,ür da» übriz« Uns» land is.— m. zuzüglich valutaaufichiaz. MediMIo» und Krdedition: Scrlin NW.«. Schissdouerdamm ISlll. Zernsprechcr: Nuu Norden«SS—»S, S8S2 und 28»«. Nr. 06/ B 44> �benö-�lusgabe Die ach�qefpal'ene No, parDillezeile oder deren Raum, sowie jede tVorl-Anzeiqe, als auch die Familien» und Grganisationsanzeigen werden laut aufgestelltem Anzeizen- Carif berechnet. Inserate für den darausfolqenden Tag müssen spätestens dis 5 Uhr nachmittags in der Expedition aufgegeben sein. Jnseraleu-AbteUung: Verlin NW. S, Schlffbanerdamm 19 Fernsprecher: Amt Norde« 853—39. 2895- 96, 9768 berliner-Organ M" Vmfifiänfligcn Sojialömofmtip SeutfcStfanös Sie Vorstellung des Kabinetts. In diesem Reichskanzler lodert � weder eine Main ine, noch lebt eine Tat: von dieser Regierung, die sich heute früh in der Nationalversammlung vor- Bestellt hat, wird man vergeblich erwarton, dcch sie die Forderungen der Arbeiterklasse, die nach dem 13. März mit so gewaltiger Wucht und mit so entschlossener Einmütigkeit Borgetragen worden sind, erfüllen wird. Nach den heutigen Erklärungen Hermann Müllers muk gesagt werden: Diese Regierung wird dem s ch ä r f st e n Mißtrauen der ge- samten werktätigen Bevölkerung begegnen. Bon der Notwendigkeit der Koalitionspolitik war in der Rede des Reichskanzlers viel die Rede und noch mehr von der Demokratie, aber nicht ein einziges mal klang darin dos Wort Sozialismus, nach dessen Erfüllung die ar- bebenden Massen hungern, auf. Daß Müller sich in sehr scharfer Weise gegen die Mitschuldigen an dem Kapp-Putsch «ewa.idt hat und damit iebhaste Beunruhigung bei den Rechtsparteien auslöste, war eine Selbstverständlichkeit: dber er hat verschwiegen, wer der eigentliche in- tellektuelle Urheber an dem militaristisch-mon- «rrchistischen Aufstand gewesen ist, wer mit der intellektuellen Mitschuld daran aufs schwerste belastet ist. N o s k e und daS S Y st e m N o s k e sind es, die erst der Gegen- revolution Gelegenheit gegeben haben, ihr Haupt so frech zu erheben, und wenn H. Müller seinem Vorgänger Bauer den Dank für dessen so segensreiche Tätigkeit in seiner- Rede ausgesprochen hat. so kann das nur so auszarfassen sein, daß er auch heute noch sich innerlich, verbunden fühlt mit dem vorherigen Kabinett, daß er trotz der augenblicklichen Front Nach recht? entschlossen ist. dessen Politik fortzu-setzen. Der Reichskanzler hat in seiner Rede betont, daß es jetzt keine Parteikonstellotion geben könne, sondern daß man letzt ei nmütig zusammen stelzen müsse. Wer für„unsere Sache" gekämpft hat. der darf nicht um dw F-rüchte des Er- folges geprellt werden. Mit Verlaub: Die Arbeiter haben nicht dafür g-ekömpst. daß das bisherige System unter neuen Nomen weitergeführt wird: sie haben nicht zahllose Opfer gebracht, damit der Militarismus und der Kapitalismus sich aufs neue kräftigen, sie haben gekämpft und sie werden wei- ter kämpfen für den Sozialismus und damit für die völlige Niederringung der Reaktion. Wa« aber Herr Müller als positive Aufgabe der allernächsten Tage ankündigte, das bedeutet, daß nichts wesentliches rn dieser Richtung geschehen wird. Es ist kennzeichnend für doi Niveau der Nationalversammlung, daß lebhaste Unruhe entstand, als Herr Müller von der Bekämpfung des Schw- berwefms von der Wahl des Reichspräsidenten, von einigen anderen Nebensächlichkeiten sprach, daß aber die ganzen Ber- sammlungen, mit Ausnahme der unabhängigen Sozm domo- krndcn, die Ankündigni-g des Ne:cl>ska-nzlerS mit Gelasien- heit hinnahnren, wonach nnter Umstanden in R Hein. land- Westfalen die Ordnung mit bewaffneter 'Macht wieder hergestellt werten soll.- Daß diese Frage den Mittelpunkt der inneren Posttik bstdet. daß von der Lösung dieser Frage das Gedeihen des Reiches oWänert, daS kam dam-hohon Hau, e nickt S'-nl Be- wusiHnn. ES fand auch nickt zu der Mitteilung des Kanzler; zu henierken. daß die Regientng bei den J H 1 1 e rten einen Antrag gestellt halbe, rm biyetzten Gebiet Trnppen eimnair schieren zu lassen, damit diese die Arbeiter. stlaft in Rdeinland-Westsaten medenricmn sollen. Herr Muster hat auch einige nationale Bo�öln geraucht: rst es a�r n'clst g-'rode vcm nationalen stan-dipim>?t ans be- trachtet eine Wüstdelosigkeit. bei den Regierungen, die man ' Nock immer als.Feinde ausschreit, um Histe für die Nieder- werfung der eigenen Volksgenossen zu betteln? T.-r Re-chskanzler hat angekündigt, daß endlich Neu- Wahlen für een Reichstag vorgenommen nxrden sollen. Abe�- er hat den T e r m i n nickt angegeben. Im Zusam- tvnbona mit seinon Burerkungen über die erfolgreiche Ar. veil der Kovlitionsparteien scheint er aber der Auffassung »u>? n daß sein Kabinett nicht ein Provisorium darstelle, sond- n' d si es sich bei den Wahlen ein Betrauensvotum liostn imd sich damit aus einem Provisorium in eine Tesini- V„n'"rdeln werde. W"nn die Politik dieser Regie- r.> T rf.nen des heut.- vorgetragenen Programms l jid so taisi man Moll voraussagen, daß die werk-, tätige Bevöllerung ihr bci den kommenden Wahlen einest «iederla-«.bereiten wiri). en. altes deutsche Aalloualuersammlung. 157. Sitzii-ng, Montag, den 22. März. Am Reg'erungZtiisch: Möller, Koch, Bauer, Gehler, Wirth, Bell, GieöbertS, Hermes, David, Wunck, Schmidt, Schlicke, Braun, v. Seeck� Präsident Fehrenbach eröffnet die Sitzung um 10 Uhr 20 Min. und erbittet die Ermächtigung, der Stadt Stuttgart für die freund- liche Aufnahme der Stauoua.versammiimg deren herz.ichen Tank aussprechen zu dürfen.(Beifall.) Der OberoeichSanwatt ersucht um die Geuehmigunz zur straf- vechiilchen Verfolgung des Adgeordneten Traub wegon Hcch- verrat». Der Ä-mraz wird dem GeschäftSordmmgSan t t-h über- wiesen. Auf der Tagesordnung steht zunächst die Entgegennahme einer Erklärung dcr'Neglcrr>ng. Reichi-kanzlcr Müller: Nachdem am 20. März der Rücktritt des Katzinetis ersoigt wär�bat der Reichspräsident mich mit der Neubildung beaustrogl. Ich habe nun J>ie Cchre, dem hohen Hause di« neue Ncgärung vorzustellen. Sie wird getragen von den gleichen Parteien, die in der Nationalversammlung sich zu einer Koalition vereinigt haben. Wir halten diese Koalition für den einzig tragfähigen Boden einer deutschen Politik.(Lebhafter Beifall.) An ihrer Erhaltung ist das ganze Volk mit seiner Existenz und mit seiner Zukunft interessiert. Der Reichskanzler verliest dann die Mi niste rti sie und hebt be- so uders hervor, daß das Auswärtige Amt auch bald einen eigenen Minister frhalien wird. Die vornehmste Pflicht der mugestalteten Reichsregierung wird sein, bis zu den Wahlen die Demokratie, die eben im Kampfe mit dem reaktionären Putsch und der Mililärdiktatur sich als die stärkste Gewalt in Deutschland erwiesen hat, noch tiefer in die öffentlichen Einrichtungen der R:publik hineinzusügen und zu befestigen.(Beifall.) Wer mit Kapp und Genossen, sei eS bei den Behörden oder in der Reichswehr, gemnnsame Sache ge- macht hat, mutz verschwinden.(Beifall.) Eidbrüchige haben keine Schonung zu erwarten. Mit eisernem Besen muH ausgekehrt werden!(Lebh. Beifall und Zurufe: Aber recht schnell!) An die Stelle der Ausgemerzten müssen Männer treten, denen«» mit dorn Dienst für tue Republi k erusi ist. Es mutz eine Demokratisierung der Verwaltung«intreten unter voller Wahrung bor Recht« der verkassniviStreuen Beamten. Notwendig ist die AuflSsung ungetreuer Heeresformationen und an ihrer Stelle d e Schaffung neuer Verbände, die als vine wahrhafte Bollswchr unter Berücksichtigung achr Berufe gelten können, besonders unter anSreichender Brteiligung der Organisationen der schaffenden Stände. Das müssen die großen zu lösenden Aufgaben sein. Wir werden sie rücksichtslos und rasch durchführen.(Beifall.) Eine Demokratie ohne Demokraten ist eine innerpoli tische und autzer- poliiifche Gefcchr. Daß mir ein« Demokratie sind, daS hat daS rasche Ende des Kapv-PutsckzeS bewiesen. Nun wollen und müssen war die Dem okraten überall an die ent scheidenden Stellen bringen. Daneben mutz das Werk der wirtschaftlichen Demokratie zu Ende geführt werden. Sobald der Unterbau fertiggestellt ist, kann der ReichSwirlschastSrat und der ReichSarbeitSrat in Tätigkeit treten. Der Ausbau der sozialen Gesetzgebung ist drin- gend geboten. Ein Schlichtungsgesetz ist vorbereitet. Eine groß- zügige Durchführung der Fürsorg- für die Kriegsopfer ist Heiligsie Pflicht. Ein VerforgungSgesetz für Kriegsbeschädigte und Hinter- blieben- ist zur Vorlage im Kabinett fertiggestellt. Volle soziale und wirtschaftliche Gleichberechtigung für Arbeiter, Angestellre und Beamte mutz geschaffen werden. Ein Arbeiter- und Be- amtenrecht mutz sclznellstenS durchgeführt werden. Es mutz frei- heitlich sozial ausgestaltet werden. VenvaltwagSreform und Re- form der Beamtcnbcsoldung müssen ihren gesetzlichen Ausdruck finden. Bergwerke und Werke zur Erzeugung der Energie sind in öffentliche Bewirtschaftung zu nehmen oder unter staatliche Kon- trolle zu nehmen. Die Sozial' sierung der Elektrizität �Wirtschaft ist bereits ge'etz'ich festgelegt. Dir Beteiligung des Reiches am Kohlenbergbau ist vorgesehen. Der nächste Sch itt ist die Uebcr- nähme von Kohlen- und Kalisynd'.kat. Mit der Landwirtschaft muh die Porole sein, wenn sie für und mit den andcöcn Erwerbs- ständen arbeiten will. Für Schieber und Much rer wird kein Platz 'ein.(Lachen-echts und lebhafte Zurufe.) Lachen Sie nicht, es ist uns damit sehr«inst.(Ruft recht?: Da lacht'a alles, es ist ja lächerlich!— Gegenruse links: EidLrecher!) �Kortsetzuna des MvMs auf Seite K) Ue Gefahr der Gegenrevolulion. Die Rettungsaktion der bürgerlichen Parteren ist ia vollem Gange. Tie liberale Presse fährt zwar motgedrungen fort, M schlimmsten Untaten der Kappisten zu brandmarken, aber schon längst richtet sich tzvc Hßiiptemngie der sühvenden libe« ralen Blätter, wie ber gesamten demokratischen Partei, gegen die A r b e i t e r k l a s s e. um die den Arbeitern ge- machten Zugeständnisse zunichte zu machen und die Herr- schaft der bürgerlichen Parieren vor den Forderungen„der Straße" zu sichern. Die rechtsstehende Presse stimmt dieser Rettungsaktion begeistert zu. Sie tut noch ein UebrigeZ, um die rechts- stehenden Parcien von jeder Mitschuld an dem Staatsstreich reinzuwaschen und eine gemeinsame Front„gegen den Bol» schewismus" zu schaffen, hinter der auch die ruhebedürftigen, profrtbesorgten Liberalen Raum finden könnten. Nur hin unb wieder offenbaren sie ihre Wut vor Ens- täuschttng über den mißglückten Putsch. Wie schön wäre es gewesen, lvenn 5lapp und Lüttwitz, Jagow und Traub Sieger geblieben wären! Nun aber, da sie besiegt sind, werden sie auch von rechts mit Fußtritten traktiert, weil sie die Sache zu ungeschickt angefaßt haben. In ihrer Sonntagsausgabe, schimpft die antisemitische „S t a a t s b ü r g e r z e i t u n g" über die Dummheit der Kapp- Lüttwitz- Clique. In ihrer Nummer vom 14. März hatte das Blatt den Staatsstreich begrüßt und ju- belnd festgestellt, daß„nationalgesinntes Militär, dessen ! Oberleitung in den Händen Lude-ndorffs liege", in Berlin eingerückt sei. Hetzt„verurteilt" das Blatt den Putsch als„verfassungswidrig". Mer gileichzeitig bezeichnet es das„harmlose",„gutmütige" Vorgehen der Kapp-Cligue auch von konservativem Standpunkt als eine Dummheit: „Ein Napoleon hätte sich aus keine parlamentarischen Der- Handlungen eingelassen: er hätte die Nationalversammlung nnch Haus« geschickt und eine zeitlich begrenzte Militärdiktatur eingerichtet. Er härte die Gewerkschaften aufgelöst, die Verbandsarchive verbrannt, die Vereinsvermögen für den Staat beschlagnahmt. Er hätte vielleicht 100 000 der radi» kalsten Führ er erschießen lassen. Seine Soldaten würde er glänzend bezahlt haben, wie es jetzt die Rote Armee tut. und er hätte zugleich der Entente mitgeteilt, daß er den Bolschcwis- muS unterdrücken müsse, weil sonst keine Gewähr vorliege, daß Deutschland die FiedenSbedingungcn erfülle.„Dieser Plan hätte unbedingt glücken müssen" Dieses Eingeständnis des antifemtischen Blättchens ist recht bezeichnend. Es zeigt, was die Arbeiterklasse zu er- warten hat. wenn die rechtsstehenden Parteien ihren „Napoleon" finden. Daß sie alles weniger cls„gutmütig" sind, zeigen die Enthüllungen, die H. v. Ger lach in der „Welt am Montag" über die Vorgeschichte des P u t s ch e s macht. Er teilt mit, daß am 1 v. März ein Herr aus dcm Zentrum der reaktionären Versch'.'örnng bei ihm erschien und ihm folgeirdes erklärte: „Ich komme, um Sie zu warne». Ich selbst bin Monarch! st, habe die Ueberzcugung, daß nur die Monarch- die für D:utschl.'nd geeignete Staateform»st. TcZhalb habe ich Sie bekämpft und werde Ihre Politik mich in Zukunft bekämpfen. Aber ich bin für die Wiederherstellung ber Monarchie auf verfassung-iniäHigem Wege. Das, was meine Gesinnungsgenossen jetzt vorhaben, kann ich nicht mitmachen. Sic kennen vielleicht daS Buch des Franzosen G ot. DaS, was dort über das Borhandeusein einer„M ö r d e r l i st e" ge- sagt ist, trifft zu. Sie stehen au f ihr a n erster Stelle. Sie werden am meiste» gchas-t. Einmal wegen JhreS Ramens, und dann, weil Ihre Artikel für die wirkungsvoiisten gehalten werden. Um die Wende o e S 1. April herum soll eine j m o» a r ch ist i f ch c Erhebung stattfinden. Für die Wahl dieses Datums sind zwei Erwägungen mastgebrnd. Zum '15. April ist die Auflösung der B.arincbrigade E h.r Hardt an- � gctllndigt. Ticse Brigade ist die Kerntruppe der Bcrschworencn. Man will losschlagen, che sie in alle Winde zerstreut ist. Sodann lassen die letzten Nachrichten dcS Zusttndckownzcn einer Riesen- an leihe der Entente sür Dcnlschland immer w-br- jscheialichcr erscheinen. Diese Anleihe würde bedeuten: mehr L«- �heMmittel, Rohstosse, mejr Arbeits�eleAcnhit, wachsende Berabt, »q»zquimPZ izq v"nS tlii�sili�en auf rl»>.' ment-rchistische Nest«»ralng Berwi-ilungen mit dcr Entente, Er- Neuerung der Blockade, Hungersnot in den großen Städte» zur Folge haben könne. Darauf erllärte einer der allerersten Führer: „Je mehr Proletaricrtinvcr verrecken, um so ü c f s c r." Tann wurde eingewandt, daß dcr Süden und Westdeutschland sich wo l einer Berliner ÄKiliiärdik.a.ur nicht unterstellen würden. Darauf rrNärtc derselbe Führer: „Besser ein kleines monarchische? Preußen, als ein grobes republikanisches Deutschland." Schon im vorigen Herbst, nach der Rückkehr der Baltikum» truppcn, sollte die Erhebung stattfinden. Damals scheiterte sie jedoch an der Rivalität der Generale von Lüttwitz und Maerckcr, von denen jeder die erste Rolle spielen wollte. DieSmal liegt ein Brief von Lllttwih an Ludrndorff vor, in dem Lüttwih versichert, es solle nicht wieder wie im Herbst gehen. Sobald Ludendorsf das Zeichen gebe, schlafe er loS. Zwischen Ludendorsf und H e l s f c r i ch haben Bc- sprechnngen stattgefunden. Man ist sich natürlich darüber klar» daß die monarchistische Erhebung die gesamte Berliner Arbeiterschaft gegen sich haben wird. Sie zu gewinnen, wird nicht möglich sein, deshalb soll sie durch Terror ringeschüchiert werden. Das Beispiel des weißen Terror« in Ungarn hat dir Berschworr, neu b c wandert. Man steht mit den ungarischen Monarchisten nicht nnr i» Fühlung, mau will ihr Beispiel auch nachahme». Räch der Bcsiycrgrelfung Berlin« werden eine Anzahl von„Rotaheln" der Gegensrite, darunlcr Sie, auf dem Potsdamer Platz erschossen werden. Man nimmt an, das werde aus die Arbcitcrschast so ab- schreckend wirken, daß sie sich ruhig verhalten werde. Ich bin lein Spitzel und habe mich deshalb nicht an die Bc- Hörden gewandt. Ich komme nur zu Ihnen, um Sie persönlich zu warnen. Ich konnte eS nicht über mich gewinnen, rillen solchen M o r d p l a n ruhig ausführen zn lassen." Diese Enihiilliinsten Eerlnchs sind aus-erordcntlick» k>e- deirtsam. Sic beweiien, wie berechtigt, unsere sorchesebsen Warnunstcn und Ilnklnsten waren, und wie verbrecherisch die PvliUk NoLkeS war, dcr allen Warnungen zum Troh den Genien revolutionären die Waffen in die Hand oab. um cklwn die Arbeiterklasse, um fiCßen die Ncvublik wobilzuuiachen. Noch eine Woclsc vor deiu Putsch declien wir die Zusammenhänge zwischen den ungarischen Konterrevolutionären, die unter Führung des Grafen N o r- wann in Berlin umfassende Werbungen betrieben, und den deutschen monarchistischen Lcrich.värern auf. LZ ge- säxch nichts, um auch hier einzugreifen. Es wurde vielmehr der Soldateska völlig freie Hand gelassen, um das ..bezaubernde Beispiel" des ungarischen weißen Terrors nachzuahrucn. Dcr Putsch mißglückte, weil trotz der. glänzenden m ili- tarischcn Vorbereitung die politische Borbercitunz unzureichend war. Doch ihren verbrecherischen Plan haben die Verschwörer nickst aufgegeben. Sie rüsten fieberhaft weiter, sie sind nach wie vor am Werke, ibre Aktion zu wiederholen. Die meisten von ihnen haben ihre Posten inne: die neue ktoalitionSregirrung Ist nur die Kulisse, hint.-r der der Aufmarsch der Gegenrevolution sich vollzieht. An den Arbeitern liegt es, diese neue Aktion zu durchkreuzen. Es gibt für sie nur eine Parole: Entwafs- nung der Konterrevolution und Zusammenschluß aller Kräst« für den Kampf uin den Sozialismus. fiUne Uebereiiuig. kein LMM Daö Ultimatum d-r Negierung schafft eine außerordentlich gefahrvolle Situation. Tie Lage im Ruhr. reo ier ist derart, daß alleS daraus ankommt, daß die ver- antwortlichen Personen nick?t die Nerven verlieren, und daß sie nicht durch übertriebene Sckx'.uernachrichlen sich zu Schrit- ten verleiten lassen, die unwiderrustich sind und ins Per- derben führen. Deshalb ist es außerordentlich bedauerlich. daß ein Ultimatum mit so kurzer Frist gcst.llt worden ist. Denn es kommt so gut wie alles darauf an. daß die n ö t i g e Zeitgelassen wird, nin die Dinge friedlich in Ordnung bringen zn können. Daß das geschieht, dafür bürgt der e i n m ii t i g« Wille sast der ganzen Arbeiterschaft im Nuln gebiet, hie entschlossen ist, für die Durchführung des Vi.leselder Abkommens bis zum letzten Buchstaben zu jvrgen. Wir haben sck>on gestern gesagt, daß die Vorgänge im Haniborncr Bezirk, wo eS unter syndikalistischem Einfluß zn terroristischem Vorgehen gekommen ist, nur lokaler N o t» r sind. Eben'o wich die Fortsetz»ng der Kämpf« bei Wesel von der Arbeiterschaft verurteilt. Wie ernst es der Arbeiterschaft ist, beweist dcr Entschluß der Arbeiterver- treter von Hagen, Nemscheid, Lüdenscheid. Iserlohn, Elber- seid und Dortmund, unter Umständen mit allen Mitteln. und wenn es sein muß mitWaffcngewalt. dafür z» sorgen, daß das Bielefelder Abkommen auch in den R«»- zirken, wo dcr unselige Einfluß der Syndikalisten momen- tau die Oberhand gewonnen hat. respektiert wird. Unier diesen Umständen kann es gar k.ünem Zweifel unterliegen, daß eS auch in Wesel und Hamborn in kürzester Zeit gelingen wird, den Willen der Arbcit«rsck>ast gegen das separatislisckz« Vorgehen durchzusetzen. Tekhalb war das Ultimatum überflüssig. und eS ist schädlich, weil dadurch die Aufregung in der Gesamtarbeitcrschaft vermehrt wird, für die der Gedanke unertrcigl'ch wäre, daß' gegen ihre Brüder im Ruhrgcbiet. deren Heldennint nicht zuletzt der rasche Sturz der Kapp und Lüttwitz zu danken ist, die N.ichswehr losgelassen werden soll. Um so unerträglicher ist der Gedanke, da alle Arbeitervertretrr ans dem Nuhrrevier ohne Unter- kchrd dcr Richtung der Ansicht sind, daß gewaltsames Borgehen sich erübrigt, wenn klug und unermüdlich ver- handelt wird. Was zu fordern ist, ist. daß die Regie- rung, die imnier so außerordentlich viel Rücksicht nimmt guf die Psychologie der Militärs, endlich sich auch daran go Ps ö ch clo flls&sy R lixi i e«-m krück- Dle Reglerimg begsnnk schon wieder seno Sprach? der Staatsautorität zu sprechen, die wir von den wilhelminischen un dden Noske-Zeiten her kennen. Wir aber verlangen, daß von Arbeitern z» Arbeitern, von Sozialisten zu So- ziolisten gesprochen wird. Da die Arbeiterschaft selbst die Beilegung des Konsliltes wünscht, ist das Problem bei ver- nünstigcm Vorgehen nicht nur zu lösen, sondern auch leicht zu löicn. Will die Regierung nicht neue Erbitte- nmg. neuen Haß in die Aibeitzerschaft tragen, so darf sie nicht marschieren lassen l Crlsxien mit) die Metterregierung. Der in unserer heutigen Morgen-Ausgabe enthaltene Bericht über die grstrig« Rede Cr spien« war einer bürgerlichen Karre- spondenz entnommen, da unser eigener Benckt ausgeblieben war. Genasse CriSpien biUet uns mitzuteilen, daß er die Verant- Wertung für diesen Bericht abk.hnl, da er von einem in pol'ti« sck)cn und parleipraktischcn Fragen unorienticrten Menschen her« rührt. Insbesondere sind die Ausführungen über die B.'zichungen zum Ausland ganz falsch wiedergegeben. Um MihverftSndnissen verzubeugen. wird CriSpien den Sinn seiner Rede in einer dcr nächsten Nummern der„Freiheit" s-stbst darstellen. Selllsche Nal'onalversllmmsMg. (Fortsetzung von Seite I.) Die neue Regierung übernimmt dnS Programm dcr alten. Ihre Arbeiten bedeuten leinen Bruch mit dcr Bcrgangenhcit. Das wichtigste au« ihrem umfangre che» Arbeitsprogramm wird bald erledigt werden können, so hoffen wir, trotzdem Sie Arbriten dcr Stationaloersammlnng frühzeitig abgebrochen werde» müssen, weil nach dem Sire'ch der Kappgenolse» da? Volk schien- nige Abrechnung verlangt. Unser Ziel ist weiier loljole Erfüllung de« FredenSverrragS, Schaffung einr Atmosphäre de» Vertrauens und der Gcmcinscmnleit zivischen den Völkern, Hcrairholung aller Hilfskräfte für den Wiederaufbau. A ußenpolitifch bleibt unser Kur« bersekbe, weil er sich bewähr! hat. Von der Rechten ist uns bei v.'rschiedenen öic- !egcnhcit"n angcsoniic» worden, g'-gen die rücksichtslos eingesetzte Macht dcr Entente auch unsererseits mit einer angeblich.'» Macht aufzutrumpfen, mit einer Macht, die wir nach dem un» glücksenpen Ausgang dieses Krieg:« gar nicht besitzen.(Sehr wahr!) Man hat un« also angesonnen, un« lächerlich zu machen auf Kosten des Reiches zum Schaden btt deutschen V.lkcS.(Sehr wahr!) Wir haben da« abgelehnt. Wir haben g-wissenhast und unermüdlich uns der Waffen bedient, die der führen mutz, der im Kräftcfpiel der Schwächere ist, durch Dernunstgrände und liebe rw'ndung dcr Geg.nvorschlöge. Mit ihnen haben wir eine dcr schlimmsten Fordcruirgen auf ein möglichste« Matz zu- rückgeführt, und nm« mehr und für die Zuuknft wertseller ist: w'r haben allen Widerstanden zum Trotz estvaS Vertrauen er- worden, ein Vertrauen, da« sich zweifello» durch dke schleunige Abdrofscliing d:S Kapp-?,ilffchc» nicht vermindert, sondern ge- steigert hat.(Sehr wahr!) Unsere Gegner auZ dcr Kriegöz.it müssen aber endlich rinsehrn, datz unser Volk nicht zur Ruhe komm?» kann, wenn seine wirtschaftlichen und»atonalen Abens» Notwendigkeiten unterbunden we den.(Beifall.) Wäre der Friede von Versaille» an anderer gewesen, hätte er den Gnmdsntzen entsprochen, für die die Völler der Enteale gegen Deutschland in den Krieg geführt wuvden, wäre dem denk- sck>en Volke nicht über e n Jahr nach Abschlutz de» Wasfenftill- stande» hinaus unter KriegSrccht da« Atmen schier unmöglich gemacht worden, so wäre d'? Zahl derer, die sich von Herrn Kapp und seinem Pseudo-Lorck verführcm ließen, weit geringer gewesen. (Sehr rich ig!) In diesem Zusammenhange mutz ich auf die letzten Au«, führungen d:S französischen Ministerpräsidenlen M i l l e r a nd eingehen. Er sagte. Frankreich walle gegen Deutschland keine Politik des Haff s und der Rack« führen, sondern nur Gerecht'g- keif verlangen. Die Voraussetzung sei die Erfüllung de? Fric- denZverlrage» durch Deutschland. Dazu kann ich sagen: Di: deutsche Rvgierung ist seit Unterzeichnung de? Vertrages von'ver- sailles ehrlich bemüht gewesen, alle« zu erfülkn. was zu crlüllen überhaupt in ihr.r Macht stand. Im übrigen ist auch nach meiner Auffassung eine Zusammenarbeit Frankreichs und Deutschlands auf wirtschaftlichem Gebiet unbedingt geboten, wenn sich DeuUchland nicht wirtschaftlich imd finanziell verbluten soll, mc» den wirtschaftlichen Ruin der übrigen europäischen Länder sicherlich zur unmittelbaren Folge hätte. Ohne ein lcbcnstähigc« Deutschland kann Europa nicht leben.(Beifall.) Herr Millerand verlangt Gerechtigkeit. Die Gerechtigkeit gebietet mir. zu sagen, datz die deutschen Leben?-> interessen nicht immer veriicksichlignng fanden, auch dort nicht. wo sie mit denen Frankreich« identisch waren.(HSrlI hört!) Dafür ein Beispiel au« letzter Zeil. Au« einigen Teilen dc» Ruhrgebietr« kommen tägkich Deputationen zur Regierung und schildern die fürchterlich: Lage dort. Deshalb verhandelt die Regierung feit einigen Tagen mit den alliierten Regierungen, um für den Net- fall eine stärkere Truppenmacht ganz vorübergehend in dem dor- tigen Gebiet zu verwende Nur für den Notfall! Wenn eine friedllck>e Entspannung dort möglich ist, wi: wir e« alle sehn» lich wünschen, soll kein Mann mehr in die neutral? Zone kommen als uns früher bereits zugestanden wurde. Die französische Regierung will aber unseren Wunsch nur dann erfüllen, wenn entsprechend alliierte Truppen an anderen Stellen in die neutrale Jone einrücken dürfen, (Hört! Hört!) So verlangen die Franzosen als Garantie die Besetzung von Frankfurt, Hanau, Homburg. Dariwstadt und Dieburg, was ein Vorrücken um etwa M Kilometer bedeuten würde. Tie deutsche Regierung mutz natürlich eine solch? Zu- mutung zurückweisen.(Beifall.) Wir denken nicht daran, dieses Gebiet den Schrecken«wer Okkupation aukzusi'tzen. lBeikall.) Dabei war der Antrag der deutschen Regierung dach nicht zuletzt von der Sorg« diktiert, datz durch die Entwicklung im Ruhrgebiet die Erfüllung der wirtschaftlichen Forderungen des Vertrage« ernstlich gefährdet würde, an denen gerade Frankreich wegen der Kohlenlicserung cm besondere« Interesse hat. Wir versichern Ihnen, datz im Rahmen dcr deutschen Republik kein Platz! st für eine Diktatur, hzinire sie, woher sie welle.(Lebbaitec Beifall bei der Mehrheit.) Nu: wenn wir alle zuciuaiider flehen, we'.dcn wir Pen Weg zu besseren Zeiten fin- den. Unser Glaube an bessere Zeiten wurde gestärkt durch dos ttafegt gfllttflenossen Ja»k«»«bu ra und der Nord man. Das deu'fche Volk kann auch mkk Zuversicht auf dleft Abstimmungkg. biete bl cken. Noch stehen wir erschüttert in den Nachwehen des Kampfe», den dos deutsche Volk wie ein Mann geführt hat. Unser ganze? Programm ist darauf angelegt, dieser Talsache gerecht zu werden. Wer mit unS gekämpft hat, darf nicht um die Fritckst« dieses Kampfes gebracht»verde».(L'bhaftcr Beifall bei der Mehrheit.) Ich schlictze mich den DankeSwortcn an. die mein Vorgänger i» der Stuttgarter Tagung der Nationalv.rsammlung dem deutschen Volk und den Truppcn der Reichswehr gewidmet hat. Dank allen Beamten, Arbe'tcrn und Bürg in, die es durchgesetzt haben, datz der Berliner Spuk nicht mehr als vier Tage dauerte. Ihnen allen mutz durch die innere Politik ihr Recht und ihr Anteil werden, während durch di: äutzcre Politik dem deutschten Volk sein Recht »ind sein Anteil an der Welt b'lvahrt wird. Zu diesen Absichten bitten wir um Ihr Vertrauen Wir können nickt an die Avbe't gehen ohne Abrechnung mkk der letzten Vergangenheit. Wir haben ein Verbreckien an Reich und Volk erleben müssen, da? ohnegleichen ist.(Sehr richtig!) bei dcr Mehrheil.) Tummhe't und Brutalität hotten sich ver» bändet, um mit Hilfe irregeleiteter, verführter Truppen die Veriassung zu brechen. Unsere Aufgabe ist es. Sckuld und Mit- sckild an diesen Verbrccken festzustellen, di« Hochvcrnätcr dcr Bestrafung zuzuführen. Nichts wird uns von der notwendigen Bekrxdigung de» gesunden Rechtsempfindens abbatten.(2:1)» haster Beifall bei der Mehrheit), auch nicht da» gute Zureden von leiten dcr Parteien, wo einzig und allein die in teile k- tuellen Urheber des Plane? sitzen.(Lebhafter Beifall.) Müller geht dann zu einer hcfügen Polemik gegen die Deutschnationalen und die Deutsche Volks» Partei über, denen er aiiS ihren Kundgebungen nachweist, datz sie hinter dem Putsch gestanden haben. Mit keinem Wort sei der Putsch von diesen Parteien verurteilt worden, im Gegen- teil, eS liegen Beweis« vor für die unmtüclbare Mitschuld der Rechtsparteien, bc'ondcrs in drr Ernennung verschiedener her» vorragender Mitglieder dieser Parteien zu M i n i st e r n der K a p p--R e g i e r u n g; so sc» heisPielSiveise Freiherr von Waugenbeim, der Führer drS Bundes der Landwirte, zum Landlvirt'chaftZminiiter ernannt worden. Die. Deutschnationalen wehren sich durch heftige Zwischenrufe gegen die Vorwürfe. AI? Müller die Namen der kompromittier'en Parlamentarier auf» zählt, erschallt von der Recküen stürmrsch dcr Ruf: W i n n i g k W i n n i g I Müller antiwitet, datz der Mann sofort abge» schüttelt worden sei. die Rechte repliziert darauf, tatz sie ihr« Leute auch abgeschüttelt habe. Er»veist nach, datz diese Kafp-Regierung auch insofern ein« schwere Gefahr dem Ausland gcgrnübcr bedeutet habe, a't L ü t t w i tz den Revanchegedanken vertrete: nicht Abrüstung» sondern Aufrüstung sei seine Parole gewesen. Das Volk Hab« diesen Putschisten und Revanchcpoiil kern tms Schwert au? de« Hand geschlagen, die Wahlen werden die Antwort de? Volkes bringen. �'f Im Westen sei die Anarchie von rechlZ in die Anarchie vo»! links umgeschlagen. Müllcr versucht da? mit«irrer Reche Nach» richten zu belegen, die dcr Reg'crung zugegangen sind und di« einen sta k tendenziösen Einbruch machen. Er erklärt, datz dsi Regierung cnt'chlossen sei, auch im Ruhrgeblct Ordnung zu'choffcn. Man müsse zurück auf den Beben der wahren De» mokratie. Da? Ausland sei sibcrzcugt, d-atz in Deutschland die Ludendorkf und Lüttwih abg wirtschaftet haben. Man mache unl nickt bange mit dem Bolschewismus. Tie Reflicruna werde iha bekämpfen und verhindern, datz er in Deut'chlar'.d Boden fass� Die größte Gefahr aber komme von der dervasfaeten Reaktion vo« rechts. Diese RegierungSerklörung Müllers wird von den Dlockpa» teien mit großem Beifall aufgenommen. Der Reichstag tritt dann in die Beratung kleiner Vorlage« ein. Die Besprechung der RcgeruugserAärung soll erst nach Er. (edigung dieser kleinen' Vorlagen erfolgen. te irs Volf�afk. Unser ssolländilches Cniberorflnn„Het Vol?" berW«!. daß der emcklitckpe Genosse L a n s b u r y. d-cr sich» angen blick- lick» in Rußlcind a»sl,ält und rwn dort enlhusmsbi'chc SchiU bcninsten der Sowietrepublik nach England schickt, von Lenin eirve Botschaft an die Arbciier Englands erhielt, bi« lautet: „Wenn Ahr in England eine friedliche Revolution zustand« bringt, wird dal nieinand mehr freuen, a>« un« in Rußlonb- Seid vorsichtig,»vaS Eure gewerkschaftliche und politische V�- wrsiing anbelangt. Spaltet Euch nicht, wenn Ahr nicht da»u gezwungen seid. Schtväch» E»ch nicht durch vnzeltlg« Stre.l« »nd Ausständ«. Haltet fest zusammen und laßt Euch nicht v:«» leiten. Zuflucht zu nehmen zur Grwattlat." Wir wollen liier nicht i'nlersiick'en, inwieweit diese Blit» schaft der bisberioen Theorie und Prarjs Lenins eotsprichl. Aber wir cmpfMen»hre Vesylgnng allen unseren Genolftsi auf? wärmste. Meukere! in e'ner SlrafinM. Brandenburg an der Havel, R. März. Gestern meuterten die Jnlass:n der Strafanstalt Bvanden» bürg. Si« überwältigten t«? Wärter«rsonal und erbrachen t>� Woiilserungika-inmer. Etwa ttü, die sich mit Zivi'aozügen sehen halten, sind entkommen. B-Ls heue? früh sind oon den Ew' sprunge!»«» bcrei»? 80 wieber cinzelicfert. Eine rühmlich? Ausnahme, vandrat Freiherr v. (Rügen), der Führer der Deutschnalionalen im pommertcks Provinzmilandiage. kündig! ieine» R ü ck t r i t an. ba er a' Monarchist nicht innslande sei. den Eid auf die Vcrsassung» leisten., Generalstreik in sloubaft. Nach einer HavaSineldung."i, istoubaitz ist dort, dg streikenden Terülarbeitcr von Aenb' � Tourcoing und Umgegend sich mu den Arbeitgebern»"cht ein � konnten, der Generalstreik erNärt worden. An der>vr wegung werden tSstM Arbeiter teilnehmen... Ende de? EwatSbeamtenstrrikS i» Listnbon. Nach HavaSineldung au? L ssabon ist der Streik dcr Stnatsbeavi beendet. Der öffentliche Dienst tunklionicrt wieder normal. Friedenskonferenz in Sc» N n>». Nack einer Pcrcinbarn« zwischen den bctciiigtcn Rcgienin.ien w rd die FricdenSkonfcrcn» am UZ. oder kl, April in San Nemo zusamineutrcien. Losbon«rociilanon i Die FrauenerwerbsarbeB Von MATHILDE WURM Preis 1 Mark Organlsatlonen erhalten Rabatt. Bestellungen sind zu richten an die» jBuchbandluna mFROHEIT". Berlin C 2» Brdte Str»� Das Zenlnun gegen Die ArSetter- reglerung. Die Zentrunlssraktion der Nationalver. s a m in l u n g richtet an die Mitglieder ihrer Partei einen Aufruf, der sich nm dem KaPp-Putjch und deffen golgen besafzt. Es heigt darin: Nachdezn di« SMitärrcDoI!« einmal Tatsache geiwtbm war, blieb die G.ginwirkung van links wcht aus. Eine Arbeiter» rcgierung, also«ne«inseitige Klassenrcgierung, wurd-c Kinn Kampsruf. Eine solche lehnt das Zentrum Krnndsätzllich ab. Sie würde ohne Zweifel weiter nach kinks zu einer Näicdikiatur und über den bluligiten Bürgerkrieg »vahrsch-vniich zum Bolschewismus führen. Der Aufruf fordert dann zur Wahlarbeit auf und stellt folgende..Forderungen zur Lage": l. Grundsäyüche Auircchierhaiiui'g der Weimarer Verfossung mit allcn nur möglichen Mitteln. 2. Eine Negicrung, die den Willen und die Mittel desthj, auf dem vom Gebot der Stunde diktierten Weg- durfss>u»ltSmägigc Zustände w'.edcr herzustellen und zu flchern. 3. Ti« Organisation einer Wehrmacht, die ver- fcssungSircu und vcrsassungsstcher bis zum Opser von Blut und Leben ist. 4. Schärfste Ahndung aller gewaltsamen 1t m st u r z b c st r e b u u ge n, ohne Ansehung der Person oder Pariei. v. Ablehnung und Bekämpfung jeder K l a i s e n h e r r s ch a st. 0. Entschicdcve. Durchfülhrung einer sozialen Demo» t r a t i e unter Gleichberechtigung aller Stände. Ten begwitenoen Text zu diesem Aufruf bringt die .Termanlo", das Hauptorgan der ZentrumSpartei, in tcm Leitartikai ihrer Sonntagsausgabe. TaS Blatt sagt, daft der schärfste Nadikalisinus nach d«m alldeutsch)- inlütan. slischcn Putsch kühner und hoffnungsfroher denn je fein Haupt erhebe. Am stärksten kvkomw« das begreiflicherfveise j don den Mehrhcitsvarteivn diejenige zu fühlen, die die aus- gcsprochensbe Masstnpartei sei, uiü) das seien die Mehr- b c j t s j o z i a I i s: e n. Halten sie immer schon e'nen schweren Dtandpunkl gegenüber dem Linksradikalismus, so war nach nem 13. März der Druck von dieser Seite so stark, dah auch bei ihnen die Kreise in den Vordergrund zu dringen schienen, die eine Anlehnung der Partei an die Unabhängigen erstrebten. Man brauchte «ur den.Vorwärts" au« den lehlen Tagen zu lesen, um zu ert: inen, wie seit zwei Wochen sein« Tonart eine ganz andere geworden ist... Wollten die Mehrheitssozialisten diesem Drucke standhalten, so muhten s!e notgedrungen gewisse Konzessionen nach links machen, die bei der Neu- büdung des NeichSministcriumS ihren Ausdruck zu finden hatten. Man kam so, wenn die im Ausland gangbar« Bezeichnnng erlaubt ist, zu einem Ministerium der republikanischen Verteidigung. Die..Germanin" führt weiter aus. bah auch Zentrum und Temokraben ans dieser Lage ihre.llonstguenren ziehen wußten und der Aufrichtung einer hnndlungssähijfen Ne- cik.riWg keine unnöiiMn Schwierigkeiten bereiten durften. Mein durfte die Hoffmma Nicht äußre den, noch einmal seilen Lobrn umter den Füßen zu bekommen. DaS Blatt fährt fort: Die Sozialdemokratie selbst fühlt sich augenscheinlich von d'escr Hoifnung gel egen und hat darum auch bei der diesmaligen Megierungsumbildung großen Wert auf die Erhaltung der bewährten Koalition gelegt. So hat sie bei der AuS» Wahl der Personen für die Ministerpostcn— ganz gewiß soweit das Zentrum in Frage kommt— keine unnötigen Einwände ge- wacht. Mit anderen Worten. dieSozialdemokratiesetzt ebenfalls die Politik fort, die sie im Reich und in den Ländern seit mehr als Jahresfrist verfolgt und die alz oberstes Ziel die AuirecHerhaltung der Ordnung und die Cfohrnng ver'asinngSmäßiger Zustände im Auge hat. � Die..Germania" sagt schließlich, daß die Vertreter des Zentrums im Kabinett sich m t rhrer ganzen Person für die Fortführung der alten Politik einsehen ibürhn Zum Tei-l seien eS seine alten bewahrten M i n i st c r. die schon seit Monaten in diesem Sinne ßew'rkt holten. De„Germania" erwartet also von den rechtslozialmi- tiken Mitgliedern der Negicrung. daß sie die bisherig« Politik fortsehen und die Forderungen d« Arbeiterschaft außer acht lassen. Jedenfalls erkennt man immer wieder. daß die Forderungen d«r Kewerkfcfxistrti nur durch eine lozialistifche Negierung durchgesetzt werden vekehlShav?«, Geneesk«. Lllttwkh, die Meverwerfung de? twW«. wistisch.n Aufruhrs übertragen. Jetzt ist eS heiligste P' icht für alle Deutschen, zu- sammcnzustchen und da« Vaterland vor dem Untergang und ChaoS zu bewahren. Ich erwari-, daß in dieser Uusgabe alle mich mit äußerster Kraft unterstützen werden. gez. Wäckicr, Oberst, Kommandeur der Artillerieschul«. Für die Stichiigkeit: gez. Heidrich, Hauptmann und Adjutant. Deß der Beseht mehrere g ebe kknwahrhe.teu enthält, tut nicht zur Sache, denn da? Flur fern ist die stärkste Eigenschaft der regierenden Militär«, To fache ist zedenjallS, daß die Jiiterboger Verschwörer die„(jHnhcilSfxont gegen den Bolschewismus" hergestellt haben und.„wieder auf dem Boden der Ver> fasiung' stehend, fieberhast« Borbereitungen treffen, um mit Hilfe von S.cckiS da« Ziel zu erwichen, da« ihnen auf dem Wege über Kapp-Lüttwitz verjagt blieb. Ende der vorigen Woche sind in Jüterbog vier lüümpagnien der Erhardtbrigade eingt» troffen. t e x müssen sofort Haftbefehle erlassen werden Außerdem hat auch der Leutnant Nuppert, en aller Lalwnschieber, sich an dem Hochverrat der Lütiwitzer hervorragend betätigt. AustLf der S�erreW�schss ßoziklbemsttM zu? Z'.löuuz t\m um Ar�eiieMmee. Wie«, 21!. März. Tie„Arbclterzcllunz" verks uit'ichi an dre Spipe ihre».cictre« einen Ansruf de« Partelvors! anbei der drutschÄsierre.chischen Svzia'.demvkrotic, in dem cZ h.usjt: Tie getvaltigcn Vrelznisse in Deulschtand haben abermal« fl''» zeili, welche Gesatzren der Lcbeiterklasse drohen, wenn sie die be- wassneie Macht gozenrevolulisnär«.! Elementen über'Sfzt. Tie Macht und die Rechte der Ar eiterklasse sind nur dann vor gewall- tätigen Anschlägen der Geg revolutionäre sicher, wenn dil Ar- b e i t e.r s e l b st d t e W a! s e u fllhren, um die ErrmgenschasKn der Nevolut!»» zu verteidi.m. ES wird in dem Aufruf weiter vor allem an die Arbeiter u ip Soldaten appelliert, die Werbearbeit für die Armee zu söeder». E« sei Pflicht jedes Lertraueuvuianne», verlähliche Eieuosseu für die neue Wehrmacht zu werben. LIe LchWe de? nach lsherch verfchleDke« Genossen. Nach sechZtägigem Marihrium sind imnmek-r unsere nach Döberitz verschl ppien Genosien, deren U.bcrführung in das Berliner Polizeigesängni« M.r bereits gcm ldct haben, mit Au«. nabine yreiec Russen am So ntag mittag aus dw drinaenve» Bciclpoerden ihre« pt.cht»bei stände«, Dr. Siegfried We»berg, aus der Haft entlassen worden. Die Rachricin der bürgerlichen Presse, daß unser alter Genosse, Gastwirt Adolf Boer, bereit« vor einigen Tage» enilassen word«,, sei, we.l sich heraus. gestellt habe, daß er rein Ksinmuw st, sondern bürgeri cher Demo- trat sei, ist selbstverständlich unrichtrg und beruht auscho n«i d aus Verwechslung mil einem gleichfalls nach Döbcritz verschl ppt gc- wcsenen Kaufmann Fuch«. dessen Erlebiusie wir dcreii« vor ei nigen Tagen»n der.Freih it" mitgeteilt haben. Genosse Barr, der weiten Kreise» unserer Genossen als der verdienst- tick« Vorsitzende der U n t e rsl u yu ngZ ko m mi s sion der Bcrlnr Arbeiterschaft bekannt ist. ho t� sich natürlich nlemal» für ich en einen bürgerliche» De m o k r a len ausgegeben. Ter körperliche Zustand, in dem sich unsere Genossen bkfindcn. ist ebenso herzzerreißend wie die Berichlc, die sie von ihren Er- lebnissen(Üben. Kaum ein einziger, der nicht noch jetzt f,a.tbare Spuren erlittener Mißhandlungen außveist. Fast alle sind buchstäblich.mit einem blauen Auge" davongekommen. Einem Genossen, der an Knoehrniuberkulose leidet, wurden die Operationswunden durch Fußtritte gewaltsam aufgeiissen. Aerztliche Hilfe verwei gerte man ihm ebenso wie den anderen Genossen, trotzdem zwei derselben infolge per Mißhandlun. gen bewußtlo« zusammenbrachen. Au» den übereinstimmenden Berichten d.-r Derhasteten gehl hervor, daß die Verhaftungen von der bcrüchligten durch den Meincidsliauptmann v. Kessel fanatisierien Spitzelhun- der tschaft der Charlot:c»lnioger Sichcrheitswehr vorgoiioiiimen sind.� Die Verhafteten waren nahe daran, oas Schickiai der in lonnen.-» der Französischen Straße auf Geheiß K.ssrlS ermordetcn Mairösen Daß das Zentrum von einer.sineiterregierung n.cl.t. wilen. Bei ihrer Einbieserung in Tüverltz ließ man die Ver. kvilsen will, stimmt durck�iis Mit der bisherigen� Politik s hnsiet,n zunächst so lange ans d m Lastauio. b-z sich eine Horde Im Zentrum baben die Arbeiter,: von euva 400 Lvldaten um d-n Wagen gesammelt haite, die durch her Partei bilden, noich die bewußt wahrheilswid ige Erzählung,, die Gc'nossen seien beim Plündern mit der Wafse in der Hand kämpfend in Weißens vieser Parte! überein trotzdem sie die große Mehrheit niemals viel zu sagen gehabt.crFiö*tin?n Bevölkerung, n M kie zu be- �'.'higen. höchstens einige Vrasamen h.mvarf Wenn da» �-nlriim me nk. daß es diele Politik auch mßt noch auf das Reich i-b-rtro-r-n und den der Arbeiter,-baft zustehenden kkinstuß auch kn-nktia ausschaben kann, so wird es oald e neS besseren bclchrt werten müssen. xiz tzerschmSklMli In K�ldsz. Truppentelke haben mit der Waffe in oer zpauv lampsenp in Weivensee und Spandau aufgegriffen Warden, in einen wahren B ulrausch versetz! war. Durch diese Horde, die von keinem vorgeietz en ge- zügelt wurde, mußten die Genossin dann unter den scheußlichsten Mißhandlungen Spießruten laufen, bi« sie zu dem ihnen al« Quartier angewiesenen Stall für ansteckend kranke Pferd« gelangten. Mehrere brachen hierbei ohnmächtig zusammen. Dos durch«inen Hungerstee'k unterstütz!« Verlangen dieser Genossen, vernommen zu werden, blieb ersolglo«.- Mit welcher Umsicht die Verbastungen vorgenommen sind, geht übrigen? schon derau« hcrt'or, daß sich unter den Verschleppte» zwei' bürgerliche Herrn, namens FuckS und Gultmann beiii.den, deren ganze» Verbrechen darin bestand, daß sie denselben Namen führen wie zwei von der Epitzelhundertschast gesuchte Kommu- nisten. W'r verlangen die sofortige exemplarische?«- sirasung aller Schuldigen und die unv'rzüglichc Frei- lassung der beiden auch in Haft bchaltenen Russen Schneider und MatweXff. Di» in"rö-eiboa siezenden Truppentelle haben Uch de- �"gunzZlos hinter d'e Regierung Kapp-Lüttwitz gestellt. Tic �rm.uondcure Lb'r't Wächter rmd Oberstleutnant Fahr- b-ck verbreiteten die Befehle der P''tschistkn und h-elteu d.e iboeu un.»e!,-llte-' o'rrbände zum Lotschlagen bereit. Nachdem die./,,».!» tavongejagt wurden, vollzogen die Jnier.«u» Lreklau wird gemeldet, daß der gegen den Kam ico»,. cT" ine Sclwenkung. Sie stellten sich auf den„Baden, mand-ur der Breösauer Eichcrheittwehr ergangene Haftbefehl der««rf, Iistdelen. genan wie e« Herr Seeckt an- am Sonnabrnd aufgehoben worden ist. Damit ist die lctzie blakst �nbei�'front gcaen den Bolschewismus". Die neue Verhaslung. die wegen Beteiligung an dem Kapp-Puisch vor. si«s.".».. buech io'igcnden Sefehl angekündigt:! genommen war. rückgängig gemacht worden. Infolgedessen herrscht Js�erbog, den 17. 3. 20. � in Breslau erbedliche Erregung unter der Bevölkerung. D-.„«wis-.-i�.mbtshaber im Kreise Jüi-rbog-Luckenwalde.> Wenn durch solch« Maßnahmen die Justizbehörden ss v'f bisst riee Spaltung im Lotte hat sich zu einem Komps. � Vfstrasung der Schuldigen zu verhindern suchen, so müssen »er x alle anderen Parteien cniw-ckelt. Nn erhebt»r Bolschewismus an vielen Stellen.m Reich s-i � �'nub neue Rcaicruna M MM«G dem SlilitU. U w- die bclrejfend«! Personen wölben.. josort von W- ihren iiPbjxra«tzlhob?,! .V D?s w vs? SlöjttZSlism Xt. Es stellt sich immer mehr heraus, daß auch die Sicherbeitslf wehr sysromatisch dazu vorbereitet worden ist. um nicht elroq eine Polizcitruppe aus ihr ZU machen, sondern eine Kumpjlruppe, die im geeigneten Aüxnenl süc die Gegenrebolntion in Akrror» zu treten hätte. 5!icht nur durch die Auswahl der Offiziere wurde dieser Zweck erreicht,, sonderu auch durch streng miii». tätischen Drill, während die notwendige polizeitechiüsche AuSbil» diing fast gar nicht gepflegt wurde. Selbst die wirlschostlich» Organisation der Sicherhcitswchr diente dazu, um selbständige Regungen der Aüannschastcn zu unterdrücken. In dem.Wird- selxrftsvcrbc'.id der Sicherh-eitswehr" wurden auch Offiziere al» Mitglieder ausgenommen, und genau so wie in den gelben Ge- werkschakten, wo neben Arbeitern und Angestellten auch Unter» nehmer sitzen, und letztere ihre» großen Einfluß ausüben, spieltet« in dem Wie-fchältSperbaud die Ofsizicre die erste Geize. Diese Feststellung wurde auch in einer Vers<»mmi>!ng voe Sl cherhc itsbea m t e n gemacht, die Scnnt.g vonniUag im „Aksonirr", in d.-r tfnhaikstrahe U, zusauirncniraten, um gegeg die Porgänga!o der SicherheilSwehr und auch gegen den Wirt» schostSverband Stellung zu nehme». E» wurde von den Ein» beruferu dcr«iorschlog gcmackst, einen Zeniralperbonb der Sich er heitS wehr zu gründe», ds» auf strenz gewerkschaftlicher Grundlage zu stellen sei. Dieser Verband so» nicht unbedingt in Kampfstellung zu dem Wirlsiboslsderbailv triten, sondern, wenn dieser das Progromm de« Za,ilro!vc.r- tu iides ancrlciinc, sei ein« Verständigung möglich. In diesu» Programm wird vor allen Dingen verlangt, daß Ossiziere«ich Obcrbeamtc tnun Zrntcoldeichand nicht angehören dürfen. Ferncr will dcr Verband, daß in Deutschland keine reaktionäre Polizei» sondern eine aus republikanischem Boden ftehi»de Polizei g« Ichaffaa wird. Nach einkeitenben Worten de? eheMaligen Wachtmeisterä Flucht schilderte Oberwachtmeister Knapp die Entstehung der S'.chmhe'lSivehr, die einer Anregung des dcrüchrigten Haupt» maiulZ Pabst entsprang, und dann von Geheimrat Doyö in cir.e feste Form g- brecht wurde. Wie dieser Redner hervor» ho, sind noch dren Pulsch in den Kasernen der Giöx-rheitSwehr andauernd Telezramnie und Telephon gejpräche angekommen, worin die Orssiziere zum Ausdruck brach'.?», daß dir SicherheitS- wehr sich hinter die Regierung Kapp-Lüttwitz zu stellen habe. E? sei falsch gewesen, daß die Sicherl>cit»wchr sich neutrat er» klärt Hab?, sie mußte mit den Waffen gegen A>app.Lüttwitz und die Baltikumcr kämpfen. Major M ur mann, dcr dem RepuRikan-ischen Fährerbund ongchöit, aber nicht offiziell a!« dessen Vertreter erschienen war, gab dann«in Bild von dem Bcslrcl«, Offiziere mit rcpubiikrnischer Gesinnung au« der Sicherheitswebr hinaus» zutzräugen. Er selbst sei als Repnbstkaner dem übrigen Offizier» korpS verhaßt gewesen und infolgedessen nach Mitieldcutschlantz in eine Gruppe der rcaklionärsten Offizier« versetzt worden. Seiner Ansichi nach sei die Sicherheitspolizei nicht dazu gegründet worden, um für Ruhe, Ordnung und Sicherheit einzutreten, sonder» die Machlhober wollten den reaktionären Offizieren eine Sieflung und tohnclides Bro, geben. Für die Reorganifiernnz der Sicherheitspolizei fei e» notwendig, daß einige Hundertschaften aufgestellt würden, in die die entlassenen, auf dem Boden der Republik stehenden Mannschaft-n wieder«ingestellt würden, ver» l mischt mit urganssicrten Arbeitern, d-e militärisch gut gcschuA seien. Ihre Bestallung müssen sie aber nicht alle« vom Ministerium» sondern auch von den Gewerkschaften und d«� Parteileitung erhallen. Genosse Fritz Schmidt von der Kommission der freien Gewerlschofleii im Reichstag gab Einzelheiten über die Tätigkeit dieser Kommission, die sich mit der Neuorganisation der Sichev- hei!«polizei befaßi Im Laufe dieser Wach« dürfte die Neu- aufstcllung der Sicherheitspolizei erfolgen, die Beamten sollten sich zu diesem Zeitpunkt bereit halten. Um dem Abschlachten der Arbeiter im Nuhrgebiet Einhalt zu tun, sei am Sonnabend eine Kommission nach Münster gefahren, um dort mit dem Stabe der Reichswebr in Fühlung zu treten. Im Ruhrgebiet ständen 25 000 Arbeiter sehr gut ausgerüstet unter Waffen, denen 150 000 Mann ab? Reserve zur Verfügung stehen. Ter Generatsekretär de» Zentralverbande» der Pokizei» beamten Dr. Franke erklärte, daß der Zentralvcrband damals, a!« die Reuaufslellung der Sicherheitspolizei erfolgte, sofort seine warnende Stlinme erhoben Hab«. Di« Unterbcainteii würden wie die Scheuerfrauen bezahlt, während die Oberbeamten, Gehälter erhielten, wie die Geheimen RegierungSräte. Den Aussprachen, die alle mit starkem Beifall aufgenommen wurden, folgte eine längere Ditkussion. Der Redakteur Felgen. treu vom Wirtschaftsverband suchte diesen zu verteidigen und warnte vor einer Zersplitierung der Organisation, stieß aber allseitig auf heftigen Widerspruch. Zwei Redner hatten Be- denken, daß die jetzt noch bei der Sicherheitsmehr verbkiebenen Mannschaften durch den Beschluß dcr Gewerkschaften zum großen Teil brollo« gemach, würden. Dem wurde entgegengehalten, daß ja nur diejenigen, die ihre reaktionäre Gesinnung zu erkennen gegeben haben, ausgesiebt werden sollen. Die übrigen Redner unterstrichen restlos die Ausführungen der HanpUedner. 1£« kam dabei noch zur Sprache, daß diejenigen, die nicht für Kapp-Lüllwitz ivaren, mit dcr Todesstrafr bedroht worden seien. Den anderen, die sich für Kapp-Lüttwitz einsetzten, wurde Be- förderung und eine besondere Geldentschädigung in Aussicht gestellt. In Verhandlungen, die mit Major von PrieSdorf im preußiscken Ministerium de» Innern gepflogen wurden, wurde erreicht, daß diese Belohnung der.Kapp-Leute" unlerbleih«. Aber auch über Major von PrieSdorf tonnte man die Meinung hören, daß er mehr zu den reaktionären Offizieren halte. Ben einigen Rednern wurde mitgeteilt, daß man diesen Offizieren schon deutlich zu erkennen gegeben habe, daß sie da» Virliauen der Mannschaften nicht mehr besitzen; aber trotzdem find diese Offiziere heute noch aus ihrem Posten und ziehen n'chi die Konsequenzen. E» ist deshalb notwendig, daß die Regierung '-.ll'si sofort und fest zupackt, um diese Elemente au» de» SicherheilSwehr zu entfernen. Die Mannschaften, das ivnrvs immer wieder belont. wollen eine Truppe bilden, die das Per- tcaiicn der Bevöltcriing genießt. DaS kann nur«'»? Polizei sc n, die einen Ausbau im Sinne der GewerksschaftShefchtüfie cihält. Nach der Dissussion wurde gegen eine Stimme die Gründung de? Zentralverbande« der EicherhcitSwehren Deuischiands be- I schlössen; er wird mit dem WirifchafUverbaiid zusammen arbeiten. wenn die Offiziere aus diefem Ver-wndz ausgeschieden werden. Außerdem nimmt der neue Verband die Arbeitsgemeinschaft mit - dem Republitomifchen Führerbunde und dem R:ich»verband der Pvlizeibeamten auf. «i« Vorsitzender wu-d« Knapp gewählt. Tie nächste Ver» f sam-niut'.g figoet am Mittwoch, den kl, d. M. in dewlelbe» ISSfeLW,,-■•" Hroß-öerlin. Zahlreiche Gasvergiftungen. Di« Bkm«mg»es Bereiter Magistrat» zur vorfichi bei drr GaSentnoihriic nach der Unterbrechung der GaS�u�uhr haben teider bei o.nem Teil der Bevbilcrnng nicht die genüge, de Brach« iuna gefunden, und mfolgrdcflen sind in den letzten Tagen sehr biet GuSvrcgiitnngjm vor�lominen. Die Feuerweheen können kaum so del Sauerftojf beschasfen, wie jetzt gebraucht wird. Lm Sonntag und heute früh liefen allen bei der Berliner Feuer« wehr über ein Dutzend Metdungen über Gaivergistungzfäll« ein. I" der Diebr�cchl der Fälle gelang e«. die vergifteten Personen «> retten. S»« holten sich zum Teil au» Sorgen vergiftet, zum TaJl tag aber ov.ch Unvorsichtigkeit bot. C« fei deshalb nochmals darauf bingewiefen, daß dort, wo es noch kein Ga» die Hähne sämtlich geschloffen«erden müssen, damit ihnen be, Plötz! iäer Gaszufichr lein<Ä-S en.ws.chen kann. Ferner müssen bei erstmaliger tAasentnahm« d« Fenfler geöffnet tverden, um Erplosiouen zu vermeiden. Die Sicherhcikswehr im Museum. Wie wir feslüellen tonnten, war Sonntag die Moderne Ab« teilung der S.'ationalgalcric ssrühcrcS Kronprinz-enpalaiS) ge« schlössen, weil dort SichcrheitSwehr einquartiert war. Mit Spazicrstöcken und Aktenmappen darf man da« Museum nicht be« treten, aber Maschinengewehre, Handgranaten und Aevolvcr werden hineingebracht. Wir fordern sofortige AuSquariierunz der Truppen. Der ReichSverbanb deutscher Post« und Telrgraphenbeamten s früher Perba. d der unteren Post« und Telegraphen beomien) hielt am Sonntag in den Germania salon eine Bertrauensmänner« Versammlung sBezirkSdag) ab. Alle Redner nahmen hauptfäch» lich zu den TageStre�gniffen SteZwitg und dw Versammlung nahm einstimmig Emtschliestungen an, die fordern, daß die Re. gierung unbedingl die Zuqeständn.sie, die bei der Wiederaufnahme der Arbeiten gegeben wurden, einhält. Fkr�er, daß tzegen all« Beamten usw., die den 5kapp»Lültwitzschen Umsturz direkt oder in, direkt gefördert haben, daS D szipl.narverfahren eingereicht wird. Die Gründung eines Wohlfahrtsamtes für dir Stadt Lichtenberg soll zum 1. April 1S2l) erfolgen. Die Hauptaufgabe de» Wohlfahrtsamtes ist die Beseitigung der sozialen Not der f OrtSbebölkerung und die Hebung dieser Bevölkerung in wird» ; schasilicher, gesundhei.licher, geistiger und sittlicher Hinsicht. Um diese Aufgaben am vollkommend'ten lösen zu können, bezweckt daS WohlsahrlSamt ein« Zentralisation der öfsent'ichen und privaten ! Fürsorg: und Umbildung der bisherigen öffentlichen Armenpflege i in«ine Wohlfahrtspflege, ferner den Zusammenschluß aller der Aem�cr und Zweige der Verwaltung, die sich mit Einrichtungen zum Wohle der Eesamtbevölkerung befasien. In der Serfammlung bei Bötzow ist einem Genoffen, der als Helfer bei der Tellersammlung beteiligt war, sein Spazierstock �abhanden gekommen. Derselbe ist ihm persönlich ivertboll. Zu» schviften bitte an Paul Zenke, Rykcjtraße 37, Hof III. Aus den LrganisaNoveu. Tharlottenburg. Sitzung t>»r neugewählten Mitglieder der ZeitungsKommission Dienstag, 20. März, abends 7 Uhr, bei Werner, Dallsir. 96. Veranlworilich für die Redaktion: Alfred Wielepp, Neukölln. Lerlagsgcnossenschaft„Freiheit-,«. G m. b. H., Berlin.— Druck der Lindendruckerei und Berlagsgiselllchofi m. b. H., Cchifsdauerdamm 19. Vekauntmachnng betreffend de« Ersatz fllr drei ausgeschieden« Stadtverordnete. Rech der von mir aus Drurid d«r Bestimmung d«S i I der Verordnung über die anderweit« Regelung dos «emeindewahlrechte vom U. Januar 1919. smoi» der tt 56 und 69 der Wahiondnung für die Wahlen zur ver« wffunggkb«nden deutschen Nalionoloersammlung vom v'. November 191« in Berbindung mit dem Z 21 des Neichswohlgesetz,« vom ZO. November 1918 vsrgenonr« wnen Feststellung tretsn als Ersatzmänner in die Vtadtverordnetenversammlung in Berlin«in: 1. o-n die Stelle des ausgeschiedenen Stadtverordneten Ferdinand Ewald als nächster Beioerber aus dam Sahluorschlag« Hugo Heimann dar Ingenieur Paul Klein. Berlin 91. 58, Gleimstratz« 58, 8. an dl« Stell« des ausgeschiedenen Stadtverorb- net»n Wilhelm Wvlcher als nächster Bewerber au» dem Wehlvorschlage Fritz Weg« der baiismännisch« Angestellte, Haupimonn a. D. »«eistantin Vöhl. Berlin SlW. 21. Bredowftr. 22, 8. an die Slell« d«c ausgeschiedenen Stadtverord- Veten Fräulein Dorothea Hirschfeld— da der Tapezier Sau! Neu« am 1. Oktober 1919 nech Emden verzogen und der Aeltungsspediteur Paul Böhm dl« Uedet? »ahm« de« Stadtoerordnetenamt,, abgelehnt hat— alö wonmehr nächster Bewarb«» au» dem»ahlvorschlage Hngo Heimann 01* Gastwirt Emil fi«rf In,«erNa 91. 20, Pankjtr. W. •erlln, den 27. März 1920. D«r Kommissar be» Magistrats. L o« h n i n g, ©tototKlL ß.ib. Nr. 353 Wahl. 20.) In unserer Verwaltung ist dl« Stell««Ine» besoldete« Magistratsmitgliedes Sz»dI»nq der UnlerHlldung slalt: Die Sellegcn. deren Zahttaa aui den X»ud X AplU illllt, erl»Ueu Un!«rl>üd»ng»m ronnkr«!«i, den 1.«drtl. X und X April stillt, erhallen UnlertUItzuna am Connalend. den 3. Nprtl. Die 5ftt(ilIkd«MIlder und ttontralliarmi milfm spätesten» zwei Dag« v»r dem N>l»?oklnna»-ermln ada-ae?«« lucrden. Tie Vnszahlnng erfolg« vormittag» von 0-12 Uhr. Am Srttla». den 2..-Wentel«, den und Dieneia,,. den X April, tsl da» Wir» den panecn Daz �eltor*.,Zugtardli,en, 1011- h.1, decken. SaUlunlcrügcn. Sleur lecke«. Daunendecken. Dlv.ndeeWe« Tucbdaeken. 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