kiazelprels 20 Pfennig« 3. Jahrgang Vieastag. öen S. April 1020 Die„frctihtit* Nfs«bkw» morgens nnd nachmittags, an Sonn' und Festtagen nur morgen«, Der Vemgspreis beträgt bei freier Zustellung in» liau» kstr Graft»Berlin 7.5Y XXi. im voraus zahlbar. För Postbezug nehmen sämtliche Postanstaiten Bestellungen entgege«. Unter Streifband bezogen für Deutsch' and und Gestenreich[0.— ID., für das übrige Ausland [Z.IQ M. zuzüglich Dalntiwiuffchlao, pttöiicf für Deutschland und(Oesterreich �Z.— DL JJtSaH'nn und Txpedijlsn:«rtltn 91Sß. 6. SifiiffUmtrdmmn 19«i. Zernsprecher Ain» Norden 8»S— ZK, ft89Zi nnb 8896. rine mit oreit 3! 3f 3i 4! 51 ö Nummer 107> Nlörgen-Msgabt Die achtgespaliene Nonpareillezeil.' oder deren Raum, sowie jede Mor'-Anzeiae, als auch die Familieu» nud Vrzanisationsanzeigen werden laut-7.: i'em Anzeigen» Tarif berechnot. Inserate für den darauffolgenden Tag müs'e' sxoteste»» di» 5 Nhr «achmittags in der Crxedition aufgegebcn setn. Juseraten-Nbteilimd,: Berlin NW. 6, Tchissb�needa«« It Iernipreche»':«Mi Norden 8»Z-»S, 28!)S-S«.«768 Berliner-Organ Per VmWänglgen SWafömßfratie S>eatM(ani& Weiterer Vormarsch der Reichswehr. Es ist keine Zeil zu verlieren! Drahtborlcht»»seQ-e» Sonderberichterstatter». Hagen, 5. April. ■» jap'■ v- BuaißotWn AeHnlicheS 3« erwsrlen war. hat mau iicfe«af das schonendste behandolt.'> Die Arbeiterschaft des bergi'chen Lande» nnb des De- zirkZ Hägen hat bereits am 1. April Scvanng dbn Vov- i schlag gemacht, aus je 600 Arbeitern von Haaen. Elberfett P. H. Die TrSelkerschast von Hagen. Altena. Iserlohn\ und Düsseldorf g-bildete Expedttronen nach � ist eMchloksen. wenn die Nerchswehr gegen Westhofen vor- stösjt oder vlyt Esten in der Richtung auf Elbarseld mar- v. 1 Mert nnd dadurch Hagen. Schwelm ünd Iserlohn a�Ux Zck)nüren verfnchen würde, das Signal für die Teilnehmer an den Kämpfen zum all gerne iirnn Rückzugunter den Sch» tz der Entente wegen deS drohenden wechen Schreckens»u geben. Selbswevständl ich würden dann'die Teilnehmer da» gesamt« Hee res m a t e ri a l mit. nehmen, soweit«S zu ihrem Unterhalt-nnd zu ihrer Der- Pflegung notwendig ist. Der Oberbürgermeister von E l der seid hat an den Reichs kommissar Severing die Mitteilung yerichtst. daß in Elberfeld, Barmen nndHagen mr»st er g ülti ge Ruheherr s cht und -doh der Einmarsch der ZleidhSwelir-unter allen Umständen vermieden werden muh. Di« Arbeiterschaft sei imstande, allein Ordnung zuschaffen. zj' Nach den Derstcherungen der Regierung haben die in g&V das R uhrgebiet emmarschierten Reichswehriruppen nur den �' Auftrag, gegen die Orte vorzugehen.- in denen durch Ruhe- d Ltorer und Plünderer die öffentliche Ruhe und Sicherheit gefährdet ist. Voraussetzung für die Jnnehaltung dieser Luficherungen ist, daß die Regierung die Truppen in ihrer Hand hat und daß ste ihren Anweiwngm folgen. Das ist Ol aber gegenwärtig so wenig der Fall, wie es je war. Trotz - vller Vollmachtm ist Severing, mit dessen„Einvernehmen" die militärischen Operationen vorgenommen werden sollen, wie auch seine Unteibevollmächtigten und die Zivilbehörden ohne entscheidenden Einfluß auf ste. Nachdom die Reichs- toehrtrupttm in gewaltiger Stärke einmarschiert sind, haben letzt si« alle Macht m ihrer Hand. WaS das bedeutet, erhellt die Tatsache, daß d i« Militärs weder das Bielefelder Abkom- wen noch das von Münster innegehalten haben. Entgegen den in Münster getroffenen Berein- barungen, die bestimmen, daß jede Vorwärtsbewegung der Reichstvehr oder Teile davon mit dem 31. März abends aufhören sollen, ist der Vormarsch ununter. brachen sortgesetzt worden. Ani 1. April ist die Reichswehr etwa 25 Kilometer, am 2. mindestens 10 Kilometer vorgestoßen. Und das gechieht im ö st l i ch e n Wesb falen, wo Sein Grund zum Einschreiten der Reichswehr vor- liegt. Hamm war schon einige Tage vorher unter Bvuch der Bielefelder Abmall/imgen von der Reichswehr besetzt worden. Nun wurde am 1. April Mich Unna besetzt, ob- wohl auch hier die Arbeiterschaft Ordnung hielt und alle �nr�wvgen befolgte. An der nördlichen Front aber be- TcMaV' rj legte die Reichswehr bei dem Rückzug der Arbeitertruppen ioit der«ii« die Absahrtsstraßen mit Artillvriefeuer und erschwerte und verhinderte il. ..Diese Handlungsweise der Reichswehr hat ihre guten Gründe. So gut wie Watters Ultimatum dem Zweck drent«. drö Bielefelder Vereinbarungen beiseite' zu schieben, so soll das schnelle Vorrücken der Reichswehr verhindern, kic Arbeiterschaft«eigen kann, daß sie imstande ist, -ei-�uk« 011'in Ordnung zu schaffen und daß es der Reichswehr ». für diese Zwecke nicht bedarf. Bei der vereinbarten Lösung !°ln EreJ der Truppen voneinander wäre die ordnungsgemäße Ent- eo.o.äoi' waffming der Frontkämpfer möglich gewesen. DaS schnelle »äizunJj Vorrücken der Reichswehr aber störte nicht nur den Riichzug \ und die Auflöwnfl der Front, fondern weckte auch den .»«"-er j Widerstand der getäuschten Arbeiterschaft gegen die Waffen- mi i bbgcrbe. erbitterte die an der Front Kämpfenden gegen den Zentralrot und die Aktionsausschüsse und verhinderte dte � versuch ß�üeriing der an und für sich geringen Zahl von Un- usbesS» disziplinierten, mit denen die Arbeiterschaft allein fertig ge- i» cins worden wäre. Wenn in den letzten Tagen Plünderungen n unbe* in �en£,l�n vorgekommen sind, auf die sich die Reichs- .d. p-r idol ch�-rlruppen �»«rückgezogen haben, so muß dock vabei in /tvt. ,0-,, AMacht ggzoaen worden, daß eS sich fast überall nur um sdon D.»;d,:e Aneignung ton Lobevsm titeln, V.tleidung und etwas �d wndelte. da die Leute seit � 00 mit m*thte*,tnod0u ohlechts.öj HosÜbjSJr bürg undMiilheimzu«rtsenden, um dort die Ord- nung wieder herzustellm. Severingwarmit die» semVorschlageinverstandelt, die Arbeiter waren zur Abfahrt bereit, als die Nachricht von dem Vorrücken der Reichswehr bei Unna die Ausführung unmöglich macht e, da die Sieichswehr Hann die Möglichkeit gehabt hätte, diese Anbeiterarmee von rückwärts«u bedrohen und izu bekäinpfen. Daß die Arbeiterschaft selbst Ordnimg schaffen kann, beweist die Meldung des Landrats von Hab- tingen an den Rcichskonunifsar Spring, haß die Arbeiter- fchaft im Kreise Hörde die Ordnung vollständig herzustellen vermochte. So find die Plünderrtngen in Duksburg, Essen. Dort- mund usw.. die unausbleiblich und auch Wohl nicht im- erwünscht waren, die Folgen'deS schnelle In VorrückenS der erwünscht waren, die Folgen des Miellen VorrückenS der weiße Schrecken seinen Anfang genommen hat. In H o m m sind drei Mann am 30. März jw e g e n Beteiligiing an den Frontkämpfen vom Standgericht zum Tode verurteilt und er- .s ch o s s e n w o r d e n. In Unna sind trotz Jnnehältung der Vereinbarung der Waffonabgabe nach früher fertig ge- stellten Listen z a h l r e i ch e Arbeiter verhaftet u ndmißhandelt worden. Samariter, dieSvnnivg mit bchördkichsm Ausweis einen Toten abholen wollten, wurden Ebenfalls mißhandelt und varhaftet. Auch aus Recklinghau-sen wiiÄ von standrechtlichen Er. fchi eßungen berichtet. Im bergischen Land ist alles ruhig. In Elberfeld. Barmen. Hagen, Düsseldorf ist die organi- fierte Arbeiterschaft durchaus Herr der Lage. Auch die Waffenabgäbe ist überall ruhig verlaufen. die nach dem Bielefelder Abkommen zu bildend« Orts- wehr ist bereits in Funktion getreten. Zu einem Einmarsch der Reichswehr� besteht also keiner leiBeranlasfu«g. Die Zivilbehörden warnen vor ihm. Aber insbesondere die vereinbarte Ortswehr hät sowoA den Zorn der ReiäiÄvehr wie de8 Bürgertums her- vorgerufen. Die.Kölnische Zeitimg" spricht es offen aus, daß sie mit den Ortswehren gar nicht einverstanden ist und die Militärs wären bereits bis in die Nähe von Hagen nach Schwerte vorgestoßen, angeblich um nachzusche», oh die Waffen richtig abgegeben feien. Die Regierung hat nun zwar die stuistcherung gegeben. daß in das bergrsche Land einschließlich des Bezirks Hagen nicht einmarschiert werden soll. Was aber nützt diese Zu- sickening, wenn die Führer der Reichswehr sie nickst inne- halten? Deshalb muß die Regierung jetzt zeigen, ob f i e die Macht befitzt, oder ob die Militärs Herr der Loge sind. Die Regierung darf auf bestellte Hilferufe nicht wieder herein- fallen, sondern muß unter ollen Umständen-die Innehaltung des von ihr gegebenen Befehls verlangen, daß in die be* zeichneten Gebiete nicht einmarschiert werden darf. Hier glaubt ihr die Entente auch nicht die Ausrede, der EinmaNsch sei gegen ihren Willen von den Militärs wegen-der Unord- nung vorgenommen worden, denn die Entente weiß, daß in diesen Gebieten beste Ruhe herrscht und di-e Arbeiterschaft allein im Mande und gewillt ist. allen Versuchen undiszipli- nierter Elemente, sie zu stören, mit aller Entschiedenheit ent- gegenzutreten. Nachdem Duisburg. Essen. Dortmund besetzt find, müßdie Einstellung des Vormarsches der Reichswehr auf der ganzen Linie erfolgen.� Eventuell wild zurückflutende Kämpfer wird-die Arbeiterschaft felM entwaffnen. Erfolgt Lie Reichswehr tm LerMe« taud. * Drahtmnchigen Gebiete sofo rt E inha�tt geböte,» llnd. Werl bei der ÄuMust».d« BaÜWJB«* i» od« dost eockedürltia» Wilitäu p�n ftir MmifpmnMMta der WWwluM.. ;N I ißeftern abend heißt es Mn SWnß, daß die Gefahr bestand«, mavoidierende Momente könnten bereits in das bereits be- friedete GeÄiet strömen und gegen sie müßte sich'dann gleich. falls die„Polizeiaktion" richten. Wenn das den Ponrand dafür abgeben soll, daß auch in das bergische Land und in daS Wuppertal Reichswchrtr Uppen entsaiibt werden, so muß dazu gesagt werden, daß nicht nur die dortige Aibeiterscbast, sondern die Avbaiterschast garrz Deutschlands dem nicht ruhig guisehen wird, sondern Mittöl und Weg« finden wird, um diesen bedrohten Gebieten zu Hilf« zu ko-mmenl Vas VsrrLSeI der Keichsnishr. D r a h t n ach richt unferS Sonderberichterstatter«. Münster, 4. April. Bon einem Vertreter von Severins wurde mir folgendes mit« geteilt: Der Vormarsch der Reichswehr hat nördlich der Ruhr von Norden«nd Vsten begonnen. Tie Gründe dafür, daß nicht nur in da» Mühlheimer Gebiet einmarschiert wird, sondern auch von Hamm«ach Dortmund, liegen darin, daß angeb« lich auch dort die Arbeiterschaft allein machlteS sei und keine Ord- nung schaffen kLnne. Die Nechtssozialifte« verla«. gen den Einmarsch. Dortmund sei ohne Polizeischutz. Die Polizei solle neu formiert werden, eZ fehle aber an Waffen. Dort- mund ist vollstiindig frei von bewaffneten Arbeitern, e, wird de«. halb erwartet, datz der Einmarsch der Reichswehr ohne Zwischen. sälle vor stch geht. Ein Einmarsch im bergische» Land ist im Augenblick nicht geplant, da hier überall die Waffenabgabe ruhig vor sich geht. In Elberfeld sind 10 Maschinengewehre, 21W> Handgranaten, über 2000 Gewehre ab. geliefert worden. In Elberfeld und Düsseldorf herrscht Ruh«. Duisburg ist Sonntag morgen von Reichswehrtruppen »ach Angabe de» Oberbürgermeister» verhSltniSmSßig unblutig genommen,»rdnungSgemähe Zustünde seien wiederhergestellt war- de«. Das schnelle Borgehen der Reichswehr erschwert vielerorts die Durchführung de» Münsterer Bereinbarungen. So hat der Landrat Im Kreise Hattingen angegeben, daß in feinem Kreise dir Durchführung der Vereinbarungen stocke, weil der Truppen. Vormarsch bei Rrcklinghansen so xasch erfolgte, datz eine Lösung der beide« Gegner voneinander nicht möglich war. auch bis in die Gegend Hagen, Ewcrftld, Barmen, Jscrloha vor,] stoßen könnte. Eine solche Absicht besteht nichtz Es; muß allerdings darauf hingewiesen werden, daß unter Um» stände» gerade dadurch marodierende Banden vcr- anlaßt werde» könnten, sich aus dem Eflen Dortmunder Gebiet in da« bergische Land zu flüchten. In diesem Falle wird eS z u- nächst Ausgabe der Ortswchrcn sein, da» Gebiet, in dem zur Zeit Ruhe, Ordnung und ArbeitSsreiheit herrsckten, vor Gewalt- taten und Plünderung zu bewahren. El« Aiifr»s tes lleichskomtnissgts. Helft den Spsern der SäAple! Spitzel und Lügner am Wer!. Eigene Drahtmeldung der.Freiheit'. B a r m r n, S. April. Dir Reichswchrtrnppea rücken seit Sonnabend ununter- brachen vorwärts. Gegenwärtig geht iljre F r» n t l i n i e von Hamborn— Oberhausrn— Katernberg— Gelsenfirche» um Dortmund— Aplerbeck«nd um Schwerte. An dir Abmachungen von Münster haben dir Truppe» sich nicht gehahen. Sie sind so schnell vorgerückt, datz sich dix zurückgehende» Arbeiter unmöglich von ihr lösen formten und r» vielerorts»» kämpfen gekommen ist, dir von der Arbeiterschaft keineswegs gewünscht wurden. D i e Reich Swehrtruppe« lietzen dr« Arbeitern nicht bi r Z e it, sich in R uhe-zu rü ckz« ziehen«nd stch zu „»ntwafsnen. Der Zr»tralr«t hat frkne» vttz von Essen«ach varmen verlegt. Erfchietzungen»» n Arbeitern werden gemeldet aus Hamm, Hamborn, Osterfeld, Menden und Recklinghauscn. Im Wuppertal sammeln sich viele Flüchtlinge, barunter zahlreiche Frauen und Kinder. Die Rot dieser Opfer, wie auch der übrigen Hinterbliebene« der gefallenen Kämpfer ist sehr grotz. Der Zentralrat hat heute eme« Aufruf a» die gesamte Arbeiterschaft um Unterstützung der Opfer der Kämpf» erlassen. Ein gleiche» Ersuche» wurde an die Zentralen der sozialistischen Parteien, an den Gewerks chastSbvnd und»u die Bf« gerichtet. DU N a ch'r i ch t, datz«nser Genosse E r« s» erNärt habe, dir Ret chS« e hrtr«p P e» mühten in» Rnhrgebiet einrücken, Ist glatter Schwindel. Auch sonst stnd nie. »e«d» Unabhängige für de« Einmarsch der«'rnp. pv« eingetreten. Man»eitz nicht, o» dt» Truppe« auch im» beegifche Land »inrücken werden. Dort wie auch im Wuppertal, besonder» in iNberfeld und Barmen, herrscht völlig Ruh«, Datz aber auch hier Spitzel am Werk sind, um Anlässe zum Einzug der Truppen hervorzurufen, da» zeigte gestern et« Plakat, das überall angeschlagen wurde«nd zum Generalstreik anssorderte. ES trug die Unterschrift de» drei sozialistischen Parteien. Dabei hat keine der drei Partei»« den Generalstreik anSgr- rufe«». Der Reichs- und Staatskommissar Severing erläßt von Munster aus einen Ausruf an die Bevölkerung, in dem es heißt, daß über die Art und Durchführung deS Biolsfelder AAvmmenS und der Miinsterischen Besprechungen im- führend« Darstellungen gegeben worden seien. Die Regie- rung habe alle friedlichen Versuche zur Vergütung eines Bürgerkrieges rmternommen. Sie sei bereit gewesen, von einem Einmarsch der Truppen in das rheinisch-wastfälische Industriegebiet Abstand zu nehmen, dvenn t. die verfassungs- mäßigen Behörden wieder in chre Aemter eingesetzt, 2.� Waffen und Munition sofort an die Gemeindebeihörden abgegeben, 3. die Gefangenen sofort freigelassen würden. Dies« Bedingungen seien bis zum 2. April nicht erfüllt worden- In den meisten gefährdeten Orten hätten die Aktions- (wsfchüsse oder Vollzugsräte keinen Einfilaiß auf die beivafs- ! neten Arbeiter gehabt, diese seien von Ort zu Ort gezogen, ! nim MI plündern und zu erpressen. Dom 31. März bis zum 3. April hätten die Truppen auf der ganzen Linie jede Vor. l wärisdewsgung eingestellt. Jetzt komme die Truppe nur als Schützerin der Verfassung und Reichsgewalt. Sie' habe folgende Anweismn g erhalten: .Falls ein Eingreifen der Reichswehr im Nuhrgebiet er- forderlich wird, erwartet die Ncichsrogierung, daß sich alle Truppen als Organe der Staatsgewalt fühlen, welche gegen ihre eigenen Volksgenossen die bedrohte StaatSautorität wieder herzustellen haben. Es gilt, dem Volk zu zeigen, daß die Reichswehr treu hinter der Verfassung steht und daß sie das Vertrauen des ganzen Volkes verdient. Dazu gehört vor allem Wahrung schärfster Manneszucht, Vermeidung aller unnötigen Härten und jeglicher Uebergrifse und Provokationen. Nur eine Truppe, die bei aller Bestimmtheit doch sachlich, ruhig und bescheiden auftritt und sich sireng an die Gesetze hält, ist befähigt, behilflich zu sein, irregeleitete deutsche Volksmitglieder wieder auf den Weg der Ordnung und Verfassung zurückzu- führen. Nur sie wird sich selbst Vertrauen erwerben und der Staatsgewalt Achtung und Vertrauen verschaffen können.' Der Reichswehrminister, Der Chef der H«msltg„ gez.: Dr. Geßler. gez.: von Geeckt. Dieselbe Weisung habe auch General von Watter erbal- ten. Die in dem Bielefelder Abkommen bezeichneten Refor- men würden auch jetzt noch durchgeführt werden, wenn die Durchführung aber jetzt eine Verzögerung erleide, so sei da- für ein Teil der wortbrüchigen Arbeiter verantwortlich tzu machen. Jetzt gelte es, erst Ordnung zu schaffen. Demgegenüber müssen wir auch jetzt wiederholen, Haß die Arbeitersch>aft an der Durchführuna der Bielefelder und Münsterer Vereinbarungen von der Reichswehr geradezu verhindert worden ist und daß hiese selbst in zahllosen Fällen die Abmachungen nicht innegehalten hat. vechgflungeu und Mdhandlungen. Eigene Drahtmeldungen der.Frrtheit". Hagen t. W, de« 4. April 1920. Am 3. April wurde die Stadt Unna besetzt. Am Abend «nrden nach den Liste» de» RrchtSpartete« Verhaftungen vorgenommen. Man sucht« alle Leute, die an den Kämpfen bis zum L. April teilgenommen hatten, heran». Der Bergmann Bock und andere waren Zeugen de« abscheulichsten Mitzhandlungen am Bergmann Karl Weil. Ein Offizier selbst hat den Aermsten seinen Mannschaften übergebe«. Da» ist die Einlösung dez Versprechen» der Regierung gegenüber de» Ar- bettern, die Waffen doch ja bis«um S. April zu strecken. Sonn- tag abend wurde Herne besetzt. Nördlich von Essen fanden Kämpfe statt..„ '' Hage« i. W.. 4. April. Die Truppen rücken täglich vor. Sie stehen bereit» bei Schwerte und Froendenberg, etwa drei Stunden von Hagen. E» ist entsetzlich, d'ie mittellosen Flüchtlinge mit Frauen«nd Kindern z» fe he«, Diese käme» au» Hamm und Unna hierher. In Hagen und llmgegend wird da» Abkommen gehalten, die Wafsrnabgabr geht voran, die Wehren werden ansgebaut. Soeben beschloß eine Sitzung der Funktionäre, an dir Arbeiter die Aufforderung zu richten, beim vorrücken keinen Kampf und keinen Widerstand zu leisten. Die Beftirchtnn- gen, daß trotz drz Abkommens die Reichswehr Bestrafungen vor- nehmen wird, find groß. te VemP.M�me hü-g. Berlin, 5. April. W. T. B. teilt mit! Au» dem« e r g> s ch- m ä r k is ch e n Lande werden seilen» der Arbeiterschaft Befürchtungen he- chtferl. dalMgetzentz, daj tzjs MizeiaHU» im AnduMseM S'e ke»tsch-ske»zösischeg AuseiiiZÄsc- setzMM. Der fmwMsche Ministerpräsident und Minister des Auswärtigen Mil/Ierand hat am Sonnabend abend an den deutschen T es ch ä f t S t r ä g e r May er ein Schreiben ge r i ch t e t, in dem er doram-f hinweist, daß er die sofortige Aurllckzieh-ling der in das RichrgsbUt am- rechwräß-ger Weise einrückenden Trwppen dvingeird verllawgt und erklärt habe, Frankreich könne keine Abweichung von Ar- tikÄ 44 des Versajller Friedens gestatten. Millerand fügt hinzu, es sei heute amtlich festgestellt, daß die Zahi der deutschen Truppen im Rnhrgeibiet die ertaubte Stärke über- schreite, daß der ReichSkomwtssar von der Rsgierung voll« Handilungsfreiheit für ihre Verwendung im Ruhrgebiet erhalten habe, und schließlich daß der Angriff der Reichswehr am 2. Ap mt begonnen halb«. Mililerand stellt f« st, daß die deutsch« Regierung durch den Plötz- ltcheu Angrissden Artikel 44 des Vertrage« verletzt halb«, was einen fe ind seligein Akt bedeute, der den Frieden der Welt stören müsse. Millerand eMärt, er werde Mayer später die Entscheidung Frankreichs zur Kenntnis bringen. Taraushiin heben nach einer Hcwasmeldnng der deutsche Geschäftsträger May er und der Borsitzende der deutschen FriedenSdclegantion Göpvert an Millerand eine N o t e g e r i ch t e t, in der sie sich bomühen, die Bedeutung der im Rdhrgckbiet von den deutschen Truppen unternom- menen Bewegung ojhziisckwächeu. Sie behaupten, daß die Zähl dieser Truppen stark übertrieben worden sei. Sie der- sichern ferner, daß die von der französischen Regierung verlangten Mrgschaftsmaßncchmen nicht geboten seien, da die Anwesenheit von ErgänzungSbestäüden der ReichSwchr nicht länger ldonem soll. Diese Vorgänge versieht ds« deutsche Regierimg mit .einem Kommentar, ten WokffS Bureau verbreitet: Obwohl die deutsche Regierung in Pari» wiederholt die dringlichen Gründe darlege» ließ, die fie gezwungen haben, die Polizeiaktion im Ruhrgebiet zu unternehmen, ist e» ihr bisher nicht gelungen, da» Einverständnis der französischen Regierung zu dem Einmarsch zu etilen. Herr Millerand hat vielmehr in seiner Eigenschaft al» fran- zösischer Ministerpräsident die deutsche Regierung in einer Note auf die besonder» feierliche Fassung d?» MrHkelS 44 de» Friedensverträge», der jeden Verstoß Deutschlands gegen die mit der neutralen Zone sich befassenden Artikel 42 und 4g al» eine tzindselige Handlung und einen Versuch einer Siörung de» Weltfriedens kennzeichnet, hingewiesen und in Aussicht gestellt, daß uns die Entscheidung der französischen Regierung später übermittelt werden würde. Demgegenüber kann beute festgestellt werden, daß du'ch die zum Zwecke der Polizeiaktion in das Nuhrgebiet einmarschierten Truppen das un» für die neutrale Zone zugestanden� Kontingent noch nick't erreicht worden ist. Nach dem Abkommen vom S. August sind uns insgesamt sür die neutrale Zone 17 V00 Man» zugebilligt. Im Industriegebiet befinden sich zur Zsit!Sd00 Mann, in der übrigen neutralen Zone 8500 Mann. ES ist ferner Herrn Millcrand mitgeteilt worden, daß die Aktion im Nuhrrevicr in etwa sieben Tagen ihr Ende crrecht habe» dü'ftc. Festzuhakten ober ist,'baß da? Aüzustabkommen nicht best Mannschaftsbestand allgemein festgesetzt, sondern genau die Stärke der einzelnen Waffengattun- genangegebenhat. Danach sollten in der mclutraleii Zone geduldet werden: 23 Bataillone Infanterie, 10 Schwadronen Kavallerie arnd 2 Batterien. Frankreich wird dar- auf bestellen, daß biese Grenzen im einzelnen irmpzehaltea werden, und nach den vorliegenden Nachrichten erscheint es uns sehr zweifeÄzast, ob sie nicht, zum mindesten was de» Umfang der eingesetzten Artillerie detrifft, überschritte» worden sind. Die französische Regierung broh-t bekanntlich für den Fall der Verletzrng bes Versajller Vertrages ßind seinel Aussührungsbestimnmngm mit der Besetzung v o» Frankfurt, Tä r m st a d t, Hanau und H o m« b u r g v. d. H ö h e. Ob sie diese Absicht ausführt, mich dann ausführt, wenn England und Italien nicht au 5 drück- sich zustimmen, nAiß obgewartet werden. Jedenfalls fehlt noch immer eine Darstellimg des Vor- Handlungsverlaufs, die ddn Widerspruch zwischen der Er» klärung Müllers in der Notionalverfammlüng imd deni Verhalten Millerands aufhellt. Erst wenn sie orsolat ist, wird eS auch klamr werden, ob, wie man in halbamtliches Kreisen versichert, Frankreich nur nach einem Dorwand fwi die Besetzung linksrlzeinischer Vlätze sucht, oder ob es ehrlm die Notwendigkeit einer militärischen„Polizeiafiion" ial Ruhrrevier beziveifelt. P -setz, i.'t -des B fortgej das G damit Volitisi mögliä -der B- gekomr An� auch de den. T viele M in den der ,i& Sc ssustand charakti das W zustand der pr« durchdr eintritt Rücken. CnkspatiNANZ in DsveAatt. Wir können von hier auS natürlich nicht nachprüfen, M die Zahlenmisabe� dM dautschßit SteAelAm lachprufen. .WWMr Aus Kopenhagen wird gemeldet: � Der König berief Sonnabend abend um 9 llhr dü bie Tri Führer aller Reichstagsparteien zu einer Zu zeigt, h, sammenkunft nach dem Schloß Amalienborg, um übe? W in den j Lage zu verhandeln. Die Besprechungen dauerten von 9 UN mich di abends bis öX Uhr früh. Alle Parteisührer waren darübck gggm! einig, daß es notwendig sei, Wadlen nach einem nouen WaR nom-mei gesetz abzuhalten, und daß der Generalstreik abgesagt wert! � Staatsminister Liebe erklärte gnf Anregung des Könif* toeileriji daß er zurückzutreten wllnsck>e. Der König wird nu> wrtige dem Obervormundi'chastsdirektor F r i i S die B i l d u nl Wrdxte des neuen. Kabinetts, übertragen mit der Aufgabi den Reichstag so bald wie möglich die'Sitzungen wieder am„ � nehmen zu lassen und die Verhandk'-ngen über daS neü.,' Wablgeseö zu Ende zu führen. Alle Parteiführer verspräche! 9' ihr Zusammenwirken mit dem neuen auf dieser Grundlos Owen gebildeten Kabinett..?.ur D'e Linksparteien hakten danach also erreicht, daß d» tntjf durch den Staatsstreich des Königs eingesetzte Kabinck wtnerlei tL iebe zum Rücktritt gelungen worden ist.-und daß dö duldr» u Reichstag nickst vor Erledigung d«S neuen Wahlgesetze? a'.» wssungst gelöst wird. Insoweit hat der Generalstreik gewirkt. And«> Ordnung seits kehrt aber auch das demokratisch-sozial-�!� Kabin« trauen a Zahl« nicht zuriick sondern machst einem Geschäftsministerius stch� rück Platz. Der Sieg der Gegner deS Königs ist also nicht vol> aufgab« JÄ MhrevnzZsSe. S S Wolffs Bureau verbreitet folgende offiziös? Rätizr Immer noch wird di« Behauptung wietdelicholtz daß McichSregie-oung rechtAcitiig oon dam Unternehmen der Herr� Kapp und Lütttvih unterrichtet gewesen sei. CÄ wird d im besonde-ren auf einen Bericht t-e» baniailigen Ste fommissar» für die Ueiberwachwng der Lssentlichen Ordnung v o Berger hingewiesen. Demgegenüber sei, wie die» l* reit» durch den preußischen Ministeep-väsildenttn in der Land» verfammtung yeschechen ist, nochmals festgestefft, daß dies! Bc riebt-rein akademischen Charakter gchabt hat und nur>' allflemerinen, ohne trgendtvelche Einzelheiten oder Namen I Äs ri-ennen, stch mit der reatktion-ären Bewegung beschätstlgke. Dich! Gckrtnem Bericht ist am S. März bei der Reichpregieruny etngeya-n� Am 10. März hat dann ein« Unterredung zwischen dem Reiff Stei» t Präsidenten und dem ReichStvehrmin-istcr NoSke statt ge, tu ndf Nach dieser Unterredung erging unverzüglich an den®€n'! gnetalHii van Lütiltvitz die A uf ford« r»r n g zum Rücktritt.» 11. vdärz wurden Haftbefehl« gcxien Kapp, Pavst«! B-wuer erlasjon. Tie RriitiSregiernnz bat als, sefort, str durch die vnterrrdnn» mi» dem General via Lüttwih Eint-» in da» geplant» Unternetzmea dekomme» hafte» die notwendig Eö Gegenmaßnahme« getroste». Die offiziös« Kumdgebimg sluck-t g-lso den AnschÄn «Rvccken, daß die Regveru-ng Ba-ner-Noske sofort die�nötik Gegenmaßnahmen gegen die militeirifchen Verschwörer troffen haben. Diese Ungeheuerlichkeit hat nicht eir NoSke zu bchrniplen gewagt. In seinem letzten., wärts'-Artikel hat er unumw-unden zugcigeben, baß einem paar Dutzend Maschinengewehren der ganze Pili abgewehrt worden wäre, daß aber General v. O v e n. z «neral v. Oldershausen, v. Geeckt, Adnr v. Trotha und ander« hohe Offiziere, trotz feiner fl?h lichen Brl-ten 1>en Kampf gegen die Töberitzer Pintfchif ablehnten. Die Führer der Reichswehr weigerten. also, irgend etwa? gegen die militaristischen Staatsstreick zu unt-er-ipehmen und ließen das ganze Reich kalten Blu ?_____»yv.-?____ �. c.* u>«»«' jt- i> ri-rr i r«in\\/ ..»m II | Alcxundc Charlo -in den Büraerkrieg hineintreiben.''Si« stellten sich erst da>� .auf den Boden der Vcrfassimg", als'der Putsch der_ ihnen bsgünstigten Meuterer infolge des Generalftreifs Arbeiter fn sonmi enget- rochen war.. 4-' V. " I»örai So fehen die„notwendigen Gegonmaßnahmen' Regierung anS, derselben Regierung, die noch heute nicksti-..»�''.«�' der Löge ist, die.Haftbefehle gegen-KapP. Vabst, Bauer Lo' Konsorten zu vollstrecken. Hat denn die Regierung wirffUIHlHff gar kein Verständnis dafür, wie lächerlich sie sich d Beschönigungsnoten macht, die letzten Endes nur auf* Ehrenrettung jener hoben Militärs hinauslaufen,-die, überch der Stunde der Gefahr Regierung. Verfassung und Rep>> verrieten, setzt aber wieder die höchsten Posten in der 8W blik inne haben und di« Politik der Regwrung in iht Sinn« zu beeinflussen suchem rorberettvNg für den sowie I on gi Neu Der„Vorwärts" veröffentlicht an der Spitze SonntagSnummer einen Aufruf des Vorstandes der S. P an di« Wähler und Wählerinnen, in dem es heißt, dan?» wenigen Wochen der erste Reichstag der Deutsch- Repiibli? g-s-rählt werden würde. Es ist demnach nehmen, daß die Auflösung der Natiönalveljamvtlina � die Ankündigung de« Ter in ins der LdeOvahlen unmil nicht delt genau a ttu n< iclutraleq 0 Tchwa-i vird dar- cyehalteu icheint es tottS den :r ichritt für de« ab seiner > Q Ü 0« H o m- chtt, 01«? auSbrüch des Ver- i der Er- rmb de«! xfolat isj/ sämtliche« SoanJ) für «S etirlia iion" im Uhr dir iner St über d» on 9 Ul i barübi en Wab flt wert ; Kön:� wird i'.ui i l d u ni Aufaabi ieber am da« neu »rsprachm ZrundlaS . wß dol Kabint' d dah d« seheZ am kt. Ander ! Kahin«> iniiterirl nicht vo» Wik dem VMgervngyzBand! Pvu�i-wwuoelir oui. orniu, Herr Richter, ife�i ru) im„vorwärts" lebhaft für die sofortige Aufhebung iws Velagenmoszuftandes ein. Er sagt, daß durch die iortgesefzte Anwendung der Ausnahmebestimmungen nur das Gegenteii von dem erreicht werde, was die Regierung damit beabsichtige, und daß eine Gefundung unserer inner- Politischen Verhältnisse nur ohne Belageruirgs zustand möglich sei. Herrn Richter ist es auch klar geworden, d>aß der Belagerungszustand bisher nur der Reaktion zugute gekommen ist. Er sagt ganz richtig: Andererseits ist durch den Belagerungszustand in Permanenz. auch der Boden für die K a p p-'R e v o l t e vorbereitet war- den. Die M a ch t f ü l l«, die er mit einer kurzen Unterbrechung vietc Monate hindurch den Militärs verlieh, ist vielen von diesen in den Kopf gestiegen und entzvg sie immer mehr der Kontrolle der zivilen Reichs, und StaatsbchSrden. Herr Richter glaubt im übrigen, daß der Bclagerungs- zustand bald aufgehoben werde. Es ist aber immerhin charakteristftch, daß er in die Oeffenklichkeit flüchten muß, um das Widersinnige und Gemeingefährliche des Ausnahmezustandes darzulegen. Sollte bei feinen Parteigenossen in der preußischen Regierung nicht endlich dieselbe Erkenntnis| durchdringen? Wer heute noch für den Belagerungszustand � eintritt, stärkt der politischen und militärischen Reaktion den Rücken, wird zu deren Helfershelfer und Förderer. K» verkehller Erlaß. Der Reichspräsident hat zur Bekanntgabe an die Truppen einen Erlaß herausgegeben, der recht deutlich zeigt, daß die reaktionären Offiziere die Mackft wieder völlig in den Händen haben und daß ihren unheiwollen Einflüssen auch die Regierung unterlegen ist. In dem Erlaß wird igegan die Untervffizicre und Mannschaften Stellümg genommen, die in den Kapp-Tägen den eidbrüchigen Ossi» eieren den Gehorsam verweigerten, es wird ihnen verboten. tveitechin„eigenmächtige" Eingriffe vorzunehmen, da der- v-rtig«„Ueberg risse den Bestand der Reufyswehr go- fährdeten". und dann heißt eS wörtlich: Ich erinnere daher erneut daran, daß jede Handlung, wie die Absetzung von Offizieren und eigenmächtige Neu- Wahlen von Führern, als Berletzung der Disziplin und alt Vergehen gegen die Verfassung und die Gesetzt anzusehen ist und nur den Gang der ordnungsmäßigen Untersuchung behindert. Ich bin entschlossen, um jede Politik auS der Reichswehr fernzuhalten. keinerlei politische Betätigung in irgendeiner Richtung t« ihr zu dulde« und die Truppe zu einem tu sich geschlossenen, von per- fassungstreue» Führer» geleiteten Machtmittel zum Schuh» der Ordnung zu gestalte«. Ich erwarte, daß die Reichswehr im Ver« trauen auf dt« von mir und der Regierung«ingeictzten Führer sich rückhaltlos und in straffer Disziplin der schweren Aufgab« der Sicherung de» Reich» und seiner Verfassung zur Verfügung stellt. Rur so wird e» möglich sein, dal durch den Staatsstreich stark erschüttert« Vertrauen de» Volke» der Reiche- wehr wieder zu gewinnen, ohne da» sie ihrer schweren Aufgabe nicht gerecht werden kann. Dieser EAIaß«nacht tüe Mannsschalsiten der ReichSwch? zwm Spiölball Iber rocckticmären Offiziere. Sie können wie- der schalten und walten wie ehedem. Der O p p o s i t i o n s- geist, der sich bei einigen Fornicitionen zu regen begann. wird rücksichtslos unierbundeii. Die Offiziere haben völlig freie Hattb, sie können ans Grund dieses Erlasses die Neichs- wehr von allen Personen säubern, die während der jvapp- tage sich gegen jeden Staatsstreich wandten aind ihren O'fi- tzlerm ans die Finger klopften. Statt die RcichÄvehr von den unzuverlässigen Offizieren zu säubern, wird diesen Ossi. zieren durch'den Ebert-Erlaß eine Handhabe gegeben, ihre Position in der Reichswehr zu festigen und d i e Mannschaf- ten zu entfernen, die sich nicht zum willfährigen Wevkzeug der Bevschvörer machen ließen. Nnruhen in Irland. Anläßlich de» Jahrestage« de» irischen Aufstand«» von 1916 kam-S in der Nacht vom 8. zum 4. April in Dublin. Cork und Belfast zu erheblichen Ausschreitungen. Etwa 66 Polizeistationen wurden durch Feuer und Sprengstoffe zerstört, ebenso wie 22 Steuerämter, deren Akten vernichtet wurden. Belfast war anfangs durch Zerschneiden der Telegraphen- drähte und de» Kabels nach England isoliert. Dar Rücktritt de» türkisch»» Kabinett« SaWH Pascha wird anrt lisch mitgete'It TcrafiZ Pascha oder Tomad Zerid sollen die Bildung te» nouen Kabinetts übernehmen. Die MeichSschn»lr.nferr«z, b-tf. s.dnung» mäßige Abhaltung durch den Kapp-Putsch unmöglich geworden war, soll nach einer amtlichen AiuAa.sswng unm«! teilbar nach Schluß der National» dvrsamimlun� also vorauSsichÄich Snd» Mai, stattfinden. Politischer Streik t» Japan. Laut.Nieuwe Eourant" meldet „Teaftern Service" au» Tokio, daß 8000 Arbeiter der Schi- bau ra»Maschinenwerk» in einen Prot« st streik gegen d'« Maßregeln der Regierung gegenüber Ausständigen«ingetreten sind. Die Regierung verweigert den Streikenden die Lebenk- mittelzufuhr. Angriffe auf Arbeitswillige wurden blutig bestraft. Vollversammlungen der Betriebsräte aller Industrie- gruppen siehe Inserat. Die Bolkshochschule Neukölln richtet im Vierteljahr April- Juni Arbeitsgemeinschaften und Vorlesungen über folgende Wissensgebiete ein: Philosophie, Literatur und Kunst, Sozial- Wissenschaft und Wirtschaftskunde, Rechts» und Staatswissen schaf- ten, Naturwissenschaft und Technik, Mathematik, Gesundheit»- lehre und fremde Sprachen. Außerdem finden Kurse im getoerb- lichen und kaufmännischen Rechnen, im Bankrechnen, sowie Ein- fichrung in die Algebra und Geometri«, sowie Lorkurse in Deutsch statt. Boykott über die Firma ll.& A. Brenninkmeyerl Die Ort»- Verwaltung Berlin des Schneiderverbandes teilt mit:.Die Firma E.& A. Bvenninkmeher, Konigstr. 83 und Ehausseestr. 118, die in allen Zeitungen durch maicktschre-ierffch« Annoncen unter„E.&(.1. ihre Damenkonfektion anbietet, hat 7 Aende- rinnen anläßlich de» Damenschneiderstreiks gemaßregelt. Die Aenderungen wurden nur von Streikbrechern ausgeführt. Wir fühlen uns deshalb gezwungen, über die Firma den Boykott zu vechängen. Kerne Arbeiterfrau darf dortetwaS kaufe ni" tebevsmikellalender.-- Berstn. In der Woche vom S. bi; 11. Avril wird in den Pszirben', die diesmal on der Reche lind, inländisches Frischfleisch oder aus- ländisches Echweinesseisch ausgegeben. In den anderen Bezi.b.cn gelangen auslaitbisch« Fleisch- und Wurstlronserven und ausländisches Biichftnsleisch zur Ausgabe. Tis zu einem Fünftel der Wochenmsngs ist wie üblich auf Verlangen der gleiichverkäufer in Wurst zu ent, nehmen. Neu« Zuckerliundenliste. Wer vom 1. April ab seinen Zucker von! einem anderen Kleinhändler als bisher beziehen will, muß die Um- Meldung in der Zeit vom 1. bis 8. April einfchliehlich bewi.ken. Dis Kleinhändler sind verpflichtet, die Kontroilabfchnit!« derjenigen Zuckerkarten, mit welchen ein Wechsel de« Kleinhändler» vor� genommen werden soll, den Lezugsberechtigten herauszugeben. Weißens««. 8 Pfd. Kartoffeln auf Ha— c und 400 Er. weih« Bohnen aus 14