tlnzelprels 20 Pfennig- Z. Jahrgang Dienstag, Sen ö. Mprtt i920 Di»»»scheint m»rz«n» u>» nachmittag» m Sa»»- und Festtagen nur moigto. 8« BezugSgrei» detrstzt bei freier Austelluna ms•ür ffitoi»Sniht UO'Dt. im sarau, zahl»«. FZr paitbenla nehmen sämtliche prstanAitlt-» Lesiellungen entgegen. . linier Zireiibant bezogen für Peimchlcmd und D-st-rr i.b Itt.— Dl-, ür da» übrige Zlueiand IZ.50 m. zngüzgch valutaaus'chiag, per Brief für Deutschland und Oesterreich s?.— XU. Redaktion mit Expedition: Serita NW. 6. Ttchikfbauerdmmll liiliU. Sernsprecher: Am, Nordet- SSS— SS.»SS» und»8»«. Nummer 708> Tweno-MSgave vi» achtzrfpariene i�an? eeeillezeiie»der deren Saum, fswr, jede wort-Unzeig», al, auch dr» Famikien» unt Drz-nisationsmqeige« werde« laut aufgestelltem Anzeigen» raiis berechnet- Inferafe für den darauffolgenden tag müssen sxtl-ften- bis« Hbt nachmittag» in der Lzpeditian aufgegchen fein. J«Ierotcn»AbteUm»g: Berit» MW. S. echiftdaiterdamni l« Fernsprecher: Amt Morde» SS»— 36, 2893-9®, 97®8 8,sf w berliner•Organ 50 brr Vnabftämfgm SigMömmmHe S>eat]tf)Iani& '.SO m ■"* J'"'ä*' -II» lZ»r!>-� 12.-/ g(>.50' 5.-' 3—' r. 22. Im 1 t. Melr'j I a i 3; Zrauksnrk am lain besetz!. Franksurta� M., K. April. Heute worge« um 5 Uhr wurdc Frankfurt a. M. von de» fromzösischen Truppe« besetzt. Frankfurt a. M., S. April. ' 5« Erfüllung der Drohnotr de? frauzösisKea Minlsterpräfi- deute» Millerand find die französische» Truppe« liente früh »« 3 Uhr in Frankfurt eiumarfchieet. ZllS erfte» Objekt von nuli- tSrischer Bedeutung«mrt-e der Hanptvahnhof besetzt und vor dem Hanptetagang et« Tank aufgestellt. Das Kommando der französischen LesatznagStruppe erläßt eine» Anfrvf an die Bedölkernag. in dem erklärt wird, daß die deutsche Regie- rnng durch da« Borgehe« der ReichSwehrtrnppen gegen die Arbek. terschast im Rvhrrevier die Bestimmungen des BrrsMcr Frie- denSuertragoz verletzt habe. Infolgedessen sehe ftch.fcie fran- »ösische Regierung gezwungen, sich Pfänder zu nehmen, damit die Verllaer Regierung ihrer Unterschrift nacht» Ja««. Wie weiter gemeldet wird, sind bereits franzSsifche Truppen gegenDarm. stadt«nb Hana««m Bormarfch. Die französische Rheinflot. till» ist in der Nacht«ach Hanau abgefahren. Die Besetzung Frankfurt» ist ohne Zwischenfall vor sich gegangea, da in» folge der frühen Morgenstunde die Bevölkerung nicht auf de» Atraheu war und den Einzug der französische« Truppen nicht sah. Post., Telegraph, und Telephonverkehr werben vorderhand unge- stSrt anfrechterhalte». 2er Einmarsch in ZattnffaM. B. Darmstadt, 8. April. Der Einmarsch der französischen Truppen hat heute morgen «»« i Uhr in Darmstadt stattgesunden und sich in völliger Ruhe «bgespielt. Die Franzosen besetzte» alle Bahnhöfe, Postämter, das Schloß und alle öffentlichen Gebäude. Soweit bisher bemerkt wurde, scheinen zu der Besetzung Darmstadts nur farbige Trup- Pen verwendet worden z«, fein. Die deutsche« Behörden Haben zu der Besetzung in folgendem Aufruf an die Bevölkerung Stellung genommen: An die Bevölkerung Darmstadts l Im Zusammenhang mit den Vorgängen im Ruhrrevier rückten heute morgen französisch« Truppen hier ein. Der unterzeichnete Staatspräsident hat gegen dies« Maynaihme sofort Protest«ingelegt. Es ist notwendig, dah die Bevölkerung Ruhe bewahrt. Jedermann gehe seinen ge> wohnten Geschäften nach. Unter allen Umständen müssen An> sammlungen des Publikums wie auch all« ausschreitenden Hand> langen vermieden werden. Je größer die Stühe, desto sicherer der alsbaldige Abzug der fremden Truppen. Nach den erfolgten Zu Sicherungen bleiben Regierung, Behörden und Beamte u n be billigt in Tätigkeit. Darmstadt, S. April 1W0. Ulrich, Staatspräsident. Dr. Glüsing, Obe.dürgermeister. Auch Hanau besetzt. Der Telephonverlehr mit Hanau ist seitens der französischen �latzungstruppen gesurrt worden, so daß sich nicht feststellen b.eß, in welcher Weise sich hier der Einmarsch vollzogen hat. (Sieh: auch Seite 3.) Leeudigitttg des GenerkUelks iu bäuemack. Kopenhagen, 5. April.(«Ritza».) Da die Einigkeit zwischen Arbeitgebern und Arbeitern her Sestellt ist, wurde» d�r Generalstreik abgesagt. ._ Der König hat seine Zustimmung zu folgender M i■ n t st er liste erteilt: Obervarmuwdschaftsdirektor F r i i s Mlnisberpriistdent und Verteidigungsminister, StrftKamb- Mann Kamwerberr Ammentorp Krrchenminister, Bür- germeiste r � e rk' en Sozialministar, EMetashitektor seoefDed Ftnanzmwi'tör. SchulimDektor unö SLadtve» orÄneter B»der s e xi UnierrichtSminister. VäiyaluitflS minister, Departementschef R i i Z- H a n s e n Mimster snr Oeffentliche Arbeiten. D«vantsmsnts n i u s Adinister des AetiHern. �Deparrmtzmentsaief Schröder Justrzminister, Pächter Sonne Landwirt. schastsiramster und DepcrrtementSchies L e d e l Minister des Innern. Der bisherige Minister fiir Schlesmig, Hanjen, wurde zum GenerciÄommissar für SMeswig ernannt. Ter Posten für den Dcrkifhrsminrster ist noch un» Das Ministeriiün besteht aus Männer«, die sich po- litisch noch nicht betätigt haben. Seine einsige Ausgabü ist die Durchführung des Wahlgesetzes, das vom Ministerium Zahle im Reichstag eingebracht wurde, und die Abhaltung neuer FolZethingwahlen.- Der Reichstag ist für morgen einberufen worden. Die Neuwahlen fiiir. den Folksthing- find für den 22. Avril festgesetzt. Sämtliche Forderunge«, de? Arbeiter wurden erfüllt, darunter die«cut. Aufhebung der An- kündlgung der Aussperrung, die Sicherung einer Tsue» ruiigszülage für Arbeiter im August, sowie die Ein- führung do« Betriebsräten und die Am- n e st i e für alle politischen Vergehen, Schwere Unruhen iu Zrland. ll.d!. London, st. Avrtl. In mehrere« Stödten Irlands haben während der Oftertagv heftige Unruhen stattgefunden, die weniger blutig, dafür aber um so ernster a« Zerstörungen waren. In der Nacht von Sonnabend auf Sonntag waren sämtliche Telegraphen- und Telephon-Linieu vpu Dublin abgeschnitten, so daß keinerlei Rochrichten weiter- gegeben werde» konnte». Der Angriff der Sinnfeinrr richtete sich hauptsächlich gegen die Bureaus der Einkommensteuer, die sämtlich in Flammen aufgingen. Außerdem wurden mehrere Polizeiämter in Dublin, Cork, Belfast und anderen irischen Städten entweder in die Luft gesprengt oder eiugeäschert. Die Isolierung von Dublin ist praktisch vollkommen. Im ganzen sind über IVO Polizeistationcn zerstört worden. Auch die Zollämter wurden in viele« Fälle» angegriffen. Da zahl- reiche Dokumente vernichtet worden sind, befindet sich die Regie- rung in großen Schwierigkeiten, da sie nicht weiß, wie die Steuer- einforderung vor sich gehen soll. fts,ptfivW. da» WnröltzhNl fiütftfjfoiforii SkttAM ivinhvlA. lT»»wPrintt PftnenitatS 2iis Mitzlrauen gegen die Jiolijelaüioa. Der Reichskommissar Severins hat in seinem Aus- ruf an Äie Bevölkerung behauptet, daß die Reichswchr. tvupipen mit dem Einmarsch die Nereirnbarungim mit der Arbeiterschaft-nicht durchbrochen habe: wo sie an ein-zslnen Stellen kämpfend vorgestoßen seien, hätten Angrvfse der bswaffnetm Astbeitermassen ihnen den Anlaß dayu gegeben. Wir haben«schon festgestellt, haß diese Darstellug unrichtig ist- Hätten die ReichSwehrtruippen«die Ablnachungen befolgt, so «wäre eine Doslvfung der bewaffneten Arbeiter von ihnen ohne weiteres möglich gewesen, bann Hätten aber auch die Arbeiter aus den bereits bemchigten Gebieten die Möglich- keit gehabt, ohne die Reichswehr die Ruhe überall wieder- herzichtellen. Das ist unmöglich gemacht worden. Wie''ehr das Mißtrauen der Arbeiterschaft gegen die Polizeiaktion berechtigt ist, daS geht schon aus der von uns bereits berichteten Tatsache hervor, daß in Dortmund nach dem Einmarsch der Reichswehr am Sonntag die Orts- wehr wieder aufgelöst worden ist. Auch die Besetzung von Schwerte, das schon im bevgSchm Land liegt, ist nicht geeignet, die Versicherung der Regierung, daß sie nichts gegen die schon beruhigten Gebiete unternehmen wolle, glaubhafter zu machen. Zu allem Ueberfluß müssen wir noch auf folgendes aufmerksam machen: Nach usts zuge- gelegenen glaubwürdigen Mitteilungen hat sich der Führer des Freikorps Schulz, eines der von den Arbeitern ge- fchlagenen Truppenteils der Kovp-Rebellen, nach seiner Niederlage nach Wesel begeben und dort einen leitenden Posten in der Reichswehr wieder sin genommen. Dieser Schulz steht jetzt an der Spitze eines Truppenteils, der im Sluftrage der Regierung auf Mühlheim marschiert. Glaubt man, daß Leute dieses Schlages geeignet seien, beruhigend aus die Arbeiterschaft einzuwirken? Ist hie Re- gieruug Jjcc SJleiimnp. daß die feieie.nk yd» den Militärs solchen Schlages wirklich 1?»? die Tmchssübvung einer Po- .'-r.— 'iS* M Schuld der«egieruug. Die Besetzung dreierder blühend. sten-und w ichtiigsten deutschen Städte durch d i« Frau- zosen/das sind die Folgen des törichten und unverantwortlichen Vorgehens der Regierung im Ruhrredier. An der Schuld der deutschen Regierung, dw es in ihrer Verblendung so weit. hat ckormnsn lassen, daß die fvcmMsche Regierung den erwünschten Torwird zum Eis- marsch ftftden konnte,'besteht nicht der geringste ZwsrfÄ. Da werden reine oftiziösen Terutschungs. und LeugNMgs« versuche irgend etwas hellen. ' Im Ruhrrevwr begann nach dem GiüIefMer AWomtstV Bevuhignmg einzutreten, die friedüchc Lösung wurde va» allen Arbeiterparteien gewünscht und gefördert. Diese Ar- beit wurde.HM vernichtet durch das im Ton und. Inhalt gleich veranglückte Uitünatum der Regierung und sie wurde ganz vernichtet durch die freveHafte PWvokation des Gans» rals Watt er mit seinen A usM cu�gshsstienm ungen. Trotzdem setzten die Arbeiterparteien unter viel schwis- rigeren Umständen ihre Arbeft zur ftiedlichen Beilegung de« Konfliktes fort. Aber statt unterstützt zu werden von der Regierung, wurde ihr Werk immer wieder erichwert. Di« Regierung mußte den General Watter nach Erlaß dieser i'lus- führungsbestimmungen abberufsn, um den Beweis zu geben, daß es ihr ernst damft sei, die Arbeiterschaft nicht der Räch- sucht der Reichswchrführer auszuliefern. Sie mußte die Be- mühungen der Arbeiterschaft, selbst Ordnung zu schaffen, mit aller Kraft unterstützen, und vor allem peinlich daraus achten, daß die Reichswehr die Münsterer Vereinbarungen einhielt. Das alles ist nicht geschehen, die Regierung ließ sich viel- mehr zur gewaltsamen Lösung treiben. Das war unverantwortlich vom Standpunkt der inneren Politik aus, es war bevblendet vom Standpunkt der äußersn. Von Anfang an hatte die französische Regie- rung keinen Zweifel daran gelassen, daß sie den Einmarsch der Reichswehr in das neutrale Gebiet als Bruch des Friedensvertrages betrachten und ihrerseits Gegenmaßnahmen ergreifen würde. Da kam Plötz- lich die rätselhafte Erklärung des Reichskanzlers Müller, daß die französische Regierung ihre Auffassung geändert, und keine Einwendung mchr gegen den Einmarsch erhebe. Diese Erklärung war falsch. Die Frage bleibt bis zur Stunde un- beantwortet, wieso Müller diese Erklärung abgeben konnte. Wir unsererseits wissen nur eine Antwort: die Reichswehr- generale wollten marschieren, und da dem die französische Er- klärung gegenüberstand, mußte sie aus der Welt geschafst werden, wenn nicht anders, so durch eine Lüge. Da nicht anzunehmen ist. daß der Reichskanzler bewußt Falsches ge- sagt hat, so muß ihm seine Erklärung von reaktionären Be- ainten des Auswärtigen Amtes, die mit den Reichswehrgeneralen im Bund waren, suggeriert worden ssrn. ES hau- deft sich offenbar um eine niederträchtige reakt iv- näre Machenschaft derjenigen Elemente, denen die Reichswehr nicht früh genug gegen die Arbeiter marschieren konnte- Unglaublich ist aber das weitere Verhalten der Regie- rung. Am nächsten Tage bereits wußte sie offiziell, daß die französische Regierung an ihrer Auffassung W Holle. daß alle Vorstellungen und Bitten in Paris vergeblich waren. Sie wußte also, daß der Einmarsch der Reichswehr die größte Gefährdung deutschen Gebietes und schwere internationale Komplikationen bedeutete. Sie hätte es wenigstens wissen müssen, wenn dip deutschen Minister irgendwie eigenen Urteils fähig sind und sich nicht von jedem reaktionären Geheimrat an der Nase herumführen lassen. Trotzdem ließ sie bat Einmachch zu, trotzdem könnt« sie den Zeitpunkt gar nicht erwarten, wo die Reichs wen r marschierte. Dabei ließ sie die deutsche OsffcnllÄkeft ü'chp die drohende intenwtionwle Gefahr so ziemlich unbiiian» i s"�****** Kitt ftiMiunfa* fito jcariftfartw.*m. wiesen ihre Offiziösen, Saß ja Sie Besetzung ganz nnbe- pechtigt und Sccher gar nicht zu fürchten sei. Das Seutsche Volk sieht nun Sie Folgen, die ihm der reaktionäre Eifer der konterrevolutionäron Generale und Sie Schwäche der Regierung gebracht haben. Jetzt muß wenigstens alles daran.gesetzt werden, diese Folgen Iso rasch als möglich wieder zu beseitigen. Der Schaben ist ohnedies groß genug. Die Regierung muß sofort dafür sorgen, daß die Reichswehr aus der neutralen Zone zurückgezogen wird. Die Auf- rechter Haltung der Ruhe und Ordnung auch in diesen Gebieten muß von den Ortsw ehren übernommen wer- iden, die unter Umständen von den organisierten Arbeitern anderer Städte unterstützt werden kann. Wer der fran« zösischen Regierung darf nicht eine Minute lang der Vor- wand zur Aufrechterhaltung der Besetzung gegeben werben. Die Reichswehr muß zurück! Was schon früher ein Gebot der inneren Politik war, ist jetzt zur u n d e- dingten Notwendigkeit der äußeren Politik geworden. Ler DilhelAShMner Skandal. T»e Vorgänge in Wilhelmshaven ziehen weitere Kreise. Wir haben berichtet, daß die während der Kapp- Woche wegen ihres verräterischen Benehmens verbafteten Seeoffiziere der Nordseestation auf Befehl des Reichswehr- Ministers aus der Haft entlasten worden sind, trotzdem die Vertreter der Koalitionsparteien Einspruch gegen die Ent- Haftung erhoben hatten. Auch der Protest des Zivilkom- missars Vesper ist gänzlich unbeachtet geblieben. Ter Bevölkerung in den Nordseeorten hat sich eine starke Beunruhigung bemächtigt und die Zivilbehörden sehen ihren W i d e r st a n d gegen die herausfordernd milde, im Gegensatz zu allen Versprechungen der Regierung stehende Behandlung der meuternden Offiziere fort. Wie der„Vorwärts" berichtet, ist die vollziehende Gewalt in der Nordseestation dem als konter'revolu- t i o n ä r bekannten General Hülsen(Hannover) über» tragen worden. Der olbenburgische Ministerpräsident � a n tz? n erbebt nun m einem Telegramm an die Reichs- regierung noch einmal Einspruch gegen die Anerken- nung des alten militärischen Systems, »welches sich ausdrückt in der Herrschaft der reak- tionären Offiziere der Admiralität, in Unterstellung der Nordseestation unter die Reichswehr- lbrigade 10, Hannover, in der Ablehnung der Vor- schlage des Neichskommissars Vesper", die von den Koalitionsparteien und der oldenburgischen Staatsregierung„als gangbarer Weg zum Neuaufbau einer der Republik treuen Marine anerkannt werden". Der Ministerpräsident erklärt ferner, die Nordseestation sei tobellos in Ordnung nnd werde in Ordnung bleiben, wenn, die reaktionären Offiziere aus der Admiralität rücksichtslos entfernt werden. Geeignete Personen, zuverlässige Republikaner zur Neubesetzung der höheren Kommanbostellen stünden zür Verfügung.„Eine Neichsregierung und ein Reichswehr- minister", fährt das Telegramm fort,„welche nicht imstande sind, die Schuldigen am Kapp-Putsch streng aber gerecht zu bestrafen und Äas Versprechen Eberts und Noskes aüf De- mokratinerung von Reichswehr und Marine sofort mit Taten durchzuführen, verlieren das Vertrauen.' Es. ist mit dieser Regierung bereits weit gekommen, wenn ein so gemäßigter Mann, wie der oldenburgische Mi- nisterpräsident, mit seinem Mißtranen drohen muß. Viel Vertrauen hat die Regiening ohnehin nicht zu verlieren, wenn sie aber Wert darauf legen sollte, einiges Vertrauen zu e e r w e r b e n, dann darf sie nicht fortfahren, den Elementen, die zu ihr halten, jn ihrem gerechten Kampfe gegon die Banditen um Lüttwitz in den Rücken zu fallen. Vera ich, vor blich für dieses uilverantivortliche Treiben ist dber allchn Ebert. Er setzt ganz bewußt und mit Wsicht die Politik Noskes fort, mit dem et sich von Anfang an solidarisch eMärt hat. Es ist höchste Zeit, baß auch die r e ch t s s o z i a l i st i s ch e P a r t e i etwas energischer gegen dieses unglaubliche Benehmen austritt, wenn der erste Prä- sident der Republik nicht vollends zum Verderber an der Republik werden soll. Hindenburg und Kauksky. Eine englische Zeitung, der„Daily Telegraph", hat das Publikationsrecht der Erinnorun- gen H i n d e n b u r g s erworben, und das Blatt beginnt mit der Veröffentlichung, bevor das Buch in Deutschland erschienen ist. Die Angelegenheit würde uns weiter nicht berühren, wenn sie nicht gewisse Erinnerungen wachriefe. Als Kautskys Buch über den Weltkrieg wider Willen und Wunsch des Verfassers und des Verlegers in ausländischen Zeitungen abgedruckt wurde, ehe es im deut- fchen, Buchhandel erschien, erhob unsere nationalistische Presse ein fürchterliches Geschrei. Kautsky, so hieß es, »mache unwürdige Ge'chäfte mit dem feindlichen Auslackd, schädige das deutsche Ansehen un!» begehe Landesverrat. Und im Fall Hin den bürg? Alle die. die damals so tapfer schmälten, hüllen sich jetzt in schweigen. Sie haben gegen das Geschäft ihres angebeteten Feldmarschalls mit England(das Gott immer noch strafen möge) nicht das geringste zu erinnern. Es erscheint ihnen ganz in der Ord- nirng, daß von den Seitenhieben Hindenburgs auf die Bundesgenossen, vonjeiner scharfen Kritik an der Strategie Falkenhayns och Ausland früher Kenntnis erhält als der deutsche Leser, und nicht einmal danach wird gefragt, ob der Grncral durch die englische Veröffentlichung ebenso überrascht worden ist. wie seinerzeit Genosse Kautsky. Aber die Telegramme aus London melden, daß in den Hindenburgschen Erinnerungen der Kaiser und der Krön- Prinz nur sehr selten und dann nur mit der größten Er- gebenheit erwähnt werden. Das ändert natürlich die Sachlage. Patrioten mit kleineren Summen, und' mit einem Ben« von je 1000 Mark die O b e r s ch I e s i s ch e n K o k s w« r h u n d d a s K a u s ch e r w e r k. Wenn die Liste fortgesetzt wird, dürfte das Interesse fr Schwerindustrie an dem Helfferichschen Vorstoß besonder deutlich in Erscheinung treten— vorausgesetzt, daß ihre h.� vorragendsten Vertreter wie z. B. Herr Stinnes es Mit vorziehen, die Unterstützung, die sie dem verschämten Arm? angedeihen lassen, nicht an die große Glocke hängen. ver Mordbefehle. Der„vorwärts" veröffentlicht einen Befehl, der äzn Ä a r' und Lüttwitz am 14. März an die Truppen weiiergegetS wurde. In diesem Befehl heißt eS,„daß jede entschlossene Dieri aufsassung, auch wenn sie im Zwange der Notwehr gegen ci» zelne bisherige Bestimmungen verstoßen sollte, unbedingt anv kannt und persönlich gedeckt wird." Kapp und Lüttwitz Hab« sich durch diesen Befehl zum A n st i f t e r aller der Mordtaten u« Verbrechen gemacht, die während der Putschtage in Berlin u« anderwärts verübt worden sind. Die in dem Befehl erteil!« Anweisungen find allerdings nicht neu. Nach dem gleichen V zept haben N o s ke, Reinhardt und 2 ü t t w i tz ein ganz' Jahr lang die Arbeiterklasse terrorisiert, Blutiaten aus Blq taten gehäuft, und wenn bisher auch nicht eine- dies.r brechen seine Sühne fand, so lediglich deshalb, weil die 2 höheren Orts gedeckt wurden, ein Strafverfahren gegen sie, im Falle Marlob, im„Interesse de? Vaterlandes" nicht erwün schien. Dü sertiggc Es deg in Pari stcllung darin t und dei ist, beka Danach Aussüh Uei Darm furt a.! angcrüi Der V Starke Behördi De si espr scheu V st a d t, Noskes neue Leschijstigunz. NoZke ist für einen großen amerikanischen ZeitungS- konzern, die Hearftpresse, engagiert worden. Er soll eine Reihe von Artikeln schreiben, für die ereinHonorarvon etwa einer Million Mar? erhält. Man sieht, der Reinfall macht sich bezahlt. Vielleicht erfahren wir auch noch, daß eines der bekannten Zirkus- unternehmen an Herrn Noske mit Sem Angebot herantritt, ihn als blamierten Europäer in den amerikanischen Städten der staunenden Menge vorzuführen. Tellerfammliing filr Helfserich. Der Kapp-Putsch bat Herrn Helsferich um seine besten Wirkungen gebracht. Ueber dem Spektakel, den seine unklugen Freunde verübten, trat sein ProzeßgegenErz- b e r g e r ganz in den Hintergrund, und der Rücktritt des GesamtkadinettS ließ die vorher erfolgte Demission des Finanzministers vollkommen in Vergessenheit geraten.______ Das ist um so schmerzlicher, als die Aktion sehr viel Geld verschlungen hat. Die rund 100 000 Mark, auf die die Gesamtunkosten veranschlagt werden, würde der mit irdischen Glücksgütern reich gesegnete ehemalige Vizekanzler gern be- zahlen, wenn der Effekt dem Aufwand entsprochen hätte. Wie die Dinge ober liegen, muß ihm dieser Griff ins Porte- monnaie recht unangenehm sein. Jn seiner Not springen ihm seine Anhänger bei. Jn der„K r e u z z s i t u n g" appelliert Graf W e sta rp an die Opferwilligkeit der Deutschnationalen:„Sollte es nicht am Platze sein, das Geld durch freiwillige Beiträge, zu deren Annahme auch unser Blatt jederzeit gern bereit sein wird. zur Verfügung zu stellen?" Die„Tä g l. Rundschau" aber ist der„Kreuzzeitung" um eine iltasenlönge voraus. Sie kann bereits die erste Sammelliste veröffentlichen. Auf ihr stehen Professoren, Studenten und sonstige schwarz-weiß-rote Die SNalking der Ammun ftsn Wie das Wolfssche Bureau meldet, hat sich am 4. v- �'u" 5. April 1920 d-i« kom-mum ist i s ch e Arbciiterp artl s. Deutschland konstituiert, da die Zentrale des©piDonnft tatusbundeis durch ihr Eintreten fite ParÄrmentartSnuuS, Ä sich in werkschwftÄn und gesetzliche Betriabörckte mehr und mehr is vollzieh reformistische Fahrwasser gelangt sei. Die K. A. P. D. stellt gsatzung haben e auf den Briden der 3. JWernafemoile. jj Es handelt sich hier um die Siellungnciihme des Parisitagl der LppoMvn in der K. P. D., der zu Ostern in Be'rfet stwken du Ifand. Wir kommen darauif noch eingehender zurück. stand )ühi!eslg sereuz der llnlZbhö.i8!geu Arbeitet Wo parlei Englands. Ger Wreußisi H. N. Glasgow, 6. April durch st Auf dem Jahreskongreß der unabhängigen Arbeiterpartei hWd dur der Präsident S n o w d e n die Arbeiter mit großeck Nachdr!.Bolksbl gewarnt, zu einer Gew altpol iti ülbersugckhen. Er sagX. Candida wenn mau versuchen' würdet, die Macht gewcvbi'sam an sich zui reißt Mersebu nur Elend und große Leiden für da« Proletariat dadurch V* mehr@i anlaßt würden. Die Versammlung erklärte sich mit den AuSswfcersamn rangen Snowdens einverstanden und hat den Bericht deS Aveinem ft schusies der Unabhängigen Arbeiterpartei, sich der 3. In teMursitzei nationale anzuschließen, mit großer Mehrheit ab gefahren 3 Mon ämmlu lehnt. Die Velg!er dleihen in der Zweiten WWlk K. N. Brüssel, 6. Apü� Ter sozialistische Kongreß hat sich mit großer Mehrheit vahk ausgesprochen, daß die belgische Partei Mitglied der zw»' ten Internationale bleibe» soll. Ter Kongreß t dann mit 1314 gegen 330 Stimmen einen iöorschlag angenomm» nach dem man sich bereit erklärt, in dieNegirrung einz» treten. Man behält sich aber vor, nach dem Ende der Titzu««'� Periode diesen Beschluß nochmals zu prüsen. Ge« Uns «nehm ussen, Persien„ick Sowjetrußland Der persische Minister zwe Aeußern, der sich gegenwärtig in London aufhält, erwägt Z-AuSnahi Plan, mit Eow'etrußlPid ein gutes Einvernehmen m diese u zustellen. Sowjetrußland Hai nch erboten, nach Erreichung eis traten solchen Einvernehmens die für Persien nachteiligen Vertra Russen außer Kraft zu setzen.— wahren, Lie Mslerdiiche Akademie. „Wenn di« Akademie die Ausstellung(von Bildnissen Berliner Maler zwischen 1300 und 1S00) trotz der Unruhe und Ungunst der Zeit eröffnet, so geschieht dies in der Ueberzcugung, daß a gerade heute not tut, gute ältere Kunst zu zeigen." Nie-- mal? war eS in Wirklichkeit überflüssiger, ältere Kunst zu zeigen, besonders wenn sie nicht mal gut ist. Die paar Arbeiten, deren gelegentliche Ausstellung lohnt«(Graff, Schick, Schadow), sind alte Bekannte aus früheren Ausstellungen. Angenehme Ueberraschungen sind unter 870 Bildern nur die Skizzen Karl B l e ch e n S und die Bilder von Friedrich Rehderg (1763—1835) und Gottfried Doplex(um MO). ES gehört schon die Königlich Preußische Lerschlafenheit der Berliner Kunst- akademie dazu, die übrigen SSO Bilder als„gute ältere Kunst" öffentlich auszustellen. Was sollen uns in aller Welt diese legi- timen vorfahren Anton von Werners, hie geistlos und devot den Königlichen Hof, die königlichen Prinzen und die illustre Hof- gefellschaft ÄS Photographen in Oel bedienten I Solche Nieten auszubuddeln sieht heute die Akademie noch als Aufgabe an? Ich ha»e freilich selten so viel« gemalte Orden beieinander ge, sehen. Keine feudalere KunftauSstellung hätte Herr Traud als Kultusminister der neuen Aera eröffnen können als diese, die aus den Uhrenplatz da?„DoppelbildniS der Prinzen Waldemar und Adalbert von Preußen" hängt... kleine glitzende Helden im Gardekpstüm der Jreiheitskriege, mit wichtigtuerischem Griff an di« Plempe... Si« wirkt ein bißchen dumm, diese gang« Aus- stellung, und si« wird wohl ewig«ine Königlich Preußische Kunst- akademie bleiben— diese mehr als überflüssige Institution. Ihre Ausstellungsräume sollte man jeder Künstlergruppe zur Verfügung stellen, die ausstellen will- damit-n diese Säle auch ein- mal die Kunst hineinkommt, die nicht die Unruhe und die lln» tiunst der Zeit verleugnet und verschläft. Im Kunstgewerbemuseum(täglich von 10�1, außer Montag) sind die rund 4000 Entwürfe ausgestellt, di« auf dc>» BriefmarkenpreisauSschreiben eingingen. Die Ausstellung beweist, wie de- Bazillus der akademischen Kunst- Herstellung schon unauSrot'üar tief in unseren Körper«in- gedrungen ist. all� Phantasie, alle Frische tötend. DieS also ist i-} t'.inz:*? Vl.sul'at unserer Kunsterziehung auf Kunst- akademie, Kunsigewerueschulc, Kunstschule und Fachschule, daß ,jy leere», banale». koyventionM» M feSfefet ß&m läd- tausendmal„geschmackvoll" abgeklatscht werden kann? Zum Teufel mit dieser Pest des„guten Geschmackes", dieser Seuche der „einwandfreien Form", diestr Jnftuenza de»„Stils". Räumt doch endlich diese Schulen auf, ehe sie noch mehr Schaden an« richten, ehe sie noch den letzten kleinen Rest von ursprünglicher Schafsenslust getilgt haben. Natürlich hat das Kollegium der Preisrichter auch wieder in die akademische Kerbe gehauen, indem es die akademischesten, die leersten und langweiligsten von allen Vorschlägen für die Preise Herausgesuch: hat. An den wenigen frischen und originellen Zeichnungen, die z. T offenbar von Dilettanten kamen, sind die Herren konsequent vorübergegangen. Es wäre aber verdienstlich und auch künstlerich gerechtfertigt gewesen, gerade au» diesen Außenseitern, aus den nicht der Konvention unterlegenen Eni- würfen den Preis herauszuholen. Rudolf Jehmlichs Zedchn-ung drei glänzende Stern« mit schönem klaren Gefecht der Strahlen— wäre zur Ausführung brauchbar gewesen. Einige weitere Verfasser frischer und ungekünstelter Arbeiten möchte ich kurz mit Nomen nennen: Gerto Overbeck, Ernst Böhm, Kühlüorn, Günther Albert, Bernhard Knoll, A. H. Stammler, Walter Hofmann. Eduard Kintrup, Willy Szeslokat, Erich Hahn, Heinrich vähr,?ohann Pascheck, Gustav Toncewitz und Rolf Res«. Dieses grotzart:ge Preisausschreiben, dies« verzweifelte Jagd nach einer brauchbaren Briefmarke gehört ebenso wie die Bildnis- ausltelluna in das Kapitel von der unsterblichen Akademie. AdolfBehne. junkerlichen Herrn bisweilen aufsteigt, wirken in der gewandten Uebertrayung Hugo v. HosfmannSthalS ein versüßt.- Der.mit dem Mantel, mit dem Degen" ritterlich gespor 15. und ölge de kinlaßkc ,______-—— j �horprs ten Grandezza der spanischen Herren, der aus Langeweile sta« tädtisch Menden Abeuteurerlust koketter Damen hatte Mar Rci«�- Hardt» in allen Lichtern fi-rahlend« Regie ein glitzerndes wand übergeworfen. Eine kleine Bühnenmusik begleitete fr mnd da di« manchmal etwas opernhaft verspritzend« Hardt (di« übrigens fchv.» vor Jahren Wcingariner zu einem eigen Werk vertonte). Jn rastlosem Uebermut machte Herr Thim« seinen stet» sprungbereiten Bedienten zum Mittelpunkt a Heiterkeiten des Abend». Er spielte bummschlau und drollig Publikum hinein, da» ihm vor Vergnügen zusrachzte. A.muu| und voll liebenswürdiger Schalkheit gab El'« Heim? dic fr� iich jung gebliebene Witwe, und Margarerhe Christians wie Carola Töll« die akkomvagnierende mädchenhafte Ho s«el!glt«lt bis zum ersehnten Eheschduß. Paul Hartman spriHte Funken etneS stolzen und natürlich schönen Temp:r> meirts. Nur Herr v. Alten fiel mit seiner b tterMen gej.tv genen Karrhierung völlig spaßlos aus dem sonst ganz anze «hzetönten Ausammenspiel. 0 beid rag« n itgliet eue 5kt ehalten ußer a on 120 ngrn i horwei rhrung oll nac erden. ute St ich es I eisterr [orbetm ten. ticken. dafür vle Dame Sobald. (Deutsches Theater.) Bor fast dreihundert Jahren, rm Zeitalter Shakespeares, schrieb Calderon de la Barca, der auSerwähst« Hofhichter PhWppS IV., größer akS Lop« de vega. kleiner ol» Cervantes. diese KomSdi« der adligen..lustigen Witwe", einer„Dame Kobold", der man von hem sonst grWlerisch weltabgcwandten Ideal» geilst ihreS Dichters nicht viel anmerkt. Er war ein Sklave seiner christlich-monarchtsch«ngverschnürten Zeit und überragte, sie den» noch m seinen Träumen, die dl« Ketten eines verkerkerten Leben? sprengen sollten. Hier tändelt er nur ftn Mummenschanz «in?» graziös heiteren Bwwechss""?sspiele verliebter Leutchen. die durch eine Drehtür sich n.'ckt. und ha'chen. sich tollen und findon. Die grollenden Uutertöne einer durch Mutiec'.vitz alrea- gierten Bsttexkeitz dem vvMarihch gefhybcjltie» Djlei�r des utern! ecke, lassiger Im roitag lies" vi olle: d ' ierle, I Ein Lievknrcht-Trama. Das Dk.eater im 5.■.jn«*V hau? führte vor einigem Tagen.zum erstenmal ein Stück MonarchenbeKwinger", sozialhistorisches Sch)auip>e1 in fünf Mß von Henning Ohlssan. ernem in schivedi-cken Arveitcrkre!' n kannten Bühnenschriftsteller, auf. Eigentlich müßte da? Glück wie schwedische Blätter sagen— heißen:„Karl Liebknecht? Le in Bildern mit begloitendcm Text." Man be..am näml.ch nicht n ihn selbst— im Stück Karl Fviedenkampf geheißen— sau auch Rosa Luxemburg und Wilhelm II. zu sehen. Die dram.Ä schen Situationen, die spannend genug waren, sowie rerolution« Sieden gegen den Krieg fanden, wie uns berichtet wirb, starr Beifall..«uf „DaS Lied der Liebe" heißt ein neues Bolksstück im Rofr'-ame!) t h e a t e r. In die aapoleoniichc Zeit wird»'an zurüioer'.Mner S Nach einem Abenteurerleben deutscher, in französische Unii�Ichekftent gesteckter Staatsbürger, kehren sie, nach» jahrelanger Krieg'zsspielen � >n ihre Heim»:, ins thiiriitgisli: Dorf, in die Arme der Ingen Da geliebten, zurück, verfosscr ist Herr Wismar Ro s e n d a rpp e x„ der«s verstanden hat. zu den ernsten und luftstan Vorgängen ��Nhr, Siück die richtige Ri'sik einzufügen. Unter der SpicWilwS WM Bikt Stephans gaben all,..'i w...e!>sln'le ü'».-.' S-/nh Ai, Der Verlincr BollS-Clior(Dirigent Dr. Ernst Zander) tnutf die Bttsthsven-Abend«(IX- Ginlsnie«. dt»« d' -JL .-».ver MWZtsch w öle NUMe s w e r v. presse de OOIIC» �r"ha Die deutsche Regierung hat ei» Kommunique es ni« sertiggcstellt, das au die französische Regieruug gerichtet ist. n Armq Es beginnt mit dem Wortlaut einer deutschen Note, die heute o ck e � in Paris überreicht worden ist. Daran schließt sich eine Dar- I stcllung der historischeu Vorgänge. Zum erstenmal wird darin das Telephongespräch, das zwischen Paleologue lunb dem deutschen Geschäftsträger in Paris geführt worden ?en.„„ncJ'st, bekanntgegeben, zugleich mit der schriftlichen Bestätigung. ne Die» Danach sei der Reichskanzler berechtigt gewesen, seine ;ea:n ci« Ausführungen in der Nationalversammlung zu macheu. inSt Ueber die Besehung von Frankfurt a. >talen ui T a r m st a d t und H a u a u wird noch berichtet: In Fran- Berlin u» iurt a. M. ist eine Division in Stärke von etwa 2v VW Man« l erteil» angerückt, Eisenbahn, Post, Polizei wurde« sofort besetzt, eichen!tz Der Belagerungszustand wurde über die Stadt verhängt. �iarke französisch« Patrouillen durchziehen die Stadt. Die c"rr � Behörden wurden unter französische Kontrolle gestellt. di? Tu Ter Gebrauch von Telephon ist perboen. Telephon. •n sie, n gcsprächc und Telegramme bedürfe» deS franzö- crirni schxn Visums. Außer Frankfurt a. M. sind noch Darm- st a d t, O f f e n b a ch a. M., Kreis Königstein, Ha- � � u a u und Dieburg besetzt worden. I« Frankfurt a. M. 'st Sicherheitspolizei entwaffnet worden. Nicht entwaff- 4' �"et wurde die blaue Polizei- Dem hessischen Ministerpräsi» r p er j« deuten Ulrich wurde bereits gestern abend mitgeteilt, daß Sp-j Darmstadt heute früh besetzt werden soll. Die Besetzung hat amis,® sich in aller Ruhe vollzogen. Der Verkehr in Darmstadt mehr vollzieht sich ungehindert. Die Stärke der französischen Be- ■ stevt. satzung beträgt etwa 5000 bis 6000 Mann. Tie Franzosen A u f rstt f an die Bevölkerung erlassen. Zeitun- fen iwt gen dürfen nicht erscheinend Der BelagerungSzu- 'stand ist überall verhängt worden. 'rheilet vlandalsniederlegung des Genossen hennig. Genosse Paul Henniiz, Mitglied der verfassuAggebeuden reußischen Landesversammlung, legt sein Mandat nieder, da er urch seine- Tätigkeit als Stadtverordneten-Vorsteher in Halle nd durch seine Tätigkeit als politischer Redakteur des Hallischen VolksblatteS' sehr in Anspruch genommen wird. Die nächste« andidaten aus der Liste der U. S. P. tm Wahlbezirke Erfurt» "erseburg haben ebenfalls auf ihr Mandat verzichtet, so daß nun- ehr Genosse Otto Kilian Mitglied der Preußischen Lande»- ersammlung werden wird.— Genosse Kilian ist bekanntlich in inern skandaWsen Klassems uft-iWrozeH wegen setner Tätiykeirt als �nt«hVorsitzender des revolutionären ArbeiterrateS zu Halle zu dvei i t n b!:siöahren Gefängnis verurteilt worden und befindet sich schon seit 3 Monaten in Untersuchungshaft. Die Preußische Landesver- ammlung wird, so hosten wir zuversichtlich, die Haftentlassung Genossen Kilian beschließen, um ihm die Ausübung seines andate» zu ermöglichen und durch einen solchen Beschlutz be- eisen, daß sie einen neuen Kurs gegenüber den aufrechten Ver. lern der revolutionären Arbeiter«inzuschlagen gedenkt. S. April rpartei Nachdv sagte. � izuwei rdurch :n SlnS1 des Ä! Wma S. Aprils rheit dal� ''Z*Z General See« und die Russeurazzla. z einz� Uns wird geschrieben: Aidunö Wie bekannt, ließ General V. Seeckt, ohne überhaupt«in« Genehmigung der Zivilbehörden einzuholen, eine größere Zahl iRussen, in erster Linie.Schieber", von Berlin abtransportieren. inist« dlJn zweiter Linie angeblich„Bolschewisten". Alle Russen, mit lrwägt st Ausnahme der Monarchisten und baltischen Baronen, sind über men ai diese unrechtmäßige Handlungsweise des angeblichen Dem» hirna eit traten tief erbittert. Fast die gesamten abgeschobenen > dcrtrosMuffen waren Sozialisten, um aber den Schein nach außen zu ______ jM wahren, werden ein paar kleine Schieber mit festgenommen. der ein vet 77 we« 15. und 16. Mäez in der R«uen Welt veranstalten wollte, in- olge des Generalstreiks bis zum 17. und 18. Mai Geschieben. r ��hnlten ihre Gültigkeit, können jedoch auch in den '.�7' lhorproben, Freitags von 8—16 Uhr in der Aula de» König- cei.c sta tädtischen Gymnasium», Elisabcthstr. b7, zurückgegeben werden. r R c!»Da beide Konzerte ausverkauft sind, können bei der großen Nach- xnbeS lMrage nach Einlaßkarten etwaige zurückgegebene Karien nur an dtete fi:l Ritglicdrr ausgegeben werden.— Der Vvlts-Cl?or beabsichtigt, die Handl« neue Konzertsaison im Herbst mit einem in d'.'n größten Maßen m eigenchehaltenen Richard Strauß-Abend zu beginnen, gst dem Th i m allerersten Solisten das Philharmonische Orck'ester in Stärke unkl al«°n 126 Künstlern mitwirkt. Lußer Liedern mit Orchester ge- � � ,, langen die sinfoni'che Dichtung.Tod und Verklärung" und die w?horwerke.Wanderer» Sturmlied" und„T.iileier" zur Auf- ''. sührung. Der Ehor, der jetzt est�n 4S0 singende Mitglieder zählt, •-:c nach Möglichkeit auf wenigsten? 666 Mitwirkende verstärkt ; a n'•" verde». An alle Männer und Frauen der Arbeiterklasse, die äste Hdßgute Stimmen und Gehör besitzen und genügend große» musilali- rtman sche» Interesse haben, um bei den Äuikübrungen ver großen Tempest Meisterwerke der Cbormusik mitzuwirken,«rgeht de»" nlb die Auf- m gezmu� arderung, dem Bolks-Ehor jetzt als singendes Mitglied bstru- nz andeUs�fsn. Notenkcnntnii ist nicht erforderlich, da Notenkurse statt» S ö-» Der Mitgliederbeitrag beträgt nur S6 Pf. monatlich, *?iür Teilnahme an Noten- und TtimmbildimgZkursen. er- läuternde Vorträge über b:e zur Aufführung gelangenden Musik- Wie. freie Benutzung der Thorbibliothek, Freikarten zu erst- -ästigen Orchester- und Solistenkonzertcn usw. Im Neue« Bolkstheater, Köpenickier Str. 68, spielt in der am «vitag statifinbenden Erstaufführmig der Tragödie„Da» Para- -es von Hans I. Reh fisch Ida Orloff die weibliche.Haupt. olle- die anderen Rollen liegen in den.Händen der Herren: terle, Fricke. Tmardo-osli. Spielleitung: Heinz Golderz. rnet Po Stück fünf Ak: krei' n ? Sliick cht» Le' h nicht n- — sond ie draiW eolutionä irb, starb Vom StaatSschouspielhau» in Bevlm wurde an Stell« de» »geschiedenen Professor.Hon» Kautsky Emil Pirchan alz iter de» AuzstattungSwelsenS verpflichtet. . Auf einem Kunstabend.Espressionida"(wieder ein neuer im Ros'stamelj am Mittwoch, den 7. April, abends 8 Uhr, in der Ber- l'-i wart. Knex Sezession liest Roloff an« den Tichwnsen ber Jüngst. IC UnistitzchastenSen. Die Herren Lamibiwm tBialink) und Höber(Viola) KriegSradielen drei Streichvorspiele von Fritz Frid. Windisch. er Jugew«Haß zehnte Sinfonie. Konzert im Deutschen s e n d a'Op e r n ha u se findet am Sonntag, den 11. April, mittags w äugen V/Nhr, statt. ilut'lJ Viktor Bliithgen, der bekannte Poet altmodisch sinniger Hau»- -.»nd Kinderbüchrr, ist 77 Jahre alt in Berlin gestorben. der) muk' d l»« � fraglos sehr«rwünscht. Dieses geschah aber nicht. Die großen russischen Schieber traf die Maßnahme nicht. Wie stark sie uns wirtschafÄich durch Massenaufkäufe für« Aus- land schädigen(es handelt sich hier«eist um große Millionen» deträge) ist den militärischen und zivilen Machthaber» anscheinend ganz gleichgültig. Eine andere Gruppe, die offensichtlich mit unseren Gleich- gesinnten zusammen gegen die republikanische Staatsordnung in Deutschland arbeitet, blieb natürlich völlig unbehelligt. DaS sind die Deute, die während der Kapptage lauf und demon« strafiv ihre Sympathien den Umstürzlern gegenüber aussprachen. Sie bilden für unS tatsächlich eine Gefahr. Dafür, daß sie aber nie ausgewiesen werden, bürgt ihnen die monarchistisch« Ge» sinnung unserer militärischen Führer. AI» die Entente die Unterstützung den drei an der Nord-West. und Südfront kämpfenden antibolschewistischen Armeen Jude- nitsch, Awalow-Bermondt und Denikin entzog, lösten sich dies« Armeen auf. Nur die Denikinsche Armee besteht noch, wenn auch nur auf dem Papier. Wo sollte» die ganzen reaktiv ären Führer und Offiziere hin? Sie waren überall nicht gern gefeibene Gäste. Die stark real- tianäre Gesinnung des deutschen Offizierkorps und der deutscheu Beamtenschaft gaben ihnen die Gewähr für deutsch« Gast- freund schaft. Sie irrten sich auch keineswegs. Das Offizier- korps der Armee Awatov mit feinem Führer an der Spitze kehrt« geschlossen nach Deutschland zurück. Die deutsche Gastfreundschaft war für sie tvaZ selbstverständliches. Denn diese Armee war eni» gegen allen feierlichen Erklärungen der deutschen Regierung tu Deutschland gebildet und mit deutschem Ma- te rial ausgerüstet worden. Sie hing in jeder Hin- ficht nur von deutscher Unterstützung ab. Die nörlblich anschließende Judenitfcharmee stand im Solde der Entente. Sie war von dieser vollkommen abhängig. Nach dem Zusammenbruch ging ein großer Teil des Offizier S- korps über Finnland nach Deutschland. In geringer«» Maßstabe gilt dieses auch für die Denikinarmee. Daß hier die Zahl geringer war, liegt an der großen Entfernung. Zu diesen kommen noch zahlreiche russische Offizier«, die mit im» zusammen nach Aufgäbe de» besetzten Gebiete» im Osten nach Deutschland ginge». Die Zahl der monarchistischen russischen Offizreoe(andere gibt eS kaum in Deutschland), die sich speziell in Berlin aufhalten, ist erschreckend groß. Sie treiben energisch monarchistische Propaganda in den russischen Gefangenenlagern, was unseren höheren militärischen Stellen gut bekannt ist. M i t d e n militärischen und konservativen Kreise« stehen sie in enger Verbindung. Ihr Programm sst in stürze folgendes: Bündnis eines monachistrschou Rußland mit einem monarchistischen Deutschland. Gelingt e» in Deutschland die Monarchie früher herzustellen, so hilft Deutschland den Russen, andernfalls umgekehrt. Vor diesen»lästigen Ausländern" müßte die deutsche Re- publik ganz besonder» auf der Hut sein. Sie gefährden die Sicherheit derselben und nicht der kleine Ostjrtde, der fich kümmerlich durchschlägt. Inzwischen ist die Verfügung de» General» v. Geeckt durch Enrgreisen der Zivilbehörden rückgängig gemacht worden. Aus obenerwähnter Schilderung geht aber die Gesinnung dieses MainneS, der rücksichtslos gegen link», dagegen mit unglaublicher Mcksicht nach rechts gegen deutsche und russische Monavchijte.r vorgeht, für uns klar und deutlich hervor. Charlottenburger GewerkschastskommWon. In der am 2g. März abgehaltenen Versammlung der Ghar- Ivttenburger Gewerkschaftskommission erstattete der Obmann, Ge- nosse F le m m i n g, den Tätigkeitsbericht über daS verflossene Geschäftsjahr. Anschließend hieran erstattet der Kassier er, Ge» nosse Storch, den Kassenberiit. Auf Antrag der Vievbsoren wird ihm einstimmig Entlastung erteilt. In der Debatte, in der di? Genossen Gutschmidt, S ch w i e g l, Z i p p e l, Z 0 b« l, G r a u d e n z und P.aul Sommer daz Wort nahmen, wurde in der Hauptsache über die Orga- nisationSform herumgestritten. Alle Redner, bi» auf Genosse Gutfchmidt, sprachen sieb für die Bildung großer Gewerk- schnfisverbände aus, auf die man sich durchaus stützen könne. Be- schloffen wurde, in allernächster Zeit«ine öffentliche Gewerk- schqft-vcrsammlung einzuberufen, in der©«nasse Z i p p e I über die Ursachen der hervschenden Teuerung sprechen soll. Die Wahlen zum Ausschuß ergaben, daß die Genossen Fle murin g, Giese, Sommer, Storch und Zippel wiedergewählt wurden. Die Obmnunlgeschäfte verficht wieder der bisherige Obmann, Genosse Flenrming, vom Zentral- verband der Angestellten. Zu Revisoren wurden gewählt die Genossen Koch und Kundy. In die Biblipthekstommtsston wurden die Genossen Bollenthin, Dermjetztl und Koch entsandt. Ueber die diesjährige Maiseier wurde gesagi, daß sie restlos von feiten der Arbeiterschaft, gan, gleich wie sich die Parlamente und Arbeitgeberschaft in diesem Fahre hierzu stellen, festlich be- gangen werde. Um die Einheitsfront stärker zum Ausdruck zu bringen, wurde gewünscht, eine Einheitlichkeit in der Veranstal» tung d?r vormittagskundgebungon heioeizusiihren. Der Per- ireter der Friseure. Genosse Heidebrink, biilet die Vertreter dafür zu sorgen, daß die ftlrbeiterschast nicht mehr d-Z SonniagZ die Parbizrgcschäfte aufsuche, da die Friseure hierdurch in ihrem Kampfe um die Einführung der Sonntagsruhe im Varbiergewerbe einen schweren Stand haben. Ebenso ersucht der Vertreter der Gärtner,©en. Rabe, darauf acht ru geben, daß die Blumen- geschäfte Sonniaaz vormrttaoz um fiK Uhr«u schließen haben. Leider wird in dieser Beziehung die Zeit meisten» bi» 111� Uhr ausgedehnt. Die Genossen Bollenthin, Zippel, Zobel und G r a u d- n z treten mit aller Energie für diese Forderungen ein. Nach einer Debatte über die Bezahlung der Generalstreik- tage wegen de» Kavp-Putsche», die vom Genossen. Wevrlinß angeregt wurde, vertagte man den Bericht de» Genossen Beh» reu dt über die Arbeiten de? Ausschusses betreffend Krieg». bestl'Sdigienfürso'lle bis zur nächsten Sitzung. In der nächsten Sitzung, die am 18. MvrU im»BoMhagif«" ftoitfindet. referiert de? Genosse Parti Sommer über da» Thema:»Jndustrieverbände und Be-tri-bSorga misafionen Achtring? Betriebsräte. Die Versammlung d«r Hauvt» gruppe der Papierindustrie findet nicht in der Weinmeisterstraße, sondern Gartenstrage 167» statt. Die Versammlung der Haupt- gruppe der Stein- und Bauindustrie findet in der Schulaula Stralsunder Straße 67 statt. Der Aktionsausschuß. Achtung Schuhmacher! Die Betriebe H. Gundevsen u. Eo., Köpenicker Straße 38 a und F. Kaul, Brnnuenstraße 45 find für organisierte Kollegen gesperrt. Die Ortsverwallung. ] Groß-Serlin. Die Unterbringung städtischer Arbeitsloser und die Giitecverwaltung. Die Unterbringung der Arbeitslosen in Arbeitsstellen ist keine leicht«. Auf dem Papier nehmen sich die Verordnungen des ReichZarbeitSministeriums sehr hübsch aus. aber was helfen all« Arbeitsnachweise, wenn nicht genügend Arbeit vermittelt werden kann. Dazu kommen>die Schwierigkeiten, bestimmte Arbeiter- lateaorien überhaupt in Arbeit zu bringen; es sei nur an die Krafiwvgenführer erinnert, die dank der verkehrten Verteilung und Verteuerung der Betriebsmittel fast gar keine Aussicht haben, in absehbarer Zeit Arbeit zu finden. ES muß ferner darauf hingewiesen werden, daß heute noch Behörden an dem Ein- stellungsalter festhalten. Es ist die höchste Zeit, den städtischen, staatlichen und Reichsbehörden deutlich zu sagen, daß auf diesem Gebiete«ine Aenderung einzutreten hat, Um die Erwerbslosenfürsorge zu entlasten, ist von den Ver« tretern der Arbeitslosen im vorigen Fahre und vom städtischen Arbeitsnachweis mit allem Nachdruck dahin gearbeitet worden, Berliner Erwerbslos« auf den städtischen Gütern uritc zubringen. Zur Ehr« der Arbeitslosen sei eS gesagt, daß diese sich mit Gewalt zu diesen NotstmidSarbeiten drängen, so daß nicht alle sich Meldenden untergebracht werden konnten. Zugeyeben muß werden, daß ein Teil nicht ausgehakten hat, was zum größte» Teil auf die im vorigen Jahre auf den Gütern herrschenden mangelhaften und unsauberen Verhaltnisse zurückzuführen ist. Dies hat sich mit der Zeit sehr zum Besseren gewendet, so daß ein erheblicher Teil von im vorigen Jahre vermittelten Arbeitern noch heute auf den Gütern beschäftigt wird. Ein anderer Teil war der Landwirtschaft nickrt gewachsen. Diese verließen noch einigen Tagen die Arbeitsstätten oder wurden von der Guts- Verwaltung entlassen. Genosse Stadtverordneter Alexander Wurm schreibt uu» hierzu: Die gemachten Erfahrungen gaben zu der berechtigten Hoffnung Anlaß, daß in diesem Jahre ein größerer Teil Arbeit»- loser Berl-rn» auf den städtischen Gütern untergebvacht werden könne. Diese Hoffnung erwies sich als trügerisch, denn die städtische Güterverwaltung ist in diesem Jähre dazu über» gegangen, selbst die längere Jstsit beschäftigten Rotstandsarbeiter zu entlassen oder auf das Miudestmaß zu beschränken, um dafür ausländische Arbeitskräfte einzustellen. Alle Bemühungen, menschenwürdige UnterkunftSräume zu beschaffen, kommen nicht Berliner Arbeitslosen zugute, sondern ausländischen Arbeitern. Ich bin der Ächte, welcher die Beschäftigung ausländischer Arbeiter beschränken möchte, aber solange nicht amiigend ArberiSmäglichkeidem für dvutsche Arbeiter vorhanden sind, sind deutsche Arbeiter und vor allem Berliner Arbeiter diejenigen, welche Anspruch auf die vorhandene Arbeit haben. Ganz ab» gesehen davon, daß auch die Gemoiude Berk« ehr Interesse daran hat, die Erwerb? losen fiirsonge zu entlasten. Aus eigener Er« swhrrrng durch da» Bereifen Oer statischen Güter, wie nach AuS- sagen der Aufseher und Beamten, ist festgestellt, daß großstädtische Arbeiter dasselbe, ja teilweise noch mehr leisten als ausländische Schnitter. Um so unverständlicher ist eS, daß die städtischen. Ar- beiter bedeutend niedriger entldbnt werden. Es erhält z. B. der Berliner NotftandSlaiiberter 6 Marl, der ausländische dangen 9 Mark den Tag. Auch an Fleisch erhält der Wanderarbeiter 256 Gramm, wogegen der Notstand Sarbciter nur 106 Gramm pro Woche erhält. Alle anderen Lebensmittel erhallen beide Ar- beitergruppen zieimliich gleich. Der Unterschied ist, daß der aus» ländische Arbeiter sein Essen im rohen, der städtische Arbeiter im gekochten Zustande erhält. Die geringere Entlohnung führt natürlich zu Unzufriedenheiten. Ober will man auf diese Weise die Berliner Notstandsarbeiter zwingen, ihre Avbeit aufzugeben, um dieselben als Landarbeiter unbrauchbar erscheinen zulassen? Bringt man es nicht fertig, auf den Berliner Gütern den Beweis zu erbuingem, daß sich städtische Arbeiter zur Landarbeit eignen. so wird man auch uiie fordern können, daß sich di« private Landwirtschaft jemals mit dieser Foage beschäftigt. Der größte Widev- stand»r dieser Frage wird den Vertretern der AibeitSlosen so» wohl wie dem städtischen Arbeitsnachweis von dem Herrn Güte» direktar und dem Dezernenten der städtischen Gülervertvallung entgegengebracht. Auf eine persönliche Vorstellung beim Herrn Bürgermeister Reicks von Berlin ging mir die Mitte ilung zu, daß nach seiner Information die NolstandSarbeiter weniger leisten als ausländische Schnitter und es am diesem Grund« angebracht erscheint, diese niedriger zu ontlohnen.. oder sich mi-t der Frage zu belchäfftigen, oib Zuschüsse aus der ErwerbAlolseusNrsorg« an die Notstoudsarbeiter ziu zahlen war cm Beide Anregungen, erlcheinen unverständlich. Jedoch kann dickst klhiSkunft nur der GuterdirMor oder der Dezernent' der Güter- deputati»« gegelben halben, die natürlich vom grünen Tisch onnJ oder vom Hörmi'sagen die Sache nicht so beurteilen können, al> Slufsuher und Beamtet welche die Arbeiter täpffich beaiHstchtilgen» Diese erklären üist aw-ZiiathntSlo», daß Leute, welche länger al» 3 Monate auf den Gütern beschäftigt werden, dievskbe, sogar mehr au Arbeit leisten, als ausländische, die nur unter ständige, Ällfstch.t gehalten, ilrre Arbeitsleistung voll'gtzngen. E» erscheint daber«mch mur recht und billig, das, di.« NoiltaudSiarbeiter den» svkbvn Lohn aW die viuölündischen ctzhMen. Angebracht erschein» e?, daß sich einmal diejenigen Leute mit dieser Frag« belchäftiae«, welch« immer Wer Astfrei tSscheM mnd AstbettS-utizust groszstädfisthe» Arbeiter klagen." Weise Darlegungen zeigen, wie riiMändiig manche Stellen in der st«i tischen Verwaltung sind, und«» ist Jett, de» Herren beudlich zu sagen, um? gesagt wenden mutz. Mävchenmord in Tegel. In Tegel hat sich am zweiten vster- selertag««in Eifersuchtsdrama abgespielt, dem ein blüheudet Menslbenlcben zum Opfer siel. Räch einem Streit hat dort der Arbeiter voich feine Geliebte, die LSjährig« Gertrud Sn'.wioer, dw sich von ihm üosäesagt hatte, ermorde!. Der Mörder, der auf der Flucht verunglückt ist, konnte verhaftet vahzu. Wieder zwei Ojaeunfäfie. Die 22 Jahu- alt« Arbüieri» Hildegard Kollert au» der Höchstestrah« IS murd« gestern abend von ihrer Sttwcsrer besrnnungSleS in rlirsm Zimmer airf« geftinden. Ein hestbeigcholrer Arzt stelli« fest, daß der Tod be- reiiz vor„np fähr fünf Tagen infolg« Leuchigaevergifwug ein- Hantiermr an der Gasbeleuchtung fein en Tod. Er wurde vc 0 feinem Wirt gcftern nachmittag tot in feinem Bett« liegend auf. gefunden. Für 50 606 Mark«.ilbergeid beschlagnahmt hat die B�lüre« Kriminalpoliz 1 bei einem biederen Landwirt, der aus der Pr»- vinz nach Berlin gekommen war, um das gehamstert« Geld h«! einem Geldauläufer zu verkaufen, DaS Hartgeld hatte den Wackere, der sich wahrscheinlich auch für einen guten Patriot«» hält, schon lange Zeit in seinem Hause versteckt gehalten, u« jetzt bei den hohen Preisen mit hohem Gewinn a» de» Mam, zu bringen. von einem Floh gefallen nnd ertrunken ist de, 17 Fahr?«M Arbeiter Richard Klopp cm» Neukölln. Der sunge Man» versuchte am städtischen Kartoffelplatz am Sfichkanal in Neukölln auf einem au» mehreren Brettern bestehenden Floß zu rudern, verlor dabei da» Gleichgewicht, fiel ins Wasser und ertrank. Er tonnte nur als Leiche geborgen werden- . neatt nae MetKWMS» MaA mtSHWm* -ÄhtzehnKhrige Haktu�st Surt Mess«r, der bei einer KriegS'' gesellschaft angestellt war. Unter Beihilf« eines früheren Bank- ikhstinfl,s Paul Schön und eines Kau�n-annS Erich Fried- r�ich fälschte Messer versch�sdene auf hohe Summen lautende Scheck?, was ihm leicht fiel, da nach seiner Be-Hauptung bei der KriezSgssellschaft ein großes Durcheinander herrschte. Vesser und seine Helfershelfer sind zecht festgenommen worden. Cm gemeines Verbreche». Einer armen unglücklichen Frau. die durch einen Unglücksfall beide Beine verloren hat, war während der Feiertag: bei ihren Angehörigen zu Besuch in der Müllerstratze. Der Transportwagen, den'man im Hof stehen lassen muhte, ist dort in der Nacht vom 1. zum. S. Feiertag stehlen worderu Tamit wird die Unglückliche besonders schwer g. troffen, weil sie Mittel zur Anschaffung eines neuen Wagens -nicht besitzt. An der rechten Seite de? Wagen? fehlt der Transporthebel, der abgebrochen war. Di« Diebe werden nun versuchen, den Wagen wieder herstellen zu lassen. Sollten Ar» seiter in Werkstätisn einen solchen Wagen zur Reparatur er- hallen, werden sie gebetn. sofort Nachrichr an Frau Hussock, Müllerstr. 23 IV, zu geben. u«AeKerSui sichten str MMoochi LeWAst Heftech SS TöM etwa» wärmer, aber noch veränderlich bei mäßigen nordwestlichen Windewj kein« erheblichen Niederschläge. LeTens«!t'ellaleaöer. Telto». ZS0 Dr. Traupen sZ)! 250®r. braune Suppe*(3); 4 Pfd. Aartoffeln auf IS»— ck. 400 Gr. Brot auf 15e— g der Karioffelbarte. Mittivoch nachnnttag von S— 7 Uhr Derbauf oon 500 En Teigwaren an Kriegsdefchödigte und 1 Düchse Malzextrakt cn Personen im Alter von 66 fahren und darüber gegen Dorlaze der Aar- werfe. Donners« tag nachmittag von 4—6 liste Lerkauf von Hülsenfrüchten, Fletsch- und Fischkonferoen, Sipuloer, wetzen Bohnen(in Schweinefleisch gekocht) und Kerzen gegen Borlage der Lebensmitrelkarte. Aus Abchüut 84 der Substofskarte im April 1 Pächchen Tühstofs. Aus deu Lrgamsaüoueu. 2. Distrikt, vtwmrgskonlmiffii«. Der für des SO. Slärz angesetzte Kunstabend findet am Sonnabend, den 10. April in der Aula der Lugusta-Schule, Elßholzstr. o£/57, statt, karten bc-holten. Titltigkett. Bildung- ausfchuh Dioabst-'H-ufasiertel. 11. u. 11. Distrikt. Heute» Dienstag. Sitzung bei Marx, Oldenburg«; Strotze, pünktlich 7 Uhr. ~ Post ltnd Tettgraphiil. Truppe I, 8 Uhr bei Poweleit, Iostystr. 7.— nachmittag 4 Uhr KchiSIerstr. S/S. Miszäe' ZunktionärvsrsamindWg. LLrö�e!s!eLÄLc. Zentraloe-ba.rd der Augestellt-n. Fachgruppe I4d(Angeit-I der Eeldschrankso-briken, Sanschlossereis» usw.) TarisbespreHk nicht Donneratag. sondern bereit? Mittwoch abend>£7 Uhr im t bonb:- ju.eau, Delle- Alliance-Ttratze 7/10. Angestellte der der ä angeschlofsenan verbände sind eingeladen. Buchbinderaerland. Luxuspapierbrairch«, photo- und chrowcS graphische Bet.iebe. Mickwoch ä Uhr Branchannersainmluna rn t Mufikersälen, Kstser-Wilhelm-Stratze 81. Bericht über Tarisporhr! duigen. Allgemeiner humanistischer Kulturbund. Mittwoch abend TS 1 im Lehrerveieinshou», Alexanderplatz(Sptelzlmwer) Hans Mar.» »Kulmrproblem und Menschenpflichten!� Eintriit frei. Turnverein Ficht«. 16. Männer-Abteilung. Mittwoch abend 7! Piertslsahrsoersammlung bei Klug, Danziger Straße 71. Lsrantwortlich für die Redaktion: Alfred SBielcpp, Jerlag; genoss enschaft„Freiheit",«. T. m. b. H., Berlins— üindendruckerei und Verlagsgesellschast m. b. H., Schifst!au«rda»»' M!vä: ist r4 nicht, st«,»eiterulblldcn, bat Sbeii scwer Senninisse' zn erseüern,»e-.m uns nur dir richtige Eclogentzair brzn zei>mcn w-rd. Es ist MDDMW Standes er auch;d, zenrzuiazc eine eiserne Nourrnoialelt, stch in seinem Berufe anejU�nnen.— Wissen ist Wacht.— Unsere kenntnisti sind nr- er unr-illniareZ Sigenrnm. weiche» unZ niemastd rauben»'.»tu_ Deutsche MSuuer und Zrauen. höret diesen kus! die Ei» Universal. Bildungswerk erste» RaugeS, fstr Kriegsbeschädigte, Kavfkeute, Beamte u«d für ganze« ha»dwerkliH«n BorufSartr» ist«ur Die Goldene ZihMek der Biloang und des Bilsens, 3 grvpe prachtbänüe j. m-r- M mit gahlunzSerleichterunz»Ml monatlich» V Man»erlange loftenlo»«wen Mnsterd-nd zur llnstSr l stehe aestüITchtin). _»uchhaudlung A. M. Keller, �7 � T 4.+ Neber 2700 Texlseit«. über 70C O H D U l I ♦ frun�öfiiäfeu und esgttscheu ■■■1■ inhiii■■__________ enrfachüen Ze diS 4iir. vell._____________— �........ v üft �ch5«sm reibe» und Stunliajnfz~<)«»'.! che-sviache. �Aichdra Demich sprechen ichreiven�. (g&tset Gabelsberxs« jutb SliZiv�Zchrey)— ÜnAwürupa(einfach, bojpefc und cwcrtlmtjch'j—. 3tec-'tit(wri'eu�tner uckid Qligcöta— Söbir* und affcrirsnörmita— OdiHo�-.'.vdhscheS WönerSlich— Briefsteller— Srü- u»d � ze'chjchle— Die iremdllinducde Lueratur und" ihre Hallplverrrerer— HimseiS�inde— Sesqrav�ie»nd Ginogravhie Sesivaie (mü emem Hruudruß der �esteuckinde oder Miasraw ne)— Ge-mer-ie: PlauLse�e. Driac»oMe�ie und Stcreonkurie—.�adzeöer w Ke�.tssacheu: Lürgerliches Snaffiefe�toch— Mu�enormulc« 511 GchrtftfiLckm aller Sirt int Benchr nni Senq�:'. uaö Bchrrd«, vss. Die Goldene Bibliothek bringt Aufklärung auf allen den Gebteien, in denen heutzutage jeder bewandert fein»mtz. Hevmsdorf bei Berlin.—- Postscheck-Konto Nr. 28 524 Berlin NW. 7. Achtung Drahtarbeiter! Di« am TienStag angescht« Br-mchcndarsam-n'nng stnd«t«st am Mitmoch, d. IS. 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