ElnZelprels 20 Pfennig- 3. Jahrgang Sonnabend, den 70. /lpril 7920 Nummer 71b>?lbend-�usgabc TM„fniHH* treffe« wt! u*& naltmitta»-, im 5omi- und.•SriHnam nur morgtns, »tt Btme»pr»is t»«iäz« W ftein JulWIuna ins Nius ifirmen sZwtlichr PsstanstnitiN Brstillungn,»ntz«zen. Ilndrr 5tr»iidm>d drzozrn für Deutschland und Gesteirei» jo.— M,'fit das übrige dlusiand JfiM m. zuzüglich valutuaufschlag, per Blies für Deutschland»nd Oesterreich>?.— M. Mebartion trab«stpedrtio«: Berlin BW.«. Zchinbauerdamm tSill. Sermschrech«: mm»ovbeti 838-30, aöi» un» 28»«. Die«uhkyespa�ene Nonpareillezeile oder deren Raum, sowie jede Tvort-Anzeige, al» auch die Familien- und tvrganisationscmzeizen werden laut aufqestelltem Anzeigen- Tarif berechnet. Inserate für den darauffolgenden.Tag müssen spätesten» bis Z Uhr nachmittags in de? LLpedition aufgegeben fein. JuIeratni.AdleiliMst: Berlin NW. 0, Schiffbmirrdnmm IS Fernsprecher: Amt Norde»«3»-»«. 28V S V«.»?«« berliner-Organ tw Unabhängigen Soäalömwfratie OrutMlanös jMlim.i, i ij.i» w.'.i-'■--rvit■ in m � l" n i m■ i i i■»»mo»»>lll«l l'H ewiWMHIl l"> mn til'H"»!— H1 n1 II l>!».>»...... 1 il'lWP m1 i'' m lpdi DW>WII l Die er an der Adel und Reichswehr. Don militärischer Seite wird unS geschrieben: Im November 1918 räumte die Revolution im Moment mit der sklavischen Disziplin in der Armee auf. Die nach russischem Muster geichasfenen Soldatenräte teilten 'ich mit dem Führer in die Befehlsgewalt. Der„Kerl" hatte aufgehört, Sklave zu sein. Ader so schnell wie die Soldatenräte entstanden, so schnell verloren sie jede Be» deutung. Ein Vergleich mit den russischen SoldatenrAen nach der ersten Revolution ist interessant. Genau so wie bei den Russen gelang es auch in Deutschland den Osfizieren, in kurzer Zeit die Machtbefugnisse der Soldatenräte so stark zu schmälern, daß sie so gut wie nichts mehr zu sagen hatten. Die Ker e n s ki> R eg i e r u n g, die auf Grund des Status quo baldigsten Frieden versprach, dachte unter dem Druck der Entente nicht daran, Frieden zu schließen. Im Ä-rlauf von vier Monaien gelang es der russischen Führung, die fraglos in äußerst geschickter Weise die Soldatenräte im nationalen Sinne umstimmte, eine großzügige Offen- s i v e in Galizien einzuleiten. Der berüchtigte K o r n i l o w ordnete auf eigene Verantwortung hin für Ungehorsam gegen Vorgesetzte die Todesstrafe an. So wurden die rufst- ichen Soldatenräte allmählich nur Operettenfiguren. Und genau so ging es bei uns. Gleich im November '1318 traten alle höheren Offiziere, die einige Monate vor- her noch bereit waren, für„S. M. den Kaiser" alle Sozial- Demokraten im Hinterlande totzuschlagen, auf die Seite der neuen Regierung. Nur ganz vereinzelt nahmen einige Offi- ziere, die ihre Gesinnung von heute auf morgen nicht andern wollten und nicht heucheln konnten, ihren Abschied. Das waren die anständigsten Gegner. Die höheren adligen Führer aber und � der gesamte Generalstab blieben. An ihrer Spitze stand H i n d e n b u r g. Eingeweihte Krsise schüttelten darüber die Köpfe. Gestern noch die Todfeinde der Arbeiterklasse, ständen diese Herren heute auf einmal auf dem Boden der Republik. Di« Re- qierungssozialisten sahen nicht, Nxrs gespielt wurde. Sie Waren stolz auf diese Leute und wußten nicht, daß sie sich Läuse in den Pelz setzten. Denn der plötzliche Uebertritt der hohen Herren war weder die angeblich? Vaterlandsliebe, noch ein« plötzlich erwachte Sympathie für die Republik. Di« Herren wollten lediglich die Führung der Armoe wieder in die Hände bekommen. Sie haben energisch und zielbewußt qn diesem Plan gearbeitet, wurden aar bald die Herren her Lage und sind eS auch heute noch. ES gelang ihnen in ganz kurzer Zeit, alle verantwor- tun g?v ollen und entscheidenden Stellen zu besetzen. In ihrer Umgebung duldeten sie nur Gleichgesinnte. Auf dieser Basis wurde die Reichswehr aufgebaut mit einem durch und durch monarchi st ischen Offizierskorps. Ueberall wurde der Adel bevorzugt. Wenn man von Stellenbeietzun- qen und Ernennungen las, suchte man oft vergeblich nach einem bürgerlichen Offizier. Der Friedensvertrag gab den. adligen Herren dann die willkommene Handhabe, alle mißliebigen, das heißt freidenkenden Offi- ziere, zu verabschieden. Ueber etwaige Außenseiter,� die absprangen, wurde genau Bericht geführt. Alles war straff organisiert. N?ch außen hin war man„loyal", unt.rein- ander wurde über den guten N o s k e, der eitel und mit Blindheit geschlagen war, nur gespottet. Die Beseitigung der Soldatenräte war eine de? ersten Aufgaben, die sich die Herren stellten. Der Neick>swehr- minister wurde solange bearbeitet, bis er nachgab. Er war auf die Soldat.nräte ohnehin nie gut zu sprechen, und so gelang es den monarchistischen Führern sehr schnell, die Uebersliissigkeit der Soldatenräte nachzuweisen und ihr? Ab- schcifuing durchzusehen. Noske war in den Händen seiner militärischeil Umgebung wie weiches Wachs. Bon iyin konnte alles verlangt werden. Scljvn im Winter 1919 äußerte ein höherer Offizier, der zu seiner näl.eren Umgebung gehörte: ..N o s k e u n t e r s ch r c i b t a l l c s b l i n d. w a s w i r i h m v o r l e g e n!" Er hat mit dieser Aeußcrung den Na- gel ank den Kopf wtryfsen, Ueber den bevorstehende« Putsch waren ..atürlick all« höheren Koinmvndosiäbe genau unter richtet, '« sts arbeiteten xifrig an diesem Werke mit, Eine Differenz Mmmlulisn&e Mchenschasleu. j Luttwitz und Bischoff im Regierungsbezirk Stralsund. Die beiden wichtigsten Organisatoren des Kapppntsches, der General von Lüttwitz und Oberst Bischoff, die durch den Reichsanwalt mit Haftbefehl und Steckbrief verfolgt werden, halten sich in voller Sicherheit im Kreise Franz- bürg im Vorpommcrschcn Regierungsbezirk Stralsund auf. Lüttwitz hat dort die Faden einer über daS jjanze Reich ausgedehnten neuen konterrevolutionären O r a a n i s a t l o n in de? Hand, während Bischofs als der bi; fähigste Organisator der Putschisten auf seinen Reisen über das ganze Reich den Ausbau der Organisationen voll- zieht. So wird nicht nur im Kreist Franzburg und iin Re- gierungsbezirk Stralsund eine bewaffnete Macht für die Zwecke der Konterrevolution geschaffen, so sind nicht nur in GrcifSwald bereits mehr als 500 Studenten bewaffnet, so sind auch die gesamten Truppenorganisationeu der Reichs- wehr in allerengster Beziehung mit dieser Zentrale de? Kon- tcrrevolution. Die preußische Regierung hat von alle» diesen Vorgängen seit mehr als acht Tagen eingehende Kenntnis. Sowohl der Regierungspräsident von Stralsund als auch der Landrat des Kreises Franzburg haben dem Minister- Präsidenten B r a u n vor einer Woche in Berlin eingehenden Vortrag über die drohende Gefahr erhalten. Herr Brau» bat die Zusicherung gegeben, daß er unter Androhung seines Rücktritts von der Ncichsrrqiernng sofortige energische Maß- nahmen verlangen wird. Trotzdem ist bisher nicht das Ge- ringstc geschehen. Oberst Bischofs bewegt sich noch immer frei rm ganzen Reiche umher und L ü t t w l tz sitzt ungefähr- drt auf den Gütern des Kreises Franzburg. Die zuver- lässigen republikanischen Sicherheitö. und Militärorgane sind vor den Verfolgungen der Konterrevolutionäre dort oben nickt mehr sicher. Fast alltäglich gelangen nach Berlin neue Beschwerden, die selbstverständlich auch der preußischen und der ReichSregiernng bekannt geworden sein müssen. Trotz alledem ist bisher nichts getan, um der Hochverräter habhaft z» werden. Sie Zliichllinge des Suhrzediels. (Drahtmeldung unseres Eonderbericht« e r st a t t« r S.) Essen. 10. April. Die Erklärung Watters, die wobl nur zum Schein auch den Namen Severins trägt, hat unter den Fllichtlingen des giuhrgebiets große Enttäuschung hervorgernfen. Eni- gegen den mehrfachen Ankiindigungen, die eine volle Sicherung der Teilnehmer an den Kämpfen ln AnSstcht stellt, enthäN ff« kein Wort von der Gewährung der Amnestie, gibt dagegen den Militärbehörden unbeschränkte Möglichkeiten zu» Einschreiten gegen ihnen unbequeme Personen, von denen st« wohl umfangreichen Gebrauch mnchrn werden, da sie unter„ver. antwortlichrn Hetzern und gewissenlosen Führern" alle Teil» nehmer an den Kämpfen ansehen. Anläßlich der Tatsache, daß die Standgerichte noch immer bestehen und Tag für Tag Personen zum Tode verurteilt werden, wird deShaltz diese Erklärung nicht dazu beitragen, die inS besetzte Gebiet übergetretenen Personen zur Rückkehr an ihre bisherige Arbeitsstelle zu veranlassen. Die Arbeiterschaft erblickt in der Erklärung WatterS vielmehr den vollen Sieg der Militaristen» denen es wieder einmal gelungen ist, Severiug für ihre Zwecke einznfangca. Seit Donnerstag mittag ist der Personeneisenbahnvrrkehp nach dem besetzten Gebiet auf Bcranlafiung der englische» Be» Hörde eingestellt worden. Sie»ollen den weiteren Zustrom vi« Flüchtlmeen wegen der ErnährungSschwikrigkeite» der Städte da» durch zu verhindern suchen. Bon dieser Sperre werden jedoch nur wenige Flüchtlinge betroffen, da die meisten schon vorher das besetzte Gebiet betreten hatten. Mltt'rislische Tcetoelen. Don M ü n st e r cius wird die öffentliche Meinung, inS» besondere ober auch die Regierung, unausgesetzt mit Lügen» und Hetznochrichten bearbeitet, um doch noch das Verbleibe« der Reichswehr in den schon besetzten Teilen und womöglich noch ihren weiteren Vormorsch durchzusetzen. Gleichzeitig wird auch versucht, die Standgerichte beizubehalten. So meldet der„Vorwärts": In Duisburg halben Verhandlungen wegen einer Neubildung der Standgerichte zwischen dem Zwilkommissar und dem Abschnittskominandeur von Wesel, General von Kabich, statt- gefunden. Die Standgerichte, deren Beseitigung leider nicht zu erreichen war, werden nach dem VevhandlungSevgeimiS in Zukunft sich zusammensetzen aus einem Offizier, einem Be- rufsrichter und einer von den Gewerkschaften zu ernenen- den Persönlichkeit., Die Regierung hat sich ausdrücklich verpflichtet, die S tan d ge r ich t e a u fz u h eb e n. Es ist alio geradezu eine Ungeheuerlichkeit, daß die Watter- Baude jetzt nach den Versuch macht, Standgerichte neu zu bilden und ein« nicht geringere Ungeheuerlichkeit, wenn sich wirklich organisierte Arbeiter zur Mitivirkung hergebe« würden. Wir verlangen von der Regeerung sofort Aufklärung, was sie getan bat. um jedes neue Attentat der weißen Terroristen zu verhindern. Wir fragan weiter, wann die Abberufung des Obersten E p p erfolgt? entspann sich nur darüber, welche Zeit am günstigsten zum «Losichlagen sei. Die meisten Führer hielten den Zeitpunkt zctzt noch nicht für gekommen Sie waren in ihren Vor- arbeiten nach nicht ganz fertig. Lüttwitz und Ehrhardt wollten aber mit dem Kopf durch die Wand. Die anderen erklärten sich aus Veruunftgründen zwar dagegen, unternahmen aber nichts, um ihre Gesinnungsgenossen vom Losschlagen abzuhalten, geschweige denn gar, zu der- .rate n. So lagen die Verhältnisse in der Reichswehr bis zum 13. März 1929. Sa ist es auch heute noch. Der Adol hat den ganzen Apparat in seiner Hand. Er wird ihn auch unter der heutigen Negierung behalten. Was das bedeutet, ist wohl für jeden Repnblikancr klar. Tie jetzige mili- tärische Hauptstütze der Negierung, General von Geeckt, chat erst vor kurrem in Hamburg erklärt, in welchem Sinne er die Reichswehr erziel, en will. Für die„Abrechnung"! Dieser Mann wird der Republik, wenn die Regierung nicht schleunigst von den bisher begangenen Wegen abweicht, noch gefährlicher werden, als Lüttwch. Wie die letzle-n Ereignisse bewiesen haben, hat die Ar- beiterklasse heute die tatsächliche Macht. Es titzgt daher an ihr und ihrer Energie daß die Reichswehr gesäubert und KU emem republikanischen Instrument umgebaut wirb. Die «iofortig« Entfernung und Bestrafung aller Offiziere, die direkt Lütt indirekt vo dem Kapb-Vutsth/ beteiligt waren, ist eine sehr mäßig« Forderung. Sie kann »jederzeit durchgeführt werden. In zweiter Linie haben wir »die sofortige Wiedereinführung der Soldateinräte zu ver- »längen. Wenn diese erst wieder im Heere eingeführt sind, wird die Vorherrschaft der Junker in der Armee um so iraischcr KU brechen sein. Wir müssen uns.darüber klar sein, daß in keiner -anderen Republik der Weht es möglich wäre, daß der Adel die bedeutendsten Führerstellen in der Armee inne hat. Und wir keinem anderen Lande ist der Adel so exklursiv wie bei »uns. Deshalb dürfen wir uns von diesen momentanen „.Republikanern" nicht blenden lassen. Sie hassen uns und -spielen eine geschickte Komödie. Sie stecken olle mit- »einander unter einer Decke: Lüttwitz, Geeckt, Oldershausen. E st o r f, W a t t e r usw. Heute sind che Republikaner. Wenn sie aber erst fertig gerüstet sind und wir ihnen die Zeit dazu lassen, erschlagen sie uns, und Has müssen wir verhindern. Der deutsche Adel war die festeste Stütze der absotutisti» scheu Monarchie. Aber, p.och nie war er fo g e e i n i g t wie -heute. Wir müssen ihn daher aus dem Heer, der Dipl» imatie und der Verwaltmig hinausdrängen. Nur dann , rönnen wir leben. Erst wenn diese Leule znriickgetre'en sind, wird kein Soldat mehr auf unbewajMte A.rbgit»» .Mejjen.ch~_''w' DoMmch der Leziersnz? Uns wird geschrieben: Uirter dieser Uoberfchrist dcrösfenblicht der Minister GieS- kertS in der Nummer des«Vorwärts' vom 9. April 1920 «inen Artikel als Antwort an unseren Genossen Braß. In t'ojem Artikel sind einige Unrichtigkeiten enchallen. Auf alles einzugehen würde zu weit sichren. Der Artikel beweist aber schlagend, wie sich die Vertreter der Regierung von den militärischen Be> fcchlShabern hinterS Licht führen ließen. So schreibt Herr GieSbertS inbezug auf die ersten(Bielefelder) Verhandlungen: «Es ist deshalb unrichtig, wenn Herr Braß sagt, daß ver- «inbart worden sei, eS sollten keine Truppen mehr anrollen. Die im Anrollen begriffenen Truppenteile mußten nach ihrom Be- stimmungsort befördert werben. 2? Maßgebend und ausschlaggebend war, daß keine Kampfhandlungen vorgenommen wur« den. Di es ist feiten» der Reichswehr in jenen ßlagen gehalten worden.' Also die Meinung GieSbertS geht dahin, daß die Reichswehr hie ersten Bielefelder Abinachungen strikt eingehalten habe. Zum Beweise des Gegenteiles führe ich folgendes Erlebnis, das jeder- ßeit nachgeprüft werden kann, an: Der Vorsitzende des>.lktionSauSschusseS Gelsenkirchen, der mit allen anderen AltionSauSschußmitgliedern auf dem Boden der Bielefelder Abmachungen stand, versuchte immer wieder, den Bielefelder Beschlüssen Geltung zu verschaffen. Al» die Frontmeldungen immer wieder lauteten: die ReichSw-hr hält keinen Wasfenstillstand ein, wir müssen uns gegen dauernde Angriffe wehren, sucht« er den Oberbürgermeister von Gelsen- kirchen, Herrn von Wedel staedt, zu bewegen, mit Herrn von Watter oder mit Herrn Severing zu verhandeln. Der Ober- Kürgermeister sagte gern zu, konnte jedoch Herrn Severing nicht erreichen. Da? Wehrkreiskommando 6 antwortete dem Oberbürgeomeistcr, e» sei zwecklos, daß«in« neu- trol« Person zu vermitteln suche. Numnehr bat der Vorsitzende des Aktionsausschusses den Oberfliegerleutnant Bon. gartz, einen Herrn, der mit dem Orden pour le mtrlte dek»- ■viert ist, um seine Vermittlung. Dieser Herr erklärte sich bereit, alÄ Parlamentär wirken zn wollen. Mit einem Ausweis der» sehen, fuhr er im Auto zur Kcrmpfleitung der Arbeite rarmee. Dort gab man dem Herrn«inen Dvgletter mit, wich beim Ah. schnitt Haltern überschritten die Parlamentäre die Äcmpf- Unie. Nach dem Bericht de? Leninan-tS war der dort befehlend« Hauptmann sehr erstaunt, als er von einem Waffen- stillstand hörte. Er habe nur Befehl:«Verschärfter Kriegszustand.' Allerdings fei man erftaumt gewesen, al» sich die Arbeiterarmee am Vormittage zprückgezogen habe. Man sei auch nur vorsichtig gefolgt, da«ine«Falle' vermutet worden sei. Der Befehl«verschärfter Kriegszustand' wurde denn auch mit Mmenwerfern, Flammen- Werfern und aller modernen KrtegStechnik ausgeführt. Auf Drängen de» Herrn Vongartz ließ sich der betreffende Hauptmann herbei, in Münster telephonisch einmal anzufragen, ob Waffen- stillstand eingetreten sei. Er konnte nur wieder antworten, daß Münster erneut den Befehl gegeben habe:«Verschärfter K r i e g« z u st a n d.' Nachdem der Oberbürgermeister von Wedelstaedt den Bericht de» Oberleutnant» erhalten hatte, ver- sucht, er erneut, in Münster die Einhaltung de» Waffenstillstand«» tu erreichen. Erfolg wiederum negativ. Wie gesagt, dies« Angaben können auf ihre Richtigkeit jeder- zeit nachgeprüft werden. Die Leitung der Reichswehr hat sich nicht an die Bielefelder Abmachungen gekehrt. General v. Watter wollte gegen die Arbeiter marschieren. Da» beweist schon sein erste» Ultimatum, da» als unausführbar zurückgezogen werden mußte. Herr GieSbertS aber schreibt:«Maßgebend und au». schlaggebend aber war, daß keine Kampfhandlungen vorgenommen wurden. Die» ist seitens der Reichswehr in jenen Tagen ge- halten worden.' Ein gut unterrichteter Minister? TelephonWonage. Die unter dem Belagerungszustand in Berlin noch immer miSgeübte Telrphonspionage, die sich auch auf einen große» Teil der Zeitungen erstreckt, gibt zu immer erneuten Kkagen Ither die Störung des Verkehr» Veranlassung. Di« Ueberwachung ve» Telephons geschieht in so ungeschickter Weise, daß die Gespräche nicht nur zeitweise, sondern mitunter völlig unterbrochen werden, so daß«in geregelter Telephonverkehr auf einzelnen Apparaten fast zur Unmöglichkeit wird. Das Postministerium er- klärt sich für nicht zuständig und legt die Verantwortung auf das NeichSweHrmintsterium. Dieses hat sich bisher zu der An- gelegcnheit noch nicht geäußert. Sollt« sich hier wieder die Herrschsucht der Militär» geltend machenk .-'infimnwnmwTTm»»» iiiiii i Helft den Opfern de? Bewegtmg km Nuhrrevier! Der Verlag der„Freches erklärt sich bis auf weiteres bereit, Spenden entgegenzunehmen. Lr. tauffenberg fjsgagdig*. Hamburg, 10l April. Der Senat hat Dr. Lonffenberg, der im November vorigen Jahres zu einem Jahr Festungshaft verurteilt wurde, und der erst in Hambarg. dann in einer kleinen Festung in Pommern sein« Strafe verbüßte, den Rest der Strafe erlassen. Dieser Beschluß ist«nie Folg« der Zusage des Senates in den Putschtagen Mitte März, daß Amnestie für politische Verbrechen eintreten sollt«. Mi« kommt eS, daß der Hamburger Geitat Amnestie gewährt. wahrend die deutsche Reichsrcgierung. bereu Ehren- Pflicht es war«,«ine allgemein« Amnestie für alle politischen Bergehen seit Bestehen der Republik zu erlaffon, nichts davon verlauten läßt? Nachdem die Arberterschaft die Republik gerettet hat, ist es eine dringende Notwendigkeit, durch eine politische Amnestie den Willen der Rogierimg zu einem neuen politischen Kurs nach innen und außen zu tatfumen- tieren. Sie agrarische Henkflon. Wähemib da? naiaomolWsch� gogemevolWiomtre A gr a- riertum in seinen großem Zeitungen da» krampfhafte Bemühen zeigt, die Kapp und Lülitvitz mitsamt ihren banditem« haften Methadon abzirfthütieln, geben sich diase gefährlichsten Fviwde de» deuischen VaÄeS in ihren Fachblättern, wo sie unter sich zu sein glauben, ehrlicher und affenev. Das«Nachrichtcm- blatt de» Deutschen LandbundeS' ist gefüllt mit Artikeln und Aufrufen, die von Liebe für die kappistischen Mordbrenner, «die nur sskbftlas« heiße Vaterlandslieb« leitete'» und von wildem Haß gegen die Arbeitslose« glühe«. Der Generalstreik hat«» ihnen angetan. Ohnmächtige Wut und brennende Rachsucht paaren sich in einem Aufruf de» Deutschen LaadbnndcS, der mit folgender Parole schlicht: „Den Unmenschen, welche»vir Durchsetz»«« ihrer selbstsüchtigen Machtgrlüste nicht davor zurückschrecke«. Tausende ihrer eigenen Bolksgrnvssrn dem Hunger und Elend auSzn- setzen, darf kein Korn, keine Kartoffeln, krin Fleisch und kein Fett geliefert werden, weil jede ordnungsmäßig« Verteilung in Zeiten de» Aufruhr»»erhindert wird. Deutsche Bauer«, schart Such um Sur« srlbstgewShlten Führer l Ihr habt eine entscheidende, gewaltige Waffe gegen de» Generalstreik in der Hand. Je einmütiger und gefchlossenev Ihr Euch künftig dem BolkSvrrbrvchetn de» Generalstreiks ent- gegen stellt, desto schneller bringt Ihr Rettung und Befreiu ng den Arbeitswilligen und Unschuldigen!" Mit den.Unmenschen' sind nicht die Lütttvch und Luden- donM gamenrt, sondern die streikenden Arbeiter. Und vi« Arbeiterschaft soll diese Drohung nicht unterschätzen. Au» einer Notiz de» gleichen Watt«», die schon vor einigen Monaten «rschian, ging hervor, daß die Scharsmocher unter den Landwirten den Lieferstreik für den Fall revolutionärer Bewegungen planmäßig organisiere» Angesicht» solcher Drohun- gen dcckommt der Punkt 7 de? ersten Forderungen der Gewerkschaften und sozialistischen Parteien erhöhte Bedeutung. Er fordert:«Wirksame Erfassung und ge- geben« nifalOS Enteignung der verfügbaren Lebensmittel und schärfste Bekämpfung de» Wucher» und SchiebertumS in Stadt und Land. Sicherung der Erfüll r.z der Ablloserungbverpflich- ftrngeu durch Grändürg vckn LicserungÄserhatchen ttmb VSrhUn- gung sich Tarer Strafen bei böswilliger Verletzung dieser ver- pslichtung.' Mit flammenden Worten kündigt das Blatt den heutigsten WAersta-nd de» LandbundrS gegen die Arbeiterklasse und ein« unter ihrem Einfluß stehende Regicrrin>A wie überhaupr gegen jede Regierung an, die dem wucherischen Agrariertum nicht bedenfcrioä zu willen ist. Soll die großstädtische arbeiiende Bevölkerung dieser macht- und gel-chungrigea Gesellschaft nicht eine» Tage» preisgegeben sein, so muß die organisierte Arbeiter- schuft ihr Augenmerk auch auf dies« Bestrebungen richten und alles daran setzen, daß&e oben zitierten Sorfcenyigcn jchnellstewZ Wirklichkeit werden. Eine W'ltaelöm Der.Vorwärts' gibt eine Leußerung des beigischen Sozias« demokraien de Brouckere auf dem belgische» Parteitag««- der. Danach hätte Brouckere gesagt: Ich war vor einigen Tagen in Berlin inmitten de» revo- lutionäven Streikes. Die unabhängigen Sozial» demokraten verlangten eine sozialistische Regie- r u n g, welche die Verstaatlichung der Bergwerke durchführe, würde Ich fragte Hilferding:«Und dann? Werden nicht» weitere» machen?' Er erwiderte mir:«Aber wissen Sie denn nicht, daß man zehn Iah rechraucht, um di« Be. staut- lichung der Bergwerke durchzuführen und daß eine Regierung, so revolunonär sie auch sei, auch da» praktisch Mögliche be- rücksichtigen muß?" Ich vermute, daß die Aeußemngen BroucköreS mißverständlich wiedergegeben sind. Jedenfalls habe ich mich nie dahin ge- äußert, daß man für die Verstaatlichung der Bergwerke zehn Jahre benötige. Ich habe von je den Standpunkt vertreten, daß die Sozialisierung der Bergwerke sofort in Angriff genommen und in kurzer Zeit restlos durchgeführt werden kann. Diese Ansicht wurde übrig'.mS nicht nur von der Mehrheit der SozialifierungSlommission, sondern, soweit mir bekannt, von der weitaus überwiegenden Mehrheit der Sozialisten aller Richtungen geleilt. Die sofortige Durchführung der Sozialisierung ist ja jetzt wieder von den Gewerkschaften und Angestelltenverbändea mit allem Nachdruck gefordert worden. Wenn der betreffende Mitarbeiter de».Vorwärts'«inen Moment lang überlegt hätte, hätte er selbst sehen müssen, daß die mir in den Mund gdegte Aeußerung über die Zeitdauer der Sozialisierung dcS Bergbaues unmöglich stimmen könne. Daß zur völligen Umgestaltung der kapitalistischen Gesellschaft ein längerer Zeitraum erforderlich ist, mag ich gesagt haben, und auch daS ist wohl allgemein« sozio- liftifche Ueberzeugung. Eine genaue Zeitangabe habe ich nicht gemacht, die Durchführung der Sozialisierung ist kein Termin» geschäft. Daß ich aber hinzugefügt hätte, hätten ww«in« � revolutionäre Regierung, wir würden nicht» weiter als die Sozialisierung de» Bergbaues machen, stimmt erst recht nicht. Und auch der »Vorwärts' müßte sich sagen, daß«ine solche Aeußerung unmög» lich gefallen sein kann. Wa» eine sozichistische Regierung an Forderungen unmittelbar durchzusühren hätte, ist in dem be- kannten Aufruf unserer Part.ileitung klar formuliert worden, und diese Formulierung entspricht sowohl dem, wa» revolutionär al» dem, wa» da»«praktisch Mögliche' ist. R. Hilferding. Tie vlifhevimg der Mllliilrgcrlchtsharkelt. Ein Entwurf übe« Aushebung der Militärgerichtsbarkeit ist der Nadonalversamm» Iiiug zugegangen. Danach wird die MilitärgerichtSbarteit, abg»- sehcn von den S'.rafoerfahren in KriegSMen und gegen die an Bord von Kriegsschlffen eingeschifften Angehörigen der Reich»- marine ausgehoben. Mit der GerichtsbarVeit geht auch di« Straf- Vollstreckung auf die bürgerlichen Behörde» über, ebenso fällt mit der MititärgerichtZbarkeit auch daS Reichs Militärgericht fort. Wie werden den Entwurf noch einer ausführlichen Besprechung unter- ziehen. Tie Absti-nmung in Ost- und Weflprrusien wird Voraussicht- lich Ende Juni oderAusangJuli stattsinden und zwar sollen für die einzelnen Gebiete zenlich getrennt- Abstimmungstermine festgasetzt werden. Für Ostpreußen mit Ausnahme de» Meise» Allenstein wird bisher der 27. �uni al» Abstimme ngS» termin angesehen. Ein voll, das hilft... Ein DetteMed, ein arme» Lied, Di« Jugend welkt, die Jugend stirbt. Ein Hungerlied, ein bitt'reS Lied. DaS Elend greint, die Freude flieht, Und alle junge Saat verdirbt. Der Mütter Leid, daS tiefste Leid. ES darbt di« Brut in ihrem Nest. Die Brust versiegt. Der Säugling schrei:. Gerippe säugt die graue Zeit, Gespenstisch schleicht die Hungerpest. Ein Volk, daS Hilst, ein Volk, das gibt Und brüderlich des andern denkt. DaS ist Gesang, der nicht zerstiebt: Ist stolze flrast, die wirkend liebt Und neues Sein der Erde schenkt. Bruno Schiinlank. • Da» ovenstehende Gedicht ist ein Ausdruck be» Danke», von dem die Herzen deutscher Proletariereitern für die Ausländer, hauptsächlich für die Dänen erfüllt sind, di« sich in selbstlosester Weise ihrer unterernährten Kinder annehmen. Seit vielen Mo- naten rollen die Kinderzüge über die deutsch« Grenze in da» «astlich Dänemark, da» die bleichen, hohlwangigen, abgezehrten kleinen Opfer des unseligen Krieges und der grausamen Blockade mit offenen Armen empfängt, sie gleich einer schützenden, nähren- den Mutter an seine Brust nimmt, um sie nach acht Wochen sorg- fältig'ter Pflege rotbackig und wohlgenährt wieder nach Hause zu schicken. Wer«S nicht der Körper allein, dem diese freudig «eboieu« und. freudig enigegengenommene Gastfreundschaft zugute tommt, eS sind daneben auch Herz und Gemüt, di« davon gestärkt und befruchtet werden. In all die Kinderherzen, die dieser selbstlosen Liebe lcilhaftig werden, ist für immer der Same der Nächstenliebe, der Menschenlieb« gesenkt, der in späteren Jahren rei'« Früchte zu bringen verspricht. Und auf die Eltern daheim. deren ihr« gefährdeten Lieblinge neugekräftigt, manchm«! sogar vom sichern Tode gerettet, wiederkommen, fällt ein Abglanz de» Lichte» und der Wärme, die von jeder guten Tat ausstrahlen. Tausend Fäden spinnen sich zwischen d«, Familien an, die mit der Zeit zu festen Banden werden, nicht nu?� die Kinder n(i(ti tir ifirni-rifiTiT rr" � teift mtonfln immer nach denselben kleinen Gäste«, an die sie sich gewöhnt haben. Die dänischen Gewerkschaste» haben wcchrlich mit der Oryani« sation dieses Hilfswerk» Große» geta», besonder» Vater Nielsen, der e» in aufopferungsvollster Weise mit seine» gleich- gesinnten Mitarbeitern leitet, der nimmermüde von Kopenhagen nach Berlin, von Berlin nach Kopenhagen eilt, überall selbst nach dem rechten sieht und keine Mühe und keine Kosten scheut, damit die Transporte klappen. Und um»oelche Gummen e» sich dabei handelt, bewerft allein der Umstand, daß di« dänischen Gewerkschaf- tcn nur für die Reisen der deutsche« Kinder rm Lauf« de» DiutcrS 1400 000 M. gezahlt habe«. Möchte sich doch die välke rd t rbrübe r« ng allerorten in so edler und werktätiger Werse kundgeden. Luise KautSktz. Neues Vottslheaker. »Das Paradies." Im«Neuen vollStheater', da» sein schmucke» Heim in der Köpenicker Straße an einer AnsangSstätt« der Volksbühne aufschlug, hatte die«Hoffnung auf Gegen' sich bisher nicht ganz er- füllt. Jetzt hat man e» mit dem neuen Schauspiel eine» jungen Autor» versucht, da» den gleichfall» vielversprechenden Titel «Da» Parodie»' führt. Ein« dramatische Konstruktion. deren dürre» Gelenk der poetische lleberwurf nur stellenweise deckt, aber doch auch«in Theaterstück, da» bei dem gestern sehr literarisch durchsetzten Publikum Anklang fand. Auch in Halle hatte«» sich nach einem blöd nationalistischen Theaterfkanda! durchgesetzt, und e» ist schon möglich, daß e» auch hier breitere Kreis« interessieren wird. Ein Werk und ein Wurf der großen starken jungrevolutionären Volkskunst, wie wir sie nach Form und Inhalt neu ersehnen, ist ei mm freilich ganz Und gar nicht, fondern nur ein Produkt modern gefärbter Stimmungen au» unserer Krieg», und UcbergangSzeit, Der Verfasser Hau» I. Rehfisch strebt au» Völkermord und uuminschlicher Selbitqerileischung zu einem Reich GotieS aus Erden. Cr schildert im Bann« RousseauS und Tolstois eine neu« Gemeinschaft kriegßsiüchtiger tvbcnfckicn, bleibt aber in der Ideologie befanH-n, die solch-«st versuchte» ethi'ch kommunistischen Siedlungen fast immer an der rauhen Wirklichkeit scheitern ließ. Lei Rehftsch sind«» fünf ganz verschiedenartige Deserteure,«» deutscher Offtz»er, ein russischer Großsürst, ei« fran- zösrscher Vildhouer,«in pnÄetorkscher ArbeitSriese, d« au» dem siaallicher Obrigkeit, militärischer Gewalt und kindlichem Pfaffe«« tum entronnen sind, um sich auf einer neut-alen Gebirgihöhe in einer primitiven Blockhülte«in neue» Gemeinschaftsleben»u bauen. AI» aber Friede oder Waffenstillstand dran- ßen in der Welt eingeläutet wird, da laufe« st« wieder flug» auseinander, jeder seiner eigenen Heimailich-n Befriedigung nach. E» find zumeist kümmerliche GeisteShelden» diese Bürschchen, die sich da oben in schlecht verhehltem Argwohn und unzufriedenem Selbstbetrug wmimeln. Schon vorher spaftete ihr pazifistische» Gemeinfchastöspiel ein Mädchen, da» wie«in« Bklld- und Wiesenfee in diesen Männerbund hineinschneit w.ih — erst Else, Nymphe, Drhad« au» Pippa» und Rautende eins Märchenwelt— sehr bald al» lockend« und'ockere Tänzerin de» Varietes: jeden einzeln umstrickt, jeden allein an ihre Lieb» glauben läßt und gegen die anderen treibt. In diesem mädchen- Haft echten Wandclspiel birgt bei leichter Komik sich ei« tieferer Sinn erotischer und seelischer Geheimnisse al» in den die geringe Handlung umrankenden ethisch politischen Litaneien, die nur Programmreden aneinander vorbei sind. Mailche» ist auch hier— wenn auch nicht gerade selbständig— geistig und poetisch errafft, aber Ansätze zu künstlerischer Gestaltung finden sich nur ring» um die Zone der Frau. Die Schuldfrage nach ihrem mysteriösen Tod verzettelt den dritten Akt mit seiner trivi- alen Lösung, daß die Zeit noch nicht reif sei und der wahrhaft gute Mensch erst noch geboren werden müsse. Wa» in diesem Drama mctivisch durcheinanderklingt und talentvoll ani Licht drängt, hätte die Regte schwellend».' herausheben müssen. Sie begnüg! sich aber mit dem Wiweudig' sten, wobei mancherlei zu kurz kam. Zwischen den harten Um. rissen«ine» normalen Zusammenspieiz der Männer sPabst, Beierle, Fricke seien genannt) leuchtete die schmiegsame Kunst aller Weiblichkeiten Ida O r l o f f» auf und in Hon» Twardowkki» schmächtigen Gebärden verzitierten fern» bleiche Traumnesichie. Lricb Baro». 1913, nn satirische? Stück von Karl Stecnheim, fand gestern im Kleinen Schauspielhau» beifällige Aufnahme. Wir werden über da» Wer! und die Darstellung in einer der nächsten Nummern berichten. EI» Rlke-Abend von Hau» Heinrich von TwardowSk« findet am Mondtag, den iL, April, abends T% Uhr, ei« Vortrag». abend von Fränze R o k o f f und Konrad E'e rt vnser Dresdner Partciblatt bringt eil« ausführstche Gchil- «rung der Persönlichkeit des KommnnistenführerS Hölz au» der Feder eine» bürgerlichen Journalisten. DaS Bild, das hier von Hölz gegeben wird, ist sehr objektiv«nd fwht in vorteilhaftem Gegensatz zu den Tendenzmeldungen der bJrgerlichen Presse. Hölz rechtfertigt stin Vorgehen folgendermaßen: Der Aktionsausschuß ist hier hin galkenstew. Red. der �Freiheit") Herr der Lage. Der vnrgermeister, der Amt». richte r und andere find««gelaufen. Nun setzte man auf mein« Ergreifung«ine Belohnung von 9000 Ml., d-rnn von »000 Mk., schließlich von»0 000 Mk. au». Durch die Verfolgung und durch den Mut, den ich gezeigt, habe ich mir eine gewisse Popularität verschafft. Daher glaubt die Masse: Wenn der Hölz an der Spitze steht, geht die Sache. Da» ist natürlich bürgerliche Ideologie, aber e» wur,e hier und dort der Wunsch laut, ich möchte diesen oder jenen Ort besuchen «nd sprechen. Ich bin noch nie in einem Ort gewesim, wo e» nicht von der Einwohnerschaft verlangt worden ist. Nach M a r k n e u k i r ch e n bin ich gegangen auf Vor- schlag der Adorfer und Oelinitzer Aktionsausschüsse, um die Bürgerwehr in Marlneukirchen zu entwaffnen. Nur al» Pfand für die Ablieferung der Waffen habe ich mir 100 000 Mk. geben lassen. Tic sind wohlverwahrt und werden niibt an- {«rührt, vielmehr zu gelegener Zelt zurückgegeben werden. In tlauen handelte e» sich um B-freiirng politischer G-f>.gc.rer. Da» verlangte die hiesige Arbeiterschast und da» Jntca-sse der „Das Ghetto." ' Ret« Gisttt schließt mehr die moderne Judeirzasse ab don An vörigen Menschenz faft inmitten der Stadt liegt sie,«nd doch Zt»««genc» Viertel. In einer Straße, die zu den letzten Neberresten de» Scheunen- HkrielS gehört, hausen sie, inmitten von Dirnen und Verbrechern «nd andren y>ich ihnen durch die Zentrifugallkrast bürgerlicher Moral von der Gesellschaft Ausgeschiedenen: hierher haben sie sich gerettet von den Pogromen Polen», der Ukrain« und der Rrim, hierher trug«in kleiner Splitter von dem Leibe de» au»- «twähllen und vevfluchten Volke» den Gram gweitausendjähriger Verfolgung. Au» ihren Augen feuchtet de« Schwermut und da» wissen um d'e Not chrer Rasse und die Sehusuchl nach dem Lande ihrer Verheißung, aber auch da» Wissen um alle Laster «nd all« Schlechtigkeit der Welt und ihr« KSuper trage» die Kelchen Jahrhunderte währender Inzucht.... So wie sie au» dem Osten kamen— mit langem Kastan«nd hohen Stiefein— so stehen sie hier in Gruppen auf der Gasse. Und ihre Frauen trogen noch nach akter Sitte eine Perücke, weil man ihnen bei Eintritt in die Ehe da» Haar schor. Sie reden chre eigene Sprach«, sie leben ih-r eigene» Leben mit ihren eigenen.Sitten und ihren eigenen Sorgen. Aber ein« Sorge haben sie. gemein auch mit der bürgerlichen Gesellschaft die sie verachtet und verhöhnt: Geld! Dieses elend« schmutzig« Geld, um dessentwillen sie Verfolgung, Haß und Tod trugen seit Beginn der Welt—«» ist ihnen mehr al» Mittel zum Leben: E» ist ihnen Mittel zur Macht, zur Eroberung jener Gesellschaft, die sie d-rsti-h. Mittel, um heraulgukotmnen«u» dieser Gass«, um da» Gittertor einzurenne-n, da» noch immer unsichtbar steht und sie verschließt. ©»0,1©cid! Und bar, rm stehen sie auf der Straß» in Gruppen und Wisper»»nd Wstexn. markten und feilschen mit» «nagdex..,«,_ �<�- "" Im«HauspIeNsan» sipvlcht über.Oestetreich km neun- »eh» t e n Jahrhundert' in der Reihe der Sonntog-Mrttag. Veranstaltungen am L. Mai Schriftsteller Hermann Kienzl. Die dichterischen und musikalischen Vorführungen umspanren den »ulturacschil.chchen Jcitraum de» 19. Johchunder.S, darunter eine Szene au» Raimund».«lpenkönig und Mensche r.soind" mit Mar Pallenbcrg al».Rappclkopf". Liilan von Grenfelt von der Staats oper trägt Liedep von Hugo Wolf und Mahler, da« Büit hier. Orchester spielt Schubert» O-Moll- «wf-nie und Ouvertüren von Johann Strauß vor. Dichtungen vom Ottkllparzcr, llenau. Grün und anderen werben«m» Ma ÄÄiiiuÄ M � gAmmisMfJi&&&&'- WeßoTuflon. Die Pkmentt tTWot) haben©fr nnt geforbetf, um die Spitzel kennen zu lernen, die gegen an» irdeiten. Per- schiedene von ihnen sind eingespei.rt. worden. Die Alten sino nicht vernichtet worden. Die Leichtörung der M, schüre,, der Neuen Vogtländischen Zeitung ist erfolgt, weil taS Blart on- wahre Nachrichten verbreitet und dazu aufgefordert hat, mich festzunehmen. Hölz versicherte mit Nachdimck, daß seine Rote Garde keine Räuberbande sei und daß«r gegen verbrecherische Ele- mente erbarmungslos vorgehe. Heber feine Ziele und sein« Ideale äußerte sich Hölz wie folgt: Solange es der Regierung nicht gelingt, die sogenannte bürgerliche Ordnung im Ruhrgeblet wiederherzustellen/'el»nge wird es ihr auch hier im Vogtland nicht gelingen. Glückt es der Regierung, durch Waffengclwalt die Zustände im Ruhr- gebiet zu ändern, dann wird eZ ihr möglich fein, auch hier mit Waffengewalt einzugreifen. Was aber dadurch für« Vogtland heraufbeschworen würde, steht aus einem anderen Matt. Der G.'danle der Freiheit hat sich zu tief in die Herzen der Ar- beiterschast ein gefressen— sie will mehr davon! In dem Augen- blick, wo die Regierung Reichswehrtruppen schickt, werden wir den Generalstreik proklamieren, den rücksichtslosen General- streik. Die letzte Apotheke wind geschlossen. Wenn daS den Vormarsch nicht aufhält, werden die ViLen und StaatSgebäude niedergebrannt und zwar, weil wir dem weihen Terror nur de» roten Terror entgegensetzen kvnnen. Die Gewalt, die gegen unS angewendet wird, kann nur mit Gewalt gebrochen wer- den. Wir selbst wenden keine Geivalt an gegen die Regierung. Wir denken nicht daran, irgendetwas gegen sie zu unter- nehmen. Selbst wenn unsere Rote Garde 10 000 Mann stark wäre, würden wir e» nicht tun. E? ist nicht notwendig, einen einzigen Mann zu opfern im Kampf gegen die Regierung. Sie stürzt sich selbst durch ihre Maßnahmen I Ich glaube, daß nur «in« gewaltsame l.luSeinandersetzung möglich ist. Eine Ver- ständigung mit der Regierung kann es nicht geben. All« diese Ausführungen beweisen, daß Hölz, mag et auch von den besten Absichten beseelt sein, mag«r auch alle? andere als ein Raube rhauptmcnra und pevfönlich durch und durch ehren- hast sein, eine ernste Gefahr für djie revolutionäre Be- wegung bedeutet. Die sozialistische Arkbcitepschast hat sich mühe- voll und unter schweren Schlägen herausgearbeitet aus der über- lebten bürgerlich-revolutionären Anschauung und ist eben jetzt zu machtvollem, gemeinsamen Handeln geschritten. E« ist de»- halb unmöglich, daß mit den Mitteln doS schärfsten Terror» eine nebensächliche Position gehalten wird, deren Verteidigung weite Arbeiterkreis« in blutige Verwicklungen stürzen kann. Die Arbeiterschaft deS VogtlandeS kann daher nicht» bessere« tun, als von Hölz abzurücken und ihn zu isolieren. Sie wird damit bittere» Enttäuschungen und schweren Niederlage» vorbeugen. -- 1 Eine drahtlose telegraphische Verbindung zwischen den ver- einigten Staaten und Pelgie» ist eingerichiet worden, die abelk vorläufig nur für de» telegxaphischen Dienst nach Belgien ver» wendet werden kann./ � Eisenbahnerstreik in den vereinigten Staaten. Time« meldet an» New Aork: Wegen Ver Entlassung eine» Beamten in Chicago ist auf LS Eisenbahnlinien, die in Chicago enden� ein Streik der Heizer und Maschinisten ausgebrochen. SO 000 Mann find ausständig. Durch diesen Streik ist die Lebensmittel- und Brennstoffversorgung von Chicago ernst- lich gefährdet. Kritische iunerpoNtische Lage in llngar«. Di« innerpolitisch« Lag« hat sich wieder kritisch gestaltet, weil die Fredrich-Gruppe eine Spalmng in der Chctstlich-Nationalen Partei hervorgerufen hat. ES scheuch daß ein« AcrOerung in der Ministerpräsident Präsident de» AbgeordnetenhmrseS, Stefan Raliawskh,� der nächste Chef deü Kabinett», sein wird. Aus der Sattel Ein Konflikt fn Hamburg. In unserer Parteiorganisation in Hamburg ist«g mr» Anlaß der Vorgänge während de« Kapp-Putsches zu einem bedauerlichen Konftikt zwischen der Mitgliedschaft und der BürgerschasiSfraktion gekommen. Die Verstiwurungen sind hauptsächlich entstanden wegen der Proilamierung eines Generalstreik» zweck» Verhinderung der Entwaffnung von Arbeitern, für die unser« BürgerfchaftSfraltion mit Ausnahme von zwei Mitgliedern sich gleichfall» ausgesprochen hatte. DieS führt« dazu, daß«in« Partes. Versammlung elf Mitgliedern der U. G. P.-Arattton der Hamburg, scheu Bürgerschaft da» Vertrauen entzog und sie zur Niederlegung ihrer Mandat« auffordert«. Da» Zentralkomitee, da» um Schlichtung de» Streite« an- gegangen wurde, hat sein« Stellungnahme wie uachstehend präzisiert: lt. Di« Entscheidung in der Streitfrage dann nicht gefällt«ver- den von der Mitgliederversammlung eine» einzelnen Orte», sondern nur in einer Zusammenkunft von Vertretern der Partei au» allen Orten de« Hamburgischen Staatsgebiet». Z. Die Frage ist deshalb de» Delegierten au» den Orten de« Hamburger Staatsgebiet» zu unterbreiten, die für den Be« zirksparteitag am Lb. und LS. April in Hamburg ge» wählt werden. 8. Bis zur Entscheidung durch die Hamburger Del«gierten de» Bezirkspavteitage» darf kein Mitglied der Bürger» schaft»frattiou und kein sonstiger Yunktio- »Sr der Partei au» Anlaß de» Strokfalle» fein Amt niederlegen. 4, Zu dem Bezirk»parte! tag wird«scheinen ott Vertreter des Zentralkomitee» Genosse Daum ig. Ferner solle» ersucht werden dem Bezirksparteitag beizuwohnen al» Vertreter de« Beirat« Genosse D i ß m a n«, als Vertreter der Kontroll- kommission Genosse Bock. Dieser Beschluß de» Zentralkomitee» ist sofort in Hamburg durch die Parteipresse zur Kenntnis zu geben und alle Genoffen stnd verpflichtet, für fein« strikte Einhaltung zu wirke». Da« Zentralkomitee der Unabhängigen Sozialdemokratischen Partei Deutschland». C rispie», Däumig. Die Friste« des Betriebsrälegesetzes, Da» Reichsarbeitsministerium teilt mit: Aus Arbeiinehmerkreisen ist an das ReichSarbeitSmlnisteriuntz die Anfrage gelangt, wie eZ mit Rücksicht auf die Ereignisse der letzten Wochen bezüglich der Jnnehaltung der für die BetriebSrätewahlcn gesetzlich vorgesehenen Fristen steht. Viel-, fach ist die Jnnehaltung der Fristen für die Einleitung de» Wahlen, für die Einreichung von Vorschlagsliften, für die Stimm« abgab« usw. nicht möglich gewesen. Soweit die Einleitung der Wahlen noch nicht erfolgt ist, kann und soll sie nunmehr unverzüglich erfolgen. Di« in der Wahlordnung vorgesehenen Fristen für die Einreichung der Vor. schlagslisten usw. siiL» nur Mindestfristen. Soweit sie nicht inne- gehalten werden konnten, wird es Sache der Wahlvor» stände sein, für eine angemessen« Verlängerung, gegebenenfalls SrneuerungderFristen Sorge zu tragen. Mal«, Lackierer,«ustreicher! Am Sonntag, de« 11. April, vormittags von 10— 12 Uhr, findet in den bekannten Bezirks. lokalen die Urabstimmung über die Erhöhung der UnprstützungS. sähe und deS Beitrage» statt. Wer Interesse an der Au/gestafc tung der Gewerkschafren zu revolutionären Kampforganisationen hat. muß sich an der Abstimmung beteiligen und stimmt für den Vorscklag der OrtSvermalwng und der Vertrauensleute, den sich auch die Mitgliederversammlung zu eigen gemacht hat. sür efinen Beitrag von 8,50 Mark. CGroß-Serlin.| r|svy- y« g n»'»»»■ n» V-j i«TintT."»jr' �.'■ t Die Nachversteuerung der Tabakerzeugnisse. Der Deutsche Zigarrenhändlcr-Gund, E- V. erficht un», mih zuteilen; Das am 1. April 1920 in Kraft getretene neue Tabat» steuergeietz bestimmt:»Alle am 1. April 1920 im Besitz odev Gcnxchrfam von Tababwrarbeuern, Groß- und Kleinhändler» befindlichen tabaksteuerlichen Erzeugnisse sind sofort luchizuäcw steuern." Am 1. Mpril hatte eine BestanöSaufnahine zu erfolgen» und die vorhandenen Vorräte müssen bis zum 8. April bei deq zuständigen Zollämtern angemeldet sei». Durch die Plötzlichkeit» mit der das Gesetz in Kraft gesetzt werden ist, ist über diese Be» stimmung> sehr wenig bekannt geworden, insbesondere beim rauchenden Publikum. Diese» glaubt sich übervorteilt, wenn de» Händler nun vom 1. April ab, insbesondere Zigaretten, Fein» schnittabake mid zum T«l auch einzelne Zigarrensorten m Preise erhöht hat. Diese Erhöhung ist notwendig, da sonst der Händler die ganze Steuer au» der eigenen Tasche, bezahle» müßte. Sie betlägt aber bei Zigaretten zum bisherigen Prcrse van IL, 20 und 25 Pfg. 47 Mark für 1000 Stück, für 80-Pjg.» Zigo reiten 60 Mark, für 8S»Psg.-Zigaretten ebenfalls 60 Mac? iyw. 85 Mark, für solche zu 40 Psg. daS Stück KS Mar!, für 50 Pfg. und Zigaretten über SO Pfg. 110 Mark für 1000 Slsttkh so daß diese Zigaretten naturgemäß sich so um 5 biß 15 P'g, teurer stellen müssen. Der Händler ist laut Gesetz verpflichtet» nur zu diesen Preisen zu verkaufen. Di« Rachsteuer auf Zigarren ist geringer und wird vom Handel sekbic geieatze» werden, dergleichen bei Pseijen-, Schnupf- und ftmttabaha. Da» Tavalsteuergesetz kennt aber bei Zigarren nur ganz bt* stimmt« Stcuerltassen und demgemäß Meinverkaufspreise, z. B. 30, 90, 100. 120. ISO, ISO. 200. SSO. 800 Pfg. und darüber. Den- Händler ist verpflichtet, laut Gesetz nur zu diesen Preisen ja verkaufen, also Zigarren!n Zwischenpreiklezeu zu vorstehende» Preisen zw versteuern und zu verkaufen. Kids Feinschuttttabaka' beträgt die Nachsteuer zu den heutigen Einstandspreisen SS Marl da» Kilo. Der.Händler muß aiijo dies« Tabake uro dies© Differenz da» Kilo im Preise erhöhen. Die Kassenärzte stelle» ein lllkimakum. ©et Zentralbe rband der Kassenärzte von Groß-Berli» hielt gestern abend«ine Hauptversammlung ab, in der er über die Neuordnung der Krankenversicherung Beschluß saßce. In einem enrleilenden Bericht de» Rechtsanwalis Joachim wurde'auSge- führt, daß ein wichtiger Grund zur fristlosen Kündigung iml Sinne de» tz 026 des BbÄÄ. vorliegt. Nicht au»scklaggel,eich da. bei H die Hiiihe der Versicherung Sgrenze, sondern die Aufhebung rng de« Grundlohnes, oa nur m-t Ri ficht auf dies« Aus der Vartelpreffe. Heft Nr. 11 der Wochenschrift«Der Arbritev-Rak� ist soeben erschienen.— An» dem Inhalt: Waffenstillstand von Max Drevev», Di« WirffchaftSvolitik Ver russischen Kommunisten von I. Eisen- bsrgcr, Der Klassenkampf in England, Ungarn al» Räterepublik von Dr. Jukc Mose», Der politische Führer von Rudolf Hartig. .Der Arbeiterrat" ist zu beziehen durch jede» Postamt, durch alle.Frechett�Speditionen, die Buchhandlung der.Freiheit", Breite Straß« 8/0 oder direkt vom Verlag.Der Arbeiterrat", Berlin C L5, Münzstraße 24. Prei» für«in MouatSabonneme.rj 8.50 M., für ein iiNerwljahrrSabomwment 10B0 M,> M»tn - h-s& �''"— der Begrenzung...-------......v Begrenzung dre Aerzt« sich mit dem vereinbarten niedrige» Honorar bei Abschluß de» jetzigen Berlrage» zufrieden gcgebe» hatten. Auw die seit ISIS«ingetreten« Verringerung de» Geld- werte« gibt da» Recht zur fristlosen Kündigung. Eurgehend cu »rtert««r die juristffchen Folgen, die au» der fristlosen Kündigung entstehen können und- kam zu dem Schluß, daß ein« solche berech, tigt ist und daher ohne Gefahr erfolgen kann. Nach«ingehender Erörterung wurde folgender Beschluß {jeferat »Angesicht« der bei Abschluß der letzten Verträge nicht vor«!!».. gesehenen und wcht vorauszusehenden SrhSbung der Versiche. ruitgsgrenzsi, angesichts der Besettignng der für die Bemessung gegeuwart.gen Kassenärzte.Houorore maßgebenden Grenzen der Grundlöhn«, sowie angesichts der seit dem Vertragsabschluß eingetretenen außerordentlichen Entwertung de« Geldes, hält der Zentralverband der Kassenärzte von Groß-Berlin die gegenwärti- gen lassenarztlichen Verträge nach ß SM de» BXL B. für hinfällig. Ehe jedoch demaemäß den kassenärztlichen Organisationen auf. gegeben wird die Vertrage zu kündigen und um keine Unter. brechung en der ärztlichen Versorgung der Versicherten eintrete» zu Ionen, ersucht der Zentralverband unter Vorbchl'lt aller Rechts der Kassenärzte innerhalb einer Frist von 10 Tagen um«rklii. rnng. ob de Krankenkassen bereit sind, mit ihnen in sofortig««er. handlangen einzutreten, d» innerhalb sechs Woche» nach Be«i,i» veenv�t sein müssen. Arbetter-DAmngsschule ll.G.P. Verlkn. ..��ntag, den 11. April, nachmittag, 4 Uhr, in der Arbeite». bikningsschul«, Gch'cklerstraße 5/«, Eingang«: Fortsetzung de- Vorträge der Genossin Dr. A n n a Si e ms e n Über literarisch- Schemen(Ter Naturali»mu»— Gerhart Hauptmann), �.örev- geld 1 Mark. Am Dien»tag. den 1«. April: Fortsetzung de» Kursu, Einführung m die Nationalökonomie. Bortrageuder: Genosse Tr>»pien. Am Donnerltag, d»n 1«. April: Fort» setzuug de» Kursu» de» Genossen Hertz. r Geschästsverkäufe tm Milchhanbek. Dt« Vertretung dv» MlchckleimhanbeN bei der Fettsiell« Groß-Bestlin fMilch) lbiM-t am Aufnahme«achfteheuder Warnung. Trüse Exsichruugen haben w den letzten Monatssn Krieg»- beschädigt« und Kriegerwitwen bei dem Kauii« dom Milck.M'chäfteB gemacht. Durch gewissenlose GefchälftSinhal'er. vielfach mit Hilst- von VormitNern. welche 10 Progent und m�hr von der Kauf-. summe erstatten, wird geischästSunttindiuen Leuten unter allen möglttchein VersPrechungeu ein Milchgeschäft zu unerbärt hohen Pretzien verkauft. Bemerkt muß hier wcwen, daß die Verd-ienstz, ffanne im MiWhandel«ine mehr wie bescheidene ist. deühol® auch ketne hohem Preis- fltzr MMigsschSifte rechtsertuUi. Zu» de» Mlchh�ej�. � � jbe�chl«�" J Dsyvrn�ig. fcftrwW«rHiS fffwt NcLitzwechse! �tmeTScl(öet�o«, tirfS fccr jim« Jnbcjkcr wiufs bie GcjiehjniLstin� für veaie Person nach- fccfcen. In vielen FäÄ«i ist der verkalk erfvbgi, vhne der Jett- stelle Milteilinig gu machei� deBhaZb ift dn Cihobti 1919 t'm R«-cr»kran?cn Rrieeer»«inrn Milichlkeller in de-r Friedenstr.' Kr AX.0 Mark; amS Mitleid wurde fie weiterbetieifnrt. Ansang änz hat si« einer Nrau, deren Mann bei dem Echneidemechlcr Gi p nbahnnmgilüek zu Schaden ocfcntvmen, diesen Keller für 7990 M*ik betkon-si, ober ohne die Aettistell« zu mitrrrichtcn. Anhn- � iich« Fälle sind zaihlrrich. An di« Käuher von Milchgeschästen richten wir die dringende Mahnung,«he irgentwekhe SkroRich-j tunken einyegongen werden, die BeratirngSstall« für tNeßchästZ- oei-tsiufe in der Pc»,'tstr. k emtszuchichen und dort Auskunft cingu-! holen. Vbens» richten tok an die verwandten unerhcchrener Küicher die Mahnung.Gebt nicht teichtisertiy Guer Geld zu iMiüberfeg!«! GeschästSkäMen". Wir hafscn, init dicsier Süfcut- Neben Warnung denn Treiben unlauterer Slemeitu ein Ende zu derei-ten. Technische Konnniiffion für den Mitchhandel. I. A.: E. Lange.. Wir möchten hinzufügen, dcch auch bei dem Kauf anderer Nichchasrt« g richte Vorsicht ae-übt werden muh. Meistens sehen die Ainifer zu slpat ein, dcch s« einen schlechten Kauf gemacht haben. Tie vevchchen«S dann cht!, durch Erhöhung der Warenpreise den Echacwn wieder gut zu mochen. Da» kann sich natürlich die Kundschaft nicht bieten lasten. SBcr«$n Geschäft übar den Wert htuau« kcHcchll, muh den Schaden sieAst tragen. Der diesjährige Osieroerkehr ans den Berlin« gevnstrecken bat den deS Vorjahres trotz der Taris-er höhungen im Februar er- bebtich überstiegen. In den Ostsrwgen, d. h. in der Zeit vom Sl.März bi» zum Z. April sind aus allen Berliner Fernbahn Häsen kinfchheFssch der amtliche« ReffebureauS zusammen 211 896 Fahr- karten gegen nur Igoölll Karten im Vorjahre verkauft. DaS de- deutet«i« Zunahme des Reiseverkehrs zu Ostern von rund 1K Prozei? gegen das Vorjahr. Sprachschnle für Prot-tarier. In den nächsten Tagen be- ginnen neue Anfärgerkurs« in Englisch und Französisch für Kinder bi« z u vierzehn Jahren. Unterrichts- zirnmcr m der Gem-eindeschul«.Hinter der Garrilonkirche'' (Nähe Bhs. Börse). Anfragen an den Leit« H. FuchS, Neue Friedrchstraste 45, III. Einen Frllhjahrswaldlauf veranstaltet am Sonntag, den 11. April, nachmittags 2 Uhr� der erste Km» des Arbeiter-Turn- und Sportbundes in Adlershof. Abermals wollen die Arbeiter- sportler Grotz-DerlinS durch zahlreiche Teilnahme für die hohe Bedeutung der Leibesübungen demonstrieren. Ueber fünf Kilo- meter werden die geübteren Läufer ihr Kräfte messen, über drei Kilometer werden starke, geschlossen laufende Propaganda- Mannschaften ein imposante» Bild modernen Stillaufens zeigen. Sportlerinnen wollen über 599 Meter Wettlaufen und in einer Waldstafette werden Knaben und Mädchen im eilenden Lauf durch den im FrühjahrSschmuck prangenden Forst ihr Bestes her- geben. Da die Fahrgelegenheit sehr günstig ist, wird die Ar- beiterschaft um zahlreichen Besuch gebeten. Treff- und Umkleide- lokal Restaurant Wöllstein, AdlerShof, BiSmarlkstrast«. WetterauSsichtea für Sonntag: Ziemlich warm und zeitweise heiter, jedoch überwiegend bewölkt bei lebhaften südlichen bis süd- westlichen Winden, etwas Regen und Gewitterneigung. Aus dem Gemeindeleben. Wilmersdorf. Der von der Stadtverordnetenversammlung eingesetzte UntersuchungSaukschust zur Aufklärung der Vorgänge in der„Äapp-Woche" hat sich konstituiert. Von unserer Seite gehören demselben die Genossen Stadtrat Scholz, Joachim- Friedrich- Strasse 5, lind StaKSerorditeker HrkSkK Verfki« Strasse 115,' 13, an. Me Genossen werden ersucht, eigene Erleb- nisse, die sie mit Beamten des Magistrats, der Schulen mit dep Einwohnerwehr und dem Militär gehabt haben, umgehend schriftlich»der mündlich den obigen Genossen zu unterbreite«. Aus den OrganiWonen. I. Distrikt, Montag abend 7 Uhr Vollversa-nimlung der Rät« Kommission bei Naworcki, Erosse Frankfurter Strasse IS. 7. Distrikt Dienstag, den 13. g., abends 7 Uhr, Dfftriktskonfo» renz lerweitert« Dorstandssttzringj bei Krummbach, Warfchouerstr. SI. l. Distrikt Deltow-veoskow. Di« Sitzung der Distrik-rätekom- mlsstoa findet nicht am Sonntag, d«n 11., sondern Sonntag, den 18. April, in Wildau, Plankstr., pünktlich 10 Uhr vormittags statt. Lichtenberg. Montag abend 7 Uhr Bezirkskonferenz im Taft BelUoue. Weissens««. Aktionsratssitzung am Montag, den IS. Spr«, abend« 8 Uhr, bei Masche, Berliner Allee 250. Daselbst um 8 Uhr all« Drnppensührer und Zlgitationskommtfswn. vereinslalender. Allgemeiner Verband Deutscher Bankbeamten. Montag abend iü Uhr Versammlung im Lehrervereinshaus. Koll. Marx spricht über die neu» Situation im Bankgeroerbe, die durch die Ablehnung des Reichetarifs geschaffen ist. Zentralverband der ArbeitolnvaUden. Bezirk Norden III. Sonntag vormittag V410 Uhr Mitgliederversammlung in der Aula Tberswalder Straf« 10. Soz. Proletaricr-siugeeld Teddiitg I. Sonntag, den 11. Aprft, nachmittags 6 Uhr, Mädch enzuf an urvc nkunft bei Krall, Utrechler Str, Eck» Hennigsdorfer Str. verantwortlich für die Redaktion: Alfred Wielepp, Neukölln. Derlagsgenossenfchast„Freiheir, e.©. m. b. H., Berlin.— Druck der Lindendruckerei und Berlagsgesellschaft m. b. H., Echifsbauerdamm 19. V Mbgild d.Mer. LMm.WmAretl. Filiale Berlin Die Urabstimmung sik« die Vorlage deS HauptvorstandeS, betreffend Erhöhung der NnterstützungS- sich«, des Beitra-eS sowie deS OriSzuschlages findet am Sonntag, dem It. Npril, vormjttagS von 19— 12 Uhr, in folgenden Bezirkslokalen statt: «t» eden i SwtncinLnder Str. 9d, Rckimrant Btoitj. chrfuudbrnnnen: Badsireb« 44, Rrftaurant ViNttot»!» ovl)tw(jnrtvoi;e 10,». II. �deddlng: Melpauiuetsirast« 7, Restaurant. »stern:»rare prautlurter Straße>5, Restaurant. -tDreuberg: Scharnweberfiraße i, Reäauraut. I«aasten: Stalijer Straße bvdZ. Restaurant. ».«»Westen: lantwtßstraß« t>, R-stauranl. 'Sesten: SI«inm>»iiraße ÜSa, Zsestaurant. !«wrSwcsteu: Slrvhaustrade St. Restaurant. dt«r»osten: M�kstr-ß, 12, Rest'Urant. ' r etstenlee: grt-vrlchkraß- L7, Restaurant. plenwlln: Pr.uoHeniijccr.Straße S, Restaurant. »ldlerehof: Hrldigstraße, brl Saut. Restaurant. «Srok-LIchtertelde: pwdertnr,,damm 55, Rest. lemvelhol-Marteridorf: Martendorf,«Hausteestraß« Uli, Rciiaurant Karl« borst. Ober- und»NedertchSnewetde: Zahtftiue in llbers..«aooeue: Siemcu»stiaße, Ecke veulpraße, Restaurant. Kiiprutit: Roienstraße 10, Restaurant. Zevleudors: Paltcamer llhaulsee, Restanranl keuuo Mückle. Stenliii: Ditppelstraß« 7, Restaurant. SriedrtchShagen: Schornweberstraße, Ecke Ka- stanlen- llee, Restaurant. Sstarloltenburg. Ballahau», Rostnenstraß« 4. WUmeredorf: �sahdurgcr Str. 55, Restaurant. Die Ortsverwaltung, d»e Vertrauensleute sowie die letzte Mitgliedev »ersammlung empfehlen einen Beitrag von 8,59 M. pro Woche. Rege Beteiligung an der Abstimmung erwartet Die Ortsverwaltnng. ! U m n 4 u H Tcllinhlnnr.> Plomben 1,50. Ooldla- />!4 t 4" krönen 15 M. Zahnrleken alt Elnspr.höchil. ichnierzllnd. Unmrb. schleck ti.Qebisse. Reo. 7; Snaril W o 1 1 sof. Potsdamer Sir. 55. tlochb. Sprechi. 9—7. J. k-Züllt-, Harn-,, � ffa Geschlechts-" ■Jnterlelbslolden bei Mannern und Tranen werden schnell und«rundlich mit seit Bber 20 Jahren von mir erprobten, bewährten nnd wissen. . sliaftlich anerkannten Hellmitteln mit autem und dauerndem Brfolae behandelt, speziell mit »lektrophysikallscham Licht- nnd Natnr-Hellver iahten. | Ohne UerolsstSrunK— Sprach- nnd Behandlunes- I s-it; 9—1. 4—7%, Sonn- nnd Telerttss 9— 1 . Heilanstalt Berlin SO 16. Hrflckenstr. 10b. II |(am Babnhol Jannowitzbrlleke). frof. F. Mistelsky, (radulert nnd opproblert im Anstand. Höchste Aufschläze '"pV.ien" SDlrolbobrer. Gewindebohrer, Fntler n. Fräser aller Art, sowie Reibahlen nnd Senker. NIadarachöneweid*. KSIInlsche Strebe 69. III links. 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