Ne Ensrßie ößi' Aegierung. Offli<ä5 wird mitgetrilt, daß die Beriiilltiiisse in G» t h a es habe» erforderliÄ erlck>rinen lassen, den Avdnahmeznftand über daS Land zu verhängen und einen ReichSkominissUr darthin zu entsenden, der für die baldige Wlcdcrherstellunz versassungS- mästiger Zustände Sorge tragen soll. Der Freistaat Gotha hat eine unabhängige Mehrheit in der Landesversammlung und eine unabhängige Negierung, die mit vollem Recht ihre gcsehlichen Befugnisse ausübt. Run ist aber die bürgerliche Minderheit im Landtag mit den Maßnahmen der Regierung nicht einverstanden, stc hat ihre Mandat«»iedergelegt «nd fortwährend Hilferufe nach Berlin gesandt, damit gewaltsam die Anordnungen der G-thaischrn Negierung verhindert«erden. Diese Hilferufe sind jetzt von der NeichSregie»..ig erhört worden. Dieselben Leute, die erst durch den Kapp-Putsch dazu gezwungen werde» mußten, die AuWsung der Nationalversammlung und die RuSschrribung von Wahlen für den neuen Reichstag a»zu> kündiaen, die bis heute noch nicht de» Wahitrrmin angekündigt haben, verlangen von der Gothaischen Regierung, dast st« Reu- wählen vornehmen«nd eine»versassungSmästige" Regierung bilden solle. Die(fnergie der ReichSrrgiernng zelgt stch afs»»ur dann, wenn sie etwas gegen die Arbeiterschaft und ihre Vertreter unter. nehmen will. Sie wagt nicht, den Äitvb-Ncbcllen zu nahe zu treten, die gegenrevolutionären Organisationen sind noch immer nicht entwaffnet und aufgelöst. Und statt der Aufhebung de« Br- lagerungSzustandeS wird jetzt über das vollkommen ruhige Gothaische Land von neuem der Ausnahmezustand»erhängt. Soll das ein Teil de« Kampfe» gegen rechts bedeuten, de» die Regie- rvng Müller angekündigt hat? � Hilferuf der bayerischen ssestrnigsae'WgeueN. Es geht un« folgender ergreifende Hilferuf unserer in bayrischen Festung«� sängnisicn schmachtenden Genossen zu: Immer noch, trotz der ungeheuren Kraftanstrrngungen des Proletariats zur Niederwerfung der monarchiit:schen Reakuo», be- finden sich tausende von Proletariern wegen ihrer politischen liebe rzcugung in deutsch:» Festungen, Gefängnissen und Zucht- Häusern. Alle hofften,«warwten sehnsüchtig Foeiheit. VrkSswng von unsagbarer Qual, die ihnen die bnilalrn Knechte der reaktionären Burcauktatie unter prall.' tariatS feindlichen � Heren Stellen zu» fügten. In Bayern aNein harren etwa NX) Genoffen be» Page» der Freiheit.?n vielen Orten verlangt dbe Arbeiterschaft ihre sofortige Freilassung. Sie sieht Tag für Tag vorüber. gehen, ohne daß ihre seit April lvlv eintp. sperrten Torkämpfer zu ihnen zurückkehren. Die Gefangenen selbst fragen erstaunt, warum trotz V.'» Ge° neralft:c'ks und trotz des bewaffneten Kampfes gegen die Re» aktion nicht erreicht worden ist. daß die mit politischen Ge« fangen?» genillten Kerfer sich leerten und unerhSrtcr Be» driilkung, der besonder» die politische.» Gefangenen in Bayern unter der Aera eine».demokratischen' Just-zminister» Müller« Meiningen ausgesetzt stnd, ein Ende bereitet wurde. Tie richten an die Regirrung die dringende Forderung, sie sofort in Freiheit zu setzen. Sie ersuchen da» gesamte Proletariat, ihr« Forderung zu seiner eigenen z» machen und mit allem Nachdruck für sie zu wirken Fordert die Freilnffnng aller politischen Gefangenen! D•. z bayrischen FestuugSgesangenen. 5r.tlkre!H und der Einmarsch. Pari», 12. April. Der.Temps' veröfsenfticht eine augenfällig imspiviert« Note, kt der er sag, di« deuische Rcgi.'ruwg habe«ine Verlange- ! u n g de? Ä u g u st a b k o m m e n s, d<�.ne Zahl nirist Wersch reiron, sei eine Fcage, die die interalliierte Kvntrollkommrfswn angeho. Ferner betaut'der„TcmPS" noch, um einem Mißverständnis zu begegnen, zu dem die französisch« Regierung niorncrlS Anlas; gegeben habe, dast die verschiedenen deutschen S:üdte, im die die srcmjdsifchcn Truppen in der letzten Woche eiw'iczogen seien, aus dem gleichen Grulide besetzt worden seien. u,ch ferner, um die Ar- tifffl 42 bis 44 des Friedensvertrags zur Gcftiung zu bringen, und dast die französische Regierung immer«.etschlossim gewesen sei, sämtliche Städte zu räumen, sobald die Alliierten Deutschland zur Beachtung de» Friedensvertrags gebrach! halten. Ein Protest der Frankfurter Presse. Der Berein per Frankfurter Presse hat dem kommandieren. den französische« General folgenden Protest überreicht: AuS Anlaß der Berichte über dep Bor soll bei der Hauptwach? sind zwei ZeiitungSverlrefer vom fra�zcsisärn Pol'scigerich: zü hohem Geld- strafen oerurteilt worb.cr, weil über die Zahl der Toten und Vor- würzten falsche Berichte orrSssentlicht worden seien. Dabei ist volsi.ändig unberücksichligt geblieben, dast dl« Der. cht? auf arnt. lichcn Mitteilungen fusten, in einem Falle sogar der Wortlaut von der französischen Iensurstell« durck; A-sihiiung genehmigt war Eine solckie Nichtachdumg von Fcslstlellu"gen der zuständigen Orts- behörde macht«s der Frankfurter Presse, die bei der ganzen Be- Handlung des Falle» jede erdenklich« Vorsicht walten lieh, uamog» (ich, im Sinne der Aufklärung der Wahrheit fernerhin tätig zu fein. Der Vrr«« der Frankfurter Presse erivartet daher ein« Zusicherung, welche die Wiederholung solcher Fälle auS-schlaest«. Eine.Maiin'-Melduiig besagt, dast die 11. Dlvision von Nancy di« schwarze» Truppen in Frankfurt a. M. ablösen werde. Eime neue Verordnung der französische» Beratungsstelle sHränkt das Verbot de» Verkehrs aus di« Zeit von 10 Uhr abends ött 5 Uhr früh ein. Kn rtm Eloitz. Erschießung des Amerikaners Demott. Mülheim». Ruhr, IS. April. Einem Prlvattekegramm zusvize soll de? vom Standgericht zu Wesel verurteilte Demott, der angeblich amerikanischre Staatsangehöriger sein soll, im Gefängnis, i« dem er untergebracht war, bei einem Fluchtversuch vo» einem Wachtposten erschossen worden sein. Man kennt nachgerade diese„Fluchtversuche"'. So wurden Dören back, Jogisisies und die vier Spandauer Ge» Nossen um die Ecke geb rockst. Wir haben eS hier wieder mit einem offenen Mord der Soldateska zu tun, die offenbar be- fürchtete, hasz eine höhere Instanz das Todesurteil ausheben würde. Am Sonntag teilte man amtlich noch mit, daß ein Todesurteil gegen Deinott dem Reichspräsidenten n i cht vor- gelegt worden sei. Die Soldateska braucht nicht die Bestä- tigung des Reichspräsidenten, sie richtet und handelt selbst. Dieser unerhörte. Vorfall bringt uns aber noch erneute diplo- matisck>e slonslikte, mit denen die deutsche Regierung doch wirklich überreich gesegnet ist. Die Ermordung ist bereits noch Amerika berichtet. Amblich wird zu dem Vorfall gemeldet: Beel in, 12. April. Sofort nach Einkrefftn der Nachricht, bah der vom Kriegs- geeicht in Wesel zum Tob« verurteilt, Demott, der amerikanischer Staatsbürger feia soll, im Gefängnis, wie mitgeteilt wirb, bei eine« Fluchtversuch erschösse« worbeu ist, hat das Auswärtige Amt bei be» zuständigen Stellen eine mngehend eingeleitete Unter. fnchung des Borfalle» und die N a ch p r t f u n s dcS ihm vorangegangene« Urteils beantragt. Alto das ist alles. waS man zu tun gedenkt. Der Reichspräsident hatte die Pflicht, sofort auf die Nachricht der Verurteilung hin. sick» über deren Nichtigkeit zu vergewissern und die Nachpriisimg des Urteils vorzunehmen. Tie„beantragte" Untersuchung muß mit aller Zcharfe und ohne jede Verwschnng geführt werden. Ter oder die Mörder müssen imnachsichtlich zur Nechenichaft ge- zoaen Werden. Der Negierung aber erwächst die Schuld, daß sie die Bildung Kr Standgerichte nicht verhinderte. sUld ""'--«pllttckrT all- sitfa,0U| Die Reakliou in Vayern. Aus München wird uns geschrieben: In Bayern gibt eS jetzt eine Regierung, die von dest „Deutschen Tageszeitung" mit großer Sympathie begrüßt wurde als B e g i n n e i n e r n e u e n Z e i t. Diese Gemiig- tuung des Junkerblattes ist ebenso bezeichnend wir selbst»«" ständlich. Haben in Berlin die Kapp uird Liittwitz wie Bullen gehaust und dadurch den eigentlichen Politikern der miütäri.'schcn Reaktion das Konzept gründlich verdorben, so hat man es in Bayern trefft ich verstanden, den Mili-taristew- putsch hinter dem Schleier von Miiristerratsbeschlüssen imÄ parlamentarischen Verhandlungen zu verbergen. Die ungeheure Erregung, die der Berliner Putsch vom 13. Mäitz in den arbcilenden Massen Bayerns auslöste, ver» hinderte zunäckist ein offenes Auftreten der bayerischen Militärs und bewog sie, die Erreichung ihrer Ziele in Vev» bindung mit den Spitzen der Bureaukratie ans Schleich- wegen zu oersolgeu. Es war die zag Haft»: und schwankende Haltung der rechtssoziaiisliischon Minister, die ihnen diefeA Geschäft erlechte rte. Die Erklärung des General Möhl am Sdachcnittag des 13. März, daß er und die Truppen„zu? nach st" auf dem Boden der Verfassung ständen, lxitte zur Folge, idaß Hie Streisikomimifsion, die sich sofort aus den drei Parteien, den©cwerkjchaftsn und den Betriebsräten gebil- det hatte, zu eincrn sofortigen Beschluß den Generalstreik ausAi rufen nicht kam. Aber bereits in der folgenden Nacht zwang General. Möhl, vorgoschoden durch die Offizierscligu« und die hinter ihnen stehenden Zeitfreiwilligen, Studenten und Gymnasiasten, dem Ministerrat die Uebertraxmng de? vollsichenden Eewält aus,, seine Person ab. da, wie er er- klärte, er sonst nickst für die Sicherheit der Minister garan- tieren könne. Allein der' Ministerpräsident Hofs mann! stimmte im Ministerrat gegen den Erlaß dieser Verfügung« unterzeichnete ihn aber, von seinen Kollegen überstimmt« ebenfalls mit seinem Namen, wohrscheiulich auf Grund der diesen Herren eigentümlichen Auffassung von Demokratie. Wenn sie„halt nicht die Mehreren san", wie man in Bayern so schön sagt, dann ist für sie die Möglichkeit jeder politischen Wirksamkeit geschwunden. Dabei stamden die stahlbehelin- ten und revolverumgürieten Offizier«, nach Aussage deS reckstSsozinlistischen Ministers E n d r e S. vor der Türe, um nötigenfalls der Fovdenmg des Herrn Möhl Nachdruck zu verleihen, eine Feststellung, die aine Woche spöler von dem sogenannten Demokraten Müller- Meiuiugon im ijand- tage mit freckxr Stirne bestritten Wierde.> Dieser Vorgang kann in den Morgenstunden des Sonn? tag der Streikkommissivn zur Kenntnis und verairlahte sie, den sofortigen Generalstreik zu beschließen. Dieser Beschluß löste in den beiden großen Massenversammlungen, di« unsere Partei am Vormittag abhielt, siürliusch? Vegeisteruny aus. Die stürmische Bewegung, die die Missen ersaßt hatte und die sich aus den Straßen deutlich bemerkbar machte, be- lehrten die reckstsso.zinlistischen Minister, welcher veichrecheri- schen Feigheit sie sich schuldig gemacht hatten. Unter dem Drucke der Bewegung erklärten sie am Nachmittag ihren Rücktritt und zwangen iMidiirch die bürgei'lichcn Minister, ebeufolls abzudanken. Ver Polizeipräsident und beriich- tigte Staatsstreichler P ö b n e r sowie der General Mühl und der ihm zur Seite gestellt« Zivilkonrmisfar v o n K ah r liatten durch Anschlüge versucht, die Massen zu täuschen, je- doch otine Esolg. Kohr, Pöhner und der Latidesha u pt»MNN der Einwobnerwelwen Esch errch sind, wie sich später her- ausstellte, die eigmülichen Regisseure des StcialLstreicheS ge- Wesen, indem sie hinter den: Rücken des Ministerrates mit dem General Möhl, dem Obersten Epp und den Jeitsroi- willigen konspirierten. Ter Generalstreik setzte am Sonntag abend mit der Stillegung des Strcrßendahnbetriebs ein, am Montag früh wurde die Arbeit in der gesamten Industrie niedergelegt, mittags folgte der Eiienbahnveickehr. Die Bewegung griff immer mehr um sich, ans allen Orten liefen Mekdungen über die allgemeine Niederlegnng der Arbait ein. Den Militaristen begann es inmitten der gegen sie cmfge- peitschten Masjen schwül zu werden. Sie versuchlen, ihrer Position unsicher, die R'eichSwchrjoldatcn gegen die Arbeiter aWschehen: dir Truppen wiird-n in den Kaisern«» streng 1 vor jeder Berührung mit der Bevölkerung gehalten. Nur Ulis Zeitzltpeiwillwen zogen M Msarzeweiß-rateu LMM iWWWWAMÄ r: Nummer 120> Niorgen-Mnsgüde Inders e kosten di« achtge�?, Noi pareillezeile oder deren Raum o.20 Rlk. znzügl. 30% Teuerungsz.schlag. Familien»«nd Grzanisationsanzeigen die achtzesp. Nonpareillezrile 2.40 Mk.' nett». Rlein« A�ze?e«: Va,' fettgedruckt» Wori IV?., jed»' weitere Wort 83 zuzogt. 30'» Te i»rnngszusch!aH Stellengesuche, Familien- u. Organisation»» tvort-Anzeigen tosten das fettgedruckte kvort t-tS tflk,, jedes Veittre Wort Li.£>fg. netto J�erateN-AbteUmeO:«erltn 9m. tt, Kch!ffb«nerd«mm 19 Aer»fprecher«Uwt Norden 8SJI— S6, W95-96, 9768 ewzelprels 20 pfennlg- 3. Jahrgang Die �Freiheit� erschewt morgens und nachmittags, an Sonn» nnd Festtagen mir morgen?. Ver Bezugspreis bettäat bei freier Zustellung ins V«n»s rür Grofs»Berlin 7�0 M. im »oraus zahlbar. Für poüberng nehmen sämtliche Postanstalten Vestevimze» entgsgen. Unter Stteirband bezogen für Veutschland und Gestetrricki ssv.—-ür das übrig« Ausland zZ.S0 rn. zuzüglich Valutaaufschlag, per Blief für Deutschland and ülestmeich<7.— XTL Nedattton und Spedition: N2V. 6. Schiffbauerda«« lOTRI. Fernsprecher: Amt Norden 653— 36, 2806 und 0896. vlenstag, öen 13.)lprll'«20 im* rrmMMMn'Sptcl vemcmsiriereM und provozierend ouvch die Straßen. Die NÄhtssoFios.isren wußten wie gewöhnlich in 6�' spannten Situationen nicht, cruf welchen Ast sie sich setzen sollten. In ihrer Landtag ssraktion war eine sehr starke Mlnverheit für die Beteiligung an der neuen Negierung, die der aus Dienstage, den IL. März, einberufene Landtag einsetzen«sollte. Unter dem Drucke des Gcneralstrsiks jedoch siegte unter der Führung von Timm die Ansicht, sich der R-egierimgsbild'ung fernzuhalten. Als dann durch daS Kulissenspiel Herr Kohr zum Mini st er Präsiden« ten gemacht wurde, brachten sie es aber fertig, einer ge« meinsamen Erklärung aller Landtagsfraktionen zu zu st im- wen, die der StaatsstieichreMerung loyale Unterstützung Mtsagte, anstatt, wie es ihre Pflicht war, sofort in schärfste Opposition zu treten und den Staatsstreichlern vor den Augen der Oefsentlichkeit die Maske vom Gesicht zu reißen. Der nur drei Mann starken U. S. P.-Fraktron war es in- folge des Verkehrsstceiks nicht möglich tm Landtage zu erscheinen. Während die sogenannten Demokraten, die sich in Bayern durch nichts von den Den.chnationalen unterschei- den, von vornherein den Generalstreik für überflüssig erklärten, wurde von den NechtSsozia listen die Ansicht kolportiert, daß der Generalstreik abgebrochon werden müsse, weil am Dienstag dam General Mähl die vollziehende Gewalt wieder entzogen und ein Zivilkainniissar an seine Stelle ernannt werde. ES gelang ihnen auch die Eisenbahner ins Wanken zu bringen, so daß der Streik am Mittwoch nachmittag abgebrochen werden»rußte. Die Bewegung hatte sich in M ü n ch e n unter einer imposanten Disziplin der Massen vollzogen, wesentliche Lwischenfälle haben sich nickst ereignet. In Nürnberg provozierten Zeitfreiwillige Erlcmger Studenten, die von dem do-rtigen Negimmgskommissar, dem anmaßenden Major Gareis, horbeigerufeA wurden, indem sie wahllos in die Massen hineinfeuerten. Ueber Hof wurden die bekannten Schwindelmeldungen lanciert, zu deren Verbreiter sich der neugebackene Ministerpräsident von Kahr in seiner An- trittsrede im Landtage mochte. Diesem Horrn wurden bisher in unserer Presse nicht weniger als vier Lügen in der einen Rede nackigcwiesen, so daß die.Lügen des Herrn von Aahr" in Bayern ein geflügeltes Wort geworden sind. Herr von Kahr, der sich selbst alspolitischenNen- lin g bezeichnet, gilt als einer der getoandtesten und ein- stußreichsten Bureaukraten Bayerns. Als Regievungspräsi- beut von Oberbayern äußerte er in einem an den nunmehr von ihm selbst gestürzten Rechtssozialisten EndreS garichteten Geheimbericht, daß man sich auf dem Lande förmlich nach einer Diktatur sehne. Kn auffallender Uebereinstimmung mit dieser Wendung steht der Schlußpassub eines nach Berlin gerichteten Wolff-TelegrommS, in dem es heißt, daß die Landbevölkerung vorübergehende Militärdiktatur wünsche. Die« deutet neben anderen AnhaStSipunkten cntf die Stelle hin, in der die monarchistische Verschwörung ihren Mittel- Punkt hatte. Herr von Kohr hat auf olle Angriffe in der rechtssozialistischen und nnsersr Presse, in den ihm hoch- verräterisch« Handlungen vo-vgeworfe» wurden, picht antworten können. Die heutige bayerische Regimmg stellt sich dar als eine Diktatur der rückständigsten Volksschichten de» Kleinbürgertums und der Bauernschaft über die industrielle Bevölkerung. Dies kommt auch jetzt den Demokraten, die das verbrecherische Spiel der Reaktionäre mitmachten, allmählich zum Bewußt- sein»nd sie verlangen heftig den Rücktritt deS antisemitischen Münchener Polizeipräsidenten Pöhner, unter dessen llebo» griffen sie selbst zu leiden haben. � Die Rolle des vielgenannten Dr. Heim scheint nun- Mehr Wemlich klar zu tiegm. Die auifschenerrsgenden Enthüllungen der„München er Post" zeigen, daß in den bayerischen reaktionären Kreisen eine partikirlaj- x i st i s ch e auf die Losrerßung Bayerns hinarbeitende Strö- immg und eine zentrali st isch- großdeutsche Strö- Imung vorhanden ist und daß an diesen Gegensätzen die Ml- nister schaft de» Dr. Heim scheiterte. Seine Beteiligung an bor bestehenden Militärverschwörung ist klar erwiesen, die Mitteilungen der„Münchener Post" stehen durchaus im Ein- klänge mit der Halinmg deS Heimschen Organs, de»„RogenS- burger Anzeigers", in den Tagen des Kapp-PutscheS. Die bayerische Arbeiterschaft ist sich bewußt, daß sie ihren Äampf gegen die bayerische Ree Reise d»! Unterstaaotssxkretärs damit bekiündet. daß er als iDslitz,""» � ua S&eiAmebxr*' üma eint*»**» Unkorsuchungskommstsion zum Zwecke diesbezüglicher Feststellungen in das Ruhrgebier abgereist sei. Das Dementi des Reichswehrministeriums ist nach diesen aus unbedingt zuverlässiger Quelle stammenden Mitteilungen unrichtig und das Vorgehen des Obersten Baumbach wird in der Folge ebenso seine Bestätigung finden, wie die Beschwerden und die Maßnahmen gegen die Brigade Epp trotz aller Ableug- nungcn ihre Bestätigung gefunden haben. Z>ie Lcaküvnäre in Xsl gleit. In der gestrigen Abendausgabe des„Berliner Tage- blatts" werden weitere Einzelheiten über die reaktionäre Be- wcgung in Bayern mitgeteilt. Es wird dort berichtet, daß schon im Mai und Juni 1913 in München versucht worden sei, die ganze Studentenschaft unter den Waffen zu halben, um einen Neckitspufich zu verwirklichen. Im Gruppenkommando Mühl habe sich ein„Studentenreferat" aufgetan. Damals sei der Plan nicht gelungen. Im März 1929 hätten ein paar Studenten die Uniforni angezogen und dem Ministerpräsi- deuten ein Ultimatum gestellt. Bayern bekam eine Mili- t ä r d i k t a u r und eine nichtsozialisfische Regierung: es de- gann der Kreuzzug gegen den Bolschewismus— natürlich nur gegen links. In den ersten Apriltagen 1929 kamen die Enthüllungen der„Münchener Post" über die Gegenrevolntionäre in Bayern, in denen auch Dr. Heim ge- nannt wurde. Am nächsten Tage erschien ein hetzerisches Itlugblatt der Separatisten, das kernen Angriff auf das Jen- trum entlnelt, um so derber aber auf die bösen Inden, Preußen, Demokraten und Sozialisten losschlägt. Das Blatt berichtet weiter: Um die gleich« Stunde tritt ein.Bayerische? Orb- n u n g S b l o ck" in die Erscheinung. ES arbeitet bei ihm wieder der unS schon bekannte»Studentenreferrnt" und Ministerftürzer mit und noch«in paar andere bekannte Namen, die auch anläßlich der Urco- Demonstration mit Samthandschuhen angefaßt worden waren. Schon damals war ein bewafsneteS Aus-die- Straßc-Dehen von Zeitfreiwilligen und Alarmbataillonen geplant. Er läßt mächtig« Plakat« anschlagen: „Politischche Schwäche und moralische Feigheit der Reich»- regierung ließen die Kräfte der Zerstörung groß werden. Eure Söhn« müssen mit ihrem Blut daftir büßen. Deshalb fort mit dieser ReichSregierung, die ihre Anhänger in den vom Ausland verseuchten Teilen per Bevölkerung sucht 1' Das genügt! DaS sind kaum noch.verkappte" Abstchtenl Adan fleht: WaSam 1A März in Berlin nicht glückt«, da» soll jetzt von München an» geschehe», da» sich schon einig« Mal« als günstiger Boden für die Bestrebungen land- fremder Eiemenj« gezeigt hat. Man rechnet mit der Trägheit de« Mönche nertum». da»— so nimmt man an— kaum den elementaren Widerstand«ntgcgenisctze» würde, wie ihn Berlin sofort gezeigt hat. Man rüstet in München mit fieberhafter Eile. Bunde»- genossen sucht und findet man«n monarchistischen Kreisen; in«iner maßlosen, wüsten antisemitische» Hetze, die vor Jnsultierung auSländischcher Pressevertreter, die bei einer Demonstration nicht mitmache» wollte», nicht zurückschreckt; in den bloßgestellten separatistisch.franzosenfrennd liehen K.eisen; in den vollständig eine» vernünftigen Denken» unfähig gewordenen Studenten- und Hochschullehrerkreise»; w de» Zeitfreiwilligen, dir sich ihrer Auflösung widersetzen(und nicht nnr da»: da».FveikorpS Oberland", dem die Rote der Entente vom 12. Marz nicht unbekannt ist, erläßt Werbe- ausrufe und errichtet Werbestelle nl E» ist seiner- zeit aufgestellt worden von dem jetzigen Leiter de» wüstantise- mftischen.VATifchen Beobachters', dem mit Beleidigungsklagen nicht beizukommen ist; denn er ist entmündigt. Ein feine» Mittel, wenn man sich der Verantwortung«ntzieheu will). Die Höhe aber ist folgende Zeitungsanzeige: .Die Werbestelle der amtlichen Technischen Rot- Hilfe befindet sich nach wie vor Leopoldstraß« 18, die Werbe- stelle de» Bayerischen OrdnnngZblock» und seiner Brchnischen OrdnungShilfe Elisenstraß« 6, Pension Feld- hütter(«ine Zentrale aller solcher Unternehmungen). Will die Reichsregierung die Verfassung zerstören? Provo. ziert sie absichtlich willkürliche Streik», um un» vollends zu verelenden? Will sie Reich»- und Eimvcchnerwchrei»«ttwaff- nen, die Svarta listen aber bewaffnen?" All?» da» wird keck Schouptet. Die Reaktion ist in München auf dem Marsch«, und jeder Augenblick kam» un» die unlieb- samsie Ucberraschung für da» Reich gebe». Der Warnruf des„DerÄner Tageblatt' ist berechtigt. Aber man muß doch darauf hinweisen, daß die Partei- genossen des Blattes, die bayerischen Demokraten, an der reakttonaren Entwicklung in Bayern mitischuldig sind; sie haben sich insbesondere beeilt, durch die Teilnahme an dem Kabinett Kahr die Man« der Gegenrevoluttonäre noch zu fordern. Die rvakttonäre Sntwrckfimg in Bayern muß jedoch im Zusammenhang mit dm Zuständen im Reich betrachtet wer- den. In Döberitz, im Lockstädter und im Munsterlager in Pommern, sammeln und organisieren sich aufs_ neue dir Milttaristen und Monarchisten; von den eigentlichen Kapp- Rebellen ist bisher noch niemand festgenommen worden, die Söegierung wagt noch innner nicht, die Marinebvigaden Ehrhardt und Löwen seid, alle die anderen geyenrevolutto- nären Formationen zu entwaffnen und aufzulösen. Im Gegenteil, dieselben Offiziere, die noch gestern hinter Kapp gestanden haben, verrichten heute Dienste im rheinisch-rvsst- Mischen Jndusttierwier. Demgegenüber muß so schnell wie möglich die Forde- rung der Arbeitevorganisattonen nach Säuberung der Reichswehr von allen konterrevolutionären Elementen ver- wirklicht werden. Die Rathen der Sicherheitspolizei müssen schleunigst mit Mttglisdern der Arbeiterorganifattonen auf- gefüllt werden. Vor allen Dingen muß endlich de» Miii- tärs jeder Einfluß auf die öffentliche Gewalt entzogen wer- den. Wenn oilleS daS nicht baldigst geschieht, dann stehen wir wieder vor neuen Erschütterungen; dann aber wird die Arbeiterschaft selbst dafür sorgen, daß die Reaktion nicht nur in Bayern, sonder» im ganzen Reich etfdgültftg und restlos beseitigt wirdl VersMWlvvgsfreiheit«od Msnatzmezusiand. Der Berliner Polftzeiprästdent Richter läßt gegenüber dem Versaminliingsverbot gegen Karl Sch n e i d t er- klären, daß er das Recht, Versammtmigen zu verbieten, für Das ist eine deutliche Absage an den Herrn Bahn. die reaktionäre Beamtensit�e es überhaupt noch wagen darj den Mund aufzutun und Versanrinlungen zu verbieten, ih aber schon schlimm genug. Es ist nur möglich, weil der immer noch bestehende Belagerungszustand ihnen das Recht dazu gibt und weil dasZögernderRegierung, di, den Ttelagerungszustand ohne jeden Grund fortbesteher unk jeden Uebergriff ungcsühnt läßt, ihnen immer wieder M u i rnachi Schon vor mehr als einer Woche ist der Polizeipräsi- denk selber in einem Artikel im„Vorwärts" lebhaft für di« sofortige Aufhebung des Belagerungszu- st a n d e s aingetveten. Bis heute oline Erfolg. Da für die weitere Aufrechterhalttmg des Ausnahmezustandes jeder Grund fehlt, wirkt sie wie eine ProvokationderAr- b e i t e r s ch a f t und wie eine Bestätigung des blöden Bol- schewistenspuks. Ter Ge!dbeu!el tet Spekulanten in Ge a!?e! Zu wüsten Szenen kam es gestern an der Berliner Börse. Di« Regierung hatte mitgeteilt, daß eine Verord- nung erlassen werden solle, wonach in Ausführung des Friedensvertrages alle Wertpap-im, Aktien, Kuxe usw. von solchen Gesell'chaftsn, die ihren Sitz im ehamals feind- fick?en Auslande haben, angemeldet werden müssen. Sie sollen enteignet werden; die Besitzer der Papiere sollen eine Entschädigung erhärten zu einem Kurse, der nicht höher sein soll, als der Börsenkurs am Tage der Ratifikation des Fne- densvert vages, also am 19. Januar 1st29, war. Nun ge- hören gerade diese Papiere zu den„Valuta papieren", mit denen seit Monaten eine wahnsinnige Spekulation getrieben wird. Ihr Kurs stand sck;vn am 19. Januar außerordentlich hoch, er war seitdem im Zusammenhang mit dem Rückgang der Valuta, der sich bis zrmr März fortsetzte, weiter in die Höhe geklettert. Jetzt befürchten die Spekulanten, daß sie schon bei einer E»schädig ring zum Kurse vom 19. Januar 1929 Geld verlieren würde,,, und da sert der vorigen Woche die deutsche Valuta rn di« Höhe geht, der Kurs der„Valutapapiere" dagegen fällt, so sind diese Kreise von der Angst befallen, daß die Regierung die Möglichkeit ausnutzen könnt«, auch einen mederen Kurs als den vom 19. Januar 1929 für die Entschädigung anzusetzen. Die„Vossische Zei- hing" schildert die Vorgänge, die sich gestern an der Ber- tiner Börse ereigneten, in anschaulicher Weise. Die Regie- rung wurde von der sich wild geberdenden Menge der Bör- seizbesucher auf das heftigste angegriffen. Vom Börsen- oorstand wurde gefordert, daß er sofort zurücktreten müsse. da er nicht das geringste getan habe, um das drohende Un- her! abguienken und daß er jetzt das Leben zahlreicher Existenzen auf dem Gewissen habe, die durch die Regierungs- Verordnung ihre letzten Pfennige verliere» würben. Wir hören weiter: Ei» vereideter Makler, der im Auftrage be» Börsenvorstande» zur Menge sprechen woll!« und der«rklärte, daß die Beratungen de» Börsenvorstandes noch nicht beendet seien, wurde nieder geschrien. Einzeln« Mrtglreder de» Börsenvorstande». darun- t«r hochangesehen« Berliner Bankier», die sich in den Börsenlaal wagten vnd zu beichwichtigen suchten, wurden verhöhnt und ver- «inzelt sogar tätlich angegriffen. Hundertfach tönten die- s«n Herren der Ruf entgegen„Rausr, und einem bekannten Kommerzienra: wurde von der revoltierenden Menge der Hui vom Kopf geschlagen. Der Handel an der Berliner Börse ruht« vollständig, ohne daß bis gegen 1 Uhr«in offizieller Beschluß des Börienvorstan- de» bekanntgeworden war. KurSfeststetlungen irgendwelcher Art wurden nicht gemacht, auch mußten die ersten Notierungen der Papier« mit variablen Kursen unterbleiben. Die ganzen Vorgänge an der Berliner Börse lassen sich heute lediglich als«in Wutausbruch der empörten Börsen« besucher charakterisieren, die letzte» Endes für den Augenblick zu einer Sprengung der Berliner Börse geführt haften... Die Wut der Börse entbrannte auf» neue und es kam jetzt zu Ausschreitungen, die die Vorgänge in der ersttzn Börsen- stunde noch weit übertrumpften. Es wurden Reden gehalten, in denen u. a. mitgeteilt wurde, daß die Börsen in Frankfurt und Hamburg angeblich geschlossen sein sollen, und daß man evtl. mit Gewalt verhindern müsse, daß auch jetzt Kurse notiert werden. Di« vereideten Makler wurden teilweise mit Gewalt au» den Schranke» entfernt. Die 5durStaseln mir den Minus« zeichen wurden auf die Erde geworfen und einzelne besonncne Elemente, die di« gröblichsten AuSschreittingen verhindern wollten. wurden buchstäblich au» der Börse gestoßen... Mittlerweile war Kommerzienrat Schlesinger al» Börsenkommissar in da» Zimmer geeilt, um die Notierung ver Deo.jen weiter zu leiten. Die Menge empfing ihn mit wüstem Johlen und es hätte«icht viel gefehlt, so wären einzeln« wut. schäumende Leute gegen dieses Mitglied des Börsenvorstande» tätlich geworden. Die Menge versuchte die Tische umzu- werfen. Dem Protokollführer wurde da» Protokollblatt zer» rissen und vor die Füße geworfen, und der Tumult wurde immer größer. In diesem Augenblick gelang eS dem Kommerzienrat Schlesinger, sich«ine» Augenblick Gehör zu venschaffen und er erklärt«: „Meine Herren, ich bitte Sie um alles in der Welt, seien Sie vernünftig Im Jnteressede» Vaterlandes wollen wir di« Devisenkurse notieren." Großer Beifall folgte diesen Worten, aber im näckssten Augen. blick hatten die Schreier wieder die Oberhand, und sie erklärten: .Rei», wir wolle» demonstrieren. Da; Ausland soll auf dies« Schweinewirtschaft aufmerksam werde nl" Damit waren die Wort« teS Kommerzienrat? Schlesinger ver. pufft, und der Tumult nahm in noch verstärkterem Maße seine« Fortgang. Immer größere Massen drängten gegen die Tür, so daß ein Teil de» Inventars des Zimmers i« Trümmer ging. Trotz des wiederhotten gütfichen Zuredens der bekann, testen Persönlichkaiien aus den Berliner Bankkrevsen gelang es nicht, die Erregung nur zu dämmen. Di« Börse nvrßte gejchlossen werden, ohne daß es zu einer amtlichen Festsetzung der Devisenkurse kam. Nur im freien Verkehr wurden einige Notierungen ausländischer Werte gemacht, die eine neue be. trächtliche Erhöhung der deutschen Valuta im Auslände an- zeigten. Das rüpelhafte Auftreten der Spekulanten hat einen tieferen Sinn. Sie bangen um ihr Geld unb das Interesse ihres Portemonnaies geht ihnen über das Interesse des „deutschen Vaterlandes". Sie verhindern die amtliche Devisennotierung, weil sie �re Rückwirkirng der Besserung der «deutschenValuw auf denStanh ihrer Papiere fürchten. Diese Kreise wissen sonst nicht genug über die Vaterlandslosigk it der Arbeiter zu zetern, gebt es aber an ihren Geldbeuttt; dann rusen sie das Ausland zu Hilfe und jähren Szenen ans, die an di« jjhelsttzk Gaw&ßMtöl du Gassouiungen em Dorie. leine Talen. Der Reichskanzler Miiller hat sich seine Aufgabe, eine Darstellung der durch die jüngsten politischen Ereignisse ge- schrsfenen Lage zu geben, insofern recht leicht gemacht, als er den Hauptteil seiner Rede in der Nationalversammlung der Auseinandersetzung mit Frankreich widmete. Hier befand er sich auf einem verhältnismäßig sicheren und festen Boden, da in der Beurteilung der fr an- »Wichen Aktion in der Maingegend unter den Parteien oine weitgehende Ueberei-nstimmung herrscht. Nicht nur die Re- gierungssraktion und die Rechte, sondern auch wir sehen in ihr einen siegreichen Vorstoß des französischen Mili- tarismus, der über alle vernünftigen und besonnenen Er- wägrmgen einen schnellen Sieg davongetragen hat. Ja, wir verdammen die französische Generalspolitik noch weit hefti- ger als unsere Konservativen, weil wir wissen, daß sie nur dazu angetan ist. dem deutschen Nationalismus neues Wasser auf die Mühle zu führen. Wir befinden uns dabei in vollem Einklang mit unseren französischen Genossen, die die Heuchelei an den Pranger stellen mit der die Presse der Panifer Bourgeoisie zunächst Alarnrnachrichten über bolsche- wistiche und spartakistvsche Umtriebe im Ruhrrevier brachte und dann plötzlich init Beflissenheit die Harmlosigkeit der dortigen Bewegimg betonte, weil sie einen Vortvaud für den militärischen Spaziergang nach Frankfurt haben mußte. Nach wie vor freilich erkennen wir trotz aller von Müller vorge brach ten A agnmente die formale Berechti- gnng der französischen Regierung an, und wenn der Kanzler davon spricht, daß der Geist des Vertrages für die deutsche Aussassurvt spreche, so ist das eine sehr windige und halt- lose Korrstriiktion. Die Gründe sind an dieser Stelle oft genug anAcinandergesetzt worden, und wir verzichten auf eine Wiederholung Es bleibt dabei, daß die deutsche Rc- gierung dem französischen Ofsiziersklüngel in die Hände gearbeitet hat. Wir halten uns an sie und überlassen es den Antimilitaristen in Frankreich, sich mit den Reaktionären ihres Landes auszusprechen. Ans jeden Fall aber dursten wir erwarten, daß die Rede die innerpolitischen Angelegenheiten etwas ausgiebiger behandelt hätte, als es tatsächlich ge- schehcn ist. Müller hat uns noch einmal den Standpunkt der Regierung über die Vorgänge im rheinisch. westfälischen Indiistriebegirk entwickelt, ohne uns jedoch von seiner Nich- tigkeit überzeugen zu können. Vollständig geschwiegen hat er leider von den Fragen, die uns sonst bewegen, und unter denen die nacl) den Maßregeln zum Schutz gegen den deutschen Militarismus an der Spitze steht. Er be- zeichnete die französische Regierung als die einzige auf der ganzen Welt, die ans der Haft ihrer Generale nicht los- kommen könne, und er beteuerte mit schönem Pathos, daß die Regierung der deutschen Retmblik weniger Neigung denn je besitze, sich eine Milttärpartei gefallen zu lassen. Das klingt vortrefflich. Aber waS helfen uns die entschlossenen Worte, wenn wir keine Taten sehen?. Die Militärpariei, die man sich nicht.gefallen lösten will, ist da. und sie rührt sich im Norden so gut wie im Süden. Die meuternden Truppen befinden sich noch iinrner int Besitz ihrer Waffen. Die gegenrevolutionären Offisiere durchaus freie Hand, sich für. neue palriotische Taten vorzubereiten. Aus Bayern kommen höchst alarmierende Nachrichten über dunkle Machenschaften der Offiziere, die offenbar darauf hinarbeiten, in München die Fahne der Emvörung gegen die Republik aufzupflanzen und von hier ans das übrige Deutschland in Beweg-nng zu sehen. Daß ein solches Pronunziamento in Preußen einen starken Widerhall finden würde, kann kaum zweifelhaft fein. In den stockigen Provinzen Ostelbiens, in der Nachbarschaft Berlins, sind Waffen, Truppen und Führer bereit, und wer will behaupten, daß ein Unternehmen, wenn es klüger an- gelegt wäre, ails das der Kapp und Lüttwitz. nicht bestere Aussicht auf Erfolg hoben würde. Der weiße Schrecken steht poch immer vor den Toren. Und in dieser Situation beschränkt sich der Kanzler dcmnrf, über die Brutalität des französischen Säbels zu klagen, und nebenbei zu versichern, daß die Regierung vollständig frei sei und sich einem mit dem Papier der Der- fassung nickzit zu vereinbarenden Einfluß der Arbei- terorganisationen nicht unterwerfe. Stolz will ich den Spanier, und eS ist ja schließlich zu begreifen, wenn der leitende Staatsmann seine Unabhängigkeit von einer in dem Staatsgrundgesetz alS Regierungsfaktor nicht anerkannten Gruppe mit Nachdruck unterstreicht. Aber es hafte ihm besser angestanden, wenn er rückhaltlos zugegeben hätte, daß das Kabinett seine Existenz der Zustimmung der Ge- werkschasten verdankt und wenn er offen ausgesprochen hätte, daß von der Fraktion, der er doch selbst als Mitglied angehört, die Bedingungen, unter denen die Arbeiter de« General. streik abgebrochen haben, ausdrücklich an» erkannt worden sind Auf das Wort Nebenregie- rung konimt eS nicht an, in der Sache hat die Partei des Herrn Müller die Forderungen der Gewerkschaften an�e- nommen, der Kanzler ist an sie gebunden. Legte er aber schon Wert daraus, sich gegen Nebenregierungen zu wenden, so wäre es wohl ange- brockst gewesen, ein paar Worte über die Stutt» gorter Konserenz zu verlieren und daS ver- sassnngswidrige Verhalten der süddeutschen Regierungen kritisch zu beleuchten. Er sprach von Süddeutfchland, ober nur in dem Sinne, daß dort die demokratische Tradi» tion mit besonderer Eifersucht üher die Reinerhalwng des demokratischen Charakters der deutschen Republik wache. Jawohl, das starke demokratische Empfinden hat sich in Bayern dahin ausgedrückt daß unter der Drohung der Bajonette das Ministerium Hofmann dem reaktionären Kabinett Kahr weichen mußte, und die Stuttgarter Zusammenkunft hat im Namen der demokratischen Verfastung gegen die Nebenregie- rung der Arbeiter protestiert, um eine Nebenregie- rung der rückständigen Elemente südlich des Mains aufrichten zu können. Wenn Herr Müller die Beeinflustung durch die Arbeiter abstreift, gegen die süddeutschen Bestrebungen aber kein Wort vorzubringen weiß, so muß das den Verdacht erwecken, daß er und seine Kollegen hu Amt die Bemühungen der Ge- wei-lschaften, die Regiernng gegen die Militärpartei scharf zu machen, als lästig empfindet. Vielleicht will er sagen, daß er dieser Rückenstärkung nicht bedürfe, aber dieser stolze MaM Ms&II SegeMex«M MStz SBA. Tag beweist aufS neue, wie notwendig das Vorwärtsdrängen und Vorwärtsstoßen durch das Proletariat ist und daß der Widerstand gegen diese Bemühungen nur zu neuen verhäng» nisvollen Krisen führen kann. Der RcickSkanzler gibt sich hoffentlich keinem Zweifel über den Ernst der Stunde hin. Entweder er führt die For- derungen der Arbeiterorganisationen aus oder er und sein Kabinett werden ebenso der 5>ffizierclique zum Opfer fallen, wie seine Vorgänger. Ob er allerdings, selbst richtige Er- kenntnis und guten Willen vorausgesetzt, die nötigen Vor- kehrungen zur Sicherheit der Republik treffen kann, ist eine andere Frage. Ihn und seine Parteigenossen in der Regierung hemmen die Rücksichten auf die bürgerlichen Ge- fährten, die ihren Mangel an Entschlossenheit jetzt hinter demokratischen Phrasen über die Unerträglichkeit einer Nebenregierung verbergen. Die Rede von gestern hat es wieder deutlich gemacht, daß eine Koalitonsregie- rung die Probleme, vor denen Deutschland steht� nichtzu meisternvermag. Sie lebt von der Hand in den Mund, sie stürzt von einer Gefahr in die andere, sie hat kein festes Programm, sie hat keine Zukunft. Je länger sie wirtschaftet, um io größer wird die Wahrschein- lichkeit. daß die Reaktion sie ablöst, und nur sine sozio- listische Regierung wäre in der Lage, dieses Ge- spenst zu bannen. 'i ie Zeilnim«!mbole. Ein Mäulkorb für die Militärbcfchlshaber? Im Abendblatt vom Montag haben wir gemeldet, daß unser Parteiblatt in Er f u r t, die„Tribüne", unter mili- t arischer Vorzensur erschienen ist. Die„Vofsische Zeitung" weiß nun zu melden, daß sich der R e i ch s w e h r- minister durch diesen Streich des Erfurter Militärgewal- tigen zu einschneidenden Maßnahmen veranlaßt gesehen hat, um ähnliche Ucbergriffc für die Zukunft zu verhindern. Bis zur allgemeinen Einführung der politischen K o m- m i s s a r e, die künftig den militärischen Bcfehlshabern zur Seite gestellt wenden sollen, hat derReichswehrminister ange- ordnet, daß Zeitungsverbote und Zeitungseinschränkungen in jedem Falle ihm selbst vorzulegen find. Ein Verbot durch militärische Befehlshaber ist also künstig nicht mehr möglich, da neben der Zustimmung des zuständigen Regierungskommissars anch die direkte Zustimmung de? R e i ck>s we h r m i n i st e r s erforderlich ist. Eine offizielle Bestätigung der Meldung des Blatte? liegt nicht vor. Wenn sie zutrifft, so wäre das immerhin ein Anfang. Jas Kepilel V.'£. 3. Die„Frankfurter Zeitung", mer„Vorwärts" und die„Der- lin« VolkZzeitung" haSen m letzter Zeit mehrfach heftige Angriffe gegen da? Wolffsche Telegraphenbureau gerichtet. Sie beschuldig- ten<8, sich während der Putschtage vorbehaltlos den Kapp-Leutcn zur Verfügung gestellt zu haben. Die„Frankfurter Zeitung" begründete �in eiftem ausführlichen Artikel diese ihre Angvftfc durch Wiedergabe einer großen Zähl von Meldungen des Wölfl- Bureau» au» den Puflchtagen, aus denen klar hervorging, daß da» Wolff-Bureau in jener Zeit sich dazu hergegeben hat, Lügen- mcldnngen der Kapp-Regterung zu verbreiten. Da aber das Wolffsche Telegraphen-Bureau sich offenbar durch daS bisher veröffentlichte Material nicht«inschüchtern läßt, so müssen wir noch deutlicher werden. So fragen wir denn den Direktor des Wolffschen TelegraphenburrauS, Herrn Dr. Montier, ob eS richtig ist, daß er selbst sich zu Kapp begeben hat, seinen Betrieb als lebenswichtig bezeichnete und von Herrn Kapp einen Befehl erwirkte, daß die im W. T. B. Streiken- den mit fünf Jahren Zuchthaus bestraft werden sollen? Wir fragen Herrn Direktor Montier weiter, ob«S richtig ist, daß er dtefen Erlaß sofort in einer Anzahl von Exem- plaren in den Räumen seines Bureaus hat anschlagen lassen? Wir fragen den Herrn Direktor ferner, ob eS ihm bekannt ist, daß dieser Erlaß lange Zeit vor dem allgemeinen Droh. Erlaß gegen die Streikenden verfügt worden ist? Wir ftagen den zweiten Direktor des Wolfflchcn Telegraphenbureaus, Herrn Du Dietz, ob er sich nicht mehr an daS Telephon gefpräch erinnert, da» er mit«nem der vielen Pressechefs der Kapp-Regierung, Herrn Kapitän-Leutnant Lenfch, geführt hat? In diesem Telephon- Gespräch hat Herr Dr. Dietz jede Meldung, die für die Kapp- Regierung günstig war, mit groß« Genugtuung, jede ungünstig« mit Entrüstung nnd Unbehagen aufgenommen. Er hat dem Pressechef sogar bei der Stilisierung viner für die Kapp-Regierung günstigen Fassung der Meldungen Bsiftand geleistet. tSge« haben kurze Beine. Bochum, 12. April. Der»eschäftSführende AuMn'.h de? Zentralrate» für Rhein- lanb und Westfalen stellt fest, datz die Pressemeldung, nach der der Essener Zentralrat zwei Delegierte zur Ententekommission nach Eöln enflandt habe, um dort den Einmarsch von Entcntctruppe» w» Ruhrgehtet z« fvrdrrn, falsch ist. Eine derartig« Delcga- tion habe nicht stattgefunden. Mit der Entente sei«egen eine» TruppenetumarfcheS niemals Verbindung aufgenommen worden. Tagesordnnng des Genfer irkemMualen Songreffes. Lille, 12. April. Der Sekretär der Arberterinirrnaftonale erläßt eine Gin ladung zum 11. internationalen fozia- listischen Arbeiterkongreß, der am 31. Juli in Genf eröffnet wird. Die Tagesordnung umfaßt folgende Punkte: Frage des internationalen Zusammenschlusses; Internationale Politik; Friede und Völkerbund: Demokratie und Diktatur: Sozialisierung, politisches und soziale? Re- qime; Arbettergesetze; Kolonialpolitil; Eiw und AuSwan- derung. Lenins 50. EetnrkslnZ. Stockholm, 11. April. Nach Schluß de? kommunistischen ParteikongcesseS in Moskau wurden überall Fe st Versammlungen zu Ehren de» 50. Ge. burtStage» Lenin» abgehalten. Die besten Redner der iommu- KM» und europäischen ProtelarivtS. In einer Moskauer Vcrsamm» lung sprachen Kalnin, R a d e k, K a m e n e w, B u ch a r i n u. a. in den begeistertsten Ausdrücken von LeninS politischem Genie und begrüßten ihn als den„größten Marxisten" aller Zeiten.' Sozialism-ts»«d ZeiiküSÄism. Von Mlhelm Hoffnumn, Postsekretär. In den weitesten Kreisen der Beamten,, namentlich der mittleren nnd höheren Beamten, herrscht noch bis heute tiesste Unkenntnis über die sozialistische Gedankenwelt. Da gerade diese Beamtenkreise durch ihre Vorbildung, beruf» liche Ausbildung und dienstliche Tätigkeit in den Reichs», Staats» und Gemeindeveruxütungen die Leitung in den Häi? den haben und trotz ihrer rückständigen Weltanschauung noch heute sich als die b e r u f e n e n F ü h r e r in den Ver« waltungen betrachten, so zeigt sich für den Erkennenden die liefe Kluft zwischen der allen konservativen und der neuen wKiatisti scheu Weltanschauung immer deutlicher. Im Gegenisatz dazu bildet sich ersreulicherweitfe in den breiten Kreisen der unteren Beamte ntchaft und bei den übrigen Bediensteten der Eisenbahn, Post und Telegraphie usiv. ein steigendes Erwachen für den sozialistischen Welt« gedonken. Trotz der großen Umwätzung vom ö. November 191I sind noch viele leitende Baamte in dem großen Irrtum be» fangen, daß ein rmmiftialtisam geschichtlicher Vorgang noch einmal rückläufig werden könnten. Tics zeigte sich so recht deutlich am 13. Mänz, wo diese Kreise durch don Kapp-Pntsch in ihren Hoffnungen gestärkt wurden. Daß die verol!eten> unzeitgemäßen und einseitig autoritären Hernschafts- Methoden nicht mehr die Gewatt erringen konnten, das lag einzig und allein an dem geschlossenen Vorgehen der Beamtenmit den Arbeiter Massen. Dazu im rechten Augenblick beigetragen zu haben, gebührt ganz besonders der Berliner unteren Postbeänrtcnfchaft die volle Anerkennung. Nur ist es dringend nötig, daß die unter«! Staatsbedienstetm ihre Aufgabe nichtig begreifen lernen, bewußt werden, daß sie berufen sind, die sozialistische West- anfchanung in den Beamtenkörper zu verpflanzen, um d«i noch herrschenden reaktionären Anschauungen zu ver- drängen. In diesem Kampf ist nichts zu verlieren al? di« Ketten der Unfreiheit und des n rangelnden Setb st bewußt- seins, dagegen alles zu gewinnen. Der heutige Beamtenkörper trägt deshalb nicht den noft wend�pst lebendigen elastischen Charakter, nicht das ersorder- liche organische Mit- und Jncinandorwebcn aller Kräfte» weil der völlig unzulänglich gewordene Verwaltungsgeist, der von den höheren und mittleren Beamten ausgeht, noch herrschend ist. Die höheren Beamtenkreise, die gänzlich in der alten Gs» dankenwelt leben, müssen durch die treibenden Kräfte von unten gezwungen werden, sich mit den lebendigen Ideen unserer Zeit zu beschäftigen, wenn sie Wert darauf legen, auch in einen: sozialistischen Staatswesen in leitender Stellung tätig zu fein. Wir können es aber der Beq««stich- keit und der Gedankenträgheit der höheren' und mittlere« Beamten nicht überlassen, ob sie sich mit dem Sozialismus beschäftigen und wissenschaftlich auseinandersetzen wolle« oder nicht. Die Zeit der Entwicklung drängt! Diases Drängen muß von den unteren Beamtcnkreisen auf die mittleren und höheren Verwaltungsorgane unermüdlich ausgehen. Denn jetzt ist ganz einfach die Zeit gekommen, wo jeder sich z» cnt- scheiden hat. welchen Herren er dienen will: dem Kapitalismus oder dem Sozialismus. - Die Unabhängige Sozialidemokraftsche Partei veranstal- tct vom 12. bis 15. April sechs aufklärende Vorträge mit der Tagesordnung:„Tie Staatsbediensteten und der So- zialismuS." Versammlungsort und Stunde sind in dem An, zeigenteil zu ersehen. Es ergeht der dringende Ruf an alls Staatsbediensteten der Eisenbahn, Post» und Telegraphen und auch der anderen Verwaltungen zur AufkklärungSarbsit! für den Sozialismus, dem die Zukunft gehört, zum Kampf der Geister gegen die veralteten Anschauungen, Frauen in Staat und Gefellschaft, zur Ueberwindung der alten Welt« ordnung durch den Sozialismus. Der Prozeß gegen den Hohenzsilei«Minzen. Di« Ekandalafläre, die sich am 6. März im Hotel Adlon Zwischen dem Prinzen Joachim Albrecht von P-eußen und«inigen Herren der französischen Militärmission«bspielt«, wird am konv Menden Freitag vor der k. Strafkammer des Landgericht» I sei« gerichtlich«» Nachspiel finden. Angeklagt sind Prinz Joachim Albrecht von Preußen und Rittmeister d. P taten der gemeinschaftlichen versuchten Nötigung, Rittmeister v. Platen fer- ner der Körperverletzung, weil er den französischen Kapitän Klei« von hinten gepackt und geschlagen haben soll, sowie als dritter An- geklagter der Erbprinz von Hohenlohe, der Körperver- letzung.. Erbprinz von Hohenlohe soll angeblich auf den am Bo- den liegenden Kapitän Rougebin mst einem Schuh, den der Erbprinz dazu eigen» ausgezogen haben soll, eingeschlagen Habens Wilsons Hglssiarrigkeil. Amsterdam, 12. April .Times" meldet aus New Aork, daß Wilson nach wie vor beabsichtig«, die Entschließung, in der der Kriegszustand mit Deutschland für beendet erklärt wird, unbeachtet zu lassen, Gesandter Dr. Ritzler, der bisherige Leiter de» Bureau» deS ReichZprästdcmten, hat seinen Abschied eingereicht, der ihm auch bewilligt wurde. Zu seinem Nachfolger hat der Reichspräsident den bisherigen Reftventen diese» Bureau» Gehe«!«« Regierung»- rat Dr. Meißner ernannt. Mexikanische». Der mexikanische Staat S o n o r a Hirt seine Selbständigkeit erklärt. Der Staat S i n a I o a hat sich ihm angeschlossen, um dem Einmarsch der Truppen de? veneral» Carranza Widerstand entgegensetzen zu können. Aus aller Hell. Die Opfer des NochRlsteiner Exploflonsunglück». KS«i»»h»rg, 11«prkl. Die Zahl der an? dem Trümmerfeld bet Rsthenstetn»M Virgenen Leichen wurde am Btontag«»band auf etwa 120 be- Mcet. Die Vergnng�-xbaft� tomtteUU Thea!» und Volksbühne Th sater am Rfllowplatt yiliir: Nacii DgfTiaakti«. Staats thsater Qp e r a h a n a: 7 Uiirt ii« M�BkonbalL _ S ch a u so I« I h» n•: ftUhr: VVimclm Teil, Dirclction:"ai Potnliardt bcutscues MM 7 Uhr: Dame Kobold. Rünunerspfele Znm 1. Male: 7 Uhr; Stella., Gi�js Sciiassfiieüiaus _ KarljtiraRa fU: Der vvcigs Heiland Abtetlung. II. AhendX Blrihuaa tad CalEhard— M. Oamuer Thcatar X d, rjEljr-tisrraBße 7» uhr: I«ißigXieolo Mw.: SchloaVV'ettersteln Donnerstag; Könie NiCOlO Köiü�eniiflfls i8 U r: Der Herr Minister (Alax Dhilenberr) Esrlinsr Tiiestcr 7 Uhr: Der fettfe Walzer (Trlfct Ma»»ry, OBa Stent, 3e;;3 Wäianaana) »ftfl 7-, uhr: Pygmalion MIttw. 1\ Uhr; PyjramSIon Donucrst. 7 Uhr: Peer Ciynt I.''tl.INfl.-1Mr Hmsetle Ali•bendl. 7� Uhr: (Adalbart G'�tz, Haack, Kon- sc i;\vska, bischer. Morgen. Herrmann). Ü.T KorfOrstendairtra 2C Kammsrilciitsülels am Potsdamer Plati U.T Nollendorfplatz4 Indische Lache SsbanteserUchBAhte von R. Llabmenn n. Baorg Jeeoby mit Sdith Retter/ Sarry Lledtke KeorgAlexM>er/)elefSettrhasn< Soelv: Q a o n s sl»« s d � IlHoxQptsttQi am Kbüeniortpl&ts Maria Magdalsae Bach Frlsdrloh Hobbol Ü.T PilocirichsirißBe 180 Gsfesselfi© �SMrs«€§*®ei Drama in öAkien Hauptdarsteller: Damen; ßCFSSS'!, ECCflS�anUn, GrSn-ing Herren: KaSsQF-7KE, Kart�anii, Die�ed.'t:e?*n n d U.T Aieranderplata U.T Weinberffsweg 13 nnd Schöncberg 2>ie£S.ose c2©r. Ostona iilo LlebesroBian In 5 Kapitnln In der HsnptroILc; Liii� M U S 3 S h Jl a Scfrtniifitrndjitttg. JHormcIab«. ®n;«ciitersw.lti-i7 Dairicsr.eun«. Pdr Sic bei der Beer-| dlgong meines lieben; ftatten nnd Vaters itdtitosÜMtarskl 1 eruricscnc Teilnahme | �aye Ich hlerdörch des| KoHcgea. Freunden und i Bekanntes meinen herz-! liebsten Dank. Emttta Maakoirskl| Ucbe jetzt auch Kstssenpraxis ausCAHsem. OrtsKrankcakassc Adlershof.dcr Stadt Berlin etc.) Dr. med. Oioncmsntt, irtll Int QrAnaa(Mark). Unhahofstr. 8. Teiaphon; Cirftnan 123. 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Med der Mebe in aer Jx&up�roLie:■■■hv. i. i. u � � i-v, z �« Äomoo vnd im Ldmeo'4 Lustspiel von Hanns Str oad Ernst Laüitsc Lotto Kouma Ecgie: Ernst Lublt i W ihalla-TiiOater 3i Ui:r: Die Ehre. 7'Ihr: Ihr 'll K-Ä» .sxc-Tüerter Th Uhr: EMßr 50* So; ntg. 3h Uhr: Onkel Morft* J Ilfjollo-TheoftAP Frlcdrlchslr. 21S. ? Allabendlich Ni Sonntags.1',» i? ürtü�rireiiiitiies Varh'i-P.tgfaüiin! Ü»T Hasonheicte id Die lofczieii X�olczssit�rs Schauspiel in 4 Akten mit Ella*» Ric3»taK\ Hermann VnljRtin/ Vietor Jenson Begle: Alfrad Halm S.qo and seina r. w u 1 BrSule B. B. Lustspiel der Mechaniker, ttiirinacher. Op.'iker und aU«r in den Betrieb?»'ces itcittigten Kollegeu und Kollrvinncn. TageSordnsnflil. SteT»(»na me zu unserer Lohnreg lunq - 2. D'.kkuifion. 3. SeidanduangeiegJnheiten. ! ES musstN zu dieler Beriamknnnlg alle Kollege«:md Kolleginnen ' crscheiucn, die in den'Betriefeu eeS Ärbai t aebe r-S chutzverba u d" s tiir } Mechani! nnd Optik besckui tigt sind. Es soll über im-? neue Lohn- slvkomuten beschlossen werden. Zur Fraae der Vcilraa'zaliluna! Auf?,i;lra» der Sc! Denadlnna IHtUn hat Set TorRonb hc. sck'oss-.n, der Cr.-»;- rmaltnim?,rt!in zu aeftatlen. dir zur 17 Aeutag»- itwo.e tii:i::liffj.ld) hovpcüe Uedtäge zu erheb, u. Ult bäueeu die Sntslhciduliz des Votsta �e- zu: ScnamiS alle: Kelle, reu n. Kollerinue» *ie Orrsvorwa lenug. vo!st!wcätcr Neukölln tlorinaonztr. 20 V. Py.*?ag»,dQr- GcdenMgSer Der tanzende Tor Mit Proios nnd zroßem Oesanr. näpezssö■ LiUQfBöü�iuns QescMechta. Haet-, llnro-, Frauenleiden, snez. vcrsKeto. hartnäckiire Harnleiden, oenr. Schwache, Salvarsnn-Kurcn. Urin- und B!ttt»tptersacl'.unK, Licht- und Finsen-lifhand- i iung. Elektr.DttrchJcuchfinif. Hastrah nnuen- OefreiintcVrarte- zimmer für Damen und lierrea. Aöjpstlich« iieuenssAH. ualio Atcxanderplatx 9-1. 4-8. Sonnte s ziinmer im Mamuu unu iickcu. Münzstr, 9, 'Y m 7, iCCiter am Retth'�s�r 7or Tel,: Morilzplats 14314. Täai.; � und' o»» triz? 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Die Regierung müsse in aller Raschlhoit und mit aller Schärfe alle Maßnahmen ergreifen, um diesem völkerrechtswidrigen Verhalten der Entente ein Ende gu machen.(jLcbhafte allgemeine Zustimmung.) Auf der Tagesordnwug steht die Entgegennahme einer Er- värung der Regier nn» Reichskanzler Müllen Der Präsident hat soeben schärfsten Protest eingelegt gegen das Verfassung»- und»AkerrechtSnndrige Vorgehen der Entente in Oberschlesien. Achntiche Versuche sind von der Entente auch in Masuren gemacht worden. ES scheint sich also um ein einheit. licheS Vorgehen»u hai-deta, da» angebWh aus Beschlüsse der Pariser Botschafterkonferenz gestützt ist. Ich kann namsnS der deutschen Regierung versichern, daß wir mit allem Nachdruck gegen dieses Vorgehen protestieren werden.(Lobhastor Beifall.) In meiner lotzlcn Rede bezeichnete ich al» Ziel unserer auswärtigen Politik di« AbSahr von allen KriogSmitteln und KriegSan schauung« a. Heute lvisson w-ir, daß jenseits unserer Grenzen dies« Abkehr von KriegSmitteln in der Politik nicht voll- zogen, ja nicht einmal gewallt ist. Am Main ist der französische Militarismus eingerückt wie in Feindesland. Senogolneger lie- Sen in der Frankfurter Universität beim GoethehauS.(Rufe: inerhört I) Im Rubrgsbiet hat sich nach dem verbrecherischen Abenteuer der Kapp-Lüttwitz-�agom-Traub die ganze Bevölkerung, insbesondere die Arbeiterschaft, ohne Rücksicht auf ihre Putei- angehörigkeit zum Schutz der Republik erhoben. Die Tatsach«, daß der Putsch nur durch di« Haltung gewisser Kreis« der Reichs- wehr möglich war, daß er im vollste» Sinne des Wortes ein« OffizierSrevolt« war, ließ sich nicht von heutearlunge» und Krieg»- Mitteln.(Lebhafter Beifall b. d. Mchrheit.)_ Präsident Fehrenbach schlägt hieraus vor, die Erörterung aus morgen zu vertagen und auch die anderen Gegenstände, vm» der Tagesordnung abzusetzen. Gegen di« Stemmen der Deuftch- nationaien beschließt da» Hau» nach de« Vorschlag deS Prasl- Nächsie Sitzung Dienstag 1 Uhr(Besprechung dm Regierung»« erklärung. NachwagSelat,»weite Lesung de« Ge letze« über tu« Kinosenfur). Streik der Glasbläser ln der Berliner GlühlampemndustrlS Eeft ca. vier Wochen befmldvn sich ldte GlaSblasar bei Berlin« Gl ühlamp« rckonizernS in einem Streikt. Dem Strsil doraiutz gingen Verhandlungen mit dem Beckband« bex Bsckü»«r Metall« »ndusteiellen, die zu keinem Refifttat führten. Di« Ursache zur Lohnbewegung lag-in der niedrige» Enllohtmng. Di« Löhn« detz GlaSbllnser in de» Glühlampeufabrike» lfchwankte» M0lsn?e» 2,99 M. bis 8,30 M. Dazu tem die Teuerungszulage, die ästete in de» Metallbetrieben beschäftigte» ttrbciiea» gegebem wu-d«, Ganz»nmüglich ist«» bei solchen Löhnen die«lotwendegs» Le« bensnrittvl-und weirige Gebrauchsgüter zu lause». Für die GlaS« bläfer kam! fmner in Betracht, daß die in anderen Betriebeft, die nicht zum Eiirflußgebiet des Verbandes d« Metellmd-ustriellete gehören, beschäftigten GlaÄbläs« weit höh«« Verdienste«rzi«»- teu. Alz all« Verhandlungen zwecklos verla-ufe» waren, träte» die Glashläs« in den Streik. Di« Forderung betrug b M« Stundenlohn und dazu die TeueruitgSgulage». Nach dem Aus« zug der Glasbläser wurde» im Auerwerk die Lehrling« zur Streik« aribeit geztvungsn, in de» andere» Betrieben fa-nden sich diq Meister und Arbeitcrinne», die die notwendige» Urbeite» de« richteten. In dm A.EXA. wurde» Arbeiter li»»«»»wter Audachuag der Entlasfimg zur Strei-kackbeit gezwunge«. Di« ÄlaSblaf« wandte» sich rummfhc an ihre Bmbanldtei kollegem in Weißwasser und diese si-d am 12. Aprii in de« Streik getrete». Daurit waren dt« Bemühung«« dm Industriellen durch Stroikackbeit die Produktiv»«rfioecht ga«holte».»utertwicheM« In einem Anschlag wurde der Arbeiterschaft bekannt geaeben� daß wegen Tarifbruch von 7V Glatlckäser« die Werke ge* zw-ungen wäre», die Betriebe zu schließe»». Ehe ntea* tum seiueft Rieseiiüberschüsse» dm Arbeiter ichaft ein«* zugute loauwe» läßt ehe man dm ausgepowerte» Arbeiterschaft hilft lieb« schließ» man die Betriebe und versucht, di« Arbeiierschftt geoeufesirg zq verhetzen, indem man von Tarisbruch spricht,«Wobt überh-rupk kein Tcirifve-rtiag obgeschlosseu ist. Das wird den Metall« mdustuiellen nicht gelingen, fondewn da» Gegen teit wird eintreten!» Es wird hohe Zeit, daß diese zur SozioZ.isiecM!g veifvn Betriebe endlich Leuten aus de».Händen. g.'-rourme» werben, dick so wenig soziale» BerstäudniS besitze»«nd wegen ekter keine», Gruppe viel« Tausend«! Boa»Irtattetw«ch tedbetetismen brotlos machen.'i Am Lohnbewogmg btt FrfiemgeW«k. Y» Frffeurgewerbe besteht wach grSßtsnjeW» die GoftnsckgU archeit, und zwar bis 12 Uhr miftag». Nach den gesetzlichen Ben stiumnimgen ist bei länger al» dvet Sbnnden GomiiagSarhest ite seder Woche eia WerWagnochmiftag ftetzngeben. Gegenüber deck Forderung dm Gehilfe» auf Einführung btt v v l l st S«>, di gen Sonntagsruhe«rkänteu die Vmtvcter de» Int«» essentenvcrbandes der K-tbeitgeber bei den Verhandlungen vor dem! 23) ver Sternsteinhof. Roma« bon Ludwig Anzeugrub«. „Wir dürft« m« V Weift nit teng werden lassen, eben fc'rtrrn müsse« wir»ns öfter sehen imd reden können, da d'über vergeht Zeit und schickt sich G'legenhetit, und fördert mit tzinmal. eh' wiffk denken, und ohne Zutun.'« vechten Ausgang.� „Ohne Zukunft Da» mein ich wohl nit.- „Und ich tfuch nvt so, dlaß sth all'»'m leidigen Zufall überließ. Gäb' doch der Herrgott sein' Seg'n'n Feldern umsonst, wann der Bauer kein' Saat streuen möchft. Jed's von uns muß fei« Teil da«U tun. da» dsrsteht sich, Wie d' Reih'sekn?" nftirrte die Alte. „Weil ich just d' Knrasch' dazu Hab', mächt' ich'!» nit anficht eb'n." „Muß was Saubere» sein. waS d' zffayea a Kuraich' brauchst I" .Wirst'» ja höttn.' .Nv, so mach' schnell: brich wir imt vom Schlaf ab mit deine Dummheiten." „Uedermorgen, wenn'» fuzstert, werd'» wi e«i»' Besuch Friog'n." „WaS nkttif Toni vom Sternsteinhof.� „'n Toni vom Sternsteinhof? Wo? will unS der?" Die Dirne kicherte verlegen und spielte an der Bett- decke.„Wite d' fiÄgem rncefll* flüsterte ste.„Gerat hat er mich halt." „So, da» iL freilich'S Neuste! Wann tt aber glaubst, ich würd' da ruhig Außchau'n. und mich etwa gar nit ge- ttau'n, dem Bub'n d' Tür z'wersen, weit er der Sohn von! Sternstembosibauer iL, und mich da so wenig einmengen. wie ich mich wegen str Kloobinder Muckerl eingemengt habe. ha dürst'st dich doch irren! Zu was denn eigentlich du dumm's Ding, gestehst mir das ein? Um mein' Rat is dir doch nit, dem ihiast nie pochg' fragt, hast alkweil gltan, wiie d' wollst hast, und könntst's hitzt auch, wann dir fuft an so einer Liebschaft füffS gache Glück*' g'lvg'n iS, nur der- Kutten darf mix davon: aber unter mein' Augen baß' ich dich nit die Horn' mit zwei Hahnen fpiel'n, haß d' nachher. wann d' allein af'm Mist bleibst, deicht mir vor'n Leuten d' Schuld gäb'st? Ah. nein!" „Ich denk', ich war da doch g'scheite?, als mich d' Mutter halt't. Du dankst Gott, wann ich dich af dem Mist, toonauf ich zsttzen komm', auch dein Kv rubel scharren laß'! Will er mich, so kann er mich uur als Bäurin af'm Stevu«- steinhof hab'n, und das will er." „Du Narr, du, af so Roden gibst du was?" „Da is nit von Roden d' Red', das Hab' ich schriftlich." „(Schnftlich?!" Die Alie erhob sich mit einem Ruck und fttzte sich im Bette auf.„Schriftlich sag'st? Jesus, *).Da» i» fürs gache— jäh«— Glück," sprtAochMch« Mar. wein! Da» mußt' mir vorweisen, wann ich dte ifiaxAet MI Mach nur gleich Licht I" Der Docht flammte auf. Beste Wewer saßen«tekm anbergeschmiogt an dem Tische, der knöcherne Am, bett Sllten ruhte auf der Schulter der Jungen, so buchstabiertenl sie zusammen daS�Schriftstück. Dann«rußte die Dime«» zähben, wie sie mit dem Burschen bekannt geworben. Di« Zinshoser fthlwg öfter bor Ersiftwiren in dte! HLnd«.„Nein, nein, bist du aber eine G'imbelte," rief ste, �so» Hütt' ich gar ittemol fat dir verncut'tt" Nun unterrichtete Helene ihr« Mutter von den Beo- abredungen, die getroffen waren, um vor Tonis Dater dick Sache bis zur„schicksamen G'legenheit" geheim zu haltet� und forderte zur Borsicht auf. .Eh' beiß' ich mir lieber die Zung' ab, � ich ein tm« beCxjcht' Wort sag'; da d'rauf könnt ihr euch verlassen," be« teuerte die Alte.„Kannst dich überhaupt in All'm un« Jed'n af mich verlassen: bist ja mein brav'S. g'fcheidt'S Kindl" Sie tätschelte zärtlich den vollen Nacken der Dirne. dann fuhr sie fort:„Ich muß nur lachen, wann ich mir vor« stelft, was sein'zeit wohl die Kleebinderischcn für G'sichtsck dazu machen werden! Wir war'n uns nie Freund und ich vergönn's ihnen, daß ft nachher voll Gift und Neid'm auS'« kommenen Bogel da hinauf nachschau'n können, wo er z'Nest sitzt, af'm Sternsteinhof."' .. nun begannen Beide eifrig zu schwäßen, zählte« bte Annehmlichkeiten deS„Nestes" auf. Planten, wie sie- sich's in selbem wollten behagen lasten und wurden eS nicht! müde bis gegen Morgengrauen: da sank, das Kerzen« stümpfchen verlöschend in den Lsucht« und sie saßen int fahlen Zwielichte. Der Winter kam mit aller Strenge in» Land. Wenn die gefrorene Erde unter der Sohle' klingk, sij braucht, wer auf verstohlenen Wegen geht, nur sachter auf. ziitreten, um nicht gehört zu werden: ein Nebel ist in dem Oralle freilich der Schnee, denn der behält die Tritte auf mit TWHttnk�ohSschuß. daß sie?ieVer eindn Vossen Tag Äi de? Woche fr«ig»t?n winden, als die SonniogSvuhe. Der Schilds« spruch sieht d�lxc die Freigabe des Montags vor, bis zur Muschrung der Sonniagsruhe, 6$Nx für diejenigen Betrieb?, in dWK- S«nnings gearbeitet wird. Der Schiedsspruch soll nun ab l.s?pri'l rückwirkende Ärast haben. Da evohl die Sichnc ab 1. April nachgezahlt werden können, die Freizech jedoch nickt riick- wirk« d geg«t> n werden kann, hat ein großer Teil der Gehilfen und Gchilpnncn, die noch Sonntags arbeiten, sich d i e s e n M o n- tag zum erstenmal freigemacht, und zwar sowohl mit Lustimmung der Arbeitgeber wie auch ohnedem. Die Gehilfen rechnen daraus, daß der großen Mehrzahl der Arbeitgeber die vollsl.iudige Montagsruhe weit weWger erwünscht ist als die Sonn- tagsruhe und sie so das Ziel der Sonntagsruhe um so eher er- rechen. Wie durch Kontrolle festgestellt wurde, waren es über 1000 Gthiiisen und Gchitsinnen, die am Montag vormittag im Festsaal des Grwerkschastshauses versau, melt waren. Dia tuschte erläuterte erngchend den Schiedsspruch wäh- rcnd Eh kern ein instruktives Referat über di« Taktik des Ver- b ich> es bei Lohnbewegungen und Streiks hie-lt. In der Aus- spräche wurde u. a. ein Fall ertvähnt, in dem der Arbeitgeber (Reealar Straße 5) die Sicherbesispolizsi zu Hilfe rief, die auch «rsihwn,. jsivck� deinen Anlaß zum Einschritten fand, dafür aber mit je einem Sük Rasierseifc von dem Arbeitgeber bedacht wurde. An den Beschluß, im Anschluß an die Rachmittagskontrolle rinni D e in o n st r a t i o n s z n g zu unternehmen, wurde die Mahnung geknüpft, die Disziplin zu wohrvn und den Weisungen der Ordner zu folgen. Die Funktionäre mib BectranenSleute dos Gemeinde, und Slaa-Zarbiitervoebandes uaihmen in einer stark besuchten Ver- sammlmia zur Kenntnis, daß am Soiiroabcnd die Verhandlungen mit dem I.snir-xlausschu'ß zwecks Abschluß dos neuen Tarises statt- finden. Die Anwesenden verlaugien eine etwas schnellere Er- fedigung der Sache und bohaliten suh ibre Stellungnahme nach Bekanntwerden dcS VorhandlungSevgcbnisseS vor. In Anbetracht der völlig unzureichenden Teuerungszulage« erwarten sie die rest- lose'Annahme ihrer Forderungct,. �schließend referierte Po- lenzk« über den Generalstreik und soine Feigen. Seine Aus- fübrungm tvavo» im Sinne der Gewerkschaften. Insbesondere l'ckftkfcjvte er die Schwierigkeiten bei den BerhanÄlungen mit dem Tkagistr«t üÄr die Entladung«er Streikbrecher, was bis heut« noch nicht geschehen ist. E«vähne«swert wäre noch, daß von den 35 800 Mdftschen Arbeitern nur wenige Streikbcuch verübt haben. In der Diskussion wurde von den Rednern zur Mitarbeit in den polt.isth�n Parteien ausgesordert. Von verschiedenen Rednern wurde über einzelne Maßregelungen in den städtischen Betrieben kerichiit. Auch wurde mitgeteilt, daß verschiedene höhere Be- amte versucht haben, siädtistl>o Arbaiker zum Strcikbruch zu vcr- anlassen. Hum Cckluß wurden die Mitglieder au fg«f ordert, sich zahl eich zu de« Sucher Heils- und Ortswe-Hven zu melden. Ausgvftzcrrte der A.7 Uhr wichtige Versammlung im Gewerkschaftshaus(Saal 5), Engel« ufer 15. Deutscher Iransportarbeiter-Berband(Buchhandel, Papier- und Pappen-, Briefumschlag-, Buchdruckerei-, Buchbinderei-, und Zeitungs- betriebe). Donnerstag abend 0 Uhr wichtige Versammlung in Wilkes Festsälen. Deutscher Transportarbeiter-Verband. Heute abend k Uhr Gruppen- Versammlung der Handetshilfsoabeiter aus allen Betrieben der Hut- und Miißentabri Kation bei Witte, Poftftr. 29. Verband der Gastwirtsgehilfen, Sektion II(Restaurantk�llner). Donnerstag, 15. Aprst, vorm. 9 Uhr, Sektion sversammluug im CafS ©IbOCQibO. Freie sozialistische Jugend, Aktionsbezirk Osten I. Dienstag, den 13. April, abends 7 Uhr, allgemeine Mttgliederversommlung in der Schulaula Markusstt. 49/50. Frei« sozialistische Jugend, Aktionsbezirk Osten. Heute abend 7 Ubr alloemeine Mitgttederversainmlnng in der Schulaula, Markus- straße 49/50. Freie sozialistische Jugend Wedding I. Dienstag, 13. April, wich- tig« Mitgliederversammlung mit Vortrag im Lokal von Schmidt, Malplaquetstraße, Ecke Liebemvalder Sttaße. Freitag Zahlabend. Donnerstag fällt aus. Sozialistische Proletariersugend. Der Funktionärkursus der nördlichen Gruppen kann am Mittwoch noch nicht beginnen. Er beginnt nun bestimmt am Mittwoch, 21. April, abends%8 Uhr, in der Mädchenschule Serie feldeistr. 0. Freie sozialistische Jugend Neukölln. Jeden Dienstag und Donners- tag Zusammenkunft bei Ribbe, Hobrechtstr. 9. Soziaiistische Proletarierjugend Adlershof. Ilnseve Schulentlassungsfeier findet bestimmt am 18. April statt. Schulentlassene haben fteien Eintritt. Internationaler Bund der Kriegsopfer, Ortsgruppe Lich- tenberg. Freitag, 1«. April, abends 7 Uhr, Generalversammlung im Lyzeum Rathaussttaße. Funktionäre haben um 0 Uhr zu erscheinen. Der Berein heimattreuer deutscher Weichreußen. Bezirks- gruppe Norden, hält am Freitag, 10. April, abends 148 Uhr, iin Rosenthaler Hof, Rosenthaler Straße 11.112, sein« Bezirksversamm- lung. verbunden mit Unterhalttmgsabend, ab. Berliner Arbeiter-Schochkwb„Nordwest" spielt jetzt jeden Donners- tag abend 7)4 Uhr bei Krüger, Putlitzstr. 10. Touristen-Verein„Die Naturfreunde", Abteilung Norden. Dienstag abend 7 Ubr Sitzung im Kinderhort, Zimmer 1(Schule Sonnen- burger Straße 20, nahe Gleimstraße). Arbeiterwanderbund„Natur sreunoe", Gruppe Neukölln- Heute, Dienstag, pünktlich 8 Uhr, Mitgliederversammlung im Ideal- Kasino. Der Lichtbildervortrag„Aus Ripdorfs Vergangenheit" wird am 22. April in der Aula des Kaiser-Friedrich.�gymnassums gehalten werden. Turnverein Fichte, 10. Männerabteilung. Dienstag, den 13. April. abends 8 Uhr. außerordeniliäze Abteilunzsversammlung bei Klug, DaNz.izer Straße 71._ Verantwortlich für die Redaktion: Alfred Wielepp, Neukölln. Verlagsgenossenschaft„Freiheit", e. G. m. b. H., Berlin.— Druck der Ltndendruckerei urte Verlagsgeielllchaft jjt, b. S.. SchMauerdamm 12.