>».�rnbklt» er�kini mor»»n»»nv no�niittaa».?on»- und nur merz«,,, ver Ü'diu�-pr«,» bfnügl b«i retei Suftflluti.i tu» Pmu■üi J.so m. im »ttttiu» jotit-a:. j t».�olhrtti- neltmfn(ämHidjt postansta»en B-stellunqn> tntgfam. Unlrr-hnrtsmf(ttjcgrn für Pentfit) und und®,it« r ich(a— Etl, fit»1» übt a« Ausländ 13 50 m. ztizüzli.ch vaiulaau, chlaz. ftt ö.irf fül veulfch an» und®«(J«rt»i1. Forntvrechrr: Ami Siorde» 8SS— SV, un» Nummer 122> msrgeu-Msgade )� 50', Te erungszvsch ag Stellengesuche, Familien- u. Grganisations» ll?ort-�n�e,gen tosten das fettgedruckte U?ort[.[o jedes wiitere lvort 8� j?fg. netto Axsernten-Adteitmly: Verlw NW.<». Scft!ffbau?rdatt?m Fentiprecher: Amt Norden 833—86, 2.895-96, 9768 berliner-Organ Lie ZusammcnarSetl der Enlenke. Pari», 13. April. In der heutigen Kainmerslhung hat Ministerpräsident Mit» lerand ertlärl, während per Kummcrferien Hab« die Regierung ein« Initial.»« ergreisen müssen, üv«r die sie sich vor dem Paria- ment und dem Land« aussprechen müsse. Er legt« die Ereignisse dar. die die d«ursche Regierung veranlassten, mehr E-treitkräfle in die neutral« Zone«inmarschieren zu lassen, als ihr gestaltet sei. Um da» Berlungen Deutschland» zu beurteilen, müsse man be- merken, dvtz e» zuerst au« den militärischen Kreisen gekommen sei, dl« rinon Sluaidsirrch unternommen Hütten, und zu der Zeit, da Deutschland noch keine d«r wesentlichsten Destimmungen de» Ariel denövertragc» auSgefiihrl hätte. Daher habe«r am 13. März dem französischen Bolschaster nach Lo-ndon telegraphiert, er meine, die Alliierten würden einen grossen und nicht wieder gutzumachen- den Fehler begehen, wenn sie sich nicht g'flcn Gefahren schützten, deren Ernsthasligkeit di« augenblicklichen Ereignisse zeigten. Am IS.' März Hab« er drm Botschafter t«legraphiert: Ich widerseh« mich formell dem Einmarsch der deiUschetz Truppen in da» Ruhr- gebiet, den die Regierung Bauer verlangt. Der Standpunkt der französischen Regierung sei gcwesin, dasj gewiss« Bürgschaften dafür gegeben werden mühten, datz der Friedensvertrag von Versailles nicht verletzt würde. Am LI. März habe er dem französischen Botschafter tele- graphiert, wenn die Deutschen selbst die Unruhen im Nuhrgebiet niederschlagen wollten, dann gäbe e» nur ein« genügende Bürg- schaft, e i n P f a n d. Di« französisch« Okkupation sollte j« nach- dem, wann die Deutschen ihre Truppen zunickziehen, endigen. Die französisch« Regierung hat* in keinem Augenblick gegen- wer der deutschen einen unvcrsShnlichcn Siaudpunkt einge- jiommen. habe ober nicht die Veraniwortung übernehmen können, selbst den Einmarsch deutscher Truppen in da» Ruhrgcb�t in Verletzung de« Friedens Verl rage» zu genehmigen. Sie häk« Gründe gelabt, anzunehmen, dah dl« vorgeseheaen Massnahmen im Ruhrgebiet von der Militärpartei gewünsch« würden. An� gg. März habe di« französisch« lliegiecung neu« Gründe gehabt, an der Nützlichkeit der vorgeschlagen«« Massnahmen?u zivcifeln. angesichis de« Zeugnisse» eine» französischen General», der fcstge- stellt hätte, di« Ordnung im Ruhrgebiet würde nur im Falle einer Militärischen F.ilervonoioit bedroht sein, wa» man wünschen müsse, sei keine Intervention, denn st« könne schwere Unruhen hervorrufen. Der Ministerpräsident Verla« auch Noten de» Oberlommissar» in Koblenz, der den Alliierten zur Kennin!» gebratit habe, dass Arbritrrdelcgicm au» dem Ruhr- brzirk sich formell gegen den Einmarsch der Reichswehr ausgesprochen Hütten und versicherten, di« Ordnung werde nicht gestört werden, indem sie hinzuftigien, der Angriff der Reichswehr fei das Werk d«r Mllitärpartei, und si« wünschte» deren Entwaffnung. Stachdcm Ministerpräsiderrt Millcrand seine Noten, an den deutschen Geschäftsträger in Paris verlesen katte, in deiien er den Einmarsch der Reichswehr in die neutrale Zone best! mint ablehnte, erinnerte er daran, dass die deutsche Regierung trotz dieser Weigerung ohne Ermächtigung ein» gegriffen habe. Cr habe alsdann den alliierten Regierun- gen seine Noten an die deutsche Negierung mitgeteilt und erklär». er zweifle nicht daran, dass die alliierten Regierungen geneig' feien, die französische Regierung tätig zu unterstützen; Merschall tzoch bereite hie Massnahmen vor, die weder unterlassen noch hin- auSgcschoben werden könnten. Er müsse seiner Ucberzeugung Ausdruck geben, dass die französische Regierung nicht ander? hol« handeln können, ohne die Würde und die Sicherheit Frankreich- zu gefährden. In keinem Augenblick habe er die Kaltblütigkeit verloren, die unter diesen schweren Umstände.i notwendiger denn je gewesen sei. Er h-be nicht vergessen und vergesse nicht. daß nicht» wünschenswerter fei, als die normale Wiederberstcl. Inn, der wirtschaftlichen Beziehungen zwischen Dentschland und Frankreich. Er verkenne die Schwierigkeiten nicht, mit denen die deutsche Regierung„u kämpfen Hab-, heute, wi« gestern, sei er h-rei» dem Rechnung zu tragen, unter einer Bedingung jedoch. dass di« deutsche Regierung durch ihre Handlungen«inen Beweis ihres guten Glaubens gebe. Millcrand schless: Ich freue mich, der Kammer mitteilen zu i können, dass nach einem lopalen Meinungsaustausch zwischen den i Kabinellcn von London und Paris diese sich geeinigt haben, zu erklären, dass Vi« Auseinandersetzunzen zwischen Pari? und Lon-; den die franzTsi'che und die briiische Regierung dahin gerührt haben, festzustellen, dass, wenn sich zwischen ihnen eine Mei- MUi-Kbocrjchicdeicheit Wer die. Wittes die AuLMruna de» Krie- denSvertrage? von Versailles sicherzustellen, herausgebildet habe, sse mehr denn jr dir Notwendigkeit rrkcnnrn, ihre intime und herztilbe Zusammenarbeit für dir Regelung der schtvierigen Fra- gen, die ihrer u» Deutschland und in der Welt harren, aufrecht zu erhalte». Loui» Barthon erklärte darauf, di« französisch« Rcgi«. rung habr mit der notwendigen Klugheit und Entschlossenheit ge- haichelt. Sie müsse naiilenüich in San Remo die gleiche Politik verfolgen, um die Ausführung d«» Friedensverträge» von Per- saille», vor allem aber da», wa» augenblicklich da» wichtigst« s«i, die Entwaffnung Deutschland», zu erreichen, und dafür, wenn nötig, di« Gowalt in de« Dienst de» Rechte» stelle«. Tellweiser Mckzug der sielchswehr aus dem kluhkgebiel. Eigene Drahtmeldung d«r.Freiheit". Hage», 13. April. Di« ReicbSwebrtznipven sind«>< Iserlohn zurückgezogen worden. Dieser Rückzug est auf die Fordevung der Hi'genc r Ar- bciterschast surückzusühcen, dm erklärt hat, dass di« Flüchtlinge au« dem besetzten Sobier nur dann mit dem vollen Heere»gut nach Hagen zurückkehren würden, wen» durch den überall zu erfolgen- den Rückzug der Reichswehr auf da« Gebiet nördlich der Ruhr voll« Sicherheit für si« geschaffen soö E» ist frdoch bezeichnend für da» geringe Vertrau?n, da» Ver. spreckpingen der Roichervehr verdienten, dass in Iserlohn wäh- rend der Besetzung durch die Reichswehr tr uppen damernd«rsuckt wurde, die an den Kämpfen beteiligt gewesenen Genossen, trotz- dem sie ihre Waffen de reit» vor dem 2. April abgvlicfert hatte», zu verhafte». Aber noch schlimmer war da« Verhalten der Reichswehr in Schwerte. Die Schwerter Arbeiter waren nach Hagen ge» flüchtet, von wo man sie dauernd durch Versprechungen auf völlig« Sicherlzeit zur Rückkehr nach Schwerte zu bciocgen sucht«. Man wiegt« si« in Sicherheit solange, di» all« Genossen, di« die Reichs- wehr suchte, wieder anwesend waren, und dann sämtlich verhastot und vor«in KcicgSgericktt gestellt wurden,'• Ein Teil der Reichswehr ist nach Süddeutschland und nach dem Vogtland abtransportiert worden. » Essen, 13. April. Die fünf Eisenbahnerverhände: GewerkschastS- bund hLutscher Eiscnbahnbeamter, Gcwerkschast deutscher Lokomotivführer, Gewerkschaft deutscher Rangierbcdienstetcr, Allgemeiner Eis«nbahnerv�rband und Gewerkschaft deutscher Eisen- bahner, die eine ArbeitSgemeinsehaft eingegangen sind, erklärten in einer gestrigen Versammlung, wenn die Regierung bzm Druck von links weiter nachgebe und da» Industriegebiet wieder ohne Schutz lasse, müßten die Eisenbahner zur eigenen Sicherheit und zur Sicherung Westdeutschlands zur Selbst- hilf« greifen. Di« Arbeitsgemeinschaft wurde beauftragt. alles für einen neucn Kampf vorznbereiten, wenn sich die Vor- kommnissc der letzten Woche wiederholen sollten. Jedem Terror, ob von recht» oder links, solle mit Enrrgie entgegengetreten werden. Wenn da»«in Ruf nach der Reichswehr fem soll, so möchten wir den Elsenbohnern der fünf Verbände, die dem Allgemeinen Deutschen GewerkschafiSbund nicht angeschlossen sind, sagen, dass sie möglichst viele ihrer Mitglieder in die OrtSwehren ein- reihen sollen. Das ist der beste Schutz, die beste S e l b st h i l f e, um mit der Meldung zu reden, gegen rechts. Ein Schutz gegen »links" wird sich erübrigen, sofern nur der Kampf gegen die Re- aklioa mit der nötigen Entschlossenheit geführl wird. Se? Abttansvort der Ehrhardk-Sarde. Es wird gemeldet: Der Abtransport der Maänebrigad« Ehr- Hardt au» dem Döberitzer Heerlager, der durch de» Widerstand der Eisenbahner de» Bezirks Altona lange Zeit hindurch verhin- dort worden war, bat jetzt endgültig begonnen. Das Marschziel des TvanSporle» ist da? sogenannte M ü n st e r l a g e r. Die Truppen werden in boller Ausrüstung und mit rbrer grämten Bagage dorthin verladen, wo befehlSmähig die Auflösung dieser Formation stattündet. Der Abtransport bat bereits eingesetzt und dürste in zwei Tagen erledigt sein. Hoifenttich stimmt»! Nach dem heusigen Hin nnö Her sind wz MlhtranijA».——"— � w-'•"' Severalstreik und Veemieoschask. Gewerkschaften, die das Bestreben haben, alle Stan» des- oder Verufsangehörigen zu einheitlicher Arbeit zweck? Besserung der wirtschaftlichen Lage zusammenzufassen, wer- den nie eine Mitgliedschaft ausweisen, die in bczug auf politische Gesinnung völlig übereinstimmt. In geiuöhnlichen Zeiten tritt das nicht besonders zutage und macht sich vor allein für die Einheitlichkeit der Aktionen der. Geiverksckiaften nicht nachteilig fühlbar. Anders in Zeiten, die von heftigen politiichen Kämpfen bewegt sind, und vollends anders dann, wenn revolutionäre Er» s ch ü t t e r u ng e n die gewerksck)a!tlick)en Organisationen unerbilllich zur politischen Stellungnahme oder gar zur A n t e i l n a h m e an der politischen Aktion zwin- gen. Dann müssen die Gegensätze der politischen Gesinnung innerhalb der gewcrksefyistlich organisierten Massen dciVt- sicher hervortreten. Seit der Nevolution. ja schon seit Alis- bruch des Krieges zeigt sich das in den Arbeitergewerk- schasten. Bon einer weit hesligeren Knsis wird jedoch gegenwärtig der Deutsche Beamtenbund erschüttert, Bleiben die politischen Meinungsverschiedenheiten innerhalb der Arbeitergewerkschaften beschränkt auf den Kampf zwi- schcn den verschiedenen sozialistisclien Richtungen, so darf der Beamtenvimd sich wohl rühmen, dpsi er in den Reihen seiner Mitglieder olle Parteiströmungen vereinigt, die das poli- tische Leben in Teutschland hervorgebracht hat. Hier ist die Kniengefahr mithin größer als in den anderen Gewcrk- schasten. wenn die Zeitumstände ein Eingreifen des Bundes in die politischen Kämpfe unvermeidlich macht. Und da? Eingreisen deS Beamtenbundes in den Abwehrkampf gegen die Kapp und Lüttwitz war unvermeidlich. An jeder einschneidenden Veränderung der RegierungS- gewalt ist die Beamtenschaft unmittelbar interessiert. Der Beamte steht der Regierung einmal als Staats- b ü r g e r gegenüber und zugleich als„A r b e i t n e h m e r". Als Staatsbürger, der zur Mitwirkung an der Gestaltuns des Volksgeschickes berufen ist, wie als Mensch von Charakter kann er nicht heute der einen und morgen einer entgegen- gesetzten Richtung dienen. Als„Arbeitnehmer" wird er in Zeiten tiefgreifender Umwälzungen im Wesen der Staats- gewalt zugleich daran denken müssen, welclre.der um den Bs- sitz der Macht kämpfenden Richtungen ihm in Wirtschaft- sicher Hinsicht die besseren Aussichten bietet. Darum war die Beamtenschaft durch den Putsch der Meuterer und Hochverräter vor folgenschwere Entscheidungen gestellt. Die Beamtenschaft, selbst ein Teil oder aus- übendes Organ der Regierung�iewalt, war vor die Frage gestellt, ob sie es dulden wolle, daß Abenteurer, sich der Macht bemächtigten, und ob sie den Vertretern der Reaktion ihre Dienste weiter zur Verfügimg stellen wollte. Entschieden sich die Beamten— zunächst ausschließlich als solche— dafür, daß sie der„neuen Regierung" ihre Mitarbeit ver- weigern wollten, so war für sie auch das MMd gegeben� mit dem sie als S t a a t s b ii r g e r den Abwehrkamps gegen die Meuterer zu führen hatten; die Ar bei tsver- Weigerung. Hätten die Beamten ibre Tätigkeit fort- gesetzt, so Wäre das gleichbedeutend mit einer Unter- stützung der Kapp und Konsorten gewesen, der Protest gegen Kapv aber war nur möglich durch den Streik. Die Leitung des Deutschen Benmtenbunds cnt- schied sich gegen die hochverräterischen Abenteurer und somit für die ArbeitSvelweigernng. Die Beamtenschaft tmt damit die Arbeitsverweigerung. Die Beamtenschaft trat damit auf die Seite der kämpfenden organisierten Arbeiter- und Angestelllenschaft. und es war nur der selbstverständliche nächste Schritt ans dem gleichen Wege, daß ihre Oraani- sationsleitnng die Aktion in Gemeinschaft mit dem Allge- meinen deutschen Gewerkickxiftsbunde und der Arbeits- gemeinscha't freier Angestelltenverbände und den�soziali- stischen Parteien führte. Die Folge davon sind heftige Angriffe von dentkch- nationaler Seite gegen die Bnndesleitung und eine lebhafte Hohe in der nationalistischen Presse. Im Anschluß an eine frühere Kundgebung gegenüber dem Verhalten dos Deut- 'chen Veaintenbundes erlaßt der Haupt v o r- stand der� Deutsch nationalen Beamten- 1 ch n i t jetzt eine neue Erklärung. Es heißt darin, daß der. Bcamtenbuich mit Mneju ützumtüameo. Ap rieben uül Fen üBrißen Gewerkschaften zum Zwecke der Durchsetzung der Bedingungen für den Streikabbruch weiter auf der Bahn politischer Betätigung fortgesäirittcn sei„Er ist mit fliegenden Fahnen in das Lager der diesmal sogar mit den Unabhängigen verbündeten Sozialdemokratie übergegangen und hat damit gezeigi wohin sein Weg geht. Hier sche i- d e n s i ch d i e G e i st e r." Mit diesem Vorgehen habe der Bund die andersdenkenden Mitglieder aufs schwerste v e r» � e w a l t i g t und die verantwortliche Leitung habe damit thr Amt verwirkt. Darum fordern die deutschnationalen Beamten den sofortigen Rücktritt aller Mitglieder des Bundesvorstandes, und falls sich das nicht erreichen lasse, so bleibe nichts übrig, als aus dem Bunde auszutreten und eine neue Organisation zu schaffen,„die unter Wahrung strengster politischer Neutralität, die gewerkschaftlichen Interessen der Beamten an Stelle des Bundes wahrzu- nehmen hat". Die Erklärung tchkiestt mit der Ankündigung, daß die deutschnationale Beamtenschaft mit größter Energie in dieser Richtung wirren Werde. Es versteht sich, daß die Redensart von der politi- schen Neutralität nur Maske ist für die Absicht, den Beamienbund in nationalistisches Fahrwasser zu lenken. Das Ziel ist der Sturz des Vorstandes und die Besetzung der Posten mit verschämten Kappisten, um in zukünftigen Fällen die Beamtenschaft zu einem Stützpunkt neuer Umsturzver- suche zu mackien. Im Beamtenbund scheiden sich die Geister nicht, wie in den Gewerkkhciften, nach Meinungsverschiedenheiten über die beste Methode des Kampfes für den Sozia- lismus, also für ein im Prinzip gleiches Ziel, sondern nach dem Ruf: Für oder gegen Kapp, den verflossenen oder den kommenden. Wer sich gegen die Taktik des Bundes in und unmittelbar nach den Kapptagen erklärt, der stellt sich damit offen auf die Seite der Hochverräter. Als Staats- bürger ist das sein gutes Reckst, als Beamter aber be- weist er damit seine Unzuverlässigkeit und Un- b r a u ch b a r k e i t im Dienst für die Republik in der- antwortlicher Stellung. Tie Beamten, die sich durch ihren Kampf gegen die Taktik des Bundesvorstandes zu Kapp bekennen, sollten mithin genau so behandelt werden, wie hoffentlich in nächster Zeit die Offiziere der Reichswehr, deren-Hai tun g in der Putick>episode nicht absolut einwandfrei gewesen ist. Geschieht das nicht, dann werden die Beamten, die jetzt der Republik die Treue ge- wahrt und ibre Existenz für ihren Bestand aufs Spiel gesetzt haben, sich ebenso von denen, für deren Schutz sie gekämpft haben, verraten fühlen, wie jen« Soldaten und Unterosfi- ziere, die zum Dank für ihre Treue in Hast genommen und m'ßhandslt worden find. Käme in der Beamtenschaft eine solche Stimmung auf. so müßte sie sich bei etlva vorkom- wenden ähnlichen Fällen im Kampf gegen Meuterer und Hochverräter höchst nachteilig fühlbar machen. In der„Gemeinickwst", dem Bundesblatt der Beamten, kann Alixrt Falkenberg feststellen, daß die Haltung des Bundes von„amtlicher Seite" Billigung gefunden babe. Es wäre notwendig, daß die„amtlichen Stellen" diele Billigung von neuem in aller Deutlichkeit zu erkennen aeben und unzweideutig aussprechen, daß sie die Beamten, die mit dem Streik für die Republik gekämpft haben und nun für den Bestand deS Bundes und die Ehrlichkeit der Mehrheit seiner Mitglieder kämpfen, schützen werden. TaS ist deswegen dringend notwendig, wekl die oppositionellen Teutschnationalen meist in den lei- tenden Stellen sitzen und den übrigen Beamten als Bor- gesetzte gegenüberstehen. Falkenberg erkennt auch klar, daß die Beamten ihre Interessen, als Staatsbürger wie als Arbeitnehmer, nur an der Seite derArbeit erichaft wahren können. Er Ichreibt:„Wenn der D cupsche Be- amtenbund als Gewerkschaft die ihm zukommende Be- deutung behalten wollte, konnte er sich nickst von dem Vor- gehen der GcwerkschaftSbünde der Arbeiter und Angestellten ausschließen. Haben denn übrigens diejenigen, die gegen diese Handlung des Aktionsausschusses Stellung nehmen, ganz vergessen, daß wir nickst erst in jüngster Zeit, sondern seit jeher gemeinsames Vorgehen mit Arbei- t«rn und Angestellten gefordert haben für den Fall, daß große Fragen alle Stände gemeinsam auf dem Plan riefen?" Aber noch ein Moment sollten die Beamten nicht über- sehen. Unter den acht Punkten, die die Bedingungen für den Abbruch des Generalstreiks enthalten, befindet sich eine Forderung, die die Beamtenschaft besonders interessiert: d i e Demokratisierung der Verwaltung. Wir wissen, daß die Mehrzahl der Beamten bereit ist, streng auf die Jnnehaltung dieses Versprechens zu achten. Wollen sie ihrer Forderung Nachdruck geben, dann werden sie sich dabei auch der Hilf? der organisierten sozialistischen Arbeiterschaft bedienen müssen, denn von der politischen Vertretung des Bürgertums haben sie nichts zu erwarten. Es sollte den Beamten schon zu denken geben, daß die demokratische Presse dem Kampfe im Bunde keinerlei Erwähnung tut und gar nicht daran henkt, der Hetze m der nationalistischen Presse cntasgenzutreten. Wir hoffen, daß es die Beamten- sckwst verstehen wird, bei den bevorstehenden Wahlen die rechten Folgerungen daraus zu ziehen. Die Susttzbeamte« zum Kapp-Pufich. Der Justizbeamtenbund, die Gewertsckaft der mittleren und Unteren Juftizbeamten Preußen«, hatte für Sonntag, den It. April, zu eine? großen öffentlichen Versammlung nach den Germaniostllen in Berlin eingeladen, in der die Haltung de» Justizbeamtenbimde» und die Stellungnahme de« Deutschen Beamten bunde« anläßlich de« flapp-Putsche« ausführlich erörtert wurden. Aach einrr ausgiebigen Debatte wurde«ine Entschließung angenommen, in der e« heißt:.Di« Versammlung billigt die zur Abwehr de» Kapp-Lüttwitz-PutscheS ge- troffenen Maßnahmen drt Deutschen Beamtenbund«» und da» Zusammenwirke« de» Aktionsausschusses mit den Gewerkschaften?ur schleunigen Herbeiführung de» Abbruch» de» Generalstreiks nach der Flucht der Kapp und Ge- Nossen. Die Versammlung stellt sich im übrigen auf den Boden der Erkltirungen deS Direkto.tumS d«S Deutschen Beamten- bunde», nach der die parteipolitisch« Neutralität durch die durch gegenseitiges Interesse in mehrfacher Beziehung geboten« Zu- scnnmenarbeit mit gewerkschaftlichen Orgamsationen aller Rich. tungen nicht in Frage gestellt werden darf. Die Versammlung weist alle versuche, zersetzende Kritik am Deutschen Be- amtenbund« zu üben und dadurch die Geschlossenheit der Be- «unten aufs fchwexste i" gefährden,»it Egtschiedepbeit Sie Eemrk'chasten xeze» die Bcatfon. Die Zentralen der Gewerkschaften aller Richtungen der- öffentlichen folgenden gemcinwmen Aufruf: Arbeiter, Angestellte und Beamte! Obwohl durch den Generalstreik unter den einmütigen Wider» stand der gesamten republikanischen Lcvöllerung die drohende Militärdiktatur abgeschlagen ist, rüstet die 3irakti»a zu neuem Schlag. Die unterzeichneten Organisationen sind fest entschlossen, eine Wiederkehr deS alten militärischen Regiments zu verhindern. Es haben zu diesem Zwecke bereits Verhandlungen mit der Regiernag stattgefunden, in denen die Einreihnng von Arbeitern, Angestellten und Bamten in die Sicherheitvweljren so- wie in die neu aufzustellenden Ortswehren, vorbehaltlich der Ber» einbarung technischer Einzelheiten zugesichert wurde. ' Wir fordern nunmehr die Ortsausschüsse bzw. Kartelle de? Allgemeinen deutschen GewcrlfchaftSbnndcs, des GesamwrrbandeS christlicher Gewerkschaften, des Verbandes der deutschen Gewerk- vereine iHirsch-Dunckerl, der Arbeitsgemeinschaft freier Angestcll- tcavcrbände und deS Deutschen Beamtenbundez auf, E i n z c i ch- nu n g»listen für den Eintritt in die Sicherheitswrhren bzw. in die Ortswehren an f z u l e I e n und alles weitere erforderliche für die Heranziehung geeigneter organisierter Arbeitnehmer für den bewaffneten Schutz der 3t« publik unverzüglich in die Hand z« nehmen. Di« aufzustellenden Listen müssen Angaben über die persiin- lichen und Militärvrrhältnissr der Brwerbeudea enthalten. Berlin, den 13. April 1920. Allgemeiner deutscher GewrrkschaftSbund, gez. Legten.— Gesamtverband der christlichen Gewerkschaften, gez. Hugo Christ. — Verband der deutschen Gewerkvrrcine(Hirsch-Duncker), gez. Leonor Letvin.— Arbeitsgemeinschaft freier Lligestelltenoerbände, gez. H. Brenken.— Deutscher Vramtenbund, gez. M. Lange.— Berliner Gewerkschaftskommission, gez. BollmrrshauS. Die Aufforderung der Gewerkschaftszenlralen ist die Konsequenz der Gefamtaktion de- Proletariats zur Bekamp- fung der Reaktion, und es ist Pflicht der Arbeiterschaft, dem Rufe zu folgen und damit dce Niederlage der man- archistischen Reaktion zu besiegeln. Gewerkschaften und pvlilische Parteien. Die Erscheinung, daß der Aufruf nur von den Gewer kschaß>en und nicht gl-eichzemg don den politischen Parteien unterzeichnet cst, ist darauf zurückzuführen, daß d.e GewerkschaftSzeniraclen in einer Sitzung am Montag beschlossen haben, in Zukunft kein« gemeinsamen Veröffentlichungen mit den poli- tischen Parteien mehr vorzunehmen. D.e Ber- trcter der Afa hacten einen entsprechenden Antrag gestellt und sie begründeten ihn mit der Ferichiedenariigen parteipolitischen Gesinnung ihrer Mitglieder. Die Vertreter.des Beamten- bundes unrerstützten sie. Der Beambenvund hat sich schon un-. längst genötigl gesehen, ein» Erklärung zu veröffentlichen, in der er seine parteipolitische Neuirapiät bclonl«. Der Bund will da- mit einer heftigen Opposition entgegentreten, di« gegccuvärbig von den deulschncrsionalen Beamten gegen die Bundesleitung w.gcn ihres Zufammeng.'hcnS mst den sozialistift/cn Parteien geführt wird. Es war zu envar.'en. daß tmt dauernd fortgesetzt« einseitig« politische Orientierung der Beamten, und Angesbcllienorganisa- lianen auf starte Widerstände in den Mitglied- scha f t« n stoßen würde. Be.d« Kotegorben sind nach aiche von jenem Klassenbewußtsein erfüllt, Das die BovauSsetzung für die reibungslose Durchführung eil«r solchen Taktik wäre. Wir be- daucrn daS und fuckxn«S durch unsere Agitation zu ändern, müssen es aber zunächst doch al»«in Faktum hinnehmen, der für die Tatbik der bei reffenden Gewerkschaften entscheidend sein muß, wenn sie sich nicht der Gefahr«rner Spaltung aussetzen wölben. Wen-iger schwstr'g lieg«« die Verhältnisse für den Allge» meinen Deutschen Gewerkschaftsbund und er ist denn auch erst nach eimcgem Zögern dem Antrage der Afa bei- getreten. In der Hauptsache hat der Beschluß formell« Bedeutung und ist, tm« schon angedeutet, au? den inneren Schwierigkeiten der Verbände zu erklären In dem einheitlichen Kampfe der politischen und gewerkschaftlichen Organisationen de» Proletariat» gegen die Reak.ion ändert er faktisch nicht». Wcr werden nach wie vor die gewerkschaftlichen Forderungen ab» Mindest- forderungen unterstützen, webei selbstverständlich die voll« Unabhängigkeit des Handelns für die Partei gewahre bleibt. Sie Verallmgen über das Reichswahlgefttz. Der Verfassungsausschuß der Nationalversammlung be- ndelte am Montag und DienStag den Entwurf eines eichSwahlgesetze». Als besonder» schwierig NWrde die Wahlkreisfrage bezeichnet wegen der Kürze der Zeit und der dabei notwendigen Umbauorganisation der Parteien. Die Ein- führung des automatischen Systems(je SO 000 Stimmen ergeben einen Abgeordneten) wurde«in st immig beschlossen. Minister Koch wandte sich gegen die Forderung des ÄechtS- sozialisten Katzenstein, den Soldaten die Aueübung de» Wcshl- recht« zu gestatten. Nach den Vorgängen der letzten Wochen könne es nicht als erwünscht betrachtet werden, wenn bei den Soldaten politische Propaganda gemacht werden müsse. Di« Einführung der Wahlpflicht wurde abgelehnt. Für die Einteilung der Wahlkreise wurd« ein Unter- ausschutz eingesetzt, dem ein Mitglied jeder Partei angehört. Zur Frage der Verwendung der Reststimmen wurde in prinzipieller Abstimmung der Grundsatz angenommen, daß die Reststimmen erst auf Nachbarschaftskreise und der dann verbleibende Rest auf die Reichsjiste übertragen werden soll; ferner, daß bei der Reichsliste und auch bei den Verbandskreisen Beschränkungen gegenüber den kleinen Gruppen vorgenommen werden solle». Zmmer höher hinauf! Im ReichSvat hat man sich gestern wiederum mit Fragen der Lebensmittelversorgung beschäftigt, um den Zuckerrüben- bau zu fördern, sind Maßnahmen getroffen worden, um polnische Wanderarbeiter wieder hercr.izuziehen. Hoffentlich sorgt min da- für, daß dies« Arbeiter nicht wieder wie in früherer Zeit der un- beschränkten agrarischen Ausbeutung zum Opfer fallen. ES wurde weiter einer wesentlichen Erhöhung der� Brot, und Ka rlo e l pr«i s« zugestimmt. Infolge des Prämiensystem» und der Preiserhöhung für auÄnädisches Getreide ist bei der Reichsgctreidestelle«in Defizit von 7,4 Milliarden entstanden, da» durch Erhöhung deS Mehlpreises gedeckt werden soll. Der Prei» für 1 Kilogramm Brot, der schon am, 1. Januar auf 1,40 Mark gestiegen war, soll weiter auf S Mark erhöht wer- den. Auch die Karivffelprcif« solle» wieder berauige�tzt werde». So geht die Verteuerung her wichtigsten Lebensmittel imniT weiter. Die agrarischen Forderungen werden ohne weiteres er- füllt, den Arbeitern und Angestellten aber verübelt man es, wenn auch sie eine Erhöhung ihres Einkommens, dzS längst nicht mehr zur Deckung deS notwendigsten Lebenmittelsbedarfs ausreicht, verlangen. Ser weiße Schkeckes- im strhr: bi?l. Die Blutarbeit der Baltikumer. Der Reichskanzler Müller l)0t am Montag in der Nationalversammlung den im Ruhrgcbiet einmarschierten Truppen ein hohes Loblied gesungen. Er hat darauf hingewiesen, daß die Truppen bei den Kämpfen soundsoviel Tote und Verwundete verloren hätten und daß diese Opfer die Reichswehr vor„Schmähungen" schützen müßten. Herr Müller hat dabei ganz im Sinne der Militärs ge- sprachen, durch deren Diktat die Handlungen der Negierung wesentlich beeinflußt werden. Er hat nickt erwähnt, daß im Nnhrgeüiet auch Hunderte von Arbeitern gefallen und der- wundet worden sind im Kampfe gegen die verbrecherischen Freischärler, die Watte r. obwohl er wußte, daß sie auf dem Boden der Kapp-Regierung standen, auf die friedliche Bevölkerung des bergischen Landes gehetzt hatte. Er hat verschwiegen, daß die Reichswehr Hun- derte von Arbeitern ge mißhandelt, er- schössen, totgeschlagen hat. nicht im Kampfe von Mann gegen Mann, sondern nach Abbruch der Kämpfe, meuchlings, auf Grund von gemeinen, nichtswürdigen Denunziationen. Hören wir, was die„Essener Arbeiter- zeitung", das Blatt der Partei des Herrn Müller darüber bericktet: AnS allen schmutzigen Winkeln kriecht daS ekle Gewürm der Denunzianten hervor und Nagt brave Arbeiter au. Am liebsten milchte diese» feige Gesindel, nachdem die Neichswehr in Essen«Illgezogcn ist, au» jedem Soldaten eine OrdnungSbestie niachen, die unaufhörlich de» Kolben auf«ehrlose Arbei>> t e r nledersausen läht, weil sie gegen die Reaktion gekämpft haben. Diese Hetze der Rechtsspartakistcn hat seit dem Einzug der Reichs. webrtruppen entsetzliche Folgen gezeitigt. Massenhaft sind brav« Arbeiter auf Grund gehSssixer Angebereien verhaftet und auch vielfach mihhandelt worden. Nicht da» allein, Schlimmeres ist gcschchen. In Botrop sind 14 Arbeiter ohne gerichtlich« Nntrrs»ch'->ng meuchlings ermordet und in Mülheim sind acht Arbeiter, wehrlose Gefangene, von ReichSwehrsvIdaien umgebracht Worden. Die Kunde klingt so furchtbar, daß wir da» Entsetzliche in feiner tragischen Größe noch k-.um rrsassea können. Wir klagen an und fordern die sofortige Feststellung des Tat« bestand«?, sofortige Fest,, ahme uccd strengste U n t e'r s u ch u n g gegen dir Mörder. Wie allcS geschehen mutz, um die ge« meinen Verbrechen während der ReoolutionStage zn sühnen, s« muß hier schnellstens und wirtsam gegen die Meuchelmörder vor« gegangen»verden, die den Soldateurock der Republik mit de» Blut unschuldiger Arbeiter besteckt haben. Wehe deuen.di« sich schützend vor die Mörder stellen, wehe denen» die de» Versuch machen, die furchtbaren Grfcheh, nisse zu verschleiern! Ueber die hier geschilderten Tatsachen ging Herr Müller mit Stillschweigen hinweg. Und sie geben nur einen kleinen Ausschnitt von dem wieder, was tatsäch- ffch'g'ößchesten ist. Denn der Umfang der mit kalter Ueber- legung und aus purem Rachegesühl verübten Verbrechen der Reichswehrtnippen ist weit schlimmer als eS die„Arbeiterzeitung" schildert. Wir machen die Truppen für die ver- übten Verbrechen nicht verantwortlich. Die Schuld fällt ausschließlich auf die Führer zurück, die den Truppen jenen bösen Geist eingeimpft, die Erschießungen vielfach selber angeordnet haben. Für die Führer aber ist wiederum die Regierung verantwortlich, die. entgegen ihrem Ver- sprechen, nur zuverlässige Truppen zu schicken, eine ganze Reihe von Formationen ins Ruhrgebiet beordern ließ, von denen sie wußte, daß sie noch vor wenigen Tagen auf Seite der Kappisten gegen die Republik fochten. Wir nennen nur das Frcikorps Ep p, die Ma- rinebrigade L ö w e n f e I d und das berüchtigte Sturm- bataillon R o h b a ch, auf deren Scknildkonto die meisten fsrausamkeittzn zurückfallen und die beute noch im Ruhr» ebiet stehen, bereit, den Schrecken auch inS bergische Land zu tragen. Göll strafe England! In der„Deutschen Tageszeitung" kommt Graf Reden tlo w noch einmal auf Herrn T rebi tsch- Lincoln, dem Freund seiner Freunde, zurück. Reven- low schreibt folgendes: Herrn TrcPit'ch-L.ncolnS Hauptaufgabe in Deutschland est gewessn, den Monarchismus und feine Anhänger, das ape Offizierkorp», die nationalen Parteien zu kompromiitis- ren und verhaßt zu machen. Zu diesem Zwecke näherte er sich Politisch urteilslosen Persönlichkeiten dieser Richtungen und schlich sich dank ihrer Leichtgläubigkeit nicht allein in rhr Bertvauen«in, sondern übernahm di« Führung- deren Ziel Blamage nrd Einflußvertust und Erfoigiosigkeit war. Ein« derartig« Agenten- und Propagondatätigieit ist ein« gutze atte traditionelle, sehr bewährte englische Metbode, die um so leichter funktioniert, je g-rößer die Leichtgläubigkeit und da» poli- tische Unverständnis der betreffenden BolkSangehörigen und Kreise ist. Herr Trebiffch-Lincoln erreichte alle« durch den Hin»' weis auf fein« Gefängnisstrafe m England und durch seine Bev» sicherung. ihn beseel« lediglich der Gedanke an Rache gegen Eng- land und andere grobe Theaterkünste. Diese Affenkomödie wurde treu und bieder geglaubt, Warnungen wäre» vergeblich.> Graf Revemtkow behauptet also von seinen Freunden. daß sie nicht nur leichtgläubig, sondern auch dumm gewesen seien und daß sie sich vonHerrn Trebitsch-Lincoln hätten ein- wickeln lasten. Zwar muß Graf Revdntlow die Kappleute bester kennen als wir; aber wir glauben doch nicht daran, daß die Ludendorfs, die Lüttwitz, die Bauer und wie die anderen Gesinnungsgenossen der„Deutschen Tageszeitung" alle heißen, so dumm gewesen sind, wie Gras Reventlow sie jetzt abmalt. Wie dem aber auch sei, Graf Reventlow wird setzt feine alte Losiing wiederholen: Gott strafe England! Nämlich dafür, daß es angeblich sein« Freunde durch einen Versuchetz in Gestalt des Trebitsch-Lincoln ins Unglück gesübit bat Mlwoch. Zchlabend in Grob-verlin RWel zsr Maifeier. A« b?e ftcigLwcrkZchaftlich organrsierie Angestellten- und Ardeiterschast Grod-Berlms'- Dvrch die ledten politischen Vorgänze ist eine Verzöge- evnz in der Vorbereitung für die Maifeier eingetreten. Die Kolleginnen nnd Kollegen in den Betrieben werden nun- mehr aufgefordert, die Vorbereitung zur Maifeier«och schnellstens zu treffen. Hierzu geben wir folgende« bekannt: Ter AnSschus, der Gewerkschaftökomniisfion Berlin« und Umgegend hat einstimmig folgendes beschlossen: „Alle Angestellten und Arbeiter Grost-Berlins wer- den hiermit ausgefordert, den 1. Mai durch Arbeitsruhe zn feiern. Ju den lebenswichtigen Betrieben soll jedoch ein Notbetrieb aufrecht erhalten werden. Ueber die Le- bcnswichtigkcit cincs Betriebes und den Umfang des auf- recht zu erhaltenden Notbctriebes entscheiden die Gcwcrk- schauen.— Tie Vertrauensleute der einzelnen Betriebe werden ausgefordert, ihren Gewerkschaften Mitteilung über die Ausrrchterhaltung des Notürtriebes zumachen." Besondere Feiern der Gewertschaften finden nicht statt. Wir fordern deshalb unsere Gewerkschaftsgenosten ans, a» den Tagrsfcicrn der pvlitifchra Parteien sich zu beteiligen. Ter Ausschuh der Gewerkschastskommission Berlins nnd Umgegend. I. A. Rusch. tretern der Gewerkschaften nnd der sozialistischen Parteien war doch der,'daß die Politik der Regierung einen anderen Kurs nehmen müsse. Herr Müller aber ovklärt, i!hn gche nichts an, was vereinbart worden ist; für ihn gebe es nur die Verbindung mit den beiden Koatitionsiparteien. Die Liebe des Zentrums, und mag es auch eine falsche Liebe sein, ist ihm also wertvoller als das Vertrauen, daß die Rsgie- «mg' durch eine arbeiterfreundliche Politik beim Proletariat sich erwerben källntel Vor dem Wgeordncten Trimborn chatte der rechts sozia- listische Abgeordnete H u 6, der Führer der Bergarbeiter' Gcserkschaftlichcs. Die Neuwahlen im Transxortarbeiterverbaad. Die Generalversammlung der Transportaebeiter nahm an» Montag Stellung zu den Ztenwahlen der Kczir!Svzrwaltun!> O c t m a n n gab zuerst in kurzen Zügen Bericht über das ab« gelaufene Geschäftsjahr, der gedruckt vorlag. Mit Genugtuung ....-..... fr....„_-.. könne festgestellt werden, dast alle Kämpfe mit Erfolg geführt �.fülrnefatwn, � sich zu den Bopgangen Ml Rlchrrevwr ans- j>vorden sind. Finanziell dagegen siebe die Organisation a:rf ftchvltch geäußert. Man muß anerkennen,, das? senre AuS-, schwachen Füßen, da die Einnahmen gegenüber den Ausgaben zw Mrungen von dem Bsstrelben getragen waren, die Dinge- große waren. Eine Beitragserhöhung sei deschaib notwendig uns sachlich zu schildern. Jedoch schien es, als od sÄisist Hu6 die? nicht zu umgehen. Zusammenhänge nicht ganz klar geworden sind, da er zu-!. In der Diswssio-n wies Jakob fe n darsuf hm, daß wohl lvetlen versuchte, nach Art der Regierungserklärungen, die wirtschaftliche Kämpfe mit Erfolg geführt worden seien, daß abes bewaffneten Arbeiter als Elemente zu bezeichnen, die sich\ dadurch kein Fortschritt zu erblicken sei. Solange nicht die pol.- lekbst bereichern wollten. Gswiß' wind es auch solche Leute! Neutral. tat anfgeg-ben sei, wechen Lohnkampfe der l«. Rubrrsnier aeaaben baben- aber ebenm a-wisi At! Apbeiterschaft wemg Vorteil bringen. Der Generalstreu haoe � � bewiesen, daß die Organisationen sich auch politisch beMgew an �.eil der Zl�.üeraus idealen G�W&en feie W-sten nicht muffen und da? sei bisher vom Transportarbeiterverband nicht ofart niedergelegt siab.n. sondern weffer kämmen wollten, I Er schlug eine Entschließung vor, die besagt, daß ein» Wen ne steh dur st in London oder Pari» zu verhandeln, aber die Wahl eine» Ortes verwirft, der in der KriegSzon« oder in ihrer Nähe gelegen ist, weil die polnische Regierung sich einem allgenrcinen Waffenstillstand widersetzt, sieht sich die russische Regierung gezwungen, f i ch an die Entente- staaten zu wenden, da dixS der einzig mögliche Ausweg au» dieser Situation ist, und hält«S für ihre Pflicht, der polui- sehen Regierung den Inhalt der Note bekanntzugeben, die ich an die französische, großbritannische, italienische Regierung und au die Vereinigten Staaten übersandt habe. Dieser Mantelnote ist die umfangreiche Note an die Entente beigefügt; sie stellt nochmals eingehend dar, daß die Sowjet» regierung zum Frieden mit Polen bereit fei nnd an jedem neutralen Ort« oder in Moekau, Petersburg, London oder Paris verhandeln würde, daß sie aber VerHand- lungen in einem Orte der Front, ohne Waffeustilkstand ab- lehnen müsse. Die Note betont weiter, daß Rußland sich innerer friedlicher Arbeit widme» wglle, und vor allem der Er- höhung seiner Produktion, um die von der Entente mit ihm auf- genommenen Handelsbeziehungen lohnend gestalten zu können. Da der Fall, daß die beiderseits gewünschten Verhandlungen nur an der Frage deS VerhaudtungsorteS scheitern, ohne Vorgang m der Diplomatie sei, ersucht Rußland die Entente, ihren Einfluß in Polen dahin geltend zu machen» daß die Pole» sich m dieser Frage nachgiebig zeigen. Die englisch-rvssischen Verhandlungen abgebrochen. Haag, IS. April. An» Kopenhagen wird gemeldet, baß die Verhandlungen zwischen England und Rußland abgebrochen sind. Ein Mitglied der Delegation ist nach Genf abgereist, um der neutralen Konfe- renz beizuwohnen. Der amerikanische Eisenbahuerslreik. New 5)»»!, 13. April. Der Eflenbahnerstrelk dehnt sich weiter auS. Man steht vor einem große» k«hleamaa»el,s» daß viele Fabriken, wie die StaatSfabriken in Gar», Indiana, youngtow», Ohio nnd«« f f a l» geschlossen werde» mußten. Taufende von Arbei. tera sind brotlos. I« einigen Laudesteile« verkehren die Züge normal, aber der ganze Dienst über de« gesamten amerikanische« stontinenst steht still, sr daß New Kork, Chicago, PittSburg nnd andere Städte ganz abgeschnitten sind. Tausende von Reisenden sind in New Jork festgr'mltea und versuche» vergeblich, unterzukomme». Di« Negiernac konnte dir Leiter de» Streik» bi« jetzt nicht fassen, mit Ausnahme von Gr« aar, dem Borsitzendea de» Eisen bahnarbeiterverbant es in Chicago, de, den Streik prorlamierte. Da« Ziel der Arbeiter ist, einen großen Eisenbahnarbeiteeverband an Stelle der bestehenden Verbände zu gründen. Da von einer Lohnerhöhung oder Berbesse- rnng der Arbeitsbedingungen nicht die Rede ist, nnterachmea die Führer der amerikanische» Arbeite« alle» mögliche, um den Streik Jffl.Wfc«Ü«*a Klose trat der. LuSfühamgen Jakobsons entgegen und er- klärte, daß er kein Recht habe, den Voowurf zu erheben, daß die Verwaltung in politischer Hmsicht nicht ihre Pflicht getan hat- Schr oft habe die Politik eine Rolle gespielt, aber Ial»k>sen, de» selbst Mitglied der Verwaltung war,'habe dort sein Lickt nichjj leuchten lassen, sondern sei nicht erschienen. Nordmaun er� hebt goZen die Arbeeterschast im Ruhrgebret den Vorwurf, daß ss« zum größten Teil ar. dem Rnglück, daS dort passiert, mit schuld sei. Die Resolution Fakobsen wird daraushm ang. rammen. Ein Antrag, den Mitgliedern eine Beitragöerhöbuu«.für dick l. Klasse von 2,60 M., für ii" 2. Klasse von 2 M., für dis 3. Klosse von 1,50 M., für die 4. Klasse, von 1 M. pro Roche zw empfehlen, wurde ebenfallz angenommen. Die Wahl der BazirkSverwaltung zeitigte fvlgendeZ Resul!» tat: 1. PezirkÄeiter Otto Ortmann, L. LezirtSlriier Kork Klose, Sekretär Karl Böhmer, Kassierer Gustatzj Bretzke, Sektianöleiter für die Sektion I Karl Wolter, für die ll. Sektion Nellinger, für die III. Sektion Kno<« bei, für die Sektion V Fronike, für die Sektion Vl> Sckmidü, für die Sektion VII Knrga*. Für die Seibian IV wurde die Wahl ausgesetzt, d« der bisherige Sek« tionsieiter krank ist. Als BezirkSve«vaFungsmitgkfei>er wurden Luckow, Kroll, Sehner, Brüggemann, Wringet, Berg, Bisck, Straßburg, Fisch dach, Link«, Äkuckert, Schmidt, Halvrer, PaaS, BornowSki, Winkel« mann und Frau Shdow gewählt. Für Köpenick wurde Breiten« born und für die dort der Packe rper einigun g übergetretenen Mit« gkieder Puhlmann gewählt, al» Revisoren Lenzner, Schwersenz, Hoppe, Ncie und Schade. Infolge der vorgerückten Zeit wurden dü übrigen Anträgst zur nächsten Teneralvers amm lu ng zurückgestellt. Die großen Erfolge kier Deutschnaisoualen Vollsparkei. In den Betrieben des Pl«horr-Bräns sieben bekanntlich seit dem Abbruch des Generalstreiks die GastwirtSgehilfen m einem Abwehrstreik, weil die Direktion des Pschorr-BränS sich geweigert hat, die Strsikenöe« reülos wieder einzustellen. LSährenc» der Betrieb in der Friedrichstraße infolge des Streiks völkig ge« schbosscii ist, wird der in der Tauentzienstraße Mit Hilfe voni Swsikbeechern und Anverwandten uotinirfna««ufvechterhalten. Wie nicht anders zu erwarten, nimmt das in der dortige» Genend hausende denischnatilmale Bü'-geeinm iür die Inhaber und Streikbeecher Partei, und auch die Mrgerklche Presse tut cht übrige« dabei. An der„Deutschen Tageszeitung" gaben a-m Sonnabend dick Deutschnationalen die Parole aus:„Slisi zum Bichorr-Bräul" Be« geistert ist die Berliner Arbeiterschaft am Montag abend dem Rufe gefolgt. Leider war die Aufnahme nicht äwe erwartet. Die Arbeit«, die nicht 20 und 30 M. kür das Essen ausgaben und sich nur mit einem Glase Bier begnügten, wurden zu ihrem größten Erstaunen als nicht.salonfähig au? der Restauration gewiesen und zwar mit Hilfe der grünen Polizei, die sich dabei aber sehr taktvoll benahm. Das wird jedoch die ttbrige Arbeiter- schalt nicht abhalten, auch fernerhin begeisterte dem Rufe der einzigbeglückenden Deutfchnationalen BsAspartei Folge zu leisten. Man müßte lochen, wenn es nicht so frstier ernst wäre. Glauben die besser bemitl-elten Kreise, daß sie durch Unterstützung der Streikbrecher die Arbeiterschaft provozieren dürfen, so könnte est leicht geschehen, daß auch die Arbeiterschaft die Parole ausgibt« »Auf zu den Pschorr-Bräusl" Im Anschluß hieran sei bemerkt, daß dte Nachrichten in der bürgerlichen Peesse,«S sei zu einer Einigung zwischen den in Betracht kommenden Arbeitgeber- und Arbeitnehmerorganisatio- nen im GastwirtSliewerbe. gekommen, den Tatiachen nicht ent« spricht. Der Streik im P scharr»Bräu beisteht nach wie vor. Ans aller Kell. 133 Tote m RoHensteia. ftSnigSberg i. Pr., 14. April. Die Zahl der in Rotheustein geborgenen Leichen wurde vof mittags auf 13k beziffert. Oberl'üviermeister Dr. Lohnt et) et wird in l&etlnt bei zuständigen Stellen dahin wirken, daß Reich und Staat den der Bürgerschaft entstandenen Schaden voll ersetzen, und fortern, daß noch in gefährlicher Nähe der Stadt befindliche Munitionslager sofort geräumt werden. Den Opfern de.) Rothensteiner Unglücks soll ein gemeinsames Ehreugrab auf dem Gemeindefriecchaf bereitet werden... Soeben«nchien: Protokoll des at�erordentlichesi Parteitages der, II. 8. P. D. 30. November bls 6. Dezember 1919 in telprssj : 560 Seiten; Preis 15.— Mk, Prelt tfir Organisationen 10.— M ark IBttc'dxjmdlun�„Freih.eit'*«. Br>;Ue Sürafl&S� !? ....-..:-i■/.. fi -"'f.' v•': 1' v*»*. jw»--""i W>; A» ;i J....,/.üa;\c�. Jd „i» ■B�a-ia»�gia�gaw«r.>«otii». Si,-, 4 U.: i|cfr»ch Oloner et«. "ßgslöEnz-TSisßter (SiaUtba m Jasaowiizbrllcke) i Sglich 4« Uhr: D!3 RflK�tlSffS von II e rm. S u<1 c r ni a n □. Soonab.-i Uhr: HoikippoJMB. Sonn ta ic 4 l.hrtPer Küto«f» heues ögereüenliöüs U.rektor:*?-eaö liren AHabem'hch 7 Uhr Mm.; Mia l�crber a O. in Dia k.e'ue Hoheit_ voilzzlvc-ncr llnifcöiln Hcrmannstr.?O V. rgilandeip- Gc-dcnkvc'er Der tanzende Tor Mit Pro'os und ar.-oflein(iesausc. OOOOOOOOOCCOCOOOOOOOOCOOOOOOOCOOOOOCOOCC�OOCO » FREIE VOLKSBÜHNE. o des O O Oonnerstair. ds" 15. Aoril. abends 7'. Ulir im grcBen Saale (iewerkschattsiiauses. En�eiuler is is "" j Gcneralversamniiwnsj m-jyA% agcsordnuHg: Vortrag: Neue Wege und Ziele der VolksbÜhnenbewegnag. O W�WMWWWWM�W�MW die X «i -- PuerJfiarrttJUc't 39� 21, 82, 33,£4. fijsra,— m ckZ W*& V.3 v■ M B r? ra(i<9*;. G" m".-r. � v/'d- �4» E � �.1 Ä � am Qtiftütun KrCeijs« n«d Zivltgöfcaig�gs®» 96t>TÖ GcMpev,-Sf:u« im Cesamthelrage ro® s'Ci' uik.'. lj.2?" bar Olm« Atvzuj zahiuar Lo5-3 5 p°n.i u..e«o«u.| [lg iGso i H.C.ICröS5er�Ä�P «—wwm an der Lelpziser ttre.'Je K«g»r.-j Rose-Theater 7'. u.: Das Lied der Liebe Waihada Taeaier Stg. 34 U.t CsordanlirsUn. 74 ui.r: Oer Raslelbinöer Has no-ffesatfir 74 ubr; Bio llMMSsr .m l'u. .-tsi' ersedrlehstr�ZlS U, Aiisdendlielk '" Sonntags 3' a a.-*? Üfifiljsr rBltllohss Varletö P.Tgramm! jitsr mTtotVIbu«"/?q>r et: Moritzfiot/. 14814. ol; 7k und: o«atnS *»n. Im«.» eJkr- »nen* Srtt�«r4»r i � 4 4��S� -rÄÄ": fr»»''- oJJ n».*?JeV8Ät� ?®r �orl6 �»"s" U®1""' u öt®"' o <> o <> o o o � TwlUAuaiinc I�. v.\aui.u ü Ji ucs öiiuuia', v ciM;a cuaacs. � Die Mltctledli a"e Ist am Eingang vorzuzeigen. Der Vorstan!. I. V. Q. Winkler. Js 70�0<;0»>"000000000 Xioooooocoooooooooo�oooorvo SMcher MekMrwKr-VMlMd SfciraltunoaptU«: Cetlin 51 54. Litiienstr. SS 6a. (TiejdjdSläje.t non to m. 8 Übt bis mvt in. 4 iihc. SeUpboit. Smt 9iortien 185, li;ii, 1887, 0714. Anit as: der Verwaltuna:(rnch§14 des Statut»). I. An■ Vcrschnielzn. g Veiuins mit der Volksbühne E. V. 2. Aui Zuweisung de» Vereinsvern ögens an Volksbühne E. V.(nach§ 14 des Statuts), VerscU edcncs. «!. 3-etiti reton ten is. SSpr.l 11.30. abend» 7 Udr im Lokal n$üboit", ttüoiocmolfiv. 73 SlsnAeiweliM!!!- l'na ber?)Ztt lliormsr und iLerui-'licnoslcn. £.a eeor. tiittiii: i ranäciititMe cii.oIictten und Berichtedeiie». Um ffrcltun. hct, Kt. Xkpri! ItiaO, nl-tlth» 5 Uhr, l« hrr tritt'».-.er(jjrtitchibciiyalf. Au; üovpcapinq(Jlfitv Uiuienftr.) Versammlung der In den Kleindct) irden befd cfflnf. Wickler, Wickleriunen, Ainlieier. Jmpiäguierer uuo olletlordaurr. Tagetoidnung: Wu» geht in untern 51 Irich n her? Sic Cnoberntaimaa. Nchtl!Ltk;7 Tie Verhandlungen mit dem Verband Ber- iiner Äetallindustrieller wegen der Bezahlung der:treik!age haben zu einem sür die Or» gaiiisatiou Aiinehmbaren luttik geführt. Wir fordern liiermit alle Kolleaen»otsi- wulS und.sriirfluti nn>. icvco Ztnv.cdvt »G.- Arbeitqcder«nf Lein u na von Ueder- stunde««ruf o«s euifch edeutte adzu.et-ncn! Die Obleute der Betriebe können die im Druck herauSg-gevenc Tarsiillung der Ver- Handlung am DonntrStag, d n Iii. April,: nachmittags beim ütoUegcn ick. Lehrend im Ztmmer 6 abholeti. Die OrtSpertoaltnnn. Am II. April verstarb nnse e langjährige(Jen Enimu Horn. (ühre ih.etti Andenken t Die Einäscherung Qndet i am Donnerstag, den 15. April, nachmiirags I Uhr, im K;emaioriuiii Ger.chlstiaüe slait Um rege Deteitig. bittet Die Distfi1it*leltunß. i&x&msam&m sas J zu scl.ßoR Preisen i schon seit 50 Jahren bei, x Zorndorier Str. 54 Teilzahlung gestattet Kenn6i De, Ju6fe dei Jefahl \venn De va'/riM* mit Verband der Tapezierer. � gilieit Kerl in- Sureau:«ewerlldiawi.nu», nngeluiet it.tvlw. vlotlffw» 12347 UOUOC/jCiuJüCOOOOOOCjCCOCXXJ(OCOO.10OÜ0CX3CO X.>XXXAX.OOOCXXXX> «m Arcilitg. de» 10.?(s>ril 10-21). ebeuh» jiuu« 7 Uhr. in bat«eutrnUSeltlüiea.«lie Jakodiiraue 33 tüiSflIlcDet-BctiaramiKaii. Huneiorbn s n; 1. Bcfanubiobe de« Lchiezilpruche» de, ireff» Sohnettidhana. ä. Bettet uuw«eldundsiag utte«el.taal. ctiictiung, it.«Susi nott jiuct«Ustxeni juai gatmloati.«»». 4. littuirton und gier ibtekcne«. 8» Iii ifltin fantilicher l'lltnllebrr M d'4fT»■.rfitl�e* Ber- (ammiuitj tu iVidjclnen. Cfue äkliaiUMtadt'«ni fliutut. Di- CvUbecjuolmnB. A«®®®sAv®®®®vsvL!»m»am»s «A« B Warnung vor Batiks S i N»in um i in«K-nwnf«»» iiimmMWiiiiriii'(tibi—— a U 1 Zum 5. Male wieder sin Einbruch in den Batiks! s E» ist bekannt, da» der Artikel«ehr begehrt Ist, 2 doch diesmal ist dun Herren lünbrechern die Sache S5 sehr erschweK worden. A Die geraubfen Batiks, anch die bereits rorge- W j&l arbeiteten Rolisiofle. sind sämtlich Meter för Meter gg mittels emes neuen Wachsverfahrens nanimernmjßig gezeichnet, so daß noch nach Jahian auch die icrtigca � W Ua iks eruiert werden können. 3 Es dürfte dies wohl eine Warunof sein für die-> � jenigen Hehler, auf deren Veranlassung ,J]esflr 5'& p« bruch bei den Deutschen Batiks. O m. ü. rb. Unter den k ■■ Lmden So. Abte lung Tcxiilmannfakiur. Oeorg Fitk. � Sä Ali« Jakobstraße 37, vorgenommen wurde. (»BIBIBBMIBBBnia®®®®»®®®®®®» Ladenka»»« Reparaturen Farbb.mder. Kohlcpanier HaitS uaur. fctrlis. SadiuluiUT i oiu pparaie Prinmea�äs or,Obj«kUv kauft, verkaufe Rosenthal Nachfr� RapnelaH�e T_ .zvelittllSlill! frvms3*smsssss D2üisc!iar Mslallarbeiter-Veriiand X erwaltunessteHe ßerlin. Todesanzeige. D»n Kollegen mr Nachricht da» folgende Kollege, und Kol.egitme« gcstorb.o aind: iä Der Arbeiter_ tl Psji ßauschenberg i! Neukölln. Piinz-HanJlcry-SiraS« 1.2. am 2. d M. £1 D e Beerdigung ündei am izooncrsiag. den 15. d. M, n nachmitingaZVtUbr. von der Leicnenhalie dcsOememde. - r,icUiiofe«, Mariendoiler Wag, au» alatt, : j Der Gürtler | Oskar Sehwabe ß Romlntcner StralSc 22. an,». d M. Die Einösclierans Bndet am t raitag. den 15 d. Mr.. ■: aebmittagl 5 Uhr, Im Krematorium Uenchtstr. slatt M Der Rohrleger Gustav Knobioch -n*" Irsl'inäscherent liodet am Ponnerat3g.dea I5.d M,. i vonnii.ag» U'> Uhr. im Kremaioiiu« üerichtstr. sutL tfi Die Aiboiterln H iutle Ci'oüte BerrstroB« 64. am 10. d M.__. u Um Beerdigung Bndet cm Doncerstag. den!S. d. M. nachmntaga 3''. Uhr. von der Leichenhalle d.» EUsabeOi- Kirchhole», WuliaoksiraBe. au aialt Der Dekiromonteur r-.ax Donath Spa"dao Bfsmnrckstrafle 14, am II. d. M, Die Beerdigung tinkiet am Mlttwocn, den«4. a. M., ! nacbm ttaus 2 Uh». yp» der Lcicheauaiic des Qcinciude- Eriedhbofes in Spandnn nn«»utL Dte Arbeiterin Hulda Scheitm«r Charlottenburg. NehrmgatraBe 2» tm 12. d. M. Die Beerdigung hadet am Ercitag, den 16. i- Mt. nachmittags 3 Uhr. von»er Lelcheuiuilo des Lniteo- Kirclihotes Westend, ans»teil. Rege BcMiUgaag vitd erwarM, Nachruf. Den Koltegenaar NacOrlc,t,m FsHr.Ci pnjjp I.<'-1?»-? f:f v->54?, R- « Jft.'jliH'Cl ttv«* t 4 j<' VC.'S! i- f j 1*? Horsl. I'tlieii!, ir''<('?-.'.'t jw � s.liljtliilis»*«.) l 4 Üa.lLv„il Harsl. Ktiteiii. S SctrräiT 5: tfa. Biüt.ia-enScnsrl Vm. U-UfcHU kauft U ossmann, Juhamüsstf. 4 j *ilordca lOdZU____ t DUKATENGOLD 900 kar, Geld 586 naalonprit, S ktr. Gold in allen Preislaeen. VERKAUF DIREKI AN PRIVATE Golclwaren-FabriW Weinstock g. d.». 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Nicht durch überirdische Mächte, ob sie nun Gott oder Vorsehung oder Schicksal genannt werden, nicht durch ewige -odecn, nicht durch Naturgesetze, nicht durch Itebcreinüoinmcu «der Gesellschaftsvcrträge werden die Geschicke der Mensch. hat bestimmt, sondern durch die Entwicklung der Arbeit. Die Arbeit hat den Menschen geschaffen, ihre Entwicklung ist die Triebkraft der Geschichte der Menschheit. Die Menschen werden immer zahlreicher und haben immer mehr und immer feinere Bedürfnisse. Sie sind ga xwungen, ständig auf die Steigerung der Ergiebigkeit ihrer Arbeit bedacht zu sein. Das führt zur fortwährenden Ver- besserung ihrer Werkzeuge. Die Entwicklnng der Werkzeuge verändert den Arbeitsprozeß. Die Enttvicklung des Ar- beitsprozesses verändert die ökonomischen Verhältnisse der Menschen zueinander. Die Entwicklung der ökonomischen Verhältnisse verändert die sozialen Zustände in der mensch- lichen Gesellschaft. Die Entwicklung der sozialen Zustände derändert die juristischen und politischen Einrichtungen, die ganze Ideologie der Menschen. Eine dauernde Entwicklung. Die materieven Bewegungsgesetze wirken auf das Be- wußtsein und Wollen der Menschen. Das Bewußtsein und Wollen der Menschen wirkt wiederum auf die materiellen Bewegungsgesetze. Es bestehen Wechselwirkungen zwischen den Grundursachien und den Zwischenursachen.' Das Denk- vermögen bringt der Mensch als natürliche Anlage auf die Welt. Wie er aber denkt, das hängt ab von dein gesellschafj. lichen Sein des Menschen. Das Proletariat muß als dazu berufene Klasse bewußt inif die Entwicklung der Geschichte der Menschheit einwirken. Dann besteht die Gewähr dafür, daß die kapitalistische Kultur nicht zusammenbricht, um dem Barbarismus zu ver» fallen, daß sie zu einer höheren Kulturstufe, dem Sozialis- bius, emporgeführt wird. Die weltpolitischen Ereignisse sind un? durchaus keine Ueberraschungen. Ebensowenig vermögen sie uns in Ver- wirrung zu setzen oder aus dem Gleichgewicht zu bringen. Denn alles, was wir an Krieg und Revolution erleben, haben alle die kommen sehen, die nicht mir dem Namen nach, sondern aus wissenschaftlicher Erkenntnis und innerster Ueberzeugnng Sozialdemokraten sind. Das ist das blei- bende große Verdienst eines Karl Marx, daß er die Trieb- kräfte und Bewegungsgesetze der Menschheitsgeschichte eut- decht hpt. daß er uns.sähig gemacht hat. die Vergangenheit zu erforschen, die Gegenwart zu verstehen und die Zukunft vorauszusagen. So wissen die wissenschaftlich geschulten Sozialdemokraten, daß die Veränderungen der ökonomischen Grundlagen der menschlichen Gesellschaft Ursachen von so- zialen Revolutionen sind. So wissen wir aber auch, daß nicht jede Umwälzung des geistigen Ueberbanes der Gesell- schaft eine soziale Revolution ist. Wenn Maßregeln von den herrschenden Klassen getroffen werden, durch die der juristische und politische Ueberbau der Gesell'chaft im Interesse der herrschenden Klasse dem veränderten okonomi- fchen Aufbau der Gesellschaft angepaßt wird, dann handelt xs sich um Reformen. Umwälzungen des Ueberbanes der Gesellschaft sind revolutionäre Maßnahmen, wenn sie von bisher u n- terdrückten Klassen ausgehen, wenn diese unter- drückten Klassen die politische Macht erobern und wenn sie dann ihre Macht in ihrem Interesse benutzen, um durch die Umwälzung neue Verhältnisse zu schassen. Das sind die Aufgaben, die jetzt das Proletariat zu erfüllen hat. Reformen ändern nichts an den Grundlagen der kapitalistischen_ Gesellschaft, sie schaffen bestenfalls Erleichterun- gen für die Arbeiterklasse. Reformen sollen die Arbeiter ein wenig aufatmen lassen und ihnen das Joch der Lohn- sklaverci etwas leichter machen, damit die Arbeiter dem Kapitalismus freundlicher gesinnt sind und sich mit ihm ab- finden. Wenn also auf der einen Seite dem Arbeiter durch Reformen ein paar Brosamen von der Herren Tische Zu- geschanzt werden, um ihn zufrieden zu inachen und vom Klassenkampf abzubringen, so ist die Wirkung der Reformen aus der anderen Seite eine Befestigung der Macht der Ka- pitalisien. Darum dürfen die Arbeiter um ihrer Lebens- interessen willen nicht mit Reformen sicki genügen lassen, sie müssen revolutionär wirken. Das heißt, sie müssen das Privateigentum an den Produktionsmitteln in gesellschaftliches Eigentum umwandeln und aus den kapitalistischen Herrschaftsoinrichtungen, die im Begriff Staat zusammen- gefaßt sind, sozialistische Verwaltungsorgane machen. Es ist klar, daß sich Angehörige der besitzenden Klassen nicht an einer Revolution beteiligen werden, durch die ihrem Dasein als Besitzende und Herrschende ein Ende gemacht wird. Diese Revolution kann nur das Werk der Arbeiter sein. Die deutsche Koalitionsregierung setzt sich aus Reform- sozialisten und Vertretern der herrschenden Klassen zu- sammen. Wie einst Rom die christliche Lehre, so erklärt heute die deutsche reformsozialistisch-bürgcrliche Regierung die so- zialistische Lehre zur Staatsreligion, und Rom das Para- dies, verlegt sie die sozialistische Gesellschaft in die ewige Seligkeit. Sozialisten werden von Angehörigen der be- sitzenden Klassen nur dann in der Regierung geduldet, wenn sie sich vorher als Reformisten taufen lassen. Die Arbeiter sind in diesem Falle die Betrogenen. ES heißt also nicht so von ungefähr im Erfurter Programm, daß die Befreiung der Arbeiterklasse nur das Werk der Arbeiterklasse sein kann, und daß die Arbeiterklasse den Uebergang der Produktionsmittel in den Besitz der Gesamt- heit nicht bewirken kann, ohne in den Besitz der politischen Macht gekommen zu fein. Die Arbeiterklasse ist im Besitz der politischen Macht, wenn sie allein alle Macht in.Händen hat, und wenn sie demzufolge auch die Regierung bildet. Wenn die Arbeiterklasse in den Besitz der politischen Macht gelangt ist, dann haben wir die Diktatur des Prole- tanats. Der fromme Mann schlägt ein Kreuz, wenn er das Wort von der Diktatur de? Proletariats hört, der brave Resormsozialist schlägt an seine Brust und ruft: Herr Gott, ich danke dir, daß ich nicht bin wie die Unablssingigen! Die Reformsozialisten sagen, unsere Ansicht, daß die Diktatur des Proletariats für die Usbergangszeit vom Kapitalismus zum Sozialismus historisch notwendig sei, verstoß« gegen die sozialdemokratischen Grundsätze. Wir seien keine So- zialdemokraten mehr, sondern wir wären Bolschewisten. Die Diktatur des Proletariats ist weder ein« teuflische Erfindung boshafter Unabhängiger, um die Rbsormiozia listen zu ärgern, noch ein raffiniert ausgeklügeltes Schlag- wort, um die Kapitalisten zu schrecken. Die Diktatur des Proletariats ist auch nicht gleichbedeutend mit Terror. Wir sind im Gegenteil überzeugt davon, daß während der Diktatur des Proletariats angenehmere Zustände für alle Schichten»'.cd Klassen der Gesellschaft Vorhemden fein werden, als gegenwärtig, lvo der Terror der Weißen Garden herrscht. Die Diktatur des Proletariats ist ferner auch keine Forde- rung an irgendeine Macht und endlich nicht das Ziel des Be- frciungskompfes der Arbeiter. Die Diktatur des Proletariats ist ein Zustanid der mit dem Augenblick da ist, wo die Arbeiterklasse in'den Besitz der politischen Macht gelangt ist. Die Erkenntnis, von der historischen Notwendigkeit der Dik- tatur des Proletariats, ist so alt wie der wissenschaftliche So- zialismus. Die Frage lautet nicht Demokratie oder Diktatur. Sic lautet durch Diktatur zur Demokraie, und zwar zur s o z i a- l i st i s ch e n Demokratie. Bürgerliche und s o z i a l i- stische Demokratie sind Verschiedeue Begriffe. Reform- sozialisten bclen die bürgerliche Demokratie an. Sie erklären, daß sich in Deutschland infolge der Revolution die Demo-. krarie in einer nie geahnten Weise entfalten konnte: Deutsch- land sei die„freicfre Demokratie der Welt". Das ist der alte Köhlerglaube, der in der großen französischen Revolution von 17M die Welt dutch die demokratischen Schlagworts: Frei- heit! Gleichheit! Brüderlichkeit! zu erlösen hoffte. DaS ist der alte Aberglaube der utopistischen Sozialisten und phi« lan tropischen Weltverbesserer, nach? dem die soziale Frage durch Verfassungen oder Gesellschaftsverträge gelöst werden köirnle. Wo ist hier auch nur eine Spur von dem Kern deS wissenschaftlichen Sozialismus, daß die wirtschaftliche Befreiung der Arbeiterklasse, die Aufhebung der Lohn» sklaverei, die Grundlage jeder Befreiung bilden muß? Solange es Kapitalisten und Proletarier gibt, gibt es für die Arbeiterklasse auch in„der fteicsten Demokratie der Welt" keine Freiheit. Politische Frei- heitsparagraphen sind leere Formeln, solange die wirtschaftliche Freiheit fehlt. Die sozialistische Demokratie, die allem für uttS in Betracht kommt, setzt die Vergesellschaftung des Eigentums au den Produktionsmitteln voraus. Das ist nur durch die. pro- letarische Revolution zu erveichen. Wenn also jemand sich als Demokrat bezeichnet, dann ist die Frage zu stellen, ob er für die bürgerliche oder für die s o z i a l i st i sch e Demokratie eintritt. Wer der bürgerlichen Demokratie anhängt, verzichtet auf die vroletarischs Revolution, der ist im besten Falls Resormsozialist. Ae Segle des Herr» IM. i Der Reichsverkehrsminister hatte am DierStazj vormittag die Vertreter der Angestellte nderbände per Eisenbahnen. die Vertreter der Technik, der Wirtschaft und der Presse zu einer Besprechung über da» Reichseis endahngeseh in da» Hauptgebäude deS Potsdamer Bahnhofs eingeladen. In seiner EinleiwngSrede glaubte er sich gegen den Borwurf verwahren zu müssen, daß mit SchnellzugStempo eine Rücksprache mit den Sachverständigen«nd den Vertretern der Wirtschaft und Technik geführt«verdcn sclle. Gr erklärte zu seiner ErUschuldiyung, daß die Vorarbeiten nut dem Eisenbahnstaatsvertrag so schwierig und umfangreich wären, daß sie die volle Arbeitskraft des Reichs- vcrkehrZministcrium» in Anspruch nähmen. Deshalb hätte man Besprechungen mit Vertreter» der Angestellten der Technik und Wirtschaft nicht führe« können. Daß der Minister mit diesen Ausführungen die eigene Unfähigkeit zur Durchführung eines so wichtigen Vertrages dokumentierte, schien ihm nicht bewußt z.» werden. Es soll aber in demselben Tempo weitergehen. In einer! vierstündigen Sitzung will der Minister die Verständigung zwischen all den Vertreter» der Technik und Wirtschast, der An- gestellten und der Presse im Reich? Verkehrsministerium über den Staatsvertrag herbeiführem. Er will weiter diesen äußerst wich- tigen Vertrag in de r5tattonalversammluiig noch zu allen drei Lesungen bis zu Ende de» Monat» durchpeitschen. Die ganzen Ausführungen be» riefe», daß es dem Reichs« verkehr« Ministerium jetzt höchst unsympathisch ist, wenn in der Oeffentlichkeit über den Vertrag diskutiert werden sollte. Auch die AuZfühciingen de» zweiten Vertreters des Rnchsvmchrs- Ministeriums, des Geheimen ObecregievungSratS S ch l e- s i n g e r, der den Staatsvertrag näher erläuterte, gipfelten iir dem Wunsche, der Vertrag müsse angenommen wer- den. Die ganz« Veranstaltung bewies, daß das ReichSvcrkehrS- Ministerium versucht,«ine Diskussion über den StaatSvertrag irt der Oeffentlichkeit nach MöAichkeit zu verhindern und der Be- völkermtg den fertigen Bertray anfoktrohisren will. Die Presse,, wie die gesamte Oeffentlichkeit und die Nationalversammlung werden gcge««in solches Verfahre» der Umgehung der öffent- lichen Meinung anfs schärfste Einspruch erheben müssen. Auf den StaatSvertrag selbst werde» vtr in dc» nächsten Tagen«utz« führlich zurückkommen. 24) Der Sternsteinhof. Roman von Ludwig Anzcngruber. Die alte Kleebinderin schüttelte öfter den Kops, wenn fie an manchem frühen Morgen den Schnee, der über Nacht gefallen war, vor der Zinshoserischen Hütte rein, gegen den Bach zu, weggefegt sah, während er andere Male bort Tage über gut liegen hatte, aber sie dachte nichts Arges; derlei Wunderlichkeiten bestätigen nur,>vas ihr s?i>t langem fiir ausgemacht galt, daß es in den Köpfen der Nachbarslente nicht ganz richtig sei. Auch die alte Köthel auf dem Sternsteinhofe schüttelte den Kopf, aber sie dachte dabei Arges und eines Tages nahm sie sich das Hegz und zog den Bauer zur Serbe und fragte: „Wirst nür's int für übel nehmen, wenn ich dir was !ag?" „Kommt darauf an, was's sein wird," entgegnete er. „Red'! Fiir's Uebelnehmcn kann mcr doch ntt zum voraus einsteh'n." i „Dein Sohn soll's mit Einer von da unten halten." „So? Könnt' ja sein. Laß ihm die Freud'." „Aber bedenk'st denn auch?'s is doch sündhaft." «Laß dir was sagen. Da heroben af mein' Hof schau' sch as Zucht und Ehrbarkeit, wie mir zukommt, und unter mein' Augen leid' ich kein' Lotterei und kein' schandbar'» Verkehr; aber für das, was sich etwa Ein's auswärts, hinter mein' Rücken beigeheu laßt, Hab' ich nit aujz'kommen! Mag's Knecht, oder Dirn, oder mein leiblicher Sohn sein, 's is dann Jed'm sein' eigene Sach' und verwegen mag er sich auch abfinden, mit ihm selber, mit'm Andern, was mit- hältst, und mit'm Beichtvätern." „No nimmst mir's halt doch übel, daß ich g'red't Hab'." „Gar nit.'s war reckst, das d' red'u, was&' Weißt: über ich weiß von nir, und chn stund' mir's Reden übel.au." „Aber schau, könnfst nit daraufhin den BuD'-n doch ins Gebet nehmen?". i „Daß ich vor ihm dasteh' wie ein Narr, wann er nur s MwG! Wiv dKMÄ'.jch Leber, Mia ab; ijf. LMM. der Sach', dann kommt er mir schon von selber. G'fcheh'ile Sünden deicht' t rnvr'm Pfarrer und g'machte Dummheiden 'm Badern." „Dann könnssS etwa z'fpät fein." „Zsspät? Möckst' ivissvn, in welcher Weis?! Wie tief er sich auch einK'dassen hpbon mag, dafür könnou wir auf- koiumen." Der Bauer ichlny mit'der Rechten an die Stelle, wo«r an Markttagen den Gelbguvt trug.„Und auf das, was er sich etwa! sonst im' Kopf setzt, da gib doch ich nix?! Ntt so viel!" Er schnippte mit den Fingern und schritt sprettbeinig über-den Hos. IX. Je näher der Fasching kam, desto nachdenklicher zeigte sich der Zwischenbüheler Wirt,«nidlich nmßte fem'besorg- lichqI Wesen auch der Wirtin auffallen'. „Vater." sagte sie,„ich merk' dir schon Irntzg an. dir will was ntt recht z-ufammengeh'n. Was hast denn?" Seine Stirne belvölkte sich noch mehr..,,„Mutter," seufzte er,„meine Ahnnngien halb' ich." „Jesrusl Es geht dir doch mt vor, daß Eins von uns versterben sollt'?" „Das verhüt' Gott! Nein, darauf Hab' ich kein' Gedanken. Schaden furcht' ich. Du weißt, af der letzt' Kirch- weih is kein Was zerschlagen worden, außer wie in Unachtsamkeit. tvas mer nachhor bei der Zech mitanuMkreid't hat, kein' Zaun haben's umgebrochen, kein' Sesselhaxen ausg'drcht, alles is glatt und schön sauber verlauft»." „Gott sei Dank, ja!'s wird dir doch nit leid sein, daß dösmal ntt g'tauft wond'n is?" Der Wirt schüft elte bedenklich den Kopf.„Hast du's d' Jahr' frer, die wir fcto as der Wirtschaft sitzen, nur einmal erlebt, daß's ohne Rauferei ab'gcm-ge». war'?" „Dös nit,'s is jedmal«'rauft word'n." „No eben, so hoben sic'S letzt' Mal a G'legenheit zum Austosen versäumt, und was nit rechtKeit kommt._ das kommt nachträglich nur arger! Hitzt word'n l" bei dö Arschiiig- Streitigkeiten's Zstuckderhaltsne einbringen woll'n und dabei doppelt Hausen, und wann ss drüber mein g-anz' JtoöMfc» Wwüsftn, fe is«Mr PM a Mx Schlimme Ahnungen haben vor guten die wem!« cmp- fehleicde Eigenheit voraus, daß sie Men trügen. Ein Gewitter braut Wohl länger in der Luft, als einer! denkt, der die Wölben rasch cm? Hinnm'el heranziehen sieht, Wer weiß zu sagen, von welch' cntf ernten Mooren- Weihern, Seen und Flußstrecken eS ftine Kräfte an sich ge- sogen und mählich zurecht gemacht? Man spricht zivar ofk noch bei klarem Hinmiel davon, daß ein Wetter kommen werde, man hat auf Vögel, Spiunen und Pflanzen achten gelernt, aber wenn es da ist, mit seinen rollenden Donnern und slaunnenden Blitzen, dann wirkt es doch, trotz alle« Worhersage, wie ein Unvorgesohenes. Es mag mmereimk kliiMn, aber nur zu oft Host.sich, tvaS in dieser Welt wie urplötzlich hereinbrach, langer Hand vorbereitet. Das gilt von blutigen Völkerschlachten, wie von weniger erschüttern- den WrtLhauZkeilereien, Der Tom' von» Stenisteinhof fiihlle sich durch sein Verhältnis s.u Helenen immer mehr gedrückt und ge- demütigt, nicht weil es ein heimliches war, hätte ein solches lallein Mörschel? ihm und der Dirne bestandeil, er würde sich's gerne eine gute Weile über gefallen lassen haben» aber daß sie jeden Verkehr mit ihm im Umgangs mit einem andern ableugnen und diesen durch freundliches Bezeigen bei gutem Glauben erhalten sollte, das schien ihm je länger, je schwerer zu vertvinden. Zwar lachte man in der Zinshoftrschcn Hütte über den Eiser, mit welchem die Kleebinderin darauf drang, daß noch dieftn Fasching alles richtig werde, als ob die Alte an ihres Sohnes Matt das Mädchen tjeimten wollte, und mau war um den Grund nicht verlegen, der einen Ausschub forderte und rechtfertigte, mau brauchte nur das geringe Alter Hclenens vorzuschützen, diese war ja wirklich erst siebzehn vorbei; aber dos war schließlich doch nur aufge- schoben und nicht ausgehoben, und die Beziehungen des Herrgattlmachers zu der Dirne blieben nach wie vor die- Helbcn. Toni dmng immer ungsstümer daraus, daß Helene. wenn sie ihlsi vprstraue, ganz mit dem Muckertz hmheir solle. iWiträ/ar � Vl-il' evksche 160. An. ct. D. Marin en W Mß � fv- to i 4 Sitzung. Di-nStag, den IS. Aprik. Auf dcr TogeSmdnnmg ftrheu zunächst 4 0 kleine fragen, die meist schon mehaere Wochen alt sind. Abg. Knnert(U. Soz.) verweist derauf, daß Major W c b e r nach echerier Aussage im Kesseipoo�est die Flucht l-zhs bcgüi'i igt Hab«. Tie Regierung erklärt, das; Weber it feinem in ilibäri scheu Verhältnis mehr steht, also der bürgerlicher AerichtSbari il unterworfen sei. Erhebungen seien im Gange. Cs folgt die Besprechung der RsgierungserNKNMg. Mg. Bayer(Dem.) erNSct sich mit den AuSsnhrungcn de» ««ch.-ianzler» einverstanden. Nach Scheitern aller Vermittlung». derfuche'nußte zum Schutze der friedlichen AeMHerung mit fester Hand zilgegriifcn werden. Unserer Reichswehr danken wir(mit «rhoi-encr Armine) für die Selbstbeherrschung, deren sie bedarf, NM das n• auneine Vertrauen des Voltes zu erhallen.(Lebhafter Beifall.)'Vir treten dem Reichskanzler darin bei, dag jede Art Rebenrr.ucruns zurückzulveiftn ist. Ter Reichskanzler hat mit sinnen Ansführrmgon selbst die Grenze festgestellt, die zu über- schreiten die demokratische Fraktion Seiner Regierung, der sie an. gehören wird, je gestatten wird. Mürmijche Zustimmung bei den Demokraten.) Wg. H»Z(Toz.1: Auch meine Politischen Freunde können sich km wc.'ent.:che» mit den Ausführungen des Reichskanzlers ein- derAanden erklaren. Es entspricht durchaus den Anschauungen des arbeitenden Volkes, dag das ganze Unheil nno Elend, das wir durchzumachen hatten, der Schuld der Äapp und®e. ■no ff c u entspring 1(Sehr richtig I bei der Mehicheit, Wider» tzirnc?) rechts), um so mehr, als die Rechtsparteien es so hinzrostelstn versuch.",!,. a!S ab alles, Ivos wir hinter uns haben, nur ein Werk des EparKÜsnulS sei. Gegen eine solche GesthichtSsälschung haben wir unS im Interesse der öffentlichen Ordnung mit aller Eni- Wedenheit zu wehren.(Leohaser Beifall bei den Soz.) Wir waren aus einem eosreulichen Wege des AusjchwuitgS, wir waren dazu gekommen, dag die Be rga rbe iie xschs st die Erfüllung ihrer Forderungen ver'.a>te im Interesse der Allgomoiahsu, dag sie sich trotz der miserq'blen Ernährung bereit erklärte, Uederschichten zu machen, wir waren dazu gekommen, die Kohlenförderung arbciis täglich auf über S00 000 Tonnen zu stei» «ern, die Eiserckahn war in der Lage, täglich schon SS bis SS 000 KJoaen zu stellen. Auch die Eisenbahnen hatten sich auf unsere Vorstellungen hin bereit erklärt, U eberstunden zu verfahren, um dem Bergbau und den andern Industrien zu helfen. In diesem Lsrfrühling unseres Wirtschaftsleben» platzte nun wie ein Hage, der Putsch der Herren Kapp und Genossen.(Sehr richtig bei der Mehrheit.) ES Sann nicht oft und scharf genug die Blutschuld der heimlichen und offenen Kappisten an dem, was wir erlebt haben, Hervorgehoben werden.(Erneute Zustimmung.) Es kann auch Dicht scharf genug hervorgehoben werden, dast wir alle die Tat» fache, dajj wir hier noch sitzen, nur der kräftigen mutvolle» Ab» lwe'hr der Arbeiterschaft verdanken. Wir haben erlebt, daß a-uS diesem DerfaffungSkampf allnmh- tlch ganz i-m logischen Verlauf der Dinge sich die reinst« Anarchie entwickele. Man mutz aber Protest dagegen erheben, dah be- hauptet wicd, die Kamp senden seien nur Anarchisten und Sparta« fisten gew'esen. Als die Bevölkerung gegen das provokatorische Vorgehen der Putschisten sich erhob, da waren nicht nur Sozia» listen, sondern auch Anhänger der Christlichen Geiverkstltaflcn und anoerer Parteien dabei. Das Niederwerfen des Kap.p-PutfcheS wöre nach meiner Nkeinung ohne Benutzung der Mordwaffe mög» Sich gewesen. Wir hätten die Macht gelhabt, Kapp und feine Ge» feilen auch so vollständig zu Boden zu werfen und ich bedaure, daß eS noch darüber hinaus zu Blutvergießen gekommen ist. Fch bedauere es um so mehr, weil dadurch erst recht die Stimmung in der Bevölkerung entstanden ist. an denen Folgen wir noch lange ru tragen haben werden. ES ist nicht zu bestreiten, daß«» nicht dazu gekommen wäre, wenn von allem Ansang an die millitäri- fchen Führer sich ganz unzweideutig auf den Boden der Reichs» Verfassung gestellt hätten.(Sehr rstlstig!) Die Entstehung der Unruhen«ilärt sich aus dem Wirrwarr der Nachrichten aus Ber- sin und nicht zuletzt durch die bewußt ir r ef üh re n d e.n Nachrichten des W.T.B.(Lebhafte Zustimmung bei den Soz.) Daher wußte die Arbeiterschaft nicht woran sie war. Hätten wir an, Montag oder Dienstag bereit» gewußt, daß Kapp erledigt war, niemals wäre es zu Blutvergießen gekommen. W. T. B. trägt daran ein gerüttelte» Matz von Schuld.(Sehr richtig! Zuruf bei den Soz.: Werkzeug der Reaktion I) Wir haben dann versucht, und da» ist im wesentlichen daS Verdienst de» Reich»» koimnissar» und jetzigen Minister» des Innern Severing, in BreZeseld et» Abkommen mit den Führern der kämpsenbra Parteien ■3 treffen, um dem Bludvergietzon Einhalt zu wn. Dieses wurde aen Lt. März abgeschlossen und sofort in den alten foz!olgemo.ra. iischen Bezirken südlich der Ruhr, im Wuppertal und im Bergi» fchen Lande anerkannt, sogar von den Unabhängigen. WS aber iie Bewegung erst einmal in daS Gebiet nordwestlich der Ruhr am Niederrhein hinüberkam, da kam da», wa» jeder.Kenner des Industriegebietes voraussehen mutzte, da glitten den Führern die ZügÄ aus der Hand. Es ist daS BechängniS der Unabhängigen Partei, daß sie diese Zusammensetzung der Arbsitorschaft bei ihren Aktionen nicht berücksichtigt Hat. Diese Elemente sind nicht sparta- H stisch und kommunistisch, sondern das sind Elemente, die die Waffe ergreifen, um sich zu bemchem. Einzelne Auslassungen der Unabhängigen beweisen, datz diese die Lage Kar erkannt Heben; sie schieben die Fortführung des Kampfes allerdings auf Epitzn. In der Tat wird bei einer gründlichen Untersuchung festzustellen fein, was für Glemrente«S gewesen sind, die nach dem Fibschluß des Bielefelder Abkommens den Kampf noch fortgeführt 'Hebe;,, rndem sie die Bollzugsrät« zum Teufel jagten und mit tem Tode bedrohten. Alle Parteien fetzten alles daran, den Kampf abzubrechen, wie kamen da diese gelben Elemente'dazu, den Kampf fortzuf"'.««! Der Diktator von Duisburg Namens Koch war « i„'er d er Führer der Gelb« n.(Lebhaftes Hört, hörtl) Das sind Erzeugnisse der kapitalistischen Erziehung, nicht die unseriaen, denn wir haben weder die Schule noch die Kirche«n der Hand. Sehr rchtig! bei den Soz.) Hugo DelveS, der die Sitten Soldaten aufforderte, allen Bonzen mit dem Lkd Iben den Schädel e i n Zuschla g e n, ist ein Mann, der sich in allen EnlwidllimMadien Herumgetrieben hat, Gelber, Streidbre6-er, Geist von Ihrem(nach rechts) Geist. Nicht nur Mehi'heitssozialistem, nicht nur Bürgerliche, auch Dertretor der Unabhängigen Parts? und Kommunisten haben an Severing de» p-sih'ert, er tolle Militär einrücken lassen, um die Bevölkerung vor dem Gesindel zu schützen. Es ist nicht zu bestreften, daß der Einmarsch de? Resi' Avehr ein Gebot der Rotwendigkeft war. Und es ist dum«! eine nugehe-ueMhi Dat der französischen Regierung, daß st.' darausA» Ihre Truppe» in das Maingcbiet einmarschieren ließ HLelchajier Beifall.) mit dem Ansbruch des Generalstreik» rechnen kann.(Lebhafte Bewegung und Zustimmung.) Es ist ein Skandal, daß man ß PolkSveri-etern das Recht abzusprechen, kiSng hcirchznfetze». Für h««.- der der Nnfforks» r u n z Ii i ch t s o l Z t, ist ketne Strafe z« hart. > Wird dn» Sieudrecht nicht aufrechterhalten, dsnn brauchen wir einen Erfas(Große Unruhe.) Dieser Ersatz ist gegeben in Ruhrrevier nicht notwendig zu machen. Aber schließlich laußerorbeini-ben Krwgszer chien, zu denen auch Zivilisten in herrschte Anarchie, jeder AbschnittSkvmmandeur befahl nach eige»! größerer Zahl zu-.ezogen werben können. Eine starke Polizei nem Ermessen, die Vertreter dcS Zentralrats und der Vollzugs»! muß dafür sorgen,' datz alle verdächtigen Ausländer rät« mußten flüchte� wir haben Todesurteile a uch ge gen-p« s tigt' werden. Wir wollen leine Gesin» Unabhängige gesehen. Inwieweit bei dem Vorrücken der i nu n gssckn ü ff e l>. i in ber Reichswehr. Ich beabsich» Reichswehr die Abkommen von Bielefeld und Münster eingehalten i„ichi, von der Koalinon abzurücken, ich will sie im Gegenteil worden sind, wer kann das in diesem Augenblick feststellen? Jchistärlen.' Die Diktatur von rechts wie von link» ist der Too de» gebe gern zu, datz in einzelnen Abschnitten die Reichswehr cat.. Augenblicklich droht die Gefahr von gegen den Abmachungen vorgerückt ist. Aber unzweifelhaft steht fest, und ich berufe mich dafür auf daS Zeugnis dcS Abschnitts- i■ kommandanten von Gelsenkirchen, daß in der Tat am Sonimbend �egen sich link s(Unruhe bei den Soz.) Der Vorstoß Leniens einen acht Punkten und die Forderung Molkenbuhrs be» ; lau vor Ostern noch zu Hunderten Rote Gardisten gegen den Be'ehl des Zcntralrats handelten. Es ist gewesen wie im Kriege: Die! Fronten haben sich ineinander verbissen und konnten sich nicht von» einander loslösen. Und nun kommt die Frage nach dem bekannten ersten Schutz; das läßt sich nie feststellen. Jedenfalls mutz auch festgestellt werden, was an den Gerüchten über standrechtliche Erschießungen und über Niedermetzeinngen von Reichswehrsoldaten Wahres ist. Was für ein Schaden Deutsch» land durch die Tatarennachrichten im Auslände zugefügt worden ist, werden wir noch bei anderer Gelegenheit zu besprechen haben. Ich wünsche nur, daß die Untersuchung, die über die schaurigen Vorkommnisse im Ruhrrevier angekündigt ist, streng unparteiisch vor sich geht, und datz sich auf beiden Seiten in diesem Augenblick, wo der Kampf ruht, auch das Gefühl einstellt, n der Richtung auf bie Diktatur. Unser« Frattivn ist einmütig in ber Bekämpfung jeder Klassenherrschaft und jeder Nebonregierung.(Lebhafter Beifall im Zentrum.) Reichskanzler Müller: An den Sogialisierungsvorlagen heben wir die ganzen Ta- rbeitet. Alle Vorlagen zu erledigen, läßt vielleicht das Prc •ea gramm d es darf keine Rache Geübt werden. ihre Wahlparole Isi Jowohli Sie sehen, wie es Ihnen anhaltende Unruhe rechts.) kommunistische Gefahr zu l war im Ruhr-! Parole von der bolschewistischen Gefahr t Je it. ab zu- j � j>e( j,i€ Koppleute ihren Rückzug an ruhigen Arrest �rdrechen vor dem deutschen Volke zu Tage Pro« s Hauses doch nicht mehr zu; oder das Haus wird seine Tagung etwa» autdehnen müssen, weil die Vorlagen sonst nicht mehr durch den Rcichkrat gehen können. Wenn der Ääpputsch nicht gekommen wäre, dann wäre es ein Kinderspiel gewesen, jeden kommunistischen Putschversuch niederzuschlagen.(Lauter Wider- sprach rechts, große Unruhe.) Kapp, fern e Hintermänner und die» jenigen, die ihm zugejubelt haben, sind schuld daran, daß Deutsch» land in solche Zustände gekommen ist.lÄbg. Lavercenz: Das ist ' wenn Sie Kapp decken, dann werden eZ M-nen bei dieser Wahlparole geht.(Große anhaltende Unruhe rechts.) Der Vorwurfs Trimborns, daß ich die kommunistische Gefc'r zu optimistisch einschätze, ist falsch. Die war doch nur die Parole, antreten wollten, um ihr vor dan deutschen Volke zu rechtfertigen.(Beifall Ir.-f», Unruhe rechts.) Für den R ä u b er b a u pt m a n» Holz kann' man wirklich keine politische Partei ver« antwortlich mache n.(Große Unruhe rechts.) Gegen ihn konnte die ReichSregiernng erst in dem Augenblick Militär zur Dersügnug stellen, wo die sächsische Regierung es verlangte. (Widerspruch rechts.) Wir sind leider noch nicht in der Lage gewesen, mit den nötigen militärische» Machtmitteln gegen die Gefahr von rechts vor- zugehen. Tie Baltikuuitruppen auf den Gütern in Pommer-, und Schlesien können uns jeden Tag wieder die unangenehmste!» Nsberrafchungen bringen. /Sckhr richtig! links.) Die Ausführung»- bestimmungen der Generale zum Bielefelder Abkommen wäre» praktisch undurchführbar. Ob in einem Bezirk eine militärische Aktion notwendig ist, das mutz beim Bürgerkrieg noch mehr beim Kriege draußen von de? Zivilreslerung entschieden werben. Wir haben ganz allgemein verfügt, daß jetzt die vollziehend» Geivalt wieder auf die Oberpräsidenten übergeht und nur ftrrfis r» rM/�rfav»(Y> J.: jr,« ff errs»(irt �itn: III Die allgemeine Beruhigung muß jetzt durchgeführt werden. fEehr richtig! bei der Mehrheit.) Nur im alleräußersten Notfall darf die bewaffnete Macht eingreifen. Dieser Fall war im Ruhr gebiet gegeben, aber jetzt ist es an der Z bauen/ wir müssen wieder zur Arbeit, zur kommen.(Sehr richtig! bei den Soz.) Die Herren, die zu Kapp standen, haben kein Recht, Anklage gegen die Aufrührer nn Ruhr- gebiet zu erheben, denn ohne jene verbrecherischen Taten der Kappisten Hüsten wir die Wirren im Industriegebiet nicht be- kommen.(Lebhafter Beifall bei den Soz.) Es ist ja möglich, daß einige Kommunisten bereit standen, vielleicht auch«in paar Hunderte, oder Tausende, aber tue Gelegenheit, einen solchen Ein- slntz auf die Bevölkerung zu gewinnen, haben diese Elemente mir den Kappisten zu verdanken.(Erneuter lebhafter Beifall bei den Soz.; Unruhe rechts.) An das Märchen von den vielen russischen Offizieren glaube ich allerdings nicht. Ein Vertreter der däni schon Presse sagte mir, daß er im Bureau des Zentral» rat» zahlreiche slawische Gesichter gesehen und slawische Laute ge- hört habe. Das ist ganz erklärlich, denn die Bevölkerung! des RnhrgebieteZ besteht zu einem Drittel aus slawischen Arbei'.ern. Ich vermisse in der Rede des Reichskanzlers eine klare Mittet- lnna darüber, in welcher Weise die Kappisten zur Rechenschaft gezogen werden.(Stürmisches Sehr richtig! bei den Soz.) Tie Arbeiterschaft ist außerordentlich beunruhigt durch die Beobachtung, daß die Regierung bisher noch nicht tnst der gebot«r>en Schärfe giegen Kapp und seine Genossen, die offenen und die heimlichen, vorgegangen ist. DaS fft die trtfbiFste Erklä- rung dafür, daß in weiten Kreisen der Arbeiterschas leine Nei- gturg besteht, di-o Waffen abzugeber. Es werden geiadegu Nachrichten zur Beunruhigung der Arbeiterschaft und anderecseitS der Truppen erfunden. Dahin gehört die Ente, von der Bildung einer neuen Roten Armee. Severing verdankt die rheinisch-westfälische BevSlteetrnz in erster Linne, datz ein noch vieil grössere» Blutbad vermieden worden ist, well er nrmitrdn verlogener Berichterftasirtng illcht aus der Ruhe gebracht worden ist. Um so schärfer muh man den»Münsterischcn Anzeiger" und andere ZentrttmSb'Stter verurteilen, die immer noch gegen Seve- ring hetzten. Da sagt man sich doch: Gehört daS Zentrum denn überhaupt noch zur Koalition?(Große Un- ruhe im Zentrum.) Die Bergarboiderverbände baden ein muster» Haftes Befcnninis zur Demokraiie abgelegt. Ihre Stellung zur Einheit Deutschlands ist gleichfalls einwand-fre:, was man vom westdeutschen Zentrum nicht behaupi-en kann. Das Gerede von der Nebenrcgierung ist gänzlich haltlos. Das Volk stellt sich die Enitwicklung wesentlich anders vor, als sie bisher verlaufen ist. ES ist von einem starken Drang nach Beseitigung! des Privat- kapikalisinuS erfüllt. Ueber die SozialisierungSabsichen mutz daher bessere Aufklärung verbreitet werden.(Lebhafter Beifall bei den Sog.) Der Arbeiter weß, daß der Kappiftenputsch ohne starke kapitalistische Mittel nicht möglich gewesen ist. Deshalb will das Volk erfahren, was gegen die Großindustrie unter- nommen werden wird. Was will die Mgierung tun, um den IXebergaWg unseres JndustrielbefitzeS in ausländifckx Hände zu verhindern. Die Kapitalisienpresse hat sich gegen die Beteiligung des Reiches an der Industrie als Sozialisierung von hiniiertherum gewendet. Der Veräußerung der deutschen Industrie an das Ausland sieht sie ruhig zu. Wann wird die Regierung die Sozialisierung des Kohlenbergbaues in di« Wege leite es mutz aber auch �_ auf republikanischem Boden steht. Ebenso«mutz dafür gesorgt wer» den, daß das Ausland die Sicherheit erhält, datz wir nicht jed» Monat einen neuen monarchistiichen Putsch bekommen. Diese Sicherheit besieht heute noch nicht. Im Interesse des deutschen Volke» mutz es heißen Die Waffen Niederl(Lebhafter Beifall bei den Soz.) Abg. Trimborn(Zentr): Kein Mensch, der seine fünf Sinne«ripfaitgen worden seien, habe ich schon heute früh als einen noch bei'som-men hat, Zcmn fllamfren, b-afe wir mit&er Reichswehr! glatten Schwing! zurückweisen muffen.(Hort, Hort!) � einen Angriff aus Frankreich beabsichtigten. Aber Frankreich-. Reichs; ustutmintster Dr. Blunck: Gegiut dte �ochuerraier Kapp will eben Deutschland nicht zur Ruhe kommen lassen. Die ande»; und Genossen hf en dm Steckt, nere Belohnungen auf cen OTiiertcn werden, eine solche Politik nicht mitmachen. SBiti*1!„ cu�e■ müssen die Reichseinheit un'et dien Umständen aufrechterhalten, ganz außerordentlichen Fällen Reichskommissare in einzelne Bs« zirke geschickt werden. Das Preußische Ministerium würde es zwar gern sehen, wenn Severin,, sein Mimsterium übernähme; äugen- blicklich ist er aber im Ruhrgebiet wichtiger. Bei einem zweiten Versuch eines ähnlichen Abenteuer» wie des Kapp-Lüttwitz-Putsches wird der Gene- ral streik mit derselben Heftigkeit einsetzen, ganz gleich, ob«ine Parole dazu ausgegeben wird oder nicht.(Stürmischer Beifall links.) Die reaktio- nären Offiziere müssen sich darüber klar fein, welche Rolle sie in einein demokratischen Siant spielen können. Der Verfnch. ein« Militärdiktaiur auszurichten, würde nur zum Ruin der wirt« schaftlichen Kraft des Volke? und des ganzen Reiches führen. Darum sollten die Reaktionäre nicht mit einem solchen Gedanken spielen.(Anhaltende lebhafte Zustimmung, große Unruh« rechts.) Ein« Nebenregierung der Gewerkschaf- ten ist niemals in Erscheinung getreien. Auch Einflüsse von sozialistischer Seit« auf die Entscheidungen der Regierung, von denen Trimborn gesprochen bat, sind nicht eingetreten. Die Mitglieder der anderen KoalitionSparteiel» »erden mir bestätigen, datz die Entscheidungen ohn» P a r t e i r ü ck s i ch t e n gefällt wurden.(Minister GieSbertS, der auf feinem Platz im Haufe sitzt, nickt lebhaft zustimmend.) Die Regierung kann die Truppen, wie«» Trimborn verlangt hat, südlich der Ruhr nur einmarschieren lassen, wenn sie sich über- zeugt hat, daß weiteste Kreise mit diesem Verfahren cinver- standen sind. DaS trifft aber nicht zu. Abg. Lattmann lDnat.): Der Reich-Zkanzler hak eine nackt« Agttaüonsr-de gehalten.(Sehr richtigl rechts.) Wir find am Kapp-Putsch nicht beteiligt gewesen. Die bolschewistische Gefahr ist sehr grost, das ist vom rheinischen Zentrum und auch vom.Berlin«» Tageblatt" anerkannt worden. Russische und polnische Juden spielen bei den Kommunisten eine große Rolle. Man soll das Ver- Auch die christlichen Gewer!- Straße, sonder von"den Interessen des deutschen Volkes leiten lasse. Durch die Vernichtung unserer mili.äriichen Ptachtmittel sind wir zu Sklaven geworden und können die Rechte des Volke» nicht mehr wahren. Der bolschewistischen Gefahr gegenüber darf es keinen Parteiunierschied geben.(Betfall rechts.) RoichZwehrmintster Dr. Olehler: Die Behauptung Lattmann». daß die Abordnungen bayerischer Truppen von der Regierung nicht —-------— 1|---•- j*— heute früh«l o».—■-.-- a| oci orn.,.ouimuni)i€n eine grone moue.»INN f*1 n-»..... �—'> �--------- �cu�v» Atelierirt« ,bat bas Alleräußerste aetan. um tan TrupLevemStUM[faaj&l. M föafflSfeä MMg Ä M* m&l Der Mg.� KgttMWn meiint. diz N?Mu?S.Ms Ma StSSA «uzulässig.) Diese Behauptung ist Herrn Laitmcknn selbstvor ständtich von einem Lügner auherhatb des.Hauses zugetragen »rorden. Negierung ist durch die Rechtsparteien über die Pläne von Lüttwitz nicht unterrichtet worden. iHSrtl Hört!) Bei dem Schriststelker Schnitzler fand sich ein vollständiger Organi» sat:onspie.u des Kapp-Pu tsches. Tort werden auch Maßnah- »nen f- st gelegt zuw Niederwerfung von General. streiis. Die Urheber des Putsche? wußten also, daß der Generalstreik das einzige Mittel war, da» dem VoUe zur AVweihr zur Verfügung stand.(Lärm rechts.) Die Herren von rechts waren über die Absichten des Herrn von Lütltoch unterrichtet und baben trotzdem der Keichsrcgierung keine Mitteilung davon gemacht. t Lebhafte» Hört! Hörtt bei der Mehrheit. Große Trreyung und heftiger Lvidcrspruch rechts. Einige Nog. der Reckten stürmen nach dem Redner ull. Abg. Schiele(Tirot): Da? ist eine Scham- i o j i g k c i t! Er erhält einen Ordnungsruf. Minutenlang Herr cht wilder Lärm im Hause, nur allmählich schafft her Präsident Ruh?.) Wer sich so verhält, und dann am IS. März ju den V-rpangen n.' t nur eine wohlwollende, sondern eine svm- xa:S>""— V--------!-'-.......- S: d.rspruch recht», andauernde Unruhe.) Die Regierung ist'ge. IT'..;;, bx Verfassung mi. allen Mitteln zu verteidigen.(Lebhafter Beifall bei d.r Mehrheit. Gelächter rechts.) Abg. Most iD. Vp.): Am 18. März habe ich in Duisburg gegen itapp gesprochen.(Lebhafch Zurufe.) Ich verbitte mir vertrauliche Zurufe, wie„lieber Freund".(Stürmische Heiterkeit.) -la'g. Most(D. Vp.I fortfahrend: Es ist eine Uebertceibung des..''z.ers, Äcrß der Putsch die Bewegung im Rnhrgebiet en.hac.a har, er hat nur zu ihrer vorzeitigen Entladung geführt. D l e � Ausrufung de? G e n e r a l st r e i k S war eine kopflose Nugeheuerlchkeit.(Große Unruhe links! Lärmende Zustimmung rechts.) Da.- Saus vertagt sich nur Mittwoch, 1 Uhr: Weitcrberatuna kleiner Vorlagen.— Schluß%a Uhr. An die Parteigenossen des Bezirksverbandes Berlin- Vrandeubilrg. Laut BefchluZ der Generalverfainmlung des VezirkJverbandeS Per?in-Brand-nvurg sind die Mitgllcdcr in Anbetracht der bevor- flehenden Wahlen verpflichtet, vom April ab für die Dauer der küahlperinde doppelte Beiträge zu zahlen. Es wird des- hall' gebeten, auf den heute stnttslndenden Zahlabender. die Bei- träge in doppelter Höhe zu leisten. Richard Herbst, TezirkSkassierrr. Ziechenschast. In unseren Organisationen herrscht ein kritischer QJdst: vandelt es sich nun um Partei, Gewerkschaft, Genossenschaft oder Rötebewcgung. Und das ist gut. Wir müssen von Zeit zu Zeit uns Rechen, chast geöen über Wege und Ziele, denen wir zustreben. Ueber die Art und die Form der Kritik, die heute beliröt wird, soll hier nicht geredet werden: sie kann herunterreißend, aber auch schöpferisch sein. Es wird ober put iein, von allen Seiten Rechenschast zu fordern, auch von dencn,� welche als Wühler der Parteifunktionäre In Frage kommen. Hierzu schreibt uns ein Parteigenosse: Als Nichtfunktionär erlaube ich mir, folgende Anfragen an die Wähler der Berliner Parteifunktionäre zu richten: Habt ihr a l l e r e st l o s eure Pflicht im verslos- senen Geschäftsjahr getan? Warum schwänzte ein bedeutender Prozentsatz von euch ständig die Zahlabende und Distriktsversammlungen? Habt ihr alle dazu beigetragen, daß der Organisation neue Mitglieder zugeführt worden sind? Hat ein jeder von euch mindestens ein Mitglied im Laufe des verflossenen IahreZ gewonnen? Ihr Wähle? habt zum größten Teil mit eurer religiösen Kinfwngemeinschaft gebrochen, Ihr besticht mit wenigen Ausnahmen nickt die Synagogen, evangelische und katholische Kirchen, um Buße zu tun für Sünden, die andere begangen haben, oder um euch zu erbauen. Warum seid Ihr nicht konseguent(im Denken zwar, aber nicht im Handeln) und trennt euch öffentlich von der euch fremd gewordenen kirch- lichen Gemeinschaft? Eure Kinder kann niemand zwingen, an dem Religionsunterricht teilzunehmen. Warum bringen nickt allevon euch soviel M u t auf, durch ein Zettel- chen die Kinder in der Schule vom Religions- Unterricht zu befreien? Seid ihr. Väter, auch ihr, liebe Mütter, euren Kindern in allem stets ein gutes Vorbild gewesen? Ihr Väiert Ward ihr stets bemübt gewesen, alle Schundlite- ratur aus euren elenden Wohnungen zu verbannen, und ward ihr stets erbötig und besorgt, daß nur gute, bildende, belehrende Literatur aus den Gewerkschafts- und Partei- bibliotheken in eurer Familie benutzt wurde? Viele von euch sind instinktiv, aus dem Gefühl heraus, zur Sozial- den' ikrati? gekonmren, habt ihr euch nun auch bemüht, theo- retisches Wissen anzueignen? Habt chr ferner verhin- der t, daß eure Kinder(ihr selbst doch nicht??) fleißige Besucher der Kinotheater werden konnten? Oder seid ihr selbst nie(solo) oder mit euren Frauen auf den vielen(zu dielen) veranstalteten Proletarier- Maskenbällen, Kostümfesten usw. als Märchenprinz oder Harlekin herumge- sprungon? Aus Liebe zu euren Ki«der.n seid ihr sicher auch einmal nur um zu schausn hingegangen. Vorausgesetzt, ihr habt stets euer leidliches Auskommen gehabt(die Masse der Erwerbslosen schaltet aus) und für den oben genannten Firlefanz nichts übrig gehabt, so seid ihr sicher einigemal mit eurer Frau in ein gutes Konzert oder Theater gewesen? Wieviel? In allem habt ihr euch doch so bewährt, daß ihr die höchsten An- sprücke an eure Funktionäre stellen dürft. Wer verlangt, daß der richtige Mann auf die richtige Stelle gebracht wird, muß selbst ein ganzer Kerl sein oder sich) Demiihen, ein solcher zu werden. Wer von euch kann mit gutem Wisse» einen Vorbild- lichen Rechenschaftsbericht vorlegen? Ich halte es für angebracht, ja notwendig, daß in den Zoblabenden all? Jahr einmal auch ein Rcchenschasts- beiickt von den Wählern verlangt wird. Was ich �..... 1"'- Bockbrauerei ihre Generalversammlung ab. Den Geschäftsbericht erstattete im Auftrage des Vorstandes Genosse Richard K ü t e r. Er wies u. a. auf die außerordentlich schwierigen Umstände hin, unter denen die VeviagSoenossenschaft ins Leben gerufen wurde und zu arbeiten hatte. Zwar hatten sieb gleich nach dem AuS- bruch der Revolution opferwillige Genossen gefunden, die daS erste Erfordernis, das damals nostoendig war und schon seit Bestehen der Unabhängigen Partei sich immer wieder lebhaft gel- tend gemacht halte, und zwar ein eigenes Blatt schufen. Jedoch es zeigte sich bald, daß mit den vorhandenen beschochenen Mitteln die an die Partei herantretenden Aufgaben nicht im entferntesten bewältigt werden konnten, und cS muhte deshalb versucht wer- den, die Parteipresse und Parteilitevatur mit größeren Geldmitteln zu unterstützen. Es wurde an die Ovferwilligkeit der Partei- genossen appelliert und zum Eintritt in die am lSV Februar ltzlS gegründete Terlansgenossemckiaft»Freiheit" aufgefordert. Wenn auch«in großer Teil der Parteigenossen a-uch hier van neuem wieder fein« bekannte Opfcrwilligkeit gezeigt hat. so ist doch leider gu konstatieren, daß der größte Teil unserer Pariei- genossen bisher den vielen Aufrufen noch nicht Folge geleistet und noch keinerlei materielle Beiträge für unser Unternehmen gezeichnet bat. Dem ist cS zu verdanken, daß die Verlags- genossenschaft, die mit der Herausgabe einer eigenen Zeitung, verschiedener Zeitschriften und Broschüren, sowie mit der Einrich- tung einer eigenen Buchhandlung große Aufgaben übernommen hat, diesen nicht in dem Maße gerecht werden kann, tvie es zu wünschen wäre. Genosse Kliter appellierte zum Schluß noch ein- mal an die Parteigenossen, sich mehr als bisher durch Zeichnung von Anteilscheinen für di« Ge» nossenschaft zu b teiligen. Die Genossin Johanna Ludewig gab dann im Auf- trage des Aufsichtsvats einen kurzen Bericht über dessen Tätig- keit im verflossenen Geschäftsjahr. Die Tätigkei! des Vorstandes habe im Aufsicbtsrat Anerkennung gefunden und werde deshalb von letzterem Entlastung des Vorstandes beantragt. Die hierauf einsetzende Diskussion gestaltete sich zu» weilen äußerst lebhast. Verschiedene Redner bemängelten die Tätigkeit des Vorstandes Vor allen Dingen wurde gerügt, daß den Mitgliedern der Genossenschaft kein gedruckter Rechenschafts- bericht vorgelegt worden sei, aus dem die Einnahmen und Au». gaben, sowie da» Gcschäftsergebnis klar ersehen werden könne. Einige Redner waren der Ansicht, daß in der Verlagsgenossen- scherst zu viel Personal vorhanden sei. Von anderen Rednern wurde auch bei dieser Gelegenheit die Schreibweise der-Frei- heit" kritisiert, die dazu angetan sei. auch den finanziellen Stand der Venaoögenosseuschaft zu beeinflussen. Von anderer Seite, auch von Vertretern der„Freiheits"-Redak!ion, wurde diesen Be- mängelungen und Kritiken entgegengetreten. Infolge der vor- gerückten Zeit wurde die Versammlung vertagt und eine Rem- sionskommission gewählt, die in der nächsten einzuberufenden Generalversammlung Berieht erstatten soll. Die Wahlen des Vor- standeS und des AufsichtSrateS werden ebenfalls erst in der nächsten Generalversammlung vorgenommen. Bürgermeister von Oranienburg. Am vergangenen Mittwoch hatte Oranieuburz wieder seinen großenTag. Veranlassung hierzu gab ein DriiigiichkeltSantrag unserer Genossen über da? Verhalten des Bürgermer- st e r S Dr. tzeinn während desGeneral st reiks. Be- gründet wurde der Antrag vom Genossen Hofjmann. In fei- ner Darstellung wie» er darauf hin, daß sich die Arbeiter- s ch a f l in Oranienburg während der Streiktage mustergültig benommen habe. Die Arbeitersehast habe sich trotz lnehriacher Alarmierung der Bürgerivebr zu keinerlei Aktionen hinreißen lassen. Die Arüeiterschast wisse, daß irgend- loelche Ausschreitungen nur ihren Führern schade, die der Vürger- meister schon wiederholt auf die Anilagebank gebracht, sich aber lbets mit den Anklagen selbst blamiert habe. Auf alle Mittel der bürgermeisterlichen Machtherrliehkeit gefaßt, habe die Arbeiter- fchast selbst nach Beendigung des Streiks mit Ruhe dem vom Vür- germeister au» Kremmen herbeigerufenen Militär zugesehen. Wüßt« sie doch, daß sich dieser Akt nur gegen den vom bürgerlichen Klüngel gehaßten Genossen Schoos richte. Sie wußte, was Schoos bevorstand und bat ihn, seinen Ausentholtkort aus einige Zeit zu ändern, denn die Arbeiterschaft breiucht Schoos als Spre- eher für ihr« gerechte Sache. Nach vielem Zögern sei Schoos dem Wunsche seiner Anhänger gefolgt. Kurze Zeit darauf erschienen die Neichswehrtruppen, ihn zu verhaften, d-a sie ihn nicht fanden, gab ihnen der Bürgermeister eine Liste mit den?!ameii anderer Genossen. Sie wurden durch die Hauptstraßen der Stadt zum Aürgernieister gesehafft. Stadtrat Genosse Ludwig und cmdere wurden in Haft gehalten, einige aus bestimmten Gründen unter allerlei Drohungen entlassen. Stadtrat Ludwig selbst, ein Mann mit einem Stelzbein, wurde schlecht behandelt, trotzdem er nichts verbrochen barte. Daraus, daß er im Besitze der roten Karten der republikanischen Soldatenwehr im vorigen Jahr gewesen war, sollte ihm der Strick gedreht werden. Dem Genossen Ludwig wurde ein übelriechender, feuchler Raum angewiesen, in dem er am selben Tage erkrankte. Seinen Beinstumpf hatte, wie ee bei Tag darauf überzeugte sich erst der Bürgermeister von dem Zw stände des Genossen und ließ einen Arzt rufen. Frau Ludwig bat den Bürgeuncistcr ihrem Mann ein« Decke bringen zu düvsen. Sie wurde abgewiesen, nachdem ihr mit Verhaftung gedroht wurde. Das verabfolgte Essen war schlecht. Einige Tage später wurde Ludwig nach Berlin gebracht, wo er es bedeutend besser gehabt habe. Der Bürgermeister habe die Akten viel später nach- gesandt. Die Vernehmung LudtoigS durch den Staatsanwalt in Berlin habe dann die sokortige Entlassung Ludwigs und der anderen Verhasteten zur Folge gehabt. Wären die Akten bcstim- mungSgemäß sofort mstgesandt worden, so wäre Ludwig mehrere Tage früher entlassen worden. Der Bürgermeister Dr. Hoiun ergvisf sofort da» Wort. Er bestätigte zum Teil die Angriffe des Genossen Hoffumnu, stellte aber alles in ein für ihn günsttgeres Licht. Der Stadtverordnete S ck. u m a n n von der S. P. D.(ragte den Bürgermeister, ob das Militär die Liste der zu Ver. haftenden etwa.mitgebracht" habe. Er habe zum Bürger- meister ke in v ertrauen mii» nehme am, daß das Militär dem Bürgermeister«i tige Tage zu spät gekommen sei. Es wäre ihm wohl lieber gewesen, daS Militär wäre vor Aufheb'.irtgi der( Standgerichte gekommen, um gegen Schoos und Genossen mit! allen Machtmitteln vorgehen zu können. Andere Zustä.rK-' könnten! in Oranienburg erst kommen, wenn der Bürgermeister ge- gangen sei. Genosse Hoffmann stellte hierauf fest, daß die Erklärung des Bürgervreisters bei wertem nicht geeignet sei. sich reinzu- waschen. Stadtverordneier Kaatz(S. P. D.) stand obenfallS auf dem Standpunkt, daß der Bürgermeister das Militär geholt habe. Die Vel�ndlung mißbilligt er und spricht dem Bürgermeister das Mißtrauen seiner Fraktion aus. Nur der demokratische Stadt- verordnete Gerling verteidigte unter großer Erregung im Zuhörerraum die Handlungsweise des Bürgermeisters. Die Oranienburger Wählerschaft wird in Zukunft wissen, was sie den Vertretern von der bürgerlichen Seite schuldig ist. | von den FnnkttonSrsy verlange(eine Achtung Leute, die solckie-positive Arbeit" leisten sind Günstlinge und so-! verdienende Persönlich keit. ein Mensch, der Prinzipien be- j mit Schädlinge. sitzt uilv), fcülU lM. ür vtich ich leibst sein. Nun wählt Ii Hoss-iitlich bringen die schwebenden Untersuchungen bald '"- fi. iff«, flre? fr ftlfl?luststätsiSett de» Bsiraep�eKei». mjnj* weder cm? persönlichem Haß gegen unsere Genossen oder— cm» einem infolge Ueleraröcitung erlittenen DeseÄs bald Oraniea» bürg verlassen wird. Seine AintSÄhrung wirkt immer mehr he«- aussordernder, prodazierender und sclädlicher«nd mutz zu fehlt»« reu Komplikationen führen, wenn hier nicht bald seine vor, gesetzte Behörde Abhilfe schafft. Die Technische Nolhilfe streiket«5. Der Vorstand der Technischen Nothilf? sendet uns entfi Grund des g 11 des Preßgesetzes folgende Berichtigung: Die in Nummer 114 unter der Uebcrschrift:»Die Technisch«! Rokhilfe in Schöneberg" ausgestellten Bchauplungen entsprechen nicht den Tatsachen. Es ist unwahr, daß bei der Arbeitsaufnahme die Beleg- fchast des Gaswerks Schöneberg, das Werk«t einem Zustand- vorgefunden hat, der jeder Beschreibung spottet«. Wahr ist vielmehr aus Grund schriftlicher Veitäsiguiig der Direktion, daß da» Werk nicht nur völlig unbeschädigt, sondern dank der Teckmischen Nothilse in einem Zustande übergeben wurde, daß die Gasver- sorgung sofort teilweise und nocki 24 Stunden vollständig wieder aufgenommen werden konnte, und daß der inspizierende Ge- werberat und Dezernent für technische Gewerbeauget-genhetteil beim Polizeipräsidium Derlen der Belriebsleitunu erklärte, ec habe keinerlei Anlaß zu irgend einer Bemängelung gefunden. ES ist unwahr zu behaupten, daß das Werk nach w-nigsil weitcren�oagen durch die k.ihelfer betriebsunfähig gemacht war» den wäre. Wahr ist vielmehr, daß«S nach der festgestellieu Betricbskurve nur kurzer Zeit bedurft hätte, um das Werk auf doli« Betriebsleistung zu bringen. Es ist unwahr, daß die Werkzeuge ausnahmslos verbramrk und brauchbare nicht mehr vorzufinden gewesen feitr, wahr ist vielmehr, daß sämtliche Werkzeuge, geordnet vor die Oefen gelegtp übergeben worden sind. Es ist. u n w a h r, daß e» im Maschineuhause, Speisercnrml und Kantine wüst ausgesehen hat,>o a h r ist vielmehr, daß die Maschinenräume geputzt und gesibeuert übergeben und der Spciseiaum, wie Kantine durch besonder? ar.gestellte und kos- trollicrt« Nothelfer in sauberen Zustand versetzt worden sind. ES ist unwahr, daß von de» Nolhelfern im Gaswerk Schöneberg Spinde erbrochen und Diebstähle verursacht wordeil sind. Wahr ist vielmehr, daß nachweisbar durch von außei» eingedrungene Diebe einige Stück Treibriemen gestohlen wurden, von denen ein Stück durch Kontrollbeamte du Eisenibaha«nch- gesunden und wieder abgeliefert worden ist. Es ist ferner unwahr, daß das Gaswerk Eharlotten» bürg einen wüsten Anblick bot und Tische und Wände beschmiert waren. Wahr ist vielmehr, daß in diesem Werk« noch m d« Nacht vor der Uebergabe eine besondere ReiniguuqSkoivnne ge- arbeitet hat.und das Werk in gleichem Zustande übergeben worden ist, wie es übernommen worden war. Gegenüber der Unter» stellung. als hätlen Nothelfcr Diebstähle und Erbrechung zahl- reicher Spinde im Werk vorgenommen, ist zu«Mären, daß D»«b- stähle durch Nothclfcr nickst festgestellt worden sind. Bei de« nicht ausreichenden militärischen Schutz war der Zutritt auch fremden Personen möglich. Fests.sielst ist lediglich, daß»in«in» zigeS Spind von zwei Notbelfern zur Benutzung geöffnet morde« ist, und als dann von dessem Inhalt da» Fehlen eines Koppe!» und einiger Kleinigkeiten bemerkt wurde, diese» sofort gemeldet und dem betreffenden Arbeiter bei der Uebergabe«jetzt worden ist. U n w a hr ist, daß die unsachgemäße Behandluna der Oefen zu bclrächtlickiem Scha.mn geführt hat, wahr»st vielmehr nach schriftlicher Erklärung der Direktion, daß kein« Deschädi- gungen des Werkes entstanden sind, die nicht in jedem Kalls durch di« lange Unterbrechung de» GaSerzeugungsbetrieb«» eni- standen wären, und di« in wenigen Tage» zum größte« Teil wieder qutgemach! worden sind. Unwahr ist, daß in den beiden Werken nur.vertrete» de» Bürgertum»" tätig waren und höheren Lohn erhaltea hätten als die Arbeiterschaft sonst; wahr ist vielrnrhc, datz sich unter den Nothelscrn etwa SQ v. H. Angehörige de» Arbeiter- stände» befanden und sämtliche Nvthelser nach d«i fä» die be- i reffenden Arbeiterkategorieu gellenden Lohntariscn«ttfchadtgt worden sind. Schließlich ist die in Nummer 11? vom 11. 4. im Srtike» „Die ertavvwn Putschisten' aufgestellte BehnnPb'.Ag, daß di« Technische\.sthilse ein Fluablatt für die Deutschucrlionale Volkse Partei gedruckt habe, ebenfalls u n w a Hr. * Durch diese„Berichtigung' wird im wesentlichen da» fc» unferm Artikel Gesagte bestätigt. Nur versucht man jetzt di« Schuld auf andere Personen und auf die Verhältnisse abzuwälzen- So ist es geradezu lächerlich, wenn behauptet wird, infolge un, genügenden militärischen Schutze» hätten fremde Personen Zu» tritt zum Gaswerk geh.'bt und dort gestohlen. Was müßte dort jetzt von.fremden' Personen gestohlen werden, wo di« Arbeite» ohne inilitarstchen Schutz der Gaswerke arbeilen? WaZ nun das Flugblatt für die Deutschnaticmale vovit« Partei betrifft, dessen Herstellung durch di« Technisch« Nothilj« abgestritten wird, so kommt es m wen ig er darauf an, daß dis Hersteller«ingeschrieben« Mitglieder der Technische« Nochlls« waren. Der Satz und Druck dieser Flugblätter ist sö«r zweisei« WS von Leuten ausgeführt worden, die der Technischen Stochiis» nahe stehen oder ihr gesinnungsverwandt sind. Aushebung einer„SchieberbSrse�. Auf Vermilassung de» LauoeS-PolizeiamteS ist im Echönlxniser-Tor-V«rtel»kmerrnn «in Lokal, in dem sich di« sine« S.adtleil bevölkernd«« Schiebe» und Schleichhändler in großer Zahl aufzuhotton pstegw«, au»« gehoben taorlen. Gesterr nachmittag wurde eine in der Neuen Schönhauser Straß« befindliche Nestauration von Beamten de« blauen Polizei und der Sicherheitspolizei umstellt. All« An-' weseirdeu, etwa 200 an der Zahl, wurden sest-eenomman und auf sieben Lastautos nach der Wache der SicherhoitspokiMi in de» Alexandertaserne gebracht, wo ein« genaue Fesllstellung der Personalien vorgenommen wurde. Ein Test konnte sofort entlassen! werden, die übrigen wurden dem Polizeipräsidium zugeführt. Da» Spietl-Palor» in der Wiihelmstros-e. In dem Hwirs» Wiühcklmstraße Ä httte«in Direktor Li ufert im Erdgeschoß eine Neu>nz>m,mer!N>ohnuug gemietet. Hier tagt« die Deulfch- Russisch? Gesellschaft, deren Ausgabe angeblich lediglich die Neu- anvahnung der HeurdelSbezieihunq zwischen Deutschland und Nuß» lan-d war, bei deren Zussmmenfünsten aber auch gespielt wurde. Schon vor Erlaß de» neuen Spielgefetzes winde gegen Lftisert eingeschritten. Vor dorn außerordentlichen KrisgSgevnht kam etz gegen ihn zu einem Strasversahren weHen Duldung von WückS- spielen. Er wurde jedocq freigesprochen, weil ihm da? Gericht glaubte, daß die Gesellschaft sich ausschließlich mit den deutsch- russischen Handrfsbeziehnmgen befasse. Nach diesem Freispruch stjieite man in den stattlichen Räumen, die in Spielerkwis?««I» „Pas PalaiS' bekannt waren, ruhig weiter, trrtz de» neuen Spiel» gesetzeS. CS wurde nicht nur sehr häufig, sondern auch sehr hoch gespielt. Bau ken von 60 000 b!» 100 000 Mark waren gar keine S'e l t e n h e i t. Wie hoch di« Umsatz? gesvesen sei« mußten, geht schon daraus hervor, daß eine einzige Dame, die in Spielerkreisen sehr bekannt ist, im.Palais' in den letzten zwetzc einhalh Monaten-nichtweniger als 776 000 Markverlor. Direktor Linscrt wurde verhastet und wegen gÄvvhnheilsüuäßgeq Dulde ns vru GlückSspiolen der StaatSa-nwaÄschasst I vorgsführt. LSpenick und Nmgegcnd. Den Lesern de».KSpcnicker Volkö» boten' wird hiermit Kenntnis gegeben, daß der.VolkSbote' au»! technischen Gründen bis aus weiteres nick! erscheinen kann. Etz und aber Schritte unternommen, um da» Trscheineu in kürzeste» Zeit wieder zu ermöglichen. Tie V»! ährchschule Groß-Berlin beginnt am 2v. April bitz 7. Mai ihre zweite Arbeitsperiode. ArveitspLwe und Hyrerlarteq sind, an des AcheitSjläÄes. ip Int Tewer?sck>aftShauS. in der Vuchhandlir.tq»VoovLrtS' sowie in t>en wichtigsten-Arbeiters und ÄvgesteUiensr-tanisaÄtne«, und bei den Bertrnucnsieuten in den Beirieben ethiütl'-ch. teheySAMelkalesder. Villchversorxuttg. Don hsute vb werden die A- und B-Karten bis «Nils iveiiere-i, noch Litt« Iii. beliesent, d. d. A 1-Kartsn 1 Liter, All- Karten 1 Liter, B I-Karten% Liter, B ll-Korien% Liter. Auf die C 1» und C II-Körte wird fernerhin Vi Liter Vollmilch mousgobl, Aus den organifaNonev. 1. Distrikt, 1. und 2. Abteilung. Heut« abend Zohlodend in der klvdeiterbildtlngsfchulc, Tchicklerftr. u. 5. Distrikt. Der Aehwbend am Mittwoch wird in fol«enden Lokalen r.drehalten: 1. Abt. bei Keller, Waffertorftr. 71; 2. Slit. bei©chiuei- feonii, Aite Iakobftr. 24; 3. Abt. bei Koytz. Brand enbuvgstr. 22; 4. Abt. tei Wevener, Seydelstr. 30; 5. Abt. im Graphischen Vereinshauz, Kiexandrinenftr. 44; v. Abt. bei Gieblsr, Luckauer Strahs v; 7. Abt. Iwi Handtke. St all fch reibe rftr. 29; 3. Abt. bei Braß. Michaelkirchsträb«, Ecke Wusterhausener SlraHe; g. Zldt. bei Fsyfara, Melchiorstr. 10. m-Ost. Die Orisvorsttzenb-n wollen sofort eine Lifke der. sich für die Lanbagtwiion zur Verfügung stellender Genossen sRefereuten und Helfer) ausstellen. Dom Genossen Paul Aik»« ! a» s, Fredersdorf an de: Ostbahn, sind umgehend die ent sprechenden Mitteü-ungen zu mach-n. Referenten sind namentlich zu melden. Lichtenberg. Tonnerstag, den 15. d. M., 7� Uhr abends, Sitzung der Agitationskommisiion im Handarbeitssaa! des Eäcilien-Ly.zeuins. Die Dezirksleiturrg. Bildunzsausschuß Lichtenberg. Freitag abend 7 Uhr in der Aul« des Rsformgymnasiums in der Parkaue der am 13. März ausgefallen« revolutionäre Liederabend zugunsten der politischen In- haftierten. Karten h 1,50 M. sind bei allen Funktionären sowie am Eingang zu haben.— Bei der letzten Jugendweihe ist ein Armband gesunden worden.— Fin die Herkstjugendweihe können schon jetzt Anmeldungen beim Genossen Friß Thurm, Schar irwcb«» straße 24, erfolgen. Vereilislaiekher. Deutscher Werknielster-Berband. Dersammlung der Vertrauens« laute uno Funktionäre am Mittwoch, 14. April, nachmittags ö Uhr, im Schultheiß, bZeue Iakobstr. 25 24. Deutscher Werkmeister-Leröand. Untergruppe v lFew» Mechanik. Chirurgiernechanik und Optik) Donnerstag nachm. Q'A Uh« Bersanrmiung im Schultheiß. Neue Fakobstr. 24/25.— Die Versainm- lungen der' Untergruppe G sLtzert. t eng, Maschinen onr) und Untergruppe B sEisenkonstruktion, Bauschlosserei, Geldschrank, Hebczenge) sollen aus.__ Verantwortlich für die Rrdaktion? Alfred W i e l e p p, NsuKolli». Derlagezenosienschalt„Freiheit", e. G. m. b. H., Berlin.— Druck der Lindenbruckcrci und Verlagsgcsellschast m. b. H., Schissbauerdamm 19. Keine Kosten mehr Sie haben nicht mehr nötig, sich mit schlechtsitzenden I das zerbrochene wie neu herzustellen, oder wenn Sie mit Kneifern und Bristen herumzuplagen oder mit Gläsern, die Ihren Augen nicht zusagen. Tie Nuhnkc- Garantie verbürgt Ihnen Jusriedcntzeit. In der Garantiezeit bis zu drei Jahren wird Ihnen nicht nur jeder Schaden an der Fassung, außer Cläserbruch, kosten» tos ersetzt, auch wenn er durch Ihre eigen« Unvorsichtigkeit entstanden ist, sondern Sie können sogar ein ganz neues, gleich- wertige» Augenglas beanspruchen, wenn es unmöglich ist, dem Sitze, dem Aussehen oder überhaupt mit der Fassung nicht mehr zustieden sein sollten. L!e groß» Gakant!« beginnt bei jeder Kneistf oder Vrlllen-assung von M. 8.30 ohne Gläser an. Die Augenuntersuchung ist kostenlos. ALir garantieren sür Passen der Gläser und. was eben'o wichtig ist, sür guten Sitz. 02&3SiS2 S Schönebera: X h«,!str. It Eck« Atazi-nstr. Itiedruau: »hilasie. 18, EL, Kir-hitt. Oteukölin: peryssr. 4. Ecke Li-ihrisir. Spandau: Sr-li-Slr.t»,»ah- Mar« M:M Soli) wird ZUN Tszrkprrift«nzzlag? ut» m Zflh'ßaa etfiommen SiN«»« Sit nr.«i! und � Oraaicnpla� Stttttimfet Lamm 10 «ah« Senn»rl A? SpWtc'mnrft aar W-'g«. Alezaader-platz Aj chiaz»e 4 v tuatsüs- 4nw'asä« N®h4ufj»e-5£r. 72 ntjt LiSkerpr. Leipzizer Sir. HZ Bit JSeuir-Sti, Zitvaliden-Slr. 104 Eck» Seuvvenstr. O/ qiij DelleAwanceflr.» V«ateXiei jj 5VV»-.h. Zenderi cwc.sir. i Cdt'ytiitmau Dir. Schönhauser Allee»1 »ZI Lbs, Aordklnz Juvalideu» Str. 11? «m SteUiuir Shs. gsgvn bar odnp Teilzahlung der Jetztzeit entsprechend sehr preiswert W'otiii-, Schlaf-, Speise-, Herrenziinmer farhip Küchen, einzalne Möhel Liefere frei Haus. Liefere auch aufwärts. Gekaufte Möbel können kostenlos lagern. Krieesanleihe nehme in Zahlunr. Calia Gr. Frsnkfuitor Straße 53 (5 Minuten vom Alexandci platz) FHiale: Badstrasse 47-48 (S Minuten vom Bahiihai(jesiindhruDncc). 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