CTtJtlmfs 20 pstnnks• 3. 7adrglmg' vlenstag, Sen 20. flprN 1020 Dl,«rscheini mcr�n»»nd«achmiti-z-, ElTvcdiiton: Berlin NW. S. SÄ�dMlrrdnnm, Zillll. Fernsprecher: Amt Norde. l SS»—»a, S3gS nnd 88»«. Nummer 133 p N7orgen-?lusgade Inserate testen die achtgetz». Nonx�rsillszeile oder deren Raum Z.20 JHl zuzügl. 50% Leuerunchszufchiag. �ainiNm- und Grgcmisatronsan-ieiZen die achtgesz?. NsnxareSKzxile 2A0 ITlf, nrttow R!e:ne Nnze'gen: Da, feitzedruckte Wo« Mk, jede., weiter? Ve'rt 83 Pf$f zuzüzl. SO3'# Teuernngszu schwa..Ltel!engesnche> Lamilien- tu OrgomftUronc� Wort-Anzeigen tosten das fettgedruckte tOort M5 Iflt, jede» weit«* lvort 85 pfg. netto Jnleraten-NbteVnng: Berlin NW. V, Schiffdaiterdmnm lü Fernsprecher: Amt Norden 8SS— LS, L8VS-9L, V7€8 tderliner'Orffm lw VmWäitßfgen SotinlömwFratie S>eut]tt)tani>a Reichstags-Wähler! Männer und Frauen des werktätigen Volkes! Äu Euch alle ergcht dieser Aufruf, die Ihr in ELM und Land mit Hand und Hau arbeite» müßt für andere, Ihr Arbeiter, Augefielltc, Beamte, Kleingewerbe- treibende und Landleute, die Ihr allesamt zur blasse der Ausgedeutelen und Unter- brückten, zum Proletariat gehört und durch Eure Arbeit Staat und Gesellschaft ausrecht- erhaltet! Ihr müht Eure Interessen gemeinsam wahren! Ihr dürst Euch nicht gegeueinander ausspielen und mischrauchen lassen. Ihr müßt Euch klar werden über Eure gemeinsamen Kampfziele gegenüber den Ausbeutern und Unter* bruckern. Ihr müßt bei der Reichstagswahl geschlossen eintreten für die Partei des tlaffenbewußten Proletariats, die hier zu Euch spricht. Eure Nöte und Leiden sind auch die unseren, wir sind Fleisch von Eurem Fleisch, Blut von Eurem Blut! Unser 3 i e l ist die Befreiung der arbeitenden Menschheit von jeder Ausbeutung und Unterdrückung, ist eine Gesellschaftsordnung, in der Zeder nach seinen Kräften und LBigteitea für die Cefa�cheft arbeite» muß,!y der aber auch nach seinem Bedürf- niz und«ach dem jeweils vorhandenen Reichtum der Gesellschaft am Ertrag der gemeinsamen Arbeit beteiligt sein wird. Das ist der Sozialismus! Um die Errichtung der sozialistischen Weltordnung ist jetzt der Kamps entbrannt! Der Ausgang dieses gsschicktlichen Ringens kann nicht MeifelhaZi sein. Wie EUaverei, Leibeigenschast und Hörigleit überwunden wurden, so wird«aturnotwendig auch die kapitalistische Ausbeutung überwunden werden durch die sozialistische Produk» tionsweise. Der Kapitalismus brachte im vorigen Jahrhundert in heftigen revoül- tionären Erschütterungen das besitzende Bürgertum, die Bourgeoisie, neben den Junkern und Grundbesitzern zur Macht. Die neue revolutionäre Periode unserer Tage kann «ur damit schließen, daß die Besitzlosen und Ausgebeuteten, das moderne Pro- letartat zur Macht kommt und durch die Verwirklichung des Sozialismus aller Klasienherrschast und Unterdrückung ein Ende Macht. Fortdauer des Kapitalismus heißt jetzt Vernichtung und Zerrüttung. Teuerung und Ret. Versumpfung und Zerfall. Das zeigt jeder Tag in erschreckender Weise. NurderSozialis musbringt Rettung! Sozialismus ist Ausstieg und Aufbau, Fortschritt und Erlösung, Mensch- Heilsbefreiung und Glück für alle! Die alten Mächte des Kapitalismus und Militarismus versuchen mit List und Gewalt das alte Ausbeutung- und Unterdrückungssystem aufrechtzuerhalten. Sie suchen dem Sozialismus den Weg zu verfvcrren, das Rad der Geschichte rückwärts zu drehen. Vergebliches Beginnen! Das Proletariat wird den Sozialis- mus erkämpfen! Wähler! Wer ein Kämpfer für die gluckliche Zukunft der Menschheit lein will, muß mit uns den Kampf aufnehmen gegen Kapitalismus und Militarismus und alle Mächte der Berganaenheit, die ihre blutige Diktatur aufs neue befestigen wollen. Diese Diktatur des Kapitalismus und Militarismus hat Millionen und aber Millionen von Menschen in die Schrecken des Krieges hinein getrieben, hat Mit» licncn getötet, Millionen zu Krüppeln und Siechen gemacht, zu Kranken, zu Blinden, zu Bettlern, zu Witwen und Waisen, hat eine ganze Welt in Elend und Armut gestürzt, sie zurückgeschlcudert in Verwilderung und Barbarei! Aus diesem Zusammenbruch führt nur klare Erkenntnis und zielbewußtes Ringen empor! Die Unabhängige Sozialdemokratie Deutschlands zeigt den Weg und hat den Willen und die Kraft, Führern mch Bannerträgerin in diesem weltgeschichtlichen Befreiungskämpfe zu fem. Sie erstrebt die Ergreifung der politischen Macht durch däs Proletariat, um den Kapitalisums zu überwinden und die sozialistische Gesellschastsordnung zu verwirklichen. Durch die politische Vorherrschaft der Arbeiterklasie, die Diktatur des Proleta» riats, ist dieses Ziel allein zu erreichen. Die arbeitenden Menschen, die Träger der Wirtschast, die Erzeuger des gesellschaftlichen Reichtums, die Förderer der Kultur sollen auch die verantwortlichen Träger aller staatlichen und gesellschaftlichen Einrichtungen und der politischen Gewalten sein. Das ist der Sinn des Rätesystems, durch das erst das Selbstbestimmungsrecht und die Selbstverwaltung der arbeitenden Menschen in Betrieb, Gemeinde und Staat verwirklicht wird. Die Diktatur des ProBerlin, den 2S. April 1920. lekarkats ist der politische Ausdruck für die Uebemahme der pslmschen Macht durch die Arbeiterklasse, ist ein Uebergangsstadinm für die Zwischenzeit vom Kapitalismus zum Sozialismus, zur Verwirtlichnng der sozialistischen Gesellschaft, in der die sozialistisch» Demokratie zur vollen Gelttmg kommt. Mit diesem Programm sammelt die Unabhängige Sozialdemokratisch« Partei Deutschlands die Masten des Proletariats unter ihrem Banner. Dieses Programm vertritt sie auch im Wahlkampf, sowohl gegenüber der kapitalisüsch-unlitaristischen Reaktion, wie gegenüber den Schemdemokraten und Scheinsozialisten. Wähler! Die politische Situation ist geschwängert mit K o n f l i k t s st o f s' Die junkerlich-monarchistischen Reaktionäre haben versucht, durch einen militärischen Staatsstreich tviederum die politische Macht an sich zu reißen. In gewaltigem Aufbäumen hat das deutsche Proletariat mit Generalstreik und bewasf» netem Aufstand die Konterrevolutionäre zurückgeschlagen. Gegen das einheitlich und entschlosten handelnde Proletariat kann kn Deutsch- land keine Macht aufkommen, ohne das Proletariat sich keine Regicnmg dauernd behaupten. Die Machtergreifung durch das Proletariat wird immer mehr zur geschichtlichen Notwendigkeit! Ms sofort zu ersüllende Uek�rggngsmaMahmen sorbern wir deshalb: 1. E n t w a f f» u n g u n d A u f l ö s» n g aller koutemvolukionären Formationen. Mamischastserscch aus den Reihen der organisierten Arbeiterschaft, politisch zuverlässige Führer. 2. Aushebung des Ausnahmezustandes. Freilassung aller vor- hasteten Revviutamskämpjer und umfassende Amnestie. 3. Bestrafung aller an dem Kappschen Umsturz beteiligten Gegenrevolu- tionäre und der für das Hin morden von revolutionären Kämpfern Verant- wortlichen. 4. Durchführungder Sozialisier ung, beginnend ans dem Gebiete des Bergbaues und der Cnergiesrzeugung— Kohle, Wasser, Kraft, Elektri- zitäk—, Weiterführung der Sozialisierung der konzentrierten Eisen- und Stahlproduktton, des Transport- und Verkehrswesens sowie anderer hoch- entwickettsr Industrien, umfassende Kommmialisieruug. 5. Ueberführungdes Großgrundbesitzes und der großen Forstsr. in gesellschaftliches Eigentum. Die gesamten landwirstchastttchen Betrieb« sind durch Bereitstellung aller technischen und wirtschaftlichen Htlssmittel, durch Förderung der GenostttchHast zur höchsten Leistungsfähigkeit zu bringen. 6. Sicherung der Lebensmittelversorgung der städtischen Bevölkerung. Schärfste Bekämpfung des Lsbensmittebvuchers. 7. Ausbau der Sozialgesetzgebung. Anpassung der Löhne, Gehälter, Renten und Unterstützungen an die Kosten der Lebenshaltung. Wirksame Schutzmaßnahme,» zur Erhaltung der Arbeitskraft. 8. Freundschaftliche Beziehungen zu alle« Völkern. Frieden mit Rußland. Ersüll.mg der sich aus dem Friedensvertrag ergebenden Verpflichtungen. Die schleunige und restlose Durchführung dieser Mindestforderungen allein der- mag Deutschland ans dem w i r t s ch a f t l i ch e n u n d p o l i t i s ch e n Z u s a m m e n- b r u ch heranszusührcn. Wir wissen, daß diese Forderungen nicht verwirklicht werden können lediglich durch die Arbeit im Parlament, das selbst einen großen Teil der Schuld an dem Wiedererstarken der Gegenrevolutton trägt. Unsere Kraftunbunsere Stärke liegtvor allem in der Aktion der Masse, die dauernd auf die Gestaltung der politischen BechAtnisse einwirken mutz. Wähler! Der Wahlkamps muß eine scharfe und grüichliche Abrechnung bringen mit de« Konterrevolutionären, Schoindemokraten und Scheinsozialiston, mit allen Klaflenseinden des Proletariats! Er muß zu einer Heerschau werden für benGvzialismns, muß zeigen, daß der Wille zu« Sozialiomns die werktätige« Bollsmassen in Stadt und Land erfaßt hat. Darum hinew in den Kampf! Nieder mit der Reaktion! Nieder mit dem Kapitalismus! Nieder mit dem Militarismus! Es lebe der Sozialismus! --Die Zentralleitung hex MMängigen Sozialdemokratischen Partei DMchlands. VslllWe MeNlemer. W? bringen nachstehend ein wichiizeS Dokument aus Ken Taasn des Kapp-PutschcS. Wichtig deshalb, weil eS zur Llufklänung über die Beweggründe der Verhandlungen zwischen Reichswehrosfizieren und radikalen Arbeitern bei- trägt, wichtig auch, weil darin die völlige Direktionslosigkeit der militärischen Desperado? zutrage Witt. Das unten sol- gende Flugblatt sollte am 17. März, kurz nach KapPS Rücktritt, veröffentlicht werden, Kameratten! 'Vit militärisch« Mion ist durch falsch« poMische Leitung Mcht zur angestrebten Auswirkung gekommen. Sie war zur Reinigung van einer korrumpierten Regierung unternommen worden, die sich nicht einmal mehr an die Verfassung hielt. Wir waren deS guten Glauben», dah wir bei unserm Handeln den Wille« fast de» gesäinten werktätigen Volkes und insbesondere den der Arbeiterschaft vollzogen. Der Fehler lag bei un». Der Irrtum muht« entstehen dadurch, daß«vir eine zivile Ucberordmmg alter Parteigesiunnng angenommen haben, arrftatt frei« und sachkundige Männer aus allen Schichten des schaffenden Volke» zusammenzurufen, damit ste UNS und unser Volk au» dem Sumpfe herausführten. Der Fehler war bereit» erkannt und rückgängig gemacht worden. Der militärische Oberbefehlshaber ließ am 17. März flehenden Erlaß ausfertigen« um seine Unterschrift uwte: Zu- pimmung der bei der Beratung mitwirkenden HSHeren Offiziere unter bat Dokument zu setz«« ReichZkanzlett 1. Der ReichSkanyker Kapp kst zurvckgetwten. 2. Der Erlaß vom IS. diese» Monat» betreffend T-desstrafe gegen Streikposten entspricht nicht meinem Wille» und wird hiermit aufgehoben; ich werde aber mit der größten Energie Ruhe und Ordnung schützen, gegen Plünderungen urch Gemalttalon vorgehen. L. Die Verhandlungen mit der alten Regierung st-ch abgebrochen. <. Bevor irgendwelche anderweitigen Vereinbarungen zur Neuordnung der Dinge getroffen werden, lade ich hiermit die Arbeiterschaft zur Mitwirkung ein und bitte die Vr. ganisailenen, idre Vertrauensleute zu entsenden. Möge auf diesem Wege der leider gewaltsam not- wendig gewordene Befreiungsakt von einer korrumpieren Regierung zum Segen de» deutsche« Volke? auSgehen I Ich bitte um Vertrauen bei gegenseitiger unbedingte? Offenheit und Ehrlichkeit. «erspreche jedem zu den Verhandlungen erscheinenden Beauftragten der Arbeiterorganisationen volle Freiheit der Person. Berli«, den 1?. März IllSO. Mit dem Jnkvafttretcit diese» Erlasses wäre der wahre Sinn unseres Untcrn�hmon» wieberchergefKUt grtwstm; e» wurde aber unmittelbar vor der Unterzeichnung dir Generäl von L ü t t w i tz zum Rücktritt dcranlastt. Wir kehren uns dagegen, daß unsere Absichten durch neue politische'Ichmbinationen wiederum verdunkelt und aufzeböben wr-.den, und daß m-an uns von neuem in einen Gegensatz zur Arbeiterschaft bringt. Wir sind fest entschlossen, die Rettung Deutschland» Nicht km Gegensatz, sondern zum Schutze und in Gemeinschaft mit dem werktätige» Volk« durchznfiidre«. Tie Zweideutigkeit unserer Stellung muß aufhören. Wer unsere Auffassung nicht billigt, sondern parteipolitische ssloecke verfolgt, muff ausscheiden. Wer aber diesen unfern C mdpüTikt teilt und anerkennt und seine Mitteilung an die Arbeiterschaft tvünscktt,«der ytbe seine Unterschrift. Mag diese Auffassung ehrlicki sein oder nW, sie be- weist auf scden Kall, daß die Offiziere in einer strä»!icheii Unkenntnis der wirklichen politischen Möglichkeiten leben. Eeäon deshalb wmr der Kapp-Putsch zum Scheitern der- iieteilt Wenn die Osiiziere ernstlich belorgt sind, nicht in einen Gegensatz zur Arbeiter'chaft zu kommen, io hatten sie penug Möglichkeiten, das zu beweisen. Daß sie das Gegen- teil davon immer und immer wieder getan haben, ist zur Genüge bekannt. Aber es ist ja auch gar Nicht die Rede da- von, daß irgendwann und irgendwie /die Interessen der Osfizierstkaste mit denen der Arbeiterschaft gleichlauseN. Tie Offiziere wollton ganj einfach ihren eignen Haß gegeie die Ebert-Noske-Regierung und die tiefgehende Unzufrieden-- heit weiter Arbeite rknstse mit dieser Regierung verbinden und die Arbeiterschaft beim Stutze der Ebert-NoZke-NsgiL- rni-' vor ihre Karte spannen. Dabei hatten ste sich offen- bar über daS» was danach folgen sollte, keinerlei Gedanken gemacht. Der Wortlaut des Kluablattes beweist, wie so manche Aeußerungen der reaktionären Offiziere, daß Man sie nicht anders denn als politische Abenteurer werten kann. Oer Arbeiter oder die Arbeiterpartei, die zum Zwecke der Eroberung der politischen Macht mit den reaktionären Oslo Kren geincinsame Sache machen, sind gleichfalls nicht anders einzuschätzen. Tie beweisen, daß sie von den ein- fv'lnieN Grundsätzen des Sozialismus und den elementar- stcn Vegriffen politischer Erkenntnis keine Ahnung haben. Bride, der„arbei ters reundliche" reaktionäre Offizier und der ,,oÄizier?'freundlick>e" radikale Arbeiter, sind gleich gefährlich. NttsMeflill vnS die Arbetlsr. An Oberschlesien herrscht Krisenstimmung. Zwischen der Arbeiterschaft und der Ententekommission ist In der Krage des BetriöbsrategesetzeZ ein Konflikt ausgebrochen, dessen Kolgen noch nicht zu übersehen sind. Die Ententekommission hätte mit den Unternehnwrn Fühlung genommen und sie gefragt, wie sie sich zu den Betriebsrärewahlen zu stellen ge- dächten. Die Unternehmer haben erklärt, daß sie zu dieser Krage keine besondere Stellung nehmen würden, sondern sich er-e deutsche Reicksverfassung und Geietzgebunq zu halten g;i?n. Die Wahlen zu den Betriebsräten wurden dar- aufhin vorgenommen und wenn die Ententekommission auch keine offizielle Zustimmung zur Wahl gegeben hatte, so hatte si- doch auch vorher keinen Protest dagegen erhoben. AIS die Wabien aber fast überall deutsche Mehrheiten ergaben, da fünfstete die Ententekommission die Beeinflussung des Ab» stimnnmgSeraebnisses durch diesen Wahlausfall und erklärte die Wahl nicht anzuerkennen. Bis in die Reihen der pol- vischen sozialdemokratiiävn Organisatioon erhob sich schär fster Prot est gegen iM\t Eurnuschunü; Die Äckeiter waren sich elnfg barüber, baK die Wahkung ihrer sozialen Rechte eine ihnen allen gemeinsame Angelegenheit sei und in dieser Frage, die sie von den nationalen Fragen der Zu- gehörigkeit zu Polen oder zu Deutschland sonderten, wandten sie sich einmütig gegen die Ententekommission. Sie drohten mit einem gemeinsamen Streik in allen Betrieben, tvenn dai BetriebSrätegesetz und die Wahl der BerrievSräte von der Ententekominission nicht anerkannt werde. In den Vcr- sammlungen. die in ganz Oderschiesien am Sonntag statt- fanden, nahm die Arbeiterschaft zu dieser Frage ecngehend Stellung. ES ist ein? völlig tendenziöse Berichterstaltung, wenn versucht wird, es so darzustellen, als od die'e Ver- sammlungen aus die Praklamierung des Generalstreiks verzichtet hätten, weit die Polen für diesen Fall mit ihrem Ein- marsch drohten. Vielmehr war eine Proklamatwn des Generalstreiks durch die Versammlungen gar nicht beab- ficht igt. ES zeigt sich also an diesen Vorgängen, daß die natio- nvlen Tendenzen ihre Bedeutung verlieren, wenn in die Arbeiter soziale Fragen herantreten, die nur gemeinsam von ihnen gelöst werden können. Die weitere Lehre werden die obcrschlestschen Arbeiter aus diesem Zwischenfall ziehen können, daß der Militarismus überall gleich ist, ob er nun unter deutscher oder alliierter Flagge auftritt. Inzwischen wird gemeldet, daß die interalliierte Kommission in Ober- schlesien die Wahl von Betriebsräten genehmigt habe. DaS geschlossene Vorgehen der Arbeiter hat also zu einem vollen Erfolg geführt. Ein SchmdHck. Noske schützt die Kappoffiziere. Von vielen Seiten ist angenommen worden, da? N 0 S k e nach der schmählichen Niederlage seines Systems am 13. März auS dem öffentlichen Leben verschwinden und nie wieder— den Mund aufmachen würde. Diese Kreise wer- den nun bitter enttäuscht sein; der Mann ist nicht totzu- kriegen, fein unheilvoller Einfluß macht sich be- reits wieder im Parlament bemerkbar, und daß dies überhaupt möglich ist, dafür trägt die rechtssozialistische Fraktion die Verantwortung, die sich von dem Volksvet- derber nicht loslagen kann. Sie hat ihn— man staune! — beauftragt, am 16. April im H a u s h a l t s a u s schu ß der Nationalversammlung zum Marine-Notetat.zu sprechen. Dabei hotte der Mann den Mut, der Wahrheit zuwider auszuführen,„die heutigen Zustände in der Marine seien so. daß an dem Wiedetanfhau der Marine mit dem iehigcn Personal nicht gedacht werden könne: das Ganze sei schlimmer als ein Trümmer- Haufen: besonders in Kiel seien die Zustande völlig tin haltbar". Gegen diese völlig unwahren Be- bauptungen hat der Zcntralvorstand der Marineven bände, der das gesamte Matineversonal der Nord- und Oftsee vertritt, durch folgende Etklätnng Protest eingelegt: Diese AuZführüngcn laufen de« Tatsachen direkt zu- wider. Der Hetr Abgeordnete NoSk« ist weder a n Ort und Stelle gewesen, noch hat er zum Zweck« objektiver Unterrichtung seine Parteifreunde in Kiel und W i l» helmßhaden oder die seit einigen Tagen in Berlin weilrnden Vertreter de» Marinepersonals gehört. Wahr ist, daß in Ki l, WIthclmKhndrn und allen anderen Marlnegarnfsoncn absolutestc Ordnung herrscht, nachdem die belasteten Offiziere ihrer Aewter enthoben sind. Der Dienst geht in allen seinen Zweigen unter den ordnungsmäßig eingesetzten— nicht gewählten— vorläufigen Führern in vollem Umfange welter. Die Disziplin Ist bssser ai» vorher. Die Marine, zu der die sogenannten „MarinebrigadeN" nicht gehören, steht, wovon sich jeder«n Ort und Stelle überzeugen kann, fest und«rschloss.n In ihren Garni- sonen. Mit der Kommandierung verfassungstreuer Offiziere kann KegoUneU werden. NoSke arbeitet also mit denselben Methoden, die am 13. März so kläglich versagt haben, frisch Und ninnt-et weiter. Er ist erbost darüber, daß in Kiel und Wilhelmshaven seilte Lieblinge, die kaisertreuen Kapp- Offiziere, davongefagt worden sind: er nimmt sie in Schutz und hetzt gegen die verfassungstreuen Mannschaften in derselben Weise, wie er Nach der Novemberumwälzung gegen die So!- dätenräte gehetzt hat. Er bettachtet sich nach wie vor als der AnterSsse n Vertreter der StaatSver- brechet, und die rechtssozialistische Fraktion� kommt ihm dabei entgegen, indem si? den schwer kompromittierten Mann alS offiziellen Sprecher beauftragt. Das System Noske ist von der rechtssozialistischen Partei scheinbar nicht zu trennen. Eine SuZerst MrtlWge TwM. Die Regierung hat nach dem Ruhrgebiet nur die„zuverlässigsten" Truppen geschickt. Darunter befand sich auch die 3. Ma r i n e b r i g a d e(Löwen seid), die während der Kapp-Tage in Breslau die Drückerei der„Volkswacht" zer- störte und diese Heldentat am Tage nachher der Bevölke- rung durch folgendes Flugblatt bekannt gab: Tie„Volkswacht" wegen Nebertretnug de» Verbot« gesprengt. Die„VolkSlvachi", die ilnmtr noch nickst begriffen hat, daß e» «in für allemal au« ist mit der Befchlsgnvalt der alten Regie- rung, ist dürch Soldaten gestern abend gesprengt worden, die e» energisch ablehnen, sich durch diese Ze-ilung als gewissenlos« Meuterer hinstellen zu lassen. Gott sei Dank, daß der ge. sunbe nationale Geist der Truppen und Sicherheitswehr Ver- brecher von den Regierungsstühlen beseitigt hat, die es wagten, au» Aug st um ihre Ministersessel zum General» st r e i t aufzufordern. S. Marinebrigate. Am Ruhrgebiet hat dies« Truppe, zusammen mit den Freikorps Epp und Faupel und der Sturmabteilung R o tz b a ch noch schlimmer gehaust. Dort gab eS Masjenerfchießungen. Mißhandlungen und Folterungen an Gefangenen. Die Regierung scheint überhaupt die KappiBanden für die zuverlässigsten Truppen zu halten, und hochverräterische Offiziere für die tüchtigsten. Denn wie ein Hohn auf alle Zusagen muß e» wirken, wenn jetzt bekanntgegeben wird, daß der Oberst von Baum dach, der wahrend der Kapp-Tage in Meck- lenburg den versammelten Unteroffizieren erklärte:„Der Eid. den Ahr Noske geschworen habt, gilt nunmehr dem neuen Reichswehr mini st er Lüttwitz"—. daß auch dieser Mann mif die Arbeiter im Ruhrgebiet loSsetafjea«vorden ist. und jetzt von dort aus täglich dreimal nach dem Standrecht ruft. Gr, be? rntf Fug und Recht schon längst hinter Schloß wnd Riegel sitzen müßt«.' Smisch- russisches Geslwse«euaZks«mes. Dtr fett Wochen»wischen der ReichSrrgicrung und den, Per« ttrtrr Eowjel-Nui-landS, Bittor Kopp, schwebenden Verht�id, lungea über die gegenseitige Hcioibcfördcrung der LrirgSSe-« fanzcne« beider Länder, sind gestern nachmittag zum ÄüjchluK gebracht worden. Da» Abkommen ist für die R-ichZrcgierung äs» Staatskommissar Stückle», für Rußland vom Genossen L« unterzeichnet worden. Aach dem Vertrag beginnt die Auslieferung der Kriegsgefangenen aus Rußland und Teutschland unmittelbar nach dee Ratifizierung des Abkommen» durch beide Regierungen. Gen??« Kopp hat noch gestern funkentclegraphisch um die Ratifizierung ersucht. ES ist zu erwarten, daß bereits morgen die Antwort au» Moskau eintrifft. In dem Vertrag heißt es ausdrücklich, biß nur diejenigen Kriegsgefangenen aus Deutschland und Rußland abtransportiert werden, die«ine Rückkehr in die Heimat wünschen. Eine Zwangs- weis« Zurückführung ist nicht beabsichtigt. Deutschland und Ruß- land werden Kürsorgestellen in Moskau und Berlin tjo richten, welche all« möglichen Vorbereitungen für die Rückkehe der Gefangenen zu treffen haben. Die Fürsorgsstellsn haben die Heimkehrer mit Nahrungsmi'sukn, Bekleidung und finanziell;» Mitteln zu versehen. Sie regeln die Einteilung de: Transporte und haben mit den znstämdigen Behörden beider Länder über die Art des Transportes zu verhandeln. Entsprechend Zeit und Gelegenheit, soll die Rückkehr aus dem Land- oder Seewege voll» zogen werden. Di« Verhandlungen über den Transport der Krieg?» und Zivilgefangenen durch die Randstaaten, wie Polen, Estland, Lidland regelt das Rote Kreuz in Genf, das zu diesem Zweck sofort Verhandlungen mit den in Frage kommend?« Regierungen aufnimmt, da? außerdem die Verpflegung und Ueberwachung der Transporte auf fremd staatlichem Gebiet übernimmt. In Deutschland befinden sich gegenwärtig noch 190 000 russische Kriegsgefangene, während in Sowjct-Rußland rund 2» 000 gefangene Deutsche sich befinden. Die sehr erheblichen Mittel für den Rücktransport hat bi« Reichsregierung in vollem Umlange zur Verfügung gestellt. Die Transportkosten werden sich alltr Voraussicht nach sehr hoch gestalten, da die Lager, in denen sich unsere deutschen Gefangenen befinden, räumlich weit auseinandertiege» und da bei dem schlechten Zustand des Verkehrswesens in Ruh« land besondere Aufwendungen nötig werden dürffen. Bekanntlich kostet der HeimttanSport jedes gsfangenen Deutsche» au» Sibirien rund 80 000 Mark. Es ist zu erwarten, daß die erster» Transporte unserer Gefangenen au» Rußland noch im Mona« Mai hier eintreffen. Ans Msi-mM« ÄchlW.' Schaffung einer Arbeiterarmee. Trotzky hat bei Anlaß der Nmbtldung der Gewsetarme» iB eine Brbeiter-Miliz folgende Proklamation in der.Prawda" der« Lff-ntticht: t. Die baldige Beendigung de» Bürgerkrieg» und der günstig� Wechsel in der außenpolitischen Dag« Sowjetrußland» stellen di«t ffragö einer weifffthendett Reform unserer militärischen Organisation an erste Stelle der Tagesaufgaben. 2. Solange die Bourgeosie in den größern Staaten noch die Macht besitzt, kann sich unsere sozialistische Republik nicht all gesichert betrachten. E» ist daher nötig, daß unsere Verteidig gungSmittel noch erhalten bleiben. 8. Während der UebengangSperiode bildet die Schaffung «invr Roten Miliz die best« Gewähr. 4. Die Rot« Miliz muß gleichzeitig in enger Fühlung mit der fortschreitenden Produktion in gewissen wichtigen Industriezweigen stehen und ihre milstärischen Fähigkeiten erhalten. b. Ganze Regimenter, Brigaden und Divisionen sollen deat Industriezweigen zugeteilt werden. 6. Die Rote Arbeiter- und Bauernmiliz, hie sich au» im' Krieg ausgebildeten Ardeitern und Bauern zusammensetzt, kann zu jeder Zeit gt'gen«inen Feind Unter die Waffen gerufen werden. ö. Da» Kommando einer jeden Miliz-Einheit soll sich au» den festen Elementen de? lokalen Proletariat» zusammensetze«. 10. Sollen lokale UebungSkurs« im Kommandowesen veranstaltet werden. 11. Die militärische AuShildung soll bestehen aus: Unter- richtung der Jugend in militärischen Pflichten. Ausbildung der Militärpflichtigen in jährlich stattfindenden kurzffistdgen Kursen (TrgänzungSkurfe). 12. Die Organisation der Kader soll sich In jeder Beziehung auf dem Prinzip des allgemeinen Arbeitsdienstes aufbauen. Da die Miliz die Umbildung des russischen Volks in pine bewaffnet« kommunisttsche Nation vorzubereiten hat, muß ihre Organisation den Eharäkier der Diktatur der arbeitenden Klasse beibehalten England und Sowjelruhlnn!?. Paris, lg. April. „Temp!" meldet, daß dem Volkskommissar T s ch i t s ch e r i«. durch tue britische Regierung«in Funkrnlrlcgramm über- sandt wurde, in dem die Sowsttregicrung aufgefordert wird, Waffen st ill st andSverhandlungen anzubahnen, die auch eine Amnestie für die Feriwilligenarniee, die Rest« der Armee Demkins, die heute noch die Krim verteidigten, ent« halten Müsse. Wenn die DolschcwistcN sich weigvrn sollten, auf diese» Angebot einzugehen, stehe ihnen blutiger Kampf bevor, da die Freiwilligen sich noch mehrere Monate in der Krim holten könnten. De Entscheidung der Sowjetvegierung wü;de außerdem großen Einfluß auf die augenblicklichen wirtschaftlichen Verhandlungen zwischen den Alli- irrten und der Sowjetregierung haben. Diese britische Einmengung, sagt.Temps», folge auf eine kürzlich sest.'ns der Lon- doncr Regierung an die Führe: der Freiwilligenarmee ergangen« Aufforderung, mit den volschewisten irgendeine An von Vertrag zu schließen, da die englische Regierung nicht mehr in der Lag« fei. für sie einzutreten. Die russischen Führe:, wrnye e«»'cht für geraten hielien. sich der eugsischen Regierung zu widersetze� bereiteten ihr« Kapitulation vor. London� lg. April. sW. T. v.) Renter macht bekannt: Obgleich Denikin bei feiner Antunf» in London von einem Vertreter de» KricgsanttcS empfangen wurde und morgen ha» Kricgsnait besuchen wird, wich»«Nick erffBrt, dich bm VrsnK» brtz©citfritfB in Tngkanb p»Nttsche L>»«-ru!u«g«ich« bugcmcftcn wir». Gintm Telegramm au» Heffingforg»»folg, erNLrt T I ch i, s ch« r t n in seiner Antwort anLordCurzon, daß die kcrpsljchtungen Cnglaad» gegenüber dem zaristischen Rußland niit der Riederlage DenikinS aufgeVZrt hätte». Zwischen Rußland u»d England müßte» nun neu» Vezie Hungen angeknüpft werden. veckkecher m See AvMIioil. Unter dieser Ueberschrif! veröffentlichte die„Note Aahne" in ihrer Äonntagausgabe folgende Mitteilung: .Tr c b i l s ch- L i n c o i n, der eigcmttche politische Leiter des L u de n d o r f f» B a u e r' Konzerns und Preflcchef unter Kapp. Lüttwitz, äußerte unserem Gewährsmann, einer rutzerhalb alter Parteien stehenden Persönlichkeit, fotgende»: Die Kreise, die sich auf die Reichswehr stützten, hätten bei dem Lütt« Vitz-Putfch einen großen Teil ih.er Sympathien unier den mit!- leren Schichten, auch der iVeosivien usw., verloren. GS gälte, diese Sympathien wiederzugewinnen. Das könne nur geschehen, wenn über Berlin vier oder sechs Wochen lang dar.rode Schrecken" hcrr'che und dann die Soldateska Berlin wieder»befreie�. Um diesen»rreen Schrecken" hervorzuruseu, gelt« e», die A weiter- schas-t zu einem Putsch zu provozieren und ihr Waffen zu tiefern. Auf die Frage, ob die Arbeite rfchast sich in dieser Woise werde provozieren lassen, erklärte Trebilsch-Lincotn: avan hx�e bereit» in dieser Richtung Erfolge gehabt, die /lommuniftifche A r b e i t e rpartoi" se» zum Losschlagen bereit. Man Hab« mit ihr darüber bereits verhandelt. Trebitfch.Lineoln«rklärte sich bereit, unserem Gewährsmann eine Unterredung mit dem Liberft Bauer zu vermitteln, der dies« Ausfassung bestätigen werde. Oberst Bauer war nämlich jedenfalls noch bis Donnerstag abend in Berlin. Daß diese Nachricht richtig ist, kann nicht bezweifelt Verden; sie entspricht sowohl den politischen.Gedankon" der GoldateSt,, wie denen der sogenannten.Arbeiterpartei". Sie entspricht auch völlig den Verhandlungen von Viebahn und Konsorten. � Die Soldateska hat ja diese» Rezept schon einmal versucht: im März illlg, als sie durch ihre BravoZ die Schiebereien in Verlin hervorrufen lieh. Neu an der Angelegenheit ist nur das, das; sie durch ihre Verbindung mit einer.Arbeiterpartei" dir Mühe enthoben ist, BravoS zu suchen. Der.Arbeiterpartei" ist die Nolle zugedacht, die damals die BravoS spielten. Im Anschluß daran bemerkt die„Robe Fahne", die Ver- blndun� der 5k. A. P. D. mit den Kapp-Banditen entspreche mich völlig ihren national-bolschewistischcn Gedankengängen. In Hamburg seien Lauffenberg und W o l f f h« i m zu Lettow-Vorbeck, den Mörder ihrer Parteigenossen, gelaufen. Und die Berliner Opposition der K. P. D. sei unter der Führung von Schröder. Wendel und Rasch vus da? Niveau eines Stoßtrupp? der Kapp-Banditen und einer Sprcngkolonne für proletarische Aktionen gesunken. Die„Note Fahne" vettveist auf daß folgende Zitat au? der letzten Nummer der Berliner„Kommunistischen Arbeiter. zeitung": „Da? Proletariat.... soll den Mut haben, da» Perant. wvrtungSofühl, und dir politische Macht zu übernehmen. Diese Gewalt wird heut» schon frei auSgebotrn. Da» Proletariat braucht nur zuzugreifen. Und warum tut e» da» nicht«" "fldle Folgerung, die die„Rote Fahne" aus diesen Worten gibt, ist die, daß in der Berliner K. A. P. D. die Neigung vorhanden sei. mit denen Kuhhandel zu treiben, die die politische Macht„frei ausbeuten", d. h. mit den militärischen Putschisten, die Fühlung mit der Arbeiterlchast haben. Gegenüber den Anschuldigungen der„Noten Fahne" deröfsentlicht die Zentralleitung der K. A.P. D. folgende Erklärung: 1. Am 18. April nahm Nr in der Piebahn»AffSr« genannt« slnjmacfcc Kahlert Verbindung mit der Zentrale de« Bezirks Verlin der il. A. P. D. auf, um«in« Aussprache zwischen ihr zmd NcichSivehrossizienen zweck» Bewaffnung der Arbeiierschasl herbeizuführen. Kahlert, der nicht Mitglied der K. A. P. D. ist, siant» bei der Zentral« de» Bezirk» Berlin kein Gehör, die Zen- ssrale lehnie vielmehr kurzweg ab, auch nur in«inem Wort mit Acichkwchroffizierrn zu dem angedeuteten Zw'ck zu verhandeln. Die Zentral.'eiwng der K. A. P. D. ist in der Angelegenheit von leiner der beirtliglen Siellen angesprochen worden; sie hätte natürlich denselben Bescheid gegeben wie die Zentral« de» Ber» slincr Bezirk«. 2. Di«.Rot« Fahne", da» Zentrolorgan der K. P. D. IsSparia'uSbuiid), teilt In ihrer Nr. 63 mit, daß einem zur «»geren Bekanntschaft de» im Kapp. Putsch heivorgeiretcnen ZCrebilsch-Li aroin gehörigen Herrn, der all Gewährsmann der SpurtakuS-Zentrale Präsentiert wird, von Trebitsch-Lincoln gesagt wr..n sei. man habe, um«inen Arbeiieraufststand herauszulocken, Vc..iandi!ingen mit der K. A. P. D. gepflogen, die K. A. P. D. habe sich.mit erfiärt, loszuschlagen. Diese Information, für deren Zuverlässigkeit sich die NeichSzentrale de» SpariatuSbundeS ver» bü., nimmt sie zum Anlaß, mehrere bekanntere Mitglieder her jt. A. P. D. in der empörendsten Weise zu verdächtigen. Die Oefsentlichkeit hat ein Interesse daran, zu wissen, daß vi. im Fall Viebahn so auch im Fall Trebitsch-Lincoln nicht dir gering st en Beziehungen irgendwelcher Art zwischen der K.A.P.D. und den Kappisten bestanden haben oder nach de'lehen. lieber die Zuverlässigkeit und über die Politisch« Bewertung von Müieilungen, die der Spartakusbund aus dem engeren Bekanntenkreise de« Herrn Trebitsch-Lincoln sich geben läßt, möge die Oefsentlichkeit selber urteilen." Bon dem Gewährsmann der„Nöten Fahne" geht un« serner iolgende Berichtigung der dort veröfsentlichten Darstellung zu: .Linco'n-Trebiisch" äußerte sich: die Arbeiter wird man für em solche« Unternehmen bekommen, auch wenn man die Führer nicht dazu bekommt. Sollten sich die Führer wider» setzen, so würde die Eniwicklung über sie hinweggehen. von der K.«. P. D. ist in der Unterhaltung mit L.-Tr. Überhaupt nicht die Rede gewesen." Au« dieser Berichtigung geht hervor, daß die„Rote Fahne" die Aeußerungen ihres Gewährsmannes u m g t- f ä l' ch t hat. um die K. A. P. D. mit den Kappisten in Verbindung zu bringen. Diese Methode richtet sich von selbst und muß auch von den politischen Gegnern der K. A P. D. auf das schärfste verurteilt werden. Anders steht es mit der grundsätzlichen Kritik der„Roten Fahne" an der K.A.P.D. und ryren Führern. Diese Kritik ist durchaus berechtigt. Utch big Arbeiter haben allen ffirunfe» den W:rr?opfen imü Putschist?«, die im Namen der K. A. P. D. sprechen, init dem größten Mißtrauen zu begegnen. Re xMNttsche Vellm«!?. Da8 Neichswehrministerium hat nach Pommern eine militärische Unters uchungskom Mission ge» schickt, die soeben zurückgekebrt ist und einen amtlichen B e r i jch t verbreitet, wonach in Pommern olles in bester Ordnung ist. Natürlich! Die Konimission war ja auch nicht beauftragt, Material über„bevorstehende Spartakus- Unruhen" zu sammeln. Wenn es sich darum handelte, dann würde jetzt sicher in Pommern bald alles in hellen Flainmen stehen. Aber Landbund, Baltikumer, Reichswehr I Keine Gefahr; bei weitem nichtl„In militärischen Kreisen glaubt man nicht an eine aus Pommern kommende Umsturzgefahr." DaS glaubt die militärische Kommission, allen anders lautenden Meldun- gen zum Trotz, vor der Oefsentlichkeit„feststellen" zu können. ES genügt zur Charakterisierung dieser„amt- lichen" Meldung, daß der Führer der Kommission der Ge- neral v. Oldershausen war, we'land Stabschef bei Lllttwitz. derselbe Herr also, der in der Nacht vom 12. zum 13. März gemeinsam mit den Generalen v. Geeckt, v. Oven und dem Admiral v. T r o t h a sich weigerte, mit Roske zur Truppe zu gehen und die Rebellen vor der Stadt mit Feuer zu empfangen. Der republikanischen Re- gierung liegt anscheinend viel daran, sich von denselben monarchistischen Führern wieder auf den Leim locken zu lassen, die sie am 13. März nach Strich und Faden herein- gelegt haben. Sonst würden sie die Böcke nicht zum Gärtner machen und Leute mit der Erkundung der Lage in Pom- mern beaustragen, die gar keine anderen als rosenrot gefärbte Berichte mit nach Hause bringen können. Wie eS in Pommern wirklich aussieht, das haben wir in unserer gestrigen Morgenausgabe einwandstei nackige- wiesen. Inzwischen ist eine Reihe von neuen Ereignissen festzustellen. In Greifswald sind drei Kompagnien Battikumer eingerückt und haben sich aus die umliegenden Gütern verteilt. Im Kreise Grimmen hat sich eine Or- gantsation zum Kampfe gegen den Bolschewismus gebildet. Sie steht unter der Führung deS Oberleutnants Selbmann, eines Kapp-OffizierS, und erhält durch Werbungen starken Zustrom. Für das Wehrkreiskommando II in Stettin sind am Sonntag zwei komplette Panzerzüge aus Berlin eingetroffen. Merkwürdig ist dabei, daß das Wehrkreiskommando II nichts von dem Eintreffen der beiden Panzerzüge wußte und laut einer Erklärung die Züge ans Berlin auch nicht angefordert hatte. Auch dem Stcktiner Polizeipräsidium und dem Kommando der Sich er heitspolizsi sind die Panzerzüge ganz un» erlvartct angekommen. Wer hat die Züge also nach Stettin dirigiert und welchen Zwecken sollen sie ditznen? Vielleicht kann der General v. Oldershausen einige Auskunft darüber aeben. Wie ernst nach all diesen Vorgängen die Lage in Pommern zu beurteilen ist. das geht reckst deutlich aus einem Artikel des„Berliner Tageblattes" hervor, in dem es heißt: Di« Junker wollen unter allen Umständen ihre frühere Machtstellung wiedergewinnen; dazu ist ihnen jede» Mittel recht. Wie sie vor 100 Jahren gegen die Strinschein Reformen gekämpft baben, so wehren sie sich, wenn auch mit anderer Methode, gegen den neuen Staat. Der Putsch wird kommen, wen« r»«ach dem Plan de» leitenden Personen die rechte Zeit ist. Da» ist die Zeit nach der Destel« lung, die in«twa vierzehn Tagen vorbei sein wird. Vorläufig rückt man di« Ernährunsifrag« in den Vordergrund. D>« Großstädte sollen von der LebenSmittelzusuhr abg-schnürt werden. Ein Landwirt klagte mir gegenüber darüber, daß von den größeren Besitzern Vieh ohne Zwang überhaupt nicht mehr abgeliefert wird. Vielleicht wird man auch nach der Bestellung einen Konflikt mit der Landarbeiter» schaft, dar ohnehin sich vorberettet, abwarten, um loSzusch'agen. Dann könnte der allgemeine Kladderadatsch über Nacht«intreten. Diesen Gedankengängen ist sicher mehr Glauben beizu- messen. alS den tendenziösen Auslassungen monarchisti. scher Generale. Die Gefahr in Pommern wächst von Tag zu Tag. Am schlimmsten sind die Zustände im Stralsunder Kreise und auf Rügen. Heute hat die Negierung noch Zeit, d i e G e f a h r z u b a n n e n; morgen ist e» vielleicht schon zu spät. Ali«! Tage«iNUrdiNalm. Im Austrage der Rrlchsregierung und unter Verwendung amtlichen Material» veröffentlicht der Presse-Reserent in der ReichSlanzlei, Karl Brammer, ein, Broschüre, die Dokumente de« Kapp-Putsche» enthält. Die Vorgeschichte de» Putsche» ist sorgfältig verschwiegen, offenbar weil die Regierung fürchicte, die Schuld ihrer Vorgänger, der Herren Bauer und Nolle allzu deutlich zu kennzeichnen. Di, Dokumente, die die Kundgebun- gen der Kapp-Lüttwitz-Regierung, ihr, Verordnungen und Be» fehle«nlhalten, beweisen die Hilflosigteit der Militärdikiatoren. Unier allen Dokumenten findet sich kaum«in einzige», da» nicht faustdicke Lügen enthält. Di, stüge war die einzige.Tat", zu der diese Militär» sich aufschwingen konnten. Am interessantesten sind die.Dokumente der Treue und Untreue". Sie beweisen, wie weit di« Verschwörung über da» Reich ausgedehnt war, wie wenig Herr NoSke über die Unzu» verlässigkclt seiner Truppen orientiert war und wie berechiigi alle Warnungen unserer Genossen waren. Abgesehen von Würt. temderg und Boden war di« Situation eigentlich nirgend» kiar für die Regierung Ebrrt-Bauer, wenigstens nicht in den ersten Tagen Daß der General Walter vor dem Sturz der Kapp- regiming sich noch rechtzeitig in der komplizier«« Situation zurvchtfand. scheint ihm auch noch dies« Broschüre alS Verdienst anzurechnen. In Weimar«rklärte der Gcncralmaior Hagen- b e r g vi» stellvertretender Kommandeur der Reichswehrbrt- gad« 13, daß die Weisungen der neuen Regierung zu befolge» seien. Für Mecklenburg-Schwerin,»Etrelitz und Schleöw'g-Hol- stein versuchte der Befehlshaber der Reichswehrbrigade S, General von Lettow-Vorbeck die Militärdiktatur gleichfalls zu er- richten, indem er die StaatSregieruNgen zum Rücktritt zwang und sich al» Militärbefehlshabcr hinter die Herren Kapp und Lüttwitz stcllie. Für den Gouvrrnementsbereich Kiel er- ließ ver dortige MilitärbesehlShaber Admiral von Levetzow eine Bekanntmachung, in der er sich für die neue Regierung er- klärte und betonte, daß auch der Chef der Admiralität sich mit de; Marin» der mimm««aiwun« zu, Cufügung»«Mt ftcfe Des Regierungspräsident Panitz und de? Kieler vkechZvgsse meister Linde mann schlössen sich ihm an. Der schleSwig- holsteinisch« Landverband, dem auch der Bund der Landwirt« angehört, sprach der neuen Regierung sein Vcrirauen auS. In Hamburg. illiona erließ der Garnisonälteste Freiherr von Man» gen he im eine Kundgebung, in der er die bisherige Reichs- regierung für aufgelöst erklärte. Die meisten Anhänger aber fanden die Hochverräter in den Provinzen Schlesien, Ostpreußen und in Pommern, wo der Pommersch« Landbund sich für di» neue Reoierung einsetzte. Eine große Zahl kompromittierie« Persönlichkeiten wird aufgezählt und die Namen sehr vieler ver- mißt man. Aber am meisten muß e» verwundern, daß die Re« gierung so viele Schuldige kennt, ohne daß bisher über ihr» Strafverfolgung etwa» bekannt geworden ist. Was ist mit dem Oberpostdirektor S ö n k s e n, der al» Kappscher Postminister sein Amt anzutreten versuchte? Wa? ist mit dem Herrn von Heim bürg, Herrn Harnisch, den Kappschen Presserefe- renten? Diese don der Regierung hera»»gegeben« vroschür« bietet reiche» Matrial für die Wahlen, denn sie zeigt nicht nur den wahren Charakter der nationalen Parteien, sondern auch di« Hilflosigkeit und Unzuverlässigkeit der Regierung, die zuerst in der ebenfalls abgedruckten Proklamation die Arbeiter zum Ge» neralkireik gegen di« Putschisten ausrufen ließ, dann aber selbst der Liigenparol« vom kommunistischen Putsch und dvohendsa Brischewismul verfiel. Die AeichsexekNiiM gegen Mhn. Der Genosse Bock- Gotha hat folflenbe klein» Anfrage in der Nationalversammlung eingebracht: In Gotha ist die Reichswehr eingerückt und der AuS» nahmczustond verhängt. Beide Maßnahmen werden damit begründet, daß gesetzlich geordnete Zustände in Gotha herber- geführt werden sollen. Diese Maßnahmen werden von der großen Mehrheit der Bevölkerung als eine u n g» r echt e, auf einseitigen Informationen beruhende betrachtet. Gotha befand sich nach dem Kapp-Putsch wieder in völliger Ruhe und Ordnung. Durch die Eingriffe der ReichSregierung„nd der Reichswehr ist jedoch diese Ruhe und Ordnung bedenklich gefährdet. Die Bevölkerung fordert daher die sofortig« Zurückziehung der Reichswehr und die Auf- Hebung des Ausnahmezustandes. Was gedenkt die Regierung zu tun, um der friedlichen Entwicklung der gothaischen Zustände kein Hindernis zu bereiten und der B« völkerung die Beruhigung zurückzugeben? , Vis AvMstmg der Anwohnerwehre«. Ein» Note der deutschen Regierung. Di« deutsche Regierung hat m den interalliierten llebett wachungSauSschuh«ine Note gerichtet, in der gegen die gefordert» Auflösung der Einwohnerwehren protestiert wird. Di« Regierung behauptet, daß die Note der Entente von falsche» vorautsetzungen autgehe, die Einwohnerwehren seien nur al» OrdnungStruppen gedacht gewesen,«in Kampf gegen au»- wärtig« Gegner habe ihnen ferngelegen. Im Kampf fü« die Ordnung hätten sie sich jedoch gut bewährt, vor allem sei«» ihnen auch zu danken, daß im vorigen Jahre die Nätcheweg«»» i« Bayern nicht weiter um sich gegriffen habe. Wie die Regierung zu dieser letzten Behauptung komme»! konnte, ist un» völlig unklar. Denn zur Zeit der RSteregierun» in München hat e» in Bayern Einwohnerwehren überhaupt noch nicht gegeben. Diese sind dort erst in» Leben gerufen worden, al« im Sinn« der Regierung die.Ordnung" längst wiehe« hergestellt war. Im übrigen halten wir«» dafür, daß di« Regierung sich diese Note Härte schenken können. Di» Auflösung der Einwohnerwehren ist aus Gründen der öffentlichri» Sicherheit zu einem dringenden Gebot der Stunde geworden- Denn sie haben sich während der Kapptag« a!» ein willenlose» Werkzeug der Reaktion erwiesen. Da» sollte doch auch d« Regierung bekannt geworden sein. Die Enlenke-ßsksereaz in San Mm H. N. Pari», 19. Aprll. Matin berichtet, daß die Unterredrmg zwischen Milleran» und Lloyd George zuerst sehr kühl war, später aber wieder auf den alten herzlichen Ton kam. Der Gedankenaustausch beide» berührte etwa folgende Desichltpunkle: Frankreich wünscht di« genaue Aulführung de» vertrage» und«in« gründliche Abrüstung Deutsch« land». England gibt sich mit der Abrüstung Deutschland» zufrieden, will aber auf dem Kontinent Schiedsrichter zwischen den Mächten bleiben, damit kein Staat die Uebermacht gewinnt. Außerdem wünscht England Hegemonie im Osten. Di« Gefühl« de« italienischen Volkes sind im Augenblick gegen die Alliierten, vor allem gegen Frankreich gerichtet. Dies« Aenderung der Gefüble soll noch auf die Clömenceausche Politik zurückzuführen sein, die in italienischen Augen chauvinistisch, roh Und verächtlich war. Der 1. W in Belgien, vriissek, 19.«prtl. Im VolkZhaU» fand ein Sozialistenköngreß statt, dem auch die sozialistischen Minister beiwohnten. Der Kongreß beschloß für den 1. Mai«inen 24stündigen Streit, an dem sich lediglich die Eisenbahner nicht beteiligen sollen. Ferner wurd« beschlossen, die Anwendung de? Gesetze» betr. die Verfolgung gegen Angriffe auf Freiheit von Arbeitern, die in lärtikel 819 enthalten ist, zu verlangen. Der Landesverband der S t a a t S» beamten hat einen Proteststreik für den 1. Mai be- schlössen. Dieser Streik richtet sich gegen da» Versäumnis de« Regierung, der Teuerung in bezug auf die Gehälter Rechnung zu tragen. Eine Folterkammer im VreSlauer Generakkommando. Da» .Verl. Tageblatt" teilt auf Grund zuverlässiger Feststellungen mit, daß im Gebäude de» Stabe» des Generalkommando» in Breslau ein« vichtige Folterkammer bestand, deren Wände mit Nägeln gespickt waren und der vi« während der Kapp-Toge ver- hafteten überaniwortet wurden. Auch hierin kann der weiß« Terror in Deutschland dem ungarischen Beispiel folgen, ohne daß die Schuldigen zur Rechenschaft gezogen uerden. Die Zukunft DanzigS. Ja einer Besprechung zwischen de« polnischen Regierung und dem Konunissar für Tanzig, Tower. wurde vevobredet, daß Pole» di« Labensmittelorrlorau«» Dacuto» bis tut E«ut« wttuctzmtn loä.» TMet und veiWWW. Volksbühne Theater an BOIowpIate 7*1 Uhr: Paul Lance und Tora Parsirerc. Kenes Köpenioher Str. 68. 7 Uhr: UraiiftChrunK:» I1>0 Brjider Karamaaow". Stsatstheaier Opernhans: »Uhr: Frau ohne Sohattoo. Schauspielhans: 7 Uhr: Zum 300. Male: Minna von Barahelin. "Täirelrtion: Laa feeinhardl Beufsclißs Töpfer Ti Uhr: Dame Kobold. temersDiele 7% Uhr: Stella. Großes Schanspieüraiis TU: Der v"ellfe'1ftenand (5. Abtoiloni?» III. Abend). etri MBinhar i— Feßfl. Bernaiier Theater L d, RßnisnrOt�r Straße 7" Uhr: Könie Nicolo Mittwoch; Kiiuic Nicola Do.: Schloß Wetterstein Freitag;„S i e" Homödienlians |8 TJhr: Der Herr Mfnlaier mit Max PaSlenbersr Berliner Tlie&ier r Uhr: Der letzte Walzer mit Pritzi Massar;, Otto Storni, Ears Kasimaua usw. r: Pygmalion 7i Uhr: P-fKrtsnllon 7i Uhr: MIttw------------- ,,. Donnerst. 7 Uhr: Peer Oynt Äf- KßBascrie (Adalbert 0512. Haackl 'Trlanon-ffisatep IBahnhof Kriedrlchsuafle) Täelloh iS Uhr; My r rha Sonntag 4 Uhr: Herrschattlächer Diener sesuelit "leslte- Theater (Eiadtbahn Jannowitabrüche) (Untsrgruudbahn Kloslerstr.) Täglich VS Uhr; Die DM�okü ven Hern. Sndcrmann. 5 onntag 4 Uhr: Per gtiie Rai Heues lÄRhaus Direktor: Jona Krön Allabendlich 7 Ubr Äü Min.: Die kleine Hoheit Sontitag den 25. Aoril ?' Uhr- Dante ▼.Cirec� Rose-Theater 7i, U; Das Lied der Liebe WäSSäiia-riJäeat« Stgs. 34U.: Cnnrdarfiürntin. 74 uhr: Dfif RastBlbinßer ' Casmo- Theater nuhr:Ei!ra!!er Sünder Sonntz. 3t Uhr: Onkel Morile Theater am aotihnssr Tor Tel.: Moritzplata 14814. Täzl.: Th, and Sonneac oactini. 3 Uiir: Elite-Sänser Horst. P u selll, I, Srtrjitr. Sihülurt«te. BIüthcen-KMüjrl Vorv. II-IS n. 4-6 U, ApoSio-TIicatep Friedrichs tr. 21S. Allabendlich fji 7 Sonntags 3' s a..'' ünüijsnreifüßlies Variete-Pfegramm! n GKBtSimi T» sl. 74. Sonnig, 34 n.74Uhr Daa sr. Circusproigr. und d e erfolgr. Pautora. „Der WIliMIer m. d.„Wanderfoatäo«" WotiBüngscSDricDlüngen sowie dnzeln.MBbelstiicke z» bill-sstan Preisen. Kleinste Anzahlune Bequemste Abzahle. »aar firdßte KCetaieht 1" Or A. Stein OranlenstraGe 1 "jä Mocbbalin-Statioa Oranlenstr. QaEedtllber, Kopfer, Messias, Blei, Bink Atetal Ibruchhandlunx A. Auktun, AeakMla. StelBUfitzfittf« 18. ifs *amZOO Heule 6*4 Uhr URAUFFÜHRUNG dea grossen Maxiro-FUms lie Drüber aramafoff aaoh dem slelchoamlgeB Roman vor Dostojewski ßagte: CarB FroeiicH HAUPTDAB8TBLLEB; Hanna Ralph/ Irmgard Bern Alina Griffycz-Miiewska Emil Janninge Werner Krauß/ Friiz Kortner Herrn. Thimig/ Bemh. Götzke .......■Mihi Lag.. IIA limi 2*« Vorstellung 8/49 Uhr VorverhauVi 11 bis 1 Uhr Ehren« u. FrelharSen ungANIgl S.V--*.• X �" Schauspiol In 8 Akten In don Hauptrollen: | TcmgaiD VM/Me Mörse/ tmmb öelüt/ MlHM ükgetoann/ M LM Mozartsaal am NoDendortplatz Die Abeikeuer der Marcg&üse von tcömgsmark (Ans dem Leben etaer Gchrlmsgentln) 6 Akte mit Oasny Servaes/ Vloletta Naplerslca Heinrich SCiiroth/ Albert Fatry Xeeo. cies? E3nt£tilii?ex> Schwank von Oskar Blnncnthal mit Leo Peykert K a mm e r 1 1 cht sp i e I e am Potsdamer Platz Kohttiiesers TOcMsr Iiustspiel mit Henny Pey&en Emil Janninas Bepio; Ernst Lubltseh U.T Nollendorfplatz 4 U.T Friedrlohslrtsse ISO U.T Aloianderplat/. U.T Weinbergewog 16 Indlsthe Sache 5 aboutouorliclieAktc yon R. Liedmann a. Georfj Jacoby mit Edith Meiler/ Harry Liedtlce Qeors Alexander/ Doset Pelerhanns Begie: Georg Jacoby U.T Schöne berg, Hnnptstr. CiefessaMe M�rischen Drama in»Akten Hauptdarsteller: Damen: Dorsch, ICofistantln, CrOning Herren; Kaiser-Titz, Hartm-nn.vleselmann U.T Hasenheide 20 I>ie Rose des Ostens Üla Llebe«r®mau Ii ü KA�lteln In der HaaptroUe: LSBly MDfSsChk® Romeo and JuKa im Schnee Lustspiel von Manns KrAFy und Ernst Lssltscb mit Lotte Neumann Begie: Ernst(.ubltsch .................. Wochentag, ab 7 Uhr, Sonnte«»: Beginn« l t Sosösn erschienen! Kseöen erschienen! »-s« Vie Tribüne Man kese den ZeiiarftKek: Varum ich der(U.K.fp. Leiirai tJ«« Rark A ch n e id t I!:-3„Die Triöünc" ist Lei»Ten AtraßenSandkern und an fämittchen AissKen zu HaLen. Preis 40 Pfz. „Triöüne-Verkaz", �immerskr.Zö Maße Friedrichstr.) Acheliei KM!si!is!Isi-VsidsiilI VettvalFungssiells Berlin. ?! TodesanzaSge. Den KoHezea znr Nachricht, da» nnter Kollefs, der 1 Werkrcngncchor Kurt Sehade | NenkSIIa. Mareschsir. 8, am 13. d. Mts. gestorben Ist Die Beerdigung findet Dienstag, den 30. d. Mts., nach—.Ittags l'/.Uhr, von der Leichenhalle des Qemrinde- 1 Friedhofes. Marlendorfer Weg, ans statt. Rege BetelMgnng wird erwartet Ott Kamfferain der Avxntgarde du renhttfmSrm und mtematimalm Gefrtn. Soeben rreebeiat! 4. Jahrgang Heft 6 DAS FORUM HERAUSGEBER: WILHELM HERZOG WiiKcim Hersog: Was liefern wir au» 7 Wahrheit über Sowf etmBland 1 Lenin: Die kornnmetifchca Sams'* tai'e A« Lunatschsrski: Die Volks bü�ong in Sow- retrußland Gocde; I)i« Transport- and Er- nührung« frage in Sowjet- mßland Arthur Raasojce: Das Komitee da« Staat» liehen Bauamte» Douglas Goldring: Briefe ans der Verbannung Wilhelm Herzogt Dem toten Kameraden Ludwig Rubiner Das Heft 4 Af. Viertal jahrJe 10 W. Manaih I Heft 2m horiaTten durch fade gute Buchhandlung Coetav Klepenheoer Verlag Potsdam II rereüiipg oer �cMsfreunde Berlin N 24. Friedrichstraße 127, nahe KarlstraBo dla EgchtsTasfec�itci d..Tic�can PncliknLig! ProzcBabiü:luair— Sorcchzei: 9—8 Uhr. • Bisher rregen 120 000 Pstsuchende. .1. Speziai-Beha�dBung v. Gcsciileciils. Hanf-, Harn-. Frauenleiden, spes. veraltete. hartnäckige Harnleiden, nerv. Scnwäche. E-Ivarsan-Kuren. Urin- und Blutuntcrsnchnng, Licht- und Flnsen- Behandlung Eloktr.Dürchlcuchtung, Bes:rah umren. OeirennteWarto- rinmer fär Damen und Herren. Aerztllcbo IIwilaimtalL Löser, Münzstr. 9, # Spezialbe�andlung H- lUr Haut, und am Weddingplats 3J2liSS3Mf.29 iiaticderTurastraßc &.Bsl5aliofsir,2 Ecke Schöncfcergcr Str. am Antiaaer Bahnhoi z. üsnhöHn Kaii.-Friedr.-Str.22© nahe Hermannplntz 6�8lte�2 am Baltenplatz. Machpuf! Den Kollegen:at Nachricht. daS unsere Kollsgen, der Mechaniker Paul Eistet ans 6. d. 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Da dies« Versammlung die wichtigste de« Jahre« ist,'-nutz jeder Kolleg« und Kollegin unbedingt- er» scheinen. ' Mitgliedsbuch l-gitstsiertt Bnuschloffer. slckt«ug: D-mnersiOÄ de» LZ. April 1020, abends SH Uhr. Standen-BnsammSnng der Mmschlosser und der Kollegen 00» den Betrtede« für gelochte Bleche in dem Arbeitsnachweis. Linie irllr. 8Z/A. Tagessrdming: 1. Bericht über die verhandlungel» betreffs der T-usrungszulassn. 2. Stellungnahme 31» Tari fi'.ii ndigung. 2. Diskusston und Verschiedene«. Di- Branche erwartet, daß in Anbetracht der wich« tigen Tagesordnung von alle» Debrieben sämtliche Kollagen erscheinen. Ohne MlrgNedsbuch dein Zutritt. i Donnerstag, den 28. April 1920, abend« S Uhr, RMchenversaAMlms der Wickle» Wicklerinnen. JsoNerer. Imprägnier«» und Kollektorbauer Berlin» und Umgegend in der Schul aula, KsppenpOa�zHA» Togesordnunz: L Tarisangelegsnheiten. A ve» schieden es._ Donnerstag, de» 22. April 1920. abends 5 lshE Lranchen-Versimimluiiz der Matalldrü.-i»« Sev ff Berlins im Lokal„S ü d» O st�, Waldemarstr. 7ll. Tagesordnung: 1. Stellungnahme zum XotifoSfrOtn» wen. S. Verschieden««. Alle Branchenbounnisftonen der velbmetallindustri» st tri dazu eingeladen. Am Donnerstag, den 22. April 1920, abend« S Uhr, in den„91 a t i 9 n a l» 8 e st( ä I« n", KommsndauteiS strost« 62, Kranchen-Verfammlnng der Metall, und Zte»o?»«rdrvher sowie Dreheritw«. i Tagesordnung: 1. Vortrag:„Di« Lehren de« Gen«» oalstrsiks�. 2. Diskustion. 3. Jahres» und Kosszn, dericht. 4. Branchenangelegenheitrn und Vcrfchiedencj, Ohne Mitgliedsbuch bei» Zutritt. iöi Rohrleser««ö Helfer! Sonnabe.td. de« 84. April 1220, abends 4 Uhr. Lmuchen-Sersinnmlimii t« Sewerkschafiehaus, Engel-Ufor 1Z(Saal 4J. Tagesordnung: 1. Bericht von den Bsrhaudlunxcn der Tchllchtungskommission üb« den Abschluß de« Tarifvertrages. 2. Diskussion. Z. Verbands- und Branchsinrngelogenheiten. 4. Derschiedenes. Mitgliedsbuch legitimi-rtt Die Kolleg»« werden ersucht, pünktlich zu erschei» nen, da dar Soai die um 7 Uhr für eine andere Set» sammlunz geräumt sein muh. Die für Mittwoch, den 2L April 1320. angesagte Theatervorstellung im B«rnh«d-Siose.The-ter findet nicht statt. Für die gelösten Billett« wird das Seid in der Der- samnihing zurückgezahlt. _■__ Ate yrt»verwa!t»n«. EioHtroinMofe Gleichstrom:: Drebstrom kauft lnijeDieflplJiipeM SeMiclilian Bortln W». l.lokstr. IS. Lüttow 3706 und IZit- stja Metalle Kupfer. RotsiiB. Biel, Atessing. /Ink. Zinn. LatrermetaU usw. kauft«u anSbcvbletbarcn Tagatpreiseu Zuckermsnn, Ehaswer SixaCa 9, vorn II. Norden 4661.�-«----- Kugifer bis 12,00 Massing 5, CO Blei �„ 3,00 Grellstrasae 33 *m Bahnito! Wefflenjee, sei Ii s M Eli als iiißra später möglichst als Buchhandlung benutzbar, sofort gesucht., Verkehrsreiche Qegend bevorzugt. i Konuffitflittkc!» Parts) Dsutsctilands, Angebotet BacMutudiang K. P- D., Warth«»tr, 69, Ausgekämmtes Maarl kauft zu hüchr'en 38. I 133. MW W«5reW!l" Nevslag. A. April ISA j Deutsche Lationalversammlmg. 165. Sitzung. Msntag. den lg. April. Auf der Tagezordnung steht die dritte Lesung bei Gesetz- ßmwurfZ üder die Grundschule und die Aufhebung der Vorschulen. . Abg. Mumm(Dnat.) feiert die Schule als«in Werkzeug sozialer Versöhnung. Der Religionsunterricht mttb erhalten bleiben. Abg. Zocphel(Dem.): Ein Gewissenszwang soll nicht«nie. geübt werden. Minister des Innern Koch: Die Wünsch« des Abgeordneten Mumm find zum großen Teil schon durch die Verfassung gewähr« leistet. Einzelne Schwierigkeiten werden im Einvernehmen mit den Ländern beseitigt. Eine Schmälerung der Gewissensfreiheit soll nicht vorkommen. Abg. Runkel(Dnat.) tritt für die Vorschuklehrer ein. Das Gesetz wird darauf unter Ablehnung aller AbänderungS- totrage in dritter Lesung angenommen. Das Gesetz über die Versorgung der Militärpersonen usw. sowie das Besetz über die Kosten der KriegSbeschädigtenfürsorge werden dem sozialen Ausschuß überwiesen. Das.Hau» vertagt sich aus Dienstag 1 Uhr: Anfragen, Anterpellalionen über Eupen und Malmedh und über den Durchgangsverkehr nach Ostpreußen, Befriedung der G«. bäude des Reichstages. Erhöhuttg der Postgebühren, kleine Vorlagen. Schluß 4� Uhr. 1� Gewerkschaftliches. Zum Streik der Angestellten im Eastwirtsgewerbe. Gestern hielten die streikenden GaschauSangestellten vier Versammlungen ab, in denen die Redner zu den Verhandlungen prit den Arbeitnehmern Stellung nahmen. In den Kammerlichtspielen berichtete Schröter Wer den Verlauf der gestrigen mehr als siebenstündtgen VerHand. lungen der Arbeitgeber und Arbeitnehmer im Esplanade-Hotel. Er teilte mit, daß nur über einen Punkt eine Einigung erzielt worden ist. Die Arbeitgeber haben sich dereit erklärt, den Tarif- .vertrag am Mittwoch srüh zu unterzeichnen. DaS Angebot der Arbeitgeber hinsichtlich der Teuerungszulage bezeichnete der RÄ- »er als undiskutabel. Die Gastwirtsgehilfen bestehen unbedingt aus Zahlung einer wöchentlichen Teuerungszulage von minde- stens 45 Mark, wi« sie die KaffeehauSbesitzer zugestanden haben. Auch auf der Forderung der Gewährung einer Abfindungssumme wird bestanden, doch sind die.Arbeitnehmer bereit eine Abstufung in der Höhe derselben nach der Leistungsfähigkeit des Betriebes zu dewilligen. Die Forderung auf Bezahlung der Streiktage und die Folgerung hinsichtlich des Mitbestimmungsrechtes bm Neueinstellungen, wird aufrechierhalten. Die Versammlung billigt« einmütig die Haltung der Streikleitung. Vom Referen- t«n wurde noch mitgeteilt, daß bereits 400 Betriebe von den 1000 Betrieben, die Angestellte beschäftigen, die Forderungen be- willigt haben und datz dadurch die Zahl der Streikenden von L7 000 aus 10 000 zurückgegangen ist, was einen großen Erfolg der Arbeitnehmer bedeute. In den Kreisen der Arbeitnehmer ist dt« Erwartung vorherrschend, daß auch die übrigen Forderungen anerkannt werden. 'Für die männlichen und weiblichen Htlfsaagestellten werden kostenlose Kinovorstellungen veranstaltet, damit dies« jugsudlicben llngestellten nicht auf der Straße zu verbleiben brauchen. Generalversammlung der Tapezierer. Ein« Versammlung der Tapezierer nahm einen Bericht von psien vom Verbandswg in Halle entgegen. Er berichtete ooit xr am 1. Mai stattfindenden Verschmelzung mit dem Verband der'Sattier und Portefeuiller und erläuterte das neue Statut, da» auf dem V«rband»iage beschlossen wurde. Er teilie weiterhin mit, daß die Opposition von Berlin, Leipzig u. a. Orten einen sehr schweren Stand hatte, und daß durch die Zusammensetzung des VeröandStages die Anträge derselben glatt unter den Tisch fielen. Ein Antrag von Hamburg, den von den Berlinern aus- geschlnssetien Tapezierer Wels wieder aufzunehmu, wurde auf lebhaften Pretest der Berliner Delegierten zurückgezogen. Ein Antrag auf Beitragserhöhung rief auf dem Verband! tag««inen Antrag der Opposttton hervor, darüber ein« Urabstimmung statt- finden zu lassen, der aber erst abgelehnt wurde. In der Diskussion trat ein« scharfe Mißstimmung der Ber- liner Mitglieder gegen den.Hauptdorstand zutage. Mit der Tätigkeit der Berliner Delegierten erklärte sich die Dersamm- lung einverstanden, aber den Mitgliedern des HauptoorstandeS wurde glatt das Recht abgesprochen, als �fieressenvertvetung der Mitglieder zu gelten. Die Rednet erklarten, daß sie weiterhin im Sinne der Opposition arbeiten werden, um innerhalb der Organisation annehmbare Zustände herzustellen. Eine lebhafte Diskussion rief die Frage der auf dem Ver- bandstage beschlossenen Beitragserhöhung hervor. Von vor- schiedenen Rednern wurde ausgeführt, die Ablehnung der Bei- tragSerböhung als Mißtrauensvotum gegen den Hauptvorstand zu beirachten. Nach längerer Diskussion wurde auf Antrag be- schlössen, diese Frage bis zu einer demnächst einzuberufenden Ver. iamtirlung zu vertagen. Als unbesoldete Mitglieder in den Haitptvorstand wurden Beelitz und Leu! gewählt. Außerdem wurde aufgefordert, sich zahlreich in die Listen der TicherheiiS. nd Ortswehr eintragen zu lassen. Der 1. Vorsitzenlde Gerhard gab nuitt den Bericht vom SchlichwngsauSschuß, dieser bat folgenden Schiedsspruch gefällt: für Gehilfen bis zum 2. Gehilscnjahre Mindestlohn ab 23. März S.SO M., ab 12. April 4,30 M.. für alle anderen Gehilfen Mindest. lohn ab 23. März 5 M., ab 12. April 5,40 M. Mindestlöhn für geübte Näherinnen ab 23. März 8,40 M., ab 12. April 3,80 M., für ungeübte Näherinnen ab 23. März 2,70 M., ab 12. April 8,10 M., sofern dieselben ein Vierteljahr im Beruf tätig find, er- halten sie die Bezüge der geübten Näherinnen. Außerdem für alle zur Zeit bestehenden Löhne ab 23. März einen Zuschlag von 1 M., ab 12. April einen solchen von 1,40 M. Di« klnternshmer erklärten den SchicdZsrpuch für unannehmbar, und haben denselben einstimmig abgelehnt. Der Vor- stand hat sofort Rekurs beim DemobilmachungSkommissar ein» gelegt, um dem Tarif Rechtskraft zu verleihen. Beschlossen wurde ferner, daß sämtliche Mitglieder einen halben Tagesverdienst für die Opfer des Kapputsches zu zahlen haben. Achtimg! Funktionäre der Berliner Metallindustrie! Am Freitag, den 23. ds. MiS. findet in den Prachtsälen des � Ostens, Frankfurter Allee 48, eine AFA-Fuktianär-Versammlung der Berliner Metallindustrie statt. Beginn 7 Uhr. Thema:..Der Stand unserer Tarifverhandluwgen." �Mitgliedsbuch legitimiert.) Funktionäre, euer Erscheinen ist Pflicht. Arbeitsgemeinschaft freier Angestellten OrtZsekretariat. Berlin«W. 61, Belle-Alliance-Sir. 7/10. Die Kellerarbeiter in ber Lohnbetvegung. Sine stark besuchte Bersamwlung der Bertvauenlleute auS den Weingroßhaewlunyett sowie Likövbetrieben Groß-BerlinS, 4ne im Deutschen TranSportarbeitcr-Verband ihre Vertretung haben nahm am 16. ds. MtS. Stellung zu den Verhandlungen der Ar- beitgeber, worüber der Branchenberaler P. Liebenow Be- richt erstaiiete. Gefordert wurden, nachdem sie in den Tanfver- trügen festgesetzten Lohnsätze forut- und fristgerecht zum 31. März gekündigt waren, je nach dem Alter Löhne von 80 M. bis 250 M. pro Wotbe. Für Weibliche 30 Proz. der Sätze und für Kutscher und AuShilfsaröeiter 10 Proz. Zuschlag.— Nach längeren Berhand- lungen vom 15. April machten atsbann gie Arbeitgeber Angeooie von 50 M. Zulage für erwachsene männliche und 40 M. pro Woche für wechliwe Ärbciter, während eine Regelung der Lohn- sätze für Jugendliche auch fernerhin der freien Vereinbarung unterliegen sollte. Da die jetzigen Löhne vom 1. Januar bis 81. März nur 120 M. bis 145 M. für Männer und 30 M. bis 09 M. für Frauen pro Woche betrugen, war das Angebot der Arbeitgeber zu tipviliO' nfuriorrfi tu SifTpin fäpi'nPhe rtllTil ffllrttTöIp llntifrk? Teil gesundbeitjchäoliche Tätigkeit auszuüben haben, wenig sozia. leS Etttgegenksmnicn übrig. Di- Aussprach: der Vertrauensmänner ging dahin, sofort die allerschärfsten Mittel deS gSjverkschaftlichen Kampfes in diesem Fall zur Anwendung zu bringen. Es gelang der Branchenleitung jedoch, die Beteiligtem davon zu überzeugen, daß zunächst all« Mittel versucht werden sollen, eine gegenseitige Verständigung �röeizuführen, und der SchlichtungSausschuß Groß-Berlin zweck» .eilegünz deS Streitfalles zunächst anzurufen ist. Dem Vor- schlage der Bramhcnleiwr.Z wurde durch ein» Entschließung zu- gestimmt. Der Reichstarifvertrag für die technischen Angestellten des Ba», gewerbcs ist einschließlich aller auf Grund desselben abgeschlosss, nen bezirklichen und örtlichen Tarifverträge bis zum 30.� Juni 1820 verlängert wobden. Der Deutsche Arbeitegöberbund für da> Baugewerbe will seine Bezirksverbünde anweisen, sofort, spatesten» aber bis 27. April 1820, mit den technischen Angestellten über di» Gewährung einer neuen TetterungSzulage für die Monate Aprih Mai und Juni zu den bisherigen tariflichen Bezügen(Gehalt zu» züglich Teuerungszulagen bzw. monatlichen Wirtschaftsbeihilsens in Verhandlungen einzutreten, durch welche ein angemessene« Ausgleich für die feit der Gewährung lder letzten Teuerung»« Zulagen in den einzelnen Landesteilcn eingetretenen Teuerung erreicht wird. Die Verhandlungen sind bis spätestens 15. Ma» zum Abschluß zu bringen. Wo für dit� kaufmännischen Ange« stellten des Baugewerbes besondere bezirkliche oder örtliche Tarif« Verträge bestehen, soll in gleicher Wei-e mit den kaufmännische» Angestellten verhandelt werden. Die Verhandlungen über � de» Abschluß eines neuen ReichStarifverträges und VertragSmustcr? für die Bezirkstarife sind fortzusetzen und so zu fördern, daß die«' selben an: 1. Juni 1820 abgefcklossen sind. Die neuen Bezirks« tarife sollen in der Zeit vom 1/ bis 30. Juni vereinbart werdend Eine Branchenversammlnug der Transportarbeiter de« städtische» Betriebe, Hafen- und Speicherarveiter, Samenhanbe lungen und Zementzentrale sprach dem früheren Branchenleite« Zeitz ein Mißtrauensvotum aus und wählte H a u S» wir: vom städtischen Ofthafen als Branchenleiter. Hauswirt wie auch die übrigen tmt gewählten Branchen kommifsion»» Mitglieder erklärten sich zu den Richtlinien der Jndustrieverbänt« (Bc'irielbsrülezentrale). Beim Punkt Verschiedenes wurde de« Reichstaris zur Sprache gebracht und einmütig abgelehnt; ebem« der Schiedsspruch des Zentralen AuSsckusse» betr. des Lohntarift� da dir Versammlung mit den Äinderzulagen de« Mogistrat»'nicht einverstanden ist, sondern gleiche und angemessene Löhn« für all» fordert. Freitag abend QVi Uhr findet im Köni-gstadtkasino, Holze marktstraße 72, eine Versammlung statt mit dem Thema: ,.Wi« bilden wir die Gewerkschaften zu Jnbustrieveübänden?" Ver, bandSbuch oder Karte legitimiert. Eine überfüllte Mtgliedervcrsammlnng der im Deutsches Transportarbeiter-Berband organisierten Backer, Hausdiener, Boten und weiblichen Personale aus dem Buchhandel, Papier, und Pappen«, Briefumschlag- sowie Buchbinderei-, Buchdruckerei- und ZeitungSvcrlagsbetrieben nahm am Donnerstag in Wilkes Fest» sälen zu der Haltung der Arbsitgeber-Vetchände über die einge- reichten Lohnforderungen Stellung. Genosse Podubrin und Haerling schilderieit kurz die Situationen und teilten mit, 'daß einzelne Firmen Teuerungszulagen gewährt hätten. Für die Briefumschlagbetrieibe sind Verhandlungen festgesetzt. Ick der Diskussion wurde unier Betfall festgestielt:, daß Branche n» leiter und Brancheniberater nicht einheitlich arbeiten. Eine Aen- dentng werde als unbedingt nölig erachtet. We<>en der drücke::- den Wirtschaftslage kam � zum Ausdruck, daß nicht mehr länger mit Verhandlungen gewartet werden könne. ES wurde ein« Entschließung angenommen, die das Verhalten der Arbeitgebe» scharf mißbilligt. Sollten die Arbeitgeber weiterhin auf einem hinhaltenden Standpunkt dertarren, sind die Avbeiineh». mer zum äußersten bereit." Den Mitgliedern wurde empfohlen, s in allen Betrieben um Getvährw�g einer Teuerungszulage vor» stellig zu werden. Betriebsräte! Meldet unverzüglich die Namen, Adressen und Organisationszugehörigkeit Eurer BetriebSrotömi tglieder de« ArbotlÄgememschäst freier Angesielltenverbänb«, OrtSselretaria» Berlin, Belle Allianoestraße 7—10. Achtung! Osramwerke' Die Wiederaufnahme der Arbelt erfolgt in der Füßefertigmacherei, Wickelei, Einschmelzerei, Kolben» Werkstatt. Pumpensaäl. Nachbrennerei, Lichtmeßwerkstatt, Lampenlager am heutigen Dienstag. Die Tellerdreherei nimmt di« Arbeit am Mittwoch und die Fnßqueischerei am Donnerstag wieder auf. Ausgesperrt« der Glühlampenfabrik A.E.G., S r ck i n g e n» st r a ße 71. Die Arl>eit wird am Mfitloach, den 21. April, fit de« Fußsiation wieder aufgenommen. 79) Der Sternsteinhof. Roman von Ludwig Anzrngruber. Dumpfes Eestrampfe und Geschiebe, einzelne Flüche tlnd Aufschreie begleiteten den Vorgang, die Burschen ver- mieden alles überflüssige Getobe und Gelärme und führten den Kampf mit einer Art Verbissenheit. Die eine wie die andere Partei sah zwei Fälle für möglich an, die Verwirklichung des einen galt es anzustreben, die des anderen zu verhindern, aber das hielt jede für ausgemacht, zum Schlüsse mußten die Zwischenbüheler das Haus behaupten und die Schwenkdorfer draußen liegen oder umgekehrt, doch daran dachte keine von beiden, daß es noch ein Drittes gäbe, das unversehens eintreten könne, und dieses Ungeahnte ward mittelbar durch zwei Burschen herbeigeführt, die bewegliche Gründe hatten, sich aus dem Schlachtgewühls zurückzuziehen. Der eine war der überlange Zwi'chenbüheler, dem ein äußerst unangenehmes Schmerzgefühl die noch unange- nehmere Vermutung entdeckte, man tzabe ihm linksseits alle Rippen eingeschlagen. Er lehnte bleich und schwitzend an der Mauer, jammerte und slehnte wie ein Kind, was ihn aber nicht hinderte, sobald sich ihw in dem allgemeinen Ge- balge der Rücken eines Schwenkdorsers nahe schob, unter Tränen auf denselben loszudreschen, daß der Betroffene schreiend sich wegwand, dabei unterbrach cr für keinen Augenblick seine Schmerzausbrüche und heulte ohne Auf- hören in gellend hohen Tönen:„Oes Rauberg'sindel! Oes Mörderbande I Was wird mein' Mutter dazu sag'n? Oes Schindersknecht'!..." Der kindliche Zug— die Bedachtnahme auf seine Mutter — würde ihm alle Ehre gemacht haben, wenn man nicht ge- wüßt hätte, daß er der armen Alten, die nah' aus einem Bauernhöfe in harten Arbeit verkümmerte und verkrümmte. seit Jahren nicht nachfragte: es wäre vielleicht lohnend für Phvsiologen und Psucho-Phystker nachzuforschen, inwiefern wohl solch ein plötzliches Wiedererwachen der Kindes- liebe mit einer leichteren oder schwereren körperlichen Ver- letzung im Zusammenhange steht.. Während der Lange heuite, wütete ein kurzer stämmiger Schwcnkdorfer, dem man einen Krug allerdings sehr un- passend und unsanft auf das Nasenbein gesetzt hatte, Stube aus und Stube ein, brüllte die bindendsten Schwüre.�daß «r.alles zusamm'hauen" werde, und wo er auf einen Gegenstand traf, der zu Splitter oder Scherben gemacht werden konnte, da erfüllte er auch als Christ seineu Eid. Tie Wirkung blieb nicht aus, mag man sie nun durch Hinweise auf den menschlichen Nachahmungstrieb, auf das Zusaminenstimmen der Nervenstränge vieler mit denen eines einzelnen, welckje den Grundton eines Ueberreizes angeben und festhalten, oder durch eine Kombination dieser beider Annahmen zu ergründen versuchen, sicher ist, daß das, was sich nun ereignete, seit alther beobachtet wurde und zu den Sprichwörtern:„Böses Beispiel verdirbt gute Sitten",„Ein Narr macht zehn" und ähnlichen Anlaß gab. Die Raufer, die sich bisher in Ausbrüchen des Schimpfes und Zornes, der Lust über anderer Leid und des Leides über anderer Lust so zurückhaltend bezeigt hatten, wurden infolge des langgezogenen Geheuls und des brüllenden Gelfluches, unter dem Holzwerk zerkrachte und Geschirr zerbarst, immer auf- geregter und lauter, bis zuletzt das Haus dröhnte von wüstem, weithinhallendeiii Lärm. Der war zwar nicht danach, die Toten zu erwecken, aber jene, die draußen im Wirtshausgarten in seliger Selbstvergessenheit lagen, rief er wieder ins Bewußtsein. Es waren ihrer fünf. Sie setzten sich auf, rieben sich die Augen und lauschten; ein Lächeln verklärte ihre Gesichter und sie versuchten es, wenn sie auch etwas stier dazu sahen, einander verständnisinnige Blicke zuzuwerfen, plötzlich aber verfinsterten sich ihre Züge, es erfüllte sie mit bitterem Groll, sich von einer solchen Ergötzlichkeit ausgeschlossen zu finden. Mit einem Ruck rafften sie sich vom Boden auf, brachen Zaunpfähle aus. schlugen mit einer Mistharke und einer Gartenhaue io lange gegen die Steine an der Kellertüre, bis ihnen die Stiele in den Händen blieben, und so bewehrt, schritten sie in das Haus. Ihr Eintritt in die Stube wurde gar nicht beachtet. Sie sprachen kein Wort, es Wen ihnen das auch ganz überflüssig, in der Sache sahen sie ganz klar, tvenn auch das sonst nicht»der Fall war; hier wurde gerauft und ohne sie! Kein Gefühl für Lanldsmannschaft nnd Orts- kindschaft bewegte ihr starres Herz. Sie holten mit ihren Knütteln so hoch und kräftig aus. daß ein wettsüchtiger Engländer keinen Penny für die härteste Schädeldecke riskiert haben würde, zum Glück aber versagten ihnen die Arme und die Streiche fielen wuchtig auf Waden und Schienbeine hepnieder. noch ein und ein anderes Mal wiederholten sie diese Bedrohung der Köpfe und Schädigung der Beine, dann war die Stube und das Haus leer. Ein Blick auf die Angreifer hatte auch die Hartnäckigst?» bekehrt, daß sie es mit Leuten zn tun hätten, die nicht mit sich reden ließen, und wer bei dem Versuch dazu den zweite« Streich abbekam, der hatte vollauf und nicht Lust, den dritten abzuwarten, und so waren denn alle, fluchend, ärger» lich lachend und so eilig, als sich dies hüpfend und hinkend tun ließ, hinausgeslüchtet. Die Fünfe blickten sich unter ernstem Kopfnicken an, stützten sich auf ihre Tremmel und verschnauften. Als sie das Haus verließen, war, so weit sie vor und hinter sich sehen konnten, kein Mensch mehr um die Wege: sie schritten in einer Reihe, und schweigend dahin, nur wenn zufällig einer an einen anderen taumelte, so wiegte der Angestoßene im Handgelenke den Kuittel und fragte leise, aber ein» dringlich:„Willst was, willst leicht was, du?" worauf ihis der Angeredete treuherzig beruhigte:„Nein, nix nöt. gar nix nöt."_ So gingen sie mit hallenden Tritten durch die still« Nacht, ernst und wortlos, wie Rachsengel, die eine streng«. aber unabweisbare Pflicht erfüllt hatten. «»« Schon bevor die allgemeine Schlägerei losbrach, heut« sich der Toni vom Sternsteinhof mit Helenen entfernt. Er benützte-den Zkugenblick, wo der Wirt vermitteln wollte. und schlüpfte mit der Dirne auf den Flur hinaus. Beide gingen dann durch den Garten und über die Wiese und aswannen den Fußsteig, der hinter dem Orte, am den Wanken und Umzäunungen der Gärten hinlief. Während dieses Paar den Weg hoch über der Straße verfolgte, bewegte sich unten auf dieser ein anderes müh» selig fort, das einen Dritten buchstäblich ans den Händen trug- Kaum'hatte der Wirtshannsl die Matzner Sepherl aus dem Fenster gehoben, so bat und beschwor ihn diese, den Kleebinder Muckerl nach.Hause schaffen zu helfen. Der Bursche ließ sich dazu bereden: für die Person des Herrgott!- machers empfand er einiges Mitleid und für seine eigene versprach er sich von dem Geschleppe eine„Hetz'" und an Ort nnd Stelle Dank nnd Preis als Helfer. Befriedigung seiner Neugierde, wie sich die alte Kleebinderin dazu gehoben werde, vielleicht auch nasse Augen, denn Tränen über fremdes Mißgeschick stehen einem wohl an und werden stets von einem beruhigenden, tröstlichen Gesäße begleitet. (Fortsetzung folgt.)" Zur Wohnungsnot. Die Wohnungsnot in Berlin ist groß. Jeder bleibt in seiner Wohnung und denkt nicht an UniLug. Was war das früher am l. April und 1. Lltober für ein Leben auf den Straßen. Möbelwagen, groß« und kleine Fuhrwerke, mit Hausrat beladen, durchguertcn die Stadt. Tagelang dauerte es, ehe man in der nemm Wohnung wieder in Ordnung war. In Berlin wurde früher überhaupt viel umgezogen. Tos brachte der Wechsel der Arbeitsstätten so mit sich. Seitdem die Not auf dem Wohnungsmarkt immer größer geworden ist, hat es mit dem Umziehen aufgehört. Ausziehen kann Man schon, aber andere Wohnungen gibt es nicht. Und dann kostet heute ein Umzug ein kleines Vermögen. Heute stehen Hunderte von Wohnungssuchenden vor den Wohnungsinspektionen und warten stundenlang, eh« sie Ein. laß zur Inspektion erhalten. Manche kommen schon seit Monaten nach dieser Vermittlungsstelle und immer wieder müssen sie feststellen, den Weg umsonst gemach! zu hallen. Weder Rat noch Hilf« kann gewährt werden. Die Erregung über dieses Versäumen an Zeit bemächtigt sich der Nach- fragenden in steigendem Maße. Ihrem Aerger machen sie oft laut Luft. In einigen Inspektionen geben sich die Beamten und Angestellten Mühe, den Leuten begreiflich zu machen, daß sie selber auch keine Wohnung geben könnten. da sie kein« hätten. Aber es gibt wieber andere, denen dieser Takt vollständig fehlt und die gar nicht an diese Stelle passen. Sie schnauzen das Publikum an, als wären sie ollmächtige Herrscher. Der Leiter der städtischen Wohnungs- amter würde seinen Aufgaben erst dann vollkommen gerecht werden, wenn er dafür Sorge trägt, daß das Publikum in den Wohnungsinspektionen eine angemessene Behandlung erfährt. Kann er das nicht fertig bringen, soll er seinen Posten quittieren. Wichtiger aber ist die Schaffung von Wohngelegenhcit. Daß das Wohnungsamt neue Wohnunzen nicht aus der Erde zaubern kann, wissen wir auch. Es muß mit den gegebenen Mitteln rechnen und fein Augenmerk darauf richten, übermäßig große Wohnungen für Wohnungsnchende in Anspruch zu nehmen. Und da sclieint noch viel, sehr viel zu fehlen, denn es wird auch auf diesem Gebiete viel ge- schoben. Noch heute werden große Räumlichkeiten zu Woh- nungsausstellungen benutzt, die besser Wohnzwecken dienst- bar gemacht werden. Auch sonst gibt es noch Wohnungen, die geräumig sind und nur von einigen wenigen Personen bewohnt werden. Hier könnten die Wohnungskommissionen, die in den einzelnen Stadtbezirken bestehen, die vor dem Krieg gebildet wurden, aber gar nicht inS Leben traten, jetzt nützliche Arbeit leisten. Auch die Mietervcreine könnten auf diesem Gebiete durch Mitarbeit ihrer Mitglieder mehr herangezogen werden. Es ist daS alles nur Klein- und Flick- arbeit, aber eS könnte doch manchem geholfen werden. Natur- lich muß in erster Linie die Wohnungsproduktion einsetzen, ehe eine Wohnnngsinspektton nützlich arbeiten kann. Damit dieser wichtigen Wohnungsfrage auch vom Magistrat mehr als bisher Beachtung geMnkt wird, hat unsere Fraktion im Berliner Rathaus der Stadwerorlmetenver- sammlung folgenden Antrag unterbreitet:„Die Stadtverord- neten ersuchen den Magistrat mit ihnen in gemischter Deputa- tion mit allergrößter Beschleunigung diejenigen Maßnahmen zu treffen, die geeignet sind, die ungeheuerlichen Zustände auf dem Gebiete deS Wohnungswesens»u besetttgen oder jsun mindesten zu mildern." Große Mißstände tm Somtagsverkchr. Man schreibt unS: Am Sonntag war der Wannseedahnsteig 6et Porsdamer Bahnhofs in Berlin eine halbe Stunde vor Ab- yang des Zuges, in dem mehrere Wagen fast leer blieben, für das Publilum gesperrt, so daß eS sich, die ganze Freitreppe be- deckend, staute. t.In der Kasse wurde ab?r trotzdem lustig weiter» verrauft. Als Grund für da» Abgehen leerer Wagen wurde vom unteren Bahnpersonal angegeben: 1. daß auf den anderen Stationen auch große Mengen warteten sali ob nicht auf den Zwischenstationen auch zahlreiche Fohrgäste wieder ausstiegen), 2, daß.unser« Lokomotiven in Frankreich seien"— die natio- nale Verhetzung muß zu den dümmsten Vorwänden eben her- halten— u. a. mehr. In Wirklichkeit ist. neben den KrtegSfolgen. der Zermürbnng de? rollenden Maierials, hauptsächlich die mangelnde Disposition der Direktion, insonderheit de» B'triebsamteS, ferner der fehlende Zusammenhang ztvischrn Bahnsteig und Kasse daran schuld. Ehe nicht die GeheimralSwirtfckaft aushört, eh« nicht, vor allem da» reisende Publikum selbst sich gegen derartige Rück- sichtSlosigkeiten auflehnt, eher ist keine Besserung zu erwarten. für die fernere DStsgfett desselben ausarveiten. Der Bvrgermeksteh enthielt sich der Stimme. LebensmitteZkalender. Tempelhof. ISS Tramm Tetgivaren(15). 600 Tramm wettze Bohnen(47), 250 G.ainm Maimelad«(Ist. Anzumelden: 250 Tramn, Linsen(SS), 250 Tramm Marmelade(57). „•' 22,50 Mark fvr einen Zentner Koks. Wie mitgeteilt wird, hat der Kohleuverband Groß-Berstn. nachdem mit Genehmigung dcS Reichswirtschoftsministers die Erzeugerpreise erhöht worden sind, die Preise für Koks auf 22,50 Mark für Selbstabholer, auf 23,55 Mark frei Erdgeschoß und Keller festgesetzt. Wir sink» neugierig, wie hoch die Kohlenpreife noch steigen werden. Eine Lebensmittelkartenschwindlerin, di« es auf alleinstehende alte und kranke Leute abgesehen hat, treibt wieder ihr Unwesen. Sie stellt sich al» Angestellt« der Krankenversorgung vor. läßt sich die Weißbrot- und Milcbkarten zeigen und fragt die Leu'«, ob sie mit der bewilligten Menge und auch mit den Kartoffeln auskommen. Da» wird natürlich in den meisten Fällen verneint und die Desucherin versteht«S dann, den Leuten nach und nach alle� Lebensmittelkarten abzulocken, indem sie verspricht, dafür zu sorgen, daß den Kranken«ine bessere Ernährung zuteil wird. Sie ist sehr klein, Hai ein frisches, volle? Gesicht und dunkel- blonde? Haar, trägt einen flachen, dunk'en UebergangShut,«inen le.chten dunklen Mantel mit Gurt und Schnalle und schwarz« Hobe Schnürsckmhe, spricht ein gutes Deutsch und macht einen vertrauenerweckenden Eindruck. Aufforderung. In Nr. lll? brachten wir einen Artikel „Tuberkulose Fürsorge in der Praxis". Wir bitten uun den Einsender de» Artikels im eigenen Interesse um Angabe seiner Adresse, da diese uns leider abhanden gekonunen ist. Zu Unrecht Garderobe entgegengenommen hat auf dem Kunst« abend der Neuköllner Liedertafel in Havpold« FtftscHen am 17. d. Mt». der Finder eines Garderoben scheinS. Es handelt sich um einen schwarz-grau gestreiften Mauel(in den Taschen ein silbergvauer Kragenschoner und ein Tafckentuch), einen schwarzen Vessourhut mit den Buchstaben A. F., sowit? um einen Regenschirm mit gebogenem schwarzen Holzgriff. Der Eigentümer bittet unter Zusicheruna einer guten Belohnung um Rückgabe der Gegenstände an Albert Friedrich, Britz, Thausseestraße 9T, III, Aus dem Gemsiudelehen. AdlerShof. Wie stark das Interesse der Bevölkerung am Weiterbestand de» örtlichen Arbeiterrate«, dessen fegen»- reich« Wirkung oftmals auch von bürgerlicher Seite öffentlich bestätigt wurde, ist. zeigte der außergewöhnlich starke Besuch der Zuhörer der letzten �Gemeindevertretersitzung.— Durch die traurigen Ereignisse während der Lüttwitztage, hervorgerufen durch schamlose Denunziationen de» Bürgertum» in AdlerZhof, war unser Arbeiterrai, der nachgewieseneriuackcn bi» zuletzt unter Lcben»- gefahr unbesonnene Element« vor übereilten Taten zurückzuhalten versuchte, an seiner Tätigkeit verhindert. Die demokratische Par- tci am Orte gab noch vor kurzer Zeit die Weisung an die Ge- schaftsleut« heraus, der Arbeiterrat sei ungesetzlich, seine Maß- nahmen brauchten ferner nicht befolgt zu werden: und nun wun- dern sich diese„Demokraten", dast der Arbeitemat nicht die Macht besessen habe, Unruhen zu Verbindern. In schavfsr Weise rech- neten unser« Genossen Klo dt und Preißing mit der bürgerlichen Gesellscbaft ab, die nach dem angerichteten Blu'bade für die entmenschte Soldateska noch eine Sammlung von K— 6000 Mark veranstaltete, um sie noch längere Zeit am Ort zu «alten. Genosse Preißing verlangte, daß der Arbeiterrat seine �atig.cit in der alten Form sowrt wieder aufzunehmen habe, die jeweilige Stellungnahme de» Bürgermeister» gebe diesem kein Recht, ohne Beschluß der Gemeindcvertreter den Arbeiterrai aus- zuschalten, indem er die herausgegangenen Verfügungen n'cht mehr gegenzeichnen ließ. Diese» eigenmächtige Verhalten de» Bürgermeister» habe bereit» im PcrsonalauSschuß zum Konflikt geführt, indem unsere Genossen dort erklärten, jede Mitarbels e>n- zustellen, bis der Arbeiterrai in seine alten Rechte wieder eingc- ietzt� sei. Die Fraktion der Rechtssozialisten brachte durch den Schöffen Zabel zum Ausdruck, daß auch ssie die Notwendigkeit de» Arbeiterrate» anerkennen, die Gegenzeichnung der Verfügun- gen halte sie jedoch nicht für so wichtig. Von unserer Seite wurde darauf hingewiesen, daß gerade durch die Gegenzeichnung de» Ar- beiterrate« dieser erst nach außen in Erscheinung trete, und daß ohne diese Gegenzeichnung, durch die doch gerade die KontraNe jeder Verfügung gewährle»stet wird, der Arbeiterrai illusorisch wird. Den Bstrg-rlichen wurde nochmal» mit allem Nachdruck gesagt, daß gerade ibre Kreis« e» waren, die die Soldaten in unerhörter Weise gegen die Arbeiterschaft aufgehetzt, back sogar einer ibrer Gemeindevertreter in öffent- sicher Sitzung gesagt habe die Gefangenen und Verwundeten seien auf dem Wege zur Schule mißhandelt worden. Derielve Herr. Dr. Saling. habe auch die unerwiesen« Behauptung auf- gestellt.«» seien von feiten der Arbeiter Dum-Dum-Geschosse ver- wendet worden, und die» unsinnige Gerede zu einer Zeit, wo hi« Truppen bereit» im Ort«, waren.— Die Folgen, die traurigen. haben sich auch bald genug gezeigtll Selbst an der Leiche unseres wackeren Genossen August Gerber hat einer dieser büraer- lichen Ordnungshüter geäußert:„Nun bat dieser Hund endlich sei- nen Lohn erbaltenlll"— Die bürgerlichen Vertreter gaben bier- auf die Erklärung ab, der Arbeiterrai sei keine gesetzliche Ein- richtung, sie müßten daber d't Wiedereinführung ablehnen.— Dann verließen die Aerrfchasten den SitzungSsaall Der Bürger- meister war, wie bisher, bestrebt, zur Einigung zu raten und die Vertreter der bürgerlichen Parteien zur Mitarbeit an den neuen Richtlinien für den Arbeiterrat zu bewegenl Seine Mühe war ver.__ gebenS. ES wurde beschlossen: Der Arbeiterrat hat seine Funktion j V-r-ntwoitlich für dl« Redaktion: Alfrid WI«lrpp. N-ukölln. wie vor den Lüttwitztagen wieder auszunehmen, der PenonalauS-\ Berlagsgenossenschast.Zreih«»', t.©. in. b. H., D«rlin.— Druck der schliß wird in Gemeinschaft mit dem Arbeiterrat neue Richtlinien l Lindendruckerei und Verlag vgesellschast in. d. H., Schisiooueidamm IJ. Avs den Ocmfafionen. Teltow verSkow. Sonntag, den 2«». h. M.. vormittags 10 Uhr, in der Aula der Uhlandstraße, Säönebevg, Kolonnenstraße 22, außerordentl.ch« Bezirks. Generalversamn�- lung. Tagesordnung: Die politische Lage, Refrent Genosse Crispien. Aufstellung der Kandidaten zur ReichSiagSwahi. Di« Ortsvereime werden gebeten, Vorschläge zur Kandldatenlistc be- hus» Drucklegung bi» Soiinabend früh nach dem Bureau einzu- reichen. s. Distrikt, 2. Ableitung. Mittwoch 7 Uhr abend« D-rsammwn� Aula Mittenwaldcr Ttraß« Lt. S. Distrikt. Mittwoch abend 7 Uhr Sitzung der Agttattons- und Zeltungskommisston bei Lieh. Kleine Andrea-str. 10. 10. Distrikt, 4, Abteiluno. Agttatlons- und polllisch« Kommissioil Mittwoch gemeinsam« Sitzung bei Trane. Metzer Straße 2. 11. Distrikt. Donneretag. den 2g. April, sinbet um 7 Uhr!n de« nal«n und Bildungskonunisston findet nicht am Mittwoch, sonder« «rft Montag, de» LS. April, K8 Uhr, bei Den. Siosende.g. Zlagel« stvctz» 8. statt. 11. Distrikt. Donnn«r»tag. den 29. AprU, findet um 7 Uhr in den Tophlensälen, Eophienstr. 17/18,»ine Frühlingsstier statt; unter Mitwirkung hervorragend«« muükotischer und rezitatorischer Kräfte, darunter W agh aller vom Deutschen Opernhaus und Till? Waldow. Für diese Feier deHalten die Billett» der ausgesallenen Rsvolutionsfeier am 18. März, Eültigkett. Billetts zu 0.92 Mk. sind b«t den Funktionären des 11., 10. und 18. Distrikt», sowie eventuell an der Abendkasse zu haben. 18. Distrikt, 1. Abteilung. Dienstag odend 7 Uhr Abteilungsver- fmnmlung in der Schulaula Pflugstr. 12.— 8. S b t» l I u n g: Mittwoch abend 7 Uhr AbleUungsversammlung in der Schulaula Müller� Eck» Trlfiftrahe. 18. Distrikt. Der Lichtbildervortrag der Jugend, der am 1Z. d. M- wegen Nichterscheinen des Reserenten verschoben werden mutzte, findet nunmehr bestimmt heut« abend 7 Uhr In der Schulaula Müllern Ecke Triftstrotze, statt. 1«. Distrikt, 1. Abteilung. Mittwoch adeilb 7X Uhr grauenlesee abend bei Lassahn, Neu« Hochltr. 88. Nrukälln. Zu dem am Mittwoch, abend» Sfi Uhr, tn der Kindl« Brauerei, hermannstratze. stattfindenden TiNi Waldorf-Abend mit an- ichlietzendem gemütlichen Beisammensein sind Einlatzkarten zu 1.50 Mk< bei den B-ztiksführern, im Partelbureau und an der Abendkasse zg ! haben. Neukölln. Bezirksnersammlungen am Mittwoch abend 7 Uhrt 4. Bezirk bei Mehner, Pannterstr. 69, 19. Bezirk bei Chlmae nowski. Fägerstr. s. 8. Bezirk! Damdrinus-Zsstsäl«, Kalfe« Zried-tch-Strotze 88. Britz. Heute abend 6 Uhr Extra-Zahlabenb be, 1. und 2. De» zlrks bei Schröder. Chaussee-. Eck« Franz-Konur-Stoatz«. Marlendorf. Heut« abend 7 Uhr tn der Aula der Schul« Kur« fürstenstraße Teneratoersammlung. Mittwoch abend 7 Uhr Sffent« lick« Volksversammlung In der Aula de» Symnasuim» Katserstratz«- Referent: Gen. Breitscheld. Lichtenberg. 2. Viertel. Mittwoch abend 7X Uhr Schulmilt Kronprinzenstrotz«. Mitgliederverfammlung. Dortrag: Gen. Schlich» ting. Wichtige Tagesordnung. Treptow. Baumschulenweg. Mittwoch 814 Uhr abend« Generalversammlung bei Philipp Klau», Treptow, Parkstr. 2. Oberschknewelde. Mittwoch abend 8ii Uhr für dt« Gltern, der««, Kinder dt« 5. Demelndeschul« besuchen, im Zeichensoal der 5. Schul» Elternversommlung. Wichtige Tagesordnung. Mittwoch abend 7H Uhr in der Aula der Schule Frifchenflrah« Iahre-verlammlunz des Wahlvereines. Tagesordnung: Berichte und Neuwahl des Bor- stanbes und der ReorgonlsationskommiMon. Post und Telegraphle, Gruppe 4, Süden usw. Bildungsollend bei Katzuser. Neuk-iNn. Erkstr. 8. am Mtttwa» abend 8 Uhr. Borlrog: Die politische Lage. Die Funktionär« sämtlicher Aemter bitte alle ein« laden und selbst mit Mitgliedsbuch um 7 Uhr im angegebenen Lokal erscheinen. Vereinskalender. Zentralverband der Angestellten. Versammlungen am. Mittwoch» Fachgruppe 17 lAngestell!» der Fleischereien und Fleisch-r-i�snossen- schatten) öffentliche Versammlung abend» 8 Uhr im Rosenthoier Hof. Rosentholer Etratze 11/12.— Iugendgruppe. Do» Versammlungslokal für die Dnippenverscnnmlun-g befindet sich im ,,Schulchei�'Aussch