Die Ssn-SetnoeE K»«sere»z. H. M. P a r i S, 20. April. Wie„Journal" aus Tan Rem» meldet, sollen die Teilneh- «er an der Konferenz sich im Prinzip über die Notwendigkeit geeinigt habe», Deutschland zur Ausführung der FriedenSbedingun- gen zu zwingeu. Rur besteht noch eine Meinungsverschiedenheit über die hierbei anzuwendenden Mittel. Lloyd George ist dafür, wenn möglich, die Bloilade wie- der einzuführen, während Frankreich sich mit Rücksicht ans den wirtschaftlichen Wiederanfba« Teutschlands dagegen erklärt. Aon anderer Seite wiederum»erlautet, das, die Geschäftsträger der Entente in Berlin bereits im Besitz ihrer NegiernngZanftrSg« feien, und daß man sich über die Mittel Deutschland gegebenenfalls zur Durchführung der Bedingungen zu zwingen» ebenfalls geeinigt habe. Die militärische Abrüstung. H. N. London, 20. April. .Westminster Gazette" meldet aus San Nemo: Die neue Hrage, nämlich die Haltung der Entente zu Deutschland, über- ragt selbstredend alle anderen. EZ scheint, dag Frankreich und England sich geeinigt haben. Mille rand hofft nach seiner Rückkehr aus San Nemo eine Beschränkung der Militärdienstzeit auf 18 Monate vornehmen zu können. Dadurch wird das französische Heer auf 350 000 Mann zurückgebracht. Die übrigen 350 000, die gegebenenfalls unter die Fahne berusen werden, sollen dann aus Schwarzen bestehen. Der Bericht geht dann weiter: Auch in Deutschland mutz e» zu e i nc r wirklichen Ab- r ü st u n g kommen. Die bolschewistische Gefahr ist sehr über» trieben worden. WaS die türkische Frage betrifft, so werden keinerlei Bor- schlage gemacht werden, die Grund zu Meinungsverschiedenheiten geben könnten. Die Türkei wird auf«in sehr kleine» Gebiet be- schränkt werden, da Syrien, Palästina, Arabien, Armenien, Mesopotamien, Thrazien und Smyrna vom Reiche getrennt wer- den. Hinter Abana wird eine französische, hinter Adalia eine italienische Zone vorgesehen. Der Sultan bleibt in Konstantinopel, aber die Stadt und die Meerenge werden internationalisiert und da» ganz« übrigbleibende Reich unter alliierte Kontrolle gestellt. Aufhebung der russischen RevgluliousgerZchkhsfe Stockholm, 20. April. Nach einer finnischen Meldung werden durch Dekret des Zentralexekutivkomitees der russischen Sowjet» die autzerordcnt- lichen RevolutionSgenchtShöfe aufgehoben. Die Finnisch«- russischen Waffenstillstandsbebingungen. H. dl- Stockholm, 20. April Dir zwischen Finnland und der Moskauer Regierung verein- harten WaffenstillstandSbediapungen enthalte« folgende Punkt«! 1, Eine neutrale Zone entlang der Eisenbahnlinie Murman— Alezanbrowsk— Kandalafl. DaS Gebiet vom Onegasee biS zur Rewa muh von den Roten Truppen geräumt werden. 2. GS darf kein Kriegsschiff an» HeSsingforS heraus. 3. Die Waffen. ruhe gilt drei Wochen, kann aber automatisch verlängert wer. den. 4. Ei» gemischter Ausschuß beider Länder überwacht die Ausführung. Di» Berhandlunge« finden in deutscher Sprache statt. Die britische Arbeitermission sür Rustlanb. London, 20. April. Tic Mission, welche die britische Arbeiterbewegung nach Rutz- fand entsendet, wird vermutlich aus Henderson, Ramsay MacdonalS, Snowdcn für die Arbeiter, P a n t e und Stuart Nünning, Thorme, Shinner und Bond- s i e I d für die Trade Union bestehen. Die Abreise ist für den � 24. April festgesetzt worden. Die Wahle» m der Tschechg-ölsumsei. Prag, 19. April. BiS zum Abend waren in 146 Wahlkreis«», in denen 220 W- gcordnele zu wählen sind, 153 Abgeordnet« gewählt. 67 Mandate blieben unbesetzt. CT; erhi,-!.? von den deutschen Pur- t e i e n die Ehristl ich-Soztale n 4, der Bund der Landwirte 6. Sozialdemokraten 23, dentsch-demökratisch« FreiheitS- mn 9 MP» dmMä WKlgemMMH» 9, zMesMj 4 43 Stimmen. Bon den tschechischen Parteien erhielten die Nationaldemokraien 12, Rat-onalsozialdemokraten 17, Sozialdemokraten 44, Agarier 21, Gewerbetreibende 1, Bolkspartei 14 und Modraeek-Parrei 1, insgesamt 110 Mandate. Lbekschlesische Ztreilsraze«. vcuthen, 10. April. In einer Besprechung zwischen General L e R 0 n d und den Bertretern sämtlicher Parteien erklärte der General, datz die Einführung des BetriebSrätegesetzes m Oberschlesien nunmehr von der Ententekommission beschlossen worden sei, während die Wahlen zum Reichstage vom Hohen Rat in Paris abgelehnt wären, lieber die weitere parla- mentarische Tätigkeit der augenblicklichen Pariamen- tarier äutzerte sich der General dahins datz diese Frage von der deutschen Regierung beim Hohen Rat in Paris zu regeln wäre. Es wurde darauf hingewiesen, datz dann dm» oberschlcsische Boll ohne parlamentarische Vertretung sein würde. Der General der» sprach, sich von den Parteivorständen weiter beraten zu lassen. Zum Schlüsse wurde die Beamtenfrage besprochen. Der General vertrat don Stawdpuntt, datz di« Beamten den Weisungen der Kommission zu folgen hätten, und mitzbilligte den Justizbeamten» streik. Die Fsidminzen der Beamten und Arbeiter. Oppeln, 19. April. Die Beamten und Arbeiter stellen die neue Forderung auf, datz von der Einführung deS Patzzwanges in Oberschlesien abgesehen' werde, um einer Abschnürung vom Teutschen Reich vorzubeugen. In den gestrigen oberschlesischen P r 0! e st v e r s a m m l u n- gen der gewerkschaftlichen Verbände der Arbeiter und Beamten forderten die Redner Beteiligung an den Wahlen zum Reichstag und Landtag und der Wahl des Präsidenten sowie die Einführung des BetriebSrätegesetzes. llnsbhLligißsr Wahlsieg m Ludwigshsfen« T. U. L u d w i g S h a s e», 20. April. Von 40 neuzuwählenden Stadträten fielen bei der vorgestrisrn Wahl auf die Demokratische Partei 4. di« U n a b h S n« i S e» 12, (bisher im Stadtrat nicht vertreten), die Deutsche Bolkspartei 5, das Zentrum 7 und die Soziakdemokratische Partei 12. In der KreiShauptstadt Speyer wurden 8 Mehrhevtssazia- listen, 8 ZeiitrumSleute, 6 Unabhängige, 4 Demokraten und 4 Deutsche Volksparteiler gewählt. In ParmasenS haben die Un» abhängigen starke Wahlerfoig« errunge». BetriehsröksKLhZen im Lichrßebiel. Einer Drahtmeldung der»Bossischen Ztg." zufolge, sind im Gelsenkirch ener Bezirk die Beiriebk ratSwab len auf allen Zechen durchgeführt. Ihr Ergebnis zeigt ein starkes Anwachsen der äußersten Linken. Durchweg erhielten di« linksradika» len Unionisten die Mehrzahl der Soinnneu und Sitze, aus Kosten de? alten Bergarbeiterverbandet, der feine überragende Stellung immer mehr einbüßt. Die christlichen Gewerkschaften haben ihr bisheriges Kräfteverhältnis ungefähr bewahrt. Im Gelsen» kirche.rer Bezirk erhielten die..Union" 90, der Christliche Ge- werkschostsverein 52 und der alte Verband 72 Sitze. Der Ausfall der DetcicKSrakswakssen im Gelsenkivchener Bezirk ist ein Symptom der letzten Kämpfe im Ruhrgebie». Der alte Bergarchesterverband ist sicher durch feine unentschiedene Haltung in der Frage der Sozialisierung der Bergwerke, durch seine un- eingeschränkte Unterstützung der Politik Ebevt-Bausr-NoSke viei mitschuldig an dem Mißtrauen, das weite Bergarbeitrrkrcis«, und nicht die schlechtesten, in dir Reihe der Arbeiter-Union gedrängt hat. Aber in den hinter uns liegenden Kämpfen der Märq» und Apriltage erstand dem Bergarbeiterverband« die undaak. bare Autgabe, die Arveitersckust im weiteren Vorwärts- stürmen aufzuhablen, um größere Wutopfer, denen kein ent- sprechender Rlachtgewin» gegenüber gostanden hatte, abzuwehren. Mögen immerhin Gründe zur Kritik gegen den alten Berg- arbeiterverband vorliegen, so darf das kein Aufaß sein, ihm den Rücken zu kehren. Es ist Pflicht jetes Gewerkschaftsmitgliedes, die Einheit der Organisationen zu wahren und innerhalb der Berbänd« auf deren Liadikalifieruug hinzuarbeiten. D«r Politik der Arbeiter-Union stehen wir grundsätzlich ablehnend gegenüber, da sie von anarchistischen und shrchikatistischxn Tendenzen geleitet tvird. Revolutionäre Kiszipliij ist auch hier höchstes Gebot iedoil öbmüm* ■ is K0«SN oder sozialistische Legieruu»? R.R. Daß Kapp und Lüttwitz nur möglich warenstveil Nostzä und der Noskesche Geist die Regierung Bauer beherrschtes wagt nachgerade kein Angehöriger der vechtssozialistische» Partei mehr öffentlich in Abrede zu stellen. Man sucht sich nur noch mit dem Hinweis auf di« angeblichen Putschisten von links zu saldieren und erklärt, Noske sei seinerseits eben nur möglich gewesen, weil linksradikale Elemente fortgesetzt den gewaltsamen Umsturz der Republik und ihrer Verfassung be- trieben hätten. DaS sind natürlich Mätzchen, denn die Putschversuche der Kommunisten existierten meist nur in Her Phantasie der Regierungsspitzel und selbst wenn eS einmal ernsthaft nötig gewesen sein sollte, vor gegenrevolutionäre» Erhebungen der Arbeiterschaft auf der Hut zu sein, so hätte das noch nicht im allergeringsten die verbrecherische Fahr» lässigkeit gerechtfertigt, mit der man die Reaktion ihr Unter- nehmen vorbereiten ließ. Aber die Schwerbclasteten muffen ja schließlich ein« Ausrede erftnden, um vor den Massen, deren Freundschaft sie jetzt vor den Wahlen doppelt bedürfen, nicht gar zu nackt und bloß dazustehen. ES bleibt dabei: Noske und sein Systern tragen die politische Verantwortunp für t»s, WaS pcichehen ist. und erst wenn die Rechissozialister. nicht nur in Wahlreden, sondern durch politische Taten den Be». weis erbracht haben, daß sie gründlich und endgültig den Noskeschen AntisozialiSmu? abtun, können sie wieder mit einigermaßen sauberer Weste vor der Arbeiterschaft erscheinen. Freilich werden wir nie vergessen dürfen, daß es nicht nur die absichtliche Blindheit de? Reichswehrminister" ge- Wesen ist, die den meuternden Offizieren und den nach der Wiederherstellung ihrer Macht lüsternen Junkern eine» wenn auch nur vorübergehenden Erfolg verschaffte._ Die Regierung hat nickst nur auf milftärischem Gebiet Fiasko ge- macht, sie hat überhaupt versagt, weil ihr jedes Ziel und jede Linie fehlte. Ihre Frelwde beschränkten sich eigentlich nur ans den Kreis ihrer Mitglieder. Von dem Proletariat so aut wie von den Reaktionären wurde sie ge- haßt und verachtet, und selbst für die Mehrst eitSparteien war sie im besten Fall eine Verlegenheit. Sie schwankte zwischen links und rechts, stürzte gedanken. und progrcumn- los von einer KrisiS in die andere, und konnte bsi niemandem das Gefühl der Sicherheit oder gar der Befriedigung erwecken. Wäre der Vorstoß der Kappisten politisch nicht gar so mangelhaft eingeleitet und durchgeführt worden, so würde er unter diesen Umständen höchstwahrscheinlich nicht ganz so kläglich zusammengebrochen sein. Die allgemeine Unznfrredenheft hätte ihm einen Triumph sichern könaerti Zu unserer Genugtuung können wir feststellen, daß' diese unsere Auffassung über die Gründe der unzureicheu» den Widerstandsfähigkeit der Regierung Bauer, von einem Manne geteilt wird, mit dem wir uns sonst sehr selten in Uebereinsttmniung befinden. August Müller, de? früher« rechtssozialistische Staatssekretär, schreibt in der letzten Nummer der„S 0 z i a l i st i s ch e n Monat?- hefte":..Letzten EndeL wurzelt auch die Staatsstreich- affäre in der bisherigen geistigen Unfruchtbar- keitderKoalition, die Geburtshelferin einer neu«» Zeit sein soll, aber bis jetzt nichts zuwege gebracht hat, als Angstgeburten eines karikaturen haften Parlamentarismus, der, ja länger, je mehr, die soziale Demokratie bei uns in Mißkredit zu bringen geeignet ist." In der Tat: Die Uirfähigkctt der KMitionSrsgi er un g Bauer hat den Boden vorbereitet, aus dem die Reaitirn zu ernten hoffen durfte. Aber eS wäre ein verhängnisvoller Irrtum, zu glauben, daß die Nachteile der der- floffenen Koalition durch die Neubesetzung einiger Minist«?» Posten mit vielleicht etwas weiter linksstehenden Sozial- domokraten beseitigt worden sei. Die Koalition Müller ist nicht besser, als die Koalition Bauer. Sie ist genau wie ihre Vorgängerin zur politischen Unfruchtbarkeit v«r- urteilt. Sie kann ebensowenig wie dies? einen großen Zug oder eine mitreißende Idee austveisen. Zje kann nur fort- wursteln, sich durch die Schwierigreiten hindurchichlängrln und, von der Hand in den Mund lebend, vielleicht den An- forderungen des einzelnen Tages notdürftig genügen. Di« Koalitionsregierungen sind nie imstande. Geburtshelfer!!'.- nen einer neuen Zeit zu sein. Sie sind Notbelials?, zu denen man greisen mag, wenn eS sich lmr.m- handelt, bei dem Fehlen einer starten u.'.o die Situation beherrschende« Partei, die Geschäfte weiterzuführeu. Etwas Neue? mrtz ttoU Großes vermöaen Su nicht«u fc&aftea.""" %J Berliner-Organ t>er UnabißnßSgen SetfMmofratie BeutfiSimM i&e&VW'"-*- •.>•&>- v-v- �:i** kinzelpress 20 pfeeznkg- S. Jahrgang vkettstag, Ken 20. Weil �20 Di«..peiptit-«r|4>iml mctjtnJ uno nachmitiag�. an Sann» and A«sitnzm aar morjni», Drr 0«zaz»p«»I» MrZjt bei ireler �.iflellvnz in» Hau» Wr G«o�»V«iIIn r.so w. VN zahlbar, git P-Iibezug nrynirn stvnNIch» p«fianjiaii»a S-stillvnz«« raizea«« Unlcr:!?«ifband b,zag«n fSivniifchland und Vcst«rr«i�> 10�-lN, Mr da» übrig, Aailan» 13. 31. zuzüglich valatoaafschlag, ptj Uritf ffli D»tfchl««b an»®«)!tn«ich!?.— m. virdaklion und«xiwedktlon: Berlin NW.«, Sihiffdanerdom« lAIH. Aernsprechrr: Jlm« Norden 838—88,»895 und 88»«. Nummer 734 � fldeM-MüSgüW Znferaie Allsten die achtgefx. Nonparpillezeile oder deren Raum 3.20 Mk. zuzügl. 30% ttemerungsjttf�Tffg. Familien- und Grganisa�onscm�eigen di» achigtsp. Nonpareillezekle Z.50 Mk. netto. Rkein» Anzeigen: Da» fettgedruckte tvort jedes weitere lvort 85 L>fg� zuzügl. 50'/, Teuerungszuschlag. Stellengesuche, Familien« u. Drganifations- Word-Anzeigen kosten das fettgedruckt« lvort js.jS Mk� jedes weitere tVort 85 L>fg. netta Fnserateu-Sibteilunq: Verlin NW. S, Schiffbanerdamm IS Fernsprecher: Amt Norden 2895�96. WW* Cj, Ttnl �kvar he�agk,"el M Sr-e Uu?ga?e Set ptiinbe, die Republik«tiö d i e Demokratie auf feste viifu zu stellen, und zur Erreichung dieses Zieles seien dre Parteien, die sich jetzt in die Ministerportefeuilles jenen, einig und stark genug. Aber setzen wir einmal die acholute Znvcrlässigk it der Demokraten und des Zentrums bei der Lösung di er Probleme voraus, so bleiben doch Republik und Demokratie immer nur Formen, denen ein Inhalt gegeben werden muß, und in einem Zeitpunkt. in dem von Tag zu Tag die Frage brennender wird, ob dieser Fnhalt der Kapitalismus oder der Sozialismus sein soll, muß sich die Hilflosigkeit einer Gemeinschaft, in der Sozialdemokraten neben bürgerlichen Politikern sitzen, immer deutlicher offenbaren. Daran ändert auch die Tat» fache nichts, daß die Sozialdemokraten auf eine Durchsetzung ihrer fosiolWschen Forderungen in der Praxis verzichten. Solange sie sich mit Rücksicht auf die Massen immer noch grundsätzlich zu ibvem Programm bekennen müssen, werden Unklarheit und Unsicherheit die unvermeidliche Folge fein und an die Jnnehaltung einer geraden und zielsicheren Bahn ist nicht zu denken. Aus dieser unmöglichen Situation gibt eS nur zwei Auswege: entweder nuxn schafft eine rein soziali» fiische Negierung oder ma-n überläßt die Berant» Wartung ausschließlich den Bürgerlichen. Die zweite Eventualität muß gewählt werden, wenn daS Proletariat nicht die Kraft oder nicht den Willen besitzt, die Geschicke des Landes allein in die Hand zu nehmen. Daß sie ihre Gefahren hat. ist zuzugeben, aber die Beschreitung dieses Weges würde zum miudesten klare Berhältnisse herbeiführen. Sie würde es der Bourgeoisie unmöglich machen, ihre kapi- talistische Politik hinter einer sozialdemokratischen Kulisse zu treiben: sie würde die Einigung der Arbeiterschaft beschleu- niigcn und sie wahrscheinlich sehr bald in die Lage versetzen, eine Regierung, die die Dinge nicht zu meistern imstande wäre, abzulösen. Aber es bliebe natürlich ein Umweg, und der schließliche Erfolg der proletarischen Sache würde der» hältnismäßig teuer erkaust. Deshalb streben wir die so» zialiftische Regierung als daS nächste Ziel an. In diesem Sinne werden wir auch den W.ihlkamps fuhren, denn die Uebergangmaßnahmen, deren sofortige Durchführung unsere Partei in ihrem Wahlaufruf fordert, pehen über die Kraft eine? bürgerlichst oder gemischten Ministeriums. Sie bilden die untersten Sprossen der Leiter zur sozialistischen Gesellschaftsform, und diese Stufen zu be» treten, werden Richtsozialisten sich stets mit allen Kräften sträuben. Sie zeigen gleichzeitig aber auch die Linie, auf der sich die sozialistischen Parteien z« gomeinsamem Handeln finden können, vorausgesetzt, daß wir eine Gewähr dafür bv- sitzen, daß unsere Nachbarn auf der Rechten sich nicht nur mit den Lippen zu unseren Ideen bekennen. Wir beginnen die Wahlkampagne in der Hoffnung, für stas in dem Aufruf aufgestellte Programm eine Mehrheit im Reichstag zu erhalten. Aber selbst wenn das nicht der Fall sein sollte, werden wir an dem Gedanken der sozialistischen Regierung festhalten. Wir glauben, daß Deutschlands mit dem Uebergang zum Sozialismus und dem Bruch mit einem System, in dem Kapitalismus und Militarismus sich gegen- festig stützen, nicht warten kann, bis vielleicht in vier oder acht Jahren oder noch später die sozialdemokratische Mehr» hest trotz der wirtschaftlichen Machtmittel, die die Gegner gegen unS ins Treffen führen können, im Parlament er- reicht ist. Die Kräfte deS Proletariats können sich außer» halb der Volksverttdarng Geltung verschaffen. Wenn eS will und wenn es geschlossen auftritt, vermag eS die Herr» schäft auch dann auszuüben, wenn ihm die Demokvatte des Stimmzettels ine Berechtigung dafür nicht zuzugestehen scheint..,_- Und wieder fornw* wir unS aus August Müller verusen. der die Stunde für eine sozralrstlsche Regierungschon jetztfür gekommen er klart. Sie wur�e nach feiner Ansicht nW nnr 5eit trnrfschafMchen slimge dem Milstär nicht sie? e Ä r I? e rGe r Ich t 5 'ten gerecht werden,> k e i t entzogen wird, w lange ist tue Regierung an jede» Knust und Ardeilerschast. Don einen, Kunstabende der U. S. P. schreib! uns ew Ge- poffe. beffou SeHea Wert«ufe Wirkung Lieser veranftaRungen faffllffytäTv; Kunstabend... in Schöneberg,*. ober rtxwibtoo. Drmchon etw gang milder FrühllngSabend, der die Menschen gteichsiuu ent» schädigen will fstr dl« Enttäuschungen de» Alltag». Stur langsam Mt sich die schöne SchUlouta. manche, Utk Weiten auch fern— gu ihrem Schechen, ss« verloren, wovon diese zehr«» im neuen BBerktagSgehetz«. Boll setzt reife BvrlraqSkunst am FlügÄ ein. Eine jung- Rezitatorin soW. Sie spricht ein« Dichtung vom Sieg ehernen Mollen» über Nacht und Tod, ein Hohelied proletarischen Opfer. Mut», Dann jubelt die tzfiaernaÄonale» hundertmal gehört, ein «wiger Jlmgborn.... ES ist»n Ende, wir gehen M durch die kaire FrüybingSnacht. Gin paar Polierer tadelin, daß dieser und jener Genosse wisxr nicht.dabei' waren. Wir sind noch beherrscht von der Schönheit tiefer erhebenden Feierstunden und schtveßeen... Bor un» schrei wt ei« junge« Mädchen mit llanMM offenen Haar am Arm ihrer Mutter. .Mutti,' hören wir,.so schön wte dermal» be» der Jugend. weihe, weißt du!"... An der nächsten Straßenecke bricht mä« Weggesell, einer van den ganz Alten unter dam Sozialistengesetz, das Schweigen:»Ja. ja, das wirkt besser wie manches Treppenlaufvn und schafft mchr m die längste Siede.* Da» letzte gilt mir, bah ich fimme ihm bei. Da wird«S hell neben uns. Aus dem großen Kino flutet«ine bunte, enggedrängte, w-'hends Menge, vorbei an den greWemalten Reklametafeln. Ich freue mich, daß ich keine Vekminton, keine Genossen oder Genossinnen fionwitei sehe.,. doch, nein... da hinten.. t ober ich werde mich wohl irren, ich habe sehr schwache Augen!... Zu Hause überdenke ich noch einmal den Gewinn dieses Abends. Ich war eii�t ein Zweifler, nicht am hohen Ziel, sondern an lue Möglichkeit, daß das Können und die Schaffensfreudigkeir daS Wollen erreichen werde. Ich bin längst ein HoffmmgS freudiger geworden. HÄst, daß wir dem Ziel immer näher kommen I W. und poliiischen Notwendigkeiten am ehesten sondern sie entspräche auch am besten der gegenwärtigen Machtverteilung. August Müller erkennt also, oas wichtiger als die geschriebene Verfassung die tatsächlichen Machtverhältnisse innerhalb eines Staatswesens sind, und daß von ihrer Verteilung die Zusammensetzung des Parlamentes durckwuS nicht ein zutreffendes Bild gibt. Er Parlamentes durchaus nicht immer ein zutreffendes Bild gibt. Er verläßt damit freilich den Vodcn, an dem das Gros der rechtssozialistischen Partei noch immer festhält. Er betet nicht wie dieses die formale Demokratie und den Buchstaben des Staatsgesetzes an: er nähert sich, ohne es zuzugestehen, den Gedankengängen, die in der Forderung einer Dilta» tur des Proletariats münden. Könnten seine Par» teigenossen sich entschließen, ihm zu folgen, so wäre für den Sozialismus außerordentlich viel, wenn nicht alles gewonnen. Aber leider sind die Anzeichen dafür, daß er mehr als ein Prediger in der Wüste, noch außerordentlich gering. Der Fall des Amertkaners de Molk. Die«Deutsche Allg. Ztg." erfährt»u dem Tod des AmexikanerS Paul de Mott von zuständiger Seite: Nach dem nunmehr hier vorliegenden Untersuchungsmaterial wurde der zweinndzwanzigj ährige de Mott, der sich im Befitze eine« amerikanischen Reisepasses befand, am 6. April unweit Essen, in dem Reichsgebietsteile, in dem der Belagerungszustand verhängt war, von Sieichswehrtruppen in einem mit Waffen und Munition versehenen Kraftwagen der Roten Armee, in Gemein» schast enst beka n» t« n Spartakistenführern verhaftet. de Mott trug einen Stevolver i» der Tasche. Außerdem führte er. tm Hemd eingenäht, zwei Briefe von der Pariser shndikalisti» sche» Zeitschrift ,Qa vie Quvriere' an T rotzky und LofovoSky in Moskau sowie andere Schriftstücks bei sich, die ihn als bolschewistischen Kurier kennzeichneten. Er wurde daher am gleichen Tage vom Standgericht de? 61. Schützenregiments zum Tode verurteilt. Da jedoch nach den Weisungen de? Reichspräsidenten kein Todesurteil ohne seine Genehmigung vollstreckt werden durfte, wurde die Boll» streckung ausgesetzt und Befehl gegeben, den Verurteilten mit anderen Aufrührern nach Wesel abzutranSoprtieren. Inzwischen wurde er in der Lugenklimk zu Mülheim gefangen gehalten. Dort macht« er am 8. April gegen 3 Uhr«norgenS beim Bang nach der Latrine einen Fluchtversuch, bei dem er von dem Wachtposten nach dreimaligem fruchtlosen Anrufe im Hofe der Klmik, nah« dem LuSgangStore, erschossen wurde. Di« hiesige amerikanisch« Kommission hat in da» gesamte Unters uchu ngSmaterial Einsicht erhalten. Wir können natürlich nicht nachprüfen, ckb der hier ge» schilderte Sachverhalt zutrifft. Aber selbst seine Richtigkeit vorausgesetzt, bleibt doch bie Frage offen: Aus welchen Rechtsgrundsätzen verurteilt man jemand zum Tode,»ur weil er„bolschewistischer Kurier" ist? Seit wann ist das ein todeswürdiges Verbrechen? Hieß eS nicht, daß nur eine Polizeiaktion beabsichtigt sei, die sich lediglich gegen verbrecherische Element« richte? Wir verlangen, daß man unS die Verbrechen des de Mott mit» teilt, sonst bleiben wir bei unserer Auffassung, daß es sich hier wieder um einen der zahlreichen heimtückischen Mord- taten der Soldateska bandelt. DaS Ergebnis der Untersuchung der amerikanischen Kommission wird hoffentlich Klarheit in die� dunkle Angelegenheit bringen, falls man das Material nicht schon sorg- fältig gesiebt hat. Ergeben sich Weiterungen internattonaler Nawr aus diesem Falle, so trifft auch hier wieder die Regie- rung die volle Schuld. Sie ira,ßte wissen, daß die Ein- setzung von Stand- und außerordentlichen Kriegsgerichten den Offizieren die Handhabe'bot, wahllos vorzugehen und sich nicht auf„verbrecherische Elemente* zu beschränken. So- zur Aiis'chreiliing m»!.'chuU.st,. Eine Ken», istky« zur llnd'schltng vcrgsli.nmener Greueltalen. T. U. Essen, 20. April. Her MilitötteseMhabcr gibt e.kaont, daß die Ksmmisjio» Untersuchung vorgekommener Greneltaieu erstmalig a m 20. April, 2 Uhr nachmittag», im Polizeipräsidium zusammen- tritt. Vis reg'e�den Miilärs. Der„Vorwärts" veröffentlicht folgende Verfügung: Berlin, den V. April ILM. Den Ättnteru urid Llbteilungen wird es untersagt, ZZorträee beim Herrn Minister ohne vorherige Mitteilung anzumelden oder zu halten. Vorträge finden zunächst kei mir statt und ich werde das weitere entscheiden. Ausgenommen von diesem Verbot ist nur T. I- v. Seeckt. An all« Stellen de» Reichswehrministeriums. Diese Verfügung ist ein neuer Beweis dafiir, daß die Militärs, voran der General v. Seeckt, den Reichswehrmini» ster noch immer als eine Puppe ansehen, die so zu tanzen hat. wie sie eS befehlen. Bei dieser Gelegenheit muß doch einmal gefragt wen» den, welche Stellung eigentlich dieser Herr v. Seeckt be» kleidet. Er soll wohl noch„Oberbefehlshaber� fein. Welche Truppen befehligt er dann, nachdem zum Nackssolger von Lüttwitz, dessen Stelle er zuerst bekleidet hat. ein anderer General ernannt worden ist? Ist v. Geeckt„Oberbefehls- haber* in den Marken? WaS hat ex dann noch im Reicht Wehrministerium zu suchen? Sie Volilik der Gewalt. Der Wahlkampf der S. P. D. Gestern waren wir genötigt, einige Stellen an» dem ersteft Wahlslugblatt der lllechtSsozia liste» dem»VorwärtS'-Beiblatt, niedriger zu hängen und mit emiigen Anmerkumgen zu vorsLhea. W» mußten uns dagegen wenden» daß Frau I achacz ihren Kampf gegen uns führte mit der W«M>img. wer dä« Gewalt der, a b f ch e u e, der könne nicht unabhängig wähle», Der.Vorwärts' versuchte nun heute morgen. a-M kwr xl machen, daß wir Frau Juchacz nicht richdig versternde» hätten. ES gebe i» unserer Partei verschiedene Etrönnrngen. van denen die eine engste Fühlung mit den Kwmmmiste» holte; die erst kürzlich da» SlqZonÄmeteo- Geschütz a!» Argument im politischen Kamps angepriesen HStten. GegMi diese wende sich der Artikel, nicht etwa gegen Strödel und KautSky, denen niemand nachjage«» werde» daß sie Anhänger der Gaoaltanwendunz seien. Wir wollen es vermeiden, mit beim JOottnörtS' eine eftnb. gehende AuSsinander setzung über da« Thema der Gewaktanwen«, duny im politischen Kampfe zu beginnen. Erst die jüngst« 8 et« hat bewiesen, daß da» Proletariat g« zwangen werden kann» Gewalt anzuwenden, mn die politische Entwicklung in die ihn» notwendig erscheinenden Bahnen zu drangen oder um eine ge* i�ebene politische Situation voll auszunutzen. Mau kann vi e« eicht darüber streüen, ob der Generalstroik in dem hier zur Debatit« stehenden Zusammonhang schon als Gewaltanwendung angesehen werden kamt. Aber wie wäre a» gewesen, wenn der Generalstreik allein zur Nieverkämpfnng der Kappisten nicht genügt hätte? Hat die S. P. D. m j««n Tagen die Frage derivewaffnung de» Proletariat» nicht ebenfalls zmn mindestem«r, wog« n? Man sieht ockso. baß da» Thema sehr weit auSgesponmen wem den kann und darum soll ein e hrl i ch e r M e» s ch sich hüten, in so losem Zusammenhange und mit jener Oberflächlichkeit, die die Artikel der Frau Jucha cz«nd der anderen FluzVIatt� schreiben auszeichnet, vieldeutige Bemerkungen darüber zu machen. Wenn das überhaupt einen Zweck haben soll, so doch nur d«� volttviihnenbewegung. Do« Generalsekretariat de» Vir- tzande» der Freien Bolksbühmen, Berlin, versendet einen Aufruf .Gründet Volksbühnen", worin e» heißt:„Die Massen hun» »er» nach Kunst, beut« mehr bma k. vor allem iit der Drang nach gusen Theakerdarbistungen stark. Der Besuch einer amstä-idigen Vorstellung in einem der üblichm GeschäftStheader wird aber immer kostspieliger; so stnd Hunderttausende gezwun» gen, sich die Erhebung und Läuterung durch den Genuß eine» edlen Kunstwerk» zu versagen. Man möchte von Staat und Kam. nntnow fordern, daß sie umfangreich« Maßnahmen treffen, um breiteren Schichten der Bevölkewing die Theater zu öffnen; aber leS>er ist kaum zu erwarten, daß von dieser Seite in absehbarer Zeit sehr viel geschieht. Umso wichtiger erscheint«S, auf den Weg der Selbsthilf« zu veaueisen, de» zuerst die Berliner Freien Volksbühnen gegangen sind, und der sich hier glänzend bewährt hat. Er schließt staatliche oder kommunale Maßnahmen zwecks Erschließung der Theater für weitere Volkskreise nicht aus, fon» dern ist vielmehr geeignet, solche Maßnahmen nach sich zu ziehen und sie in die richtigen Dahnen zu lenken. Die Selbsthilfe aber kann einsetzen, auch wenn die öffentlichen Gewalten sich noch zu- rückhalten. Die der Berliner Volksbühnenbewegung zugrunde liegende Jde« ist die der Organisation der Theiüerkon smnenten zu einer sich selbst verwaltenden Kunst gemeinde,— wenn man so will: die einer Konsumgenossenschast der Theaberbesucker. Gewiß wird sich nicht überall gleich da» verwirlkichen lassen, Iva» die Berliner BoCkSbühnen erreicht haben. Aber manches Gute ließe sich durch den genossenschaftlichen Zusamrnenschwß der Theaterkonsumeuten mich in anderen Orten und sofort schrffen, zumal dort, wo die Kommunen Über eigen« Theaterhäuser txic fügen. Die.Volksbühne E.V." in Berlin(ES», Linienstraße 227, Generalsekretariat) wird derartige Bestrebungen überall gern« be. raten und umerstühen. von dem Wunsche büffelt, den von ihr per. treten«, Jd«m möglichst weithin Ausbreitung zu verschaffen und all« vorhandenen und neu entstehenden VolkSbühnenoeganisa- Honen zu einem starken Reich.'verband zusammenzuschließen. LswWMe knuHMe. In Gemeinden mit proletarischem Einfluß hat die Bildung»» arbeit mit erfrischendem Eifer eingesetzt. Trotz schwerer Ber- armung wurden vielerorts Volkshochschulen errichtet. In der Ge» meinde Neukölln hat die U. S, P. im letzten Jahr« bahnbrechend und vorbildlich gewirkt. Auch das Theater muß Allgemeingut wer» den. In Groß-Berl'n ist«in Anfang zur Aenderung dieser Verhältnisse gemacht. ES werden in Neukölln und emigen anderen Vororten bereit» vom EtaatStheater Vorstellungen gege» den. Hebbel'S.Maria M a g d a l« n«', Lessing'».Nathan der Weise' und„M'nna von Barnhelm" wurden mit ersten Kräften aufgeführt. Weitere Lorstellungen werden folgen, so „Wilhelm T e l l',„Die Journalisten',.Gespenster', a. a. Ausstattung und öiegie stellten sich würdig de,n Theater am Gendarmenmarlt zur Seite. Die Künstler zeigten sich mit beson- devem Eifer bei der Sache. Leider kann nur ein Teil der Bevöl» kerung mit Eintrittskarten versehen werden. Wo» will e» z. B. heißen, we-nn eine Stadt, deren Einwohnerzahl oa. 270 000 See» lea beträgt, einen Raum wie die.Neue Welt" mit 1S00 bezw, 2500 Personen günstigstenfalls al» Theater zur Verfügung hott Dem kann nur abgeholfen werden, wenn die Zahl der Vorstellun» gen vergrößert wird. Es müßte versucht werden, alle Groß Derli« ner Vororte ausreichend mit gute« Vorstellungen zu versorgen, zumal die VerkehrSschwierigkeiten un» das teure Fohrgeld dann i» Fortfall kämen, Ohne kostspielig« Dekorationen ist e» möglich, das Bühnenbild zu vereinfachen und künstlerische Wirkungen zu erzielen. Die Eintrittspreis« find so festzusetzen, daß e» den ärmeren Schichte» möglich ist, die Borstellung zu besuchen. Wir kommen bei unseren Neuköllner Theaterabenden mit 2,50 M. pro Eintritts« karte au?,«ingeschlossen ist Gardsvobmablage(die in manchen Theatern heute schon 1 M. kostet), und ein Theaterzettel mit Einführung. Die Karten, welche im Vorverkauf reißenden«ckb» satz finden, berechtigen zur Entnahm« von Losen am SinganH zum Theater. Ein Kampf oder Dtveit«m die Plätze ist da. durch ausgeschlossen. Für dt« Durchführung solcher veran« staltungen ist e» dringend notwendig, daß Schikanen seitens de» Polizeiorgane unterbleiben, und daß nach dem Wortlaut de» Bestimmungen nicht bloß.gelegentlich' solche Veranstaltungen genehmigt werden, sondern daß sie regelmäßig etwa von neu einzusetzenden kommunalen volk»bildung»ämtern den breitesten Volksschichten zugänglich gemacht werden. Dohm-Neukölln. Im Deutschen Opernhaus wurde noch kurz vor Deginn der Sommerspielzeit die melodiegescgnete komische Oper„Der Widerspenstigen Zähmung' de» jungverstorbenen Hermann Boetz ins Repertoire aufgenommen. Neben Tarne« flu»'.Barbier von fflagiwb* trägt diese» kammermusikartig« Werk- chen— unbeeinflußt von der versengenden Nachbarschaft de» Spät-Wagner— die fruchtbarste, offenherzigste Klangdlüte in sich. Di« matte Darstellung, die besonder» arm an reizend scherzende« Gebärde war, erholte sich im 8. Akt in den gesangliche» Leistungen, fand aber nur in Hertha Stolzenberg ernea nennenswert« Vertreterin, die das Niveau der durchweg zweit» klassigen Besetzung stimmlich überragte. Die Szenerie war von schlicht-r Anmut. F. F. W. Das Eden Theater ändert mit dem 1. Mai seinen Name» und wird als Theater in der Alten Jakob st raß- ge- führt- Gleichzeitig übernimmt Herr Dr. Marlin-Zickel die Direktion. Die„Internationale Vereinigung der Expressionisten, Kubisten und Futuristen, E. V.". teilt uns mit. daß sie sich an der„Großen Kunstausstellung 1080" am Lehrter Bahnhof nicht beteiligen wird, �« B ct gruseNz zu machen, um dann ank seiilen An�ftKuMnÄen partetpoliiischan Gewinn zu schlagen. Das aber ist die gleiche Methode, die täglich in der bür» gerlichen Presse Anwendung findet, um den blödenBolschewistenschrelklebendigzuerhalten. Dieses war der Sinn unserer Ktrtii. Tann aber irrt der.Vorwärts', wenn ex meint, dcfh gerade toe:cn der Frage der Gewalt oder Gewaltlolsigkeit.«in tiefer Ritz" durch unser« Partei geht. GeWitz gibt es Meimrngs der schieden- Helten in der Partei, aber sie sind anderer Art. Aber wie ist es mit der GewaUPeliti! gegen die Avbeiter- sch�st, wie Nokk« sie betiebde? Auch sie gehört in das Thema, weu.n man es schon einmal erörtern will. Was halt Frau Iuchacz davon? SZ hat eine Zeit gegeben, da hat RokkeS Theorie und Praxis vom Kaputtschlagen der Knoche» ircchezu ungeteilte Zusiimmung in ihrer Partei gefunden, während wir— im Jr/ercsse jener Partei— hoffen, datz heute werion dieser Frage„ein tiefer Ritz" durch die S. P. D. geht. Sin tiefer Ritz, denn einmütig gegen diese PolitÄ der Rosöe u>td Ebert steht diese Parte! doch immer noch nicht. Wie der Vuisch vgrbereikei«de. Die Mittelsmänner im Reichswchrministerium. An die Vcrschwöning. die am 13. März zum Kapp- Putsch führte, leuchtet recht grell ein Schriftstück hinein, das sich in den Privatadten des Freikorps von Lützow befand und folgenden Wortlaut bat: Kerlin, den 8. 3. 1S20. Kurfürstenftr. Nr. 149. Teleph. Nollendorf 25- 82. Sehr geehrter Herr Majori Nachdem ich durch die Liebenswürdigkeit de» Herrn Haupt- »imnns Freiherrn von Gablung die Anweisung auf 250 Be. IleidungSstücke und 259 Gewehre erhalten habe, wandte ich mich nochmals an Herrn Freiherrn von Gablung, um Pferde und alles Nötige für die Eskadron zu beschaffen. Es wurde mir auch Zusage zuteil, nur mit der Bemerkung, daß die Frage d:r Frei. lotpS ein« augenblicklich sehr schwere sei und man auch für die Zukunft mit Schwierigkeiten resp. Herabsetzung der Stärke zu rechnen habe und ob es nicht ratsam wäre, um unser« Sachen nicht zur eventuellen Krise zu bringen, di« Schwadron nach Ostpreuhe» zu verlegen. Da ich in der letzten Zeit srhr viel mit den politischen Kreisen t« Fühlung komme und mehr oder weniger aus dem laufend«« gehalte« werde, s» wandte ich mich an den Herr» Hauptnvna Biebnhn, welcher mir de« Rat gab, jm Interesse deS Korps und der 10. Schwadron mich sofort mit Herrn Major in Verbindung z» setzen und eine tleberfiitzrimg nach Ostpreusitn Herr« Major in Vorschlag z« bringen. Auch hatte Freiherr von Gablung mich mit dem Vertreter Ost» preutzenS bekannt gemacht, welcher mit unserem Vor» haben solidarisch sich erklärte und mich mit meinem Adjutanten nach acht bi» zehn Tagen zwecks Besprechung i n«önigs�erz erwartet. Zu diesem Zwecke schickte ich sofort meinen Ad. jutanten, Leutnant Schützler, noch Remscheid zum Korps- stabe und erhielt gestern, spät abends, ein Telegramm, dah Herr Major sich hier(in Berlin) befände. Wa» die Balten anbelangt, wäre Ostpreußen auch von großem Nutzen, da sich dort zirka 300 bi» 509 Wann noch zerstreut«nf- halten und jetzt»rsammelt werden durch«inen mir bekannten Hauptmann Scheim unter fmrnbKcher Unterstützung unseres früheren Stabs chefi» der Bal tischen Legion Gräfe« Danaht. Ich bitte, Herr Major, Einblick jfit nehmen und zu ent. scheDen, wie Herr Major uns ziehen lätzt. Mir wäre es natürlich angenehm, als 10. Schwotdron de» Freikorps weiter zu bestehen und«ich für d!« Ankunft ig Fühlung zu bleiben, da daß Korps bann auch«ine sich immer stärker entwickelnd« Kraft im Ostrn haben würde. Natürlich würbe auch vieles von den Besprechungen abhängig gemacht werden, wie die wirtschaftliche Stellungnahme, auch die weitere AuS-rüstunig sich gestallt«� wofür ich die weitere freundlich« Unterstützung de» Freiherr«»»» Gablung und deS Hauptmann» Vlrtohn habe. Der BriefschveKer, Kapitanleutncint Kurt l? r a atz, ersucht dann weiter um Uebermittlung eines Ausweiibs zur Fahrt nach KönigLbsirsi. Er beruft sich darauf, daß er ..die größten politischen Verbindungen mit den leitenden deutschen und russischen Spitzen als ehemaliger persönlicher Ad- jutant des Fürsten Lieven besitz c", und ver- spricht dem Major, durch Berichte in steter Verbindung mit ihm zu bleiben,„damit Herr Major immer vom Tun und Fortschritt der 10. Schwadron in Kenntnis gesetzt wird. Sei es auch auf geheimem Wege, wenn es politisch nicht anders möglich ist". Das Schreiben schließt: Mein Werk wird aber gelingen, und da» große Werk und die Wiederherstellung eines Ostblockes muß und wird gelingen! Der Stein ist ins Rollen gekommen, so schwor es fällt, nur die nötige Ruhe und llntcrstütznng! Bis jetzt war e.s ruhig, aber in letzter Zeit waren zu viel« Anfragen und Ein- stellungen in di« Baltenschwadron, und besondere Gefahr bedroht«nS durch die Auslösung der Marinebrigndr. Wenn Herr Major mir gestatten, will ich auch gut« Reichsdeutsche aufnehmen und Ostpreußen, auch Russen, da eS dort eben sicherer ist. Ich bitte nur zu befehlen, wann ich Herrn Major sprechen darf. Mein Telephon: Kollendorf 2522. Kurt Graatz, Kapitänleutnant. AnS dem Schriftstück geht hervor, daß das FrdkorpS von Lützow in die Verschwörung bis in kleinste eingÄveiht war. Ferner ersehen wir daraus, daß die Verbindungen mit den baltisch- russischen Abenteurern immer noch aufrechterhalten werden, und daß zwischen den deutschen und den russischen Monarchisten eine enge Arbeitsge- meinschaft besteht. Höchste bemerkenswert ist auch, wie sich in Ostpreußen unter dem scheinheiligen Vorwand des Grenzschutzes alle diejenigen Truv- penteile in Reserve halten, die, wie die 10. Schtoadron des Freikorps Lützow, ihrer Auflösung entgehen wollen. Alle diese Schsiebringen und Aettelungen sind aber nur möglich mit Hilfe des R e i ch s w e h r nr i n i st e r i u m S. Dort sitzen die Mittelsmänner der Verschwörer und durch' kreuzen alle Maßnahmen, die von der Rcgiening getroffen werden. Will Herr Geßler den Hauptmann V i e b a h n und den Freihmn von Gabelung auch jetzt noch in seiner ylöhe balten? Wir glauben, daß es nach dem oben der- öffentlichten Schriftstück nun endlich an der Zeit ist, den Herren den Stuhl vor die Tür zu setzen. Die Eumche». Zur Charakterisierung des Gewerkschaftsbundes der Angestellten. Am 17. und 18. Apvil hatte der Verwaltungsrat des Gewerkschaftsbundes der Ange st eilten (G. D. A.) Vertreter aus allen Teilen des Reiches in Berlin versammelt. Nach einem Bericht des Bundesvorsibenden Beckmann wurde eine Erklärun angenommen, in der e» heißt: „Der G. D. A. mißbilligt die Nebenregierung der am politischen Generalstrrik beteiligt gewesenen Gewerlschasten, dir in einzelne« LandcSteilrn in TermismnS ausgeartet ist und zu der einseitige« Zusammensetzung der SozialisirrnngS- kommission geführt hat. Die Regierung wird ausgesordert, diese» verfassungswidrigen Zustand zu beseitige« und noib vor Schluß der Nationalversammlung den RrichSwirt- fchaftSrat zu schaffen, durch de« alle erwerbstltige« Kreise zur Mitarbeit am Wiederaufbau der Volkswirtschaft berufen find." Nicht weil wir dem gelben Konglomerat, daS unter der täuschenden Maske„Gewerkschaftsbund der Angestellten" sein Unwesen treibt, Bedeutung beimessen, geben wir diese Auslassung Potenziertester Charakterlosigkeit wieder, son- dern weil gerade diese Erklärung geeignet ist, das Wesen dieser Gesellschaft zu kennzeichnen. Es entspricht die'-em Wesen, daß die Leute nach dem Reichswirtschaftsrat rufen Neue Dächer. Vor ekulger Ze« find von Martin Berabt die Audeich- «ungen eines Schanzsoldaten unter dem Titel.Erdarbeiter" «rschienen.(S. Fischer Verlag ISIS.) In diesem Buche daS nicht an der Front, wenn auch nicht außerhalb der Gefahrzone jode» herbe Urteil verzichten, wirken in ihrer Schlichtheit, Un- mittelborkeit und Wahrheit überzeugender und erschsiternder al» «inifle Dutzend pathetischer Manifeste und aufgeregter Protest«. Der Gchanzsoldat Martin Beradt berichtet, wie di« Fron der ungewohnten Kriegsarbeit den einzelnen verändert, wie st« Treue erzeugt und Untreue gebiert, wie fie den Gottlosen fromm und den Gläubigen gottlos r-Xi"— � seiner meist dem Proletariat die Geschichte«ine».einfachen........ und interessanter als die gradlinige Biographie manche» be» rühmten Zeitgenossen. Beradt verzichtet auf die billige �Geste de» VolkssreundeS, der»die Ungebildeten gegen die Angehörigen der eigenen Schicht ausspielt, er befitzt statt abstrakter, unfrucht- barer Bolksanbiederung konkrete« Verständnis für die Leiden der kleinen Leute, di« seine Freunde wurden. Er schzvärmt nicht für die Menschen, aber er liebt den Menschen. Sein Buch ist ein Dokument au» der Zeit, die sich selbst d»e große nannt«. Die Aufzeichnungen eine» Schanzsoldaten sollten endlich d«r der- logenen KriegZbelletristik«>n Ende machen.... In dem Novellcnband:.Di« B-rfolgt««'(Verlag Ernst Rowohli) erweist sich Beradt ebenso al» Kenner der mensch- lichen Seele wie In seinem Erinnerungsbuch au» dem Kriege. Jede Zeile de» Novellenbuche» verrät den Meister der Sprache, den Beobachter de, L-b-nS, der e« versteht.- Geheimnisse zu ent- "leiern, ohne sie zu prosanieren. Thoma» Mann hat einmal n Schriftsteller definiert al» einen Menschen, dem da» Schreiben schwerer fällt al» anderen Leuten. Beradt ist«in Schriftsteller dieser Art; er befitzt unendlich viel Selbstzucht und Verant- wortungSgefühl. Schade, wenn dich? Kammermusik vom Lärm des Tages, vom Marktgeschrei der ViclgcMftigen und Allzu- schnellfertigen übertönt würde. P- M, Tos Finanzkapital. In Kürze erscheint di« zweit« mwer- Ande'-ie Auflage de» seit Jahren v?rgr!ffenen Werke» von Rudolf Hilferding rm Lerlage der Wiener Polksbuchhand'.uug. VodenvrrbessetNNgSMne an der Eider. Um den Kulturwert «bne»»f»l« schlechter EilllrässorimgkverhSItniss, jetzt stark min- derwerngen, 5CC00 j�citar um lassenden Laut gebiet es an der Nder und der Trrcne in den Krcis-n Rendsburg, Tchlege tsi1' Hvfurn und Nord ich''h'wrkchtzn zu heben, plant die Provinz SchleS-v-g.Holste-n einen Abschluß der Sidermündung gegen die Nordsee durch einen mit EniwässeruugSschleus« versehenen Damm. vqmit würde der jetzt fcarj MvMendx Wajjerstand her Scher jo geregelt werden, daß, wie die»Zeitschrift für die gesamte Wasser» Wirtschaft" m>it teilt, sich ein« ausreichend« Entwässerung dor an den beiden Flüssen liegenden Niederungen ohne Schwierigkeiten würde durchführen lassen, und daß da» jetzt salzhaltige Wasser der Eider Mangel» Perbindung mit der Nordfe« durch sein« na- türlichen Auflüss«— bald wieder zum Süßwasser werden würde, da» zur Versorgung der ausgedehnten Viehweiden mit Trink- wasser verwendet werde« könnt«. Gegen die klrperNch« Züchtigung I« den Schule« hat der Minister fü« Wissenschaft, Kunst und Volksbildung folgenden Erlaß an hie Regierungen herausgegeben, in dem e» heißt: »ES liegt mir daran, di« gesamte Lehrerschaft für den Gedanken zu gewinnen, daß die körperliche Züchtigung«in Straf- mittel darstellt, dessen Anwendung mit dem Geiste unserer Zeit nicht mehr veveinbar ist und da» daher au» der Schul« ganz beseitigt werden müßte. Unbeschadet der bestehenden gesetz- lichen Bestimmungen mach« ich dah«r den Schulaustichtsbehörden, insbesondere denjenigen Beamten, di« mit den Lehrern und Lehrerinnen in unmittelbarem Verkehr stehen, den Regierung». und Schulräten und KreiSschulinspektoven zur Pflicht, ihren ganzen Einfluß dafür einzusetzen, daß der von mir gewünschte Zustand eintritt, und hierzu auch ihrerseitz dadurch beizutragen, daß sie an die äußere Schulzucht und an die unterrichtlichen Leistungen kein« Anforderungen stellen, die die Lehrer und Lehrerinnen nur mit Hilfe von körperlichen Strafen glauben er- füllen zu können. Noch mehr aber setze ich mein Vertrauen darauf, daß die Lehrenden selbst mehr und mehr zu der.Uober- zeugung kommen werden, die Anwendung der körperlichen Züchti- gung sei de» Erzieher» wie de» Zögling» gleich unwürdig, und daß sie e» al» Ehrenlache betrachten lernen, bei ihrer untcrrichtlichen und erzieherischen Tätigkeit ganz ohne solche Strafmittei auszukommen..... Neben der Warnung ist besonder» hervorzuheben, daß verständnisvolles Eingehen auf di« kindliche Eigenart und eine von Geist und Leben erfüllte Lehrweise, die e» versteht, die Teilnahme der Kinder dauernd zu fesseln, körperliche Strafen gänzlich überflüssig macht. her In der gevlavten Zusammensetzung ein trefsnme? Iu- daß die Spitzenverbände der Gewerkschalten ihr? Legen- wärtige Stellung gerade mich dazu benutzen, um diesem ReichswirtschastZrat das Gs n i ck nmzudrehe n. Seme Duldung würde im Widerspruch stehen zu den sozialpoli- tischen und wirtschaftlichen Generalstrcikfordernngen der Gewerkschaften und seine Existenz wäre ein Hindern is für jeden sozial- und wirtschastspolitischen Fortschritt. Das württembergifch« LnndtagSwahlgesetz. D r luiktiern» bergisch« LandtaMvahlgesetzontwurf sieht die Wahl von 101 Ab- geordneten vor. Die Verrechnung der Sir ststiMmen ist derart gerlani, daß ein Teil der auf sie entfallenden Abgeordneten auf«ine LandeZliste übernommen, der andere Teil aber auf die Preise verteilt werden soll, die die höchsten Zahlen von Reststimmen ausweisen. Kopp in Schweden.»B'rlingöke Tidende" meldet aus Stock» Holm: Dr. Kap» wird borläufig in Pchsizieigcwahrsam gpfUtifn. Wie da»„Svenkka Dag bladet� erfährt, ist e» nicht ausgeschlossen. daß zwischen der schwedischen und der deutschen Regierung ein MeiiningiauStousch stattfinden wird über di- Möglichkeit einer Auslieferung Kapp». Auswanderung schwedischer Metessnrbeiter nach Rufilanv. In den uiSchfieu Tagen wird sich von Stockholm ans eine Kam« Mission schwedischer M-tallarbstter, die noch Scwietrnhland aus- wandern wollen, nach Prterkburz und Msikau begeben, um die russischen Arbeit?- und Lebensb-rhälinisse zu studieren und die AuSwanderungZmöglichkeiten zu prüfen. Das Branber.bmgische Lande?arbe,'ksamt. Durch Beschluß de» ProvinziallandtageS vom 4. und ö. März 19A) ist mit Wirkung vom 1. April d. I. in Berlin für die Pro» vinz Bre.nd''nburg mit Ausnahme d-S GeschäftAbereicheS de» Landesarbeitsamtcs Grotz-Berlin ein besondere» LandesarbeiiS- amt errichtet worden, das im wesentlichen die Funktionen ausübt, die bisher der ZentralauSkunftSfielle der Arbeitsnachweise für die Provinz Brandenburg und dem Verbände Märkischer ArbcitSnoch- weise oblagen. Angegliedert ist dem LandeSirrbeitdamt das Pro- binzialberufSamt. Zum Direktor des Laud"üarbeitsamles ist der bisherige Geschäftsführer des Verbandes Märkischer ArbeitZnach» weise, Dr. D e r m i e tz e l, ernannt worden. Die bisherigen An- fchriften an die ZentralauSkunftsstell« und an den Verband Märkischer Arbeitsnachweise sind daher in Zukunft an den! „Direktor des Brandenburgischen LandeSarbeitSamies", Berlin SW. 11, Königgrätzer Straße 28, Fernspr.: Nollendorf 832, 833, 834, 4253, 4254 und Kurfürst 288«, 2837, Telegrammadresse: Landesarbeit, zu richten. Di«„Zentrale für Lehrstellenvermittlung für Groß-Berlin" ist aufgehoben worden; an ihr« Stelle tritr mit dem 1. April d. I. da» Provinzial- Berufsamt, dem di« Bentfsämter mit der Lehrstcllcnvermittlung der Berliner Vororte und in der Pro- vinz Brandenburg unterstellt sind. Eine seiner Hauptaufgaben ist die Durchführung des zwischenbez'rllichen bzw. zwischenörtlichen Ausgleichs von Angebot und Nachfrage der Lehrstellen. An- Meldungen offener Lehrstellen sind zuerst an die Berussämter oder Arbeüsiiachwcis« der eigenen Stadl oder deS betressenden KreiscS zu richten und nur in Ausnahmefällen an da» Provinzial-B-rufs- amt selbst. Die Anschrift lautet„Brandenburgisches Landes- arbeilSamt— Protmrzial-BerufSamt", Berlin©23.11, Königgrätzer Straße 28. Die in den Dmnpfwaschereien beschäftigten Kutscher nick» Mit, fahre« nahmen in einer gut besuchten Vevsainmiung Stellung zu bex Antwo-rt der Arbeitgeber auf die eingereichten Lohnforderungen. Die Firmen Wagner, Mi'chlenstraße, Kon iglstadti- s che Dampfwafchanstalt und R. G o h l k e, Wuster- hausoner Straße, haben di« Forderungen onertkannt. Mt am, deren Firmen stehen wir in Verhandlungen. Nur der Arbeitgeber- verband weigert sich, einen Tarifvertrag zu tätigen und will mit seinen Arbeitern die Lohnfrage persönlich erledigen. In der Diskussion wiesen die Keltischer diese» Ansinnen der Arbeitgeber aufs entschiedenste zurück. In Form einer Resolution wurde bet Deutsche TranSpoistarbeiter-Verband erneut beauftragt,.die Jnter- essen der Kutscher und Mitfahrer zu vertreien. Die Forderun- fn sind: Lohn wöchentlich 250 M. für Kutscher und Mief ahrer, ilgondliche bis 10 Jahren 00 M., Jugendliche von 17 bis 13 rhren 120 M. wöchentlich. Geivähwilig eines Sommerurlaub». Die jetzigen Lohne betragen 110 bis 160 M. für Erwachsene. Ost» fiatische Forschung. Der Nestor d:r deutschen Sinologie, an der Tolumvia-Universilät zu New Uoil wirkende Professor fcha-iiiS'-n Erforschung de; fernen Osw«» widmet, möt zu Ekreu de» greisen Gelehrieu demnächst eine umfangreiche illustrierte Festschrift heraus, zu der die meisten Fachgelehrten deS Inlandes und befreundeten ÄuSümde» bedeutende Beiträae aeiiejert haben. Die offene Tür! Organisationen, die sich mit Kinderschutz befassen» b», klagen das Fehlen einer«Offenen Tür", das heißt, eine» Jugendheimes, in das man Kinder in dringenden FäUen, ohne umständliche Verhandlungen mit Behörden und In- stanzen, sofort unterbringen kann. Die steigende Not steigert in nie gekanntem Maße das Elend unserer Kinder, Die Fälle, in denen man rasch eingreifen müßte, häufen sich. Da sind Kinder vor schwerer Mißhandlung zu schützen; Halbwaisen, die plötzlich durch Krankheit oder sonstiges Un- glück die letzte Stütze an Pater oder Mutter verlieren; Halbverdorbcne oder Davongelaufene klein« Vaganten und ähnliche Fälle dringender Not, in denen nian nicht auf lang- wierige Amtshandlungen bis zur endgültigen sintert, rrn- gung warten kann. Daß für all diese Kinder kein schützen- des Dach vorhanden ist, beweist einen argen Mißstand. ES kann jedoch nicht deutlich genug gesagt werden, daß eine „Offene Tür" ein wirkliches Jugendheim sein muß, das von verständnisvollen, hilfsbereiten Menschen geleitet ist. Denn in Berlin wird ans dem Gebiet der Jugendpflege und Jugendfürsorge gern mit einigen Musteransialten para- dicrt, die gerade den zu stellenden Anforderungen ent- sprechen. Wollte man jedoch die übrigen Einrichtungen mit diesen Musteranstalten vergleichen und ermessen, inwieweit dem Kinderelend wirklich abgeholfen wird, so würde'.an bald finden, das einige Potemkmsche Dörfer die AuSsickst auf jämmerliche Zustände verbergen. Darum fordern wir eine„Offene Tür", die jedoch weder eine Polizeiwache, noch ein KinderzuchthauS sein soll. Die Bek.eidunssstcli« des Magistrats teilt mit: ES wird dar» auf aufmerksam gemacht, haß hie im Umlauf besindiic'-n Verech» tigungSschsin« auf Kommunukwar«», die bis zum ZI. März d. sjj. ausgestellt worden find, mit dem 80. April d. I. ihre GüftWöit ».'rtieren. Pom 1. Mai 1020 kann die Nouausfcrtgung in de« helannts» AuSfortigur.gSstellen nach Maßgabe der vorhanden«« Wo« beantraot Word««. Die nieuousaeiersisten Schein« verliere« fiv«"'"It'i'iteif iuit äi'Hauf des ans hi-e Aui-sbsTiuig folg Ms i.« �rmonalö. Sierftifi üb: T«sH?ndt!bZ«! Si'sfe Mcch�Mg f-ann nicht oft fcnuo te--dsrhoK uxrdcu. Immer wieder find?.-» diese khrs Opfer. Ws gestern, Montag abend, diÄ AnFehöriAea der anS TÄnnnark �nrücikehvcndcn Kinder diese abholten, haben sich Taschendiebi: daS Oedrän�e znnrche gemacht und daidei verschiedene Frauen beraubt. i! her feld erbeuteten sie auch Lebensmittelkarte». Tie Deutsche LricdruZgcscllschaft(OrtZgrupps Berkin) ver- «r Aula der?. Semeindeschiil«, Bllvger'lr. ZS, statt. Ten Eltern der zu impssiiden Kinder gehen in den nöchsts» Tagen die Borlodungen zu. Eltern, die bis zum 30. April diese Vorladung nicht erhalten haben, «erden hievdurch. Dienstag, 29. April, abends 7 Uhr, Mtgiiederversamlung im LindenporK. Di« Zieichstagswahlen. Zauthen-MIersborf, Neu-Schulzendorf. Donnerstag, den 22. April, abend» 8 Uhr, Generalversammlung in Miersdorf, Restaurant»Zur Rühle" sFritz Dornbusch!. Distrikt Riederbmnim-Rord. Sitzung der Zugendkommission nicht Freitag odend 6 Uhr bei Schröder, Pankow, RiederbarnmpRoed. Am Donners- findet in Pankow, Grunostrahe sAula am Mittwoch, sondern am FItwcitr. 5/B. Dlstrikts-Bildung-kommlssto» taft 22. April, abends S Uhr, s tstt Lk. Schv?»), kW KoiksiZung stmlstcher Mtglieder der Bi Kommissionen und der Elternbeiräte von Niederbcirnim-Nord statf. Vortrag de« Genossen Dr. Wegener über„Ausgadon de: Elternbeiräte und sozialistische Erziehungssrazen". Riederbornim-kiord. Gewerkschasts- und Rätekornmission. M!!t- woch abend 8 Uhr Sitzung bei Chello, Pankow, Berliner Straße 118. Bildnnzskennnissisn Pankow. Mittwoch, 21. April, abends 7 Uhr, Sitzung bei Teuber. stiorastr. b/g, Ecke Gaitlardstraßs. V-rrsigweli!«. Mltttooch abend 7 Uhr Mitgliederversammlung in den Borsizwsider FeMIen. Ohne Mitgliedsbuch dem Autritt. JereMtentze?. Deutscher Werkmeister-Verband. Luxuspapierbranche und photo« graphisch« 5r unstd: uck-sindustric Versainmluna Mittwoch nach mittag» 5 Uhr ttn Schul theitz, Brüäienstt. 6 b. Wichtige Tagesordnung! stach- g.uppe III, Metallindustrie. Berufsgrupps„bi", G-lbm-ia!!, Güri- lerei, Druckerei, Armaturen, Schraubenfabttkaiion Versammlung Mittwoch nachmittags 8 Uhr im Schultheiß, Neue Iaaobstr. 24/25. Deutscher Trans portaebeitar-Derbmtd. Branche: Een>e:blichcs Personal der Kriegsorgamsationen. Mittwoch 6 Uhr Verirauens- männerversammlung im Königstadt-Kasino, Alexandarstr. 21.— Branche der Ettikassiorer, Kassenboten, Buraaud-iener usw. Freitag H7 Uhr vertrauensniännerversammlung bei Wegener, Srydelstr. 20. Bund der technischen Angestellten und Beamten. Vertrauens- männerversammlung der Fachgruppe 1« sEisenhoch- und Brückenbau) am Mittwoch, LI. April, abends 8 Uhr, in der Geschäftsstelle des Bundes. Allgemeiner humanistischer Kulturbund. Mittwoch abend 7>-> Uhr. im Lehrervereins�us, Alexanderplatz, Bortrag von stng. Ganswindt: „Die Erschließung des Weltalls durch mein Weltenfahrzeug." Arbeiter-Radfahrer-Bund»Solidarität', Ortsgruppe Berlin. Generalversammlung am Freitag, den 23. Aprll, abends 7 Uhr. Tagesordnung: U. a. Neuwahl de» Vorstandes, außerdem sehr wich- tige Mitteilungen. Arbeilersportkartell Lichtenberg«nd Umgegend. Mittwoch,, den 21. April, abends 7 Uhr, Mitgliederversammlung in der Aula des Lyzeums, Rathäusstratze. M dg liebe buch legitimiert._ Verantwortlich für die Redaktion: Alfred Wielepp, Neukölln. Verlagsgenossenschast.Freiheit", e. D. m. d. H., Berlin.— Druck der Lindendruckerei und Derlogsgesellschast m. d. H., Schiffbauerdamm 19. lelrteeö. n5.1.?iei>«, liüulik!?. !If»!u>-l!!!, liseteynini!-. W�OLGLsG, NW............................ IT T- Uochwrietrteret l)f. v. kleebNeed- lti.exjttlMarstr,«ä. Oessfiseh.(qw. ti3tÜ8-7.(UorErtiljs. Be. beeilt MUw. namh. Jarlaten. tintl!!0— 12 Verttaaootfachea: : Botenfrauen: ♦ s teilt sofort em ♦ ♦ SpeüitiöB TeptOiüf, WskLmLmLe 31. ♦ ♦❖❖♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦ f| Isti 6—§ Wochen l / sondern In 3~#T»e«« werden«Iratl. Milltitr- a. Zivitpardcroben safärbt.— Tranersachca binnen I 24 Slnmten.— Samt- n, Pliitcheardfrrob?« werden tlarch 4»Ick! malen wl« neu Uergcstellt, ücJiDsi'ftetMKp n. cUam, SeirlspuissanstnU 1 Tel.: Amt rlOlW-WOSta Hania 107f, i (Gaia& Sles) rahrlku-Eipcdit: Cstikow«I;yf(r.2I, ITanptueicLiit: anltkowstystr. IS. II. Gescheit; Aiflckimair. 112 if. d«scl.nn:Sc!i5i!h«ar.er Allee!7f, c« iMJteWtrtlili' cküft! Wümersdoi i, L'lilandM)". 74. \ Oen ßiSsürsrogltenr lätsfoiSg kLÄon kleSman Anseiüen . In«ter afeend- � aussgäiJ»© der Proihoi« ix�-rzz'?! Knpfer �GS5wg Zinn Sämt!.SS€ta}!Q I Passksltet PisSiss Siib®r- Abfftlie kaatt»i» risdlt hsliäll lhÄBI in aasarea 6 EinKaofEStsllsn Mefall-Zentraiej I.Bnmuanstr.ll am Rosenthalar Platz 1 I IFennsfraim am Weddlotalaie 3.E2EiSßiSfr.29 1 | nahe der TurrastMße f lS.MÄSkÄ'.L ! Ecke Schöneberger Str. am Anhalter Bahabof , s. mm, | hii.- Jri«lr.-Slr.32® j ttajie Hernjanaplei« 1 6ciiiäsnves72 j am Ealtanplat». Wottsr In led. Garten o. 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