AnMpreis 20 Pfennig* 3. Jahrgang Zreltag, öen 23. Mprll Z920 Nummer 130> Norgen-�usgaöe ZNe � Freiheit� erscheint morgen» vnd mufrniittag»»«n 5onn» und Festtagen nur moraen». Der Vezugsprei» beträgt bei freier Zustellung i?» kaus für Grok-Serkin 7.50 Tt\, im voraus zahlbar. Für poübe,ug nehmen sämtliche s?ostanstaiten Bestellungen entgegen Unter Streifband bezogen für Deutschland und Gestetrei'.t> to.— ZTi�'ür dn» übrige Ausland UU zuzüglich valutaaufichlaz, per Blief für Deutschland und Gesterreich �7.— M. Redaktion und«xpedition: Beriw NW. S, Tchiffbanerdanun FS»r. Fernsprecher: Amt Norden SSS— 3«, 2S95 und 2893. Inlerat» fofh« die achtgesp. Norpar? illezeite oder deren Raum 5.20 Mk. znzügl. 30% Teuerungszuschlag. Familien» und Grganisationsanzeizen die achtzesp. Nonpareillezeile 2.40 Mt. netto. Kleine Anzeigen: Das fettgedruckte Wort l.td Mü, jedes weitere lvort t* Pf«f ZNZÜgl. 30, T-uerungszuschlag. Stellengesuche, Familien- tu Drganisations« Vort-Anzeigen kosten da» fettgedruckte wort Mk, jedes weitere Wort 8$ pfg. netto Inseraten-Abteilnnq: Berlin RW. V, Echiffbanerdamm 19 Fernsprecher: Amt Norden 833-3 S, 2893-96. 9768 Berliner-Organ Per Vmbftätißfgen Scaialöemofmtfe BeutMIanöa Sprengung des llnIersnchmgs-Ausschnsses im Keichswehminiiiermm. Viederherstellung der Allmacht der Militansten. Der Untersuchungsausschuß im Ncichswehrministcrium, der z« drm Zwecke eingescßt war, um ein? Untersuchung über die Beteiligung der Offiziere am Kapp-Putsch einzuleiten, ist in seiner gestrigen Sitzung gesprengt worden. ES nahmen an der Sitzung teil: Die Abgeordneten Krüger-PotSdam fsoz.), Krüger- Necklenb.(3oj.), Schneider-Franken(Ztr.), Dictz, Schulz- Bromberg(Dnatl.), Nufchke sDem.) und von unserer Partei venosse Kurt Geyer. Vom NcichSwehrministerium waren der- treten der UntcrstaatSsekrctiir Stock, Oberst von Kreß, der Zivil- drzrrnent Eteinkopf und ohne Stimmbcrechtigung eine tlrin« Anzahl von Offizieren. Auf der Tagesordnung stand znnüchst die Behandlung des Falles Wangen heim, dessen vorläufige SuSpendierung vom Dienst ausgesprochen wurde. Im Falle deS Oberst L e d r b u r wnrde ebenfalls SuSpendicrung vom Dienst durch den Ausschuß beschlossen, doch entspann sich hierbei schon eine leblmfte Debatte darüber, welche Kompetenzen dem Ausschuß überhaupt zustünden »nd welche Mittel er hätte, nm feinen Beschlüssen Geltung zu perschassr«. Bei dieser Diskusston stellt, stch die Halbheit der Maßnahme, die zur Einsetzung deS Untersuchungsausschusses führte, heraus. Der Ausschuß ha» nicht die geringste MSglichlelt, »rnsthaft auf die AnSsührung seiner Beschlüsse»n dringen. Als «nn g« mitgeteilt wurde, daß die SuSpendiernng dcz Oberst Ledebur bereits durch den Reichspräsidenten verfügt fei, entstand die Frage, was dann übechaupt der Untersuchungsausschuß noch für»Inen Zweck habe. Infolge der stch darüber entspinnenden Daikusston wurden zwei Auträge gestellt, der eine von dem Ab- geordneten Schneider-Fraulen, der eine Vertagung deS AuS- fchusseS beantragte, um im Parlament mit Hilfe der Fraktionen des SenIorenkonventS noch einmal die Kompetenzen dez Au» schnsscs festzusetzen und dem Ausschuß wirklickw Exekutivgewalt für die Durchführung seiner Maßnohmen zu geben. Dieser An. trag wurde abgelehnt, angenommen wurde der Antrag deS ZcntrumSabgeordneten Dietz, daß die Untersuchung künftig de« einzelnen Dezernaten im Reichswehr ministe» rium zu überlassen sei! Diese Dezernate sollten paritä- tisch besetzt werden mit einem Dezernenten und einem Mitglied deS Parlaments. Obwohl der UnterstaatSsekrctär Stock stch gegen den Antrag aussprach, wnrde er mit t Stimmen gegen die 2 rechtssozialistischen Stimmen und bei Stimmenthaltung der Al'gevrdneten Nuschke und Geyer angenommen. Damit ist die Tätigkeit dieses UntersuchmigZausschusseS beendet und eine völlig neue Situation geschaffen. Die Selbstkastrierung, die der UntersuchlingSanZschu� an sich vorgenommen hat, ist bezeichnend für die planmäßige Sabotage, die die bürgerliche Mehrheit betreibt, nm die Zugeständnisse an die Arbeiterschaft und den Kampf gegen den Militarismus unwirksam zu machen. Bedeutet doch der nun angenommene Zentrumsantrag nichts anderes als die Wiederher st ellung der Allmacht des Neichswehrministeriilms und die weitere Er» schweriing jeder wirksamen Bekänipfung der ofscnen und verkappten Verichwörcr. Dieser Z u st a n d darf unter keinen Um- ständen geduldet werden. Die Arbeitersckwft, die unter zahlreichen Opfern den Kopp-Putsch abgewehrt und die Republik gerettet hat. wird sich diesen neuen Betrug, diese neue Förderung der militaristischen Verschwörer nicht gefallen lassen. Da die Regierung und die Nationalver- sammlung versagen, müssen die Arbeitnehmerorganisationcn und die sozialistischen Parteien selbständig zu der neu ge» sck)affenen Situation Stellung nehmen. Konstrenz in San Nemo. England und Italien für Einladung Deutschlands. Pari», 22. April. Me der Sonderberichterstatter des„Matin" meldet, haben RHU und Lloyd George Millerand den Gedanken nahegelegt, die deutsche Regierung zur Teilnahme an der Kon- ferenz von San Nemo einzuladen. Beide hätten sogar die Anwesenheit des deutschen Reichskanzlers für wünschenswert »rllärt, um die zukünftigen politischen und wirtschaftlichen Be- ziehunge« mit dem ehemaligen Feinde in sachlicher und um» fassender Weise zu besprechen. Der Korrespondent bemerkt, man könne sich die Wirkung diese» Votschlages auf Millerand leicht Horstellen. llngünsklge Wirkung der deutschzn Nrsten. T. U. Paris, 22. April. Zu den drki deutschen Noten wird hier bemerkt, daß sie zeigen. »ie sehr Deutschland die Bestimmungen deZ Versailler Vertrages zu umgehen sucht. Zuerst lieferte eS die Schuldigen nicht auS, dann sandte eS mehr Truppen ins Ruhrgebiet als e» durfte und zetzt verlangt«s d«e Abschaffung einer der wichtigsten Klauseln des Versailler Vertrages. Offizielle Velciligung Amerikas. H. dl. Rom, 22. April. Der Botschafter der Vereinigten Staaten in Rom hat nun- mehr den Auftrag erhalten, der Konferenz in San Nemo als offizieller Vertreter der amerilanischen Regierung beizuwohnen. sind mit blutigen Verlusten abgeschlagen. In Wolhhnien haben die polnischen Patrouillen die Ankunft von großen roten Vcr- stärkungen wahrgenommen. An der Düna bei Lepol werden starke rote Streitkräfte zusammengezogen. Sie lleichswehr im Ruhrgebiek. Eine Note der deutschen Regierung. B e r l i n, 22. April. In einer von dem Borfitzenden der deutschen FriedenSdele- gotion in Paris dem Präsidenten der Friedenskommission über- gcbenen Note ist darauf hingewiesen worden, daß infolge der bis zum 21. April durchgrsührte« Verminderung die Kopf. stärke der Truppen in der Sll-Pilometer-Zone die zulässtg« Zahl nicht mehr übersteigt, daß nur noch die Zahl der Verbände » m10>H Jnfanteriebatailtone und lg Batterien überschritten ist. Die weiter, Verminderung der Verbände ist im grgenwärti» gen Augenblick nicht angängig, da die Durchführung der Polizei- lichen Maßnahmen in den stark bevölkerten, dicht beieinander gc. legrnrn Ortschaften es besonders vorteilhaft erscheinen läßt, kleine Verbände zu vcrweuden. Unter diesen Umständen hat die deutsche Regierung gebeten, daß die znlksstg, Truppenzahl entsprechend früheren Anträgen lediglich nach Köpfen beinessen werde. Be. züglich der Artillerie ist um Belassung von 11 Batterien in der öll-Kilometer-Zone gebeten worden. Dir deutsche Regierung glaubt, baß sie mit den am 21. April vorhandenen Truppen die Ordnung aufrecht erhalten kann. In?» besonder, rechnet sie mit der Hoffnung, südlich der Ruhr ohne gewaltsames E in schreiten zu geordneten Zn- ständen zn kommen. Sie muß aber mit besonderem Ernst und im Vcwiißtsein ihrer Verantworsting immer wieder darauf hin- weisen, wie wichtig eS ist, immer wieder für die Ruhe, Sicherheit und Ordnung in dem Gebiet einstehen zu können, d»S den Kern deS deutsche» industriellen Lcbenz bildet. Werden ihr in dieser Hinsicht die Hände gefesselt, so muß sich unvermeidlich jede Störung der Ruhe auf das ganze Reichsgebiet übertragen. Dadurch wird das Land immer wieder an be» Rand des Abgrundes gebracht und dadurch würde auch die Erfüllung der Be- stimm» ngeu des Friedensvertrages gefährdet KÄvAfe an der polnisch-russischen Front. H. N. London, 22. April. Uu« Warschau wird gemeldet: Die Bolschewik! verdoppeln hr« Anstrengungen. Hauplsächlich in Wolhhnien griffen sie mit �werden. frischen Streitkräften an, und die Polen tonnten nur mit Mühes Dem Vorsitzenben des interalliierten UeberwachungSauS- standhallen. In Pofcolien haben de rotrn Truppen in der fchusscs für das Landhecr, General Rollet, ist außerdem Vegettd von Schmort« eine neue Offensive angefangen, leine genaue Uebersicht der TruppeuverbAutzc i» her' d* /xaeji fey ftijiie Moloclvsk gerichtef üt Die ersten. Angrill« W-KilogtMr.Zpne MennMlt Wördes. Sowjekrubland und Europa. Eine Unterredung mit Krassm. In einer Unterredung, die unser Kopen» Hagener Korrespondent mit dem Vorsitzenden der russischen Handelsdelegation, Genossen Leonid Krafsin, hatte, machte dieser über die Grundlagen der jetzt in Angriff genommeneis Verhandlungen folgende Ausführungen: Sowjetrußland steht jetzt vor dem Ende sciwor krieg?- risch-m Aufgaben, da die Randvölker und die Alliierten ihre gegen Rußland gerichteten Unternehmungen nicht snchr wieder aufnehnicn können. Der Friede mit Polen und Finn« land ist noch nicht zustande gekommen. Es besteht jedoch) die Hoffnung, daß die Regierungen dieser Staaten Rußland nicht mehr angreisen werden. Sollte dies aber dock) der Fast sein, so sind die nötigen Maßnahmen getroffen, und auf den Angriff von polnischer oder finnischer Seite wird unsere rote Armee hoffentlich dieselbe befriedigende Antwort g'chen, wie auf die früheren viel stärkeren Angriffe der Gegner, zumal die finnisrhen und polnischen Ansprüche nicht nur in den arbeitenden Volksschichten Rußlands, sondern auch in den Kreisen der früheren Bourgeoisie, der Beamten und sogar der sonst gegen Sowjetrußland feindlich gesinnten bürgev- lichen Flüchtlinge und Offiziere im Auslände Empörung und Entrüstung wachrufen. Sowjetrußland will jetzt alle seine Kräfte den fried- lichen Aufgaben der Wiederherstellung der Landwirtschaft und der Industrie widmen. Diese Arbeit wird mit größerem oder kleinerem Erfolg, in raschem oder langsamem Tempo vollbracht werden, je nachdem, ob Sowjetrußland einen gei wissen Beistand von der europäischen oder awerikanisckien Industrie crl)alten wird. Mit eigenen Kräften wird sich Sowjetrußland aus der jetzigen schwieri- gcn Lage nur verhältnismäßig langsam be- freien können. Das würde für das russische Volk norh Jahre der Entbehrung bedeuten, an die man sich übrigens während der Zeit des Kampfes gewöhnt hat. Aber auch für die übrige Welt würde eine solche langsame Erholung Rußlands, eine durchaus ungünstige, vielleicht sogar verhäng- nisvolle Nolle spielen. Halb Europa liegt nach dem groß- ten aller Kriege, den die Menschheit durchgemacht hat. in Ruinen. Die durch den Krieg zerrissenen ökonomischen Be« ziehungcn müssen wiederhergestellt, tansende von Städten, Fabrikanlagen, Eiscnbalmen usw. müssen von neuem aufgebaut werden. Auch in den siegreichen Ländern liegt die Industrie aus Mangel an Rohstoffen lahm. Kohlenmangei bedroht sämtliche Industriezentren und Großstädte mit heftiger Rot. Diese Not und insbesondere der Mangel an Nah- rungSmitetln kann nicht ohne Mithilfe Rußlands beseitigt werden. Alle diese Erwägungen berechtigen zu der Behauptung. daß die Wiederlstustellung der Wirtfchafts- und Handels- beziehungen zwischen Rußland und den westeuropäischen Ländern in beiderseitigem Interesse liegt. Nun kann natürlich die Wiederherstellung der Be» Ziehungen nur auf dem Wege einer Verständigung erfolgen, nachdem der zwei Jahre lang währende Versuch, das Sowjetsvsiem in Rußland zu. stürzen, als gänzlich miß« lungen betrachtet werden muß. Will nun die kapitalistische Welt eine Verständigung mit Sowjetrußland herbeiführen, so müssen die leitenden Staatsmänner der Entente wie der Mittelmächte begreifen, daß diese Verständigung wie auch die dazu nötigen Vorverhandlungen nur aufdcrGrund- läge der Gegenseitigkeit vor sich gehen können. Sowjetrußland ist nicht besiegt worden und hat daher allen Grund, sich als gleichberechtigten Staat zu betrachten und eine dementfprechende Behandlung zu verlangen. Will man ferner den Verhandlungen Erfolg sichern. so muß man den Grundgesetzen und Prinzipien der Sowjet- republik Rechnung tragen. Es kommt verschiedentlich in de« Aeußerungen der Presse wie in den Worten mancher Ver- treter der kapitalistischen Regierungen die Absicht zum Vor- schein, von Sowjetrußland dv? Preisgabe jener Prinzipien und Maßnahmen zu verlangen, welche das russische Prole- tarint durch seinen revolutionären Kampf aufgerichtet und im Verlauf zweier Jahre verteidigt hat. Man hat gegen Sowsetrußland einen Vernichtungskrieg geführt, ohne ti vernichten zu können. Es wäre sonderbar, wenn Sowjet- rußland nun, nach Abwehr dieser Ueberfälle, bei den Ver- Handlungen plötzlich kapitulieren und von der Grundlage der Sowsetverfassung abrücken wollte. Sowjetrußland besteht dunhaus nicht auf der so for- tigen Wiederaufnahme von diplomati. schen und konsularischen Beziehungen»ad war» bereit tunäckllt mut mit bat» Wie h e «nfnaymr v er_ Handelsbeziehungen zn beginnen. Eine wesentliche Vorbedingung dafür ist jedoch die A u s b'e b u n g d e S Kriegszustände» und der Blockade, nicht nur seitens der Entrnteniciclte, sondern auch jener Nandstaaten, die, wie Polen und Finnland, von der Entente unterstützt und finan. ziert, militärisch gestärkt und in jeder Beziehung beeinflußt werden. Ohne Einstellung des Krieges und Aufhebung dei Blockade läßt sich kein Warenaustausch zwischen Sowjet- rußland und Westeuropa organisieren. Dies wäre schon aus dem Grunde unmögliche weil im anderen Falle die Eisenbahnen und andere Transportmittel durch militärische Inanspruchnahme gebunden sein würden. � Eine zweite Bedingung für die Schnelle Steigerung der Ausfuhr ans Rußland wäre die schleunige Wiederher- stell nng des russischen Eisenbahntransport w e se n s, dag in den Jahren de? Krieges genau wie in allen anderen kriegführenden Ländern sehr gelitten hat. Darum beabsichtigt die Sowjetregicrung, wenn es zu einer Verständigung kommt, in erster Linie Lokomotiven, Eiscnbalinmaterial und Reparaturwerkstätten für Loko- Motiven und Bahnen im Auslände zu bestellen. Jede neue Lokomotive, die nach Rußland geliefert wird, bedeutet eine fast unmittelbare Steigerung der Nehstosf- und Getrcidevor- röte in den Häfen und Grenzorten, von denen der Export nach dem Auslande ohne weitere? möglich ist. Die Vorräte an Getreide, die in Rußland vorhanden sind, betragen nach den bescheidensten Kalkulationen über ein« Mil- l i a r d e P u d*). Jedoch befinden sich diese Vorräte in den östlichen und südöstlichen Gouvernements und im Nord- kaukasuS, und können erst erfaßt werden, wenn das russische Transportwesen von den Aufgaben des Krieges befreit und durch Zufluß von neuen Lokomotiven und sonstigem Material verstärkt Warden ist. Die ersten Lieferungen von Lokomotiven und Eisenbahnmaterial könnte Rußland ohn« Schwierigkeiten mit barem Gelde bezahlen. Für die weitere Entwicklung des Handels kämen dann die kereits vorhan- denen Rohstoffvorräte in den Häfen von Petersburg, Mur- man und Ärdjanflelsk in Betracht. Hat die westeuropäische Industrie- und Kaufmannswelt Interesse daran, ihre Ve- stände an landwirtschaftlichen und anderen Maschinen und Materialien abzusetzen, so kann Rußland auch diese brauchen und mit seinen Rohstoffen bezahlen, wobei allerdings ge- wisse erleichternde Zahlungsbedingungen in Betracht ge- zogen werden müßten. Nahrungsmittel und VerbrauchSgegenstände mit barem Deld zu bezahlen, ist Nußland nicht in der Lage, solange die Häfen nicht frei und die Lieserungen nach Europa noch nicht in Gang gekommen sind. Eine weitere Möglichkeit für die Wiederherstellung der Kegenseitigen Beziehungen bietet die von der Sowjetregie- -rung in Aussicht genommene Erteilung von Kon» Zessionen an das ausländische Finanz- und Industrie- kapital. Sowjetrußland interessiert sich hierbei für das ausländische Kapital nur insofern, als es sich bei diesen Konzessionen um Materialien, Maschinen und sonstige Produktionemittel handelt. Di« Ausnutzung der Natur- schätz« Rußlands, seiner Forsten, Bergwerke, Flußläufe usw., bietet beinahe unbegrenzte Möglichkeiten. Und da die Sowjetregierung die größtmögliche Entfaltung der Pro- duktivkräfte wünscht, hat sie beschlossen, den Staaten Aktiengesellschaften und Privatunternehmern, die eine ent- sprechend« Leistungsfähigkeit besitzen und sich für die AuS- Nutzung der großen Reichtümer Rußlands interessieren. Konzessionen auf verschiedenen.Gebiete« der Industrie zu erteilen. Zunächst kommen hier Jndustrieziveige In Frage, in denen die Produktion verhältnismäßig schnell organisiert werden kann, und deren Erzeugniste für den unmittelbaren Export nach dem Weltmarkt geeignet sind. Hierzu kommen die Konzessionen für Ausbeutung der Forsten. Fischereien, Bergwerke. Dem Inhaber der betreffenden Konzession wird gestattet, sein Unternehmen mit eigenen Materialien, teckimsclwn und administrativen Kräften usw. zu organi- sieren. Selbstverständlich ist der Unternehmer verpflichtet, die Gesetze Sowjetrußlands in bezug auf Arbeiterschutz. hygienische Verordnungen und andere Arbeitsgesetze genau zu befolgen. Dem Unternehiner wird ein« gewisse Frist für die Nutzung seines Konzessionsrechtes garantiert. Einen Teil der Erzeugnisse erhält der Sowjetstaat als Entgelt für die Konzessionsrcchte, den Rest behält der Inhaber der Kon- zession als Eigentum und darf ihn über einen Hafen oder eine Grenzstation zollfrei nach dem Auslände exportieren. Der kapitalistische Unternehmer hat somit die Möglichkeit. seinen Gewinn auf dem Weltmarkte zu realisieren. Nach Ablauf der Konzessionsfrist geht das ganze Unternehmen in den Besitz des Sowjetstaates über. Die Sowjetrepublik will, wenn es zu einer Verständi- gung kommt, auf das peinlich st e die«inge» gangenen Verpflichtungen und Verträge einhalten und alles aufbieten, damit Rußlands Export in größtmöglichem Ausmaße und im schnellsten Tempo in Gang kommt, und der beinahe unermeßlich« Bedarf Ruß- lands an Auslandstvaren befriedigt wird. Znr AuStieferung Kopps haben bW rechÄsozlallstMen Abgeordneten£olw und Steiickopf folgende kleine Anfrage m der Nationalversammlu'.ig eingebracht:.Nach ZeitungSmeldungen ist der frühere Generallandschaftsdirektor Kapp, der wegen Hoch- Verrats ste-kbrieftich verfolgt wird, m Schweden festgenommen. Wir bitten die RcichSocchcrunq. Auskunft darüber zu geben, ob die Möglichkeit besteht. Kapp der Abuö.vclung durch die deutschen Gerichte zuzuführen." Berhe/teter Hochverräter. Der Bürgermeister von Kiel Dr. L i n d e m a n n, der sich während der Putschtag« zum Ober- Präsidenten von Holstein berufen glaubte, wurde am Donnerstag m Hamburg verhaftet. Ein unabhängiger Landrat in Bitterfeld. In der letzten KreiStagSsitzung des Kreises Bitterfeld wurde unser Genosse, Stadtrat S t a m m e r aus Bitterfeld, der Regierung zum Land- rat vorgeschlagen. Der bisherige Landrat des Kreises, ein rcaktio- närer Junker, ist infolge deS Kapp-PutscheS beseitigt worden. Truppenverschlrbnngrn nach Osten. Wie der.Hannoversch« Kurier" meldet, sind aus Hannover in den lehnen Tagen Truppenverstärkungen der Reichswehr nach dem Osten abgegangen. Die Truppenverschiebungen stechen im Zusammenhang mit den alarmierenden Meldungen über polnische Trnppenzusammen- ziehnngen an den Grenzen und dienen zur Verstärkung deS deutschen Grenzschutzes. Wenn es nur stimmt! Die Rsimz'ewzz der stegklisn Der Hansablind schwingk den Klingelbcuiel. Die siegreiche Abwehr deS Kapp-PutscheS hat gezeigt, daß die Arbeiterklasse in Deutschland, wenn sie ei mg und geschlossen vorgeht,«ine Macht verkörpert, die nicht zu überwinden ist. DaS wissen auch die Reaktionäre aller Schattierungen. Sie bc- fücchien ein weiteres Anwachsen der sozalistischen Bewegung, fühlen ihre Alleiiibecrschast ernstlich bedroht und entfalten deS- halb eine gesteigerte Propaganda, um der»roten Flut" Herr zu werden. Das Land wird mit Flugblättern und Druck- schrillen überschwemmt, die deuttchnationale Presse arbeitet nichl weniger fieberhast, auch d'e antisemitische Literatur wächst rtescn- hast an. Das alle« kostet natürlich Geld, riesig viel Geld, zumal nebenbei auch die monarchistischen Geheimorgan i- sationrn mit ihrem riesigen Stab von Spitzeln, Agenten und Provokateuren unterhwllen so-n wollen, und die Reichswehr- fvrmationen, die den Kampf gegen unbewaffnete Arbeiter führen. durch besonder« Liebesgaben angespornt werden müssen. Millionenweise ist im letzten Jahre bat Geld der Schwer- indnstrie, der Banken und der Grogagrarier für dirse Zweck? geflossen. SS reicht noch nicht aus, die gestögerte Agitation verschlingt gesteigerte Kosten, und so hat denn der Hansa. b u n d erneut einen Bettelbrief an seine Freunde in der Hoch- finanz und im Handel gerichtet. Er bittet um Entrichtung eines Jahresbeitrages von nVndcsiens 50 Mark und um eine besondere Spend: zugunsten dez w i r t s ch a f t S-p o l i t i s ch« n AktionSfond»,»dessen Ausgabe darin besteht, die not» wendige Aufklärung in unser Volk über den Sozialismus hin- einzutragen".. Weiter heißt es in dem Schreiben: Die blutigen Ereignisse der letzten Tage haben sedermann llar gezeigt, daß die furchtbare Gefahr deS Bolschewismus immer näher rückt: Noch können wir hoffen, daß es den ver- einigten Kräften aller besonnenen Deutschen gelingen wird, der roten Armee von Spartakus Herr zu Werve». Aber wenn wir Bürger, ohne Unterschied der Partei und Konfession, jetzt uns ihm doch nachgerade v-wußt geworden sein sollte, daß aUeS, was au« militärischen.Nachrichtenstellen kommt, nur mit der Zange angefaßt werden darf. Die AmshM des G verlangt, hast ismen ein Verircler im Disziplina.rausschust zugestanden werde. Major Pricstorf er'lärte, das ginr-e zu weit und drohte mit der Niraerlegung seines P istenS. ES wurde ihm geantwortet, dost ihm die Kammission keine Träne nachweinen wurde. cS käme dann ein anderer an seine Stelle. Der Polizeipräsident Richter stell e sich auf den Stamdpunkt, er könne eS nicht mitmackvn. wenn in dieser Frag««ine Art Nebenregierung� awsgerich'et werde! Dieser rechls'ozial'stische Polizeipräsiden-t erklärt weiter, da st für die Neu» einsteNung bei der«icherheitSwchr nicht nur oie Litten>oer srern Gewerkschaften in Betracht kämen, sondern di« gesamte nepubli- kanj'che Bevölkerung müsse berükklsichttat werven. Die Werbe- stell« der Sicherheitspolizei sei noch in Betrieb. Van der Kam- Mission wurde ihre Aufhebung verlangt. Doch auch die» wurde abgelehnt. Auch wurde das Verlangen abgelehnt, in diese Weobestclle«inen Vertreter der Gwerkichasten zu oaseg'erem. Fritz Schmidt stellte sich dann auf den Sta"!-vun.kl, bog die Gc. werlschgsten keine Veranlassung hätten, diese D-nzc weiter mitzu- machen. Er für sein« Pcron müsse«» in Zukunft ab- sehnen, im der Kommission Wetter zu arbeiten, wenn die gegebenen Versprechungen nicht durcl>gesübrj werden. Bevor weilene Schritte unternommen werden, sei eS aber notwendig. dast das Plenum der Kommission zu den Dingen Stellung nechme. Der Polizeipräisidont Richter mache, ma» ibm passe. Der Minister des Innern müsse un>lwd!iigt durchareife-n, auch wenn eS gegen eigene Parteigenossen gabt. Der Redner«wst bann Fälle über Werbungen der Reichswehr In den Berliner Ar- bcitönachweiscn nach und bohandelte dann weiter die Arbeiten der KommWon, die zu untersuchen hat, inwieweit sich Baumle und Angestellte der Nntersttttzung und der Beteiligung am Kapp-Putsch schuldig gmngcht hahcn. ES müsse daher ge'orgt wenden, daß der Kommission nur sbichfosteS Material überwiefim werde. Der Pa- lizeipräfiident Richter sei der allerungreignetste Mann, um im Polizeipräsidmm anizuräum en, noch heust e sitze der Geheimrat neben ihm, der während de» Kupp.Putsch?s durch Telegramme zur Teilnahm« am Kapp-Putsch aussorldcvt«. Di« Gowcrkschaften werden sich in die Lage versetzt sehen, zu erklären, dast sie nicht weiter in de-r Loge sind, die Verantwortung zu tragen. Genosse Rusch demerkte, dem Minister des Innern sei erklärt worden, dast d-e Arbeiter ihre Forderungen durchsetzen würden mit oder ohne Wstlen de? Ministeriums des Innern. Der Regierung müsse gesagt werden, dast die von dem Polizei- Präsidenten Achter eingestellten vier Herren kein« Ver- traue nSleute der Berliner Bevölforrmg seien. Wenn die Einigkeit der Arbeiter wieder gestörst werden soll, dann möge iveker im Sinne von Ricbter und Severing ge-artwtet werden. Genosse Rusch legte der Ver'ammlung folgende Erklärung der Berliner Gcwerbi'chaftSkomm fsion zur Annahm« vor: „DaS PreujsisÄe Ministerium deS Innern gab durch den Major von Priestorf den Gewerkschaften dir Zusicherung, Vertrauensleute l»r Gewerkschaften in die Gruppen- und Kol»- ; inanbostäbe der SichcrheitSwehr v nzu reihen, um den reaktionären Einflüssen entgegenzuwirken und da? Vertrauen zwischen Polizei und Bevölkerung herzustellen. Dieses Versprechen ist gebrochen. Der Polizeipräsident von Berlin hat die Vor» schlage der Gewertschafteu nichs berücksichtigt, vielmehr entgegen den gegebenen Zusicherungen dw eben(je- nannten Stellen eigenmächtig besetzt. Die Verantwortung für die Folgen ab- lehnend, fordern wir alle in die TtcherheilSwehr eingetretene» Gewerkschaftler auf, ihre Wünsche und Beschwerden nunmehr der Berliner GewerkschastSkom Mission direkt zu übermitteln. Der Ausschuß der GcwerkschafÄkommission wird beauftragt, den Bünden beschwerdeführend Bericht zu erstatten. Ferner wird ein« K o u> m i s si» n zur Borbereitung der Ausstellung der Orts- wchr eingefetzt. E-cnesse Rusch-erläutert dann eingehend die Tälvsikeit der rinzu setzenden Kmnnttssicn. Man müsse sich geeigneter Militär- fachte nie versichern. Die Arbeiter, oie sich nioliwi, seien dann zu Arbci'lerbataillsnrn zusammenzustellen. Jetzt sei genug ge- redet, nu» müsse gehandelt werden. Auf alle Fälle sei e» zu verhindern, barst die Kopomeune zum zweite-nmat dne.Hand an die GurgH der Arbeiter lege. Treie wi.drr eime ähnlich« Siiua» iion cin wie am 13. Mä z. dann schreie die Regierung um Hilfe. Die Arbeiter werden wieder holfe», sie werden sich aber auch dieses Mal andere Sitterungen zu verschaffe.» wissen. Genosse Felix Hirsch: Die Reriiening werde konsequent bc» herrscht t»cni den reaktionären Führern und könne nur existieren, weit sie hi« Arbeite rfchast bewustt täusche. Den Arbeitern könne man nicht sagon, dost erwaS erreicht sei. sondern et müsse fest- aestellt werden: eS ist aich:S erreicht. Bereit sein zum nächsten Oieneralft-eik. sei die Forderung der Sitna'ion. Di« HandlungS. we-ise Le-gien» trägt die Schuld an der jetzigen Situation. Nachdem Genosse Rusch noch e-inmal da? Wort ergrifien hatte, nahm Genosse Fritz Schmidt u. a. schiri Stellung gegen die von radaittusttigem Elemeitten in Szene gefetzten VerfammiungS» sprengiiwgen der letzten Tag«. Es müsse eiei« Art V e r s a m m» i u n g S p o l i z« i von der Arbeiterschaft ausgestellt lve.dcn, wen» si« auch nur mit Gummiknüppeln anZ-.ierüsiet wäre. Bei der gesprengten Versammlung der Afa sollten in ersler Lkoie Genosse Aufhäuscr umd dann Franz Krüger tot» geichlagen weiden. Von denselben Wirrköpfen werbe jetzt auch die Be- triebSorgani sation propagiert und als ersten Betrieb habe man sich einen Arbeiterbetrieb, die Konsumgenossenschast, ausgesucht. Unausg.kläric Leute schliesten sich dieser Betriebs- oraanisalion an, weil sie dann die Beiträge zu den Gewerk- schatten sparen. Di« Arbeiterschaft müsse sich von diesen Ele- menten trennen. Nach weiterer DSkussion wurde der Erklärung de? Ge- iverkschaftSkommission e i n st i m m i g zugestimmt. Zum Schlust wurden die Gebätter der Anoestellien der Ge- werksch>astskam.mi'sionen neu geregelt und einftzimmia beschlossen, dast ab 1. Apvil der Beitrag der Gciwerkschafte>n für die Gewerk- schaftSkommission pro Mitglied und Jahr auf eine Marl ei/ höht wird. Wegen der Generalstreiktag« wird die Gewerk- schattslommission nochmals mit den maßgebenden Behörde» in Verbindung trewn. Ter Eenser ssorrtfß. Der Sekretär des Internationalen Sozialistischen BureauS, Fienosse HuhSmanS, versendet an all« angeschlossenen Par- teien und Arbeiterorganisationen eine Einladung zur Be- schickung de» internationalen sozialistischen Kongresse? in Genf, der am 31. Juli d. I. eröffnet wird. Die Tagesordnung diese» Kongresse» wird folgend« Punkt« enthalten: Die Annahme der Statuten der Jnternationok». B) Die Frage der internationalen Einigkeit. C) De Frage der Ver« antwortlichkeit. E)> De allgemein« internationale Politik: a) Der Fried« und der Völkerbund, d) Dmokrati« und Dk- tatur. c) Eozialisierung. 6) Da» politisch« System de» So- zialiSmuS. e) Arbeitergcsetzgebung. f) Kolonialpolitik, g) Einwanderung und Auswanderung, d) De Teuerung. L) Die Organisation der Arbeiterpresse. Nach dem Austritt der U. S. P.0040i,0000<>0000c00<>4c00<>000<>0c< 99 Freie Weif Ken! 99 Heffl4 Dokumente Des«eisen Schreckens! Di* Baltikumbatailion Roßbach im Ruhrireblet— 0 Legitim tion des Ungarischen Ministeriums för einen O ge.en Kliun anssesandten Qiftmörder— Beerdigung g x der Putscbopfer in Ki»l und Remscheid H ��»WWWW ; �;•=--�v.- v'jn�-v � n�rr;-:-•■■ V" � � � ,�. •■?-■'. �"'" TM® UliÜ !MMWW� Volksbühne Thea'cr am Bülownlat?: 7Uhr: Zvm o�sSck Males j liätl&ciken voa£3»0'brcgm.| sliisatsr KöpeTiicIcer S»r. 63. Ti TJhr: Da 3 Paracias. jwiaatathaatoi» Opernhans: BUhr:£'raa otaa Sc'jattaa. Schauspielhaus: g Uhr; Aik�stia.__ fjirekiion: ivaa oesttedsz Tüßciter 7s Uhr: Dame Kobold. ■ ßMimenvlels 74 Uhr: Stella. ßrsSss Sc�ü�ieihaiis K.irJsktraße TU: Der weiße Heiland >_(8. Abteilung, tll. Abend). Oireioioa 6arl aMihari— Pftd. Dcrnancr Thoafer I. d. FJnissräfesrstrflfle 18 Uhr;..Sie" Eounafacnd: Könls Nlcolo HcmOdleniions |8 Uhr: Der Herr Minister (Max Pailenbersr). Bsrllner menler 7 UKr: Oer letzte Walzer mit rntsi Eiassary usw. Pygmalion 74 Uhr: Sonaaaend 7 Uhr: Zum l.Malo. 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Di» S. ordentlich» Verbonds�Deneralversammlung in Dresden beschloß:„Die Feststellung de» Wahlergeb- nlssc, nach Druckereien, Orten und Bezirken ist un- ZUlSsflg.» Nach blesem Beschluß müssen wir tm» richten. 1 Die D-rlrauenslsule werden daher ersucht, die Stimmzettel kuvertiert und verschlossen mit der Auf' schrist der Firma und der Anzahl der abgegebenen Tälmmzeltel auf dem Bureau, Cngeluser 1t I, abzu- liesern oder am Donnerstag, den£3. April, an bis Kommission Im Eewerdschastshau», Cngelufct 14/15, Saal 1, woselost von nachmittag» 2 Uhr ab di» Stimm- zettel-Auszählung stattfindet. DI« Kollegen werden ersucht, sich recht zahlreich an der Auszählung zu beteiligen. Die Kollegen derjenigen Firmen, zu denen kein Kafsenbol» kommt, werden ersucht, sich die Stimm- Zettel von der Verwaltung abzuholen. Der Gauvorstond MÖBEL gegen giar imeS TeiisahSsm� in(rosser Auswahl zu billigsten Preisen. 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Die Beerdlgnng findet am Sonnabend, den 24. d. nachmittags 2� Uhr, von r der Leichenhalle des Daukes-Ki.xhhofe» in Reinicken-! I dort. BlankestiaBe. aus statt. [ Rege Beteiligung wird erwartet Nachruf I Den Kollegen znr Nachricht, daS folgende Kollegen,| der Arbeiter Theeäcr Marthel i Adlershof. am 9. d. M. und der Metnüa'beiter Rudolf Moedcbcck am 20. d. M.t ferner unsere Kollegin, die Arbeiterin Vera Miotek Neukölln, Tbomasstr. 30, an, 16, d. M- gestorben find. I Ehre ihrem Andenken I Die Ortsverwaltline. Deutscüßr IrGnsportarljeller-ycrliantl Bezirksverwaltnn* Groß-Berlin Den Mliglledern znr Nachricht, daß unser Kolleg«, der Industriearbeiter Gustav Wolf von der Firma Rollt, Prinzenallee, am 19. d. Mta., Im Alter von 07 Iah en verstorben ist Ehre seinem Andenken I Die Einäscherung findet am Freitag, den 23. d. Mls.. nachmit'ags 64 Uhr, Im Krematorium Detlla, Qericht- straße 37, statt. Um rege Beteiligung ersucht Die Bezlrksverwaltnn*. Sßsdiflftsfghrßr sescilit! Pflr unsere Qescliäfus'olle wird für sofort, ipatesteu« zum 1. Mal, ein Geschäftsführer gesucht. Bewerber niöÄef Mliglied des Verbandes und mit der Materie der Mieterschutz« Verordnungen usw. vertraut sein. Beweibungcn mit def Aufschrift„Bewerbung" sind mit Oehalt�ansprüchcn an dea Vorstand des Micterverbandes Qroß-Berlin. Gruppe Gesundbrunnen, Böttgerstr. 4. xu richten.— Knegsbcschadlgtl bevorx'ig'.— � Mieterverband Groß- Berlin Gruppe Gesandbrunnen. l Botenfrauen für größere Touren stellt sofort ein Spedillon Thornseif er, II lieber Str. 1 uen> uren P )in| IberterSlr.ll. J ES£g2sar�gJMray ll/eitil.RausangßstßHlß���'trVh�Vrb:'"�� wen der Stadt Berlin Abteilung für Hausangestellte, Qormannstr. 13(Nahe Bahnhof Börse), Eichhomstr. I'Am Potsdamer Platz), Koppenstr. 1'Nahe Stralauer Platz), Belle- Alliance-Piatz S. Paulstr. 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Gil�sgcmqen ist«u, Gesuch de« RrtchckmmtsterO de» Jnner-n vm Genshmigirng Kur Einleitung de« Disziplinarversahren» gegen den Abg. Mareyky.Lichtenberg D. Vp.. wegen der Beschuldigung hochverräterischer Beteiligung am Kapp. Putsch. Der Antrag wird dem GeschaftSvvdwuingSwuFschuh über» Auf btt Tagesordnung steht gumüchst a» Antrag des Woh. NUngSauSschuss«» auf Errichtung v»a BergmannSw-hirunge». Abg. Mumm iDewt.): In der Wohnungsfrage muh der Erz« dergbau dem Kohle nbergfxru gleichgestellt werden. Wg. Lsterroth sEoz.) beantnagt die Wohmmgtstkisorge auch «ruf den Kalibergbau auszudehnen. Minister Schlicke«mderspricht diesen Vorschläge». Gen. Hent» stimmt den Anträgen zu. Mit ichrc.ichcr Mehvheit befchvieht Darm de« HauS, daf> die Wohnung« fürforg« auch auf den Kaubs rgbau ausgedehnt werden soll und daß di« Mittel au» den Au»larid»ub«rpr«isen entnommen werden sollen. Da» Gesetz über Maßnahmen gegen den WohnungSmangel geht an den WohnuugSautschuß. Das Neichswahlgefch. . Auf der Tagesordnung steht dann die qwsite Lesung de« R« lchSwahlges e d eS. Der Berfa ssuugSauSfthuß hat den abgeän» derten Entwurf emstmrmig angenommen. Danach wird auf SV0 abgegeben» Stimme« et» Abgeordneter tzewählt fsi«. Minister Koch: E» ist al» groß« Yortschritt zu betrachiem, daß jeder Abgeordnet« der 60 000 Stimmen erhält, sofort gewählt ist. Di« ernsten Gefahren eines früheren Wahltermini für unsere BolkSabftiumnuingen«Verden vi öl zu wenig gewürdigt. Abg. Schmitt(RechiKsoz.): Der iverfaffungSauSschuh ließ sich bvi Beratung de« vorliegenden Entwürfe« einzig tum d«r lieber. legung leiten, dem Willen der Wähler ganz und unverfälscht AuSdruckSmägltchkett zu schaffen und auch die Fehler der letzten Wahl zu vermeiden. Wenn nicht alle Mängel beseitigt find so trägt insbesondere die deutsch national« Partei die Schuld, weil sie durch«ine wüst« Wahlagitation zusammen mit der beut. schen LollSpartet die Lebensdauer der Natianalverfammlung verkürzt hat. In der Ernennung der Abgeordneten der Ub- stimmungSaebiet« liegt zweifellos ein« Verletzung der Verfassung. Abg. Brodauf fDem.): Wir stimmen der Vorlage trotz man» «her Bodenken gegsn die ReichSlisre zu. S Gen. Eichhorn.' Trotz erheblicher Mängel stimmen wir der zrlag«»u. Wiüngel erblickon«vir vor allem in der llobergröße r Wahöreisex ferner in der Bestimmung, daß keine Gmeppe mehr Sitze auf der Reichslist« bekommt, als sie in den einzelnen Wahlkreisen erhalt»« Hai; ganz besonder« im Entzug de» Wohl- lechis für die Soldaten,«vodurch dt« Mannschaften erst recht der reaktionären Beeinflussung ihrer Offiziere ausgesetzt sind. Abg. Dietrich(Dnat.): Wir stimmen dem Wahlgesetze zu. Abg. Dr. Fleischer(Zentr.): Wir nehmen da» Gesetz an. Der grundlegend«| 1 wird darims»«genommen. §» handelt vom Wahlrecht und von der Wählbarkeit. AuS° geschlossen vom Wahlrecht ist 1.«ver entmündigt ist oder unter dorläusiger Vormundschaft steht, und 2., wer die bürgerlichen Ehrenrecht» verloren hat. Da» Wahlrecht der Soldaten ruht. Behindert in der>n»übung de» Wahlrechte» find Ttraf» und lln» tersuchungSgefangen« aber nicht Personen, di«-u» politiflhen Gründen fich tn Schutzhaft befinden. Abg. vchmltt�achscn(Soz.): Wir find unter alle» Umständen hegen di« Entziehung de» Wablrecht» der Soldaten. Genosse Henk« will wie für die Soldaten so such für dt« Gtraf. und Untersuchungsgefangenen da» Wahlrecht haben. ' RrichSwehrmtnister Gehlert Wer«ine politische Armee will, Aniß die Agitation dann für alle Parteien freigeben. Di« Er- teilung de» Wahlrecht» würde«in neue« beunruhigende» Moment bedeuten. Di» Gefahr einer bewaffneten Beeinflussung wäre tn hohem Masse gegeben, wie ein gestrtger Fall deutlich beweist, wo ttn» Abordnung der Mariuebrigad» au» Munster bei mir»var stich unter Drohuagr« dl» Zurücknahm« de» Haftbefehl» gegen Kapitän Ehrhardt und few««elassung an der«Pitz» der Truppe fgrdertr. , Ich Hab« deine« jjweifek darüber gekassen, hrte ich denk« twd hoff«, dass de, Haftbefehl inzwischen auSgefübrt ist. H 2 wird I» der UnSfchussfassung angenommen, desgleichen die 88 8 bis IL. Zu 8!4 tuird ein Antrag deS Abg. Herold(Ztr.) betn. die Erhöhung der Zahl der zur Aufstellung einer Wahlliste Er» forderlichen von 20 auf 60 angenommen. ES folgt die ztveite Beratung de» Gesetzentwürfe» Wer die Wahl b«g Relchspräsidentea. Der AuSschuh hat die Vorlage dahin abgeändert, dass t«r Wahltag durch den Reichstag bestimmt wird. Di« Vortlage wird ohne Debatte in»woiter Und dritter Lesung angenommen. Darauf vertagt sich da» Hau». Vresßische tandesversgmmlimg. Sitzung vom 22. April. Einem Beschluß der Landesversammlung entsprechend, legte da» WohlfahrtSmtnistertum«inen Gesetzentwurf vor, detreffend die Sffentlich» Krüppelfürsorge. Da« Zentrum und die Rechtsparteien zeigten sich sehr zurück- haltend wegen der Kosten. Unser Redner, Dr. Wehl, legte die kritische Sonde an den Entwurf an. Insbesondere fordert»«r, daß die Krüppelfürsorge ganz von dem Armenwesen gelöst«verde. Der Staat Hab« die Pflicht für die Unglücklichen zu sorgen, di« ihr« körperlichen Schäden dem dreimal verfluchten Krieg verdanken. Er wie» ferner auf die großen Härten hin, die durch die Annahm« de« UnterbringungSgesctze» die Kriegsbeschädigten trifft. Denen wird durch die Unterbringung der au» den oesetzten Gebieten kam- Menden Beamten die in sicherer Aussicht stehende fest« Anstellung auf lang« Jahr« Hinan» vollftändtg illusorisch gemacht. Die Landesversammlung habe di« Pflicht, auch hier fchleuntgst Abhilfe zu schaffen. Trr Entwurf wurde dem GemeinbeauSschuß überwies«. Eine andere Vorlage'betras die Entsendung der preußischen Vertreter w den ReichSrat, die der Reichsverfassung gemäß durch dl» Provinzen zu dele- gieren sind. Genosse Dr. Rosenftld führte dazu an»: Die vorlag« ist nicht geeigner der Regierung Vertrauen zu erwerben. Keine Spur einer Demokratisierung ist darin zu finden. Di« Wahlen der Provinzialdertreter sollten durch di« Bevölkerung«vsolgen. Leider ist die» der Verfassung wegen nicht möglich. Run sollten wenigsten» di« Provinziallanotage die Wahlem ubertragen er- halten und nicht die ProvinzialauSschüsse. Solange da» veraltet« Verwaltungssystem besteht, lehnen wir ad, den Ausschüssen neue Recht« zuzusprechen. E»«st beschämend, daß solch eine Bor- lag« jetzt noch dem Landtag« vorgelegt wird. Der Entwurf ging«m den VerfassungSauSschuß. das AgdlMlainenl siir die Naifeier. Auf der Tagesordnung der gestrigen Sitzung stand an erster Stell« der DringlichkettSantrag der Demokraten, her Magistrat möge schleunigst Feststellungen darüber treffen, ob in der Karl- straße 12 in einem offenen Schuppen Benzin für etwa 100 Auw» lagert und für«in« ordnungsmäßige Lagerung Sorge zu tragen, weit die Bedrohung der Anwohner schon vor einigen Tagen da- durch in Erscheinung trat, daß im Schuppen bereit» Feuer au»- gebrochen«var, aber glücklicherweise schnell gelöscht«Verden konnte. Dt» Versammlung stimmte ohne Debatte dem Antrag zu. Run kam der Antrag der beiden sozialdemokratischen Frak- tionen zur Verhandlung, am 1. M a i für di« städtischen Arbeiter und Angestellten und auch für die Schulen ArbeitZruh« ein- treten zu lassen. Frank(Soz.) begründet« den Antrag unter Hinweis auf die internationale Bedeutung de» Tage». Lew tn (Dem.) behauptete au« wirtschaftlichen Gründen sei«in weiterer Feiertag unzweckmässig. Der Redner der bürgerlichen Vereint- gung. Streiter, bewie» ssin« bodenlos« Verständnitlostgkeit. Genosse K r a a tz vertrat demgegenüber mit leidenschaftlichem Schwung« den Maigedanken. Da» war Anlaß für Herrn T a s s« l, zu betonen, dass die ablehnende Haltung feiner Fwk- tion ketnelweg» au» der Gegnerschaft gegen Völkerfrieden und Völkerverbrüderung entspringe. Pastor Koch musste natürlich auch seinen Genf dazu geben und sorgt«,«vi« fein Freund Streiter, für allgemein« Erheiterung. Genosse Leib stäupte dl« Herr- schaften ganz gehörig und wie» eS mit Verachtung zurück, mit den Leuten Wer den hehren Maigedanken der Völkerversöhnung zu diskutieren, di« mehr al» vier Iah« lang den schrankenlosen Völkermord geschürt haben. Mit Mehrheit(beide foziäldem okraftschen Parteien) imttfce beschlossen, den Magistrat zu ersuch?«, am 1. Mai, fall» tt nicht zum allgemeinen Feiertag erklärt wird, für die städtischen Arbeiter, Angestellten und Beamten Sonntagsdienst anzuordnen und die Schulen zu fchltrssen. Dann»vurde über di« Einsetzung eine» Untersuchung», auSschusseS zur Prüfung de» Verhaltens gewisser reaftionä- rer Beamten der Gtadt während de» Kapp-LüttwitzputscheS ver- handelt. Hermann(Soz.) kenugvichnete da» Veöhaltan dieser Beamten und de» Magistrat» durch Vortrag belastonden Mate- rialS. Genosse Herbst stellt« ein« Anzahl gravierender Emzel- fälle an den Prang«. Die Stellung de» Gemtzmdebeamtenver- bände» sei verfehlt und lauf« auf ein- Stärkung der hochver- räterifchen Element« hinau». Die Bevölkerung habe dn berechtigte» Interesse an der Säuberuing de» BeamtenkörperS. Bür>> germesst« Reike vertoidigt« d!« Stellung de» Magsstrot». Er habe lediglich von einer Stellungnahm« zum politischen Kampfe abgesehen, weil die» ausserhalb der Aufgab« jeder kommunalen Behörde liege. Di« gemeindlichen Betriebe seien lebenswichtig» und d« Magistrat habe die Pflicht für deren Fsriführumg zu songwr. Den Beamten, die ihren Dienst versehen haben, sei Dan! geschuldet. Wo verschlungen vorgekommen seien, sei Ante» suchung am Platz«, dies« dürfe jedoch nicht zur GesinmungS- schnüfsel««»»arten. Jeder habe da» Recht der freien Meinung»- Äusserung. sZurufe: Früher war die» ander».) Genosse Weis« warf dem Magistrat vor, durch sein« Haltung den reaktionär«« Beamte» den Riickon gesteift zu haben. Gegen diejenigen, die im guten Mauben handelte«, einem Auftrage de» Magistrat» zu entsprechen, soll Rücksicht genomm«? werden. Aber die, welche ganz offen den Abwehrkampf sabotierte« und die Kappregirrung unterstutzten, müsse» von der ganz«? Strenge getroffen werden. Di» Einsetzung einer gemischte» Deputation wurde mii grosser Mehrheit angenommen. 8 Gewerkschastliches�| End» des Streiks im Gaslwkrfegewerd«. Der Streik der Grossäverliner GafiwirtSangestellte« hak nach fünftägiger Dauer am gestrigen Donnerstag fein Ende gefunden Die in der vorgestrigen Verhandlung im Esplanade-Hoiel zu» stand« gekommenen Vereinbarungen sind von beiden Parteien anerkannt worden. Die Arbeitgeber hatten ihre Vertreter tn der verhandlunoSkommission von vornherein mit Vollmacht zn bin- denden Beschlüssen versehen, während di« Arbeitnehmer in ihref Gesamtheit erst über die Annahm« oder Ablehnung der Zu« geständniss« der Gastwirt« abzustimmen hatten. Diese Abstttw mung hat am gestrige» Donnerstag tn sechs Versammlungen stattgefunden, an denen alle gestern noch im Ausstand befindlichen Angestellten— 10 616— teunahmen. Für die Beendigung de» Streik» wurden 0236 Stimmen, für di« Fortführung de» Ausstände» 1281 Stimmen abgegeben. Eine Versammlung in den Zentralfestsälen, die von 600 GastwiriSangestelllen besuche war. stimmt« geschlossen für die Weiterführung de» Streik». Soweit di« Angestellten bereit» gestern zur Arbeit wieder erschiene« waren, öffneten diese Lokal« sofort ihre Pforten. Die allgemein« Wiederaufnahm« der Arbeit wird am heutigkss Freitag früh erfolgen. Llraöskkmmmg in den Brauerei«, Groß-Berldwe Die Betriebsräte und Vertrauensleute der in den Brauerei«» in Frage kommenden Orgatrssaitenen beschlossen, poch einem Be- richt Hodapp» vom verband der Boaueroil- und Mühten- arbeite� am Mittwoch in«tn« v-tesammlung nach langer und heftiger Diskussion da» Löhnangebot der Unterntchtn« üb« An- oder AAehnung den Kollegen w dcm©otriröai«mich Gehemsk Urabstitmmtng zu unteckb nettem In der Hauptsach« handelt«» sich wm da» Tou renfahr- personal. Während dieselben an Lohn wöchentlsch M. 220 ver- langen, wollen die Brauereien m» M. 180 geben. Wenn auch da» Einkommen von K. 280 die Woche garantiert wird, so müssen SV Der Sternsteinhof. ttomM Mtf Ludwig A»ze» grübe». Der Vursch« fuhr vom Stuhl« empor und schrie da- »wischen:„Döi i»'« erste mt. aber wann d' dich drein- schickst, so könnt'» wohl'5 letzte sein!" „Daß'» letzt« sein wird, dafür laß' nur mich sorgen, dber'» Dreinschicken da» i» dein' Dach'. Bisher hob ich dir allein Unb'sonnenheiten und dumme Streich' nachz'sehen g'habt, gestert aber hast dich offen geg'n mein' Wiu n geg'n dein'» leiblichen Bader» Willen— aufgelehnt! Ich dcnF, du hast noch z'wollen. wie ich will und d'rum frag' ich dich kurz, und mein' diF» gut: Heirat'st du seinzeit, dö ich dir bestimm' und gibst von heut' all'n Berkehr mit der Dirn' da unten auf?"..... „Da d'rauf sag' ich dir eb�n so kurz, dass ich kein andere Heirat' und'n Verkehr mit derer Dirn mt laß'I BerhalF mich dazu, wann d' kannst! Sperr' mich ein, so brech' ich dir au». Tu' wa» d' willst, so find' ich meitl' Weg zu ihr und dort m«m Bleiben." Der Sternsteinhofbauer fuhr mit beiden Fäusten nach der Brust und schüttelte sich an der Jacke. Nachdem er eine Weile nach Atem gerungen, sagte er langsam und leise, doch dröhnte jede» Wort halblaut nach:«Merk dir'» gut, was d' mer g'sagt hast: Du nahmst kein' andere und vom Ber- kehr mit derer Betteldirn' vermocht' Wh dich nit ab- »'bringen!" Toni nickte trotzig mit dem Kopfe. „Du hast mir damit," fuhr der Alte fort,„'n kindlichen Seborsam auf'kündt. Bersteh' mich wohl! E» darf dich daher gar nit wundern, wann ich mein' Hand von dir ab- lieh'. Ta drauf mach' dich nur fi'fa&t.' Er ging auS der Stube. Der Bursche blickte ihm verblüfft nach. Wie war da» diesmal doch ganz anders gegen sonst alle Male, wo der Mte. wenn er ausgescholten hatte, begütigt davon ging? Freilich, die Sache war gewichtiger wie noch keine, und gleich, so auf das erste Wort hin, mochte der wohl nicht naKgchettj taai« mäaoäm. war ftäa auch sitit. sein Letztes! Bald, vielleicht morgen schon, kommt er wieder angerückt und dann so oft. bi» er e» müde werden wird. Da heißt'» eben, sich mehrmal mit ihm herumbeissen, und heut«, für» erste Mal, war«» ja ganz gut abgelaufen. Ein blinder Schub mag Spatzen und Diebe scheuchen und ein leere» Drohen Kinder und Narren I Toni eilt» hinab nach Zwischenbithel. Er hielt ben Kopf hoch, al» er rasch an den Hütten vorüberschritt, und wenn er merkte, dass er beobachtet wurde, fo sah er mit herausfordernden Blicken hinter sich. Als er in der Zintzhofersschen Hütt« bi« Dirne, hie auf seinem Schosse sah, in den Armen hielt, da vergass er ganz, warum er eigentlich gekommen, und erst auf die Nach- frage Helenen» erzählt« er,»va» vorgefallen war: da die beiden Frauenzimmer doch etwa» ängstlich dareinsahen, so hrnchtgte er sie, e» stünde ja alle» ganz gut, wilrd« nur immer besser werden, ander» Wnn« er?» selber nicht sagen. Während er unten im Dorfe sah. fand sich der KäKbier- martel oben auf dem Sternsteinbos««in. .Ich komm' mich über dein' BuH'n beklagen." war sein erste» Wort, al» er den Bauer erblickte. „Ich weiss eh' alle»,' murrte der. „Wann d' eb' alle» weiht." fuhr der KSSbierntartel fort, „so weiht auch, dass'» hitzt mit unserer Berschiviogeruna nix mehr sein kann." „Warum nit?" brauste der Sternsteinhofbauer auf.„Sfst dir mein Bub' etwa mit einmal»'schlecht, oder dein' Dirn zu rar?I" Der Käsbiermartel sab ihn gross an, dann sprach er langsam, die verkniffenen Lippen mehr als sonst bewegend. als spräche er Brocken, die er vorher noch ein wenig glatten wolle:„Wann d' mer so kommst, dann, frei h'rou», ja!" „Käsbiermartel!" „Sternsteinhoferk Wa« willst? Mi mer gleich dein Bub'»'schlecht, so bleibst doch du mir reckt. Davon i» der Beweis, dass ick heut' schon da bin. D'Berschwiegerung aufsag'n, hätt' Zeit g'habt,. das geht mir mt so nah', wie ich auch siech.") dass's dir nit ncch'gchf. Mer wann d' dein Sohn von d' Soldaten frei kriegen willst, so war' jetzt d' höchsf Zeit, dass ich geh' a ffuf Wort einlog'n und du...' Er mach««ine allgemein verstandlich« BKvegung mit Daumen und Zeigefirtger. .Spar' du dir d' guten Warf, ich fpar's anberei" „Was meinst?" „Dass ich mich ssllr dein' Freundlichkeit bedanss, aber fem' Gebrauch davon mach'.' „Aber dann nehmen s' dir'« HÄlig")/. „Soll'n s''n."'- „So red'st hitzt, hinFnach of>« reut's Mch--,' „Gott bewahr�, nienwl, sag tch dir, Käzbiermartell E» soll nur m' Kalbsfell folgen, oder Neuzeit der Bleckchlasen. Dö» i» ihm g'fund, dös is'» emzige Mittel, um ihm d' Un- botmässigkeit ausz'treiben, mit der er mir zug' stiegen käm'; '» i» nit erhört, denF dir, ein'm Bettelmensch tveg'nl" „Na siehst, da» kimmt von«wigstn Zuwarten. PatFst ihn gleich»'sammengeb'n mtt ber Galt, war' ihm d' ander« gar nit in' Ginn kämma." „Berlass dich d'rauf, dö exerzieren f und manövrieren f ihm schon wieder h'rau». Das geht hitzt in ein'm! Eigsnt» lich wär' ja für dein Dirn' dabei gar nix verlor'n," „Drei Jahr'.'-, i. „Drei Iah? l Was fein drei Jahr'?. Drei tfaQt'n ffotf ich nit nach, so alt ich bin? Und wann bis dahin dein' Sali noch nit unter ber Hauben wätck., ,1■'. „Dein'm Bub'n weg'n werd' ich f nit in b' SaWuchsl hängen I" � � „Dö» brauchst mt. sie ierhakt' sich Wohl auch so frisch Ich sag' ja nur, wann der Fall wär', dann—!" „Na ja, dann, w«nnl Da t» noch allweil Zett»'»«dM bi» b' Zeit sein wird,'' 4 � „Hast recht. Hitzt davon reden, hat wirklich lein' Schick und kein Adseh'n und möchf un» nur all' zwei'n d' Gal? riegeln"). „Wohl, i» eh' a so." Sie schüttelten sich die Hände und schtch?n. (Fortsetzung folgt.) buch vi« S0e6rr:ft!TA«rt twiFfEb« ttnatet erst dutch chora Bi«rumsatz erztclxn. D-t� Foidrpersonal»st dcr Mein�uitA»ei der qe:vc>tigcu RF terpre*> rhohun� di« di« Brauereien«vrgenonui«», ketuen Vor» 'teil von den Mvcshrien P covisionS ätzen zu«rrcichen» da ja nach ihrer Sfumm� der ivierunq'atz erhcvuch zuruckgechon wird. Wa» aber weiser mn zur MlKynung beilräLt, ihl du», datz di« Unter- rochmer es davon abhängig inachen uns an di« Brauereianbeivec da.' Ersuchen richten die ersten drei Monate itberho.ipt tein« Forde-run�sn mehr stellen. Mit Recht stehen die Vertrauens» leiste und BetriebSräi« aus dem Staich>»untt, wert di« wirijchast» liche Laae eine so venoorren«»st, auS diesem Eirund« da» Angedoi schon abzulehnen mäve. Ts« Mstimmung selbst soll am Dsr.nerS'ag resp. am Freiiag in den zum STorinwet gehareniwn Brauereien und Biernieder- lagen voegeromtnen werden. Ta» Ergscbnj« soll in einer am Kreitag abend um 7 Uhr in den Iugenosäleit, Rosenthaler Gtr. tz«, MNsindenden VertrauenSnuinnerveLsamurlung dekailn.'gegeben tzvcroen. Sollten mi idesbeii» MN Drittel firr A-Vlchnung sein, da-nn ist das'Angebot abgÄchnt und würden demeiuspr' choad die belreffea» den Arbeitnohiner in einen Streik eintreten, Die gelbe Gefahr in den Zentralmarkchallen. In einer gut besucht?» Versammlung nahmen die in den Markthallen beschüfliglen Tran?poilalcheiler Slellung zu der c hnenden.Hitltung der Arbeitgeber gegenüber dem Ab» L. nann der Murkthallenarbciler, gab einen Bericht über die gegenwärtige Hage. Die Unternehmer lehnen jede Verhandlung »ml der Lohnkommission ab. Di« Unteriilchmer wären jedoch bereit, mit einem auf ihre Anregung hin in der Bildung be- goisfen«n.GeselligkeitSverein'', llieüi gewer Wer' derein), zu verhandeln. Man will einen Keil zwischen die fest Angestellten und dl« teilweise schon jahrelang dort täligeu Aus hiisSarbelter treiben. Hermann Schulz vom Deutsch:n DranSporiarchriterverkxznd ging mii'deser gelben TreibhuuSpjlanze der Unternehmer scharf in» Gericht. In der D i» k u s s i o n machten d!« meisten Redner scharf Front gegen da» neu« Gebild«. Einzelne Kollegen suchten den Vrrein al»«inen harmlmen GoselligkeitSvcrein hinzustellkn, sb esten ab«r dabei auf stürmistchin Widerspruch der Versammlung. Erojje Heilerteil erweckte ein D'!kussion»rcdn«r, der den Verein al»«inen„GesclligIcUsvevein aus gewerkschaftlicher Wrundlago bezeichnete. Der Deutsche TranSporkrrbeiterverdand sRahoung»- und<ßt nußmitbelbronche). wurde deaustragt, noch einmas zu versuchen, tie Unternehmer an d«n Verhandlungstisch zu bongen. Jw Weigerungsfall« sollen sosori alle Schritt« rrgrifken werden, um den Unternehmern klar zu machen, dast dt« organisierten Ar- beiler nicht grwillt sind, stch den Launen de» durch und durch reaktionären UntermchmertumS zu fügen. Fi»« Vankbramsenbewrzuu, im Reich« wird der Allgemein« Verband der Deutschen Bamkbeaniben in zioet grotzen ösftntilichea Boi.r an�rsiellvenoc rsarnml u.igcn Sonntag, den SS. Apral, vor» mittag» 10 Uhr, in d«r Brauerei Königstadt, Schönhauser Aller 10/11, uno der Sdeu-en Vhttharmoni«, Köpenick«! Strag« VS/V7, Stellung nehmen. Rrferenten stnd die Herr«» Marx, Scholz, 6»ipe und De ichiwan n. GegewoärMa ist a-n neun Bankplätzen der Streit in« Gange. Mit einem Uebeogreifen der Bswequmg Bits weitere Orte ist beistunnu zu rechnen, fall« die Bankleirungen sich ni>chi m letzter Stunde bereit finden werd«!», auf die von chmen einseitig unter Nichtachtung der Organisation und d«r Tot.ri«chörzte bekrenerten ErnkommenSregclung zu verzichten und dafür>n Vi chiudung mit den Arbeit ilehm«rv«rtoetu>ngen den be- rrchlst;t«n Ansprüchen der Bankangestelltven Rechnung zu tragen. Ärurralorrsaiumlunz der Sattler-«md Portefeuiller. An der Versaminlung wurde vom Vorsitzenden mitaetcUt, oatz di« Kolle- gen Ansorg« und Knoblauch von den Kappleuten erschossen wor- den ftrh. Die Versammlung erhebt sich zu Echr«n der Ermordelen von ihren Plätzen. Kolleg« Nliuni« berichtet vom VrrkmichSiag in Holle. Am 1. Mai findet c-i« Verschmelzung mit dem v-nsbande der Tapeziever statt und erläuterte der Siedner da» neu« Statut, bcii, auf dem verbandStag« beschioflen wurde. Au» keinen Aus» fiiyvuugen war zu entnehmen, dag der Opposition in keiner Weis« Rechnung getragen wurde; die Zusammsnsetzung de« Verband»« da«» bracht««» mit sich, dost sämtlich« Anträge der Opposition ab» gelehnt woreen sind. Ein Antrag den Reichspräsidenten Eberl »u« dem Verbände auSzuschlictzen, muht« zu rückgezogen w«rd«n. Der Antrag de» Zentraioorstonde». di« Beiträge um UZ» Prozent »u eri-öhen, wurde gegen die Slimmrn der Opposttion angenom» wen, vagegen der Antrag der Opposition, welcher llrabstimmuwz »erlangt«, abgeichnt. De«rugeitellten de» Tapeziererverbande» bekommen ein Unterkommen in dem neuen Satter-, Tapezier»'!- und Portes« uillerverbanb und wurde von dem Kall. Gottschalt be- antragt, LS Prozent Über den Mlndestlohn der Reiseartilelboanche für Gehalt auszuwerfen. Aber es sollten gleitende Gshältcr sein. Selbstverständlich wurde der Antrag abgelehnt, er kam doch von der L-pposit.on und erklärt« sich auch der Zentralvorsitzende Blum oe-.ten gleitend« Gehälter. An der Diskussion beteiligte»sich die Koll. Ehrhardt, Gattschalk, Langer u o. m. Der Koll. Gyrhardt hod hcrvsr. dah man bei der G-haslSfesflstchung nicht genügend berücksichtigt habe» däh die Angestellten nie arbeiit»lo» werden, und derkürzl zu arbeiten brauchen. Koll. Gottschalk kam noch auf vor- chiedene Vorkommnisse auf dem VerchanbSiiage zu sprechen und chikdert« den Geist, der dort geh.-rrscht habe. Er Hab« auch den etzigen L. Vorsitzenden,©pftedt, eingeladen, die Berliner Per- iammlung zu besuchen und hofft, sich noch einmas gründlich mit hm auseinandersetzen zu können. Al» unbesoldet« Mitglieder des Zentraivoostande» wurden Blum«. Gchultk«. Ehrhardt und Koch gewählt. Ein Antrag der OrtSverrvaltrrnig, da» Mitglied Ot:o Kleinert wegen Sbretkbruch au» der Organisation au»>u. schließen, wurde angenommen. Eine gutbesncht» Mitgliede�ersammlnn» der AleMdranche be» Deutschen Trantportarbeiter-Verbande« tagt« am Montag. um zu der Haltung der Arbeitgeder-Vevbänd« übe? vir«in- gereich?« Lohnforderung Stellung zu nehmen. Der von der Versammlung an Steil« de» al» SektlanSleiter» gewählten Kollegen Wolter n enge wählt««rfte Branchenletter, Kollege Ku»r« gab Bericht Über den Stand der Lohnbewegung. Di« Mitteilung, daß die Unternehmer auf Grund de»«ingeoech en Löhn tan fe». der einon Lohnsatz von 250 Mark für männliche Arbeitskräfte dorsiehh Verhandlungen ablehnen, löst« ein« minutenlange Entrüstung an». Sämtliche Versammlung». ! lellnchmvr sim>sr«n erneut die voll« Erfüllung de» err.zereichüerr, Der Mieierverband Groß-Verli» fo-Ä-ert awe Miere? zu s Lohntarise», um w-euigstenS einigermaßen mit ihren Angehörigen' Sonntag, den LS. April, zu R". e s« n- M a s s e n- P r o te st- m der jetzigen überaus schweren wiris restlichen Lage da» Leben.Versammlungen auf. Di« Ortsgruppe Neukölln-Boitz hält friste» zu können. Einstimmig veschiossen wurde eine Resolutio.1, ihre Versammlung in der Kindl-Brauerer, Hermann skr. Llt/Llg, ' m der e» unroi anderem hcißk, daß die Arbei nehmer nicht willens' am Sonntag vormittag 10 Uhr ab. Daselbst erfahren die Mie er, s sind, durch Verschleppung noch länger aus Bezahlung de» neuen, welch? Miete ste am l. Viai zu zahlen haben und wie die Höchst- 'unbedingt notwendigen Lohntarbse» zu warten und verpflch'.en i m.etenverondnung praktisch zur Durchführung kommt. Alle Miel«? I stich, einmütig mit de.i ihnen zu Äevo« siehenden Mitteln die An., sind eingeladen. erkrnnung des Tarife» zu erzwingen und braust ragen ihren Ver-' tveber, sofort die nötigen'Schrirre einzuleiten. Achtung Bauarbeiter! Wir fordern unsere Kollegen hiermit auf, sich an den Sauimlungen für die Opier der Revolution recht rege zu beteiligen. Sammellisten sind erhältlich im Bu.eau d.6 Deutschen Bouarbeilerverbandes, Zimmer vi Auch sei an dieser Stelle darauf hingewiesen, daß der Reichsverband für da» Deutsche Tiefvaugeiverb«(OciSgnippe Gr.-Beriin), in der am 21. 4. staltgefundcnen Versammlung der Desbauunternchmer nachträglich oen in Hannover getroffenen Vereinbarungen zuge- stimmt habe. Danach ist vom 6. 4. für all« im Tiesbaugeweobe beschäftigten Gruppen eine Lohnerhöhung von 1,25 Marl pro Stunde zu zahlen. Tie Nachzahlung hat am 24. ipril zu er- folgen. Sellien sich bei einzelnen Firmen wegen der Nach- zahlung Schwierigkeiken ergeben, so sind diese sofort im Ver- bandSburoau zu melden. Deutscher Bauarbeiteroerband. Die Arbeiter und Arbeiterinnen der chemischen Fabrik „Roland", Reinickendorf, Eichhornslr. 20. sind wegen Nichranerken- nurig de« Tarises für die� chemische Industrie in den Streik ge- freien. Vor Arbeitsannahme in diesem Betrieb wird gewarnt. Verbund der Fabrikarbeiter Deutschlands, Zahlstelle Groß-Berlin. Nachzahlung eine» Wochenlohnes an eiitlassciie Arbeiter und Arbeiterinnen de» Brfleiduugsnmtö Svandau. Di« nach dem 1. Juli ILll) entlasse»«» Ardeiter und Arbeiterinnen der Ab- tvicklungSstelle deS ehemaligen BetleidungSainb S Spandau wer- den ersucht, ihre Adresse und Aiignd« der Dienststelle zur Nach- zahlung eines Wochenlohnes dem Lohnbureau sofort mitzuteilen. Transportarbeiter. Kollegen der Buchlhcmidel»-, Buchdruck-, Buchbinderei-, Papier und Bappenbetriebe, die auf dem Boden der Opposition stehen, Sonnabend ö Uhr bei Fayfara, Melchior- straße IS, Sitzung. Mitgliedsduch der U. S. P. oder K. P. D. legitimiert. ilbarlattrnburgrr GtwerkfchaftSkommissio». Zu dem Bericht Über di« Versammlung am Montag teilt uns der Genosse Jariu» mit, daß die in dem Bericht von seinem Verhalten gegeben« Darstellung völlig unwahr ist. Da re keine fest angestellten Kellner beschäftig«, sondern nur Aushilfen, konnten auch bei ihm keine Kellner in den Streik treten und er kein« Verhandlungen brüsk ablehnen. Genosse I. erklärt sich im übrigen gerne bereit, der GewerkschaftSkommission nähere Auskunft zu geben, damit sie sich von der Haltlosigkeit deS Angriffs gegen ihn überzeugen künn«. ArbeiterbildungSschule U. S. P. Berlin. Der nächst« wissen- schaftliche Vortragsabend für Referenten findet nicht am Sorn- abend, sondern am DienStaa, 27. April, aibsndS pünktlich 6 Uhr, im Plenarsitzungssaal de» Berliner Rathause» statt. Sprachschule für Proletarier. Zu d«n Amfänguokursen in E n g l t. s ch und Französisch für Kinder bis zu vier- zehn Jahren nimmt noch Anmeldungen entgegen stäflüch bis 2 Uhr nachm.) der Leiter H. Fuchs, Neu« Friedrichstr. 4S III. Staatstbeater Neukölln. Gustav Freylag» Lwstspiel.Di« Journalisten" kommt am heutigen Freitag, da der Streik der Gastwinsgehilfen beendet ist. zur Auf-führung. Für die am Montag, den 26. April d. I., stallfindende gleiche Vorstellung sind alle Karten(rote Farbe) ausverkauft. Für die am heutigen Freitag bestimmt ftaltsindend« Vorstellung sind noch Karten (grüne Farbe) zu haben. Ein« dritte Aufführung diese» Werke» erfolgt nicht. Ein schwerer Unfall hat sich gestern morgen vor der Schule in der Holtei'straße in Lichtenberg ereignet. Dowt standen vor dem Schulhause mehrere Knaben im Aller von sieben bis acht Jahren beisammen. Einer von ihnen, der sieben Jahre alt» Herber! Gramaiowski aus der Mainzer Straße 17, zog ein« Eierhandgranat« httvor und erkläot« iihnen die Handhabung. Dann warf er di« Granat« auf don Boden und lief vaoon. Die Granat« explodierte. Ihr« Spliiter verletzten einen Knaben, den sieben Jahre alten Walls r Soliu», schwer, einen ztveiden Schüler, v. Rädern, leicht am Bein. Gramer- towski wurde ver hast«!. Im polizailiehen Verhör gab er an, daß er di« Granate von einem ihm fremden Manne al» Geschenk erhaläem habe. Tne Nachforschung nach dem Umbekannten, von dem da» Kind di« Granat« erhalten hat, wird eingeleitet. Lchtuug! Resemrte« zum 1. Matt Die Genossen, die sich bereit erllart haben, am 1. Mai zu referieren, werden zu einer kurzen ÄuSsP räche beute Freitag abend XQ Uhr, nach ber Schickierstraße gebeten. Bummelei K der Stadtsynod». Ein Leser schreibt uns;»Ich bin vor 11 Jahren«n» der Landeskirche ausgetreten, bekomme aber heute wieder«in« Zah- lu.rgKaufforderung: Kirchensteuer 1Ö19— 9,36 Mar«. Derartig« ti stand« sind doch wohl nur möglich, weil den Angestellten der tadtsynode alle Arbeitslust genommen wird, sonst müßte« doch di« Steuerlisten mal in Ordnung kommen." Derartig« Kiag«n geh«n uns öfter zu. Die Stadtshnode sollte endlich mal dafür sorgen, daß deraitigt Belästigungen unterbleiben. �Postsendungen nach Berlin. Der Zentralverband d« Angestellte», Verwaltungsstelle München, tel.t nrli: Durch dt« Münchener TogeSpresse ging kürzlich an die Auf» lief«rer von Postsendungen nach Berlin Sa» Ersuchen, tn den Aufschriften außer der genauen Bezeichnung der Wohnung de» Empfänger» auch den Poftbezirk(O., N., NO. usw.) und die Nummer der Zustellpostanstalt anzugeben, damit Verzögerungen in der Zustvllmig vermieden werden. Demgegenüber weisen wir darauf hin, daß die meisten Berliner Firmen, di« im Anzeigen- teil der Berliner und auch auswärtiger Tageszeitungen An- kündigungen erlassen, dabei weder Poftbezirk noch Zustellpostanstalt angeben. Auch der Anzeige.it« il der Spielzettel fast oller Berliner Unterhaltungsstätten weist wie diese selbst die gleichen Lücken auf. Bei geschäftlichen Ankündigungen auf Grund derartiger Anzeigen usw. ist e» somit den Auflieferern sowohl inn«rhalb al» auch außerhalb Groß-Berlin» in vielen Fällen gar nicht möglich, fehlerfrei« Aufschriften anzufertigen, sofern man nicht zufällig im Besitze eine» postalischen Stratzenverzeichnisse» ist. Un» scheint, al» ob hie Postbehörden der Reichshauptstabt besser daran täten, die von Zeif zu Zeit an di«.Provinzler' gerichteten Erinnerungen in orster Linie an die� gesamte Berliner Bevölkerung und ins- besondere an di« Geschäst»welt durch Vermittlung der Lokalpresse zu richten. Hier liegt di« eigentliche Ursach« der unvollständigen Aufschristen. Wenn jeder Berliner sich genau an die postalischen Vorschriften hält, werden auch die fehlerhaften Aufschriften der Gegensendunge» nach Berlin auf«in Mindestmaß beschränkt. Svt BewckMiunz de» fttwnro» fbarfm Laubsnk-lontsten. verkehr» wird vom nächsten Sonntag, den 86. d. M., ab. aus de« S recke Berten(Stadtbahn)— Strausberg«i« Vermehrung der Züge eintreten. Von diesem Tage ab wirb in den Morgen- stunden vom Schlesischen Bahnhof, Wriezenrr Bahnsteig, um 6ba vorm.«tn Zug nach Strausberg fahren, der dort um 7,41 eintrifft. In der Gegenrichtung wiod abend»«in neuer Zug von Fredersdorf(ab 0.00 abend») an Schlesiischer Bahnhof g,4S dem starken Rückoerkehr Rechnung tragen. Rvs den Sr�anifaNonen. Dl« Organisationen der Ort«, di« noch»«in» Vestsllung auf di» Frauentoy-Nummir der„Kämpserw' aufgogeb«» haben, iv«rd«n tn sucht, dies tosort nachzuholen im Pa:!«ibur«-u. VeiUn, echtckl-r> straße bin, Adress« Frau Wulff. ». Distrikt. Die für Monta» d«n«. April, angesetzt» Vorstand«- sttzung find«! nicht statt. Dasllr am Sonnabend den L4.«Pill, 7 Uhr, Distriktstion-ferenz bei Boeker. Webersti. 17: Maifet«r. St-llungnahm» zur Wahl und zur Aufstellung der«andldolen.— Mittwoch, den 28. April; Dstrikte�enerowersammlung bei Boeder, Weberstr. 17: Auf- stell ung von Kandidat«» ,« Sieich-lagswahl. Neuwahl der Distrlk'.sleitung. «. Distrikt. Heut» Fraitog w der vi«hhof»«Srs, Teneralversamm- wieg Ansang 6H Uhr. Ausstellung Ixt Kandidaten zur Zieichstagswcchl. ». Distrikt. Der Zrauenleseaixnd am Montag, den SS. April sällt nxgen der Dstriktsrxrscnninlung au». Di« Dstriklsixrsammluna findet am SS. Aprll, abend« 7 Uhr, lm Lyzeum, Drelsswalder Strotz«, statt. 1». Distrikt. Gewerkschaft», und Rätekommisstonemiitglteder heut» adnd 7 Uhr pünktlich tm Lokal von Vogt, Malmöer Stratze L. 17. Distrikt. Freiing 7 Uhr bei Tuen, Utr«cht«r Str. 1: Vorstand«» sttzung zwecke Uebervahm« der Sefchäft«. 18. Distrikt. Dorstondesttzung Sonnabend» Uhr t» Lokal van Schuchardt, C-Hristlaniastr. IIS a. 18. Distrikt. 8. Abt« Iking. Freitag 7 Uhr«bteilungeversammlung Schulaula Christiairiastr. S. Dortrag über Steuerfragen. ReuÄlilln. Heut« abend Sli Uhr Den«rwlv«rlanunlung d«< Klienwy Hasenheid«. Aufstellung von Reichstagskand waten. lempelhos. Gewerkschaft»« und Rät»kommlsston»-2itzung Freitag 8 Uhr bc! Grützmacher. Distrikt Rledcrbarnim-Ost. Sonnabend, den S4. April, nachmittag» 8 Uhr tn der Aula der Knabenmlttellchul« Lichtenlxrg, Marktstratz« (direkt am Bohnbof Stralau-Rummeleburg) Dstrtktskonferenz. Tages- ordnung: 1. Stellungnahme zur Reichstagswahl. 8. Ausstellung tx» Kandidaten. Zutritt nur gegen Ausweis. ObeesthSnewelde. Freitag abend 7 Uhr Glternverfammlung d«r di« 8. Gemeindeschul« besuchend«» Kinder im Zeichensaal der b. Gerne inb« schul». Mnttt'/ytf. Sonnabend TH Uhr fxi fiut*«, KaIs«r-Wi!h«l!M Strotz» 97,»ffentllch« Versammlung. Thema:..Reaktion oder sozio« listische Regierung.' Re-ferenl: G«noss» Mehlhos«. verelpskalender. vchtungk vetrsebsvatsmitgNeder, di« den OrganisaOanen her As» «mgehSrenI Am Montag. SS. d. M., findet tn Haverolnds Fefssälen, Neu» Frtedrlchstr. 35,«In« Betriebsräieversammlung statt. Beginn 7. Uhr. Da» Erscheinen jede, Betrledvate» ist Psiichtl Mitgliedsbuch legltlmiert. verband fazial. Lehrer Grotz-Verlin». Sitzung Sonnabend V Uhr pünktlich Rathau» Zimmer 93. Zentraloerband der Angestellten. Fachgrnpp» 1» sSpkfilM Gla« und Keramik) Versammlung Fraltag 7 Uhr»Reu« Philharmonl»', Köpenicker Stratz« 9S/S7. vrbeiter'Ssprrontisten. Anfiingerkursu» Denstog TU Uhr Drenoi di«rstrotz« 4�. Hos link«. 8 Treppen recht». Allaemesn» Kranken- und Sterdekast, der Metallarbeiter V. a. G. Hamburg, FUlal« Vaumschulenweg. Eonnatxnd abend 8 Uhr im Lokal von Hoffmann, Bamnschulenstr. 97 Mitgllederversammlung. Di» Ort»> rxrwaOu�!'*» Frei« sozialistisch« Jugend, Aktion»bezirk Reinickendorf. All» Betrieb«- und Schüxrräte fowi« freiwillig«« Vertrauensleute in Betrieb und Schul« unseres Bezirk» laden wir zu einer wichtigen Besprechung(Melau«fluch zum Freit og, 83. b.®l. abend» pünktlich 7 Uhr. noch dem Fugendheim, Amendestr. 78,»in. ArbeitechWanderoerein»Verlin-. Sonntag, den LS. April, nach Erkner— Stahlbsrg«— Forsthau» Fried sch— König«-Wusterhausen. Abfahrt 9.08 Uhr Schteli scher Dohnhof. Mittwochs den 88. April, abends 7 Uhf Kommandantenstr. 83, Fiihrerfltzung. vriestasten. >. 87. Fhren veitritt zur Partei K8nnen SI« im vs« band»bur«au d«r U. S. P.. B»ztrk»v»rband B-rlin-Bran« '."----- Berlin C. Schickl.rstr. 6 II, vollziehen. G-Sffnet täglich !r. Ei, können Ihren veitritt auch schriftlich erklären. d« n b u r von 8— 8 verantwortlich für di« Redaktion: Alfr«» WI«lepp. Neukölln. Berlagsgenossenschast.Frelhelf.». G. m. d. H.. Berlin.— Druck der Ltnd«ndruch«r»l und verlagsgesellschast m. d. H� Echisfbau«rdamm 18. Sfte�ü&ohrer, rsüb, ieclen Posten bis 200% Naturstahl. Hoistschrauben kamt Fiiednc!! Mofgensiein nu«* �.icbteesbcrffi iV eSoh»«Siiir. i8. 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