�nzelpreis 20 pftnnkg- A. Jahrgang Sonnabend, den 24.?lpril mo IH»«rotgott u»d naAmlnag», an Sann» und Festtag«, HM. Maigens Der VezNgepmt» k�teSgt bei freier Austeilung ins Aaue lstr Gra�. Verlin 7�0 M. im »arans zahlbar. Fäc Oalib,,»» nehmen stmtliche postanstalten Bestellungen entgegen llntrr 5n>i»banb bezagen fstrveutschland und Vesterreich I«.— M,»ür da, bbng, Ausland M. zuzüglich vatutaanftchlag. per»lief für veutfchland und Desterreich<7.- M. «rdaNIim m«d«rpeditionl Berlin«W.«. Schiffbimerdmn« 19 Hl. gernsprrcher:«mi Rord«,»SA—»S, iiSVS und 28»«. Nummer 742> flbenö-�usgübe Inserake?»st»n die achtgesp. Nonpareillezeile oder deren Raum 5.20 Mk. zuzügl. Z(PI0 Ceuerungszufchlag. Familien« und Grganisationsanzeigen die achtgesp. Nonparcillezeile 2.40 Mk. netto. Al eine Anzeigen: Das feltgedructte!vort Mk., jedes weitere lvort 8> pfg� zuzllgl. 30°� Teuerungszuschlag. Stellengesuche, Familien- vu Grzanisations- lvort-Anzeigen fofttw das fettgedruckt» lvort Rlü» jedes weitere lvort 85 pfg. netto J«serate«.A beeil unp: Verttn NW.<5. Schiffdanerdamm lö Fernsprecher: Antt Norden 85S— SS, 28SS-9S, 97S8 berliner•Organ firr Vnabftänßfgen Sopalömmfratie OaäMtanba enschssl der Kriegsgerichte» Wo bleibt die Amnestie? Im rheinisch-westfälischei? Jndustriegebict schalten und walten die Kriensgerichte oyne jede Hemmung. Verhaftungen über Verhaftungen, Haussuchungen über Haussuchungen werden vorgenommen. Die Militärs kehren sich an keine Abmachungen. Jede Beteiligung an den Kämpfen, ganz gleich zu welchem Zeitpunkt, jedes Waffentragen ohne Nücksicht darauf, ob der Inhaber mitgekämpft hat, jede Flugblattverbreitung. jede Amtshandlung, die im Auftrag der Lollzugsräte oder des Zentralrats vorgenommen wurde, wird als Aufruhr behandelt und mit den bekannten schweren Strafen belegt. Wir fragen demgegenüber, wo bleiben die Zusagen der Negierung, wo die für beide Teile bindenden Abmachungen von Bielefeld und Münster? Im 17. Punkt der Bielefelder Beschlüsse wird gesagt: „Weder de« vrbeitertt, die an den Kämpf» teil. genommen haben, noch den Mitzliedern der Polizei und Ein» wohncrwehr und den Mannschaft» der Reichswehr wrrd» Nachteil«»der Bellftignagen wegen ihrer Teilnahme erwachsen." � y Dieser Punkt wird Wohl, sofern er sich auf die Mitglieder der Polizei und Einwohnerwehren und die Mannschaften der Neichswehr bezieht, innegehalten, nicht aber, sofern es sich um kämpfende Arbeiter handelt. Weiter wurde bei den Einigungsderhandlungen in Münster die Regierung auf Grund der Bielefeldes Vereinbarungen zu folgendem der- pflichtet: „Böllige Straffreiheit für die bis 2. April, 12 Uhr mittags, an d» Kämpfen beteiligten Arbeiter zu ge. währen. Als Aufrührer, im Sinn« der Regierungserflarung vom 30. März gilt«urderjeuige, der«ach dem 2. April, 12 Uhr mittag», noch zum Zwecke de» Kampfes gegen die der- fassungSmäMg» Organe Waffe« führt icher die Waffe» nicht abgeliefert hat." Di« Verfolgung der Arbeiter durch die Kriegsgerichte erstreckt sich aber wahllos auf alle, deren man durch Denunziationen oder sonstige Mittel habhaft werden kann, ohne Nücksicht, darauf, vb sie nach dem 2. April noch gekämpft oder Waffen bei sich geführt haben. Hunderte von Leuten werben täglich verhaftet und teilweise abgeurteilt, trotz ihrer ener gifchen Berufung auf die Bielefelder und Münsterer Abmachungen. Die Militärs erklären, daß sie sich an diese Abmachungen nicht hallen, da die entsprechenden Verordnungendazu vonder Regierung nicht erlas fen worden seien. Für sie besteht also im Ruhrgebiet Kriegsrecht und sie üben das auch mit aller Schärfe und der ihnen eigenen Brutalität und Rücksichts- losigkeit aus. Wenn die Regierung überhaupt noch Wert darauf legt, als vertrauenswürdiger Kontrahent von der Arbeiterschaft betrachtet zu werden, so muß sie unbedingt sofort, ohne jedes Zögern, die den Münsterer und Bielefelder Abmachungen entsprechend« A m n e st i e v e r o r d n u n g erlassen. Der von der Regierung eingesetzte Zivillommissar, bei dem täglich massenweise Beschwerden einlaufen, erklärt diese, im Bewußtsein seiner Ohnmacht, als„vereinzelte Uebergrisfe". Wir fordern daher: Sofortiger Amnestie erlaß für die an den Kämpfen im rheinisch-westfälischen Im dnstriegebiet beteiligten Arbeiter, Angestellten, Beamten. Entspricht die Regierung dieser Forderung nicht, so macht sie sich des Vertragsbruches schuldig und liefert den erneuten Beweis, daß sie unter der Diktatur der Militärs steht. Auf den politisckM Parteien, insbesondere auf den Rechtssozialisten und den gewerkschaftlichen Spitzenverbänden. lastet die volle Verantwortung wenn die Regierung nicht zur Einhaltung ihrer Verpflichztungen gezwungen wi�>, Sie müssen sofort die Initiative ergreifen, damft die Amnestieverordnung schnellstens zur Tatsache wird. Die Arbelk in San Remo. > San Rem«. 23. April HavaS meldet: Der Oberste Rat setzte heute die Beratung der territorialen Klauseln des Friedensvertrages mit der Türkei fort und setzte die Grenzen der enropätschen Türkei fest. Bei der Prüfung der armenisthen Frage erkannte der Rat auf Zuteilung von Erzerum an Armenien. Ausser- dem wurde beschloffen, daß die internationale Mrer»g». tommisston an Stelle der von der Londoner Konferenz geplanten Zentralkommission die Kontrolle der Türkei übernehme« soll. Darauf beschäftigte sich die Konferenz mit dem Fcldzug der Bolschcwisien gegen B a t n m. Die französischen und die englisch» Delegierten verweigerten die von d» ander» Delegierten ge» forderte Räumung der Stadt. Daher wurde beschloffe«, daß die britischen, französischen und die italienisch» Streitkräfte die Stadt verteidigen sollten. Lloyd George gegen die Blockade Deutschlands. San Nemo, 28. April.(Reuier.) In einer Unlerrebung mit Presssvertretern dementierte Lloyd Georg« die Gerüchte von einer Wirtschafts- blockade gegen Deutschland. Ein solcher Vorschlag sei nicht gemacht worden. Es handeile sich nur um ZeitnngSgerede. Die in Deutschland herrschende Lebonsmittelnot fei schon groß genug. Aber der Vertrag müsse durchgeführt wer- den und die Alliierten müßten zusammenstehen. Deutschland, so fuhr Lloyd George fort, sei gegenwärtig zu schwach, um ei-ne lbchrohung zu sein. Er stellte energisch m Abrede, daß er eine Revision des Vertrages privatim oder öffentlich vorgeschlagen haben solle. > San Nemo, 23. Äpril.(Reuter.) Die polnischen und estnischen Delegierten sind heute morgen eingetroffen, Calllaux in ssreiheit. V a r i s, 23. April Zum Urteil im Prozeß Caillaux wird ergänzend gemeldet, dnß nach dem Spruch des Gerichts die Gefängnisstrafe durch die Unlersuchnngshaft verbüßt ist. Caillaux wird sich daher von moegen ab auf freiem Fuß befind», Sx bei der Urteils verküudun» nicht iuavet«� Sie tmldesversiminiitmg der 11.8.?. in Sachsen. («igen« Drahtmeildung der.Freiheit'.) Leipzig, S4. April. Der schon mitgeteilte Beschluß der Landesversammlung, an der Regierungsbildung vor den Wahlen nicht teilzunehmen, wurde i» einer sehr ausgedehnte« Debatte vornehmlich damit be- gründet, daß döe ll. S. P. durch solch« Beteiligung an einer Koali- tion mit d» RechtSsozialistrn eine gewisse Verantwortung für die Politik übernehme» die die Rechtssozialist» bis jetzt getrieben haben und auf die unsere Partei keinen Einfluß hatte. Die RechtSsozialist» woll» durch eine«eue Regienmgsbildung ihre Wahlchanc» verbessern. Di« U. S. P. hat aber keine Beran- lassung, dazu beizutrag» und d» Zersetzungsprozeß der Rechts- sozialist» aufzuhalten. Die Wahlen müssen erst Klarheit bringen über da» St S r k ev er h ä l t n i S, ehe man an eine Re- gierungSbildung d»k» kann. Da«» können die Bedingungen entsprechend formuliert werden. Eine Anzahl Redner vertrat den Staudpunkt, baß man schon jetzt zur RegieeungSbUdung sich bereit erklären müsse, man dürfe die Verantwortung nicht ablehnen im Interesse der Einheitsfront de« Proletariats. Der Antrag deS Landesvorstun. des, sich vor den Wahlen nicht an der RegierungSbildong zu beteilig», wurde mit bk gegen 3 Stimmen auge- N»m m e n. In einer besonder» Resoluti» wurde gefordert, daß Sic Landtagswahlen am selben Tage mitdtznReichs. tagswahlen stattfinden. Die übrigen BerhandlungS- punkte betrafen die Vorbereitung der Wahlen, Aufstellung der Kandidatenliste flir d» Reichstag und Berwaltungsangelegen- Helten. Die Landesversammlung, war von 65 Delegierten, Ii Ber- tretern der Bezirke, einem Mitglied des Landesvorstandes, einem Mitglied deS Zentralkomitees der Partei, 8 BoltSkammermitglie- der« und zwei Nationalverfammlnngsmitglicdern besucht. Stimm- recht hatten nur die Delegiert». Weitere Todesopfer in Frankfurt a. M. Von ben bei dem ,Voria, am Schillerplatz verletzten Personen sind noch zwei ge- sterben. Damit erhöht sich die Zahl der Gelöteten auf acht, ]«£« Manu, feu tzs» ÄM tMopahreu Küche. Röte. Partei und Gewerljchasteu. Von Paul Wegmcom. n. llm allen Zweifeln und allen falschen Gerüchten, die in der Oesfentlichkeit und versteckt über die Betriebsräte- zentrale kursieren, entgegenzutreten, wollen wir unsere Aufgaben, die wir uns gestellt haben, hier nochmals kurz präzisieren: Wir wollen alle Betriebsräte deZ Wirtschaftsbezirks Groß-Berlin zusammenfassen und sind in dieser Arbeit bereits ein gewaltiges Stück vorwärts gekommen. Diese zusammengefaßten Betriebsräte werden sich durch unsere Organisation zunächst in den einzelnen Hauptberufs- g r u p p e n(Metallindustrie für die Metallbetriebe, Holz» induftrie für die Holzbetriebe usw.) zusammensetzen. Sie werden für ihre Hauptberufsgruppen auf V o l l v e r« sammlungen zusammenkommen. Dort werden pro- zentual ihrer Stärke alle Untergruppen, die zu dieser Haupt- bevufgvuppe gehören, vertreten sein, sie werden sich einen gesckiäftsfulhreuden Ausschuß oder Hwuptausjchuß wähilen, der nunmehr über die enftiprechmden HauiptDevufsgvuPpen äi allen Untergruppen alle Arbeiten m erledigen Hot, die 1. im Interesse ihrer Berufskollegen und 2. aber auch im Interesse der Fortentwickeltung der sozialen Revolution not- wendig sind. Aus allen Betriebsräten aller Haupt- und Untergruppen setzen sich dann Delegierte zusammen, ebenfalls prozentual ihrer Stärke, zu emer Generalver- s a m m l u n g der gesamten Betriebsräte des Wirtschafts-l bezirkes Groß-Berkin. Dort sollen nunmehr alle die Ar- betten erledigt werden, die für die gesamte Industrie des Wirtschaftsbezirkes Groß-Berlin notwendig sind. Dieser Generalversammlung stellen wir als Be- triebsrätezentrale sofort"unsere Mandate zur Verfügung. Für uns ist dann unsere Auf- gäbe gelöst, dann sollen die Betriebsräte als Beauftragte ihrer Arbeiterschaft selbst die Geschicke der gesamten Ber- liner Hand- und Kopfarbeiter in die Hand nehmen. Dann glauben wir wirklich im Sinne des Räte- gedankens«ine Arbeit geleistet zu haben, die notwendig und! für die künftige deutsch� Bedarfsdeckungswirtschaft fruchtbringend sein wird. Wenn erst in Berlin diese Aufgabe gelost ist. dann wird auch die Antipathie im Reiche gegen den„Wasserkopf Ber- lin" verschwinden und dort dieselbe Arbeit vorgenommen werden müssen. Die Gmosien aus he? Provinz werden dann in der Berliner Betriebsrätezentrale ein« vorbildliche Organisation finden und sich für die notwendigen Schritte in ihrem Bezirk informieren können. Die Geldmtttel, die hierzu nötig sind, und die in Berlin bisher die opferwillige Berliner Arbeiterschaft aufgebracht haben, können vielleicht im Reichs auf dieselbe Weise aufgebracht werden. Die Notwendigkeit dieser Arbeit verkennen auch die verschiedenen Gewerkschaftsführer nickst, nur glauben sie, daß diese Arbeit den Gewerkschaften obliegt. Wir sind andererseits der Ansicht, daß gerade in der Jetzt- zeit die Gewerkschaften derartig viel mit den gerechten Wirt- schaftlichen Forderungen ihrer Mitglieder zu tun haben, daß sie sich nicht mit der notwendigen Kraft auf unsere Aufgabe konzentrieren können. Und es würde der Bewegung ein schlechter Dienst erwiesen, wenn man nebenbei diese Z u. s a m m e n f a s s u n g der Betriebsräte vornehmtön wollt«. Es würde etwas Halbes fein und damit auch einen ungünstigen Einfluß auf die notwendigen Wirtschaft lichen Kämpfe der Gewerkschaften ausüben. Weiter würden in den Gewerkschaften nur diejenigen Betriebsräte erfaßt werden können, die Mitglieder dieser Gewerkschaften sind. Es würde also nicht der Zusammenschluß der gesamten Hand- und Kopfarbeiter dadurch erzielt werden, sondern im Gegenteil wiederum ein� Teilung der Betriebsräte mit ihren ungünstigen Folgen zustande kommen. Ganz abgesehen davon, daß die Gewerkschafchn auf Grund ihrer besonderen Aufgaben der wichtigsten Funk* tion der Betriebsräte, der Einwirkung auf den Produktions.- Prozeß gar nicht gerecht werden können. i Man macht uns den Vorwurf, daß wir Mitglieder der U. S. P., nicht nur U. S. P.-Betriebsrüte' zusammenfassen- sondern auch K, P. D. und S. P. D. oder sogar Demokraten. Dieser Vorwurf mag vom reinen parteipolitischen Standpunkt aus berechtigt sein, vom sozialistischen ist er ganz entschieden zu verwerfen und zurückzuweisen. Man verweist auf die früheren Vollversammlungen der Berliner Arbeiterräte und auf die unliebsamen Szenen in diesen Ver- sammlungen und glcuibt damit die Haltung der Partei- iLkWrWvftsgengije» xechtjtzptMx M läaaaw Diese Ansicht ist unter Berücksichtigung der Parole„Zu- sanrmenschlnv aller Hand- und Kopfarbciier" grundfalsch. Auch die ersten Tollversammlungen der Arbeiterräte in Bcr- lin hoben ja bewiesen, dajz trotz der unliebsamen �Lorkomm« niss« auf Grund der Diskussionen und der Darlegung der gegenteiligen Ansick,ten eine Klärung der politischen Mei- nungSverschiedenheiten stattgefunden hat. Die Hauptsache aber ist, dag aus Grund dieser Zusammenfassung der Betriebsräte die Möglichkeit besteht, die notwendige Schu- Jung der Betriebsräte für ihre späteren Aufgaben in die Hand nehmen und durchführen zu können. Man wird S- B. hierdurch die Rä t e schu le so einrichten müssen, dasj sie wirklich die Betriebsräte erfassen und in ihren Aufgaben schulen kann. Wir sind nun nicht nur der Ansicht, daß vielleicht in kurzer Zeit die Betriebsräte zeigen niiissen, was sie können, sondern wir fassen alle Mögtichleiten ins Auge. Aber daL eine steht jedenfalls fest, dah, wenn eine Wiederholung des Kapp-Putsches stattfinden sollte, daS Endergebnis ein anderes sein wird als das deS letzten. Dann ist damit zu rechnen, daß die Betriebsräte die Produktion zu übernehmen und sofort weitcrzuleitcn haben. Der Schwierigkeit ver- schließen wir uns nicht, aber die Arbeiter werden nach einem noqmalS abgeschlagenen Putsch Weitgehendr Forde- rungen erheben, die die Sabotage der Unter- nehmer auslösen. Gewisse Beisp-ole berechtigen uns zu dieser Annahme. Sie würden zum Teil ihre Betriebe schlieszen und der Erfolge der Bewegung wäre in Frage ge- stellt. Tann kann es sich nicht darum handeln, ob die Ve- triebe sozialisierungSreis sind oder nicht, sondern dann muß im Interesse der Revolution und des ganzen Volkes die Pro- duktion sofort weitergehen. Das wird nur möglich sein, fttenn die Betriebsräte, die dann als Träger der Produktion in Frage kommen, organisatorisch ersaßt und womöglich wissenschaftlich vorbereitet sind. Auf den verschiedensten Zusammenkünften von Ge- Nossen der Partei, der Gewerkschaften und der Räte wurde immer wieder betont, daß die K o m p e t e n z e n, der ein« Beinen Instanzen abgegrenzt werden müßten und in jeder Beziehung einheitliches Arbeiten notwendig sei. Wir als Vertreter der Räte haben dem stets freudig zugestimmt, müssen aber immer wieder konstatieren, daß man uns zwar teil Vorwurf macht, diese Abkommen nicht einzuhalten, wäh- rend in Wirklichkeit von der anderen Seite und speziell von ten Gewerkschaften die Vereinbarungen auch nicht gehalten werden. So lesen wir, daß die Arbeitsgemeinschaft freier Angestelltenverbände(Asa) in der Presse die Betriebsräte ebenfalls aufgefordert hat, sich bei ihr zu melden. Daß dadurch unser Ziel nicht erreicht werden kann, ist selbstverständlich. Weiter müssen wir konstatieren, daß in jeder Beziehung den Gewerkschasten von Partciprcsse und Parteiinstanzen viel mehr Entgegenkommen gezeigt wird, als uns als Rätevertretern. Dadurch werden natur- gemäß die Gegensätze nicht aus der Welt geschafft, sondern immer mehr vertieft. Wir erwarten nun endlich, daß Gewerkschasten und Partei einsehen werben, daß cfi so nicht weitergehen kann"und darf, wenn nicht die Bewegung schweren Schaden erleiden soll. Wir setzen bei allen b.n guten Willen voraus, nehmen aber auch für uns dasselbe in Anspruch. Die Bewegung darf nicht zurückgehen oder scheitern auf Grund von Personen- oder Jnstanzenfragcn. Die Bewegung schöpft ihre Kraft aus den Betrieben und der Masse. Diese Masse, das ist der Sinn des NätesystemS, hat über ihre Geschicke zu bestimmen. Ihr zuwiderhandeln würde den Ruin der Bewegung bedeuten und weiter zu den unliebsamen Folgeerscheinungen führen, die wir setzt im Anwachsen der Vetriebsorganisatlon sehen. Gewerkschaften, Partei und Räte haben endlich unter Hintansetzung aller persönlichen gewerkschaftlichen oder Parteiintercsscn in gegenseitigem Einvernehmen und in engster Fühlung mit der Masse den Willen dieser Masse durchziifühven. Wenn daS geschieht, wird die geschlossene Das Mhchen von Heilbronn. Aufführung in d« r Volksdiihn». AlS int Jahr« 1811 der Dichter Heinrich von Kleist 34 Jahre «It unter einem Baum beim Wannfee mit seiner Henriette Bogel a!« ein Gehetzter in den Tod ging, hatte nach allen anderen Fehlschlügen auch nicht fein.Küthchen von Hellbronn" den Bühnenerfolg gehabt, der ihm erst zehn Jahre' später in einer handfesten Bühnenbearbeitung beschicken war. Die Erstauf- führung in Wien(1310) Blieb ohne große Wirkung, aber den Namen des toien DichierS machte daS„Käthchen" bis in unser« Zeit hinein populärer als irgend«m andere» feiner Werte. Man darf sich freuen, ihm auf der.Volksbühne" zu b-gegn-n. Denn so wenig etwa sein«.Hermannschlacht" oder gar der «Prinz von Homburg" nur.patriolische" Zwcckstücke sind, so wenig ist sein„Käthchen von Heilbronn" nur ein.romantische» Nitterschausptel", wie der Untertitel besagt oder«in bloße» hold. selige» Märchea Durch seinen Zauber blitzen die dämonischen Gewalten, denen Kleist sein Leben lang ausgeliefert war. Käth- chenS hingebende Liebe cm den Ritter vom Strahl ist im Grund« nicht die hündische Treu« der dienenden Magd, sondern die iraum« wandelnde Verklärtheit«ine» r«tn«n Herzen. In aller Demut und Magie'zuletzt doch auch der streitbaren.Penthesilea" und d«m„Prinzen von Homburg" verwandt. Auch Käthchvn».hoher Herr" ist ja etn Traunirrcsicht, und wenn«r in Wehr und Waffen schimmert und in Ausbrüchen der Erregung gar zur Hund«- peiijche greift, fem Wesen ist dem Wundecoaren en»-, oenvoben. Darum tat auch die Regi« deS Dr. Klaudius recht daran, die Aufführung nicht auf mittelalterliche Scheinrealistik zu stellen. Märchenhaft umsponnen und alle Wirklichkeiten romantisch über- stelzend kommt unS diese» poefiegetränkt« Ecchruspiel noch am nääslcn. Darum bätie mich dl« erste Szene de» beimkichen Ge. richts gcheimnisvollere Abtönung vertragen, zumal man später mit einem etwa» nK-m-sn Gingrifl die.dme ki mgunde" Mi» der auifgetakelten, herzlosen Kokette nach Kleist« ursprünglicher iFassung zur fischgeschwänzten Mecusine umdichtete. Auch die die Lachlust kitzelnden, derb-'n Zimc tvndnijse ge chnrdrner stiiw r» ßzc-nen und eines shakespearisierenden Humor» fügten sich reizvoll in den Ra Dir er Au.'fuerung. die z>, Pen v->ten dir Volksbühne zählt..Zwischen den einheitlich schönen Bühnen« bildern Hrn» S'rohbachs stand Friedrich Kayhler» erzerne Gestalt wie ein Durerjchrr Stiller, kein Jüngling, aber der mann- zichste Held, herrlich in frr edlen Milchnng te?..derben und Zar- t«n, de» Starken und Milden. Neben und mit ihm erblühte da» � vh»lt Me Charlotte Schnitz, Vo,t»I,nd und«oikblted i rührend schlichler und gar nicht hysterischer Anbetung zu seigste« Traruli unter tum Holunderstrauch. Dq mußte.es sich Pyalanx Ler Ardettersttzaft gewährleistet sein und alle An- stürme werden an jhr zerschellen. Andernfalls wird die Reaktion triumphieren. Berichtigung. Im Leitartikel der Abendausgabe vom Freitag ist ein sinnentstellender Fehler enthalten. Im dritten Absatz der zweiten Spalte de» Attikels, der mit den Worten beginnt:„Nicht dadurch, daß...." ist aus der merken Zeil« das Wort„Gefahr" falsch. Es muß„Gewähr" heiß«». Zcr Sltrolsslreich gegen©st!;a. Aus der Beschwerdeschrift der Landesregierung. Au» der Beschwerde der Landesregierung der Republik Gotha an den Reichsrat erfährt man näheres über dt« wirkliche Lage des Landes. Es geht vor allen Dingen daraus hervor, daß die Behauptungen der ReichSregierung, in Gotha hätten keine verfassungSrcchtl'.chen Zustände bestanden, durchaus unwahr sind. Di« LandeSversimmlung von Gotha hat 18 Abgeordnet«, von denen ist der U. S. P-, einer der S. P. D., vier der Demo- kraiischen Partei, einer der Deutschen Bolkspartei, zwei der Dcutschnationalen Partei und einer der Bauern» und Hand- werkerpartci angehören. Di« 11) Unabhängigen und ein bürger- licher Abgeordneter hotten der Regierung da» Vertrauen ausgesprochen und sie in ihren Maßnahmen unterstützt. Während des Kopp-Putsche» ist von einer Versammlung der Hochverräter die Landesregierung abgesetzt, die LandcSversamm- lung für aufgelöst erklärt und vi« Bildung einer Koalitionsregie. rung verlang! worden. Die ParlameutSmehrhelt hat da» ab- gelehnt. Es kam dann zu Kämpfen zwischen den Arbeitern und dem reaktionären Militär. Zwei. Unterhändler der Regierung, der VollSbcaustragt« Grabow und der Sekretär der Regierung, Dr. Dunckcr, wurden in Berlin verhaftet. Einige Tag« später kam der Riichskommiffar käppler nach Gotla. der sich zum S wachrol-r der bürgivlichan Pavieien machte. Cr hat es abgelehnt, für die Sicherung der Immunität der Ab- geordneten zu sorgen. Drei Abgeordnete wagten in der jetzt züsammenberufenen ParlamentSvrrsamlung nicht zu erscheinen, weil ihr Leben dedroht war. Diesen Umstand suchicn die grgner!- schen Parteien durch Militärgewalt und unter Verletzung der Reichs- Verfassung auszunutzen. Als ihnen da» nicht gelang, legten sie ihre Mandate nieder. Seitdem hat da» Parlament nur 13 Abgeord- ncie, mit denen es noch beschlußfähig ist. Die Reich örcg.crung hält aber noch das alte Staatsgrundgesetz von 1822 für gültig, nach dem dai Pa.tament nicht mehr beschlußsSßig sei. Aus Grund dieses Tatbestands» und einer Reihe noch gar nicht untersuchten Anschuldigungen hat die ReichSregierung ihre Verordnungen in Aotl)a erlassen, obgleich� dort die Ruh« unh Ordnung nicht gestört war. Dem RcichSkommissar übertrug sie die vollz:chendc und ge- setzgchcnde Gewalt und beraubt« damit die Regie.ung und da» Partaincul ihrer vr.faslunzemäsp e» Rechte. Der ReichSiom- miliar soll nun Neuwahlen ausschreiben. Bei dem in Gotha wütenden VerleumdungSseldzug. bei der weitgehenden Vergiftung des politischen Lebens und der damit erreichten Erbitterung in den Arbeite. schichten sei da» da» allerungecignetste Mittel, eine Lösung der Spanrnrng hrrbeizusühren Was geschieht, wenn die U. S. P.'Mehrcheit im Parlament wieder erscheint und dt« bür- gerlichen Abgeordneten erncut ihr« Mandat« niederlegen? Was geschieht, wenn«in, klein« bürgerliche Mehrheit erscheint und d'e starke 1h 3. V.-Mwberleit an, ihre Manda.'« rerzicbtat? Wird die ReichSregierung zugunsten dieser bürgerlichen Dd.hrheit ihre RechtSausfassung ändern, oder wird sie«rneui«inen Reichskom- missar mit der Auflösung de» Pnrlament» und der Ausschreibung der Neuwahlen beauftragen? Wann soll diese» Spiel ein Ende nehmen? taaS geschieht, tveim der StaatsgerichiShoj die Verord« »png de» Reichspräsidenten für unveveinbar mit der R:ichöver. fassung erachtet? Dies« Tatsachen, so schließt dt« Deschwerdeschrtst. sowie der Umstand, daß der reichlWesetzlich« Zusammenschluß Thüringen« höchstwahrscheinlich in einigen Wochen vorgenommen wird, lassen erkennen, wie ptanlo» die Maßnahme» der ReichSregierung sind, und der ReichSraj wird ersucht, dir Landesregierung in ihrem Be» streben, diese ungesetzlich« und zwecklose Verord- nung zur Aushebung zu brmgen. zu unterstützen. Der Staat«- erhellm". Alle» war im Banne dtejer unendlichen Poesie, und der begeisterte BeafaL galt auch der Gesainidarstellung, in der sich noch AWAbr B e r g» m a ol» Ku7»igunde und Ebgar Klitsch als Vater Frisdeborn hervortäte«. ll. v. Freie ßezession. Der dem Gedächtnisse Franz Marc» bestimmte Raum 'überstrahlt alle». Nie ist sein Werk so überwältigend in seiner Pracht und in seiner Reinheit sichtbar gewesen... in seiner absoluten UebZrlegenhtit. In tiefster Erschütterung geben wir un» seinen Wundern hin. Daß mit Franz Marc ein neuer Abschnitt unsrcer Maleret beginnt, erkennt nun gewiß»in jeder. Ich komme auf diesen Raum bald noch einmal zurück. Ich möchte heute nui sagen, daß di« National-Galarte nicht ruhen und nicht rasten darf,«hr sie nicht mindesten» ein« gleiche Reihe Marcscher Bilder enoorben hat. Der„Turm trr blinrn Psrrv«" »m kronprinzenpoloi» Ist gut und schön, gibt aber allein leinen richtigen Begriff von Franz Marr. Es ist noch lein« 1nSkh, lo daß der Freundeskreis de»„Blauen Reiter»" geschlossen ist ikamven- dank ist alle'n von ihm geblieben, aber et verlinhet' in seinen Bildern di« frühere» Eindrücke mit solche» aus Shag all, Seruyrsyof für oa» Teurfs« Reich wirv mm der Lanoesvegierun» angerufen. ßaenifch gegen die Malfeier. Amtlich wird zu melden belieht: Für den Fall, daß«ine reichSgesetzliche Regelung de» Mai-Feiertage» nicht recht, zeitig erfolgt, ordnet der Kultusminister Hönisch an: Es bleibt dem Ermessen der Schulverbände Übertassen, ob am 1. Mai di« Schulen geschlossen werden sollen oder nicht. In Lrten, wo an gemeindlichen Schulen der Unterricht am 1. Mai ausfällt, ist er auch an staatlichen Anstalten autzusetzen. Auch an Schulen, die den Unterricht tfichr aussetzen, darf keinem Lehrer und ke'nem Schüler aus dem Fernbleiben vom Unterricht an diesem Tage irgend ein Nachteil erwachsen. Womit Herr H a e n i s ch der Maifeier tn den Schulen den Todesstoß versetzt hat, denn das„Ermessen der Schulverbände" wird in neunundneunzia Prozent der Fälle gegen die Maifeier entscheiden, weil die Schulverbände zu neunundneunzig Prozent mit Reaktionären schlimmster hurranationalistischer Couleur besetzt sind. Und sehr eilig hatte es der Kultusminister. Nickst einmal die reichsgesetz- liche Regelung hat er abwarten können. Die Zeit ist hoffentlich nicht mehr allzu fern, wo solc!?, Streiche s o z i a l i st l s ch e r Minister gegen Forderungen des'SozialiSmus nicht für den Gegenstand, gegen den der Streich sich richtet, aber f ü r d e n Minister s e l b st tödlich wirken. Genosie Eoske. Die Rechtssozialisten de» Okdenburger Lande» hielten kürz. sich einen Parteilag ab. In der Ausspracke wurde energischer Kampf gegen rechts gefordert. In einer Resolution wird die heftigste Entrüstung übet die unwahren Behauptungen des Herrn Nvske gegen die Dcckoffiz.ere und Unteroffizier« der Marin« im HauptauSschuß der Nationalversammlung ausgesprochen. Die Resolution schließt: Gegen ein« solche Tätigkeit«tzheben wir den schärfsten Einspruch. Genosse NoSke hat nach dem völliaen Zusammen. bruch seiner M i!i. ä rp o l i t i k al» Reichswehr. minister kein Recht, sie als sozialdemokratischer Ab» grordneter fortzuführen und damit die ganze Partei auf» Schlimmste zu kompromittteren. Der BezirkSvarteitag Olden» dürft Oltsrieslarid-Osnabrück spricht dem Genossen Rosle i« i n schärfstes M'ß,-au«n au« und fordert von de, taziakdeinsirat!schen Fraktion im Interesse der Partei und aller treu zur versassuna stehenden Elemente sein«>o?ort!g- Zurückziehung au» dem HauptauSschuß und daß sie von ihm abrückt." Die RschtSsozialtsten haben kein Recht, sich über die Mst!» tarpolitik ihre» Genossen No-ke zu entrüsten. �Sie haben � sie über ein Jahr lang mit allen Kräften unterstützt und diesem hervorragenden Zeitgenossen ein Vertrauensvotum nach dem andern ausgestellt. Für die Folgen dieser Politik ist also die ganze rechtssozialistisch« Partei mitver« a n t w o r t l i ch. Die Erhebung der ElnksAmenstener. Ueber di, vorläufige Erdebung der Einkommensteuer im Rechnungsjahr 1620 hat der Reichsfmanqimnister folgendes an- geordnet:' 1. Bis zum Empfange de» vorläufigen Gieuerbekcheides für daS Rechnungsjahr 1620 gemäß Z öS Abs. 8 de» Einkommen, steuen-esetzes haben di« Steuervfl chtigcn, denen ein«. schristlich« Mitteilung darüber zugeht, auf di« ReichSelnkommenistcur vor. läufig den Jahrsbetrag der Einkommentsteuer zu zahlen, oer nach der letzten landeSrechtlichen Veranlagung zu» gunsten der Länder und Gemeinden lGemeindcverbUnde) auf Grund der kür di« Zeit bis zum 1. April IVA) maßgebenden Vor- schristen von ihnen zu entrichten war vser wäre. Gegen die Mib» teiluug ist das Bcschwcrdeverfahren grnebrn. 2. Di« näheren Bestimmungen zur Durckstührung der unie, Nr. 1 gctrvsfenen Anordnu-ng erlassen die Lande Sfinanzam cr; sie bestimmen insbesondere, in welchen Zahlungszeilen di« Steuer zu entrichten ist.__ Mpen»»T-aii»ii—m— a«— Mgim.ni■whiihiimi i i dessen„Bildnis eine» Juten" im Nebenrauine nicht am besten Platze ist. Eine plastische Arbeit Richard Scheibe?, di« Krönung eines Gedenksteine», schließt den festlichen Tharakter de» Marc/llaum«». Neben dem„Blauen Reiter" st, München war in der frühcn Geschichte de» deutschen Expressionismus die„Brücke" in DreS» den wichtig. Ihrem Kreis« ist der andere Ecksaal gewidmet mit neuen Arbeiten Schmidt-Roltlusf», Erich Hecke!» und Otto Müller». Ein« nicht sehr glücklich« Fortsetzung ist Fell; Müller, tz«ck«l. Schm i d t-R o tt l u.f» und ebenso Max Pech st»in, ihr einstiger Gefährte van der „Brücke", haben auch all Plasilker auSgesixllt. Schmidt. Rottluff»„Mann im Schmerz" hat die tief« bannend« Wcsenhaftigkeit seine» ganzen Werke», H e ck« l» Frauen sind von köstsich-r Zariheit. Die Bilder Pausa Madersohnl, von detren da» „Mädchen mit ter Sonnenblume" da» wcrwollste sein dürft«, sind abermals Erinnerung an«in» zu früh abgebrochen« Arbeit. Auf Alfred Partikel» schöne Bilder komm« ich noch zurück. ES ist in ihnen ein Franz Mar« verwandter Geist und Will«, auf den wir hoffen. Von der älteren Generaton stellt sich Eurt Herrmann wie ftetS auf die Seite der Jugend, zu der er am ehesten gehört. Sonst findet man die bekannten Begründer der Sezession— Liebermann. Slevogt, Hübner». Lrtil. Weiß. Kolbe, Klimsch. Adolf BcSn«. Vuppenspiele. Man spricht sodiek von Kino-Ersatz und Kino-Reform. Ms» e» gilt nicht nur, die Kinoaufnohmen technisch zu verbessern und den Jnhcrlih umzugestalten, sondern man muß zurückgreifen auf alte Formen in der Volksdarsiellung, die modernisiert beute noch Leben haben. DaS zeigte sich mir bei dem Besuch einer Vor« stellung des Puppentheaters des Herrn Kleincrtz aus Elberfeld, das im Auftrag des ArbeiterbildungsinstckUteS in Leipzig täglich spielt. Es ist erstaunlich, wie lebendig dieses Puppcnspi.'l ist. M m gab„Gulliver im Lande der'Zwerge", ein dramatisierter Swift, bei dem allerding» von der grimmigen GesellsckastSsalyr? de» JrländerS nur ein kiNblicheS Märchen spiel mit rhemländischem derbem Humor bleibt. Grote! t wirkte da» Spiel des„Direkter» Kleinertz" der als Ries« unter den Zwerggruppen im Zwergland« als Menschenberg leibhaftig agiert� und an zappelnder Lebendig» keit mit den Puppen wefteirertz:. E» ist schwer, die Komik dieser Szenen zu belchrelbkn. Die Lacksitlven der Kinder der Arbeits» ICueN, die tzkti Uastl tzichtgedtnilch! silllwli. wättn bis tzcstli OillljultT für die Späße Gullivers und feinet hfl-PPSti. Diese Figuxen, gelenkt hon de» vier Mitgliederg der Famrli» LiHaljto'iksche SeseZeniwZrse. Aenderung der Invaliden- und Hinterbliebenen- Versicherung. Wie mitgeteilt wird, ist im Neichsarbcitkministe- rium der Entwurf eines Gesetzes über Abänderung des die Invaliden- und Hinterbliebcnenversicherung behandelnden 4. Vuä)es der Neichsversicherungsoronung fertig- gestellt. Während bisher fünf Lohnt! ästen d«stsnden, deren höchst« einen yahrcSarbeitsvecoienst von 1150 M. und mehr umsähe, sind jetzt 8 Lohntlassen vorgesehen, und zwar bis 950 Sil., von mehr alS 650 b» 860 M.. von mehr als 890 bi» 1190 SR., Den mehr als II?» bis 2000' M.. von mehr als 2000 bis 8000 M., von mehr al» 8000 bis 4000 M.. von mehr als 4000 bis 9000 M. und von mehr als 5000 SR. Die WochendeilrSg« für dies« Lohnklasten werden voraussichtlich betragen 100, HO, 120. 140, ILO. 180, 200, 240 Pf Entsprechend den erhöhten Beiträgen sind wesentlich erhöht« Leistungen vorgesehen. So würde z.-ffl. ein Versicherter, der LOoO Beiträge in derjenigen Lohn'laste entrichtet Hai. welche einem Jahresarbeitsverdienst von 1160 bis 2000 M. entspricht, im Falle der Invalidität eine jährliche Rente von 710.40 M. erhalten. Die invalide Witwe eines solchem Versicherten erhielt« 814,40 M. an jährlicher Rente und jede Wais« 157,20 SR. Nach dem bisher geltenden Gesetz hätte nur«ine Invalidenrente von 800 M., eine Witwenrente von 152,10 Vf.,«in« W« i l« n r e» t« von 70, 20 M. gewährt werden können. Die früheren Renten sind dadurch erhöht worden, datz dl« bisherigen gulaien vauernd bciystdn werden. Neue Zulagen von monollich 4 SR. sind für d.« bisher gewährten Wailcnrenten eingeführt. Der Aufbau neuer Lohnklasten führt« notwendig zur Prüfung der Frage, ob die Angestellten, die bisher bei einem Einton! inen bis zu 2000 SR. auch von der Invalidenversicherung er- faß! werden, weiter in ihr verblc bcn solle». Der Sntwurf hat die�e Frag« dadurch gelöst, daß er die Angestellten künftig nicht mehr zwangsweise oer Jnvalidenverücherung unterwirft. Damit soll jedoch der endgültigen Entscheidung der Frag« nicht vurgegr fsen werden, ob überhaupt die Anri est«Ilten. Versicherung al» besonderer Versicherung»» zweig aufrechtzuerhalten i st. Neu einbezogen sind in die Invalidenversicherung die Hau»- gewerbetreibenden, von denen bisher nur die der Tabak. Industrie und«i-iger Zweige ver Textilindustrie versichert waren. Die Durchführung ihrer Versicherung ist im HunAick auf die Ver- schiedeuheik der Verhältniss« v«n Lande«dersicherungSausta!t überlassen. Ein,' grundsäbliche Änderung in dem Aufbau der Invaliden- Versicherung und di« Frage ihrer Zusammenlegung mit anderen Versicherung»zw ei gen überläßt der Entwurf der kommenden Um- gestaltung der gesandten ReichSvrrsicheruny. Die Acnlwrung In de? Höhe der Belfrage und Nenten, sowie die übrigen Abänderungen, die d«r Eniwurf vorschlägt, bedürfen noch der sehr sorgfältigen Nuchprllhing durch das Parlament. ES wird besonders darauf zu achten sein, wie eS möglich gemacht werden kann, datz Lei- stnngen und Bezüge der Versicherten dem sehr stark schwankenden CinkommcnSverhältniS der Versicherten und der Beweglichkeit deS Geldwer- te» angepatzt werden können. Wir halten ei für notwendig. datz Bestimmungen in da» Gesetz hi neingenommen werden, die im Hinblick auf diese unsicheren Verhältnisse die Höhe der Beiträge wie der Renten so elastisch wie möglich gestalten. Dann dürfte die Hauptaufgabe der Prüfung de» Gesetze» durch die Abgeordnet«» liegen. Der verordnungsunfug. Daraus ergibt sich ade? auch, datz e» notwendig ist. so einschneidende Veränderungen in den Arbeiterversichcrungs- ge'ehen ni ch t auf dem DsrordnungSwege zu er- ledigen, wie da» erst letzthin wieder bei der Krankenver» Kleinertz, Wirten nicht wt« da« stasperlrtheat« auf dem Jahrmarkt, sondern stn» in ftostum und Umgebung dem SRätchenspiel angepaßt. Da« Puppen sp«l tm Puppentheater hAt auch den Beifall sackikunbigrr Fochteute, w« de» ProfessoriS»-ollmoiln gefunden, und di, bürgerluh« Pvest« Hai dies« Leistung de» Ardei«»- bÜdingSinstHutS der ll.®. P. Beifall««oll». Jnterestam ist. datz Puppen. KUIiffen und all« rheai«. »ubehör von Nteinertz selbst hergestellt ist. Da» ganz« Thcat« ist sozusagen„Heimarbeil'. Wir haben alle« Interesse daran, lebensfähig« Rest,»wer alten VoilSluttu, zu«rho.ten. wenn dies« ohne verloaen« Romantik möglich ist, und«< wäre zu wünschen, daß da» Beispiel de» Leipziger BiidungSinstitut» in anderen Stäb!«! Nachahmung findet, und daß feruet unser« Verirei« in den Gemeinden dies« »esunöe Volkskunst unterstützen, um da« Proletariat an da« Puppenspiel zu gewöhnen und finanziell« AnfongSschwierigkeiten »u Überwinden.— In Berti» und«harlottenöurg haben sich b«keit» ähnliche Versuch« bewährt. Lt J. „Jugendbllhne.� Nm B. SRai findet hn Theater km Land» tvehrkasino, am Zoo. die Premiere der �Jugendbuhn, Berlin" statl. Zur Aufsührun» gelangt die fatrrtsrh, TragA>t«»Der Mensch" van Felix Echier. Die Intendanz der St°at«-prr hat mit Dr. Richard GtraNtz «in Abkommen gcliosfen, nach welchem dieser nach Rürkkehr von einer größeren AuSlaodrel's« Anfötig nächsten Jahres«in« Reih« don eigenen Werken und einige von der StzatSop r zu deran- ftaltende Konzert« leiten wird.«K hat an den Intendanten v. Schillings ein sehr herzliche» Dankschreiben voll begeisterten Lobes über die ganze Art der Aufsührung sein« Qper.Die Frau ohne Schatten" gerichet.— Für die zum Besten der Witwen- und Wüistbk'ste des Orchesters der Staatsoper statt- findenden 10 Tinfoniekonzect« Ist Herr Wilhelm Furtwängltr von der Kapelle der StaatSoper einstimmig zurn� Dirtgenlr» gewählt und alz solcher von dem Intendanten bestätigt worden. Herr Furtivängler wird bereit» dnS am 4. Mai dorgesih«»«.etzte ston-ett der laufenden Spielzeit leiten. Im Walhalla.Thtater acht»Der Rastcwwder" mit Alfred Läutner»!s Gast Nur noch bi» zum 80. April in Szene, da aw 1. Mai die Sommetspielzeit mit»Unsere Magdalen-en" beginnt Ein Wilhelm Holmuier Apend. Zmn Andenken an den HO. Gebuttsiag d.S Dichier», findet am ZöNNtag, den 25. April, nachm. 5 Uhr, in der Aula des SR.:tgarcteit.Ll>zeum«, Jfklutid- llraße 9— N. nahe Bahbliof Janndwitzbrücke. statl. Justizrat Ä Fräenkl wich ginieitende Worte siprechen, Frau N-na SR a r d o n au» den Werken de» Dichter?"ar-agen. Eine G r e go r i> P or I e' u n g de» Drama«„Don Ear- lot" findet im Rahmen der Volkshochschule Groß-Berlin am Sonntag, den 25. April, morgen» 10 Uhr, im Institut für Meereskunde. Georgenslr. 34/88 lGroßer Hörsaal), statst Äa'itn zum Preise)3n 50 Pf. SN den hSkatiNlrn VerkciUiSstelleU UN' tu V'ptbn e-s Bsrtra'ss b-im dch. Jnftilll!».— Kur« von Prof. Dahl über..Das Leben der Tiere" stcherung geschehen sollte. Abgeordnete de» Zentrum», der Demokraten und der beiden Rechtsparteien hatten in der Ratumalversammlung einen Antrag eingebracht, der die Aushebung der Verordnung über die Heraufictzung des Grundlohnes und die Ausdehnung der Versicherungs- Pflicht in der Lkrankenversichorung forderte. Der Antrag wurde von der Nationalversammlung angenommen. Obwohl wir mit der Art. in der dieser Schritt in der Presse und von den beteiligten Abgeordneten begründet wird, keineswegs einverstanden find, möchten wir doch grundsätzlich erklären, datz der VerordnungS- unfug überhand nimmt. Es geht nicht an, datz wichtige und für weite BcvölkerungSkreise einschneidende Matznahmen sozialpolitischer Art durch eine Handbewegung de» M i n i st e r i u m s erledigt werden. Es ist überhaupt auf- fallend, datz sich das A r b e i t s m i n i st e r i u m des Ver- ordnungsweges mit besonderer Vorliebe bedient. Wenn das Arbeitsministerium die Berechtigung dgzu daraus zurück- führen sollte, datz bei der Erledigung sozialpolitischer Fragen das Bestehen großer Organisationen der am stärksten inter» cssicrten Bevölkerungskreise eine Verständigung außerhalb des Parlaments ermöglicht, so müssen wir doch sagen, datz wir eine solche Art der autzgrparlamcn- tanschcn Politik nicht billigen können. Der Blick der zu solchen Vorberatungen etwa herangezogenen Vertreter lolcher Organisationen, in diesem Falle der Krankenkassen. wird meist allzu sehr beengt durch bestimmte Interessen dieser Organisationen selbst. Zur Frag« der Ve ränderung derJnvaliden- und Hinterbli.ebenenversicherung ist noch zu sagen, daß bei der Durchorbeitung des Gesetze» besonderer Wert auf die N m g e st a l t u n g der Verordnung, auf die Abschwächung des Bureaukratischen und die S tä r- kung des Einflusses der Versicherten auf die- selbe»u legen ist. Zur Schlichtungsordnung. Im ReichSarbeitSminift-etium hat am 22. d. M.«ine Be- sprcchung des daselbst ausgearbeiteten Gesetzentwurfs einer Schlichtungsordnung mit Vertretern der großen Ver- bände ftattgefuNden. Hierzu hatte» d>i Zen'.raiarbeilsgemcin- schaft der industriell"« und gewerblichen Arbeitgeber und Arbeit- nehmer Deutschlands, die NeichSarbeiiSgemeinschaft land- und forstwirtschaftlicher Arbeitgeber»' und Arbeitnehmervereinigungen sowie die Cpitzcnverbäude der Arbeitgeber und Arbeitnehmer in Industrie, Handel und Gewerbe, Land- und- Forstwirtschaft, Ver- tretcr entsandt. Nach einer allgemeinen Aussprache, in welcher die Vertreter der Arbeitgeber und Arbeitnchnier ihren grundsatz- lichen Standpunkt in dem vorgelegten Gesetzentwurf bekannt» gabm. wurde beschlossen, den Entwurf hur Weiterbcratung an «ine Kommission zu überweisen, in der die Arbeitgeber und die Arbeitnehmer in gleicher Zahl vertreten sein sollen. Ferner wurde, einem von verschiedenen Seiten geäußerten Wunsche entsprechend, vom RcichSarbcitsministerium zugesagt, den Entwurf drucken zu lassen, um hierdurch den beteiligten Verbänden die Möglichkeit zu vcrsckjafsen, ihn den weitesten Kreisen ihrer Mitglieder zur Kenntnis und Stellungnahme zugänglich zu machen. Bei dem beabsichtigten Druck de» Entwurfs soll-n bereit» einzelne Acndcrungcn berücksichtigt werden, die vom Reichs- arbeitsmlnistcrium auf Grund der vorangegangenen Besprechun- gen schon setzt für notwendig erachtet werden. Den weiteren Be- ratu-ngen soll der Entwurs in der neuen Fassung zugrunde gelegt wer*-- Geweeksckastiiches. i Die bayerischen Sozialdmottakeu gegen das Mvlslerium kahr. TV. München, 21 April. Wie die Telegraphen- Union meldet, haben die Sozialdemokraten einen neuen V o r st o tz gegen da» Ministerium Kohr unternommen. Sie brachten im Landtage eine Interpellation ein. welche von der Regierung neue Auskünfte über die Vor- gängevom 14. März in München fordert, ferner Mit. tellungen über die sogenannten Dokumente der Gcgenrevo- lution und endlich Erklärungen des Ministerpräsidenten über seine angeblichen Erklärungen über die Gefahr«ine» Bruche» mit dem Reiche. Der L Mal tn München. D. U. SRünchen, 24. Aprss. Wi« die.Telegraphen-llnion" erfährt, werden anläßlich Ve» 1. Mai di, Unabhängig«» und Kommunisten groß« Umzüg« In München veranstalten. E» wurd« beschlossen, datz am 1. Mai in Beschaffen«» Zügen nach dem Ostfriedhof marschier» w«rd«n soll, wo der Grundstein für«in D«nkmal der gefallenen R«dolutlon»tämpf«r gelegt werden soll. Rot« Fahnen w«rden den Züg«» vorangeirag«« werden. Generalstreik tu Elsab-tolhrlugeu. Pari«, 23.«pril. Roch rinn HavaSmeldung au» Kalma« sind di« Elfen» bahn««, dt« P»stb,«mlen und di, vuchdiucker heute in den V» r e U getreten. Di» Dienst, der StoatSvcrwultung werde« durch dt« Trupp»»ersehen. Nach Privatmeldungen de» �TempS" au» Ttraßdurg Ist ve» Steelr bei der Eisenbahn allgemein. Auch di, Postbeomten streiken. Der Telegraphen, und Tricphondicnst jedoch ist ausrecht» erhalten worden. Gas und Elektrizität für dt« Beleuchtun« funk« »wnierrn. Nach Meldungen au» SR«» Ist auch In Lethringen der Elsen bichncrstrrik allgemein. R»r Züge von N a nr» und Pnri» „nd umgekchr- kommen an und werde» abgelassen. Auch da» P, st p» r s o n a l streikt sei« heut» Nacht. Kapp bleibt tn öchweben. Stockholm, 23. April. Selten» der Regierung wurde entschieden, daß Dr. Kapp auf freien Fuß zu setzen sei. unter der Bedingung, daß er kein« Politik treibt und keine politische Verbindung unter- hält. Der Polizeipräsideni von Stockholm ist beauftragt, Dr. Kupp» Aufenthaltsort zu bestimmen.' Keine Nclchstazswahtttt in Schleiw'z. Wie dn»„kRrndß. burger Tagebl." meldet, werden die RsichStagswcihlen in der TV*»* CTmCTiülWl I�BBHiiikS", Die Hochbahner für Arbeitsruhe am 1. Mai. Protest gegen Verfchleppungder Loh»forde- r u n ge n. Sin« stark besuchte Versammlung de? gesamten Personals der Hoch, und Untergrundbahn, die in der Nacht vom Freitag zum Sonnabend auf dem Bahnhof Glnsdreieck stattfand, gestaltete sich von Anfang bis zu Ende äusserst stürmisch. Zu« Verhandlung standen die seit Wochen eingeleiteie Lohnbetvcgung und die Frage der Arbeitsruhe am 1. Mai. lieber b.-n bisherigen Verlauf der Lohnbewegung berichte!« der Vorsitzende des Arbeitcrcates Sie mann, nachdem der Versammlungsleiter zunächst auf die entstellenden Berichte der bürgerlichen Zeitungen über die Bewegung der- Hochbahn er hin, gewicsrn und angekündigt hatte, daß keinem Vertreter dieser Zeitungen mehr Zutritt zu den Versammlungen gewährt würde, wenn vi« Lügcnbcrichte und Hetzartikel nicht unterblieben. Sie» man» teilte mit, daß der Generaldirektor Wussow die von den VerbandSrertretern unterbreiteten Forderungen zwar alz ge» recht« anerkannte, aber alz Untcrnehmcrvertreter könne er ihnen nicht zustimmen und man müsse sich auf der mittleren Linie einigen. Die Ardritnebmervertreter hielten e» nun für zweck- mäßig, nicht den SchlichtungSausschuh entscheid-» zu lassen, da dann die Gefahr einer Verschleppung vorlag, sondern ein Schied»- gcricht, bestehend au« je g Vertretern der Arbeitnehmer und Arbeitgeber und 3 Unparteiischen, bilden soll; al» Verhandlung». tag wurde der 10. oder 20. April gctvitufchl. E»>var aber in» folge Ueberlastung des ArbeitsmimsteriumS nicht möglich, an diesen Tagen schon zu verhandeln. Deshalb schlug das Arbeits- Ministerium zuerst den 1. Mai, dann aber auf Protest der k.7r» beitnethmer, die auf die Maifrier hinwiesen, den 9. Mai vor. Au» bestimmten Gründen erklärten sich schließlich dl« Arbeitnehmer» Vertreter für diesen Termin, unter der Bedingung, daß dem Personal ein rückzahlbarer Vorschuß von 800 M. gezahlt würde. Dar/iuf gingen die Untern.chmcrvertreter ein.— Dies« Aub» subrunaen wurden noch von dem Vertreter des Transportarbeiter- � verbände?, K n o b e l, bestätigt und ergänzt. Beide Redner legten der Versammlung nahe, gegen die Hinauszöymmg der Verhandlungen durch da» Arbeitkminlsterium zu protestieren. In der Diskussion protestierte al» erster Redner auch Schlösser vom Fachverbnnd deutscher Eisenbahner, einer gelben Organisation, gegen die Hinztehuirg der Verhandlungen, schwächte aber leine anfangs starken Töne zum Schluß wieder db, indem er die gar nicht zur Debatte stehend« PensionSfraye anschnitt. Die übrigen zahlreichen Diskussionsredner gaben ihrrtr recht starken Unwillen darüber Ausdruck, daß auf dt« Erfüllung der Forderungen, die immerhin infolge der noch steigenden Preis. erhöhungen schon überholt feien, so lang« gewartet werde« müsse. Es wurden teilweise recht radikale Mittel in Vorschlag gebracht, um«ine Beschleunigung Herbeizuführen. Nur schwer und unter großer Unruhe der Versammlung gelang e? den Vertrauensleuten, die Versammelten zu berribigcn und ihnen noch etwa» Geduld anzuraten, da ja auch dl» Straßenbahner sich für dies« Taktik«ntschiedcn hätten. GS wurde schließlich gegen wenige Stimmen di« folgende Resolution angenommen: .Di« in der Nacht vom Lg. zum 24. AprU versammeltei« Angestellten»nd Arbeiter der Hoch, und Untergvunbbahn legen energischen Protest ein gegen die Verschleppungstaktik, weich« seitens der berufenen Instanzen getrieben wird. Die ver- sammelten erwarten«ine sofortige Klärung ihrer Angelegenheit und werden gegebenenfalls zu den schärfsten G'genmaßregeln greifen,»m ihren Forderungen Gehör zu verschaffen. Di« Versammelten««warten, daß der 8. Mai ak» letzte« Termin tn Frag« kommt. Sollt« dann ein« Klärung zu unscrm Lohneinkommen nicht«intreten, lebnen die Versammelten di« Verantwortung ab für da«, wa» sich im VerkehrSgewerbe ab» spielen wird." Nach Erledigung diese» PuakseS nahm di« Versammlung dann Stellung zum 1. Mai. Nachdem oerlchieden« Redner aus di« Bedeutung diese» Tage» hingewiesen betten, wurde einem Antrage, den 1. SRat ebenfalls durch»ollständig« ArbeitSruh« aller Angestellten und Arbeiter zu feiern, gkeichiall» gegen nur wenige Stimmen angenommen. Auch hier dersucht« der gelbe Fachverband, vvr allem wieder Herr Schlösser, durch allerhand Winkelzüg« einen Keil tn die Geschlossenheit der Hochbahner zu treiben, jedoch vergeblich Für die Decatur-Arbeiterschaft-Srot-BerlinS kst ab s. April zu dem G> n b e i ISWochern lohn von 190 Mark«in wöchentliche» TcuerungSzuschlag von 90 Mark von dem Unternehmern bewilligt worden, so daß der jetzige Nnbettswochenlohn für alle Arbeitet* einschließlich Kutscher, 280 Mark beträgt. Der Danbalismus. VandattSmu» tn den öffentlichen Garten. unS Parkanlagen hat Formen angenommen, gegen die die g«« samt? Bevölkerung, vor allem ad« dt« Arbeiterschaft mii aller Energie einschreiten mutz. Wer freut sich nicht der schönen AnlaAn, die im Osten am Eingang des Friedrichshain» in Form de» Märchen- bruNnens von der Slavk Berlin angelegt ist. Dieser Mär- chenbrunnen ist eine Sehenswürdigkeit ersten Ranges ge- worden, und kaum ein Fremder, der Berlin besucht und Sinn für Schönheit hat. wird versäumen, diese prächtige Anlüge in Augenschein zu nehmen. Die Figuren, welckfe an die verschiedensten Märchen erinnern, bilden für unsert Kinder und auch für Erwachsene einen Quell ungetrübte« Freud«. Wer sich diese Anlage schon näher angesehen hat. mutz auf die Bewohnerschaft in der Gegend des Friedrichs- hat» neidisch werden, wenn er in einem anderen StadtteU wohnt. Run kommt die Nachricht, Hätz BubeNhänd« sich an den Unschuldigen Märchenfiguren vergriffen und eine ganzg Anzahl ruiniert haben. Dem Hansel und Grete! sind zum Teil die HäNde, zum Teil die Finger abgeschlagen. Jagd« bapem Wild die schönen Geweihe direkt abgesägt, Bleirohre fitr Walserzufllhrung sind gestahleu. Um die Wasserkunst wieder spielen zu lassen, wurden Motors eingesetzt. Diese wurden wiederholt zu stebleN versucht. Nur durch große Wachsamkeit wurde der Diebstahl verhindert. Hier muß das Publikum Selbstschutz schaffen und Nät Aufsicht aus» üben. Die AufsichtSorgane müssen unterstützt werden. >...,,,,.'!, Leider ist das Gegenteil festzustellen. Ein Wachtse am zweUw schiesw.öschen Z-nz n.cht er.mUi! fem iDwr.pe butt Mc Märchenbrunnen, der einen solchen Rowdy festnehmen !«.rf«T«nw»***• tm zu recbnen ürrfie«; ist entschieden zu verurteilen. reendizunz de, HasenStdeltersteNh» tu Holteild. Die Lei«, t Bahlttuu��uu!, �'est'r liistbernsim SE n W1 Hl„v, �.vw tung de» TrStiSvsklärdsiierSitbctltdes hak den KchiffahrlSseiell-'! a m � �' NutbermeN, s.e ginnt ebenfalls am 25. April, morgen» S Uhr, mit einer Füh-! schaftcu mitgeteilt, datz der Safenarbeiterstreik aufgehoben ij! i � Q"em Nachorua muß gegen die elendes na � fl«l86iläUi FnuäiibtjJtT. � LS Montau di« Lrbtit auiaenolnmtu uu�- JSrfmfta voraeaanoen werdeu. die uns Gro�st.ad.hÄvohnern iie kleinen Frenzen vcrgnllev. die wir n� haken können. Wer diesen Untaten ruhig zusieht, macht s'ch mitschuldig. Am Feuerwehrdenkmal sind die fri'chen Blumen abgeschnitten worden, so das; die Parkverwaltung sich resigniert sagt: Was sollen wir Blumen pflanzen, wenn sie ach andern Tage doch gestohlen sind. In der Bornholmer Straße sind die Ruhebänke über Nacht gestohlen worden. Auch an vielen anderen Stellen hat sich der Vandalismus breit gemacht. Ihm zu Leibe zu gehen, ist eine sittliche Pflicht aller recht- lich denkenden Menschen. Unsere Genossen werden sicherlich alles tun. um unsere Anlagen schützend vor weiterem Frevel zu bewahren. Der neue Posizeipräsident und die Polizeibeamten. In einer Propagandaversammlung der NechtSsozialisten für clizeibeamte, die am Freitag stattfand, stieß der Referent ii ck e, als er aussührt«, daß der jetzige>ozialdemokratische Polizeipräsident Richter unter der. Reaktionären in der Polizeioerwaltung aufräumen würde, auf Hefligen Widerspruch. Ein anderer Teil der Versammlungsbesucher quittierte für diese Redewendung mit schallender Heiter- keit. Mit Recht wurde aus der Versammlung daraus hin- gewiesen, daß der Polizeipräsident ja noch den Geheimrat Moll zur Seite sitzen habe,'der offen durch Dienitteiegramme für die Kapp-Banoitey eingetreten sei.. Polizeipräsident Richter ver- langt für seine sich vorgenommene Reinigungsaktion das Ver- trauen der� Beamten. Wenn er wirklich gesonnen ist, durch- zugreisen, dann hat er sicherlich da? Vertrauen des größten Teils der Beaniten. wenn er aber im Fahrwasser von Eugen Ernst weiterseg'llt, wird er schwerlich die Beamtenschaft auf seine Seite bekommen. Die Polizeibeamten, blaue wie grüne, wollen kein« Programme und schönen Redensarten mehr hören, sondern Taten - sehen. Unterschlagung beim Sturmbataillon Schmidt. Nach Unter» schlagung von SO OOY Mark Dienstgeldcrn durchgebrannt ist«in 35 Jahre alter aus Prüm in der Eifel gebürtiger Rudolf Jordan, der außer in der Kaserne in Moabit, noch eine zweite Wohnung in der Apostel-PauluS-Straße 35 zu Schöneberg hatte. Jordan, der bat Geld durch schtvm Urkundenfälschung an sich brachte, wird jetzt von der Militärbehörde und der Kriminalpolizei gesucht. Ein miitmaflichcr KindeSmorb beschäftigt die Kriminalpolizei. Auf dem Laubc.igelände an der Ecke der Limburgcr und Amrumer Straße fand man die Leiche eines neugeborenen Knaben, der wahrscheinlich eines gewaltsamen Todes gestorben ist. Sie wurde beschlagnahmt und nach dem Schauhause gebracht. Auf einen Selbstmord läßt ein Fund am Landwehrkana! schließen An der Hakulesbrücke lagen ein brauner Plüschhut und ein sibwarzgraue- Ueberzieher, in dessen Tasche sich Pwiere auf den Namen Otto Gewaltig, FneedrichSgrachl 81, befanden. Ein Mann dieses Namens, der dort wohnt, ist feit zwei T.igen verschvundrn. Wahrscheinlich ist er an der Herkulesbrücke ii.iS Wasser gegangen. Morgen voraussichtliches Wette? in Berlin und Umgegend. Etwas wärmer, trocken und zunächst überwiegend heiter bei mäßigen südlichen bis südwestlichen Winden, später wieder zu- nehmende Bewölkung. Aus den Sr-lguisaNonen. 1. Distrikt der westlichen Vorort«. Montag, den LS. April, abends 7 Uhr, Sitzung der Maikommission bei Ihumuk, Tharlottenbuig, Wieümdsu.< B. Distrikt. Der für Montag, den LS. d. M.««gesetzt, Leseabend fällt umständehalber aus. «. Distrikt. Heute 7 Uhr bei Boeker. Weberstr. 17. Distrikts. Konferenz, Erscheinen aller Abteilungsfuhrer, Bezirkeführer und Kam- misstons-Obleut» dringend noiwendig. V. Distrikt. Montag 7 Uhr bei Boeker, Weberstr. 17, Frauen- Leseabend. Vortrag:»Di« Frauen und dt» kommenden Reichstag,' wählen". 7. Distrikt. Sonntag, LS. April, Besichtigung de« lt renrat orium» in Baumschulenweg. Treffpunkt vorm. 9 Uhr bei Kraus«. Kiefdolz- straße, am Stichkanal.— Dienstag, L7. April, abend« 7Uhr, Dtstrikts- versamlung in den Eomrniussäien, Memeler Straß« 87. 1. Bericht de» Borstandes, L. de, Kassierer». Z. DlsKussiim. 4. Aufstellung von Zwei Kandidaten zur Reichstagswahl. 8. Distrikt. Morgen. Sonntag, LS. Aprtt, vorm.• Uhr Flugblatt- Verbreitung von den Bezirkslokalen aus. g. Distrikt. Distrikts-Veneral-Versammlung Montag, den LS. d. M., abends 7 Uhr, in der Aula Eieifswalder Straß» 23/24(Lyzeum;. 1. Deschafts- und Kasseitdertcht. 2. Reu wähl der Disirihislellung und Kommissionen. 3. Verschiedenes Mitgliedsbuch legitimiert! In An- betrachi der wichtigen Tagesordnung Erscheinen unbedingt notwendig. 11. Distrikt. Morgen. Sonntag. 25. April, vorm. Uhr, Aev- sammlung sämtliche: Mitglieder der Agitatious- und Frauenarbsits- hommifsion bei Meyer Acksrstr. 123. 13. Distrikt. Montag abend 7 Uhr in allen Bezirken Extra-Zahl- abend. Tagesordnung: Maifeier und Kandidatenfeage. 18. Distrikt, L. Abteilung. Sonntag vorm. 9'-- Uhr Derscmmlung aller Bezirkssiihrer bei Fritsch, Drontheimer Straße 4. Schvneberg. Bildungskommisston, Agitationskommisston. Kursus Asch sollt Montag, den LS. April, aus. Sitzung beider Kwnmissionen Montag 6H Uhr H�henzollern-Schul«(Aula) Maifeier. Ireptvw'Baumschulenwez. Sonntag, 25. April, vorm. kplO Uhr, in der Aula des Lyzeums. Baumschutenweg, Baumschulenstraße. öf,ent- licher Dorl.ag des Herrn'Harndt. Einführung in die Ideen der Frei- religiösen Gemeinde. Mariendorf. Bildungsausschuß. Montag, den LS. April abend» ÜB Uhr. Sitzung bei Pieper. Adlershof. Montag, LS. April, abends 7 Uhr, Frauenobsnd im Zeichensaal der II. Gemeindeschul«, Radickesir. 11. Vortrag des Gen. Klodt über»Di« politisch« Lag» und dt« Reichstagswahlen". vereinskalender. Transportarbeiter'Berband, Sektion 4. Droschken», Privat-, Ge» schästs- und Lastkvastfahr« Pferdedroschkenführer, Wäscher und Hilss- ardeiier Mittwoch, den LS. AprU, abends 7 Uhr, Sekiionsver- sammkung. Köpenick. Freireligiös« Gemeinde. Der Unterricht der Kinder in Lebenskund«, Religionsge schichte und Gemeinschaftslehre beginnt am Mittwoch, den LS. d. M., nachm. Uhr, in der II. Gemeindeschule, Wilhelmstraße. Verbunden hiermit ist der Vorbereitungskursus der Jugendlichen auf die Herdstweihe. Anmeldungen nimmt die»Freiheit"- Spedition, Böttchevstraß», schon jetzt entgegen, st» können ober auch noch bei Unterrichtsbeginn erfolgen.— Am Sonntag, den SS, d. M, vorm. HIO Uhr, spricht In der Aula der Dorotheenschule Genosse Dr. P. Krisch« über:»Soziniistische Ethik." Gäste sehr willkommen.— Nachm. 3 Uhr: Ausflug d»r Kinder. Tresfpunkt- Bahnhof, Eck« Dahlwitzer Straße. Vecanlworllich für die Redaktion: Alfred Wielepp, Neukölln. Verlagsgenossenfchaft»Freiheit",«. G. m. b. H.. Berlin.— Druck der Lindendruckerei und Derlagsgesellschaft m. b. H., Schisfbauerdamm 19. Neu erschien In 250. Aullage Hygiene der Ehe Aerztllchcr Führer für Braut- und Eheleute von Frauenarzt Dr. med. Zike�, Charlottenburar. Aus d. Inhalt: Ucber die Frauen-Organe. Körperliche Ehetauglichkeit u. Untaugllchkeit. Qcbär- u. Stillfähigkeit. Frauen, die nichi heiraten sollten! etc.— Enthaltsamkeit u. Ausschweifungen vor der Ehe Eheliche Pflichten. Keuschheit oder Polygamie? Hindernisse der Liebe etc.— Krankheiten in der Ehe. Rückstände früherer Qeschlccbtskrank- heiten. Vorbeugung und AnstcckungsschnU.— Körperliche Leiden der Ehefrau. Entstehung und Heilung der weiblichen GciühlskäUe. Folgen der Kinderlosigkeit. Gefahren späten Heiratens für die Frau.— Neurasthenie und Ehe. Hysterische Anfälle. Hygiene des Nervensystems bei Mann und Frau etc. Bezug geg. Einsendg. v.M. 2.— od. Nachnahme durch Medizin. Verlag Dr. Schweizer, Abt. 343. Berlin NW 87. Repkowplatz 5. 4 m B Teilzahlung. B Plomben 1,50. Goldin- ' krönen 18 M. Zahnziehen mit Elnspr. höchst. schmerzilnd. Umarb.schlechts.Qeblsse.Rep. Zahnarzt W o I I sof. Potsdamer Sir. 55, Hochb. Sorcchz. 9—7. f RES E WELT Kert 14 Heft 14 „LgzMs(fanzöslsoto Seliaten im Scliiiizengralieii" von Henri Barbusse Bildnis von Barbusse Winke für die Hausfrau Alte und neue Witze fllt-Hetalle für EnerosvorwcrtaRGr- InvaUdcnrtr. U2, Nord. 9649. 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