Einzelpreis 20 Pfennig- 3. Jahrgang Vonnerstag, öen 20. /lpri! 1020 Nummer 151* Menö-flusgabe W»„fwitiii«.«rfd�nt mncgnu**» nachmittag,, n 5-NN. IM» mir morftm Dir Briuasprei» tntrSgt bti frrirr Austellunq in, �an, iflr chro�» Aeriin?.»H NI. im voran, zahlbar. Für riaftberug nehmen sÄmillch. Postanstalten Bestellungen entgegen Unter Streüband bezogen für Peutichlan» UN» ivtsteirrich Ja— ITI,'üt da, übrige An» tan» iZ.bü m. zuzüglich valataanflchlag, per Blies für ventschland NN» Desteereich l?.— DI SUboftfon itnfc«xpeditian: Berlin NW.«. Schissbanerb-au» U»»». Fernsprecher: Amt Norben 8ZS— SS, S8VS und SSV«. Intentt Besten d!« achtzesp. N-npaeeillezeil. oder deren S-nm Z.A> Mk. znzügl. Xfil, Tenerangoznschlag. jamilien- und weitere lvort 8Z psgn znzügl. 2b', Te»emnzszusch ag. Stellengesuche, Lamilien» u. Grganisationo- Word-Anzeigen tosten da- settgedrnckte lvort l.sS Vit, jed-- wiitere Wort Sä pfg. nett» Jnieraien-AdrcillMstt Berlin NW.«. Tchiffbanerdamm I« Fernsprecher: Art» Norden 833-36, 3895-96,»768 Serlmer-Organ trr VmbJ)äiiQigm Sopolömofratic SeutitManba -_______—____________ Sie sranzösischen SsziaWen md ser 1. Nm Nile Kampsavsage. Tie versumpfte sächsische Krise. AaS Sachsen wird uns geschrieben: Vor eimgen Tagen überraschte die rechtssoziMstiische Fraktion der sächsischen Volksbanmier die Weit durch einen Anfall piotzlicher Energie. Sie respsktierte nicht«rnmail die Ferien des Ministerpräsidenten Gradnauer, sondern sandte ihm eine Deputation in die Frühlingsfrische, die ihn und seinen Kollegen Uhlig, den Minister des Innern zum Rücktritt nötigte. Diese sensationelle Aichmachnng konnte Opti- misten zu der Ansicht verleiten,'daß ein radikaler Bruch mit der bisherigen KoalitionSpoliti? in Sachsen gsplant sei, mal auch bekannt wurde, daß die Rechtssoziülisten die Un- ablsängige Sozialdenrakratre wieder einmal lwsgeu des Eintritts in die Regierrmg sondiert hatten. Noch vor der Opferung der bsiden Minister war den Rechtssozialisten in- des von der Leitung unserer Partei bedeutet worden, daß diese vor den Wahlen nicht an eine Beteiligung an der Re- gierung in Sachsen— natürlich komme überhaupt nur eine rein sozialistische für sie in Frage— denken könne, da sie die Verantwortung für die«otäherige Politik Sei den Wahlen nicht zu übernehmen geneigt sei. Es müsse erst die Stärke'der sozialdemokratischen Parteien festgestellt und die Rechnungen der Vergangenheit be- glichenwerden. Ausgleich wurde aber ku verffwhen gegeben, daß eme Verbindung der VoWskalmmsrwahlen mit Den Reichs toASwohlen erwünscht sei, damit alsbald eine klare Entscheidung getrasfen werden könnte. Die Landes- versginnwung unserer Partei, die. am Freitag, den 22. d. M.. in Leipzig tagte, hat diese Haltung gebilligt und unter- strichen. Ehe sie aber noch gesprochen, hatte die rechts» sozialistische Kanimersraktion den beiden Sündenböcken durch ihre Deputation schon die seidene Schnur überreichen lassen. Das konnte als der Entschluß gedeutet werden, die Forderungen der Unab'hängigen Sozialdemokratie zu erfüllen oder auch als der Versuch einer Pression auf unsere Partei, von ihrem Böschlusse abzugchen, erst nach den Wahlen in eine sozialistische Regierung einzutreten. Die LandesversanmÄung der Nochtssozialisten, die am 23. und 26. April in Meißen getagt hat, läßt indes erkennen, daß beide Annahmen zu weit gegangen wären. Für die Mehrheit der rechtssozialistischen Partei scheint es sich nur darum gesiandelt zu haben, durch die Opferung zweier Personen die Wahlchancen zu der» bessern. Ob eine Minderheit weilergchende Absichten gehabt hat, läßt sich aus den Verhandlungen.von denen wichtige Teile der Oefsentlichkeit überhaupt entzogen wur- den. nicht erkennen. Das Ergebnis ist jedenfalls, daß alles beim Mten bleiben soll, daß nur ein Personen- Wechsel, keine Systemänderung vorgenommen wird. Man opfert die beiden Minister, die im Vorder- gründe stehen und gegen die sich die Unyufrisdeniheit der Arbeiterschaft deshalb vornehmlich richtet, um den Anschein hervorzurufen, als ob ebivas geschehe, die Beschwerden über mangelnde Energie bei der Domokratrsierung der Verwaltung usw. zu beheben. Dabei sind, wie die Reden der Mehr- heitsvertreter zeigen, diese der Ansicht, daß die Herren Gradnauer und Uhlig alles getan haben, waS sie tun konnten, daß ihre Nachfolger auch nicht mehr und nichts anderes werden tun können, daß die Scheidenden den Dank der Partei verdienten. Die Ausschiffung ist also im Grunde ge- nommen ein nicht sehr aufrichtiger Akt. Eine Schiebung, die den Wählern den Anschein einer bedeutsamen Wen- dung vorspiegeln soll, die in Wirklichkeit weder beabsichtigt ist, noch für möglich gehalten wird. Eine Opposition ist zwar da, die„Chemnitzer Richtung", die in ihren Anträgen mehr Energie bei der Demokratisierung der Verwaltung, der Inangriffnahme und Vorbereitung der Sozialisicrung, der Säuberung der Reichswehr usw. forderte und eine Arbeitsgemeinschaft mit der Unabbängigen Sozialdemokratie und vielleidst gar den Kommunisten angestrebt sehen möchte. Aber diese Opvo- sition versagt gerade da, wo sie den Fuß beim-Male halten müßte, wo es um die praktische Verwirklichung ihrer Be- strebungen und nicht mehr um allgemeine Deklamationen geht. E i n st i m m i g konnte am Montag der folgende Antrag zur Regierungsbildung, der das Ergebnis der der- traulichen Sitzung war, zur Annahme gebracht werden: .Die Soziald:m»iratische Partei Sachsens bekennt sich nach wie vor zu dem Grundsatz der Demokratie, wie er in dem Erfurter Programm festgelegt und in der Tradition der Partei verankert ist. Die Unabhängige Sozial-demo» kratie hat den Eintritt in ein nach diesem Grundsatz zu bil- dendeS M i n i st e r i u m abgelehnt; sie würde nach den Be- schlässen ihrer letzten Landesversammlung sich selbst an einem rein sozialistischen Ministerium nicht betciligen. Die unabhän- gige Sozialdemokratie bringt damit erneut zum Ausdruck, daß sie praktische Arbeit für unser leidendes Volk nicht leisten und keinerlei Verantwortung im SitaatSleben Ässey will. Die ltandeslofitocm taa Eosialdesokg. iHoMuna. daß ma der Arbeit Kit des Bürgerlichen Wie überall, rüsten auch die französischen Sozialisten, die Maifeier zu einer machtvollen Kundgebung des inter- nationalen sozialistischen Gedankens zu gestalten. Partei und Gewerkschaften sind sich darin einig, daß das Prole- tariat den 1. Mai benutzen muß, um der noch immer un- gebrochenen kapitalistischen und militaristischen Reaktion in Frankreich den sozialistischen Willen der Arbeiterklasse entgegenzusetzen. Unter welchen Verhältnissen die Vorbereitungen zum 1. Mai in Frankreich verlaufen, zeigt folgender Vorfall: Der sozialistische Abgeordnete V a ill a n t- C o u t u rie r hat im„Populaire" einen Aritkel veröffentlicht, in dem die Soldaten aufgefordert werden, bei etwaigen Zusammen- stoßen mit Demonstranten am 1. Mai nicht zu schießen. Auf Grund dieses Artikels wurde in der Kammer ein Antrag eingebracht, die Immunität des Verfassers aufzuheben. Um diesem tückischen Streich der Reaktion zu begegnen, haben sich sämtliche Mitglieder der sozialistischen Kammerfraktion mit ihrem Kol- legen solidarisch erklärt. Sie veröffentlichten gestern einen Artikel an der Spitze der„Humanits" und unterzeichneten ihn sämtlich, auch die rechtssozialistischen Abgeordneten nicht ausgenommen. Dieser Vorfall ist ein bemerkenswerter Auftakt zu? Maffeter in Frankreich. Zeigt er doch, wie heftig dort die Klassengegensätze aufeinander prallen und wie glänzend sich die Solidarität und Disziplin in den Reihen der sozialistischen Arbeiterschaft bewährt. Wir sind dessen sicher, daß das französische Proletariat nun mit verstärkter Wucht und Energie seine Klassenforderungen am 1. Mai kundgeben und die Kampfansage enffprechend beantworten wird, die ihm das Parlament als Instrument der kapi- talistischen Reaktion ins Gesicht geschleudert hat. Em neuer Eisevwhnerskeik in Aaükreich beschlossen. Paris, 22. April. Die Vereinigung der Genoffen schasten der Eisenbahner hat mit 28 gegen 24 Stimmen den Beschluß gefaßt, am 30. April um Mtternacht in de» Streik zu treten. Seit gestern vormittag verhandelt der VerwaltungSauSschuh des Allgemeine« ArbeiterverbandeS(C. G. T.) mit den Delegierten der Eisen. bahner, ob dieser Beschluß gutgeheißen werden kann und ob die C. G. T. sich mit dem Streik einverstanden erklärt. Ist doch bei dem letzten Kongreß der Eisenbahner eine Tagesordnung ange. nommen worden, in der erklärt wird, der Streik könne nur proklamiert werden nach vorherigem Einverständnis mit dem All. gemeinen Arbeiterverbande. Im Laufe des heutigen Tages wird die Entscheidung über den Verkehrsstreik er» wartet. Zu bemerken ist, daß der Streikbefehl von der neuen Leitung der Eisenbahner schon seit zwei Tagen ge- geben worden ist. Das russische Handelsnbsommen unlerzeichnet. H.N. Kopenhagen, 29. April.' Das gestern formell unitNrzeichnete Abkomme'« zwischen den russischen Konsumvereinsvertretern und den inier. nationalen industriellen und kommunalen Gruppen über die Wiederaufnahme der HanbelÄ'eziehungen zwischen Rußland und der übrigen Welt sieht die Gründung eit.reS Clearinghauses in Kopenhagen vor. Wische RechuungsiMer. Wie die„Vosffsch« Zeitung" mitteilt, tragen sich einige Persoirlichkeiten, die früher in der Fortschrittlichen Volkspartei an leitender Stelle standen, und der Deutschen Demokratischen Partei bei ihrer Gründung nur nach euu- gern Schwanken beitraten, jetzt mit der Absicht, ihren Aus- tritt zu erklären. Wir finden das Verhalten dieser Herren ganz erklärlich. Als im November 191L eine demo» kratische Welle durch das Bürgertum ging, glaubten sie, ihre Geschäfte mit der Demokratischen Partei machen zu können, Jetzt, wo das Bürgertum mit jedem Tag reaktionärer wird, die Angestellten und Beamten aber der Demokratischen Partei in Scharen den Rücken zukehren, weil sie zur Er- kenntnis gekommen find, daß diese Partei nur eine Ver» tretung des Großkapitals ist, glauben die Herren die Zeit für gekommen, den Anschluß nach rechts zu suchen. Eine solche Entwicklung ist nur zu begrüßen, denn sie schafft freie Bahn und klärt die Lage. tu beauftragt die Volkskammerfraktion in Gemeinschaft mit den Parteiinstanzen bei der Bildung de» neuen Gesamt» Ministerium? nur Männer zu berufe», di« sich verpflichten, die demokratisch-sozialistischen Grundsätze rück- haltlos zur Durchführung zu bringen. Dem aus der Regrorung austretenden Genossen, di« sich in der schwersten Zeit unserem Lande zur Verfügung stellten, spricht die Landeskonferenz für die gebrachten Opfer ihren Dank auS.~ Das bemerkenswerteste an diesem Antrage ist, daß er die Haltung unserer Partei durchaus falsch darstellt. Sie hat den Eintritt in eine rein sozialistische Regierung nicht absolut abgelehnt, sondern ihn nur vor den Wahlen der- weigert. Wenn den Rechtssozialisten daran gelegen gewesen wäre, aus den Fesseln der Koalition mit den Bürgerlichen freizukommen, so hätten sie durch Zusammenlegung der Kammerwahlen mit den Reichstag swahlen nach einem kur- zen Provisorium zu der sozialistischen Regierung kommen können. Aber dieser Wille war nicht vorhanden. Schon in� dem Referat Sindermanns wurde sehr deutlich er- klärt, daß dre Koalition weiter notwendig sein werde, daß man mit den Unabhängigen nicht arbeiten könne. N o s k e hat das in noch viel schärferer Weise unter wüstem Poltern gegen die Chemnitzer Richtung herausgestellt. Er recht- fertigte nicht bloß die Koalition in der Vergangenheit, son- dern erklärte sie auch künftig für nötig, weil er offenbar an eine sozialistische Reichstagsmehrheit von vornherein nicht glaubt. Wer er möchte eine'ozialistischs Regierung nicht ein- mal, wenn die sozialistische Mehrheit da wäre, weil das seiner Ansicht nach nur die Belastung mit unerfüllbaren Ver- sprechungen bedeuten würde. Sozialismus ist nach ihm in dem zusammengebrochenen Teutschland nicht möglich; man müsse den Genossen immer wieder sagen,„ihr müßt die Zähne zusammenbeißen und ein Jahrzehnt war- t e n". Ganz der gleichen Ansicht ist Gradnauer, der in mehr geschliffener, weniger aggressiver Form als Ncske die Politik des Opportunismus in ausgeiprochenster Weise absehbarer Zeit überhoben werde, geht ihm wider den Strich— weil das zum Abspringen der Demokraten fuhren- könnte. Die Politik der Unabhängigen ist ihm unsinnig und unvernünftig, ein Arbeiten mit ihnen für ihn unmöglich. Die Chemnitzer Richtung hatte sich schließlich daraus zu- rückgezogen, daß man wenigstens auf dem Gebiete der Demo- kratisierung der Verwaltung vorwärts gehen könne. Aber auch hier bremst Gradnauer, und mit ihm der bisherige Innenminister Uhlig. In der Beleuchtung dieser Reden tritt der wirkliche Wert der Abstimmung über die Anträge der Chemnitzer, die der Reichskonferenz überwiesen wurden, hervor. Der Ver- such eines Chemnitzer Delegierten, aus diesem.Votum so etwas wie eine Verpflichtung auf eine Art Chemnitzer Ak- tionsprogramm herauszulesen, wurde denn auch von der Mehrheit sofort entschieden abgelehnt. ®ie_ Lektion der Kapp-Tage ist also für die sächsische rechtssozialistische Partei noch nicht nachhaltig genug ge- Wesen. Sie hält fest an ihrer bisherigen Koalitionspolitik. Sie will den Wahlkampf zwar, so wurde von den verschiedensten Rednern betont, in erster Linie gegen rechts führen, aber sie nimmt dabei ofsensicht- lich die Demokraten aus und sie nimmt des weiteren in Aussicht, einen scharfen Kampf gegen den Standpunkt der Unabhäng.gen und Kommunisten zur Diktatur deS Prole- tariats zu führen. Sie geht diesen Wahlen, wie die Ver- Handlungen zeigten, mit schweren Befürchtungen entgegen. Aber sie wird gerade deshalb verzweifelt kämpfen, und so wird das Ergebnis eine Verschärfung des Kampfes auch unter den sozialdemokratischen Parteien sein. Darüber muß sich die Unabhängige Sozialdemokratie klar sein. Die sächsi che Regierungskrise wird in wenigen Ta�en beendet sein. Dte geheime Sitzung hat den Gewerrschafts- beamten und Stadtrat Buck(Dresden), der vor Bildung der Koalitionsregierung das Kultusministerium vexwal- tete, als Ministerpräsidenten vorgeschlagen, und Herr Buck entwickelte. Er will auch rm Wahlkampf Rücksicht auf die j hat zugestimmt unter der Bedingung, daß die Arbeiterschaft Koalition genommen Wilsen.� schon das Aussprechen der i sich nicht erlauben dürfe, durch Aktionsausschüsse, Depu- Mutationen nlw. eine. e-Nebenrenieruna" auszuübn».£ii Ksmoien rifr die Volkskammer WM die Meyryeit diS in den verschoben wissen, in der Annahme, daß die Stimmung sür ihre Paitei besser werden wird, wenn die schlimmsten Lebensmittelschwierigkeiten überwunden sind. Tas bedeutet, daß die Verfassung von der rechtssozialistisch- bürgerlichen Koalition gemacht wird. Es sieht also für die nächste Zukunft nicht erfreulich in Sachsen aus. Es bleibt alles beim altenl Es ist, als wäre daS Zu- sammenarbciten der sozialdemokratischen Parteien bei der Abwehr des KapP-PutscheS nicht gewesen. Aber die Chem- nitzer Richtung ist nicht von ungefähr. Und so innerlich ichwach und so wenig energisch sie noch ist. und so wenig Hoffnung wir auf sie selbst setzen, sie spiegelt doch eine Be- wegung wieder, die in der Arbeiterschaft vor sich geht und weiter wächst. Wenn die Rcchtssozialisten sich gegen sie stemmen wollen, so werden sie die Folgen tragen. Die Partei des klaren sozialistischen Wollens. des revolutionären Fortschreitens, die Unabhängige Sozialdemokratie, wird daS Vertrauen der Arbeiterklasse im wachsenden Maße ge� Winnen. Die Wahlen werden eS zeigen. Heinrich Slrödel— der Koimimüsl. Der von der Charlottenburger Stadtveraodnetenverstnnmlung eingesetzte UiitersuchungSauSsrl�ub hat neben anderen sehr wich» ligtn Feststellungen, über die noch nach vorliegen de» auSsühr lichen Bericht» zu berichten sein wird, in seinpr Sitzung am Di-enStag folgenden bezeichnenden Fall festgestellt von einem Posten, der den kappistischen Anordnungen folgen. den CharlMtenburger Cinwohnerwehr war ein gowisier S t r o b e l aufgefordert worden, sich zu logitiiniwren. Er widersetzt« sich diesem Befohl, wurde nach den, Lokal der Einwohnerwohr gebracht, wo seine Papiers geprüft wurde.r. AI» die zahlreich anwesenden Offiziere der Tinwobnerrvebr und der Reichswehr den Namen Etrobel hörten, schrien sie wild auf und forderten, daß er. der be» kannte Kommunist Strubel, sofort erschossen werden müsse. Am WSiijesten ging dabei«in gewisser Oberleutnant von Stahn, dco, al» einige andere zur Besonnenheit mahnten, erklärte, dann würbe et ihn selbst erschießen. Schließlich gelang ,?» aber doch, die mordlustigen Offiziere zu beruhigen, und al» et dem vcr- iha steten gelang, ihnen beizubringen, dah er Strobel und nicht Ströbel sei, war man allgemein sehr peinlich berührt med gab ihn frei. Al» En t schä d t g u n g erhielt px 400 SUdarf onKgezahlt und mußt« sich durch eine schristliche Erklärung zum Echwergen über den Borfall porpstichten. Der vorstehende Sachperhaljfl wurde vor dem Untersuchung»» vuSschutz durch einige Beteiligte einwandfrei festgestellt. Siz waren allerdings sehr empört von dem angeblichen Wortbruch d's Strobel und wurden darin von den Vertretern der reaktionären Parteien unterstützt, die Aeutzmmgen fallen ließen, die zu der Annahme berechtigen, et sei nach ihrer Meinung doch eigou blich besser sewojeu, einen solchen Menschen gleich zu erschieße». Die höheren Beamten gegen die llntersuchungsausfchLsse. Der Verufsverband der höheren Kommunal» ieamten i» Groß-Berlin wendet sich in einem Beschluß gegen die Disziplinaruntersuchungen durch Stadtverordnetenausschüsse. Sie hätten zwar da» Recht der Kontrolle der Verwaltung, aber keinerlei UntersuchungS» oder Disziplinarbefugnisse gegen die Beamten. ES bestehe daher auch keine Pflicht der Be- a m t e n, den Ladungen solcher AuSschüsie Folge zu leisten. Daß dieser Beschluß nichts anderes als eine Deckung der Schul» d i g e n bedeutet, ist nach den in den verschiedenen Ausschüssen gesammelten Erfahrungen selbstverständlich. Di« Ausschüsse sollten eS deshalb überall auf diese Weigerung ankommen lassen, damit der Widerstand derartiger renitenter Elemente, die sich am Gemeinwohl so schwer versündigt haben, mit aller Entschieden. heit gebrechen werden kann. Im übrigen zeigt diese Erklärung, wie auch die Erfahrungen, die in allen Gemeinden speziell mit den hä Heren Be- ameen gemacgi worven pnv, vag es em auf vte Dauer mr» möglicher Zustand ist, daß diese Herrschasten in schroffste», Widerstand zu den Beschlüssen der Stadtverordneten und Gc> meindevertreter handeln, ohne daß die Stadtverordneten die Möglichkeit haben, ihren Widerstand anders als in einem ganz umständlichen und Monate dauernden Disziplinarverfahren zu brechen. jkjrfi-r r*.' MMW Tie proletarische Maifeier war stets eine Kundgebung für internationale Solidarität, für friedliches Zusammen. leben der Völker, für Beseitigung aller imperialistischen und militaristischen Treibereien. Ruch in diesem Jahre muß das Proletariat an diesen Parolen festhalten. Ter Imperialismus und Militarismus sind nicht besiegt. Sie halten noch immer die Völker in ihren Sklavcnketten und schassen neue Herde für intcrnatio- uale Konflikte und Kriege. Auch nach der Beilegung de? blutigsten aller Kriege ist der Völkerfricde nicht gesichert. Ter Kapitalismus zeigt sich nicht nur anherstande, die Konflikte, die er selber geschaffen, wieder zu beseitigen, er ruft vielmehr immer neue Kousliktc bcrvor und stört mit bewaffneter Hand die sozialistische Friedensarbeit des Proletariats. De? Weltkrieg bat gezeigt, daß der Kapitalismus nicht imstande ist, den Frieden der Völker anfrechtzurrhasten. Tie Fricde-nsschlüssc von B r e st. L i t o w s k, Versailles und St. G c r m a i n haben gezeigt, daß der imperialistische Friede kein Friede, sondern die Vorbereitnng neuer Kriege ist. De? Kampf drr kapitalistischen Mächte gegen Sow- jetrußland zeigt, daß der Kapitalismus Feind jedes sozialistischen.Aufbaues, jeder Selbstbestimmung der Völ- kcr ist. Arbeiter! Lernt auS diesem Zusammenhange, dcmon- striert am L Mai für den Sozialismus, denn nur er schafft Frieden und Völkerverbrüderung, nur er beseitigt die Sklnvrnkctten, mit denen die besitzenden Klassen dir arbeitenden Massen gefesselt haben! Um ein Vroleiarier! Der„Sozialdemokrat" Eberl bestakigk ein Todesurteil. W. T. B. berichtet: Das Außerordentlich. e Kriegs. gericht in Wesel Hot in dir vorge'chriebenen Besetzung durch drei Zivilrichter am 17. d. MtS. den Eisenträger Christian Kopp aus Duisburg wegen Mordversuches und schweren Diebstahls zum Tode verur teilt. Kopp hat nach sei» nem eigenen Geständnis am L3. März dieses Jahre? im Lippe» Schlößchen bei Wesel den dort im Keller mit anderen Gelangenen zusammen«ing.'spcrrien Leutnant Weber von der Reichswehr» brigade eigenmächtig he.vorgeholt und zusammen mit anderen Leuten im Hose niedergeschossen. Die Täter ließen dann den durch Bauchschuß schwer verwundeten Olstzier liegen, damit er »och länger die Schmerzen ausstehen sollte. Späte: hat«in Kompagnieführer der Ro'.cn Arme« den bedauernswerten Offizier »lit einem Messer die Kehle durchgeschnitten. Kopp hat darauf die Leiche beraubt. Bei dem versuch, die Uhr de» Ermordeten zu verkaufen, wurde er einige Tage später verhaftet. Der Reichspräsident hat c» in diesem Falle abgelehnt, von sei» nem Begnadigungsrecht Gebrauch zu machen. Wenn die Tatumstände wirklich so lagen, wie sie in die'er offiziösen Meldung geschildert werden, so wird man daS Verbrechen natürlich nicht entschuldigen können. Wir erinnern bei dieser Gelegenheit aber daran, daß die Mörder von Karl Liebknecht und Rosa L u x e m b u rg nock immer strassrei herumlaufen: daß die grauenvollen Ermordungen und Beraubungen der katho» lischen Gesellen in München, die durch Reichswehr. soldaten veruvr wurven. wegen„TorwagZ" rntt laeyernq geringen Sl rasen geahndet worden sind, daß der Ober» l e u t n a n t M a r l o h. der die Hinschlachtung der 23 Ma» trosen auf dem Gewissen hat, mit einigen Wolfen Festung davongekommen ist. Das waren RegierungSstützen, di> milde behandelt werden mußten. Ein Proletarirer dagegen, der sich in der Erbitterung dcS Kampfes zu einer ähnlichen Tat hinreißen läßt, muß dafür mit seinem Leben büßen Und der„sozialdemokratische" Präsident bestätigt das durch ein bürgerliches Klassengcricht gefällte Todesurteil, trotz- dem in dem Programm seiner Partei die Abschaffung der Todesstrafe gefordert wirdl AnWSrdize Treibereien. Der unabhängige ZeitungSdicnst teilt mit: Nachdem in der kommunistischen Presse ein angeblicher Funkspruch des»Exekutivkomitees der Kommunistischen Jmernaiionale" als Antwort auf die R-solution des Leipziger Parteitage? abgedruckt worden ist. beginnt nun die Berliner»Rote Fahne" die Veröffentlichung eines umfangreichen Schreibens an die deutsche Arbeiterschaft, das vom Exekutivkomitee der dritten Jnternaüo» nale stammen soll. Nach der„Roten Fahne" heißt es in dem Schriftstück, daß die Unabhängigen gcmein'äm mit den NechtSsozialisten die schändlich« Ausweisung der russischen Botschaft aus Berlin sanktioniert und die Politik dcS Abbruches der diplomatischen Beziehungen zu: Sowjetmacht mit unterstützt haben. Daß diese Behauptung eine absolut unwahre ist, weiß jeder, der die Ereignisse auch nur ober- flüchlich kennt. Tie Ausweisung der russischen Botschaft erfolgte bekanntlich vor Ausbruch der Revolution unter der Regierung des Prinzen Max von Baden, al» von einer Beteiligung der Un- abhängigen an der Regierung natürlich keine Rede sein konnte. Die unabhängigen Bolksbcauftrogten haben ferner, wie schon mehrfach öfsenttich und unanfechtbar festgestellt worden ist, die sofortige Wiederaufnahme der Beziehungen zu Sowjeirußland verlangt, scheiterten aber an dem Widersland der Kabinetts- Mitglieder. Des weiteren wird in dem Schreiben nach der.Roten Fahne' als Beispiel für die Verworfenheit der rechten Führer der U. P. D. darauf hingewiesen, daß Kau IS ky sein Buch.TerroriZmu» und Kommunismus" in demselben Verlage erscheinen ließ, der die Sammlung von Tvkumenlen über eine deutsch-bolschewisliichs Verschwörung herausgegeben habe. Auch daS ist unwahr. Tai 'Buch von KautSky ist im vertag«.Neue, Vaterland" erschienen, während die erwähnte Dokumentensammlung in einem Verlag in Bern erschienen ist. Ferner wird KautSky dessen angeklagt, er habe ber ver- leumdung über die angebliche.Tozialifierung der Frauen" Ifl Rußtand in seinem Buche Platz gegeben. Di« Wahrheit jcdo� ist, daß KautSky den angeblichen Erlaß eine« Lokaisowjet« übe, die„Requiricrung" von 60 Frauen erwähnte, um zu erklären, daß man unrecht täte,.die Verantwortung für diesen Erlaß den Bolschclviki zuzuschieben". Schon diese Beispiele kennzeichnen den Charakter der Vera öffentlichungen der»Roten Fahne". Die Absicht der.Roje« Fahne" ist. nach der beliebten kommunistischen Methode, während de? ösfentiichen Wahtkampfcs vor allem persönliche verhetzunge» und Verleumdungen in die Reihen der Lrbefterjchast zu tragen, Der Friedenswillen SowjetrutzlandS. Nach ebner Moskauer Meldung„SazialscmolratenS"«rklärlie sich di« Sowjet«gi«rung nochmals bereit, mit Polen in Friiwei'SvcrhanWunflen«tngit. treten. Ebenso wurden die russischen FrirdenSverhandtungen mit Lettland fortgesetzt. Litauen ist darauf eingegangen, Deld. girrte zu Verhandlungen nach Moskau zu entsenden. Auf di« neulich von uns gebrachte Erklärung der tschechischen Frieden», gcneigtheit ersuchte die russische Regierung in einem Funkspruch um sofortige Einreiseerlaubnis für eine russische Sondermlnioy nach Tschecho.Slowakien zweck, weiterer Verhandtungen. Tie Arbeiterräte in Bayern bleiben. In einer Bekannt- machung des Vollzugsausschusses der bayerischen Arbeiterrät« wird erklärt, daß von einer Auslösung der Arbeiterrät« noch kein» Rede sein könne._ Tie Ardelksschule i« SsAjel-llußland. „Die Arbeit in der Schule muß mit der Produktion der- tunden werden,— dann wird sie eine ungeheure erzieherische Bedeutung haben. Rur die enge Verbindung dcS Unterrichts mit der Produktionkarbeit der Gesellschaft kann den Klassen» warakter der jetzigen Schule beseitigen,"— so schrieb Karl Marx im„Kommunistischen Manifest". Dieses Prinzip Marxens liegt allen Reformen, die von der Sowjetregicrung auf dem Gebiete der Schule und Erziehung dulchgeführt werden, zugrunde. Die Schulreform nach der Oktoberrevolution trug in Ruh. land vor allen Dingen den Charakter de» Kampfes der Mass«, um dag Wissen, um die Bildung. DaZ Kommissariat für Volks. eus'lärung mußte so schnell wie möglich die alte Schule, die sich auf K.'asjenprivilegien gründete, zertrümmern. Die Schule der vorrevolutionglen Periode"bar im höchsten Grade vernachlässigt. Die„niedere" Schule— die Schule de».einfachen Volkes"— war stark unierdrückt. In bezug auf sie herrschte nicht nur Gleichgültigkeit, sondern direkt feindliche Gesinnung. Man war bemüht, sie zu einem Werkzeug der Vergiftung de» volisbewußt. fein», zu einem Mittel der Verbreitung der blinden Treuunter- tänigkeit zu machen. Auf ihren höheren Stufen war die Schule nicht nur einfach eine Schule der höheren Klassen,—- sie war auch eine AbrichiungSanstalt zur Dressur von untertänigen Auf» sehorn über die Sklaven au» dem einfachen Volke. Diese alte Schule ist nach der Oktoberrevolution vollständig zerstört worden und an ihre Stelle ist ein« neue Schule getreten. Die neue Schule SowjetrußlandZ zeichnet sich durch ihren unmiiielbaren Zusammenhang mit dem wirklichen Volke, durch innige Verbindung mit dem täglichen Leben und der Arbeit aui. Di« neue Schule ist auf allen ihren Stufen kostenfrei. Sie ist nicht nur für alle zugänglich, sie ist auch obligatorisch. Die nächste Generation wird nicht diesen ungeh-uren Prozentsatz Analphabeten kennen, der bi» jetzt Rußland kennzeichnete. Ferner ist die Schule in Sowietrußland eine einheitliche und «in« Arbeitsschule. Der erste Begriff bedeutet, daß da» ganze System der normalen Schule eine Einheit, eine ununterbrochene Leiter darstellt. Alle Kinder treten in ein und denselben Schul. kypuS ein und beginnen ihre Bildung auf die gleiche Weise. Alle haben sie da, gleiche Recht, sich auf der Leiter bii zu den höchsten S'iften zu erheben. Gleichzeitig ist die Schtfle Rußland» auch deshalb.einheitlich", weil sie dem Kinde nicht nur rein wissen» schai lich« Kenntnisse gibt, sonder» auch erzieht und et an Arbeit gewöhnt. Wer die Einheitsschule beendet hat, wird für die Teilnahme am Leben und an seinem Aufblrn völlig vorbereitet sein. Die Einheitsschule ist aber nicht einartig. Der Staat braucht Spezialisten und die heranwachsende Äugend bat verübied«»« Neigungen und Talente. Deshalb teilen sich die Schüler vom 14. Lebensjahre an in verschieden« Gruppen, wobei jedoch die Grundfächer sür alle dieselben bleiben. Diese Gruppierungen tragen bis zum Uebergange in ein« spezielle höhere Lehranstalt durchaus keinen abgeschlossenen Charakter. Die neue Schule ist eine Arbeitsschule. DaS wird in ihrer ganzen jetzigen Organisation besonder» hervorgehoben, da Sowjet. rußland vor allem Menschen braucht, die zur Arbeit erzogen sind. Die nach diesen Grundsätzen geschassene einheitliche Arbeits» schule zerfällt dem Alter der Kinder entsprechend, in zwei Stufen: die erste von 8 bis 18 Jahren, die zweite von 13 bis 17 Jahren. lDie nächste Stuf« bilden die höher« Fachschule und die Uni° versiiät.) Aus der ersten Stufe basiert der Unterricht auf Prozessen, die mehr oder weniger handwerklichen Charakters sind, den schwachen Kräften der Kinder angemessen. Auf der zweiten Stufe rücken die Industrie— und die landwirtschaftliche Arbeit, in der Form der modernen Maschinenarbeit, an die erste Stelle. Ueberhaupt ist das Ziel der Arbeitsschule durchaus nicht die Vorbereitung de» Schülers für die allseitige Bildung, die die Kinder praktisch mit den Methoden der wichligsten Arbeitssormen bekannt macht. Demgemäß erlernt da» Kind in Sowsetrußland einerseits all« Fächer, indem e» sammelt, zeichnet, phowgraphiert, modelliert, formt, klebt, Pflanzen und Tiere beobachtet, sie pflegt und auf« zieht. Di« Sprachen, Mathematik, Geschichte, Geographie, Physik und Chemie, Botanik und Zoologie haben in der neuen Schule eine schöpferische, aktiv« UnterrichtSmeihode gefunden. Anderer- seit» macht die Schule den Schüler mit den Wichtigsten Arbeits- Methoden auf folgenden Gebieten bekannt: Tischler» und Zimmer. arbeit, DrechSl-rarbeit in Solz, Formen, Deschlagen, Gießen, Dreharbeit in Metall. Schmelzen, Löten und Härten der Metalle, Bohrarbellen, Lederarbeiten, Drucken, verschiedene Zweige der landwirtschaftlichen Arbeit(auf dem Lande) usw. In die Schule der ersten Stufe gehen die Kinder au» dem Kindergarten über. Im Kindergarten bilden alle Beschäftigungen eigentlich nur ein einzige» Fach: die Bekanntmachung de» Kinde» mit der umgebenden Natur und dem öffentlichen Milieu unter Anwendung dez ArbeitSprinzipe». Die Wißbegierde d-S KindeS, sein Verlangen nach Bewegung systemisiert und leitet der Lehrer ohne eine Spur von Gewalt so, daß die besten Resultate erzielt werden. Da» ist da» Hauptfach im Kindergarten,— sij zusagen die Kinder.>EnzhklopSdie". Je höher der Schüler auf der Schulleiter steigt, desto ernster und tieier wird er von Spezialisten in der Mutterspracbe. der Geschichte, Biologie, Physik. Chemie usw. unterrichtete. Auch diese Beschäftigungen sind vom Arbeiisprinzip durchdrungen. Beson» der» wich w-nacb aeltrebt. daß die Arbeit in der Sclrnl»«In« pro» dutiive und reale sei und daß die Schüler faltisch an dem Wird schaftsleben des Lande» teilnehmen. Die ästhetischen Fächer— Modellieren, Zeichnen, Gesang und Musik— nehmen in der einheitlichen Arbeitsschule durchaus keine sekundäre Stellung ein. Besonder» viel Aufmerksamkeit wirb dem Zeichnen und Modellieren geschenkt. Beim Zeichnen» wird anfänglich dem phantastischen Schaffensdrang der Kinder freier Spielraum gelassen. Darauf wird zum Abzeichnen von der Natur didaktisch gewählter Gegenstände übergegangen; schließlich verzweigt sich das Zeichnen zu genauem Reißen und künstlerischem Zeichnen. Der obligatorische Musikunterricht ist eingeführt. Ueberhaupt wird auf die ästhetische Bildung so viel Aufmerlsamkeit verwendet, daß man mit Ruhe die unausbleiblichen Resultat«— die allseitige Entwicklung der Sinnesorgane und der schöpferischen Fähigkeit der jungen russischen Generation abwarten kann. DaS Arbeitsprinzip fördert schon von sich au» die körperliche Entwicklung der Kinder. Zu demsflben Zwecke sind rylhmische Gymnastik, individuelle Entwicklung der Muskulatur unter ärzt. lichsr Beobachtung. Spiel, das in ernsten Sport übergeht, usw. eingeführt. DaS Schuljahr ist in eine Winter- und in eine Sommer» Periode eingeteilt. Während dir Ssmmerperiode überwiegen die Arbeiten in freier Luft(hauptsächlich landwirtschaftliche). Dr Schultag ist nur zum Teil(4 Stunden auf der erllen und ö— 6 Stunden auf der zweiten Stute) von programmäßigen Arbeit'» eingenommen, in der übrigen Zeit steht e» den Kindern frei, die Schul, mit ihren Quellen auszunützen rder aber sich gänzlich der Erholung hinzugeben Der Stundenplan ist so zu. sammengestellt, daß die Kinder nicht durch Einförmigkeit über» müdet werden. Ein äußerst wichtiges Prinzip der neuen Schul» ist die Jndi» vidualiiierufg de? Unterrichts, d. h. die Analyse der Neigungen und Charaltereigenlümlichkeiten jede» Kindes durch die Lehrer und die möglichst volle Anpassung an seine persönlichen B.'vürs- nisse. Ter Zweck ist hier die Vermeidung einer Verzögerung ia der Entwicklung besonders begabter Naturen. Andererseits ist di« Sorg« für die Zurückgebliebenen ein« wichtige Aufgabe der demokretischen Schul«. An jeder Stfuie sind besondere Klassen sür Zurückgebliebene mit selbständiger Stun- denovdnunz geschaffen. Endlich unterscheidet sich die einheitliche Arbeitsschule noch da» durch von b:r russischen Sclnile vor der Reform, daß sie eine weltliche(die Sowjetmacht bat die Schule von der Kirch« gerrennt) und eine sür beide Geschlechter gemeinsame Schule ist. Die gegenseitigen Beziehungen zwischen Lehrern und Schü« kern sind kameradschaftlich. Der Lehrer stellt kerne Obrigkeit vor. sondern ist-der filier« Mmerad de» Schülers. In der Schu.e rft dt««vk-itspslich; esugesührt pich Schüler vi« Lebrer Sie«iliiörWkii Lüzeiizevtra'e«. Die nationalistisch« Presse hat in den letzten Tagen die veffentlichleit mit Nachrichten über einen bevorstehenden großen kommunistischen Putsch in Mitteldeutschland zu beunruhigen ver- sucht. Nachdem bereits das Staatskommissariat zur Uebenvachung der c-sfentlichen Ordnung hie Meldungen«IS daZ Produkt eines überhitzten Kopfe» hingestellt hat. erklärt jetzt auch der Qberpräsident der Provinz Sachsen, daß alle der- artigen Nachrichten völlig au» der Luft gegriffen seien. Die Arbeiterschaft rn Mitteldeutschland wolle Ruhe haben und� lehne einmütig jeden Putsch ab. Di« Aktion der nationalistischen Presse soi nichts weiter als ein durchsichtiges Manöver. Die Kcrppi-ste-n.Presse geht über blase Feststellungen des Ober. Präsidenten mit Stillschweigen hinweg, oder versucht sie abzu- schwächen. Gleichzeitig werden neue Älarmnachr ch on über da? lliuhrgebiet verbreitet. Wir stellen demgegenüber noch ein» mal fest, daß die nationaiistische Presse mit dieser Hetze bi« Oeffentlichkoit lediglich von der wirAichen Gefahr— d e n P u t s ch von rechts— abzudenken versucht. Dies« Gefahr bvstcht nach wie vor. Die OffizierStonarilla weiß, daß sie durch den Kapp» Putsch, politisch betrachtet, in die Defensive gedrän-gi worden ist. Sie will durchaus wieder die Ldeohand gewinnen und versucht daher, durch verlogen« Meldung«» die ArHeiterschast in Miß» kredit zu bringen. Da» Materiol, auf da» sie sich dabei ftülzt, entstammt de» militärischen Lügenzentralen, die überall in die kommunistische Partei Spitzel dirigiert haben, denen die Auf- gäbe obliegt/ gutgläubige Arbeiter durch überradikale KedenSarten zu Putschen aufzustacheln. Di« Spitzel hecken in den kommunistischen Versammlungen die Putschplane selber aus und übergeben sie dann der Oeffentlichkeit als angeb- liche Beschlüsse der gesamten Organisation. Mit diesen Methoden ist monatelang gearbeitet worden, damit der Lüttwitz« Putsch ungestört her an gedeihen konnte. Jetzt will man damit die Oesfentlichkeit von den neuen geheimen Plänen der Militärkamarilla ablenken. Dabei mutz immer wieder auf die Gefahr hingewiesen werden, die in der Verbindung besteht, die gewiss« Offiziere der Reichlwehr mit radikalen Elementen der Arbeilerschaft angeknüpft haben. Wir haben vor einigen Tagen eine Warnung an die klardenkende Arbeiterschaft ergehen lassen und haben nachgewiesen, daß die Offiziere damit eine ganz be- stimmt« Absicht verfolgen. Sie wollen die Arbeiterschaft zu un- überlegten Streichen herausfordern, um dann um so fester zu» packen zu können und vor der Oesfentlichkeit als die Retter des Vaterlandes zu erscheinen. Wir warnen noch einmal vor diesen gefährlichen Verbindun- gen. Alle Offiziere, die sich da? Vertrauen der Arbeiterschaft zu erschleichen suchen, sind Abgesandte der militärischen Lügenzcn« traten, die sich die Aufgabe gestellt haben, über die Leichen der Proletarier hinweg die Militärdiktatur aufzurichten. MetallarbeZter-Verband. Heute der Achtung! Mitglieder der mittleren Verwaltung! abend 7 Utzr Sitzung der mittleren Ortsverwaltung. Wir ersuchen d.ingcud um das pünktliche Erscheinen MitgliSdcr. Die Ortsoe/waliung. Maffenprolest der Elektrizitätsarbeiter gegen den Schiedsspruch. Ein« vom BeiriebSrat der staphjchin Elektri-sitätZ.WcrSe ein» Sevufene Berfammkung der Arbeiter und Angestellten zum Mittwoch in Böler» Festsäle», A�berstruhe, hau« einen Motzen» oesuch auszuweisen, vn-n dem vom aomeiMich'-r Fencro-auZ» schkitz abgegLben«, Schiedsspruch Stellung zu nehmen. Kollege C«U/ Ii»»vi nach, dotz derselbe zu den Lotznmyen, sowie den ErgiinznngS- veflimpiungni so uugunsttg für dm Arbeiter abz-schniilen bade, datz von«wichereiu nicht auf seine Annahme gerechnet werden tonnte. Cr kritisiert di« Avutzerungen de» Htedtrckt» Seit, welcher erklärte, mit den SuuiUSivschuften der Rcvplutiou müsse endlich ausgeräumt werden. Eine starke Erregung machte sich bei diesen Aentzernngen in der Permmmlung beinsrloar. In seinen weiteren Auksührungen gibt«r bekannt, daß durch Urabstimimung der'Schiedsspruch mU 14V1 gegen Ptimwen abgelehnt worden ist. Vertreter hitdcc sozialdemolratischen Fraktionen in der Stadt» verordneter verammhing r•»»n auf Einladung in d.r Perm mm» lung amvesand. Genosse Weis«, der die Stimmung der Kollegen während der«riSurii»»« ver.otgre, oor.prach lue p�wierung oe» Schiooefpruchs einzutreten, bat jesoch, aucv die Interessen der Steuerzahler zu berücksichtigcm. Alle Diskussionsredner w-'ren iür Ablehnung des Sniw'dswruchZ. Die V-etrirer der Angestell» ten Wirten in ihren ÄuSssibrunoen auk die volle Solidaviiät der Angestellten hin, wa« ihnen von den Avbertern auch bei ihrem l*. vor>le er»den«obnlarnpr �ugemg: wuroe. u-rj volle tttr.rnwtigwU aller Angestellten und Arbeiter trat deutlich zutage. Einstimmig wurde beschlossen: Wenn alle Berhanblung-mözlichkeilen scheitern, wllen d!« Organisationen den Zeitpunkt der Aktion �«stimmen. Gleichzeitig wurde folgender Antrag«m stimmig angenomuicu. Di« Vollversammlung wolle beschlietzen, falls sämtlich« VerHand- iungSmÄglichkeitcn scheitern uivd der Kampf uns aufgezwungen wird, mit K'ollcgen. an denen die Revolution spurlos vorüber» gegangen, d. h. wenn sie uns in den Rücken ivllen solllcn, nicht mehr zusammenzuarbeiten, und dafür zu sorgen, datz dies« Kvl» legen auS dem Werk entlassen werden. f wandet würde, g!bt«S keine RechtSfpattaAsten mehr. Aber die !j i Gefahr ist nach wie do> linkt, troA aller schönen /.:,..c:;;uii3» j i erilärungen! Und dann soll die Arbeiierschast noch Lerirauen � zu dieser sogenannten Regierung haben. Wo bleibt denn oeS i Berspieche» über di- Durchsührung der acht PunUr, die ocm Gc- ! iverkschastsbund ausgestellt wurden. Die Arbeilerschast hart» sich I einstweilen damit abgesunden gehabt und hob den G neralstreik auf. Aver noch nicht eine dieser Forderungen ist erfüllt! Und dann soll Ruh« und Ordnung einziehen! Zur Ma'.ftter. Die dieSsährige Maifeier scheint die umfassendste worden zu sollen von all« Maiseiern bisher. De» staatlichen Arbeitern und Angestellten wird die Arbeitsruk« freigestellt. Der Postdienst wird nur als beschränkter Sonntagsdienst durchgeführt. Die Histzupäh» fährt,» ist aber mit Einschränku«gsy. ö« rechnen. Die Schulen in Berlin werden gelchlsFon. Di« städirfchen Bureaus arbeiten wie im Sonntagsdienst: auch in R ukölln nnd Spandau und im den Getneinden mit sosialisttschrr Mehrheit. Soweit es sich um den Schulde rieb handelt, soll fein Kind nnd kein Lehrer genötigt werden, am k, Mai am Unterricht teilzu» nehmen. Deutschnatiznal: Siegesfeier. Nachdem her Kapp-Putfch ein lächerliches Fiasko gefunden hat, versucht die deut'chnationcile Partei jede Verbindung mit ihm abzuleugnen. Die Herrschaften wollen auf einmal nichn» davon gemutzt und, stzweit sie Kenntnis hatten, davon abgeraten haben und das ganze als die Tat einzelner Hitzköpfe betrachtet wissen. Sie hoffen, datz niemand weitz, datz in einzelnen Orten an dem Sonnabend nach dem Kapp»Putsch Siegesfeiern statt- gefunden hoben. In HermSdorf fand auch eine solche Feier der Deutsch- nationalen im Ncsiaurant Ludwigslnsr statt. Der Vorfitzende ihrer Partei, Major Blume, feierte mit überschwenglichen Worten die Tat Kapp? und Lnttwttz'. Sogar Mitglieder der Sicherbeits» wehr»ahmen an dieser Feier teil. Der Oberleutnant der Sicker» heitSwehr Richter wurde von, Major Blume mit den Worten empfangen:.Gut, datz Sie kommen, Sie können uns am besten Auskunft geben, wie die famose Sache vor sich gegangen ist." Richter kam dieser Aufforderung nach und erging sich wie die anderen gegen die.davongejagte Regierung". Wir empfehlen dem Polizeipräsidenten Richter, sich mit seinem Namensvetter näher zu befassen. Militarismus. Folgender kau« glaublicher Vorgang spiehf« sich um di« Mittagszeit des 24. April ab. Ter bei der Kommandantur Döberitz beschäftigte Arbeiter Heutzner befand sich am g-nanntcn Tage mit einem Soldaten auf dem Wege von seiner Arbeitsstätte Dorf Döbcritz nach der Kommandantur. Unterwegs, also wohl- gemerkt, nickt im Döberitzer Lager, sondern auf der Landstratze, begegnete ihnen eine Abteilung Soldaten unter Führung des .Fcldwebclleutnant» Ramm vom Rekrutendepol Döbei itz, der» Mussial streitet attes ab. Mit lk�zug«Nif die in dem Artikel„Matzregelungp.n unter BeHMse eines Gciverkschafttfuntticmär»" in Nr. 143 der.Frei-_ MD tpit gebrachten Behauptungen w-rdeu wir um Aufnahme der � �H�war Vu Pk«'�'" Der Soldat. Wclcher Heützner begleitete, fokgeirbeil Zeilen ersuck.t:! grüßte vorickristSmätzig durch Anlegen der Hand an die Mütze, 1; G*'st n'cht w a h r daß ich.,m Auskrage der®«•! Säfire nh Heützner als Zivilist, einfach„Guten Tag" sagte. D-r schaftSleitung das Setzerpersonal zuiammenberufen habe.;„widerte den Grutz nicht, ritt aber nach einer Minute um über tun Aufhebung der pa,stven Resistanz abstimmen zu �rück und fragte Heützner. wckrum er nickt vorschriftsmätzig »i. w-arn..». v»«»N.ebüb'en Be! d-e v--l sondern tch tat die» auf d, retten Wun,ch einer Reihe von°.g-,e H-utzner erwiderte, er sei Zivilift, al, solcher bei der Kam. S l l.--.',?'.-«w...............»..WS'esw'% rÄ"�" Ä'-Sl S/S?, 1«'«•'?»»•»».»*»»ÄL beichlßg der.HauSh-altsa.,. ckmtz nach längerer Beratung, d.« R«» j mir vevanlatzte Abstimmung durch die Gegenwatt des Geschäft».»«»lasien werd» Heützner erlnrte darauf, er fei organi- fterunasvorlage»Uder �c�tell«« und««» Inkrafttreten de- w-ber» beeinj-uül fühlen konnte, � die vorher vom Obmann � gehör« dem Verbände an bei seiner Entlassung habe daher äle>etze, vom 1. auf den ö. Ma» zu versch.eben. davgenmnmen«»�:m�na erfolgt« glerch�-ll« in«!«a«n.»>„ Schli»tunasau?fchutz auch ein Wort mitzureden. Hierauf Reaktionäres au» Frankreich. In der Montagßisitzung der ftanzöstfchen Kammer hat der Justizmmister o»f Anfrage eine» rohtuftifchen Abgeordneten mitgeteil-t, batz gegen den fozialistiischen jIkputierten Vaillant-Couturier wcgen eines im.Po» tzulaire" erschienenen Awikels, der die Soldaten zum Ungehorsam aufgefordert haben soll, Strafantrag gestellt werden soll— Marcel Cackstn, der den Antrag auf Austhebuna der Immunität «rnwrtet, Ä----- 111 mit heute wart das Geschäftskeiters. S. ES ist glaichfall» nicht wahr, datz die ., erwiderte der Offizier:„Ihr Schweine, ich fch.... auf Euro .. n,... ,z...Matzvegelunge»«' Organisation," packte Heützner am Kragen und hob ihn etwas unter Bechrife ein« GewertichaftSfunftionchrS" staltfandei». � die Höhe! Dann gab er zwei Unteroffizieren den Befehl, a h r ist v«elm«hr, datz ich von der Erfassung von zwei Perso.cn Heützner zu verhaften, worauf ihn einer der Unteroffizier? in? absolm kerne Kenntms hast« und.ich für di« N ä ch t eptlajsMP Gesicht scklug. Ais Heützner erklSrie.«r werde sein Recht suchen. des Obmann« nachweislich eingetreten bin. Ick darf ivohl hinzufuaen. datz der mir in Punkt 3 tatfäck, die nötigen Arbeiten in den Schulräumen, in der Küche, wo Früh. stück und Mittagessen zubereitet wird usw. Die Kinder nehmen an dem ganzen Schulleben teil. Sie besitzen das Recht der Selbstverwaltung und der beständigen akti» den Selbsthilfe. Da si« sich vorbereiten, Bürger des Staate? zu werden, müssen si« sich vor allen Tingen daran gewöhnen, Bürger ihrer Schule zu sein. Die Orgcrmsation der neuen Schulen hat nie dagewesene Summen gekostet: die Einrichtung und der Unterhalt der«inheiv sichen Arbeitsschule haben für du» Jahr 1S15 über zehn M-I- Karden Rubel erfordert. Die allgemeine Zerrüttung, die die Sowjetmacht vom ver» gangenen Regime geerbt hat, hat sich auch im äutzersten Mangel an Lehrbüchern und verschiedenen Lehrmitteln gezeigt, in Mo»- kau, Petersburg und der Provinz besteht ein« Reih« besondere» Kcmitee» für Lehrmittel: ihren angestrengten Bemühungen ist e? gelungen, das ersovderliche Minimum an SchulbvdarfSartikeir, zu beschossen Zur Ergänzung der für die neu« Schule erforderlichen Lest» revsckaft besteht ein auSgedehwte« Netz von pädagogische» Knrfen die di« Reihen der Schularbeiter ununterbrochen mit frischen Kräften versehen. Zur wissenschaftlichen Erörterung von pädagogischen Fragen und zur Vorbereitung von Professoren für die pädagogischen Kurs« funktionieren zwei höhere pädagogisch« Akademien. Im verflossenen Jahre hat da» Vokkskommissariat der Aus- kkärung eine kolossale Arbesk eisten müssen:«< hat die alte Schult, d!« tiefe Wnr-el gekchiagen hatte, zerbrocken«rd ein« neue Tcknie schaffen muffen. Durch angestrengt« Arbeit ist es gekungen, diel zu verwirklichen, und d e befestigte einheitliche Arbeitsschult geht »w/uen, de taillierten Ntaßnahmen entgegen. Matkonzerte für die Arbeiterschaft. Die Ortsverwaltung Berlin des Deutschen Musikerverdand«» veranstaltet am 1. Mai d. I.. vorm. lt Uhr. vor dem N«ich»t-g»- g e l> ä u d e ein grotze» Monstrekonzert. Die Kapelle besteht auS BOf der erstklafsiiisten Musiker genannter Oraanisation. ES geht auck ohn: Militärkanellen! Dirigent deS Orchesters ist der Kapell- meister Karg.— Der Ukrainische Nationaichor ver- anffaltet am 1. Mai d. I, Li- Uhr nachmittag«, im Tentral» Tbeater fKo'-'mandantenstratze), ei» Konzert für die Berliner Ürbeiterschakt. Eintritt frei. Der Ehar hatte gestern bei seinem «rfte» Konzert in der Singakademie mit seinen eigenartigen kLesien einen starken Erfolg. Sein« musikalische» Leistungen gefielen autzerordentlich. ZofkSliederchor-Ken-ert. Da! erste Konzert der vereinigten Volksliederchöre Grotz-Berliii» wird am 7. Mai in den Kammer- fälen fTeltower- Ecke Belle-Alliance-Stratz«) stattfinden, Im Rvsctheater geht am Montag, den 8. Mai, zum ersten Male.Offizier e", ein Schattenspiel in acht Bildern, von Ho IIS Wesemann, in Szene 4. Die Hilfsarbeiter, Buttühder usw., bi« den Betrieb be, gab der Offizier Anweisung, ihn laufen zu lassen. Ein ähnlicher Fall fnielt« ffch beim letzten Generalstreik eben- falls in Döberitz ah. Beide Fäll« wurden durch den Obmann der Organisationsleitung mitgeteilt, welche hoffentlich dafür forgen wird, daß sich diese skandalösen Zustände nicht wiederholen. Heützner bat an der linken Back« eine blutunterlaufene Stelle reit- verlassen ha ten. hatte ich auf Veranlassung deS i davongetragen. früheren Verti Ist das NK&t immer nsch derselbe MlitariSmus von ehedem? und euret weiteren seiner Kollegen im Lokal aufgesucht und sie Und es gibt noch Arbeiter, die ihn erhalten wollen! gebeten, rm Interesse der Geschlossenheit der Arbeiterschaft d t'- Arbeit wi.der auszunehmen, was auch geftlah. Für die von mir unternommencn Schritte sind mir gerade von l«n k» st p. h e n- den Kollegen Worte de» Danke» geworden. Datz die Redalbion eine« Arbeiterbla te» von Arboiiern fo geflissentlich mystifiziert wird, nur um einem Mtarbeter zu schaden, find« ich höchst bedaunrllch. Paul Mussial. Wir können au» eigener Kenntnis nieht sagen, wer im Recht ist und müssen e» unserm GeuxchrSma.m überlassen, sich noch. mal» zu äußern. Groß-Serlin. An unsere Abonnenten! Die denjenigen Abonnenten, die den Mornft Januar voll bezahlt haben, als Gratisbeilage der„Frelheit" zu- Seiagte Broschüre„Mieterschutz" ist im Druck und wird infang Mai zur Ausgabe gelangen. Die Berzögerung rst, wi« unsere Leser wissen, dadurch ent» standen, daß der Einspruch des Oberpräsidenten gegen die Beschlüsse des WohnungSverbandes, di» Festsetzung der Höchstmiete und den Erlast der denienliprechenden Verordnung bis in die letzte Zeit hinausgezögert hat. Verlag d e r..F r e i b e i t", Prächtige Solidarität. Am Sonnabend früh b Uhr wurde» tn EberZwakde acht Ge- nossen plötzlich verhoftet und in» AmtSgcricht»gefängni» gebrocht. Man batt« Ig Gendarmen aufgeboten. Einige Genossen begaben sich zum Gesängnilinspek or wogen Freilassung, Der ihnen vor- gelegte Haftbefehl, vom Untersuchungsrichter jn Prenzlau unterzeichnet, beschuldigte die Verhafteten, während deS Generalstreiks Menschenansammlungen hervorgerufen und den Geuvannen Kempa gewaltsam entwaffnet zu haben. Eine fürchterliche Straf Volkshochschule. Im Rahmen der Volkshochscknte Grotz- Berlin beginnen am 80. 4. 20 folgend« Vortragsreihen: 7 Ubr abend? im Dnreth. Städt. Realgymnasium, Dorotheenstr. 12, Pros. Dr. FuchS: Einführung'» die Mathemnlik II: 8 Uhr abdZ im Psyckel. Just. d. Univ, Schlotz-Portal III. Prof. Dr. Rupp: Ucbcr BernsSeignungSprüfungen: 7 Ubr abdS. Landw. Hochfch., Fnvalldenstr. 42, Dp. Schulz: Mineralien und Gest�ne: 7 Uhr abdS. ebenda: Oberl. Gerstenbauer: Gemeinschaftserziehung; RH bzw. 8 Uhr abdS Luisenstädt. Gymnasium, Gleimstr. 4g, Prof. Thiel: Di- VolkSsormen von Bnch bis Brnhm» nnd Ein- fübrung in Meisterwerke der Tonkunst: 7>4 Uhr abdS. König, städt. Oberrealsckule, Pasteurstr. 44.146, Dr. Neugcbauer: Blüte- zeit der griechischen Plastik: 8 Uhr abdS. Treptow. Real- gymnasium. Neue Krugallec 6, Dr. Krohn: Landeskunde von Norddeutschland; 7 Uhr abdS. ebenda: Dr. Busse: Schiller, Er- klürung des.Don Carlos": 7 Uhr a&bs. Frfedr. Realgymnaflum, Mitlenwalder Str. 84— 37, Dr. Iacobsthal: Einführung in di« Mathematik: 6 Uhr abd». ebenda: Landrichter Rüben: Rechts, fraaen des täglichen Leben«: 8 Uhr abd». ebenda: W. Boetz: Schiller, Erklärung de»„Ton Torlos". Dir Einziehung der Fahrkartenautomaten. Die Eifenbahn- direktion wird, wie wir hören, vom 1. Mai ab die auf den Bahn, Höfen idre» Bezirks stehenden, früher vielbenutzten Fahr- und Badn steig«! tomglen au» dem Betriebs zurückziehen. Des Hauptgrund für diese Matznodme ist die gering« Benutzung in» folge de» allgemein herrschenoen Kleingeldmangels. Dem zu er- wartenden Andrang zu den Schollern wird die Eisenbahndirekto» möglichst durch Vermehrung der Fobrkarteuschaltrr zu begegnen suchen. Autzerdkm werden die Fahrkartenblocks zu fe 10 Stück tn den am meisten geforderten Ver'thrsbeziehungen an den Schalter» vorrätig geholtsn. um das vorauslösen der Fahrkarten zu er« leichtern. Die Pensionierung der alten Arbeiter der Spandauer Reichs» werke. Mit dem 30. April endet für die alten Staatsarb stier der Reickswerke die Frist zur Elin«ickung ihrer PensionSge suche. Nachdem eS nun gelungen ist, di» notwendigen finanziellen Grund, lagen sicker zu stellen, wird, wie wir hören, für alle Reichsinerk» statten im Deutschen Reich eine neue PensionSkasse gegründet worden, di- e» ermöglichen wird, datz afl- Arbeiter und Ange- er- ZL i!�«z tat während bei Generalstreik» l Inzwischen ergriff di« Arbeiter- I Mirttt ,ln„«.-»,!.» re.. unk>!» nl...» n.»,«..1- 1 liioro»n, vi c, ciniugixa'en lonu, vug age riroener UN«« nieder und bewegte sich in langen Zügen zum Gefängnis. An- 1 ften!en Ae'ch, Werkstätten«uch kiinssstfjüi ihr« Penstonen zwischen ging Genosse Schrodek mit mehreren Genossen zum Am s- richter, der die Sund r vernehmen sollte. Er machte auf die drohende G-sohr aufmerksam und verlang!«» die sofortige Ent» laffung der Häftlinge. Tr hätte sich berei'» mit dem Unter- »uchungSrichtcr m Verbindung ge>setzt und erwarte dessen Besche d. Währendd m war die nach Tausenden zählende Aroeiierschast per dem Gesängni» angelangt und verlang« stürmisch die Entlossungl Nun arbeitete der Fernsprecher sehr schnell und der IlntcrsuckniigS- richter au» Prenzlau teilt« dem AmtZrich'er mit, alle zu eustassen!: SPW'o'ftBt: Zßstne ohne fieiiitten. Kronen von 30 Alk, ' Hier zeigte e» stch wieder, datz die«rbeiterickaft sich der» i''0 Lu5u5Pf,is»!_ ucl-...«««u n., artige Gewal akte nicht gefallen lätzt! Durch das einmütige Vor- MWWZ H«S t V 8 W 8, RünZfCSf ZiküllL 1 geh n wurde die Aktion ve-hnid-rt. Was fall denn aber eine d-r-, f-yp r, Sir»«,. Slcvozt-Anssteffung. Bei Paul Cassirer werden von artige Beunruh gung in der Acbesterschgftl Mo» gewinnt den!»a»,««---»«.«,« vn» v-iz.?— 7. Sunn,,?! iox,»— ,z. «reitao den 30 April, ob Zeichnunaen und Aquarell« Von Pro»! Eindruck, alz ob eS aus eine Provozierung der Ardeiter abgefeh.'a l» 4,» 1-1-!-° 2 k-ticea«be, zzoo o«di«zo tut vollsten Zuiriedcnheit geliefert, .f* Mai Alevogt gezeigt,"'Mi SMna nur dp» A&uu äiitxä oeaen die Reaktion ange---- 4 ilarfel 7.- Msrk mit echtem Frlecieiciß-KautfsciTiul«. schfine. naiflriiche Farbe bei 5 jähr, sehriltlicher Garantie, Zulitiz'ehea fl'lt öriJich. nach bewährter Meifindß h�j �aetulfxug von GcLisiau craHs! aß, (enlot An nafcte Zuftrenlen! Infolge der völligen Arbeitsruhe am 1. Mai fällt die Sonn- tagSnummer der„Freiheit" am 2. Mai aus. Die am 1. Mai erscheinende Nummer wird daher in verstärktem vmfange und in verstärkter Auflage a!S Mnifcst. und Sonntagsnummer zugleich erscheinen. Unsere Inserenten können dadurch mit breiten Massen der Bevölkerung in Berührung kommen, dl- erfahrung«. gemäss zu unseren Dcmonstratiwien und Versammlungen hinzu» strömen. Der gesteigerte Absay unserer Presse bietet daher allen Inserenten eine ausgezeichnete Gelegenheit, neue Interessenten gu gewinnen. Für diese Nummer werden Anzeigen, soweit der Raum noch reicht, bis Freitag, 8 Uhr abend?, angenommen. } sonen der Unierklcissen HO Proz., für Hinterblieben« von Mli- tärpersanen Set Unterklassen 40 Proz. der zahlbaren Gebühr- i nisse. Eines besonderen tiniragcs bedarf es nicht, die Post- i anstalten usw. haben Anweisung zur Auszahlung. Morgen voranssichtlicheS Wetter in Berlin und Umgegend: j Etwas Würmer, viclfach I.iter, aber noch veränderlich bei ziemlich ' frischen westlichen bis südwestlichen Winden; kein««rheblichen i Mederschläge. Lebensmiftelkalekder. Reinickendorf. Auf bis grüne AusweisKarte der ibemeinde Berlin- i Reinickendorf cnisä'.lt auf Abschnitt LZ0'A Pfd. Nährsüppen, auf Ab. � schnitt 2a7 ö Pöbele Milchsübspeis«. Die betressenben Abschnitt» sind l bis Freitag, den SV. d. M., abzugeben. Köpenick. Aglkakfonotammlfsk««. D«m«r»Sa> ttreM TVa Uhr eigujvg bei Ehrenberg. Elisabethsir. L, M a i f» t» r. Bor- mittagz g Uhr im W-ltrestaurant öffentliche Versammlung. Die Eltern werben gebeten, ihr« Kinder um 10 Uhr nach dort zu schicken betreffs Teilnehm» am Umzug. Montag, den S. Mai, abends 7K Uhr bei Kahner, Sitzung sämtlicher Funktionär« de« Partei. halten werden, wobei den Betreffenden ihr« Dienstzeit in den früheren HeereSberrieben und bei dem alten ReichZwerl angörech- net wivd. Laufende TeuerungSziischlkge. Alle versorgungsberechtigten MAitärpersonen der Unterklassen und Hinterbliebenen von Mili- tkrhersonen der Unterklassen erhalten vom 1. Mai ISA) an b:Z zur gesetzlichen Neuregelung ihrer Gebührnisse«inen monatlich zahlbaren laufenden Teuerungszuschlag, der später auf die nach dem neuen NcichSversorgungSges«tz zu zahlenden Gebührnisse an- gerechnet wird. Ter Teuerungszuschlag beträgt für Militärper- Aus den örZanzsalianen. i. Distrikt(Kesten). Am Sonnabend, den 1. Mai, früh 7M Uhr, Treffpunkt der Eznofsinnen' und Eenossen zur Maidemonstration auf dem Dennewitz-Platz. �Abmarsch püukilich 8 Uhr. 2. Distrikt. Donnerstag, den 29. April, abend« HS Uhr, naturwissenschaftliche: Vortrag von Gen. Kresf bei Wiemer», Bülowstr. S8. AN« Elterndcirät« de» 2. Distrikt» werden gebeten zu erscheinen. Wahl ihres Obmann». 13. Distrikt, 1. Abt. Heute Donnerstag abend 7 M: Abtsilungs- Versammlung in der Aula Schonfiistzer Straße 7. Tagesordnung: Stellungnahme zum 1, Mai und zur Neichstagswahl. Drlegiertenwahl zur Beztrks-Generalverfammlung. Irr den nAchsIen Togen ersdrelnt; Das Reichswahlgfesetz mit W ahlkreis einteilnng und Wahlordnung ErlÄuierl von Emll Elcnnom EeeteNuneen. Insbesondere von den Or-enlsetlonen U mache ad erbeten. Sie werden nach der Reihenfolse des Ninaanss eiiedigt. Vcrlagsgenossenschaft„Freiheit", Abt, Buchhandlg., Berlin C 2, Breite Straße 8 9. Verantwortlich für die Redaktion: Alfred Wielepp, NculiöNn. Verlagsgenossenschaft„Freiheit",«. D. m. b. H„ Berlin.— Druck der Lindendruckeier und Verlagsgefellfchast m. b. H., Schiffbauerdamm IS Was glänzt ist Gold! Wenigstens für unser Ruhn!«. Gold-Doubl- trifft dies zu. Denn es ist weder eine Vergoldung,»och eine durchweg glelchinäßige Legierung oder Mischung von Metallen, sondern eine wirkliche, echte Dolddecke wird auf eine unechte Metallunterlage fest aufgebracht. Unser Ruhnke- Sold-Doubl« glellht den fournierten Möbeln. Der Tischler leimt bekanntlich edle Hölzer, wie Eiche, Nußbaum, Mahagoni, in dünnen Platten auf billigere Hölzer, und wenn Sie irgendwo Möbel sehen, die Sie für.echt Eiche",.echt Nußbaum",.echt Mahagoni" halten, so sind es stets die fournierten, dum andere gibt es kaum, während wir unser, in ähnlicher Weise her- gestellte» Dold-Doubl« nicht als.echt Gold" verkaufen, obwohl es viel.echter" ist als jene.echten Möbel", denn beim Ruhnke- Gold- Doubl« ist die Goldschicht nahtlos hergestellt, so daß außen überall tatsächlich echtes Gold ist. Deshalb können wir auch für eine Ruhnke-Gold-Doubl«- Fassung 2 Jahre und für die besten sogar 3 Jahre Garantie leisten, und zwar nicht bloß für dauernd goldglelches Aussehen, sondern auch für Haltbarkeit, d. h., Sie er- halten in der Garantiezeit alle Reparaturen umsonst, auch wenn diese durch Ihre Schuld enistanden find. ricbAch-5tr.kSZa Hat petpjiz«: 6k. Leipziger Sir. 113 tSde 3f(nm»€S& Qvk-Str. 1 Ecke i.£teta;TWC Str. DeMtt Mler-ZWM WwrMm Hwlitt. Laut Bes. ch nehmen unsere Mitglieder- b.» 1. Mai an den Parteiveraustaltnngen teil. ßfDMk'MkM SSSUClll! Das Qewerk�cüaftskartc!! für Nordhausen nnd Umgegend Bucht zum baldigen Antritt einen Arbester-Sekretär E. forderlich ist rednerische Begaban« sowie Kenntnis In der Arbeiter- und Sozialijesetzgcbun«. Bewerber wollen ihre Angebote an Qcao-sen Fritz Reinhardt. Metallarbeiter- Verband. Nordhausen, Kasseler Stra««» S1 unter der Auf- schritt„Bewerbons:" bis spätestens ts. 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