Einzelpreis 2» Pfennig. Z. Jahrgang vlens.'ag. ken 4. Mal:«20 Die„,er«ireit� erick'ein! moraen? nnv nachmitrae-, an Sonn» uno Leftlazen nur morgen» Der Bezuo-xrei» i>-»rägt der dreier öulkiluna in» Sau»-ür M. im vorau» zahlbar. FSr r>o'ii'eruo nehmen samHiche Loftan stalten Bestellungen entgegen Unter ötreiiNane bezogen f»rveu«s!dlond und Disterr-rch IZ.50M, üe da- übrige Ztu» änd lb.-» M. zuzüglich Valutaaufschlag, per Brief für Deutschland und Destmeich 20. SO VI «edaktion und«Äwrdltion: Verl in NW.«, Schljrdauerdamm IBllii. Fernsprecher: Ami Norden»Z3—»6,-4895 und tSSß. Nummer 157> Nlorgen-Msgave Jttftttfte kosten die achtgesp. Nonpar?illezeile oder deren Raum&20 Mk. zuzstgl. 50% Teueru igsz schlag Familien» und Grganisationsanzeigen die achwesx. Ronpareillezeil» 2.40 Mk.,'etto. Kleine An;e gm: Da» fe.tgedruckte Wort M5 jede- weitere lvort 8''l?fg., zuzügl. 50', Ce erungszusch'ag. Stellengesache, Familien- u. Grganisations- Wort-Anzeigen kosten das fettgedruckte lvort Mk., jedes weitere tvorl 83 pfg. netto Jnseraten-Abteilunq: Verlin NW. G. C»iffbane?damm 19 Aernsvreck?fr*imt Norden 833—36, 2895—96, 9768 berliner-Organ t>pr Unabhängigen Syiitiöemofmtie OeutMlm.'» •x*u•- .WGMMKMiN'.M Emanuel Vorm f �ln öle Reichstagswähler von Herlin unö Hranöenburg. Arbeiker. Angestellle. VeamZe! �*amu' Sratc 6m Sim6t Nachdem die Kandidaten zu den Reichstagswahlen in\ Besondere Ausmerksamkeit aber verlangt die A g l- Berlin-StM, in Potsdam.1(Niederbarnim usw), intationunterdcnFrauen. Sie stellen mehr als Potsdam V(Teltow-Beeskow usw.), solvie im Wahlkreis hie Halste der wahlberechtigten Bevölkerung dar. S i e Frankfurt a. O. aufgestellt sind, tritt die Lnabhängige entscheiden deshalb den W a h l k a m p f. Zu Sozialdemokratische Partei in voller Selbständigkeit und ihnen muß deshalb besonders gesprochen und geschrieben unter Propagierung ihrer grundsätzlichen Anschauungen � werden. Ihnen müssen wir zeigen, daß die ungeheuren tn den Wahlkampf eln. I Lasten der Gegenwart Folgen des völkermordenden Getreu dem Programm, das die Llnabhänglge Sozial- Krieges, Folgen det kapitalistischen Gesellschaftsordnung �„ ri demokratische Partei stets vertreten hat, sucht sie die sind und daß auch die Befreiung der Frauen von dem aUt�s?nd?m däß sie �u"v?r ä nVe'r nie:, b".' Wiederum hat die Unabhängige Sozialdemokratie eine«! unersetzlichen Verlust erlitten. Emanuel Wurm, einer unserer besten, kenntnisreichsten und sähigsten Führer, ein Mann von lauterstem Charakter, der der deutschen Arbeite« bewegung mehr als drei Jahrzehnte an vorderster Stelle gs- dient hat, ist gestern abend den Folgen der Operation, der er sich am 19. April unterzogen hatte, zum Opfer gefallen. Lange bereits zehrte eine tückische Krankheit an seinen Krästen. Aber Energie und Pflichtbewußtlein und dis Fülle der ihm auferlegten Aufgaben bestimmten ihn, sich keine Nuhe zu gönnen. Erst als die Operation unvermeii> lich und unaufschiebbar geworden war, unierzog er sich ihr, wohl wissend, wie ernst sein Schicksal sich gestalten würde. Emanuel Wurnis Leben war vollständig ausgefüllt von dem Wirren für die Arbeiterklasse. Bereits als junger Student, der sich selbst den Unterhalt für sein Studium mühselig erwerben mußte, wurde er Anfang der achtziger Fahre Anhänger der damals verfolgten und geächteten So- staldemokratie, und ist ihr treu geblieben viele Jahrzehnte hindurch. Situation in Stadt und Land, in allen Kreism der Be- Vsiksx-gLNgffpst..tll he Ad. et. völkerung, unter Arbeitern, Angestellten und Beamten zu Nur ein Monat trennt uns von dem Wahltag. Er verbreiten.! entscheidet zwar nicht das Schicksal des Proletariats, aber „...,________ er ist eine Gelegenheit, scharfe und gründliche Abrechnung ßö U Jtl 3w.sä2v.0i> JCtt vA1. ÖO» � öjjcn Konterrevolutionären, Schemdemolraten und unserer Bühibewegung underühr! bieiven. Scheinsozialisten und allen anderen Klassenfeinden des Lleberall, auch w den kleinsten Orten, muß die werk- �Proletariats zuhalten. Er muß eine Heerschau tätige Bevölkerung die Stimme der Ll.S.P. vernehmen, w e r d e n für den Sozialismus, für den Willen Llm alle diese Orte mit Flugblättern und sonstigem Wahl- zm Verwirklichung der Diktatur des Proletariats, und Material belegen zu können, ist es dringend notwendig, daß � muß zeigen, daß der Wille zum Sozialismus die werk- die mit dem flachen Lande in Verbindung stehenden Ge- tätigen Volksmassen in Stadt und Land erfaßt hat und Nossen uns in dieser Aufgabe unterstützen und selbst>n endgültigen Sieg des Sozialismus anknndet. Berlin, den 4. Mai 1929. ' Ter xeschAls'iilirenüe Aus'ch'H kks Sczlilsvertankes 15eziiii-15«m&eiib!itg»er U. S 5. ZestMnds. Massen des deutschen Proletariats unter �ruck und dem Elend der Gegenwart nur durch den ge-! stimmte stets sein Handeln. Von der Gründung des ersten l h r e m B a n n e r z a v e r e i n: g e n. Der Wchlkampf meiulamen Kampf mit den Mäpnern für den Sozialismus' Arbeiterkonsumvereins auf moderner sozialistischer Grund. t4*tfs a...,.-, i vit ItLH'CL. lÜIÜöi? Cll l i'tiv 5� jCluGt. Ki..i-lt ftelif deshalb d»e gro�e an uns, b.c(Smü.aQe erreicht werden kann. Tätigkeit im Parlament, in der Gemeinde und an den zahl- der ll. S. P. und ihre Auffassung von der polnischen• oim st« j reichen anderen Stätten seines Wirkens hat er stets in die- ser Rilbtung gewirkt. Ausgestattet mit gründlichen volkswirtschaftlichen Kenntnissen, hat er. Großes auf dem Gebiet der Anwendung der marxistischen Erkenntnisse für die Praxis der Arbeiter- bewegung geleistet, und ihr wertvolle Waffen geschmiedet, die ihren Kampf erfolgreich unterstützten. Eine reiche schriftstellerische Tätigkeit zeugt hiervon.- Sein bereits Mitte der neunziger Jahre herausgegebenes Volkslexikon war lange Zelt eine Quelle bester Belehrung für alle Ar- beiter und verschaffte ihm Anerkennung weit über die Kreils der Arbeiterbewegung hinaus. Finanz- und Steuerprobleme, Ernährnngs- und Gesundheitswesen, die Probleme der Kom« ninnalpolitik sind lange Zeit die Aufgaben gewesen, ans denen er mehr als iedxr andere durch die große Sachkcnnt- nis und die gründliche Beherrschung der Materie ancrkanntg Autorität war. Auf den Parteitagen war er deshalb oftmals Referent über diese Fragen, und auch als Lehrer der Parteischule hat er dem bildungshunzrigen Proletariat die Möglichkeit zur Erkenntnis der großen Zusaminenhänge im Wirtschaftsleben geliefert und ihm die Forschungsmethoden des Marxismus nähergebracht. Diesem Zwecke dientn auch seine übrigen Schriften und seine zahlreichen wirtschaftlichem Ab». Handlungen in der„Neuen Zeit" ,von denen viele bahn- brechend gewesen sind und mit zu den Besten zählten, was die marxistische Literatur zur Lösung der Volkswirtschaft-. lichen Probleme beigesteuert hat.\- Als deshalb 1902 die Erweiterung der Redaktion des wissenschaftlichen Zentralorgans der Partü, der„Neuen Zeit" notwendig wurde, wurde Emanuel Wurm berufen, der dem Blatte während anderthalb Jahrzehnten bis zu leiner gewaltsamen Entfernung durch die Scheidcmann uns Ebert viel von dem Ansehen verschaffte, daß'das Blatt da- Ebert viel von.dem Ansehen vevschasfte, daß es damals besaß. Die erfolgreichste Tätigkeit aber hat Wurm aus parla- mentarischem Gebiete geleistet. Er war nie einer von denen, die sich in Illusionen über den Wert des Parlamentarismus für das Proletariat wiegten. Zu tief von der Unüberwind- lichkeit der Klassengegensätze zwischen dem Proletariat und der Bourgeoisie überzeugt und zu sehr erfüllt von der Er- kenntnis daß diese Klassengegensätze in der kapitalistischen Gesellschaft sich dauernd verschärfen und niemals innerhalb des Parlamentes zum Austrag gebracht werden können ver» warf er jede Politik, die um kleinlicher Vorteile willen die Grundsätze und die großen Ziele der Arbeitcrbcwegvnz außer acht lassen wollte. Die scharfen Kämpfe die in der? deutschen Sozialdemokratie mit dem Reformismus aus-�e» fochten wurden, fanden ihn deshalb stets mit an der Spitze derer, die de parlamentarischen Illusionen bekämpften. Trotzdem war er ein erfolgreicher Parlamentarier, weil ek eS wie nur wenige verstand, auch in kleinen Fragen die großen Grundsätze herauszuarbeiten, und bei der Erörte- rung politischer Fragen die Klasseninteressen anfz.idecksn, von denen rhre Entscheidung abhing. Dreißig Fahre lang bat er den Wahlkreis Gera im Parlament vertreten, getragen von dem nie wankenden Vertrauen der mit ibrn aufs innigste verwachsenen Wählerschaft des Thür Inger' Landes. ß..:e.ebenso erlelgreiche Tätigkeit ober'entfalte� «-nauuet Wurm ans Hein Gebiet der KvWNwralvolst� Die kmitilelc« der L. S. f. Folgende Genossinnen und Genossen kandieren für die Nu< hängige Sozialdemokratische Pattei: Bcrlin-Stadt: 1 Louise Zieh, 2. Emil Eichhorn, 3. Georg Ledebonr, 4. Artur Crispicn, 5. Dr. Moses, 6. Adolf Hoffmann, 7 H Malt ahn, 8. W. Hofsmann, 9. Dr. Weinberg, 10. Rr- c&orö Müller. 11. Dr. P. Hertz. 12. Johanna Ladewrg, 13. Mathilde Wurm, 14. Karl Knlisch, 15. Paul Eckert. Potsdam I(Niederbarnim usw.): 1 Dr R Brcitschcid, 2. Brühl, 3. Frau Wulf, 4. Siaab, 5. Küt.-.' 6. Gäbel. 7. Adolf Hoffmann, 8. Pfeiffer, 9. Alfrad John.- Potsdam ll(Teltow-Beeskow usw.): 1. Zubcil- Berlin. 2. Däumig- Steglitz, 3. Lölvrnstci». Clwrlotteirburg, 4. Frau Ncmih-Charlottenburz, 5 Künstler- Neukölln, 6. Wcgmann- Berlin. 7. Herzfcld- Berlin. 8. Vogthcrr. 9. Stöcker- Berlin. 10. Hoffmann- Schmargen- darf. Frankfurt(Oder): 1 Kotzke- Berlin. 2. Frau Karchsorst, 3. Mmer-Cott- öus 4 Zschickcrt- Cottbus. 5. Syschalla» Marga, 6. Rek- wage!- Landsberg, 7. Nieschalk- Berlin, 8. Wortha- Forst. K. Ben er- Lautawerk. 19 Schulze» Finstcrwalde,.11, Kretz- schc- Sommerfeld, 12. Manrg- Groß-Räschen, 13. Wagner- Spremberg. 14. Linde- Berlin. 15. Jeschncr- Frankfurt, 16. Kudcwch. Sorau. Ans zu den verfmmZMM. Der BezirkSverband Berlin-Brnndenburg 11. S. P. D. veranstaltet heute abend 7 Uhr öffentliche. Wähler. Versammlungen mit der Tagesordnung: Die U. S. P. D. u n d d e r» e u e R e i ch s t a g. Die Bersamm- lungcn finde» statt:, Neue Welt, Hasenheide: Bockbrauerei» Fidicinslraße: Gewerkschaftshau») Ewgelufer IS; KönigSbank, Große Frankfurter Straße 117; Viehhofborse, Eldenaer Straße; PharuSsale, Müllerstr. 142; Schulaula, Strelitzer Str. 42; Büttner, Schwedter Str. 23-24; Schulaula Grei- scnhagener Straße 20-21; Schulaula, Ärünthgler Straße, Moabiter Gesellschaftshaus, Wicleffstraße 24; Stadt» Theater Moabit, Alt-Moabit 47.49; Charlottenburg, Volks- hauS, Rofinenstr. 8; Treptow-Baumschulenweg: Wanzlick, Am Treptower Park; Lichtenberg: Cafä Bellevue, Hauptstraße 4;- Reinickendorf-Ost: Hubertussäle: R inickrndorf. West: Hartmanns Brauerei, Scharnwederstr. 106. Arbeiter! Parteigeuossen! Diese Bcrsammlnugcn werden die erste machtvolle Heerschau der Unabhängigeu Sozialdemokratischen Partei Berlins zum Wahlkampf sein. Sie müssen beweisen, wo das Beniner Proletariat steht. .Deshalb: Auf in die Verfammlunae,»! »ormMg Myre PMMrSs war er SfoMsrorönefier!tt VeMn., Mstimmungsrommissuur, sowie dez polnische« Konsulats beran. Neben und noch PcnÄ Smger war er der führende laßt, abzureisen. Nur unter dem Schutze französischer Truppen Mann in der Fraktion, dem dos Vertrauen der Genossen M i dor einem halben Aahr noch die schzwere Bürde des Amtes eines unbesoldeten Mitgliedes des Mogistrats übertrogen ließ. Auch dieses Amt hat Wurm, wie jsd.es Amt, das ihm ubertragsn wurde, mit seltenem Pflichteifer mrd Unerm'üb- luhkeit ausgeWt. Die Revolution brachte ihn an die Spitze des Reichs- ernöhrungsomtes._ Vom 14. November 1918 bis zum 15. Februar 1919 übte er'dieses Amt aus. Seine sachlichen Fähigkeiten waren so groß, daß er, als die unabhängigen Vblksbeau'ftra'gten Ende Dezember aus der Negierung aus- schieden, und er sein Amt zur Verfügung stellte, von der Regierung im-Jntxresse der Sicherstellung der VoMernäh- rung dringend gebeten wurde, auf seinem Posten aus�u- harren, bis die Nolsonalversammbung über die künftige Zusammensetzung-der Regierung eine Entscheidung ge- troffen-habe. Obwohl Wurm wußte, daß er nach dem Ausscheiden der Unabhängigen jedes Rückhaltes bei der Rögiorung beraubt sei, und noch weniger als vorher im- stände sein würde, seine großen Pläne aus-dem Gebiet der Reformierung des Emähvungswesens durchzuführen, entzog er sich dieser Pflicht nicht. Was er in den droi Monaten im Reichsernährungsamt geleistet hat, ist nur Wenigen be- Bannt geworden, und noch Wenigere wissen, daß er in dieser Zeit den Keim gelegt hat zu den erfolgreichen Verhond- l-ungen mit der Entente sür die Versorgung Deutschlands mit Lebensmittel-n. Sein Ruf als unabhängigor Sozial- demokrat, als National ö-konom und als Sachverständiger auf dem Gebiete des Erncihrungs-weseus hotten ihm i>as Vertrauen der Männer des Auslandes verschafft, bei denen damals die Entsch-eidu-ng über diese Fragen-lag. Ein erfolgreiches Leben hat ein Ende genommen. Ein Leben, überaus reich an werwoller Arbeit und wertvollen Früchten für das deutsche Proletariat. Um so schmerzlicher ist sein Verlust für uns und fast unfaßbar der Geoonke, daß wir die großen uns bevorstehenden Aufgaben nun ohne ihn lösen müssen. Schmerzlich und noch lange Zeit fühlbar ird die Lüche sein,.tok iäfl Toh in unsere Reihen ge- W HoL p» Mlarismiis und Thmulnismus lu < Lbttschleflen. s�uA O�er�chkesse« wird nn#{BfchtfclfeWj•t-'???' D-te Vorgänge, die fich to der testen Woche km besetzten rfchfestea abgespielt haben,«tchen kr khren direkten Ursachen bi» in die Zeit, wo Oberschlesten, Anfang Februar, von Drenzschutztrnppea«nd der Reichswehr geräumt wurde. Da- hat die&. War-ruebrigaid«. die schon während des Polen- sches tm August mit Feuer und Schwert.für' die deutsche wütei� dem potmschen Stadwerordneten Nirdurny au» -uthen(StadtteÄ FriedenShütte) das Schicksal Karl LiebcknechtZ tteh d. h. er wurde»aus der Flucht' erschossen. W ohlbemerk t, R. gar wicht nötig zu stiehen, denn seine Verhaftung erfolgte e Dage dor dem bevorstehenden Abmarsch der Truppen. Angesicht» dieser schamlosen Handlungsweise entmenschter Sol» wäre es Pflicht der deutsch«, Behörden gewesen, von selbst > olles aufzubieten, um Klarheit in die Angologenheit zm bringen. tt dessen gab ein Erster Staatsanwalt Fipper aus Beuchen � Anfragen der Entente einfach ausweichende Antworten. Run müßte aber auch der französisch« Militarismus kein litariSmus sein, wenn auch nicht w seinem Bereich die mensch- -che Gemeinheit Gelegenheit gn Taten hätte. Da» geschah da- ich, daß i» Oppeln ein fransöstscher Soldat einen deutschen ahnbeamten ohne Grund über den Haufen cho ß. Dies« Untat wie andere Schikanen, mit denen«in -ilitariSmu» besetzte Gebiete zu bedenken Pflegt, gaben«in gute» Feld, auf dem der Chauviuimu» deutscher und polnischer Herkunft gedeihen konnte. Angestellte, die gerade wirtschaftliche Forderungen durchkämpften, streikends Beamte«nd Oppelner llobeiter bereiteten«in« so nervös« Sphäre in Oberschlesien, daß pa« der Entente da» Wort fiel:.Wenn es in O.S. wirklich zum Aeneralstreik käme, würde di« Ententekommisston die polnischen Gruppen zu Hilfe rufen.' Dieses inzwischen wieder dementier» Wort bracht« die Entscheidung in dem Kampfe, den die gesamt« privatangastelltenschaft der oberschlestschen Großindustrie mit den Unternehmern führte. Nur der Ententeforderung weichend, ging »ie Großindustrie dem Wirtschastskampfe aus dem Wege. Hätte sie Entente gesagt, daß sie jeden Streik verbiet«, so wäre�der streik der gesamten Privatangestellten, hinter dem alle Verbände geschlossen standen, sicher ausgebrochen. Inzwischen haben di« Franzosen eingesehen, daß«? nicht so fcnfach ist, Oberschlesien zu.regieren'. Es ist ein« verteufelt Dünstige Luft, die über Oberschlesien liegt. Die Nutznießer d«S Chauvinismus haben die Schwierigkeiten der»interalliierten jRegierungS» und PlebiSzitkommission' bereit»«rkannt und sind pn die Ausbeutung der Lage herangegangen. Besonders solche Politiker, denen daran gelegen ist, Ober» jschlesifns Staub aus möglichst vorteilhaft« Art und Weise von -sich abschütteln zu können, gehen mit größtem Schneid gegen die Ententebesetzung vor, in Wort und Schrift. Sie riskieren dabei bloß, daß Staat und Reich auskömmlich-für sie sorgen, wenn— sie ausgewiesen werden. Und Ausweisungen erfolgen auch in Hüll« und Fülle. So arbeitet ein Chauvinismus dem andern -in die Hand. Sie, die Nationalen, sind durch Jdeengemeinschast international miteinander verbunden, ob deutsch, ob polnisch, ob französisch, im Endeffekt alle ein Leib und«ine Seele. Welcher Art die Leute sind, die jetzt in Oberschlesten von sich reden machen, erkennt man besonders am Fall Frömmert in Oppeln. Dieser junge Offizier, der vor dem 9. November 1918 in Oppeln auf der Straß« einen 40jährigen Landsturmmann mit dem Degen bearbeitete, der 19t g als»Grenzschutz" gegen die Parteigenossen der U. S. P. losging, war es auch April 1220 wieder, der als Offizier der lgrüren) SicherheitStoehr„Ordnung schaffen wollt«, indem er seinerseits auf schießende Franzose« schoß. Die Soldateska Nutet halt hüben und drüben. gn Oberschlesien wird Ruhe und Sicherheit erst dann wieder- kehren, wenn der letzte Soldat, der deutsche sowohl wie der pol. nisc�e und französisch, aus d�m vielgeprüften fc-ande verschwun05n ist Auffallend und viel bemerkt ist in Oberschlesien das Ver- halten des i t a l i e n i s ch e n M i l i t ä rs�, das sich dort, wo die Franzosen sich„engagieren", unauffällig zurück z i e h t. Sollten die Italiener schon ein Haar in der oberschlesiicheu Suppe gesunden haben? Äs k'uzschrclkui�cn in Oppeln. . Oppeln, 13. April. jKe überaus erregfe Haftung her denischen Bevölkerungen gelang es ihnen, das Hotel auf einem Seitenwege zu verlassen, da sich bereits eine zahlreiche Menschenmenge angesammelt hatte, welche eine überaus drohende Haltung gege-n die polnischen Agitatoren einnahm. In Oppeln waren heute die Geschäfte und Zeitungen der Großpolen geschlossen. Die Räume derselben waren gestern, als sie von der Menge gestürmt wurden, mit Gas angefüllt. In allen Stadtteilen kam es auch heute zu b l u- t i g c n Z w i s ch e n f ä l l e n. In der Rosenberger Straße wurde ein Pole, der gestern aus die deutsche Bsvolkerung geschossen hatte, erschossen. Sie lleichswehr im Ruhrgebiek. Nach einer Meldung der„P. P. N.' ist D ü s s e l d o r f erneut mit Reichstvehr belegt worden, und zwar ist das Re- giment 61 der Reichswehr dort stationiert, außerdem sind 1999 Mann-grüne Sichevheitspvlizsi nach Düsseldorf ver- llagf worden. Ebenso ist nach Kaiserswerth und R a t i n g e n das Reichswehrregiment 62 verlegt'worden. Alle diese Meldungen beweisen, in Uebereinstimmung mit der Absicht, in das südliche Ruhrgebiet einzurücken, die Ziele der Militärs, das Ruhrgebiet planmäßig mit Reichs- wehr zu besetzen, um im Falle eines neuen gegenrevolutio- nären Putsches jede Gegenbewegung der Arbeiterschaft so- fort im Keime zu erstickem Die Besetzung des Ruhrgebiets durch Reichswehr bedeutet das größte Unheil. Die Regie- rung lebt in der wahnsinnigsten Verblendung, wenn sie den Militärs die Kerntruppen des deutschen Proletariats aus- liefert. � Die Noskepolitik wird fortgesetzt. Feigheit, zages Zurückweichen vor den Militärs, Angst vor dem Bolsche- wismus. Bangen um die eigene Machtstellung, das sind die Triebfedern der Regierungsvolitik! Wir fordern nachdrücklichst, jedes weitere Vorrücken der Reichswehr, sowie jede Verstärkung der schon im Ruhrgebiet befindlichen Formationen sofort einzustellen. Die Folgen dieses verhängnisvollen Treibens wird in erster Livie die Regierung selbst zu spüren haben, Ist vayem selbslSudlg? Wir IJasien berefts darauf hingewiesen, daß kn Bayern durch die Verhängung des Ausnahmezustandes durch die bayerische Regierung ein Zustand eingetreten ist, der fast einer Selbständigkeit Bayerns innerhalb des Reiches gleich- kommt. Die Reichsregierung wagt nicht einmal, auch nur ein Wort der Mahnung nach Bayern zu richten. Seit Tagen erwägt sie. ob sie m Bayern anfragen soll, aus Grund welcher Ursachen man sich zum Verbot der unabhängigen und kommunistischen Presse entschlossen habe. Inzwischen haust in Bayern die Regierung des Herrn von Kohr, ohne jede Bedenken. In der Rodaktion unseres Münchener Parteiorgans haben Haussuchungen stattgefunden. Alle Akten und Papiere der Redaktion und des Verlages sind beschlagnahmt. Jedes Recht ist somit durch die bayerische Regierung außer Kraft gesetzt und«in Zustand der Gesetzlosigkett eingetreten, der allen in der Verfassung zugesicherten Rechten Hohn spricht. Aus Grund des Art. 48 der Reichsverfasiung hat der Reichspräsident oder der Reichstag das Recht. Maßnahmen, die eine Landesregierung als einstweilige für den Ausnahmezustand erlassen hat, aufzuheben. Wir haben be- reits vor einigen Tagen an den Reichspräsidenten die Auf- forderung gerichtet, den Ausnahmezustand in Bayern, für den nicht die geringste Veranlassung vorliegt, auszuheben, um so dem Zustand der Rechtlosigkeit ein Eick« zu machen und zugleich di« stark gefährdete Einheit des Reiches zu retten. Der Reichspräsident hat aber bisher nichts von sich hören lassen. Wie lange soll der Skandal noch dauern, daß die bayerischen Kappisten in ihrem Machtbereich„auf gesetz- tichem Wege" das verwirklichen, was ihren GesinnungS- genossen im R�ich mit Hilfe des StaatSstteichS nicht ge- lungen ist!: Sie Kresstagswohle« in Düsseldorf. Düsseldorf, S. Mat. Bei den KreiStagSwvhlen im Regierungsbezirk Düsseldorf sind gewählt worden: 265 Zentrum, 61 Unabhängige, 55 Rechts» sozialistvn, 42 Deutsche Volkspartei, 40 Deu-tschnationole, 23 De- mokratcn und 31 Parteilos«, unter denen sich zwei Vertreter der Freien Bauernschaft, i-m übrigen Mitteljtändter und Angcihörige eiueS Bürgerblocks befinden. Die beiden sozialdemokratischen Parteien zusammen haben in den Kreisen Solingen und Mettmann die Mehrheit, das Zentrum in den Kreisen M.-Gladbach, Cleve, Kresel!� NeuS, Geldern, Essen, Kempen und Rees. ». V.™..»..............--r-. tz.»s»» W« £fff*laLt!kMä firnfr artffst, MM Schnaps. Demokratie und Denijche Volksparlei. Die„Frankfurter Zeitung" veröffentlicht ein Rund schreiben des Syndikus des Verbandes beut scher Spiritusinteressenten, Dr. Neumann, an die angeschlossenen Vereine, in dem Neumann mitteilte, daß der Verband aus dem Kampffonds 59 999 Mark aus- geworfen habe, um ihm, Dr. Neumann, eine aussichtsreiche Reichstagskandidatur zu verschaften. Er be- nöttge noch weitere 199 999 Mark. Die Frag« der Kandidatur sei eine reine Geldfrage. Die Deutsche Volkspar t e i sei. wie Dr. Neumann weiter in dem Rundschreiben mitteilte, bereit, ihn an der Spitze einer Liste in einem brandenburgischen Wahlkreise aufzustellen. Die Meldung ist in mehr als einer Beziehung inter- essant. Erstens: Die deutschen SchnapSfabrikanten und Schnapshä'ndler wollen im Parlament einen eigenen Vertreter ihrer Interessen haben und sind bereft, zur Erreichung dieses Ziels in den Beutel zu greifen. Zweitens: Die M>napsinteressenten taxieren dieKosten einer einzigen Kandidatur auf 169 999 Mark. Sie Haffen, diese Summe auszubringen und liefern damit wieder einmal den Beweis dafür, daß die formale Demokratie weit davon entfernt ist dem Proletarier und dem Kapitalisten die gleichen Chancen zu gewähren. Dritkens. die Deutsche Volkspartei, diese.Partei der Freiheit und Arbeit", will den Schnapsvertreter an die Spitze einer ihrer Listen jetzen. weNlk er nur das nötige Kleingeld mitbringt......- t-> Sie Muni Pommern. Auf der Insel Rügen find erneut große Waffenfunde gemacht worden. Bisher sind insgesamt 200 Maschinengewehre und 1500 Gewehre und Karabiner w die Hände der polizeiliche« Kontrollorgane gesallen. Damit find die Wassenlager auf Rügen aber noch nicht erschöpft. Und noch weit größere Waffenmengen lagern auf den pommersckien Gütern. Die agrarische Presse schweigt die Funde natürlich tot. Dafür putscht sie die Oesfenl lichkeit dauernd mit verlogenen Nachrichten über angebliche kam munistische Umtriebe aus. Aber die Wasfenfunde bei den Agra riern, den eingefleischten Feinden der Republik, zeigen doch allzu deutlich, von welcher Seite die stärkste Gefahr drccht. Denn, daß die Agrarier die Waffen nicht versteckt haben, um hin und wieder Der neue Krieg im Osten. Rußland und die Alliierten. .Manchester Guardin"sagt in seiner Wochenausgabe, ein Mick auf die russischen Angelegenheiten aus der Vogelperspektive werfe«in bezeichnendes Licht auf die Welt, an deren Spitze der Oberste Rat stehe. Während aus zur Zei-t noch u-wbekannten Gründen die Japaner e-inon Konflikit im fernen Osten her- beigeführt haben, sei es im«uropäiischen Rußland Polen gelun» gen, die Kriegsslamme wieder anzufachen and«S sei eifrig dabei, m der Ukraine eine konterrevolutionäre Bewegung gegen die dort herrschende Sowjetmacht zu nähren. Palen habe auch Finnland dazu bestimmt, kein« Sonderverhandlungen mit Rußland zu führen und mit Ansprüchen an Karolien und die Murmans-küste auszuitrelen�die den scho-N erwarteten Vergleich mit Rußland wieder sehr fraglich erscheinen lassen. Im Westen aber sei daZ Scheitern der WirtschastSkonserenz in Kopenhagen zu verzeichnen, das von den Alliierien mit dem Mangel an Einkaufsmöglichkeiten in Rußland begründet wird, in Wahrheit«der wohl darauf zurückzuführcin sei, daß die Franzosen die Zusicherung der Bezahlung der VorfoiegSanleihen nicht erreichen konnten. Nur die-italienisch« Regierung habe di« EdaubniS zur sofortigen Einrichtung einer russischen Handelsagentur in Rom erteilt. Auch der Plan einer Unter, suchungSoltion durch den Völkerlbund müsse als gescheitert gelten, Cm Aufruf der Sowjet-Regierung. Amsterdam, 3. Mai. Englischen Dlattern zufolge hat die Sow-jetregierung eine» Aufruf an di« Arbeiter, die Landleut« und die Roten Soldaten gerichtet, in dem es heißt: Sowjctrußland, welche» Denikin, Koltschak und Judenitsch besiegt hat, ist imstande, mit Feuer und Stahl den polnischen.PanS' und denen, die hinter ihnen stehen, zu beweisen, daß die Zeit, wo da» russische arbeitende Volk wehrlos war, zu Ende ist. Ihr könnt den polni- chen Großgrundbesitzern und Kapitalisten einen solchen Schlag versetzen, daß sein Echo rq de,, Straßen aller Hauptstädte der Erde widerhallt. �Westminster Gazette' schreibt z-n dem Aufruf, keiner der neugeschaffenen Staaten brauche den Frieden dringender als Polen. Die Allnerten sollten khren Einfluß dazu verwenden, e» Krieg so bald wie möglich zu beendigen. .D.a ilh New»' nennt den Krieg verbrecherisch. Die Alliierten sollten der polnischen Regierung keinen Kredit und kein« Unze Kriegsmaterial geben. Der VälkerbundSrat müsse zusammengerufen werden. .Times' sieht m dem Polnischen Vorgehen Mir einen AR der Selbstverteidigung,,. i;-*• Ave programmatische Aklöraug der sranzSsischen Gewersschaslev. Borschläge zur Liquidierung der Kriegsfolgen. Pari». 3. Mai. Der Allgemeine«rbeiterverbanb(C. G. T.) erläßt eine pro. grammatische Erklärung, tu der er unter anderem die Errichtung«tne» internationalen Konsortiums zur Verteilung der Rohmaterialien» ein« internationale, unter der Kontrolle de» Völkerbundes stehende Handelsflotte, Regulierung der Fracht- preise»nd gleichmäßige Ernährung aller Länder fordert. Ferner »erlangt er eine internationale Verteilung der Kriegslasten, Beendigung der kolonialen Expeditionen, sowie eine andere inter- nationale Politik. Der Verband erklärt, die Arbeiter seien sich des Ernstes der Log» bewußt; aber die Erhöhung der Löhne stelle da» Gleich- gewicht nicht wieder her und löse nicht die gestellten Probleme. Eine Umgestaltung der Mechoden, eine andere Att der Bcrwal- tung seien erforderlich, D»rum dreh«(ich dcx Kampf im all, gemeinen._..'' Verringerung der deutschen kohleulieseMgen an das Ansland. Me interalliierte Kohlenkommission in Essen teilt mit, daß die zwischen Vertretern Deutschlands. Frankreichs und Hollaads geführten Verhandlungen über die deutschen Kohlenlieferungen an Holland damit beendet wür- den, daß'Frankreich und Italien eingewilligt haben, die Meng« der aus Grund des Friedensvertrages zu liefernden Kohlen zu veoringern. Aber auch die so reduzierte Menge, auf deren Lieferung Frankreich und Italien bestehen, könne erst von Deutschland g«. liefert werden, wenn die deutsche Kohlenproduktion mindestens um ein Drirtel erhöht werde. Da Frankreich erklärt hat, daß eZ aus die ihm zustehende Menge mit aller Bestimmtheit reckme und auch die notwendigen Maßnahmen zum Versand der Kohlen selbst treffen werde, so ist e» Deutschland unmöglich, Kohlen an Holland oder andere neutrale Länder weiter zu liefern. 4 Oer verkehrsskress in ssravsts'ch. Der Arbeiterverband übernimmt die Streikleitung. Pari?, 3. Mai. Wie.Matin' meldet, hat der Verwaltungsausschuß des Allge- meinen Arbeiterverbandes gestern beschlossen, sich a-ls St ik» kornilee zu konstituieren, um die allgemein« Leitung der Aus- staudSbRvegung zu ubernehmen. H. N. Pari», 3. April. .Petit Parisien' meidet, daß die Mannschaft sämtlicher Schifft in Diarseille am 2. Mai in den Streik getreten ist. Dt» Kopien» ftaftg« Men M tzM&&£~~'' Zur tvahlbeweguna. Las Reichswahlgesetz. Der Termin für die Reichstagswahlen ist auf den k. Juni festgesetzt, zugleich ist auch das soeben im Reichs- gesetzblatt veröffentlichte neue Wahlgesetz in Kraft getreten. In den nächsten Tagen erscheint im Verlage der„Freiheit" eine kleine Schrift, die sowohl das Reichswahlgesetz nebst Erläuterung, als auch die Wahlkreiseinteilung und die Wahlordnung enthält. Zur sofortigen Unterrichtung unserer Leser aber geben wir nachstehend die wichtigsten Bestimmungen aus dem 42 Paragraphen umfassenden Reichswahlgesetz wieder. Wahlberechtigt fwd alle Reichsangehörigen beiderlei Geschlechts, die am Wahltag« das 20. Lebensjahr vollendet haben, in der Wählerliste oder m der Wahlkartei eingetragen stnd oder einen Wahlschein besitzen. Nicht wahlberechtigt find demnach die Deutschösterreicher und diejenigen an fich wahlberechtigten Personen, die nicht in der Wählerliste stehen. Gründliche Nachprüfung der Wählerlisten ist also drin. gend erforderlich. Ausgeschlossen vom Wahlrecht sind Geisteskranke, Unmündige, Personen denen die bürgerlichen Ehrenrechte ab» erkannt sind. Straf- und Untersuchungsgefangene und Soldaten, solange sie der Wehrmacht angehören. Personen, die sich auS politischen Gründen in Schutzhaft befinden, können wählen! Wahlbar ist jeder Wahlberechtigte, der am Wahltag 25 Jahre alt und seit «indestenz einem Jahre ReichScrngehöriger ist. Die Wählerlisten. Spätesten? 4 Wochen vor dem Wahltage, also spätesten? am 8. Mai, müssen die Wählerlisten oder Wahlkarteien öffentlich ausgelegt werden. Jedermann kann sie einsehen, jeder muß sie einsehen, um festzustellen, ob sein Wahlrecht gesichert ist oder ob es erst durch Reklamation festgestellt werden muß. Die Kontrolle der Wählerlisten muß schnellstens vorgenommen werden, denn sie liegen nur 8 Tage zur Einsicht miS. Die Einsprüche gegen Lücken und falsche Angaben in den Wählerlisten sind bei den Gemeindebehörden anzubringen. Innerhalb der darguffolgenden 14 Tage, also spätestens am 22. Mai, sind sie zu erledigen. Dann steht die Wählerliste fest und niemand kann eine Aenderunz mehr erreichen. Wo wirb gewählt? Man kann'nur in dem Wahlbezirk wählen, m dessen Wähler- bist« oder Wahlkartei man eingetragen ist. Personen, die verhindert sind, am Wahltage in ihrem Wohnort das Wahlrecht auszuüben, können sich einen Wahlschein ausstellen lassen, der sie berechtigt, an jedem beliebigen Ort des Deutschen Reiches zu wählen. In der Wahlliste ihres Wohnortes werden sie natürlich dan.i gestrichen. CS empfiehlt sich, daß Ge- MästSreisende, Eisenbahner, Schiffspersonal usw. von dieser Einrichtung regen Gebrauch machen. Wahlkuverts und Stimmzettel. Gewählt wird mit verdecktem Stimmzettel, das heißt, wie früher, mit amtlich abgestempelten Wahlkuverts. Aus Rücksicht auf di« teuren Papierpreise brauchen die Stimmzettel nicht wehr aus weißem S.lireibpapier zu sein, es kann gewöhnliches Zeitungsdnickpapicr dazu verwendet werden. Die Stimmzettel können alle Namen der Kandidaten ent- halten, es genügt aber auch der erste Name, und sogar nur die amtliche Nummer wr Kandidatenliste. Die Parteizugehörigkeit der Liste kann auf den Stimmzetteln aufgedruckt werden, ohne daß er ungültig wird. Emreichimg der Kandidatenliste. Die Kandidatenliste muß spätestens am 21. Tage vor dem Wahltag dem Kreis-Wahlleitier eirnze reicht sein, spätestens an demselben Tage die Erklärung eines jeden Kandidaten, daß er mit seiner Aufstellung als Kandidat einverstanden ist. Die Zahl der Abgeordneten ist nicht mehr wie früher festgelegt, sondern es entfällt auf je 80 000 abgegebene Stimmen ein Abgeordneter: die Peststimmen gehen entweder auf den Wahlkreisveriband oder auf di« Reich«. liste über. Wenn diese Wahlordnung schon bei der Naiionaloer- sammlungSwahl bestanden hätte, so würde die U. S. P. D. nicht 22, sondern 38 Abgeordnete erholten haben, da damals auf jeden Gewählten etwa 106 000 Stimmen entfielen. ♦ Eine starke Wahlbeteiligung ist für die U. S. P. um so mehr di« Voraussetzung eine» Wahl- erfolge», als ihr« Anhänger zumeist der Arbeiterschaft in den Städten angehören, wo-die Wahlbeteiligung an fich stärker als auf dem Lande sein dürfte. Deshalb muß jeder Anhänger der U. S. P. mit allen Kräften für eine starke Beteiligung an der Wahl agitieren. All die proleMsttzen Müller! * Vergegenwärtigt Euch einmal die Unsumme des Elends, die der Krieg allein übe: Eure Kinder gebracht hat. Nakte Zlat» fachen mögen sprechen, Zahlen schreien: Seit dem 3.'Kriegsjahre erstreckt sich die Wirkung der Hungersnot auch auf die Säuglinge. Ihr Durchschnittsgewicht bei der Geburt nahm ab, ihre Lsbensgofährdung nahm in demselben Verhältnis zu. Ende ISIS stieg die Säuglingssterblichkeit in Berlin um 60 Prozent gegenüber dem letzten Friedensjahr. Im Kleinkindalter wüien Srrofulose und Tuberkulose in einer Werse, wie man eS früher ihc erlebte. In Leipzig allein hat im Jahr« 1S18 die Tuberkulose der 1— 4-jährigen Kinder um nahe- zu 200 Prozent zugenomrüen. Die Fälle von Rachitis haben sich in der Kinderstation der Berliner Charit- gegenüber 1013 der- dreifacht, die der Knoche», und Gelenktuberkulose verdoppelt- Nicht nur die Zahl, auch die Schwere der Er- krankungen nimmt z u. Dr. von Drigalski stellte für Hall« an der Saale ein« höchst bedenkliche Abnahm« der guten Körperbeschaffenheit bei der Schuljugend fest. Im Frieden waren 33,7 Prozent der Kinder normal entwickelt, gegenwärtig find cS nur noch 12,9 Prozent, also ein Drittel. Die Blutarmut zeigt eine.Zunahme um das Dreifache, die Tuberkulosesterblichkeit der Schuljugend verdoppelt sich. Genossin Luis« Äautsiy, Vorsitzende eines Ausschusses zur Verschickung deutscher Kinder in das Aus» land, berichtete in der Charlottenburger Stadlverordncten-Ver- sammlung von ihren Schutzbefohlenen:.Die Zwölfjäh- rigevt sehen toi« die Achtjährigen aus, die Achtjährigen wie die Fünfjährigen, und die Mütter klagen wiederholt, daß für die Schulent- lass«n«» kein« Arbeitsstellen zu finden sind, weil die Arbeilaebcr mit diesen kraftlosen, blutlose« Geschöpfchen nicht» anzufangen wissen, weil wie Rubner ganz mit Recht sagt, der abgemagerte Körper eine zu schlechte Maschin« ist." In den 43 Großstädten beträgt auf Grund sorgfältiger Schätzungen die Zahl der tuberkulösen Kinder 200 633, oie der Kranken und Unterernährten 836 973, die Gesamtzahl der infolge deS Hungers dahinsiechenden Kinder in den Großstädten 1036 606. Bei den Jugendlichen von 15 bis 20 Jahren stellen viele Aerzte«in gehäuftes Austreten spätrachitischer Knochenerkrank ungeu in Gestalt von Erweichungen und V e r b i e g u n g e n und ohne be> gründeten Anlaß auftretende Knochenbrüche fest. Dieses Massensiechtu m, mit dem ein Nachlassen der geistigen Leistungsfähigkeit m den Jahren des Lernens Hand in Hand geht, dieses entsetzensdolle Massensterben der Kinder ist eine Klassenerscheinung. In den vornehmen Villenvororten, in den Palästen der Neichen kennt man sie nicht. Aber in den Arbeitervierteln der Großstädte, wo di« kinderreichen Familien der Proletarier«mg zusammcnge» drängt in durchkälteten Wohnungen hausen, ungenügend ernährt, so abgerissen in der Kleidung, daß sie nur höchst mangelhaft gegen die Unbilden der Witterung geschützt sind, da breiten sich die Hungerseuchen mit ungeheurer Schnelligkeit aus. In all diesem unsäglichen Elend müßte Deutschlands Zukunft zugrunde gehen, wenn die Arbeiter und Avbedterinnen sich nicht klar darüber werden, daß die jetzt herrschenden Mächt« un- fähig sind, die Not zu bannen, die der Kapitalismus im Welllrieg freventlich heraufbeschworen hat. Wir können uns der immer noch sieigcnden Berelendung mit dauerndem Erfolg mir erwehren im Klassenkampf, im Kampf der Besitz.osen gegen die Besitzenden. Eine Etappe in diesem Massenkampf ist die R« i ck> s t a g S w a h l am 6. Juni. Proletarische Frauen, di« Ihr in den langen schmerzen», und entsagungsreichen Jahren der Mutterschaft Kinder groß gezogen habt, deren harmonische Entwicklung jetzt so schwer gefährdet ist, auch an Euch ergeht der Ruf, da? Ergebnis dieser Wahl so zu gestalten, daß sie uns dem sozialistischen Endziel näher bringt; der klassenlosen, auf der brüderlichen WirifchastZweise herrschen- den Gesellschaft der Zukunft, m der das Wohl Aller höchstes Gesetz ist. In diesem Sinne verstärkt das Heer der konseguenten Verfechter deS Sozialismus in der Unabhängigen Sozialdemokratischen Partei.— Wählt die List« d«r U. S P. D. l Für dl« kommende ReichStagSwahl hat das Reichsministerium des Innern den Präsidenten des Statistischen Reichsamtes, Del- brück, zum Wahlleiter und zu seinem Stellvertreter das Mitglied des Statistischen ReichsamteS �Geheimen Regierungsrat Dr Te- niuS ernannt. Die Geschäftsräume des RcichswahlleiterS befinden sich Berlin W. 10, Lützow-Ufer 6/8. Sie Kaiseier. Heber den verlauf der Maifeier gehen nm noch folgend« B'.richte zu: Reinickendorf-Ost. Einen prächtigen Verlauf nahm die vom kommunalen BildungSauSschuß veranstaltete Maifeier. Im .Bürgergarten" und in den„HubertuSsälen" demonstrierten am Vormittag die Parteien. Bei.Romlow" hatten di« zahlreich ver- tretenen Straßenbahner«ine besondere � Versammlung. Um 11' Uhr formierte sich ein nach vielen Tausenden zählender Zug. Die Kleinsten in Gemeinde-Autos vorweg, ihnen folgend ein« schier unübersehbare Schar älterer Kinder. Dann die Frauen. Dazwi'chen-in« Mufikkapelle. Recht demonstrativ wirkten die klassenbewußten uniformierten Stratzepbabner. DaS arbeitende Reinickendorf zog dem leuchtenden Rot unzähliger Banner folgend zum Rathaus. Nach zwei kurzen Ansprachen vom Balkon d«S Rathauses gings zum.Maienplatz", früher Hohenzollernring. Nach einigen� Reigentänzen der Kinder und dem Gefang deS .Rtinickendorfer MännerchorS" fand die Vormittagsveranstaltung ihr Ende. Der überaus freundliche Tag ließ die Genossen den deiden Lokalen in sicher Zabl zuströmen, daß sie kaum unter- zubrinaen waren. Die Reinickendorfer Sänger teilten fich mit den Genossen Galfche und Kaufmann, sowie reigentanzenden Kindern, de« Abend freundlich zu gestalten. Der Tag ist unserer Sacbe ein guter Erfolg gewesen. Stralau. Vormittags: Ein für unsere Verhältnisse gewaltiger OemonstrationSzug durch Stralau nach der Treptower Spielwiese. An der Spitze eine Musikkapc le. der eine unübersehbare Schar festlich geschmückter Kinder, tzi« sozialistisch! ArbeUeriugend and die arbeitenden Frauen und Männer Stralaus folgten. Nach- mittag»! Das große Lokal von Schonert kann die zu unserer Feier Zuströmenden kaum lassen. Alt-Glirnicke. Der 1. Mai trug hier einen durchaus sonntäa. lichen Charakter. Di« Betriebe ruhten sämtlich. Auch'die Schule und die Geschäfte waren geschlossen. Unsere Partei veranstaltete «inen imposant:n Umzug unter Borantritt einer Musikkapelle. Di« Maifeier, die im größten Lokal stattfand, war überftillt. Schmargendorf-Grunewald. Zur Feier des 1. Mai fand in unserem Orte eine öffentliche Verfammlung unter freiem Himmel statt, zu der auch die Dahlemer Genossen geschlossen erschienen waren. Auf einem schönen Platze inmitten des sonst so ruhigen Alt-Schmargendorf sprach Genosse Adameit-Reukölln vor ungefähr 800 Menschen. Der Erfolg der Feier war in unserem kleine» Orte besonders groß. Die Patienten der Lungenheilstätte Grabowsee bei Oranien- bürg haben ebenfalls den 1. Mai festlich begangen. Ein Sänger- chor, gebildet aus Patienten, leitet« die Feier durch das Lied .Ein Volk, ein Herz, efn Vaterland" ein. Es folgte ein Prolog. Dann würdigte der Patient Otto Reipert»Di« Bsdoutung des 1. Mai". Im heiteren Teil lösten dann musikalische und humo» riftische Vorträge ad, so daß der 1. Mai auch bei allen Patienten in guter Erinnerung bleiben wird. Eichwalde. 260 Personen beteiligten sich am Demonstra» tionSzug. Schönwalde. Auch hier vereinten sich die Arbeiter zur Mai- feier. Der Verlauf gestaltete sich durch Mitwirkung des Gesang- Vereins Frisch Auf erhebend und würdevoll. Genosse' Grothe � würdigt« den Tag mit kräftigen Worten,. »mlümmme VlMMMsWere. Während in ganz Berlin die Maifeier in völliger Ruhe verlief, kam«S am Wittenbergplatz durch einige elegant geiUibeie junge Herren zu lebhaften Auseinandersetzungen. Die Herren, die sämtlich ein Abzeichen mit dem Hakenkreuz t« Knopfloch trugen, hielten hetzerische Reden gegen die Regierung und die Juden. Besonders stark belästigten sie den Charlotten- burger Klempnermeister Alfred Becker, den sie mit Beschimp- fangen und Drohungen wie:„Schlagt doch de-n Jude« tot I" traktierten. Als Becker zuim Polizeirebier ging und sich Schutz holte, wurden auch die Polizisten wüst beschimpft. Als Haiupthetzer wurde ein Oberleutnant Walter Noack, Schönsbevg, Habsburger Str. SS, feistgestellt. Einige junge Leute drangen während der Vernehmung in das Polizeirebier, ver- langten die Herausgabe des.Juden' und beschimpften die ..spartakistischen" Pvljzeibeamteu. Daß die Agitatoren Baltr. kumoffiziere tvaxen, Heht efcwtxinfcfrel ftaoauS hervor, day einer von ihnen in der Diskussion einem Genossen gegenüber unumwunden zugab, daß er Offizier und aus dem Baltikum zurückgekehrt sei.< Das sind so kleine Anzeichen, wessen man sich zu veriehen hat, wsnn dieses Gesindel zu Macht und Einfluß gelangt. Unter der Hetze gegen das Judentum ist selbswerständlich alles. waS sozialistisch heißt, mit einbegriffen. Von dieser Seite droht de« Arbeiterschaft unb der revolutionären Bewegung bie größte fahr. Es gibt deshalb keinen'Kampf, der so energisch und �in» nachsichtlich geführt werden muß. wie gegen die reaktumarent Offiziere. Au» der siarkel. Zur Frage der Internattonake. In der Kommunistischen Presse wird daS Antwortschreiben des ELebutivkomiteeZ bet Moskauer Internationale auf den Brief unserer Partei veröffentlicht, den unser Zentrallonntee nach den, Beschluß des Leipziger Parteitages gerichtet. Von unserem Aen-tralkomiitee wtlÄ» uns mUgeieilt, daß leitenden Körperschaften unserer Partei kurz vor dem gegen» revolutionären Streich der Kapp-Lüttwrtz beschlossen hatte, e i n e Kommission nach Rußland zu entsenden. Di« politischen Ereignisse der letzten Zeit haben die Ausführung dieses Beschlusses leider verhindert. AuS denselben Gründen war es auch bisher unmöglich, zu dem Antwortschreiben selbst Stel- lung zu nehmen. Die leitendem'Körperschaften(Zentralkomitee, Beirat und Kontrollkommission) werden in Kürze zusammentreten und zur Frage der Internationale erneut Stellung nohmen, Tuntz, wird die Veröffentlichung des Schreibens und unsere An!- wort erfolgen. Die vorgesehene Kommission ncch Rußland wird' durch den jetzt eingetretenen Wahlkamps, in dem alle unsere Kräfte gebraucht werden, erst nach dem 6. Juni ihre ReisS antreten können. tlebertritte zm ll. S. P. D. In den Orten Schmagoret(Westernberg) und Steinersdorf sind die beiden S. P. D.- Wohlvereime ge- schlössen zur U. S. P. D. übergetreten, und zwar mit einer Met« gliederzahl von über 100. In G ü t e r g o tz, Kreis Teltow, fit am 29. April der ge- samt« Wahlverein der S P- D. geschlossen zur U. S, P. D. über» getreten, nachdem schon gleich nach der Kupp-Afsäre von einigen cntscbiedenen Genossen dort ein unabhängiges Bureau eingerichtet worden war. Ebenso hat sich der mehrheitSfozialistische Ge» memdevorsteher mit den Arbeitern solidarisch ertlärt, und ist zur U. S. P. D. übergetreten. Dem Ausschluß zuvorgekommen. Wie ünS mitgeteilt wird, hat Justizrat Dr. Broh, Chav» lottcuburg, seinen Austritt aus der Partei erklärt. Bekanntlich war gegen Herrn Dr. Broh wegen seines Partei» schädigenden Verhalten» ein Ausschlußverfahren eingeleitet worden. Ans der Varkelpresse. „Dir Revolutton." Unabhängiges Sozialdemokratisches Jabr» buch für Politik und proletarische Kultur.— Schriftleitung Felix Stössinger. Mit 41 Beiträgen und 26 Bildern. Preis 12 M, durch die Organisationen für 10 M. Im Verlag der„Freiheit" in Berlin ist soeben«in Jahrbuch erschienen, das unter dem Titel„Die Revolution" in übe» 40 Beiträgen zumeist von den führenden Politikern der Unabhän- gigen Sozialdemokratischen Partei, die bedeutsamsten Problem« der Retzolution, vom weitesten sozialistischen Standpunkt ans, wie auch unier Berücksichtigung der gegenwärtigen politischen Situation behandelt. Das Räteshstem stellt ausführlich Ernst Daum ig dar, über die Sozialtsierung schreiben Ka u t S k h und H i l f e ro i n g, über die Schuldfrage Haas«(auS dem Nachlaß) und S t r o e b e l, über die militärische Niederlage Emil Rabold, über di« Er» ob»!»«« der politischen Macht Felix Stössinger, über di« Gewerkschaften in der Revolution Richard Seidel, über die Frau in der Verfassmig Mathilde Wurm, Über Noskegarde und Volksmiliz Otto Jenfjen nfw. Artur C ri s p i e n gibt auf knappen 16 Seiten eine Geschichte des sozialistischen Ge» danken?, die für alle noch nicht geschulten Mtkämpfcr sehr auf- schlußreich fft. Ausgewählte und wenig bekannte Zitate aus den Schriften von Marx. Lassalle, Engels, Kautsky, Rosa Luxem- bürg und Leo Trotzkh vervollständigen den reichen Inhalt. Auch der kulturelle Teil des Jahrbuches ist sehr reich. DaS Jahrbuch stellt sich auch in buchtechnischer Hinsicht ge» schmackvoll dar, so daß es in jeder Hinsicht zu den bemerkenS- wertesten Neuerscheinungen der sozialistischen Literatur zählt. Für alle Parteikämpfer, Referenten, Agitatoren, ist es ein völlig unentbehrliches Buch. Di« soeben erschienene Nr. 18 de?.Sozialist* enthält folgend« Beiträge: Die bolschewistische Gefahr von Rut>. Breitscheid, Der Sieg de? MaigedankenS von A. Stein, Di« Wahlen in der tsch«cho- slowakischen Republik von S. Kunfi, Aus dem weißen Ungar» von• Di« �Sozial ifierung" der Frauen vau K. H. Busse. siassssi- Von deute ab bis zum 6. Juni steht die „Freie Welt" in Wort und Bild Im Dienste des Wahlkampfes, Jedes Heft leistet unseren Genossen In Stadt und Land dia größten nieste,» Soeben ersobien Heft 10*.- Mei und MWWW. Voiksbühne Theater ara Bfllovolatx 7Uhr: KSthchcn von Heilbronn Imi MZilWSüisr Köpenicker Str. 68. 7�U.: �DieBrfiderKaraaiagow. Direktion; Max Reinkar« Esafsclißs Tbßßtcr 7i Ubr; Gespenster. Kciiimsrspiele 74 Uhr: Stella. Gro�s Schauspieliiaos KarlitraBe «y; Der welfle Heiland Iis\bte:iunK III AbendX Staatatheatep Opernhaas: X. Sinfonie-Konzert. Anfang 74 Uhr: Schanspielbent: 7 Uhr: Marqnin top KailK. Direkuon Carl Meinhard— Rad. Bamtaer Theater I, d. HSnlsgrützer Straße 7U.; Die erofle Katharina Mit dem Feuer spielen. Koniöiiisnimiis |8 Uhr: Der Herr MJnJstcr (Leonhard Hassel) Berliner Theater 7ühr:Deriet2leWfllzer mttrrltzIMassary.Otto Stern, Haas Wassmaiu ussr. U 74 Uhr: Frau Warrens Gewerbe Mittwoch 7 Uhr: PeerOynt iJonuerst bia Montag 7k Uhr: Vta.ii VJarreum Gewerbe. Tuh-rf Menagerie (Adalbert Oats, Haack) Ttm- Theater (Bahnhof PriedrichstraJta) My r rha Sonntag 4 Uhr kleine Pr.: Kc rrscfaaftl Ich. Diener gesacht Residenz-Theater (Stadtbahn Jannowitzbrücke, U-Tergrundbabn Klosters IrJ Tdglich W Uhr: Dia Rajthhoffs Soantss 4 Uhr kleine Pr.: Oer gute Ruf. U�haila-Theater Täglich 74 Uhr: Unsere Magrdalenen. Stg.naChm.SlU.-DasQesetZ Heues Operettenhaus Direktor:«ieaa Kren Allabendlich 7 Uhr 30 Min.; Sie Dome vom Circus. Apo I Io�THm top Frledrlchttr. 218. Ii/ Allabendlich'Ii/ I Sonntags 3% XL* Unübertretfllchss Varietö-Programnil �ose-Theater JVj Uhr: Offiziere_ Casino-'fheater Ä M«! M lonntag 34 Uhr; Moritz. Vosgi-Thea« er Mi fierFrefdenRer kvrFsuerhesWangBJ. ÖadstraBe 58. Rose FPßinsnhold. Sit,BerUn= Neue An f an g e ze i t e n: Ab WoHtaa, den H. Mai: «>/, bis IS'/, Uhr ECammerllchtsplele am Potsdamer Platz .ÄttWeg der Grele Lessen' Scbaaepiel ia 4 Akten mit Lotte Naumann Beste: R u d o I f B I ab r a e h Der Mann mitdemAffenkopV B. B. Schwenk mit K o n r a d Dreher Mozartsaal am Nollendorfplatz 3. Wochel Das einsame Wrack Sensation*» Film In 6 Aktea hauptb ollbn: l>oo Hell/ Harry Liadtka Begia; Heinz Karl Heiland U.T KurtUrstendainm 26 Auf viel eiiigr« Wunsch! Tvt€lis,GJn.G Raclxe S äbonteaerlic b• Akte von Ra Liebmann n. Georg Jaooby mit Edtth Keller /Harry Lledtke Qaors Alexander/ Josef Peterhanns Begie: Georg Jaeoby ihaubühne Landsberger Allee 76/77 direkt am Ringbahnhot HBWUaMSSHSHSSsaUMMiSMMIIUIIIMNm« Große RlniHompf- Ronkurrenz Heute Dienstag ringen: Strenge ge�en Sobtekl Berlin Posen Urbanski gegen Bach Polen Stettin BntscheidungsRamuf: Pcti'jean gegen Plelro Scholl Bstlln Letlin Vorher das zrofle EarUte-Program ter« KottbunTor L Munlzplst» H8IA t'l, n. Honntaa »>! c:> m. S Ubr; LM»SLnZsr BlUtligen-Sontert bnrk.ll- IV,«.4— CO. U.T Nollendorfplatz 4 4. Wochel Sie drei Tänze der Mary Mlford Bin Abentenrerfilta In 8 Aktea mit Erika Glfissner/ Uudwig Martau Friedrich Feh6r/Hermann Vallentin U.T Prlcdrlohetraaes ISU Die Tänzerin Barberina ■aeb demglelehnaml gen Bomu tob Adolf Paul Pte den Film In 7 Abtellnngen vom Verfasser berjb. Titelrolle: kyda Salmowonra U.T AlezAnderpl.ts Kcumer»£t. er. Cfrcnsnautom. ■ T !Z>. i. WnaJoiicnfüae Vorverlri. 10—3 B. ab 5 Uhr Woc'.e�.prels�,. Achtung Arbeiter! Neu eröBneti Neu eröfinetl Ifleiter-BiiiifldlEnii Berlin S 14, Annenstr. 1. Sämtliche kommunistische Literatur ▼orrätig! TAV Hornhaut, BaHeu nnd'■/ arjeen! beseitigt man schnell, sieber nnd schmerzlos mit Itrnfn B-Ssrr*! In vielen tausend Fdllen aiänzend.■ � iZV. El,«.46.45. LF*. bewährt.— Preis M:. m pf® Kukiroi ist in allen bessaren Drogerien erhältlich. Lassen j Sie sich nichts anderes aufreden, es gibt nichts Besactn. 1 •BwMWKUM seilt.»««elSM,. 11, Mond iiwMÄtt. SfNtiitnBua Filiale Berlin» Sebastianftr. 37-38. Tagschneider der Herrenmatzbranche! Mittwoch, den 3. Mai 1920, nbettb"« pNnNIlch• Uhr. findet für die te her Hertemnafi. tüncht delchäft igten Tagjchnewer eine Bersammlirng in der«chnlanl«, ffHebertaanfn. 12. statt. rage»»zd*nn,: 1. Efeffmignahme zum Alfarblagschnelderiaris. 2. Vzancheiiangelegenheltm. Km OTUglldier, die mit l fiten Betträgea nicht finget all 8 Wachen in Rüdftanbe find, l aden ZnirUL Die Tat se find Im Bfito und w der Vetsammfung nhifutch. Aahlteiche« Erscheinen etwa riet Sie Nommfsfio». Jenlscher Melüllarbeller-Verliand Verwaltungsslelle: Berlin N Kl, Llnienslr. 83, VS. Geschästszeil von vorm. g Uhr bis nachm. 4 Uhr. Telephon:«ml Rorben ISS. 1239, 1987, 9714. Bonner»«»«, fem 0. Mai 1920, avend» 7 Uhr UoUversammlttNK aller tu Junungsbetrieden beschäftigte» Schmiede In voekerfe Festsäleu. Wrd-rstt. 17. Die Tagesardunng wird in der vetsammlung de.'annfgegedea. Achtung! Walzwerlarbelker! AchKmg! Hat eontriaa, fem 9. Mai 1920, boemittna« 0 Uhr In den Sophfen-TSleu. Sopfittnjtt. 17/18 Branchen-Versammlung oller Walzwerl-,«felkabel-, Draht-, Paplerrohrarvelter unfe-Arbelterlunm Toaeavrdimn,: 1, Iahresberichf.. Neuwahl der ZZranchenlommfsfion, 3. Bericht über den Stand der Lohnnethand ungen. 4. vtrichledeuez, Pünliltche, und soüzählfges Erscheinen ist Pflicht Sie CrtebertDalntng, z«rilliti-yllins!ütz!!iss!ssst In ßirllfr zu Berlin. Am Montag, den 10. Mal. abends 1 fB«hr Im Kciitutant Sattlieb, Otanicnittahc 69, fcof 1 Treppe findet Me Crbentlirfie General-VersammZung dt. Tage--Ordnung: L ZahtesberichL 3. ErdShung der Beiträge rmd der Nente. 3. D-tschleden». «,rli». den 8, Mal ISA». »er vorftanb. Mar May«,, Borfitzender. Speztal- A r x l t Oeschlecbt*� Hanl-. Harn-, Frauenleiden; zoez. veraltete, hartnäckige Harnleiden, nerv. Sc.iwäcbe, Salvarsan-Kurcn, Urin-*. Blutuntersuchung, Licht- n. Finsen»Behandlung. Durch- leachtnnf,H6hensonne.Bestrth nngen. 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April gestorben Ist. Die Beerdigung findet am Dienstag, den 4. d. Mts., I nachmittags 3� Uhr, von der Leichenhalle des Alten j Sophien-Kirchhofes, Bergstraüc, aus statt. Rege Beteiligung wird erwartet Nachruf. Den KoHegeo ond Kolleginnen zur NacTiricht, daß folgende Kollegen und Kollegin gestorben sind: Der Dreher Hermann Benscheck am 17, April Dia Arbeiterin Emma Richter, Nenkölln, Pnldastraße 8, ara 25. ApriL Der Maschfnenarbelter Walter Kuhn, Charlottenbnrg. Kaiser-Frledrich-Straße 89, am 27. April. Ehre ihrem Andenken I Die Ortsverwaltung. auimNiMHHiii........................................ Tief erschüttert trifft unz die Nachricht, daü naser lieber Kollege, der Dreher Georg Gricpentrogy plötzlich und unerwartet einem Heryschlage erlegen Ist. I Mitten heraus aus einem aibeitsreichen Leben wird uns ein mit vorzüglichen Charaktereigenschaften I ausgestatteter lieber Frennd entrissen. Sein Fleiß, sein Edelmut, seine He zensg&te sichern Ihm in unser aller | Herzen ein ewiges Gedenken. Die Koilsgen und der Inhaber der Firma C. 6. Hoff mann, ChausseestraBe 116. I Die Beerdigung findet statt am Mittwoch, den 15. Mal. nachmittags 2', Uhr, Qemeindelnedhol Reinickendorf. Humboldtstraße. Hufs Land Junge Mädchen werden für Haus- und Landwirsschaft verlangt. Melken erwünscht, aber nicht Bedingung. Reise •rel. Meldung mit Papieren im Arbeitsnachweis der Stadt Berlin, Landwlrtsch- Abiig., Rückersir. 9. Vermitti. kostenl. ßpiralbohrer Werkzeuge Feilea Sehmirge�ainen Holz-uJaschinenscIiraiib N ä s: e I sowie Zinn jeden Posten kauft dauernd Klempnerei. Hcidenfeldstr. 7. Telephon: Alex. 55. nnd Ackerstr. 81, II. Hol links. Turnverein Fichte" 16. M.-Abtlg. Am I. Mal verstarb an den Folgen einer Verwundung, die er im Felde e-litt. unser lieber Turngenosse Edmund Schulz im blühenden Alter von 28 Jahren. Unserer Abteilung gehörte er seit ihrem Bestehen an Ein ehrendes Andenken bewahren ihm öielg. dirlO. Br-Mit g det TäräHfiiit„Fichle". Die Beerdigung wird auf der Turnhalle bekanntgegeben. Tf■ Zinn 1 Lötzinn 1 Welssmeäalll 4C d-upfer! RoteuasI Meanpgl A'cjmiafnm: Nickalabl.! Blei: Zink) Glülatirmpiarcho I Qaecksilberl Staar.iolpapier!- Zahnutcfiis.e. Znhn bis M. 95.-. aabfaili Platine let Oold-n fillberfcructal bDcbstzgUltnil: UÄ'SffÄÄ, Relnzlnn, Gesthlrrzinn, Kuprer, — Kessins, Blei, link----- kaufen zu neuen erhöhten Tagespreisen die Ankaufstellen für zröflere UieOer len l MiBiitini: Lictilsnöerg, Juugslr, 23 ummtiK: KsUköl n, Stuiniueizsir. 18 Alt-Metalle Eisen, Zeitungspapier(gebündelt) Zahle bSchste Konkurrenz- Preise Schönhauser Allee 158 a Händlern bei freier Abholung besondere Preise Eisend Zeitlingspapier kaufen über höchsten Tagespreis POcklerstr. 33. Wrangelstr. 72, Falkensteins.r. lg. Michaelk.rchplatz 4, Warschauer Str. 18, Pimschstr. 19. NntiLnlln Libenlastraßo 4. Henvannplatz 4, lT|CuK01fn, Bähmische Straße 16. V Rnnifreasstr IT—*l»-»-vIs der Markthalle— ?»'.7' �ehlt die bächsicn Tagen«r über den Punkt Arbeitsgemeinschaft, Räte. Wem, Gewerkschaften, sprach Gen. Cohen vom Gewer!sch.-Bunb. Er führte aais, daß das Betriebsrätegesetz nicht den Wünschen der Arbeiterschaft entspreche, aber doch geeenübier dem frühe.en Lustande einen großen Fortschritt bedeute. DaS kommende Schlich- tungkgesetz und Arbeitslvertiiidtiungsgejetz und der Ausbau be- dinge das Verbleiben an der Arbeitsgememschaft. Vor allem sei es notwendig die Intelligenz zu erhalten. Auch für ihn sei die Ar- beitZgenseiHschaft kein Prinzip, sondern ein Weg zur nächsten Etappe. Die Außen-Handelsstellen, WirtschaftZrcrt usw. werden nur von den Arbeitsgemeinschaften besetzt. Wer sich selbst ausschaltet, hat dann auch kein Recht sich zu beschweren. An der Debatte beteiligten sich Gegner und Befürworter der Arbeitsgemeinschaften. Ein-e vom VerbandStage eingesetzte Redak» tionZkommission legt eine Resolution vor, in der es heißt: daß der Vorband auf dem Boden des Klassenkampfes steht und daher grundsätzlicher Gegner der Arbeitsgemeinschaft sei. Der Vorstand und Beirat wird beauftragt den Austritt zu prüfen und am geeigneten Zeitpunkt zu erklären. Cohen betont im seinem Schlußwort: Wenn der VorbandSwg don obigen Beschluß saßt, an den Ausschuß des GewerlschaftS- bunde» heranzutreten, uin dann einen einheitliche» Schritt tun zu können. Lex geht in feinem Schlußwort noch einmal auf das Be» briebdrätegefetz ein und weist die Ausführungen von denjenigen zurück, die betont haben, daß man die gi'ten Seiten des Gesetze? hervorkehren müsse. Bezüglich der Arbeitsgemeinschaften stellt er sich auf den Boden der nunmehr von der Redaktionskommission vorgelegten Resolution. Dieselbe wird von dem BerbandStage mit übergroßer Mehrheit angenommen. Allsws! Der Kampf kn der Berliner Klavier-Industrie. Seit IL Wochen sühne» zirka 9000 Berliner Klavierarbeiter Pinen hartnäckigen Kampf gegen eirx gut organisierte Unternehmerschaft, um das verträglich festzulegen, was im Berliner Holzgewerbe ohne Kampf durch Verhandlungen und Schiedsspruch in Gestalt eines Reichs tarise« für das Deutsche Holzgewerbe fest- gelegt rft. Die ursprünglich weitergehenden Forderungen dar Berliner Klav-ierardeiter in bezug auf Arbeitszeit, Ferienftage, Lehrlings frage und Mitbestimmungsrecht, wurden durch Sin ge» schlossenen Widerstand der Unternehmer soweit reduziert, daß sie nur noch den Bestimmulngen d«S erwähnten ReichstarifeS gleich kamen. Durch langwierige Vorhand- lungen zwischen den Arbeitgeber- und Arbeitnehmervertretern ge- lang eS dann kurz nach Beendigung de» GeneaAstteiks, da am Tage vor dessen Ausbruch die zentralen vrJchaivdkaigei.: in der Klavierindustrie scheiterten, durch örtliche Verhandlungen zu einer Verständigung zu kommen. Sine Ausnahme machten die Be- stimmungen über Einstellungen und Enttassungen. Die Kavier- fcrvrikanten verlangen Verzicht auf die in Frvost kommenden Bestimmungen in, tlunchStaris für das deutsche Holzgewerbe. Die streikenden Klavierarbriter lehnten dieses Ansinnen einmütig ab. An dieser Situation beantragte die Berk in er Verwaltung des Hoilzarbeitnr-Vert»wldei» die E nfetzumg eines Schiedsgerichts beim LdeichSarbeitsumt. Diese» tagte am 20. April und entschied:.In den abzuschließenden Vertrag sind die in Frage kommenden Be- stimmungen de» Reichstarifs aufzunehmen." Darauf beschlossen die Streikends» dir Wiederaufnahme der Arbeit. Was taten aber die Unternehmer? An ihrer Bersammiung vom S2. April lehnten sie den Schiedsspruch ab und tettts» de» streikenden Arbeitern durch Rundschreiben«. a. mit: .Unser« Mitgliederversammlung hat deshalb beschlossen, nur allgemein und nur unier der Bedingung die Arbeit wieder aufzunehmen, daß die Arbeitnehmer auf jede Forderung der- zichten, die über da» BetriebSrätegesetz hinausgeht, zumal ein Anhörungsrecht durch 8 SS des Betriebsrätegesetzes vollständig gesichert ist. Erfolgt dieser Verzicht durch den Holzarbeiter- Verband bis zum LS. d. M. nicht, so werden alle vom Bezirks- verband bis jetzt gemachten Zugeständnisse zurückzszogen." Dieses Ansinnen mußte nnt aller Schärfe zurückgewiesen werden, weil den Streikenden nicht zugemutet werden konnte, au? die Rechte zu verzichten, die im Holzgewerbe längst vertraglich ohne Liaurpf vereinbart und den Berliner Klavierarbeitern durch Schiedsspruch nunmehr ebensalls zugestanden sind. Wir be- antragten nun beim Reichsarbeitsamt die Verbindlichkeitserklärung des Schiedsspruchs, die aber leider bis heute noch nicht aus- gesprochen wurde. Inzwischen wurde seitens des ReichsarbeitS- amteS nochmals ein Vermittlungsvorschlag gemacht, der dahin ging, den Arbeitgebern zu empfehlen, die Betriebe zu öffnen und die Anerkennung des Schiedsspruches so lang« in der Schwebe zu lassen, bis die Verbindlichkeiiserklärung ausgesprochen ist. Auch das lehnten die Klavierindustriellen ab, sie bestanden auf dem glatten Verzicht auf die durch den Schiedsspruch seitens der Klavierarbeiter hergeleiteten Rechte mit der Motivierung, daß sie in dieser Sache nicht mehr allein zu entscheiden hätten. Anstatt also auf den gemachten Borschlag einzugehen, beschloß der Reichs- verband der Klavierindustriellen, auch diejenigen Ar- beiter auszusperre», die bis dahin durch V«r- ständigung mit ihren Arbeitgebern weiter ge- arbeitet hatten. Das beleuchtet blitzschnell die Situatton. Hinter den Klamcrfab-rikanten steht der Verband Berliner Metall- industrieller, der bereits«inen größeren Kampffonds zur Ver- sügung gestellt hat. Damit gestaltet sich dieser Kampf zu einer Machtprobe, der nunmehr in das entscheidende Stadium«inge- treten ist. Die Generalversammlung der Berliner Holzarbeiter hat sich daher einmütig hinter die streikenden Klavierarbciter ge- stellt. Der Ausschuß der Berliner Gewerkschastskommission hat sich ebenfalls die Sache der Berliner Äiavierarbeiter zu eigen gemacht und beschlossen, aktiv in den K'.mpf einirugreifen, falls die noch im letzten Augenblick ongebahnde Verständigung zwischen den beiden Parteien durch das ReichßarbeitSamt zu keinem Er- gebnis führen sollte. Ms dahin heißt eS, bereit zu sein. Für den Deutschen HoTzarheiter-Verband Verwaltungsstelle Berlin, gez.: K. Siegle. « Achtung! Frergewertschastlich organisierte Arbeit«, Arbeiterinnen und Angestellte! Der Ausschuß der Berliner Gewerkschaftskommission Hot sich mit dem Streik der Klavierarbeiter beschäftigt und beschlossen, den ReichSattbeitSmimister zu ersuchen, eine Besprechung zwecks Verständigung mit den Parteien anzuberaumen. Führt diese Besprechung zu keiner Verständigung, so appellieren wir angs- sichtS der hartnäckigen Haltung der Unternehmer heute schon an das Solid.: ritätSgesühl der Berliner Arbeiter und Angestellten, die Berliner Klavierarbeiter zur Fartfühvung deS ihnen aufge- z Wungenen Kampfes tatkräftig zu unterstützen. Zu diesem Zweck wird, wenn notwendig, eine UnterstützungSaktton durch Sam-mel- listen in die Weg« geleitet werden, Wir fordern unsere streikende» Klavierarbeiter auf, mient- wegt im gerechten Kampf auszuhirreul Hoch die Solidarität! Der Ausschuß der Berliner Gewerkschaftskommission, gez.- Rusch. Defogfctfemvichlen der Buchdruck«. Die Wahl der Delegierten zur Verbandsgeneralversammlung hat bisher bewiesen, daß auch die Buchdrucker nicht zurückstehen wollen, wenn e's gilt, die Arbeiterbewegung vorwärts zu treiben. Ihr habt zu wählen: Wollt ihr Delegier««, wekcbe«ruf dem Boden der im vorig-n Jahr gefaßten Nürnberger Beschlüsse stehen und da stehen bleiben wollen, bis die Not der Arbeiter- klasse ins Uenendliche gestiegen ist, oder wollt ihr, daß unserer Not endlich gesteuert wird durch Anpassung unserer Taktik an die ökonomischen Verhältnisse; dann wählis nur solch« Kandidaten. di« an der alten jahrzehntelang bewährten Taktik deS Klassenkampfes festhalten. Wählt die 17 Kandidaten der Opposition: Barbknecht, Dövband, Schmidt(Karl W.), Fiedler, Nagel, Witt«, Napp, Wolf, Neumann, Gabbeh, Tschich(Franz), Zaduk. Saida, Rose, Vogel, Milleville, Zieger. Am Donnerstag, den ö. Mai, pünktlich B Uhr findet in de» Zentral-FestsAen, Alt« Iakobstr. S2 eine Versammlung der oppos. Buchdrucker statt. Bezirkskarte legitimiert. Erscheint zahl- «ich. Entlassene Eisenbahn«! Alle nach dem 1. Mai auS dsm Eifenbcihnbienst entlassenett Kolleaen, die Mitglieder des Deutschen Msenbahwr- Verbandes und ab 1. Mai noch arbeitslos find, wollen sich in der Zeit vom 4. biS 6. d. Ms. im Bureau der Ortsverwaltung, Verlin SO 26, BeÄnnienufer 10, I, in eigener Angelegenheit melden. Bureau- stunde» don 9 bis 12 und von 2 bis 6 ITtt. Di« Arbeitsloservkarte und Mitgliedsbuch find zur Legitimation mitzubringen. Die Orlttsersvaltung Berlin des Deutschen Eisenbahner-VerbandeS. Streik in den Kinotheatern in Sicht. Dem Streik de? An« gestellten und Arbeiter der Filmindustrie dürfte aller Voraussicht nach ein Ausstand der Vorführer ur'' der sonstigeir Angestellten der Lichtspieltheater folgen. Die Berussgruppe der Vorführer und Saalangestellten im Zentratverbande der Film- und Kino- angehorigen hielt am gestrigen Montag mittag eine Versammlung ab, in der einstimmig wlgende Entschließung angenommen wurde: »Die Versammlung hat von dem Beschluß der Arbeitgeber(eS handelt sich um den bereits mitgeteilten Beschluß der Sonntags- Versammlung des Vereins der Lichts, pielthealerbesitzer Gron-Ber» linS und Brandenburgs) Kenntnis genommen. Sie weist den Vorschlag der Arbeitgeber mit Entrüstung zurück und besteht aup der restlosen Bewilligung der geforderten Teuerungszulagen. Sollten diese Forderungen nicht bis Dienstag vormittag 11 Uhr angenommen worden fein, treten die beiden Gruppen D.enstag mittag 12 Uhr in den Ausstand." vroß-öerlin.| liUu.'u.'-nro'1�------ rirrr.■■ JlüL«ul..LL.ilLLI--J- MX.fcifll An die sonst niemand denkt. Am 1. Mai saßen viele hinter Aerkermanern, die anS politischen Gründen verurteilt sind oder deren Vergelten! mit politischen Ereignissen im Zusammenhang steht. S-» weit die Verurteilten Angehörige haben, können diese hin und wieder an die Eingekerkerten denken. Ader es gibt auch eine Anzahl, die keinen Anhang haben. Das sind gar nicht wenig«. Sie sitzen in Gefängnissen oder in Zucht- Häusern wie beispielsweise in Lucka». Ihrer haben einiget rührige Genossinnen im Verein mit Genossen gedacht. Auch sie sollten am 1. Mai wissen, daß es draußen noch Freunds gibt, die ihrer gedenken. Sie besorgten für Geld und gute Worte Mehl, weißes Mehl, um daraus Maifeststollen her- stellen zu lassen. Es fanden sich Leute, welche das Backen unentgeltlich besorgten; aber es fehlte der Zucker. Eins uns bekannte Genossin, die sich seit lqngem um die Ginge- kerkerten bemüht, weiß Rat. Sie geht von Genossin zu Ge- nossin. Jede soll einen Löffel voll Zucker opjern. Und sis klopft nicht umsonst an. Ueberall wird ihr Wunsch erfüllt. Und die Stollen werden gebacken. Freude leuchtet aus ihren Augen, als sie uns am Vorabend deS 1. Mai die fettigen Stollen vorlegt und bittet, eine Kostprobe zu nehmen. Wir lehnen dankend ab, denn dieser Kuchen, der sür die hinter Gittern Schmachtenden bestimmt ist, würde uns nicht schmecken, weil wir das Gefühl haben müßten, denen etwas gekürzt zu haben, denen man eher etwas zulegt. Aber allen denen, die an dieser Spende mitgewirkt, sei auf Wunsch unserer Genossin gedankt. Außer der Maifeststolle wurden denen, die keinen Anhang haben, Brot, etwas Fett, Va Pfund Wurst und wo Naucherlaubnis vorhanden, Ziga» retten gespendet. Ein schöner Beweis der Solidarität! Eine Konferenz der Gemeindevertreter und Mit gliedert kommunaler Kommissionen hörte gestern abend im Berliner Rathause«inen instruktiven Vortrag des Genossen Carl Leid über daS neue Groß-Berlin. Der Redner erörterte informatorisch die wesentlichsten Bestimmungen des neuen Gesetzes und die Ausgaben, die unserer Partei zufallen- Wichtig sei, bei der Auswahl der Kandidaten für die neue Stadtverordnetenversammlung wie für die Bezirksversamm- 40) ver Sternsteinhof. Roman von Ludwig Anzengruber, »Die Sepherl g'wiß, daS sag' ich dir; ich weiß daS feit langem, ohne daß sie mir'S hätt' einz'g'stehn brauchen, noch don der Zeit her, wo wir miteinander'gangen sein." Muckerl seufzte ttef auf..Si« iS wohl a brave Dirn. aber sie möcht' mich bedauern, wanns so war, wie du sagst. an dein' Stell' kann keine treten." »Und ich auch nit mehr an selbe z'ruck." „Warum?" fragte et eifrig..Warum nit? Warum sollt'? jetzt, wo der Störenfried fort ib. nit zwischen unS wieder werden können, wie eS war?" Wir hätten uns ja heiraten sollen!" lachte sie schrill Und höhnisch. Es war ganz unangenehm anzuhören. Dann fuhr sie mit gedämpfter Stimme fort:„Nach dem mtttler- weil' G'schch'nem übevlogst du du s wohl, was ein and'rer übel g'macht hat, gut z'machen, und ich bin zu gewitzt, als daß ich's mit ein'm zweiten noch verschlechter'." Der Bursche sah sie mit großen Augen an. �Fch ver- steh' dich nit." sagte er,.nur wann d' meinst, daß ich's anders mein' als ehrlich, so hast a falsche Meinung." „Stschapperl," sagte sie, ihm ganz nahe tretend und fest in die Augen blickend..Du weißt eben wenig vom G'scheh'nen. War der Bub vom Sternsteinhof gegen dich grob, so war er gegen mich ein Schuft! Daß ich dich auf- gegeben und mich mit ihm cing'lassen Hab, das muß ich jetzt schwer g'nug büßen; du kannst z'srieden sein! Er hat ver- sprochen. daß er mich zu seiner Bäurin macht und.... WaS soll ich dir'S für dein ehrl'ch meinen nit gleich da an der Stell' sagen, was ich nicht rang' mck'r vor'n Leuten werd' verbergen können?.... In d'Schand' hat er mich g'brachtl" Der Bursche begann zu zittern, sein Antlitz ward kreide- bleich, seine Mundwinkel zuckten und die Augen, mit denen er die Dirne kläglich anstarrte, füllten sich mit Tränen. Sie wandte das plötzlich erglühende Gesicht von ihm ab und mit beiden Händen ihn ober den Ellbogen anfassend und lachte rüttelnd, raunte sie ihm zu:.Wer— Muckerl— »§ is ja nit wahr." �., schickte leite. schluchzend:„Es iS wahr,— ja. es is wahr,— ich bin ganz elend und verloren! Stoß' mich wegl Stoß' mich weg von dir!" Aber er ließ sie gewähren und nach einer Weile fühlte sie seine Hand ihren Sck, eitel begütigend streicheln. Und wie sie so an ihn geschmiegt war. mit gesenkten, tropfenden Wimpern, daS Ohr an seinem hämmernden Herzen, vergalt sie ihm die Schwäche, die immerhin groß- mittige Schwäche, mit der et sie eine für ihn herbste Wahr- heit nicht entgelten ließ, mit einer überzuckerten Lüge. .Wärst du mir je gekommen." ihre Stimme stöhnte noch unter den Nachstößen deS verwundenen SchluchzenS,—.nur fycÄb fp aufdringllch wie der Lump, es könnt' heut' alsss an- derS fem." Der Bursche holte so auS dem Tiefinnersten Atom, daß eS den Kopf der Dirne von seiner Brust wegstieß.„$dlcrJ," stammelte er..WaS will ich machen?— Ich Sann mir nit «denlken, ohne dich»'sein.— Wenn ich dich doch nahm'. .Sür den Fall,— eh' d' weiter red'st,— laß' dich be- dsutenl Wie ich jetzt vor dir steh', als ledige Dirn' im Un- glück, muß ich wohl dein wie jod'S Menschen sein Mitleid dankbar hinnehmen; nähmst du mich aber zum Weib.—" sie richtete sich auf, legte ihre Hand schwer auf seine Schulter und fuhr hart und rücksichtslos fort:—„dann verlanget ich, behandelt zu werd'n wie ied'S ander'K solch's und nachdem lhAttst mich nur aus Mitleid genommen, noch� daß du mir ein' Borwurf aus'm Vergangenen machest!" „Ich machet dir auch kern' und tät' schon rechtschaffen sorgen für dich und für das— andere." Sie sah ihn mit großen Augen durchdringend an..Dein Ernst?" Er nitfte und Bot vhr beide Hände. Sie schlug ein und sagt« kurz und fest: JES Ml" Da aber üibevivÄttgte sie die Rührung über die Gutmütigkeit des Burschen, sie drückte seine Rechte an ihr Herz, dann, an die Lippen.„Muckeil," rief sie,.du bist doch mein wahr- hafter Helfer in der Not! Daß du mich so lieb hast und vor der Schawd' errettsst, das vergeß ich dir m alle Ewigkeit nitl" Sie meinte es in diesem Augenblicke gewiß aufrichtig, ober, ach, die kurzlebigen Menschen denken nickst, wie viel den KwigLeiten, tau de;— r2~ 1—*"*— c—~— Nachdem sie eine Weile schweigend sich an den Händen! gehalten, fragte die Dirne, den Burschen zärtlich anblickend: „Kannst h rüber?" Sie meinte über den Zaun. Er deutete lächelnd nein. .Dann komm' ich!" Sie schwang sich fl'm? Wer da? niedere Gatter, ohne aus ihre luftige Gewandung zu achten; sah es doch niemand als der eine, vor dem ihr ja fürder jede Scheu ausgesckzlossen schien. Nun hing sie an seinem Halse und preßte die dürstenden Lippen auf die seinen und er tau- melte unter ihrer Last, wie trunken von ihren Liebkosungen. Do rief eS vom Hause her:„Komm' essen!" Als aber die Kleebinderin in den Garten heraustrat, kreischte sie laut auf:„Muckerl I" Die Dirne tat nur einen Schritt zur Seite hinter da? dürstige Gebüsch Sie kehrte der Mten den Rücken zn und diese sah sie noch ein paar Mal' den Kopf nengen und mit den Händen ausdeuten, ehe der Bursche sich verabschiedete und langsam herankam. Als Mucketl vor der alten Frau stehm blieb, die ihn mit wettaufgerissenen Augen fragend anstarrte, wieS er mit dem Daumen seiner Rechten hinter sich und sagte zu- traulich:.Mußt wissen, Mutter, wir sind wieder gut." .Wer?" schrie sie entsetzt. „Na, ich und d'Helen'," entgegnete er tM Mund und Augen freudig lächslnd. Die Kleebinderin schbu-g die Hände Misammen und flocht die Finger ineinander, so schritt sie vor ihm her nach der Stube, wo sich beide zu Tische setzten. Da die Alte das Fragen unterließ, so blieb dem Jungen das Sagen erspart. Er beschäftigte sich angelegentlich mit dem Essen, während sie nachdeMich über ihrem leeren Teller saß, was ihm iiuri- genS gar nicht auffiel. Wenn es wahr ist, daß seelisch? Erschütterungen auf die Befriedigung gemeiner leiblicher Bedürfnisse vergessen lassen, wonach sich die Vevwaltuitg von Bo-lkslüchen viel okonomi- scher gestalten ließe, falls physische KonMte billiger zu be- schaffen wären wie Rmidsleisch, wenn es serner wahr ist, daß ZlpPettKosiglkeit der Prüffteir» wahrer Liebe ist, dann, ja dann hatte bei all' dom Bedeutsamen, was die letzwer- Gossenen Viertelstunden den Kleebinder Mucketl erleben ließen, dessen Gemüt und Hern gar nichts zu tun: sicherlich veranlaßt« ihn keines von diesen beiden, nachdem er Rlvssci der Han d gelegt, f a fcntfl Wr gewissenhast zu Werke zu gehen und sich lediglich leiten zu lassen von der Geeignetheit und Fähigkeit. Der Vorsitzende, Genosse Dr. Rosenfeld, unterstrich diese Aus- fuhrungen und wies auf die strenge Beachtung derselben fclu. da sie Vorbedingung für die künftige Arbeit sein Ölllnen. Die Höchstmieteverordnung hat bis jetzt noch keine ru ckw i r k e nde Kraft. Wie uns der Mielerverband mit- teilt, ist diese von uns in der gestrigen Nummer zum Aus- druck gebrachte Auffassung irrig. Der Mieterverband fordert allerdings die Rückwirkung, hat sie aber noch nicht erreichen können.� Unsere Meinung, daß die bisher zuviel gezahlte Miete in Abzug gebracht werden könne, ist daher falsch. Unserer Ansicht nach müßte die Verordnung allerdings rück- wirkende Kraft erhalten, denn sonst hätte ihre Anfechtung durch die Hauseigentümer doch wenigstens den Zweck er- reicht, eine höhere Miete für einige Monate erzielt zu haben. Damit würde aber der Anreiz gegeben sein, künftig alle Verordnungen durch Einspruch hinauszuschieben-, um in der Zwischenzeit den Nutzen von diesem Einspruch zu genießen. Stichtag zur Festsetzung der Friedensmiete ist der 1. Juli 1914. Ein Attentat auf einen Bahnpolizcibeamttn wird uns aus Wilmersdorf gemeldet. Der Beamte der Ucberwachungsabteilung der Eisenbahndirektion Berlin, ß. Möhrstedl, der sich in der Nacht vom 1. zum 2. Mai durch die Hildegard strah« nach seiner Wohnung begeben wollte, wurde in der menschenleeren, ziemlich dunklen Straße plötzlich von 8— 10 Burschen im Alter von 20— 22 Jahren beschimpft und tätlich angegriffen. Nachdem sich der lieber- wachungöbeamte die Beschimpfungen verbeten und gewarnt hatte, die Angriffe zu unterlassen und trotzdem einzelne Burschen, offenbar von einem sich im Hintergrunde haltenden Anstifter auf- gehetzt, mit Stöcken und Messern auf den Beamten eindrangen, machte dieser in höchster Gefahr von seiner Dienstwaffe Gebrauch und gab zunsichsi drei Warnungsschüsse in die Lust und dann einen weiteren Schuß«b, der einen der Angreifer zu Boden warf. Nachdem sich der Beamte von der nächsten Polizeiwache Unter- stützung herbeigeholt hat.e, hinten die Attentäter das Feld ge- räumt. Weitere Nachforschungen ergaben, daß ein Arbeiter Schütz, Wilmersdorf, Berliner Straße 140, mit einem Oberschenkelfchuß von etwa 8 Burschen, aus deren Beschreibung die Angreifer zweifelsfrei erkannt wurden, in der Unfallstation Gasteiner Straße verbunden und in«in Krankenhaus eingeliefert wurde. Dank der Kinder an die Quäker. Am Sonntag fand M der Aula der 130. Gemeindefchube, Pflugstraße, ein Konzert des SchulkjnderchorS statt, welches den Mitgliedern der Quäker- Kinderhilfsmisston als Dank dargebracht wurde für die hoch- herzige Hilf«, die sie unseren Berliner Kindern angedeihen lassen. Tie Leitung lag in den Händen des Dirigenten, Lehrer Schwarz- mehrr, dem es in hervorragender Weise gelungen war, die vielen frischen Kinderstimmen zu ein- im einheitlichen Ganzen zu gestalten. Nachdem die frohen Lieder verklungen waren, dankte der Vertreter der Quäker in warmen Worten den Kindern und dem Schulinspeltor Dr. Dickhoff, der vor Beginn des Gesanges die Gäste begiüßt hatte. Er ipnrch dabei die Hoffnung au§, daß dieses Therk der Hilfe zugleich eine Anbahnung für gegenseitiges Verständnis und Vertrauen werden möge. Werdenben und stillenden Müttern in Britz ist bei der Sprechstunde in der Fürsorgestell«, W rdersdrahe 54, am Mitt- woch den 6. Mai, nackiinittoaS 1— 2 Ubr, Gelegenheit gegeben, zu einer ärztlichen, kastenloq'sn Untersuchung zu.m Zwecke evtl. Teilnahme an der bevorstehenden Oeiakerspeisung. Wir machen daher auf diese Sprechstunde am Mittwoch«och besonders auf- mertsam. eebevsmilelkalezder. VerNn. Vom 4. Mai d. I. ab werden zum Trfaß für dl« häusigen Kürzungen in der letzten Zeit die B I- und B ll-Karten auf kurze Zeit mit 1 Liter Vollmilch, die C I- und C Ii-Karten mit% Liter Vollmilch beliefert. Tie übrige veliefe.ung bleibt unverändert. Ass des vrZWlsskloNes. IS. Distrikt, 1. Aliteilung. Donnerstag VA Uhr Zusammenkunst der Vezirkssührer und sänulicher Mirglieder der Kommissionen bei Kluge, Danzigec Striche ti. 18. Distrikt, 3. Abteilung. Mittwoch 7 Uhr Wählerversammlung in der Schuliuia Traunstr. 11. IS. Distrikt. Dienstag, 4. Mai, abends 6% Uhr, Konferenz sämtlicher Konimissionsmitglieder sowie aller AunKtionare in der Schul« anla Tegeler Straße 18. Wilmersdorf. Am Dienstag, den 4. Mai,«bends 7% Uhr, findet im Restaurant Piche, Poulsborner, Eck» Se-sener Striche, eine gemeinsame Sitzung der Frauen- und BUdungskommisston statt, an- schließend in demselben Lokal« ein« Sitzung sämtlicher Funklionäre und Odlsut« von WilmersdvrHjalense«. SchmargZvderf-Vrunewald. Dienstag Mitgliederversammlung im Restaurant„Wilder Dber". Warnemünder Straß«, pünktlich Uhr. vereinskalenver. Zentralverbond der Angest-llten. Miigllederversammlungen am Mittwoch: Fachgruppe 8 a— d lLsdenvirtschast) Klubhaus. Ohmstr. Z. 5)4 Uhr. Fachgruppe 14 d ltö-Idschranksabriken und Sroß-chlossereien usw.)&)ü Uhr, Nerbandsbu eau, BelleÄIliance-Gtratze 7/10, Zimmer 13. Fachgruppe 15 c