Iba den Zrieden im Ssien. Die Tragödie der russisches kriegsgesangenen. Vor einer Woche sind endlich die vom Internationalen Koten Kreuz, deutschen und russischen Delegierten mit der estnischen und finnischen Regierung geführten Verhandlungen über den Durchtransport der Kriegsgefangenen zu einem günstigen Abschluß gekommen. Und am 6. Mai nahm der erste Dampfer mit 500 russischen Kriegsgefangenen von Stettin den Kurs auf Nanva. wo das große Durchgangs- tager für jene unglücklichen 200 000 Nüssen und 25 000 Deut- schen errichtet werden soll, die jetzt endlich in ihre Heimat zurückkehren. Damit nähert sich eine Zeit der Leiden ihrem Abschluß. die in der Geschichte ohne Beispiel ist. Was jene 200 000 Russen während ihrer teilweise mehr als fünfjährigen Gc- sangenichaft in Deutschland erdulden mußten, wird als ewiges Schandmal auf dem ganzen deutschen Volke lasten. Zwei Jahre befand sich Deutschland mit Rußland im Frie- den, ehe es nur daran dachte, ernsthafte Verhandlungen Uber den Austausch einzuleiten. Neben dem mangelnden Willen der deutWjen Regierung waren es vor allem Trans- dortschwierigkeitcn und der Druck der Entente, die den Aus- «mich verzögerten. Was aber weit schlimmer war als die Aurückhaltung selbst, war die Art, in der die Gefangenen auch nach dem Friedensschluß von ihren deutschen Kerker- mqütern bchcinbeii wurden. Wohl versuchte die Revolution»- regferiing im Dezember 1918 durch zaghafte Anweisungen an die stellvertretenden Generalkommandos auf die Vor- hütung und Beseitigung der ärgsten gesundheitlichen Miß- stände in den Gefangenenlagern und Arbeitskommandos hivzuarbeiten. Desgleichen ergingen Erlasse an die Dienst- Kellen hinsichtlich der Mitwirkung der Kriegsgefangenen bei per Verwaltung der Lager unter Aufrechterhaltung der Disziplin durch jclbstgcwählte Lagerkomitecs. Und seit die Verhandlungen mit dem russischen Delegierten Kopp ein- geleitet worden waren, änderte sich ä u ß e r l i ch daS ganze System der Gefangcncnbehandlung. Die Lager wurden ent- niilitarisiert, die Kommandanten wurden zu Direktoren und die Gefangrnen zu„Internierten". Daß bei der Regierung »nd der Reichszentrale in der letzten Zeit der gute Wille bestand, den Gefangenen daS Leben im Lager möglichst er- träglich zu gestalten, wollen wir nicht begpeifcln. Aber dieser gute Wille war allzu schwach, und die von ihm ge- tragencn Erlasse wurden und werden heute noch planmäßig von den Generalkommandos und den einzelnen Lagervor- ständen durchkreuzt. Es wäre seinerzeit notwendig gewesen, die gesamte in- une Verwaltimg, die LsbenSmittelverteilung. die Bestrafung von Bergehen usw. den Lagerin''asscn selbst überlassen. Dot sächlich wurden auch gemäß dem obenerwähnten Erlaß von dsn Internierten gewählte LagcrkomiteeS zugelassen, denen aber praktisch jede Wirkungsmöglichkeit fehlte. AIS vor einigen Wochen daS Komitee des G ü st r o w e r tagers e» wagte, im Auftrage der Gefangenen den Boykott tber ein im Lager befindliche? Restaurant auszu'prechen, das einen fehr üblen Ruf hatte, wurden, da der Pächter Sew-sie dunkle Beziehungen zur Konimandant, ir unterhielt, ie den Boykott aussprechenden Komiteemitglieder zur Strafe sofort in ein Moorlager versetzt, eine Maßnahme, die erst viel später und nach Ueberwindung erheblicher Widerstände durch die Zentrakbehörden rückgängig gemacht werden konnte. Noch immer befinden sich zahsreichc russische Kriegs- gefangene in Gefängnissen. DaS Verbrechen dieser Heute bestand darin, daß sie e? wagten, sich ohne Erlaubnis. schein auS ibrem Konzentrationslager zu entfernen, um daS nächste Dorf zu besuchen. Diejenigen welche hierbei der Polizei in die Hände sielen, wanderten in die Berliner Gefängnisse und werden hier heute noch zu den niedrigsten Arbeiten verwendet. In H a v e l b e r g bei Nauen befindet sich ein kleines Rusieniagcr, dessen früherer Strascharakter Mitte März formell aufgehoben wurde. Vis dahin waren die Insassen der verschiedenen Baracken durch Drahtzäune und Posten- ketten voneinander abgesperrt. Während des WinterS mußten sie in völlig ungenügender Kleidung, in zerrissenen Gchiihen oder bloßen, mit Lumpen umwickelten Füßen schwerste Waldardeiten verrichten. Ueber 100 Gefangene gingen dabei zugrunde. Nachdem die Umwandlung des Straflagers in»in gewöhnlich«? Internierten lazer voll- zogen war und die Logerursasten zum Teil gewechselt hatten, verboten einzelne Militärpatrouillen den Goschält«l»<>t>en in der Stadt Havelberg, den Gefangenen irgendwelche ratio- nierte Lebensmittel zu verkaufen,»bivohl die Gefangenen auSarhen durften und generell die»rlmibni« zum Einkauf jH* chrem Arbeitslohn hatten.«1»»niatw Llorit zwei Wen lenkt ei». Den polnischen Imperialisten scheint beveiiS vör den Folgen ihres verbrecherischen Kriegsabenteuers in der Ukraine zu grauen. Wie aus Warschau gedrahtet wird, erklärte der polnische Ministerpräsident in der Kommission für auswärtige Angelegenheiten, die letzten Siege der pol- nischen Armee ermöglichten der Polnischen Regierung die Wiederaufnahme von F r i e d e n s v e r h a n d- l u ng e n mit Sowjetrußland. Die polnische Re- gierung sei bereit, auf Boryssow als VerhandlungSort zu verzichten und andere Orte für die Verhandlungen namhaft zu machen. Dies« Erklärung ist natürlich nm- eine Finte, die die tödliche Verlegenheit der polnisckM Regierung bemänteln soll. � Es hat der„Siege" der polnischen Armee in der llkraine nickst bedurft, um die Friedensverhandlungen mit Sowjetrußland zu ennöglichen. Dieser Friede ist vielmehr in frivolster Weise von der polnischen Regiernng und ihren Hintermännern sabotiert worden. Nach monatelanzer Verschleppung der Friedensverlwndlungen, zu denen sich die Sowjetregierung bereits im Dezember v. I. bereit erNärte, hat Polen den neuen Krieg vom Zaune gebrochen und da- mit als Vortrupp der internationalen Reaktion die Offen- sive gegen Rußland eröffnet. Wenn jetzt die polnische Regierung neue Verhandlungen anregt, so liegt die Befürchtung nahe, daß es sich für sie vor allem darum handelt, Zeit zu gewinnen, bis die in Unordnung geratene Front ihrer Hintermänner sich zusammengeschlossen hat. Allen diesen Aktionen muß des- halb das größte Mißtrauen entgegengebracht werden. Die Arbeiterparteien aller Länder müssen nach wie vor auf der Wacht sein, um den verbrecherischen Machenschaften der internationalen Gaunerbande gegen den Frieden mit. Sowjetrußland stärksten Widerstand entgegenzusetzen. Kopenhagen!S. Mai. Die Berti nggke Tibeub« meldet auS Korona: Den spärlichen Nachr chten über den Verlauf der russisch. litaui« schen Friedensverhandlungen sei zu entnehmen, daß ' die Volschcwiflen sich sehr entgegenkommend stell«». Die Forde» rung der Anerkennung der völligen Unnbl)ängigkeit Litauens sei ohne Debatte bewilligt worden. ES sei zu erwarten, daß der Friede zwischen beiden Ländern baldigst unterzeichnet werden könne. Kopenhagen, 14. Mai.(HavaS.) Acht Delegierte der Sowjetregierung sind vorgestern nach London abgereist. Die evgllschen Hafeuarbeiler für Sowjel-Rußlaud. H. N. L» n d o n, 15. Mai. Dir Hafenarbeiter beschlossen, nicht nur daS für Polen bts stimmte Munitionsschiff Jolly George nickst zu laden, fondrru auch keine Munitionssendungen, die mutmaßlich für antibolschewistische Zwecke bestimmt sind, zu fördern. Weiter haben die Hafenarbeiter ohne diesbezüglichen Befehl die bereit? geladenen MunitionSladungcn wieder gelöscht. Die Frage, wer der Absender der- Munition Ist, bleibt nach wie vor ungeklärt, nur steht fest, daß die Ladung für Dan»ig bestimmt war. Sie SSomnas des Nainzanes eingeleitet. Die deutsch» Truppenstärke in der neutralen Zone zulässig. Pari», 15. Mai. General Rollet Heß bekanntgeben, baß nach den begönne» neu Kontrollarbeiten vorauszusehen sei, daß die Truppen» bestände in der neutralen Zone als mit den am 8. August festgelegten Zahlen in Einklang stehend anerkannt werdrn. Infolgedessen ersuchte Marschall Foch den General de Gonttel, einen Offizier nach Kassel zu kommandieren� um mit der deut» schen Regierung über die eingeleitete Räumung der seit dem 10. April besetzten Zone seitens der französischrn Truppen zu unterhandeln. Die Räumung wird durch. grführt werden, sobald die Ergebnisse der Kontr-llarbeite« offiziell bekannt sind. Internierte wegen der unzureichenden Ernährung flüchteten, wurden die sämtlichen übrigen 700 Gefona'enen vier Tage lang im Lager eingesperrt. Ein höherer, anscheinend von General Oehine ausgehender Befehl verbot im Gegensatz zu den Regieruugsanordnungen ausdrücklich die Mitarbeit des Lagerkomitees bei irgendwelchen VerwaltungSangslegen- Helten. Der Gipfel all dieser, den Absichten und dem Nutzen des Reicks widersprechenden Maßnahmen bildet die bis Ende April bestehende Anweisung, daß jeder in Havelberg aus anderen Gesangenenlagern eintreffende Gefangme zu- nächst einige Wochen in Säsutzhaft gesetzt würde. Die Auf- Hebung der Sckmtzhaft blieb der Willkür des Lagerkommcm- danken überlassen. Die Zugänge rekrutierten sich zumeist aus Mitgliedern anderer Lagerkomittres, die sich durch ihr Eintreten für die Gefangenen und ihre Stellungnahme gegen Ungerechtigkeiten bei den Verwaltungsbehörden miß- liebig gemacht hatten. Daß die Insassen des Lagers Havel- berg an den amerikanischen Liebesgabeilsendungen nicht be- teiligt wurden, sei nebenbei erwähnt. All diese Tatiackren zeugen von dem Unvermögen der Regierung, ihren Willen in der Gesangrnenfrage durchzu- setzen und von der planmäßigen Sabotage durch die Militär- instanzen, vor allem durch die AbwicklungSstellen der General- kommandos, denen die einzelnen Lager unterstellt sind. An- gcblich konnten die Lagerkommandanten wegen ihrer Fach- kenntnissc nickst ersetzt werden, und so blieb die Antvendung all jener barbarisckien Strafen aus der KriegSzeit, wie Anbinden usw. trotz aller gegenteiligen Befehle des Kriegs- Ministeriums in den meisten Lagern bis in die letzten Wochen hinein bestel>en. Die amerikanische Lcbensmittelzufsihrung für Deutsch- land wurde bekanntlich am 1. April eingestellt. Dies gab den Anlaß, die russischen Gefongenen mit der Zivilbevölk«- nmg auf gleiche Ration zu setzen, waS, da sie zumeist nicht in der Lage find, sich nichtrationierte Lebensmittel srkdst a«. zufchasfrn, für sie eine wetentlick»? vrrfchlecksterung vor ollem in der vrotzufuhr bedeutete. Die russische Regierung konnte infolge der Val-uwichwirrigkeiten selbst auch nicht steifend ein- »greifen. So wächst die Berqweiflung dcr Gefangenen trotz der Aussicht auf Heinchefördening ständig. In einein erst jüngst veröffentlicht«; Ausruf der Gcsaugauo« mehrerer La»« beißt eil .Wir hungerten, wir arbeiteten in den Schachten, auf den Feldern, wir wußten nichts vom Feiertage. Ja, damals war Krieg, damals waren wir Feinde. Jetzt, wo der Krieg zu Ende» und Gefangene aller Nationcu, schon längst in ihre Heimat zurück» gelehrt sind, müssen wir noch hier zu Grunde gehen, und nicht einmal die Hoffnung wird unS gegeben, daß wir in absehbaror Zeit nach der Heimat befördert werden können. Wir lve.dc» noch immer gepeinigt, bedrück, und verhöhnt. Wir wurden um» getauft und haben jetzt den Namen„Internierte" bekommen. Und dafür ist uns zum Osterfest die Brotration �uf'A Pfund herabgesetzt worden." Während sich das Schicksal der 25 000 deutschen Gefangenen in Rußland seit der Revolution völlig geändert hat, wird das der russischen trotz der Vorbercit-ungen für den Ab- tranSport von Tag zu Tag schlechter. Aber auch die russi- Ickten Kriegs- und Zivilgesangenen, Flüchtlinge und Ver- triebenen, denen es infolge beionderer Umstände möglich ist, unter der Zivilbevölkerung zu leben, sind allen erd nklichen Schikanen ausgesetzt. 7000 bis 8000 russische Studenten in Dentschlnnd verlieren die besten Jahre ihres Lebens, weil Kulturministerien und Universitäten es ihnen trotz ans- reichender Zeugnisse fast ausnahmslos unmöglicht machen, ihre Studien in Hnitt'chland fortzusetzen. Mit tiefer Elwitterung gegen Deutschland kehren jetzt die Gesanaenen allmählich in ihre Heimat zurück. Was sie nach der Revolution in Deutschland erleiden mußten, ging vielfach noch über die Torturen unter dem kaiserlichen Re- gime hinaus. Die Untersuchungskommission über die Be> Handlung der Kriegsgefangenen, die nach ihren, eigenen Ge- sckindnis nicht daS RwolntionStribunal geworden ist. tat alle», was sie konnte, um die beganzenen verbrechen zu ver- tuschen. Um so ungestörter konnte der Militarismus, von Entente und Regierung ungehindert, auch noch dem Zu- fammenbruch feine verberecherisch? Neigung an wehrlosen Gefangenen auslassen. Und wenn der Haß der jetzt.Heim- kehrenden sich später in wirtschaftlichen Dingen.zum Schaden Deutschland» auswirken wird, so ist dies zum größten Teil die Schuld der unfäbigen Regierung, die eS nicht verstanden hat, auch in den Gefangenenlagern den HiilitärrcHen Geist mit Stumpf und Stiel auszurotten, und die Gefangenen von der Reformation der deutschen Gesümung zu überzeugen. rinzelprels 20 P sonnig. z. �otzreong Couacbend, öcn 15. Mal mo Dt«„irribfif mdwm morgens und nadnttitiog», an Seim* vnd Jtftwgen not morgen» Der£3r*U4*?ret» beträgt bei'reirt �ustelluna ins Pmi» fßrNfcro*• Saerlm 8.50 M. im »orou» zahlbar. Für Ooftbnug nehmen sämtliche Postanstalten Bestellungen entgegen Unter 5trei?banb bezogen für Deutsch' and und 0rsttcT?i0 ntv rür dos übrige Ausland K»— M. zuzüglich Dalutaanfichlag, per Brief für Deutschland und Oesterreich SO.SOM flrbitfnen uiw»rtiebillon; V»r!n» WSi. v> gbaurrbamm ISU1. grrujprechrri Stmi Starb«,«SS-»« antt OlGS. Nummer 177 m MenS-�usgade Die ackstgespaktene Nonpareillezeile oder deren Raum kostet 5.— XTff. einschließlich teueruugsz ifchlag. Kleine Anje aen: Das fettgedruckte IDort 2.— jedes weitere ttJorl l.50 Alf., einschließlich Ce ernngszusch aq Laufende Anzeigen laut Tarif. �a>"iiien• Anzeigen und Stellengesuche 5.20 Mk. netto pro Stile. Stellengesuche in IPortanzeigen: da» fettgedruckte tvort J.50 JTlfc, jede» weitere IPort|.—- Mk. �nirratcit-�tbieilunti; Berlin NW. 5chiffbaner�nntn 1H Fernsprecher: Wm««Horben Buchhandlung Zentrum 2649 »Freiheit"-Vuchdr«ckerei Zentnuu*030. Sie alle ilns mwücdig! T>i«..Rheinisch-Westfälische Zeitun«" erhobt heftige T n klagen gegen die bürgerlichen Parteien. Sie sagt in Nr. 318 voni 7. Mai, daß jetzt van allen Sei- ten gegen die Revolution geschrieben und geredet werde. Wanmi sei es aber so weit geloiiiiiien? Werl öll Salus Janfl eine wahnwitzige P o 1 iti k g et r leb e n war- iden ser. Das Bwtt lagt dann: Man mutz es laut aukspreclien: Diejenigeri, di« an dieser toaljimKtzigen Politik schuldig sind, diejenigen, welche damals in führenden Sdeltuiigen waren oder welche"potitische Aichrer de» Volkes waren und diese Politii mitgemacht haben, alle diesen gen, Svelche es verschuldeten oder duldeten, datz das deutsche Volt in emcn Krieg gerissen wurde gegen sämtliche Brotzmächte und Wel'mächte der Erde, fit mögen gehandelt haben a>uS Unkenntnis, «uö BegueinlichLeit oder aus Feigheit, sie alle sind unwürdig, oud) heute noch das deutsche Volt zu leiten, sie sind unfähig, ein StaatSamt zu bekleiden oder vom Volke durch Wahlen rmvor. getragen zu werden. Wie die Staatsmänner mil Recht gestürzi find, die uns in diese grausame Not hmcingelenkt haben, so haben auch d i c-hre politische Zukunft verwirkt, di« welche alz Potil tec d',e Gefahr verkannt oder leichbfer.'ig eingeschötzi heben. Das gilt natürlich zuerst von den Parteien, die am meisten an dieses un- glückliche Büribnil mit dem Hause HadSdurg. an das sich da» tveitere Bündnis mit der Türkei anschlvtz. schuldig such, nämlich die gesamte„Demokratie" und das Zentrum? eS muh immer w:e. der gerade diesen Parteien entgegengcworsen w"rdcn, datz sie. Svelche heute in der RevolutionSpolitik mitarbeiten, die Haupt- träger dieser wahnwitzigen Politik gewesen sind. Aber e» g'it auch für die Rechtsparteien. Es stecken in chncn noch manche Ucber- dleibsel jener unglücklichen Jahre, noch manche Grötze, die abgetan fein sollt«, hat llnterschiups in ihnen gesunden und eS gibt manche. damails von der Souveränität Wilhelms II. ihre Zukunft erbuff« ten und nun von der Souveränität de» Volkes gehoben zu werden wünschen. ES ist wohl nicht nötig, noch erst bestimmte Namen zu Neimen, eS genügt, ganz allgemein die Forderung aufzustellen, daß die Wähler kein vertrauen entgegenbringen können solchen Männern, die vor dem Kriege hätten roden müssen, dank ihrer Etelluilg. und welche nicht geredet haben. Da« national« Boll lehnt sie genau so ab, wie di« Männer der Revolution. Die.,M)Linisch).WestfÄiiche Zeitung", dos Ovgo-n der Großindlistriellen, mutz als ein einwand freier Zeuge für die KZeiirterhmg der Politik der bürgerlichen Parteien angc- fbrochen werden. Wir können uns dem Zeugnis dieses BJkütes mx anschlietzen. Die werktätige Bevölkerung wird sich dafür �bedanken, bei den bevorstehenden Wahlen den Parteien ihr Vertrauen auszusprechen, die daS beritsche Volk ins Unglück geführt haben. Hinweg nüt ihnen, f o r t a b c r auch mit ihren Helfershelfern, felbst wenn sie sich eist schein sozialistisches Mäntelcheu«rn- Eberl und die Tvdesurtelle. Wahrend di« RechtSsozialisten in Berlin mit der Billigung her Todesurteil« durch Ebept durchaus einverstanden zu sein scheinen, regt sich doch in manchen Orten des Reichs Widerspruch gegen dieses unerhörte, jedes sozialistischen Gefühl« entbehrende Verhalten. In der Mitgliederversammlung der Rechitsozialisten in Frankfurt a. M. lag ein Antrag vor, Ebert ein:» scharfen Tadel wegen der Bestätigung der zwei Todesurteil« auSzusprcchen. Die Sache endete aber, wie wir es bei den Rechtssozialisten von jeher gewohnt sind? der Vorstand tvurde beauftragt, die An- elegcnheit an die Part-iinstanzen weiterzugeben, so datz ie Angelegenheit nun bereit» erledigt ist. So ist e» ja nicht nur in diesem Fall, in dem Rechtssozialisten die volle Verantwortung für die Vollstreckung von Todesurteilen haben, sondern so war e« ja auch bei der Erschietzung L e d i n e S. Auch damals wurde der Ausschuß der di« veront- toortung trag:nden rechtssozialistischen Minister au» der Partei verlangt, ohne datz aber etwa« gegen sie unternommen worden wäre. Für diese Herren steht die. Forderung aller Sozialisten nach Abschaffung der Todesstrafe nur auf dem Papier. Als g e» Das ZiilWaus ves M.lilarismuz. Henry Guilbeaux, der in Frankreich während de« Kriege» von der Regierung Cle-meneeau« zum Tode verureileli wurde und jetzt in Rutzland lebt, ist einer der tapferen unk aufrechten Geister, die wie Romain Rolland, Henri Barbusse und wenig« andere auch im Völkermorden di« Fahne der inter- nationalen Menfchliehkeit hochhielten. AI» Herausgeber der Zeitschrift.Demain" s.Morgen") hat er in zahlreichen Mani- sestationen de» künstlerischen und literarischen Geiste» diesseits wie jenseits de» Rhein» wertvolle BermittelungSarbcit für die Annäherung französischer und deutscher Kultur geleistet. Der grotze belgische Dichter Emile verharnn schrieb ihm:.Sie gehören zu denen, mein lieber Guilbeaux, denen e» wichtiger ist. der Gegenwart und der Zukunft zu dienen al» der Ver. gangenheit... Sie rufen mit ihren Wünschen die grotze «urepiisch» Einheit, die heute notwendig ist und morgen unerlätzlich fein wird. Sie wissen, datz sie schicksaks- «ätzig kvmimen wird? aber Sie wollen nicht warten bis sie da ist; Sie wollen mitarbeite», datz sie kommt." Wir geben au» Guikbeaur' Erstlingsroman.Joseph Sol- vafter", dem innigen und unerbittlichen Srlebnisbuch einet tdealgesiiinien menschlichen Kämpfer» für Recht und Freiheit hier«inen Abschnitt wieder, der die niederträchtige Dumm'ell de» Militarismus brandmarkt. Da» Buch ist jetzt au» dem fvanzöfischen Manuskript von Hermynia Zurmühlen int Deiltsche übersetzt, im Verlag Rudolf Kiünmerer(Dresdens er- schienen.» Di» jetzt h<»tie ich den MMtärdlenss as» VerpfNchfung emp. funden; indem ich seinem Ruf folgte, entsprach ich meiner Bürgerpflicht. Talsächlich machte ich tamlt eine dnmme Geste. Mein« Ideen haben sich bei der Berührung mit zahlreichen, tag. Itchcn Tatsachen äutzerst gemäßigt Heute strömt me ne glühende Sympathie d.nen zu, die die Blutsteuer verwrigern. Die Armee ist nicht im geringsten da» Laboratorium de» PairiotiSmul. Die Armee und da» Baterland haben ircht« Gemeinsame». Wer Pat.ivt sagt, sagt damit nicht unbedingt Miii- tarist. Ich habe einen berechtigten Stoiz auf mein Franzosen. jum. Ich habe»S bewiesen und werde e» noch beweisen, datz ich der srauzösischen Aa!i»n angehr-re. Im Kriegsfall Ivürde ich ohne Zaudern gegen die Prcutzen marschiere�. lJo'eph Solvaster ha� seine Ansichten so sehr geändert, datz er während de» entsetzlichen Kriege? von 1914 b» 1918 sein Wanderleben antzerhalb Frani- reich» fortsetzt« und dem MobilisationSbefeksi nicht Folge leistete. Anmerkung der Herai-tgeberin.) Doch betrachte ich Offiziere und lluteroffizierc al» bewutzte Bestien, um einen sehr richtigen, sehr siarlen Ausdruck anzuwenden, der früher äußerst treu« Diener der bürgerlichen Koalition lassen sie genau so gut Maschinengewehre gegen Arbeiler schietzcn wie ste die Klassenurteile der Kriegsgerichte billigen und oer'.eidigen. Aar noch heule«nö morgen kann jeder Reichstagswählel nachprüfen, ob sein Name in der Wählerliste steht. Es hat sich herausgestellt, dast in den Listen die Namen der Einwohner ganzer Häuser fehlen. Die 9ti Auslegestellen in Verlin, die durch Anschlag und in den Tageszeitungen bekannt gemacht wurden, sind heute bis abends 7 Uhr und morgen, Sonntag, von vomillags 10 Uhr bis nachmittags Z Uhr geöffnet. lllemmd verMKe diese Metetzle Zrist, damit ihm nicht die Möglichkeit genommen wird, am 6. Znni seine Stimme sür die A.S.P. 3. abzugeben! Elv Sp'itzelstreich in Sangerdaujev Die Lockspitzelei der entlarvten Gaunerin SchrSder-Mahnke scheint ln dem friedlichen Städtchen Sanzerhausen einen ver- späteten Erfolg gehabt zu he.ben. In der Nacht zun- Sonnabend nach einer Versammlung der L. A. P. D. bemächtigten sich etwa 20 Vewaffnetr alles in Sangevhausen völlig untzekannte dunkle Elemente, der öffentlichen Gebäude: de» Bahnhofs, deK Lanb- ratamteS, des Rathauses usw. In einer Bank raubten sie llvv tW0 Mark. Ti« Arbeiterschnft Sangerhausens, die geschlossen hinter der U. S. P. D. steht, hat sich sofort gegen diesen von Spitzel» arrangierte« Ve.'brecherstreich gewendet. Nicht«in einziger Ar. briter, auhu dem Führer der K. A. P. D. hat sich an dem Putsch beteiligt. Die bsirgierNche Presse wirb nartirNch Uber diese wll. kommene und offenbar auch bestellte klffäre in ein Jnbelg heul und gntgespielter Enrüstung ausbrechen. Dabei ist dieser Putsch offensichtlich von Anhängern der recht» st chenden Parteien inszeuiert. Die Täter haben sich ausdrücklich auf die bekannte veutschnationale Schauermär von, Beginn de« große» miltrtdeutsckieo AnfstandeS de? U. S. P. D. und K. P. D. berufen. Wer besitz! die Waffen? Auf ctnrn Anpsl schrei des deutschnationnlen Abgeordneten Graefe, dyr in einem Brief an den Reichswehrini, lister darüber jammert, datz Mecklenburg von Truppe» entblötzt ist und datz e» zweifelhaft sei, datz man.in Mecklenburg vor einem Blut» bad stehen dürfte", weil die Koinmunisten im Besitz von Waffen seien, antwortet ihm der Chef der Mecklenburgischen Sicherheitspolizei Oberst Laug« Er stellt dabei fest, datz sich allerdings Waffen in Mecklenburg befinden, aber nicht im Besitz von Kommunisten, sondern, und zwar unangemeldet, in den Händen der W u t» b e s i tz e r. ES Heist! in dem Schreiben: »Di« mir vorliegenden lliiterlagen über Waffenverteilung ergeben einige Unftiinmigkeiten. So sind z. B. von Güstrow (der Lottow-Borbeckschon Reichswehr. Red.) ausgeliefert war» den an: Graf Bafsewitz-Dallwih: 750 Gewehre. 37500 Patronen. Angemeldet sind dort l l. M.-G. und 12 Gewehre. Gutsbesitzer Paul Andrea, Dudendors bei Sülz«: 720 Gewehre, 37 500 Patronen. Angemeldet sind 7 Gewehre. populär war. Man mutz rt laut verkünden: die Armee-st nicht da« Abbild de« Vaterlandes: si: ist eher dessen Hefe. Jede» enge, vom Korporalismus bewohnte Gehirn tut sich im mikita- rist'schen Leben hervor. Mit wenigen Ausnahmen bestehen die Unteroffiziere au» Leuten, tne in der Katern« dem Unbebodorität verfnüpft sie mit der wirklich»ibeitendcn, ausgebeuteten Masse. Ihr pbanlastö'cht» Gewand zeigend und arrogant den Säbel nachschleppend, paradieren sie ohne Unterlaß WaS die Offiziere anbelangt, jv ist e» ungefähr da» gleiche. Die Lage ihrer Eltern hat ihnen zumeist ermöglicht, die hohen militärischen Schulen zu besuchen. Sie sind weniger schwerfällig: sie waren in St. Cyr. Doch bin ich über- zeugt, datz auch ihre Herzen noch vom Vaterland durchzittert werden. Nur die Liebe zum Beruf und der Reiz der glänzenden Berdrämung baben sie aneezogen; die Streifen, die Haltung, di« ollgemeine Achtung, da» Vergnügen, einer Schar Knechte zu be- fchligen, die Freude am Auftreten und an der Umkränzung durch kleine Weiber. Die materielle» Vorzüge verlocken sie; vom Idealismus sehe ich keine Spur. Selbstverständlich gibt e» auch Ausnahmen, die hier die Regel bestätigen. Die Unteroffiziere verstehen sich auf nichts, außer auf ihre leichte ArbeitIng>-geu aber den einzelnen Bürgern, welche sich noch zu den anständigen Menschen zählen»nd mt� den Land- wirten Hand in Hand gehe», Waren zu liefern. 8. AlS eiu gemeines Verbreche» muß e» angesehen werden, wenn man den ReichSwehrtruppc» vorschreibt, die Rotgardisten, Koinmunisten, russisckwn Juden und älinllchen Vilbel festzunehmen. Vorstehende Elemente gehören nicht mehr zu der Menschheit, sonder» sind nur noch zum Vieh zu zählen und sollte man einen derartige» Mob doch einfach n.ied ermähen lassen, als Gefangene zu machen. Frllhcr »der später wird ja doch dieser Pöbel immer dir Bcrbrccherbahu wieder betreten. Da die Negierung die Meutererformationen nicht auflöst, sondern sie nur u m g r» v v i c r t und zu festen Neichsnwhrverbändcn zusainmcnschweitzt, werden sie an der Durchsübrung der in dem Zirkular fesftzi'liPten Richtlinien nicht behindert werden. Das Schimpfen auf die Neoierunq ist daher absolut zwecklos._ Wa»'mich anbelangt, so kultiviere ich meine Persönlichkeit mit weit größerer Sorgfalt al« früher; darau» folgt, dutz der miii- tärische Geist sowohl vom egoistischeu als vom sozialen Standpunkt au» ein Hebel ist. So paradox folgender Ausspruch auch klinge» mag: Der MiiitariSmuS entwickelt den Individualismus! „Östcm.- Strlndderg im Neuen Bokkstheater. Slrindberg» Festspiel.Ostern" ist in Berlin schon oft stesp'elj worden, aber niemals für da» Voll, sondern immer nur für ein literarische» Publikum. Da» Neue Votktlheailer bring! r» jetzt un- mittelbar nach de».Brüdern Karama-ssff" und bewerft dam t, datz e»«rnftlich gewillt ist, nicht alle n mit auf äutzere Wirku ngen cheatrattsch zugesdutzlen Büh en stücken, sondern mit ech>esl«r, inner- lichster K-unst aufzuwarten. Da» Programm ist gegeben und mn »Ostern" ist c» n cht nur beim Versprechen gebüoben. Die Au f- fi'chrjnfl war durchaus nicht vollendet, w e auch di« neu« llebeo- fetzuug Goebel» durchaus nicht vollendet ist, wenn sie auch nach Schering erlösend wirkt. Aber sie bot in ihrer Schlichtheit durch den Verzicht auf jede Merl«, manchi.« Gute genug. Hau» Brab m h«t al« Spielleiter bor allem im zweiten Akte die Karsreilag- sttmmung, die» unschuldige G kreuzigtwerdcn und Luiden, da» Strindberg in seinem Eetc-serfistspiel erleben la en will, lebendig gemacht. Die Starrheit und Härle, mit der er d e Geital«n gegen- einander und zueinander führte, die Absage an jed» fa.dche PuihoS gaben der Aufführung ihren eigenen Stil und bitten thn noch sichdbarer gegeben, wenn sie schauspielerisch reifer gewesen wäre. Leider versagten aber die Kräf e vor der Aufgabe, d e ihnen g«- stellt wurde. Der Lehrer Eli», der unter der Lnst ftemdm Schultz büßend zuir?e. akso di«. in b»«,«o vi» Ni Bezirttvevordnete M lt.»t v>�Vsl«JXi-lllI« s wählen sind, dürfkni für die Stadtv�rordnetcnwaMsle Li) genügen Am 1. Ottolier soll die neue Stadtgemeinde Berlin in Kraft treten. Die ta>ai�en nui» für den Zill. Juni uu�«jchru!de.u �n. miticii des Wsl.>!ka»lpseS für die NeichSiagSwahlen müssen die lLenossen in GrossuLerlin sich an die Borüereituugen für dae neue Grob-Berlin machen.'D?» Aesetz i!t nicht so geita'tet n>or> den, wie es die beste Lösung deS Problems Grotz-Berlin erheischt. Die bürgerliche Parlamentsmehrheit in Preußen hat das Gesetz mit Fesseln und Fallstricken versehen, um e« mög. lichst ungenießbar zu machen und um später sagen zu können, daß der alte Zustand dem neuen vorzuziehen sei. Mit Zähnen und Nägeln wehren sich die Machthaber, vor allem die in den westlichen ffieituiv�eu. von ihrer Herrftkik clitvii einzu Stsjen nr.t ach einer sozialdemokratischen Herrschast in Groß-Berlin auSzulie» fern. Alle chj'idorjtaichp gvseu et» wir�iche« Groß-Berlin sind auf pvlitlschc Motive zurückzuführen. Um Machtsrageu handelt es sich für hie bürgevliche Mchrteit. Und wenn schon es nicht zu vermeiden war, oaß Groß-Berlin doch kommen mußte, so doch in einer Foren, daß auS dem neuen Gebilde nicht? Gescheites werden soll. Es wird Sache der Praxis sein. Schritt für Schritt die vielen Schtv-ierlykeiten au» dem Wege zu räumen, die da aufgetürmt worden sind. Wie steht duS neue Groft-Berttn an«? E» find 20 Perwal» tungsoezirke gebildet, d-e zusam menge saßt werde» zu eimr zeii- tralen Behörde mit einer Stadtverordnetenversammlung. Jeder Perwaltun'>?>l>ezirk wähl, eine Bezirk»v?r>>mm�ung. die ein Be. zirkSamt erhält. Die Stadt Berlin zerfällt in 6 BcrwaltnngS, bezirke, und zwar l. Mitte, 2. Tiergarten, ö. Wcdding, 4. Pcenz. lauer Tor. S. Fried rick�haan uns 6. HalWsch«» Tor. Tie Be- zirksverkammli'naen in S�erlin delteben aus 4S BezirlSvcrord- neten. Dann folgen die übrigen Bezirke: 7. Eharlottcaburg mit Heerstraße, Gutsbezirk südlicher Teil, Plötzensee» Gutsdezirk uird Juirgscrnheide. Sie wählen 4ü Be» lirbälverordnete. 8. Spandau mit Spandau-Zitadclle» DutSbezirk Staaken, Heerstraße, Gutsbezirt imrducher Teil. T ie s werde c. PUHcUdoif, PichclSiocrdtr, Gutsbezirk Gatow und Gladow. Zu wählen sind 40 BezV'v-rordnel«. 0. Wilmersdorf, Schmargendorf, Grunewald-Landgemeinde, Forst-», r.Si'�-irk. Z» wählen 4-' il'rt rk?v rordnote. lO. Zchlendorf, Dahlem-Gutöbezirk, Nikolassee, Wannsee, Kleiii-Gl.nnici�uGuttbezirk, Piau>nso>G:llSv.gi.rt, Potsdamer ForstlMtSbezirk nördlicher Teil bis Griebrntzsee und Kohl Hasen- brück mit 15 Be-sirksverordneten. 11. SchSneberg und Friedenau mit 4ö DezirkSverordneten. 12. Tempclhof, Mariendorf, außer Ortsteil Südende und Lankwitz mit 8» BicznKverordn«�» 14. Neukölln, Britz, Buckow außer OrtSteil westlich der Ma» rlendor'-hick-trii rader Ebausfee nrit 4k> Bez'rk?verckd0neten. IS. Treptow einschließlich der Abtei, Oberschöneweide, Wühl» Heide-Gutsbozirk, Nieocrschönelveide, Johannistal, ÄdlerShof. AU- Glienick« mit 80 BezirkSvrroidnete». IS. Köpenick, Friedrichshagen, Köpenick-Forst-GutSbezirk, MahnSdorf, Müggelheim, Grüi!an-DalMer,»Jorjt.Gutsbezirk, Scknnöckibitz, Vohirldorf und Grünau wähle» 30 Bezirksver. ordnete. 17. Lichtenberg, FricdrichSfelde, DieSdorf-Landgemeinde, DicSdon-Gutsbezirl, LlaulSSvvs. Mahlsdorf, Nlarzahn, Hellers- dorf mit Wubsrariec-Gnts bezirk, tvödienIeiiiicke>tdsri usw.). Während die Zahl der BezirkSverordnelc» feil siebt, ist in lvzng auf die Viadtverordnele,, nicht der Fall. Hier ist mir foslgesetzt, t> ß die Gesamtzahl 228- beträgt. In den einzelnen We ltreisen wxr.'en die Kand dalen aufgestellt. Alle abgegebenen Glimmen für diese Kandidaten loe den in ga-nz Groß-Berlin znsamm-"">e-ädlt und er!t d-,nn nu'rden die Man- date verteilt. Ucbrig bleibende Meststlmmen werden auf eine ein» zureicheick>e Stadt liste verrechnet. Die Wahlen für dir Etadtvcrorduetenversannnlnng und Pezirkkversaminluilg ersol- gen in einem Wahlgange. ES sind also zwei Listen anfzn- ließe»;«ne für die Eladl verordneten, und eine für die Bezirk»- derordnetenver'am.inlilug. Zu beackten ist besonders, daß in de» ob«» aufgesulsilen Berwal!imgS!>ezirkcn. die sich nicht mit dem Wahlbezirk decken, eine gemeinsame.List« sü»- di« S'adtverord- netenwahl aufzustellen ist, al'er verschiedene List�m fstr �i? De- zirkSvcr'aminknn� BeispirlSwei'e'muß der Bezirk Fehkendori andere Bezir5?v«rordnede enthalten als der Dazirk Tle-glitz und Teinxlhof. alle drei'bezirke aber miiss'» eine Liste für dir Sir�tverordnetenwahl ansstesten. Da» gleiche trifft zu für Treptow und Köpenick und für Woißeuscc, Pankoiv und Llri- nickendorf. Wohnsitz Im Sinne diele? D-sehel für W>�'lberechtie,"irz wie für Wählbarkeit bildet die neue Stadt aem'inde Der'in. Die De zirkSverordneten sollen möglichst in ihrem Bezirk wohnen, Iveil cS sich da vorzugSiveise um Wahrnehmung der Jnleressen de» Be- z-rkS handelt. Mnßvorschrlft ist daS ac»er nicht. E» ist zulässig auf die Liste der S�ezirkSverordi etcn auch Namen van der Liste zur S'adlverordnetenwahl zu setzen. Für d:e Zahl der auf de» Bezirk entfallenden Stadtverordneten ist � die Waklbeteiligung maßgebend. Tie auf einen Bezirk entsallenden S adtverordne- tr» sin» ebne weH-'re» der kn>e-,'rk Versammlung: treten also zu den gewählten BezirkSverordneten hinzu. » Bei der?s»»wahk der Kandidaten sehe man besonder» aus die Eignung zu dem Amt. Es ist durch«»»>"ch: glechgiiltig.>ver a i Kandidat ans die Liste kommt. Wr herben in Groß-Berlin und auch in den Bezirken mit sehr geriss.'«» Gegnern zu tun. außerdem werden wir in ciner ganze,, Reihe von Bezirken eiue unabhänghxe Mrürheet erhalten. Such, und Fachkenntnisse aus verschiedenen Gcbicren sind lekr euwüuicl-t itzür die stark bevöl- ! wodei i mimer nocki B V cht darauf gcirommcn worden kann, eme Airzahi davon auch auf die Lifte der BezirkSverordneten zu setzen, oa der Uederflug an Ä rasten nicht allzu groß r�u In won.ger bevölkerten Bezirken genügt eine kleinere Zahl. Die Genossen in den Bezirlen, denen mehrere Ort« zugehören, müssen sich per» ständigen über die Kandidaten. Wir können die Auswahl mit aller Sorgfalt treffen, aber auch so, daß der Termin der Tin» reichung der Listen.(6. Juni) auch innegc hallen wird. Leichstagskandidaluren. Die Demokraten haben in D a d e n auf ihr« Kandidaten- liste gefetzt: l. Minister D i e t r i ch- Karlsruh'., 2. Staatsrat Dr. Haas- Karlsruhe. Der bayerische Dauernbund hat für die Reichstags wählen an ersto Stelle m Schwaben Professor Fehr von der bayerische» Landet fettstelle und für Ob« rb atiern an. erster Stelle Eisenberg er nominiert. Die Deutsch nationalen stellen kür den Wahlkreis Au r i ch»Os irab r ü ck-B rcmen-O lden b u rg Staat»- minister a. D- H« r g t auf. Die Deutsche Voitspartei hat für Westfalen auf. gestellt t Der-mann Angluft Winnefeld- Günningfeld, 2. Ge. wsraldirektvr Dr.-Jng. V Sgl er. Das Zentrum hat für den Wahlkreis L ü n e b'u r g- Stade anfg-eslellt: 1. Rvich.'gerichtsuae Burlage-Leipzig, 2. Landwiet Penneinann- Bruchsal. Die Z e n t r u m» p a r t e i hat für den Wahlkrc!» Köln» A„ ch e ii: l. Gehe im rat T r i u, b v r n, 2. GeiocrtfchaftSsckr«- tärin Tr e n f ch Die fch lesisch« Zen trumckpartei stellt« für Mittol. schlesien Stadtrat Janeba auf. Zmmer noch Steigen der Koste» des Ernützrungsbedarfs. Nach den V-rochnimgen von Prof. Dr. H. Silberglekt, Direktor deS Statistischen Amte« Berlin, stellten sich die Kosten des Ernähruiigöbedarf» in Berlin für den Monat April folgendermaßen: Art der Beschaffung Rationierung.... Freier Handel.... Nichtöffcnt icher Perkauf (Schleichhandel)... je Tag Mann 8.ltt 6.80 1.68 Mann u. Frau 6.82 8.02 208 je Jahr Mann Mann u. Frau llfU.-.ch 1951.66 611.62 3714.36 8522.48 3278.08 2302.66 3243.32 757.12 0305.00 6501.08 6020.60 Zusammen im April. 10.20 17.32 , März.. 0.68 15.11 ». Februar. 0.00 18.70 Auffallend ist die Kosteiierhöhniig für rationierte Lebensmittel, die für einen Erwachsenen von wöchent» l i ch 17 M. auf 22,14 M. stiegen. Eine ganz erhebliche Steigerung zeigt ferner der Aufwand für da» rationiert« Fleisch. Während noch in der zweiten Woche de« März eine Zuteilung von inländischem frischein Rindfleisch zu dem ver- gleichöweise niedrigen Preis von 7,80 M. da? Kilogramm erfolgte, gab es im April ausschließlich nur ausländisches Gefrierfleisch zum Preise von 24,20 M. bzw. Fleischkonserven zu 22,20 M»» Der wöchentliche Kostcnbedarf für einen Erwachsenen im Betrage von 71,43 M. für die Ernährung ist um 6,44 Prozent höher als im März, gegenüber Juli— August 1910 um l 09,04 P ro z o nt. Durch die gewaltige Erhöhung der Brotpreise werden im Monat Mai die Kosten für den Ernährungsbedarf der Massen weiterhin erheblich steigen und. da das Brot zu den notwendigsten Lebensmitteln gehört, zu einer weiteren Perminde- rung der Kaufkraft der Massen auf anderen Gebietes führen. Mörde, schütz. tzfll fn Berffn die Kapptage vorüber waren, wurden dU meuternden Truppen in den Vororten zur Nicderknüttelung der Arbeiterschaft verwendet. Dabei mutzten viele Unschuldige ihr Leben lasten. Auch in Hennigsdorf zog eine Abteilung der � Marincbrigadc Ehrhardt ein und hauste dort in der bar» barischsten Weise. Schon vor ihrem Einzug in den Ort rechneten die Befehlshaber mit einer größeren Anzahl Toter und Ver- wundoter, denn die Lazarette in Hennigsdorf bekamen den Be- fehl zum Heizen der Räumlichkeiten, noch bevor überhaupt ein Schuß gefallen war. Die Meuterer haben dann in Hennigsdorf mehrere standrechtliche Erschlesiuiigen vorgenommen. So wurde u. a. der>7jährige Paul Radtke mit einem gleichaltrigen jungen Freund, die einen verwundeten Arbeiter zur Verband»- stätte bringen wollten, von den Truppen festgenommen und auf dem Hofe eine» Hause» ohne jede» vorherige verhör erschosten. Die jungen Leute halten an den Kämpfen nicht teilgenommen, sondern sie leisteten nur dem Bcrwundeten, der in ein HauS ge- flüchtet war, Somariterdienste. Der Vater de» ermordeten Paul Radtke hat daraufhin beim OleickFwehrministerium die Einlei'ung eine» Entschädigungsverfahren» für den Verlust seines Sohne» beaniragt. Er bekam von dort die lakonische Antwort, datz die Heeresverwaltung für derartige immerhin nicht ganz»nwichtige Dinge nicht»uständig fei. Der Pater wurde auf da» R e i ch» t u m u l t f ch ä d e n g e s e tz ver- wiesen, da» zwar«och nicht existiert, aber.dessen Veröffentlichung demnächst zu erwarten stefit. Damit war für da» Neich?wehrm!nisterlum der Fall erledig«. In derselben Weise ist e» bisher mit den Angehörigen der Opfer der Berliner Straßcnkämpfe im März 1010 verabren. Da» NeichSw-hrministcrium gibt an di« Truppen wohl die Besehle zum Eingreifen, c» mach! sich über die Zuverlässigkeit»er Truppen absolut keine Sorge, kümmert sich nicht im geringsten darum, ob die Truppe auch Gewähr bietet, nur ordnungsgemäß gegen llnges tztichfcUen vorzugeben, lind«rnn bann von dieser Truppe Mastcnerschietzunge», Diebstahle und Pliinderun-ilN vor- zenommen werden, wie e» im vorigen Jahre in Berlin geschah, dann lehnt e» die Verantwortung für die Nntate« ab und tröstet die Geschädigten aus ein Gesetz, da» irgendwo in der Dunkelkammer eine» GoheimraiS in der Entstehung begriueii ist. Da» Ganze sieht stark nach Mcrderfchutz»uz und e»»t«n der Zeit, daß in der Zlationalversammlung über diese» Abwimme- lungSversahrcn de» Sieich»wehrminlsteri-um» endlich einmal cm ernste» Wort geredet wird. Der antisemitische Deutsche V-kkvbiind bestreitet In einer Berichtigung, daß e: mit der Ddentererbrigade Ehrhadt in irgendwelchen Begehungen stehe. Er reruch« vielmehr«mit allen Mitteln Kämvfe innerralb de" denttchen Volfs-'emein«baft zu verhindern". J» merkwürdigem Gegensatz dazu steht di: Be- richtigung. die toi; vor eiingen Wochen von deu�lbe» Leu.en erholten haben. Da mal» imirde behauptet, der Pollsbund kämpfe.nur gegn da» revolutionäre Judentiim". Am Ende hat ich der VoUSbiind gar zu ein-w pazifi'I'scheii Organffa'inn V'rch- gemausert. Tie S ch u n d s ch r i f t e n, die er in» Boll schleu» dert. lassen von einer inlchcn ManUruna allerdings»och wenig exleunen. Tie stegleriing imS die EewerksHssteg zum Sinneuschifserilreik. W. T. B. meldet: Wegen der DSirvhung de« Zufuhren von Zeiiungopapier nach Berlin durch den Binnenschillahrisstreik und wegen der damit oe.bundenen ISefahr, daß da» Erscheinen der Berliner Zeitungen in Frage gestellt werden könnte, hat bei Reichsminister des Innern dl» .1 e ch n i s ch e N o t h i I f«" viiZcwiesen, soe gleich alle für die Heranschasfung und Ausladung de» Zeltungspapier, norwendigen Maßnahmen zu treffen. Seit dem 27. April befinden sich die gesamten SchiffSmann- schaften der Elbe, Oder und den märkischen Wasserstraße� im Sireii. Die Wirkungen de» Streiks sind groß, einmal in b.-zuz auf die Lebensmittelversorgung der Städte, die an den Strom- gebieten Uegen, und dann auch in bezug auf die Versorgung der Industrie mit Kohle und Rohswsjen. Einige Betriebe haben ihre Tätigkeit einstellen müssen und weii:re Betriebe müssen in den nächsten Tagen dasselbe tun. Angesichts einer solchen Sachlage muß man sich doch die Frage vorlegen, weshalb die Negierung absolut nicht» unternimmt, um den Kampf beizulegen. Ma» lagt, die Forderungen sind unerfüllbar. � Da» trifft aber nicht zu, Heyn Lohnforderungen von 225 Mark können nicht als unerfüllbar bezeichnet werde» und die Forderung auf die Gewährung einer zehnstündigen Nachtruhe erst rech: nicht, zumal dieie ja bit zum 1. April besianden l>at. Auch nicht die Forderung, daß die Mannschaften nicht an Land und auf anderen Fahrzeugen beschäftigt werden wollen, denn auch dies ist auf dem Oibein und den westdeutschen Kanälen bereit» seit Jahren eingeführt. Es sind auch weniger die Forderungen selbst, als vielmehr andere Gründe, welche die Regierung veranlassen, nicht» zu unternehmen; man wirft den Schiffsmannschaften K o n« traktbruch vor. Dieser Vorwurf ist unberechligt. Gewiß, am 11. April haben der Tranöportorbeiterverdand und der Zen» tralverbaich der Maschinisten' und Heizer einen Vertrag unter» schrieben, der eben nicht den berechtigten Forderungen der Schiffsmannschaften Rechnung trägt. Nun liegt die Sache ade? so, daß einwandfrei feststellt, daß beim Abschluß mehr eis /o der Schiffsmannschaften im Verbände der Binn-nschintr orgamstert waren. Man kann doch nicht verlangen, daß diese sich nun einfach dem Vertrag fügen, denn das tun nicht einmal d> ck Mitglieder der beiden anderen Verbände, dw sich ebenfalls geschlossen im Streik befim*n. Ein Kontraktbruch liegt also"' mehr mutz man sagen, datz die Unterzeichnung des Vertrag zum mindesten eine voreilige H a n d l u n g war, denn man hätte sich üb- rzeugen müssen, daß auch die Mitglieder deS Ver« band«» der Binnenschiffer den Vortrag anerkennen wurde». Die ablehnende Haltung der Sicgienirrn stutzt sich nun tn der Hauptsache aus die Stellung des a n s p o r l a r b r i, terverbande» und des Zentralverbande» de, MafchinistenundHeizer. Beide haben bei den Verhandlungoir mit vcn Unternehmern und beim NeichSarHe-iAmimflenu-m erklärt, daß sie sich mit dem Verband der Vinnenschlffer nicht an einen Tisch setzen würden. Deshalb hat da» NeichSarbeitsmiiustmum tue«er, htindlun-gen abgelehnt.„ � ablehnende Haltung der V'erbcrnde ist ganz berechtigt Der Verband der Biii»eiischi>ter hat auch vor der Bewegung den Versuch gemacht, g e ni e i n s a m e V e r h a n d l u» g e n nur dem TranSporlarbeiterverbsnd zustande zu bringen, ist aber auf kurz und birndioe Ablehnung gestoßen. Ebenso haben nock vor dem Tarifabsäiduß Verhandlung«, über den Zusammenschluß der beiden_ Verbände statt. gefunden mit dem Ergebni», daß bis auf einige Pstnfte ein« Einigung erzielt wurde unb der Zusammenschluß ain 1. Juli erfolgen vaß man fetzt dem ReichSarbeitS» minister erllüri. omn könne sich wchl mit etner Orgamsittion an einen Tisch sehen, mit der man sich in wenigen Wochen verschmelzen will. �.. Auch tve Haltung deS Verband-» der Maschinisten unh Hnzer ist unverständlich. d:nn er hat vor dem Streik mit dem Verband der Binnenschifser Fühlung genommen und diesem ein Kar» tellverhältni» angeboten, da» der Verband der Binnen» schiff« allerdings angesichts der bevorstchcnten Verichmclzung ablehnen mußte. Der Verband der Maschinisten und Heiz« wollt« sich dafu, einsetzen, daß wir bei ollen Verhandlungen zugczogcn wurden, wenn wir auf da» Ma'chinenpe sonal verzichten wurdeii. Angesicht» dieser Vorkommnisse ist e» einiach unverständlich, daß diese Gewerkschafdn jetzt erklären, für st« gäbe e, kemen Schifserstrcik und sie verhandelten nicht gemeinsam mit dem Verband der Bmnenschiffer.. �. ,,, D r Regierung stützt sich«n bar Hauptsache auf diese völllg unbegründete crblehnen'de Haltung der beid'.n Verbände, und tcthalb ist e» notwendig diese Vorgänge einmal idarzulegen, um der Arbeiterschaft«inen Einblick in diese Verhältnisse zu geben. Wir chaben Kämpfe in der Binnenschiffahrt seit 20 Jahren beobachten können aber noch nie von e»er solchen Einmütig» k« i t. Vom Schis fSfunoen bi» zmn Kapitän hinau.f alle» steht ge- schlössen im Kampf und diese Geschlossenheil hat seine Ursnchm barin, daß alle Chargen van der Notwendigkeit und Durch- führbarkeit ihrer berechtigten Forderungen überzeugt sind. D e Zahl der sireiken�n Mannsckmflen übersteht weit 10 000, davon gehört der kle ne Teil dem TianSiinbeilerverband an und ein Teil dem Verband der Maschinisten.und Heizer. B-che ver- bände rühren keinen F-nyer. Dies« Orginisa!on steht zu, wie die Sch fsSumnnschaften sich verbluten. Unternehmer und Regierung hoffen, daß der Streik zusammenbricht. Sollte da» ge- sck'eben, so durch da» unfolchari-ch- Verhallen dieser-beiden Acr» vände. Eine Niederlage aber würde eine St i-m m u ng erzeugen, die niemand wünschen kann.» Tie Binnenickstsfer streiken se t 1018 zum erstenmal. Damal» dauerte der Kampf 1» Wochen. D'e Schiffer sind zähe. Sie er- halten keine Un erstützung und doch denkt niemand daran, an» dem Kampf aiiizusche.iden. Die Gewerkschaften sollten erkennen, daß sie die Pflicht haben, diesen Kampf mit z» einem erfolgre chen Ende zu führ»»,»nstot-t zuzusehen, wie eine wichtige Arbeiter, zrupp? zu Bosen getrampelt wird. fürie Revolulloini 11»»vl»I,i»»Ia«».Tfhtbaoh Ittr Politik and prolo'arlcchs Kollur Sehrlliltilungi Felix Slösstnger Ein Pro�raminbach des sozialistischen Auibaut durch die U. S. P. D, Mit grundle4«nden Beiträgen von Hugo Haats, Emst Dlumlj. Arlur Crisrien. Kurt Eisner, R. Hillerding, Otio Jensen, Kari Kautsky, Richard Ssidel, Atoll Hof/mann, Emil Rabold, Feliy Slös-inger und vielen anderen, 17..26 Bilder Reich illuilriert 272 Selten mit färb- cm Umtchlatf. Mark 12»— Darc1« di« OrgirUgtto�o� mSt Pr.baU BetztelluB/'en ireboionderc durch die ünlanisalionen sofort erbeten I Dte Auflajte ist nicht tfroö. der hreis wird ba d erhöht wrrden müssen. Vcrlagsgimsscuschalt Freiheit, liciiiu C, breite Str. 8-9, Rektor Bock vor Gericht. »Praktiken eines Berfcer KrimimalkommtffinS" hsigt d�r Titel einer Streitschrist des ichem«Iigcn Kcktorz Robart Nock, bis dem Verfasser eine Ankläffe weg.n Beleid-gung des Kriminal- kommifsars Hcrupcnlair.1 a. D, Toussaint zugezogen hat. Die Anklage oevlri t Staatsanwalt Gollnick. Der Angeklagte ist im März igtl wegen Vornahme unzüchtiger Handlungen an Schülerinnen zu l'A Jahren G.fängnis verurteilt worden. Er batte von Anfang an mit allem Nachdruck behauptet, dag fx das Opfer falscher Aussagen sei, die von den Bclasmngszcuginiwn durch den.chrlnrinaltomenissar Tonssat.it so bearbeilet tvordcn seien, dass sie schlchjzlich alles bekundeten, waZ �>err Toussanit unter An- Wendung von Drvhunffon von ihnen liermiAholen woche. A äf. Versuche dsS Lnge klagten, s»,»? Unschuld zu beivoisen, nutzt vn nichts; er hat setrw Srvasc vechugen müssen. Dann erfolgte da« Unge- wöhnliche: Vier Belastm-gSzeugen widerriefen ihre belastenden Aussagen nwd gikban scht.es-iich eidesslattiliche Versicheruu.gen ab, dahingehend, das; Nettor Bock nie mals gegen sie irgend etwas lln- ftliiches uitlernonimeu htil-e und sie nur durch Aedrängungen u:ch den Kriminalkommissar Toussaint zu ihre,- falschen Aus- Eg'n ber Vogen worden feien. Die daraus von Net. r Bock unternommenen Schritt«, eine Wwoerarlsnahme dcL Verfahoens durchzusetzen, die durch alle Instanzen gingen, wurden iibevall abgelehnt und der Angeklagt« girig Ilwn dazu tibdr, Vdn Nie ineids verfahre» gegen die verr.� Aeuginuicil»ur�zusctzen. Aber auch d.es schlug fehl, da die� Zeugen» die ihre Belastungeic widerrufen hatten, nunmehr diesen Widerruf widerriefen. In seiner Vcrznx-iflmrg gab dann der Angeklagte eure Schrift heraus, die die schwersten Anklaget gegen Toussaint und des Verfahvem bei Erledigung von An- trägen auf Wiederaufnahme des Verfahrens erhob. Rektor Bock wurde unter An i läge gestellt. Das Verftihren aiugte damals abgebrochen werden, weil der Angeklagt« erkrankte. Ats ni'ch Jahr und Tag die Verhandlung wilder aufgeiwmrmen wurde, endete sie mit der Einstellung des Verfahrens teils we-zen Verjährung- teil® weil die Amnestie eingcchretckn n>ar. Der A-ngckla gde ruht» ober irrcht, sorrdern vorfajzte die jetzt inkriminierte Broschüre.' Da- »ritt erreichte er, daß nnninehr Anklage gegen ihn erhoben wu'dc. AiS Nebenkläger ist Kriminlch'kanimissrrr Toussaint zugelassen. Der Airgeklagte behauptet in langer Darstelbung der Eiiizer- Reiten feiner Eriebnisse adenm«Is, daß er vollständig unschuldig sei. Der Angeklagte behauptet, daß Toussaint ssch außer der Ver- leuurdlnig deS doppelten Wortbruchs und der Breiirftussuirg her Aeugen schuldig geniacht h'bc. An der'geltrigem, Verlhandbiing wuschen einig« der früheren Schülerinnen Bocks, die zum Teil jetzt verheiratet sind, vor- nommen. Sie bestätigen im wesentlichen, sei»er- z«5t unter dgm Zwange des Zkreugderh Sr s nn- günstige Aussagen für Bock gemacht zu haben, die jk in der gestrigen Verhandlung widerriefen. Rektor Bock habe sich nicht an ibrren vergangen. Die Bsweisaufnahm« soll«n Montag fortgesetzt werden. Entlarvtsr Schwindel. Die Hausagrarier suchen seit einiger Zeit ü««_ Boden zu Wanderungen an den»Wandertagen' als Beihilw� für die Schu- len 30 OOl� Mark in den Etat der Volksschulen für ItzA) einzusetzen. Der„Freien sozialistischen Jugend", Gruppe-Südost", tii auf dem Wege von Sabona nach Berlin am 2. Mai eine rote Jc hn« abhanden gekomrnen. Der ehrliche Finder wird pel-eten, die/je«* bei M. Scbwar>. Reichrirbera-r Straße 1-1-3 I, ab'iia'en. Sonntagsruhe hn Pho ograxhenzewerbr. Laut Jnnungsbe- fchluß wird Sonntags nur noch von 10— 1 Uhr photographiert.— bcKAen rür eine Heran fsetzuriA der Höchgmieten. So �gauMewn besser wäre«L schon, wenn vollständige Sonntagsruhe besi-l offen sie kürzt ch, daß der preuß,,che WobliahnZminiitcr sich mit der � Herauswtzung der HLchstmicien von 20 au? 40 v. H. einverstanden■ erklärt habe. Wir wiesen sofort darauf hin, daß dies« Nachrichhv * w V„ CVT f. n X. i„»• I. rtM»« m s> r. sfs?-fr e fr.. fr. fr. fr» fr frfr � a frfr Die Vrethoven-Abende des Berliner BolkSchorS finden am "Montag, den 17., und Dienstag, den 18. Mai, abends 8 lldt, ~ Im'~~'---.-:tr_$ie Ntontag, für Dienstag, den 18. Mm. Zur Anfführnng gelangen: Die Ruinen von Athen und die IX. Symphonie. Mitwirkende: Das Blüthner- Orchester rn einer Siärke von 82 Mann unier Leitung von Dr. Ernst Zander. Sänrtfiche Karten sind vergriffen. In der 7. Orchesterveranstaltlinz der Reuen Mustkgesellschaff kommen Werke alter und neuer Meister für Streichorchester zur Dirigent: Hermann Scherchen, Solist: Joseph KleinhanSssedlung der Ttabt Renkölln. Die von der Stadt Revkälln in eig ner Regie geführten Bauardei en zur Errichtung der neuen KleinhauZjiediung am Bahnhof Kötlnische Heide . sind jetzt in vollem Gange. Sämtliche Wohnhausbauten kommen i als zweigeschossige Massivbauten sowie Ecnsamilienhäuser, denen Aufführung......... eine. 3ch0 Meter breite Zkasensläche vorgelagert ist, zur AuS-! Mann. DaS Kammerorchester besteht auS Mitgliedern der führung. Die Sic-delung wird 280 Wohnungen, hauptsächlich! Staatskapelle. Zweizinimcrwohnuilgen, sowie ein Gasthaus mit Saal und einige! Voraussichtliches Wetter für morgen. Nacht? kühl, um - Läden erhalten. Jeder Wohwung ist ein 1ö0 Quadratmeter Mittag zieinlich warm, vielfach heiter, zeiiwcise aber stark bewölkt großer HauSgorten beigegeben. Dadurch, daß die Aufteilungs. bei mäßigen nordwestlichen Winden. Keine oder luieiheülich» siraßen von Nord- nach Süd'angeordnet sind, wird erreicht, daß 98 Prozent aller Zimmer besonnt sind. Ferieuspielc in NeukZLn. W-e im vergangen»» Jahre soll«» auch in den diesjährigen großen Ferien uniere NeustAbner Schul Niederschläge. Aas des VkesckksZionea. Wetstenfe«. Heute Dertammkung In Melchow. Ireffpmchk 7 lthe -�4* kirpet i» in«. Kör.igsheide geführt werden, um>ich dort einige W,, Berliner ANoe und Nmnbohnstrahe. Sonntag Bersammlung tu Wochen i» würziger Waldlust, üe �guter V.'rpflcgung und trotz, zindenberg. Tcefipunkl 12� Uhr ebendaselbst. lichem Spie! zu erholen. Das Neuköllner Jugendamt re-hnet auch während der ganze Ferien zur Aufsicht zur Verfügung zu stell-n. werden ernichl. sich im sin':-'c!frn Jugendamt, Abt. I igendpfiege, RaihauS. Ziuiiucr 223, von 8— 12 Uhr vorm., zu ine den. Elternbeiräte in Neukölln. Vor einiger Zeit veröffentlichten wir das Ergebnis der Elternbeiratswahlen im NcnkMner KreiS» fchnl ins pektionshezi rk Ost. DaS G.fauiicrgllbniS in den Volks-, Mittel- w-id höhenen Schule» für bei de Bezirke stellt sich folgen- gcrmaßen dar: G.-wählt wurden 120 Mitglieder Liste S. P. D., 328 Liste lt. S. P. und S30 Liste Unpolitisch Dt« Kc-Hienstelle Groß-Berlin teilt nrit, daß von Montag, den 17. Mai 1920, dt der Votvieb von Sammelheizung bis auf wei- teres verböte,» ist. Schul- Wandertage. Der Magrstvat Lichtenberg hat besch'ossem, für die laut Minvsborialerloß tm den Schulen einzuführenden Soeben\ti erschienen! Das ReicSis Wahlgesetz mit W ah' krei s emt eünng und Wahlordnung� Erläuierl von Emli Eichhorn BesfeHmee«. Insbesondere von den Orvnnl-elionen UmeeTiend erbeten. Sie werden nach der Ketnenioiicv des CinKanits eiledizt Verlagsgenossenschaft„Freiheit", Abt. Buchhandlg� Berlin C 2, Breite Straße 8 9. S- P. Charlottenburg. Bonnttit), den 16., vormittag« lO Ahr, K» Volkohou« Lharlottenburg vesfeulliche WM-BttlaMW Referent« Genosse 5�u>er» x,E,\sr i (Im Tiergarten) Dia zroDc Malprosramai; Else Run— Soabrettc, Max Teichmann-kluniorist, Werner Auer— Praokkomlker. Humor. Dnett— Teichmnnn, Onstnv Keit— Conferencier u. Humor., AdoIfQaedicke— cem-Oreifen- berser", Main Morl«— Otsch.- achwed. Sänrerln. Z Hugo»— Muaikal-Akt xiullch ab 4 Uhr Alfons Weise mit seiner Kapelle. PalifraiiiJeckpnn. ScbM; liefert bllllist R. Schoo!>ere�- PnenmatikS'Vertrieb iMederblelaa Obcr-L- Fordern Sie bitte toi. Hrtlaverselchnia Oesucbt wird Nr eofort ein In Achtatlon nd Oricanlsaüon erfahrener mm Parteisekretär für eine kleine Stadt von e». 6000 Einwohner Im Regicrun�sbezlrlc MaedeburK. Wohnung: vorhan- IH den. Reflektiert wird auf eine töchtive befähigte Kraft McldonKen sind unter Angabo der üchalls- H forücnui�en einzusenden bis 1. Juni an die Eapo- d�Jon diese* Diattes anter IL R- 17, ZOO StraßenbBnöierü Hoher Verdienst, für die einzige tozialistlscbe Montag- Morgen- Zeitung. Meldung; QeorgenkirchstraQe 22 Jeden Montag, morgens 6—8. Soziaiistische Wacht. Metalle Ouecksllber kauft Wei Unnau, Llnlenttr. ZO en er os. en delall. Telephon; Amt Norden 007. 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