* 20 Pfennig ♦ Z. Jahrgang Mittwoch, den 2H. Mai 1920 Nummer l$2> Morgen-�usgab« I C vn/�v/»#ns t«*«X_____— �. »!*,???'?»n Sonn, un« nur mu.u.n. ?�V?ü betrugt bei wer Autlellunu ins Baus tüt Sroü- Berlin 8.50 III. im �'"5"'"''' oon der Spedition selbst ubgebolt?.— m. sür poilbrtn 1„ebinen famllKfi«� �ostanstalten S-stelung-n entgegen, üiiter-treiiban! d-zuuen sür Deiitili,. .and und Drsteireich>2.50 III.,'ür das übrige Ausland ii— III.-üiüulich valuta- auflchlag, per Bilef für veulschland und Gesterreich 20.50 M. Redaktion und Eivedition: Berlin NW. 6, Srfiiffbmicrtmmm Ulm. Fernsprechcr: Slini Norde» Svl3— 36 und 97 GS. Die achkgespaltene Nonpareillezeile oder deren Raum kostet ö.-~ lNk. einschließlich Teuernngsz.'. schlag. Xleine Unze�qen: Das fettgedruckte N?orr 2.— lNk., jedes weitere U?ort 1.50 M?., einschließlich Ce.ierunzszufch'ag. taufende Anzeigen laut Tarif. Fani ilien- Anzeigen und Stellengesuche'Z�20 Mt. netto pro Zeile. 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So wird jetzt aus Stettin gemeldet, daß täglich Trupps von 25 bis 50 Mann mit»Zaffcn ankommen, die aus den auf- .gelösten Freikorps stammen. Mehrere Transporte sind völlig unbeobachtet geblieben, da die Kommandantur entgegen den be- stehenden Beiordnungen die bewaffneten, jetzt aber entlaffenen ehemaligen Angehörigen der Freikorps vor den Zivilstellen, vor allem dem Polizeipräsidenten verheimlichte. Erst als der Polizeipräsident durch Zufall einen dieser Transporte abfing, er- fuhr er, daß bisher das Generalkommando diese Transporte unangemeldet wcitergelcitet habe. Diese bewaffneten Transporte kamen aus Bahern von dem aufgelösten Freikorps Oberbaycrn, das der FreikoryS-Brigade Epp angehört. Bezeichnenderweise verweigerten die in Hast genommenen Manuschastcn zum größte» Teil die Auskunft, von»inigen aber erfuhr man, daß ein Leut- nant sie in Stettin am Bahnhof erwarten sollte, um sie von dort ouf die Güter wciterzuieitc», wo sie mit ihren Waffen Unterkunft finden sollten, um jederzeit für einen bewaffneten Aufstand bc- reit zu sein. Der Offizier befindet sich in der Haft des Polizei- Präsidenten. Derartige Nachrichten liegen auch aus West- f a l e n und O st Preußen vor. � Da die Reichsregiernng selbst zugilft, daß sie bisher diese Nachrichten der Oesfentlichkeit verschwiegen hat, so geht daraus hervor, daß die Situation noch viel ernster ist, als sie die- scr Bericht allein kennzeichnet. In allen Plänen aber spukt immer wieder die Fdce eines Kommunisten-Putsches, der zum vorwand dienen soll und den man deshalb provozieren will. Es kann deshalb nur immer wieder mit dem größten Nachdruck darauf hingewiesen werden, daß die Arbeiterschaft sich keines- falls durch irgendwelche Provokateure zu Putschnersuchen ver- leiten lassen darf. Diele sind das Signal für den allgemeinen Aufstand von Rechts. Die dringende Aufgabe der Arbeiterschaft für die Wahlen ist es jetzt, aller Welt zu zeigen, daß allein ehr- liche sozialistische Politik, wie sie die Unabhängige Sozialdemokratie vertritt, noch vor dem wirtschaftlichen Zusammenbruch und der politischen 5iataltrophe retten kann, und daß die Reaktion sich irrt, wen» sie glaubt, mit der organisierten klrbeitcrschaft ihr Spiel treiben zu können. tockp�elei. «fc» In seinen Ausfubrungen über die Vorbereituna eines neuen Rechts putsche s bernerkt der„Vorwärts", wie wir bereits kurz erwähnt haben, u. a. folgendes: Was nun die Taktik des geplanten Borgehens anbelangt, so setzt man seine Hoffnung auf da? baldige Ausbrechen kommunistischer Aufstände in Mitteldeutsch- land unmittelbar im Anschlust an die Wahl-n. Leider liegen Anzeichen vor, wonach das Eintreffen dieser Spekulation nicht als unwahrscheinlich bezeichnet werden kann. Für den Fall, das; die Kommunisten sich als zu„schlapp" erweisen sollten, bereisen verkleidete Freikorps-Offiziere das mitteldeutsche Industriegebiet, um der Sach: etwas nachzuhelfen. Der �„Vorwärts" appelliert dann an das Vcrantwor- tungsgefühl per„Linksradikcrlen", deren angebliches put- 'chistisches Vorgehen die Grundlage des ganzen gegenrevo- lutionärcn Planes bilde. Was die Besürchtung des„Vorwärts" anlangt, so sind wir überzeugt, das; sie unzutreffend ist und im wesentlichen auf Spitzelberichte fußen, denen die Redaktion zum Opfer gefallen ist. Mr wollen zunächst feststellen, daß es die e i n m ü t i g e Ueberzeugung unserer ganze n Partei, ohne Unterschied irgendwelcher„Richtungen" ist, daß ein ge- waltsanieS Vorgehen in der gegenwärtigen Situation die denkbar größte politische Torheit wäre. Die Partei ist der Auffassung, daß ein solches Vorgehen tati'ächiich nur den Putschisten von rechts gelegen käme, der Arbeiterbewegung aber nur zum größten Schaden geresthen könnte. Woher aber kommen immer wieder Nachrichten über angeblich geplante Putsche von links? Der„Vorwärts" weist ganz richtig darauf hin, daß verkleidete Otri- z ie r e als Lockspitzel sich in Arbeiterkreise schleichen und dort Puchchpläne vortragen und empfehlen. Diese Lock- spitze! waren früher hauptsächlich bei den kommunistischen Gruppen tätig. Genosse Braß konnte ja durch die bei dem Kapp-Putsch den Freikorps abgenommenen Dokumente feststellen, daß eine ganze Anzahl kommunistischer Ver- trauens männer zugleich Geheimberichte an die verschiedenen militärifchen Stellen erstatteten. In letzter Zeit suchen die rechtsputschistischen Provoka- teure auch Eingang bei unseren Parteigenossen zu finden. Namentlich ist dies im Westen und in Mitteldeutschland der Fall. Diese Spitzel berichten nun zum Teil das tollste Zeug, welch günstige Aufnahme ihre Vorchläge gefunden hoben. Das Geld will ja verdient sein! Wir haben natür- lich die Augen offen und werden mit diesen Burschen bald fertig werden. Die Gefahr besteht bloß darin, daß man diesen Be- richten irgendwelchen Glauben schenkt und dadurch die Auf- merksamkeit von der wirklichen Gefahr des Rechts» p u t j ch e s ablenkt. Diese Gefahr ist ernst, und zu ihrer Abwehr muß die Arbeiterschaft stets bereit und ent- schlössen sein. Euilarvke Spitzelmache. Die Treibereien, die die rechtsstehende Presse seit einigen Wochen wegen des angeblichen Planes einer Räterepublik in Mitieldeutschland veranstaltet, erweisen sich als das Werk di Polizeiagentin Frau Schröder- Mahnke. Frau Sch.öder, die früher im Dienst drr Berliner Kriminalpolizei gestanden und jetzi eines der gefährlichsten Subjekte der Gegenrevolution ist, tauchte vor einigen Wochen in Halle aus. Versehen mit den besten Aus- weisen der K. P. D. und mit einem von der Polizei ausgestell- ten Berechtigungsschein zum Tragen von Männerkleidung. Die Halleschen Mitglieder der K. A. P. D. gingen auf den von dem Frauenzimmer verfolgten Plan der Schaffung einer Kampf- organisation zum Schein ein und konnten nach langer Mühe hinter die Schliche dieser sauberen Person kommen. Die Agentin besitzt einen von der Militärbehörde auf den Namen Mister Golden lautenden Ausweis als Dolmetscher. Di« überaus reichlichen Geldmittel bezieht die Agentin durch einen Leutnant Hansen, der'im Kilian Prozeß unter seinem richtigen Namen Leutnant Schaum eine„höchst wichtige" Rolle gespielt hat. Alle zur Verfügung stehenden Gelder kommen von der anti- bolschewistischen Liga, die im letzten Jahre etwa neun Millionen Mark für diese Zwecke zur Verfügung gestellt bekam und hauptsächlich von den Großindustriellen, die hinter der „Deutschen Zeitung" stehen, aufgebracht werden. Die künzlich von dem genannten Blatte veröffentlichten Feld- zngspläne der„Roten Armee" in Mitteldeutschland, die bezwecken sollten, einmal eine gemeine Hetze gegen die mitteldeutsche Ar- bciterschaft zu entfachen, in der Hauptsache aber, um die Not- wendigkeit einer militärischen Aktion zu erweisen, stammen aus dieser trüben Quelle. Es ist geglückt, in das dunkle Treiben der Halleschen Spitzclzenlrale(Leiter Oberleutnant Gießen) Einblick zu nehmen. Zweck der in Mitteldeutschland arbeitenden Organisaiion ist Z e r s p l> t t e r u n g in d i e g e s ch l o s s e n hinter der U. S. P. D. st e h e n d e Arbeiterschaft zu tragen. Das soll dadurch erreicht werden,-paß man die führenden Genossen durch gefälschte Dokumenle kompromittiert. Man will die Heißsporne gewinnen, um Teilaktionen, bewaffnete lieber- fälle usw. zu unternehmen, um ein militärisches Ein. greifen in Milteldeutschland zu ermöglichen. Die Einwohner- wehren, die längst aufgelöst sein sollten, sind wieder neu aufge- richtet. In Halle ist diese reaktionäre Garde Mann stark. Reichswehr und SicherheiiSpolizei sind neu gruppiert und auf- gefüllt, Munition und Geschütze in reichlicher Zähl in und um Halle untergebracht, so daß es den miliiärischen Put'chisten ein leichtes sein würde, bei Putschen, inszeniert von Spitzeln und Provokateuren, rücksichtslos gegen die Arbeiter vorgehen zu kön- neu. Am verhaßtesten ist den militärischen Machchabern in Halle der dortige Polizcidircktor Genosse R e i w a n d. Man plant ihn sowie eine Reihe anderer Genossen auf irgendeine Weise un- schädlich zu machen. Ist diese edle Absicht nicht mit List zu er- reichen, dann will man vor Gewaltakten nicht" zurückschrecken. Man verbreitet gefälscht« Sch-ine, aus denen ersichtlich ist. daß sich in Halle Werbestellen für die„Rote Armee" befinden. Aus alle- dem geht hervor, daß die reaktionären Kreise jetzt deshalb so viel über die von links geplante Störung der ReichstagAvuhlen schrei- b:n, um ihre eigenen Absichten um so besser voebereiien zu kön- nen. Man fürchtet das Zustandekommen der Reichstagswahlen mit dem sicher zu erwartenden Anwachsen der Linksparteien und möchte au» dieiem Grunde schnell noch die monarchistische Gewalt- Herrschast aufrichten. Sie Leutschnstisnalen. Die Todfeinde des Aufstiegs der Ar« beiterklcsse, die gewalttätigsten und entschlossensten Vorkämpfer der Kapitalsherrschaft, das sind die D e u t s ch> nationalen. Vor dem Kriege war dep Inhalt ihres politischen Kampfes die Erhöhung der Grundrente durch den Brotwucher und die Sicherung der Karkellgewinne durch den Zollschutz. Als Gegner jeder Sozialpolitik schrien sii unaufhörlich nach einem neuen Sozialistengesetz, nach der Zuchthausvorlage zur Niederhaltung der Arbeiterklasse, Förderer des Militarismus und der Vermehrung des Heeres, dessen Offizierstellen sie.besetzten, waren sie, die stets verbündeten Konseryativen und Nationalliberalen, die Hauptträger jener aggressiven imperialistilchen Politik, die den Weltkrieg entfesselt hatten. Die Treiber zum Kriege wurden seine Verlängerer. Ihre Hetze richtete sich gegen alle Friedensmöglichkeiten. Ihre wahnwitzigen Raubabsich- ten riefen die ganze Welt zum Widerstande auf, erzwangen den von ihnen noch freudig begrüßten Krieg mit den Ver- einigten Staaten und führten schließlich gum völligen Zu- sammenbruch. Nach der Revolution wurden sie eine Zeitlang demütig. Die strammen Monarchisten stellten sich auf den Boden der Republik. Aber als die rechtssozialistisckie Politik immer mehr den Kampf ausschließlich gegen links richtete, als das ebenso dumme wie verruchte Noske-System die deutsch- nationalen Offiziere und Generale wieder � zur Macht brachte, da wurden sie frech und frecher. Was sie selbst ver» schuldet hatten, die Niederlage und die wirtschaftlichen Fol» gen, das ganze physische und moralische Elend, das. der Krieg erzeugt hat, das setzten sie aus Rechnung der Revo- lution. Nun begannen sie eine � Agitation, die vor den niedrigsten Mitteln nicht zurückscheute Sie und thre Presse erfanden immer neue Schauermärchen über den Kommunismus, suchten den deutschen spieß- bürger mit dem Bolschewistenschreck in sinnlose Angst zu jagen und verherrlichten alle Untaten, die an der Arbeiter- schaft begangen wurden. Sie priesen die Mörder von dem Tag an, an dem Liebknecht und Luxemburg gemeuchelt wurden und die Blutorgien, die die Lüttwitz und Epp in Berlin und in München feierten, weckten ihre Begeisterung. So bereiteten sie ganz systematisch und zietbswußt jene Stimmung vor, aus der der Kapp-Putsch geboren wurde. Deutschnationale sind all die Kappleute gewesen- die Ludendorff, Bauer und Lütöwitz, die Traub und Scheele. Und nur ein Narr kann daran zweifeln, daß die deutsch- nationalen Führer nicht sehr frühzeitig darüber Bescheid wußten, was die Kapp und Lüttwitz Planten. Als freilich der Kapp-Putsch von der Arbeiterschaft niedergerungen'.var, da wollten die„Edelsten und Besten der Nation" mich den Westarp. Hergt und Kmippel-Kunze an der Spitze nichts davon wissen, zogen wie geprügelte_ Hunde feige den chwanz ein und taten sehr unschuldig. Kein politisch Urteilsfähiger freilich konnte auch nur eine Sekunde lang zweifetn, daß die Deutschnationalen sich � mit Begeisterung den Kapp und Lüttwitz angeschlossen > hätten, wenn der Putsch gelungen wäre- Ter letzte mag- > liche Zweifel wird aber beseitigt durch ein vom„Vorwärts" Iverofseutlichtes Gespräch, das der Rechtssozialist Ernst Heil mann am 13. März, am Tage des Kapp-Putsches, !mit dem Vorsitzenden der Deukschnationalen Volkspartei, ! dem früheren Minister Hergt hatte. Heilmann legte !, Hergt nahe, öhapp und Liiltwitz zu veranlassen, noch vor Montag früh zurückzutreten. Jetzt sei noch Zeit sür eine Amnestie, nach Ausbruch des Generalstreiks wäre es zu spät. Das Gespräch ging dann folgendermaßen weiter: Hergt: Sie überschätzen bei weitem meinen Einfluß, wenn Sie glauben, daß ich Kapp und Lüttwitz zum Rücktritt veranlassest könnte. Ich habe auch keine unmittelbare Beziehung zu ihnen, sondern informiere mich nur fortlausend durch Leute, die ich in die ReichSlanzlei schicke, über das was- dort vorgeht. Kapp und. Lüilwitz sind zum Aeußecsten entschlossen und werden vor nichts, aber auch vör gar nichts zurückschrecken. Tie(Sinmifchung der Entente brauchen wir nicht zu fürchten. Mit den fremden Mili- tnrmissionen sind wir schon seit Monaten einig. Unter„wir" ver-. stehe ich natürlich die Putschisten, denn die Deutschnational« Volkspartei als solche hat mit dem Prusch und seiner Vorbereitung direkt nicht das geringste zu tun. Wir werden sogar st) diejenigen unserer Mitglieder, die in die Kapp-QAtwitz-Regierung ein- treten wollen, veranlassen, vorher formell ihren Austritt-aus der Partei zu vollziehen. An einen allgemeinen Generalstreik glaube ich nicht. Dazu war die gestürzte Regierung viel zu ün- populäv.... Sül-erlich wird es hier und da zu revolutio. nären Aufwallungen fommcn, aber die werden schnell zusammenbreche n. Ich habe da als Regierungspräsident in Qpp-In meine Ertahrungen gemacht, wie schnell man eine» Arbeiterstrcik durch Benvciacnrna der LelienSmittei br-ch-u inmu lel mir IjaT sletZ schon üe EIo� Drohung Enmii genügt. W i r jciben die Waffen und die Lebensmittel das ge- il ü ß t. Ich möchte nicht, das später einmal von mir in der Presse steht, ich hätte das bekannte BiSmarikwort zitiert; aber Sie wer- den wissen, wieviel Wahrheit darin steckt? Heitmann: In dem Wort von Zuckerbr-t und Peitsche. H e r g t: Sie haben das gesagt, nicht ich. � H e i l m a n n: Und wie denken Sie sich nach dem Kapp- /putsch die Zukunft der Arbeiterbewegung? H c rg t: Es wird sich schon ein Weg finden, die Sozial- cmokratie zu retten. Wenn der Generalstreik vor dem 'Znsammcnbruch steht, dann können wir vermitteln, daß die Sie- sgicrung Kapp-Lüttwitz unzweideutig erklärt, daß sie nur bis z» den Wahlen im Amte bleiben wird. Als Garantie dafür und für die Freiheit der Wahlen könnte dielleicht sogar ei» Sozial- bcinokrat in die Ncgierung mit eintreten. Dann könnte die S o- ziasdemokratie den Kampf abbrechen, und die U n. abhängigen würden die Niederlage allein er- leiden. [ � H e i l m a n n: Das sind ja ganz unwirkliche Vorstellungen. Nein Sozialdemokrat wird je in die Regierung Kapp-Lüttwitz 'eintreten, und wer es persönlich täte, wäre für die Arbeiterklasse sofort erledigt. Auf diese Weise kann und will die Sozialdemo- kratie nicht„gLrettet" werden. Es bleibt dann eben bei Kampf find Würgerlrieg und bei all den Folgen, die ich dargelegt habe. Aber ich hätte nach Ihren früheren Erklärungen gedacht, daß wenigstens Sie in der schärfsten Weise gegen den Kapp- sPutsch Stellung nehmen würden. Wie in bezng auf das Offi- szierkorps bin ich um eine große Illusion örmetr. '! Hergt: Sie müssen doch unser« Lage begreifen. Kapp und Lüttwitz haben die Macht und werden sie vorläufig behalten. Da können wir uns natürlich nicht rein negativ verhalten, sondern müssen auf dem Boden de» jetzt gegebenen Tatsachen mitarbeiten. Etwas anderes wird ja letzten Ende! auch Ihrer Partei nicht übrig bleiben. Sie können mir glauben, daß wir dafür sorgen werden, daß diese Regierung wirklich nur ein Provisorium bleibt und daß die entscheidenden Neuwahlen bald stattfinden..' Hetlmann: Das ist ein S e n i g t r o st li ch e s E r g e b- W i s unserer Unterredung. Hergt: Ich will noch einmal mit meinen Freunden vom Vorstand über Ihre Anregung sprechen; aber ich glaube nicht, baß wir zu einem anderen Ergebnis kommen werben.(Herr Dr. Helfferich war inzwischen in das Limmer gekommen, ! hatte es aber alsbald wieder verlassen.) Heilmann: Wenn die Rechtsparteien sich wirklich Kit dem Kapp-Putsch so stellen, wie Sie sagen, dann ist dieser Tag unserer Unterredung meines Erachtens der letzte Tag Deutschlands; dann bricht e? unter den Stürmen des Bürger- kriegeS zusammen und auseinander. ! Hergt: Sie sehen zu schwarz. Die Sache wird lascher in Ordnung kommen als Sie denken. i Mus idem Cefpräch geht mit aller Deutlichkeit hervor. Daß dieser Hergt auf den Sieg des Kapp gc- hofft, fein Vorhaben begünstigt hat und seine Früchte zu ernten hdfste. Das hinderte diesen Menschen picht, am 30. März in der Landesversammlung zu erklären: W ir haben von den Vorgängen am 13. März n t ch t d s« g e- ding sie K'enntniS gehabt. Sie werden mir doch zu guter petzt die Ehrlichkeit nicht abstreiten wollen! Unser Standpunkt jgegenüber den Vorgängen ergibt sich aus dem grundsätzl!!chen bätandpunÄ, den wir gegen jede Revolution einnehmen. Wir haben die Revolution am 9. November verurteilt und verur- .teilen auch jede neue Revolution; denn wir sind eine Partei des Recht s. «Zunächst meine ich, daß unser aller Aufgdbe gewesen wäre, die Sache tagelang früher zum Abschluß zu bringen, als es tat- sächlich geschehen ist. Nicht der Mittwoch dürfte der entscheidende Tag der Erlösung sein, sondern schon der Montag hätte die Lö- lsung bringen müssen.... Die sogenannte Ka p p- R« g i er u n g [to a r u n m ü'g l: ch. Davon sind wir a'l l e ü b e r z eu g t ge- Wesen, dem haben wir alle Ausdruck verliehen.... Dieses Andere mußte unter dem Gesichtspunkt geschaffen werden, daß man der Gefahr der Linksraditkalifierung rechtzeitig vor- beugte, auch daß man die gesamten Ordnungselemente zusammen. faßte." Arnwl, feige und verlogen, das«ist das Kennzeichen des Hergt, das ist das Kennzeichen der ganzen Deutschnatio- nalen Wolkspartei, und der i-hr in jeder Beziehung vcr- »vandten Deutschen Volkspartei. Wenn sie könnten, nriir- den sie in Deutschland einen weissen Schrecken etablieren, wie er noch nie gesehen morden ist. Aber ihre Brutasität verbergen sie. solange sie sich nicht sicher fühlen. Da buhlen sie um die Stimmen der Masse, die sie verachten, da werben- sie unr die Stimmen der Wähler, während sie in Wirklich- keit jedes SellMesiimmingsrecht des Volkes vernichten möchten und ihr wirkliches Ideal die Militärdiktatur ist. Da stürmen sie die niedrigsten antisemitischen Instinkte auf. während sie sich ihre Kassen von den Grimdrentncrn und Großkapitalisten füllen lassen und Herrn Stinnes. den gewaltigsten Kapitalmagnaten Deutschlands ans ihre Reichs- liste setzen! Und diese deutschnationalen Parteien, diese Verdcrber Deutschlands, die es in die Kriegskataftrophe gestürzt und in neue Knechtschaft zurückschteudern wollen, die dürfen sih noch zur Wahl stellen und können noch auf Stimmen rechnen. In keinem anderen Lande wäre das möglich ausser in Dcutschland. Jeder Arbeiter und jede Arbeiterin, jeder Angestellte und Beamte aber muß sich sagen, dass keine Stimme v e r l o r'e n gehen darf, die gegen die brutale tückische Rcaltion abgegeben werden kann, daß keiner versäumen darf, am 6. Juni für die Unabhängige Sozial- Demokratie zur Wahl zu gehen I DaS Gespräch Heilmanns erfordert nach eine andere Bemerkung. Es zeigt, daß die Rechtssozialisten in der Tat die Illusion gehabt haben, die die Deutschnationalen ihnen bei der Beseitigung des Kapp-Putsches helfen würden. Herr Heilmann beschwor Herrn Hergt recht eindringlich. Er zeigte die Gefahren des Bürgerkrieges, des Eingreifens des Auslandes und vor allein die Unvermeit-lichkeit einer ungeheuren Radikalisierung der breitesten Arbeitermassen. Namentlich die letztere Gefahr malte er recht eindringlich aus. Das zeigt deutlich, wie sehr rechtssozialisti'che Politiker gezögert haben, die Massen selbst zur Aktion aufzurufen, wie sie selbst noch in diesem Moment die Illusion genährt hatten, daß die erbitterslen Feinde der ArbeiterbeUregung ihnen Hilfe bringen werden. Wenn Herr Heilmann bei dieser Unterredung um„eine Illusion ärmer" geworden ist, so haben die Massen ihrerseits die Illusion aufgegeben, dass »die rechtssozialistische Kübruna den Ereianillen gewachsen ist. Und sie habm längst daraus die Folgerung gezogen, dass sie am 6. Jnni für die Unabhängige S o z i a l d c m o- kratie stimmen werden. der LvrchSrllch der polMen Fco«!. Was wir seit Beginn der polnischen Offensive voraus- gesagt haben, beginnt bereits Wirklichkeit zu werden. Die Polen sehen sich genötigt, ihre Truppen an der ganzen Front zurückzuziehen, da der Vormarsch der roten Armeen vom Nordosten her und der Durchbruch der polnischen Front in der Nähe von Polozf die Polen mit der Aufrollung ihrer ganzen Front bedrohen.' Im russischen Heeresboricht, den der Pariser„Tcmps" wiedergibt, heißt es über den Durchbrnch der polnischen Front: «In der Gegend von Lepel haken unsere Truppen seit dem 14. Mai auf der ganzen Front in einer Länge von 7K Kilometer wieder die Offensive ergriffen. Sie häben die feindlichen Siel- lungcn in der Gegen der Eisenbahn Polock durchbrochen. In der Gegend von Borissow sind unsere Truppen ebenfalls zur Offensive übergegangen und haben den Uebergang über die Beresina erzwungen." Ueber weitere Erfolge der Roten Armee meldet ein Moskauer Funkspruch: «In der Gegend von Orschah haben unsere von unscver Dnjepr-FIottille unterstützten Truppen die Stadt Kanew genom- men. Weiter südwestlich eroberten wir da? Dorf Zwiritsch. In der Richtung von Taratscha, südlich von Kiew, nahmen wir die Stadt Winograd ein. In der Gegend von Wapniarka sind wir auf der Linie der Dörfer, die 22 Kilometer südlich der Station Wapniarka verläuft, vorgerückt. Südwestlich von Wapniarka dauert der Kampf in der Richtung der rumänischen Grenze unter für uns günstigen Bedingungen fort." Londoner Nachrichten wissen bereits von der Wieder» e r o b e r u n g Kiews durch die roten Armeen zu berichten. Wenn diese Nachricht auch verfrüht sein tollte, so ist mit dem Rückzug der Polen auch am Djnepr mit Bestimmt- heit zu rechnen, denn sie stehen in der Ukraine nicht nur den heranrückenden roten Armeen gegenüber, sie stckhen auch vor der Gefahr eines allgemeinen Aufstandes der ukrainischen Bauern, und vor der Bedrohung ihrer Flanken- stellung durch die vom Nordosten heranmarschiersnden roten Truppen. So erweift sich das ganze polnische Abenteuer auch vom rein militärischen Standpunkt als eine der» brecherische Dummheit, denn für jeden Kenner der Verhältnisse war es von vornherein klar, daß der Vorstoß gegen Kiew unter den obwaltenden Verhältnissen die Polen in eine Sackgasse führen mußte. Wären jene Entente- stäatsmänner und Politiker, die das polnische Abenteuer unterstützen, nicht von einer bodenlosen Ignoranz in allen östlichen Angelegenheiten, so hätten sie sich im eigenen Interesse gegen die Inszenierung eines neuen Krieges im Osten gewehrt. Nun,!vo der Zusammenbruch dieses Abenteuers schon begonnen hat, macht sich nicht nur in London und Paris, sondern auch in Warschau eine starke Ernüch- terung bemerkbar. Im Oberkommando der polnischen Ar- mee ist bereits ein Wechsel eingetreten. Es ist auch schon eine Neubildung des polnischen Kabinetts nötwenörg geworden, da die' bisherige Regierung die Det- antwortung für die Folgen ihrer Politik nicht mehr zu tragen vermag. Die bürgerlichen Parteien sind an die von D a c z i n s k i geführte polnische sozialistische Partei(P. P. S.) herangetreten, um sie zum Eintritt in das Kabinett zu veranlassen. Da Daczinski, der mit seinen engere.» Freunden vollkommen in das Lager des Nationalismus und Kriegsfozia'lisnmS abgeschkvenkt ist, zu den eigentlichen Urhebern der polnischen Offensive gehört, schienen diese Verhandlungen von„Erfolg" gekrönt zu sein. Wider Er- warten hat jedoch der gegenwärtig in Warschau tagende Kongreß der P. P. S. den Kriegssozialisten einen Stßjch durch die Rechnung gemacht. Mit 120 Stimmen gegen 92 wunde die von Daczinski und Perl eingebrachte Refo- lution. die den Eintritt in die Regierung befürwortete, a b- gelehnt. In der Begründung der Ablehnung heißt es, das Stimmenverhältnis im derzeitigen Reichstag dürfte den sozialistischen Mitgliedern des Kabinetts nicht die Mög- lichkeit geben, die lebensnotloendigen Interessen des Pro- letariats wahrzunehmen, wodurch die Teilnahme der Ar- beiterklassc zu einer fiktiven gemacht würde. Die Opposition der Kongressmchrheit_ gegen den Eintritt in die hüvgerliche Regierung ist übrigens keine prinzipielle sonder eine mehr taktische, die aus der gegenwärtigen Situation geboren ist. Die Oppostition inacht den Eintritt in ein Koalitions- kabinett ahhängig von zwei Bedingungen: erstens vom Frieden mit Sow j e t- Ru ssl a nd, und zweitens von der Au f lö s u n g des j e tz i ge n R e i ch s- tags, der die wahre Volksstimmung nicht mehr wieder- spiegelt. Diese Forderungen sind ausserordentlich bezeichnend für den beginnenden Umschwung und das An- lvachsen der revolutionären Belvegung in Polen. Man fürchtet den völligen Zusammenbruch, der sich aus dem Fort- gang der militärischen Operationen naturnotwendig er- geben muß, und sucht noch im letzten Augenblick durch den Abschluß eines Friedens mit Sowwt-Rußland die Katastrophe zu verhindern. Allerdings ist das nicht die Mei- nung der regierenden Kreise, die durch ihre Sabotage der Friedensvechandlungen gezeigt haben, daß sie einen Frieden mit Sowjet-Rußland nicht wollen. Aber jeder Tag der weiteren Kriegshandlungen schwächt die Position der Militaristen und verstärkt die Stellung jener sozialistischen Kreise, die in dem Abschluß des Friedens mit SowjeL-Nustland den einzigen Ausweg aus der gegen- lvärtigen Krise und das einzige Mittel zur Zertrümmerung der gegenwärtigen ReaktionÄierrschaft in Polen erblicken. Vrolesk gegen die Sriegsgeuchlsuckeile im Rutzrbezirk. T. U. 6 s s e n, 25. Mai. Eine hier aligehaltenc Konferenz des D e» t f ck> e n M e t a l l- arbeiter. Verbandes für die Regierungsbezirke Düsseldorf, Köln, Minden und Mlinster, deren Verwaltnngssiellen 360 900 Mitglieder angrschlossrn sind, erhob P r o t e st gegen die Tätig- keit der außerordentlichen Kriegsgerichte im Ruhrbezirk, deren Urteile als ungerecht bezeichnet wurden. In einer Resolution wurde ausgedrückt, die Konferenz erwarte ans das bestimmteste, daß dir ausgefprocheneu Todes« «rteffe nicht v olkz og c n werden, dass ferner dl« KS trile wegen«ichtpolitischcr Vergehen und Verbreche» auf dal natürliche Maß zurückgeführt werden nnd daß alle wegen politi scher Vergchcn bereits ausgesprochenen Todesurteile und Strafet durch«in« umfassende Amnestie rückgängig gemachi werden, nachdem auf der anderen Seite noch keiner drr An« Hänger der K a pp-L üttw i tz- R e g irr« n g abgcurtest worden sei.'* Sie Emsrdsgz xggsches. Gegenüber her gestern von uns derössen sticht an MÄ teilung unseres Sonhevbe richte«stattcrs, haß der Befehl za her ganzen Aktion gegen Paosshe von dem Staat Ikommtssai für die öffentliche Sicherheit ausgegangen fem soll, Wirt uns vom preußischen Staatskommissar Dr. Weißmann mist geteilt, daß er weder eine Veichaftuna Paasches noch ein« Durchsuchung des Gutes angeordnet noch angeregt habe Gleichzeitig wird vom preußischen Ministerium des Innern durch die P. P. N. folgende MM*mg verbreitet: „Der stellvertretend« Zivilkommiffar und OberregieruugSras bei der Negierung in Schneidemühl hat in Abwesenheit des Regierungspräsidenten und RegierungskommissarS sofort di« Untersuchung des Falles Paaschs in Angriff genommen. Er führt sie von Zivilwegen fort, hat alle Beteiligten bereits gehört und an das Ministerium des Innern einen ausführlichen Bericht ab- gelassen, der hier am Mittwoch erwartet wird. Vorläufig ist aus Grund amtlicher telephonischer Feststellungen zu sagen, daß den- Negierungekommissar in der Tat ihm zuverlässig er- scheinende Nachrichten von Waffendepots auf dem Gut Paasches zugekommen waren. Daraufhin hat er sich in Verbindung mit den Landrat und der Grenzpolizei«m die Untersuchung dieser Mitteilungen gemacht und das zuständige Gruppens kommando zur Unterstützung der Aktton heraus gezogen. Eine Anordnung, daß Paasch« verhastet werden sollt«, war nicht erteilt worden. Der Mvilkommissar hatte vielmehr der Militärbehörde lediglich den Austrag erteilt, fitt! den Fall, baß dort Waffen gefunden würden, ihn in Kenntnis zN sehen. Er hatte sich ausdrücklich alle weiteren Verfügungen dar- über vorbehalten, wa? dann mit Kapitänleutnant Paasch« zu ge« schehen habe. Unglücklicherweise ist Paasche, dem Telephonberichk zufolge, als er die Postenkette erblickte, wieder in den Wald zu« rückgerannt, trotzdem ihm von vielen Seiten„Haiti" zugerufen wurde. Bei dieser Gelegenheit ist dann der unselige Schutz eineS Gendarmen gefallen."' j Aus dieser Mitteilung geht hervor, daß die ganz? Aktion in der Tat vom Rsgierungskommissar in Schneide» mllhl ausgegangen ist, der auf Grund von Spitzelberichten oder Denunziationen, die ihm„zuverlässig" erschienen, die Reichswehr mit der Durchsuchung des GuteZ von Paa'che betraute. Daß er jetzt üb« die Folgen erschreckt ist und sich mit dem Hinweis auf die angebliche Flucht" Paasches herauszureden sucht, ist verständlich. Er. mußte aber wissen, daß er durch die Heranziehung der Reichswehr, die systema- tisch gegen Paasche verhetzt wurde,� die Mordtat geradezu heraufbeschwor. Schon diese Tatsache genügt, um das weitere Verbleiben des Regierungskommissars im Amte als unmöglich zu erklären. Die Regierung hat die Pflicht, alle Personen, die an der Mordtat mitschuldig find, unverzüglich ihres Postens zu entheben und zur Verant- workung zü ziehen. Es darf ferner unter keinen Umstiwden geduldet werden, daß die M i I i t ä r j u st i z sich wieder der Angelegenheit bemächtigt. Was bei derartigen militär- gerichtlichen„Untersuchungen" herauskommt, wissen wir zur Genüge aus den Prozessen gegen die Mörder Liebknechts und Rosa Luxemburgs, aus dem Marloh-Prozeß usw. Wenn a»ch die rechtsstehenden Parteien durch ihr« Obstiuktion in der Nationalversanvnlung die dritte L«,ung der Militär» jnstiznovclle verhindert und dadurch die Militärjustiz noch weiter am Leben erhalten haben, so liegt� durchaus keine Veranlassung vor, diese schändliche Institution, die sich des allgemeinen Mißtrauens erfreut, auch in diesem Fall« weiter walten zu lassen. Es sei denn, daß es der Regierung daran liegt, die allgemeine Empörung über die neue Schandtat der Soldateska bis zur Siedehitze zu steigern. Zghllsstkireß der hsSSudlschea Sszia'.Semotrsle«. H. It. Haag, 25. Mai. Während der Pfingstfcicrtage hat in Haarlem der Jahres- kongretz der Sozialdemokratischen Arbeiter. Partei stattgesunden. T r o e l st r a referiert« über die Aufgabe, die Holland anläßlich der internationalen Konferenz in Genf zu vertreten habcu werde. Er wünschte, daß die holländischen Ver- trcter daraus hinarbeiten, daß der Kampf um die internationale A b r ü st u n g und die Abrüstung im eigenen Lande in Gens Unterstützung finden werde. Wahrscheinlich werden Paria- m c n t a r i s ch e Mittel zur Erreichung diese? Planes nicht ausreichen. Troelstra war ferner der Ansicht, daß der Ge- ueralstreik nur unter gewissen Boraussetzun» gen angewandt werden dürfe. Man habe z. B. in der Ange- legenheit des holländischen Hafenarbeiterstreiks die Waffe des Generalstreiks nicht verwenden dürfen. Man solle sich nicht vo» verantwortungslosen Elementen, die nichts zu verliere« haben, leiten lasse«. Der Abgeordnete Scheper erklärte sich In der Hauptsache mit der Rede Troelstras einverstanden, war aber der Meinung, daß dorläusig künftige Krieg« durch einen Ge« ueralstreik verhindert werden können. Er wünscht, daß den holländischen Vertretern in Genf kein bin- dendes Mandat mitgegeben werde. Holland ist nicht in einen großen Krieg verwickelt gewesen und sollte deshalb bescheiden sein. Wenn die englischen, französischen und die deutschen Sozialdemo- kraten erklären, im Kriegsfälle den Generalstreik nicht propagieren zu können, so dürfe Holland nicht darauf drängen. Der Parteivorsitzende V liegen berteidigie ssi« 2. Internationale. Man solle nicht glauben etwaZ zu erreiche«, wenn man versucht, die 2. Internationale zu vernichten. Sie bleibe schließlich da» einzige Stück Jnternatwnaiiömus. das überhaupt noch bestehe. Ueber die 8. Internationale, falls sie überhaupt bestehe, brauche nicht geredet zu werden. Holland wolle von dieser angeblichen L. International« nicht? wissen, jedenfalls sei der Versuch, die 2. und die 3. Internationale zu vereinigen, gescheitert. Man müsse mit der Tatsache rechnen, daß nu» einmal nicht all« Sozialdemokraton unter ei« Dogma zu vereinige» ssnd, und zu retten versuchen, was von der internationale» Organsatio« übrig geblieben ist. Der Antrag der 2. International«. wurde r.it grossem Beifall anaeno««#■» öer Wahlkampf. Verleumder rechts«ud sink. Von Wilhelm Dittmann. „Vorwärts" und„Rote Fahne" arbeiten Hand in Hand, immer neue SSerfeumbungen gegen die U. S. P. und ihre Führer in die Welt zu setzen, nur die Arbeiter zu «lndern, unserer Partei, die längst die Mafsenpartei des revolutionären Proletariats geworden ist, bei der bevor- stehenden Reichstags wähl die Stimmen zu geben. -vsn letzter Zeit benutzen die beiden Blätter Auszüge curs einem Buche des früheren Staatssekretärs des Aeußcrn, Graf B r o ck d o r f f- R a n tz a u, zu diesem edlen Zwecke. (rs wird versucht, Haase und mir zu unterstellen, das; wir om 23. Dezember 1918 als Mitglieder des Rates der Volks. beauftragten der Berufung Brockdorsf-Rantzaus zum Staats- sekretär zugestimmt hätten, trotzdem dieser in Sck)riftstücken an S ch ei demann ausdrücklich als Bedingung für feinen Eintritt den Llampf der Regierung gegen den Bolschewis- mus und Spartakismus und gegen die Arbeiter- und Sol- datenräte gefordert hätte. Der„Vorwärts" hat daraus den Schluß gezogen� „baß die Unabhängigen in der Zeit ihrer Mitverantwortung selbst die bittere Notwendigkeit dessen einsahen, was sie als Opposition leidenschaftlich bekämpfen". Die„Rote Fahne" schreibt dazu: .Das, waz Brockdorsf-Nantzau als sein Programm ent- wickelt, das war in Wirklichkeit von Anfang an das Programm der Haase und Dittmann, das sie gemeinschaftlich mit Scheide- mann und Ebert zu verwirklichen getrachtet haben." Beide Blätter stellen damit bewußt unwahre Behaup- , tungen auf. Scheidemann hat im Kabinett aus einem an ihn gerichteten Kopenhagener Privatbrief Brockdorff-Rantzaus diejenigen Stellen verlesen, die diesen als Diplomajen mit demokratischen Erundanschauungen er- scheinen ließen. Nebenher erwähnte Scheidemann, der Gras scheine sich infolge der widersprechenden Pressemeldungen ein falsches Bild von rmsern Zuständen zu machen und habe deshalb allerlei„S ch a f s m i st" darüber zusammengeschrieben, darauf brauche man aber nicht näher einzugehen, wenn der Graf erst im Lande sei, werde er bald ins rechte Bild kommen. Brockdorff-Rantzan ist dann nicht auf Grund seines"Sck>afsmrst"-Programms, sondern auf Grund seines Bekenntnisses zu demokratischen Anschauungen zum Staatssekretär des Aeußern er- nannt worden. „Vorwärts" wie„Rote Fahne" wissen das beide, sie wissen, wie unsinnig und lächerlich es ist, zu behaupten, wir Unabhängigen in der Regierung hätten ein Programm akzeptiert, das wür in Wahrheit unausgesetzt bekämpft haben. Beide Blätter wissen, daß wir es stets abgelehnt haben, mit Waffengewalt gegen die revolu- * tionäoen, Arbeiter vorzugehen und den Weg der Verständi- gung verlangt haben, so im Falle der Matrosen am Weihnachtsabend 1918 und so bei der Januarerhebung 1919, Beide Blätter wissen, daß die diplomatischen Beziehungen mit Sotojetrußland bereits v o r der Revolution abgebrochen warm, daß Ebert, Scheidemann und Landsberg sich dan-n weigerten, unserem Antrag auf Wiederausnahme zuzu- stimmen und der Antrag deshalb mit Stimmmgleichheit abgelehnt war, so daß uns nichts übrig blieb, als eine auf- schiebende Behandlung der Sache zu empfehlen. Das alles ist bereits oft dargelegt worden. Beide Blätter wissen auch, daß wir Unabhängigen unausgesetzt die Rechte der A.- und S.-Räte vortreten haben, selbst wenn wir ihre einzelnen Maßnahmm nicht billigen konnten. .i'« Vorgänge, die zu unserm Austritt aus der Regierung führtm, reden ja für all diese Dinge eine deutliche Sprache. Derselbe„Vorwärts", der sich jetzt nicht entblödet, zu behaupten, wir hättm dem Programm der Bol- schewistm» und Spartakistenbekämpfung zugestimmt, hat uns im Dezember 1918 tagtäglich angegriffen, weil wir unS einer solchen Politik widersetzten. To schrieb der „Vorwärts" am Morgen des 28. Dezember 1918, daß.die Unabhängigen einen scharfen Schnitt zw,- schen sich und Spartakus vollziehen" mußten. «m Abend desselben Tages verlangte er von.unS wieder „eine scharfe Kam p fesst e l lun g gegen den Spartakusbund" und am 29. Dezember warf er uns vor: .Di« Unabhängigen feigen Mücken und schlucken Kam«!«. Ais«», wa» Spartakus oerübt, ist für sie Harm- los« K in d« r« i und sie find Ibor«i>t, gegenüber diesem Treiben beÄe"lugen susudrückem.' Am 30. Dezember 1918 schrieb der„Vorwärts" gar: »wi« di« Unabhängigen überchaupt bestrebt twre-n, alle Spat- Utfttftaten als harmlose Kindereien hinzustellen und all« Ab- ivehrma'ß nahmen ol» �Gewaltmethade»' zu d°»- keeditteren' Aus diesen Zitaten geht klar hervor, daß wir Unab- tzängigen uns damals d« WSden Bolschewiften- und Spar. takistenbekämpftmg unausgesetzt entgegengestellt haben und der„Vorwärts" heute Wider besseres Wissen da» Gegonteil behauptet.„ Aber auch„Rote Fahne", die die Dingo von 1918 «fenfl qut kevnt. handelt wider bessere» Wissen, wenn sie unS heute naMteittt, wir hätten damals gemeinsam mit Ebert-Scheibemumo das Programm der Bolschewisten- und SpartaNswnbeKmphmq durchzusetzen besucht Die»Rote Fahne" weiß schr ffut. daß wir Unabhängigen«nausgssetzt die Gewaltpolttuk bekämpft haben, die sich auf das alte OffizterkorpS und das alte H«r stützen wollte und daß der KonMkt über dtes« Krage diaUrsacheunsereSAus- scheidans aus derRegierung gewesen ist. Deshalb ist beste Mdsrleauuo der Barleumbmigen von rechts und links die wörtliche Wiedergabe der von im« formulierten Fragen, die wir Unabhängigen vor unserem Ausscheiden dem Zchttvakät. der KvntroMiAtans des Rates der Volks- heaustragten, zur Beantwortung vorgelegt haben. Wir haben damals gefragt: ««igt«» bet Aentrakrat, bech die jwlbinettSmntgkedor Dbert, jtfaütmam«nb JBan&�bwa in der Nacht vom S3. zmn 34. Dt- zember dem KriegSmimister den in keiner Weise begrenzten Auf- trag erteilten,'mit mjiitärischer Gewalt gegen die BolkSmarinedi Vision in Schloß und Marstall vorzu- gehen? Gegenüber der irreführenden Antwort deZ Zentralrats haben wir dann erklärt: .Wir können eS nicht verantworten daß einem Wer- tretcr des alten Geweltsystems die Verfügung über das Leben der Mitmenschen nach seinem Belieben übertragen wird. Der Weg der Verhandlungen, der schließlich zum.Ziele geführt hat, hätte in keinem Stadium der Verhandlungen verlassen werden dürfen." Angesichts dieser klaren Sachlage muß man schon die Dinge auf den Kopf stellen, wenn man uns Unabizängige als Mitschuldige an der konterrevolutionären Gewaltpolitik der Ebert-Scheidemann auszugeben versucht. In der Mißbilligung des vom GeneraWomamndo L« q u i s den Matrosen gestellten Ultimatums stimmte uns damals selibst der aus lauter Rechisiozialisten bestehende Zentralrat zu und er beantwortete deshalb unsere diesbezüglickse Frage in-diesem Sinne. Wie wir Unabhängigen auf die Respektierung militärischer Beschlüsse des Kongresses der A.- u. S--Räte bedacht waren- zeigen unsere weitere Fragen: .Ertklärt sich der Zentralrat für die sofortige strikte Durchführung der vom Kongreß der A.» und S.-Räte gesaß- tetf Beschlüsse über die Abschaffung der Rangabzeichen u-n-d das Untersagen des Waffentragens außerhalib des Dienstes für dfe Offiziere im Heimatheer? Billigt es der Zentralrat, daß die Oberste HeereS-loitung in einem vertraulichen Telegramm an die Heeresgruppen Otberost erklärt, sie erkenne diese Beschlüsse der A.» und S.-Räte nicht an?" Diese Fragen beweisen, wie falsch es ist, uns Unab- hängigen zu unterstellen, wir hätten zur Untergrabung der Stellung der A.- und S.-Räte und zur Festigung der Macht der alten Militärs beigetragen. Umgekehrt-wird ein Schuh daraus. Wir haben voll igeAuflosung besaiten Heeres und �Beseitigung des Einflusses der Generalität gefordert. DaS erhellt klar aus den beiden folgenden Fragen: „Billigt der Zentralrat, daß statt der völligen Demo- bilmachung des stehenden Heeres nur ein« Reduzierung des- selben auf den Fwiedensstcntd unter Zurückhaltung und eventueller Auffüllung der beiden Jahresklassen 1897 und 1898 stattfindet? Steht der Zmtralrat mit uns auf dem Standpu-nki, daß die Regierung der sozialistischen Republik sich militärisch nicht stützen kann und darf auf die Generalität und die Reste des auf dem Kadavergehorsam aufgebauten alten stehenden Heeres, sondern nur auf eine nach demokratischen Grundsätzen aus Freiwilligen zu bildende Volkswehr?" Schroff-und präzise haben wir Unabhängigen-uns da- mit gegen die Wiederbelebung des Militarismus erklärt und nur Böswilligkeit kann versuchen, uns die Miwerantwortung für die Schaffung der Frei- willigenkorps und der reaktionären Reichswehr aufzu- bürden. . Eoenio blöde ist die von Kommunisten verbreitete Mär, wir Uncrblrängigen Hätten damals der Bildung der Balt'ikumformationen zugestimmt. Noch am Dag« vor unserem Austritt aus der Regierung, als Ebert, ©che idemann und' Landsberg der KahinettSsitzuNg fern- geblieben waren, haben wir drei Unabhängigen den ein- stimmigen Kabinettsbeschl-uß gefaßt, daß sofort alle Truppe nre st los aus dem Osten zurückzu- ziehen seien. Wenn das nach unserem Ausscheiden nicht geschel)en ist, so ist das nicht unsere Schuld. Gerade in der jetzigen pol.it: schen Situation, nach den Erfahrungen des Kapp-Putsches,.dürfte es jedem, der die vorstehenden Fragen vorurteilsfrei lieft klar sein, wie rich- tig wir Unabhängigen in der Regierung das Zentralproblem der Revolution, dieSicherung der Macht für das Proletariat, ersaßt hatten. Wenn die Rechtssozia- listen damals denselben Standpunkt eingenommen hätten. dann besäße daS Proletariat noch heute die Macht und wir brauchten nicht-mehr dariiHer zu streiten, wie wir sie wieder- bekommen und halten können. Andererseits hätten die Kommunisten uns vamals unterstützen und stützen sollen, statt uns in der unsinnigsten und Ivahrhettswidrigsten Weise zu bekämpfen, dann hätten wir vielleicht die Rechte sozialsten aus der Regierung hinauSbugsteren und die Ent- Wicklung in andere Bahnen drängen können- Jedenfalls aber haben weder Rechts sozialsten noch .Konnnunisten«in Recht, unS für die Mut- und Ä«N?alt- Politik, die feit unserem Ausscheiden aus der Regierung getrieben Worden ist. verantwortlich zu machen. Tun sie das dennoch, so müssen sie sich gefallen lassen, daß sie öffont- kich als Politische Vert»umder gekennzeichnet werden. Die ReichswahlvsrichlSge. In einer Sondernummer des Rtt.' sauzeigerS»om 24. Mai 1930 verSffenSicht der R ei ch swa Hit e lte« di« vom Rcichs- Wahlausschuß für die Wahlen zum Reichstag am 6. Juni 1920 zugelassenen ReichSwahlvorschläg«. Rußer den von uns schon mitgeteilten ReichSnxchllrsten der soziattstifchen und büvgerlichen Parteien findet man hier noch ein« Anzahl Parteien aufgezählt, deren Existenz erst durch den Wahlvorschlag in Erscheinung tritt. So haben ReichSwahlvorschläg« eingereicht ein« sogenannt« Alte Partei, ein« Aufdau-Partei,«im Nationaldemokratffche VelkSparto! sdaS sind die Antisemiten um die»StatSbürger-Zeitung'h eine ChristNch-förderalistisch« Partei, eine Deutschsazialistisch« Partei und ein« Lausitz« VolkS- partei. GS hcrndrft sich bei all diosen Parieisplitiern um mehr od« weniger reaktionär« Grüppchen und Kandidatur- scheoder. Im ganzen sind 17 RsichSwahkvorschläg««ing«. Mtcht. Da» zeigt am besten die tvostlose poSüfche AevMtte. «mg st. D—tschland. Damit unäm noch inunor die»est«, Äst. schSst» tm»oaktion basorgt. ffchilaniialrt finltlfffhrfyrflf OiSvksh/rksntiKt» ♦/vffWWif riu i«fnfc v« Thristianfen, Rendsburg, 0. Genojfc Bruhn, Heide, 7. Tenosiz Pingel, BordeSholm, 8. Genosse Schweizer, Kiel, ö. Genosse Früh' lich, Neumünfter, 10. Genosse Paroiitzki, Friedrichsort, 11. Genosse Brand, Bergcdoff, 12. Genosse Schmidt, Flensburg, 13.<"' noji« Kruse, Neumünster. M hinkende DeWekrsNe. Die rechtssozialistische Frankfurter„Volks stimme" b» grüßt den am Donnerstag gefaßten und am Freie tag wieder hinweginterpratiecten BeÄ'luß der National« Versammlung füö Aufhebung des Belagern ngs« zu st and es als eine„sozialistische Tat der Volksver« tretung". Das Blatt erklärt, der Belagerungszustand sei in Deutschland rechtswidrig geworden, und es wehrt sich entschieden gegen den Versuch der Regierung dem Be« schluß auszuweichen, weil seine Form den Bestimmungen der Verfassung nicht cntspäche. Auch ein Anstritt des Zentrums und der Demokraten aus der Regierung müsse e n t. schlössen abgewartet werden; das Proletariat könne sich nicht„mit der tunkenden Demokratie begnügen", sondern müsse vor den Wahlen die volle Demokratie fordern.„Wir begrüßen," fährt das Blatt fort,„den Be- schluß der Volksvertretung mit Freuden und erwarten, daß die Regierung ihm Folge geben wird." Die gläubigen Frankfurter Rechtssozialisten werden aus allen Himincln gefallen sein, als sie erleben mußten, wie sich ihre Reichstagsfraktion für die„hinkende Demokratie" entschied, und dem,»vis die Frankfurter Volldemokratie nennen, derbe Faustschläge inS Eesicht versetzte, indem sie sich dem Gebot der Gewaltregierung beugte und die faule Auslegung des Beschlusses wie der Verfassung an- erkannte. Tie Frankfurier Rechtssozialisten und die Arbeiterschaft-überhaupt werden daraus lernen können, daß durch die Koalition, die das U e b e r g e w i ch t d e r Bourgeoisie und ihrer politisckien Angenten sichert, „sozialistische Taten" selbst so bescheidenen Formats� un- möglich gemacht werden, und wie die„volle Demokratie" durch den Koalitionsschwindel ins Lächerliche der- r e h t wird. D>e eine vsä gül Einigung der bürgerlichen Parteien in Bayern. Der Münchener Bürxerrat gibt bekannt, daß sich auf seine Veranlassung sämtliche bürgerlichen Parteien zu einer bürget, lichen Einheitsparte! auf folgenden Richtlinien ge, einigt: Die bürgerlichen Parteien kämpfen gegen di« sozia» listische Weltanschauung, gegen die Diktatur deZ Proletariats, gegen den marxistischen Klassenkampf und.Gleichmacherei", gegen Sozialismus und Kommunismus, gegen allen Umsturz und Zerstörung, gegen Materialismus und„sittliche Per- flachung". Sie treten ein für Ordnung, Recht und?l u bau, für ruhige EnKvicklung auf gesetzmäßigem Boden, sowie Versöhnung der Klassen, für den Zlufstieg jedes einzelnen durch Fleiß und Fähigkeit, für die bürgerliche Arbeit,, für gerechte Ent» lohnung nach Leistungen, für die individuelle bürger- l i ch e W i r t s ch a f i s o r dn u n g, für Privateigentum, Familia und Erbrecht, für ein: ideale WrltordnuNg, für sittliche Weltanschauung und für religiöse Erziehung und endlich für den nationalen Gedanken. Die bürgerttche reaktionäre OrdnpngSbestie wartet mit Sehn- s' sucht'auf den Augenblick, po sie diese in Baycrn durchgeführte straffe politische Organisation auf das ganze Reich ausdehnen kann. Sie hofft, daß der Ausfall der Wahlen die gün- stig: Gelegenheit herbeiführen wird. Das kann die Rrbeiterschait nur verhindern, indem sie seBst bei der Wahl geschlossen demonstriert für den Klassenkampf, für den Sozialis- m u s, f ü r d i e U. S. P. Heuke. KWach: Wtchlcrvttssnwikmzen der ll. S.P. D Kellers Festfiile, Bergstraße 89(7 Uhr). Schulaula, Strelitzer Straße 4ß(7 Uhr). Schulaula, Cellcstraße 12(7 Uhr). Schulaula, Pallassttasse 1ö(7 Uhr). Lichtenberal Stfnrfe Ue�Prilnzenilraßc(7 Uhr). Stvglilz: Gyurnafnrm a der Heesestraße(7i4 Uhr), Marlendorf: Gymuesium, Kaiserstraße(8 Uhr). Osffsntliche Fmuenvsx�MMlung Neukölln: Karwgarten(7 Uhrh Wahlschwindel. Der„Vorwärts" berichtet in seiner gestrigen Abendausgabe, ich hätte in einer W ählerversammlung der U. S. P. in der Bötzow-Brauerei gesagt,»ir gingen nicht etwa in das Parlament, um für die Arbeiter etwa? herauszu- holen, sondern nur, um unsere Ideen zu verbreiten Der„Vor- lvärtS" knüpft an dieses„interessante Eingeständnis" die Be> merkung, mancher Arbeiter dürfte sich dafür bedanken, einem Abgtcordneten seine Stimme zu geben, der eS ablehnt, die Lage der arbeitenden Klassen zu verbessern. Ich stelle demgegen- über fest, daß die Mitteilung des„Vorwärts" von Anfang bis zu Ende« r f u n d e n ist. Ich habe weder in der besagten Wäh- krvers-nnmlung gesprochen, noch auch an anderer Stelle je eine solche Aeußerung gemacht. A. Stein. Ein neu«» ZeiwngSuerbot. Das Erscheinen des.Kirchheim- Bokander Anzeiger" ist wegen eines Artikels über die farbigen Truppen für drei Tage verboten worden. 8 artet ti Der BegirkSPa�iitag der»mckchängi«« Gogiakdew-kraNschen ctei für die Ptwinz«ch l« S w'«-Ho l st e l u stete fftt Ms »tchStozSwahls« falgenve A— d«at«Me«ch: 1. SezirVchekreS, W ÄTiÄfe Ä» Die 4. Wahlnummer der FREIEN WELT bringt wieder reiches Msrtarial für den Wahlkampf. Verbreitung in den Betrieben dringend erwünscht! Jl 3■ö.J lXS A weife, bestickt. Ilrepon Pastellfarben Schleierstoff WW? � Voile Opat-Batki Meter Meter Meter neue türkische Muster,.. j.., Meter 2'��» 50 doppeltbrcit, weife, bestidt Meter �6»50 t•»•• "■ i? •33«>"""•■»• Batist weife, farbig bestidt, etwa 120 cm breit Meter ,50 Alpaka schwarz...... 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Vorbemerkung. Inmitten eines u n g e h e u r e n Defizits der Volkswirtschaft, eines allgemeinen Warenmangels erleben wir eine Krise der Ueberpro- d-uktron. Noch gellt uns der Ruf in dm Ohren: nur Arbeit kann uns retten! Da stellt das Kapital in wichtigen ProduktionsAveigen Betriebe still und verhindert die ar» ibeitswilligen Arbeiter an der Arbeit. Wenn je die Not- wendigkeit der sozialistisch geregelten Bedarfsdeckungswirt- schaff in die Augen springend war, so in diesem Augenblick, wo nach den Verwüstungen eines vierfährigen Krieges größtmöglichste Anspannung der Produktion das wichtigste gesellschaftliche Bedürfnis ist. Da aber nicht'das gesellschaft- lache Bedürfnis, sondern das Verwertungsstreben des Ka- pitals über Ausmaß und Richtung der Produktion ent- scheidet, wird es möglich, daß in der Zeit größten Waren- mangels die Waren unverkäuflich werden und die Produk- tion ins Stocken kommt. Die nachstehenden Ausführungen, die aus den Wunsch der Versammlung hin veröffentlicht werden, suchen in mög- lichst populärer Darstellung die wichtigsten Momente, die zur Auslösung dieser Krise geführt haben, �darzustellen. Eme wissenschaftliche Analyse müßte natürlich„ viel■ um- fastender sein. Sie heute schon zu geben, ist auch deshalb schr schwierig, weih uns selbst die wichtigsten Daten vorent- halten werden. Die Regierung Hütet die Zahlen über die Entwicklung des auswärtigen Handels, über die Steuer- eingänge und andere Elementartatsachen des Wirtschafts- leben s immer noch als ihr Geheimnis. Auch die sonstige wirtschaftliche Berichterstattung liegt noch recht im Argen. Ebenso läßt sich nicht erkennen, ob die Regierung irgendeine Wirtschaftspolitik verfolgt, ob sie etwa eine bestimmte.StÄ- lungnahme zu den ValutaprMemen'oder nach dem Ver- sagen der Erzbergischen Steuerpolitik infolge Kapital- flucht und Steuerdefraudation bestimmte Finanzpläne be- Üht. Fragen, die deshalb in der gegemv artigen Situation nicht ganz fürwitzig sind, da der ganze Komplex der Geld- entwertung und seiner Folgeerscheinungen der gegcnwärti- gen Krise einen besonderen Charakter aufprägt. Im übrigen erinnert die gegenwärtige Krise an den früheren typischen Krisencharakter. Während die Krisen der letzten Jährzehnte vor allem die kapitasistisch höchst entwickelten Zweige, also die Produktionsmittel-Jndustrien betrafen, sind jetzt vorwiegend die Konsummittel-Jndustrien betroffen. Die Krise kündigte sich in einer starken'Kredit- anspanmmg an und brach aus dem Warenmarkt als Absatz- krise aus, die rasch zu einer Einschvänfung der Produktion, namentlich in den Schuh-, Textil- und Holzbearbeitungs- Industrien führte. In der letzten Zeit nimmt die Krise immer deutlicher internationalen(Shorakter an, unbekümmert um die Währungsverhältnisse der einzelnen Länder. DieS zeigt am besten, daß sie nicht allein aus den Geldver- Hältnissen zu erklären, sondern daß ihre letzte Ursache zu suchen ist in der raschen Verengerung des inneren Marktes, auf dem die Waren zu de» hochgetriebenen Preisen nicht mehr abzusetzen sind. I. In den letzten Wochen ist plötzlich eine Krise über unser Wirtschaftsleben hereingebrochen, die für viele recht über- raschend gekommen ist. Die Gründe hiersür auseinander- zusetzen, ist nicht leicht, weil sie recht komplizierter Art sind. Wollen wir diesen Vorgang verstehen, müssen wir ausgehen von der Betrachtung der Entwicklung der Valuta. Wie hat sich der Geldwert entwickelt und welches sind die Ursachen für die außerordentlich starke Geldentwertung, die im Kriege begonnen und sich bis in die letzte Zeit hinein xapide fortgesetzt hat? Sehen wir uns einmal einen einfachen T a u sch v o r- gang an. Ein Schneider verkauft einen von ihm ange- fertigten Rock gegen 20 Mark(ich habe dabei Goldmark im Auge) und kauft dafür ein Paar Schuhe. In diesem Aus- tausch spielt das Geld, das Gold, nur eine vorüber- gehende Rolle. Daß ein solcher Austausch möglich ist, erklärt sich daraus, daß in dem Rock, in den 20 Mark Gold und in den Paar Schuhen gleich viel Arbeits- zeit steckt, die zur Produktion dieser drei Dinge nötig waren. Aber das Gold vermittelt den Prozeß, und weil es als Vermittlung dient, kann es im normalen Ablauf dieser Austanschvorgänge ersetzt werden durch Geld- zeichen. Wenn es sicher ist, daß der Schneider den Rock verkauft und das Paar Schuhe vorfinden wird, so ist es möglich, daß eine Bank ihm für den Wert des Rockes einen Wechsel ausstellt und er sich auf Grund des Kredites das Pakir Schuhe kaust. Dieser Vorgang vollzieht sich tatsächlich in der Wirt- schaft in massenhafter Weise. Darauf beruht der Aus- tausch, und er wäre nicht zu bewältigen, wenn das Gold in seiner körperlichen Gestalt verwendet würde. An die Stelle des Goldes treten die Kreditzeichen, und die Betriebsvertranensleizte und Gewerkschaftsfunktionäre. Heute Mittwoch abend finden in den nachbezeichneten Loka- len Brrsammlungen aller auf dem Boden der U. S. P. D. stehen- den Gewerkschaftsfunkti onäre und Betriebs- Vertrauensleute statt und zwar: Für das graphische Gewerbe: Nachmittags 5 Uhr. im Dresdener Garten, Dresdener Str. 4Z. Für das gesamte Verkehrsgewerbe: AbendS, 7 Uhr, in den Mustker-Sälen, Kaifer-Wilhelm-Straße 31. Tagesordnung:„Die bevorstehende Neichstagswahl." Referenten: Arthur CriSpien, Paul Hostmann, Grohmann. Vertrauensmänner-AnSweis und MtgliebSbnch der Partei und der Gewerkschaft legitimieren. Ohne diese kein Zutritt. Der Wahlausschuß der ll.S.P. Groß-Berlm. häufigste Form derselben ist die Banknote. Diese wird ausgegeben von einer zentralen Bank, die gesetzlich dazu bevollmächtigt ist. Die Bank räumt dem Verkäufer einen Kredit ein. weil sie weiß, daß er in einiger Zeit einen Gegenwert in Ware bekommen wird und dann in der Lage sein wird,„den eingeräumten Kredit zurückzuzahlen. Im Kriege hat der Staat die Reichsbank dazu baucht, um sich künstlich Geld zu verschaffen. Die ReichWank wurde von der Verpflichtung befreit, Noten nur gegen Warenwechsel auszugeben. Früher war das nur möglich, wenn mehr Güter produziert wurden. Die Menge der Geldzeichen entsprach den Bedürfnisten der Produktion und des Austausches. Indem der Staat erklärte, die Bank kann Geld, also Banknoten ausgeben, nicht nur nach den pro- duzierten Waren, sondern sie kann dekn Staate Noten zur Verfügung stellen gegen die von ihm ausgestellten Schuldscheine. In diesem Augenblick wurde die Notenmenge abhängig von den Bedürfnissen des Staates. Infolge der Kriegsausgaben vollzog sich dieser Vor- gang in sehr großem Maßstabe. Der Staat hat in normalen Zeiten seine Ausgaben durch Steuern gedeckt, d. h. er entnahm dem Vorrat aller Staatsbürger eine be> stimmte Wertsumme. Jetzt begannen aber diese Steuern nicht mehr auszureichen, und der Staat verschaffte sich die verschiedenen Zahlungsmittel, indem er Noten bei der Reichsbank drucken ließ. Während also im Frie- den die Menge der Banknoten von dem Umfang der Produktion abhing, wurde jetzt die Meng« bestimmt von den Bedürfnissen des Staates, die sich wäh- rend des Krieges außerordentlich vermehrt haben. Aber auch nach der Revolutton gelang es nicht, die Ausgaben des Staates ins Gleichgewicht zu bringen. Wir haben. seit der Revolution ein ungeheures Defizit, das man nicht genau kennt, das man aber gegenwärtig mit L— 3 Milliarden monatlich ansetzen kann. Der Staat hilft sich nun in der Weise, daß er sich von der Reichsbank diesen Betrag in Banknoten zur Verfügung stellen läßt. Es kommen hier aber nicht nur Noten in Betracht, sondern auch be- stimmte andere Schuldverpflichtungen des Staates, aber im ganzen ist es so, daß wir in den letzten 1� bis 2 Jahren eine Vermehrung der Notenmenge etwa um 2 Milliarden Mark monatlich zu verzeichnen haben. Das hat dazu geführt, daß statt VA— 2 Milliarden Mark, jetzt 60—65 Milliarden Mark Noten im Umlauf sind. Diese Noten können zu nichts anderem verwandt wer-. den als zum Ankauf von Waren. Wenn wir im Frieden eine Warensumme hatten, die auszutauschen war, und die 100 Milliarden betrug, so konnten wir, wenn wir annehmen, daß jede Note fünfzigmal im Jahre umgesetzt wird, den Umsatz von 100 Milliarden Mark mit etwa 2 Milliarden Mark Noten bewältigen. Jetzt stehen aber einer Gütcrmenge, die bedeutend verringert ist, nicht 2 Milliar- den, sondern 60 Milliarden gegenüber. Das hat zur Folge, daß eine ganz allgemeine PreiSaufblähung erfolgt ist, weil einer verringerten Gütermenge eine stark vermehrte Notenmenge gegenübersteht. Dieser Vorgang er- klärt sich daraus, daß, während früher neues Geld Verweh- rung der Produktion zur Voraussetzung hatte, jetzt vom Staate durch Gesetzgebung künstliche Kaufkraft! geschafsew wird, die nicht etwa fundiert ist dadurch, daß der Betreffende über Kaufkraft verfügt, weil mehr produziert worden ist, sondern es steht dieser künstlich geschaffenen Kaufkraft imj Gegenteil eine verringerte Produktion gegei»� über. Die Aufblähung aller Prelss�Sie Jnflä tion, wie man es nennt, erfolgt zunächst innerhalb Grenzen einer bestimmten Volkswirtschaft. Aber auch Auslande machen sich diese Verhältnisse sehr bald geltend. Der ausländische Käufer, der in Deutschst kaufen will- sieht, daß die Mark, die er zmr Bezahl- braucht, dedsutend weniger wert geworden ist im WevhÄtni zu-den Gütern, die er braucht. Dürch die Wermittelnnq de! auswärtigen Handels machen sich dr« Störungen des in ländischen Austausches auch international-geltend. Das Verhältnis-der inländischen Währung, der Mark, der ausländischen Währung, zum Schtoeizer FvankM, ame-. rikanischen Dollar, englischen Pfund-ist-gegeben durch den Wechfelk-urS, d. h- durch die Menge Geldes, di-e ich brauche, um 100 Fmnken in deutsche Mark ermoechseln zu können. Wenn vor dem Kriege 100 Franken gleich waren! 80 Mark, so mußten bereits während deS Krieges fürj 100 Schweizer Franken 120, später 150 Mark gegeben« werden. Seitdem die AuSlandsbeziehungen toietec aufgeil nommen worden sind, haben wir ein andauerndes Sinkens der Valuta zu verzeichnen gehabt. Ende Februar, Ansang März war das Verhältnis so, daß wir für- 100 Schweizer Franken gegen 2000 Mark geben mußten. Die Mark war damit auf weniger als den zwanzigsten Teil ihreS früheren Wertes reduziert! worden. Sie war im Verkehr mit dem AusdZndyMcht Mihr 100 Pfennig wert, fondern nur 5 Pfennig.,,• Die Entwertung de? Geldes dollzichk' stch�Ler box--' schieden, und zwar verschieden in bezug auf denJnland-s markt und den Auslandsmarkt. Die PreiSentwe-os ttmg im Inlandsmarkt kommt am raschesten zum, Ausdruck da, wo fr eie W irtscha ft herrscht. Im letzten! Jahre ist der KreiS der freien Wirtschaft beständig er*! wettert worden. WAnkliche Eingriffe deS Staates erfolgten vor allem für zwei Kategorien, und zwar für dieZ Lebensmittel soweit sie rationiert sind, und für den« WohnungSm�arkt. Die Preise für Wohnungen haben sich verhältnismäßig wenig gehoben. Abgesehen von den staatlichen Eingriffen in die Preisbestimmungen, ist es eine alte Erfahrung, daß die Geldentwertung auf die verschie- denen Güter verschieden wirkt. Im allgemeinen kann 57) Der Sternfteinhof. Roman von Ludwig Anzengruber. - Mit dem Nichteinmengen des alten Sternsteinhofbauers In die Wirtschaft des jungen hatte es bald ein gar eigenes Bewandtnis. Der junge Bauer war nämlich des guten Glaubens, es sei kindleicht, sich als Herrn des großen An- Wesens aufzuspielen, denn all' die Jahre her war es nicht anders gewesen, als mache sich da alles von selber; er er- hielt gleich den andern sein Teil Arbeit aufgetragen, und wenn er irgend sonst mit Hand anlegen wollte oder eine Frage ihm beifiel, so ließ es der Alte weder an Unter- Weisung, noch Aufklärung fehlen, aber der Toni war nicht sonderlich neugierig, und der Alte, ungefragt und„unan- gegangen", gar nicht mitteilsam; der letztere wollte ja noch eine gute Weil'„hausen und hMrcn". und dann erst, etwa ein Jahr vor der ihm gelegenei�rnd genehmen Hochzeit des Sohnes, Anlaß nehmen, den Burschen in alles und jedes vom Kleinsten bis ins Größte einzuweihen und sich � vichl Zeit und Mühe reuen zu lassen, bis derselbe sich tüchtig „einge'chossen", das hatte sich nun der Bub durch das „hinterlistig''n Badern um's Seine narren" gründlich ver- scherzt. Gar bald trat manches an den jungen Bauern heran, wo dieser nicht Rat wußte; das Gesinde befragen, ging doch nicht an, der Schwiegervater zu Schwenkdorf war denn doch etwas aus der Hand gelegen, und merkte der, wie- viel in fremder Wirtschaft auf sein Meinen ankäme, dann konnte sich derselbe mit der Zeit gar unsteb;am überheben. so blieb denn schließlich, wenn sich eine Sache recht zwcifel- hast anließ, dem Toni nichts über, als den alten Stern- steinhofbauer auszuholen. Er-schlich dann immer hinzu und redete so nebenhin und nebenher, tat dabei das Maul kaum aus, aber spitzte destomehr die Ohren...Sag' mal, wa« war da alter Brauch? Der neue könnt' ettva nit taugen," oder:„Damit halt' ich's wohl anders wie du. was Ate streckte sich dann jedesmal, sog die Lust ein. daß sein breiter Brustkasten sich hob, und dröhnte dann heraus:„Was fragst d' nach'm alt'm Brauch und wie's and're halten? Tu', wie d' glaubst, wird ja recht sein, bist doch der Herrl Zwei Anordner taug'n nit af ein'm An- Wesen, wie d' einmal g'sagt hast. Liegt dir d' Arbeit z'schwer auf, was nimmst denn kein Pfleger, wie d' dich in der nämlichen Red' hast verlauten lassen? Schau halt um ein' ord'nlichen. So ein Pfleger pflegt freilich vorerst-sein' Sack, aber versteht er was, so erWirtschaft er doch mehr, als wie er dir stehlen kann, nur wann er nix versteht, is's g'fehlt, dann geht er mit der vollen Taschen und dir bleibt a Loch in der dein'n." Der junge Bauer mochte, wie oft er wollte, in den saueren Apfel beißen, er trug nichts davon als stumpfe Zähne; er begann ernstlich zu sorgen, Schadens wegen,— daß er es für den Spott der Umgegend nicht brauche, das wußte er;— in seiner Not vertraute er sich der Bäuerin an, diese machte zwar große Augen und schüttelte bedenk- lich den Kopf, aber sie war sofort entschlossen, die Sache in die Hand zu nehmen, um den Alten umzustimmen, seit der dahintergekommen, daß sie um den Streich, dem man ihm mit der Wette gespielt, nicht vorher gewußt habe, war sie ihm als Schwiegertochter viel leidlicher geworden. Sali lies von der Stelle zu ihm und sprach auf ihn ein, sie klagte die Verlegenheit ihres Mannes, und da müsse sie nur frei gleich heraussagen, daß der schrecklich leichtfertig gehandelt hätte, weil er sich zugedrängt, wo er doch zuvor wissen konnte, daß er nicht aufkäme, aber der Vater möchte be- denken, daß auch sie mitbetroffen würde und doch an allem Geschehenen nicht die geringste Schuld trage, und wie schad' es um das schöne Anwesen war', und daß der Toni, wenn gleich recht unbefinnt, doch sein Einziger sei,— und so bettelte und schmeichelte sie dem Wien die nötigen Ratschläge und Auskünfte ab. Was dem alten Sternsteinbofer die Zunge löste, war aber nicht etwa«wachender Gerechtigkeitssinn, der sich da- gegen setzt, Unschuldige mit den Schuldigen leiden zu lassen, wer das gedacht hätte, der kannte den Alten schlecht: dessen Jnkonseguenz entfloß keiner so lauteren Quelle, sondern— mit Bedauern sei es gesagt,— einem weiten, übervollen Becken menschlicher Schwachheit. Wohl widersprach eS gan und gar feinem anfänglichen Vorsätze, hübsch beiseite z stehen und ruhig zuzusehen, wie die jungen Leute abwirt-! schatteten, daß er nun dem einen Teile ratend beisprang- und dadurch die Fehler deS anderen ausglich, aber nach wie vor blieb er gegen Toni unfreundlich, dessen Dank und An Näherung er schroff zurückwies; daS hätte dem jury Bauern allerdings nickt schwer aufgelegen, doch als er si- � recht bequem zu machen dachte, und die Bäuerin zu direkten» Anfragen an den Vater veranlaßte, da sagte der:„Ei, dir irrst wohl, das- und das weiß der Toni sicher, er hat mir darüber nichts verlauten lassen." So mußte denn jeders Angelegenheit halber vorab der Bauer seine Not klagen' und eingestehen, daß er nicht auswisse, und dann die Bäuerin ihres Mannes„Uebernehmen" bedauern und Ab- Hilfe erbitten, daS war es, woraus der alte Sternsteinbofer bestand, dieses Demütigen und Betteln schmeichelte seiner Eitelkeit l Allerdings waren die jungen Sternsieinhoserleutt kein« gemeinen Rotfüchse, sondern von einer edleren Gattung,! ejwas blaue, und es kostete sie einige Ueberwindung, sich zw solchen gefügen und schmiegenden Schlichen zu verstehen,-; als sie aber merkten, daß der alte Rabe auf andere Weiss nicht zu bewegen war, den Schnabel aufzusperren und den) Käse fallen zu lassen, ergaben sie sich darein und taten ifyrf seinen Willen, um den ihren durchzusetzen.-''v\ Unter solchen Umständen, alles ihm zukommenden' Rc-' spektes sicher, eilte es dem Atten gar nicht, seine Ausnahmt unter Dach zu bringen, doch als etlva nach einem Jahre auf- dem Sternsteinhof ein Keines zu erwortv« stand, da steß; er sich die Beschleunigung des Baues sehr ange�aen sein/ brachte Stunden auf dem Arbeitsplatze zu und schalt und- eiferte mit den Werkleuten, denn-jobatb das Kind oben ein*j zog, wollte er herunterziehen;„an Kindeepchchrei sänd' est in sein'm Alter mehr kein' Gefallen", sagte er,.> v-(Aortsttzimo folatli: Wt'ön sagen. 5a? Je nolwenbiger ein Produkt ist. um so schneller wird der Preis sich der Geldentwertung an-- passen. Das haben wir ja alle M der Freigcche des Leders ofjen können. Danin aber ist es eine alte Erfahrung, daß 'ine Ware am langsamsten sich der Entwertung des Geldes »paßt, und das ist die Ware Arbeitskraft. Bei der :öare Arbeitskrast ist immer mst einem stärkeren Wider- itand der Unternehmer gegen diese Anpassung zu cchnen. Diese Anpassung muß erkämpft werden, und �ie Kämpfe sind um so schwerer zu führen, je häufiger die Lohnonpassungen nötig sind, denn diese Kämpfe schwächen die Gewerkschaften und machen die Macht der Arbeiterschaft geringer. Wir sehen hier, je weiter die Geld entwertung fortschreitet, um so grötzer ist die Differenz zwischen dem Lohn und der Kaufkraft des Lohnes. Diese verlangsamte An Passung der Löhne an die Preise im Verlauf der Geldent- Wertung ist ein wichtiges Moment für die Erklärung der iebigen wirtschaftlichen Situation. Vrudergrutz m England. Uns wird geschrieben: Ein bekanntes Mitglied der englischen Unabhängigen Arbeiterpartei(Jndependent Labour P-ariy), Herr F Philip Dy son, von der Ovt-z-gruppc Sheffield, der sich zur Zeit in Berlin aufhält, �hat soeben einen Bpief a u�s E�n g�- Die Beftü&n verdienen schon wieder zu viel! Der Deutsch« Beamtenbund sendet der Presse fol- gende Zuschrift: Kaum ist die neue Besoldnngkordnung verabschiedet, da kann e» sich eine ganze Anzahl von Blätter nicht versagen, die Be. völkerung darauf hinzuweisen, datz min die Beamten in Hüll«! und Fülle haben, und sie eigentlich mehr bekommen, als sie er- wartet hatten. DaS ist denn doch eine starke Verlehrung des wirklichen Sachverhalt). Die Beamten haben keinen Zweifel darüber gelassen, daß die ihnen gewährte Besoldung auf keinen Fall dem ent- spricht, waSsienachderLagederwirtschaftlichen Verhältnisse eigentlich erhalten müßten. Die be- willigten Sätze hätten vor einem halben Jahr« viel- leicht ausgereicht, heute sind sie durch die gewaltig gestiegenen Preist der letzte» Monate längst überholt, und es kann gar keine Rede davon sein, daß sie jetzt dem Beamten gestatten, so zu leben, wie eS notwendig wäre. Nach den von Dr. Friedrich L übstorff, dem wissenschaftlichen Hilfsarbeiter de« Statistischen Amtes der Stadt Leipzig, auf Grud der amtlichen Teuerung?. zahlen angestellten Berechnungen ergibt sich, daß die Ausgaben ,für die fünfköpfige Familie von Anfang de) Jahres ISLO bis jotzt von KOI ,48 M. pro Monat auf 780,96 Mi gestiegen find, da« ist als» nm fast SO Prozent. Dabei ist aber zu bemerken, daß eS sich hier nur um die aHernotwendigstenBe- da r f»a r tt kel handelt,- nicht einmal Kleidung, Wäsche und Schuhwerk sind berücksichtigt. Bergleicht man diese Beträge mit dem neuen Einkommen der Beamten, so muß jeder, der vorur- teils lo» di« Dinge betrachtet, zu der lleberzeugung kommen, daß die neue BesokdungSordnnrrg für die Beamten zwar den Zeit. Verhältnissen-iwa« entgegenkommt, daß sie aber trotz der am» scheinend hohen Zahlen, dt« man nun und nimmer mit früheren BesoldungSzistern vergleichen kann, noch lange nicht alle Not am« den Beamtenhäusern verbannen kann. E» wäre gut, wenn die Presse da« endlich berücksichtigen wollte, anstatt durch ganz unangebrachte Bemerkungen die Bevölkerimg in den Glauben zu Versepe», ai« ob die Beamte» jetzt förmlich im Velde schwimmen. Wir ffeben dieser Zuschrift gern Raum und empfehlen dxn Beamten, genau ga beobachten, welche Blätter außer unS die berechtigten Beschwerden ihrer Organisation ab- drucken und welche sie u n t e rd rücke n. Schon daraus werden sie wichtige Schlüsse auf die Haltung der durch die einzelnen Blätter vertretenen politischen Parteieln zu den Forderungen der Beamten ziahen und Erfahrungen sammeln können, die für die Stellung» nähme der Beamten im Wahlkampf ungemein bedeutungsvoll sein wüsten. Prüfung de« Einflusses von Krieg und Revolution auf die Wirtschaft sein. Moses Vergnügen könnte man dem Verfasser und feinen Lesern noch gönnen. Gsfährlich wird er eben, indem er praktische Vorschläge zur Förderung des Wiederaufbaues macht. Da die militärische Dienstpflicht nicht mehr existiert, der deutsche Arbeiter aber nach Ansicht dieser Leute doch irgend- � H I|____|__.... wie„dienen" muß, fordert der Mann eine allgemeine m"�d«utfM� �se zeigt, wie die durch wirtschaftliche Dienstpflicht für alle Betriebe tcr, � raefchaffene SHttcrteii in der Atbetierbevatfemn-g nun- Handaübeit. Jeder Mann soll zwischen dem SO. und 30. LebcnS- i ein.n@eijt der Freundschaft und des jähr ein Jahr praktisch m einem„lebenswichtigen Betriebe",(g j � � � S g e i u h i S mit dem deutschen Volke arbeiten. Herr Kleefeld scheint sich also so etwas. wie eine! A Der Brief e-thätt ein« Entschließung, die gigantische„Technische Nothilfe" auf Grund allgemeiner Dienst-'�i/ freundschaftlichsten Gefi.hle für Deutschland ausspricht und Pflicht vorzustellen. Ferner schlägt der Mann die Ersetzung deS i � Rai der G-ewerkichasten und Arbeiter von Sheffield Achtstundentages durch den neunstündigen Maximal», and Labaur Csunciil), bcswhe-nd arus 150 Dslegievten, die arbeit« tag vor.! zwischen 80- und 100 000 britischer Gewerkschaftler, Sozialisten Dagegen zu polemisieren lohnt nicht. Bemerk.-nZw.-rt ist Mitglieder der Arbeitvrpartsien vertreten, mit nur einer jedoch, daß da?„Berliner Tageblatt" das Buch bespricht und es oblohnenden Stimme angenommen wurde. Ilm sich die Bedou- cshtie«Ich Vresse. Zu der am Sonnabenb abend veröffentlichten Kund- Hebung der Vereinigung der Deutschen Arbeit geberverbände gegen jede weitere Lohn und Gehaltserhöhung liefert ein Artikel, den der rechtssozi»lisftjche Abgeordnete H u 6 im„Bochumer Volks» blatt" veröffentlicht, eine hübsche Illustration. Hu6 weist nach, daß der in den Preisen der Kohle snftialtene Lohn- anteil feft 1919 nicht gestiegen, sondern auf 47 auf 44 v. H. gefallen ist. Er schreibt dann weiter: „Ersta-unlich ist, daß AerkSu»g»ne sich über die wiederholten Lohns« rd«rmv;*n nefthoiiUn, obgleich doch diesen ZeitumHen be. kannt sein muh, daß führende Bergwerlsbesitzer fti Besprechumgen mit dem lWrtschaftSminist«»iuen im Beifeim von Nvbeitervertretern e-rftüirt haben, bi« Löhne seien noch zu niedrig I Da wind auf nnfooe schlecht« Valuta verwiesen und hingedrängt aus eine Eehöhung der Preis« i,n AnSmaß de» Gelowe rtverhältnisseS. T«ch eine solche PioiSerhöhung un» nicht retten kann, ist klag, aber wie kommen' die WerkSorgane dazu. über„hohe iverg«,belteAöhne" zu klagen, ihnen die Schuld an der Kohlenverteuerung zu geben, während nachweislich Führer der Bergwerksbeisitzer die Sltbciier Vertreter formtichauf. muntern, höhere Löhne zu fordern, worauf mitürlich prompt auch die.Kohlen Preiserhöhung gefordert wird?" Tatsächlich sind seit der letzten Preiserhöhung die Kohlenpreise um mchr als 20 Mark pro Tonne heraufgesetzt worden, während die Lohnerhöhung für die Tonne nur etwa l> Mark betrug. Aber so war ja die Praxis nicht nur der Unternehmer im Kohlenbergbau: Man reizte die Arbeiter an. höhere Löhne zu fordern, um dann die unVerhältnis- mäßig hochgesetzten Preise mit dem Hinweis aus die Bezehr- lichkeit der Proletarier rechtfertigen zu können. Vielleicht machen sich aber Herr Hu« und seine Freunde an diesem Beispiel auch einmal den Wertder Arbeitsgemei s cho f t en klar, in denen sich die Arbeiberdortreter mehr a einmal von den Unternehmern zu diesem frivolen Spiel, bei dem sie zuletzt die Dummen geblieben sind, haben ver- leiten lassen. Eto reaklionöres W rtfchgflsprogwwm. Die flinken Federn der Mehrheit der deutschen Intel» kektuellen standen jederzeit dem Kapital und seinen Aus» SeutungSinter-cssen völlig zur Verfügung. Die Zahl der Schriften, in denen sie dem rohen Profittegehren des Unternehmertum? ein verlockendes ideologisches Mäntelchen schmiedeten oder di« Tatsachen de» Wirtschaftsleben« soweit zurechtbogen, daß sie der Verherrlichung deS Kap-italiömu» dienen konnten, ist 'ftgimt. Kammerpräsident Kleefeld bat sie nun wiederum um eine vermehrt, die„Die Volkswirtschaft des deutschen Wieder» aufbaueS' heißt. Die Schrift soll eine Unterbuhuna der Lage Und.Entwicklung deS deutschen Wirtschaftslebens und eine fe-inen Lesern als eine großangelegte Analyse der Wirtschaft?- Verhältnisse empfiehlt, die dem Leser einen„tiefen Einblick in den derzeitigen Stand der deutschen Wirtschaft gewährt." Da« ist ein neue? Symvtom für den in allen wirtschaftlichen nnd sozialen Fragen ckbsolut reaktionären Eharakter diese« Blatte«, den wir oft gekennzeichnet haben und der ein nur zu gutes Spiegelbild der Haltung der demokratischen Partei auf. diesen Gebieten ist. Mögen sich dis Arbeiter und Angestel.ten auch das zum 6. Juni merken. Krists in der psölMen Schuhivdusirie. T. U. Pirmasens. 24. Mai. Infolge der trostlosen Lage der Pirmasenser Schuhindustrie hat sich die Zahl der beschSsttgunMssen Schuhardeiter auf rund 3 0 00 0 erhöht. Mehrere große©chuhftrfnüken find gezwungen, ihre SchuPageribeständL, die einen Mllionenwert darstellen, zu stark ermäßigten Preisen zu versteigern oder zu verkaufen. Die Krise der Schuhindustrie wirkt auch auf den Geschäftsgang der übrigen Betriebe äußerst ungünstig ein. Ebenso wurde in sämtlichen Fabriken der Zweibrücke» ner Schuhindustrie der Arbeiterschaft mit Istäg'ger Frist gekündigt. In mehreren Großbetrieben wurde bereits zu teilweisen Arbeiter« nttassungen geschritten. 3Me gegenwärtige Krise ist eine der stärksten, die jemals in der pfälzischen Schuh- mdustrie zu verzeichnen war. Znlernaflotiale SMsrUal. Nachstehend geben wir das Manifest des eng- fischen Komitee«„Händewegdon Rußland", über dessen Solidaritätsaktion wir in Nr. 130 kurz berichtete»,»ach„Daily Herold" vom 20. Mai wieberz A««uli« organisiert«,�«rvetter«ngkand«. 5. 6. a. 10. Im November 1917 warft« die Arbeiter Rußland? da» Joch des Zarismus«nd Kapitalismus vo« sich ab. 2. Seit dieser Zeit haben sie unzählige Bedrückungen bei der Verteidigung ihre» Ideal» eine» sozialistische» Staate»«r- - litten. i. Die Alliierten haben auf allen Fr-utvn Krieg gegen sie gefllhrt «nd hatten noch«ine schändliche, ungesetzliche Blockade über st« aufrecht, die Hunger, Entbehrungen und selbst den Tod über unzählig« wpstsche Arbeiter und ihr» Familien bringt. 4. Die Haltung der Alliierten im allgemeinen und di« Englands im besonderen, da» die russischen Gegenrevolutionäre mit Waffen, Gest», Material und Militär-Missionen sowie mit politischer Sympathie unterstützt hat, ist da» größte Per- brechen gegen die Demokratie, da» die Weltgeschichte gesehen hat. i Trotz aller dieser Schwierigkeiten haben sich die russischen Ar- beider und Bauern durchgesetzt. General Judeniffch und Denikin find schmählich au« Rußland h mau« getrieben worden. Die Drahtpuppe der englischen Re- gierung, Admiral Koltschak, ist mit seinen Heeren vernichtet. 7. Weiche andere europäische Regierung hätte sich so lange»nter so großen- Schwierigikiten am Leben halten können, wenn sie nicht den Willen d« Mehrheit de« Volke» hinter sich hätte? 8. Die Bolschewiti sind durch eine schmutzige Lügenkampagne m fast jeder europäischen Zotumg bcrfewmfcet worden. Dies« ErMtnngen sind jedoch von jedem unabhängige» Besucher Rußlands widerlegt worden. All die Avscheulichteiten und Pogrome, die unter der Führung der gegftnrevoluttonären Generale begangen Word«» sind, lassen selbst da? geringfügig erscheine«, was Bosheit der Sowjeftogisrung zur Last gelegt hat. Die alliierten Regierungen intrigieren weiter gegen die Ar- heiter van Sowjet- Rutziand. So falgte z. B. auf Lord Enrzon? Elp pell an die Bobstb-wiki, die FetHdsÄigkettan einzustellau und die Unverletzlichkeit der Krim zu garantieren, um weite» rcS Bluwergießen zu vermeid««, sofort die Offensive der Ja» paner in Sibirien, General Akrangsis in der Krim und Polens gegen Kiew. Der japanische Vertreter in Sibirien, Matsudaira, verriet die wahre Bedäutung dieser Offensiven, mde-m er der Oeffentstchleit«rittestte, daß Japan kaineSondcr- altion-unternehme, sondern daß ihre Positi? die Billigung der Alliierten gesunde« Hütts. Das ist allen Arbeitern der Welt ein Zeichen, daß man keiwcr Erklärung eines alliierten Diplomaten trauen kann. 11. Die Beispiel« des Weißen Terror? in Finnland, Deutschlanb und Ungarn zeigen, daß hunderte und tausende von russischen Arbeitern niedergemetzelt würden, wenn die Gegenrevolution siegen würde. IL. Die trostlose allgemeine ökonomische Lage verlangt gebiete- rtsch sofortigen Frieden zwischen den beiden Hälften Europa». Die rasch wachsenden Kosten des Lebensunterhalts sind eine direkte Folge des Krieges gegen das revolutionäre Rußland Die Gebiete von Kiew, über die jetzt die Wogen des Kriege« gehen, sind eine der größten und produktivsten Zuckerböden Europa». 13. Nach dem allgemeinem, Elend, da» der Krieg-ftft 1914 ver- ursacht hat, solle die Kraft dieser Millftme-n, die jetzt zerstören, endlich der produktiven Arbeit gewidmet werden. 14. Di« Negierung hat da» Parlament über Rußland belogen, gebt acht, daß sie euch nicht auch zum Narren hält. IL. Di« Sinnfeiner wuvde-.i durch«neu Streik befreit, ein Streik erhöhte den Lohn der Eisenbahner; die Regierung fürchtet allein den Streik. IL. Die Unterzeichneten rufen euch auf, das Parlamentgrffche Komitee des viewerkschafistongresseS und des Exeeutivkoiiiitee der Labour Party zu ersuchen, sofort eine Nationaltonferenz einzuberufen, nm emen 24stitnd,gen Generalstreik zu ertlä- ren und den Frieden mit Ruhland zu erzwingen. Der Ausruf ist von LS Parier, und Getoerkschaftsführern unterzeichnet. Äorunter Lanöbary, To«'. Manu, Maioue und Wedgwood. tung dieser Entschließung klarzumachen, muß man sich vergegen- wärtiflerr, daß Sheffield das Essen von England ist. Während de«.KriegSs war eS ein w>ch-tig..>ß Zentrum für die Herstellung von Munition und die nMtaristische und deutschfeindliche Sftm- mung war gerade dort natu vg« maß sehr stark. Der St im» munaAuinschtvung 0m evv&ti feieren Ort tfi bapet augßtft bedeutsam. Ter Schriftffchver deS Kongresse» der Gewerkschaften und Aribeiter sagt in drese-m Briest ,FSenn man üborleot, welch ein Schicksal«ine solche Ent- schließung noch vor etwa S Jahre» gehabt hätte, so ist e» ganz deutlich, daß die Bitterkeit, dt« d-mal» v»rh«rrfchte, jetzt v»lli, ausgelöscht ist und daß die Arbeiter der ehewal» semdlichen Länder zu begreifen beginnen, daß ß« die willige» Werkzeuge eines imperialistischen»api«ali,mu» waren." Die Sntschkießuna, die der Kongreß der Gewerkschaften und „■Arbeitet von Shefft-rld den Arbeiter» von Deuischiond zu über- mftteln»vü-nfcht, lautet: „Brüderstche Grütze an die«rbetter t« Deutschland! Die hiesige Betfairnnlang des Rate« der Gewerkschaften und Arbeiter von Sheffield, der die»rganistert» Arbeiterschaft von Stadt und Distoikt Sbeffiftd»ertettt, wünscht durch den Ge- nossen Dyson den Arbeitern in Berlin und andere» Teile» Dentfchlands die brüderlich«««»M» de» Aftelte» Sheffield? zu entsende«. In warmer Anteilnahme a» dem Kampfe der deutschen Ar- better. die furchtbaren Folg«» de« Kriege« und eine« grausam ausbeutenden KapttafiSmu» m überwinde» und In Erlen ntnl» der noch vorhandene» Hemmungen»nd Schwieri»kette», die tbnea au« den Pläne« aine« reaktionären Milttarid«»« erwachse», wünsche» wir unfern Genosse«, de» Arbeiter» in Deutfchlaud, ,» versichern, daß die Arbeiter bei un» dar den»leichen Probleme« und Schwierigkeite» stehe«»nd daß tncher ein ,«««l«s«««I» Band de» Interesse»»ad der«tzmpethi» st« m« ehne» vorbindet«nd Ausdruck M finden sucht i«»««es»- samem Strebe« und einem S» l td a» i t St»ge s ü h s »wische« de»«rdettrr» beider Lände»»nd edenft all« anderes Völker. Arbeiter aller Zünder vereiatgt Euchk' gez.: ll. H. Nille� ivchaistführer. Kimögebung aus Moskau. Der Zentralleitung ans«« Partei ging«ui Moskau folgende Kundgebung zu: An de» Vorstand der UnavhS-ngrgon Sozi aBemcckva tischen, «startet Deutschland»! I-, An dem glänzenden Sieg de« deutschen PrÄetaviatS über Aett frechen Versuch eine»«akbionären Staatsstreiche»«ftstckt di« soz ialdemobvatffche Partei Rußland»(Menschewiki) eine neue Etappe im der austtoigende« Entwicklung der glorreichen umbesieg- baren deutscheu Retuchutton. Di« Sozialdemokratie Rußlattds fft fest davon überzeugt, der gemminsawe Sieg aller deutschen Ar» better, vereinigt aus den Boden de»«volufionären KlasseNlampftS, dem deutsche« Proletariat, d« nötige Kraft geben wird,«a alle Macht in some Hände gm übernehme«»nd de» SozialliSmu» zu verwirklichen. ES lebe di« deutsche, tt leibe die internationale, sozialistische Staolutioitl Für da» Zentralkomtt«: K. Abramotvitsch H. Tschereloaulg, Li Marlow. Mir da? Moskauer Komitee! A. Jugoto. O. Domanewskaja, St Malkin. Für die sosialdemoloatffche Fraktion des Moskauer ArbeiterratS.: Tb. Dahn. A. PleSkoff. A. Trojauowski.> MoSlau, 24. Marz 19«. Diese-Kandgobu-ng wurde, tone Saö Datum anstvoist» vNsttßk zu emwr Hott, als die ensten Rochoichte» Aber de» entschlossenen Kanipft deutschon Proletariats«ach Rußland gelangt waren. Die Hoffnung der Köchnmschoften, tzon denen di« Kundgebung auö- gsht, hat sich wicht erßüllt. Aber-che« Gofüllung ist nur eine Frage der Zeit. DaS«ff dem Bode» des rovolutionär«, Klassenkampfes stehend« Proletariat wird die Erofonrng der pe« tischen Gewalt erforderliche Kraft auhbmwzen und trotz der bewaffneten med mu bewaffneten Realtwn, den Sozialismus durchführe, Die HeffMheffer der AeaMo«. Alt einem Akt, der weit Über da» Land Baden hinaus Auf» merkfauckeit verdient, gestoltete sich da» Borgehen der Regierung gegen den vom Zentrum»erfolgten Hauptlehrer Kunz in einem Vororte Freiburgö. Diese» ftichrende MitgNed der Kommunisti- chen Partei lehnte auf Grund der Verfassu-ng die Erteilung de» katholischen Religionsunterrichtes ab. Da» llntcrrichtS-ministe- rium ordnete die Versetzung de« Lehrers an und fettete dann eine Disziplinaruntersuchung gegen ihn ein, weil er in den Tagen des Kapp-PutschH vom Schtttdienfte fernblieb, nachdem er-auch vorher schon«inen efteilten Urlaub zur Mhaltung lommunistis-cher Versammlungen benutzt hatte. Am LS. März erfolgte die Dienstenthebung de» Haupt- lehrers Kunz, obwohl der Freiburger regienlngSftzialistisch- LandtagSabgeordnetc Königsberger dem NnterrichlSmi-niste rium mitteilte, er habe den Kunz zur Anweftnhert wä!t--n» de: Puffchtago in Krribuvg auigefovdcft, üm sich semeS großen Ein flusseS innerhalb der dortigen Arbeiterschaft zur«uftcchterha tung von Ruhe und Oednung zu bedienen.— Noch langen A griffen in-der deutschnvtionalen und ZentrumSpress« ist nun dr Fall„Kunz" auch im HaupiauSschuß de» badische � Landtage? zur Verhandlung gckom-men. Der Unterrichte- minister Pvofessor Hummel(Demokrat) fand mit seiner Ver urte'.lung der Tat des Kommu-nnten Kunz und dessen regierung! sozialistischen Protektors die Zustimmung aller Vertrete: de: bürgerlichen Parteien. Der Minister wie? Königs-bcrgerS Auf. fassung. daß man am IS. Mäch beim amtlichen General st reit auch die Schulen hätte schließe» müssen, scharf zurück Mit Zustimmung aller bürgerlichen Parteien bleibt eS also bei de. Maßregelung eines Lehrer», der wahrend der Puffchwge der Unterricht versäumte, um sich selbst mit Leib und Leben gegen di- Reaktionare einzusetzen zum Schutze oer Versaffungl Und gejchiehi tm Lande der l««sten Demokratie der Weit itatu einem «chtssaz�lffttsch.» Präsidenten� Zum Friseurgehilfenstreik. Partei, und Gewertschaftsgenossen!» dte Regelung der Lohn» und TrdeitZverMtniss« mst der grwerd- schastlichen Interessenvertretung vorzunehmen. Solange sie da? nicht tut, mutz sie sich.auf solche Ueberraschungen vorbcmleil. Demonstration der Postboten. Am ziveiten Feiertag protestierten mehrere Tausend Post« boten und Postillone im Wakhallathecrier gegen die neue Besol Fuße war. Sie muhten sich jedoch überzeugm, vah In der haftungÄiste der Name G. nrit einer roten Segnatur ver,«h« nmr, die bedeutet, daß G. nicht auf freien Futz zu setzen ist, und eZ dauerte trotz aller Bemühungen noch acht Tage, bis G. entlassen wurde. Hoffentlich wenden sich die Parteigenossen des®. sin Beispiel daran nehmen, wie m«inem Staatswesen, das durch starren rechtssoziorttsiiifchen Einschlag geleite t wird, die eigenen Partei- ttnleritrrtit Ho«i-HforrS.« 5 V' ,.,1 V m 1 dungSreform, die ihre Wnnlche ganz unberüchichdigt gelassen hat. genossen drakoniichen Urtsilen zum Opfer fallen. �.�"enden Fr.seurgehilfen und Gehilfinnen Das am gü. 4. beschlossene Äesetz bringt sogar in einzelnen Fälle-"" ; r Tnicm�r nixv di< fliegenden Rasier- und eine direkte Verschlechterung für vre nicht pUvmnä&ig Angestellten. ��W�W�WWWWWWM Innner teurer wird das Bier. P-n i f i<(*'*' flv'—' cmc vivciix»wfcfuj'i.vuya'ci.uiuj yuc v-re NI�l �«üiuiudwö«4 nycucu'tcii. 5 y 1 1 1 c r jxu c c n für Damen und Hrrren besucht. Genossen.� In der Versammlung kam es zu scharfen Auseinandersetzungen,? Einem nachträglichen Antrag der Gastwirtsverbanve um � � Nchevt unseren Sieg im Kampfe um unsere» tseil die PoslHot�n glcnrben, da's sie in der Leitung deS Äeichs- Heraufsetzung des s. Z. bekanntgegebenen Äusschamkp reifes für s vevbcmdes der Post, und Telsgraphcnboamten»ich ihver Zahl Tinfachbier von 2,80 M. pro Lüer auf 3 M. hat die Preis« gerechten Forderungen. Wir wollen arbeiten, damit wir den Kampf ge Winnen. Laßt Euch n u r da beddenen, wo d.e gelben Plntate '»r Zentralstreikleitnng aushängen. Alleanderen Betrieb« onnen als nicht geregelt betrachtet werden. Da m den Betneben ständig 6— tSV Kollege» beschäftigt sind. '* �5 Abfertigung garantiert. Die Bedienung wird von nur erstklassigen Arbeitern hy gi». n-sch und sauber ausgeführt. Unterstützt miS! Nebt Solidarität! Di« Zentralstreikleitung. Zobel. Schuler. Matuschke. Schwanz. PrSschke. ,* Atn 2. Psingstfeiertag vormittag versammelten sich die strei» tenhcn Friseurgehilfen und Gehilfinnen in der Bötzow-Brauerei um Stellung zu nehmen zu der Antwort der Arbeitgeber. Der Referent Matuschke, von der Zenlralstreikleiwng, teilt der Per» lammlung unter stürmischen Gelächter die 3 Punkte als Antwort der Arbeitgeber mit und brachte in schärfster Weise zum Aus- , druck, dag es nichts anderes geben kann, dieselben abzulehnen und den Streik fo-izusstzpn. Die fliegenden B«. mebe— hie Hauptwaffe der Bewegung dürfen nicht aus der Hand � gegeben werden, sondern sie müss«, später al» Genossenschaftsbetriebe ausgebaut werden. Der Dezernent, Herr Dr. Goldschmidt vom ReichSarbeitsministerium hat sich letzt direkt an den Jnteresjenverband gewandt und eine«ndgiltige Erklärung über die Bereitwilligkeit der Verhandlung verlangt. Der Wille der Versammlung kam m folgender einstimmig an» genommenen Resolution zum Ausdruck:„Die am 2. Feiertag in der Bötzow Brauerei versammelten streikenden Friseurgehilfen, sind nach wie vor zu Verhandlungen bereit, lehnen jedoch ent- schieden die Zumutung des Jnteressantiarbandes ab, zuvor den Streik zu beenden und ihre.Fliegenden Resier- und Frisierstuben" einzustellen. Die Versammelten erklaren, alles daran zu fetzen, durch Wetterführung des Streiks und des Betriebes dar„Flie- genden" die Bewegung zu einem guten Ende zu führen." Die Beteiligung an dem Streik ist nach wie vor eine gute. Eine Anzahl von Kollegen, die sich von den Arbeitgebern irre» führen ließen, die Arbeit wieder aufzunehmen, sind wieder in den Streik getreten, da sie später kein Anrecht am Tarifvertrage haben. Ein großer Teil der Arbeitgeber läuft der Streikleitung da» Haus ein und haben die Absich, ein« öffenliche Versamtmlung einzuberufen, da sie in den Versammlungen unter der Leitung de? Jntercssenverdaiides nicht zu-Worte kommen. In den nach sten Tagen wird eine Entscheidung von dem Reichsarbeitsmmi kierium kommen. Zum Bmnenschifferstreik. Am 2l. und 22. Mai tagte in Berlin ein Kongreß der Krivatschiffer, TampflchtrfSbesitzer und Schiffsmannschaften um 'tellung zum Streik zu mehmen. Nach eingehenden Grörte- mgen wuvde beschlossen an das ReichSveriehrsnunisterium und :'s ReichSarbeitsministeriuin heranzutreten mit der Forderung, in Schiedsgericht einzusetzen, um die Forderungen der Privat» sthiffer, Dampft'chiffebcsitzer und der Schiffsmannschaften zu prüfen und einen Schiedsspruch zu fällen. Der Kg-Ngreß erklärte sich diesem Schiedsspruch dann zu unterwerfen. Wie falsch die Behauptung isi, daß der Streik ein syndika- listischer ist oder eine Machtprobe de» Verbandes der Binnenschiffer darstellt geht aus der TeilnehmerTiste hervor. Die Regierung hat es in der Hand, den Streik in kürzester Zeit zu beenden, zum mindestens sollte sie den Bertretern der Korporationen und Verbände endlich einmal Gelegenheit geben, ihre Forderungen auch mündlich zu begründen. E» wäre endlich an der Zeit, daß die Regierung in diesen nun über vier Wochen andauernden Kampf, der täglich schwsrer auf die Industrie wirkt, eingreifen würde. Streit bei der Kohlenfirma Gustav Schmidt jun. Der Deutsch« Transpovtarbeiterverband teilt mit: Der Kohlen. Händler G u st a v Schmidt jun., der auf drei Plätzen, 1. Holz- marktftraße, 2. Görlitzer Babnhof und 3. Kiefhotzstraße, seinen Handel betreibt, entzieht sich sortgesetzt der Vervfiiästung, tarif. mäßige Löhne zu zahle» und die vereinbarten Arbeitsbedingungen inne zu halten. Beschlüsse seiner Organisation deS Verbandes Berliner Kohlcn-GroMndlcr, gehen.ihm" nichts an; er macht, was er will. Wegen Nichtinnehaltung des Tarifvertrages und der Nicht- aussiihrung eine» Beschlusses seiner Organisation, der dahin geht, oen Arbeitern und Kutscherri ii�r Generalstreiktage zu vergüten, ist es deshalb zur Arbeitseinstellung gekommen. Auf allen Plätzen dieser Firma ruht die Arbeit. Feder, >er für dies« Firma«ine Arbeit verrichtet, die sonst von den Streikenden geleistet worden ist, begeht Streikbruchl II Vor Zuzug nach der.kappfteundlichen Firma Gustav Schmidt jr." wird deshalb dringend gewarml entsprechend devtrsten seien und daß darum ihr« Interessen nicht � Prüfungsstelle unter Zustimmung der Bevbrauchervertreter statt- _______ �. f- 4�..,_s,____ rr-n....... t v_______- t____ ot\-------• KP!_.. c--. c.« i.' n<• m. ci... I Z Kl � 07 i» vi f v» v* IT* m i» vi nr* genügend gewahrt werden. Es wurde darum eine Kommission gowählt, welche die Forderungen der Diätar« formulieren und gemömsam mit dem Zentralvorstand bei den in Betracht kom» Menden Körperschaften durchsetzen soll. Durch Beschluß wurde Gen. Zachert«18 Pertreter der U. S. P. d«s Wort gegeben, der darlegte, wie sehr die Lage der Arbeiter von den politischen Ber« hältlujsen abhängig ist und daß darum der Standpunkt, daß Politik nicht in di« Gewerkschaft getragen werden darf, als Ver- alter beseitigt werden muß. Nach der Versammlung formierte sich ein großer Demonstrationszug, der in den feiertäglichen Straßen sehr eindrucksvoll wirkte. | Grsß-Serlin. Bsgirtsorsanisafion Berlin-Stadk. Zu der am Donnerstag, den 27. d. M. stattfindenden Flug- blattverbrejtung sind die Flugblätter von den einzelnen Distrikten heute nachmittag an bezeichneten Stellen abzuholen: 1. u. S. Distritt v. Sped. Krüger, Wassertorstraße. Die Differenz bei der Spree— Havel-Dampfichiffahrt- Gesellschaft„Stern". Wie uns mftgeteilt wird, ist«s in letzter Stunde gelungen, iive provisorische Berständigung zu erzielen, die Direktion hat sich am Sonntag morgen bereii erklärt, mit dem Verband der Binnenschiffer am Donnerstag über die Neuregelung der Lohnoer- bältnisse zu verhandeln. Darauf ist der ganze Betrieb frei- gegeben. Die Firma hat an uns«in länccres Schreiben gerichtet, in »em sie sich gegen die Notiz wendet, die wir gebracht haben. Die Firma behauptet, daß bi« auf«inen Heizet alle Angestellten zufrieden seien. Wenn sie diese Mitteilung von ihren Leuten gat, dann haben diese der Firma eben andere Mitteilungen als dem Verband per Binnenschiffer gemacht. D»nn hat die Firma den- Bertrag im März den Mann« fchaften aufgezwungen, denn jeder, der diesen Vertrag nichi unter. zeichnen wollte, wurde gekündigt, die Entschuldigung, daß der Ber- band der Binnenschiffer nicht gesetzlich anerkannt ist und daß deshalb die Firma mit ihm keinen Vertrag abgeschlossen hat. est vollkommen hinfällig, denn die Firma halte doch im Vorjahre einen Bertrag mit dem Verbände abgeschlossen, allerdings auch erst, nachdem mit einer Arbeitseinstellung gelroht war. Die Firma bestreitet, daß sie niedrig« Löhne zahlt. Aber lvo bis LA) Mark bei unbeschränkter Arbeitszeit, daß find doch Lohnsätze, wie sie so leicht nirgends zu finden sind, selbst en der Tchi'fahrt nicht. Di« Firma geht aber nicht auf den Einwand n. daß sie ArbeiterauSschußmitgiieder entlassen hat; sie hat ja -.in auf Grund deS Vorgehens des Verbandes«in ArbeiterauS« Mitglied, daß 17 Jahre dort beschäftigt war, wieder ein» llt. Die ganze Aufregung während der Pfmgsttage wäre nicht .mg gewesen, mn die Firma sich endlich daran«ttWneu würde. Polizeipräsident zur Disposition wieder Polizeipräsident zum Dienst. Herr Eugen Ernst ist wieder Polizeipräsident; er soll diesen Posten aber in Breslau ausüben; in Berlin hat er während der Kapptag« eine sehr bedenkliche Rolle gespielt. Er wollte doch zu gern seinen Posten beholien und stellte sich während der Kappiage.im Jntvresse des Vaterlandes" in den Dienst der öffentlichen Ruhe und Sicherheit- Das war selber seinen Partei» genossen zu starker Tabak und so wurde«r nicht zart angefaßt. Natürlich suchte sich Ernst aus der fatalen Situat on herauszu- wickeln so gut es ging, an der Tatsache selber, daß er kappbereit gewesen ist, während die Arbeiter, Angestelll�n und Beamten in seltener Einmütigkeit der Kappregierung die Fehde ansagten, ist durch noch so gerissene Rederei /icht das Mindeste zu ändern. Jetzt, nachdem eine Zeit hingegangen ist, will man Herrn Ernst anderweitig im Jnteresse des Staates verwenden, er soll nach Breslau gehen. Kutschen BerAn und B.eSIau bestehen rege Beziehungen. AIS Herr v. Jagow, der frühere Berliner Polizeipräsident, sich in Berlin unmöglich gemacht hatte, wurde er nach Breilau ab» geschoben in«in höheres StaatSamt. Umgekehrt lam der Boi» gänger Ernste, Herr von Oppen aus Breslau nach Berlin- Fetzt geht Ernst in den frühern Wirkungskreis des Herrn von Oppen- Er hat sich am Sonnabend von den Beamten verabschiedet und ihnen gedankt für die Pflichttreue und für loyales Ver- hätten. Die Beamten haben Herrn Ernst ein gute» Zeugnis ausgestellt für das ausgezeichnete Verhältnis, das zwischen Ernst und den Beamten bestanden habe. Sein« Genossen hat Ernst anscheinend wieder eingewickelt. Fn feinen.Mittcklunaen" gibt der Bezirksverband Groh-Berlin der sozialdemokratischen Partei folgende Erklärung ab:„Der Bezirks- der sozialistischen Partei folgende Erklärung ab:.Ter Bezirk!- vorstand hat sich mit den Angriffen beschäftigt, die anläßlich des Ausscheidens t>«S Genossen Engen Ernst au» seinem Amte«Is Pottzeipräsident gegen ihn erhoben worden sind. SS wurde dabei festgestellt, daß der Vorwurf, er habe sich der Käpp-Regierung zur Berfügiing.gestellt, vollkommen unwahr ist. Die gegen seine Amtsführung gerichteten sachlichen Etfiloendungcn berühren sein« persönliche und Partei gonössische Ehre in keiner Weis«. Ein Pflaster für den neuen BreSlauer Polizeipräfidenten. Ob allerdings weite Kreise seiner eigenen Genoffen so denken, wie der BogiriSvorstand, ist eine andere Frage. Herr Franz Krüger hat ja solche Vertrauensvoten auch für Nosk« fertig bekommen. Heute will«S niemand gewesen sein. Drakonische Urteile anläßlich des Generalstreiks vom 13. März auch in Berlin. Bar dem Schöffengericht Berlin- Tempelhof war der Bau- arbeiter Günter wegen LandfridenSbruch«ngeklagt. Nach der Anklageschrift soll G. am IS. März IVA nach Auf. ruf der Regierung zum Generalstreik einen Brauerwagen und«inen Heuwagen angehalten und letzteren umyestoßon haben. Der Angeklagte bestreitet die ihm zur Last gelegte Anklage. En» Zeuge Weinberg(nach Anficht des Staatsanwaltes macht derselbe«inen sehr guten Eindruck) erklärt mit Bestimmtheit, den Angeklagten wiederzuerkennen, der die Pferde ausgespannt und den Wagen mit noch mehreren Per- fönen umgestoßen hat.'E'ne andere.Zeugin(Zeugin der Staats- anwaltschaft) konnte trotz aller Ermahnung nicht sagen, ab der Angeklagte dabei war. Trotz dieser widersprechenden ZeugenanS- sagen beantragte der Staatsanwalt gegen den Angeklagten eine Gefängnisstraf« von vier Monaten. Der Verteidiger des Ange- klagten, Rechtsanwalt Zöllner, versuchte in einer sehr gut auSze- legten Rede den Gerichtshof zu iilberzeiigen, daß vom einer gewalttätigen Handlung nicht die Rede farn kann, da erstens die Auf- fvrdening zum Generalstreik von der Regierung gegeben war und das weiter kein Beweis erbracht wurde, daß der Ange- klagt« am Uanswß deS Heiiwagens beteiligt war. Trotz alledem lautet« das Urteil des Gerichtshofes auf drei Monate Gefängnis. Es verlohnt sich, eine Mitterlung über den Gang der Ver- Haftung zu machen. Alt G. auf der SicherheitSwach« in der Frieieiistraße eingeliefert wurde und«r darum Hhat, daß man ihn mit Rücksicht auf seine alt« Mutter freilassen möchte, wurde!hm von den anwesenden SicherheitSbeamten erklärt:„Daß Sie hinter schwed-ifchen Gardinen sitzen, ist Ihre eigene Schuld, Ihre alte Mutter mag ruhig an den Hungerpoten saugen." Außerdem war bekannt, daß auf der betreffenden Wach« mehrere der eingeliefer- ton Verhafteten mißhandelt wurden und daß e« der Angeklagt« G. nur seinem Glück zuschreiben kann, daß er durch da» Da- sschenlchreiten der SicherheitSwehr von dieser Wache nach dem olizeipräfidium gebrocht wurde. Ä. war Parieigemiff« der D. und leine Par»«ig«nossen, die sich um iihn bemühten, xttn sich, daß G. trotz«mttaftungSverfiigung nicht auf freöem gegeben, so daß die höchstzuläftigen Ausschankprerse nunmehr für Gruppe I 3 M. pro Liter, Gruppe II 4 M. pro Liter, Gruppe III 5 M. pro Liter betragen. Der Bierkonfum hat schon sehr abgenommen und wird mit steigenden Preisen weiter abnehmen, zumal(t ohnehin nichts mehr taugt. Borsicht! Spitzel! Aufpassen in Bersammlungen! Im neu« esten Heft der„F r e i e n W e I t", der 4. Wahlimmmer, finden wir die Veröffentlichung einer Gruppenaufnahme von lö Reichswehr» spitzoln. Wir machen«s allen Funktionären zur Pflicht, sich das Bild genau anzusehen und sich die Gesichter einzuprägen, die Betreffenden, falls sie in Versammlungen provokatorisch austreten sollten, erkannt und abgefertigt werden können. Sprechstunde für Etternb»Ir«»mit»Ii«der. Für die Angelegen- heften der GLaeiibsieate der U. S. P. D. ist lim dem Bureau des Bezirts Verbandes Bevssn-Bra-nkendurg, O. 27, Schickte rstr. 6/6, Hot 2 Tr.,«inst Zentral stell« eingerichtet. Di« Genossen, die den Elternbeiräten angohören, werden gebeten, Anfragen und RÄtteklungsn zu dieser Zentrale gelangen zu lassen. Wöchentlich werden dort im Bibliothoszimmer Sprechstunden für Elternbeirats- Mitglieder abgcchalten, und zwar Montags von 4—6 Uhr. Folgende Genossen smd in d!«frr Dpvcchstunde cmwew'd. Studienassessor Lernte, Wilmersdorf, DetzmoDder Straße 67; Lehrer Sdeinticke, Neukölln, Elb-ftwaße 82; Lehrer Mentz, Niederschönhausen, Blanlem burger Straße 78(Fernruf: Pankow 736). Di« genannten Gc nvssen sind mich j" schriftlicher Auskunft bereit bei Einsendung d« Rückportos- Die Sprechstunden beginnen am Montag, den 31. Mai. Sprachschule für Proletarier. Nm 1. Funk beginnen neu« Anfänger kuse(Nachmittagsunterricht) in englisch und französisch fürKinderbis zu 14Fahren. Anmeldung bis Freitag, den 26. Mai, täglich von S— 1 Uhr mittag», in Zimmer 7 der 24.«emeindeschule.Hinter der Garnisonkirche (Nähe Bahnhof Börse) rechter Seitenflügel, Hof- Eine Kraftwagenfchiebung wurde dieser Tage von der Ucb?r- wachungsabtsilung d«r Eifenbahndirsktion Verl in aufgedeckt und verhindert. Am 2k. d. M. traf auf dem Güterixchnhof CkM> lottenburg«in Güterwagen ein, der mit aiuenr großen sechs» sitzigen Personenauto der HeereSvevwaltung beladen und für die Krastwageneirfatzabteilung 11 m Lankwitz bestimmt war. Bei der Benachrichtigung des Empfänge«» stellte e» sich heran», daß cm solcher Truppenteil in Lanchvitz wicht existiert; daher wurde, weil eine Schiebung vermutet wurd«, auch die Herausgabe des Wagen» an die Ersatzaibtailung 16 in Lankwitz verweigert. Am späten Nachmittage fragte eine Ztvtlperson am Güter.fchalier nach dem Wagen mit dem Mlitärauto und nun griff die inzwischen ver» stänmgte Usberwachungsabteiluna zu und verhaftete drei Per- sonen, von denen die»ine vergeblich ßu endkommen versuchte. Tie sofort eingoieitete Untersuchung bestätigte die Vermutung, dal. es sich um eine Schiebung handele. Sie ergab, daß die drei Ver»/ hafteten, zwei ehemalige Gefreite der ReichWechr, Walter Brandt und Otto Wehrstedt und ein Oaerwachimeistefi der Slcherheitspoliqei Adam Lang ans Marloitenvura den Wagen in Empfang nehmen wollten; be-i Brandt und Wehrstedt fanden sich nicht weniger al» 43 geiälichte militärische, zum Teil mit Stempeln versehene Austveisc, Entlassungsscheine, Fahrbefehle usw. Der Wagen sollte in Charlottenburg in einer Garage ah- montiert, ausgebessert und unkenntlich gemacht, in Berlin an den Mann g«bracht Wethen. Anfälle während der Pfinzstfeieptage. Fm Hause Fischer- straße 2 kam die Wiährige Frau Thiele, Friedrichsgracht 27, bei einem Besuch von Barwaudten im Treppenhause so miglücklick zu Fall, daß si» sich»ine schwere Kopfverletzung zuzog und auf dem Transport in da» Krankenhaus verstarb.— Am Sonntag nachmittag in der fünften NachmittagSstunde stürzte sich die 70 Jahre alte Frau Pieper au» der Ezarnikauer Strake von der Waisenbrücke in die Spree. Passanten, die den Vorfall beobach- tet hatten, gelang es, die lebensmüde Greisin mittels eine» Ret- tungSkahnes den Fluten zu entreißen. Frau P., di« die Tat wahrscheinlich«u» Nabrungssorgen begangen hat, wurde in da» Krankenhaus am FrieorichShain eingeliefert. Sine LiebeStragSdie, der zwei junge Mensthitlllebtstk ftni Opfer fielen, hat sich in der Prenzlauer Straße abgespielt. Ist einem«einen Hotel dort stieg«in Ehepaar ab. da»'«vgeblich von auswärt» kam. De» Mann schrieb sich als Ernst Lattu» au? Kattowitz und sein« Begleiterin aA seine Ehefrau«In. Matt fand die Gäste»aide tot auf. Nach dem Befund muß der junge Mann seine Begleiterin unt> sich stbst erschossen Huben. O® kfct Name, den er angab, richtig ist, weiß man noch nicht. Seine Begleiterin wurde sestgel.'eltt«1» eine 23 Fahre alte Marie Schley, die zuletzt als Hausmädchen in der Charit« beschäftigt war. Bei dem Krühkvnzsrt fiu Zelt 2 sSpeeezelt) am Piingst- sonn tag hat ein säiwerkrieMeschädigter Genosse eine silbe'.ne Armdanduhr �rechteckige Form) am grünen Led«rriein«ii Verlonvi. Um Rückgabe ersucht Jchef Klein, Pagenauer Str. 1h, IV. Aos de« GmeilldeleSeit. Tegel. In der am D»nnar»tag stattgehabten Gitzunc! d-i Demeindevertretung bkkdetrn den wesentlichsten Teil der umsinp reichen Tagesordnung. Auf Antrag de» Beamtenausschusses, dr: zngastimmt wurde, � wird auf die Dauer bis zu drei Jahren«im vorherige Privatiätigkeit auf da» B.foldungsvienstalter ange vechnet.— Den Schiedsspruch des SchlichtungsauSschusses Gros- Berlin in Sachen Bezahlung der nicht ständig Angestellten Wirt ebenfall» zugestimmt. Hierbei wird von unserer Seite die Zu lassung von Ueberstundenavbeit gerügt und soll diesem möglich,. Rechnung getragen werden.— Dem erneuten Antrage der Po- lizei- und Bollziehungsdeamten auf kebens- längliche Anstellung, dem sich auch der Boienmeister angeschlossen hat, wurde diesmal mft Mehrheit stattgegeben. — In da» gemeinsam« Kuratorium der beiden KovtbildungS- schulen wurden je zwei Arbettgeberinneu und Arbeitnehmerinnen (S. P. und U. S. P.) gewählt.— Für Erwerbslosenfürsorge wurden weitere 20 000 Mk. bewilligt. Nach den Feiertagen wird der Gemeindespielplatz in Angriff genommen und besmider» Familienväter sollen berücksichtigt werden. — Dem Tarifvertrag resp. der L-Hn«ihöhung für Gemeinde. arbeitet wurde zugestimmt. Betreff, der igeringen Lohnunter. schiede zwischen gelernten und ungelernten Arbeitern machte sich eine recht unterschiedliche Auffassung bei verschiedenen Rednern bemerkbar; Herr von Borsig, al» Ettvßindustritller, führte hierbei sogar parteipolitische Motive neben dem anerkannten hohe rn Akkord, und Konjunktnrlohnen in» Feld, im Gegensatz-v den von sozialistischer Seite angeführten Totfachen äste di-„i. nehmende Au»schattung gelernteo Arbeiter durch die rnv!-u . i*. v i Y:_ hnj � O.. V-- �, .n�n Sitzung, xengien per rmtewevra» Bericht epstattpt werden, soll über die ft: U- St- rpft?t1iung dkl Bültnei. Vortrag de?®tn. Bötzer:„Droh. Berlin und die -trglitz. L0 Dr. Bu-tter. W0 Gr. Margarine l22>. Anmeldung Wahlen." 2ö.— 27. Mai auf Stegliger Karl«: Zw Gr. llcrsalm-hl Uüü 91). N. Distrikt, 7, Abteilung. Heute 7 Uhr.Extra-Zahlabend Kleine vom... WW»WWWM. low Gr. Erbsen ilvl tl). Auf u'k der Groß-Berliner Karte Zw' Gr! weihe Bohnen. Wnnnfee. SS0 Gr. Hafermehl, 126 Gr. Marmelade fl)«). 250 Gr. weih« Botjiien lSl). wo Gr.«artoffellcheiben(32). 126 Gr. Kakao<02). 2S0 Gr. holsteinische Eups>enwürge(gl), Z-Pfd.-Dose Bohnen mit Speck 130). Pankow. Ab Donnerstag auf Abschnitte 21 und 22 fe 125 Gr., also zusammen 2Z0 Gr. Hülsenf.iichle. W-ijjenfee. 4 Psd. Kartoffeln auf e— g der ftottofielharte; 500 Gr. Erbsen oder Bohnen. Ee können Kausen in der Verkaufzstel!« Pistorilisstr. 24 die Tiummern 1-24 WO. in der Betkaufestelle Lang- hanastoahe die Nummern 34 30«— 4g 700. Irttaw. 260 Gr. Haferflocken(14); 1300 Er. Krankenmehl auf die Kranlienmehikarte. AI» Vorauslieferung für die Wache vom 31. Mai bis ö. Juni müssen auf 23n— ci 4 Pfd. Kartafsein entnommen werden. Mittwoch von 4— 7 Uhr Verkauf von 1 Buchs« Malzertrakt. 150 Er. Margarine. Zohaitniethal. WO Gr. Marmelade; 250 Gr. Teigwaren; 1 Packchen Milchst, gspeise. In der Gemein de oerkau s.sl eilet 1 Tose Sülze; 2 Pfd. Sago und 2 Pfd. Buchwcizenmehl auf 0 der Zusatzkarte für Kriegs» beschäl igte:% Pfd. Haferflocken auf 0 de: Zufutzkarte für alte Leute. Att-Gtienlrlre.'A Pfd. Reis; 1 Pfd. Erbsen; H Pfd. Morgen- trank; I Psd. Marmelade; yt Psd. Saudohnen; H Pfd. Grietz; 1 Pfd. Nud..n. H tinigsdors. Tannerstag und Freitag Ausgabe der Zuckerkarten für ton Monat Juni. Äuguststr. 14. 11. Distrikt, 4. Abteilung. Donnerstag 7 Uhr Versammlung in Kellers Frstsulen, Bergstr. SO. 12. Distrikt, 4. Abteilung. Heut« Mitgliederversammlung in der Schulaula Scheerenbergllr. 7. Aussteiiüng der Kondidoten zur Stadl- verordnctenwahl. Bezirkssührer eine Halde Elunde. früher. 12. Distrikt, 8. Abteilung. Die Abteilungsversammlung zur Auf- stellung der Kandidaien für die Stadwerordnclen- und Bezt.ksverord- neienimrhlen findet heut« 7 Uhr in der Aula Senefelderftr. 0/7 statt. 15. Distrikt. Mittwoch 8 Uhr Erlw-Zahlabend. Stellungnahme zu den Stadtverordnetenwahlen.— Dor-nerstag 7 Uhr Distriktsoersamm- lung im Klostergarien, Piötzensee. Stellungnahme zu den Stadt- verordnetenwahlen. 18. Distrikt. Donnerstag 7 Uhr außerordentliche Distrikiskonse- renz bei Klinge. Sellerslr. 14. Aufstellung der Kandidaten zur Stadt- bzw. Dczirksverordnetenoersammlung. llharlotte, Iburg. Gruppe 8. Heute 8 Uhr Extra-Zahlabend bei Matschke, Kurfürstenstr. III. Urwahl zur Sladtverordnetenversamm- lung. k'horlotlenburg. Eiiernbeiräte. Wahloorstände und Vertrauens- leuie der Schulen am Donnerstag 5 Uhr im Volkshaus Schluß der Sitzung 7 Uhr. Eharlottenburg. Mittwoch 8� Uhr Sitzung der Stadlvcrordneten fraktion im Zimmer 304 des Raihauses. Friedenau. Bezirkssührer! Heute. Mittwoch, um K" Uhr bei Hujahn. Wilhelmshöher Straße. Material abholen.— Helserl Um 7 Uhr Flugblaltverteilung von den bekannten Lokalen aus. » Schmargendorf und Grunewald. Mittwoch 1% Uhr Funktionär« z. Dii.r.kt. Hb ule 7 Uhr öffentliche Wahlerverfammlung in der litzung mit Wilmersdorf bei Reichwald. Brandenburgischs St'aße KS. Schule,.a 4'o..asstr. lo„Wie wählen wir am 8. Juni?" Ref. Gen.-— Donnerstag 71h Uhr gemeinsame Mitgliederversammlung mit W ilmers» oWJiP'lÄ' mr,..! darf im 4 Lyzeum, Mainzer, Ecke Wcimarifche Straße.— Freitag 8 Uhr a.- ,■ vltf. Mitinjoch,.0. Mai, 7 Uhr Sitzung der Kommunalen öffentliche Volksversammlung im Grunewold-Kasino, Huberlusbader Kommt n bei Mcaß, Bergmannstr. 97.— Donnerstag, 27, Mai, Straße 7V < Uhr G-neralv-rfammlung in der Schulaula Doeckhstr. 9. Aufjt-llun« j-,.„«1, a IIb-(=ik,m„>.«, bei Lnitim-ibalC" 3Ut Kommunalwahl. Geschüstliche-. Mitgliedsbuch Rank mtJ T6 Di« B-ziNh-er w-r�n e��� Aus des vrlzamfaklgnen. tegitimiect, 6. Distrikt. Haute abend 7 Uhr Exira-Zahlabend-t 1. Abteilung! Nestau., n! Schulz. Grüner Weg 100; 4, Abteilung! Schulaula Frieden und sollen die Wählerlisten milbringen. Wilmer»dorf-Halense«. ilgilalionekommisston. Wir verweisen auf straße 31; 6. Ableilung! Restaurant„Freischütz", Fruchtstr. 36; 8 Ab- nachst-h-nde Deranstaltunaen und bitten um regste Anteilnahme an teilut..;: Schuiaulo F riebe nstr. 18; 7. Abteilung! Schulaula Georgen- ollen«rdeiten: Heute gemeinsam« Funktionärsitzung mit Schmargen kirchstr. 2; 8 Abtei!>ng! Restaurant Powelett, Iostpstr. 7. Vorschläge sllr Kandidaten zur Ztadwerordnetenwahl und Wahl der Delegierlen für die Verbauösgcn.'ralversammiung. 8. Distrikt. Tonnerstag Distriktsgeneralversammlung in der „Kö. zrbank", Große Frankfurter Straß« 17. Aufstellung von Kan- didaien als Bezirke- und Stadtverordnete. Bestätigung der Tele- gierten für die Berbandsgeneralversammlung. t. Distrikt, 7. Abteilung. Heute 7 Uhr Abteilungsversammlung bei M--"er, Tilstter Straße 64, 9. 4. Uittt, 1. ANeliung. Heute 7 Uhr Abteilungsverfammlung in der Shuloula Oliva«? Straße. !>, Disiriiii. Heut« Extra-Zahlabend«. Die kommenden Stadt- und 7-zi-kov rordnclenwahlen, Aufstellung der Kandidaten. Wahl der legierte. l zu. VorbandzZeiteralversatnmlung Groß-Lerlin. 9. Distrikt. Donnerslag 7 Uhr Distriktsversammlung in den Unionssestsälen, Greifswalder Straße S21;'W. Aufstellung der Kan- didaten für die Stadt- und Bezirksverotdnetenwahlen. Wahl der Delegierten für die Derkandsgeneralverfammiung Sroß-Beclin. darf bei Reichwald, Brandenburgische, Ecke Maunheimer Straßz.— Donner»iag Tib Uhr Mitgliederversammlung mit Schmargendorf im IV', Lyzeum, Weimarische, Eck» Mainzer ZIraße, Ausstellung der Kandidaten zur Etadtvero-enetenwah!. Mitgliedsbuch legitimiert.— Folgende öffentliche Versammlungen finden statt am Sonnakendr Aismarck-Gymnasium(Ref.: Gen. Löwenstein); Dienstag! Hindenburg- schule(Ref.: Gen. Däumig); Donnerstag, 3, Juni: Goetheschule, Haien- see(Ref.! Gen. Rabold); Sonnabend, 5, Juni! Victoria-Luiscn-Schule (Referent wird noch bekanntgegeben);- evtl. findet diese Versammlung unter freiem Himmel statt.— Außerdem Mittwoch, 2. Juni, Extra- Zahlabend in den bekannten Abteiluogslokalen, In diesem Zahl- abend wird die Verteilung der Arbeiten zur Reichstagswahl vor- genommen Neukölln. Heute 7 Ubr Sitzung der Gefchäftsleitung im Partei- bureau.— Bezirksversammlung! 17. Bezirk bei Strlem, Thomas-, Ecke Bodestraße; 12. Bezirk bei Thurmann, Lahnstraße; 14, Bezirk Hermannstr, 158.— Agitalionskommifsion bei Wolf, Prinz-Handjery- Straße 88/87. Neukölln. Donnerstag BH Uhr Milglled-rversaimnlung de) Kllem, Hasenheld«. Aufstellu.ig von Kandidaten zu den Etadtverord- netenwahlen. Neukölln. Die Bezirkssührer werden dringend ersucht, heute Mittwoch, von 4 Uhr ob Material im Parteibureau abzuholen. Steglitz. Donnerstag Olk Uhr Ftugblatlverbreitung von der Bezirkslokalen aus. Tempelhos. Tonnerstag 7!4 Uhr Aktionsratssttzung bei Becker Sämtliche Zunktionöre und Mitglieder der Landagilationskornmissio« muffen erscheinen. Broschüren abrechnen. Mariendors. Mittwoch 8 Uhr össentiiche Volksversammlung ne Gymnasium. Kaisers!! aße. Res.! Gen. Dr. Moses:„Die Reichstags- Wahlen und der kämmende Putsch." Reinickendors-West. Mittwoch 8 Uhr F.auenversammlung in de> Aula der 5. Gemeindeschule, Auguste-Viktoria-Allee. Reserentint Genossin Pohl. Distrikt Niederbarnim-Ost. Donnerstag 7 Uhr Sitzung der Agt.m tionskommission, Obleute der örtlichen Agitaiionskomnüsiionen und Landagiiation sowie der in der Landagitation tätigen Rese-.enten und Heiser bei Höhne, Lichtenberg. Lenbach-, Ecke Sonntagstraße. Bezirk Tegel. Mittwoch TA Uhr Generalversammlun in der Auly Tresckowstraße Stellungnahme zur Sladwerordnetenwahi. Aus- stellung de- Kandidaten. Stellunonahme zu einem Ausschlußantrag. — Donnerstag TA Uhr össentiiche Wähleroersammlung Im Restauranl „Bellevue". Ref.: Gen Felix Stöisinaer. Friedrichsselde. Mittwoch 8 Uhr Aktionzratssitzung.— Um 8 Uhr Mit-gliederversammiung im Lindenpark. Stralau. Donne»tag 7 Uhr große össeniliche Versammlung in der„Alten Taverne", Alt-Siralau 27,„Welches Interesse hat die arbeitende Frau an der Reichstngswahl?" Vortragender Dr. Julius Moses, Treptow Baumschulenweg. Heule 7 Uk' im Lokal Rother. Kirf- holzstr. 35, Wahlausschußsttzung, ausschließlich sümtücher Funktionäre, Gemeindererireler uyd Miiglieder der Kommissionen. Nicderschönhausen. Heute 7 Uhr Wähleroersammlung bei Schön- Herr, Sä>Ioß Schönhauscn, Lindenst.aße, Ni'd-rschöneweide. Mi'Iwoch'A8 Uhr Fortsetzung der Miiglieder- oersammlung im Restaurgnl„Waldhaus". Steilungnohme zu den Reichstagswahlen. Bezirk-Hohen-Neuendors. Oessenlliche Wählervorsammlung iür Stolpe cm Fre-Iaz abend 8 Uhr im Lokal von Be.gemann.„Die beporslehcnden Reichstagswahlen und deren Bedeutung für das Pro- letariat." Ref.: Gen. Köhler. Ter Extra-Zahiabcnd fällt aus. Jereinslalender. Betriebsrätezentrale. Betriebsräte der Autoreparaturbetriebe. Freitag Zsj Uhr Versammlung Iostystr. 7. Deutscher Traiioportarbeiter-Vcrband. S«nt>elshilssarbeiter und -arbeiterinnen aus der Textllbranche. Donnerstag 6 Uhr Branchenversammlung im Königstadt-Kasino, Holzmarklstr. 72, Ecke 9llexander- straße. Sozialistische Proletarlerfugend. Agitationsbezirk Oberspree. Mitiwoch. 28. Mai. 7 Uhr Sitzung in Stralau. Freie Schwimmer. Ch-rlottcnburg. Erst- Uebungsstunden de, Vereinst für weibliche Mitglieder:' Mittwoch, 28. Mar, von 8— 7 Uhr: für männliche Mitglieder: Donnerstag, 27. Mai, von 8—7 Rlhr in der Volksbadeanstalt Krummestr. 18. Andere Uebungsstunden werden dort bekannlgegeben. �_ Verantwortlich für die Redaktion: Leo Lieb schütz, Friedenau. Verantwortlich f d. Inseratenteil: LudwigKomeriner, Karlshorst Verlogsgenossenschaft„Freiheit", e. G. m. b. H., Berlin.— Druck der Lindendruckerei und Verlagsgesellschaft m. b. H., Schifsbauerdamm 19. ! Offene Steilen S 1 t f..- Klelvadt Elblnrrcrode I. Harz, zirka 3000 EinwotiiiCi. wird ein Bü�eriüsisfcr sesujlil. 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Sie bringt aktuelle Bilder aus dem Leben und Kämpfen des internationalen Proletariats. fzw Vrtip Vplt bringt rerclmäßig Bilder Uiej-IKIK ff Cd und Beiträge zur Bekämpfung und Bloßstellung des Militarismus und des Noskesozialismus. nt» Zrin* WkH berücksichtigt in jeder Ff KU Nummer die Interessen der Frsu und des Hauses- nie Pfib Wf lillrinsft in iedeiTI He,t: � /'""•n�omanfortsetzung.eine Erzählung, Gedichte, Kunstbilder, Karikaturen des In» und Auslandes.. nt. ITrsi» VJcIl dringt: Winke tllrdie Haus- fltlZ l»KU frau. Koch- u. Sparrezepte, Bilder und Artikel über Sport, Gesundheitswesen. Jugenderziehung, Bildungsbestrebungen usw. niP 1�1» VJoll ist clw beste deutsche J�IKIK ff KU iiiustrierteWnc' enschrift. Selbst die politischen Gegner anerkennen ihre große Arbeit für Kultur und Vnlksaufklärung. niP£r#i* Vlflt erscheint einmal wöchent- j ItIK VT KU[jc|, m t dem Daium vom Sonnabend- Preis: Einzelheft 50 Pf., vierteljährlich 6.50 Mk; bei direktem Bezug vom Verlag unter Kreuzband • 7.50 Mk, C 3 Vgrlügseenossensdinft Freiheit I n Abt. Buchhandel. Berlin C2. Breite Str. 8-9. H IftarMfft für Geschlechts-, Haut-, Harn-, ■*§!#•?«■•■ s äm%* Frauenleiden: speziell veraltete hartnäckiKe Harnleiden, Ausschlag, oerv. Schwäche. Blutuuter- suchuus. Salrarsan-Kuren, LIcht-Bcbandtc.. Hobensonae, Be- strahlurjfen. Getrennte Wartezimmer. In der Heilanstalt von Lö�er, Münzstr, 9. e/'ha/fenjla T) Haurha/�aufJ�a/en uOowtn 6e/'J/£'ri0ertdur. oon B�sffeemwfah 'n Ober-aH mf-h a.ltl!ch Aneimoeft FAtRucANr KAHL KAZENMAIER. stuttgAat Sttlüinii detSchmidek. Siöndiittinneii rnid WliSeslSM DkMlllNdZ. Filiale Berlin, Sebastianstr. a7-a8, -"-«SSSK' «m»ceitaa, den 2«. Mai 1920. nachmittags s Uhr ftlidet bri Schulz,«s»ig»�raben l, ein« Lrstnchen-verlllmmlllng statt. Tagesordnung: I.«ertitn und Neuwahl der Branchenlominllsion. 2. tverichiedenes. Tie Kollegen und Kolleginnen sind verpflichtet, vollzählig und pli-illUch zu erlchetnen. MilzliedK'uch oder-Karle legitlmterl: ohne dies oder mit mehr als 8 renierendtn Wochendeltrllgen teM Zutritt. Tie Komii-tMon. mhm fmM Sl fin/sroaeefi-— vl«-4-vl« der M.rkthalle— 3"■■rWHir, JJ, xjihK die»»okst«» 7�r«»i>r»l« IBr i Kupfer, Messiug, Blei, Zink usw. erhalten Sie in kurzer Zeit durch meine Spezlalmethodc. Sommersprossen. Pickel. Mitesser, Leberflecke, Warzen, Gesichts- und Nasenrötc, lästige Haare, schlechter Teint usw. verschwindet bald. Auf Wunsch Blutuntersuchung. 0. Weissert InvalidenstraHi 147 1. Eckt BergslraSe. Sprechstunden; 10-12 u. 4-8, Sonntag, 10-1. Auskunft kostenlos Spezial-Arzt für Geschlechts-, Haut-, Harn-, Frauenleiden, speziell veraltete Iiartnäckitfc Harnleiden, Ausschlag. Nervenleiden nrr. 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