Einzelpress AH Pfennig- 5. Jahrgang Donnerstag, Sen 27. Mal 1920 Nummer?94 � Morgen-Msgübe Die �reibeit� erfcheiur morgens unv nachmittags»«m 5onn- und �esttaznr nur morgm» Der Bezugspreis beträgt bei freier Zustellung ins Haus für Groß»Bertin L.LO JTl. im voraus zahlbar» von der Spedition selbst abgevolt 7.— OT. Lur Postbezug nehmen sämtliche Postanstalten Bestellungen entgegen. Unter Streifband bezogen für Deutsch» land und Gestenreich 12.K0 M.» für das übrige Ausland �6.--- M. zuzüglich Valuta». aufschlaz, per Blies für Deutschland und Gesterreich 20.80 Di. Nedaktion und Ervedition: Berlin NW.«, Schiffbaurrdamm lOm. Fernsprecher: Amt Norden 883—30 und 9768. V «.»Vllf UIV VVtl V'CICIl<.111. Teuerungszuschlag. Kleine Anzeigen: Das feUgedn lvort �.20 Mk., einschließlich Ceu c rungszu s chlaz. Familien» Anzeigen und Stellengesuche 3L0 ' • Vi» achtgefpaltcne Nonparcillezeile oder deren Raum kostet 8.-- Mk. einschließlich ....... � gedruckte Wort 2.-— lNk� jedes weitere ig. tailfende Anzeigen laut Tarif. tL netto pro Zeile. Stellengesuche in tvortanzeigen: das fettgedruckte Wort\.50 Ult», jedes weitere Wort ITIf, Inseratrn-Abteiiung: B«rtm NW. 0. Tchiifbnncrdlunm 19 Fernsprecher: Am» Norden 833—3«, Buchhandluna Zentrum»«45 „FreiHrit"-Bnchdruckcrei Zrnnmm»OSO, Berliner-Oman Der kerö der Reaktion. Sie gonlmeaohiHim in Layern. Wir haben in unserer Abendausgabe am Dienstag auf die neuen UmstuMrtäne der Neaktionäre hingowiefen, dre unbe- hindert die Anwerbung und Sammlung konterrevoiutio- närer Elemente fortsetzen. Besondere Aufmerksamkeit beanspruchen die Vorgänge im Bayern, wo sich bekanntlich General Lüttdvitz und Major Bischoff aufhalten. Noch immer steht General von Mochl an der Spitze der bayeri- schen Reichswehr, obwohl er sich während der Kapp-Tage als völlig unzuverlässig erwies. Aber interessanter ist die augenblickliche Tätigkeit des kappistischen Leiters der Sicher- heitswchren Escherich, der in dieser amtlichen Eigenjchaft für den bürgerlichen Ordnungsblock wirbt und sich von der „Deutschen Tageszeitung" als kerngeswnden deutschen Mann feiern läßt. Welche Früchte seine Propaganda trägt, zeigen die folgenden, von der rechtssogialfftischen„Münchener Post" wiedergegebenen vertraulichen Dokumente:' An bot Gruppenführer Rosenheim, den(5. Mai 1920. des... Zuges... Gruppe. Streng vertraulich! Herrn....... Ter vielseitige Wunsch auf Ausscheiden der Juden auS den'Einwohnerwehrverband Roscnheim soll verwirklicht wer- den. Die Gründe sind jedem Deutschen nonmehr doch hin» längst bekannt. A»S dem Kopfvortrag der Einschreib- liste, welche geheim bleiben muß, ersehen Sie da? Mittel hier- zu, daß im Weigerungsfälle auch wirklich angewendet «erden muß. ES wird nun um Ihre frdl. Unterstützung ersucht, indem Sie die Liste jedem drutschrafsigea Mitgliede Ihrer Gruppe persSnlich zur Unterschrift übergeben. i Den Sammelbogen wollen Sie bis längstens 12. Mai an Herrn....... persönlich oder verschlossen zurückgebe». N.B. Genaue Adresse der jüdischen Mitglieder Ihrer Gruppe bitte am Schlüsse der Zeichnungsliste zu ver- merken., Hochachtungsvoll Mehrere Wehrmänner. V' Protest. / Die unterzeichneten Mitglieder der Einwohnerwehr Rosenheim verlangen, daß die Wehr sich nur aus deutschrassi- gen Mitgliedern zusammensetzt und erwarte« daher das Ausscheiden der jüdischen Rasse ans dem Berbaade. Sollte das nicht freiwillig erfolgen, so lehnen wir innerhalb der Wehr weitere Kameradschaft mit der jüdischen Rasse ab und verweigern ihr jede Unter- stützung und jrdtz» kam eradschastlichc» Schutz! Unterschrift. Danach denkt man in Bayern trotzFriedensver- trag und Befehl der Reichsregierung nicht daran, die Einwohnerwehren abzubauen. Das bestätigt nur die von uns mehrfach gebrachten Meldungen. Um jetzt aus den Wehren völlig brauchbare politische Instrumente der Konterrevolutionäre zu machen, sollen sie also auch völlig judenrein gemacht werden. Die unverhüllt angekündigte Ab- ficht, bei etwaigen Pogromen den Inden keine Hilfe zu gewähren, kennzeichnet hinlänglich das Treiben der Hinter- leute des Herrn Escherich. Wir sind es müde, von dieser Regierung noch eine Untersuchung gegen die Ehrenmänner zu verlangen, zumal sie zu energischen Maßnahmen doch nicht fähig ist. Das Volk wird am 6. Juni auch für diese Taten die Quittung ausstellen. Loy«» unS Loga». T. U. Budapest, 25. Mai. Zwischen der ungarischen Regierung und Bayern sind seit einiger Zeit Verhandlungen wegen Kompensations- Geschäften im Gange. Der Generaldirektor der ReichS-Treu- Handelsgesellschaft, B o e tz h e S und Ministerialdirektor Kautz verhandeln hier über die Durchführung der Geschäfte. Deutsch- land soll landwirtschaftliche Geräte, Düngestoffe für die unga» rische Landwirtschast, sowie Bestände aus HeereSgut lie- fern, Ungarn dagegen Rohhäute, Schwefelkies, gewaschene Wolle, Wein, Gerste und MmS. An der Transaktion sind auch zwei Großbanken beteiligt. Austauschgeschäfte in größerem Stil sollen auch mit dem Deutschen Reiche abgeschlossen werden. Dazu haben wir zu bemerken, daß es erstens ver- safsunjgSwridig ist, daß ein einzelner Bundesstaat mit einer auswärtigen Macht in politische oder finanzielle Beziehungen tritt. Nur der R e i ch s r e g i e r u n g steht das Recht zu, Deutschlands auswärtige politische und Wirt- schaftkche Interessen zu vertreten. Zweitens hat die Ueberweisung von Heeresgutbeständen an Ungarn nur den Zweck, die dortige gegcnrevolutionäre Regie- rung, die sich mit den niedrigsten Mitteln des politischen Morias und der wütendsten Juden- und Sozialistenhetze am Ruder hält, militärisch zu stärken. Das reaktionäre Bayern sendet Waffen dem reaktionären Ungarn— gleich und gleich gesellt sich gern. Der ganze Ehrgeiz der deutschen Reaktion geht dahin, bei uns möglichst bald ungarische Zustände zu sckzasfen. Mögen sie es probleren. Sie werden sich an der Granitmaue� des deutschen Proletariats die Zähne ausbeißen. Verlegeuhellsgestammel. " Auf den Artikel des Genossen Dittmann in der gestrigen Morgennummer der.Frelhrit' antwortet der.,B»rw«rts" mit einigen Bemerkungen, die seine Verlegenheit deutlich er- kennen lassen. Trotz der Feststellung Dittmanns, daß Scheide- mann nur die Stellen des Briefes von Brockdorff-Rantzau ver- lesen hat, die diesen als Diplomaten mit demokratischen Grund- anschauungen darstellen, während er die übrigen Steven mit dem Ausdruck SchafSmist belegte, versucht der„Vorwärts" seine un- haltbare Position durch Wiederholung der Verdächtigungen zu retten. Er kann aber auch dadurch die Tatsache nicht erschüttern, daß den unabhängigen Volksbeauftragten der Brief Brockdorff- Rantzaus nur in dem von Scheidemann verlesenen Auszug be- kannt war. Im übrigen weiß jedes Kind, daß die unabhängigen Volks- beauftragten nicht erst von Ende Dezember ab, wie jetzt der „Vorwärts" behauptet, sondern vom Beginn ihrer Regierungs- tätigleit an einen ununterbrochenen und hartnäckigen Kamps gegen das von den Rechtssozialisten begünstigte Wiederaufleben des Militarismus geführt haben. Und wenn die Antwort des „Vorwärts" eins noch einmal mit aller Deutlichkeit hervorhebt, so ist eS die Hinterhältigkeit und Falschheit, mit der die Evert, Scheidemann und Landsberg von Anfang an gegen die unabhängigen Volksbeauftraglpn intrigiert haben. Die AnlerzLchung im Fall Paaschs. Nach pen von amtlicher Seite boöliogendieu Milte Nu ugen ist bi- Ur achs zu der Erschießung des Kapitäuleutnanis Pcafche noch immer reicht restlos in allen Punkten aufgeklärt. ASgosshen von den zivilen Dienststzellen, welche die Untersuchung eingeleitet hvben. besaßt sich nunmehr auch das Reichswehrministp Ii«.* � � � mandostellsn«ingdhaiden Bericht über dsn Vorfall emgesordert hat, soweit dieser für das Ressort dieses Ministeriums rein w®i- tärischen Ghawakher lvägt.- Mso: U-wterfucht wird genug, von alleit SeAen. Daran fehsis nicht. Nur loich nach alten Erfahrung e« nicht viel dabei heraus- kommen. Die zivile» T-ienststeWsn sind den militärilschen Stellen gegenüber machtlos. Und die militävischen Stellen arbeit«« bei der UN'srsuchung höchstens auf das eine Ziel hin: die Reichswehr von aller Schuld reinzuwaschen. Das Ver- tränen auf die gerichtliche Sühnung der Ermordung revolutionärer oder anÄmifflteSstischor Personen ist längst geschwunden. Die Arbeite«schaff weiß, daß die bürgepliche Gesellschaft ihre Mord- ges-ellfin deckt.,.-, Auch Mrtlemberg? Der Reichspräsident hat in seinem Erlaß über die Aufhebung des Belagerungszustandes in einzelnen Teilen des Reiches mit- geteilt, daß unter anderem auch in Württemberg der Belagerungs- zustand nicht besiehe. Trotz dieser Feststellung übt die württem- bergische Regierung in ihrem Gebiet auf Grund des Belagerung?- zustandes alle ihr gefälligen Maßnahmen aus. Sie übt Telephon. spionage, kontrolliert die politischen Versammlungen, läßt sie durch Militär auseinanderjagen, stört Demonstrationen. Die Reichsregierung erfährt davon wieder einmal erst durch die Presse und ist aufs höchste überrascht über diese'Zustände. Es wird interessant sein, zu erfahren, was die württembcrgische Regierung nach dem Erlaß des Reichspräsidenten zu tun gedenkt, oo sie auch weiterhin die Maßnahmen auf Grund eines nicht bestehenden Belag:rungszustandcs ausüben wird, ob sie weiterhin die Freiheit ihrer Staatsbürger nach Belieben mißhandeln wird, oder ob es der Regierung gelingen wird, sich, wenn schon nicht in Bayern, so doch wen'SichM w WZÄLÄSS P*S.M« SM Mr GewUlerschwiile. Wir haben schon gestern darauf hingewiesen, daß die politische Lage auch in den Regierungskreisen als äußerst ernst und bedrohlich augesehen wird. Die Vorbereitungen der Rechtsputschisten für einen neuen Umsturz sind so offen» kundig, daß nur ein Blinder die Gefahr noch leugnen kann. Es ist außerordentlich bezeichnend, daß nun auch die rechts- stehende Presse jede Reserve beiseite läßt und die Stun- mung für den Augenblick des Losschlagens vorbereitet. Die „Deutsche Tageszeitung", das Hauptblatt der KappaLütt- witz-Klique, schreibt im Leitartikel ihrer gestrigen Wend- ausgäbe: „Nach unseren nunmehr abgerundeten Informationen und Eindrücken sind he Dinge reis zur Entscheidung, und diese Entscheidung steht unmittelbar bcvo r." Allerdings sucht die„Deutsche Tageszeitung" die Lage so darzustellen, als ob von der radikalen Arbeiter- schaft ein„Aufstand" vorbereitet werde, der sich die Aus- rufung der Räterepublik als Ziel setzt. Daß dies aber nur ein recht plumper Trick ist, geht schon aus der gleichzeitigen Behauptung hervor, daß in ziemlich allen Provinzen die Bewaffnung des Proletariats und die Entwaffnung der Bourgeoisie nacki rusftfchen Sowjetmethoden bereits erfolgt sei. Selbst bei den an starken Tabak gewöhnten Lesern der„Deutschen Tageszeitung" durfte diese Behauptung ein verwundertes Kopfschütteln hervorrufen. Sie ist aber be» Zeichnend für die Unverfrorenheit der kappistischen Ver- schwörer, die die fieberhafte Rüstung der Gegenrevolutio- näre, die sortgesetzte Anhäufung von Waffen, Geschützen usw. auf den Landgutern und in Offiziersbehausungen, die rücksichtslose und systematische Ausmerzimg aller republi- kanischen Elemente ans der Armee, die Einstellung des ge- samten militärischen Apparats auf den Bürgerkrieg in ihr Gegenteil rnnzuMschen sucht, um auf diese Weise die psycho- logischen Voraus letzitngen für einen neuen Rechtsputsch zu schaffen. Der Hinweis der„Deutschen Tageszeitung" auf die „unmittelbar bevorstehende Eiffcheidung" ist aber noch in anderer Hinsicht interessant. Wir wissen aus besteb Quelle, daß in den Kreisen der Rechtsput- schiften für den 28. d. Mts. ein neuer U m st u r zi erwartet wird� Allerdings wollen diesmal die Ver- schwörer nicht den ersten Schlag führen. Sie haben ieit! Monaten Vorbereitungen dafür getroffen, daß irgcnv ein angeblich kommunistischer Putsch losbricht, gegen den sich dann die DeutjchzncstionalM militärischen Vir« schwörer wenden werden, um ihve eigenen Ziele zu verwirk« l-chen. . Die Leröffentlichungen der letzten Tage, namentlich big Enthüllungen über das Treiben der Polizeiagentini S ch r ö d e r- M a h n k e und der mit ihr zusammen arbei- tenden Offiziere, haben deutlich die Fäden enthüllt, die von den Zentren dar militärischsn Verschwönmg in das Land! hinauslaufen. Auch die BloÄegung dreier Miden, die die Rcchtsputschisten im höchsten Grade bloSstellen. ist ein Mo- ment, das die Verschwörer zum schnelleren Losschlagen ver« anlassen könne. Daher ihre stdaitoasitat und ihr Kampf- Haftes Bemühen, der Oeffentlichkeit irgend eine Aufstands-. gefahr von links vorzuschwindeln. Diese Situation zwingt die Arbeiterschaft zur ge- spanntesten Aufmerksamkeit, um den von rechts drohenden Gefahren mit entsprechenden Abwehrmstteln zu begegnen. Eines dieser Mittel ist die Vereitelung aller A k- t i o n e n der m i l i tä r i-s ch e n K o ck s p i tz e l, die sich in dieser«der simex Form Eingang in Arbeiterkreisen ver- schafft haben. Unsere Genossen in Mitteldeutschland haben durch rechtzeitiges energisches Eingreisen die Pläne dieser Lockspietzel zu nichte gemacht und dadurch große Gefahren abgewendet. Ebenso müssen die Arbeiter. im ganzen Reich handeln, wenn sie von dunklen Ele- menten. die sich an sie heranmachen, zu irgend welchen agres« sivcn Aktionen verleitet werden sollten. Die Deutschnationalen und militärischen Verschwörev setzen damit nur eine Taktik fort, die. sie während des Kapp. Putsches anzuwenden suchten. Auch damals suchte sich das! Gesindel an die Arbeiterschaft heranzumachen, Teile der Arbeiterschaft durch Verhandlungen zu gewinnen, andere Teile durch Lockspitzel aufzuputschen. Sie haben z. B. bestimmte Gründe für die Ansicht, daß das seltsame Üben- teuer deL„Kommunisten" Hölz nicht ganz zufällig mit dem der Lüttwitzer zusammenfiel. Die Erwartungen der monarchistischen Verschwörer in den Märztageu sind elend zuschänden eworden. Doch die Minier- arbeit dieser Herrschaften in den Reihen dieser Arbeiterschaft ist nicht eingestellt worden. Nach wie vor lausen aus den mit den Millionen �der Schwerindustrie und Großagrarier ge» bsp Kapvisten manche Läden»u ismat «viuu'.iai dunklen Nementcn, Ffc linier nailokkalboiMwistiKer oder �inkskommunistlscher Verkleidung ihr Unwesen in der Ar- beiterschaft treiben. Deshalb heißt es seht, in dieser ernsten Stunde, wo die Gegenrevolution zum Losschlagen bereit ist, mehr als je: die Augen offen halten, jede Provokation im Keime zu ersticken und in fester Disziplin zu der Partei und den selbstgewqhlhjn Führern zu st�enl V* . J.-<' Alleinherrscher v. Lsstt. DaZ RoichSwehnninisteviUm kündet jetzt offizieA dl« von unS bereit? vor mehrern Tagen angekündigt« Umbildung an. Daz Ministerium wirb in drei Gftpptn gegliedert, an deren Spitze gleichgeordnet für da» H«er der»Thet der Heeresleitung und der„Gmeralquartiermeister", für die Marine der.Chef der Admiralität' stehen. Dem Ehef d«r Heeresleitung unterstehen das Personalamt. dal Truppnamt, da» Wehramt und die Inspekteure, einschließlich der Inspektionen für Waffen uud Gerät und der Waffenschuien. De« Eeneralquartie«» au e i st e r unterstehen«in« Lentralabteilimg. da» Verwaltung»� anit, das bisherig« AusrüstungSamt, jetzt Waffenamt genannt, die Sanitäts. und die VeterinSrinfpektion, die Rechtsabteilung und die Justitiare. lln der bisherigen Organisation der Admiralität hat sich nicht, geändert. Mit der Wahr nehmung der Geschäfte«I» Chef der Heeresleitung ist General' wajor v. Seeckt, al» Generalguartiermeister Generalmajor Feldmans, als Lhef der Admiralität Konteradmiral Michaeli» beauftragt. Der Neichsivehrminister ist nach erfolgtet Umbildung nur noch ein P u p p e. Er hat auf die Gestallung, Verwendung und Ausbildung der Truppe absolut keinen Einfluß mehr. General *>. Seeckt ist Alleinherrscher geworden, in seinen Händen »-reinigen sich die wichtigsten Funktionen de» neuen Heere». fCr wird diese» so gestalten, daß e» den Traditionen der alten Preußischen Armee würdig ist und bereit—■.auf den Tag". Der Schlußstein einer sechSzehnmonatlichen Heere»,. re form' ist gesetzt. Wir haben dank der Tätigkeit NoZke» und dank der gütigen Unterstützung seiner rechtssozialistischen Parteifreunde kein Polks« beer bekommen, sondern ei«« militaristische Organisation, die wie die Arm» de» a-klnbatu�:frtfto*8Sfir>"?!'" Fremdkörper im Staat« darstellt,' ,'f Der SksMl der ifcWwßge. Die Vcrliner Presse-Konferenz hat am 2K. Mai ebien Beschluß gefaßt, in dem sie gegen die bestehende Brief- Zensur und Telephon-Spiongge auf dal energische Protest er- hebt. Sie hat an den Reichskanzler das Ersuchen gerichtet, die Briefzensur aufzuheben und die noch immer bestehende Telephon-Spionage zu beseitigen.' Sie erlbickt in die- ssn beiden Maßnahmen»ine Verletzung der persönlichen Frei- heit de» Staatsbürgers. Di» politische Gesinnungsschnüffelei wird durch diese beiden Maßnahmen geradezu gezüchtet. Di» �Wahrung des RedaktionSgeheimnifsc» ist nicht möglich, wenn daö Briefgeheimnis von den amtlichen Stellen nicht geachtet wird nnd eine geordnete politische Tätigkeit kann nicht erreicht werden, solange jede» Telephongespräch und jeder Brief der Spionage ausgeliefert werden. | ES ist ein treffliches Zeichen für die Macht, die die Regie- rung über ihre eigenen Instanzen besitzt, daß der Vertreter der RoichSregierung auf die Frage, ob mit dem Belagerungszustand pnich die Telephon-Spionage beseitigt sei, erklärt, er f5rme eine jGarantie dafür nicht übernehmen. Man wisse ja, daß nicht immer da» durchgeführt werde, wa» die ReichSregierung m»ord- piet. Da» heißt also, daß auch heute nach der Aufhebung deS BelagerungSzstande» niemand>«1 der Ihoberwachung seiner Tclephongespräch« sicher ist. fji M ZliSlisliichyÄSN. Während des Krieges wurden in den beseiten Gebieien Belgiens und Nordfrankreichs auf Befehl der Obersten Heeresleitung alle Rohstoffe nach Deutschland verschleppt. Als nichts Brauchbares mehr vorhanden war, ging die deutsche Besatzungsbehörde dazu über, die Fabriken syste- matisch niederzulegen, die Maschinen, soweit sie transport- fähig waren, nach Deutschland zu befördern und alles andere zerschlagen zu lasse.n, damit es als Schrott in den beut- schon Hochöfen verwendet werden konnte. In welchem Um- tzmge die Zerstörungen vorgenommen wurden, darüber gibt ein Bericht aus D o u a i in Nordsrankreich Auskunft. ES heißt darin: .Man macht sich auf den ersten Mick keinen Begriff über den Umfang der Zerstörung; e» ist nicht» mehr da, sogar die Trümmer sind aufgeräumt, höchstens die Bolzen, die in den Beton massiven geblieben sind, weisen darauf hin, daß zahlreiche große Werkzeugmaschinen einmal da waren, di« T a u s e n d e von Arbeitern beschäftigten. Die Etablissement» Nrbel, die lböS mit 40 Arbeitern begonnen, beschäftigten vor dem Kriege WOg Arbeiter. Die Gebäude der drei großen Werkstätten deckten eine Fläche von KS 000 Quadratmeter. E» bleibt heute nicht» mehr davon. Von vier Martinöfen mit einer Kapazität von 92 000 Tonnen Stahl, 2 Hochöfen mit einer Leistung von je 10 000 Tonnen, zwei Walzwerken für grobe und feine Bleche mit öS Tonnen Leistung,«in Walzwerk für Räder und einem Walz- werk für Eisenbahnbandagen, 12 Schmiedepressen, wovon«ine von 80 Tonnen, mit einer Gesamtleistung von 10 000 Tonnen, 4 Schmiedepressen von 8000, 1500, 1000 und 800 Tonnen, Die Taieu der nke. Die Schröder-Mach-rk«, der Lockspitzvl von«A-nigerhausen, ist ein ganz gefährliche» Subjekt, da? sich bereits im Dezember ISIS in revwlutümär» Körperschaften Eingang zu derschaffen wüßt«. In Wi lhe lim S haben schmuggelte sie sich Im Januar 1919 in die Repaktion der Lot' ein. Dort versucht« sie die Redaktion durch RadikÄSmu» jju beeinflussen und möglichst' auf den linlsu Flügel der K. P. zu treiben. Auch iu Lersammlunizen trat sie auf. SA» Fe zchammen mit der ganzen Redaktion während eines Rechtspuftche? verhaftet wurde, der- sucht« sie noch in der Gefangenschaft die Redakteure gegen die Salbaten zu hetzen. Besonder» während her großen Arbesterdemon- strationen stachelt« si« die Masse« auf, die nicht ahnen konnte», daß sie von ihrer radikalen»VHtzSvwss in«ftz Gluthad gesgK werden sollten. s. c.> !* Noch vor iw lügen Mänüten! bidt Fcaü die Arecyheit sich unter Berufung auf ihvr Wicheim�bapAier Tätige it um bin« Stellung in unserer Redaktkon zu bewerben. Ebenfalls hat sie sich schon vor Monaten In Männerk lei» bung Zutritt zu den politischen Gefmigeneu im Untersuchung». gefängni» Moirdit»-«schafjt, an die sie unter der MaSke des Parte Genossen herantrat, um sie auf diese Weise auszuspionieren. •ff Aetzle irnö krMwßsffe«. Eilligungüverfahren vor dom RsGoarboitommisterlum. Zum Streit der K a s f«» ä r z t e mit den K r a n k e n» lassen wird un» vom ReichkarbeiiSministerium mitgeteilt, daß dort Verhandlungen über«in EinißungSverfahren«ingeleitet sind, daö in Kürze beginnen soll. An diesem Verfahre» werden zwei beamtete Vertreter und je fünf Veetreter der Aerzte. und Kassenverbände teilnehmen. D'e Leitung de» EinigungZbcr» fahrcns wird voraussichtlich eine von den Aerzten vorgeschlagene sehr sachkundige Persönlichkeit übernehmen, nachdem die Kassen- verbände ihre Zustimmung erteilt haben. Vie rche» wieder ftti. Der auf Veranlassung der Staats- wntvaltschast Hildsheim in Haft genommene Kommunist Merge» ist wieder auf freien Fuß gesetzt worden. Kongreß der Pazifisten. Wechrend der Pfingstfeiertage wären in Basel die Delegierten der Frdedeni4>ereine der Welt zu einem Kongreß zusammengetreten, um über die wirtschaftliche, iinan- zielle und moralische Besserung der gegenwärtigen Verhältnisse zu berichten. E» war das erstemal feit Kriegsausbruch, daß die Pazifisten aller Ländr sich wieder vereinigten. Deutschland, Oesterreich, Italien, England, � Frankreich, Belgien. Schweden, 14 Flanschenpressen ist nicht» mehr vorhanden. Di« Fabrik erstellte jährlich 240 Tendre», 8000 Wagrn mit großer Leistung, 10 000 Automobilchassi», 10 000 Stahlpreßstück« aller Größen, 12 000 R»da- .daß heifpitlsweift in den Fräzen der Vergebung von Lieft- rungcn durch da» Kriegsmimsterium gerade im ersten Jahre de» Kriege»«in System befolgt worden ist, dem wir dir Schieborwirtschast in Deutschland und die Kriegsgewinnler. Wirtschaft am allermeisten zu danken haben."' Herr Stresemann war aber bekanntlich lieb Kind bei dem Vorgesetzten de» KriegZministerium», Herrn Ludendorff, und ging bis zuletzt im Großen Hauptquartier«in und au». Hat man aber jemals etwa» gehört davon, daß er al» ehrlicher Mann diesem militärischen System, dem wir am allermeisten nach seinen eigenen Worten die Entstehung und Festigung de» Schieberunwesen» verdanken, den Rücken gekehrt und das deutsche Volk rechtzeitig gewarnt hätte? V. A. w.». j LnaöWglge sür DMchWkiomle. Clit Schwind«! des„Vorwärts". Unier dieser Neberschrift vcr'unss- der„Verwkkrt»' in der f unZ aber jetzt der Genosse Lund mitteilt, vuf dessen AuSfüh- j riungsn sich der» Vorwärts" gestützt hatte, ist das ihm in deir ' Mwab gelegte Zitat eine völlig« Entstellung seiner AuS- führungen, sodaß nur die hbmahme übrig bleibt, daß der Nerichi- erfwdter d:S �Sv-nnciriS" sum Zwecke d«- Wahlmache«inen dreisten Schwindel in die West hinauszuposaunen sich verianlaßt sah. lie lleberNeibsel. Cduard Ber nstein beschäftigt sich in einem Leitartikel de»„Vorwärts" mit dem Militarismus in Sowjetruß. land. In Rußland herrsche unter dem Dolschfivnsmus der alte Geist der ehemaligeli zaristischen Armee und äußere sich.« brutaler Unterdrückun g. Bornstein kommt e» aber nicht mir auf eine Kindik au den Tinrichtungen der Sowjetrepublik an, sondern er legt Wert darauf, die Politik der deutschen Repu- blik mit der Politik der Bosschowiki in Vergleich zu setzen und die»foeiesto Republik der Welt' gegenüber Sowjetrußland her- Miszusbreichen. Er stützt sich auf einen Artikel in einer Pariser Zeitschrift und fügt hinzu, daß die dvri(C< arstelluriz sicher«inseitig sei und übertrieben sein mag. Noch stärker Wortoi�bsn aber sind trotz döesem Vorbehalt Bernsteins sein« eigenen Folgerungvn, die er au» dem Material zieht. Nach der stärksten Veschilmpsung Sowjetrußlands schreibt er fsSseubei-. „Das mSgen sich diejenigen merken, die heute Pharisäer» hast die Deutsche Republik verächtlich machen, iveil auch sie in ihren Organen noch nicht all der Träger doS alten Gei- steS ledig geworden ist. weil solche auch hier noch immer von neuem HandluMen begehen, die dem Geist republikanischer Demokratie widersprechen. Di« Tatsache ist nicht zu leugnen, ihr soll schark in» Gesicht yefSben werden, wir dringen daraus, daß alles geschieht, was irzartd doM angetan ist. ihr abzuhei» fen. Wir dürfen jedoch hinzufügen, daß«Z sich hier Ulm Ueberdleibsel handiM die auszumerzen die Republik be. strebt ist, aber nicht um Aemente, diefieerstvon neuem mit Vollmachten ausgestattet hat. Di« demokra- tische Nepubllk unterdrückt keine Minun» sie sucht den edleren sozialen Auffassungen dadurch die Uebevmacht�zu sichern, daß sie mittels Festhaltsa an den Grundsätzen der poiitischen Freiheit und des gl« ich« n politische»! Recht? a!Jrr die Achtung bor der«Kyltchen Ueberzeugung Uiid den Sinn für«in freie» Jusammenwben stärkt. Mi Gewaltpolitik aber wirb man nie die Neigung zur Gctvalttätigkeit Austreiben.' E» ist furchtbar traurig, daß auch Eduard Bern stein auf iiese Art zu einem Verteidiger ber Politik Noskes her- untersinkt. Da» tut er, indem er die machtvolle, von Noike g«. züchtete niülitvristrsche Organisation ber Reichswehr als„Ueber- bleib ftl' Kpzeichnet. Dieses Ueberbleibsel ist für die ganze inner- politisch« Entwicklung DeiutschlanbS von so unheil- volier Beteutung, daß ftlbst die Partei Bernftein» jeden Augenblick fürchtet, von diesen UeberZleibseln di« Kehle zugedrückt zu bekommen. Ebenso tranrig ist e», daß Eduard Bernstein sich zu offenbar m Verdrehungen de# Tatbestandes hinreißen läßt. Es ist einfach unwahr, wenn er sagt, daß e» sich bei den mikita- ristischen Ueberbleibseln nicht um Elemente handele, die die deutsche Republik»erst von neuem mit Vollmachten ausgestattet" habe. Alle», wa» an militaristischen Organtsa- tionen in Deutschland besteht, ist auf dt« Jni« ttat,»« No»ke» und feine» rechtSsozialistischeit Regierungskollegien und auf ihr, Pollmachten zrückzuführem> Und wie ist e» mit der Unterdrückung de» freien Meinung? Ist nicht unter der Aera Bauer— LkoSk« in Verbindung-mit den Kommandostellen der Reichswehr«in gang großer Apparat zur Bespitzelung der Meinung der Bürger der von Bernstein gepvtesenen deutschen Republik eingerichtet worden? Sind di- Spl.tzelgefchichten nicht al» Material zur Verhaftung zahlreicher Personen benutzt worden? Waren die Schutzhaftzrllen nicht dauernd überfüllt? Haust« die Klassenjustiz nicht schlimmer denn je? Waren Zeitung«- V« r b o te nicht tägliche Erscheinungen? Ist da» alle», alle» Mei. nung»freiH«t und gleiche» pol, tische» Recht? E» hiyt alles nicht». Die Schuld an dem kritischen Zustände, in dem sich die inner« Politik Deutschland» infolge de» Ueber- wuchern» de» Militarismus dauernd befindet, ist di» Schuld der schwächlichen Polst» der Partei Bernstein». Zum 6. Juni muß sich die Arbeiterschaft auch da« merken, besonder dort, wo E d u- prd Bernstein, der Verteidiger dieser PulW und ihrer Fol« Norwegen. Dänemark und die Schweiz hatten ungefähr 70 Dele- Morgen aus gäbe vom 22. Mai den Eindruck zu erwecken, die im- gierte'zntsandt.' aShängigi SozÄldcmoiratie arbeite im �Wa'yikampf� auf eine Zliischluss der französischen Beamten an die C. G. T. Die Bcamtenvereine haben einen Kongreß abgehalten und sich dem Allgemeinen Arbeitervcrband(E. G. T.) anschlössen. Auf dem neu Arbeitervcrband sie. G.£■) anjäponen. rius vem Stärkung der Deutschnationalen Partei. Rur ganz Dumme tver- den sich von diesen Unsinn irgendwie beeinflussen lassen. Wir haben deshalb von dieser Schwindelnachricht keine Notiz«uom» ulen tvj« von den«eisten andern' SckpmndeltmHrichlen, Le sich tznud Sat ftuMAßtoittt d R itlfett aistibfi«» Wk Pen. kandidiert. � � V-- Seid«sierl die iisstMche MeSck». Der schwertndustrielle ZettungSkauf nimml immer größeren Umfang an. So wird dem.Vorwärts' au» München berichtet, daß über den Verkauf der.M ü n ch e n e r Neuesten Nachrichten' an ein großkapitalistisches Kon- sortium Verhandlungen schweben. Damit käme diese» einzig« große demokratisch« Blatt in Süddeutschland ebenfalls unter deutschnationalen und agrarischen Einfluß. Für di« völlige moralisch« Zerrüttung und Unterwühlung de? öffentlichen Lebens im Zeitalter de» HochkapitaliSmu» ist nicht» so sehr bezeichnend, als die Erdrosselung der freien Meinung durch die Macht be» Geldsack». Auch darin zeigt sich der Pferde- fuß der«formalen Demokratie', die von den Rechtssozialisten so gläubig verherrlicht wird. Wirkliche Demokratie kann nur da herrschen, wo die öffentliche Meinung nicht identifiziert wird mit Profstinteressen, sondern wo sich frei und ungehindert alle Kräfte deS geistigen und politischen flebenZ auswirken können. DaS kann nur in einem sozialistischen Gemeinwesen der Fall sein. Deshalb sind auch all» Redon und Beteuerungen von der vollendeten Demokratie, der demokratischen Verfassung und der» gleichen eitel Unsinn. Nicht die schriftlich» Fixierung und die parlamentarische Beschlußfassung schaffen den Zustand der wahren Demokretie, sondern hie grundlegenden Aenderungen in der politischen und wirtschaftlichen Struktur der Klassengesell- schuft. ffctiü DsNLttLlaz 7 Ahr. OeffeMche Frauviwersammluugen d:r U. S.P.: Schulaula, Humboldt�vmnasium, Gartenstraße 2ö, SaMauIa, Müller-, Ecke Trkftsiraße. Vfcchlvrrsammluugen de, Ll. S. P.: S�uloula, Eins TchWU Ms. die es «»gehl. Von Artur Crispken. In der Pfingstnumitter der„Freiheit" las ich einen Bericht über die StellungnalMe der Betriebsräte der Ver- kehrsaruppe zrrr OrganisationSfrasse. Folgender Satz ver- anlaste mich, nun cbonfalls öffentlich das Wort zu dieser Frage zu nehmen: „Auch diese Versammlung nahm Stellung für die Be trieösrätezentrale und gegen die Gcwer�schaftSkommission und betrachtet alle Partei- und Getverkschaftsführer, die sich der Zusammenfassung der Angestellten und Arbeiter auf der Grund läge des NaLestsstemS entgegenstellen, für unwürdig, tveit«r> hin führende Posten zu betleiden." Nach den für unsere Partei geltenden programmatischen und organisatorischen Grundsätzen darf kein Mitglied unso» rer Partei ohne vorheriges ordentliches Parteiverfahren ge- rügt oder von Vertrauensämtern oder aus der Partei aus. geschlossen werden. Ein Parteiverfahrm gegen Partei imt- ciliedsr jetzt voraus, daß ein grober Verstoß gegen die Grundlätze des Parteiprogramms oder eins ehrlose Hand. lung oder beharrliches Zuwiderhandeln gegen Beschlüsse der Partei oder Schädigung von Parteiinteressen vorliegt. Kein vernünftiger Mensch wird behaupten wollen, daß es eine Verletzung unteres Parteiprogramms oder unserer Partei iuteressen oder gar eine ehrlose Handlung ist, in der Ov ganisationSfroge deS Nätesystems anderer Meinung zu sein als die Betriebsrätezentrale. Und darum allein han fielt es sich hier! Es ist nur eine Verschiebung vo Tatsachen, wenn in dein zitierten Satz gesagt wird daß alle Partei- und GcwcrkschastSfülTrer unwürdig sind, weiterhin führende Posten zu bekleiden, wenn sie sich de Zusammensassungder Angestellten und A r ' beiter auf der Grundlage des Nätesystems etr tg e ge n ste l l en. Von unseren Parteiführern und von den Eewerkichaftssührern, die unabhängige Sozia Demokraten sind, denkt keiner daran, sich der Zusammen- fassung der Angestellten und Arbeiter auf der Grundlage des Nätesystems entgegenzustellen. Bei diesem ganzen Streit handelt es sich allein um die Frage, in welcherorgani s a t o r i s ch e n Form die Betriebsräte als proletarische Kampforganisation zusammengefaßt �rden sollen. In unserem Parteiprogramm wird ausdrücklich hervor gehoben, daß die unabhängige Sozialdemokratie, die Ge werkschaften, die sich zum proletarischen Klassenkampf bekcn neu, und das revolutionäre Rätesystem gemeinsam für die Eroberung der politischen Macht durch das Proletariat kämpfen müssen. Jede dieser proletarischen Kampsorganisa tionen hat ihre besonderen wMigen Aufgaben, alle drei sind einander ebenbürtig. Alle drei müssen sich euch über ihren organisatorischen Aufbau miteinander ver- st ä n d i g e n, wenn die Interessen der Arbeiterklasse nicht 'in schwerster Weise geschädigt werden sollen. Diese not- wendige Harmonie zwischen Partei, Gewerkschaften und Räten wird aber gestört, wenn plötzlich Vertreter einer Or- ganiiation ohne vorherige Verständigung mit programmatischen und organisatorischen Grundsätzen hev vortreten, durch die die programmatischen und organisatori schen Grundsätze der anderen beiden Organisationen verletzt werden. Die Vertreter der BetriebSrätezenirals sind plötzlich mit einem Programm und mit einer Organisation auf den Plan getreten und mit dem Verlangen, daß Partei und Ge> werkschaften sich einfach blind zu unterwerfen haben. Da. gegen wenden sich unsere Genossen in den Geiverkschaften, dagegen muß sich auch unsere Partei wenden. Die Diktatur ist ein Kampfmittel des Proletariats gegen die Diktatur der Kapitalistenklasse und nicht«in Mittel einer Instanz zur Unterdrückung proletarischer Organisationen. Die Vertreter der Betriebsrätezentrale erklären in ihrem Entwurf zum Aufbau einer Betriebsräteorganijation: „Solange die politischen Arbeiimäte noch nicht in Funktion getreten lind, übernehmen die Betriebsräte die Durchführung der großen politischen Altio- nen. die über den engen Partei« und Ge- werkschaftSrahmen hinausgehen und die Wahrnehmung de» proletarische« Gesamt- interesseS zum Ziel« haben.* Diese Forderung versteifet gegen unser Par» riprogramm, in dem es klar und eindeutig heißt: »Die geschichtlicke Aufgabe der Unabhängigen So» zialdrmokratischtn Partei ist es, der Arbeiter» bewegung Inhalt. Richtung und Ziel zu geben und dem revolutionären Proletariat in seinem Kampf« für den Sozialismus Führerin und Bannerträgerin zu sein.* Für unsere Partei gibt«S keine politische Aktion, die nicht die Wahrnehmung des proletarischen Gesamtinteresses zur Aufgabe hat. Unsere Partei kämpft nickt um irgendwelche Interessen für ihre Mit- gliedcr, wie etwa ein Karnickel-Züchterverein für rassereine Kaninchen, sondern sie führt den Kampf an der Spitze der Arbeiterklasse um die Befreiung der Arbeiter- klaffe. Für unsere Partei besteht deshalb auch gar kein ..enger Parteirahmen*, und demzufolge wendet sich unsere Partei auch schon solange sie existiert, bei allen politischen Aktionen über ihre Mitglieder hinaus an die Massen! Ständig heißt es in unseren Aufrufen: Ar- beiter. Frauen, Angestellte, Beamte usw. Ist es schon irgend einmal irgendeinem Parteigenossen eingefallen, Wahl- kämpfe, Straßcndemonstrationcn und Massenstreiks nur für Mitglieder der unabhängigen Sozialdemokratie zu veran. stalten? Das ganze Gerede vom«engen Parteirahmen* ist nichts als eben Gered«. Es ist kein Zufall, lwfe wir auf unserem Parteitag In Leipzig uns einmütig zu der Erkenntnis durchrangen, daß politische A r b e i t e r r ä t e als Träger aller Macht erst in Funktion treten können, wenn das Proleta- riatdiepolitischeMachteroberthat. Darum wäre es«in Rückfall in jene überwundene Phase der prole- tari chen Revolution in Deutschland, wo man nicht wußte, ob man die politischen Räte„in die Verfassung verankern* sollte oder ob man lbnen Kontrollrechte aller Art über- tragen könnte. Politische Arbeiterräte ohne politische Macht wären eine Folgewidrig« k e i t. T'?s"lb i'i es auch nicht mörlich. den B e t r i? b S- ä t e« die Funktionen politischer Arbeiter« r 8 k e zu kkberkragen. Die VstrlebSräte haben Ihre beson» deren Ausgaben. Wäre es möglich, ohne politische Macht die Funktionen politischer Arbeiterräte auszuüben, dann wäre nicht einzusehen, weshalb dazu nicht politische Ar- bciterräte gebildet werden sollten und weshalb dies« Funk- tionen von den Betriebsräten übernommen werden müßten, obgleich sie gar nicht zu ihrem AufgabenkrciS geHöven. In Wirklichkeit stoßen wir denn hier auch auf d a S kommunistische K u ck u ck S c i in dem Entwurf der Vertreter der Betriebsrätezentrale. Die Kommunisten haben ihre politische Ausklärungsarbeit so gründlich-b« txieben, daß dabei ihre eigene Partei in Trümmer zer- schlagen wurde und daß die Massen sich mehr und mehr der unabhängigen Sozialdemokratie zuwenden. Die Kommu- nisten verfolgen nun unsere Partei mit einem geradezu krankhaften Haß und sie bemühen sich aufs eifrigste, Sprengbomben in unsere Partei zu werfen. Ich weise nur auf die armselige Art hin, wie die Kommunisten ihren Wahlkampf gegen— unsere Partei führen. Wie die kommunistischen Redner in den von uns einberufenen öffentlichen Volksversammlungen auftreten, um— gegen Kapitalismus und Militarismus zu wettern?, bewahre, um jeden Führer unserer Partei, zum Gaudium bürgerlicher Versammlungsbesucher, in gehässiger Weise am Axgestellte in Handel und Industrie Leute abend 8 Uhr Wählerversammlungen für Angestellte in den Musikersälkn, Kaiser- Wilhelm- Straße 31 u. in der Brauerei Königstadt, Schönhauser Allee 10 Tagesordnung: Wen wählen die Angestellten in den Neichstag? Referenten: Die Genossen Dr. Hertz, Fritz Schmidt, Bublitz und Eensssin Grete Sehner De5 Wahlausschuß edlen Geisie? kämpf der Meimmgen Stellung zu nehmen« Und kein er darf verdammt werden, weil ej eS wagt, eine eigene Meinung zu haben! zurempeln, der nicht vor der Unfehlbarkeit der kommuni- stischen Götter' auf den Knien liegt. Diese kommunistischen Worthelden benutzen als Grundlage für ihre Reden in Nord und Süd. in Ost und West denselben Waschzettel mit den ältesten abgedroschenen und hundertmal widerlegten Verleumdungen gegen unsere Partdi. Es spricht für den gesunden Sinn der Massen, daß die Arbeiter diese sonder- baren Arbeitervertreter regelmäßig gründlich abfallen lassen. Tie Kommunisten fordern die Arbeiter immer wieder auf, unserer Partei den Rücken zu kehren und politische Arbeiterräte zu gründen. Für die Kommunisten liandelt es sich dabei um di« Frage, wie sie am besten unsere Partei zertrümmern und di« Arbeiter unter kommunistischer Führung bringen können. Es geht ihnen wie dem bekannten Herrn, der Sehnsucht nach„mehr Volk!" hatte. Und da sie, ebenso wie wir. wissen, daß poli« tische Arbeiterrate ohne politische Macht gegenstandslos sind. o arbeiten sie darauf hin, den Betriebsräten die Aufgaöen politischer Parteien zu ichertragen. Unsere Genossen in der Betriebsrätezentrale und unsere Partei möchte ich auf das kommunistisch Kuckucksei in dem Entwurf der Betriebsrätezentrale aufmerksam machen. Ich halte es nicht für nützlich für die Arbeiterbewegung. wenn jetzt Vertreter der Betriebsrätezentrale mit einem OrganisationSplan in die Versammlungen gehen, der in einem.Hauptpunkt mit unserem Parteiprogramm nicht in Einklang zu bringen ist, der nicht nur den Bestand der Ge werkschaften, sondern auch den unserer Partei bedroht. Die Organisation und der AufgabenkreiS der Betriebsräte sind Fragen, die nicht von einer Instanz— auch nicht von einer Räteinstanz— und ebensowenig einseitig von einer Organisation gelöst werden können. An der Lösung üieser Fragen müssen sich die Arbeiter aller in Betracht kommenden Organisationen be eiligen können. Der Betriebsrätezentrale ist eS bekannt, es war ja mit ihren maßgebenden Vertretern vereinbart, daß schon vor ge- raumer Zeit eine gemeinsame Tagung von Vertretern der Partei, der Gewerkschaften und der Räte beschlossen wurde, crnf- der ein n twur f über das Zusammenarbeiten der drei Organisationen beraten werden sollte, um ihn dann zur öffentlichen Diskussion zu stellen. Das Kopp- Abenteuer und der Wahlkampf haben eS verschuldet. wenn die erwähnte Tagung bisher verschoben werden mußte. Von uns ist jetzt jeder voll in Anspruch genommen, um im ! Sahlkamps die Massen für den Sozialismus gegen den i Kapitalismus zu gewinnen. Ueberall fehlt es an . k r ä f t e n. Mir ist es unverständlich, wie da revolutionäre Sozialisten so überreichlich Zeit finden, Versammlungen über Versammlungen abzuhalten, um Arbeiter für Pläne festzu- egen, die noch sehr der Prüfung und Ergänzung bedürfen. DaS führt dann zu solchen Ungeheuerlichkeiten, wie die, die mich auf ein paar Stunden Psingsterholung verzichten und zur Feder greifen liefe. Wo muß eine Bewegung hinführen, wenu jeder als Klasse nkämpfer infanriert werden soll, de?«» wagt, seiner Ueber- euguna gemäß eine Meinung auSzu« prechen, die von Vertretern einer Räte- nstanz nicht gefceilt wir dl Für Sekttcrerei und Fanatismus, für kleinliches Gezänk« und Rechthaberei ist ein Raum in einer Massenbewegung, die die Welt erobern will. Auch hie? schrecken die Svuven der Kommunisten, die hre ganze Kraft fast nur noch dafür einsetzen, Personen niederzuhetzen. Wir dürfen nicht B f'a f f e n und G l ä u- ig« in unserer Bewegung dulden. Wir brauchen Pfad« � nder und Bahnbrecher, Wissende, Wollende und Handelnde.! Die Klarheit kann uns nicht von einem„reinen Toren* ge-I sicher werden, wir müssen u n s alte gemeinsam z u ihr durchringen! Und j e de r ist berufen, im Ser hetetitzfifte Hsrchy. Den christlichen Machthabern Ungarns scheint es nach» gerade etwas schwül zu werden ob der Früchte ihrer an-« feuernden Tätigkeit. Sie verlegen sich aufs Demenfieren, und sie tun das mit ebensolcher Großzügigkeit und Skrupel« losigkeit, wie sie das Morden und die politische und! moralische Vernichtung ihrer Gegner betrieben haben. Sq lassen sie durch das UngariM Korrespondenzbnreau mit-« teilen, daß die Nachricht, der ReichSverweser Ungarns habe den Polen seine Hilfe im Kampsegegen dis Bolschewisten angeboten, böswillige Erfk«», dung fei. Da man mittlerweile an der Unbeugsamkeit de? Entente gegenüber der Unterzeichnung des ungarischen Friedensvertrags gemerkt hat, daß man selbst mit keiner noch so verwerflichen Anbiederung eine Erleichterung der Vertragsbestimmungen erreichen kann, ist man zur Wahrung des Ansehens der StaatSautorität erzwungen. die ganze Sache als böswillige Erfindung zu dementieren. Mit geradezu hanebüchener Lügenhaftigkeit bearbeiten die christlichen Herren Ungarns den Dcmentierapparat auf ihrem ureigensten Gebiet, den Sozialisten- und Judenverfolgungen. Der ungarische Gesandte in Wien, Dr. Gray, erklärt die vorgefallenen Exzesse als individuell« Racheakte. In der letzten Zeit hatten die Exzesse aufgehört und der Reichsverivr er H o r t h y babe die Autorität der Staatsgewalt Wiederher» gestellt. Die Fälle des weißen Terrors seien höchstwahr» scheinlich das Werk' von n xe nt» o r o v � c n t o n r» gewesen. Die provokatorischen Agenten sind nie- mand anders als der edle Horthy selbst und seine christlich� Kumpanei. Wie steht es mit den Mordbefchlen, die Horthy selbst erlassen hat. und die wir dokumentarisch wiedeige» geben haben? Darin werden die politischen Gegner den Brachialgewalt, d. h. den mordlüsternen Offizieren, ausge« liefert und ihnen auf den Weg gegeben, daß sie den Um» ständen gemäß zu behandeln sind. Das heißt in der Sprache, eben dieser Offiziere nickst« anderes, als sie zu e r m o r d e n« Und was es mit der Behauptung von dem Nachlassen derj Exzesse auf sich hat, beweist die Tatsache, daß erst diesey Tage in Budapest und anderen Städten Ungarns I n d e n4 Pogrome stattgefunden haben, bei dem Hunderte von Personen getötet und verwundet wurden. Und was tut die Horthy-Rsgierung? Sie verbietet jede Er» örterung dieser Angelegenheit, fix unterdrückt jede Nam- haftmachung der verantwortlichen Anstifter. Judenfeind» liche AusschreitimKN wiederholen sich alle Tage. Die Horthy-Regierung deckt die Täter. Sie verdient dafsiv den Namen einer„M ö r d c rre gie r u n g", und alle Dementis werden sie von diesem Stigma nicht befreien. Aufhebung de? NuSnaho-ruistr.ideS in Hamburg. Der Übe? Hamburg verhängte Ausnuhmezustano ist am Dienstag auf- gehoben worden, Die internationale Finauzkouferenz in Brüssel wird am 5, oder 6. Juli zusamr.ientreten. Die Verhandlungen werden öffentlich sein. Lö Nationen, darunter Deutschland und O e st e r r � i ch, sind vertreten. Die Konferenz wird selbst be- slimmen, ob die Vertreter Deutschlands und Oesterreichs Stimmberechtiguug haben oder nur beratend zugelassen werden. Agrarreform in Litauen. Die litauische Rationalbersamm« lung bat die Agrarreform in Angriff genommen. Die großen Güter sollen zugunsten der besitzlosen Bauern zerschlagen werden. ..............«III—W Betriebsräte :__-J Sie orMsssw» der MedsMe. Ei«»/ Richtigstellung. Genosse Rusch schreibt unSi I», Nr. 100 der„Freiheit* gibt die Berliner Betriebsrätezentrale der U. E, P. ihrem Orggni- fationSentwurf ein Vorwort, in dem sich die Genossen der Be« triebsrätezentral« beschweren, daß sie erst mit der Veröffent- lichung deS Aufrufs der Berliner GewertschaftSkommission durch die Presse Kemstni« von diesem erhalten bätten. ES liegt im Wesen deS LiätesystemS und der» politischen Auffassung der Mitglieder de» Ausschüsse» der Berliner GewerkschaftSkom» Mission, jede Geheimdiplomatie zu verwerfen. AuS diesem Grunde ist der Entwurf sofort veröffentlicht worden. Auch ist in der ersten Sitzung mit den Genossen der Betriebs- rätezentrole von den Mitgliedern des Ausschusses verlangt war» den, den Stand der Verhandlungen jedesmal zu veröffentlichen. In ihrem Vorwort behauptet die Betriebsrätezentrale ferner, wir hätten vor längerer Zeit einen von ihr aufgestellten Entwurf benutzt und mit Bestimmungen versehen, die eine wesentliche Be- schränkung deS Selbstbestimmungsrechts der Betriebsräte zur Folge haben. Ich stelle fest, daß der bereit« vor längerer Zeit aufgestellte Entwurf Kollektivarbeit ist, an der auch ick mit- gearbeitet habe. Es ist darum durchaus selbstverständlich, daß bei der politischen Auffassung, die die Mitglieder des Ausschüsse» der Gewerkschaftskommission und die Mitglieder der Betriebs- rätezentrale etnt, auch fachliche Itebsreinstimmnng besteht. Di? Genossen der Berliner Betriebsrätezentrale legen besonderen Wert darauf, festzustellen, daß sie jede Jnstan-enpolitik ab- lehnen und die Betriebträte selbst über ihre Aufgaben und ihr Tätigkeitsfeld zu entscheiden haben. Ist die Beiriebsrätezentrale nicht Instanz? Sind nfcht auch die zusammentretenden und be- schließenden Betriebsräte Instanzen? Der Ausfchuß der Ber« liner AewerkschaftSkommisston stellt einen Entwurf zur DiS- kufsion nicht nur für die Betriebsräte, sondern für alle in den Betrieben beschäftigten Hand- und Kopf- arbeiter und fardert a« Schluß seine» Entwürfe? aus« drücklich die Betriebe auf,»u ihrem Vorschlag und Organisation»- «ntwurf Stellung zu nehmen. Au» dieser Aufforde- rung g'ehi klar und unzweidciitig hervor, daß der Ausschuß der Gewerkschaftskommission mindesten» ebenso scharf wie die Betrieb»- rätezentrale ed« Jnstanzenpolitik ablehnt und die Entscheidung in die Hände der in de« Betrieben Beschäftigten legt. Ich halte eS»ar»m für eine Spekulation auf die Gedächt» niSschwächs der Arbritor und Arbeiterinnen, wenn trotz sachlicher Uebereinstimmung Me BetriebSrät�entrale in ibrem Vorwort versucht, Gegensätze zu schaffen, wo solche aar nicht vorhanden sind und vofsc. daß durch diese A'st der N»!emik die Veritönd'- gung für die Folge nicht mehr gesidrt wird. MeiÄ M öeräfläjanjen. Volksbühne ' Donnerstaj 7 Uhr: Da:-Kätlicii£nv.HeilQronn, Mm UoiksMer Köpenicker Str. 68. ?i- ubr: Die Gewalilosen Siaatsthesitep , Opernhaus: Anfang 5 Uhr: Die Frau ohne Schatten Schauspielhaus: Anfang; 7 Uhr. Fuhrmann Henschel Direttion: Reinhardt ßgatscües TUenter t'i Uhr: Oame Kobold. Kaniinsrsßlßle 74 Uhr: Stella GroOes Scliaüspisliiaus KfirJstraße Donnerstag 7� Uhr: Orestle. (42. Abteilung III. Abend.) Ä 7 Uhr_ URAUFFÜHRUNG: Slllifh© und IMensc�en Bin Abenteuer in 6 Akten Ten Karl FIGDOR naeh seinen gl siehe. Roman Regle: Carl BOESE Hauptdaisteller; Aud Egede-KItsen/ Otto Cebfllir/Kuit Vespermann Wochentags 7 n.•/<9 Uhr Sonntege..,. 4, 6, 8 Uhr Voirerk. II-I(ohos tslschlir) Ukraiailche Gelelllcliaft E.V. Berlin ▼eranstaltet am Freitag, den 28. Mai da. Js-, um 71/» Uhr abends, im Festsaal des Brüdervereinshauscs, Kurfürstenstraße 116 unter Mitwirkung des Ukrainischen Nationalchores Dirigent Alexander Koschytz ein W ohltätigkeitskonzert zu Gunsten de* Rettungsionds zwecks Bekämpfung der Typhusepidemie in der Ukraine iiiiiiiitiiiiiiiiiiieieMMfsitMiifiiiiiiiifmiiftmifiiiiiiiKiiiiiiiitisisottymimfiitiiouiiiiiHiimodiiiifHM Karten bei Bote& Bock, Wertbeim und im Sekretariat der Ukrainischen Gesellschaft, Berlin W 62, Kuttürstensirafie 75 täglich von 5 bis 9 Uhr abends Direktion Carl Meinhard— Rad. Beniner Theater I. d. KüsMizerHe 46U.: D. eroOe Katharina u. Mit d. Feuer spielen. Täglich» Uhr: lUe Reise in die Mädchenzett. Berilnsr Ttieoter t» Uhr: Per letzte Walzer Leäs-Wur r4: Frau Warrens Gsvierbe (Bertens, Servaes, Stelnrflcfc) Freitag 7 Uhr: Peer üynt. Bonnabend 7� Uhr: Frau Warrens Gewerbe. DeotseUML-Mer Sie cioscblleßllch 31. Mal keine LDstbarkeitsetener Menagerie (Max Adalbert, Kurt QÖtz) Lehre» V ereinshaus Alencaa derplalz Dir. Rossner ■ der unvergleichliche#3 Zauberkünstler H mit seinem prachtvollen Palast der Illusionen. Täglich abends 8 Ubr. Sonn- n.Pesttags 4 Uhr und 8 Uhr. Achtunarl Gewerkschallea and Vereine I Säle und Verelnszimuier zu Versammlungen und Festlichkeiten noch frei Hfitkiscber Hof Admlral-StrasselBc HroAe Lffeutüche Volksversammlungen Thema: W MckN Mij W ReilhMgMllhleü. Donnerstag, den 27. Mai 1920, abends 7 Uhr Gcwerkschaflshaus, grober Saal, Vötzow»Braue»ei, Pharussäle, grober und kleiner Saal, Germaniasäle, Moabiter Gesellschastshaus, Fichte-Realschule, Schöneberg Raabes Festsäl«, Fichtestr. LS. Frettag, den 28. Mai 1920, abends 7 Uhr Prachtsäle de» Ostens, Frankfurter Alle«, A.I!en Verbündten. Be- iiaunlen d�e traurige Nachricht, daß unser lieber, nnvergeßHcher ältester Sohn Alfred Heller | am 23. Mal sanft ent-| | schlafen ist Die Einftschorung findet| j am 29, Mal. nachmittags | 4 Uhr, Krcmatorlnm, 1 Qerichtstraße. statt. . Um stilles Belleid bitten 1 die trauernden Hinter-| bliebenen Helarleh Melier nebst\ Frao und Geschwister. ijsssüAgr Ster Achtung I Der Droschkenkutscher, der in der Nacht vom 22. zum 23, am Weddlozplats(Kirche) In der 2. Stunde von 2 Herren angehalten wurde und eine hranensperson als Fahrgast hatte, nnd die Fahrt nach der Prenzlauer Allee machte nnd dann zurück nach ScbSnwnlder Strohe s, wird dringend gebeten. sich in melden. Prenzlauer Alle« 178, Lokal. III Geld III für lede Wertsache. Höchste Ankaufspreise I. Pfandscheine. BrlHanlen, Qoldgegenstände. Teppiche. Bücher nsw. Wollt, Fftedrlchstr. 41 III, btl KmIhIt. Neukölln, HoHenstausensäle, Oberschöneweide, Mörners Blumengarten. Referent»»: Otto Zrauke, Ernst Zriesland, Max Kühl, Zritz Rück, Hertha Sturme Willi Schmidt, August Ehalheimer, Zakob Walcher. Arbeiterund Arbeiterinnen erscheint in Mafien! Kur Deckung der Unkosten, dl) Pfg. . v Bezirk Sroh-Berlin. Achtung: Betriebsräte,«»tm,«! Um Operetteniiaas Direktor: Jean Hrea Abends 8 Uhrt Prinzessin Frzedl Trisnon-Tlieater (Bahnhof rrledrlclisttaß*) Täglich M Uhr: Ida Wllst m My r rha lonntag 4 Uhr kleine Prelee: Jofaannzslwim' Residenz-TAeoter Stadtbahn Jannowitzbröcke. Pnterßrimdbahn KlostorstrJ Tflglich Uhr: Die Roschboffs lonntag 4 Uhr kleine Preise; Ler gute Ruf. Gaslso- Theater st uhr; Onkel Cohn Volkes«Ick In 3 Aulzügen älhalia-Theater Täglich 74 Uhn Unsere A'.asrdalenen. fjg. nachm. 34U' DasOesetZ Rose-Theater Ii Uhr; ScbwarzwaldmideL ' Oartenbühns: 4 Uhr: Das Lied der Liehe Apollo-Theatep rrledrichstr. 218. , Allabendlich"lu 2 Sonntags 31/, n.#'■' Bnöbertreütichas Varietö-PfDgramm! TLc-« i-' a liotlDua.Tor |eE Müntznktz 14914.• Ohr: til ntb seu. Konzert. YorvL-, U— l','j 0.4—6. dvl.-.A Protei Knstanlen-Allee 7—9 ISMeta-SErtienlZ Tanz-IJiele GrCBef BOl! Anfang �5 Uhr KLmmertanzspiele Büiowstr. 6■ Lutzow230J JaU Uhr: ScfiaRhsitsfönze HJXP&eK Das große Circus-Frogramra und die Pantomime „Der VlMridieb« Schiaß d. Ci rc.-SaI s. 3 1 A. 1 92» Voigt-Theater Dadr.traCc 58. iommmerblhBOt gHcli»QiztzM. 4 Uhr; anschtiaOgpd: Kaiserplaiz 3.M Tfappe Operette in 3 Akten von Schotiländer. Heute, Donnerstag, den 27. Mal ISN, abend» 7 Uhr Vollversammlung sämtlicher Mitglieder der Haupt- und Unter- gruppenansschüfie sämtlicher Industrie- grnppe« von Grotz. Berlin in der Schulanla, Gwsstrafie LS a. Tagesordnung! Bericht über die Verbandlnnge««tt der (SewerkschastSkommisston über den Ansdan der Betriebsräteorganisatio«. Di« Wichtigkeit der Tagesordnung erfordert vollzählige» Erscheinen. Zentrale der Betriebsräte Groß-Berlins Telephon: Norden 1767/88. Münzstrahe 24, III. Seulfcher MetaNarbeiter-VeTbaud OcrtooUnnflOfteDe«min m.B4, einteuflrofte 88�5. OKithllli.Vit»on Mim, 9 Uhr bis nachm. i Nh«. teirbbon: Amt yt erben 165. 1369. 1967, 9714. Heute Donnerstag, den»7. Mat I0S0. nachm.»4 Uhr. te den BUnfttcr' Kdlm, L->IIer-WUhclm-en. 81 Branchen-Versammlung der Ztgaretteumaschinrnsuhrer und Betriebs- handwerter. rageäerhnnnn> l. Bericht. 3. Wehl hett Sefcctetnt zun 8tcU(»fonfttesn. 8.«rencheitangetezenhetl« an»""" Heute Donnerstag, den»7. h,«d--------------- Wei|eti 3 VerlravensmSniier-SßNselellZ der Walzwertarbeiter. «»,eH»r»»n»gl««cht»>m den Lehiwechaitdvntp». »te OrtSderwalt»»,. ZeMlmbM der Böller, SoMsre« und vemMdM NmissgMilen Z)e«tlchlimd5 Achtung I Achtung! greitag. de»»S. Mal 10X0. abend» 64 Uh» Große«ffeuMche Versammlung w den tvcrmautasillen, Ehanlseeftraft« HO. Znoetoibnung; Die Me»iton«iae»rtcru»g ttt«es ah» Bltje«nt; Äollcje H e h I ch o t d. Dal Drschewen aller Bäder, und Sondilorg-Iellen Ist lmbehw,te Pflicht.— Üetqt, daß Ihr Me etbiaM« verstanden habt;»eigt, de» ihr euch bewußt setd, baß eZ um eure Existen» geht. Dte Berwaltnng. I. iLechumaun. Zenttfil-verband der Glaser. iZW ftreitoo, de« 28. Mai, abend« 48 Uhr, im Sewrrr- siyartohanS Ucherordeaksche MlZliüder-Versammlung TageSordtutng: sttctvic!»irr«»e»»>:rale oder(iietbertschofr. Äste Betttanen Steine und SrttiOMft mOstm«rlchctncn.. Die Versammlm'a findet nur am Fveitag statt. Die OrtSverwalMNN. I. Sl.: Max Pur fürst. Achtung! Kriegsopfer! Am 28. Mai 1S20 in der Parkaue Lichtenberg: A. Das neue Versorgmtgsgesetz. Ref. Genosie Tie dt. 2. Arbeit und Kultur. Genassm Jetze. Zalernalianaser dtmb der Kriegsopfer. Ortsgruppe Lichtenberg. Mscher IrmurtnbkiieMltiiiit. Branche ApoHretenarbeiter. Am Montag, den JH. Mat 1020, ab«»»« 7 Uhr, tm stSnWabl-Sasiue, Hoijmerllstmße 72 vuncheiwersammluW. DaMtorbnunü: Ser«btchluh«irtoreS Dnrtte»«td wolle« wtr Um tot eder ltindtgen» BeßMIgr» Sekheiiie» Ist«jitcht. I-Mmwt. Stynawo- u. Spulendrähte blank und innsponnen. Jedes Ouautum. kaufen höchstzahlend EleWrc-BSro Liishg& Co.,?schgs?ad!'�2�'in's?" 4. Wahlkampf nummer der„FREIEN WELT TligHoh trUcfc» SGGfSSChO u. 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Mal 1930 verstorben Ist Die Beerdigung findet am 27. Mal 1920, nachm. 3 Uhr, aal dem Qememdetriedhot. Mariendorfer Weg, statt w Um rnge Beteiligung ersucht Der Vorstand. Pnrocr verstarb am 21. Mal 1920 der Genosse Hugo Heinemann Heidelberger StraSe 37. Die Beerdlzang Ist bereits erlalgt Ehre Ihrem Andenken! Kupfer Messing RolgtiO Zink, Biel Aluminium scrwle jCIxxix u. QupcUsi.ber ktOft'80418 QuaRtim nnd«eWJ«bei- ds« fetcinKiMvftBzpnlug hl eeivoten 9 tivk-.e.ntfllen: Stf. I i;r»fti»s#©>Äv. Fahrgeld • Ahzu* celöuMj W il SfÜ.. I- teü.ül sowie böobMe Tagespreise lür Zinn, Blei und Zink zahlr Wiemer BS« föo Brlefmorken, Hünzen kauft Grossmann, Johannisstr. 4 Norden 106 21 Kepler! Rotguzs 1 Menntog! Alnmlainsnl Nickelabi.! Btail Zlnkl G]laintriin.pU«cl.e! - Qaecbwilberl SUn«io.napior I■ hficlKfzcmcnd; PascshrtraAa 3, an der IdsUnbpHxiäraae uadGotnkoweay brück®. Heu eröffnet! «t-AÄ.WVÄ« Bupf«, Haslnt, im, Blei inte. 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Absol. mirae, natun Bern Wirkung u. überaus wohS fuend. s.50 u. 575 M. Zur gleichi zeitig, innerlich. Kur Reichel) Saltarin-Blutrcinigungspnlv« Seh, Mk 3.—. 3 Seh. M k. 8.78 tltto Reiche!. Berhu 4« Eiseubahns». A I Nr. 194. WWe zur..Freiheil" Vennergfaq. 27. Mal ISA Die Krise km Bankgewerbe. In«iner Sitzung im ReichSarbeitSministerinm unter dem "ersitz des GeheimralS Sitzle rist om gestrigen Mittwoch nach- mittag nach mehrstündiger Beratung eine Basis gesunden worden die geeignet erscheint, den.un 1. Juni drohenden Ausbruch des Generalstreiks im Bankgewcrbe in letzter Minute hintanzuhatten. An den Beratungen nahmen teil Vertreter des Allgemeinen vcr- bandeS der deutschen Bankbeamten, deS Deutschen Bankbeamten- dcrcins, und Vertreter des Reichsverbandes der Bankleitungen. .��hebniS der Verhandlungen wurde seitens deS ReichSarbeitS- mlnijteriumS in solgende Punkte zusammengefaßt; 1. Sämtlich« Angestellte«ehalten zu den nach der Neuregelung bewilligten Sätzen vom 1. Februar lULO ab monatlich im voraus «ine besondere Teuerungszulage und zwar in Ortsklasse I für Verheiratete 300 M., für Ledige 200 M., für Lehrlinge und Bur- schen 75 M.; in Ortsklasse II 285, 190 und 70 M.; in Ortsklasse III 270, 180 und 05 M.z'in Ortsklasse IV 250, 170 und 80 M. und in Ortsklasse V 240, 160 und 65 M. Di« auf Probe Angestellten erhaltn die besonder« Teuerungszulage, sobald sie mindestens 3 Monate in der Bank beschäfitgt sind. Auf die beson- dere Teuerungszulage kommen in Anrechnung die seit dem 1. Fe- bruar 1020 bereit» örtlich bewilligten oder durch Schiedsspruch schon festgesetzten über die Neuregelung hinausgehenden Zulagen Die Teuerungszulagen werden bei der endgültigen tarifarischen Regelung aus die darin bewilligten Sätze angerechnet. 2. Die Verhandlungen über«inen endgültigen Reichstarif- vertrag beginnen spätesten» am 16. Juni 1920 auf Einladung de» ReichSarbeitSministeriumS. Die Verhandlungen finden vor vem gleichen unparteiischen Kollegium statt wie dre letzten Schlich- tungdverhandlungen. In den besetzten Gebieten ist zu den Tarifsätzen«in der Höhe nach zu bestimmender prozentualer Zuschlag zu gewähren. 3. Nach Annahme dieser vorläufigen Regelung find örtliche llrbcitskämpfe unverzüglich einzustellen. Maßregelungen dürfen nicht stattfinden«S sei denn, daß«in« strafgerichtlich geahndete Verfehlung vorliegt. Bi» zum Erlaß eines Urteils erster Instanz kann Enthebung vom Dienst unter Fortzahlung der Bezüge statt» finden. Eine Bezahlung der Slreiktage findet nicht statt. Es wind empfohlen, lvegeu de» LerdienstauSfalleS Vorschüsse zu ge- währen. < Dl« vorläufig« lldegelrrng gilt Hl zum Znstandikommen «ine» N«ich»tarifv«rtragc», längstens j«doch dt» zum S1. August ä9S0. 6. Die Annahm«, der vorläufigen Vereinbarung teilen die Verbände dem ReichsarbeitSmintstertum und sich gegenseitig bis spätestens Sonntag, Mai,«tnschließUch mit. Was sagt Oberst Kaupksch? Zum ArtseurzehUfatstreikl / Ist die grüne SlcherheÄSwehr zur Bewachung bn Friseur- Geschäfte da? Dies« Frag? wird von der ZentralstreiNeitung heut« ausgeworfen. Di« großen Haar firmen Meyer, Brückenalloe 14, W. KoykoiczkowSkt. Li-ntstvahe, Lang«, Königstraß« 33, Weigt, Nettelbeckstraße, Trost, Nürnlbeoge, Straße 00, Litck«, Neri« Promenade, haben, wie festige stallt worden tft, SicberheitStoohr zur Bewichung im-chren GgschäftSlokal«n. An- geblicki um gegen den Terror der Gehilfen«inzuschroiten. Die Gehilfenschast wird trotz dieser ungesetzlichen Maßnahmen von ihrem Koabi-tionS recht weiser Gebrauch machem Am Donneootag, um 2 Uhr nachmittag, werden die streikenden Friseurgehilfen und»grfstlfmiw-n tn dpa Sophie n-S'ch:inen läßt. Im Reiche werden Kranke nur gegen Barzahlung nach den ortS- üblichen Sätzen cher Privatprax'» behandelt. Als Vmaussetzung von Vcrba idiungen fordert die Organi- sation der Aerzte: 1. Der Vorsitzende des Schiedsgerichts ist nicht vom Arbeitsminlftcr zu«inennen.sondern soll von beidefi Par- tci'.n gewählt werden; 2. das Schiedsgericht hat ohne gebundene Marschroute zu entscheiden. Zum Binnenschifferstreik. Gestern tagte im ReichSarbeitS- Ministerium eine Konferenz, die sich mit dm Binnenschisterftreik beschäftigte. Zu einer Entscheidung, ob dje Regierung ein Schieds- gericht einsetzen will, ist«S nicht gekommen, da der ReichSarbeitS- minister und der Reichsvcrkehrsministcr zur Zeit nickt in Berlin sind. Die streikenden Schiffsmannschaften und Privcttschiffer haben die Erklärung abgegeben, daß die Schiffahrt sofort auf- genommen werden soll, sofern die Regierung erklärt, daß ein Schiedsgericht eingesetzt wird. Der Streik geht so lange weiter, bis diese Erklärung erfolgt ist. Die Sprechstunden in der silewerkschoftskommissiim Berlins und Umgegend sind ab 1. Juni 1920 wie folgt: Montag, Mittwoch und Freitag von 1— 3X Uhr, Dienstag und Donnerstag von 1—0 Uhr, Sonnabend von 11—12/4 Uhr. Groß-6erltn. An vnsere Leserl ttfmten ZeitungSgrwerbe ist dl« N»1 neben den Schalten finden nicht mehr die Beachtung wie«he«' mal». Dafür ist es in der Straßenbahn notwendig geworden,� sich mit Zchnpfennigstücken zu verseben, ehe«nan eine Fahrt? antritt. Bei 50 Pfennig wickelte sich der Fahrscheinverkaus. schnell ab. Durch den' 70.Pf«nnigtarif ist der Mangel an Mein-' geld sehr fühlbar geworden. Den Schaffnern geht da? Wechsel« gcld bald aus und sie können auf den Markschein, der ihneni durchgängig gegeben wird, nicht herausgeben. Wir haben be« obachtet, daß Fahrgäste absteigen mußten, weil sie nicht genügen« Kleingeld hatten und auch der Schaffner nicht herausgeben könnt« Man wird tatsächlich an die Mahnung der Erserckahnbe Hörde tvi innert: Fahrgeld abae�äblt bereit halten. Wer öfier fährt, mach» dem der AchterkarZp Gebrauch Er kommt dadurch nicht mit de» Wechseln tn Berlegenhett und spart obendrein»och Geld. Fort mtt aller NlickschrtttlereK _ Wie rückschrittlich besonder» tn unseren Staatsbetrieben nochj regiert wird, beweist auf» neue folgender Fall: Der Lu»helfer2 Postbotenanwärter Willi G., beschäftigt auf Postamt 1. war saitl Juni 1919 im Postdienst. Er ist jetzt nach 11 Monaten einwand»! freier Arbeiter gekündigt und entlassen worden. Warum? Er hatzi vor neun Jahren, 1911, einen gerichtlichen Verweis bekommend weil er tn seinem jugendlichen Leichtsinn, damals 16 Jahre alll fünf Mark unterschlagen hatte. Jetzt ist der Mann 24 Jahre alt«! hat sich in der Zeit niemals«twaS zuschulden kommen lassen, undj nun soll er büßen, wa» er damals leichtsinniger Weis» begangen! hat. t Da» ist«in Zeichen, daß man in den ReichSämtern noch nicht i der Zeit entsprechend dorgeichritten ist. sondern noch das alt«, bureaukratische Snstem von anno dazumal herrscht. Auch mtt- diesem System muß gebrochen werden. Da< kann geschehen, wenn g jeder bei den kommenden Wahlen nur der Partei seine Stimme� gibt, die gewillt ist, restlos� mit dieser reaktionären GyPeimrutS»' � Wirtschaft abzubauen, nur'der Unabhängigen sozial� demokratische'« Partei. Die Besteuerung der Krkegstellnehm«. Da» Unrecht gegen Kriegsteilnehmer in der Eteaerfrag« isk) immer noch beim alten. Alle Versuche, den Kriegsteilnehmern zu helfen, sind gescheitert. Dieses Unrecht bestand darin, daß die Kriegsteilnehmer zu dem mutmaßlichen Einkommen im laufen« 68) Der Sternsteinhof. Roman von Ludwig Auzkvgruber, XVII. Mit einbrechender Nacht war der Wagen übe? die Brücke gedonnert und durch das Dorf gerast, man konnte nicht schnell genug den Kopf nach dein Fenster wenden, vor- über war er. Vor dem Wirtshause hatte der Wirt gestanden, in dem Fuhrmannc einen Knecht vom Sternsteinhofe erkannt und, in mächtigen Sätzen nebenherrennend, ihn angerufen. „Wohin, Wastl?" „In d' Stadt." „Was eilt?" „Der Bän'rin—'n Doktor!" Worauf die Wirtin d!e Hände zusammengeschlagen. „Unsre liebe Frau steh' der armen Seel' bei!" Mit frühem Morgen kehrte der Wagen wieder, und als er oben im Gehöfte anhielt, stürzte der junge Bauer stieren Blickes und wirren Haares herbei, den kleinen, vier- ick rötigcn Mann, der abstieg, beim Arme anfassend.„Helft's. helft's, Herr Doktor, ich kann den Jammer nimmer länger antfjau'ni", Der Arzt gelangt«, mehr hineingedrängt und geschoben als selbst steigend, die Treppe hinauf. Drei Viertelstunden später lag oben in der dunkeln Stube, deren verhangene Fenster Licht und Luft aus- schlössen, ein gar schwaches. zarteS, gelbfllchtiges Kind und ein sieches Weib. Als der Doktor, sich fleißig mit dem bunt'eidenen Taschentuche die Stirne trocknend, vom jungen Bauer ge- leitet, die Stiege herabkam, wollte eine Magd die folgen- den Reden erlauscht haben. „Herr," sagte der Bauer,„das war' dann, als hätt' ich kein Weib." „Euch davon zu verständigen," sagte der Arzt,„war meine Pflicht. Ob Ihr sie überhaupt nock lange behalten Werder, weiß ick nickt, wenn Ihr sie aber bald los sein wollt, braucht Ihr blas meinen Rat zu überhören." Da erblickte der Bauer die Dirne, sie ward von ihm angerufen und mußte eine Flasche Wein. Schinken und Brot iür den Doktor Nack der Laube schaffen. Die Ge- frlißigkeit mit welcher das kleine, runde Männchen darüb�: herfiel und dessen ichmatzendes Behagen war für die der- inalige GeurüEslimmung Tonis ein so widerspruchsvoller Anblick, daß er sick hostig mit der Andeutung,„oben nach- leben z» müii-n". Mvegbeaab. was sicher auch dem Doktor sehr gelegen kam, der, allein gelassen, sofort jede beleidige Miene ablegte und unter dem Kauen einem hohen Grade von �Wohlbefinden in unartikulierten Lauten Luft mackste. Drei Tage danach war die Taufe. Sie sollte in aller Stille verlaufen, denn die Sternsteinhosbänerin lag so kraftlos dahin, als ob sie sich Lebens oder Sterbens besänne, und bei jedem aufdringlichen Laut durchrieselte es si« vom Kopfe bis zu den Füßen. Als der jung« Bauer, von nur wenigen Gäste geleitet, mit der Patin, einer der reichsten Bäuerinnen in der Um- gegend, und der Hebemutter, welche in einem reichen Tauf- zeuge ein winziges, mißfarbenes Würmchen trug, die Stufen zur Kirche hinanstieg, lehnte an der Mauerbrüstung. dem Portal« gegenüber, das Weib des Hcrrgottlmachers mit dem derben, pausbäckigen Buben �auf dem Arme. Er starrte Helenen ins Gesicht, sie sah mit leicht ge- runzelten Brauen nach ihm, auch das Kind blickte ihn so großäugig und ernst an, da senkte er den Kopf und sein Blick glitt an der kräftigen Gestalt des Weibes herunter. Die Taufzeugen traten in die Kirchs, die heilige Hand- lung begann. Nachdem di« reiche Bäuerin namens des Täuflings versprochen, alles zu glauben, was die Kirche zu glauben vorschreibt, und dem Teuiel und seinen Werken zu entsagen, erhielt das kleine Geschöpf, es war ein Mädchen, zu Ehren der Patin deren Namen Juliana. Als der Zug die Kirche verließ, ging der junge Stern- steinhofer vorgeneigt, wie wenn er flor sich auf dem Boden nach etwas suchte, er wußte, daß Helene noch da war, er fühlte es. daß sie ihn beobachtete, et hatte es auch gewußt und gefühlt, ohne die Fußspitze ihres rechten Fußes zu sehen, die spielend kleine Kiesel wcgÄmcllte. Vier Wochen mochten seit dieser Begegnung vergangen sein, der zweiten in den anderthalb Jahren seit Tonis Heimkehr, da kam eines Abends ziemlich spät die alte ZinS- hofer noch herübergelaufen und lud Helene mit wichtig» tuenden Gesten und heimlichen Augenwinken ein, in die alte Hütte hinüberzukommen. Der jungen Klecbinderin war solch verstecktes und der- hehlendes Geberdcn zuwideixst-!uhr die Alte mürrisch an, doch gleich am Ort auszusagen, was es gäbe, aber da diese rasch hinaushuscht«, so folgte sie ihr verdrossen nach. Als die beiden drüben eintraten, saß der junge Stern- steinhofer auf der Gewandtruhe, den Rücken an die Wand gelehnt, mit herabhängenden Armen, und drehte langsam, w'e müde den Kops nach der Türe. Helene blieb an der Schwelle stehen, sie streckte den vollen, runden Arm aMN W Schon hatte sie mit der Rechten die Klinke erfaßt, unt wegeilend die Tür inS Scksioß zu drücken, da stemmte si» plötzlich di« Linke gegen die Hüft« und fragte in sckiarfeta� grollendem Tone:„Was willst' denn du eigentlich da?"» i „Nix," antwortete der junge Bauer,„gar nix. Dein! H'rüberrufen Hab' ich nit verlangt, und hätt'K mich niti g'litten, wenn ich drum g'wußt hält', daS war ein Einfall) von deiner Mutter, zu der bin ich g'kommen, mein' Jammer und Elend klag'n und mich auszureden d'riiber* wie anders all's hätt' werden können. Dös wird mir doch »erlaubt sein? Und ihr verüble nur nit ihr Mitleid füv dich."■! „Dir kommt nur heim, WaS du an mir gesündigt," sagte Helene, damit ttat sie hinaus, man hörte das Getrappel einiger eilender Schritte und dann daS Scharren der Sohlen auf der Steinstufe vor der Türe des Nachbarhauses� 4b.» « Es war den Leuten einleuchtend, daß es dem jungen Sternsteinhoser hart aufliegen müsse, an Stelle einer rührigen, lebfrischen Bäuerin mit einem Scksiag eine nichts- nutze, serbelnde") auf dem Anwesen zu haben, und die Klügeren, die nicht jeden nach sich selbst beurteilten, be- haupteten auch, sie hätten es vorhersagen können, wie er sein Unglück aufnehmen würde. Gram und Herzleid halten manchen an kurzein Faden fest am Orte, und so einer arbeitet dann oft doppelt so viel wie sonst, um des Leid- Wesens Herr zn werden, oder das wird der seine, dann sitzt er untätig dahin und verstumpft im fortwährenden An- blicke des Jammers; einen andern jagen sie zum Haus hin- aus, Laß er wie im Nebel herumläuft, nur vom Heim weg- trachtend, oder gar in allen Wirtssttiben zuspricht und im Trünke Vergessen sucht. Daß der Toni den Sternsteinhof mit dem Rücken ansehen werde, daS wollten eben die Klsige- ren vorausgesehen haben, jene aber, die immer anders täten, alz ein anderer getan hat. oder tut, die ihm daS Ueberarbcite.i und das„Heriimknotzen" in der Kranken- stube— ein's sein Schad' und kcin's der Bäuerin Nutz'— übelgenommen baben würden, sie fanden es nun gar nicht schön, daß er auslief und das arme Weib vereinsamen last«, es war in ihren Auge" nickt zu entschuldigen, aber doch be- greiflich. Nur über eines schüttelten bald die Bedachtsamen wie die Uebelnehmeri'chen die Köpfe, über den häufigen Zu- spriich des jungen Bauern bei der alten Zinshofer. Es ver- gingen wenige Abende, wo man ihn nicht nach der Hütte der Alten gehen oder des Weges von derselben kommen sah. lFortsetzung solgt.1 »l ,$«54 W. �=t Itänltstfcv M' JaHre beranlagV worden sinv, wikyrs'nd d�ejeniqsn, die nicht um Kriege teilnahmen� nur den Steuersatz bezahlen muhten, der aas Einkommen im abgelaufenen Jahre besteuerte. Da» machte bei der Aenderung der EinkommenSverhältnisse in einem Jahre einen erheblichen linterschied au 3. In der preußischen Landes- Versammlung ist die Angelegenheit wiederholt zur»Sprache ge- bracht wordzm Immer wurde Wohlwollen versprochen. Erlasse, die in dieser Beziehung herausgegeben wurden, fanden bei den Steuerämtern nicht die Berücksichtigung, die sie hätten finden können, wenn diese Aeinter von Leuten mit sozialem Empsinden und nicht von engherzigen Bureaukraten besetzt wären. ?llle weiteren Anregungen und Anträge aus der Landes- Versammlung nach größerer Berücksichtigung der KriegSteil- nehmer wurden von dem Finanzminister mit dem Hinweis ab- getan, daß nach Uebergang des SteucrwesenS auf das Reich Preußen nichts mehr tun könne. Mit dem 1. Oktober seien die Finanzämter eingerichtet, Preußen hätte gar keine Stcncrorgane mehr und könne nichts mehr tun. Rückläufig könne überhaupt Vichts mehr geschehen, es sei Milde bei der Steuereinziehung empfohlen worden in Form von Ratenzahlungen. Das nützt aber den Steuerpflichtigen nichts. Da? Reich könne, so heißt es, auch nichts mehr tun, denn die Steuer- Veranlagung von 1gl9/2lZ war noch Sache der Einzelstaaten. So schiebt man überall formale Einwände vor, um um die Sache selber herumzukommen. Es bleibt bei den schönen Redensarten, die wir in den nächsten Wochen noch viel« zu hören bekommen werden. 14 Wahllisten in Berlin. Unter dem Vorsitz deS Stadtrat? Loehning, de» Kreiswahl- leiters für den Rcichstagswahlkreis 2(Verlin) und zugleich Ver- bandswahlleiters für den Reichstagswahlkreis Brandenburg I fand am Mittwoch eins Sitzung des Wahlausschusses zur Prüfung und Festsetzung der Wahlvorschläge für den ReichstagSwahlkreiS 2 tBerlin) und der Erklärungen hinsichtlich der Verbindungen der Wahlvorschläge innerhalb deS ReichStagZwahlkreisverbandeS Brandenburg l, umfassend den ReichstagSwahlkreiS 2(Berlin) und den aus den Stadtkreisen Charlottenburg, Berlin-Schöne- berg, Neukölln und Wilmersdorf, sowie aus den Kreisen Teltow und Beeskow-Stoxkow bestehenden ReichstagSwahlkreiS 8(PotS- dam 2) statt. ES wurden 14 Wahlvorschläge, anerkannt und alle übrigen gestrichen. Die hohen Eisenbahnfahrprrise erschw'erew�äS Reisen un- geheuer." Am schlimmsten sind die breiteren Massen der Bevölke- rung daran, die gelegentlich die Eisenbahn benutzen müssen. Große Klage wird geführt von den Angehörigen der Beelitzer Heilstätten, daß sie nur mit großen Kosten die Patienten de- suchen können. Die Familien der Patienten erhalten zur Zeit eine Unterstützung von 18 bis höchstens 42 Mark die Woche, be- finden sich also in bitterer Not. Gesuche um Preisermäßigung sind ablehnend beschicden worden. Die Patienten hofften, daß ihre Angehörigen dieselben Vergünstigungen erhalten würden, wie sie den Kolonisten zugebilligt worden sind. ES wäre in der Tat sehr am Platze, tm vorliegenden Falle eine Ermäßigung eintreten zu lassen. E» gehört zur Gesundung der Patienten, baß sie von Zeit zu Zeit Besuche von Angehörigen erhalten. DaS übt auf den ganzen HellungSprozeß einen guten Einfluß auS. Und deshalb ist die Berücksichtigung der Wünscht der Patienten eine dringend« Notwendigkeit. Verdi enftkreuze für KriegShilf« ßlbt die„KZnfgflch Preußische Kriegsamtsstelle in den Marken" an Avoeiter auS, die wäh- rend des Krieges in der MunitianSindustrie tätig gewesen sind. Die Arbeiter wollen heute von dieser sogenannten Auszeichnung -nicht das Geringste wissen. Sie sehen darin nur den Beweis, daß eS noch ganz überflüsfbge KriegkamtSstellen gibt, dt» sich eine Beschäftigung machen und sich sogar noch königlich nennen. Dies« KriegSamtS stell« sollt« lieber schnellstens gefchloffan iverd-v, Humal wir kein Geld zum Verschwenden übrig babeui. > Div städtischen BolkSsinfonie» Konzerte deS PsZchner- Orchesters finden im Monat Juni statt: Mittwoch, ch Juni, (abends 7H Uhr, Germania-Prachtsäle, Chausseestraße iiO.— Freitag» 4. Juni, abends 7H Uhr, Patzenhofer, früher Berliner !Bockbraueret, Fidictnftrahe 2/3.— Mittwoch, 9. Juni, abend« .754 Uhe, Happoldt-Brauerei, Hasenheide 82/33.— DienStag, -15. Juni, abends 754 Uhr, Brauerei Königstadt, Schönbauser Ullee 10/11.— Freitag, 18. Juni, abends 754 Uhr, Patzenhofer, früher Berliner Bockbrauerei, Fidicinstraße 2/3.— Montag, 21. Juni, abends 754 Uhr, Germania-Prachtsäle, Chausseestr. 110. Donnerstag, 24. Juni, abends 754 Uhr, Brauerei Königstadt, Schönhauser Allee 10/11.— Montag, 28. Juni, abend? 754 Uhr, ßappoldt-Brauerei, Hasenheide 82/38.— Eintrittskarten sind zu haben in der Buchhandlung»Freiheit", Brett« Straße 8/9, j Tägliche Sternda.upferfahrten. Die Dampfer-Gesellschast „Stern" hat ihre regelmäßigen täglichen Fahrten auf der Havel zwischen Wannsee— Potsdam— Ferch— Werder und auf dem Tegeler See zwischen Tegel— Tegelort— Spandau aufgenommen. Von Verlin fährt jeden Donnerstag 8 Uhr ein Schiff nach Tenpitz. außerdem finden täglich um 9 und 2 Uhr Fahrten nach iRoltersdorfer Schleuse statt. Achtung, Kriegsopfer! Heute abend große öffentliche ver, sammlung in der Parkaue, Lichtenberg(s. Inserat). Die Speisung der Kinder durch dl« Quäker hat in verschie- denen Orten begonnen. Es ist zu erwarten, daß mit dem Aus« bau der Organisatimr dt« Teilnehmerzahl sich nach und nach der- größern wird. Besonders trnrd darauf hingewiesen, daß die Speisekarten nicht übertragbar sind uns das Essen, entsprechend den Anweisungen der Quäker, restlo» tu der Speisestelle zu vir( zehöchf ist. Für?rkcank?e KinMr darf böst ander?» FiMi�Ät- angehörigen das Essen nicht abgeholt werden. Ebenso ist eS nicht statthaft, Geschwister, Bekannte usw. zur Speisun-z mitzubringen. Das Essen ist nur für die ärztlich unterfuchien unterernährten Kinder bestimmt. Die Eltern werden gut daran tun, ihre Mahl- apifan tfiir("(irerfi»nti in«inzurilbten und-II verteile II. dan die Xtu ÜUi.äUUCt/mvu, UNtiWl vrv Quäker sollen eine Zugabe zu den üblichen Mahlzeiten sein. Es liegt durchaus nicht im Interesse der hochherzigen Spender, durch Außerachtlassung dieser Anordnungen den Erfolg der Spei- sun-g in Frage zu stellen. Landesanstalt für Fischerei in Fricdrichshagen ist die reue amtliche Benennung der bisherigen Anstalt für Binnensstcherei am Müggelsee. Räteschule Groß-Berlin. Der KursuS der Genossin Schoen- b e ck. in Deutsch, schriftlicher und mündlicher Berichterstattung findet heute wieder statt. B-ikshochschule Lichtenberg. Der Kursus des Genossen Ernst D ä u m i g über Arbeiterbewegung und Sozialismus im 19. unv 20. Jahrhundert wird Montag, den 31. Mai, fortgesetzt. Aus dem Gemeindeleben. AblerShof. Die Gemeindevertretung nahm in ihrer letzten Sitzung Stellung zum Streik der hiesigen Aerzte. Dies« hatten der Gemeindeverwaltung ein Ultimatum zugestellt, m dem st« drohten, ihre Tätigkeit an die Tuberkulose- und SäuglingSfür- sorzestelle einzustellen, falls dem neuen Gcmeindearzt, dessen be- antragte Approbation in kürzester Frist erfolgen soll, nicht jede ärztliche Funktion verboten werde. Di« Gemeideverwaltung konnte diesem Ansinnen umsoweniger stattgeben, weil ersten» der Ge- meindearzt vor seiner Anstellung durch beste Zeugnisse sein« langjährige Tätigkeit als Gemeindearzt in Rcval nachweisen konnte, außerdem aber auch als Flüchtling zu gelten habe, der sein Hab und Gut im Stich lassen mußte und dann in deut- schen Lazaretten ud Lagern als Arzt beschäftigt wurde, ohne in Deutschland geprüft zu sein.— Die Aerzte stellten daraufhin, ohne weitere Verhandlungen, ihre Tätigkeit an den Fürsorgestellen ein.— Genosse Preißing geißelt da? Ver- halten der in Frage kommenden Aerzte, das, weil gegen hilflose Kranke und Säuglinge angewandt, schlimmste Wirkung' haben konnte. Dieses unverantwortliche Perhalten reihe sich würdig dem bekannten Bestblusse des Köpenicker Aerzteverein» an. Die Einstellung der ärztlichen Tätigkeit gerade an der hochsozialen Einrichtung unserer Fürsorgestellen ist ein reine? Konkurrenz- Manöver gegen den neuen Gemeindearzt' und müsse aufs schärfst« verurteilt werden. Dr. Saling bezeichnet die Anstellung eines nicht in Deutschland geprüsten GemeindearzteS als ungesetzlich und jede weitere ärztliche Tätigkeit als strafbar.— Die durchaus korrekte Haltung der Gemeindeverwaltung wird vom Bürger- Meister aktenmäßig bewiesen. Der bürgerliche Schösse Wild« verurteilt den Streik ebenfalls und glaubt, daß bei Verhandlung gen dieser vermieden werden konnte. Genosse Poppe kennzeichnet das unkollegiale Verhalten der Aerzte einem Kollegen gegenüber, dem nur der formell« Fehler anhas'e, nWkt in Deutschland geprüft zu sein. Die Militärbehörden häiten ihn al« Arzt beschäftigt, also könne man seine Anstellung al» Gemeindearzt nicht als um gesetzlich bezeichnen. Ter Antrag beider sozialistischen Fraktio» neu, den streikenden Aerzten schärfst« Mißbislt gung auszusprechen, wird dann einstimmig angenom> men. Auch die anwesenden bürgerlichen Vertreter stimmten dafür. Inzwischen ist«S der Gemeindeverwaltung gelungen, durch Hinzuziehen eine» auswärtigen Arzte» den De- trieb unserer Fürsorgestellen aufrecht zu erhalten. Bei der Ein- führung de» neuen Gemeindevertreter» Herrn Kruse kommt nock� mal» die ganz« schamlose Hetz« der bürgerlichen Parteien gegen den Bürgermeister zur Sprache. Genosse Preißing stellt fest, daß der bisherige bürgerliche Gemelvdevertreter Herr Lehrer Krause, weil«r dies« Hetze als«in« schwere Schädigung des An- sehen» der Bürgerschaft bezeichnet habe und den Antrag, gegen den Bürgermeister«in Disziplinarverfahren«inzluleiten, nicht unterscheiden habe, sein Mandat niederlegen mußt«. Auch hier- bei sei Dr. Saling die treibende Kraft gewesen. Die Bürgerschaft, die solche Vertreter in» Gemeindeparlament entsende, s«! zu be- dauern.— Herr Kramer gibt namen» de« Personalaaischusse» bekannt, daß auch in der Gemcindearztsrage der Bürgermeister Tin TeWssM Mk Dö, SafiD durchaus die Fulecessen ver mein de gewabrt habe.,." .. i Aus den StganlsMusn. ' 1. Dljlrikit. 1., L. und 3. Abteilung sowie die Bezirke SS und 21 der 5. Abteilung heute 7 Uhr gemeinsame Mitgliederversaininlunz in der Arbeiterbildungsschule, Cchicklerstr. ö, Ausstellung der Kandidaten. S. Distrikt. Heute S Uhr Flugblattoerbreitung von den bekannten Lokalen aus. S. Distrikt. Die monatliche Sitzung der Elternbeiräie fällt der Wahlarbeiten wegen aus. Das Stattsinden der nächsten Sitzung wird i» der„Freiheit" bekanntgegeben. 7. Distrikt. Freitag 7. Uhr enger« Vorsi'andssitzung bei Bläsing, Gubener Straße 23. 8. Distrikt. Heut«, Donnerstag, 7 Uhr öfseniliche Frauenoer. sammlung in der Schula: la Hausburgstr. 29.„Was erwarlen die Frauen vom künftigen Reichstag?" Reserenün: Genossin Fahreu- wald.— Di« öffentlich« Wähleroersammlung am Freitag findet in der VIehhofsbörs«, Eide na er Strohe, statt. 18. Distrikt. Heute 7 Uhr Generalversammlung in der Cchulaula, Glelmssr 49, Ausstellung de« Kandidaten al» Bezirks, und Stadl- verordneten. 18. Distrikt, 8. Abteilung. Die angesetzte Abteilungsversammlung für Donnerstag findet wegen der bereits anberaumten Distrikts- generalversammlung nicht statt. Die Aufstellung der Kandidaten wird in der Distriktsgeneratversammlung vorgenommen/ 18. Distrikt. Heute 7 Uhr Extta.Zahlabend in den bekannten Lokalen. Aufstelltum der Kandidaten zur Stadwerordnetenversamm- lung. M»wsere Voskaboliuenlev. .Noch nie ist das Lksen«inen tmabhängigen Zeitung fssx jeden Partei- «enossep so jojchfig gewesen wie jetzt in der Zeit des Waylkampfs. v � Mb! sind überzeugt,, 7 � Hätz aste ltishkrr�Ä Abonnenten die„Freiheit' nicht nnr weiterbcziehe«, sondern ihr auch neue Lisser zuführe« werben. Erneuen deshalb schon jetzt das Abonnement, werbt neue Leser! Charlottenburz. Die Genossen für Landagitatlon treffen sich um 5 Uhr am Anhalter Bahnhof zur Fahrt nach Trebbin. Material ist sofort beim Genossen Lorenz, Wallstr. i!S, abzuholen. Schöneberg. Heut« 754 Uhr Mitgliederversammlung in der Aula der Cameniusschule, Frankenstrah», Ausstellung der Kaudidaien für di« Stadwerovdnetenwahl. Wilmersdors-Halense«. Bezlrksführerl Heut« ab K Uhr aus der Spedition Flugblätter abholen. Gruppenführer um k Uhr in dcn bekannten Bezirkslokalen. Di» Verteilung der Flugblätter am Frei- tag über den ganzen Ort. Distrikt Niederbarnim-?!»itz. Für die Orte Pankow, Nieder- fchönhausen, Rosenthal, Blankenselde, Buch holz, Buch, Karoio, Blankenburg und Heinersdorf am Eonnabend, 29. Mai, 954 Uhr, Bezirbskonferenz im»Türkischen Zelt", Pankow, Breite Straße 14. Ausstellung der Kandidaten zur Wahl der Bezirks» und EiaMvnord- neten. Zu dieser Konserenz entsenden die Ortsgruppen auf je 100 Mitglieder einen Delegierte.. Des weiteren muß jede Ortsgrupoo durch den Vorsitzenden vertreten sein. Sämtliche Delegierte müsscu im Besitz ordnungsmäßiger Mandate sein. Ohne Ausweis kein Zutritt. Lichtenberg. Sonnabend 7 Uhr Generaloersammlung in der Aula Parkaue. Stellungnahme zur Dahl der Stadt» und Be-irksverord« neten. Ohne Mitgliedsbuch kein Zutritt. Oberschöneweide. Donnerstag 3 Uhr öffentliche Bolksverfamm- lung in Mörners Blumengarten. Referent: Genosse Dr. Einstein. Weißensee. Anmeldungen zur Herbstjugendweihe nehmen entgegen die Genossen Luch, Pistoriusstr 100; Heinl, Gäblerstr.£9; Clemens, Etraßburgstr. 53, und Paetzold, Streu str. 124.— Sonntag, den! 30. Mai. vorm. 10 Uhr. tn der Aula de» Realgymnasium, Dortrag stir die vom Religionsunterricht befreiten KInderi„Einführung in die sozialistische Echikl" Die Elter» sink hierzu ebenfall» sreundl. ein- geladen. Weißonsee. Sonntag vorm. von 10 Uchr bis 8 Uhr nachm. Neuwahl der Elternbeiräte der 2. Gemeindeschule infolge Ungültigkeitserklärung der srllheren Wahl. Alle Genossen und Genossinnen, di« Kinder in der 2. Gemeindelchule haben, wählen die Liste„Luck".i vdlershos. Heut» 754 Uhr«ktionoratositzung bei Ziege, Bismarck- straße 29. J Sektion Post«nd Delegraphi«,»le Funktionär» der S. und. 8. Abteilung werden gebeten, wichtige» llgitationematerial tm Laufes de, heutigen Tage» vom ParteUmreau, Schichterstr. Oflt, abzuholen- \ � �IttelnskalekSer. Betriebsräte, entral«. Heut« T Uhf Vollversammlung sämtlich-8 Haupt- und Untergruppennueschüss« t» d« Schulaula Giposw, 23a, (Siehe Fnserat.)■»_... J Zriche-uaerband der Angestellten. Fachgruppe 19, Sektion l, (Zeituiig--ii«werbe). Heute 754 Uhr öffentliche Versammlung tn de» Sophiensälen Sophienstr. 17/18, großer Saal. Der neue Tarifvertrags Beschlußfassung.— F-chgruppe 17. Ia(Mehihändler). 2«. Mai.-. 75b Uhr. Sektioitsversammiunq im verdandebureau. Belle-Allianeech Straße 7/10. Kwimer 18.— Fachgruppe 10(Textil- und Beklebt dunge-Industrie). 28. 4>iat. 554 Uhu F-chgruppenoersammlung ln bei, Musikersälen.«atser-Wilhelm�traßa»1(Börsensaal).— � F ach. gruppe 18(Karionnagenbranche)> 8K. Maß 754 Uhr, öffentlich» Versammlung im«Sesellschastshau» Hackescher Markt, Rojenthglev Straße 80._. Deutscher Wer»meifie«z8»rbandi. Dl« kerkmeisier de« Pelz lzhut- und Mützenfabrikatto» versammeln sich Fre:g j 7 Uhr bei Brandenburg, Stralau« Straße S. Tagesordnung! Gründung der Fachgruppe. i Zentraloerbanb der«äcke«.«ondltoren nnd verwandten Berufs- genossen Deutschland». Freitag S'.k Uhr öffentliche Versammlung ist den Germaniasälen, Chausseestr. 110. Turnverein Fichte. Äe Mitglieder der Männer, und Lehrlings« Abteilungen werden gebeten, sich in ihrer fielen Zeit auf den Turn- platzen Treptow und Reinickendorf einzufinden. Der Ausbau der Baracken muß schnell sertiggestellt werden. Muß alles t>illicyer Verantwortlich für die Redaktion: Leo Liebschütz. Friedenau. Verantwortlich f. d. Inseracenteil: LudwigKomeriner. Karlshorst Berlagsgenossenschast.Fieiheit".«.®. m. b. H..«erlin.— Druck der Lindendruckerei und Lerlagsgesellschast m. b. H� Schifsbauerdamm 10. Alle hoffen es, und wir am meisten. Wie wir uüsereZ Wissen» die letzten Optiker waren, die im Interesse unserer Kundschaft Pia Fi iedenSpreise, besonder» für Gläser, erhöhten, so wollen wir die ersten sein, die billiger werden. 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